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Die globale Versorgungskrise überwinden

Bericht vom 174. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Am 2. Oktober fand die 174. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, eröffnete die Sitzung mit einer Warnung vor neuen Entwicklungen, darunter die Gefahren des militärischen Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI). US-Kriegsminister Pete Hegseth treibe die Entwicklung autonomer Waffensysteme voran, ohne für eine menschliche Kontrolle über diese Systeme zu sorgen. Sie verwies auf die „absolut eskalierende Lage im Nahen Osten“, da durch die Blockade der beiden wichtigen maritimen Engpässe – Straße von Hormus und Bab al-Mandab – eine weltweite Depression drohe. Ein Lichtblick sei ein offener Brief der iranischen Revolutionsgarden an die amerikanische Öffentlichkeit, der den Amerikanern erstmals Zugang zur iranischen Sicht der Dinge verschaffe.

Zepp-LaRouche zitierte Äußerungen des russischen Präsidenten Putin auf dem 23. jährlichen Waldai-Forum am 1. Oktober, wo er beschrieb, wie Rußland versuchte, sich in Europa zu integrieren, aber zurückgewiesen worden sei. Als Beispiel dafür, warum Menschen im Ernstfall über Maschinen entscheiden müssen, erinnerte sie an den sowjetischen Oberstleutnant Stanislaw Petrow, der am 26. September 1983 einen Atomkrieg verhinderte, als er sich über den automatischen Vergeltungsmechanismus der sowjetischen Doktrin hinwegsetzte.

Landwirtschaft in der Krise

Marcia Merry Baker, EIR-Wirtschaftsredakteurin, beschrieb die aktuelle Wirtschaftskrise als „Zusammenbruchsphase“ infolge der wirtschaftlichen Schocks vom Frühjahr. Es werde ein Einbruch der weltweiten Getreideproduktion im Erntejahr 2026-27 um 2,5% prognostiziert: „Das klingt vielleicht nicht nach viel, wird aber mit den Anbau- und Erntezyklen an Umfang und Tempo zunehmen, wenn wir nicht eingreifen, um es aufzuhalten.“ Und dies in einer Welt, die ohnehin mit Hunger und Nahrungsmittelmangel zu kämpfen habe. Der weltweite Handel mit Düngemitteln sei seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar um 20-30% zurückgegangen. Durch die Einstellung des Schiffsverkehrs am Persischen Golf habe sich der Preis für wichtige Industriechemikalien wie Schwefel verdoppelt. Hinzu kämen die Preisanstiege bei Benzin, Kerosin und Heizöl sowie insbesondere Engpässe bei Diesel. Europa kürze Agrarsubventionen, um Geld in die Aufrüstung umzuleiten. Positiv seien die Vereinbarungen Rußlands, Indien mit Düngemitteln zu beliefern, sowie noch bis vor kurzem die Zusage Chinas, Kraftstoff in südostasiatische Länder zu exportieren. In Waldai habe Putin davon gesprochen, Rußlands weltweite Energieexporte wieder aufzunehmen, sobald die Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Mike Callicrate ist Rinderzüchter aus Kansas, führender Aktivist in der Agrarpolitik sowie Gründer und Eigentümer des Direktvermarkters Ranch Foods Direct in Colorado. Er schilderte den raschen Niedergang der Viehzucht in den USA durch falsche Regierungspolitik und warnte, Amerika verliere die Fähigkeit, sich selbst zu ernähren.

Jesus Holguin Cazares, Präsident des Rinderzüchterverbands Kansas Cattlemen’s Association, berichtete von Razzien der Einwanderungspolizei ICE in der vergangenen Woche in mehreren Gemeinden mit großen Schlachtbetrieben im Südwesten von Kansas. ICE hatte niemanden im voraus informiert, nicht einmal die örtliche Polizei. Mehrere Tage lang seien dort die Betriebe, die 20% der Rindfleischs in den USA liefern, zum Stillstand gekommen, für Tausende von Rindern habe es plötzlich keinen Platz gegeben. Die ICE-Razzien hätten ein Klima der Angst geschaffen, in dem selbst US-Bürger hispanischer Herkunft mit einwandfreiem Aufenthaltsstatus zögern, zur Arbeit zu erscheinen.

Zepp-LaRouche verwies auf die Äußerungen von Papst Leo XIV. zur Migration. „Man löst die Migrationsfrage nicht, indem man Menschen ausweist“, sagte sie. Die Lösung bestehe darin, die Wirtschaft anderer Nationen nicht länger zu ruinieren, denn das sei der Auslöser für Flüchtlingswellen. Callicrate warf den großen Fleischverarbeitern vor, sie „lieben Störungen und Chaos“, weil das die Preise drückt, die Viehzüchter für ihr Vieh verlangen können. Merry Baker stimmte zu, daß die ICE-Razzien die Fleischverarbeitung in Kansas gestört und damit zu einer allgemeinen Krise beigetragen hätten. Zepp-LaRouche rief alle Beteiligten dazu auf, sich nicht nur auf lokale Kontroversen zu konzentrieren, sondern sie aus der Perspektive der weltweiten Abkehr vom alten kolonialen System zu betrachten.

Internationale Aktivitäten für den Frieden

Pater John Heagle, Direktor der Friedensgruppe „Priests Against Genocide“ (Priester gegen Völkermord) und Mitglied der Vereinigung katholischer Priester in den USA, erinnerte an das Wort von Papst Paul VI.: „Wenn ihr Frieden wollt, arbeitet für Gerechtigkeit.“ Er verglich dies mit Zepp-LaRouches Aufruf zu einem Paradigmenwechsel und zitierte führende Vertreter der katholischen Kirche, die die Kirche dazu aufriefen, sich für die gesamte Menschheit einzusetzen. Paul VI. habe die Regierungen der Welt ermahnt, daß „Entwicklung der neue Name für Frieden ist“. Das sei vielleicht naiv, weil säkulare Regierungen seine Worte mißachteten, ein „völliges Versagen unserer heutigen Demokratie“. Seine Organisation sei weltweit dort tätig, wo Menschen aufgrund ihrer Identität massakriert werden, die Kirche sei dort ein „Feldlazarett“ für die vielen Opfer. Er schloß mit einem eindrucksvollen Gedicht, das ein Kind in Gaza verfaßt hat und beschreibt, wie die Eltern den Namen des Kindes auf sein Bein schreiben, damit man es nach einem Angriff identifizieren kann.

Dr. E. Martin Schotz ist Koordinator der Friedensorganisation JFK Peace Speech Committee aus Massachusetts und Autor eines Buches über den Mord an Präsident Kennedy (History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy). Er beschrieb den inneren Wandel von Präsident John F. Kennedy gegen Ende seines Lebens, als er sich von der „Pax America“ und dem Krieg als politischem Instrument abwandte.

Zepp-LaRouche lobte Pater Heagle als Vorbild für authentischen Katholizismus, im Gegensatz zu all jenen, die die Lehre vom „gerechten Krieg“ des Heiligen Augustinus verdrehen, um Kriege zu rechtfertigen, die alles andere als gerecht sind.

Co-Moderator Dennis Speed stellte wieder den regelmäßigen Gast Larry Johnson vor, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS). Johnson berichtete, er sei gerade aus Rußland zurückgekehrt, wo er sich mit etlichen Militärführern getroffen habe. Einer von ihnen habe aus den Äußerungen der NATO-Führung schon den Schluß gezogen, daß Rußland bald im Krieg mit Europa stehen wird. Johnson warnte vor der Schwere der Versorgungsengpässe im Zuge des Iran-Kriegs: „Diesel ist für die Weltwirtschaft das, was Blut für den menschlichen Körper ist.“ US-Präsident Trump leide an einer Form von Geisteskrankheit und habe „jeden sozialen Filter verloren“. Johnson bezog sich auf Trumps Rede vor der UNO, in der er von der völligen Vernichtung des Iran sprach: „Wenn Trumps Rhetorik noch schlimmer ist als die von Adolf Hitler, dann sind wir in einer sehr gefährlichen Situation.“

Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei Solidarité et Progrès (S&P), beschrieb die bedeutenden Auswirkungen des Besuchs von Papst Leo in Paris, bei dem sich am 26. September bis zu 800.000 Menschen zu einer Messe auf der Place de la Concorde versammelten, um die Friedensbotschaft des Papstes zu hören. Cheminade berichtete über das Engagement seiner Organisation im Rahmen der Veranstaltungen zum Papstbesuch; sie habe 12.000 Flugblätter mit dem Offenen Brief von Peter Kuznik an Papst Leo verteilt, an dessen Verbreitung die IPC mitwirkt.1

Diskussion

Als Antwort auf Fragen aus Deutschland, Afrika und Mexiko berichtete Merry Baker, es gebe eine wichtige Initiative zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen führenden Landwirtschaftsaktivisten in den USA und Mexiko, was man auf andere Länder ausweiten könne. Co-Moderator Dennis Small, Leiter des Iberoamerika-Ressorts von EIR, stellte fest, die Zerstörung der Landwirtschaft in den USA wie auch in Mexiko sei die Ursache der Migrationswellen in die USA. Mexiko und andere Länder in aller Welt seien gezwungen, die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zugunsten von Exportkulturen aufzugeben, um den Schuldendienst bei den Banken zu leisten. 75% der US-Amerikaner seien in Umfragen gegen die Politik, die die Einwanderung verursacht, deshalb sollte sich ihre Wut gegen diese Politik richten statt gegen die Migranten. Callicrate forderte eine Rückkehr zu einer Landwirtschaft, deren Sinn und Zweck es ist, Menschen zu ernähren, anstatt ein Spielfeld für Spekulanten zu sein.

