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Für einen „gerechten Frieden“

Bericht vom 175. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 175. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 9. Oktober begann mit einer Einführung von Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin, die die Verleihung des Friedensnobelpreises 2026 an die südafrikanische Richterin Navi Pillay lobte. Pillay war Vorsitzende der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission der UNO zu den besetzten palästinensischen Gebieten und Israel, die in einem Bericht im September 2025 zu dem Schluß kam, daß Israel sich in Gaza des Völkermords schuldig gemacht habe.

Dann beschrieb Zepp-LaRouche die Welle von Protesten, die in ganz Europa ausgebrochen ist, die alle einen gemeinsamen Nenner hätten, nämlich den Widerstand gegen den Kriegskurs der Regierungen der „Koalition der Willigen“ mit Austerität zu dessen Finanzierung. Als Beispiel für die „Brutalisierung der Bevölkerung im Rahmen der kognitiven Kriegsführung“ nannte sie das Vorhaben von US-Kriegsminister Pete Hegseth, die Hinrichtung von Major Nidal Hasan – dem Psychiater der US-Armee, der 2009 bei einem Amoklauf in Fort Hood 13 Menschen tötete und 2013 zum Tode verurteilt wurde – live zu übertragen.

Ihre letzte und wichtigste Nachricht war die Erklärung von Papst Leo XIV., der Heilige Augustinus habe, anders als oft behauptet, nicht für „gerechten Krieg“ plädiert – erst recht nicht in der Weise wie die heutigen Kriegstreiber. Sie forderte statt dessen einen „gerechten Frieden“.

Kathy Kelly ist eine US-Friedensaktivistin, dreimalige Kandidatin für den Friedensnobelpreis sowie Mitkoordinatorin der Anti-Drohnen-Kampagne Ban Killer Drones und Leiterin von World BEYOND War. Kelly grüßte etliche prominente Persönlichkeiten, die bei früheren IPC-Sitzungen das Wort ergriffen hatten, darunter Prof. Falk, der nach ihr sprach. Kelly verwies auf die Ermordung des schwedischen Diplomaten Graf Folke Bernadotte, der 1947-48 als erster UN-Vermittler im arabisch-israelischen Konflikt fungierte. Er wurde am 17. September 1948 von der zionistischen Stern-Bande ermordet, um den Friedensvorschlag zu vereiteln, den er zusammen mit dem US-Diplomaten Ralph Bunche ausgearbeitet hatte und der am folgenden Tag der UNO vorgelegt wurde.

Kelly beschrieb auch, wie Papst Franziskus anordnete, das „Papamobil“ zu einem medizinischen Hilfsfahrzeug umzubauen, und wie die Israelis bis heute die Einfahrt dieses Fahrzeugs nach Gaza verweigern. Sie schloß mit dem berühmten Zitat eines Anführers des Aufstands im Warschauer Ghetto vom 18. Januar 1943, Marek Edelman: „Jude zu sein bedeutet, immer auf der Seite der Unterdrückten zu stehen, niemals auf der der Unterdrücker.“

Richard Anderson Falk ist emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University und Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und war 2008-14 UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten. Er erinnerte daran, daß die Vereinigten Staaten ein Einwanderungsland waren – das „könnte und sollte Amerikas Selbstverständnis sein“. Die derzeitige Abschiebung von Einwanderern in Drittländer sei nicht nur fremdenfeindlich, sondern obendrein rassistisch. Auch Falk würdigte die Verleihung des Nobelpreises an Navi Pillay, seine ehemalige Vorgesetzte bei der UNO. Er hätte sich aber gewünscht, daß sie den Preis gemeinsam mit seiner Kollegin Francesca Albanese, der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, erhalten hätte, das wäre ein sehr wichtiges Signal gewesen.

Der Papst spreche mit einer moralischen Autorität, die dem UN-Generalsekretär fehle, weil er „davor zurückschreckt, sich mit den Mächtigen der Welt anzulegen“. Falk beschrieb, wie Politiker sich an Korruption beteiligen müssen, um Karriere zu machen und ihren Status zu bewahren. Zepp-LaRouche kommentierte, die Korruption sei praktisch schon eine Voraussetzung für politische Führung geworden – wer nach politischer Macht strebe, der müsse „Leichen im Keller“ haben, damit er „kontrollierbar“ bleibt. Sie stellte die Vision eines alternativen Systems vor, das auf einem Dialog der Zivilisationen beruht. Die Päpste Leo XIV. und Franziskus seien Beispiele für die dazu erforderliche Führungsstärke.

Kelly erzählte von einer Begegnung mit einem US-Marine in Bagdad während der US-Invasion des Irak 2003. Der Mann verblüffte sie, als sie ihn nach dem Buch fragte, das er las: Es war Joseph Conrads antikolonialer Roman Herz der Finsternis, und er las ihn schon zum dreizehnten Mal. Sie lobte nochmals Papst Leo und betonte: „Wir wollen dieses Gebäude des Völkerrechts nicht aufgeben.“

Dennis Fritz, pensionierter Command Chief Master Sergeant der US-Luftwaffe, erinnerte an historische Warnungen führender US-Militärs, darunter General Smedley Butler, der den berühmten Satz „Der Krieg ist ein korruptes Geschäft“ prägte, und General Dwight Eisenhower, der vor dem Militärisch-Industriellen Komplex warnte. Die heutige politische Führung der USA strebe nach beispielloser militärischer Macht, um damit alles durchzusetzen, was sie will. Beispielhaft dafür sei die „Wolfowitz-Doktrin“ des früheren Vize-Verteidigungsministers Paul Wolfowitz, die den Weg für zahlreiche Kriege im Nahen Osten ebnete. Fritz betonte, Hegseth leite das „beängstigendste Pentagon“, das er je gesehen habe, und warnte vor Hegseths Plan, künstliche Intelligenz zum Aufbau einer vollautomatisierten Angriffsfähigkeit ohne menschliche Aufsicht einzusetzen.

Die Wahlen in Brasilien

Beatriz Bissio, außerordentliche Professorin für Vergleichende Geschichte an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro, warnte mit Blick auf die Stichwahl am 25. Oktober zwischen Präsident Lula da Silva und Flávio Bolsonaro: „Die Demokratie in Brasilien steht heute vor ihrer größten Bewährungsprobe seit der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung Mitte der 1980er Jahre.“ Bolsonaro verkörpere den weltweiten Aufstieg der extremen Rechten, er werde u.a. vom israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu unterstützt. Die erste Wahlrunde am 4. Oktober sei ein Schock gewesen, weil Bolsonaro mit 47% vor Lula mit 45% stand. Brasilien sei jetzt mit Ausnahme Uruguays „von rechten Regimen umzingelt“. Das Ergebnis der Stichwahl werde Auswirkungen in ganz Lateinamerika und darüber hinaus haben. Die rechtsextremen Regierungen seien voll und ganz US-Interessen unterworfen.

