Top Left Link Buttons

tobi

Author Archives

Internationale Friedenskoalition #161, 03.07.2026, 18.00 Uhr

250 Jahre amerikanische Unabhängigkeit: Jetzt den Kolonialismus für immer begraben!

161. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

250 Jahre amerikanische Unabhängigkeit: Jetzt den Kolonialismus für immer begraben!

03. Juli 2026
18.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Diese Woche begrüßen wir: Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Prof. Richard Anderson Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor sowie ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten (2008–2014); Dennis Kucinich, ehemaliger US-Kongressabgeordneter aus Ohio und ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat; Baltazar Valdez Armentía, Leiter der „Vereinigten Bauern von Sinaloa“ und des Lenkungsausschusses der Nationalen Front zur Rettung der mexikanischen Landwirtschaft; Bassam el Hachem, Soziologe, Professor an der Universität des Libanon und politischer Aktivist; Jose Vega, unabhängiger US-Kongresskandidat; sowie weitere Persönlichkeiten, die in Kürze bekannt gegeben werden.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

„Wir sind näher am Dritten Weltkrieg als je zuvor“, erklärte Helga Zepp-LaRouche in ihrem internationalen Webcast vom 1. Juli. „Die gesamte Lage hat sich dramatisch verschlechtert: Die Angriffe zwischen den USA und dem Iran wurden wieder aufgenommen; die Gespräche in Doha sind in einer Sackgasse. Ich halte diese Situation daher für sehr bedrohlich. Und die Lage in der Ukraine – ich weiß nicht, was davon schlimmer ist.“

Zwar bestätigte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei, am Dienstag, dass Teheran und Washington über politische Kanäle kommunizieren, doch die Unterstützung der Trump-Regierung für die „Groß-Israel“-Politik im Libanon bedeutet das Scheitern einer Lösung. Am Dienstag besuchten der israelische Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz das besetzte Gebiet im Libanon, wobei Netanjahu schwor: „Solange die bewaffnete Hisbollah hier ist und uns bedroht, werden wir hier bleiben.“ Wie bekannt geworden, überträgt ein Sicherheitsanhang zum Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon der libanesischen Armee die Aufgabe, die Hisbollah zu vertreiben, was zu einem Bürgerkrieg führen könnte.

Unterdessen geht der realitätsferne Militäraufbau in Europa gegen Russland weiter. Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer präsentierte den neuen, 300 Milliarden Pfund schweren Verteidigungsinvestitionsplan als Beschäftigungsprogramm. Darüber hinaus fordert die NATO Unternehmen des privaten Sektors auf, Technologien für Fernangriffe auf Flugplätze in Russlands zu entwickeln.

Russland nimmt die Haltung des Westens und dessen unverhohlene militärische Aggression mithilfe der Ukraine nicht auf die leichte Schulter. „Die USA, Großbritannien und Europa streben nach totaler globaler Vorherrschaft“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow letzte Woche, „damit niemand sie daran hindern kann, weiterhin weltweit Ressourcen auszubeuten und auf Kosten anderer zu leben.“

Dieser unverhohlen koloniale Reflex ist jedoch ein aussichtsloses Unterfangen. „Ich glaube nicht, dass die Investitionen in die Kriegswirtschaft den Verlust realer Vermögenswerte in der Realwirtschaft ausgleichen werden“, warnte Zepp-LaRouche. „Es könnte sehr wohl sein, dass wir auf einen vollständigen Zusammenbruch und eine Depression zusteuern, insbesondere wenn man bedenkt, dass die anhaltende Blockade der Straße von Hormus dazu exponentiell beiträgt. Die vollen Auswirkungen des Energiemangels, der durch die Straße von Hormus entsteht, werden wahrscheinlich erst ab August zu spüren sein.“

Die UN-Handels- und Entwicklungsorganisation veröffentlichte dazu am 30. Juni einen Bericht. Darin wird gewarnt, dass selbst bei einer Wiederaufnahme des Öltransports durch die Straße von Hormuz die Normalisierung des Handels länger dauern wird und dass die daraus resultierenden hohen Lebensmittelpreise zu akuter Unterernährung in gefährdeten Ländern beitragen werden.

„Es gibt so viele unkalkulierbare Aspekte in dieser ganzen Angelegenheit“, fuhr Zepp-LaRouche fort, „dass das Ganze in einer regelrechten Tragödie der Zivilisation enden könnte, mit einem Zusammenbruch des Westens, einem Zusammenbruch des Finanzsystems, einer tiefen Depression und unkontrollierten Kriegsszenarien in vielen Teilen der Welt. Wir stehen vor einem potenziellen Zusammenbruch der Zivilisation, ausgelöst durch fünf, sechs, sieben verschiedene Faktoren.

„Ich denke, die einzige Antwort darauf ist, dass die Menschen aufwachen und ‚Halt!‘ sagen müssen, wie es der Papst in einer seiner Ansprachen gesagt hat: ‚Haltet ein, tut Buße, kehrt um!‘ Diese Worte sollte sich jeder zu Herzen nehmen.“

Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli bietet den Anlass, sich an die universell gültigen Prinzipien zu erinnern und zu bekräftigen, die der Gründung der amerikanischen Republik und ihrem Sieg über das Britische Empire zugrunde lagen. Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare wird am 5. Juli dazu in Philadelphia eine Veranstaltung unter dem Titel „America 250: a Rededication“ durchführen. Mögen kommende Generationen mit Bewunderung auf jene zurückblicken, die sich heute entscheiden, das imperiale Kolonialsystem ein für alle Mal zu begraben.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Wir brauchen eine neue Strategie für die Zukunft!

Mittwoch, 1. Juli 2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten- und Kollegenkreis, um die Reichweite der von der LaRouche-Bewegung vorgestellten Lösungsansätze zu erhöhen.

Die Konflikte sowohl im Iran als auch in der Ukraine haben sich in den letzten Tagen und Wochen weiterentwickelt. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, fasste die strategische Lage in einem Gespräch mit Mitarbeitern wie folgt zusammen:

„Die Weltlage ist nach wie vor so, dass der allgemeine Kurs auf den Dritten Weltkrieg zusteuert. Und während sich der Fokus tendenziell zwischen dem Nahen Osten und dem Konfliktgebiet Ukraine-Russland verschiebt, besteht die zugrunde liegende Dynamik darin, dass der kollektive Westen, der zwar ziemlich uneinig ist, dennoch nicht von seinen Bemühungen ablässt, die Vorherrschaft in der Situation zu behalten und die legitime Forderung der globalen Mehrheit nach einer neuen, gerechteren Weltwirtschaftsordnung zu unterdrücken.“

Tatsächlich haben sowohl die Vereinigten Staaten als auch der Iran in den letzten Tagen ihre Angriffe zumindest in gewissem Umfang wieder aufgenommen. Obwohl US-Präsident Donald Trump behauptet hatte, der Iran habe um ein Treffen gebeten, um den Waffenstillstand zu retten, und beide Seiten würden am Dienstag, dem 30. Juni, Unterhändler zu Gesprächen nach Doha in Katar entsenden, wurde Trump von iranischen Vertretern umgehend zurückgewiesen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, es werde in dieser Woche keine Gespräche mit den USA geben – weder auf technischer noch auf anderer Ebene. Eine iranische Fachdelegation werde diese Woche Katar besuchen, dies stehe jedoch in keinem Zusammenhang mit dem Besuch von US-Vertretern in dem Land.

Gleichzeitig treibt Israel seine Einmischung in Konflikte in der gesamten Region rasch voran, als wolle es jede mögliche Einstellung der Feindseligkeiten vereiteln. Es hat seine Angriffe auf den Südlibanon trotz des zwischen beiden Seiten unterzeichneten Waffenstillstands fortgesetzt. Und was diesen sogenannten Waffenstillstand betrifft, so zeigt ein genauerer Blick, dass er eindeutig so gestaltet wurde, dass Israel vollen Spielraum für die Fortsetzung seines provokativen Verhaltens erhält. Eine ähnliche Situation ist auch in Syrien zu beobachten, wo Israel seine Präsenz ausweitet.

Zwar besteht noch ein schwacher Hoffnungsschimmer, dass das Memorandum zwischen den USA und dem Iran trotz Trumps Unzulänglichkeiten zum Ausgangspunkt für einen umfassenderen regionalen Frieden werden könnte, doch erfordert dies eine sofortige und klare Entscheidung, Israel in Schach zu halten – eine Entscheidung, die offensichtlich noch nicht getroffen wurde.

In der Ukraine verschlechtert sich die Lage zusehends. Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe tief nach Russland hinein in der letzten Zeit dramatisch ausgeweitet und intensiviert und dabei zahlreiche Einrichtungen der Ölinfrastruktur getroffen. Präsident Putin hat in den vergangenen Tagen zwei Treffen mit führenden Vertretern der russischen Ölindustrie abgehalten. Zwar haben die Angriffe keine größeren Probleme verursacht, wie sie in den westlichen Medien angepriesen wurden, doch Putin sagte, sie hätten „gewisse Engpässe“ verursacht. Russland greife derzeit auf seine Erdölreserven zurück, merkte er an, doch diese lägen fast auf dem gleichen Niveau wie zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Das eigentliche Ziel dieser Angriffe, so sagte er in einem Interview am Sonntag, sei es, „als Teil der umfassenderen Konfrontation mit Russland eine Informationskampagne anzuheizen“.

Wie jedoch bereits mehrfach von russischer Seite sowie von EIR betont wurde, erfolgen diese Angriffe mit direkter Unterstützung europäischer Regierungen, wodurch Europa ins Fadenkreuz eines Krieges gerät, der zunehmend von Terroranschlägen auf zivile Infrastruktur geprägt ist. Dies geht einher mit einer zunehmenden Propagandaoffensive in den westlichen Mainstream-Medien, die die Ukraine und ihre Unterstützer dazu anstacheln, sich noch stärker in den Krieg gegen Russland zu stürzen – obwohl die Ukraine den Krieg verliert und kaum noch Menschen zum Kämpfen übrig sind.

Dieses wahnwitzige Spiel aus psychologischer Kriegsführung und Manipulation führt geradewegs in den Atomkrieg. Hat die Menschheit wirklich die moralische Überlebensfähigkeit verloren, dass sie zulässt, dass Fanatiker in Europa und den Vereinigten Staaten, die die Grenze zum klinischen Wahnsinn überschritten haben, die Welt in einen Krieg ziehen, der das Ende der Zivilisation bedeutet? Europa beschlagnahmt mittlerweile sogar russische Öltanker in internationalen Gewässern. Was wäre, wenn Russland mit gleicher Münze zurückzahlen und ein französisches Schiff beschlagnahmen würde? Oder eine der Drohnenfabriken in Europa bombardieren würde, in denen Drohnen für den Einsatz gegen Russland hergestellt werden? Was würden die Westeuropäer und die Vereinigten Staaten dann tun?

