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Das Iran-Abkommen kann für die Welt eine Wende bedeuten!

Von Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller Instituts,

16 Juni 2026

Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran ist zweifellos ein historischer Durchbruch, indem sie die Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten beendet, die Straße von Hormus wieder öffnet und hoffentlich auf diese Weise verhindert, dass die Weltwirtschaft weiter in eine Depression abgleitet. Das Ergebnis dieses Krieges, der mehr als dreieinhalb lange, zermürbende Monate dauerte, ist eine erheblich veränderte strategische Lage, in der noch nicht entschieden ist, ob der Waffenstillstand in einen dauerhaften Frieden übergehen kann, oder ob er nur eine Pause sein wird, bis die nächste, möglicherweise noch schlimmere Runde von Kämpfen ausbricht.

Klar ist jedoch, dass die größte Militärmacht der Welt, die Vereinigten Staaten, nicht in der Lage war, eine mittelgroße Macht wie den Iran zu besiegen. Weder ein Regimewechsel noch die Ausschaltung des ballistischen Raketensystems noch die Beseitigung des iranischen Atomprogramms konnten erreicht werden, dank der unerwarteten Widerstandsfähigkeit der iranischen Bevölkerung, die sich, ungeachtet ihrer aktuellen politischen Ausrichtung, stattdessen um ihre Identität als jahrtausendealter Zivilisationsstaat – Persien! – scharte. Obwohl er erhebliche Verluste erlitten hat, ist der Iran dennoch der klare Sieger dieses Krieges, nicht zuletzt, weil er nun erkannt hat, welchen bedeutenden Einfluss er durch die Kontrolle über die Straße von Hormus ausübt. Diese Kontrolle über eine der Engstellen der Weltwirtschaft ist von nun an ein Faktor in der strategischen Lage, den niemand ignorieren kann. Auch die Tatsache, dass die USA nicht in der Lage waren, die Golfstaaten, in denen US-Stützpunkte liegen, zu verteidigen, wird dauerhafte Folgen für die Sicherheitsarchitektur Südwestasiens haben.

Ein großes Lob gebührt zweifellos in erster Linie dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, der entscheidend zur Vermittlung zwischen den USA und dem Iran beitrug und sich für Diplomatie statt Krieg als Mittel zur Konfliktlösung einsetzte, ebenso wie vielen anderen Kräften der Region, die versuchten, eine Eskalation zu einer globalen Katastrophe zu verhindern.

Das große Damoklesschwert, das über allem schwebt, ist offensichtlich die Reaktion Israels, des anderen großen Verlierers in dieser Situation, das selbst im zweiten Krieg innerhalb eines Jahres, mit Unterstützung der stärksten Militärmacht, keines seiner Kriegsziele erreichen konnte. Premierminister Netanjahu wird derzeit von Oppositionsführern und sogar von Mitgliedern seines eigenen Kabinetts wegen seines Versagens heftig angegriffen, und der große Knackpunkt ist der Teil des Abkommens, der einen Waffenstillstand im Libanon vorsieht, welchen Israel gänzlich ablehnt. Israel wird sich jedoch des veränderten internationalen Klimas bewusst werden müssen, in dem sich die überwiegende Mehrheit der Weltöffentlichkeit gewandelt hat und sogar eine wachsende Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung der Meinung ist, dass Israel im Umgang mit den Palästinensern und dem Iran viel zu weit gegangen ist. Präsident Trump versucht derzeit, seine Interessen abzuwägen zwischen seinen finanziellen Unterstützern, die eine noch härtere Linie gegenüber dem Iran befürworten, und den Falken in der Republikanischen Partei, die wollen, dass über das gesamte Abkommen im Kongress abgestimmt wird, um es blockieren zu können, und auf der anderen Seite Trumps alter MAGA-Basis, deren Unterstützung er zunehmend verliert, weil sie das Gefühl haben, dass er seine Wahlversprechen verraten hat, und er muss angesichts der in wenigen Monaten anstehenden Zwischenwahlen seine Gewinne und Verluste abwägen.

Was ist also zu tun, um sicherzustellen, dass das Abkommen Bestand hat und ein dauerhafter Frieden gesichert werden kann? Die Antwort lautet, dass eine echte Vision der wirtschaftlichen Entwicklung für die gesamte Region Südwestasiens ernsthaft auf die Tagesordnung gesetzt werden muss: der vom Schiller-Institut vorgeschlagene „Erweiterte Oasenplan“.

Nur wenn die Bevölkerung aller Länder der Region, insbesondere die Jugend, die Aussicht auf ein endgültiges Ende des Krieges und eine glänzende Zukunft in Wohlstand haben, gibt es einen Anreiz für einen dauerhaften Frieden. (1)

Die tiefgreifendere Antwort darauf liegt darin, dass man den größeren strategischen Kontext der Versprechen zur Beendigung aller Kriege berücksichtigen muss. Trump steht vor dem Konflikt um die Zwischenwahlen. Während die Krise in Südwestasien offensichtlich eine Geschichte hat, die Tausende von Jahren zurückreicht, und die Situation sehr komplex und facettenreich ist, muss diese Krise – wie der Ukraine-Krieg und fast jeder andere Konflikt der Gegenwart – als Teil der geopolitischen Gesamtlage betrachtet werden. Diese ist geprägt von den scheiternden Bemühungen des von der Anglosphäre dominierten kollektiven Westens, nach dem Ende des Kalten Krieges eine unipolare Weltvorherrschaft zu errichten. Dieser Versuch erwies sich als sehr kurzlebig, weil die Kombination aus sechs NATO-Osterweiterungen – unter Verletzung sämtlicher gegenteiliger Versprechen – und der Politik von Regimewechsel, Farbrevolutionen, einseitigen Sanktionen und Interventionskriegen insbesondere in den Ländern des Globalen Südens einen enormen Rückschlag hervorgerufen hat. Sie akzeptierten die NATO-Darstellung all dieser Ereignisse nicht, sondern erkannten das offensichtliche Ziel einer Neuauflage einer imperialen und neokolonialen Ordnung. Da der historisch beispiellose Aufstieg Chinas es den Ländern des Globalen Südens erstmals ermöglicht, 500 Jahre Kolonialismus zu überwinden, versuchen sie, eine neue Wirtschaftsordnung zu errichten, die ein gerechteres und gleichberechtigtes System für alle schafft.

Daher steht bei allen Konflikten immer auch die Dynamik im Hintergrund, dass der Westen seine Dominanz in der strategischen Lage erhalten und – wie es manche Politiker formulieren – „Russland ruinieren“ und China mindestens „eindämmen“ will. Dies entspricht jedoch nur den Interessen einiger weniger in den Establishments einiger westlicher Länder, nicht jedoch den Eigeninteressen der Menschen in Europa und den USA.

Der jüngste Krieg in Südwestasien hat es in unbestreitbarer Deutlichkeit gezeigt: Die alte Weltordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg und dann erneut nach dem Ende des Kalten Krieges etabliert wurde, zerfällt. Es ist daher von höchster strategischer Bedeutung, eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf den Tisch zu bringen, die die Interessen jedes Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss. Die Situation ist vergleichbar mit den Umständen des Westfälischen Friedens, der 150 Jahre Religionskriege in Europa beendete, weil die Kriegsparteien erkannten, dass bei einer Fortsetzung des Krieges niemand mehr am Leben bleiben würde, um einen Sieg zu genießen. So gelangten sie zu der Erkenntnis, dass man, um Frieden zu haben, die Interessen des anderen respektieren muss, und zwar Aller anderen!

Es liegen bereits mehrere Initiativen auf dem Tisch, die das Verständnis widerspiegeln, dass die Weltordnung dringend umgestaltet werden muss, wie beispielsweise das neue Weißbuch des chinesischen Staatsrats Gerechtere und ausgewogenere globale Governance: Chinas Grundsätze, Vorschläge und Maßnahmen, das eine Verbesserung der internationalen Ordnung auf der Grundlage der Idee einer Zukunftsgemeinschaft der Menschheit vorschlägt.

Aus einem ganz anderen Hintergrund kommend, aber im Wesentlichen zu derselben Erkenntnis gelangend, dass eine Reform dringend notwendig ist, hat Papst Leo XIV. gerade eine neue Enzyklika Magnifica Humanitas veröffentlicht, die nicht nur die gegenwärtigen Tendenzen zum Bau eines neuen „Turms zu Babel“ kritisiert, sondern auch einen sehr substanziellen Vorschlag dazu liefert, nach welchen Prinzipien ein neues System errichtet werden muss, das der großartigen menschlichen Spezies würdig ist. (2) Die Autorin hat Zehn Prinzipien vorgeschlagen, die berücksichtigt werden sollten, um zu konzipieren, wie eine solche neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur aussehen könnte. (3)

Deshalb sollte man mehr tun, als das soeben zwischen den USA und dem Iran erzielte Abkommen nur zu kommentieren und darüber zu spekulieren, ob die Lage im Libanon und die Weigerung Israels, sie als Teil der Vereinbarung anzuerkennen, sich doch als entscheidender Faktor erweist, der das Abkommen zum Scheitern bringt.

Wenn der „Erweiterte Oasenplan“ von mehreren Ländern der Region auf die Tagesordnung gesetzt wird, kann er der erste Schritt sein, um die ganze Welt in ein neues Paradigma zu führen, in dem Krieg als Mittel der Konfliktlösung – eine existenzielle Frage im Zeitalter thermonuklearer Waffen – überflüssig wird und eine gerechte Ordnung verwirklicht wird, die das Wohlergehen aller Nationen ermöglicht.