Felipe Bombardelli, ein brasilianischer Doktorand der Robotik an der Bundesuniversität von Paraná, engagiert sich in der Internationalen Jugendbewegung des Schiller-Instituts. Er berichtete, daß die Studenten sich im Wahlkampf zunächst kaum politisch engagierten, u.a. weil viele Linke davon ausgingen, daß Lula mit seiner Arbeiterpartei (PT) schon im ersten Wahlgang gewinnen würde. Doch als ihnen bewußt wurde, daß „nur noch ein Wunder Lula zum Präsidenten machen kann“, habe eine beispiellose Mobilisierung von Studenten, Professoren und auch Arbeitern zur Unterstützung von Lulas Kandidatur begonnen.

Der Aktivist Remi Lebrun vom französischen Schiller-Institut berichtete aus Paris, wo es eine große Mobilisierung vor allem von Schülern der Oberstufe gibt, die gegen die skandalösen Zustände an den öffentlichen Schulen protestieren. Die Regierung reagiere mit harter Repression, noch schlimmer als zwischen 2018 und 2020 gegen die Bewegung der „Gelbwesten“. Inzwischen beteiligten sich an den Aktionen auch Schüler der Mittelstufe, Universitätsstudenten und Eltern.

Diskussion

Die Teilnehmer diskutierten über den Vorschlag des Arztes Martin Schotz, Koordinator des JFK Peace Speech Committee und führender Vertreter von Massachusetts Peace Action (MAPA), der in der IPC-Sitzung der vergangenen Woche einen „Amerikanischen Nationalkongreß“ nach dem Vorbild des Afrikanischen Nationalkongresses im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika angeregt hatte. Ein weiteres Thema waren die Folgen eines Sieges von Bolsonaro in Brasilien, darunter der mögliche Austritt des Landes aus den BRICS.

Der unabhängige New Yorker Kongreßkandidat Jose Vega sprach über die Welle der Empörung darüber, daß Beamte der Einwanderungspolizei ICE in der Bronx in New York auf einen Mann in einem Auto schossen, wo auf dem Rücksitz sein fünfjähriges Kind saß. Er stellte dies in den Kontext der weltweiten Empörung über die Mißhandlung von Armen und älteren Menschen – wie die 87jährige Maria del Carmen Abascal, die aus ihrer Wohnung in Madrid zwangsgeräumt wurde, nachdem ein Investmentfonds die Miete vervielfacht hatte -, durch Regierungen, die praktisch bankrott sind, aber fanatisch darauf beharren, überall zu sparen, um die Aufrüstung zu finanzieren.

Zum Abschluß des Treffens bekräftigte Zepp-LaRouche, die Welt sei in einer unvermeidlichen Phase des Wandels, und es hänge vom Mut jedes einzelnen ab, ob es ein Wandel zum Guten oder zum Schlechten wird.


Internationale Friedenskoalition #175, 09.10.2026, 17.00 Uhr

Zur Entwicklung des Konzepts eines „gerechten Friedens“

175. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Zur Entwicklung des Konzepts eines „gerechten Friedens“

Freitag, 9. Oktober 2026, 17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Schließen Sie sich diesen Freitag der Internationalen Friedenskoalition mit dem besonderen Gast Kathy Kelly an, amerikanische Friedensaktivistin, dreimal für den Friedensnobelpreis nominiert, Koordinatorin der Kampagne „Ban Killer Drones“ und von „World BEYOND War“, deren Vorstandsvorsitzende sie 2022 wurde; Berichte vor Ort aus Frankreich und Brasilien ; und weitere, die in Kürze bekannt gegeben werden.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Freunde der Internationalen Friedenskoalition,

Ist der einzig wirklich gerechte Krieg der Krieg „nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Fürstentümer, Gewalten, gegen die Herrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister in der Himmelswelt“? In einem Artikel, der am Dienstag, dem 6. Oktober, gleichzeitig im Osservatore Romano und in Vatican News erschien, zitiert Luigi Franco Pizzolato, Professor an der Katholischen Universität Mailand, aus den Briefen Augustinus: „Es ist ruhmreicher, den Krieg mit Worten zu beenden als Menschen mit dem Schwert zu töten und Frieden durch Frieden, nicht durch Krieg zu erlangen.“ Augustinus wird auch mit den Worten zitiert, der Staat werde „niemals dauerhafte Herrschaft über diejenigen ausüben können, die er durch militärische Siege unterworfen hat.“

Im September sandte Peter Kuznick in Zusammenarbeit mit dem Schiller-Institut, der Internationalen Friedenskoalition und anderen Organisationen einen Appell an Papst Leo XIV., der von 150 Geistlichen und anderen führenden Persönlichkeiten unterzeichnet wurde. Darin schlugen sie ihm vor, die Präsidenten Russlands, Chinas und der Vereinigten Staaten zusammenzubringen, um die Welt vom Rande eines thermonuklearen Krieges zurückzuholen.

Der Vatikan hat soeben bekannt gegeben, dass Papst Leo XIV. vom 27. bis 29. Oktober 80 Religionsvertreter und rund 300 weitere Persönlichkeiten aus aller Welt in Assisi, Italien, zusammenbringen wird. Der erste Tag des Treffens findet genau 40 Jahre nach dem interreligiösen Friedensgebet von Papst Johannes Paul II. statt, zu dem 160 Geistliche eingeladen waren. Papst Leo XIV. möchte einen neuen Dialog zwischen der geistlichen und der weltlichen Welt anstoßen, um das Konzept eines „gerechten Friedens“ weiterzuentwickeln.

Nehmen Sie am Freitag am Treffen der Internationalen Friedenskoalition teil und gestalten Sie diese Diskussion aktiv mit.

