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Das Komitee für die Coincidentia Oppositorum

Das Komitee für die Coincidentia Oppositorum

Von Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts

Wir erleben derzeit eine so beispiellose Kombination von Krisen, daß es die psychologische Grenze des Erträglichen zu übersteigen scheint. Gesundheitsexperten in der ganzen Welt warnen, daß es noch weitere neun Monate dauern kann, bis alle Nationen mit einem – noch nicht einmal garantiert zur Verfügung stehenden – Impfstoff versorgt werden können, und in dieser Zeitspanne eine weitere Million Menschen ihr Leben durch COVID-19 verlieren können. Aber eine noch viel größere Anzahl von Menschenleben ist durch die Hungerkatastrophe bedroht, die sich jetzt in den Entwicklungsländern als Folge der Einbrüche in der Landwirtschaft und des Zusammenbruchs des sogenannten Informellen Sektors der Wirtschaft ausbreitet. Schon jetzt werden viele Staaten von lang existierenden, durch die Pandemie noch verstärkten sozialen Spannungen zerrissen – eine Dynamik, die sich in den nächsten Monaten noch massiv verstärken kann.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) meldet einen massiven Einbruch bei den Einkommen um 10,7% in den ersten neun Monaten dieses Jahres, entsprechend 3,5 Billionen Dollar, und einen Verlust von bis zu 500 Millionen Arbeitsplätzen bis Jahresende. In den Industrienationen wurden die Insolvenzen, Kurzarbeit und Entlassungen, die viele Existenzen in Frage stellen, zumindest zeitweise durch Unterstützungsprogramme seitens der Regierungen abgemildert. Aber die meisten Entwicklungsländer sind völlig außer Stande, vergleichbare Programme zu finanzieren. Bei den Ländern mit sogenannten „niedrigen bis mittleren Einkommen“ betrug der Einkommensverlust 23,3% im zweiten und 15,6% im dritten Quartal. Die Prognosen für das vierte Quartal sind noch weitaus pessimistischer.

Wenn man berücksichtigt, daß mehr als die Hälfte der Menschen in den Ländern Afrikas südlich der Sahara bereits vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie keine ausgewogene und ausreichende Ernährung hatte, dann ist die in Vice.com berichtete Nachricht, daß die Nahrungsmittelpreise in ganz Afrika im Schnitt um 250 Prozent gestiegen sind, katastrophal. Es droht, wie der Direktor des Welternährungsprogramms (WFP) David Beasley seit Monaten warnt, eine Hungerkatastrophe von „biblischem Ausmaß“, bei der pro Tag bis zu 300.000 Menschen zu sterben drohen.

Es ist eigentlich klar, daß angesichts einer solchen sich abzeichnenden Tragödie nur die Regierungen gemeinsam die Notprogramme verwirklichen können, die notwendig wären, um das Leben vieler Millionen Menschen zu retten. Doch die Erfahrung der letzten Monate zeigt leider, daß geopolitische Konfrontation des Westens gegen Rußland und China statt Kooperation auf der Tagesordnung steht und z.B. das WFP statt der dringend benötigten 5 Mrd.$ nur 750 Mio.$ erhalten hat.

Was also tun? Soll man zusehen, wie die Tragödie vor unseren Augen ihren Lauf nimmt?

Der Erfinder der modernen Naturwissenschaften und des souveränen Nationalstaates, der große Denker des 15. Jahrhunderts Nikolaus von Kues, entwickelte als Antwort auf das finstere 14. Jahrhundert, das von ähnlichen Katastrophen gekennzeichnet war wie unsere Gegenwart, eine neue Methode des Denkens – die Coincidentia Oppositorum, die, wie er selbstbewußt betonte, einen völlig neuen Ansatz für die Lösung von Problemen darstellte. Es war die Idee, daß der menschliche Geist als lebendiges Ebenbild des Schöpfers dazu fähig ist, die höhere Ebene zu definieren, auf der alle Widersprüche, die scheinbar unlösbar sind, überwunden werden können. Der menschliche Geist ist Nikolaus zufolge in der Lage, das Eine zu denken, welches eine höhere Mächtigkeit hat als das Viele. Ganz ähnlich stellte Albert Einstein fest, daß man die Probleme nicht auf der Ebene lösen kann, auf der sie geschaffen wurden.

Dieses Denken des Ineinsfallens der Gegensätze ist die Methode, die wir heute für die Lösung der die ganze Menschheit bedrohenden Krise anwenden müssen. Wir müssen einen Ausweg definieren, der die existentiellen Bedürfnisse aller betroffenen Menschen und Interessengruppen gleichermaßen erfüllt. Konkret auf die Pandemie bezogen läßt sich dieser Ansatz sehr wohl anwenden.

Ein erster Schritt

Da es die jungen Menschen dieser Welt sind, deren Zukunftschancen durch das Zusammentreffen der Pandemie und der Wirtschaftskrise, an deren Zustandekommen sie keinen Anteil hatten, am meisten gefährdet sind, muß man eine Perspektive für sie entwickeln, die zugleich das reale Problem anpackt und ihnen eine konkrete Aufgabe gibt. Die COVID-19- Pandemie und künftige drohende Pandemien werden wir nur in den Griff bekommen können, wenn in jedem Land dieser Erde ein modernes Gesundheitswesen aufgebaut wird, das dem Hill-Burton-Standard in den USA, dem deutschen und französischen Gesundheitssystem vor der Privatisierung oder dem in Wuhan erfolgreich demonstrierten System in China im Prinzip entspricht.

Der erste Schritt dazu könnte gemacht werden, indem man z. B. Universitätskliniken, Krankenhäuser, medizinische Fakultäten oder medizinische Hochschulen in den USA und europäischen Nationen durch Partnerschaften mit gleichartigen Institutionen in Afrika verbindet. Wenn man moderne Gesundheitssysteme aufbauen will, werden ja nicht nur die medizinischen Kapazitäten, wie Krankenhäuser, Infrastruktur, Wasser, Elektrizität etc. gebraucht, sondern auch gut ausgebildetes medizinisches Personal in sehr großer Anzahl.

Diese Partnerschaften sollen deshalb junge, z.T. arbeitslose Menschen in den USA, Europa und afrikanischen Staaten nach dem Vorbild von Roosevelts Civilian Conservation Corps (CCC) zunächst zu medizinischen Hilfskräften und dann später zu medizinischem Personal ausbilden. Der allererste Schritt ist die Schulung der jungen Menschen für den Einsatz in den Gemeinden bzw. Dörfern, um die Bevölkerung in die Gesundheitsmaßnahmen einzuweisen, die zur Bekämpfung der Pandemie notwendig sind.

In Tuskegee/Alabama, in Tennessee, in St. Louis/Missouri und weiteren Orten in den USA gibt es bereits eine solche Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen, die auch Kliniken und lokale Polizeikräfte in vertrauensbildende Maßnahmen wie Hausbesuche einbezieht, was angesichts der allgemeinen Unsicherheit in der Bevölkerung und der teilweise massiven Kampagnen gegen das Tragen von Masken, die Ablehnung von Impfstoffen etc. dringend notwendig ist.

Die gemeinsame Ausbildung und der Einsatz von amerikanischen und europäischen jugendlichen Hilfskräften mit afrikanischen Jugendlichen in den afrikanischen Partnerschaftsprojekten erfordern ebenfalls vertrauensbildende Maßnahmen durch medizinisches Personal sowie Vertreter von Kirchen oder im Katastrophenschutz tätigen Organisationen. Von Anfang an sollten diese Programme zuerst auf die Verteilung von medizinischem Material und leicht transportierbaren Lebensmitteln, wie Milchpulver, Trocken- und Dosenfleisch etc. ausgerichtet sein, um dies so bald wie möglich auf die Ausbildung der Jugendlichen beim Aufbau von Infrastruktur und der Entwicklung von Landwirtschaft und Industrieprojekten auszuweiten.

In den sozialen Brennpunkten in amerikanischen Städten oder europäischen Vorstädten, in denen es in der letzten Zeit aus unterschiedlichen Gründen zu gewaltsamen Straßenkämpfen gekommen ist, wäre eine solche Ausbildungsperspektive für Jugendliche, die heute einer Vielfalt von Gefährdungen wie Drogen, Alkohol, Bandenkriminalität, Internetabhängigkeit und degradierter Gegenkultur ausgesetzt sind, die absolut notwendige Alternative, um eine gesellschaftlich notwendige und zukunftsweisende Aufgabe zu erhalten.

In den USA würde eine solche kreative gewaltfreie direkte Aktion historisch an der Bürgerrechtsbewegung von Dr. Martin Luther King anknüpfen. Es sei daran erinnert, daß Amelia Boynton Robinson, die Bürgerrechtlerin, die Dr. King nach Selma/Alabama holte und die im März 1965 während des berüchtigten „Blutsonntags“ auf der Edmund-Pettus-Brücke von der Polizei zusammengeschlagen und für tot gehalten zurückgelassen wurde, 25 Jahre lang Vizepräsidentin des Schiller-Instituts gewesen ist.

Es ist hier nicht der Ort, um die Komplexität der sozialen Brennpunkte zu diskutieren, sei es in den amerikanischen Städten mit den Gewaltausbrüchen, die vor allem seit der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd stattgefunden haben, sei es in den französischen Banlieues, in denen die Auswirkungen der Pandemie die schon lange existierende soziale Schieflage dramatisch verschlimmert haben. Auch wenn es zweifellos Kräfte gibt, die bestehende soziale Konflikte für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren, so bleibt dennoch die dringende Notwendigkeit, die eigentlichen Ursachen für die Verzweiflung und Entwurzelung der jungen Generation zu beseitigen. Ein solcher erster Schritt der Ausbildung zu medizinischen Hilfskräften kann in vielen Fällen der Startschuß sein, um dann eine professionelle Ausbildung als Krankenpfleger, Arzt oder medizinischer Wissenschaftler zu durchlaufen.

In dem Komitee sollten sich Personen zusammenfinden, die sich als eine Taskforce zur Realisierung dieses Projektes verstehen, die ihre unterschiedlichen Qualifikationen einbringen und einfach in einem anfangs kleinen, aber gut aufgezogen Beispiel demonstrieren, wie man das Problem so angeht, daß es auch als Pilotprojekt für entsprechende große Regierungsprogramme dienen kann, die dann hoffentlich bald folgen werden.

Die Hunger-Pandemie besiegen

Es ist dringend notwendig, weltweit genug medizinisches Personal auszubilden, um ein Weltgesundheitssystem aufzubauen. Aber damit muß die Überwindung der Hunger- Pandemie einhergehen. Es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, daß in den Entwicklungsländern als Folge der durch die Pandemie massiv verschärften Hunger- Katastrophe buchstäblich viele Millionen Menschen vom Tod durch Verhungern bedroht sind – wie Jean Ziegler, ehemaliger UN-Beauftragter für Menschenrechte, beschrieben hat, eine der qualvollsten Todesarten –, während gleichzeitig in den USA und Europa Landwirte um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen müssen. Diese müssen teilweise ihre Herden töten, weil die Kartelle sklavenähnliche Bedingungen in der fleischverarbeitenden Industrie geschaffen haben, so daß es unter diesen Betrieben immer wieder zu Corona-Hotspots kommt. Es ist zudem unakzeptabel, daß die Landwirte, die die Lebensgrundlagen für die ganze Gesellschaft produzieren, durch eine profitmaximierende Politik der Banken und Kartelle und durch ideologisch „grün“ motivierte Auflagen in den Ruin getrieben werden.

Vertreter der Landwirtschaft sollten sich also an diese medizinischen Teams angliedern und sowohl den Nottransport geeigneter Lebensmittel in Krisengebiete organisieren als auch die Ausbildung von zusätzlichen Jugendlichen für die Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern in Angriff nehmen. Gemeinsam mit afrikanischen Landwirten können sie mit dem Aufbau einer modernen Landwirtschaft beginnen, was natürlich den Ausbau von Infrastruktur, Wasser- und Elektrizitätsversorgung usw. erforderlich macht. Es gibt in den USA, Deutschland, Frankreich oder Italien begeisterte junge und ältere Landwirte, die es in dieser Krisensituation als einen Teil ihrer Lebensaufgabe sehen werden, bei einem solchen Programm für die Überwindung einer beispiellosen Notlage mitzuhelfen.

Was also in den USA und Europa gebraucht wird, ist der Zusammenschluß von medizinischen Fachkräften im Ruhestand, engagierten Individuen sowie sozialen und religiösen Organisationen, die in diesem Komitee zusammenarbeiten, um diese Ausbildungsprojekte zusammenzustellen. Es ist auch ihre Aufgabe, die notwendigen Spenden von transnationalen und mittelständischen Firmen von Vorständen zu sammeln, die verstehen, daß es sich bei diesen Projekten um eine humanitäre Notwendigkeit handelt und daß es zugleich in ihrem ureigensten Interesse liegt, daß wir eine Welt erhalten, in der wir leben können.

Sobald diese Projekte eine konkrete Form annehmen, werden sie trotz des Ernstes der Lage die Begeisterung auslösen, die alle großen Pionierprojekte erzeugen können, und sie werden für viele junge Menschen, die andernfalls in soziale Aufstände und gewaltsame Aktivitäten hineingezogen würden, eine Zukunftsperspektive weisen.

Wie gesagt kann eine solche private Initiative in der Tradition der gewaltfreien Aktionen von Mahatma Gandhi und Martin Luther King (direct civil action) die gigantische Herausforderung, vor der wir stehen, nicht alleine lösen. Aber sie kann ein praktisches Beispiel geben, wie Menschen, die guten Willens sind, in einer ansonsten recht verzweifelten Lage intervenieren und einen Lösungsansatz aufzeigen können. Diese konkrete Beispiele werden dann die Regierungen ermuntern bzw. unter Druck setzen, sich zusammenzuschließen und mit einem neuen Kreditsystem die Rahmenbedingungen im Großen zu schaffen, um die Unterentwicklung der Entwicklungsländer dauerhaft zu überwinden.

Die cusanische Idee, daß auf einer höheren Ebene eine Lösung gefunden werden kann, die die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt, fände so eine aktuelle Anwendung. Diese Initiative wird helfen, die Pandemie zu bekämpfen, sie wird eine sinnvolle Aufgabe für junge Menschen definieren und sie wird akute Notsituationen in wirtschaftlich benachteiligten Regionen in den USA und Europa ebenso wie in afrikanischen Staaten verbessern helfen. Sie wird außerdem die existentielle Wichtigkeit der Landwirtschaft in Zeiten von Hungersnöten hervorheben und Menschen vor dem Hungertod retten. In einer Situation, wo viele Menschen sich angesichts der Jahrhundertkatastrophe ohnmächtig fühlen, bietet das Komitee die Möglichkeit für jeden einzelnen, etwas zur Überwindung der Krise beizutragen.

Hier unterstützen

Das Komitee befindet sich derzeit in seiner Aufbauphase. Zur Mitarbeit haben sich bisher die folgenden Personen bereit erklärt (Stand 1.10. 2020):

– Dr Jocelyn Elders, ehem. Surgeon General of the United States

– Dr. Kildare Clarke, M.D., ehem. Associate Director, Emergency Room Kings County Hospital, Brooklyn, N.Y.

– Dr. Jacob Goldsmith, PhD., Prof. für Chemie, Seton Hall University, NJ

– Dr. Morad Abou-Sabe, Prof. für Mikrobiologie (em.), Rutgers University, NJ, Egyptian-American Professional Society

– Dr. Shirley Evers-Manly, Interims-Dekanin der Krankenpflegeschule der Alcorn-Universität in Mississippi und Vorstandsmitglied der National Black Nurses Association.