Es ist offensichtlich, dass die Menschheit am Rande einer Katastrophe steht – nicht wegen irgendwelcher Einzelheiten in Südwestasien oder der Ukraine, noch nicht einmal wegen der Personen in der Trump-Regierung, so katastrophal diese auch sein mögen. Vielmehr sind es diese geopolitischen Landminen, die das Britische Empire in den letzten 50 Jahren mithilfe seiner Agenten wie Henry Kissinger, Zbigniew Brzezinski und anderen gelegt hat und die die Weltmächte daran hindern, ein gemeinsames Paradigma der Zusammenarbeit zu finden.

Der jüngste Aufschwung politischer Bürgerbewegungen im Zuge des Völkermords in Gaza, des Krieges im Iran und der eklatanten Einschränkung der Meinungsfreiheit und anderer garantierter Rechte von Bürgern weltweit deutet darauf hin, dass die Zeit reif ist, den gescheiterten Status quo abzulehnen. Die jüngsten Wahlen im US-Bundesstaat New York und die überraschenden Siege angeblich „sozialistischer“ Kandidaten, die lediglich die Wahrheit über einige dieser Themen sagten, sind ein typisches Beispiel dafür. Doch was tritt an die Stelle des sterbenden und gescheiterten Systems?

Jetzt ist die Zeit für eine echte Bürgerbewegung gekommen, die das Denkvermögen der Menschen erweitert, das diese Verbrechen bisher toleriert und diesen Zustand der Welt hingenommen hat. Wir sind nun nur noch wenige Tage von der Feier zum Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli entfernt – ein Anlass für Amerikaner und Bürger auf der ganzen Welt, über die Prinzipien nachzudenken, die vor 250 Jahren den Kampf gegen das Imperium auslösten. Dieser Kampf ist heute noch nicht entschieden. Werden wir uns der Herausforderung stellen?


„Am Rande des Abgrunds“

Bericht vom 160. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Im Mittelpunkt der 160. wöchentlichen Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC/IFK) am 26. Juni standen die nach wie vor sehr ernste Kriegsgefahr und damit eng verbundene wirtschaftliche Fragen. Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche erklärte zu Beginn: „Die Welt steht am absoluten Abgrund.“ Ein wichtiges Hindernis für den Frieden sei, daß „man keinem einzigen Wort trauen kann, das von den sogenannten Führern des kollektiven Westens ausgesprochen wird“.

Sie sah eine „nicht gerade subtile Verschiebung“ in Äußerungen des russischen Außenministers Lawrow, der kürzlich erklärt hatte, die Anglosphäre sei auf eine vollständige Vorherrschaft aus und wolle keine Hindernisse für ihre fortgesetzte Ausbeutung der Ressourcen des Rests der Welt dulden. Die USA und Präsident Trump persönlich seien keine ehrlichen Vermittler zwischen Rußland und der Ukraine mehr, wie es bei dessen Treffen mit Präsident Putin im August 2025 in Anchorage in Alaska vereinbart worden sei. Deshalb äußerte Lawrow den Verdacht, daß Anchorage nur ein Schachzug war, um Zeit für die Ukraine zu gewinnen und sie als Sprungbrett für den Kampf gegen Rußland zu erhalten.

Zepp-LaRouche erklärte, während der Westen eine beispiellose Aufrüstung anstrebe, seien seine Volkswirtschaften am Zusammenbrechen. Die Ministerpräsidenten Kanadas und Luxemburgs, Mark Carney und Luc Frieden, forderten mit ihrem Aufruf zur Gründung einer Defence, Security and Resilience Bank (DSRB) offen eine Neuauflage der Politik von Hitlers Finanzminister Hjalmar Schacht zur Finanzierung der Aufrüstung. Die westlichen Länder müßten diesen Wahnsinn beenden und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Globalen Mehrheit erklären – „man würde sie mit offenen Armen empfangen“.

Anschließend wurde ein Videointerview mit dem ehemaligen israelischen Knesset-Abgeordneten und ehemaligen Generaldirektor von Peace Now Mossi Raz eingespielt, das Gerald Belsky von EIR geführt hat. Raz äußerte sich zu dem jüngsten offenen Brief ehemaliger israelischer Amtsträger, die eine Ausmerzung des „jüdischen Terrorismus“ im besetzten Westjordanland fordern. Raz sagte, die Untätigkeit der israelischen Sicherheitskräfte gegenüber den extremistischen Siedlern sei gefährlich. Raz setzt sich für eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina ein und betont, weil keine der beiden Seiten das Gebiet verlassen werde, müsse es eine wirtschaftliche Zusammenarbeit geben. Den meisten Israelis sei dieses Potential aber nicht bewußt, junge Israelis wüßten nichts von der entsprechenden jüngsten Initiative der Arabischen Liga. Die meisten glaubten, daß die Araber sie nur umbringen wollen.

Danach sprach Dr. Taylor Haynes, ehemaliger republikanischer Gouverneurskandidat im Staat Wyoming und Vorsitzender der Organization for Competitive Markets (OCM). Er sagte, er kämpfe an zwei Fronten: Als Rancher stelle er sich gegen die vier großen Konzerne, die 85% der Fleischverarbeitung in den USA kontrollieren und ihre Macht über den Lebensmittelvertrieb ausbauen. Gleichzeitig informiere er die Menschen in seiner Region über die schädlichen Auswirkungen von Windparks und anderen Maßnahmen zum „Klimaschutz“.

Zur Geopolitik könne er wenig sagen, weil die Informationen der Medien unzuverlässig seien. Dazu erwähnte Zepp-LaRouche das neue Buch Der Wahrheitskomplex von Norbert Häring, in dem beschrieben wird, wie im gesamten Westen eine Kontrolle der öffentlichen Meinung durchgesetzt wurde, u.a. indem künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt wird, um abweichende Standpunkte zu unterdrücken.

Co-Moderator Dennis Small ergänzte, in Mexiko wehre sich die Nationale Front zum Schutz des Landes dagegen, daß Mexikos Getreideversorgung auf die Chicagoer Warenbörse angewiesen ist, der weltweit größten Organisation für den Derivatehandel, deren Spekulation die Existenz der mexikanischen Landwirte und deren Fähigkeit, die Bevölkerung zu ernähren, bedrohe.

Die Co-Moderatorin Anastasia Battle war gerade vom Weltjugend-Entwicklungsforum 2026 aus Wuhan in China zurückgekehrt, auf dem konkrete Lösungen für Armut und Nahrungsmangel erörtert wurden und wo sie selbst und die Präsidentin des amerikanischen Schiller-Instituts Megan Dobrodt gesprochen hatten. Dort wurde eine Erklärung für Frieden durch wirtschaftliche Entwicklung verabschiedet. Es habe eine tiefgründige Diskussion über KI gegeben, so hätten einige Redner gesagt: „Die KI hat Geschwindigkeit, ihr habt eine Seele – gestaltet gemeinsam mit ihr.“ Die menschliche Kreativität könne Sprünge machen, zu denen die KI nicht fähig ist.

Battle berichtete über die „nachhaltige Entwicklung mit dem Menschen im Mittelpunkt“ als Schlüssel zur Befreiung von hunderten Millionen Chinesen aus der Armut. Einige Konferenzteilnehmer konnten den Drei-Schluchten-Damm besichtigen, wo sie über Chinas erfolgreiche Regulierung des Jangtse informiert wurden. Der Damm versorge 300 Millionen Menschen mit Strom. Er zähme den Fluß, der früher häufig über die Ufer trat, was Menschenleben forderte. Die Chinesen seien aktiv bemüht, die Pflanzen- und Tierwelt und Kultur entlang des Flusses zu erhalten und wiederzubeleben. So werde beim Drachenbootfest der beliebte Dichter Qu Yuan (um 300 v.Chr.) gefeiert. Früher habe es nur noch zehn chinesische Störe gegeben, mittlerweile sei die Zahl auf 300.000 gestiegen. Entgegen den Behauptungen westlicher Umweltschützer müsse Entwicklung nicht Naturzerstörung bedeuten.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), warnte, der Rußland-Ukraine-Konflikt sei im Hinblick auf eine mögliche Eskalation zu einem Atomkrieg gefährlicher als der Iran-Konflikt. Die Russen seien mit ihrer Geduld am Ende. Jegliche Vereinbarungen von Anchorage seien hinfällig. Rußland mache im Krieg rasche Fortschritte. Anders als bei der deutschen Operation Barbarossa 1941 sei Rußland „diesmal vorbereitet“.

Johnson wies darauf hin, daß Länder auf der ganzen Welt ihre strategischen Erdölreserven aufbrauchen, bei Diesel und Flugbenzin drohe schon ein kritischer Mangel. Die Straße von Hormus sei nicht offen, andere Behauptungen seien gelogen.

Zepp-LaRouche antwortete, das Worst-Case-Szenario wären eine militärische Eskalation und ein Zusammenbruch des Finanzsystems zur gleichen Zeit. Die westlichen Eliten seien nicht bereit, ihre gescheiterte Politik zu ändern, sondern versuchten nur, die öffentliche Wahrnehmung zu kontrollieren und jede Diskussion über Alternativen auszuschließen.

Johnson stellte fest, daß Rußland und China eine neue Sicherheitsarchitektur am Persischen Golf fordern, wobei Pakistan, von China diplomatisch unterstützt, eine führende Rolle einnehme. Die BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit verdrängten den Einfluß der USA in der Region. Er kommentierte auch die Vorwahlen in den USA am Dienstag, wo in New York mehrere anti-zionistische Kandidaten siegten: „Die Giftigkeit der Sprache dieser Zionisten spiegelt wider, in welch großen Schwierigkeiten sie stecken.“ Der Einfluß der Lobbygruppe AIPAC sei im Niedergang.

Diskussion

Dennis Small warb um finanzielle Unterstützung, damit die IPC noch weitere 160 Treffen abhalten kann. Ein Beispiel für die erfolgreiche Arbeit der IPC sei ein spanischer Bischof, der auf einen Brief einer Aktivistin, über den in der letzten Sitzung berichtet worden war, eine Antwort schickte, in der er diese Arbeit ausdrücklich unterstützt und bekräftigt, daß sie im Einklang mit den Bestrebungen des Papstes stehe.