Pater Heagle schloß sich in seinen abschließenden Bemerkungen Zepp-LaRouches Anklage gegen diejenigen an, die Augustinus’ Lehre vom gerechten Krieg mißbrauchen, um Angriffskriege zu rechtfertigen, und betonte die Bedeutung des offenen Briefes an Papst Leo. Zepp-LaRouche kam auf Präsident Putins Warnung in Waldai zurück, die Krise eines neuen Weltkriegs könne viel schneller ausbrechen, als die Menschen glauben. Die Menschheit stehe einerseits kurz vor dem Untergang, aber andererseits auch kurz vor dem neuen Paradigma, das wir uns wünschen.


Anmerkung

1. „Aufruf an Papst Leo XIV., einen Weltgipfel zu organisieren,
   um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abrüstung anzugehen“
,
   Internetseite des Schiller-Instituts.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Friedensaufbruch in Deutschland

Mittwoch, 7. Oktober 2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Die Turbulenzen, die mit dem Anbruch einer neuen Ära in der Weltgeschichte einhergehen, stehen uns bevor, ähnlich wie in den turbulenten Jahren der 1980er. Dies sind keine „normalen Zeiten“. Diese Zeit erinnert an die Monate unmittelbar vor dem plötzlichen Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989, auf den zwei Jahre später die „undenkbare“ Auflösung der Sowjetunion folgte. Heute wie damals gelingt es den meisten Analysten nicht, die Tragweite der tatsächlichen Ereignisse zu erfassen. Ihre festgefahrenen Überzeugungen stehen dem im Weg.

Es gibt etwas, das die Massenproteste in Spanien (Wohnungskrise), Frankreich (Bildungskrise), Deutschland (Regierungszusammenbruch) und Italien (Aktionen von Landwirten, Fischern und Lkw-Fahrern) verbindet. Die Auslöser mögen unterschiedlich erscheinen, doch der zugrunde liegende Prozess ist derselbe. Eines ist klar: Alle NATO-Volkswirtschaften sind im Niedergang begriffen, und kein Volk eines NATO-Staates unterstützt das Streben nach einem neuen Weltkrieg! Die transatlantischen Staats- und Regierungschefs sind größtenteils „gewogen und für zu leicht befunden“ worden. Die zahlreichen Kriegsherde sowie die Wahlkämpfe der nächsten 30 Tage in Brasilien, Israel und den Vereinigten Staaten sollten nicht als „wichtige aktuelle Ereignisse“ betrachtet werden, sondern als Teil eines viel größeren Ganzen. Die Versammlung von 800.000 Menschen in Frankreich zur Sonntagsmesse von Papst Leo, von denen die Hälfte oder mehr noch nie zuvor in ihrem Leben an einer solchen Veranstaltung teilgenommen hatten, suchte nach dem, was sie sich als authentische Führung erhofften, in der Person von Papst Leo XIV. Sein jüngstes Eintreten für eine Doktrin des „gerechten Friedens“ in der Kirche, die die opportunistische Praxis ablöst, den heiligen Augustinus zum Thema „gerechter Krieg“ zu zitieren, ohne ihn zu studieren, sowie seine unnachgiebige Ablehnung von Atomwaffen können in Krisenzeiten als moralischer Kompass dienen.

In einer Diskussion gestern erinnerte Roger Moore, Mitarbeiter des Nachrichtenstabes bei EIR, die Anwesenden daran, dass vor vierzig Jahren, vom 11. bis 12. Oktober, das Gipfeltreffen in Reykjavík, Island, zwischen dem amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und dem sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow stattfand. In Internetbeiträgen, die sich auf Reykjavík beziehen, wird behauptet, es sei Ronald Reagans Weigerung gewesen, seine „Strategic Defense Initiative“ (SDI) aufzugeben, die den „Deal-Breaker“ für die dortigen Verhandlungen darstellte, die den Einsatz der meisten, wenn nicht sogar aller Atomwaffen hätte verhindern können.

Diese „Darstellung“ ist falsch. Tatsächlich war es genau dieser SDI-Vorschlag, der gemeinsame technologische Durchbrüche für ein fortschrittliches Laserwaffen-Abwehrsystem vorsah und darauf abzielte, Atomwaffen „wirkungslos und überflüssig“ und damit unnötig zu machen. Gorbatschows Ablehnung von Reagans SDI-Vorschlag beendete die Chance für die Sowjetunion, ihrem eigenen Untergang zu entgehen, der durch die Methoden der „ursprünglichen Akkumulation“ beschleunigt wurde, zu denen ihre Wirtschaft gezwungen war, um im Wettrüsten der 1980er Jahre mit den Vereinigten Staaten und der NATO Schritt zu halten.

Tatsächlich war es der Gründer dieser Zeitschrift, EIR-Chefredakteur Lyndon LaRouche, der mit Wissen des Nationalen Sicherheitsrates der Reagan-Regierung die SDI-Politik formuliert hatte. LaRouche führte von Dezember 1981 bis Anfang 1983 eine Reihe von Verhandlungen mit Vertretern der sowjetischen Regierung. Ronald Reagan verkündete die SDI-Politik bekanntlich in einer Rede am 23. März 1983 – sehr zum Entsetzen von Regierungen in aller Welt und vieler Amtsträger in den Vereinigten Staaten.

Lyndon LaRouche berichtete in seinem Aufsatz „The Night They Came To Kill Me“ über die Ereignisse fünf Tage vor dem Treffen in Reykjavik:

„Am 6. Oktober 1986 fiel eine regelrechte Armee von mehr als vierhundert bewaffneten Einsatzkräften über die Stadt Leesburg in Virginia her, um eine Razzia in den Büros von EIR und seinen Partnern durchzuführen, und wurde zudem für eine weitere, finstere Mission eingesetzt. Die Räumlichkeiten, in denen ich zu dieser Zeit wohnte, wurden von einer bewaffneten Truppe umzingelt, während Flugzeuge, gepanzerte Fahrzeuge und weiteres Personal auf den Befehl warteten, unter Beschuss vorzurücken. Glücklicherweise kam es nicht zu Tötungen, da jemand mit höherer Befugnis als der Leiter der Strafrechtsabteilung des Justizministeriums, William Weld, den Angriff auf mich abblasen ließ. Die Einsatzkräfte, die bereitstanden, um gegen mich, meine Frau und eine Reihe meiner Mitarbeiter vorzugehen, wurden am Morgen zurückgezogen… Dies ist nicht nur mein Grund zur Beschwerde. Die große Mehrheit der Amerikaner ist ebenso sehr das beabsichtigte Opfer wie ich. Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, was ihnen in diesem Zusammenhang angetan wird… Ironischerweise, aber nicht zufällig, wurde diese Operation zu dem Zeitpunkt in Gang gesetzt, als Präsident Reagan sich mit Gorbatschow in Reykjavík, Island, traf, wo der Präsident erneut sein Bekenntnis zur SDI nachdrücklich bekräftigte.“

LaRouches Vorschlag war das moralische Gegenteil zahlreicher vorangegangener wahnwitziger Vorschläge des „Deep State“ für einen Atomkrieg, angefangen mit Winston Churchills „Operation Unthinkable“ vom Mai 1945, die darauf abzielte, die Sowjetunion spätestens im September 1945 mit Atomwaffen anzugreifen. Im Jahr 1949 sah die vom US-Verteidigungsministerium ausgearbeitete „Operation Dropshot“ vor, 300 Atomwaffen auf die Sowjetunion abzuwerfen, um 85 % ihrer Industriekapazitäten zu zerstören, was „Kollateralschäden“ in Form von zig Millionen Todesopfern zur Folge gehabt hätte. Es gab weitere Vorschläge, die alle vor der amerikanischen Bevölkerung geheim gehalten wurden.

Im Jahr 1954 sah die US-amerikanische „Operation Vulture“ den Einsatz von drei „kleinen taktischen“ Atombomben vor, um die besiegten französischen Truppen in Dien Bien Phu in Vietnam zu retten. Im Jahr 1958 hatten die Vereinigten Staaten laut dem verstorbenen, durch die Pentagon-Papiere bekannten Daniel Ellsberg einen Plan, das chinesische Festland mit Atomwaffen zu bombardieren, um eine Invasion Taiwans zu verhindern. (In einem Interview mit der CBS-News-Reporterin Michelle Miller im Jahr 2021 sagte Ellsberg: „Ich war Teil eines Plans, der niemals hätte ausgearbeitet werden dürfen – das war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“) Und am 20. Juli 1961 legten General Lyman Lemnitzer, General Curtis LeMay und andere JFK einen Plan vor, spätestens im Dezember 1963 einen überraschenden Atomschlag gegen die Sowjetunion zu starten.