Das IPC bedauert den Tod von Maricarmen Abascal aus Spanien. Sie starb einen Tag nach ihrem Sieg und der damit verbundenen Rückkehr in ihre Wohnung, die einer weltweiten Mobilisierung zu verdanken war. Das Konzept des gerechten Friedens ist untrennbar mit dem Konzept der gerechten Wirtschaft verbunden – beides muss erreicht werden. Maricarmen sagte: „Ich konnte mein Zuhause nicht verteidigen, aber ich habe gekämpft, damit die anderen lernen, für das zu kämpfen, was ihnen gehört!“


Die globale Versorgungskrise überwinden

Bericht vom 174. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Am 2. Oktober fand die 174. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, eröffnete die Sitzung mit einer Warnung vor neuen Entwicklungen, darunter die Gefahren des militärischen Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI). US-Kriegsminister Pete Hegseth treibe die Entwicklung autonomer Waffensysteme voran, ohne für eine menschliche Kontrolle über diese Systeme zu sorgen. Sie verwies auf die „absolut eskalierende Lage im Nahen Osten“, da durch die Blockade der beiden wichtigen maritimen Engpässe – Straße von Hormus und Bab al-Mandab – eine weltweite Depression drohe. Ein Lichtblick sei ein offener Brief der iranischen Revolutionsgarden an die amerikanische Öffentlichkeit, der den Amerikanern erstmals Zugang zur iranischen Sicht der Dinge verschaffe.

Zepp-LaRouche zitierte Äußerungen des russischen Präsidenten Putin auf dem 23. jährlichen Waldai-Forum am 1. Oktober, wo er beschrieb, wie Rußland versuchte, sich in Europa zu integrieren, aber zurückgewiesen worden sei. Als Beispiel dafür, warum Menschen im Ernstfall über Maschinen entscheiden müssen, erinnerte sie an den sowjetischen Oberstleutnant Stanislaw Petrow, der am 26. September 1983 einen Atomkrieg verhinderte, als er sich über den automatischen Vergeltungsmechanismus der sowjetischen Doktrin hinwegsetzte.

Landwirtschaft in der Krise

Marcia Merry Baker, EIR-Wirtschaftsredakteurin, beschrieb die aktuelle Wirtschaftskrise als „Zusammenbruchsphase“ infolge der wirtschaftlichen Schocks vom Frühjahr. Es werde ein Einbruch der weltweiten Getreideproduktion im Erntejahr 2026-27 um 2,5% prognostiziert: „Das klingt vielleicht nicht nach viel, wird aber mit den Anbau- und Erntezyklen an Umfang und Tempo zunehmen, wenn wir nicht eingreifen, um es aufzuhalten.“ Und dies in einer Welt, die ohnehin mit Hunger und Nahrungsmittelmangel zu kämpfen habe. Der weltweite Handel mit Düngemitteln sei seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar um 20-30% zurückgegangen. Durch die Einstellung des Schiffsverkehrs am Persischen Golf habe sich der Preis für wichtige Industriechemikalien wie Schwefel verdoppelt. Hinzu kämen die Preisanstiege bei Benzin, Kerosin und Heizöl sowie insbesondere Engpässe bei Diesel. Europa kürze Agrarsubventionen, um Geld in die Aufrüstung umzuleiten. Positiv seien die Vereinbarungen Rußlands, Indien mit Düngemitteln zu beliefern, sowie noch bis vor kurzem die Zusage Chinas, Kraftstoff in südostasiatische Länder zu exportieren. In Waldai habe Putin davon gesprochen, Rußlands weltweite Energieexporte wieder aufzunehmen, sobald die Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Mike Callicrate ist Rinderzüchter aus Kansas, führender Aktivist in der Agrarpolitik sowie Gründer und Eigentümer des Direktvermarkters Ranch Foods Direct in Colorado. Er schilderte den raschen Niedergang der Viehzucht in den USA durch falsche Regierungspolitik und warnte, Amerika verliere die Fähigkeit, sich selbst zu ernähren.

Jesus Holguin Cazares, Präsident des Rinderzüchterverbands Kansas Cattlemen’s Association, berichtete von Razzien der Einwanderungspolizei ICE in der vergangenen Woche in mehreren Gemeinden mit großen Schlachtbetrieben im Südwesten von Kansas. ICE hatte niemanden im voraus informiert, nicht einmal die örtliche Polizei. Mehrere Tage lang seien dort die Betriebe, die 20% der Rindfleischs in den USA liefern, zum Stillstand gekommen, für Tausende von Rindern habe es plötzlich keinen Platz gegeben. Die ICE-Razzien hätten ein Klima der Angst geschaffen, in dem selbst US-Bürger hispanischer Herkunft mit einwandfreiem Aufenthaltsstatus zögern, zur Arbeit zu erscheinen.

Zepp-LaRouche verwies auf die Äußerungen von Papst Leo XIV. zur Migration. „Man löst die Migrationsfrage nicht, indem man Menschen ausweist“, sagte sie. Die Lösung bestehe darin, die Wirtschaft anderer Nationen nicht länger zu ruinieren, denn das sei der Auslöser für Flüchtlingswellen. Callicrate warf den großen Fleischverarbeitern vor, sie „lieben Störungen und Chaos“, weil das die Preise drückt, die Viehzüchter für ihr Vieh verlangen können. Merry Baker stimmte zu, daß die ICE-Razzien die Fleischverarbeitung in Kansas gestört und damit zu einer allgemeinen Krise beigetragen hätten. Zepp-LaRouche rief alle Beteiligten dazu auf, sich nicht nur auf lokale Kontroversen zu konzentrieren, sondern sie aus der Perspektive der weltweiten Abkehr vom alten kolonialen System zu betrachten.

Internationale Aktivitäten für den Frieden

Pater John Heagle, Direktor der Friedensgruppe „Priests Against Genocide“ (Priester gegen Völkermord) und Mitglied der Vereinigung katholischer Priester in den USA, erinnerte an das Wort von Papst Paul VI.: „Wenn ihr Frieden wollt, arbeitet für Gerechtigkeit.“ Er verglich dies mit Zepp-LaRouches Aufruf zu einem Paradigmenwechsel und zitierte führende Vertreter der katholischen Kirche, die die Kirche dazu aufriefen, sich für die gesamte Menschheit einzusetzen. Paul VI. habe die Regierungen der Welt ermahnt, daß „Entwicklung der neue Name für Frieden ist“. Das sei vielleicht naiv, weil säkulare Regierungen seine Worte mißachteten, ein „völliges Versagen unserer heutigen Demokratie“. Seine Organisation sei weltweit dort tätig, wo Menschen aufgrund ihrer Identität massakriert werden, die Kirche sei dort ein „Feldlazarett“ für die vielen Opfer. Er schloß mit einem eindrucksvollen Gedicht, das ein Kind in Gaza verfaßt hat und beschreibt, wie die Eltern den Namen des Kindes auf sein Bein schreiben, damit man es nach einem Angriff identifizieren kann.