Zepp-LaRouche warnte, man dürfe nicht den Informationskrieg unterschätzen, der mit der Kontrolle des Narrativs und der altbewährten Taktik „Teile und herrsche“ laufe. Das sei der Grund dafür, daß die Friedensbewegung nicht geeint ist. Das müßten wir umgehen.

Ein Teilnehmer fragte, warum nur China und Rußland das in der Verfassung der USA verankerte öffentliche Kreditsystem übernommen hätten, und Small antwortete, jedes Land, das versuche, ein solches System einzuführen, lege sich mit den mächtigsten und gefährlichsten Kräften der Welt an. Damit ein Kreditsystem funktioniere, müsse es vor den Kräften der Finanzspekulation abgeschirmt werden, die versuchen werden, die ausgegebenen Kredite von der realen Produktion abzuzweigen und in ihre Spekulationsblasen zu leiten.

In abschließenden Bemerkungen versprach Haynes, er werde seine Aktivitäten in den sozialen Medien trotz Hindernissen wie „Shadowbanning“ fortsetzen und bei Veranstaltungen intervenieren, um die Fakten ruhig darzulegen.

Zepp-LaRouche warnte: „In den nächsten Monaten stehen sehr stürmische Zeiten bevor.“ Wir müssen Realisten sein, was die Gefahr angeht, aber auch unerschütterliche Optimisten. Die Globale Mehrheit, 80% der Menschheit, bewege sich in eine positive Richtung. Wie sie im letzten ihrer „Zehn Prinzipien einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ betont, sei der Mensch von seinem Wesen her gut; das Böse werde durch mangelnde Entwicklung verursacht und könne durch Entwicklung überwunden werden. Der amerikanische Papst Leo XIV. sei ein „Geschenk des Himmels“, und wir sollten seine Enzyklika Magnifica Humanitas als eine „gewaltige Waffe“ für den Frieden einsetzen.          eir


Internationale Friedenskoalition #160, 26.06.2026, 17.00 Uhr

Steigt von eurem hohen Ross herunter und arbeitet zusammen!

160. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Steigt von eurem hohen Ross herunter und arbeitet zusammen!

26. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Diese Woche begrüßen wir Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der israelischen Knesset und ehemaliger Geschäftsführer von „Peace Now“; Dr. Taylor Haynes, nationaler Vorsitzender der Organization for Competitive Markets (OCM) und ehemaliger republikanischer Kandidat für das Amt des Gouverneurs von Wyoming und einen Bericht aus China sowie weitere Beiträge hören.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

„Ich sage schon seit langem, dass der Westen nur überleben und eine Katastrophe vermeiden kann“, so Helga Zepp-LaRouche am 24. Juni bei ihrem internationalen Webcast, „wenn es gelingt, die geopolitische Konfrontation zu beenden und mit der Globalen Mehrheit zusammenzuarbeiten.“

„Das Problem“, fuhr sie fort, „ist in Wirklichkeit, dass wir immer noch in Form eines Imperiums regiert werden. Die Menschen glauben, das Britische Empire sei nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden, aber … es ist der Apparat der Zentralbanken, der Versicherungsgesellschaften, der Rückversicherungsgesellschaften, der riesigen Megamilliardäre und Konzerne, die von einer sehr kleinen Clique von Menschen kontrolliert werden. Und wenn wir dieses System nicht ändern, indem wir zum Glass-Steagall-Gesetz zurückkehren und zu einem Wirtschaftssystem, das auf das Gemeinwohl der Menschen ausgerichtet ist, wird sich die Lage immer weiter verschlimmern … Ich weiß, dass es zwar in vielen Ländern viele gute Menschen gibt, doch die Strukturen sind jene, die Papst Johannes Paul II. am Ende des Kalten Krieges bekanntermaßen als ‚Strukturen der Sünde‘ bezeichnet hat.“

Nur wenige Stimmen haben diese Ansicht in den letzten Monaten eindringlicher zum Ausdruck gebracht als Papst Leo XIV., dessen Äußerungen und Schriften, so Zepp-LaRouche, „eine unverzichtbare Stimme darstellen, wenn die Menschheit eine nukleare Katastrophe vermeiden soll“.

In seiner Rede vom 22. Juni vor dem Welternährungsprogramm in Rom stellte Papst Leo fest, dass die Welt Konflikte leichter nährt als Menschen. Er fragte: „Welche Konfiguration der Weltordnung ist in der Lage, solche Zustände hervorzubringen, zu reproduzieren und … zu normalisieren?“

Die wachsende Kluft zwischen der untergehenden geopolitischen Weltordnung – und ihren anhaltenden Verbrechen – und einem sich abzeichnenden, gerechteren System war in den letzten Tagen und Wochen ein zentrales Diskussionsthema in einer Reihe von Foren, in denen sich führende Politiker aus China, Russland und anderen Ländern der Globalen Mehrheit trafen, um die globale strategische Lage zu erörtern.

Auf dem 12. jährlichen Forum der „Primakow-Lesungen“ in Moskau am 23. Juni beschrieb der russische Präsidentenberater Juri Uschakow den „sogenannten kollektiven Westen“ als eine Kraft, die „alles in ihrer Macht Stehende tut, um die nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte internationale Ordnung durch eine eigene Ordnung zu ersetzen, die auf den von ihr selbst geschaffenen Regeln basiert … Warum brauchen die Westler das? … Um ihre Vorherrschaft in Politik, Wirtschaft, Technologie und anderen Bereichen zu bewahren, die ihnen entgleitet. Um die Kontrolle über die Ströme des internationalen Handels, die Wertschöpfungsketten und die natürlichen Ressourcen zu behalten…“

Als wolle er Uschakows Argument untermauern, verhängte der US-Außenminister Marco Rubio weitere Sanktionen gegen das leidende Kuba, während das US-Militär den Philippinen im Rahmen des US-Aufrüstungsprozesses gegen China vier maritime Drohnen zur Verfügung stellte.

„Auch wenn das Gesetz des Dschungels vorübergehend vorherrschen mag“, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Dienstag auf dem BRICS-Sicherheitsforum in Neu-Delhi, „ist es nicht nachhaltig.“

Helga Zepp-LaRouche fordert, eine „Bewegung von Weltbürgern aufzubauen, die für Entwicklung als neuen Namen für Frieden kämpfen … Wir brauchen bessere Menschen. Die Menschen müssen sich weiterentwickeln und wieder menschlicher werden und dürfen keine Strukturen der Sünde tolerieren. Und das kann nur durch eine Bewegung von Weltbürgern erreicht werden.“ Sie wird am Freitag, dem 26. Juni, eine Diskussion der Internationalen Friedenskoalition leiten. Verbreiten Sie ihre Erklärung: „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: ‚Haltetein! Bereut! Ehe es zu spät ist!‘ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!“.

Papst Leo XIV. ruft in seiner Enzyklika Magnifica Humanitas zum Handeln auf: „Die Zivilisation der Liebe ist keine naive Utopie, sondern ein anspruchsvolles Projekt, das darin besteht, Nächstenliebe in Strukturen der Gerechtigkeit umzusetzen, Brüderlichkeit institutionell zu verankern und andere – seien es Einzelpersonen oder Völker – als Verbündete zu betrachten, die für den Aufbau des Gemeinwohls notwendig sind. Wie uns die Enzyklika Fratelli tutti in Erinnerung gerufen hat, ist nur diese soziale Liebe fähig, zu einer Kultur und einer Norm zu werden und dadurch eine stabile internationale Ordnung herbeizuführen, die das bloße bewaffnete Nebeneinander in eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft verwandelt.“

Die Frage, vor der der Westen steht, ist, ob wir diesem Aufruf folgen werden – oder weiter an einer zusammenbrechenden geopolitischen Ordnung festhalten. Wie Zepp-LaRouche es formulierte: „Steigt von eurem hohen Ross herunter und kooperiert!“


Radio Television Serbia sendet Bericht über Berliner Konferenz des Schiller-Instituts

24. Juni 2026 (EIRNS) – In der Morgensendung des nationalen Rundfunk- und Fernsehsenders Radio Television Serbia (RTS) am 22. Juni präsentierte die Redakteurin Dr. Jasminka Simić einen 4-minütigen Videobericht über die Konferenz des Schiller-Instituts vom 30. bis 31. Mai 2026 in Berlin, an der sie als Rednerin teilgenommen hatte. 

Zur dringenden Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, mit der sich die Konferenz beschäftigte, zitiert sie Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, Professor Zhang Weiwei (Direktor des China-Instituts an der Fudan-Universität in Shanghai), Pino Arlacci (früherer stellv. UN-Generalsekretär), den Rechtsanwalt und Autor Dr. Wolfgang Bittner, Charles Onana (Politikwissenschaftler aus Kamerun) und den früheren französischen Präsidentschaftskandidaten Jacques Cheminade.

Simic unterstreicht die Bedeutung der strategischen Perspektive von Lyndon LaRouche: „Als der amerikanische Präsident Nixon im Sommer 1971 feste Wechselkurse durch flexible Wechselkurse ersetzte, sagte der amerikanische Ökonom und Gründer des Schiller-Instituts, Lyndon LaRouche, voraus, dass die Fortsetzung des liberalen Kurses zwangsläufig zu einer neuen Systemkrise, einer Depression und der Gefahr eines Krieges führen würde, sofern nicht ein völlig anderes Wirtschaftssystem eingeführt würde.“

Abschließend berichtet Simić über Helga Zepp-LaRouches Kampagne für die Schaffung einer „Bewegung von Weltbürgern”. Diese basiere auf dem Konzept der „Übereinstimmung der Gegensätze“, das der deutsche Philosoph und Mathematiker Nikolaus von Kues im 15. Jahrhundert entwickelt hat. „Das bedeutet, dass wir zwar gegensätzliche Ansichten vertreten, aber dieselben Herausforderungen der modernen Gesellschaft teilen – von der Pandemie bis hin zu nuklearen Bedrohungen –, was uns untrennbar mit einem neuen Paradigma in den internationalen Beziehungen verbindet, das auf der Idee der Einheit der Menschheit beruht.“

Auf der Webseite des Schiller-Instituts finden Sie das Archiv mit allen Beiträgen der zweitägigen Konferenz.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Die Großartige Menschheit muss sich entscheiden

Mittwoch, 24.06.2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten- und Kollegenkreis, um die Reichweite der von der LaRouche-Bewegung vorgestellten Lösungsansätze zu erhöhen.

