Einladung zur Internationalen Konferenz des Schiller Instituts, 30./31. Mai, Berlin
Das Ende der 500jährigen Kolonialepoche – für einen Dialog der Zivilisationen
Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur
Samstag, 30.5.
10 Uhr: Die dringende Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur
- Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin des Schiller-Instituts:
„Wir lassen die europäischen Zivilisation nicht untergehen!“ - Professor Zhang Wei (China), Direktor des China Institute der Fudan-Universität: „Aufbau einer gewinnbringenden multipolaren Weltordnung“
- Pino Arlacchi (Italien), ehemaliger stellvertretender UN-Generalsekretär:
„Sind wir sicher, dass der kommende wirtschaftliche Sturm global sein wird?“ - Chas Freeman (USA), ehemaliger Botschafter der Vereinigten Staaten in Saudi-Arabien:
„Die Geburt, der Tod und die perspektivische Wiedergeburt der Weltordnung“ (per Video) - Sanjay Tripathi (Indien), ehem. Souveränität und Konsens der Regierten Beamter in indischen Ministerien:
„Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheit“ - Dr. Wolfgang Bittner (Deutschland), Autor: „Souveränität, Neutralität, Kultur“
14:30 Uhr: Souveränität und Konsens der Regierten
- Jacques Cheminade (Frankreich), ehemaliger Präsidentschaftskandidat, Präsident von Solidarité et Progrès: „Ein Neubeginn zur Verhinderung des Aussterbens der Menschheit“
- Jürgen Schöttle (Deutschland), Ingenieur: „Wirtschaftliche Energieversorgung und Souveränität sind untrennbar“
- Patrick Baab (Deutschland), Journalist und Autor: „Staatsstreich in Permanenz. Die Zensur-Industrie und das Verwertungsmodell des Digitalen Kriegs-Kapitalismus.“
- Oberstleutnant a.D. Ralph Bosshard (Schweiz), ehemaliger militärischer Berater des OSZE-Generalsekretärs
- Dr. Jasminka Simić (Serbien), Redakteurin, Radio-Television Serbien, Belgrad:
„Die von China inspirierte neue Form der Kooperation zwischen den Staaten des globalen Südens aus serbischer Sicht“ - Dr. Theodore Postol (USA), emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und nationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology (per Video)
19 Uhr: Konzert und Dialog der Zivilisationen – Künstler aus China, Russland, Deutschland, Albanien, u.a. präsentieren Musik und Dichtung verschiedener Kulturen.
Sonntag, 31.5.
10 Uhr: Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus – Teil 1
- Harley Schlanger (USA), 250 Jahre Jubiläum Amerikanische Revolution
- H.E. Eskindir Yirga Asfaw (Äthiopien), Botschafter Äthiopiens
“Ethiopia – The Uncolonized/ independent/ Beacon and Its Path to Prosperity” - S.E. Majid Nili (Iran), Botschafter der Islamischen Republik Iran
- Daud Azimi (Afghanistan), Vorstandsmitglied der Afghanische Nationale Friedensfront (Peace National Front of Afghanistan, PNF)
- Videobotschaft einer Gruppe junger Ugander
14 Uhr: Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus – Teil 2
- Charles Onana (Frankreich/Kamerun), Politikwissenschaftler und Autor
- Purnima Anand (Indien), Präsidentin des BRICS Forum Indien
- Abbey Makoe (Südafrika), Journalist, Gründer des Global South Media Network (per Video)
- Dr. Jérôme Ravenet (Frankreich), Professor für Philosophie, Sinologe (per Video)
- Wolfgang Riess (Deutschland), „Die Zukunft der Automobilindustrie“
- Mrutjuanjai Mishra (Indien), Journalist (Kommentator bei Times of India)
Als mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 der Kalte Krieg endete, erklärte der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama dies zum „Ende der Geschichte“. Diese Aussage sollte sich als die vielleicht kurzlebigste und falscheste Prognose der Geschichte herausstellen. Nur 35 Jahre nach dieser These befindet sich die Welt in einem beispiellosen tektonischen Umbruch: Nicht nur haben die Nationen des Globalen Südens das Diktat einer unipolaren Weltordnung auf der Basis der anglo-amerikanischen Sonderbeziehung zurückgewiesen, auch die transatlantische Beziehung selbst befindet sich spätestens seit dem Anspruch Trumps auf Grönland in Auflösung. Das Völkerrecht ist aufgehoben, es gilt die Machtpolitik, Drohungen, „eine ganze Zivilisation auszuschalten“, bleiben unter den westlichen Regierungen unwidersprochen, und es ist ein Verlust an Menschlichkeit zu verzeichnen, der die Grundpfeiler der internationalen Ordnung untergraben hat.