Im folgenden Jahr kam es im Oktober 1962 zur Kubakrise und zu den mutigen Maßnahmen der Kennedy-Brüder, hinter den Kulissen Verhandlungen mit der Sowjetunion aufzunehmen. Ähnlich wie jene Gespräche zwischen JFK und RFK mit Chruschtschow fanden auch die LaRouche-Gespräche unter dem Druck eines drohenden Krieges statt. Erst letzte Woche sprach Wladimir Putin vor dem Waldai-Club über den Beinahe-Atomkrieg von 1983, der durch das mutige Eingreifen eines einzigen Mannes, Stanislav Petrov, verhindert wurde.

In diesem Fall siegte der menschliche Verstand, nicht die künstliche Intelligenz. Die als SDI bekannte LaRouche-Reagan-Initiative verhinderte keineswegs die Verhandlungen in Reykjavík, sondern bildete damals die Grundlage für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die in LaRouches Präsidentschaftskampagne von 1984 im „Entwurf eines Memorandum of Understanding zwischen den Vereinigten Staaten und der UdSSR“ vorgestellt wurde.

Helga Zepp-LaRouche, die bei Lyndon LaRouche war, als man kam, um ihn zu töten, hat Zehn Grundsätze für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur vorgeschlagen, in einer Zeit, in der „sich das Blatt gewendet hat“. Heute muss die Idee eines „gerechten Friedens“ die Diskussionen in den Kirchen, Gewerkschaften und anderen Institutionen der Vereinigten Staaten und Europas durchdringen. Diejenigen, die sich in Bewegung und Aufruhr befinden, müssen beginnen, im Geiste von Papst Leos und Zepp-LaRouches Nikolaus von Kues zu denken, über den der Papst in seiner Angelus-Ansprache am 25. Oktober letzten Jahres sprach.

Die Welt braucht einen Ansatz des „Zusammenkommens der Gegensätze“ für den Weltfrieden. China und Russland können einer im Niedergang begriffenen transatlantischen Welt helfen, aber nur, wenn das US-Präsidialsystem in die Lage versetzt wird, darauf zu reagieren. Die amerikanische Präsidentschaft ist eine Institution, nicht bloß eine Einzelperson. Die unabhängige Präsidentschaftskandidatin der LaRouche-Bewegung, Diane Sare, wird in Kürze eine Erklärung veröffentlichen, in der sie Pete Hegseths wahnwitziges „Kommando für Autonome Kriegführung“ anprangert und einen vernünftigen Ansatz für einen gerechten Frieden mit dem Iran, China, Russland und allen Nationen vorschlägt. Die Lehre aus jenem 6. Oktober vor 40 Jahren lautet: Eine großartige Idee und eine große Bewegung für großartige Ideen, die im Namen der Menschheit vorangetrieben werden, können niemals besiegt werden, solange man weiterkämpft.


Internationale Friedenskoalition #174, 02.10.2026, 17.00 Uhr

Es ist Zeit für eine Welt der „Partner statt Rivalen“

174. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Es ist Zeit für eine Welt der „Partner statt Rivalen“

Freitag, 2. Oktober 2026, 17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Nehmen Sie diese Woche an der Internationalen Friedenskoalition teil mit Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Pater John Heagle, Direktor von „Priests Against Genocide“ (USA); Mitglied der „Association of U.S. Catholic Priests“; Marcia Merry Baker, Mitherausgeberin, Wirtschaft, EIR; Mike Calicrate, Rinderzüchter aus Kansas, führender Vertreter der Agrar- und Rancherpolitik, Gründer und Eigentümer von „Ranch Foods Direct“; Jesus Holguin Cazares, Präsident der „Kansas Cattlemen’s Association“; Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS); E. Martin Schotz, Dr. med., Koordinator des „JFK Peace Speech Committee“ (MAPA – Massachusetts Peace Action); Autor von „History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy“; Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei „Solidarité et Progrès“ (SP).

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Freunde der Internationalen Friedenskoalition,

die heutige Krise mit explodierenden Preisen, Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff, agrarindustriellen Betriebsmitteln, Wasser und Grundbedarfsgütern ist Ausdruck des anhaltenden weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der auf die Schockwellen vom vergangenen Frühjahr folgte, nachdem die Vereinigten Staaten und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen hatten. Hinzu kommt die anhaltende Unterstützung Europas für die Ukraine in deren Krieg gegen Russland. Derzeit wird prognostiziert, dass die weltweite Getreideproduktion in diesem Erntejahr um mindestens 2,5 % gegenüber dem Vorjahr zurückgehen wird, und sie dürfte im Laufe der Aussaat- und Erntezeiten noch weiter sinken. Das weltweite Handelsvolumen mit Düngemitteln ist in diesem Jahr um 20–25 % zurückgegangen, was Landwirte in Afrika und anderswo dazu zwingt, ihre Produktion auf kleinere Anbauflächen zu beschränken, Erträge zu senken und weitere Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Schon vor diesem Trend waren 2 Milliarden Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die weltweiten Kraftstoffvorräte wurden in den letzten sechs Monaten stetig abgebaut und nehmen täglich weiter ab. Die Dieselpreise schießen in die Höhe und führen zu einer Krise für die produktiven Sektoren aller Nationen der Welt. In der vergangenen Woche erließen die Gouverneure von 10 US-Agrarstaaten Notverordnungen zur Dieselpreisregulierung, in der Hoffnung, zumindest die Herbsterntezeit zu überstehen. Der Preis für Schwefel – ein wichtiger Rohstoff für die Fertigungsindustrie und die Düngemittelverarbeitung – ist im Vergleich zum Vorjahr um 190 % gestiegen.

Gibt es Ausnahmen von dieser Abwärtsspirale? In Eurasien wurden beispielsweise in aller Eile bilaterale Sofortvereinbarungen getroffen, um Indien mit Düngemitteln aus Russland zu versorgen, Südostasien mit Flugkraftstoff aus China zu beliefern und russisches Getreide über Häfen im Fernen Osten und sogar über den arktischen Hafen Murmansk zu den bedürftigen Orten weltweit zu transportieren – auf einer Strecke von Tausenden von Meilen per Bahn, da der Getreidekorridor am Schwarzen Meer nun geschlossen ist.
Doch die großen westlichen Hauptstädte sind ebenso inkompetent wie unmoralisch – sie weigern sich, die Kriegshandlungen und die Aufrüstung zu beenden. Die Europäische Union plant derzeit in 27 Ländern eine Kürzung der Beihilfen für Landwirte um 20 %, aus „grünen“ Gründen und um EU-Mittel für die Aufrüstung gegen eine angebliche russische Bedrohung umzuschichten. In mehreren europäischen Ländern haben aus Protest erneut Traktorkorsos von Landwirten begonnen. In Washington schießt Präsident Trump in alle Richtungen um sich. Er behauptet, er tue der Welt einen Gefallen, indem er Öl aus Venezuela exportiert – nachdem er dieses Land übernommen und dessen Präsidenten entführt hat.

Möglicherweise wird er die US-Dieselexporte als Wahlkampfmanöver vor den Wahlen im November absenken, was aber im Gegenzug im transatlantischen Raum Chaos auslösen würde. Unter dem Vorwand, US-Rinderzüchter zu unterstützen, ordnete Trump dennoch Rindfleischimporte aus Brasilien an. Seine ICE-Einsatztruppe (Einwanderungsbehörde) ging letzte Woche hart gegen Viehzüchter in Kansas und Oklahoma vor und legte so plötzlich 20 % der US-Rindfleischverarbeitungskapazitäten für mehrere Arbeitsschichten in vier Betrieben im Südwesten von Kansas lahm. Unterdessen verschärft die Trump-Regierung Hunger, Stromausfälle und das Leid von Millionen von Menschen in Kuba und Haiti.
Im Geiste der internationalen Mobilisierung für einen weltweiten Friedens-Notgipfel sind wir alle aufgerufen, diesen Wahnsinn zu stoppen und stattdessen die Agenda für dringende multinationale wirtschaftliche Maßnahmen zum Wohle aller Nationen festzulegen. Zusammenarbeit kann den derzeitigen Zusammenbruch überwinden. Dieses Potenzial zeigt sich in dem Gipfeltreffen der vergangenen Woche zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump, die sich verpflichtet haben, sich bis Jahresende noch zweimal zu treffen. Es ist Zeit für eine Welt der „Partner statt Rivalen“.

Nehmen Sie an der Internationalen Friedenskoalition Nr. 174 teil, zusammen mit Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Pater John Heagle, Direktor von „Priests Against Genocide“ (USA); Mitglied der „Association of U.S. Catholic Priests“; Marcia Merry Baker, Mitherausgeberin für Wirtschaft beim EIR; Mike Calicrate, Rinderzüchter aus Kansas, führender Vertreter der Agrar- und Rancherpolitik, Gründer und Eigentümer von „Ranch Foods Direct“; Jesus Holguin Cazares, Präsident der „Kansas Cattlemen’s Association“; Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS); E. Martin Schotz, Dr. med., Koordinator des „JFK Peace Speech Committee“ (MAPA – Massachusetts Peace Action); Autor von „History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy“; Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei „Solidarité et Progrès“ (SP).