Dr. E. Martin Schotz ist Koordinator der Friedensorganisation JFK Peace Speech Committee aus Massachusetts und Autor eines Buches über den Mord an Präsident Kennedy (History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy). Er beschrieb den inneren Wandel von Präsident John F. Kennedy gegen Ende seines Lebens, als er sich von der „Pax America“ und dem Krieg als politischem Instrument abwandte.

Zepp-LaRouche lobte Pater Heagle als Vorbild für authentischen Katholizismus, im Gegensatz zu all jenen, die die Lehre vom „gerechten Krieg“ des Heiligen Augustinus verdrehen, um Kriege zu rechtfertigen, die alles andere als gerecht sind.

Co-Moderator Dennis Speed stellte wieder den regelmäßigen Gast Larry Johnson vor, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS). Johnson berichtete, er sei gerade aus Rußland zurückgekehrt, wo er sich mit etlichen Militärführern getroffen habe. Einer von ihnen habe aus den Äußerungen der NATO-Führung schon den Schluß gezogen, daß Rußland bald im Krieg mit Europa stehen wird. Johnson warnte vor der Schwere der Versorgungsengpässe im Zuge des Iran-Kriegs: „Diesel ist für die Weltwirtschaft das, was Blut für den menschlichen Körper ist.“ US-Präsident Trump leide an einer Form von Geisteskrankheit und habe „jeden sozialen Filter verloren“. Johnson bezog sich auf Trumps Rede vor der UNO, in der er von der völligen Vernichtung des Iran sprach: „Wenn Trumps Rhetorik noch schlimmer ist als die von Adolf Hitler, dann sind wir in einer sehr gefährlichen Situation.“

Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei Solidarité et Progrès (S&P), beschrieb die bedeutenden Auswirkungen des Besuchs von Papst Leo in Paris, bei dem sich am 26. September bis zu 800.000 Menschen zu einer Messe auf der Place de la Concorde versammelten, um die Friedensbotschaft des Papstes zu hören. Cheminade berichtete über das Engagement seiner Organisation im Rahmen der Veranstaltungen zum Papstbesuch; sie habe 12.000 Flugblätter mit dem Offenen Brief von Peter Kuznik an Papst Leo verteilt, an dessen Verbreitung die IPC mitwirkt.1

Diskussion

Als Antwort auf Fragen aus Deutschland, Afrika und Mexiko berichtete Merry Baker, es gebe eine wichtige Initiative zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen führenden Landwirtschaftsaktivisten in den USA und Mexiko, was man auf andere Länder ausweiten könne. Co-Moderator Dennis Small, Leiter des Iberoamerika-Ressorts von EIR, stellte fest, die Zerstörung der Landwirtschaft in den USA wie auch in Mexiko sei die Ursache der Migrationswellen in die USA. Mexiko und andere Länder in aller Welt seien gezwungen, die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zugunsten von Exportkulturen aufzugeben, um den Schuldendienst bei den Banken zu leisten. 75% der US-Amerikaner seien in Umfragen gegen die Politik, die die Einwanderung verursacht, deshalb sollte sich ihre Wut gegen diese Politik richten statt gegen die Migranten. Callicrate forderte eine Rückkehr zu einer Landwirtschaft, deren Sinn und Zweck es ist, Menschen zu ernähren, anstatt ein Spielfeld für Spekulanten zu sein.

Pater Heagle schloß sich in seinen abschließenden Bemerkungen Zepp-LaRouches Anklage gegen diejenigen an, die Augustinus’ Lehre vom gerechten Krieg mißbrauchen, um Angriffskriege zu rechtfertigen, und betonte die Bedeutung des offenen Briefes an Papst Leo. Zepp-LaRouche kam auf Präsident Putins Warnung in Waldai zurück, die Krise eines neuen Weltkriegs könne viel schneller ausbrechen, als die Menschen glauben. Die Menschheit stehe einerseits kurz vor dem Untergang, aber andererseits auch kurz vor dem neuen Paradigma, das wir uns wünschen.


Anmerkung

1. „Aufruf an Papst Leo XIV., einen Weltgipfel zu organisieren,
   um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abrüstung anzugehen“
,
   Internetseite des Schiller-Instituts.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Friedensaufbruch in Deutschland

Mittwoch, 7. Oktober 2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Die Turbulenzen, die mit dem Anbruch einer neuen Ära in der Weltgeschichte einhergehen, stehen uns bevor, ähnlich wie in den turbulenten Jahren der 1980er. Dies sind keine „normalen Zeiten“. Diese Zeit erinnert an die Monate unmittelbar vor dem plötzlichen Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989, auf den zwei Jahre später die „undenkbare“ Auflösung der Sowjetunion folgte. Heute wie damals gelingt es den meisten Analysten nicht, die Tragweite der tatsächlichen Ereignisse zu erfassen. Ihre festgefahrenen Überzeugungen stehen dem im Weg.

Es gibt etwas, das die Massenproteste in Spanien (Wohnungskrise), Frankreich (Bildungskrise), Deutschland (Regierungszusammenbruch) und Italien (Aktionen von Landwirten, Fischern und Lkw-Fahrern) verbindet. Die Auslöser mögen unterschiedlich erscheinen, doch der zugrunde liegende Prozess ist derselbe. Eines ist klar: Alle NATO-Volkswirtschaften sind im Niedergang begriffen, und kein Volk eines NATO-Staates unterstützt das Streben nach einem neuen Weltkrieg! Die transatlantischen Staats- und Regierungschefs sind größtenteils „gewogen und für zu leicht befunden“ worden. Die zahlreichen Kriegsherde sowie die Wahlkämpfe der nächsten 30 Tage in Brasilien, Israel und den Vereinigten Staaten sollten nicht als „wichtige aktuelle Ereignisse“ betrachtet werden, sondern als Teil eines viel größeren Ganzen. Die Versammlung von 800.000 Menschen in Frankreich zur Sonntagsmesse von Papst Leo, von denen die Hälfte oder mehr noch nie zuvor in ihrem Leben an einer solchen Veranstaltung teilgenommen hatten, suchte nach dem, was sie sich als authentische Führung erhofften, in der Person von Papst Leo XIV. Sein jüngstes Eintreten für eine Doktrin des „gerechten Friedens“ in der Kirche, die die opportunistische Praxis ablöst, den heiligen Augustinus zum Thema „gerechter Krieg“ zu zitieren, ohne ihn zu studieren, sowie seine unnachgiebige Ablehnung von Atomwaffen können in Krisenzeiten als moralischer Kompass dienen.