– Fran McClain, Registrierte Krankenpflegerin, 2019-20 Vorsitzende der Rutgers University Alumni Association

– Carolyn Nah, Ehem. Präsidentin der NAACP, Bridgeport, CT

– Dr. Alim Muhammad, M.D., Gründer und Präsident des Abundant Life Health Attainment Center

– Greg Witherspoon, Pastor, Präsident der Make Health Happen Organization, East St. Louis, Illinois

– Scott Muhammad, Direktor der Students For Education and Economic Development (SEED), Tuskegee, Alabama

– James „Jim” Evans, ehem. demokratischer Abgeordneter des Mississippi House of Representatives (1992-2016)

– Dr. Lucenia Williams Dunn, ehem. Mayor, Tuskegee/Alabama

– Lamar Lemons, ehem. Landtagsabgeordneter, Detroit, derzeit Kandidat für den Schulrat

– Dr. Algeron Phillips, M.D., E. Orange, NJ

– Dr. Benett Greenspan, ehem. Vorsitzender der Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging

– Dr. William Warrick, M.D., Vorsitzender Veterans for Peace

– Bishop Nicolas Homicil, Executive Director, The Voice of the Tabernacle Multi Service Center, Mattapan, MA

– Dr. Kathy Helgason, Neurologe und emeritierter Professor

– James Barnett, North Alabama Regional Representative (1985), Coalition of Black Trade Unionists


Petition: Alle Nationen müssen sich zusammentun, um die Pandemie, die wirtschaftliche Depression und die Kriegsgefahr zu stoppen

Die folgende Resolution wurde von Helga Zepp-LaRouche auf einer spanischsprachigen Konferenz des Schiller-Instituts am 15. August 2020 vorgestellt. Sie zirkuliert bereits international.

Wir, die Unterzeichner, unterstützen nachdrücklich den Aufruf des Schiller-Instituts an die Staatschefs der fünf Ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (P5), dringend zusammenzukommen, um die Zusammenbruchskrise zu bewältigen, mit der jedes Land auf diesem Planeten konfrontiert ist. Wir sind mit der gleichzeitigen Eskalation mehrerer Krisensituationen konfrontiert: Der außer Kontrolle geratenen Pandemie, dem durch die Pandemie ausgelösten, aber nicht verursachten wirtschaftlichen Zusammenbruch, dem bevorstehenden Kollaps des transatlantischen Finanzsystems und der zunehmenden Gefahr nicht nur eines neuen Kalten Krieges, sondern eines nuklearen Kriegs.

Es wird immer deutlicher, daß Lyndon LaRouches Warnung von 1971 absolut prophetisch war: daß die Politik des Monetarismus die Welt der Gefahr eines neuen Faschismus, einer Depression, von Pandemien und Krieg aussetzen würde.

Als politisch Verantwortliche, Studenten, Geschäftsleute, Arbeiter, Journalisten und einfache Bürger zahlreicher Nationen auf der ganzen Welt, insbesondere des sogenannten unterentwickelten Sektors, rufen wir unsere Regierungen dazu auf, sich für einen P5-Gipfel einzusetzen und seine Ergebnisse aktiv mitzugestalten. Wir schließen uns dem weltweit wachsenden Chor an, um kundzutun, daß wir uns den drohenden Gefahren stellen und rechtzeitig handeln müssen, um das bereits einsetzende Chaos zu stoppen und uns auf Grundsätze zu einigen, die ähnlich dem Westfälischem Frieden des 17. Jahrhunderts die langfristige Überlebensfähigkeit der menschlichen Gattung garantieren können.

Von einem P5-Gipfel könnte die Initialzündung ausgehen, um die Tür zu einem solchen neuen Paradigma zu öffnen, aber andere Nationen, insbesondere die des Südens, müssen ebenfalls einen Platz am Tisch der Politikgestaltung haben.

Wir schließen unsere Stimme denjenigen an, die ein Gipfeltreffen fordern, um Maßnahmen wie diese zu beschließen:

  • Einen Mechanismus zur Lösung aller internationalen Probleme durch Dialog und Diplomatie.
  • Ein neues Bretton-Woods-System, wie es von Franklin D. Roosevelt beabsichtigt und von Lyndon LaRouche weiter ausgearbeitet wurde. Ausdrückliches Ziel muß die Beseitigung von Armut und Unterentwicklung der sogenannten Entwicklungsländer sein, angefangen mit modernen Gesundheitssystemen in allen Ländern der Welt.
  • Eine Vereinbarung, das Programm „Die Neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke“ zur Grundlage zu machen, um den modernsten Standard infrastruktureller und industrieller Entwicklung in allen Ländern der Erde zu schaffen.
  • Eine neue Sicherheitsarchitektur auf der Grundlage der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Weltgemeinschaft, die das Sicherheitsinteresse jeder einzelnen Nation berücksichtigt. Es muß Schluß sein mit Farbrevolutionen und Destabilisierungen, die vom britischen Empire und seinen bankrotten Finanzinteressen gegen mißliebige Regierungen inszeniert werden – wozu auch die versuchte Destabilisierung der Regierungen von Donald Trump, Xi Jinping, und Wladimir Putin zählt.
  • Internationale Zusammenarbeit an einem Crash-Programm für die Kernfusionstechnologie, internationale Weltraumzusammenarbeit für den Bau eines Monddorfes und einer Stadt auf dem Mars sowie Zusammenarbeit in den Biowissenschaften.
  • Ein Abkommen zur Einleitung eines wahren Dialogs der Kulturen, in dem sich jede Kultur dazu verpflichtet, die besten Traditionen und universellen Beiträge der anderen kennenzulernen, um die Grundlage für Frieden, Völkerverständigung und eine neue weltweite Renaissance zu schaffen.

Wir wünschen uns eine möglichst breite Beteiligung an der bevorstehenden internationalen Konferenz des Schiller-Instituts „Kriegstreiberei bis zum Armageddon oder ein neues Paradigma souveräner Nationen, geeint durch die gemeinsamen Ziele der Menschheit?“, die vom 5. bis 6. September über das Internet stattfinden wird.


Ehemaliger Botschafter von Burundi in den USA:  „Nehmt euer Knie von LaRouches Hals

Ehemaliger Botschafter von Burundi in den USA: „Nehmt euer Knie von LaRouches Hals“

Ein Aufruf zur Rehabilitierung von Lyndon LaRouche

Von Jacques Bacamurwanko

Als Reaktion auf das schreckliche Verbrechen, das in Minneapolis an George Floyd begangen wurde, erhielten wir die folgende Erklärung von Jacques Bacamurwanko, dem ehemaligen Botschafter Burundis in den USA.

„Ich würde gerne anmerken, daß den Protestaktivisten nach George Floyds abscheulichem Mord durch einen Polizisten in Minnesota gesagt werden muß, daß es dasselbe anti-amerikanische System ist, das für die Strangulierung von Lyndon LaRouche jr. verantwortlich war. Lyns Hals wurde buchstäblich von derselben weißen Rassistenbande abgeschnürt, die nicht wollte, daß er sein Wahlrecht ausüben, sich frei bewegen oder ins Ausland reisen kann.

Die gute Nachricht ist, daß die mörderische Bande es nicht geschafft hat, die überall weiter verbreitete Fülle von LaRouches Freiheit und Ideen zu stoppen.

Die Welt wäre heute freier, wenn Herr Trump mit einem im Oval Office unterzeichneten historischen Erlaß die amerikafeindlichen Gangster anweisen würde, das Knie von Lyndon LaRouches „Hals“ zu nehmen.

Das ist die eigentliche Bedeutung unseres eindringlichen Appells und weltweiten Einsatzes „zur Rehabilitierung von LaRouche“. Wenn LaRouche rehabilitiert würde, könnte die Menschheit eine herrliche Ära des nachhaltigen Dialogs für Frieden, Bürgerrechte und sozioökonomische Entwicklung einleiten.“

Unterzeichnen Sie die Petition um Lyndon LaRouche zu rehabilitieren

 


Stoppt die Hungerpandemie! Rettet die Landwirtschaft! Produziert Nahrungsmittel!

Die Landwirte-Kommission des internationalen Schiller-Instituts veröffentlichte am 20. Mai den folgenden Aufruf.

 

„Weltweit könnten in diesem Jahr bis zu 300.000 Menschen pro Tag durch Hungersnot sterben, wenn wir nicht eine Lebensmittelmobilisierung in Gang setzen, um dies zu stoppen. Dieses drohendes Unheil übersteigt bei weitem die 315.000 Todesopfer, die bisher durch COVID-19 zu beklagen waren. Wir stehen vor einer Hungerpandemie ,biblischen Ausmaßes‘,“ erklärte David Beasley, Generaldirektor des UN-Welternährungsprogramms (WFP) am 21. April in einer Warnung an den UN-Sicherheitsrat.

Gleichzeitig vernichten die Farmer in den USA massenhaft ihre Viehbestände, ihre Milch und andere Nahrungsmittel. Bis September könnten dort 10 Mio. Schweine getötet worden sein. Millionen von Eiern und Hühnern wurden bereits vernichtet und Millionen Gallonen Milch weggeschüttet. Es ist nur zu gut bekannt, warum die Farmer dazu gezwungen sind, und dennoch läßt man es zu. Die Farmer selbst stehen vor dem Ruin, und das nicht nur in den USA. Dies muß aufhören.

Wir brauchen ein Sofortprogramm, um die Landwirte und die landwirtschaftlichen Kapazitäten zu retten, damit Nahrungsmittel an alle geliefert werden können, die sie brauchen. Im Zuge dieser Notmobilisierung können wir die Abschaffung des globalistischen Kartellsystems einleiten, das die eigentliche Ursache für Seuchen und Verknappung ist. Die Politik hat versagt. An dieser Katastrophe ist nichts „Natürliches“.

In Afrika und Südasien fallen Heuschrecken in einer zweiten Verwüstungswelle über die Anbauflächen her, was längst absehbar war und hätte aufgehalten werden können.

Es ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn diese Zerstörung anhalten darf. Landwirte wollen Nahrungsmittel produzieren. Millionen von Menschenleben stehen auf dem Spiel.

 

Rettet die Landwirte, stoppt die Vernichtung von Lebensmitteln!

In den Vereinigten Staaten befinden sich die Schlachtkapazitäten des Landes in der Hand eines Kartells von fünf multinationalen Nahrungsmittelkonzernen, wo in weniger als 300 riesigen Schlachtanlagen 80% des Fleisches verwertet wird, während aus weiteren 2.000 Anlagen nur 20% kommen. Noch vor 30 Jahren waren mehr als 9.000 Anlagen aller Größenordnungen in Betrieb. Die Arbeiter in den heutigen Mega-Anlagen sind unterbezahlt, arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen, haben meist keine Papiere und sind verschüchtert.

Die Situation ist die gleiche in Deutschland, in Spanien, Brasilien und vielen anderen Ländern. In Deutschland wurden im Mai große Schlachtbetriebe in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wegen COVID-19-Infektionen geschlossen, Hunderte von Arbeitern erkrankten, andere wurden in ihren schäbigen Unterkünften unter Quarantäne gestellt – meist niedrig bezahlte Arbeitskräfte aus Ungarn, Bulgarien und Polen. Ihre Lage ist überall typisch für das globale Fleischkartell.

Als sich COVID-19 in den riesigen US-Fleischverarbeitungsbetrieben verbreitete, wurden Tausende von Arbeitern infiziert; Dutzende sind gestorben. Die Fabriken wurden geschlossen. Am 27. April wurden sie per Regierungsanordnung – unter neuen Sicherheitsbestimmungen – wiedereröffnet, aber von der Regierung wurden keine weiteren Schritte eingeleitet. Auch die Unternehmen ergriffen keine geeigneten Maßnahmen. Dutzende Schlachthöfe bleiben geschlossen oder wurden nur teilweise wiedereröffnet. Der Rückstau an „gestrandeten“, marktreifen Tieren geht in die Millionen. Die Landwirte haben keine Möglichkeit, ihre schlachtreifen Tiere weiter zu versorgen, und erhalten keinen Ersatz für ihre Verluste. Die Selbstmordrate in den Agrarregionen sind die höchsten im ganzen Land. Die USA werden in den kommenden Monaten ein Viertel oder mehr ihrer landwirtschaftlichen Betriebe und Viehzüchter verlieren.

Gravierende Störungen gibt es bei Milch und anderen verderblichen Gütern, deren Verarbeitung und Vermarktung ebenfalls von den Kartellen kontrolliert werden und auf gleiche unsichere Weise konzentriert sind.

Sofortmaßnahmen müssen umgehend ergriffen werden! In den USA bedeutet dies sofortige Finanzhilfen des Bundes an die Landwirte und das Eingreifen des Army Corps of Engineers, der Federal Emergency Management Agency und anderer Behörden, um alle lebensmittelverarbeitenden Einrichtungen zu desinfizieren und neu aufzustellen, damit sie sicher und optimal arbeiten können. Angemessene Arbeitsbedingungen müssen geschaffen und entsprechende Löhne bezahlt werden. Zusätzliche Arbeitsteams müssen eingestellt werden. Kredite und Zuschüsse für Erweiterungskapazitäten müssen bereitgestellt werden. Zusätzliche Gefrier- und Lagerkapazitäten können in geschlossenen Einrichtungen wie Schulen geschaffen werden.

Es geht darum, so viele Nahrungsmittel wie möglich vor der Zerstörung zu retten und Landwirte und Viehzüchter überall auf der Welt zu schützen. Lebensmittel müssen dorthin kommen, wo sie gebraucht werden. Die Milcherzeugung befindet sich in der Krise. Erweitern wir alle Möglichkeiten, Milch mit längerer Haltbarkeit und Verteilung zu verarbeiten, einschließlich Käse, Milchpulver und ultrahocherhitzte pasteurisierte Produkte. Die Farmer müssen angemessen bezahlt und die Herden erhalten werden. Es gibt keine „Schwemme“ – weder bei Milch, Schweinefleisch, Getreide, noch irgendeinem anderen Nahrungsmittel, wie uns das Gerede von den „freien Märkten“ glauben machen will.

 

Nahrungsmittelhilfen und Verdoppelung der landwirtschaftlichen Kapazitäten

Schon vor der COVID-19-Pandemie mußten 821 Mio. Menschen auf der Welt ohne zuverlässige tägliche Nahrung auskommen, was gewöhnlich als „Ernährungsunsicherheit“ bezeichnet wird. Das Welternährungsprogramm (WFP) lieferte Nahrungsmittelhilfe direkt an 100 Mio. Menschen, die ohne diese Hilfe umkommen würden. Inzwischen geht das WFP davon aus, daß die Zahl der Menschen mit akutem Nahrungsmittelbedarf in diesem Jahr auf bis zu 265 Mio. und möglicherweise noch viel mehr ansteigen wird. Davon leben 194 Mio. in 37 afrikanischen Ländern; 62 Mio. in 10 asiatischen Ländern; und 33 Mio. in 6 Ländern Südamerikas und der Karibik.

Die Produktion muß angekurbelt werden. Der Umfang an Nahrungsmittelhilfen für diese Anzahl von Menschen beträgt 50 Mio. Tonnen, nur auf die Getreidemenge bezogen. Dies entspricht 20% des in den letzten Jahren auf dem Weltmarkt gehandelten Getreides. Die Landfläche, die benötigt wird, um so viel Getreide zu produzieren, entspricht der Größe Belgiens. Es müssen mehr Nahrungsmittel angebaut werden. Das WFP hat in diesem Jahr einen Aufruf für Nahrungsmittelhilfe in Höhe von 12 Mrd.$ herausgegeben, was weit über dem letztjährigen Aufruf von 8 Mrd.$ liegt. Aber selbst wenn die Mittel auf wundersame Weise zusammenkommen sollten, wird es überhaupt genügend Nahrungsmittel geben?