Im vergangenen Monat gelang es zwei Teams von Menschen, gleichzeitig bis an die beiden Enden des Universums vorzudringen. In den Hügeln Südchinas fing das JUNO-Observatorium – eine 20.000 Tonnen schwere, mit Szintillator-Flüssigkeit gefüllte Kugel, die von mehr als 43.000 Lichtsensoren überwacht wird und sich 650 Meter unter der Erdoberfläche befindet – das fast schwerelose Flackern von Neutrinos ein und maß in nur 59 Betriebstagen die Gesetze, die diese geisterhaften Teilchen bestimmen, präziser als alle früheren Experimente der letzten Jahrzehnte zusammen. In denselben Wochen veröffentlichte die LIGO-Virgo-KAGRA-Kollaboration ihren neuesten Katalog von Gravitationswellen: Rund 390 Kollisionen von Schwarzen Löchern und Neutronensternen wurden inzwischen aufgezeichnet – Wellen im Gewebe der Raumzeit selbst, von denen eine auf eine Verschmelzung in mehr als drei Milliarden Lichtjahren Entfernung zurückgeführt werden konnte. Vor einem Jahrzehnt hatten wir genau eine entdeckt.

Weder das Neutrino noch das Schwarze Loch kann man sehen, hören oder berühren. Sie liegen, wie Lyndon LaRouche 2010 schrieb, gänzlich außerhalb der Reichweite der Sinne: „Im sehr Großen wie im sehr Kleinen können die Maßstäbe der Sinneswahrnehmung keinen Anspruch mehr auf Autorität über jene Prinzipien erheben, die im Wesentlichen in dem liegen, was Riemann als die Extreme unseres Universums bezeichnet.“ Und genau dort, fügte er hinzu – „in nichts so sehr wie in eben diesen Extremen“ –, müssen die tiefsten Gesetze des Universums gesucht werden. Um sie zu entdecken, wartet die Menschheit nicht darauf, dass die biologische Evolution uns bessere Augen beschert; wir schaffen neue Sinne. Unsere Spezies ist die einzige, die wir kennen, die über ihre eigenen Sinne hinausgreift, um das sehr Große und das sehr Kleine zu erfassen, und die das Universum durch das, was wir lernen, verändert.

Messen wir die Gegenwart an diesem Bild der Menschheit.

In der Schweiz endete am 21. Juni im Ferienresort Bürgenstock die erste Runde der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Rahmen des 14-Punkte-Memorandums von Islamabad, vermittelt durch Katar und Pakistan, wobei die USA und der Iran noch nicht direkt miteinander sprachen. Sie einigten sich auf einen Fahrplan für ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen, auf einen hochrangigen Ausschuss zur Überwachung dieses Prozesses und – was am folgenreichsten ist – auf eine „Streitvermeidungs-Zelle“, die das Ende der Militäroperationen im Libanon sicherstellen soll – was der iranische Außenminister als den „ersten echten Test“ der Verhandlungen bezeichnete. Dieser Test ist bereits im Gange: Israel weigert sich, den Südlibanon zu verlassen (und „nichts wird daran etwas ändern“, wie Ministerpräsident Netanjahu betont), während der Iran die Wiederöffnung der Straße von Hormus an einen echten libanesischen Waffenstillstand geknüpft hat. Die Aussicht auf Frieden ist real, aber fragil.

Selbst wenn er Bestand haben sollte, ist der Schaden bereits angerichtet und breitet sich weiter aus. Nach Schätzungen der Energiemärkte werden bis weit ins Jahr 2027 hinein täglich etwa 15 Millionen Barrel Öl – und das entsprechende Energieäquivalent in Form von Flüssigerdgas – im weltweiten Angebot fehlen, was eine Wirtschaft belastet, die ohnehin schon in der „Alles-Blase“ aus fremdfinanzierten Schulden und Derivaten verstrickt ist. Die Auswirkungen werden, wie so oft, von den Ärmsten zu spüren sein. Der jüngste „Hunger Hotspots“-Bericht der UN warnt davor, dass Hunderte Millionen Menschen mit zunehmendem Hunger konfrontiert sind, während gleichzeitig die Lebensmittel- und humanitäre Hilfe gekürzt wird. Der gleichen Spezies, die JUNO gebaut hat, wird gesagt, dass es nicht genug zu essen geben wird.

Das ist der Widerspruch unserer Zeit. Der Spezies, die die Kollision von Schwarzen Löchern vor drei Milliarden Jahren entschlüsseln kann, wird von den Verwaltern eines sterbenden Systems gesagt, sie könne es sich nicht leisten, ihre Jugend zu versorgen, die Hungrigen zu ernähren oder eine Eisenbahnstrecke durch eine Wüste zu bauen. Es ist ein Versagen der Politik, kein Mangel an Fähigkeiten.

Helga Zepp-LaRouche benennt das größte Versagen direkt: die Weigerung, die Unteilbarkeit von Sicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung aller Nationen anzuerkennen. Was der Iran für den relativ hilflosen Libanon und über den Libanon hinweg für den gesamten Globalen Süden fordert, ist das, was Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika Magnifica Humanitas für die gesamte Menschheit festhält: dass kein Volk in den Himmel steigen darf auf einem Turm, der dadurch errichtet wurde, dass man den Armen die Leiter weggetreten hat.

Der Papst betitelte diese Enzyklika mit „Die großartige Menschheit“. Der Neutrino-Detektor und der Gravitationswellenkatalog sind Beispiele dafür, was das bedeutet – Charakteristika desjenigen Geschöpfes, von dem gesagt wird, es sei, anders als jedes Tier, nach dem Ebenbild des Schöpfers geschaffen. Eine Zivilisation, die sich an dieser Wahrheit orientiert, würde die Entwicklung jeder Nation als natürliche Erweiterung derselben schöpferischen Kraft betrachten, die JUNO geschaffen hat. Eine Zivilisation, die diese Wahrheit über die menschliche Natur leugnet, führt Krieg gegen Stauseen und lässt Hunderte von Millionen Menschen hungern.

Welches dieser beiden Modelle wir vorantreiben werden, liegt an uns. Die Entscheidung fällt jetzt: in den Verhandlungsräumen in Luzern, während die 60-Tage-Frist bis zu einer endgültigen Einigung abläuft, bei der Mobilisierung der Internationalen Friedenskoalition an diesem Freitag und auf den Straßen der Nation, die bald ihren 250. Geburtstag feiert. Möge es ein Fest dessen sein, was einst die große antikoloniale Republik der Vereinigten Staaten war und wieder sein kann – ein Fest unter der Leitung der LaRouche-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare, die am 5. Juli eine Veranstaltung in Philadelphia abhalten wird, zusammen mit dem unbezähmbaren Kongresskandidaten Jose Vega.

Das Universum offenbart seine tiefsten Prinzipien denen, die nach seinen Extremen streben.


Die Welt nach der Einigung zwischen USA und Iran

Die 159. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 19. Juni fand am Ende einer historischen Woche statt, zwei Tage nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Helga Zepp-LaRouche erklärte: „Es ist eine große Erleichterung, daß die Absichtserklärung unterzeichnet wurde“, doch es gebe immer noch viele mögliche Fallstricke. „Was wird Trump tun, wenn Israel sich nicht an das Abkommen hält?“ Sie bekräftigte ihren Lösungsvorschlag: Notwendig sei eine Entwicklungsstrategie entlang des „Oasenplans“, um eine dauerhafte Grundlage für echten Frieden zu schaffen.

Die von der Anglosphäre dominierte „unipolare Welt“ der Neokonservativen sei gescheitert, so Zepp-LaRouche. Die Nationen des Globalen Südens seien nicht mehr von den Kolonialmächten abhängig, Chinas Aufstieg biete ihnen eine andere Option für wirtschaftliche Beziehungen. „Das chinesische Experiment ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte.“ Sie betonte die Bedeutung der neuen Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV., die zu einer „Zivilisation der Liebe“ aufrufe, und erinnerte an das Wort von Konfuzius: „Man kann sich bewußt entscheiden, Liebe zu empfinden.“ Zepp-LaRouche hat gerade eine neue Erklärung veröffentlicht: „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: Haltet ein! Kehrt um! Bevor es zu spät ist! Der neue Name für Frieden ist Entwicklung!“

Dr. Abdullah Ahsan ist Professor für vergleichende Zivilisationsforschung und hat in Malaysia und der Türkei gelehrt. Er sagte, nach der Lektüre der Erklärungen des Papstes stelle sich die Frage: „Ist eine Zivilisation der Liebe überhaupt möglich?“ Er glaube es. Aber dafür brauche man Vertrauen auf der Grundlage der Menschenwürde, und das sei nicht leicht zu erreichen. So habe Israel die amerikanisch-iranische Einigung schon nach wenigen Stunden in Frage gestellt, indem es den Libanon bombardierte. Ahsan machte auch auf die unfaire Behandlung der iranischen Fußball-Nationalmannschaft aufmerksam, die an der Weltmeisterschaft in den USA teilnimmt, aber das Land nach jedem Spiel sofort verlassen und sich in Tijuana in Mexiko einquartieren muß, womit ihr die nötige Ruhezeit vorenthalten wird.

Anschließend wurde ein Auszug aus einem Videointerview von Gerald Belsky von EIR mit Dr. Mohammad Toor gezeigt, dem Kuratoriumsvorsitzenden des Pakistanisch-Amerikanischen Kongresses und Präsidenten einer Organisation amerikanisch-pakistanischer Ärzte für Gerechtigkeit und Demokratie. Toor erörterte die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit für die wirtschaftliche Entwicklung, um die Grundlagen für Frieden zu schaffen. Er verwies konkret auf die Möglichkeit, die Iranisch-Pakistanische Gaspipeline durch ganz Pakistan und sogar bis ins benachbarte Indien zu verlängern.

Ein Wendepunkt für Brasilien

Luiz Erthal, Chefredakteur der brasilianischen Zeitung Toda Palavra, nannte den jüngsten G7-Gipfel in Frankreich einen „Wendepunkt der brasilianischen Außenpolitik“. Präsident Lula sei zu dem Treffen gereist, um den größten Volkswirtschaften der Welt klarzumachen, daß sie die Entwicklungsbedürfnisse des Globalen Südens nicht ignorieren dürfen. Lula habe sich US-Präsident Trump widersetzt, nachdem der die Kandidatur des Rechtsextremen Flávio Bolsonaro unterstützt hatte – wobei Trump ihn auch noch mit dessen Bruder Eduardo verwechselt hatte, beides Söhne des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Trump habe Lula auf der gesamten Konferenz gemieden. Lula habe in Frankreich deutlich gemacht, daß Brasilien keine ausländische Einmischung in seine inneren Angelegenheiten duldet. Lula habe gesagt, Trump „redet zu viel“, und jetzt müsse er „zuhören“. Die Länder des Globalen Südens würden es nicht hinnehmen, von China isoliert zu werden – einem Land, das ihnen eine echte Chance auf wirtschaftliche Entwicklung bietet.

