EIR-Dringlichkeitskonferenz:
„Ein Dialog der Zivilisationen:
Ist es noch Zeit, zu verhindern, dass der Krieg gegen den Iran zu einem globalen Atomkonflikt eskaliert?“
6. April 2026
Panel 1: Kann der Irankrieg vor einer atomaren Eskalation gestoppt werden?
Moderator: Dennis Speed
Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Chefredakteurin von EIR: Der kurze Weg in die Hölle oder der Mut
zu einer erhabenen Sicht auf die Menschheit – Die Notwendigkeit eines erweiterten Oasenplans für Südwestasien
Dr. Chalil Schirgolami (Iran), iranischer Botschafter in Armenien und ehemaliger Generaldirektor des Instituts für Politische und Internationale Studien in Teheran: „Trump hatte eine Chance zu einer echten Lösung“
Zhang Weiwei (China), Professor für Internationale Beziehungen an der Fudan-Universität in Shanghai und Direktor des China-Instituts: Die USA haben sich selbst isoliert
Botschafter a.D. Prof. Dr. Manuel Hassassian (Palästina), Palästinensische Autonomiebehörde: Hoffnung auf eine neue Ära
Purnima Anand (Indien), Präsidentin des BRICS International Forum
Botschafter a.D. Chas Freeman (Vereinigte Staaten): ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium, ehemaliger Botschafter in Saudi-Arabien: Die globalen Folgen des Krieges in Westasien
Mohamed Awadh Ali Al Maschichi (Oman), ehemaliger Dekan der Sultan Qaboos University.
Panel 2: Globale Infrastrukturentwicklung ist der Name für Frieden
Moderator: Stephan Ossenkopp
Donald Ramotar (Guyana), ehemaliger Präsident von Guyana
Dr. Theodore Postol (Vereinigte Staaten), emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit am MIT: Was wären die Folgen eines Atombombenabwurfs in Südwestasien?
Chandra Muzaffar (Malaysia), Gründer und Präsident der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST): Können wir verhindern, daß der Iran-Krieg zu einem globalen Atomkonflikt eskaliert?
Dennis Small (Vereinigte Staaten), Iberoamerika-Redakteur von EIR: LaRouches Ökonomie kann die Lösung bringen
Für Englisch:
Podiumsdiskussion 1
Podiumsdiskussion 2
EIR-Krisenforum weist einen Weg aus der Katastrophe
Von Marcia Merry Baker und Mike Billington
Das EIR-Krisenforum am 6. April, bereits das dritte in diesem Jahr, war ein außergewöhnlicher Online-Dialog zwischen 13 internationalen Experten aus 10 Ländern, die sich dafür einsetzen, die Welt von ihrem derzeitigen Kriegskurs abzubringen und auf den Weg der globalen Entwicklung und des Friedens zu führen. Der Titel der Veranstaltung, die sehr kurzfristig einberufen wurde, lautete: „Ein Dialog der Zivilisationen: Ist es noch Zeit, zu verhindern, dass der Krieg gegen den Iran zu einem globalen Atomkonflikt eskaliert?“
Die Veranstaltung war ein dringender, dramatischer Aufruf zum Handeln, während die Vereinigten Staaten gerade die Hölle über den Iran hereinbrechen lassen und US-Präsident Donald Trump dem Land mit der Steinzeit droht. Vertreter der iranischen Regierung führten einen Dialog mit Kräften aus aller Welt, die entschlossen sind, diesen Kurs zu stoppen.
Die viereinhalbstündige Veranstaltung war in zwei Diskussionsrunden gegliedert; die erste hatte den Titel „Kann der Irankrieg vor einer nuklearen Eskalation gestoppt werden?“, gefolgt von „Globale Infrastrukturentwicklung ist der Name für Frieden“.
Zu den Rednern aus Europa gehörten Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Chefredakteurin von EIR und Leiterin des Schiller-Instituts, die die Diskussion eröffnete, sowie der Moderator von Panel II, Stephan Ossenkopp (Deutschland). Dennis Speed (USA) moderierte Panel I und wies darauf hin, dass die Experten, die sich in weniger als 10 Tagen zusammengefunden hatten, Ansichten vertreten, die „nicht nur vielfältig, sondern teils sogar divergierend und gegensätzlich“ seien. Sie teilen jedoch das gemeinsame Engagement, dringende Maßnahmen zur Beendigung des Krieges – möglicherweise eines Atomkrieges – zu fordern, und glauben, dass Vernunft und Diplomatie selbst in diesem späten Stadium noch wirken und Bedingungen für Frieden und Wohlstand für alle Nationen schaffen können.