1. Webseite des Schiller-Instituts zum „Oasis“-Plan, https://schillerinstitute.com/the-oasis-plan-the-larouche-solution-for-southwest-asia/

2. https://schillerinstitute.com/de/blog/2026/06/17/dringender-appell-von-papst-leo-xiv-haltet-ein-bereut-ehe-es-zu-spaet-ist-der-neue-name-fuer-frieden-heisst-entwicklung/

3. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/


Internationale Friedenskoalition #159, 19.06.2026, 17.00 Uhr

Möge die gesamte Menschheit verkünden: „Entwicklung ist der neue Name des Friedens!“

159. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Möge die gesamte Menschheit verkünden: „Entwicklung ist der neue Name des Friedens!“

19. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Diese Woche werden wir von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition, von Dr. Abdullah Ahsan, Professor für vergleichende Zivilisationsforschung (mit Lehrtätigkeit in Malaysia und der Türkei) und Dr. Mohammad A. Toor, Vorsitzender des Kuratoriums des Pakistan American Congress und Präsident der „American Pakistan Physicians for Justice“, und weiteren Persönlichkeiten begleitet.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

EILMELDUNG:  Am Mittwochabend unterzeichnete US-Präsident Donald Trump im Schloss von Versailles die neue 14-Punkte-Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, während der iranische Präsident Masoud Peseschkian digital unterzeichnete. Für Freitag ist in der Schweiz eine Zeremonie angesetzt, bei der ein Waffenstillstand sowie weitere Bedingungen vereinbart und der Beginn von 60 Tagen weiterer Verhandlungen festgelegt werden sollen.

Die Welt steht an einem Wendepunkt. Wir hoffen, dass die angekündigten Pläne umgesetzt werden. Gleichzeitig ist der einzige Weg nach vorn für die Menschheit die Umsetzung großangelegter wirtschaftlicher Entwicklung der gesamten Region im Sinne des von der LaRouche-Bewegung vorgeschlagenen Oasenplans. Dies ist auch auf internationaler Ebene notwendig, angesichts der wirtschaftlichen Schockwellen, die den Zerfallsprozess in den Volkswirtschaften des westlichen Systems noch verstärken.

Der Ansatz des erweiterten Oasenplans drückt die konkrete Umsetzung des Prinzips „Frieden durch Entwicklung“ aus. In diesem Zusammenhang wurden heute zwei wichtige neue Erklärungen veröffentlicht. In Peking hielt Außenminister Wang Yi eine Pressekonferenz ab, in der er China als Gestalter des Weltfriedens und als Mitwirkenden an der globalen Entwicklung bezeichnete und ein neues Weißbuch veröffentlichte: „Gerechtere und ausgewogenere globale Regierungsführung: Chinas Prinzipien, Vorschläge und Maßnahmen“.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin von EIR, veröffentlichte ein neues Papier mit dem Titel „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: ‚Haltet ein! Bereut! Ehe es zu spät ist!‘ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!“ Zepp-LaRouches Dokument, das über die Enzyklika Magnifica Humanitas des Papstes und seine jüngsten Reden in Spanien berichtet, ruft zum Handeln auf.

Zepp-LaRouche schreibt:

„Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der jüngsten Zeit von Politikern und Experten vieler Länder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika Magnifica Humanitas (1) und den Ansprachen bei seiner jüngsten Reise nach Spanien (2) nach bestem Ermessen die mit Abstand wichtigste. Wenn Historiker später einmal die Frage untersuchen werden, was – hoffentlich – den entscheidenden Ausschlag gegeben hat, die westliche Zivilisation mitten in einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise zur Umkehr zu bringen, dann werden sie auf diese Rolle des Papstes stoßen, und die Bereitschaft einer genügend großen Anzahl von Gläubigen und Menschen, die guten Willens waren, sich seine Worte zu Herzen zu nehmen und eine Änderung der Politik durchzusetzen. …

… Gleichzeitig zeigte er aber auch den erreichbaren Ausweg aus der Krise auf, nämlich daß die Menschen sich an das höchste Ideal des christlichen Menschenbildes erinnern und es verwirklichen….

… Wenn man die Enzyklika und die Reden des Papstes in Spanien zusammen betrachtet, dan stellen sie eine vollständige Abrechnung mit der gesamten Politik des liberalen Westens dar, und dies mit einer Klarheit, die alle Politiker, die einen Amtseid auf das Gemeinwohl geschworen haben – und vor allem die, deren Parteien das Wort „christlich“ im Namen führen -, veranlassen müßte, eine 180-Grad-Kehrtwende in ihrer Politik vorzunehmen….“

Zepp-LaRouche zitiert die Ezyklika Magnifica Humanitas:

„ 81. Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind….  Andererseits gilt es auch das Recht zu fördern, in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen, einschließlich jener, die mit wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten und der Klimakrise zusammenhängen. Wenn diese Rechte geachtet werden, kann Migration zu einer Gelegenheit der Begegnung und der gegenseitigen Bereicherung zwischen den Völkern werden.“

Zepp-LaRouche unterstreicht: „Anstatt an einem inhumanen neokolonialistischen Denken festzuhalten, sind die Regierungen Europas und der USA aufgerufen, sich umgehend für eine internationale Kooperation bereit zu erklären, die die vollständige Überwindung von Armut und Unterentwicklung aller Staaten auf dieser Erde zum Ziel hat.“

Sie schliesst: „Die Enzyklika Magnifica Humanitas ist der dringende Appell von Papst Leo XIV. zur Umkehr. Die Entwicklungsprogramme des Schiller-Instituts zeigen den konkreten Weg, wie die Flüchtlingskrise überwunden werden kann. Was die Menschheit jetzt braucht, ist eine Bewegung für die Idee: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“!“

Die kommende Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am Freitag, dem 19. Juni, bietet die Gelegenheit, darüber zu beraten.


Dringender Appell von Papst Leo XIV.: „Haltet ein! Bereut! Ehe es zu spät ist!“ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!

von Helga Zepp-LaRouche

Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der jüngsten Zeit von Politikern und Experten vieler Länder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika Magnifica Humanitas (1) und den Ansprachen bei seiner jüngsten Reise nach Spanien (2) nach bestem Ermessen die mit Abstand wichtigste. Wenn Historiker später einmal die Frage untersuchen werden, was – hoffentlich – den entscheidenden Ausschlag gegeben hat, die westliche Zivilisation mitten in einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise zur Umkehr zu bringen, dann werden sie auf diese Rolle des Papstes stoßen, und die Bereitschaft einer genügend großen Anzahl von Gläubigen und Menschen, die guten Willens waren, sich seine Worte zu Herzen zu nehmen und eine Änderung der Politik durchzusetzen.

Ohne auch nur ein einziges Mal Namen der Schuldigen nennen zu müssen, definiert Papst Leo mit absoluter Klarheit die Strukturen der Sünde, die heute die existentiellen Bedrohungen für die Menschheit darstellen, deren konkreten Bezug jeder erkennen kann und die dringend beseitigt werden müssen. Gleichzeitig zeigte er aber auch den erreichbaren Ausweg aus der Krise auf, nämlich daß die Menschen sich an das höchste Ideal des christlichen Menschenbildes erinnern und es verwirklichen. Gerade weil die Mainstream-Medien diese Texte des Papstes weitgehend unterdrücken, muß deshalb von Christen und friedliebenden Menschen ein politisches Klima geschaffen werden, in dem kein Politiker, der wiedergewählt werden will, es sich leisten kann, seine Ignoranz über diese Schriften und Reden eingestehen zu müssen. Dazu ist es zunächst natürlich nötig, daß möglichst jeder diese Enzyklika sowie Ansprache-Texte nicht nur liest, sondern studiert.

Genau zu dem Zeitpunkt, an dem sich der erste Multimilliardär auf der Basis einer AI-Fiktion zum ersten Billionär erklärt, warnt diese Enzyklika vor einem neuen Turmbau zu Babel, bei dem ein neuer Götzendienst dem Profit huldigt und die Schwachen opfert – einer Entmenschlichung, die den anderen als Mittel benutzt, einer uralten und doch immer neuen Versuchung, die heute in einer technischen Verkleidung daherkommt. Und zeitgleich mit dem Inkrafttreten des EU-Migrationspakts am 12. Juni, der schnellere Verfahren zur Abschiebung von Flüchtlingen an den Außengrenzen der EU und damit eine massive Einschränkung des Asylrechts bewirkt, hält Papst Leo die christlichen Prinzipien dagegen, gemäß derer die Migrationsfrage statt dessen behandelt werden müßte.

Wenn man die Enzyklika und die Reden des Papstes in Spanien zusammen betrachtet, dann stellen sie eine vollständige Abrechnung mit der gesamten Politik des liberalen Westens dar, und dies mit einer Klarheit, die alle Politiker, die einen Amtseid auf das Gemeinwohl geschworen haben – und vor allem die, deren Parteien das Wort „christlich“ im Namen führen -, veranlassen müßte, eine 180-Grad-Kehrtwende in ihrer Politik vorzunehmen.

Nie wieder Krieg!

Zu den verschiedenen Aspekten dieser Politik, die alle Bausteine des neuen Turmbaus zu Babel sind, gehören der Götzendienst gegenüber dem Profit auf Kosten der Ärmsten, ebenso wie die Finanzinteressen, die Spannungen und Konflikte fördern, weil es die Kriegsindustrie in Gang hält, die Unterstützung von modernen Formen der Sklaverei, bei der Kinderarbeit Routine ist und wo die Gesundheit von Heranwachsenden dem Profit einer oberen Klasse geopfert wird, deren Konsumverhalten man früher Prasserei genannt hätte, während es den Armen am nötigsten fehlt. Dazu gehört ebenfalls ein neuer Kolonialismus, der nicht mehr nur die Körper der Menschen versklavt, sondern auch Daten und Informationen über sie, von Gesundheitsdaten bis zu epidemiologischen Profilen, genetischen Graphiken und demographischen Informationen.

In der Enzyklika beklagt der Papst die „Normalisierung des Krieges“ und erinnert an die machtvolle Rede von Papst Paul VI. 1965 vor der UN-Generalversammlung: „Nie wieder Krieg! Nie Wieder Krieg!“ (3) Trotz eines tiefen Wunsches nach Frieden seien die vergangenen 60 Jahre seitdem von Konflikten gekennzeichnet gewesen, die mit erstaunlicher Brutalität ausgetragen wurden, mit unzähligen zivilen und unschuldigen Opfern, Massenvertreibungen, sozialen Destabilisierungen und lang anhaltenden Wunden. Heute könne man einen besorgniserregenden Paradigmenwandel beobachten, bei dem Aufrüstung und Krieg als ein Instrument der internationalen Politik wieder öffentlich propagiert würden, während die ethischen Prinzipen, die dem früher entgegen gestanden hätten, systematisch unterminiert würden. Begehren nach territorialer Expansion, die man für überwunden hielt, kehrten wieder, und ein bestürzender Verlust an historischer Erinnerung trete in Erscheinung, zu dem Grad, wie Zeitzeugen des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges verschwänden. – Nein, hier sprechen weder Wladimir Putin noch Sergej Lawrow, sondern Papst Leo XIV. – Und so werde der Krieg kulturell vorbereitet durch simplistische Narrative und ein Freund-Feind-Denken, Desinformation und die Einflößung von Furcht.