Zur Frage einer humanen Behandlung von Migranten berichtete Erthal, Brasilien habe mehr als zwei Millionen Einwanderer aus Ländern wie Venezuela und Kuba aufgenommen und bearbeite eine wachsende Zahl von Asylanträgen. „Glücklicherweise steht Brasilien diesen Menschen offen gegenüber.“

Tim Rush von der amerikanischen LaRouche-Organisation TLO berichtete von Besuchen bei Kongreßbüros in Washington, wo er und sein Team gegen die im Entwurf des neuen US-Militärhaushalts geplante Fusion der Verteidigungs- und Geheimdienstapparate der USA, Israels und Großbritanniens sprachen. „Das ist ein Teil von etwas viel Größerem als Israel an sich“, sagte Rush. Die jungen Kongreßmitarbeiter, mit denen sie sich trafen, seien erstaunt über die Diskussion um Infrastruktur-Großprojekte gewesen, weil dies an eine Zeit in der amerikanischen Geschichte erinnert, von der sie nichts wußten.

Auf diesen Bericht folgte ein Videoausschnitt aus einem pakistanischen Fernsehinterview mit Zepp-LaRouche. Darin sagt sie, Trump selbst habe zugegeben, daß er Frieden mit dem Iran schließen müsse, um eine weltweite Wirtschaftskatastrophe abzuwenden. Auf die Frage eines Interviewers hin erläutert sie noch einmal den „Erweiterten Oasenplan“.

Zum Abschluß der Vorträge erinnerte Zepp-LaRouche daran, daß die USA 2,2 Billionen Dollar an Steuergeldern für den Afghanistankrieg ausgegeben haben, aber die Ergebnisse erbärmlich seien. Wenn man nur einen Bruchteil davon für Entwicklungshilfe ausgegeben hätte, hätte man Afghanistan in ein „blühendes Land“ verwandeln können.

Höhepunkte der Diskussion

Aktivisten aus aller Welt berichteten über ihre Erfahrungen bei der Organisation von Friedensaktionen. John Steinbach, langjähriger Anti-Atomwaffen-Aktivist und Mitbegründer des Hiroshima-Nagasaki-Friedenskomitees in Washington, berichtete über die jüngste Mahnwache seiner Organisation.

Ein spanischer Aktivist des Schiller-Instituts berichtete über eine Kampagne im Zusammenhang mit dem jüngsten Besuch des Papstes in dem Land, Briefe an alle Bischöfe in Spanien zu schicken, damit sie die Friedensvorschläge des Schiller-Instituts unterstützen.

Ein Teilnehmer fragte Erthal danach, wie man am besten den Drogenhandel bekämpfen und dabei anders als die USA die nationale Souveränität respektieren könne. Erthal antwortete, Brasiliens Bundespolizei sei bei der Drogenbekämpfung sehr erfolgreich, und die USA sollten den „Krieg gegen die Drogen“ nicht als Vorwand für politische Zwecke nutzen, die die Souveränität anderer Länder verletzen. Stattdessen sollten die USA hart gegen die Geldwäsche vorgehen. In seinen abschließenden Bemerkungen würdigte Erthal den 250. Jahrestag der Amerikanischen Revolution, die als Inspiration für die brasilianische Unabhängigkeit gedient habe.

Zepp-LaRouche antwortete auf eine Frage aus Deutschland zu der Diskrepanz zwischen technischem Fortschritt und moralischer Entwicklung. Sie erinnerte an die Beiträge des verstorbenen Weltraumpioniers Krafft Ehricke, der im Vorstand des Schiller-Instituts war, und betonte die Bedeutung von Friedrich Schillers Konzept der ästhetischen Erziehung.

Anschließend verglich sie die Einschätzung ihres verstorbenen Ehemanns Lyndon LaRouche zu den Anschlägen vom 11. September 2001 – der schon während sie liefen, in einer Sendung warnte, es müsse eine Insider-Komponente geben – mit den jüngsten Äußerungen von Palantir-Chef Peter Thiel, der diese Katastrophe als „Straussischen Moment“ (nach Leo Strauss) lobte. Das sei eine Anspielung auf Thiels gleichnamigen Aufsatz von 2003, worin Thiel betont, solche „Momente“ seien eine Übergangsphase, in der westliche Eliten verdeckte Macht einsetzen könnten, um die Welt zu beherrschen. Zepp-LaRouche warnte, diese Eliten wollten ständig Krisen, die sie ausnutzen, um die Kontrolle zu behalten. Diese Vorgehensweise müsse man für einen erfolgreichen Kampf für dauerhaften Frieden kennen.


Das Iran-Abkommen kann für die Welt eine Wende bedeuten!

Von Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller Instituts,

16 Juni 2026

Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran ist zweifellos ein historischer Durchbruch, indem sie die Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten beendet, die Straße von Hormus wieder öffnet und hoffentlich auf diese Weise verhindert, dass die Weltwirtschaft weiter in eine Depression abgleitet. Das Ergebnis dieses Krieges, der mehr als dreieinhalb lange, zermürbende Monate dauerte, ist eine erheblich veränderte strategische Lage, in der noch nicht entschieden ist, ob der Waffenstillstand in einen dauerhaften Frieden übergehen kann, oder ob er nur eine Pause sein wird, bis die nächste, möglicherweise noch schlimmere Runde von Kämpfen ausbricht.

Klar ist jedoch, dass die größte Militärmacht der Welt, die Vereinigten Staaten, nicht in der Lage war, eine mittelgroße Macht wie den Iran zu besiegen. Weder ein Regimewechsel noch die Ausschaltung des ballistischen Raketensystems noch die Beseitigung des iranischen Atomprogramms konnten erreicht werden, dank der unerwarteten Widerstandsfähigkeit der iranischen Bevölkerung, die sich, ungeachtet ihrer aktuellen politischen Ausrichtung, stattdessen um ihre Identität als jahrtausendealter Zivilisationsstaat – Persien! – scharte. Obwohl er erhebliche Verluste erlitten hat, ist der Iran dennoch der klare Sieger dieses Krieges, nicht zuletzt, weil er nun erkannt hat, welchen bedeutenden Einfluss er durch die Kontrolle über die Straße von Hormus ausübt. Diese Kontrolle über eine der Engstellen der Weltwirtschaft ist von nun an ein Faktor in der strategischen Lage, den niemand ignorieren kann. Auch die Tatsache, dass die USA nicht in der Lage waren, die Golfstaaten, in denen US-Stützpunkte liegen, zu verteidigen, wird dauerhafte Folgen für die Sicherheitsarchitektur Südwestasiens haben.

Ein großes Lob gebührt zweifellos in erster Linie dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, der entscheidend zur Vermittlung zwischen den USA und dem Iran beitrug und sich für Diplomatie statt Krieg als Mittel zur Konfliktlösung einsetzte, ebenso wie vielen anderen Kräften der Region, die versuchten, eine Eskalation zu einer globalen Katastrophe zu verhindern.

Das große Damoklesschwert, das über allem schwebt, ist offensichtlich die Reaktion Israels, des anderen großen Verlierers in dieser Situation, das selbst im zweiten Krieg innerhalb eines Jahres, mit Unterstützung der stärksten Militärmacht, keines seiner Kriegsziele erreichen konnte. Premierminister Netanjahu wird derzeit von Oppositionsführern und sogar von Mitgliedern seines eigenen Kabinetts wegen seines Versagens heftig angegriffen, und der große Knackpunkt ist der Teil des Abkommens, der einen Waffenstillstand im Libanon vorsieht, welchen Israel gänzlich ablehnt. Israel wird sich jedoch des veränderten internationalen Klimas bewusst werden müssen, in dem sich die überwiegende Mehrheit der Weltöffentlichkeit gewandelt hat und sogar eine wachsende Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung der Meinung ist, dass Israel im Umgang mit den Palästinensern und dem Iran viel zu weit gegangen ist. Präsident Trump versucht derzeit, seine Interessen abzuwägen zwischen seinen finanziellen Unterstützern, die eine noch härtere Linie gegenüber dem Iran befürworten, und den Falken in der Republikanischen Partei, die wollen, dass über das gesamte Abkommen im Kongress abgestimmt wird, um es blockieren zu können, und auf der anderen Seite Trumps alter MAGA-Basis, deren Unterstützung er zunehmend verliert, weil sie das Gefühl haben, dass er seine Wahlversprechen verraten hat, und er muss angesichts der in wenigen Monaten anstehenden Zwischenwahlen seine Gewinne und Verluste abwägen.

Was ist also zu tun, um sicherzustellen, dass das Abkommen Bestand hat und ein dauerhafter Frieden gesichert werden kann? Die Antwort lautet, dass eine echte Vision der wirtschaftlichen Entwicklung für die gesamte Region Südwestasiens ernsthaft auf die Tagesordnung gesetzt werden muss: der vom Schiller-Institut vorgeschlagene „Erweiterte Oasenplan“.

Nur wenn die Bevölkerung aller Länder der Region, insbesondere die Jugend, die Aussicht auf ein endgültiges Ende des Krieges und eine glänzende Zukunft in Wohlstand haben, gibt es einen Anreiz für einen dauerhaften Frieden. (1)

Die tiefgreifendere Antwort darauf liegt darin, dass man den größeren strategischen Kontext der Versprechen zur Beendigung aller Kriege berücksichtigen muss. Trump steht vor dem Konflikt um die Zwischenwahlen. Während die Krise in Südwestasien offensichtlich eine Geschichte hat, die Tausende von Jahren zurückreicht, und die Situation sehr komplex und facettenreich ist, muss diese Krise – wie der Ukraine-Krieg und fast jeder andere Konflikt der Gegenwart – als Teil der geopolitischen Gesamtlage betrachtet werden. Diese ist geprägt von den scheiternden Bemühungen des von der Anglosphäre dominierten kollektiven Westens, nach dem Ende des Kalten Krieges eine unipolare Weltvorherrschaft zu errichten. Dieser Versuch erwies sich als sehr kurzlebig, weil die Kombination aus sechs NATO-Osterweiterungen – unter Verletzung sämtlicher gegenteiliger Versprechen – und der Politik von Regimewechsel, Farbrevolutionen, einseitigen Sanktionen und Interventionskriegen insbesondere in den Ländern des Globalen Südens einen enormen Rückschlag hervorgerufen hat. Sie akzeptierten die NATO-Darstellung all dieser Ereignisse nicht, sondern erkannten das offensichtliche Ziel einer Neuauflage einer imperialen und neokolonialen Ordnung. Da der historisch beispiellose Aufstieg Chinas es den Ländern des Globalen Südens erstmals ermöglicht, 500 Jahre Kolonialismus zu überwinden, versuchen sie, eine neue Wirtschaftsordnung zu errichten, die ein gerechteres und gleichberechtigtes System für alle schafft.