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Trump-Xi-Gipfel: Ein Meilenstein

Mittwoch, 30. September 2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Ein kurzer Blick auf die Realitäten, mit denen die sogenannten Architekten der heutigen „regelbasierten“ Ordnung konfrontiert sind, zeigt, dass ihr System unumkehrbar den Wendepunkt überschritten hat. Der illegale Krieg der USA gegen den Iran erreicht lediglich die Zerstörung der Weltwirtschaft und birgt die Gefahr, sich auf die gesamte Region und darüber hinaus auszubreiten. US-Präsident Donald Trump, der gerne damit prahlt, den „Deep State“ besiegt und alles „großartig“ gemacht zu haben, ist gescheitert und steht nun vor der möglicherweise schlimmsten Wirtschaftskatastrophe seit Jahrzehnten.

Man betrachte nur die absolut verheerenden wirtschaftlichen Schocks, die infolge des illegalen Krieges gegen den Iran die Welt erschüttern: Der weltweite Handel mit Düngemitteln ist seit Kriegsbeginn um 20-25 % zurückgegangen, was Landwirte dazu zwingt, auf andere Anbaumethoden umzusteigen und die Anbaufläche zu verringern; die Getreideproduktion wird infolge des Iran-Kriegs schätzungsweise um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr sinken. Das verschärft die ohnehin schon prekäre Ernährungslage: mehr als 2 Milliarden Menschen haben keine ausreichende Ernährung. Die Kraftstoffvorräte sind in den letzten sechs Monaten stetig geschrumpft und gehen weltweit derzeit um mehr als 6 Millionen Barrel Öl pro Tag zurück. Die Dieselpreise explodierten und erreichten am 22. September in den USA einen historischen Höchststand von 6,52 $ pro Gallone. All dies stürzt die produktiven Sektoren aller Nationen der Welt in die Krise.

Die Trump-Regierung erwägt nun ein Diesel-Exportverbot oder ähnliche Maßnahmen, um die Kraftstoffpreise noch vor den Zwischenwahlen zu senken. Dies hat bereits weltweit für Aufruhr gesorgt, insbesondere in europäischen Ländern wie Deutschland, deren Kraftstoffreserven besonders niedrig und die stark auf US-Importe angewiesen sind.

Gleichzeitig steigen die Zinsraten für US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten, wobei die Raten für 10-jährige Anleihen am 28. September die 5,2-Prozent-Marke überschritten. Ein Artikel in der Londoner Financial Times vom 22. September räumte sogar ein, was sonst nur wenige zu sagen wagen: Die Federal Reserve betreibt eine umfassende quantitative Lockerung – sie druckt Geld und baut ihre Bilanz aus, indem sie Staatsanleihen von großen Wall-Street-Banken aufkauft. Sie begann diese Politik im November 2025, nachdem sie die „Straffung“ vor fast einem Jahr beendet hatte. Trotz der vielbeschworenen Bemühungen, die Inflation einzudämmen, hat die Fed also große Banken in einem Tempo von 40 Milliarden US-Dollar pro Monat gerettet und ihnen gleichzeitig dabei geholfen, ihre Bestände an US-Staatsanleihen abzubauen. Und, falls es nicht offensichtlich ist: Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten sehen nicht gut aus.

Diese Zahlen weisen eindeutig auf die wirtschaftliche Sackgasse dieser Politik hin. Vor allem aber sind sie ein Indikator für den fortschreitenden Zerfall der ihr zugrunde liegenden „Beast-Man“-Weltanschauung, die im gesamten westlichen Establishment grassiert. Von den illegalen Regimewechsel-Kriegen über die Politik der globalen wirtschaftlichen Ausbeutung bis hin zur Duldung des Völkermords in Palästina und der Verpflichtung, weitere Billionen für Militärhaushalte auszugeben – diese Politik wird von der überwältigenden Mehrheit abgelehnt, auch wenn sie immer noch einen Teil der Welt beherrscht.

Man muss sich nur den jüngsten Besuch von Papst Leo XIV. in Frankreich ansehen, wo er zu den Zuhörern sagte: „Ich fordere Sie auf, … sich niemals mit der Aussicht auf Krieg abzufinden oder ihn als ‚unvermeidlich‘ zu betrachten, sondern stattdessen beharrlich für Dialog und Diplomatie einzutreten.“ In Paris wurde er von 300.000 Menschen empfangen, außerdem von 80.000 Jugendlichen – eine überwältigende Resonanz auf jene Art moralischer Führung, an der es im Westen heute mangelt. Ein ähnliches Phänomen war auf dem BRICS-Gipfel in Neu-Delhi zu beobachten, wo der iranische Präsident von Vertretern einer Gemeinschaft begrüßt wurde, die über 50 % der Weltbevölkerung repräsentiert. Der russische Außenminister Sergej Lawrow nahm während seines dreitägigen Aufenthalts in New York anlässlich der Generalversammlung der Vereinten Nationen an insgesamt 50 Treffen teil.

Die begeisterte Resonanz auf die Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie durch den Chor des Schiller-Instituts zum 25. Jahrestag des 11. September in New York City zeigt, dass der Aufruf „Alle Menschen werden Brüder“ die Herzen der Menschheit erreicht und berührt – auch wenn man das heutzutage selten erlebt.

In einem Gespräch mit Mitarbeitern am 28. September charakterisierte Helga Zepp-LaRouche die Situation wie folgt:

„Wenn man den Prozess betrachtet, der sich auf strategischer Ebene abspielt, halte ich es für wichtig, sich nicht in diesem oder jenem Ereignis zu verfangen, sondern die Tatsache anzuerkennen, dass wir uns inmitten der gigantischsten Umgestaltung der Weltordnung seit mindestens dem Ende des Zweiten Weltkriegs befinden – und es ist noch nicht klar, wie die neue Ordnung aussehen wird. Klar ist jedoch, dass die alte Ordnung, die auf westlicher Vorherrschaft und imperialen Vorstellungen von der Überlegenheit des Westens beruhte, endgültig und zweifelsfrei vorbei ist.“

So lässt sich der Staatsbesuch von Präsident Xi Jinping bei Donald Trump einordnen, den China als „Meilenstein“ bezeichnete. Präsident Xi sei optimistisch, dass die sogenannte Thukydides-Falle überwunden werden könne, fuhr Zepp-LaRouche fort. Ihm sei bewusst, dass die Mehrheit der Welt „ein völlig anderes Verständnis davon habe, was Sicherheit bedeutet, nämlich Entwicklung“. Er arbeite „klar und bewusst“ daran, völlig neue Institutionen und „eine neue Art der internationalen Zusammenarbeit“ zu schaffen.“ Zepp-LaRouche sagte: „Wenn die Welt aus dem Dilemma herauskommen soll, in dem das Damoklesschwert der nuklearen Vernichtung über uns schwebt, wird dies nur gelingen, wenn wir die bedeutenden Kräfte in Europa und insbesondere in den Vereinigten Staaten davon überzeugen können, sich dieser globalen Mehrheit anzuschließen.“


Das Drama der Gegensätze bei der UN-Vollversammlung

Bericht vom 173. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 173. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 25. September begann mit einer Einführung von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC. Sie äußerte die Hoffnung, daß das Treffen der Präsidenten Trump und Xi einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den USA und China darstellen könnte. Xi habe richtig gesagt, daß die Lösung vieler Probleme in der Welt eine Zusammenarbeit der beiden größten Volkswirtschaften erfordert. Die Militärdoktrin der USA und der anglophilen Nationen sei es, Rußland und China einzukreisen, so Zepp-LaRouche, doch wenn es Trump gelänge, die Beziehungen zu diesen Ländern zu normalisieren, würde er sich einen positiven Platz in der Geschichte sichern. Das beherrschende Thema bei der UN-Vollversammlung in New York sei die Frage, ob die Welt künftig nach dem „Gesetz des Dschungels“ regiert wird oder ob wir eine zivilisierte Welt mit einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur haben werden. Die westlichen Mächte hätten keine Ahnung davon, daß sich die Mehrheit der Welt auf ein neues Paradigma des Friedens durch Entwicklung ausrichtet. „Wir befinden uns in einem jener Momente, in denen alles vom Mut einzelner Menschen abhängt, die Fahne des Friedens hochzuhalten.“

https://youtu.be/A95JjkYryLc

Harley Schlanger, Präsident der LaRouche-Organisation (TLO), stellte Dr. Seyed Mohammad Marandi vor, einen iranisch-amerikanischen Wissenschaftler, Intellektuellen und politischen Analysten, der als Professor für Englische Literatur und Orientalistik an der Universität Teheran tätig ist und Berater des iranischen Verhandlungsteams in der Atomfrage war. Marandi erklärte, das Hauptmotiv für den gegenwärtigen Krieg sei vielleicht die Unabhängigkeit des Iran und seine Entscheidung für die Blockfreiheit. Der Iran habe auch die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika unterstützt und setze sich für die Sache der Palästinenser ein, was ihn zur Zielscheibe der Anglosphäre mache. Die christliche und jüdische Ausprägung des Zionismus sei vergleichbar mit dem IS und Al-Kaida: Alle seien radikale Sekten, die in Wahrheit nicht die Religionen widerspiegeln, die sie angeblich vertreten. So habe Israel sogar eine Synagoge im Zentrum der jüdischen Gemeinde in Teheran bombardiert.

Zepp-LaRouche sagte darauf hin, die eigentliche Ursache für die militärischen Konflikte in der heutigen Welt sei der verzweifelte Versuch der Anglosphäre, eine unipolare Welt aufrechtzuerhalten. Die wahre Geschichte des Iran bekannt zu machen, sei entscheidend, um die Dinge richtigzustellen.