Unter der Überschrift „Entgrenzte Gewalt“ thematisiert der Papst das Anwachsen des Militärisch-Industriellen Komplexes: „Die Rüstungsindustrie und die Länder, die Waffen liefern, profitieren von einem Markt, der gerade dank der Konflikte gedeiht. In diesem Sinne gibt es auch eine wirtschaftliche Logik, die dazu beiträgt, Spannungen in verschiedenen Regionen der Welt zu schüren.“ Und weiter unter Abschnitt 194: „In der Vergangenheit hatte die Erkenntnis der Bedrohung durch Waffen, die die gesamte Menschheit vernichten können, Bemühungen um Entspannung und Abrüstungsverhandlungen begünstigt. Leider haben wir diesen Horizont hinter uns gelassen, und die Entwicklung der Atomwaffenarsenale – einschließlich der Aussicht auf eine ,taktische‘ Verwendung – läßt den Einsatz solcher Waffen als eine immer weniger entlegene Möglichkeit erscheinen.“

Die Enzyklika konstatiert, daß wir in einer Zeit bemerkenswerter geistiger und kultureller Blindheit leben, und eine Form des historischen Nihilismus befördere die Illusion, „daß sich die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts nicht mehr wiederholen können. In Wirklichkeit tauchen dieselben Dynamiken unter neuen Formen wieder auf… In vielen Ländern, auch im Globalen Süden, werden erhöhte Militärausgaben als einzige Antwort auf eine ungewisse Zukunft oder auf vermeintliche Bedrohungen dargestellt, während die tatsächlichen Kosten auf die Armen abgewälzt werden, die zusehen müssen, wie die Mittel für Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Dienste schwinden.“

Leo zitiert die Enzyklika Quadragesimo Anno von Papst Pius XI., die die Konzentration der Wirtschaftsmacht in den Händen weniger verurteilt, und er bezieht sich auf Papst Paul VI., indem er vor den Gefahren außerordentlichen wissenschaftlichen, technologischen und ökonomischen Fortschritts warnt, wenn dieser nicht mit einem entsprechenden ethischen und sozialen Fortschritt einhergeht.

Das Mißverständnis der KI

Ganz besonders gilt dies für die KI, deren Beurteilung und Kritik der Hauptfokus der Enzyklika gewidmet ist. Zunächst erklärt Leo, ausgehend von der seit vielen Jahrzehnten geführten Debatte, ob Computer die Kreativität des Menschen irgendwann einmal überholen könnten, zu der Neuauflage dieser Diskussion bezüglich der KI:

„99. Es ist nicht möglich, eine eindeutige und umfassende Definition von Künstlicher Intelligenz zu geben. Fest steht jedoch, daß das Mißverständnis zu vermeiden ist, diese ,Intelligenz‘ mit der menschlichen gleichzusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelligenz nach. Dabei übertreffen sie sie oft an Geschwindigkeit und Rechenleistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungsfähigkeit hat jedoch ausschließlich mit der Datenverarbeitung zu tun: Sogenannte Künstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet. Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unterscheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situationen und sie nehmen die Last der Konsequenzen nicht auf sich. Sie können Sprache, Verhalten und Beurteilungen imitieren, sie können Empathie oder Verständnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt. Auch wenn diese Werkzeuge als ,lernfähig‘ dargestellt werden, unterscheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen läßt und im Laufe der Zeit durch Entscheidungen, Fehler, Vergebung und Treue wächst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und Rückmeldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.“

Papst Leo XIV. argumentiert vom Standpunkt der augustinischen Tradition, von dem aus es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht, und zitiert Papst Franziskus, der „anerkennt, daß es wichtig ist, der wissenschaftlichen Forschung Gehör zu schenken und einen ernsthaften und aufrichtigen Austausch unter Wissenschaftlern zu fördern, und dabei die Vielfalt der Meinungen zu berücksichtigen“.

Es gibt das Recht, nicht auswandern zu müssen

Weniger aufrichtig hingegen waren laut der italienischen Zeitung La Veritá und des französischen Figaro die liberalen Medien, die die Ansprachen des Papstes in Spanien recht unvollständig wiedergegeben hätten, indem sie nur über seine Aufrufe zur Aufnahme von Flüchtlingen und deren Integration berichteten, während sie den Teil der Ansprachen ausgeblendet hätten, in denen der Papst das Recht der Menschen verteidigte, nicht auswandern zu müssen und die Notwendigkeit betonte, die Fluchtursachen zu bekämpfen.

In der Tat war die sechstägige Reise von Papst Leo nach Spanien, die ihn nach Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa führte, eine Intervention von außergewöhnlicher historischer Bedeutung. Denn die politische Debatte in Spanien ist auch heute noch, 87 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs, extrem polarisiert, und Themen wie die Rolle der Kirche und Migration sind weiterhin mit großen Emotionen besetzt. Vor diesem Hintergrund war die Art und Weise, wie der Papst die Migrationsfrage auf eine hohe Ebene setzte, bezüglich der internen Lage in Spanien sehr wichtig, und darüber hinaus wegweisend für ganz Europa. Vergleicht man den erwähnten Migrationspakt der EU, der just am letzten Tag der Papstreise in Kraft trat, mit der angemahnten Migrationspolitik von Leo XIV., so könnte es keinen größeren Gegensatz geben. Während die EU die Menschen so schnell wie möglich abzuwimmeln versucht und in sogenannte „Auffanglager“, die Papst Franziskus als „Konzentrationslager“ zu bezeichnen pflegte, einsperren will, die auf jeden Fall Gefängnissen gleichen, hat der Papst eine ganz andere, humane Sicht des Problems. In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament betonte er:

„Die Rede von der Menschenwürde darf nicht abstrakt bleiben, wenn so viele Menschen dazu gezwungen sind, für Frieden, Sicherheit und eine Zukunft alles zu verlassen. Auch die tragische Migrationskrise stellt heute eine Anfrage an das Gewissen der Nationen und an die ethischen Grundlagen der internationalen Ordnung dar. Zahlreiche Männer, Frauen und Kinder sind aufgrund oft dramatischer Umstände gezwungen, aus ihren Gemeinschaften wegzugehen und ihre Angehörigen, ihre Geschichte und ihre Bindungen dort zurückzulassen. Dies ist weit mehr als eine rein demografische oder wirtschaftliche Frage: Es handelt sich um eine vorrangig moralische und rechtliche Angelegenheit. Wo immer ein Mensch aufgrund seiner nationalen, ethnischen, religiösen oder sprachlichen Herkunft oder aufgrund seiner wirtschaftlichen oder sozialen Lage diskriminiert wird, wird der universale Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen ernsthaft verletzt.“ (4)

Im weiteren zitierte er dann aus seiner Enzyklika Magnifica Humanitas:

„81. Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind. Die Weise, wie eine Gesellschaft mit ihnen umgeht, zeigt, ob ihr Gerechtigkeitsbegriff von Angst oder von Geschwisterlichkeit geleitet ist. Papst Franziskus forderte dazu auf, in den Migranten nicht einfach ein zu bewältigendes Problem zu sehen, sondern ,ein lebendiges Abbild des Gottesvolkes auf dem Weg‘; Menschen mit Würde, Ressourcen und Träumen, die ein Recht darauf haben, mit Respekt behandelt zu werden, und die darum bitten, ein aktiver Teil der Gesellschaften zu werden, die sie aufnehmen. Soziale Gerechtigkeit beinhaltet in diesem Bereich mindestens zwei sich ergänzende Verpflichtungen. Einerseits gilt es, das Recht auf Hoffnung derer zu wahren, die zur Flucht gezwungen sind, indem sichere und legale Wege, würdige Aufnahmebedingungen und echte Integrationsmöglichkeiten gewährleistet werden. Andererseits gilt es auch das Recht zu fördern, in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen, einschließlich jener, die mit wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten und der Klimakrise zusammenhängen. Wenn diese Rechte geachtet werden, kann Migration zu einer Gelegenheit der Begegnung und der gegenseitigen Bereicherung zwischen den Völkern werden.“

Aufforderung zum Handeln

Die westlichen Regierungen sind hiermit aufgefordert, den dringenden Appell von Papst Leo XIV. zum Anlaß zu nehmen, die unmenschliche und vom wirtschaftlichen Standpunkt vollkommen inkompetente Migrationspolitik, wie sie im EU-Migrationspakt zum Ausdruck kommt, sofort zurückzunehmen. Statt dessen muß eine auf Augenhöhe basierende Kooperation mit den Nationen des Globalen Südens auf die Tagesordnung gesetzt werden, die ernsthaft daran geht, die Fluchtursachen zu beseitigen.

Das Recht, „in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen“, ist relativ einfach zu verwirklichen, wenn der politische Wille dazu aufgebracht wird. Was die Nationen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas brauchen, ist eine wirkliche industrielle und landwirtschaftliche Entwicklungspolitik, die zum Ziel hat, das volle Potential dieser Länder zum Wohl ihrer eigenen Bevölkerung zu entwickeln. Der Globale Süden, der in Wirklichkeit die Globale Mehrheit von rund 85 Prozent der Menschheit repräsentiert, ist derzeit ohnehin dabei, die Periode von 500 Jahren Kolonialzeit hinter sich zu lassen und vor allem in Kooperation mit China die Infrastrukturprojekte und Investitionen in Schlüsseltechnologien zu verwirklichen, die es diesen Staaten ermöglichen werden, die Wertschöpfungsketten vollständig im eigenen Land zu verwirklichen. Anstatt an einem inhumanen neokolonialistischen Denken festzuhalten, sind die Regierungen Europas und der USA aufgerufen, sich umgehend für eine internationale Kooperation bereit zu erklären, die die vollständige Überwindung von Armut und Unterentwicklung aller Staaten auf dieser Erde zum Ziel hat.