Setzen wir uns für das Ziel ein, die weltweite Nahrungsmittelproduktion so bald wie möglich zu verdoppeln. Statt der derzeitigen jährlichen Getreideernte von 2,5-2,7 Mrd. Tonnen muß die Welternte auf 5 Mrd. Tonnen gesteigert werden, um allen Menschen eine qualitativ hochwertige Ernährung zu bieten, das Bevölkerungswachstum zu unterstützen und Nahrungsmittelreserven anzulegen.

Das Schiller-Institut hatte dies bereits vor zwölf Jahren gefordert, und wären diese Ziele erreicht worden, bestünde heute keine Gefahr einer Hungerpandemie. Am 3. Mai 2008 hatte die Gründungspräsidentin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, erklärt: „Es wird für die ganze Welt fatal sein, wenn es uns in den nächsten Tagen und Wochen nicht gelingt, die Globalisierung als gescheitert zu erklären und alles in Bewegung zu setzen, um die landwirtschaftlichen Produktionskapazitäten in kürzester Zeit zu verdoppeln!“

Aber das Monopolsystem der Kartelle hat sich seit der Finanzkrise 2007-08 nur noch weiter verstärkt. Das verlogene Narrativ der Kartelle besagt, überschüssige Produktion bedeute niedrige Erzeugerpreise und den Bankrott der Landwirte, während die globale Lebensmittelbeschaffung durch die Kartelle der Bevölkerung besser diene als nationale Nahrungsmittelautarkie. Die heutige Krise straft diesen Behauptungen Lügen.

Setzen wir alle Mittel ein, um die Produktion der benötigten Nahrungsmittelmengen sicherzustellen, um eine Hungerpandemie zu vermeiden, insbesondere indem wir die Erntesaison auf der Südhalbkugel und die Frühjahrsaussaat im Norden sowie die vor uns liegenden wechselnden Erntezyklen gezielt nutzen.

 

Stoppt die Heuschreckenplage in Afrika!

Setzen wir alle Mittel ein, um die zweite Welle der Heuschreckenplage zu stoppen, die sich von Ostafrika bis nach Indien ausbreitet. Die Ernteausfälle sind schrecklich. An einem Tag kann ein kleiner Heuschreckenschwarm einen Quadratkilometer Ernte vernichten – Nahrung für 35.000 Menschen. Zur Erntezeit im Juni und Juli wird die zweite Generation der Heuschreckenschwärme herangereift und zu großer Zerstörung fähig sein; 42 Mio. Menschen in zehn Ländern leben in der betroffenen Zone vom Jemen bis nach Tansania im Süden. Der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ist es gelungen, 720.000 Tonnen Nahrungsmittel in der Region zu retten, mit denen 5 Mio. Menschen ein Jahr lang versorgt werden sollen.

Es müssen Flugzeuge, Chemikalien und Piloten für das Versprühen von Insektiziden aus der Luft, der Hauptmethode zur Bekämpfung der Heuschrecken, bereitgestellt werden. Die FAO hat dafür 150 Mio.$ gefordert, aber die Zusagen bleiben weit unter diesem Betrag. Ohne entsprechende Maßnahmen werden sich die Heuschrecken in diesem Sommer westwärts bis in die Sahelzone ausbreiten. Mit Sprühflugzeugen, Drohnen und militärischem Fachwissen kann diese Geißel beendet werden. Wer zuläßt, daß nichts unternommen wird, begeht Völkermord.

Wir brauchen ein Schuldenmoratorium und einen Schuldenerlaß für den gesamten afrikanischen Kontinent. In dieser Zeit des Kampfes gegen die Pandemie und den Hunger dürfen keine knappen nationalen Ressourcen zur Schuldentilgung eingesetzt werden.

Der nächste Schritt ist die Vergabe von Krediten, um Entwicklungsprojekte einzuleiten, die das enorme landwirtschaftliche Potential des Kontinents zu entfalten. Afrika verfügt über die Hälfte der Agrarflächen der Welt, die noch für Ackerbau und Weidewirtschaft genutzt werden können. Das wird der Agrargürtel der ganzen Welt sein.

Aber die agro-industrielle Wirtschaft Afrikas ist durch das monetaristische System der Londoner City und der Wall Street bewußt klein gehalten worden. Vor 30 Jahren war der Kontinent nur zu 25% auf Importe von Grundnahrungsmitteln angewiesen, was heute auf 40% angewachsen ist. Die Kartelle dominieren diesen Handel, während sie von billig produzierten afrikanischen Lebensmitteln profitieren, die nach Europa geschickt werden – Früchte, Gemüse, Blumen, Fisch. Nach dem gleichen Muster schicken die Kartelle auf dem amerikanischen Kontinent Nahrungsmittel aus Ländern, die arm gehalten werden und selbst dringend Nahrungsmittelhilfe benötigen, wie Guatemala und Haiti, in die Vereinigten Staaten. 2019 wurde erstmals Rindfleisch aus Afrika nach Europa und in diesem Jahr in die Vereinigten Staaten exportiert. Namibia, das für seinen Grundverbrauch zu 60% von Importen abhängig ist, exportiert nun Rindfleisch, das dringend in Afrika selbst benötigt wird.

Großprojekte müssen angeschoben werden. Das Transaqua-Projekt, ein Prioritätsprojekt für den ganzen Kontinent, wird die Wasserversorgung des Tschadseebeckens wiederherstellen, wovon die gesamte Subsahara-Region profitiert, indem Wasser aus dem Kongobecken umgeleitet wird, das dadurch selbst eine neue Transport-, Energie-, Landwirtschafts- und Wasser-Infrastruktur erhalten wird. Kernkraft- und Entsalzungsanlagen am Mittelmeer und in anderen Küstenregionen werden eine neue ergiebige Wasserversorgung schaffen. Mit diesen Vorhaben werden auch die Gründe für nationale Konflikte über die Nutzung knapper Ressourcen verschwinden.

 

Die Politik souveräner Regierungen

Nahrung ist ein Menschenrecht. Sobald Regierungen ihre Souveränität über Nahrung und Landwirtschaft geltend machen, werden wir die Hungerkatastrophe besiegen und eine neue Ära der Nahrungsmittelversorgung für alle eröffnen. Drei wichtige Aktionsbereiche:

1. Anti-Trust-Maßnahmen: Zerschlagung der Lebensmittel- und Agrarmonopole (Chemikalien, Düngemittel, Saatgut) und der Handelskartelle. Kurzfristige Berufung auf die nationale Sicherheit, um gegen Kartellpraktiken vorzugehen, mit denen Maßnahmen zur Bekämpfung des Nahrungsmittelnotstands blockiert werden. Und dann Anwendung von Kartellgesetzen und Vollzugsverordnungen in ganzer Breite. Jedes Land hat diese Befugnis, und die meisten haben damit Erfahrung. Einige Regierungen können Lebensmittelunternehmen verstaatlichen. Rückkehr zu einer Politik der Nahrungsmittelreserven sowie regional verteilter Nahrungsmittelverarbeitung, moderner Nahrungsmittelkonservierung – einschließlich Bestrahlung – und diversifizierter Landwirtschaft. Austritt aus der Welthandelsorganisation, deren Grundsatz darin besteht, die nationale Souveränität über die Lebensmittel auszuschalten.

Der Weltgetreidehandel wird inzwischen vom „ABCD-Kartell“ beherrscht, auf das 90% des gesamten Getreidehandels entfallen – ADM, Bunge, Cargill, Louis Dreyfus. Im Zuge der Machtkonsolidierung dieser Kartelle wurden souveräne nationale Getreidebehörden abgeschafft; von den einzelnen Ländern kontrollierte Nahrungsmittelreserven wurden beseitigt; Monokulturen mit nur einer Getreidekultur wurden durchgesetzt. Auch ein Weltfleischkartell von multinationalen Megakonzernen gibt in den meisten Ländern den Ton an. In den USA sind die fünf wichtigsten Firmen, die die Fleischverarbeitung und -vermarktung kontrollieren, JBS (mit Hauptsitz in Brasilien); Cargill (USA); Tyson Foods (USA); National Beef (Marfrig, mit Sitz in Brasilien); und Smithfield (WH Holdings, China). Ihre gängigen Vorgehensweisen haben die Katastrophe heraufbeschworen.

Maßnahmen müssen ergriffen werden, um alle anderen Finanzierungsinstrumente für Lebensmittel und Landwirtschaft zu beenden. Schluß mit der Spekulation mit Nahrungsmitteln an den wichtigsten Börsen der Welt. Geldgeber und Handelskartelle müssen aufhören, von armen Ländern zu verlangen, Nahrungsmittel zu exportieren, um an Devisen zu kommen.

2. Unterstützung von Familienbetrieben: Vergabe von Sofortbeihilfen für Landwirte – keine Zwangsvollstreckungen. Schuldenerlasse und Umschuldungen während dieser Notlage. Entschädigung von Landwirten und Viehzüchtern für erlittene Verluste. Einführung eines Paritätspreissystems für Agrarprodukte. Nutzung längst bestehender Gesetze, die aber unter der Dominanz der Kartelle ignoriert werden: in Europa die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), in den USA die Commodity Credit Corp. (aus den 1930er Jahren) und andere Modelle und Initiativen.

Schluß mit den agrarfeindlichen „grünen“ Bestimmungen und Schikanen, die zu Unrecht im Namen des Umwelt- und Klimaschutzes erlassen wurden. Umsetzung der überfälligen Infrastrukturprojekte auf allen Kontinenten, um Wasser, Strom und Transportmöglichkeiten zu schaffen, die für eine produktive Landwirtschaft unerläßlich sind.

Schaffung der erforderlichen Kredite, indem entweder eine oder mehrere der bestehenden entwicklungsorientierten multilateralen Banken mit multinationaler Mitgliedschaft ausgebaut werden – z.B. die Neue Entwicklungsbank oder die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) – oder indem eine neue Einrichtung in Roosevelts Tradition der Bretton-Woods-Institutionen von 1944 geschaffen wird. Die heutige epochale Krise macht eine solche Strategie realistisch.

Wir brauchen Millionen neue Landwirte auf jedem Kontinent. Wir brauchen spezielle Mittel, um das System der bäuerlichen Familienbetriebe durch direkte Zuschüsse, Steuervergünstigungen, umfangreiche Kredite und billiges Pachtland massiv auszudehnen – insbesondere für junge Landwirte und Viehzüchter. Die Innovations- und Tatkraft der bäuerlichen Familienmitglieder sind zusammen mit ihrem Lebensstandard, ihrer Bildung und der Wissenschaft die besten Garantien für die Ernährungssicherheit in jedem Land und weltweit.

Vorbild sei das Modell des „Astronauten-Landwirts“, ausgestattet mit GPS-Systemen, Datennutzung, Mechanisierung und wissenschaftlichen Anbaumethoden. Farmer sind bereit und willens, als Botschafter zu wirken, um eine Landwirtschaft und Bruderschaft des Weltraumzeitalters zu verbreiten.

3. Internationale Zusammenarbeit: Einleitung einer internationalen Zusammenarbeit, um all dies umzusetzen und in den kommenden Wochen die notwendigen Nahrungsmittelhilfen zu gewährleisten und Millionen von Menschenleben zu retten; wir brauchen ein neues Paradigma der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der Beziehungen zwischen den Großmächten. China ist in Afrika im Rahmen der Belt and Road Initiative bereits mit Wasser-, Strom- und Eisenbahnprojekten tätig, die mit dem Programm Africa 2063 abgestimmt sind. Rußland ist in Ägypten mit Kernkraft- und Entsalzungsplänen und anderen Projekten aktiv. Fügen wir hinzu, was die Vereinigten Staaten als größter Nahrungsmittelgeber der Welt tun können, und eine neue Ära der strategischen Zusammenarbeit beginnt.

Wir rufen die Staatsführer der Großmächte – die Präsidenten Donald Trump, Xi Jinping, Wladimir Putin, Premierminister Narendra Modi und andere, die dazu bereit sind – auf, eine Zusammenarbeit gegen die Hungerpandemie einzuleiten. Dies muß auf der Tagesordnung eines frühestmöglichen Gipfeltreffens stehen!

Unser tägliches Brot gib uns heute“, ist eine universelle Bitte. Wir müssen eine Antwort auf dieses Gebet geben!


Coronavirus-Petition: Für eine Weltgesundheitsinfrastruktur


Wir, die Unterzeichner, unterstützen den Aufruf des Schiller-Instituts zum Aufbau einer globalen Gesundheits- und Wirtschaftsinfrastruktur, um die COVID-19-Pandemie und die wirtschaftliche wie auch wissenschaftliche Unterentwicklung zu überwinden, die uns für diese Pandemie überhaupt erst empfänglich gemacht hat.

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Die COVID-19-Pandemie – und die wirtschaftlichen Folgen der Gesundheitsmaßnahmen, die zu ihrer Bekämpfung ergriffen wurden – verdeutlichen einen unentschuldbaren Mangel an Entwicklung der Welt und erfordern einen globalen Ansatz zu ihrer Bekämpfung, d.h. wir müssen nicht nur die unmittelbare Bedrohung durch das Coronavirus, sondern auch die weltweite Unterentwicklung bekämpfen, die uns für derartige Pandemien anfällig gemacht hat.

Wenn Gesundheitssysteme selbst in entwickelten Regionen wie Norditalien schon überfordert sind, vor welchen Herausforderungen stehen dann weniger entwickelte Länder mit einer viel schlechteren Gesundheitsinfrastruktur, wo selbst sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Grundnahrungsmittel fehlen? Wie kann jemand, der mit seinem täglichen Einkommen gerade seine Familie ernähren kann, für Wochen zu Hause bleiben? Wie können Menschen ohne sauberes Wasser gute Handhygiene praktizieren? Wie können Ärzte ohne Intensivbetten das Leben schwerkranker Covid-19-Patienten retten?

Die unmittelbare Wucht der Covid-19-Pandemie fesselt zwar unsere Aufmerksamkeit, doch was ist mit den 800.000 Kindern unter 5 Jahren, die jährlich an Durchfallerkrankungen sterben? Wie können wir die Gesundheit von Hunderten Millionen Menschen schützen, deren Ernährung nicht gesichert ist?

 

Wir fordern eine globale Gesundheitsinfrastruktur im wirklichen Sinn. Die Welt braucht mehr Krankenhäuser, mehr Intensivbetten, viel mehr ausgebildete Ärzte, mehr Testkapazitäten, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Aber es wird noch viel mehr benötigt. Armut, Unterernährung, fehlender Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen – auch das sind Gesundheitsfragen.

Unsere Würde als Menschen ruft uns zur Zusammenarbeit auf, um Armut durch Entwicklung zu überwinden. Die ganze Welt muß vor Krankheiten geschützt werden, die uns alle bedrohen.

Hindernisse, die eine Zusammenarbeit zwischen den USA, China, Rußland und Indien verhindern, müssen aus dem Weg geräumt werden, um sicherzustellen, daß die Welt nie wieder einer solchen Bedrohung ausgesetzt wird.

Um all dies möglich zu machen, brauchen wir ein Neues-Bretton-Woods-System – internationale Abkommen zur wirtschaftlichen Entwicklung, so wie sie Franklin Roosevelt am Ende des Zweiten Weltkriegs anstrebte, und dann von Lyndon LaRouche weiterentwickelt wurden.

 

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Für mehr Details des Schiller-Institut Vorschlags lesen Sie
“LaRouches „Apollo-Mission“ zur Bekämpfung der globalen Pandemie: Aufbau eines Weltgesundheitssystems!”