Daher steht bei allen Konflikten immer auch die Dynamik im Hintergrund, dass der Westen seine Dominanz in der strategischen Lage erhalten und – wie es manche Politiker formulieren – „Russland ruinieren“ und China mindestens „eindämmen“ will. Dies entspricht jedoch nur den Interessen einiger weniger in den Establishments einiger westlicher Länder, nicht jedoch den Eigeninteressen der Menschen in Europa und den USA.

Der jüngste Krieg in Südwestasien hat es in unbestreitbarer Deutlichkeit gezeigt: Die alte Weltordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg und dann erneut nach dem Ende des Kalten Krieges etabliert wurde, zerfällt. Es ist daher von höchster strategischer Bedeutung, eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf den Tisch zu bringen, die die Interessen jedes Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss. Die Situation ist vergleichbar mit den Umständen des Westfälischen Friedens, der 150 Jahre Religionskriege in Europa beendete, weil die Kriegsparteien erkannten, dass bei einer Fortsetzung des Krieges niemand mehr am Leben bleiben würde, um einen Sieg zu genießen. So gelangten sie zu der Erkenntnis, dass man, um Frieden zu haben, die Interessen des anderen respektieren muss, und zwar Aller anderen!

Es liegen bereits mehrere Initiativen auf dem Tisch, die das Verständnis widerspiegeln, dass die Weltordnung dringend umgestaltet werden muss, wie beispielsweise das neue Weißbuch des chinesischen Staatsrats Gerechtere und ausgewogenere globale Governance: Chinas Grundsätze, Vorschläge und Maßnahmen, das eine Verbesserung der internationalen Ordnung auf der Grundlage der Idee einer Zukunftsgemeinschaft der Menschheit vorschlägt.

Aus einem ganz anderen Hintergrund kommend, aber im Wesentlichen zu derselben Erkenntnis gelangend, dass eine Reform dringend notwendig ist, hat Papst Leo XIV. gerade eine neue Enzyklika Magnifica Humanitas veröffentlicht, die nicht nur die gegenwärtigen Tendenzen zum Bau eines neuen „Turms zu Babel“ kritisiert, sondern auch einen sehr substanziellen Vorschlag dazu liefert, nach welchen Prinzipien ein neues System errichtet werden muss, das der großartigen menschlichen Spezies würdig ist. (2) Die Autorin hat Zehn Prinzipien vorgeschlagen, die berücksichtigt werden sollten, um zu konzipieren, wie eine solche neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur aussehen könnte. (3)

Deshalb sollte man mehr tun, als das soeben zwischen den USA und dem Iran erzielte Abkommen nur zu kommentieren und darüber zu spekulieren, ob die Lage im Libanon und die Weigerung Israels, sie als Teil der Vereinbarung anzuerkennen, sich doch als entscheidender Faktor erweist, der das Abkommen zum Scheitern bringt.

Wenn der „Erweiterte Oasenplan“ von mehreren Ländern der Region auf die Tagesordnung gesetzt wird, kann er der erste Schritt sein, um die ganze Welt in ein neues Paradigma zu führen, in dem Krieg als Mittel der Konfliktlösung – eine existenzielle Frage im Zeitalter thermonuklearer Waffen – überflüssig wird und eine gerechte Ordnung verwirklicht wird, die das Wohlergehen aller Nationen ermöglicht.

1. Webseite des Schiller-Instituts zum „Oasis“-Plan, https://schillerinstitute.com/the-oasis-plan-the-larouche-solution-for-southwest-asia/

2. https://schillerinstitute.com/de/blog/2026/06/17/dringender-appell-von-papst-leo-xiv-haltet-ein-bereut-ehe-es-zu-spaet-ist-der-neue-name-fuer-frieden-heisst-entwicklung/

3. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/


Internationale Friedenskoalition #159, 19.06.2026, 17.00 Uhr

Möge die gesamte Menschheit verkünden: „Entwicklung ist der neue Name des Friedens!“

159. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Möge die gesamte Menschheit verkünden: „Entwicklung ist der neue Name des Friedens!“

19. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Diese Woche werden wir von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition, von Dr. Abdullah Ahsan, Professor für vergleichende Zivilisationsforschung (mit Lehrtätigkeit in Malaysia und der Türkei) und Dr. Mohammad A. Toor, Vorsitzender des Kuratoriums des Pakistan American Congress und Präsident der „American Pakistan Physicians for Justice“, und weiteren Persönlichkeiten begleitet.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

EILMELDUNG:  Am Mittwochabend unterzeichnete US-Präsident Donald Trump im Schloss von Versailles die neue 14-Punkte-Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, während der iranische Präsident Masoud Peseschkian digital unterzeichnete. Für Freitag ist in der Schweiz eine Zeremonie angesetzt, bei der ein Waffenstillstand sowie weitere Bedingungen vereinbart und der Beginn von 60 Tagen weiterer Verhandlungen festgelegt werden sollen.

Die Welt steht an einem Wendepunkt. Wir hoffen, dass die angekündigten Pläne umgesetzt werden. Gleichzeitig ist der einzige Weg nach vorn für die Menschheit die Umsetzung großangelegter wirtschaftlicher Entwicklung der gesamten Region im Sinne des von der LaRouche-Bewegung vorgeschlagenen Oasenplans. Dies ist auch auf internationaler Ebene notwendig, angesichts der wirtschaftlichen Schockwellen, die den Zerfallsprozess in den Volkswirtschaften des westlichen Systems noch verstärken.

Der Ansatz des erweiterten Oasenplans drückt die konkrete Umsetzung des Prinzips „Frieden durch Entwicklung“ aus. In diesem Zusammenhang wurden heute zwei wichtige neue Erklärungen veröffentlicht. In Peking hielt Außenminister Wang Yi eine Pressekonferenz ab, in der er China als Gestalter des Weltfriedens und als Mitwirkenden an der globalen Entwicklung bezeichnete und ein neues Weißbuch veröffentlichte: „Gerechtere und ausgewogenere globale Regierungsführung: Chinas Prinzipien, Vorschläge und Maßnahmen“.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin von EIR, veröffentlichte ein neues Papier mit dem Titel „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: ‚Haltet ein! Bereut! Ehe es zu spät ist!‘ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!“ Zepp-LaRouches Dokument, das über die Enzyklika Magnifica Humanitas des Papstes und seine jüngsten Reden in Spanien berichtet, ruft zum Handeln auf.

Zepp-LaRouche schreibt:

„Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der jüngsten Zeit von Politikern und Experten vieler Länder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika Magnifica Humanitas (1) und den Ansprachen bei seiner jüngsten Reise nach Spanien (2) nach bestem Ermessen die mit Abstand wichtigste. Wenn Historiker später einmal die Frage untersuchen werden, was – hoffentlich – den entscheidenden Ausschlag gegeben hat, die westliche Zivilisation mitten in einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise zur Umkehr zu bringen, dann werden sie auf diese Rolle des Papstes stoßen, und die Bereitschaft einer genügend großen Anzahl von Gläubigen und Menschen, die guten Willens waren, sich seine Worte zu Herzen zu nehmen und eine Änderung der Politik durchzusetzen. …

… Gleichzeitig zeigte er aber auch den erreichbaren Ausweg aus der Krise auf, nämlich daß die Menschen sich an das höchste Ideal des christlichen Menschenbildes erinnern und es verwirklichen….

… Wenn man die Enzyklika und die Reden des Papstes in Spanien zusammen betrachtet, dan stellen sie eine vollständige Abrechnung mit der gesamten Politik des liberalen Westens dar, und dies mit einer Klarheit, die alle Politiker, die einen Amtseid auf das Gemeinwohl geschworen haben – und vor allem die, deren Parteien das Wort „christlich“ im Namen führen -, veranlassen müßte, eine 180-Grad-Kehrtwende in ihrer Politik vorzunehmen….“

Zepp-LaRouche zitiert die Ezyklika Magnifica Humanitas:

„ 81. Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind….  Andererseits gilt es auch das Recht zu fördern, in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen, einschließlich jener, die mit wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten und der Klimakrise zusammenhängen. Wenn diese Rechte geachtet werden, kann Migration zu einer Gelegenheit der Begegnung und der gegenseitigen Bereicherung zwischen den Völkern werden.“

Zepp-LaRouche unterstreicht: „Anstatt an einem inhumanen neokolonialistischen Denken festzuhalten, sind die Regierungen Europas und der USA aufgerufen, sich umgehend für eine internationale Kooperation bereit zu erklären, die die vollständige Überwindung von Armut und Unterentwicklung aller Staaten auf dieser Erde zum Ziel hat.“

Sie schliesst: „Die Enzyklika Magnifica Humanitas ist der dringende Appell von Papst Leo XIV. zur Umkehr. Die Entwicklungsprogramme des Schiller-Instituts zeigen den konkreten Weg, wie die Flüchtlingskrise überwunden werden kann. Was die Menschheit jetzt braucht, ist eine Bewegung für die Idee: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“!“

Die kommende Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am Freitag, dem 19. Juni, bietet die Gelegenheit, darüber zu beraten.


Dringender Appell von Papst Leo XIV.: „Haltet ein! Bereut! Ehe es zu spät ist!“ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!

von Helga Zepp-LaRouche

Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der jüngsten Zeit von Politikern und Experten vieler Länder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika Magnifica Humanitas (1) und den Ansprachen bei seiner jüngsten Reise nach Spanien (2) nach bestem Ermessen die mit Abstand wichtigste. Wenn Historiker später einmal die Frage untersuchen werden, was – hoffentlich – den entscheidenden Ausschlag gegeben hat, die westliche Zivilisation mitten in einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise zur Umkehr zu bringen, dann werden sie auf diese Rolle des Papstes stoßen, und die Bereitschaft einer genügend großen Anzahl von Gläubigen und Menschen, die guten Willens waren, sich seine Worte zu Herzen zu nehmen und eine Änderung der Politik durchzusetzen.