Gleichzeitig sind die Nationen des Globalen Südens entschlossen, die Periode von 500 Jahren Kolonialzeit endgültig zu überwinden und ihr Recht auf wirtschaftliche Entwicklung zu verwirklichen, eine Perspektive, die ihnen Chinas Aufstieg und seine Globalen Initiativen der Zusammenarbeit ermöglichen.
Die imperialen Kräfte der alten Ordnung sehen in eben diesem Aufstieg die größte geopolitische Bedrohung – eine Dynamik, die letztlich allen derzeit aufgeflammten Konflikten zu Grunde liegt. Dies gilt auch für den illegalen Angriffskrieg gegen den Iran, dessen Fortsetzung sogar zum Einsatz von Nuklearwaffen und zur Eskalation zu einem Weltkrieg führen könnte.
Umso dringender ist es, eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf die Tagesordnung zu setzen, die in der Tradition des Westfälischen Friedens die Interessen aller Staaten auf dieser Erde berücksichtigen muss. Wir müssen in der Lage sein, die existenzielle Frage für die Menschheit zu beantworten: Können wir uns eine internationale Ordnung geben, die unser langfristiges Überleben als einzige bisher bekannte mit kreativer Vernunft ausgestattete Gattung garantiert? Oder sind wir moralisch nicht in der Lage, die Mechanismen zu beseitigen, die kurzfristig zur Auslöschung der Menschheit führen können?
Die Konferenz in Berlin soll diese Frage mit dem gleichen Optimismus angehen, den Papst Leo XIV. bei seiner jüngsten Reise nach Afrika demonstriert hat. Die Nationen des Globalen Südens müssen bei der Neugestaltung der Weltordnung eine gleichberechtigte Stimme haben. Afrika ist der Kontinent mit der positivsten demografischen Kurve und wird bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen anwachsen. Also brauchen eine Milliarde mehr Menschen in Afrika eine Milliarde neue produktiver Arbeitsplätze in den nächsten 25 Jahren! Wenn die europäischen Staaten mit den BRICS dabei konstruktiv zusammenarbeiten, wird es nicht nur möglich sein, Armut und Unterentwicklung im Globalen Süden ein für alle Mal zu überwinden, sondern auch alle Staaten an den Errungenschaften der neuen Industriellen Revolution teilhaben zu lassen. Neue Revolutionen in Wissenschaft und Technologie werden es den Menschen ermöglichen, die in ihnen angelegten Potentiale vollständig zu entwickeln, so wie es bisher in der Geschichte nur wenigen Privilegierten gestattet war.
Ob es uns bewusst ist oder nicht: Wir sitzen als Menschheit alle in einem Boot. Die Existenz von thermonuklearen Waffen, Internet, Pandemien etc. bedeutet, dass unser Schicksal engstens verknüpft ist: Entweder gehen wir zusammen unter, oder wir schaffen gemeinsam ein neues Paradigma in den internationalen Beziehungen, das vom Prinzip der Coincidentia Oppositorum (dem Zusammenfall der Gegensätze) des Nikolaus von Kues geprägt ist und das die Idee der einen Menschheit postuliert.
Deshalb müssen wir den Reichtum der verschiedenen Kulturen und Zivilisationen bewusst machen und in einem vielfältigen Dialog zwischen ihnen die schönsten Perlen all dessen beleuchten, was die Menschheit bisher in ihrer Universalgeschichte in Kunst und Wissenschaft, in Musik, Dichtung, Malerei und Philosophie hervorgebracht hat. Wir brauchen eine neue Renaissance, die aus dem Dialog des Besten aller Kulturen und Zivilisationen hervorgeht, und genauso wie z.B. die Goldene Renaissance in Italien die Schrecken des 14. Jahrhundert überwunden hat, können wir so eine neue Ära der Menschheit einläuten, in der die Kinderkrankheiten der Menschheit, wie Oligarchismus und Kriege als Mittel der Konfliktlösung, überwunden werden.
Samstag, 30.5.
10 Uhr: Die dringende Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur
19 Uhr: Konzert: Dialog der Zivilisationen
Sonntag, 31.5.
10 Uhr: Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus
Die Konferenz findet im Großraum Berlin statt, eine Anmeldung ist erforderlich.