LaRouches „Apollo-Mission“ zur Bekämpfung der globalen Pandemie: Aufbau eines Weltgesundheitssystems!

Als dieser dringende Aufruf zum Aufbau eines Weltgesundheitssystems verfaßt wurde, hatte die Welt über 1,75 Mio. bestätigte Fälle von COVID-19, und die Zahl der auf die Pandemie zurückzuführenden Todesfälle lag bei über 100.000. Diese Krankheit, die im Dezember oder November 2019 erstmals beim Menschen auftrat, hat sich innerhalb weniger Monate auf fast alle Nationen der Welt ausgebreitet, wobei besonders die Länder betroffen sind, die keine rigorosen Maßnahmen ergriffen haben, um das Virus einzudämmen. Man schätzt, daß die Sterblichkeit von COVID-19 eine Größenordnung höher liegt als die der saisonalen Grippe. Wenn Sie diesen Aufruf lesen, werden die Zahlen noch höher sein, möglicherweise viel, viel höher.

Am schlimmsten ist, daß wir eine Explosion von Infektionen und Todesfällen im sogenannten weniger entwickelten Sektor oder in der Dritten Welt erleben werden, vor allem in Afrika. Die Unterentwicklung dort ist die Achillesferse der gesamten menschlichen Gattung, weswegen dieser Kontinent, wie wir weiter unten ausführen, besonderer Aufmerksamkeit bedarf.

Die Bekämpfung dieses tödlichen Virus erfordert sofortiges, koordiniertes globales Handeln: Intensive Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, einschließlich umfangreicher Tests und der Isolierung infizierter Personen; einen massiven Ausbau verfügbarer Gesundheitseinrichtungen und -materialien; erhebliche Investitionen und Ressourcen in die Suche nach Heilmitteln und einem Impfstoff; große Fortschritte bei sanitären Maßnahmen, insbesondere in den weniger entwickelten Ländern; und ein Ende der historisch unnötigen Unterentwicklung – und regelrechten Plünderung – der Welt. Diese globale Pandemie erfordert eine globale Reaktion, da Überreste des Virus in einem Teil der Welt über Jahre hinweg zu einem Wiederaufleben der Infektionen führen könnten.

Wir brauchen ein Weltgesundheitssystem, das jeden Teil des Planeten abdeckt.

Eine solche globale Antwort erfordert möglichst zentral eine Koordination zwischen den Vereinigten Staaten, China, Rußland und Indien – ein Vier-Mächte-Bündnis, das allen Nationen des Planeten offen steht. Die Staats- und Regierungschefs dieser vier Nationen sollten so bald wie möglich ein Gipfeltreffen abhalten, um gemeinsame Ansätze zur Bewältigung der enormen gesundheitlichen, materiellen und infrastrukturellen Bedürfnisse der Welt auszuarbeiten, als ersten Schritt zur Schaffung eines völlig neuen Paradigmas, das das bankrotte alte System ersetzen soll.

Es gibt keinen anderen Weg, keinen einfacheren Plan, um die Pandemie tatsächlich zu besiegen.

COVID-19 ist zwar die Katastrophe, die die Menschheit derzeit heimsucht, doch sie ist nur eine von vielen Katastrophen, für die die Welt aufgrund des Versagens der internationalen Ordnung in den letzten fünfzig Jahren anfällig ist, vor allem wegen der verheerenden Plünderung der Entwicklungsländer. Ein coronaler Massenausstoß der Sonne könnte die meisten Stromnetze der Welt lahm legen – warum wurden sie selbst in den sogenannten „entwickelten“ Ländern nicht entsprechend gehärtet? Ein bisher unentdeckter Asteroid oder Komet könnte einen ganzen Kontinent zerstören – warum haben wir keine Abwehr gegen eine solche Bedrohung entwickelt? 800 Mio. Menschen auf diesem Planeten können sich nicht ausreichend ernähren – warum wurde dies toleriert? Eine Heuschreckenplage bedroht gegenwärtig das Leben und die Existenzgrundlage von Zigmillionen Menschen. Eine weitere Seuche könnte jederzeit ausbrechen –  warum haben wir keine bessere Abwehr gegen Viren?

Die Weltgemeinschaft muß Voraussetzungen für ein erfolgreiches langfristiges Überleben schaffen, und zwar nicht nur kurzfristig in der Hoffnung, daß keine ungewöhnlichen Ereignisse eintreten, sondern eine echte Sicherheit und Gewißheit. Dies kann unter dem neoliberalen Wirtschaftsparadigma, das jetzt versagt, nicht geschehen, nicht unter einem Regime sakrosankter Finanzwerte, die um jeden Preis gerettet werden müssen. Das heutige System mit seiner Spekulationsblase in Höhe von 1,8 Billiarden Dollar ist völlig bankrott; es muß einen Prozeß der Konkursreorganisation durchlaufen, den der amerikanische Ökonom Lyndon H. LaRouche seit langem definiert hat. Gleichzeitig muß national und international ein neues Hamiltonisches Kreditsystem aufgebaut werden, um die Menschheit wieder auf den Weg einer wissenschaftsgetriebenen realwirtschaftlichen Entwicklung zu bringen. Um das langfristige erfolgreiche Überleben der menschlichen Gattung zu sichern, brauchen wir ein Weltsystem, das den göttlichen Funken des potentiellen Genies in jedem Individuum wertschätzt und versucht, dieses Potential durch wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung zu fördern.

Im folgenden stellen wir uns der Herausforderung, die Bedingungen für den Aufbau eines Weltgesundheitssystems darzustellen. Dies ist eine erste Annäherung, von der wir hoffen, daß sie in den kommenden Wochen durch Beiträge internationaler Experten und Betroffener konkretisiert wird.

Wir beginnen mit zwei Fragen und deren Antwort:

  1. Was ist die Ursache dieser möglicherweise schlimmsten Krise, die die Menschheit je erlebt hat?
  2. Welche Maßnahmen sollten an allen Fronten, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch weltweit, ergriffen werden, um die Pandemie zu besiegen?

Als Einstieg wollen wir nicht alle bestehenden Engpässe und Mängel aufzählen und versuchen, uns von unten nach oben durchzuarbeiten. Wir beginnen statt dessen damit, herauszufinden, was benötigt wird: Wir müssen diese existenzielle Krise nutzen, um endlich die Unterentwicklung großer Teile der Menschheit zu überwinden, einen Zustand, der der menschlichen Gattung nicht würdig ist. Dann bestimmen wir die realwirtschaftlichen Erfordernisse, um jeden Schritt auf dem Weg dorthin zu bewältigen, einschließlich der Materiallisten und des Arbeitskräftebedarfs, wie sie aus der Sicht der Industrietechnik definiert sind. Dann kehren wir zu den Engpässen zurück und überlegen, wie wir sie termingerecht oder früher durchbrechen können. Dabei werden wir feststellen, daß wir uns auf einem Gewaltmarsch befinden, der ständige technologische Durchbrüche erfordert; wir werden feststellen, daß wir es mit der Wissenschaft der physischen Ökonomie zu tun haben, wobei die Arbeit von Lyndon LaRouche unser einziger Leitfaden und Fahrplan ist.

Wir werden auch feststellen, daß ein solcher Ansatz eine umfassende internationale Zusammenarbeit insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und China erfordert, um diese gemeinsamen Ziele der Menschheit zu erreichen. Jeder, der gegen eine solche Zusammenarbeit ist, sollte wissenschaftlich und politisch in die gleiche Kategorie wie das Coronavirus selbst eingeordnet werden.

Mit diesem Ansatz mobilisierte Franklin D. Roosevelt im Zweiten Weltkrieg die USA, um den Faschismus zu besiegen. Auf diese Weise verwandelten NASA-Ingenieure die drohende Apollo-13-Katastrophe in einen Erfolg. Und in unserem gegenwärtigen Bestreben, das Coronavirus auf dem ganzen Planeten zu besiegen, ist auch hier ein Scheitern keine Option.

 

Die Krise begann bereits vor fünfzig Jahren

 

Das Coronavirus ist nicht durch eine chinesische Vorliebe entstanden, Fledermäuse zu verzehren. Es wurde auch nicht in geheimen britischen, amerikanischen oder chinesischen Militärlabors ausgeheckt (obgleich Prinz Philips öffentliche Werbung für seinen Wunsch, als Virus wiedergeboren zu werden, um zur Verringerung der Erdbevölkerung beizutragen, zum Nachdenken anregt). Sein Ursprung liegt in dem tieferen realwirtschaftlichen Prozeß, der seit mindestens einem halben Jahrhundert im Gange ist. Tatsächlich prognostizierte Lyndon LaRouche die aktuelle Pandemie vor fast 50 Jahren, zuerst 1971 in seiner öffentlichen Warnung vor der Auflösung des Bretton-Woods-Systems; und dann wiederholt ab 1974 in Zeugenaussagen vor dem Justizausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses, wo er vor der Gefahr eines drohenden biologischen Holocaust infolge einer verfehlten Wirtschaftspolitik warnte.

In einem Dokument mit dem Titel „The Role of Economic Science in Projecting Pandemics as a Feature of Advanced Stages of Economic Breakdown“ (auf deutsch „Die Rolle der Wirtschaftswissenschaft bei der Voraussage von Seuchen“, in Fusion Jg. 6, Nr. 5, 1985, S. 17-26) erklärte LaRouche, daß die tatsächliche Ursache von Pandemien und ähnlichen Phänomenen darin besteht, daß die potentielle relative Bevölkerungsdichte einer Gesellschaft – die realwirtschaftliche Kraft einer Gesellschaft, eine wachsende Bevölkerung auf einem verbesserten Lebensstandard und mit einer höheren Lebenserwartung zu erhalten – unter die tatsächliche Bevölkerungszahl absinkt.

„Tragfähiges Wirtschafts- (und Bevölkerungs-)Wachstum wird als eine (ideal) konstante Zuwachsrate der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte dieser Gesellschaft gemessen. Dies ist das Maß des durchschnittlichen Wachstumspotentials der Gesellschaft insgesamt und auch das absolute Maß der Arbeitsproduktivität in dieser Gesellschaft pro Kopf.“ LaRouche erklärte, eine steigende relative potentielle Bevölkerungsdichte setze voraus, daß in einer Wirtschaft „freie Energie“ über die „Energie des Systems“ hinaus produziert werden müsse, und er präzisierte:

„Bei Wirtschaftsprozessen läßt sich die Energie des Systems durch die Wechselwirkung zwischen drei konsumptiven Warenkörben darstellen. Jeder dieser Warenkörbe entspricht einem Mindestwert, der erforderlich ist, um den Wirtschaftsprozeß auf einem gleichbleibenden Stand des negentropischen Potentials zu halten. Diese drei sind:

  1. Der „Warenkorb“ des Verbrauchs der Haushalte pro Kopf;
  2. Der „Warenkorb“ der hergestellten Güter;
  3. Der „Warenkorb“ der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur – Energieerzeugung und -verteilung, Wasserversorgung, Verkehr usw.“

 

Wann brechen Pandemien aus?

„Der ,Idealfall‘, an dem man eine Ökonomie nach wirtschaftlich bedingten Ausbrüchen von Pandemien untersuchen muß, tritt dann ein, wenn die potentielle relative Bevölkerungsdichte unter das Niveau der bestehenden Bevölkerung fällt… [wie] wenn der durchschnittliche Verbrauch dem Rückgang der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte folgte und unter den Bedarf der bestehenden Bevölkerung fiele.“.

Es gebe aber auch den Sonderfall, betont LaRouche, daß „die verschiedenen Verteilungsströme des ,Warenkorbes‘ der Haushalte für einen großen Teil der Bevölkerung unter das Niveau der Systemenergie absinkt. Am meisten interessieren uns hier die gesundheitlichen Auswirkungen, wenn die Nahrungsmenge pro Kopf unter ein relatives biologisches Minimum fällt, und auch die Auswirkungen mangelnder Hygiene und anderer wichtiger Aspekte der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur auf die Lebensbedingungen einer unterernährten Bevölkerung… [In diesem Fall] könnte eine unterernährte Bevölkerung zur Brutstätte des Ausbruchs von Epidemien und Pandemien werden…“, betont LaRouche.

Genau das ist in den letzten 50 Jahren geschehen, als die Bevölkerungen der Dritten Welt, insbesondere Afrikas, durch die Politik der City of London, der Wall Street und natürlich des Internationalen Währungsfonds ausgeplündert wurden.

Die volle Wirkung einer solchen Politik, so LaRouche abschließend, könne nur verstanden werden, wenn man die Entwicklung des Menschen (oder das, was Wladimir Wernadskij als die Noösphäre bezeichnete) innerhalb der gesamten Biosphäre festmacht.

„Die Gesellschaft ist ein integraler Bestandteil der Biosphäre, sowohl der Biosphäre als Ganzer als auch lokal… Anstatt den steilen Abfall der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte als bloßen Rückgang des relativen Niveaus der Gesellschaft als solche zu betrachten, sollten wir dies als Rückgang des relativen Niveaus der Biosphäre untersuchen, welche die Gesellschaft einschließt… Einsetzende Anpassungsvorgänge werden relativ niedrigeren Lebensformen eine wachsende Bedeutung zuweisen… Niedere Lebensformen ,verbrauchen‘ menschliche und andere höherstehende Lebensformen als ,Brennstoff‘ für ihre eigene Vermehrung… Hierbei müssen unter bestimmten, von extremen Rückgängen des Bevölkerungspotentials verursachten ,Schockzuständen‘ der Biosphäre menschliche und tierische Pandemien sowie Pflanzenkrankheiten wieder vermehrt ausbrechen.“

 

Aktuelle globale Bestandsaufnahme

 

 

Krankenhäuser

Die Welt insgesamt verfügt derzeit über 18,63 Mio. Krankenhausbetten – ein enormes Defizit, das ganz viele Länder unfähig macht, das neuartige Coronavirus zu besiegen. Um das erforderliche Niveau von Krankenhausbetten zu ermitteln, sollte man sich das Hill-Burton-Gesetz der Vereinigten Staaten von 1946 vor Augen führen, das einen Standard von 4,5 Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner pro Landkreis festlegte, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu gewährleisten. Gegenwärtig liegt dieser Wert bei 2,8 für die Vereinigten Staaten, 0,7 für Südasien, 0,7 für die hochverschuldeten armen Länder und 0,5 für Nigeria, wo ein Fünftel der Bevölkerung in Subsahara-Afrika leben.

Um den Standard von 4,5 Betten pro 1000 Einwohner zu erreichen, müßte der Bestand an Krankenhausbetten weltweit auf 35 Mio. Betten erhöht werden, was fast einer Verdoppelung des derzeitigen Niveaus entspräche. Dies erfordert den Bau von 35.200 neuen, modernen Krankenhäusern, insbesondere in Afrika, Iberoamerika und Asien, wo die neuen Betten sofort der notwendigen Nutzung zugeführt würden.

Betten selbst retten keine Leben. Es werden auch medizinisches Personal und für akute Fälle zusätzliche Ausrüstungen, wie z.B. Beatmungsgeräte, benötigt.

 

Beatmungsgeräte

Der globale Gesamtbestand an Beatmungsgeräten ist schwer zu bestimmen, aber es gibt bestimmte Zahlen, die die Probleme bei der Versorgung von COVID-19-Patienten in armen Ländern ohne Gesundheitsinfrastruktur verdeutlichen. In den USA gibt es momentan 170.000 Beatmungsgeräte für 330 Mio. Menschen. Das sind 515 Geräte pro eine Million Menschen. In Deutschland gibt es 25.000 Beatmungsgeräte für 83 Mio. Menschen oder 300 pro eine Million – das höchste Pro-Kopf-Niveau in Europa.