Garland Nixon, ein erfahrener progressiver Radio- und Fernseh-Talkshow-Moderator, wies auf den inneren Widerspruch der verbreiteten Darstellung hin, Rußland verliere den Krieg gegen die Ukraine, gleichzeitig aber kurz davor stehe, in ganz Europa bis zum Ärmelkanal einzumarschieren. In Wirklichkeit habe die westliche Elite Angst vor einem Aufstand im Inneren wegen der sich rapide verschlechternden Lebensbedingungen in ihren Ländern. „Je aggressiver die US-Außenpolitik ist, desto mehr leiden die Leute darunter.“ Ein Beispiel seien die kürzlich verkündeten neuen Wirtschaftssanktionen gegen andere Länder, die sich negativ auf den Lebensstandard in den USA auswirken werden. Die Politik und Rhetorik der herrschenden Eliten sei so extrem und schockierend geworden, daß die Masse der Bevölkerung darauf reagieren und sich weigern könnte, zu tun, was sie von ihnen fordern.

Donald Ramotar war von 2011 bis 2015 Staatspräsident von Guyana. Er erinnerte im Gespräch mit Prof. Marandi daran, daß die Mossadegh-Regierung im Iran 1953 von der CIA gestürzt wurde, im selben Jahr, in dem in Guyana die Regierung seiner Partei, der PPP, durch eine ähnliche Operation von Großbritannien gestürzt wurde. Seitdem habe sich eine Verbundenheit zwischen den beiden Nationen entwickelt. Ramotar warf den USA „Operationen im Gangster-Stil“ vor, z.B., daß der Iran an den Verhandlungstisch eingeladen und anschließend bombardiert wurde. Er beklagte, daß technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz für militärische Aggressionen genutzt werden, statt dafür, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

Die Qualität der Führung im Westen nehme ab, weil die Macht zunehmend bei privaten Konzernen statt bei gewählten Regierungen liege. Ramotar kritisierte, daß UN-Generalsekretär Guterres sich weigert, die Ereignisse in Gaza als Völkermord zu bezeichnen, und erklärte, die UN-Sonderberichterstatterin für Palästina, Francesca Albanese, hätte für ihre Bemühungen den Nobelpreis verdient.

Marandi betonte, der Iran sei eine normale Nation und kein Märtyrerkult. Der Iran unterstütze die palästinensische Sache, weil die Iraner die Menschenwürde der Palästinenser anerkennen.

Richard Black, UN-Vertreter des Schiller-Instituts, berichtete über die Aktivitäten seiner Organisation im Kontext der Vollversammlung und verlas Auszüge aus Zepp-LaRouches offenem Brief an die UN, in dem sie eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur „im Geiste von Bandung, im Geiste von Shanghai und im Geiste von Beethovens Neunter Sinfonie“ fordert. Er hob die Bedeutung der unabhängigen Präsidentschaftskampagne von Diane Sare in den USA hervor, u.a. Sares Kritik an der delphischen Initiative „Partners for Multilateralism“ (P4M) des internationalen Bankers und kanadischen Premierministers Mark Carney, deren Ziel es sei, die BRICS zu untergraben und die echte Bewegung für Multilateralismus zu sabotieren.

Diskussion

Der Diskussionsteil begann mit einem Video eines französischen Aktivisten aus Paris, wo er mit anderen anwesend war, um den Papst zu begrüßen, dessen Friedensbotschaft im Kontrast zur Kriegsrhetorik der französischen Regierung steht.

Co-Moderator Dennis Speed äußerte die These: „Wir erleben das Ende der Doktrin der Dominanz“, und bat die Sprecher um ihre Kommentare dazu. Garland Nixon merkte an, in Rußland werde Geschichte und Kultur mehr Aufmerksamkeit geschenkt als im Westen, aber es gebe auch im Westen ein wiedererwachtes Interesse an diesen Themen, das die Weltsicht der Menschen verändere.

Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß die CIA den „Kongreß für kulturelle Freiheit“ als eine Operation gründete, um die klassische Kultur im Westen zu zerstören. Und die Briten verbreiteten eine verkürzte Version der Geschichte, die Beiträge von weit älteren Kulturen systematisch ausblende.

Richard Black beschrieb einen Besuch in einem historischen Museum in China, wo er sehr viele chinesische Familien sah, die sich leidenschaftlich darum bemühen, ihren Kindern die lange Geschichte ihres Landes zu vermitteln.

Ein Teilnehmer warnte davor, daß die USA die Kandidatur von Rafael Mariano Grossi zum neuen UN-Generalsekretär unterstützen, und erinnerte an Grossis korrupte Rolle als Leiter der IAEO, u.a., wie er den Iran besuchte und wahrscheinlich von dort Geheimdienstinformationen an Israel weitergab, die zur Ermordung iranischer Wissenschaftler benutzt wurden.

Zepp-LaRouche erinnerte an die Beteiligung von Palantir an der Verbreitung von Desinformation über das iranische Atomprogramm, um Zustimmung für den Krieg zu erzeugen, und fragte, ob Grossi daran mitschuldig sei. Wenn Grossi Generalsekretär werden wolle, „darf er keine solchen Flecken auf der weißen Weste haben“.

Ramotar sagte, Venezuela sei jetzt „voll und ganz eine Kolonie der Vereinigten Staaten“, dies sei beispielhaft für die kolonialistische US-Politik, im Gegensatz zu Chinas freundschaftlichem Ansatz. Er kritisierte auch das neue Abkommen, das den USA erhebliche Kontrolle über Grönland einräumt.

Der Co-Moderator Dennis Small definierte „Neokolonialismus“ als ein System, in dem Ländern zwar nominelle politische Unabhängigkeit gewährt wird, aber ihre Wirtschaft vollständig unter externer Kontrolle bleibt.

Zepp-LaRouche bekräftigte in ihrer Antwort auf eine Frage ihre Ansicht, daß Trump sich einen positiven Platz in der Geschichte sichern würde, wenn er wieder normale Beziehungen zu Rußland und China herstellt. Die Vorstellung, daß Sicherheit aus militärischer Stärke resultiere, sei die Ansicht einer schrumpfenden Minderheit – der „Geist der Zeit“ hingegen sei, daß der Weg zum Frieden über Entwicklung führt. Diese Ansicht sei mittlerweile bei der globalen Mehrheit verbreitet, wie die BRICS und die SCO zeigten. Sie kam zu dem Schluß, daß wir an einem Scheideweg stehen: auf der einen Seite die Tendenz zu Neokolonialismus oder Neofeudalismus, wo sich die Macht auf private Unternehmen oder Personen verlagert, und auf der anderen Seite die Zukunftsperspektive, für die sich die Friedenskoalition einsetzt.  eir


Internationale Friedenskoalition #173, 25.09.2026, 17.00 Uhr

Das Drama, das sich vor der UN-Generalversammlung abspielt

173. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das Drama, das sich vor der UN-Generalversammlung abspielt

Freitag, 25. September 2026, 17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Schließen Sie sich an diesem Freitag um 17:00 Uhr der Internationalen Friedenskoalition an. Diese Woche werden wir von Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana, sowie weiteren Rednern, die noch bekanntgegeben werden, begleitet.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

„Gemäß der ursprünglichen Doktrin vom Menschen als Bestie („Beast Man“), die von Martinisten wie Joseph de Maistre entwickelt wurde, entspringt die Angst vor solchen raubtierhaften Tyrannen nicht der Macht, die sie angeblich repräsentieren, sondern der wilden Irrationalität, wie sie mit römischen Cäsaren wie Caligula oder Nero assoziiert wird; oder jenem Bild der spanischen Inquisition, dass die Martinisten bewunderten.“

So Lyndon LaRouche am 4. Oktober 2003 in einem kurzen Beitrag über Hitler und Schwarzenegger als „Beast Man“. „Die relevante Lehre, die aus der aktuellen Lage im Irak zu ziehen ist“, fuhr LaRouche damals fort, „ist, dass Neokonservative wie die Faschisten Vizepräsident Cheney, Richard Perle, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz usw. nicht gerade Genies sind. Ihre Macht liegt nicht in der Entfaltung ihrer geistigen Fähigkeiten, sondern in ihrem Mangel an Moral oder Rationalität. Ihre Macht liegt in ihrer Bereitschaft, auf eine Weise zu handeln, wie es kein vernünftiger und moralischer Mensch tun würde. Ihre Anziehungskraft beruht ausschließlich auf der Angst, die sie einflößen, weil sie bereit sind, die Rolle zu spielen, die ihnen zugedacht ist – ganz gleich, ob auf der Bühne oder hinter den Kulissen.“

Springen wir in die Gegenwart und das Drama, das sich derzeit in New York während der Hochrangigen Woche der Generalversammlung vom 22. bis 28. September abspielt, bei der fast 130 Staats- und Regierungschefs das Wort ergreifen sollen. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, hat einen Offenen Brief an die versammelten Delegierten gerichtet, in dem sie diese eindringlich aufforderte, sich folgender Herausforderung zu stellen. „Wir erleben gerade das Ende einer fünfhundertjährigen Ära des Kolonialismus. Wenn wir als Menschheit verhindern wollen, dass diese turbulente Übergangsphase in einen neuen Weltkrieg mündet, müssen wir die geopolitische Konfrontation durch ein völlig neues Paradigma ersetzen, nämlich die Vision einer EINEN Menschheit“, erklärte Zepp-LaRouche. „Wir müssen ein völlig neues Paradigma etablieren: Die Idee der einen Menschheit muss an erster Stelle stehen und über alle Partikularinteressen gestellt werden.