In einer Diskussion gestern erinnerte Roger Moore, Mitarbeiter des Nachrichtenstabes bei EIR, die Anwesenden daran, dass vor vierzig Jahren, vom 11. bis 12. Oktober, das Gipfeltreffen in Reykjavík, Island, zwischen dem amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und dem sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow stattfand. In Internetbeiträgen, die sich auf Reykjavík beziehen, wird behauptet, es sei Ronald Reagans Weigerung gewesen, seine „Strategic Defense Initiative“ (SDI) aufzugeben, die den „Deal-Breaker“ für die dortigen Verhandlungen darstellte, die den Einsatz der meisten, wenn nicht sogar aller Atomwaffen hätte verhindern können.

Diese „Darstellung“ ist falsch. Tatsächlich war es genau dieser SDI-Vorschlag, der gemeinsame technologische Durchbrüche für ein fortschrittliches Laserwaffen-Abwehrsystem vorsah und darauf abzielte, Atomwaffen „wirkungslos und überflüssig“ und damit unnötig zu machen. Gorbatschows Ablehnung von Reagans SDI-Vorschlag beendete die Chance für die Sowjetunion, ihrem eigenen Untergang zu entgehen, der durch die Methoden der „ursprünglichen Akkumulation“ beschleunigt wurde, zu denen ihre Wirtschaft gezwungen war, um im Wettrüsten der 1980er Jahre mit den Vereinigten Staaten und der NATO Schritt zu halten.

Tatsächlich war es der Gründer dieser Zeitschrift, EIR-Chefredakteur Lyndon LaRouche, der mit Wissen des Nationalen Sicherheitsrates der Reagan-Regierung die SDI-Politik formuliert hatte. LaRouche führte von Dezember 1981 bis Anfang 1983 eine Reihe von Verhandlungen mit Vertretern der sowjetischen Regierung. Ronald Reagan verkündete die SDI-Politik bekanntlich in einer Rede am 23. März 1983 – sehr zum Entsetzen von Regierungen in aller Welt und vieler Amtsträger in den Vereinigten Staaten.

Lyndon LaRouche berichtete in seinem Aufsatz „The Night They Came To Kill Me“ über die Ereignisse fünf Tage vor dem Treffen in Reykjavik:

„Am 6. Oktober 1986 fiel eine regelrechte Armee von mehr als vierhundert bewaffneten Einsatzkräften über die Stadt Leesburg in Virginia her, um eine Razzia in den Büros von EIR und seinen Partnern durchzuführen, und wurde zudem für eine weitere, finstere Mission eingesetzt. Die Räumlichkeiten, in denen ich zu dieser Zeit wohnte, wurden von einer bewaffneten Truppe umzingelt, während Flugzeuge, gepanzerte Fahrzeuge und weiteres Personal auf den Befehl warteten, unter Beschuss vorzurücken. Glücklicherweise kam es nicht zu Tötungen, da jemand mit höherer Befugnis als der Leiter der Strafrechtsabteilung des Justizministeriums, William Weld, den Angriff auf mich abblasen ließ. Die Einsatzkräfte, die bereitstanden, um gegen mich, meine Frau und eine Reihe meiner Mitarbeiter vorzugehen, wurden am Morgen zurückgezogen… Dies ist nicht nur mein Grund zur Beschwerde. Die große Mehrheit der Amerikaner ist ebenso sehr das beabsichtigte Opfer wie ich. Sie haben ein Recht darauf zu erfahren, was ihnen in diesem Zusammenhang angetan wird… Ironischerweise, aber nicht zufällig, wurde diese Operation zu dem Zeitpunkt in Gang gesetzt, als Präsident Reagan sich mit Gorbatschow in Reykjavík, Island, traf, wo der Präsident erneut sein Bekenntnis zur SDI nachdrücklich bekräftigte.“

LaRouches Vorschlag war das moralische Gegenteil zahlreicher vorangegangener wahnwitziger Vorschläge des „Deep State“ für einen Atomkrieg, angefangen mit Winston Churchills „Operation Unthinkable“ vom Mai 1945, die darauf abzielte, die Sowjetunion spätestens im September 1945 mit Atomwaffen anzugreifen. Im Jahr 1949 sah die vom US-Verteidigungsministerium ausgearbeitete „Operation Dropshot“ vor, 300 Atomwaffen auf die Sowjetunion abzuwerfen, um 85 % ihrer Industriekapazitäten zu zerstören, was „Kollateralschäden“ in Form von zig Millionen Todesopfern zur Folge gehabt hätte. Es gab weitere Vorschläge, die alle vor der amerikanischen Bevölkerung geheim gehalten wurden.

Im Jahr 1954 sah die US-amerikanische „Operation Vulture“ den Einsatz von drei „kleinen taktischen“ Atombomben vor, um die besiegten französischen Truppen in Dien Bien Phu in Vietnam zu retten. Im Jahr 1958 hatten die Vereinigten Staaten laut dem verstorbenen, durch die Pentagon-Papiere bekannten Daniel Ellsberg einen Plan, das chinesische Festland mit Atomwaffen zu bombardieren, um eine Invasion Taiwans zu verhindern. (In einem Interview mit der CBS-News-Reporterin Michelle Miller im Jahr 2021 sagte Ellsberg: „Ich war Teil eines Plans, der niemals hätte ausgearbeitet werden dürfen – das war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“) Und am 20. Juli 1961 legten General Lyman Lemnitzer, General Curtis LeMay und andere JFK einen Plan vor, spätestens im Dezember 1963 einen überraschenden Atomschlag gegen die Sowjetunion zu starten.

Im folgenden Jahr kam es im Oktober 1962 zur Kubakrise und zu den mutigen Maßnahmen der Kennedy-Brüder, hinter den Kulissen Verhandlungen mit der Sowjetunion aufzunehmen. Ähnlich wie jene Gespräche zwischen JFK und RFK mit Chruschtschow fanden auch die LaRouche-Gespräche unter dem Druck eines drohenden Krieges statt. Erst letzte Woche sprach Wladimir Putin vor dem Waldai-Club über den Beinahe-Atomkrieg von 1983, der durch das mutige Eingreifen eines einzigen Mannes, Stanislav Petrov, verhindert wurde.

In diesem Fall siegte der menschliche Verstand, nicht die künstliche Intelligenz. Die als SDI bekannte LaRouche-Reagan-Initiative verhinderte keineswegs die Verhandlungen in Reykjavík, sondern bildete damals die Grundlage für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die in LaRouches Präsidentschaftskampagne von 1984 im „Entwurf eines Memorandum of Understanding zwischen den Vereinigten Staaten und der UdSSR“ vorgestellt wurde.