Das Bild in Afrika ist jedoch absolut verheerend. Laut Time gibt es in Nigeria für 200 Mio. Menschen gerade 500 Beatmungsgeräte, d.h. Nigeria ist 200mal schlechter versorgt als die USA. Im Sudan gibt es 1,9 Beatmungsgeräte auf eine Million Menschen. Die Zentralafrikanische Republik (fast 5 Mio. Einwohner) verfügt insgesamt über drei Beatmungsgeräte, Liberia mit einer Bevölkerung von 4,7 Mio. Menschen über keines.

Schätzungen der Brookings Institution und der Financial Times gehen davon aus, daß es in Indien etwa 20.000 Beatmungsgeräte gibt, was 15 Beatmungsgeräten pro einer Million Menschen entspräche.
Wenn die gesamte Welt das Pro-Kopf-Niveau der Vereinigten Staaten erreichen soll, wäre ein globaler Bestand von 40 Mio. Beatmungsgeräten erforderlich.

 

Gegenwärtiges Verständnis von COVID-19

 

COVID-19 greift den Körper auf mindestens zwei Wegen an. Zunächst ähneln die Symptome denen einer Grippe, wenn sich das Virus im Körper vermehrt. Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind häufig, ebenso wie Husten, insbesondere trockener Husten. Der Husten basiert auf einer spezifischen Eigenschaft des Virus: Es greift die Lungenzellen an und löst entsprechende Immunreaktionen aus. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels geht man davon aus, daß bei vielen Patienten im zweiten Stadium der Krankheit, dem ARDS (akutes Atemnotsyndrom), der Körper selbst die Lungenzellen angreift, und so in einen „Sturm“ von Zytokinen eine eskalierende Reaktion gegen das Virus und die von ihm infizierten Zellen sowie gegen gesunde Zellen auslöst.

Die Sterblichkeitsrate der Erkrankten reicht von 0,5% bis über 5% und hängt von der körperlichen Verfassung des Patienten und den Behandlungsmöglichkeiten vor Ort ab. Offenbar spielt auch die Zahl von Tests eine wichtige Rolle, um Infizierte in einem frühen Krankheitsstadium zu entdecken. Der Prozentsatz von infizierten Personen, die einen Krankenhausaufenthalt benötigen, liegt zwischen 10% und 30%.

Um die Krankheitsübertragung und Morbidität einzuschränken, sind folgende Maßnahmen sinnvoll: Verringerung der Übertragungsrate durch soziale Distanzierung, Hygiene, Masken und Betriebsschließungen; Verringerung der Infektionsrate durch Impfstoffe; Behandlung von Kranken mit antiviralen Medikamenten; und Verhinderung des akuten Atemnotsyndroms, das vom Virus in akuten Fällen ausgelöst wird. Diese Methoden werden weiter unten ausführlicher erörtert.

 

Afrika: Eine Fallstudie

In Subsahara-Afrika leben 1,1 Milliarden Menschen, das sind 14% der Gesamtbevölkerung des Planeten. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit und der heutigen Politik der Finanzinstitutionen leiden die meisten afrikanischen Länder unter extremer Armut, Strommangel und den Slumzuständen in den Großstädten, die 2-5mal so hoch sind wie der weltweite Durchschnitt. Subsahara-Afrika hat:

 

14% der Weltbevölkerung

60% der extrem Armen der Welt

70% der Menschen weltweit, die keinen Zugang zu Elektrizität haben

20% der weltweit in Slums lebenden Stadtbewohner.

Welt China Subsahara-Afrika Nigeria Haiti
Gesamtbevölkerung (Mrd. 2020) 7.8 1.4 1.1 0.2 0.011
Bevölkerung in extremer Armut 9% 0% 41% 47% 80%
Ohne Zugang zu Strom (%, 2017) 11% 0% 55% 46% 56%
Stadtbevölkerung in Slums* (%, 2014) 30% 25% 55% 50% 74%

Datenquelle: Weltbank, die einen Slum* als eine Wohnsituation definiert, in der eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften fehlen: fließendes Wasser, angemessene sanitäre Einrichtungen, ausreichende Wohnfläche oder Dauerhaftigkeit der Wohnung.

 

Dies ist ein Teil der Menschheit, wo die potentielle relative Bevölkerungsdichte dank der Völkermordpolitik des Britischen Empire und seiner Handlanger an der Wall Street deutlich unter die tatsächliche Bevölkerung gesunken ist.

Man denke auch an Haiti, das bei weitem ärmste Land Lateinamerikas und der Karibik, wo ähnliche Bedingungen herrschen wie in den ärmsten afrikanischen Ländern. Haiti hat eine Bevölkerung von 11,1 Mio. Menschen. Gesundheitsexperten haben geschätzt, daß die COVID-19-Pandemie in Haiti etwa 800.000 Menschenleben fordern könnte – über 7% der Bevölkerung.

Nigeria, wo etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung Subsahara-Afrikas lebt, weist Schlüsselindikatoren für Armut und damit zusammenhängende Probleme auf, die für die gesamte Region typisch sind.
Im Entwicklungssektor insgesamt, einschließlich Ländern wie Nigeria, leben große Teile der Bevölkerung in unmenschlichem Elend. Die meisten Arbeitskräfte sind in der „informellen Wirtschaft“ tätig und überleben von einem Tag auf den anderen durch Aktivitäten in der Grau- bis Schattenwirtschaft. Häufig sind bis zu 70-80% der Arbeitskräfte Teil der informellen Wirtschaft. „Hausarrest“ oder Lockdown ohne Arbeit bedeutet für sehr viele Menschen buchstäblich Hungersnot sowie die sichere Ansteckung mit COVID-19 in den Slums, in denen sie leben. Wiederholtes Händewaschen? –  Ein grausamer Scherz für die Abermillionen Afrikaner, Asiaten, Lateinamerikaner und andere, die nicht einmal über fließendes Wasser verfügen.

Wie sollte aber die Pandemie in diesen Ländern bekämpft werden?

  1. Es muß ein völlig zentralisiertes nationales Vorgehen geben, das sich in vielen Ländern auf das Militär konzentriert, das oft die einzige Institution ist, die ein solches Vorgehen organisieren und umsetzen kann. Häufig ist das Militär, ob gut oder schlecht, die einzige verbleibende nationale Einrichtung, die noch funktioniert und in der Bevölkerung Glaubwürdigkeit genießt.
  2. Die Bevölkerung, insbesondere in den Städten, muß vollständig getestet und in zwei große Gruppen aufgeteilt werden: Gruppe A, die kein COVID-19 hat, und Gruppe B, die positiv getestet wurde, auch wenn noch ohne Symptome. Die Gesundheitsbeamten und andere öffentliche Bedienstete, die zur Durchführung der Tests herangezogen werden, müssen mit modernen Testgeräten in ausreichender Zahl ausgestattet werden.
  3. „Gruppe B“ muß sofort in separaten Wohneinheiten unter Quarantäne gestellt werden, seien es Hotels, umgebaute Bürogebäude, Sport- und Kongreßzentren oder schnell errichtete neue modulare Wohneinheiten. Diese neuen Einrichtungen müssen vor Ort über Arbeits- und Freizeiteinrichtungen für diejenigen verfügen, die noch gesund genug sind, sowie über die notwendige personelle Ausstattung mit qualifiziertem Personal, einschließlich Krankenschwestern und Ärzten. Die medizinischen Fachkräfte müssen ebenfalls unter Quarantäne gestellt werden, damit sie ihre eigenen Familien und Freunde nicht infizieren.
  4. Kranke und schwerkranke Patienten müssen in Krankenhäuser eingewiesen werden. Neue Krankenhäuser ausschließlich für COVID-19-Fälle müssen mit genügend Betten ausgestattet werden, um die Patientenlast zu bewältigen. Eine angemessene Personalausstattung mit Ärzten und Krankenschwestern muß organisiert werden, auch durch nationale Einberufung.
  5. Die „Gruppe A“ muß umgehend auf Ausbildungs- und Arbeitsbrigaden sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft verteilt werden, ähnlich wie bei dem Rooseveltschen CCC-Projekt während der Großen Depression in den Vereinigten Staaten. Sie muß Nahrungsmittel, Unterkünfte und Kleidung für sich selbst wie auch für die „Gruppe B“ produzieren. Dies bedeutet eine Rückkehr zur nationalen Nahrungsmittelselbstversorgung, was wiederum die Einfuhr von Kapitalgütern für die moderne Landwirtschaft – wie Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Traktoren und Bewässerungsanlagen – erforderlich macht. Mit einheimischen Arbeitskräften muß auch der Bau von Wohnungen, Krankenhäusern und anderen notwendigen Infrastrukturen in Angriff genommen werden, um die Aufgaben bewältigen zu können. Dies erfordert für viele eine Ausbildung am Arbeitsplatz und einen umfassenden Transfer moderner Technologien.

Was China in Afrika mit dem Bau neuer Eisenbahnlinien und anderer Infrastruktur bereits begonnen hat, ist vorbildlich. Die Ausdehnung der Weltlandbrücke nach Afrika ist von wesentlicher Bedeutung und wird von einer vertieften Zusammenarbeit zwischen China und insbesondere den Vereinigten Staaten sowie anderen Ländern enorm profitieren.

Aber die Weltgemeinschaft muß unverzüglich sehr viel mehr tun, um die Situation in Afrika in den Griff zu bekommen, wie wir am Ende dieses Berichts näher ausführen werden.

Weiter zu Teil II

Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit

Teil II →


Die Anti-China-Hysterie ist sehr gefährlich und sehr dumm

Die Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, gab heute die folgende Erklärung zu der bösartigen Kampagne gegen China ab, die im Westen und insbesondere in den Vereinigten Staaten betrieben wird:

Diese Anti-China-Kampagne entspringt einer tief verwurzelten geopolitischen Sichtweise, wonach der Aufstieg Chinas notwendigerweise den Untergang der Vereinigten Staaten und des Westens im allgemeinen bedeutet. Ich halte diese Sichtweise für ganz falsch. China hat zu keinem Zeitpunkt gedroht, die Vereinigten Staaten als Hegemonialmacht abzulösen. Es bietet eine Zusammenarbeit auf der Grundlage einer Win-Win-Kooperation an. Es bietet den Vereinigten Staaten eine Sonderbeziehung der Großmächte an.

Und es ist eine völlig absurde Vorstellung, verhindern zu können, daß ein Land mit 1,4 Milliarden Menschen, das entschlossen ist, auf dem Weg des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts voranzuschreiten und das Funktionieren dieser Methode durch die Befreiung von 850 Millionen Chinesen aus der Armut bewiesen hat, und damit beginnt, anderen Nationen mit der „Belt & Road“-Initiative den Vorteil eines solchen Ansatzes anzubieten – daß man solch ein Land aufhalten kann. Es sei denn, durch einen Atomkrieg! Und einige Menschen sind offensichtlich leider bereit, damit zu spielen.

China ist keine aggressive Kraft. Aber natürlich ist es eine Bedrohung für die Idee einer unipolaren Weltordnung, die einige neokonservative und britische Elemente in der Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion durch Interventionskriege durchzusetzen versuchten. Die Bush-Administration und dann auch Obama haben alle diese interventionistischen Kriege mit der Idee der Regimewechsel und Farbrevolutionen geführt, und die gegenwärtige Krise in Südwestasien und die Flüchtlingskrise waren die Folge.

Aber die Idee, man müsse den Aufstieg Chinas aufhalten, ist sehr gefährlich. Es ist jetzt sehr gut zu sehen, daß diese Kampagne vom britischen Geheimdienst angeführt wird. Tatsächlich kam gestern, nachdem Präsident Trump leider die Finanzierung der WHO durch die USA gestoppt hat, indem er ihnen vorwarf, sie seien für viele Todesfälle verantwortlich, weil sie die Vereinigten Staaten falsch informiert hätten – dazu will ich mich gar nicht erst äußern, weil es sachlich einfach nicht korrekt ist -, der ehemalige MI6-Chef heraus und sagte, Trump hätte sich nicht auf die WHO, sondern auf China konzentrieren sollen. Und die britische Henry Jackson Society, die völlig neokonservativ und eine der schlimmsten reaktionären Institutionen ist, die man sich vorstellen kann, hat den Vorschlag gemacht, der Westen sollte China verklagen, damit China für alle Kosten, die durch die Pandemie entstanden sind, aufkommen müsse!

Die deutsche Boulevardzeitung Bild hat dieses Konzept heute auf Seite 2 ausführlich veröffentlicht und zitiert dazu die Henry Jackson Society mit einer langen Liste von Rechnungen – wie hoch waren die Kosten für die Taxifahrer, die Hotelbesitzer, 20 solcher Kategorien -, die China zahlen sollte. Nachdem sie schon gestern Pompeo auf Seite 3 alle Argumente gegen China auflisten ließ, ist das der endgültige Beweis dafür, daß die Bildzeitung Teil der „Integrity Initiative“ ist, der britischen Geheimdienstoperation, die die westliche Presse steuert. Ob offiziell oder nicht, ist mir egal – faktisch verbreiten sie die Propaganda des Britischen Empire. Das haben sie gerade in den letzten Tagen bewiesen, sollte ein solcher Beweis noch nötig sein.

Sie versuchen, die Bevölkerung gegen China aufzuhetzen, und die Fakten sind absolut nicht wahr! Ich werde nur einige Zahlen nennen, denn wenn sie behaupten, China hätte Informationen über das Virus vertuscht, dann stimmt das faktisch nicht:

  • Die ersten Fälle einer neuen, unbekannten Krankheit wurden am 23. Dezember 2019 in Wuhan bekannt.
  • Am 30. Dezember wurde dann eine verdächtige Anzahl von Menschen mit Lungenentzündung gemeldet.
  • Am 3. Januar gab die chinesische nationale Gesundheitskommission Richtlinien zur Behandlung dieser Fälle heraus.
  • Und bereits am 4. Januar nahmen diese Mediziner in Wuhan Kontakt mit ihren US-Kollegen und der WHO auf und informierten sie darüber.
  • Dann, nur drei Tage später, am 7. Januar, konnte das medizinisch-wissenschaftliche Personal in Wuhan zum ersten Mal den Coronavirusstamm isolieren. Die außerordentliche Schnelligkeit, mit der es ihnen gelang, diesen neuen Stamm zu isolieren, wurde von der gesamten internationalen medizinischen Gemeinschaft gelobt.

Das sind also die Tatsachen. Und ich erinnere mich sehr gut daran, denn wir haben das genau verfolgt, als es geschah.

Schon zu diesem Zeitpunkt hätten die westlichen Regierungen angesichts der Tatsache, daß es zuvor bereits SARS und MERS gegeben hatte, ihre Produktion von Schutzmasken, Beatmungsgeräten, Krankenhausbetten und so weiter absolut mobilisieren können, aber sie taten es nicht! Stattdessen wiederholten sie wochenlang immer wieder: „Nein, Masken sind absolut nutzlos.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte: „O, das Virus wird nie nach Deutschland kommen.“ Er wiederholte dies bis in den Februar hinein und sagte, das deutsche Gesundheitssystem sei auf alle Eventualitäten perfekt vorbereitet.

Wirklich ernst nahmen sie es erst im März, als das Ganze in einem Tempo ausbrach, das alle atemlos machte. Und selbst dann sagten sie immer wieder, man brauche keine Masken. Sie sagten nicht: „Man braucht Masken, man braucht Massentests, laßt uns alles produzieren, was notwendig ist.“ Stattdessen paßten sie die Linie über das medizinisch Notwendige immer wieder an ihre spärlichen Ressourcen an. Das ist eine Tatsache. Das kann man für alle europäischen Länder sagen, und das ist bis zu einem gewissen Grad auch jetzt noch so.