So wird z.B. Afrika bis zum Jahre 2050 eine Bevölkerung von circa 2,5 Milliarden Menschen, also eine Milliarde mehr als heute haben. Dies bedeutet, daß es im ureigensten Interesse Afrikas ebenso wie Europas ist, in den nächsten 25 Jahren eine Milliarde produktiver Arbeitsplätze auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen. Auch wenn die meisten anderen Regionen der Welt negative demographische Prognosen haben, sind überall effektive Programme zur Armutsüberwindung notwendig, wenn soziale Explosionen zwischen der Klasse der Milliardäre und verarmten Milliarden von Menschen verhindert werden sollen.

Das Schiller-Institut hat dazu konkrete Entwicklungsprogramme ausgearbeitet, wie durch klar definierte Investitionsprogramme in grundlegende Infrastruktur, Energieproduktion und -verteilung und Kommunikation die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, die Nationen des Globalen Südens zu industrialisieren, und wie durch die Kooperation zwischen den BRICS-Staaten, Industriestaaten des Nordens und den Entwicklungsländern im Rahmen von Joint Ventures das Ziel der Fluchtursachenbekämpfung effektiv erreicht werden kann. (5) (6)

Damit kann die Forderung der Enzyklika Populorum Progressio erfüllt werden, daß wahrer Frieden nur durch soziale Gerechtigkeit und die Überwindung weltweiter Ungleichheit, „deren Ungerechtigkeit zum Himmel schreit“, erreicht werden kann. Die Forderung von Papst Paul VI., dem Autor dieser Enzyklika: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“ ist das dringende Gebot der Stunde!

In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament forderte Papst Leo XIV. genau diese Form der internationalen Kooperation:

„Keine Nation kann eine Herausforderung dieser Größenordnung alleine bewältigen. Daher ist eine koordinierte, solidarische und wirksame Reaktion unerläßlich, die den Migranten Schutz, Aufnahme und echte Integrationschancen gewährleisten kann. Wenn die institutionelle Reaktion nahbar, gerecht und koordiniert ausfällt, sind Grenzen nicht länger Orte der Verlassenheit, sondern können zu Räumen werden, in denen die Menschenwürde verantwortungsvoll geschützt wird.“

In seiner Enzyklika, die den durchaus programmatisch aufzufassenden Namen Magnifica Humanitas – „Die großartige Menschheit“ – trägt, bezieht sich der Papst ganz konkret auf das höchste Ideal der griechischen Klassik und folgt damit der augustinischen Idee, daß deren Übereinstimmung mit der christlichen Offenbarung bedeutet, daß es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht. „23. Die Kirche betrachtet all jene, die aufrichtig nach ,Wahrheit, Güte und Schönheit‘ suchen, als Weggefährten und als ,wertvolle Verbündete‘ bei der Verteidigung der Würde jedes Menschen und bei der Bewahrung der Schöpfung“, heißt es weiter. In Übereinstimmung mit diesem Ideal des „Wahren, Guten und Schönen“ definiert die Enzyklika Kunst und Kultur, wenn sie authentisch sind, als eine Schutzmauer gegen die „Normalisierung des Bösen“. Und wie nötig hat dies die gegenwärtige menschliche Gesellschaft, in der letztlich nur als satanisch zu bezeichnende Phänomene beinah die gesamte sogenannte Unterhaltungsumwelt dominieren zu scheinen. Papst Leo spricht einigen Kunstwerken, wie Beethovens Neunter Symphonie, einen „fast prophetischen Wert“ zu, als „Sehnsucht nach Einheit“.

Der vielleicht wichtigste Gedanke besteht darin, daß Papst Leo in Erinnerung an Papst Paul VI. dazu aufruft, eine „Zivilisation der Liebe“ zu schaffen:

„Heute müssen wir diese Vision mit Nachdruck wiederbeleben: Die Zivilisation der Liebe ist keine naive Utopie, sondern ein anspruchsvolles Projekt. Sie besteht darin, Nächstenliebe in Strukturen der Gerechtigkeit zu verwandeln, Geschwisterlichkeit institutionelle Formen annehmen zu lassen und den anderen – sei es eine Person oder ein Volk – als einen notwendigen Verbündeten für den Aufbau des Gemeinwohls zu betrachten. Wie uns die Enzyklika Fratelli tutti in Erinnerung ruft, kann nur diese soziale Liebe, die fähig ist, zu einer Kultur und zur Norm zu werden, eine stabile internationale Ordnung hervorbringen und das Zusammenleben von einer bloßen bewaffneten Koexistenz in eine Schicksalsgemeinschaft verwandeln.“

Es sollte allen Menschen in den Staaten des sogenannten Kollektiven Westens – also Menschen, die in einem von liberalen Werten dominierten System leben, das sowohl die amerikanische Behörde ICE wie den EU-Migrationspakt als Antwort auf die Flüchtlingskrise hervorgebracht hat -, zu denken geben, daß sowohl das Oberhaupt der katholischen Kirche als auch die Regierung Chinas zur prinzipiell gleichen Schlußfolgerung gelangen, daß nur eine die Menschheit als Schicksalsgemeinschaft begreifende Einheit die Basis für den Frieden sein kann.

Die Enzyklika Magnifica Humanitas ist der dringende Appell von Papst Leo XIV. zur Umkehr. Die Entwicklungsprogramme des Schiller-Instituts zeigen den konkreten Weg, wie die Flüchtlingskrise überwunden werden kann. Was die Menschheit jetzt braucht, ist eine Bewegung für die Idee: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“!

Anmerkungen

1. https://www.vatican.va/content/leo- XIV./de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

2. https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-06/wortlaut-papstpredigt-in-las-palmas-de-gran-canaria.html

3. https://zeitschrift-vereinte-nationen.de/publications/PDFs/Zeitschrift_VN/VN_1965/Heft_6_1965/05_Rede_Papst_Paul_VI._6-1965.pdf; https://www.domradio.de/artikel/als-erster-papst-sprach-paul-vi-1965vor-den-vereinten-nationen

4. https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/giugno/documents/20260608-spagna-parlamento.html

5. https://cloud.schillermeet.de/s/BQZXjgHWf78MJW5?dir=/&editing=false&openfile=true; Sonderbericht auf Deutsch hier erhältlich: https://www.eir.de/produkt/e-book-pdf-china-europa/

6. „Die Welt braucht 1,5 Milliarden neue, produktive Arbeitsplätze – Der LaRouche-Plan zur Wiederbelebung der US- und Weltwirtschaft“, in Neue Solidarität Nr. 23-28/2020; Sonderdruck „Entwicklungsoffensive bedeutet: Milliarden neue Arbeitsplätze, keine Flüchtlinge, kein Krieg“,https://www.eir.de/produkt/e-book-pdf-entwicklungsoffensive-bedeutet/


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Papst Leo XIV: Der Menschen Würde ist in unsere Hand gegeben!

Mittwoch, 17.06.2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten- und Kollegenkreis, um die Reichweite der von der LaRouche-Bewegung vorgestellten Lösungsansätze zu erhöhen.

In einer Ansprache auf den Kanarischen Inseln am 12. Juni nutzte Papst Leo XIV. die letzte Rede seiner einwöchigen Apostolischen Reise nach Spanien, um das äußerst kontroverse Thema Einwanderung anzusprechen, indem er die Welt daran erinnerte: „Wir sprechen vor allem von Menschen, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen sind, und nicht von rechtlichen Kategorien oder Problemen, die es zu bewältigen gilt.“ Er entschied sich zudem, „eine Botschaft an diejenigen zu richten, die die Verzweiflung der Menschen ausnutzen, an diejenigen, die Todesrouten organisieren, Menschenhandel betreiben … Hört auf. Tut Buße … Befreit diejenigen, die ihr in Knechtschaft haltet … Ihr werdet euch vor der göttlichen Gerechtigkeit verantworten müssen.“

Die Ironie will es, dass am selben Tag, dem 12. Juni, die Europäische Union eine neue Migrationspolitik einführte, die Brüssel voll und ganz dazu qualifiziert, den Zorn Gottes auf sich zu ziehen. Als das genaue Gegenteil des Ansatzes des Papstes zielt die EU-Politik darauf ab, die Ausweisung von Migranten aus EU-Ländern unmittelbar nach ihrer Ankunft zu beschleunigen und „Rückführungszentren“ in Drittländern zu schaffen, wohin sie abgeschoben werden können – darunter Nationen wie Syrien und Bangladesch. Dies unterscheidet sich in nichts von dem, was Leos Vorgänger, Papst Franziskus, als die tatsächlichen „Konzentrationslager“ für verzweifelte Migranten beschrieb, die in Europa eingerichtet worden waren.

Historisch betrachtet sollte ein solcher Ansatz für Amerikaner ein Schock sein – auch wenn dies für viele heute nicht der Fall ist, insbesondere für diejenigen, die Entschuldigungen für die unmenschliche Art und Weise gefunden haben, wie Migranten von Trumps ICE behandelt werden. Noch vor kurzem wurde stolz verkündet, die Vereinigten Staaten von Amerika seien eine „Nation von Einwanderern“, ein „Schmelztiegel“. Schließlich war „E pluribus unum“ („Aus vielen eins“) – jahrhundertelang de facto das nationale Motto.