Aus Asien sprachen Dr. Khalil Shigolami (Iran), der iranische Botschafter in Armenien und ehemaligen Generaldirektor des dem Außenministerium angegliederten Instituts für politische und internationale Studien in Teheran. Die weiteren Redner aus Asien waren Prof. Zhang Weiwei (China), Professor für Internationale Beziehungen an der Fudan-Universität in Shanghai und Direktor des angegliederten China-Instituts; Botschafter Prof. Dr. Manuel Hassassian (Palästina), Palästinensische Autonomiebehörde; Purnima Anand (Indien), Präsidentin des BRICS International Forum; Chandra Muzaffar (Malaysia), Gründer und Präsident der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST); Mohamed Awadh Ali Al Mashikhi (Oman), früherer Dekan der Sultan Qaboos Universität, Muscat, Oman.
Aus Nordamerika nahmen teil: Chas Freeman (USA), ehemaliger Botschafter in Saudi-Arabien und ehemaliger stellvertretender Verteidigungsminister; Ted Postol (USA), emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit am MIT; Dennis Small (USA), EIR-Redakteur für Iberoamerika, sowie aus Südamerika Donald Ramotar (Guyana), ehemaliger Präsident von Guyana. Der Oasenplan
Der Ansatz des Oasenplans für den Großraum Südwestasien und den östlichen Mittelmeerraum stand im Mittelpunkt mehrerer Redebeiträge; er wurde zunächst in der Eröffnungsrede von Helga Zepp-LaRouche als zentraler Bestandteil der Lösung vorgestellt, basierend auf dem Prinzip „Frieden durch Entwicklung“. Sie berichtete ausführlich, wie ein ganzes Netz von Entwicklungskorridoren von Indien bis Ägypten, vom Kaukasus bis zum Arabischen Meer, mit dem Ausbau von Schienen- und Straßenverkehr, Plänen für Meerwasserentsalzung und Wassertransport sowie fortschrittlichen Technologien aller Art entstehen kann.
Botschafter Hassassian bezeichnete den Oasenplan als Schlüssel zur „Förderung von Entwicklung und Dialog“ in Palästina und der Region. Professor Zhang berichtete, es sei China gelungen, „seine Wüsten zu begrünen“. China könne beim Aufbau des Oasenplans in Südwestasien helfen. Zepp-LaRouche fügte hinzu, das Konzept müsse der Jugend bekannt gemacht werden, um Optimismus zu wecken. Botschafter Freeman verglich den Oasenplan mit dem Phönix, der aus der Asche seiner Vorgänger aufersteht. Der Oasenplan könne aus den Trümmern der Zerstörung Gazas hervorgehen.
Die hoffnungsvolle Realität fortschrittlicher Technologien wurde untermauert, als die Teilnehmer der Diskussionsrunde Bilder vom Raumschiff Artemis II ansahen, das sich auf halber Strecke seiner Mission zur Umrundung des Mondes befand.
Gegenreaktion auf den Krieg der USA und Israels
Die andere Realität, die ausgesprochen wurde, ist, dass die Ära der Pax Americana nun vorbei ist, ebenso wie die transatlantische Vorherrschaft . Mehrere Redner wiesen auf die starken Gegenreaktionen auf US-Präsident Donald Trumps Krieg gegen den Iran hin. Botschafter Freeman sagte, der Krieg habe bestimmte Nationen dazu veranlasst, Frieden mit dem Iran zu schließen, anstatt sich an einem illegalen und ungerechten Krieg an der Seite der Vereinigten Staaten zu beteiligen. Er fügte hinzu, die Vereinigten Staaten hätten die gegen Atomwaffen eingestellten Führer des Iran getötet, die durch Atomwaffen befürwortende „Realisten“ ersetzt worden seien. Prof. Postol machte die Gefahr eines Atomkrieges in der heutigen Zeit deutlich.