Deshalb denke ich, daß der Angriff auf China eine extrem törichte, unmoralische und verlogene Operation ist, denn wenn es ein Land gibt, das erfolgreich war – zumindest im Moment, denn da es sich um eine Pandemie handelt, weiß man nie, was in der Zukunft passieren wird -, dann waren sie es, sie konnten das Virus in den Brutstätten der Provinz Hubei und der Stadt Wuhan eindämmen und ausrotten. Und anstatt zu denken: „Vielleicht war das zentralisierte Regierungssystem, das China hat, der Grund dafür, daß sie so schnell reagieren konnten, um die Produktion im ganzen Land in Gang zu bringen, und vielleicht war der extreme Liberalismus des Westens der Grund dafür, daß es hier nicht möglich war“, sollte man vielleicht lieber darüber nachdenken, daß das liberale/neoliberale System einige inhärente Mängel hat.

Doch anstatt das zu diskutieren, verlegt man sich auf diese Ablenkung und greift China an.

Ich halte das für sehr gefährlich und für sehr dumm. Und ich denke, das muß aufhören, und die Menschen sollten sich von diesen verlogenen Massenmedien, die nichts mit Journalismus zu tun haben, wirklich nicht an der Nase herumführen lassen. Sie sind wirklich nur Sprachrohre der Nachrichtendienste, die versuchen, Propaganda zu verbreiten, um ihre Ziele voranzubringen. Aber das hat überhaupt nichts mit ehrlichem Journalismus zu tun.

 

 


Bekämpfung der globalen Pandemie, Teil II:
Aufbau eines Weltgesundheitssystem!

In Teil I gaben wir einen Überblick über die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie aus globaler Sicht. In Teil II werden wir die notwendigen Gesundheitsmaßnahmen ausführlicher erörtern. Teil III wird die physischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Veränderungen darstellen, die erforderlich sind, um diese Maßnahmen auf globaler Ebene umzusetzen.

Gesundheitsversorgung schwerer Fälle

Krankenhäuser

Ein wichtiger Faktor beim Bau neuer Krankenhäuser ist der Strom-, Wasser-, Sanitär- und Transportbedarf. Nimmt man die Vereinigten Staaten als Fallstudie, so wären zusätzliche 575.000 Krankenhausbetten erforderlich, um den nationalen Durchschnitt auf 4,5 Betten pro 1.000 Menschen anzuheben. Laut einem Bericht der U.S. Energy Information Administration (EIA) aus dem Jahr 2007 verbrauchten die größten 3.040 Krankenhäuser mit etwa 915.000 Betten (zum Zeitpunkt der Studie) etwa 134 Billionen Wattstunden Energie pro Jahr: 57 Billionen Wattstunden in Form von Elektrizität (57 Mrd. kWh) und der Rest in Form von Erdgas, Fernwärme und Heizöl.

Nach Maßgabe dieser Zahlen würden Krankenhäuser mit zusätzlichen 575.000 Betten etwa 36 Mrd. kWh Strom pro Jahr benötigen. Hierzu bräuchte man zusätzliche Kraftwerke mit einer Leistung von 5.000 MW bei einem Kapazitätsfaktor von 80%, entsprechend fünf großen Kernreaktoren. Dabei ist der Erdgasbedarf noch nicht einmal berücksichtigt.

Im gleichen Bericht schätzte die EIA, daß die 3.040 großen Krankenhäuser in den USA 503 Mio. Kubikmeter Wasser pro Jahr verbrauchen. Krankenhäuser mit zusätzlichen 575.000 Betten würden zusätzlich 317 Mio. Kubikmeter pro Jahr benötigen. Um die Perspektive zu verdeutlichen: Die größte geplante Entsalzungsanlage der Welt in Saudi-Arabien würde etwa 378 Mio. Kubikmeter entsalztes Wasser pro Jahr liefern.

Um weitere weltweit 15 bis 20 Mio. Krankenhausbetten verfügbar zu machen – d.h. die Versorgung mit Krankenhausbetten weltweit auf das Hill-Burton-Niveau von 35 Mio. Krankenhausbetten anzuheben – wären etwa 100.000 MW an Kraftwerkskapazität erforderlich, die von 100 großen Kernreaktoren oder etwa 2.000 kleinen modularen Kernkraftwerken geliefert werden könnten. Der weltweite Wasserbedarf für diese neuen Krankenhäuser würde jährlich etwa 15 Mrd. Kubikmeter Wasser erfordern, was etwa der Hälfte des Wasservolumens des Drei-Schluchten-Staudamms entspricht.

Krankenhausbetten sind ohne Ärzte und Pflegepersonal nicht sehr viel nutze. Die Coronakrise hat jedoch dazu geführt, daß bereits im Ruhestand befindliche Pflegekräfte wieder in den Beruf zurückkehren, und Medizinfakultäten bieten Studenten im letzten Studienjahr eine vorgezogene Approbation an, wenn sie bereit sind, sofort als Ärzte tätig zu werden. Genauso sollten flexible Gesundheitsmitarbeiter ermutigt werden, in anderen Regionen und Ländern der Welt zu arbeiten.

Beatmungsgeräte

Rechnet man die heute verfügbaren Zahlen für die Behandlung von COVID-19-Patienten benötigten Beatmungsgeräte auf die heutige Weltbevölkerung hoch, ergibt sich ein Bedarf von bis zu 10 Millionen Beatmungsgeräten, davon schätzungsweise jeweils 1 Million in Afrika, Lateinamerika und Indien.

Persönliche Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstungen sind in allen Gesundheitseinrichtungen erforderlich, um zu verhindern, daß infizierte Patienten das Virus an die Beschäftigten oder andere Patienten übertragen. Dazu gehören Handschuhe, Atemschutzgeräte und -masken, Gesichtsvisiere, Schutzbrillen, Kittel, Haarschutzhauben und Ganzkörperanzüge. Ohne hochwertige N95-Masken (oder gleichwertige Produkte) besteht für die Beschäftigten ein hohes Risiko, sich selbst mit der Krankheit anzustecken. Der derzeitige Mangel an diesen Produkten hat zu exorbitanten Preissteigerungen und Spannungen zwischen den betroffenen Ländern geführt, die versuchen, sich auf dem Weltmarkt mit Geboten gegenseitig auszustechen.

Eine sofortige Umrüstung von industriellen Herstellern ist erforderlich, um die Versorgung mit Schutzausrüstungen sicherzustellen.

Die räumliche Aufteilung von Krankenhäusern oder anderen Pflegeeinrichtungen kann einen erheblichen Einfluß auf die Menge der benötigten Schutzausrüstung haben. Auf Stationen, in denen nur bestätigte COVID-19-Fälle untergebracht sind, muß nicht darauf geachtet werden, daß sich Patienten untereinander infizieren, und das Personal kann während einer ganzen Schicht die gleiche Schutzausrüstung tragen. Wenn jedoch Pflegekräfte Patienten auf gemischtem Stationen betreuen müssen, ist vorgeschrieben, daß sie vor Betreten eines COVID-19-Patientenzimmers Schutzkleidung anlegen und diese unmittelbar nach Verlassen des Zimmers entsorgen, um zu verhindern, daß das Virus auf nicht infizierte Patienten übertragen wird, um die sie sich als nächstes kümmern müssen. Unter dieser Voraussetzung könnten zehn Schutzsets pro Tag und Patientenzimmer verbraucht werden. Durch die Trennung von COVID- von Nicht-COVID-Patienten können so erhebliche Einsparungen an Schutzausrüstungen erzielt werden. Voraussetzung dafür ist eine sorgfältige Testung aller Patienten.

 

Atemschutzmasken

Eine richtig angelegte N95-Atemschutzmaske schützt den Träger vor 95% der Partikel über 0,3 Mikrometer Größe. Das SARS-CoV-2-Virus selbst ist zwar noch etwas kleiner, aber die Viren verteilen sich meist als kleine Tröpfchen in der Luft und werden so durch N95-Atemschutzmasken wirksam blockiert.

Eine amerikanische Studie schätzt, daß bei einer Erkrankung von 20-30% der US-Bevölkerung etwa 4 Mrd. N95-Atemschutzmasken erforderlich wären. Rechnet man diese Zahl auf die Weltbevölkerung hoch, läge der weltweite Bedarf für die Dauer des Ausbruchs in der Größenordnung von 100 Mrd. N95-Masken: etwa 15 Mrd. in Afrika, 10 Mrd. in Lateinamerika und 20 Mrd. in Indien.

 

Schnelle COVID-19-Virus-Tests

Die Testtechnologie ermöglicht inzwischen in speziellen Laboren die Verarbeitung Tausender Tests pro Tag mit einem einzigen Gerät (hoher Durchsatz) sowie schnelle Testergebnisse direkt vor Ort. Die Entwicklung eines tragbaren Testgeräts durch Abbott Laboratories, das ein positives Ergebnis in nur 5 Minuten oder ein negatives Ergebnis innerhalb einer Viertelstunde liefern kann, beschleunigt die Erfassung von Patienten mit möglichen COVID-Symptomen erheblich und ermöglicht es, sie in entsprechende Einrichtungen oder den Krankenhausbereich zu verlegen, wo nur COVID-19-Patienten isoliert werden.

Versorgung leichter oder asymptomatischer Fälle

Isolierungsmaßnahmen

Jeder mit einem positiven Testergebnis auf das neuartige Coronavirus muß die Möglichkeit haben, von seinen Nachbarn, Mitbewohnern und Familienangehörigen isoliert zu werden. Das bedeutet, daß asymptomatischen oder leicht symptomatischen Personen eine kostenlose Unterbringung und Versorgung in Einrichtungen angeboten werden muß, die so ausgelegt sind, daß sie isoliert und gesund bleiben. Hotels – deren Belegungsrate derzeit im einstelligen Prozentbereich liegt – könnten zu diesem Zweck umgewidmet werden, ausgestattet mit entsprechender Schutzausrüstung für ein reduziertes Krankenhauspersonal. Auch Notunterkünfte, wie sie nach Naturkatastrophen bereitgestellt werden, wären für diese Personen geeignet.

So wurde in Wuhan vorgegangen, wo jeder positiv bestätigte Fall unter ärztlicher Aufsicht isoliert wurde, sei es in einem Krankenhaus, einer Sporthalle oder einem Hotel. Milde und asymptomatische Fälle durften dort zusammenleben und an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen – weit besser für ihre psychische Gesundheit, als sich zu Hause in ein Zimmer zurückzuziehen, aus Angst, ihre Lieben anzustecken! Zwei negative PCR-Tests auf das Virus im Abstand von 24 Stunden waren erforderlich, bevor die Menschen die Isolierungseinrichtungen wieder verlassen konnten. Diese Isolierungsmaßnahmen, die über Quarantäne (und Ansteckung anderer) zu Hause hinausging, trug wesentlich dazu bei, daß in Wuhan schließlich den Sieg über das Virus errungen werden konnte.

Tatsächlich ist Chinas Vorgehen in Wuhan das bisher erfolgreichste Modell zur Bekämpfung des Coronavirus.

 

Massentests

Da zwischen einem Viertel und der Hälfte der mit dem Coronavirus infizierten Personen nur sehr milde oder gar keine Symptome aufweisen, darf man keineswegs nur auf Krankheitssymptome schauen, um alle Infizierten zu erkennen. Großangelegte Tests in der Bevölkerung – vor allem auch bei Menschen ohne Symptome – werden es ermöglichen, möglichst alle Fälle wirksam und gezielt zu isolieren und die Kontaktverfolgung zu beschleunigen. In Südkorea wurde eine von 170 Personen getestet und diese Informationen genutzt, um Kontakte aufzuspüren, Anwohner per SMS über Infektionsfälle und Hotspots in ihrer Nähe zu alarmieren und die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

Die großangelegten Schließungen, die derzeit zur Eindämmung des Coronavirus angeordnet werden, fordern in wirtschaftlicher wie in sozialer Hinsicht ihren Tribut. Angesichts der relativ niedrigen Testdichte erscheinen diese Schließungen angemessen, aber bei wirklich großangelegten Testserien könnten viel intelligentere Entscheidungen über die Aufhebung von Beschränkungen getroffen werden.

Um weltweit auf dem südkoreanischen Niveau von eins zu 170 zu testen, wären 45 Millionen Tests erforderlich. Aber bei vielen Menschen wird mehr als nur ein Test nötig sein, beispielsweise bei Personen, die negativ getestet wurden, aber kürzlich möglicherweise wieder exponiert wurden, oder bei Personen in einer Isolierungseinrichtung, die mehrfach getestet werden müssen, bevor man sie entlassen kann. Die Durchführung von 60 Millionen Tests (unter Berücksichtigung der Tatsache, daß manche Menschen mehrfach getestet werden) würde bei den derzeitigen weltweiten Testraten den größten Teil eines Jahres in Anspruch nehmen.

Die derzeit gängigsten Rachenabstrich-Tests basieren auf dem Nachweis von Komponenten des Virusgenoms. Bei diesem PCR-Test, benannt nach dem Polymerase-Kettenreaktionsverfahren, wird das genetische Material 1.000.000- bis 1.000.000.000mal vervielfältigt, um es nachweisen zu können.

Bei einem anderen Testverfahren wird kein Abstrich, sondern Blut verwendet, um nicht das Virus selbst, sondern die im Körper entstandenen Antikörper nachzuweisen. Diese Antikörper kommen bei Menschen vor, die infiziert waren, aber die Krankheit überstanden haben. Ein PCR-Test wäre bei ihnen negativ, ein Antikörpertest hingegen positiv. Mit Antikörpertests ist es möglich, potentielle Blutplasmaspender (für die Blutserumtherapie) sowie Personen zu ermitteln, die nicht mehr infiziert sind und wahrscheinlich immun sind. Wenn weitere Forschungen zeigen, daß die Immunität der Geheilten langanhaltend ist, könnte diesen Menschen unter Umständen erlaubt werden, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, oder sie könnten ohne aufwendige Schutzausrüstung in gefährdeten Bereichen eingesetzt werden.

Bei einer anderen Form der Untersuchung könnten Proben unbehandelten Abwassers dazu dienen, die allgemeine Präsenz und Prävalenz des Virus in einer Kommune festzustellen.

 

Behandlungen und Impfstoffe

Pharmakologische Maßnahmen können auf verschiedene Weise Leben retten und Krankheiten heilen. Impfstoffe „informieren“ das Immunsystem im Voraus über einen Krankheitserreger, so daß dieser sofort bekämpft werden kann, wenn er den Körper befällt. Antivirale Medikamente zielen auf das Virus selbst ab, indem sie dessen Eindringen in die Zellen oder seine Replikation verhindern. Aus dem Blut von genesenen Patienten gewonnene oder in einem Labor hergestellte (monoklonale) Antikörper unterstützen das Immunsystem bei der Bekämpfung des Virus. Die Unterbindung von „Zytokinstürmen“ ist ein vierter Ansatz, um die gefährlichen Auswirkungen des Virus auf die Atemwege zu verringern, ohne das Virus selbst zu bekämpfen.

Wenn Sie mehr darüber lesen wollen (auf englisch), klicken Sie auf diesen Link: “Pharmaceutical Interventions to Defeat COVID-19.”