Papst Leo XIV., der erste amerikanische Papst, versteht dieses Erbe ganz genau. Am 19. Mai, kurz vor seiner Reise nach Spanien, sandte er eine Botschaft zur Abschlussfeier an die Absolventen der Villanova University, seiner eigenen Alma Mater. Er erinnerte sie daran, dass dies der 250. Jahrestag der USA ist, und lud sie ein, „sich in besonderer Weise an die Leitprinzipien der Gründung unserer Nation zu erinnern: ‚Wir halten diese Wahrheiten für selbstverständlich, dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind, darunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit.‘“

Leo sagte diese Dinge über die Vereinigten Staaten, weil die Gründungsprinzipien der USA identisch sind mit denen, die den Papst dazu bewegen, heute Gerechtigkeit für alle Einwanderer zu fordern, und mit seiner nachdrücklichen Bekräftigung in Spanien, dass „das Verlangen nach dem Guten, dem Schönen und dem Wahren in der DNA der Menschheit selbst verwurzelt ist. Auf der Grundlage dieses zutiefst menschlichen Strebens und unserer jahrhundertelangen Erfahrung schlägt die Kirche Wege zu einem Leben in Würde und zum Gemeinwohl vor.“

Auch wenn viele unserer abgestumpften Mitbürger heute über diese Vorstellung spotten würden: Die Vereinigten Staaten wurden gegründet, um Gutes zu tun. Der Gründervater Benjamin Franklin, einer der fünf Mitglieder des Komitees, das die Unabhängigkeitserklärung entwarf, die Papst Leo vor den Absolventen von Villanova zitierte, war ein Schützling von Cotton Mather, der 1710 in seinen Essays to Do Good schrieb:

„Es ist eine unschätzbare Ehre, Gutes zu tun; es ist ein unvergleichliches Vergnügen. Ein Mensch muss sich als von Gott gewürdigt und beglückt betrachten, wenn ihm eine Gelegenheit gegeben wird, Gutes zu tun. Er muss sie mit Begeisterung ergreifen, da sie es ihm ermöglicht, dem großen Ziel seines Daseins gerecht zu werden.“

Die philosophische Grundlage der uns anvertrauten Mission des „Strebens nach Glückseligkeit“ für alle Menschen lieferte der deutsche Philosoph Gottfried Leibniz. In einem Aufsatz von 1694 mit dem Titel „Über die Weisheit“ schrieb Leibniz:

„Nichts dient dem Glück mehr als die Erleuchtung des Geistes und die Ausübung des Willens, stets nach der Vernunft zu handeln … [Dies] kann denen neues Licht geben, die das gleiche gemeinsame Ziel haben, einander bei der Suche nach der Wahrheit, der Erkenntnis der Natur, der Steigerung der menschlichen Kräfte und der Förderung des Gemeinwohls zu helfen.“

Leibniz führte die Bedeutung des Lebens derer aus, die sich so engagieren:

„Sie können so viel für ihr Glück tun, als hätten sie tausend Hände und tausend Leben; ja, als lebten sie tausendmal so lange wie sie es tun. Denn so sehr ist unser Leben als wahres Leben zu schätzen, wie man darin Gutes tut. Wer jetzt in kurzer Zeit viel Gutes tut, ist dem gleich, der tausendmal länger lebt; dies gilt für jene, die Tausende und Abertausende von Händen dazu bringen können, mit ihnen zu arbeiten, wodurch in wenigen Jahren mehr Gutes zu ihrem höchsten Ruhm und Vergnügen geschehen kann, als viele hundert Jahre sonst bringen könnten.“

Leben Sie also auf diese Weise tausend Leben und schließen Sie sich der LaRouche-Bewegung an – dem Schiller-Institut, der „Sare for President“-Kampagne, der „Vega for Congress“-Kampagne, der LaRouche-Organisation –, um die Welt zu verändern und dies für alle möglich zu machen. Insbesondere laden wir Sie ein, persönlich oder über Zoom an Diane Sares Treffen am 5. Juli in Philadelphia teilzunehmen: „America 250: A Rededication“.


Welche Art von Frieden wollen wir?

Bericht vom 158. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Unter dem Motto „Welche Art von Frieden wollen wir?“ veranstaltete die Internationale Friedenskoalition (IPC) am 12. Juni ihre 158. wöchentliche Onlinesitzung. Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin der IPC und des Schiller-Instituts, eröffnete die Veranstaltung mit der provokanten Feststellung, unser Handeln heute werde darüber entscheiden, ob sich die Welt in eine gute oder schlechte Richtung entwickle. US-Präsident Trump habe unzählige Male ein „kurz bevorstehendes“ Friedensabkommen angekündigt, doch der Abschuß eines US-Hubschraubers habe neue Kämpfe ausgelöst. Trumps Vorstellung, die USA würden die vollständige Kontrolle über Irans Öl- und Gasvorkommen übernehmen, sei lächerlich.

In Europa trieben viele Regierungen die Aufrüstung voran, doch der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, US-General Alexus Grynkewich, habe erklärt, daß Rußland keinen Konflikt will. Andere Militärführer warnten, daß Europa „in den Krieg schlafwandelt“, während die NATO versuche, sich von 27 auf 40 Mitgliedsstaaten auszuweiten. Zepp-LaRouche warnte, in Deutschland sei das Militär immer mehr mit Rekrutierungskampagnen und ähnlichem präsent.

Dagegen sei Papst Leo XIV. eine wichtige Stimme für den Frieden, ähnlich wie Chinas Präsident Xi Jinping. Der Papst habe kürzlich Spanien besucht, vor dem Parlament und vor 600.000 jungen Menschen gesprochen und eine christliche Antwort auf die Migrationskrise auf den Kanarischen Inseln gefordert. Alle sollten Leos neue Enzyklika Magnifica humanitas: Über die Bewahrung des Menschen in Zeiten der künstlichen Intelligenz lesen.1 Der Papst kritisiere Milliardäre, deren einziges Ziel es sei, Billionäre zu werden, und Leute, die ihre „Türme zu Babel“ errichten wollen. Er lehne den Klassenkampf ab, sondern fördere das chinesische Konzept „Li“, die Harmonie in der Welt. Die Enzyklika fördere eine eher klassische Vorstellung von „Wahrheit und Schönheit“ und stelle fest: „Der neue Name für Frieden ist Entwicklung.“

Am 3. Juli werde Leo in Philadelphia eine Videobotschaft zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA übermitteln und die Amerikaner auffordern, sich mehr mit der wahren Geschichte und Mission ihres Landes auseinanderzusetzen. Dagegen sei der geplante „Käfigkampf“ im Weißen Haus das denkbar schlechteste Niveau zur Feier der Unabhängigkeit. Die unabhängige Präsidentschaftskampagne von Diane Sare werde sich bei einer Veranstaltung am 5. Juli in Philadelphia mit all dem befassen.

Die Behauptung, die USA seien nur ein Land der Greueltaten, sei eine von den Briten durchgesetzte Geschichtsfälschung. Die USA seien gegründet worden, um die Herrschaft der „Blaublüter und Monarchien“ zu beenden und das Gemeinwohl zu fördern, wo „alle Menschen gleich geschaffen sind“, mit einer Verpflichtung zu „Leben, Freiheit und dem Streben nach Glückseligkeit“. Die Briten hätten immer versucht, dies zu untergraben, indem sie den US-Bürgerkrieg schürten und Amerika in das gegenwärtige Chaos stürzten. Dagegen müßten wir die wahre amerikanische Tradition wiederbeleben.

Der nächste Redner war Oberst a.D. Alain Corvez aus Frankreich, der sagte, die USA und Israel verhielten sich wie Schurkenstaaten, die der Welt ihren Willen aufzwingen wollen, doch ein Großteil der Welt sei dagegen. Der Iran widersetze sich aktiv und werde von vielen Ländern unterstützt, darunter mächtige Staaten wie China und Rußland. Präsident Trumps innenpolitische Unterstützung sei im „freien Fall“, er gehe auf Schwierigkeiten bei der Kongreßwahl zu und sehe sich an mehreren Fronten blockiert. Die USA müßten erkennen, daß sie nicht der „Weltpolizist“ sind. Corvez warnte, Israel könnte versuchen, jede Friedensvereinbarung zu sabotieren.

Die Europäer sollten wieder russische Ressourcen akzeptieren und Frieden anstreben. Rußland sei ein riesiges Land, das kein neues Territorium braucht. Merz, Starmer, Macron und andere hätten versagt und seien von ihrer eigenen Bevölkerung abgekoppelt. Die EU arbeite gegen die Interessen Europas und habe den Großteil ihrer Unterstützung verloren. Wegen ihrer Mißerfolge suchten diese Regierungen die Konfrontation mit Rußland als einzigen Weg, um an der Macht zu bleiben. Rußland könnte der Ukraine leicht vernichtende Schläge versetzen, halte sich jedoch zurück.

Anschließend berichtete María Josefa Rodríguez Hernández vom Schiller-Institut aus Spanien über ihre Aktivitäten während des Papstbesuchs. Ihre dynamische kleine Gruppe hielt ein Banner für den Dialog der Zivilisationen hoch und verteilte ein Flugblatt von Zepp-LaRouche. Der Papst habe Spanien an seine Leistung zur Vereinigung verschiedener Bevölkerungsgruppen durch die Übersetzerschule in Toledo unter Alfons dem Weisen im späten 13. Jahrhundert erinnert. Vor 600.000 Jugendlichen habe er zu einer neuen Menschlichkeit der Nächstenliebe aufgerufen. Spanien forderte mit seiner kompromißlosen Haltung u.a. zum Völkermord in Gaza die bestehende Weltordnung heraus. In einer Ansprache an den Globalen Norden und Globalen Süden habe der Papst gefordert, in „unser gemeinsames Zuhause“ zu investieren – durch Bildung, Forschung und die Zivilgesellschaft. Er sprach von der Bedeutung Afrikas und unserer Verantwortung, die Armut zu bekämpfen. Zepp-LaRouche kommentierte, das Engagement des Papstes sei von größter Bedeutung für die Welt und unerläßlich für den Frieden. Corvez pflichtete bei und fügte hinzu, wir müßten die Bedürfnisse und Sorgen der anderen berücksichtigen.

Pater Harry Bury, Gründer der Friedensgruppe Twin Cities Nonviolent, sagte, die Ereignisse auf der Welt brächen ihm das Herz, gäben ihm aber auch Hoffnung. Die neue Enzyklika erinnere ihn an die Bedeutung jedes einzelnen Menschen und daran, daß man den Beitrag jedes einzelnen zur Gesellschaft würdigen müsse. Manchmal würden Menschen als „böse“ abgestempelt, um Gewalt zu rechtfertigen, doch es gebe keine bösen Menschen auf der Welt, sondern nur Menschen, die Bildung bräuchten. Die Geschichte lehre uns, daß Gewalt nicht zum Frieden führt. Pater Bury segnete den Papst und Lyndon und Helga LaRouche.

Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“, zeigte ein kurzes Video und sprach ebenfalls über die Bedeutung der Enzyklika mit ihrem Aufruf zur Vergebung. Er lobte auch die Enzyklika von Papst Johannes XXIII. aus dem Jahr 1963, Pacem in Terris.2 US-Präsident Kennedy und der sowjetische Staatschef Chruschtschow hätten sie zur Förderung des Friedens aufgegriffen. Kennedy habe die Enzyklika als Grundlage für seine berühmte Friedensrede an der American University im Juni 1963 verwendet, und Chruschtschow veröffentlichte Kennedys Rede dann in der Prawda und Iswestija. Der Papst habe diese Enzyklika in der äußerst gefährlichen Zeit 1963 verfaßt, heute befänden wir uns wieder in immer gefährlicheren Zeiten.

Die unabhängige Präsidentschaftskandidatin Diane Sare dankte Zepp-LaRouche für ihre Ausführungen zur wahren Geschichte der USA und ihre Rolle in der Welt. Sie wies die falsche Vorstellung zurück, die USA seien nur gegründet worden, um reichen weißen Sklavenhaltern Macht zu verschaffen. Die Gründerväter hätten klar festgestellt, daß „alle Menschen gleich geschaffen sind“.

Die jüngsten Wahlen hätten gezeigt, daß die zionistische Lobby AIPAC an Einfluß verliert. Der kritische republikanische Abgeordnete Thomas Massie sei zwar besiegt worden, aber viele andere ließen sich nicht aufhalten, wie der demokratische Abgeordneten Ro Khanna und der ägyptisch-amerikanische Arzt Adam Hamawy, der in New Jersey für den Kongreß kandidiert. Insbesondere junge Amerikaner lehnten eine pro-zionistische Politik ab, wie den jüngsten Vorstoß im Kongreß, die Geheimdienste der USA und Israels zusammenzulegen, wobei Ex-CIA-Chef Mike Pompeo auch den britischen MI-6 einbeziehen wolle. Sare las bewegende Zitate aus Präsident George Washingtons Abschiedsrede von 1796 vor, worin er zu „Frieden und Harmonie mit allen“ aufruft.3 Sare zitierte auch aus einem Artikel Lyndon LaRouches von 1998, „Als Franklin Roosevelt unterbrochen wurde“, die einzige legitime Rolle des Staates bestehe darin, den Einzelnen zu fördern.4 Zepp-LaRouche fügte später hinzu, es gebe viele Regierungsformen auf der Welt, aber wenn eine Regierung den Charakter des einzelnen verbessert, dann sei das eine gute Regierung.

Co-Moderator Dennis Small bezog sich auf Zepp-LaRouches „Zehn Prinzipien“,5 wo es heißt, der Mensch sei „von Grund auf gut und in der Lage, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen“. Papst Leo habe in Spanien gesagt: „Das Verlangen nach Güte, Schönheit und Wahrheit ist tief in der DNA der Menschheit verwurzelt… Das sind tiefgründige Ideen, die nicht ignoriert werden dürfen.“ Zepp-LaRouche antwortete, Leo habe eine Affinität zu Nikolaus von Kues, der sagte, alles Böse sei ein Mangel an Entwicklung. Kues habe die statische, manichäische Vorstellung kritisiert, das Böse sei immer da und es gebe einen permanenten Kampf zwischen Gut und Böse. Später fügte sie hinzu, auch wenn der Papst in der Enzyklika keine Namen nenne, bringe er „jede einzelne Struktur der Sünde auf den Punkt“. Alles deute auf die „Epstein-Klasse“ hin, und der Papst gebe uns die Fähigkeit, die aktuelle Geschichte zu beurteilen. Diese Enzyklika sei das notwendige moralische Korrektiv für die Welt und ein Werkzeug, um nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart zu verstehen.

            eir

Anmerkungen

1. https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

2. https://www.vatican.va/content/john-xxiii/de/encyclicals/documents/hf_j-xxiii_enc_11041963_pacem.html

3. https://www.senate.gov/artandhistory/history/resources/pdf/Washingtons_Farewell_Address.pdf

4. https://larouchepub.com/lar/2020/4707-where_fdr_was_interrupted-lar.html

5. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/


Internationale Friedenskoalition #158, 12.06.2026, 17.00 Uhr

Welche Art von Frieden streben wir an?

158. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Welche Art von Frieden streben wir an?

12. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Die Zeit bis zum 3. und 5. Juli gehört uns. Schließen Sie sich diesen Freitag der Internationalen Friedenskoalition an. Die Redner sind: Helga Zepp-LaRouche (Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition), Diane Sare (unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin), María Josefa Rodríguez Hernández (Spanien, Aktivistin des Schiller-Instituts) sowie Pater Harry Bury (seit 70 Jahren katholischer Priester, lebenslanger Friedensaktivist und aktiv bei „Twin Cities Nonviolent“ sowie der US-Vereinigung katholischer Priester).

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Vor dreiundsechzig Jahren, am 10. Juni 1963, stellte Präsident John F. Kennedy in seiner Festansprache an der American University eine entscheidende Frage:

„Welche Art von Frieden meine ich und welche Art von Frieden suchen wir? Nicht eine Pax Americana, die der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Nicht den Frieden des Grabes oder die Sicherheit des Sklaven. Ich spreche von echtem Frieden, der Art von Frieden, die das Leben auf der Erde lebenswert macht, der Art, die es Menschen und Nationen ermöglicht, zu wachsen, zu hoffen und ein besseres Leben für ihre Kinder aufzubauen – nicht nur Frieden für die Amerikaner, sondern Frieden für alle Männer und Frauen, nicht nur Frieden in unserer Zeit, sondern Frieden für alle Zeiten.“

Die Probleme der Welt, so betonte Kennedy damals, seien kein kosmisches Schicksal, sondern Folge menschlichen Handelns:

„Unsere Probleme sind von Menschen gemacht – daher können sie auch von Menschen gelöst werden… Kein Problem des menschlichen Schicksals ist für den Menschen unüberwindbar. Die Vernunft und der Geist des Menschen haben oft das scheinbar Unlösbare gelöst, und wir glauben, dass sie es wieder tun können… Frieden muss nicht undurchführbar sein, und Krieg muss nicht unvermeidlich sein.“

Das Bild heute sieht jedoch düster aus. Gestern Abend kündigte das US-Zentralkommando „Selbstverteidigungs“-Schläge gegen iranische Luftabwehr-, Bodenkontroll- und Radaranlagen in der Nähe der Straße von Hormus an, als Reaktion auf den Abschuss eines Apache-Hubschraubers der US-Armee. Das Pentagon konnte nicht bestätigen, dass es sich um eine absichtliche Handlung des Iran handelte. Es könnte auch eine versehentliche Kollision mit einer iranischen Shahed-Drohne gewesen sein.

Die Behauptung der „Selbstverteidigung“ ist, wie wir berichten, eine Fiktion: Die US-Seeblockade iranischer Häfen ist per Definition ein Kriegshandlung, und iranische Gegenmaßnahmen gegen deren Durchsetzung sind per Definition Akte der Selbstverteidigung. Der Iran reagierte mit Angriffen auf das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain und auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien.

Jenseits der libanesischen Grenze senden israelische Drohnen Aufnahmen weinender Kinder, um Zivilisten aus ihren Häusern zu locken – eine Taktik, die die IDF bereits in Gaza angewandt hat. Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, schlägt vor, die Ehefrauen und Kinder mutmaßlicher Hisbollah-Mitglieder zusammenzutreiben und sie in israelische Gefängnisse zu werfen, die für systematische Folter und sexuellen Missbrauch berüchtigt sind.

Die Ukraine und Russland bekriegen sich weiter. Die „Koalition der Willigen“ – Starmer, Macron, Merz, Selenskyj – traf sich am Sonntag in London, um ihren Kurs zu bekräftigen.

Nichts davon entspricht dem, wozu Kennedy 1963 aufrief.

Der 250. Jahrestag der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ist nur noch wenige Wochen entfernt. Gestern veröffentlichten wir den Aufruf der LaRouche-Organisation „Amerika mit 250: Werden wir jetzt, wie einst, unserem Land zu Hilfe kommen?“ Darin stellt die LaRouche-Organisation den geplanten Wrestling-Kampf auf dem Rasen des Weissen Hauses am 14. Juni, der als offizielle Feier der Gründung der amerikanischen Republik inszeniert wird, dem Kontinentalkongress von Juni und Juli 1776 gegenüber. Dies sei die „intensivste Beratung über die Prinzipien der Selbstverwaltung“ gewesen, „die es in der Geschichte seit mindestens der Zeit Athens vor zweitausend Jahren gegeben hat“. Die TLO schlägt einen neuen, „Transkontinentalen Kongress über die unveräußerlichen Rechte des Menschen“ vor. Der Aufruf bezieht sich auf Präsident John Quincy Adams’ Warnung vom 4. Juli 1821, dass Amerika, wenn es ins Ausland gehe, um Monster zu suchen und zu vernichten, „zur Diktatorin der Welt werden könnte. Es wäre nicht länger Herr über seinen eigenen Geist.“

Gegen die Architektur des Krieges entsteht eine Architektur des Friedens – unvollständig, umstritten, aber sichtbar. Der erste amerikanische Papst, Leo XIV., wird am 3. Juli auf der Independence Mall in Philadelphia die Liberty Medal des National Constitution Center in einer live-Übertragung aus dem Vatikan erhalten. Die Wahlkampfveranstaltung der unabhängigen US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare findet am 5. Juli, ebenfalls in Philadelphia statt. Helga Zepp-LaRouches Aufruf zu einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gewinnt weitere Unterstützung, und die Konferenz des Schiller-Instituts am 30/31. Mai in Berlin „Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus: Für einen Dialog der Zivilisationen“ – liefert einen zukunftsgerichteten Rahmen dafür.