Der Krieg der USA und Israels hat in Europa die ersten Forderungen nach einem Abzug der US-Streitkräfte ausgelöst. Professor Zhang sagte schlicht, der Krieg habe den Zusammenbruch der unipolaren, von den USA geführten Weltordnung herbeigeführt und den Prozess der Entdollarisierung beschleunigt.
Der Weg nach vorn
Allen Diskussionsteilnehmern war die Auffassung gemeinsam, dass Washington „moralisch wahnsinnig“ geworden ist, wie es Helga Zepp-LaRouche formulierte. Daraus ergaben sich verschiedene Vorschläge und Initiativen. Chandra Muzaffar rief Menschen weltweit dazu auf, sich an den US-Kongress und andere Institutionen zu wenden, um aktiv zu werden, den Krieg zu beenden und eine Win-Win-Entwicklung in Gang zu setzen, insbesondere für seit langem bestehende schreiende Ungerechtigkeiten wie den Palästinakonflikt. Frau Anand aus Indien sprach davon, die BRICS-Staaten zu mobilisieren, „um ihre Einheit zu demonstrieren“, wenn es darum gehe, den Krieg zu beenden, und „den Iran nicht dem Untergang zu überlassen“. Dennis Small von EIR, der die wirtschaftliche Dimension des Zusammenbruchs des kollektiven Westens skizzierte, sprach sich für eine neue Architektur der wirtschaftlichen Sicherheit und Entwicklung aus.
Zepp-LaRouche kam, nachdem sie viele Initiativen konkret erörtert hatte, am Ende auf die Frage der persönlichen Verantwortung zurück. Es gebe zwei Möglichkeiten: man könne entweder „klein“ werden, durch Verleugnung, Gleichgültigkeit, Beschäftigung mit Dingen, von denen man weiß, dass sie nebensächlich sind – oder man „mobilisiert in sich selbst etwas Besseres und verbindet sein Handeln und sein Schicksal mit der größeren Sache der Menschheit.“
Einladung
Begehen Sie nicht den Fehler, die Lösungsvorschläge für den derzeit in Südwestasien tobenden Krieg, die auf der der EIR-Dringlichkeitskonferenz vorgelegt werden, als „unpraktisch“, „unrealistisch“ oder „unerreichbar“ abzutun. Es gibt nichts „Unpraktischeres“, als zuzulassen, dass der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran zu einem umfassenden Atomkonflikt eskaliert, der mit hoher Wahrscheinlichkeit jegliches erkennbare menschliche Leben auf dem Planeten auslöschen würde.
Am Montag, dem 6. April, werden führende internationale Strategie-Experten und Vertreter aus dem Iran, den Vereinigten Staaten, Europa, China und verschiedenen Nationen des Globalen Südens einen offenen Dialog über das Wesen und die Ursprünge des aktuellen Krieges gegen den Iran – sowie dessen zugrunde liegende historische und politische Ursachen – führen und nach Lösungen suchen, die auf der Schaffung einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur beruhen, um den legitimen Bedürfnissen jeder einzelnen Nation in der Region und auf dem gesamten Planeten gerecht zu werden.
Wir lehnen die Geopolitik und die Religionskriege ab, die Teil von Samuel Huntingtons „Kampf der Kulturen“ sind – eine Doktrin, die er von dem radikal anti-islamischen britischen Orientalisten Bernard Lewis übernommen hat –, eine Sichtweise, die aus dem Hobbes’schen Menschenbild stammt, wonach wir uns wie Tiere gegenseitig bekriegen. Wir schließen uns stattdessen der Sichtweise an, die EIR-Chefredakteurin und Schiller-Institut-Gründerin Helga Zepp-LaRouche in einem offenen Brief vom 9. März an Papst Leo XIV. dargelegt hat, worin sie zu einem Dialog der Kulturen im Geiste des Kardinals Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert aufruft, den der Papst selbst als Orientierungspunkt angeführt hat: Wir müssen „einen Absturz in den ,unwiderruflichen Abgrund’ verhindern … (Wir müssen stattdessen) die Weltgeschichte verändern. So könnte der Wille Gottes erfüllt werden, der die Welt sicherlich nicht geschaffen und den Menschen die Vernunft geschenkt hat, damit sie aus Mangel daran zerstört wird.“
Präsident Trump hat eine „Verschiebung“ seiner Drohung angekündigt, die iranische Energie- und Industrieinfrastruktur zu bombardieren, sofern der Iran bis zum 6. April den Forderungen der USA nach bedingungsloser Kapitulation nachkommt. Es gibt allerdings keine Garantie dafür, dass Trump bis zum 6. April mit einer neuen Angriffswelle warten wird. Tatsächlich hat Israel bereits damit begonnen, die iranischen Stahlwerke, die Kernkraftanlage in Bushehr und weitere Einrichtungen zu bombardieren.