Helga Zepp-LaRouche, die bei Lyndon LaRouche war, als man kam, um ihn zu töten, hat Zehn Grundsätze für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur vorgeschlagen, in einer Zeit, in der „sich das Blatt gewendet hat“. Heute muss die Idee eines „gerechten Friedens“ die Diskussionen in den Kirchen, Gewerkschaften und anderen Institutionen der Vereinigten Staaten und Europas durchdringen. Diejenigen, die sich in Bewegung und Aufruhr befinden, müssen beginnen, im Geiste von Papst Leos und Zepp-LaRouches Nikolaus von Kues zu denken, über den der Papst in seiner Angelus-Ansprache am 25. Oktober letzten Jahres sprach.

Die Welt braucht einen Ansatz des „Zusammenkommens der Gegensätze“ für den Weltfrieden. China und Russland können einer im Niedergang begriffenen transatlantischen Welt helfen, aber nur, wenn das US-Präsidialsystem in die Lage versetzt wird, darauf zu reagieren. Die amerikanische Präsidentschaft ist eine Institution, nicht bloß eine Einzelperson. Die unabhängige Präsidentschaftskandidatin der LaRouche-Bewegung, Diane Sare, wird in Kürze eine Erklärung veröffentlichen, in der sie Pete Hegseths wahnwitziges „Kommando für Autonome Kriegführung“ anprangert und einen vernünftigen Ansatz für einen gerechten Frieden mit dem Iran, China, Russland und allen Nationen vorschlägt. Die Lehre aus jenem 6. Oktober vor 40 Jahren lautet: Eine großartige Idee und eine große Bewegung für großartige Ideen, die im Namen der Menschheit vorangetrieben werden, können niemals besiegt werden, solange man weiterkämpft.


Internationale Friedenskoalition #174, 02.10.2026, 17.00 Uhr

Es ist Zeit für eine Welt der „Partner statt Rivalen“

174. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Es ist Zeit für eine Welt der „Partner statt Rivalen“

Freitag, 2. Oktober 2026, 17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Nehmen Sie diese Woche an der Internationalen Friedenskoalition teil mit Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Pater John Heagle, Direktor von „Priests Against Genocide“ (USA); Mitglied der „Association of U.S. Catholic Priests“; Marcia Merry Baker, Mitherausgeberin, Wirtschaft, EIR; Mike Calicrate, Rinderzüchter aus Kansas, führender Vertreter der Agrar- und Rancherpolitik, Gründer und Eigentümer von „Ranch Foods Direct“; Jesus Holguin Cazares, Präsident der „Kansas Cattlemen’s Association“; Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS); E. Martin Schotz, Dr. med., Koordinator des „JFK Peace Speech Committee“ (MAPA – Massachusetts Peace Action); Autor von „History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy“; Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei „Solidarité et Progrès“ (SP).

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Freunde der Internationalen Friedenskoalition,

die heutige Krise mit explodierenden Preisen, Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff, agrarindustriellen Betriebsmitteln, Wasser und Grundbedarfsgütern ist Ausdruck des anhaltenden weltweiten wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der auf die Schockwellen vom vergangenen Frühjahr folgte, nachdem die Vereinigten Staaten und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen hatten. Hinzu kommt die anhaltende Unterstützung Europas für die Ukraine in deren Krieg gegen Russland. Derzeit wird prognostiziert, dass die weltweite Getreideproduktion in diesem Erntejahr um mindestens 2,5 % gegenüber dem Vorjahr zurückgehen wird, und sie dürfte im Laufe der Aussaat- und Erntezeiten noch weiter sinken. Das weltweite Handelsvolumen mit Düngemitteln ist in diesem Jahr um 20–25 % zurückgegangen, was Landwirte in Afrika und anderswo dazu zwingt, ihre Produktion auf kleinere Anbauflächen zu beschränken, Erträge zu senken und weitere Einsparmaßnahmen zu ergreifen. Schon vor diesem Trend waren 2 Milliarden Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen. Die weltweiten Kraftstoffvorräte wurden in den letzten sechs Monaten stetig abgebaut und nehmen täglich weiter ab. Die Dieselpreise schießen in die Höhe und führen zu einer Krise für die produktiven Sektoren aller Nationen der Welt. In der vergangenen Woche erließen die Gouverneure von 10 US-Agrarstaaten Notverordnungen zur Dieselpreisregulierung, in der Hoffnung, zumindest die Herbsterntezeit zu überstehen. Der Preis für Schwefel – ein wichtiger Rohstoff für die Fertigungsindustrie und die Düngemittelverarbeitung – ist im Vergleich zum Vorjahr um 190 % gestiegen.

Gibt es Ausnahmen von dieser Abwärtsspirale? In Eurasien wurden beispielsweise in aller Eile bilaterale Sofortvereinbarungen getroffen, um Indien mit Düngemitteln aus Russland zu versorgen, Südostasien mit Flugkraftstoff aus China zu beliefern und russisches Getreide über Häfen im Fernen Osten und sogar über den arktischen Hafen Murmansk zu den bedürftigen Orten weltweit zu transportieren – auf einer Strecke von Tausenden von Meilen per Bahn, da der Getreidekorridor am Schwarzen Meer nun geschlossen ist.
Doch die großen westlichen Hauptstädte sind ebenso inkompetent wie unmoralisch – sie weigern sich, die Kriegshandlungen und die Aufrüstung zu beenden. Die Europäische Union plant derzeit in 27 Ländern eine Kürzung der Beihilfen für Landwirte um 20 %, aus „grünen“ Gründen und um EU-Mittel für die Aufrüstung gegen eine angebliche russische Bedrohung umzuschichten. In mehreren europäischen Ländern haben aus Protest erneut Traktorkorsos von Landwirten begonnen. In Washington schießt Präsident Trump in alle Richtungen um sich. Er behauptet, er tue der Welt einen Gefallen, indem er Öl aus Venezuela exportiert – nachdem er dieses Land übernommen und dessen Präsidenten entführt hat.