Kennedy schloss seine Rede an der American University mit folgenden Worten:

„[W]ir werden unseren Teil dazu beitragen, eine Welt des Friedens zu schaffen, in der die Schwachen sicher und die Starken gerecht sind. Wir stehen dieser Aufgabe nicht hilflos gegenüber und haben auch keine Hoffnung auf ihren Erfolg. Zuversichtlich und ohne Furcht arbeiten wir weiter – nicht auf eine Strategie der Vernichtung hin, sondern auf eine Strategie des Friedens.“

Der Kontinentalkongress sah sich im Juni und Juli 1776 mit derselben Frage konfrontiert, vor der auch Sie heute stehen: ob das Volk bereit wäre, die Arbeit zu leisten, die der Frieden erfordert. Papst Leo XIV. wird diese Frage am 3. Juli vom Vatikan aus an die Nation richten, die ihr 250-jähriges Bestehen feiert, und sie mit seiner eigenen Stimme erneut aufwerfen. Diane Sare wird sie am 5. Juli in Philadelphia ebenfalls zur Sprache bringen.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Britische Handlanger: Europa auf dem atomaren Holzweg

Mittwoch, 10.06.2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten- und Kollegenkreis, um die Reichweite der von der LaRouche-Bewegung vorgestellten Lösungsansätze zu erhöhen.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts‘warnte in Gesprächen mit Kollegen am Montag erneut, die Welt sitze weiterhin auf einem Pulverfass, das durch die mögliche Eskalation zweier regionaler Krisen – eine in der Ukraine und die andere in Südwestasien – angezündet und zum Auslöser eines verheerenden Weltkrieges werden könnte.

Dieses Risiko zeigte sich in den vergangenen 48 Stunden deutlich, als Raketen zwischen Israel und dem Iran hin und her flogen, nachdem Israel am Sonntag den Libanon bombardiert hatte – trotz Trumps Anweisungen, Netanjahu solle die Möglichkeit eines Friedensabkommens nicht zunichte zu machen. Ähnlich verhielt es sich auf der Krim, wo eine ukrainische Drohne einen Personenzug auf dem Weg nach Moskau angriff. Dies war der dritte derartige Angriff auf Zivilisten in weniger als einer Woche, allesamt angeheizt von den psychotischen „E3“-Führern in Europa, die am selben Tag von London aus erneut unbegrenzte militärische Unterstützung für ihren ukrainischen Stellvertreter ankündigten.

Demgegenüber strebt die überwiegende Mehrheit der Nationen die Schaffung eines neuen, gerechteren Systems der globalen Governance und Entwicklung an, eines neuen Paradigmas. Zu beobachten war dies kürzlich auf dem gerade zu Ende gegangenen Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg und im weiteren Sinne in den Win-Win-Kooperations- und Dialogprozessen der Belt-and-Road-Initiative, der BRICS, der SCO und anderer Bemühungen..

Die extreme Spannung zwischen diesen beiden gleichzeitig existierenden Zukunftsvisionen wird und kann nicht gelöst werden, ohne die zugrunde liegenden, falschen Axiome anzugehen, die uns überhaupt erst in dieses sehr gefährliche Chaos gebracht haben.

„Heute bestätigen wir, dass die entscheidende Frage dieselbe bleibt“, sagte Papst Leo XIV. vor einem Publikum von Tausenden, die sich am 7. Juni in Madrid versammelt hatten. „Was bedeutet es, wahrhaft menschlich zu sein?“

Diese Frage steht im Mittelpunkt der Lösung der heutigen existenziellen Krisen; sie ist das zentrale Thema für Staatskunst, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Bildung und die Beziehungen zwischen den Nationen. „Das Verlangen nach Güte, Schönheit und Wahrheit ist tief in der DNA der Menschheit verwurzelt“, erklärte der Papst.

Das von Papst Leo anerkannte Gute und die schöpferische Kraft des menschlichen Geistes sind die Grundlage für das Engagement von Lyndon und Helga LaRouche in den vergangenen fünf Jahrzehnten für ein neues Entwicklungssystem für den gesamten Planeten, das Helga Zepp-LaRouche in ihrem Aufruf zu einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur erneuert hat. Es basiert auf dem Prinzip, „dass der Mensch im Grunde gut und fähig ist, die Schöpferkraft seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen“.

Die Güte und Einheit der Menschheit war auch das zentrale Thema der amerikanischen Revolution und der Gründung der amerikanischen Republik. Warum also sollten die Amerikaner dulden, dass die Feier unseres 250. Jahrestags der Unabhängigkeit durch einen Käfigkampf auf dem Rasen des Weißen Hauses geprägt wird von der Sklaverei des Imperiums? Warum sollten wir zulassen, dass etwas Geringeres als die höchsten Ausdrucksformen der Schönheit die Gründung unserer Nation repräsentiert? Sind wir alle zu Bestien geworden?

„Wir in Europa und Amerika müssen unsere Seelen wieder finden“, forderte Helga Zepp-LaRouche auf der Konferenz des Schiller-Instituts am 30.-31. Mai in Berlin. „Bei seiner Gründung vor 250 Jahren war Amerika eine antikoloniale und antiimperialistische Bastion der Freiheit. Und wir in Europa müssen in unseren Herzen und unserem Geist wieder die Menschenliebe erwecken, die für Dante Alighieri, Jeanne d’Arc, Leibniz, Schiller und Beethoven selbstverständlich war. Wir müssen eine klare Botschaft an Russland, an China, an Afrika, ja an die ganze Welt senden, dass wir weder beabsichtigen, in einem Dritten Weltkrieg unterzugehen, noch erlauben, dass unsere großartige kulturelle Tradition … weiter in Vergessenheit gerät. Wir geben eine heilige Verpflichtung ab, diese Perlen der menschlichen Kultur durch einen Dialog der Kulturen und Zivilisationen gemeinsam zu einer neuen Renaissance der Menschheit werden lassen.“

In diesem entscheidenden Moment der Geschichte haben wir noch die Chance, zu entscheiden, in welche Richtung die Menschheit gehen wird. Verbreiten Sie die Protokolle der Berliner Konferenz „Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus – Für einen Dialog der Zivilisationen: Die Dringlichkeit einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ und machen Sie sich die Worte, die Papst Leo am 7. Juni vor einer Versammlung von 600.000 Jugendlichen sprach, zu Ihrer Mission: „Angesichts der Leere der Gleichgültigkeit und der Unterwürfigkeit, angesichts der Gewalt des Krieges und der Lügen müsst ihr die Funken einer neuen Menschheit sein.“


UN-Niederlage: eine Chance zur Neuausrichtung – Deutschland muss mit dem Globalen Süden kooperieren!

Presseerklärung von Helga Zepp-LaRouche

Von einem tiefergehenden historischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Abstimmungsniederlage Deutschlands bei der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat eine dringend notwendige Chance für die Neuausrichtung der deutschen Politik. Die Verfasserin fordert seit Langem, dass der Globale Süden angesichts der festgefahrenen  geopolitischen Konfrontation zwischen der NATO und Russland und China seine Stimme lauter und energischer in die internationale Debatte einbringen müsse – und genau dies haben diese Staaten mit ihrer Abwahl Deutschlands getan. Die deutschen Institutionen sollten dieses Ergebnis nutzen zu einer ehrlichen Analyse einer offensichtlich vollkommen gescheiterten Außenpolitik und eine Neudefinition im wirklichen Interesse Deutschlands.

Der erste Reflex von Außenminister Wadephul und den meisten Medienkommentaren geht allerdings noch in die seit langem gepflegte Richtung des sich in die Tasche Lügens: natürlich war wieder Russland schuld, dann noch die Bürokratie, man habe zu spät damit angefangen, sich zu bewerben, etc. etc. Andere, wie die FAZ, kommentierten, die UN sei ohnehin nicht so wichtig, und der hessische Minister für Bundes-, Europa- und Internationale Angelegenheiten, Manfred Pentz von der CDU, forderte sogar eine Kürzung der deutschen Finanzbeiträge für die UN als Konsequenz.

Das einzige, was Deutschland wirklich helfen wird, ist ein nüchterner Blick auf die Ursachen für die „herbe Enttäuschung“, die nur für diejenigen als Überraschung kommen konnte, die bisher hoch auf ihrem eurozentrischen Ross gesessen haben. Denn der Stimmungsumschwung in der internationalen Perzeption gegenüber der deutschen Politik ist seit einigen Jahren in vollem Gang. Ein durchaus positives Deutschland-Bild, das in so gut wie der ganzen Welt früher einmal herrschte und bei dem Deutschland als das Volk von Bach und Beethoven, Goethe, Schiller und den von Humboldts, als Volk der Ingenieurskunst und Erfinder gesehen wurde, ist seit geraumer Zeit abhandengekommen.

Die faktisch bedingungslose Unterstützung des israelischen Vorgehens in Gaza, das den Internationalen Strafgerichtshof veranlasste, Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Joaw Gallant auszustellen, hat dem Ansehen Deutschlands einen Schaden zugefügt, der so lange zunehmen wird, wie die Regierungen in Berlin bei ihrer Haltung bleiben.

Denn während die Verbrechen der Nationalsozialisten erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der allgemeinen Bevölkerung voll bekannt und bewusst wurden, fanden und finden die Verbrechen Israels in Gaza und zunehmend auch im Westjordanland und Libanon im grellen Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit statt. Dass Deutschland auf Druck Israels selbst der Verlängerung des Mandats für das Palästinenserhilfswerk UNWRA im Dezember 2025 nicht zugestimmt hat und mit brutaler Repression gegen pro-palästinensische Proteste in Deutschland selbst vorgegangen ist, hat das Deutschland-Bild weiter verdunkelt.

Überall wird über die Doppelmoral gesprochen, die hierzulande herrscht. Berlin betont andauernd, Verfechter des Völkerrechts zu sein, aber Merz findet die Entführung eines gewählten Staatsoberhauptes in Venezuela als „zu komplex“, um dazu Stellung zu beziehen, er brauche „Zeit“, um es beurteilen zu können. Inzwischen sind es fünf Monate, ohne dass er zu einem Ergebnis gekommen wäre. Beim ersten unprovozierten Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran im Juni 2025 fand Merz die unsäglichen Worte, Israel mache „die Drecksarbeit für uns alle“, beim zweiten derartigen Angriff der USA und Israels, dessen Folgen die Weltwirtschaft in den Abgrund zu reißen drohen, bleibt er zurückhaltend und meint nur, dass sei nicht unser Krieg.