Für die gesamte Region – von Indien bis zum Mittelmeer und vom Kaukasus bis zum Golf – ist eine Politik des Wiederaufbaus und des Dialogs der Zivilisationen erforderlich, wie sie im Oasenplan vorgesehen ist, der 1975 vom renommierten amerikanischen Ökonomen und Staatsmann Lyndon LaRouche vorgeschlagen wurde und heute von Helga Zepp-LaRouche und dem Schiller-Institut aktualisiert wird.
„Wir brauchen die Idee einer gemeinsamen wirtschaftlichen Entwicklung auf der Grundlage des Konzepts des Oasenplans für die gesamte Region“, erklärte Zepp-LaRouche auf der Sitzung der Internationalen Friedenskoalition am 27. März. „Zunächst müssen Kanäle vom Mittelmeer und dem Roten Meer zum Toten Meer angelegt werden; friedliche Kernenergie soll für die Entsalzung großer Mengen von Meerwasser genutzt werden, um damit die Wüste zu begrünen, Wälder, Ackerland und Obstplantagen anzulegen und dieses Wasser zur Versorgung der Bevölkerung zu verwenden. Auf diese Weise könnten wir Entwicklungskorridore schaffen, wie zum Beispiel die Verbindung des China-Pakistan-Korridors mit dem Nord-Süd-Transportkorridor von St. Petersburg nach Chabahar und möglicherweise weiter nach Indien, und diese mit anderen Entwicklungskorridoren verknüpfen, um diese Länder mit der Türkei, mit Afrika und mit Europa zu verbinden. Denn in der Antike war diese Region der Ort der alten Seidenstraße, und damals war sie der Knotenpunkt, der die drei Kontinente durch Handel, den Austausch von Wissenschaft, Technologie, Kunst, Ideen und Philosophie verband. Und genau das kann diese Region wieder werden.“
Panel 1 – „Kann der Irankrieg vor einer atomaren Eskalation gestoppt werden?“
16.00 – 18.30 Uhr
Moderator: Dennis Speed
- Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Chefredakteurin von EIR
- Dr. Mohammad Reza Dehshiri (Iran), Dekan der Fakultät für Internationale Beziehungen, iranisches Außenministerium
- Zhang Weiwei (China), Professor für Internationale Beziehungen an der Fudan-Universität in Shanghai und Direktor des China-Instituts
- Botschafter Prof. Dr. Manuel Hassassian (Palästina), Palästinensische Autonomiebehörde
- Adolfo Pérez Esquivel (Argentinien), Friedensnobelpreisträger von 1980
- Purnima Anand (Indien), Präsidentin des BRICS International Forum
- Generalleutnant a. D. Ghulam Mustafa (Pakistan), Verteidigungsexperte, ehemaliger Kommandeur des Army Strategic Forces Command (ASFC)
- Chas Freeman (Vereinigte Staaten): ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium, ehemaliger Botschafter in Saudi-Arabien
- Purnima Anand (Indien), Präsidentin des BRICS International Forum
Panel 2 – „Globale Infrastrukturentwicklung ist der Name für Frieden“
ca. 19.00 – 21.00 Uhr
Moderator: Stephan Ossenkopp
Dennis Small (Vereinigte Staaten), Iberoamerika-Redakteur bei EIR
S.E. Donald Ramotar (Guyana), ehemaliger Präsident von Guyana
Adolfo Pérez Esquivel (Argentinien), Friedensnobelpreisträger von 1980
Dr. Theodore Postol (Vereinigte Staaten), emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit am MIT
Dr. Izzeldin Abuelaish (Palästina), Arzt, Professor, Autor und Friedensaktivist
Chandra Muzaffar (Malaysia), Gründer und Präsident der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST)