Diese UN-Generalversammlung ist der Ort, um das Konzept einer ‚Neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur‘ auf die Tagesordnung zu setzen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss“, fuhr sie fort.

Der erste Staatschef, der traditionsgemäß vor der UN-Generalversammlung sprach, war der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. „Führen bedeutet, die Interessen der Nation mit denen der Menschheit in Einklang zu bringen“, erklärte er. „Diese Generalversammlung … muss sich auf Themen konzentrieren, die für die Zukunft der Menschheit entscheidend sind. Wir sind aufgerufen, uns zwischen Multilateralismus und Unilateralismus, Demokratie und Extremismus, Souveränität und Unterordnung zu entscheiden.“

Auf Lula folgte US-Präsident Donald Trump, der eine klassische, einstudierte „Beast Man“-Darbietung ablieferte. Er drohte, den Iran – und implizit jedes Land, das es wagt, die USA herauszufordern – „auszulöschen“. Mit sorgfältig gewählten Worten, die in den internationalen Medien ausführlich berichtet wurden, erklärte Trump:

„Wird ein Abkommen mit dem Iran geschlossen … oder vernichte ich die Islamische Republik, und zwar schnell, ohne ihnen jemals wieder die Chance zu geben, Menschen und Länder zu töten und zu zerstören? Treibe ich sie in die Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen?“

Trump hatte bereits am 1. April 2026 ähnliche Drohungen gegen den Iran ausgesprochen, als er sagte, er werde „sie zurück in die Steinzeit bringen, wo sie hingehören“. Eine Woche später, am 7. April 2026, schrieb er auf Truth Social: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder auferstehen zu können.“ Da Trumps jüngste Rede vom 22. September 2026 jedoch im Zentrum der Weltbühne, bei der hochrangigen Sitzung der UN-Generalversammlung, gehalten wurde, hat sie jetzt weitaus größeres Gewicht – und ist als Erklärung zur Politik seiner Regierung weitaus gefährlicher – als frühere Drohungen.

Um die einschüchternde Wirkung seines Auftritts zu verstärken, unterzeichnete Trump persönlich das Abkommen zwischen den USA und Grönland am Rande der UN-Generalversammlung unmittelbar nach seiner Rede. Darin erhalten die USA „dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange auf diesem Territorium“, so Trump. Die sogenannte „Raketenabwehr Golden Dome“ steht im Mittelpunkt dieses Abkommens, dessen eigentlicher Zweck in erster Linie offensiv und nicht defensiv ist. Damit können keine russischen „Sarmat“-Interkontinentalraketen und „Avangard“-Hyperschall-Gleitkörper abgefangen werden, falls diese über den Südpol Richtung USA fliegen sollten.

Hinzu kommt die offizielle Ankündigung der USA vor der UN-Generalversammlung, dass sie einseitig Waffen im Weltraum stationieren; die Aussage des Staatssekretärs für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, dass seine Überprüfung der Nuklearpolitik, die den Einsatz taktischer Atomwaffen befürwortet, keiner öffentlichen Kontrolle unterzogen werde. Colby weigert sich, auch nur die Kongressausschüsse zu informieren, die verfassungsrechtlich zur Aufsicht verpflichtet sind. Und schließlich die rasch eskalierenden europäischen Kriegsvorbereitungen gegen Russland.

Während sich das Drama bei den Vereinten Nationen entfaltet, ergibt sich strategisch folgendes Gesamtbild: Das transatlantische Finanzestablishment hat einen Kurs eingeschlagen, der kurzfristig zu einer thermonuklearen Konfrontation mit Russland und China führt – und zu einer „schacht’schen“ Ausplünderung der Weltwirtschaft, um diesen Kriegskurs zu ermöglichen.

Am heutigen 24. September wird Trump mit Chinas Präsident Xi Jinping zusammentreffen, der sich sicherlich bemühen wird, diesen Kurs zu ändern. Gleichzeitig baut die globale Mehrheit systematisch eine Welt auf, die auf radikal anderen Prinzipien der Zusammenarbeit und der Achtung der Souveränität basiert.

Warum sollten wir oder unsere Freunde und Nachbarn uns weiter terrorisieren lassen? Wir können dazu beitragen, die USA und Europa von ihrem derzeitigen Kurs abzubringen und in eine Zusammenarbeit mit der „Globalen Mehrheit“ zu führen!


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Aufgabe der UNO: Vision der Einen Menschheit schaffen

Mittwoch, 23. September 2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

An die Staatschefs und Delegationen, die an der UN-Vollversammlung im September 2026 teilnehmen

Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche

Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, veröffentlichte den folgenden Offenen Brief, der an die Teilnehmer der UN-Vollversammlung in New York, die heute zusammentritt, verteilt wird.

Diese Institution, die Vollversammlung der Vereinten Nationen, mag zwar nicht perfekt und reformbedürftig sein, doch stellt sie in dieser Zeit extremer Krise nach wie vor die wichtigste Institution dar, in der Vertreter der gesamten Menschheit zusammenkommen, um existenzielle Probleme anzugehen.

Diesmal findet die UN-Vollversammlung zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Existenz der menschlichen Gattung in großer Gefahr ist. Zwei regionale Kriege, der Krieg in der Ukraine und der Krieg gegen den Iran, drohen beide, zu umfassenderen regionalen Konflikten und sogar zu einem globalen Atomkrieg zu eskalieren. Mehrere hochrangige Militärexperten warnen, dass wir uns in einer Situation befinden, die gefährlicher ist als während der Kubakrise.

In jüngster Zeit ist in den Vereinigten Staaten und Großbritannien eine offene Diskussion über den möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen entbrannt, ja sogar über die Vorstellung, ein „begrenzter Atomkrieg“ könne geführt und gewonnen werden. Jeder, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, weiß, dass es so etwas wie einen taktischen Atomkrieg nicht gibt, denn schon der Einsatz einer einzigen sogenannten taktischen Atomwaffe würde innerhalb weniger Tage zu einem umfassenden globalen Atomkrieg eskalieren, der zur Auslöschung der Menschheit führen würde.

Im Laufe der letzten fünfunddreißig Jahre, nach dem Ende des Kalten Krieges, hat die Welt den Übergang von dem gescheiterten Versuch, eine unipolare Welt zu etablieren, hin zu einer sich entfaltenden Multipolarität durchlaufen, die jedoch nach wie vor von der Logik der Geopolitik bestimmt wird. Geopolitik basiert auf der Vorstellung, eine Nation oder eine Gruppe von Nationen habe ein legitimes Interesse, das sie einer anderen Nation oder Gruppe von Nationen aufzwingen könne.

Gleichzeitig erleben wir das Ende einer fünfhundertjährigen Ära des Kolonialismus. Wenn wir als Menschheit verhindern wollen, dass diese turbulente Übergangsphase in einen neuen Weltkrieg mündet, müssen wir die geopolitische Konfrontation durch ein völlig neues Paradigma ersetzen: die Vision der EINEN Menschheit. Es ist dieselbe Frage, die bereits zur Zeit der jungen amerikanischen Republik in den Federalist Papers diskutiert wurde: Kann sich die Menschheit selbst regieren?

Soll diese Frage im Zeitalter der thermonuklearen Waffen bejaht werden, müssen wir ein völlig neues Paradigma etablieren: Die Idee der „EINEN Menschheit“ muss an erster Stelle stehen und über alle Partikularinteressen gestellt werden.

Diese UN-Vollversammlung ist der richtige Ort, um das Konzept einer „Neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ auf die Tagesordnung zu setzen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf diesem Planeten berücksichtigen muss. Die vier von China vorgelegten globalen Initiativen – insbesondere aber die Initiative zur globalen Governance – stellen einen sehr praktischen Ansatz dar, um die Grundlage für ein solches neues Paradigma zu schaffen.

Mögen der „Geist von Bandung“, der „Geist von Shanghai“ und der Geist von Beethovens Neunter Symphonie, wonach alle Menschen Brüder sein sollen, Ihre Inspiration sein!

Mit freundlichen Grüßen,

Helga Zepp-LaRouche,

Gründerin des Schiller-Instituts


An die Staatschefs und Delegationen, die an der UN-Vollversammlung im September 2026 teilnehmen

Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche

Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, veröffentlichte den folgenden Offenen Brief, der an die Teilnehmer der UN-Vollversammlung in New York, die heute zusammentritt, verteilt wird.

Diese Institution, die Vollversammlung der Vereinten Nationen, mag zwar nicht perfekt und reformbedürftig sein, doch stellt sie in dieser Zeit extremer Krise nach wie vor die wichtigste Institution dar, in der Vertreter der gesamten Menschheit zusammenkommen, um existenzielle Probleme anzugehen.