So gut wie niemand in den Staaten des Globalen Südens stimmt dagegen in das endlos wiederholte Mantra ein, Russland habe die Ukraine in einem unprovozierten Krieg angegriffen. Zu sehr erkannten diese Ländern im Vorgehen der NATO die Parallele zu ihrer eigenen Unterdrückung durch die Kolonialmächte, und  sie haben darüber hinaus eine sehr wache Erinnerung daran, wer ihnen in ihrem Unabhängigkeitsstreben damals zur Hilfe kam – nämlich die Sowjetunion und China

Wofür aber in Berlin ganz offensichtlich bisher jegliche Antennen fehlen, ist ein Gespür für den tektonischen Epochenwandel, der sich derzeit weltweit vollzieht. In der Zeit der deutschen Wiedervereinigung und am Ende des Kalten Krieges hatte Deutschland durchaus die Sympathie der vormals so genannten Entwicklungsländer. Diese ging Schritt für Schritt verloren, zu dem Grade wie Deutschland und die Staaten des kollektiven Westens versuchten, die unipolare Weltordnung mit Farbrevolutionen, Regimewechseln, unilateralen Sanktionen und Interventionskriegen durchzusetzen.

Die Kombination aller Aspekte dieser imperialen und neokolonialistischen Politik hat eine gewaltige Gegenreaktion ausgelöst, in deren Verlauf sich diese Länder zunehmend dem Einfluss des kollektiven Westens zu entziehen suchen. Der in der Geschichte beispiellose wirtschaftliche Aufstieg Chinas und seine auf Win-Win-Kooperation angelegte Politik bietet den Staaten des Globalen Südens die Chance, die Periode von 500 Jahren Kolonialismus endgültig zu überwinden.

Die Abstimmungsniederlage in der UN ist der überfällige Weckruf an Deutschland, sich endlich aus seinem bejammernswerten Zustand als Kolonie der Anglosphäre zu befreien – die ganze Welt lacht über unsere Nicht-Reaktion auf die von Biden angekündigte Sabotage der Nordstream-Pipelines –  und sich dauerhaft auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen. Dies kann nur die Kooperation mit den Staaten der Globalen Mehrheit – das sind 85% der Menschheit – auf Augenhöhe, als gleichberechtigte Partner, bedeuten. Anstatt rassistische Chimären zu verbreiten, wie Joseph Borrells Fiktion vom europäischen Garten, der vom Dschungel umgeben sei, sollten wir Afrika, Asien und Lateinamerika dabei helfen, ebenfalls schöne Gärten zu schaffen. Dann könnten wir übrigens ganz nebenbei dafür sorgen, dass unsere Brücken rechtzeitig instandgesetzt werden, die Industrie wieder den Anschluss findet und unsere Schüler wieder etwas lernen.

Dann hätte, wenn auch unabsichtlich, Annalena Baerbock durch ihren erschlichenen Vorsitz bei der UN-Vollversammlung, durch den sie die Niederlage bei der Abstimmung verkünden musste, doch noch etwas Positives zur deutschen Politik beigetragen.


Internationale Friedenskoalition #157, 05.06.2026, 17.00 Uhr

Das Schacht’sche Dilemma: Erobern oder Zusammenbrechen

157. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das Schacht’sche Dilemma: Erobern oder Zusammenbrechen

05. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

In dieser Woche sind bei uns zu Gast: Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Daoud Kuttab, palästinensisch-amerikanischer Journalist und Autor sowie Gründer und Leiter des Community Media Network; Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der israelischen Knesset und ehemaliger Generaldirektor von Peace Now; sowie Bob McConnell, Landwirtschaftsvertreter und Dirigent.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

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Das übergeordnete Thema der jüngsten Konferenz des Schiller-Instituts in Berlin, erklärte Helga Zepp-LaRouche in ihrem heutigen wöchentlichen Webcast, sei die „unglaubliche Gleichgültigkeit“, die die meisten europäischen Regierungen gegenüber der extremen Gefahr an den Tag legen, die sie durch ihr unerbittliches Streben nach einem Krieg mit Russland selbst herbeigeführt haben – einem Krieg, der unweigerlich atomar sein werde, wenn er nicht verhindert werde. Sie verurteilte ferner den ukrainischen Drohnenangriff vom 3. Juni auf St. Petersburg genau zu dem Zeitpunkt, als dort gerade das jährliche Internationale Wirtschaftsforum begann. „Das ist mehr als leichtsinnig; es ist kriminell“, betonte Zepp-LaRouche und behauptete, der Angriff könne für Kiew politisch durchaus nach hinten losgehen, denn an dem dreitägigen Forum würden rund 20.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern teilnehmen.

Was treibt diesen Wahnsinn an? – fragt man sich zu Recht.

Die finanzstrategische Lage des Westens nähert sich einer Grenze. Nach Angaben des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2025 fast 2,9 Billionen Dollar, was mehr als 2,5 % des globalen BIP entspricht, der höchste Stand seit 2009. Etwa ein Drittel des Gesamtbetrags – 954 Milliarden Dollar – wurde von den USA ausgegeben, und Präsident Trump hat versprochen, die US-Verteidigungsausgaben im Jahr 2027 auf 1,5 Billionen Dollar zu erhöhen.

Der New Yorker Council on Foreign Relations, die elitäre Denkfabrik des Establishments, hat gerade unter der Überschrift „Warnung vor den Kosten des weltweiten Rüstungsbooms“ einen besorgten Artikel darüber veröffentlicht, wohin diese massiven Militärausgaben führen und wie sie aufrechterhalten werden könnten. Der Artikel stellt fest, dass „etwa zwei Drittel der jüngsten Erhöhungen der US-Verteidigungsausgaben durch Defizite finanziert wurden und dass auf den ‚Boom‘ der Verteidigungsausgaben in jüngster Zeit ein Anstieg des Haushaltsdefizits um etwa 2,6 Prozentpunkte folgte“. Dies habe, zusammen mit der außer Kontrolle geratenen Inflation, die durch Trumps andere inkompetente Wirtschaftspolitik ausgelöst wurde, zu einem erheblichen Zinsdruck geführt, was das Haushaltsdefizit der Regierung weiter verschlimmere. In dem Artikel des Council on Foreign Relations heißt es weiter: „IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva merkte im April an, dass eine solche politische Mischung im aktuellen fiskalischen Umfeld böse enden könnte. Sie verglich dies damit, einen Fuß auf dem Gaspedal und einen auf der Bremse zu haben: ‚Das ist keine gute Art, ein Auto zu fahren.‘“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Welt solch einen kriminellen Wahnsinn erlebt. Bereits in den 1930er Jahren beschloss Hitlers Zentralbankpräsident Hjalmar Schacht, große Mengen wertloser, staatlich garantierter MEFO-Wechsel auszugeben, um die massive deutsche Wiederaufrüstung zu finanzieren; das Ergebnis waren der Drang nach Osten und die Konzentrationslager.

Genau diese Schacht’sche Politik wird heute erneut betrieben, und sie ist zu einem außer Kontrolle geratenen Güterzug geworden, der auf eine Betonmauer zurast – insbesondere in den Vereinigten Staaten. Die Zinszahlungen für die 39 Billionen Dollar US-Staatsschulden verschlingen bereits 1 Billion Dollar pro Jahr aus dem Bundeshaushalt; die Verschuldung wird noch schneller wachsen als bisher, insbesondere angesichts des von Trump vorgeschlagenen Verteidigungshaushalts von 1,5 Billionen Dollar; und die Zinssätze werden nun steigen, nicht sinken – trotz all des Geschreis von Trump, der Ernennung von Kevin Warsh bei der Fed und so weiter. Werden die Vereinigten Staaten bald 2 Billionen Dollar für Militärausgaben ausgeben, weitere 2 Billionen Dollar an Zinszahlungen leisten und zusehen, wie die Schulden auf 50 Billionen Dollar steigen?

Und wie um alles in der Welt können die Banker der City of London und der Wall Street unter diesen Umständen verhindern, dass ihre massive globale Spekulationsblase von 2,4 Billiarden Dollar platzt? Diese Frage und ihre Antwort erklären die aktuelle Außen- und Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten und Europas – und weisen uns auch den Weg zur notwendigen Lösung.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Lässt Trump Netanjahu fallen?

Mittwoch, 03.06.2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten- und Kollegenkreis, um die Reichweite der von der LaRouche-Bewegung vorgestellten Lösungsansätze zu erhöhen.

Das Schiller-Institut veranstaltete am 30. und 31. Mai in Berlin eine internationale Konferenz, deren Eröffnungssitzung von den Teilnehmern aus vielen Nationen angesichts der vielfältigen Gefahren und des wirtschaftlichen Zerfalls als „inspirierend“ beschrieben wurde.

Während seiner Rede im ersten Panel merkte Wolfgang Bittner (Autor) an:

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass eine europäische Koalition der Willigen die 2014 aufgezwungene Aggressionspolitik gegen Russland geradezu erbittert weiterführt, obwohl ihr der Rückhalt aus den USA unter der Regierung Trump entzogen wurde. Offensichtlich haben die meinungsbildenden europäischen Politiker und Journalisten, von denen viele ihre Führungspositionen noch durch Patronage der US-Netzwerke – und es gibt über 100 hier in Deutschland – und der Regierungen Obama und Biden erlangt haben. Sie haben offensichtlich den Russlandhass dermaßen verinnerlicht, dass sie sogar Krieg gegen Russland planen. Und es wurde schon mehrmals gesagt, jetzt, und ich habe das vor Jahren schon mal ins Gespräch gebracht. Eine Atommacht kann nicht besiegt werden.

Im Laufe der zweitägigen Veranstaltung sprachen Redner aus 15 Nationen in drei Sitzungen über wichtige Aspekte der internationalen Beziehungen, der Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Ein Kulturabend bot Musik und Poesie aus verschiedenen Kulturen und Nationen. Rund 150 Teilnehmer kamen aus Ländern in ganz Europa zusammen, darunter auch Studenten aus Afrika und anderen Kontinenten.

Die Ergebnisse der Konferenz unterstreichen, dass eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur geschaffen werden kann, wenn diejenigen, die die auf der Konferenz vorgestellten Lösungsansätze unterstützen wollen, ihre Kräfte bündeln.

Nehmen Sie an Helga Zepp-LaRouches wöchentlichem Live-Dialog teil, um zu diskutieren, wie wir die Chancen, die durch die Konferenz geschaffen wurden, nutzen können.


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