Möglicherweise wird er die US-Dieselexporte als Wahlkampfmanöver vor den Wahlen im November absenken, was aber im Gegenzug im transatlantischen Raum Chaos auslösen würde. Unter dem Vorwand, US-Rinderzüchter zu unterstützen, ordnete Trump dennoch Rindfleischimporte aus Brasilien an. Seine ICE-Einsatztruppe (Einwanderungsbehörde) ging letzte Woche hart gegen Viehzüchter in Kansas und Oklahoma vor und legte so plötzlich 20 % der US-Rindfleischverarbeitungskapazitäten für mehrere Arbeitsschichten in vier Betrieben im Südwesten von Kansas lahm. Unterdessen verschärft die Trump-Regierung Hunger, Stromausfälle und das Leid von Millionen von Menschen in Kuba und Haiti.
Im Geiste der internationalen Mobilisierung für einen weltweiten Friedens-Notgipfel sind wir alle aufgerufen, diesen Wahnsinn zu stoppen und stattdessen die Agenda für dringende multinationale wirtschaftliche Maßnahmen zum Wohle aller Nationen festzulegen. Zusammenarbeit kann den derzeitigen Zusammenbruch überwinden. Dieses Potenzial zeigt sich in dem Gipfeltreffen der vergangenen Woche zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump, die sich verpflichtet haben, sich bis Jahresende noch zweimal zu treffen. Es ist Zeit für eine Welt der „Partner statt Rivalen“.

Nehmen Sie an der Internationalen Friedenskoalition Nr. 174 teil, zusammen mit Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Pater John Heagle, Direktor von „Priests Against Genocide“ (USA); Mitglied der „Association of U.S. Catholic Priests“; Marcia Merry Baker, Mitherausgeberin für Wirtschaft beim EIR; Mike Calicrate, Rinderzüchter aus Kansas, führender Vertreter der Agrar- und Rancherpolitik, Gründer und Eigentümer von „Ranch Foods Direct“; Jesus Holguin Cazares, Präsident der „Kansas Cattlemen’s Association“; Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS); E. Martin Schotz, Dr. med., Koordinator des „JFK Peace Speech Committee“ (MAPA – Massachusetts Peace Action); Autor von „History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy“; Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei „Solidarité et Progrès“ (SP).


Internationale Friedenskoalition #173, 25.09.2026, 17.00 Uhr

Das Drama, das sich vor der UN-Generalversammlung abspielt

173. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das Drama, das sich vor der UN-Generalversammlung abspielt

Freitag, 25. September 2026, 17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Schließen Sie sich an diesem Freitag um 17:00 Uhr der Internationalen Friedenskoalition an. Diese Woche werden wir von Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana, sowie weiteren Rednern, die noch bekanntgegeben werden, begleitet.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

„Gemäß der ursprünglichen Doktrin vom Menschen als Bestie („Beast Man“), die von Martinisten wie Joseph de Maistre entwickelt wurde, entspringt die Angst vor solchen raubtierhaften Tyrannen nicht der Macht, die sie angeblich repräsentieren, sondern der wilden Irrationalität, wie sie mit römischen Cäsaren wie Caligula oder Nero assoziiert wird; oder jenem Bild der spanischen Inquisition, dass die Martinisten bewunderten.“

So Lyndon LaRouche am 4. Oktober 2003 in einem kurzen Beitrag über Hitler und Schwarzenegger als „Beast Man“. „Die relevante Lehre, die aus der aktuellen Lage im Irak zu ziehen ist“, fuhr LaRouche damals fort, „ist, dass Neokonservative wie die Faschisten Vizepräsident Cheney, Richard Perle, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz usw. nicht gerade Genies sind. Ihre Macht liegt nicht in der Entfaltung ihrer geistigen Fähigkeiten, sondern in ihrem Mangel an Moral oder Rationalität. Ihre Macht liegt in ihrer Bereitschaft, auf eine Weise zu handeln, wie es kein vernünftiger und moralischer Mensch tun würde. Ihre Anziehungskraft beruht ausschließlich auf der Angst, die sie einflößen, weil sie bereit sind, die Rolle zu spielen, die ihnen zugedacht ist – ganz gleich, ob auf der Bühne oder hinter den Kulissen.“

Springen wir in die Gegenwart und das Drama, das sich derzeit in New York während der Hochrangigen Woche der Generalversammlung vom 22. bis 28. September abspielt, bei der fast 130 Staats- und Regierungschefs das Wort ergreifen sollen. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, hat einen Offenen Brief an die versammelten Delegierten gerichtet, in dem sie diese eindringlich aufforderte, sich folgender Herausforderung zu stellen. „Wir erleben gerade das Ende einer fünfhundertjährigen Ära des Kolonialismus. Wenn wir als Menschheit verhindern wollen, dass diese turbulente Übergangsphase in einen neuen Weltkrieg mündet, müssen wir die geopolitische Konfrontation durch ein völlig neues Paradigma ersetzen, nämlich die Vision einer EINEN Menschheit“, erklärte Zepp-LaRouche. „Wir müssen ein völlig neues Paradigma etablieren: Die Idee der einen Menschheit muss an erster Stelle stehen und über alle Partikularinteressen gestellt werden.

Diese UN-Generalversammlung ist der Ort, um das Konzept einer ‚Neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur‘ auf die Tagesordnung zu setzen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss“, fuhr sie fort.

Der erste Staatschef, der traditionsgemäß vor der UN-Generalversammlung sprach, war der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. „Führen bedeutet, die Interessen der Nation mit denen der Menschheit in Einklang zu bringen“, erklärte er. „Diese Generalversammlung … muss sich auf Themen konzentrieren, die für die Zukunft der Menschheit entscheidend sind. Wir sind aufgerufen, uns zwischen Multilateralismus und Unilateralismus, Demokratie und Extremismus, Souveränität und Unterordnung zu entscheiden.“

Auf Lula folgte US-Präsident Donald Trump, der eine klassische, einstudierte „Beast Man“-Darbietung ablieferte. Er drohte, den Iran – und implizit jedes Land, das es wagt, die USA herauszufordern – „auszulöschen“. Mit sorgfältig gewählten Worten, die in den internationalen Medien ausführlich berichtet wurden, erklärte Trump:

„Wird ein Abkommen mit dem Iran geschlossen … oder vernichte ich die Islamische Republik, und zwar schnell, ohne ihnen jemals wieder die Chance zu geben, Menschen und Länder zu töten und zu zerstören? Treibe ich sie in die Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen?“

Trump hatte bereits am 1. April 2026 ähnliche Drohungen gegen den Iran ausgesprochen, als er sagte, er werde „sie zurück in die Steinzeit bringen, wo sie hingehören“. Eine Woche später, am 7. April 2026, schrieb er auf Truth Social: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder auferstehen zu können.“ Da Trumps jüngste Rede vom 22. September 2026 jedoch im Zentrum der Weltbühne, bei der hochrangigen Sitzung der UN-Generalversammlung, gehalten wurde, hat sie jetzt weitaus größeres Gewicht – und ist als Erklärung zur Politik seiner Regierung weitaus gefährlicher – als frühere Drohungen.