Diesmal findet die UN-Vollversammlung zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Existenz der menschlichen Gattung in großer Gefahr ist. Zwei regionale Kriege, der Krieg in der Ukraine und der Krieg gegen den Iran, drohen beide, zu umfassenderen regionalen Konflikten und sogar zu einem globalen Atomkrieg zu eskalieren. Mehrere hochrangige Militärexperten warnen, dass wir uns in einer Situation befinden, die gefährlicher ist als während der Kubakrise.

In jüngster Zeit ist in den Vereinigten Staaten und Großbritannien eine offene Diskussion über den möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen entbrannt, ja sogar über die Vorstellung, ein „begrenzter Atomkrieg“ könne geführt und gewonnen werden. Jeder, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, weiß, dass es so etwas wie einen taktischen Atomkrieg nicht gibt, denn schon der Einsatz einer einzigen sogenannten taktischen Atomwaffe würde innerhalb weniger Tage zu einem umfassenden globalen Atomkrieg eskalieren, der zur Auslöschung der Menschheit führen würde.

Im Laufe der letzten fünfunddreißig Jahre, nach dem Ende des Kalten Krieges, hat die Welt den Übergang von dem gescheiterten Versuch, eine unipolare Welt zu etablieren, hin zu einer sich entfaltenden Multipolarität durchlaufen, die jedoch nach wie vor von der Logik der Geopolitik bestimmt wird. Geopolitik basiert auf der Vorstellung, eine Nation oder eine Gruppe von Nationen habe ein legitimes Interesse, das sie einer anderen Nation oder Gruppe von Nationen aufzwingen könne.

Gleichzeitig erleben wir das Ende einer fünfhundertjährigen Ära des Kolonialismus. Wenn wir als Menschheit verhindern wollen, dass diese turbulente Übergangsphase in einen neuen Weltkrieg mündet, müssen wir die geopolitische Konfrontation durch ein völlig neues Paradigma ersetzen: die Vision der EINEN Menschheit. Es ist dieselbe Frage, die bereits zur Zeit der jungen amerikanischen Republik in den Federalist Papers diskutiert wurde: Kann sich die Menschheit selbst regieren?

Soll diese Frage im Zeitalter der thermonuklearen Waffen bejaht werden, müssen wir ein völlig neues Paradigma etablieren: Die Idee der „EINEN Menschheit“ muss an erster Stelle stehen und über alle Partikularinteressen gestellt werden.

Diese UN-Vollversammlung ist der richtige Ort, um das Konzept einer „Neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ auf die Tagesordnung zu setzen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf diesem Planeten berücksichtigen muss. Die vier von China vorgelegten globalen Initiativen – insbesondere aber die Initiative zur globalen Governance – stellen einen sehr praktischen Ansatz dar, um die Grundlage für ein solches neues Paradigma zu schaffen.

Mögen der „Geist von Bandung“, der „Geist von Shanghai“ und der Geist von Beethovens Neunter Symphonie, wonach alle Menschen Brüder sein sollen, Ihre Inspiration sein!

Mit freundlichen Grüßen,

Helga Zepp-LaRouche,

Gründerin des Schiller-Instituts


Am Rande eines großen Krieges in Südwestasien

Bericht vom 172. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 172. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. September begann mit einem Lageüberblick von Dennis Small, IPC-Co-Moderator und Iberoamerika-Redakteur von Executive Intelligence Review. Er betonte, US-Präsident Trump sei trotz seiner großspurigen Äußerungen nicht Herr seines Schicksals. Angesichts der Sperrung der Straße von Hormus und der Meerenge von Bab al-Mandab steuere die Welt auf einen riesigen wirtschaftlichen Schock zu, den Trump nicht verhindern kann. Es sei Trump auch nicht gelungen, die BRICS und den Wandel hin zu einer multipolaren Welt aufzuhalten, wie man auf der jüngsten BRICS-Konferenz in Neu-Delhi sehen konnte. Trumps Regierung habe bekanntgegeben, daß sie Waffen im Weltraum stationiert hat, und sie diskutiert über einen möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen, weil er immer noch hofft, den Rest der Welt einzuschüchtern.

Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Genozidforschung an der renommierten Brown University im US-Staat Rhode Island, erläuterte, Völkermord sei ähnlich wie Krieg als „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ eingesetzt worden, und führte einige historische Beispiele dafür an. Seit mit der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (CPPCG) 1948 die Ablehnung von Genozid im Völkerrecht verankert wurde, gebe es eine gewisse Abschreckung, aber die Straffreiheit, mit der Israel seinen Völkermord im Gazastreifen verübt, drohe die Welt in die Zeit davor zurückzuversetzen.

Sowohl die palästinensische Hamas als auch das israelische Regime hätten bewußt gewaltsame Reaktionen provoziert, um bestimmte Ziele zu erreichen, und beide seien damit erfolgreich – allerdings zu einem hohen Preis. Die Hamas habe die Aufmerksamkeit der Welt auf die Notlage der Palästinenser gelenkt, auf Kosten von Zehntausenden Menschenleben. Das israelische Regime wolle im Westjordanland eine neue Intifada provozieren, die dort als Vorwand für einen weiteren Völkermord dienen würde, um die ethnische Säuberung und Annexion zu beschleunigen.

Harley Schlanger, Präsident der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO), lobte Bartovs Vortrag und dessen neues Buch Israel: What Went Wrong? („Israel: Was ist falsch gelaufen?“) Die Einführung einer Verfassung in Israel sei immer wieder aufgeschoben worden, statt dessen wurde 2018 ein „Grundgesetz“ beschlossen, das Israel als „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes“ definiert, womit die Apartheid institutionalisiert wurde, wie Bartov in seinem Buch beschreibt. Schlanger erklärte, anstatt sich auf negative Anreize wie Sanktionen zu konzentrieren, um Israel zu einer Verhaltensänderung zu zwingen, sollte die Welt positive Anreize wie Lyndon LaRouches „Oasenplan“ für wirtschaftliche Entwicklung fördern, der beiden Konfliktparteien zugute käme.

Der Friedensaktivist Jonathan Kuttab ist ein palästinensisch-amerikanischer Christ, Leiter der „Friends of Sabeel North America“ und Mitbegründer von „Nonviolence International“. Er brachte zunächst seine Wertschätzung für die IPC-Treffen zum Ausdruck und lobte besonders deren globalen Charakter und die Vielfalt der Teilnehmer. Dann befaßte er sich mit der verbreiteten Leugnung des Völkermords in Gaza. Gewöhnlich sei es in Gerichtsverfahren wegen Völkermords das schwierigste, Vorsatz nachzuweisen, aber im Falle Israels sei es sehr leicht, den Vorsatz zu dokumentieren. Menschen und Regierungen im Westen, die den Genozid leugnen, wollten damit ihre Mitschuld verbergen. Durch die Straffreiheit für Israel drohe die Gefahr, daß Völkermord wieder Normalität wird, wie Bartov warnte, eine Rückkehr zur Welt vor der Völkermordkonvention. In dem Zusammenhang seien die Angriffe auf die internationalen Gerichte und auf das Völkerrecht an sich besonders schockierend.

Bartov meldete sich zu Wort und wandte sich gegen die Idee der Zweistaatenlösung: „Die Vorstellung von zwei getrennten Staaten mit einer Mauer dazwischen ist eine Fantasie.“ Er lobte die Organisation „A Land for All“, die sich für einen Plan einsetzt, der zwei souveräne Staaten, Israel und Palästina, innerhalb einer einzigen gemeinsamen Heimat vorsieht, mit offenen Grenzen und gemeinsamen Institutionen statt einer strikten Trennung. Er sagte, vielen Menschen falle es schwer, sich mit der Tatsache abzufinden, daß ausgerechnet Israel, das sich der Welt als Zufluchtsort für Opfer des Holocaust präsentierte, nun selbst einen Holocaust begehen könnte. Aber nun habe Israel den Bogen überspannt und sei in seiner Straffreiheit zu weit gegangen, was den Menschen weltweit die Augen öffne.

Small ging ebenfalls auf das Thema Verleugnung ein und erklärte, die Menschen wollten sich der Wahrheit nicht stellen, weil sie keine Lösung sehen und die Realität deshalb für sie zu schmerzhaft ist. Den größten Schaden hätten diejenigen, die offenen Auges den Völkermord tolerieren, mehr noch als die Opfer selbst. Small stellte das humane Menschenbild des chinesischen Konfuzianismus dem barbarischen Menschenbild von Thomas Hobbes mit seinem „Krieg aller gegen alle“ gegenüber. Er erinnerte auch daran, daß der Zionismus weitgehend ein Projekt des Britischen Empire war.

Beatriz Bissio ist außerordentliche Professorin für Vergleichende Geschichte an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro in Brasilien. Sie beschrieb zunächst ihre langjährige Tätigkeit beim Third World Journal, in deren Rahmen sie ausführlich über Palästina berichtete und den Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat interviewte. Anschließend befaßte sie sich ausführlich mit der jüngsten BRICS-Konferenz in Indien. Der Erfolg des Gipfels sei alles andere als garantiert gewesen, nicht zuletzt wegen der freundschaftlichen Beziehungen des indischen Premierministers Modi zu Israel, tatsächlich sei das Treffen aber ein großer Erfolg geworden. Besonders wichtig sei das Treffen zwischen Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande gewesen, mit der denkwürdigen Formel: „Wir sind Partner und keine Rivalen.“ Die Konferenz sei insgesamt von „Diplomatie, Dialog und dem geduldigen Aufbau von Konsens“ geprägt gewesen, auch wenn nicht bei allen Themen Einstimmigkeit herrschte. Bissio sieht in dem Gipfel Grund zum Optimismus, trotz all der grausamen Realitäten, mit denen sich die IPC befaßt. Die BRICS hätten auch auf die Bandung-Konferenz von 1955 verwiesen, ein wegweisendes Treffen von 29 asiatischen und afrikanischen Staaten; es sei ein Grundstein für die BRICS gewesen, die heute als die „Erben von Bandung“ gelten können.