Impfstoffe

Impfstoffe werden vorbeugend eingesetzt, um Menschen vor Erkrankungen zu schützen, indem sie dem Immunsystem eine „Vorwarnung“ geben, Abwehrkräfte gegen etwas aufzubauen, das dem Erreger ähnlich ist, aber selbst keinen Schaden anrichtet. Menschen, die gegen eine Krankheit geimpft sind, können diese schnell abwehren, wenn sie mit ihr in Kontakt kommen, da ihr Körper bereits darauf vorbereitet ist.

In der ersten Phase der Impfstoffentwicklung geht es darum, die Sicherheit der neuen Vakzine festzustellen. Wenn die Studienergebnisse vielversprechend sind, wird in den nächsten Prüfphasen die Wirksamkeit des Impfstoffs bestimmt. Dann müssen die Produktionskapazitäten entwickelt werden, um mit der Massenanwendung beginnen zu können. Diese wichtigen Prüfphasen sind der Grund dafür, daß die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs mindesten 12-18 Monate in Anspruch nimmt.

 

Antivirale Medikamente

Sobald das Virus im Körper Fuß gefaßt hat, können Behandlungen das Eindringen des Virus in die Zellen verhindern, seine Vermehrung stören oder es gezielt der Zerstörung durch das Immunsystem aussetzen.

Mehrere bereits eingeführte Medikamente werden derzeit für den Einsatz gegen COVID-19 getestet:

  • Avigan (Favilavir / Favipiravir) – ein von Fujifilm in Japan entwickeltes Grippemittel, das in China eingesetzt wurde und in mehreren Ländern, darunter die Vereinigten Staaten, Japan und Deutschland, erprobt wird.
  • Remdesivir – ein ursprünglich von Gilead Sciences in den USA entwickeltes Medikament zur Bekämpfung der Ebola.
  • Plaquenil (Hydroxychloroquin) und Chloroquin – ursprünglich zur Behandlung der Malaria entwickelt, werden diese Medikamente auch bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Auf der ganzen Welt laufen Versuche, und viele Krankenhäuser setzen Hydroxychloroquin trotz teilweise schwerer Nebenwirkungen bei COVID-19-Patienten ein. Cloroquin in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin scheint sogar noch wirksamer zu sein.

Antikörper sind Immunstrukturen, die sich an Krankheitserreger anlagern, sie deaktivieren, ihr Eindringen in Zellen verhindern oder sie zur Zerstörung durch das Immunsystem markieren. Sie können im Labor hergestellt werden, wobei Hefen, Mäuse oder andere Tiere als „Produktionsstätten“ dienen. Mindestens ein Dutzend Gruppen arbeiten weltweit an der Entwicklung solcher monoklonalen Antikörper gegen das Coronavirus.

 

Plasma von geheilten Patienten

Das Blut von geheilten COVID-19-Patienten enthält Antikörper, die von seinem Immunsystem gebildet wurden, um das Virus zu beseitigen. Von solchen Menschen gespendetes Blut kann schwerkranken Corona-Patienten transfundiert werden, um deren Immunsystem bei der Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen. In vielen Krankenhäusern wird dieses Verfahren bereits angewendet, und über die sozialen Medien werden geheilte COVID-19-Patienten zu Blutspenden aufgerufen, um anderen zu helfen.

Lungenprobleme verhindern

Es gibt einige Medikamente, mit denen  nicht das Virus selbst bekämpft wird, sondern die dazu dienen, die Sterblichkeit und die Symptome von COVID-19 zu reduzieren.

Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit, wo sich schwere und lebensbedrohliche Atemwegsprobleme entwickeln, kommt es häufig zu übermäßigen Reaktionen des körpereigenen Immunsystems, wobei neben den infizierten Lungenzellen auch gesunde Lungenzellen geschädigt werden. Zwei bereits für andere Erkrankungen zugelassene monoklonale Antikörper – Kevzara (Sarilumab) und Actemra (Tocilizumab) – sollen dazu dienen, diese überschießende Aktivität des Immunsystems zu reduzieren. Zum gleichen Zweck werden auch völlig neue monoklonale Antikörper entwickelt.

Steroide können eingesetzt werden, um die Autoimmunreaktion zu reduzieren, obwohl sie als Nebenwirkung das Immunsystem schwächen.

 

Soziale Stabilität

Die gesellschaftliche Stabilität muß bewahrt bleiben, und Kranke müssen bereit sein, die öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen zu befolgen.

Krankengeld, Kurzarbeitergeld, Grundsicherung

Man kann von Menschen nicht verlangen, zu Hause zu bleiben, wenn sie auf ihre tägliche Arbeit angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Man kann von Obdachlosen nicht verlangen, zu Hause zu bleiben.

Beschäftigte müssen krankgeschrieben werden, damit sie in häusliche Quarantäne gehen können. Den Unternehmen müssen Darlehen und Zuschüsse gewährt werden, damit sie arbeitsunfähige Mitarbeiter weiter bezahlen können. Selbständigen, die von solchen Programmen nicht erfaßt werden, muß der Staat direkte Hilfe leisten. In Isolierungseinrichtungen für positiv getestete Fälle müssen auch Obdachlose aufgenommen werden, um sie wie alle anderen auch zu versorgen.

 

Moratorium auf Zwangsversteigerungen, Zwangsräumungen und Stromsperren

Das Grundeinkommen zur Sicherung der Lebensführung wird bei vielen nicht ausreichen, um Hypotheken, Miete, Nebenkosten und Autokredite zu bezahlen. Zwangsvollstreckungen, Zwangsräumungen und die Abschaltung von Versorgungseinrichtungen (einschließlich Internet und Telefon) müssen während der Ausgangsbeschränkungen ausgesetzt werden, und Zahlungen für Hypotheken und Privatkredite sollten optional erfolgen. Betroffene mittelständische Unternehmen müssen direkte Hilfen beantragen können.

Stabilisierung des Finanzsystems

Im Finanzsystem der Welt, insbesondere in der transatlantischen Welt, haben sich Billiarden von Dollar an Finanzinstrumenten aufgehäuft, die niemals bedient werden können. Es sollte nicht versucht werden, derartige Finanzwerte zu erhalten. Der jetzt einsetzende Finanzkrach mag zwar durch das Coronavirus ausgelöst worden sein, aber die Bedingungen für den Zusammenbruch sind durch die katastrophale Finanzpolitik der letzten Jahrzehnte entstanden. Wie Lyndon LaRouche anhand seiner Tripelkurve anschaulich dargestellt hat, ist die reale Produktivität vieler sogenannter „westlicher“ Nationen (einschließlich der Vereinigten Staaten) in den letzten Jahrzehnten pro Kopf gesunken, was sich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch beschleunigt hat, während die Finanzmärkte in hohem Tempo ausgedehnt wurden.

Auf ihrem dringenden Gipfeltreffen müssen die Staats- und Regierungschefs der Vereinigten Staaten, Rußlands, Chinas und Indiens die Notwendigkeit einer geordneten Konkursneuordnung der Finanzmärkte in Angriff nehmen, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß die Geschäftsbanken eine nützliche Rolle bei der Finanzierung des globalen Wirtschafts- und Gesundheitswiederaufbaus spielen können.

 

Soziale Distanzierung / nicht-medizinische Maßnahmen

Schließung nicht notwendiger Geschäfte

Menschen, deren tägliche Arbeit für das Funktionieren der Gesellschaft nicht essentiell ist, sollten zu Hause bleiben. Die erforderlichen finanziellen und logistischen Vorkehrungen für ihren Lebensunterhalt müssen sichergestellt werden.

Masken

Jeder muß eine Atemschutzmaske tragen, wenn mehrere Menschen unterwegs sind (was auf ein absolutes Minimum beschränkt werden sollte). Dies bietet den Trägern selbst nur einen gewissen Schutz vor Infektion, doch verringert sich die Möglichkeit, daß der Träger die Krankheit verbreitet. Auch unwillkürliche Gesichtsberührungen werden dadurch vermieden.

Händewaschen / Hygiene

Häufiges Händewaschen mit Seife kann dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, ebenso wie die Verwendung von alkoholbasierten Händedesinfektionsmitteln.

Aber es gibt mehr als eine Dreiviertel Milliarde Menschen auf diesem Globus, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Zweieinhalb Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu anständigen sanitären Anlagen. Der Preis, den Menschen dafür zahlen, ist immens. Laut einem CDC-Faktenblatt in Lancet sterben jedes Jahr 800.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen. Der Mangel an sanitären Einrichtungen sowie an Trink- und Toilettenspülwasser führt weltweit zu 88% der Todesfälle durch Durchfallerkrankungen.

Einen Ort ohne sanitäre Einrichtungen aufzufordern, häufiges Händewaschen zu praktizieren, ist sowohl beleidigend als auch töricht. Mit einem Sofortprogramm muß überall für den Einrichtung sanitärer Einrichtungen gesorgt werden, ergänzt durch die Bereitstellung von Händedesinfektionsmitteln.

 

Kontaktverfolgung

In den Vereinigten Staaten kann die detaillierte Kenntnis der NSA über den Aufenthaltsort aller Personen, die ein Mobiltelefon besitzen, auch einem guten Zweck dienen. So könnten Personen, die sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben, per SMS benachrichtigt werden. Diese Methode hat sich in Südkorea bewährt, um den Menschen eine bessere Kenntnis ihres Expositionsrisikos zu vermitteln, und ist Teil des bemerkenswerten Erfolgs, den das Land bei der Eindämmung der Coronapandemie erzielt hat.

Reisebeschränkungen

Wenn Tests in ausreichend hoher Dichte durchgeführt werden, um eine Vorstellung der unterschiedlichen Inzidenz des Virus in verschiedenen Gebieten zu erhalten, können Reisebeschränkungen sinnvoll sein, um die Ausbreitung des Virus aus sogenannten Hotspots zu verhindern. Dies erscheint vor allem dann angebracht, wenn die erste Welle der Pandemie eingedämmt ist.

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Industrie, Infrastruktur und politische Bedingungen

Teil III →


Bekämpfung der globalen Pandemie, Teil III:
Industrie, Infrastruktur und politische Bedingungen

Dies ist der dritte Teil einer dreiteiligen Serie. In Teil I haben wir einen Fahrplan für den Umgang mit der COVID-19-Pandemie aus globaler Sicht vorgestellt. In Teil II erörterten wir die notwendigen Gesundheitsmaßnahmen ausführlicher.

Um die in Kapitel 1 dargestellten Gesundheitsmaßnahmen umzusetzen, sind umfangreiche Investitionen in die Produktion und in die grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur nötig. In Teil III sprechen wir jetzt von den erforderlichen physischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Veränderungen, um diese Maßnahmen auf globaler Ebene zu ermöglichen. Der verheerende Zustand der Welt, in dem auch im Jahr 2020 noch Armut herrscht, muß behoben werden. Dies ist durchaus möglich, wie die Erfahrungen Chinas bei der Beseitigung der Armut in den letzten vier Jahrzehnten gezeigt haben.

Infrastruktur

Die physischen Verbesserungen, die wir in unserer Umwelt vornehmen, erzeugen für die Menschheit eine eigene, schützende Umgebung, die der „natürlichen“ Umwelt, die wir mit den Affen teilen, weit überlegen ist. Durch die Kontrolle von Flüssen, die Trockenlegung von Sümpfen, die Bewässerung von Feldern, den Bau von Kanälen, Eisenbahnen und Straßen, die Entwicklung von Wasser- und Abwassersystemen, den Bau von Strom- und Kommunikationsnetzen und die Verbesserung der Flora und Fauna verfügt die menschliche Spezies über die einzigartige Fähigkeit, diese Erde zu einem Garten zu machen. Zu dieser Infrastruktur gehört auch eine „weiche Infrastruktur“, die sich in einer gebildeten und kulturell hochstehenden Bevölkerung ausdrückt. Um die Armut zu überwinden, muß ein großer Teil der Investitionen in den Aufbau der wirtschaftlichen Basisinfrastruktur fließen. Und die aktuelle Corona-Pandemie bedingt aber auch eine besondere Dringlichkeit für den Aufbau der Gesundheitsinfrastruktur. Aber kann ein Krankenhaus überhaupt dort gebaut werden, wo es keine Straßen oder Elektrizität gibt? Was sind die Voraussetzungen, damit die Gesundheitsversorgung gewährleistet werden kann?

Anforderungen an die Produktion

Medizinische Ausrüstung

Zahlreiche Unternehmen haben ihr Interesse an einer Umrüstung für die Produktion von Beatmungsgeräten bekundet, von Automobilherstellern bis hin zu Luft- und Raumfahrtunternehmen. Die Liste umfaßt:

Die Automobilhersteller General Motors (will zusammen mit Ventec Life Systems 10.000 Einheiten pro Woche produzieren), Ford Motor Company (hat zusammen mit General Electric vor, bis 4. Juli 50.000 Einheiten zu produzieren), McLaren, Jaguar Land Rover und die VW-Gruppe.

Luft- und Raumfahrtunternehmen wie das brasilianische Unternehmen Embraer, die europäischen Unternehmen Rolls Royce und Airbus sowie die amerikanische Firma SpaceX.

Aktuelle Hersteller fahren ihre Produktion hoch:

Philips verdoppelt die Produktion auf 2.000 pro Woche, und Getinge will die Produktion auf 3.750 pro Woche erhöhen. Dräger, Vyaire und die Smiths Group arbeiten alle daran, zusätzliche Beatmungsgeräte herzustellen.

Wenn alles nach den Prognosen verläuft, werden die oben genannten Unternehmen bis Juli mindestens 300.000 Beatmungsgeräte liefern. In einem Artikel in Politico vom 9. April wird geschätzt, daß der Bedarf allein in den Vereinigten Staaten und mehreren westeuropäischen Ländern bei einer Million Beatmungsgeräten liegt; der Bedarf der gesamten Welt liegt noch deutlich höher.

Atemschutzmasken

3M beabsichtigt, seine internationale Produktion im Laufe des nächsten Jahres auf 2 Milliarden N95-Atemschutzmasken zu verdoppeln, und produziert derzeit etwa 100 Millionen Atemschutzmasken pro Monat.

Honeywell Industries hat seine Anlage in Rhode Island ausgebaut und rüstet seine Luft- und Raumfahrteinrichtung in Phoenix um, um so eine Produktionssteigerung auf 120 Millionen pro Jahr zu erreichen.

 

Globale politische Änderungen

Internationale Zusammenarbeit

Das Coronavirus, das jetzt die Welt heimsucht, ist nur eines der tödlichen Viren, mit denen wir es zu tun haben. Das Finanzvirus, das sich vor allem in der Londoner City und an der Wall Street breit macht, hat sich in den letzten Jahrzehnten als nicht weniger tödlich erwiesen. Das kulturelle Virus, das betonköpfige Politiker infiziert, die noch immer den Kalten Krieg kämpfen, droht das Potential für genau die Zusammenarbeit zu zerstören, die erforderlich ist, um die beiden anderen Viren zu besiegen.

Ein Gipfelgespräch zwischen Präsident Donald Trump, Präsident Wladimir Putin, Präsident Xi Jinping und Premierminister Narendra Modi ist vordringlich, um die Zusammenarbeit zu erreichen, die kurzfristig zur Bewältigung der bedrohlichen Gesundheitskrise erforderlich ist. Ein solcher Gipfel ist auch das Mittel, um eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung zu schaffen, für die sich Lyndon LaRouche sein ganzes Leben lang eingesetzt hat.

Die Welt muß ihre Kräfte als die eine Menschheit bündeln, um das durch das Coronavirus drohende Massensterben insbesondere in Afrika zu stoppen. Brigaden von Ingenieuren, Sanitätern und anderem Fachpersonal aus zahlreichen Nationen müssen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union und unter voller Achtung der Souveränität aller Nationen mobilisiert, eingesetzt und koordiniert werden. Der Aufbau der Gesundheits- und Sanitärinfrastruktur, Unterstützung bei der Lieferung notwendiger medizinischer und Schutzausrüstung und Unterstützung beim Aufbau der Gesundheitssysteme gehören zu den dringendsten Aufgaben.