Ohne auch nur ein einziges Mal Namen der Schuldigen nennen zu müssen, definiert Papst Leo mit absoluter Klarheit die Strukturen der Sünde, die heute die existentiellen Bedrohungen für die Menschheit darstellen, deren konkreten Bezug jeder erkennen kann und die dringend beseitigt werden müssen. Gleichzeitig zeigte er aber auch den erreichbaren Ausweg aus der Krise auf, nämlich daß die Menschen sich an das höchste Ideal des christlichen Menschenbildes erinnern und es verwirklichen. Gerade weil die Mainstream-Medien diese Texte des Papstes weitgehend unterdrücken, muß deshalb von Christen und friedliebenden Menschen ein politisches Klima geschaffen werden, in dem kein Politiker, der wiedergewählt werden will, es sich leisten kann, seine Ignoranz über diese Schriften und Reden eingestehen zu müssen. Dazu ist es zunächst natürlich nötig, daß möglichst jeder diese Enzyklika sowie Ansprache-Texte nicht nur liest, sondern studiert.

Genau zu dem Zeitpunkt, an dem sich der erste Multimilliardär auf der Basis einer AI-Fiktion zum ersten Billionär erklärt, warnt diese Enzyklika vor einem neuen Turmbau zu Babel, bei dem ein neuer Götzendienst dem Profit huldigt und die Schwachen opfert – einer Entmenschlichung, die den anderen als Mittel benutzt, einer uralten und doch immer neuen Versuchung, die heute in einer technischen Verkleidung daherkommt. Und zeitgleich mit dem Inkrafttreten des EU-Migrationspakts am 12. Juni, der schnellere Verfahren zur Abschiebung von Flüchtlingen an den Außengrenzen der EU und damit eine massive Einschränkung des Asylrechts bewirkt, hält Papst Leo die christlichen Prinzipien dagegen, gemäß derer die Migrationsfrage statt dessen behandelt werden müßte.

Wenn man die Enzyklika und die Reden des Papstes in Spanien zusammen betrachtet, dann stellen sie eine vollständige Abrechnung mit der gesamten Politik des liberalen Westens dar, und dies mit einer Klarheit, die alle Politiker, die einen Amtseid auf das Gemeinwohl geschworen haben – und vor allem die, deren Parteien das Wort „christlich“ im Namen führen -, veranlassen müßte, eine 180-Grad-Kehrtwende in ihrer Politik vorzunehmen.

Nie wieder Krieg!

Zu den verschiedenen Aspekten dieser Politik, die alle Bausteine des neuen Turmbaus zu Babel sind, gehören der Götzendienst gegenüber dem Profit auf Kosten der Ärmsten, ebenso wie die Finanzinteressen, die Spannungen und Konflikte fördern, weil es die Kriegsindustrie in Gang hält, die Unterstützung von modernen Formen der Sklaverei, bei der Kinderarbeit Routine ist und wo die Gesundheit von Heranwachsenden dem Profit einer oberen Klasse geopfert wird, deren Konsumverhalten man früher Prasserei genannt hätte, während es den Armen am nötigsten fehlt. Dazu gehört ebenfalls ein neuer Kolonialismus, der nicht mehr nur die Körper der Menschen versklavt, sondern auch Daten und Informationen über sie, von Gesundheitsdaten bis zu epidemiologischen Profilen, genetischen Graphiken und demographischen Informationen.

In der Enzyklika beklagt der Papst die „Normalisierung des Krieges“ und erinnert an die machtvolle Rede von Papst Paul VI. 1965 vor der UN-Generalversammlung: „Nie wieder Krieg! Nie Wieder Krieg!“ (3) Trotz eines tiefen Wunsches nach Frieden seien die vergangenen 60 Jahre seitdem von Konflikten gekennzeichnet gewesen, die mit erstaunlicher Brutalität ausgetragen wurden, mit unzähligen zivilen und unschuldigen Opfern, Massenvertreibungen, sozialen Destabilisierungen und lang anhaltenden Wunden. Heute könne man einen besorgniserregenden Paradigmenwandel beobachten, bei dem Aufrüstung und Krieg als ein Instrument der internationalen Politik wieder öffentlich propagiert würden, während die ethischen Prinzipen, die dem früher entgegen gestanden hätten, systematisch unterminiert würden. Begehren nach territorialer Expansion, die man für überwunden hielt, kehrten wieder, und ein bestürzender Verlust an historischer Erinnerung trete in Erscheinung, zu dem Grad, wie Zeitzeugen des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges verschwänden. – Nein, hier sprechen weder Wladimir Putin noch Sergej Lawrow, sondern Papst Leo XIV. – Und so werde der Krieg kulturell vorbereitet durch simplistische Narrative und ein Freund-Feind-Denken, Desinformation und die Einflößung von Furcht.

Unter der Überschrift „Entgrenzte Gewalt“ thematisiert der Papst das Anwachsen des Militärisch-Industriellen Komplexes: „Die Rüstungsindustrie und die Länder, die Waffen liefern, profitieren von einem Markt, der gerade dank der Konflikte gedeiht. In diesem Sinne gibt es auch eine wirtschaftliche Logik, die dazu beiträgt, Spannungen in verschiedenen Regionen der Welt zu schüren.“ Und weiter unter Abschnitt 194: „In der Vergangenheit hatte die Erkenntnis der Bedrohung durch Waffen, die die gesamte Menschheit vernichten können, Bemühungen um Entspannung und Abrüstungsverhandlungen begünstigt. Leider haben wir diesen Horizont hinter uns gelassen, und die Entwicklung der Atomwaffenarsenale – einschließlich der Aussicht auf eine ,taktische‘ Verwendung – läßt den Einsatz solcher Waffen als eine immer weniger entlegene Möglichkeit erscheinen.“

Die Enzyklika konstatiert, daß wir in einer Zeit bemerkenswerter geistiger und kultureller Blindheit leben, und eine Form des historischen Nihilismus befördere die Illusion, „daß sich die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts nicht mehr wiederholen können. In Wirklichkeit tauchen dieselben Dynamiken unter neuen Formen wieder auf… In vielen Ländern, auch im Globalen Süden, werden erhöhte Militärausgaben als einzige Antwort auf eine ungewisse Zukunft oder auf vermeintliche Bedrohungen dargestellt, während die tatsächlichen Kosten auf die Armen abgewälzt werden, die zusehen müssen, wie die Mittel für Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Dienste schwinden.“

Leo zitiert die Enzyklika Quadragesimo Anno von Papst Pius XI., die die Konzentration der Wirtschaftsmacht in den Händen weniger verurteilt, und er bezieht sich auf Papst Paul VI., indem er vor den Gefahren außerordentlichen wissenschaftlichen, technologischen und ökonomischen Fortschritts warnt, wenn dieser nicht mit einem entsprechenden ethischen und sozialen Fortschritt einhergeht.

Das Mißverständnis der KI

Ganz besonders gilt dies für die KI, deren Beurteilung und Kritik der Hauptfokus der Enzyklika gewidmet ist. Zunächst erklärt Leo, ausgehend von der seit vielen Jahrzehnten geführten Debatte, ob Computer die Kreativität des Menschen irgendwann einmal überholen könnten, zu der Neuauflage dieser Diskussion bezüglich der KI:

„99. Es ist nicht möglich, eine eindeutige und umfassende Definition von Künstlicher Intelligenz zu geben. Fest steht jedoch, daß das Mißverständnis zu vermeiden ist, diese ,Intelligenz‘ mit der menschlichen gleichzusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelligenz nach. Dabei übertreffen sie sie oft an Geschwindigkeit und Rechenleistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungsfähigkeit hat jedoch ausschließlich mit der Datenverarbeitung zu tun: Sogenannte Künstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet. Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unterscheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situationen und sie nehmen die Last der Konsequenzen nicht auf sich. Sie können Sprache, Verhalten und Beurteilungen imitieren, sie können Empathie oder Verständnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt. Auch wenn diese Werkzeuge als ,lernfähig‘ dargestellt werden, unterscheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen läßt und im Laufe der Zeit durch Entscheidungen, Fehler, Vergebung und Treue wächst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und Rückmeldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.“

Papst Leo XIV. argumentiert vom Standpunkt der augustinischen Tradition, von dem aus es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht, und zitiert Papst Franziskus, der „anerkennt, daß es wichtig ist, der wissenschaftlichen Forschung Gehör zu schenken und einen ernsthaften und aufrichtigen Austausch unter Wissenschaftlern zu fördern, und dabei die Vielfalt der Meinungen zu berücksichtigen“.

Es gibt das Recht, nicht auswandern zu müssen

Weniger aufrichtig hingegen waren laut der italienischen Zeitung La Veritá und des französischen Figaro die liberalen Medien, die die Ansprachen des Papstes in Spanien recht unvollständig wiedergegeben hätten, indem sie nur über seine Aufrufe zur Aufnahme von Flüchtlingen und deren Integration berichteten, während sie den Teil der Ansprachen ausgeblendet hätten, in denen der Papst das Recht der Menschen verteidigte, nicht auswandern zu müssen und die Notwendigkeit betonte, die Fluchtursachen zu bekämpfen.