Diskussion

Auf die Frage eines Teilnehmers, warum die arabischen Staaten den Palästinensern nicht helfen, antwortete Kuttab, die arabischen Staaten seien keine Demokratien und ignorierten die Wünsche ihrer Bevölkerung, außerdem hätten sie Angst vor den Israelis. Schlanger warf ein, der Iran sei dabei eine Ausnahme, und das sei auch der Grund für den Krieg gegen das Land.

Eine deutsche Teilnehmerin sagte, Deutschland habe eine besondere Verantwortung, sich gegen den Völkermord im Gazastreifen zu stellen, weil es sich unter den Nazis selbst des Völkermords schuldig machte. Sie dankte Schlanger dafür, daß er die Rolle Großbritanniens beim Zionismus ansprach. Sie wies auch auf die Bedeutung der Kontroverse um den amerikanischen Rap-Star Macklemore hin, der hart angegriffen wurde, weil er Palästina auf offener Bühne unterstützte. Seine Worte dabei seien wunderschön gewesen.

Ulf Sandmark, Leiter des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete über die Lage in seinem Land, wo gerade Wahlen stattfanden, und über die Aktivitäten seiner Organisation, die dazu beitragen, eine Antikriegskoalition unter Oppositionsparteien aufzubauen.

Small kam noch einmal auf die Verzweiflung der anglo-amerikanischen Eliten zurück, die um jeden Preis ihre unipolare Welt bewahren wollen, bis hin zu Plänen, Atomwaffen einzusetzen. Israel sei wie ein „Paket Dynamit“, das im Dienste dieses unipolaren Wunschtraums jederzeit gezündet und dabei selbst zerstört werden könnte.

Ein Journalist fragte Kuttab nach der „sklavischen Ergebenheit“ US-amerikanischer Politiker gegenüber dem israelischen Regime. Er antwortete, dahinter steckten noch umfassendere Interessen; dieselben Politiker würden Israel den Wölfen zum Fraß vorwerfen, wenn es vorteilhaft erscheine. Unterdessen gebe es aber einen wichtigen Wandel in den USA, insbesondere unter jungen Menschen und vielen Juden, die über Israels Handeln entsetzt sind. Er prognostizierte, letztendlich würden die USA ihre schützende Hand über Israel zurückziehen, damit werde es sich abfinden müssen.

Zum Abschluß kam Schlanger noch einmal auf die Bedeutung der Arbeit der IPC zurück. Sie solle den Menschen dabei helfen, „aus der axiomatischen Struktur ihres Denkens auszubrechen“ und die Gehirnwäsche durch die traditionellen Medien zu überwinden. Das heutige Treffen sei eine tiefgehende Diskussion gewesen, die „solche Fragen an der Wurzel packt“.            eir


Internationale Friedenskoalition #172, 18.09.2026, 17.00 Uhr

Am Rande eines umfassenden regionalen Krieges in Südwestasien

172. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Am Rande eines umfassenden regionalen Krieges in Südwestasien

Freitag, 18. September 2026, 17.00 Uhr

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Schließen Sie sich an diesem Freitag um 17:00 Uhr der Internationalen Friedenskoalition an.Diese Woche werden wir von Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Genozidforschung an der Brown University, und Harley Schlanger, Präsident der LaRouche-Organisation sowie weiteren Rednern, begleitet.

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Zur Anmeldung

Mit der überraschenden Übernahme der Kontrolle über die Meerenge von Bab al-Mandeb – die den Durchgang vom Indischen Ozean ins Rote Meer und von dort zum Suezkanal kontrolliert – durch die Huthis vom 10. bis 13. September wurde ein weiterer großer Teil des globalen Seeverkehrs beeinträchtigt, wenn nicht sogar gänzlich zum Erliegen gebracht. In den Hauptstädten weltweit herrscht hektisches Treiben, wie man mit der neuen Krisensituation umgehen soll.

Bab al-Mandeb ist einer der verkehrsreichsten maritimen Meerengen der Welt: Fast 9 % des gesamten weltweiten Seehandels werden hier abgewickelt, darunter 20 % sowohl der PKWs als auch der Container sowie etwa 15 % des Rohöls und der raffinierten Ölprodukte. Rechnet man dazu noch die Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus sowie den fast vollständigen Stillstand der russischen und ukrainischen Getreide- und Düngemittelexporte durch das umkämpfte Schwarze Meer hinzu, zeichnet sich allmählich das Ausmaß eines gewaltigen Zusammenbruchs in der realen Weltwirtschaft ab.

Die Kriegsbefürworter in Washington, London und Tel Aviv sind sofort in Aktion getreten. Das US-Centcom bestätigte, dass Admiral Brad Cooper in Deutschland hinter verschlossenen Türen eine dringende Sitzung mit den Stabschefs Israels, Saudi-Arabiens, Ägyptens und zahlreicher Golfstaaten einberufen hat, um militärische Schritte zur Wiederöffnung von Bab al-Mandeb zu erörtern, darunter israelische „Hilfsangebote“ an Saudi-Arabien gegen den Iran – einem wichtigen Verbündeten der Huthis. Auch der britische Premierminister Andy Burnham erwägt, sich mit militärischer „Hilfe“ in den Konflikt einzuschalten.

Dies ist ein Rezept für einen allgemeinen Krieg in ganz Südwestasien – an der südwestlichen Flanke Russlands – in einem strategischen Kontext, in dem die Vereinigten Staaten gerade angekündigt haben, dass sie ein Wettrüsten im Weltraum begonnen haben, während sie gleichzeitig eine Änderung ihrer Nukleardoktrin einführen, um den Einsatz taktischer Atomwaffen für einen angeblich „begrenzten“ Atomkrieg zu fördern – ein Widerspruch in sich, wenn es je einen gab.

Doch auch eine Alternative zur wachsenden Wahrscheinlichkeit eines Atomkriegs rückt allmählich in den Fokus. Der BRICS-Gipfel vom 12. bis 13. September konnte sich mehr als behaupten gegen die Bemühungen Londons und Washingtons, diese Gruppe zu spalten, die die Hälfte der Weltbevölkerung repräsentiert – ebenso wie der SCO-Gipfel zwei Wochen zuvor. Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, fanden ernsthafte Gespräche statt „über die Schaffung alternativer Zahlungsplattformen, Abwicklungs- und Verwahrungsmechanismen, eines Rückversicherungsmechanismus, einer Investitionsplattform und einer Getreidebörse“.

Für September ist noch mehr geplant, darunter das entscheidende Treffen zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus am 24. September, bei dem Präsident Xi den USA weiterhin die Möglichkeit anbieten will, bei Infrastruktur- und anderen Großprojekten im Globalen Süden zusammenzuarbeiten, was für alle Beteiligten von Vorteil wäre. In Vorbereitung auf diese Reise traf sich der chinesische Außenminister Wang Yi mit seinem iranischen Amtskollegen Abbas Aragtschi und erklärte ihm, Peking sei „bereit, den Dialog und die Zusammenarbeit mit dem Iran zu verstärken und die legitimen Rechte und Interessen des Iran zu wahren“. Dies ist eine der Botschaften, die Xi voraussichtlich persönlich an Trump übermitteln wird, wenn sie sich treffen – und dies vor dem Hintergrund der amerikanischen Drohungen und Forderungen, dass alle Nationen ihre wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran abbrechen sollen, wie es die „Operation Economic Outcast“ des US-Finanzministeriums vorschreibt. Xi wird Trump zudem Optionen für eine friedliche Lösung der gesamten Krise in Südwestasien sowie der Ukraine-Krise unterbreiten.

Wang Yi traf sich am 16. September außerdem mit Celso Amorim, dem Sonderberater des brasilianischen Präsidenten Lula, zu entsprechenden Gesprächen. Brasilien ist ebenso wie Russland, Indien, China und Südafrika Gründungsmitglied der BRICS. Auf seinem Weg nach China machte Amorim auch in Neu-Delhi, der Hauptstadt des Gastgeberlandes des jüngsten BRICS-Gipfels, Station, um strategische Gespräche mit der Regierung Modi zu führen.

Wenn die Vollversammlung der Vereinten Nationen am 22. September ihre jährliche hochrangige Generaldebatte eröffnet, wird – wie es Tradition ist – die Eröffnungsrede vom brasilianischen Präsidenten Lula gehalten. Nützliche Alternativen zu einem herannahenden globalen Krieg – Optionen, die auf dem Konzept beruhen, dass Entwicklung der neue Name für Frieden ist – könnten zu diesem Zeitpunkt und in den darauf folgenden Beratungen durchaus auf die weltpolitische Agenda gesetzt werden.


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