Afrikanischen Nationen müssen zudem ihre Auslandsschulden erlassen werden; die Welt muß sich für das Leben statt für Schulden entscheiden.

Ebenso müssen alle Sanktionen, bewaffneten Konflikte, Grenzstreitigkeiten und anderen Kontroversen international beendet werden. Alle Ressourcen müssen für den gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus verfügbar sein.

 

Ein Paradigmenwechsel

Lyndon LaRouche warnte vor fast fünfzig Jahren davor, daß die Abschaffung des Bretton-Woods-Systems durch Präsident Nixon am 15. August 1971 verheerende wirtschaftliche Auswirkungen hätte, die am Ende in Faschismus münden würden. Dies zeigt sich heute u.a. in der grünen Sichtweise, in der Leute, die sich angeblich über unsere Zukunft sorgen, der Welt den Ausbau der Energieversorgung verweigern und Millionen so zu einem frühen Tod verurteilen. Einige Jahre später, 1974 und 1975, warnte LaRouche davor, daß die sich verschlechternde Wirtschaftslage die Voraussetzungen für eine rasche Ausbreitung von Krankheiten, einschließlich neuer Krankheiten, schaffen und die Menschheit mit einem biologischen Holocaust bedrohen würden. Auch wenn es China und den wichtigsten Industrieländern gelingen sollte, die gegenwärtige Pandemie in irgendeiner Form unter Kontrolle bringen, was werden die nächsten Monate für die Entwicklungsländer bringen, wenn es nicht zu einem radikalen und plötzlichen Wandel kommt?
Um eine Wirtschaft zu schaffen, die gegen solche Krisen und gegen das Auftreten neuer Krankheiten gewappnet ist, sind enorme Investitionen in die grundlegende wirtschaftliche Infrastruktur sowie eine wirtschaftliche Neuorientierung erforderlich.

Lyndon LaRouche betonte nachdrücklich, daß es in der Wirtschaft nicht um Geld geht oder um Werte, die sich in Geldwerten ausdrücken lassen. Vielmehr liegt die Quelle des Wirtschaftswachstums in der Fähigkeit des kreativen menschlichen Geistes, neue physikalische Prinzipien zu entdecken und anzuwenden, welche die Fähigkeiten der menschlichen Spezies erweitern. Als grobes Maß für den Wert einer Entdeckung oder einer kulturellen Anschauung verwendete Lyndon LaRouche als Metrik die Zunahme der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte – ein Maß dafür, wie hoch die Bevölkerungsdichte im Verhältnis zur Qualität der verfügbaren Landfläche und der an ihr vorgenommenen Verbesserungen sein kann. Das heißt, wie viele Menschen pro Quadratkilometer könnten auf der Grundlage einer bestimmten Stufe an Entdeckungen, Technologien und Kultur unterstützt werden? Und welche Art von Kultur könnte dazu beitragen, diesen Wert zu steigern? Das definiert den eigentlichen wirtschaftlichen Wert.

In einem seiner letzten Grundsatzpapiere forderte Lyndon LaRouche die sofortige Umsetzung von vier Gesetzen, die seiner Meinung nach für die Welt notwendig sind. Erstens, eine Bankenreform nach den Prinzipien des Glass-Steagall-Trennbankengesetzes von 1933, um spekulative Investitionen dem Schutz der Regierung zu entziehen und gleichzeitig sicherzustellen, daß die Geschäftsbanken ihre nützliche Rolle spielen können. Zweitens, Nationalbankvereinbarungen, durch die Regierungen langfristige Kredite für realwirtschaftliche Zwecke zur Verfügung stellen können, anstatt Gelder in die Stabilisierung der Finanzmärkte zu pumpen, wie es die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank praktizieren. Drittens, Maßgaben für die Vergabe benötigter Kredite, die nicht auf finanziellem Gewinn, sondern auf physischem Wirtschaftswachstum basieren. Viertens, die für das Wachstum der Welt in den nächsten fünfzig bis hundert Jahren erforderlichen neuen Entdeckungen: Kernfusion, Weltraumforschung und grundlegende Durchbrüche in der Biophysik, um drei der wichtigsten Beispiele zu nennen.

Wenn wir das wahre wirtschaftliche Potential unseres derzeitigen Schatzes an wissenschaftlichen Entdeckungen weiter ausbauen, können Armut und Hunger auf der Welt innerhalb einer Generation oder sogar innerhalb eines Jahrzehnts vollständig beseitigt werden. Die Kernfusionsenergie wird unsere Beziehung zu Energie, Wasser und Ressourcen grundlegend verändern. Fusionsraketen werden uns vor Kometen und Asteroiden schützen, die die Erde bedrohen. Biologische Fortschritte werden uns vor Krankheiten schützen und die rasche Bekämpfung neu auftretender Bedrohungen ermöglichen. Und, was am wichtigsten ist, die Angst vor großen internationalen Konflikten kann überwunden werden, wenn wir hier auf der Erde und darüber hinaus unsere gemeinsamen Ziele verwirklichen!

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Melden Sie sich für die Schiller-Institut Konferenz am 25.-26. April an, um von Experten über diese und andere Themen zu hören!

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Dringender Appell

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Dringender Appell an Trump, Xi, Putin und Modi: Setzen Sie umgehend LaRouches Vier Gesetze um!

 

 

Aktualisierung des dringenden Appells vom 28.2. 2020 an Präsident Trump, Präsident Xi, Präsident Putin, Premierminister Modi und die Führer anderer Länder für die sofortige Umsetzung von Lyndon LaRouches Vier Gesetzen.

von Helga Zepp-LaRouche, Präsidentin des Schiller-Instituts

 

11. März 2020 – Die meisten Gesundheitsexperten bezeichnen den Ausbruch des Coronavirus inzwischen auch offiziell als Pandemie, und nur wenige meiden diesen Begriff, um die Finanzmärkte und die Investitionen in „Pandemie-Anleihen“ nicht zu erschüttern. Es ist auch offensichtlich, daß diese Pandemie der Todesstoß für das ansonsten bereits bankrotte Finanzsystem sein wird, wofür der größte Börseneinbruch seit 2008, der beispiellose Einbruch der Rendite der 10jährigen US-Schatzanweisungen und die Ankündigung des Präsidenten der Bostoner Federal Reserve, Eric Rosengren, auf „Helikoptergeld“ umzusteigen, alarmierende und unbestreitbare Signale sind.

Anstatt von China zu lernen, das laut WHO einen neuen Maßstab für die Bewältigung einer solchen Krise gesetzt hat, haben die meisten Regierungen die drei Monate Vorwarnzeit, die sie durch die effiziente Intervention Chinas gewonnen haben, nicht genutzt, um in einen Krisenmodus zu gehen. Es ist schockierend, aber nicht verwunderlich, wie sich das liberale Establishment als völlig unfähig erwiesen hat, darüber nachzudenken, daß ihre eigene Politik tatsächlich die Ursache einer beispiellosen Bedrohung für die gesamte menschliche Zivilisation ist, und daraus die Schlußfolgerungen zu ziehen, ihr Verhalten zu ändern.

Bereits 1974 gründete Lyndon LaRouche eine Arbeitsgruppe gegen den ökologisch-biologischen Holocaust, um die Auswirkungen der Politik von IWF und Weltbank zu untersuchen, die darauf abzielt, den Nahrungsmittel- und Energieverbrauch sowie die Gesundheitsausgaben in den Entwicklungsländern zu senken, mit dem Ergebnis, daß dies zu biologischen Katastrophen, dem Auftreten alter und neuer Krankheiten und Pandemien führen würde. In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichten LaRouche und seine Bewegung viele weitere Warnungen und boten konkrete Entwicklungsprogramme für alle Kontinente an, deren Umsetzung verhindert hätte, daß die gegenwärtige Krise außer Kontrolle gerät.

Sicher, die sogenannten Industrieländer mögen die Krise irgendwie bewältigen, aber zu welchem Preis? Durch die Privatisierung – d.h. die Gewinnorientierung – des Gesundheitssektors gibt es heute viel zu wenig Betten für die Intensivbehandlung. Der belgische Intensivmediziner und Chef der nationalen Ärztegewerkschaft, Dr. Philippe Devos, hat gerade davor gewarnt, daß dieser Mangel dazu führen wird, eine Triage alter Menschen zugunsten junger Menschen vorzunehmen, wenn die Zahl der Fälle die Zahl der verfügbaren Intensiv-Einrichtungen übersteigt, was seiner Meinung nach geschehen wird. Kommen wir wieder auf den abschüssigen Weg zurück, „unwürdiges Leben“ zu beenden, was Gegenstand der Nürnberger Prozesse gewesen ist?

Und was ist mit den armen Ländern, die nicht einmal die Kapazitäten für Tests, geschweige denn für eine Behandlung von Corona-Patienten haben? Was ist mit Ländern wie Haiti, Nigeria und Bangladesch? Und was ist mit dem Iran, wo die Sanktionen, die jede wirksame medizinische Versorgung verhindern, offensichtlich bereits jetzt unnötig viele Menschenleben fordern?

Was ist mit den Heuschreckenschwärmen in afrikanischen und asiatischen Ländern, eine seit vielen Monaten bekannte Gefahr, bei der die lächerlich geringe erforderliche Finanzhilfe von 76 Millionen Dollar nicht aufgebracht wurde, so daß nun die Gefahr besteht, daß sich die Heuschrecken zu einer ausgewachsenen Plage entwickeln und in kurzer Zeit das Leben von Millionen von Menschen bedrohen?

Was ist mit den barbarischen Szenen an der türkisch-griechischen Grenze, wo die Polizei von beiden Seiten Tränengas gegen Flüchtlinge einsetzt, wo die eine Seite diese Menschen, die absolut nichts haben, „instrumentalisieren“ kann, aber die andere Seite nicht weniger barbarisch versucht, die „EU-Außengrenzen“ zu schützen? Glaubt das EU-Establishment wirklich, es könne einen neuen Limes-Grenzwall um Europa herum bauen, während Südwestasien und Afrika mit einer Coronavirus-Pandemie, einer Heuschreckenplage, Hunger und Verzweiflung implodieren?

Dieses Establishment hat die Augen vor den interventionistischen Kriegen der Regierungen Bush und Obama verschlossen, die schließlich die Hauptursache für die Flüchtlingskrise waren. Man hatte in den letzten Jahrzehnten kein Interesse am Aufbau von Infrastruktur in Afrika, vor allem wegen der verbreiteten neomalthusianischen Ideologie. Hat man denn die Idee akzeptiert, dieser Pandemie und dieser Heuschreckenplage ihren „natürlichen Lauf“ zu lassen? Paßt das nicht zur grünen Ideologie, die predigt, daß weniger Menschen gut für die Umwelt sind?

Es gibt eine Lösung für diese existentielle Krise, aber wenn die sogenannten „Eliten“ moralisch nicht in der Lage sind, die notwendigen Reformen einzuleiten, brauchen wir eine breite Mobilisierung der Bevölkerung, die zu „Staatsbürgern“ werden muß. Es muß eine breite gesellschaftliche Forderung an die führenden Länder der Welt – angefangen mit den USA, China, Rußland und Indien, unterstützt von anderen – gerichtet werden, umgehend die notwendigen Maßnahmen zur Reorganisation des gegenwärtigen Finanzsystems zu ergreifen. Der beste Weg, dies zu erreichen, ist die Durchführung eines sofortigen Notfall-Gipfels von Präsident Trump, Präsident Xi, Präsident Putin und Premierminister Modi, um die folgenden Schritte einzuleiten:

  1. Es muß unverzüglich ein globales Trennbankensystem eingeführt werden, das genau dem Vorbild von Roosevelts Glass-Steagall-Gesetz vom 16. Juni 1933 nachempfunden ist. In diesem System müssen die Geschäftsbanken unter staatlichen Schutz gestellt und durch eine Brandmauer vollständig von den spekulativen Investmentbanken getrennt werden, die keinen Zugang mehr zu den Vermögenswerten der Geschäftsbanken oder zu Rettungsaktionen durch Steuergelder haben dürfen. Toxische Papiere dieser Banken einschließlich ausstehender Derivatkontrakte müssen abgeschrieben werden. Berechtigte Forderungen, die mit der Realwirtschaft oder mit den Renten und anderen Vermögenswerten der arbeitenden Bevölkerung zusammenhängen, sind auch im neuen System als gültig einzustufen. Einige Kategorien von Zahlungsansprüchen müssen vorläufig eingefroren und von staatlichen Institutionen auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden.
  2. In jedem Land muß eine Nationalbank in der Tradition von Alexander Hamilton oder der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet werden, damit staatliche Kredite für produktive Investitionen die physische Wirtschaft mit den notwendigen Mitteln versorgen können. Die Vergabe dieser Kredite muß sich an den Prinzipien einer hohen Energieflußdichte und einer optimalen Steigerung der produktiven Produktionskapazitäten und der Arbeitskraft durch Betonung des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts orientieren.
  3. Unter den teilnehmenden Ländern muß ein System fester Wechselkurse eingerichtet werden, und es müssen Kooperationsverträge zwischen souveränen Staaten zum Zwecke genau definierter Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte abgeschlossen werden. Diese Verträge stellen zusammengenommen faktisch ein Neues Bretton-Woods-System in Roosevelts Sinne dar, mit der ausdrücklichen Absicht, die industrielle Entwicklung des Entwicklungssektors zu fördern.
  4. Für die dringend notwendige Steigerung der Produktivität der Weltwirtschaft, um eine Weltbevölkerung von derzeit fast acht Milliarden Menschen zu versorgen, brauchen wir ein internationales Crashprogramm zur Realisierung der Fusionsenergie und anderer Avantgardetechnologien wie in der optischen Biophysik und den Biowissenschaften, um Lösungen für Herausforderungen wie das Coronavirus zu finden, sowie internationale Zusammenarbeit in Raumfahrt und Weltraumtechnologie; dies kann die notwendige nächsthöhere wirtschaftliche Plattform der Weltwirtschaft schaffen, wie sie der Ökonom Lyndon LaRouche entwickelt hat.

Die von Präsident Xi Jinping initiierte „Belt & Road“-Initiative, der sich bereits 157 Länder angeschlossen haben, bietet eine konkrete Perspektive, um die dringend erforderliche industrielle Entwicklung nach Südwestasien und Afrika zu bringen. China hat angeboten, mit allen Ländern dieses Planeten in einer Win-Win-Kooperation zusammenzuarbeiten, um die Neue Seidenstraße nach Südwestasien und Afrika auszudehnen und auf diese Weise eine konkrete Entwicklungsperspektive zu bieten, die der einzige menschliche Weg zur Lösung der Flüchtlingskrise ist. Die Vereinigten Staaten und alle europäischen Nationen müssen mit diesem Plan zusammenarbeiten.

Wir, die Unterzeichner, richten diesen dringenden Appell an die genannten Regierungen, in diesem Augenblick einer außerordentlichen Herausforderung für die Sicherheit und Existenz der gesamten Menschheit zu handeln, um die Fehler des gegenwärtigen Systems, die zu dieser gegenwärtigen Krise geführt haben, zu korrigieren und zu den Prinzipien des Gemeinwohls, der Souveränität des Nationalstaats, der Ernährungs- und Energiesicherheit zurückzukehren und eine Vision für die gemeinsamen Ziele der Menschheit und eine Zukunftsgemeinschaft der Menschheit umzusetzen.

 

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