In der Tat war die sechstägige Reise von Papst Leo nach Spanien, die ihn nach Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa führte, eine Intervention von außergewöhnlicher historischer Bedeutung. Denn die politische Debatte in Spanien ist auch heute noch, 87 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs, extrem polarisiert, und Themen wie die Rolle der Kirche und Migration sind weiterhin mit großen Emotionen besetzt. Vor diesem Hintergrund war die Art und Weise, wie der Papst die Migrationsfrage auf eine hohe Ebene setzte, bezüglich der internen Lage in Spanien sehr wichtig, und darüber hinaus wegweisend für ganz Europa. Vergleicht man den erwähnten Migrationspakt der EU, der just am letzten Tag der Papstreise in Kraft trat, mit der angemahnten Migrationspolitik von Leo XIV., so könnte es keinen größeren Gegensatz geben. Während die EU die Menschen so schnell wie möglich abzuwimmeln versucht und in sogenannte „Auffanglager“, die Papst Franziskus als „Konzentrationslager“ zu bezeichnen pflegte, einsperren will, die auf jeden Fall Gefängnissen gleichen, hat der Papst eine ganz andere, humane Sicht des Problems. In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament betonte er:

„Die Rede von der Menschenwürde darf nicht abstrakt bleiben, wenn so viele Menschen dazu gezwungen sind, für Frieden, Sicherheit und eine Zukunft alles zu verlassen. Auch die tragische Migrationskrise stellt heute eine Anfrage an das Gewissen der Nationen und an die ethischen Grundlagen der internationalen Ordnung dar. Zahlreiche Männer, Frauen und Kinder sind aufgrund oft dramatischer Umstände gezwungen, aus ihren Gemeinschaften wegzugehen und ihre Angehörigen, ihre Geschichte und ihre Bindungen dort zurückzulassen. Dies ist weit mehr als eine rein demografische oder wirtschaftliche Frage: Es handelt sich um eine vorrangig moralische und rechtliche Angelegenheit. Wo immer ein Mensch aufgrund seiner nationalen, ethnischen, religiösen oder sprachlichen Herkunft oder aufgrund seiner wirtschaftlichen oder sozialen Lage diskriminiert wird, wird der universale Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen ernsthaft verletzt.“ (4)

Im weiteren zitierte er dann aus seiner Enzyklika Magnifica Humanitas:

„81. Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind. Die Weise, wie eine Gesellschaft mit ihnen umgeht, zeigt, ob ihr Gerechtigkeitsbegriff von Angst oder von Geschwisterlichkeit geleitet ist. Papst Franziskus forderte dazu auf, in den Migranten nicht einfach ein zu bewältigendes Problem zu sehen, sondern ,ein lebendiges Abbild des Gottesvolkes auf dem Weg‘; Menschen mit Würde, Ressourcen und Träumen, die ein Recht darauf haben, mit Respekt behandelt zu werden, und die darum bitten, ein aktiver Teil der Gesellschaften zu werden, die sie aufnehmen. Soziale Gerechtigkeit beinhaltet in diesem Bereich mindestens zwei sich ergänzende Verpflichtungen. Einerseits gilt es, das Recht auf Hoffnung derer zu wahren, die zur Flucht gezwungen sind, indem sichere und legale Wege, würdige Aufnahmebedingungen und echte Integrationsmöglichkeiten gewährleistet werden. Andererseits gilt es auch das Recht zu fördern, in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen, einschließlich jener, die mit wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten und der Klimakrise zusammenhängen. Wenn diese Rechte geachtet werden, kann Migration zu einer Gelegenheit der Begegnung und der gegenseitigen Bereicherung zwischen den Völkern werden.“

Aufforderung zum Handeln

Die westlichen Regierungen sind hiermit aufgefordert, den dringenden Appell von Papst Leo XIV. zum Anlaß zu nehmen, die unmenschliche und vom wirtschaftlichen Standpunkt vollkommen inkompetente Migrationspolitik, wie sie im EU-Migrationspakt zum Ausdruck kommt, sofort zurückzunehmen. Statt dessen muß eine auf Augenhöhe basierende Kooperation mit den Nationen des Globalen Südens auf die Tagesordnung gesetzt werden, die ernsthaft daran geht, die Fluchtursachen zu beseitigen.

Das Recht, „in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen“, ist relativ einfach zu verwirklichen, wenn der politische Wille dazu aufgebracht wird. Was die Nationen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas brauchen, ist eine wirkliche industrielle und landwirtschaftliche Entwicklungspolitik, die zum Ziel hat, das volle Potential dieser Länder zum Wohl ihrer eigenen Bevölkerung zu entwickeln. Der Globale Süden, der in Wirklichkeit die Globale Mehrheit von rund 85 Prozent der Menschheit repräsentiert, ist derzeit ohnehin dabei, die Periode von 500 Jahren Kolonialzeit hinter sich zu lassen und vor allem in Kooperation mit China die Infrastrukturprojekte und Investitionen in Schlüsseltechnologien zu verwirklichen, die es diesen Staaten ermöglichen werden, die Wertschöpfungsketten vollständig im eigenen Land zu verwirklichen. Anstatt an einem inhumanen neokolonialistischen Denken festzuhalten, sind die Regierungen Europas und der USA aufgerufen, sich umgehend für eine internationale Kooperation bereit zu erklären, die die vollständige Überwindung von Armut und Unterentwicklung aller Staaten auf dieser Erde zum Ziel hat.

So wird z.B. Afrika bis zum Jahre 2050 eine Bevölkerung von circa 2,5 Milliarden Menschen, also eine Milliarde mehr als heute haben. Dies bedeutet, daß es im ureigensten Interesse Afrikas ebenso wie Europas ist, in den nächsten 25 Jahren eine Milliarde produktiver Arbeitsplätze auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen. Auch wenn die meisten anderen Regionen der Welt negative demographische Prognosen haben, sind überall effektive Programme zur Armutsüberwindung notwendig, wenn soziale Explosionen zwischen der Klasse der Milliardäre und verarmten Milliarden von Menschen verhindert werden sollen.

Das Schiller-Institut hat dazu konkrete Entwicklungsprogramme ausgearbeitet, wie durch klar definierte Investitionsprogramme in grundlegende Infrastruktur, Energieproduktion und -verteilung und Kommunikation die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, die Nationen des Globalen Südens zu industrialisieren, und wie durch die Kooperation zwischen den BRICS-Staaten, Industriestaaten des Nordens und den Entwicklungsländern im Rahmen von Joint Ventures das Ziel der Fluchtursachenbekämpfung effektiv erreicht werden kann. (5) (6)

Damit kann die Forderung der Enzyklika Populorum Progressio erfüllt werden, daß wahrer Frieden nur durch soziale Gerechtigkeit und die Überwindung weltweiter Ungleichheit, „deren Ungerechtigkeit zum Himmel schreit“, erreicht werden kann. Die Forderung von Papst Paul VI., dem Autor dieser Enzyklika: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“ ist das dringende Gebot der Stunde!

In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament forderte Papst Leo XIV. genau diese Form der internationalen Kooperation:

„Keine Nation kann eine Herausforderung dieser Größenordnung alleine bewältigen. Daher ist eine koordinierte, solidarische und wirksame Reaktion unerläßlich, die den Migranten Schutz, Aufnahme und echte Integrationschancen gewährleisten kann. Wenn die institutionelle Reaktion nahbar, gerecht und koordiniert ausfällt, sind Grenzen nicht länger Orte der Verlassenheit, sondern können zu Räumen werden, in denen die Menschenwürde verantwortungsvoll geschützt wird.“

In seiner Enzyklika, die den durchaus programmatisch aufzufassenden Namen Magnifica Humanitas – „Die großartige Menschheit“ – trägt, bezieht sich der Papst ganz konkret auf das höchste Ideal der griechischen Klassik und folgt damit der augustinischen Idee, daß deren Übereinstimmung mit der christlichen Offenbarung bedeutet, daß es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht. „23. Die Kirche betrachtet all jene, die aufrichtig nach ,Wahrheit, Güte und Schönheit‘ suchen, als Weggefährten und als ,wertvolle Verbündete‘ bei der Verteidigung der Würde jedes Menschen und bei der Bewahrung der Schöpfung“, heißt es weiter. In Übereinstimmung mit diesem Ideal des „Wahren, Guten und Schönen“ definiert die Enzyklika Kunst und Kultur, wenn sie authentisch sind, als eine Schutzmauer gegen die „Normalisierung des Bösen“. Und wie nötig hat dies die gegenwärtige menschliche Gesellschaft, in der letztlich nur als satanisch zu bezeichnende Phänomene beinah die gesamte sogenannte Unterhaltungsumwelt dominieren zu scheinen. Papst Leo spricht einigen Kunstwerken, wie Beethovens Neunter Symphonie, einen „fast prophetischen Wert“ zu, als „Sehnsucht nach Einheit“.

Der vielleicht wichtigste Gedanke besteht darin, daß Papst Leo in Erinnerung an Papst Paul VI. dazu aufruft, eine „Zivilisation der Liebe“ zu schaffen:

„Heute müssen wir diese Vision mit Nachdruck wiederbeleben: Die Zivilisation der Liebe ist keine naive Utopie, sondern ein anspruchsvolles Projekt. Sie besteht darin, Nächstenliebe in Strukturen der Gerechtigkeit zu verwandeln, Geschwisterlichkeit institutionelle Formen annehmen zu lassen und den anderen – sei es eine Person oder ein Volk – als einen notwendigen Verbündeten für den Aufbau des Gemeinwohls zu betrachten. Wie uns die Enzyklika Fratelli tutti in Erinnerung ruft, kann nur diese soziale Liebe, die fähig ist, zu einer Kultur und zur Norm zu werden, eine stabile internationale Ordnung hervorbringen und das Zusammenleben von einer bloßen bewaffneten Koexistenz in eine Schicksalsgemeinschaft verwandeln.“

Es sollte allen Menschen in den Staaten des sogenannten Kollektiven Westens – also Menschen, die in einem von liberalen Werten dominierten System leben, das sowohl die amerikanische Behörde ICE wie den EU-Migrationspakt als Antwort auf die Flüchtlingskrise hervorgebracht hat -, zu denken geben, daß sowohl das Oberhaupt der katholischen Kirche als auch die Regierung Chinas zur prinzipiell gleichen Schlußfolgerung gelangen, daß nur eine die Menschheit als Schicksalsgemeinschaft begreifende Einheit die Basis für den Frieden sein kann.

Die Enzyklika Magnifica Humanitas ist der dringende Appell von Papst Leo XIV. zur Umkehr. Die Entwicklungsprogramme des Schiller-Instituts zeigen den konkreten Weg, wie die Flüchtlingskrise überwunden werden kann. Was die Menschheit jetzt braucht, ist eine Bewegung für die Idee: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“!

Anmerkungen

1. https://www.vatican.va/content/leo- XIV./de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

2. https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-06/wortlaut-papstpredigt-in-las-palmas-de-gran-canaria.html

3. https://zeitschrift-vereinte-nationen.de/publications/PDFs/Zeitschrift_VN/VN_1965/Heft_6_1965/05_Rede_Papst_Paul_VI._6-1965.pdf; https://www.domradio.de/artikel/als-erster-papst-sprach-paul-vi-1965vor-den-vereinten-nationen

4. https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/giugno/documents/20260608-spagna-parlamento.html

5. https://cloud.schillermeet.de/s/BQZXjgHWf78MJW5?dir=/&editing=false&openfile=true; Sonderbericht auf Deutsch hier erhältlich: https://www.eir.de/produkt/e-book-pdf-china-europa/

6. „Die Welt braucht 1,5 Milliarden neue, produktive Arbeitsplätze – Der LaRouche-Plan zur Wiederbelebung der US- und Weltwirtschaft“, in Neue Solidarität Nr. 23-28/2020; Sonderdruck „Entwicklungsoffensive bedeutet: Milliarden neue Arbeitsplätze, keine Flüchtlinge, kein Krieg“,https://www.eir.de/produkt/e-book-pdf-entwicklungsoffensive-bedeutet/


Page 1 of 48123...Last