Um die einschüchternde Wirkung seines Auftritts zu verstärken, unterzeichnete Trump persönlich das Abkommen zwischen den USA und Grönland am Rande der UN-Generalversammlung unmittelbar nach seiner Rede. Darin erhalten die USA „dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange auf diesem Territorium“, so Trump. Die sogenannte „Raketenabwehr Golden Dome“ steht im Mittelpunkt dieses Abkommens, dessen eigentlicher Zweck in erster Linie offensiv und nicht defensiv ist. Damit können keine russischen „Sarmat“-Interkontinentalraketen und „Avangard“-Hyperschall-Gleitkörper abgefangen werden, falls diese über den Südpol Richtung USA fliegen sollten.

Hinzu kommt die offizielle Ankündigung der USA vor der UN-Generalversammlung, dass sie einseitig Waffen im Weltraum stationieren; die Aussage des Staatssekretärs für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, dass seine Überprüfung der Nuklearpolitik, die den Einsatz taktischer Atomwaffen befürwortet, keiner öffentlichen Kontrolle unterzogen werde. Colby weigert sich, auch nur die Kongressausschüsse zu informieren, die verfassungsrechtlich zur Aufsicht verpflichtet sind. Und schließlich die rasch eskalierenden europäischen Kriegsvorbereitungen gegen Russland.

Während sich das Drama bei den Vereinten Nationen entfaltet, ergibt sich strategisch folgendes Gesamtbild: Das transatlantische Finanzestablishment hat einen Kurs eingeschlagen, der kurzfristig zu einer thermonuklearen Konfrontation mit Russland und China führt – und zu einer „schacht’schen“ Ausplünderung der Weltwirtschaft, um diesen Kriegskurs zu ermöglichen.

Am heutigen 24. September wird Trump mit Chinas Präsident Xi Jinping zusammentreffen, der sich sicherlich bemühen wird, diesen Kurs zu ändern. Gleichzeitig baut die globale Mehrheit systematisch eine Welt auf, die auf radikal anderen Prinzipien der Zusammenarbeit und der Achtung der Souveränität basiert.

Warum sollten wir oder unsere Freunde und Nachbarn uns weiter terrorisieren lassen? Wir können dazu beitragen, die USA und Europa von ihrem derzeitigen Kurs abzubringen und in eine Zusammenarbeit mit der „Globalen Mehrheit“ zu führen!


Aufruf an Papst Leo XIV., einen Weltgipfel zu organisieren, um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abrüstung anzugehen

Der folgende Offene Brief an Papst Leo XIV. wurde am 19. August auf der Substack-Seite von Nuclear Insanity veröffentlicht. Wenn Sie den Brief unterzeichnen wollen, füllen Sie bitte dieses Google Formular aus.

Sollten Sie kein Google- Konto haben, senden Sie bitte eine Email an fragen@schiller-institut.de, geben Sie Ihren vollständigen Namen und die Institution, die Sie vertreten an.
Wir werden Ihre Daten an die Initiatoren weiterleiten.

Wir appellieren an Sie, Papst Leo, als die führende Persönlichkeit, die sich mehr als alle anderen bemüht, für die ganze Menschheit zu sprechen, statt nur für bestimmte Nationen, Religionen oder Wählergruppen, einen internationalen Notgipfel einzuberufen, um die Welt von ihrem derzeitigen Kriegskurs und einer potentiellen nuklearen Katastrophe abzubringen und um die größten Krisen, denen die Menschheit heute gegenübersteht, friedlich zu lösen. Eine solche Initiative stünde im Einklang mit Ihren wiederholten Aufrufen zu Frieden und Gerechtigkeit seit Ihrem Amtsantritt als Papst – Aufrufe, die Millionen, wenn nicht Milliarden von Menschen auf unserem Planeten inspirieren und ihnen Hoffnung geben.

Am 10. Juni 2025 veröffentlichte die damalige Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste der USA (DNI), Tulsi Gabbard, ein kurzes aber erschreckendes Video, das mit Bildern von Hiroshima begann und in dem sie warnte: „Wir sind dem Abgrund der nuklearen Vernichtung näher als je zuvor“ und „Kriegstreiber aus der politischen Elite schüren leichtfertig Angst und Spannungen zwischen den Atommächten“. Gabbard schloß: „Es liegt an uns, dem Volk, uns zu Wort zu melden und ein Ende dieses Wahnsinns zu fordern. Wir müssen diesen Marsch in den Atomkrieg ablehnen und auf eine Welt hinarbeiten, in der niemand in Angst vor einem atomaren Holocaust leben muß.“

Am 20. Oktober 2025 warnte der Leiter des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin: „Die Welt erlebt derzeit den fragilsten Moment für die internationale Sicherheit seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Naryschkin fuhr fort: „Unsere gemeinsame und vielleicht wichtigste Aufgabe ist es, sicherzustellen, daß die Anpassung an die neue Realität ohne einen großen Krieg vonstattengeht, wie es in früheren historischen Phasen der Fall war.“ Inzwischen ist es viele Monate her, seit diese beiden Geheimdienstchefs Alarm schlugen, und wir sind der nuklearen Vernichtung nur noch näher gekommen – viel näher.

Als Gabbard und Naryschkin diese Warnungen äußerten, tobte der Krieg in der Ukraine, Israel verübte seinen Völkermord im Gazastreifen, und die Spannungen zwischen China und den USA um Taiwan und das Südchinesische Meer waren hoch. Seitdem ist der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hinzugekommen, und die Gefahr eines Dritten Weltkriegs ist damit exponentiell gewachsen.

Es tauchen immer wieder Anzeichen dafür auf, daß Regierungen für eine solche Eventualität planen, obwohl wir seit mehr als vier Jahrzehnten wissen, daß selbst ein begrenzter Atomkrieg – geschweige denn ein großer – weltweit unvorstellbare Schäden auslösen kann, darunter einen nuklearen Winter, der alles Leben auf unserem Planeten vernichten könnte. Am 20. August 2024 veröffentlichte die New York Times einen Artikel auf der Titelseite, in dem gewarnt wurde, daß sich die USA auf einen gleichzeitigen Atomkrieg an drei Fronten gegen Rußland, China und Nordkorea vorbereiteten. Am selben Tag berichtete das Bulletin of the Atomic Scientists, daß immer mehr Nuklearstrategen überzeugt sind, ein Atomkrieg könne geführt und gewonnen werden, womit sie die jahrzehntelange Erkenntnis, daß ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf, faktisch auf den Kopf stellen.

Im November 2024 erklärte der US-Admiral Thomas Buchanan, die USA bereiteten sich darauf vor, einen Atomkrieg zu führen und zu gewinnen und dabei genügend Atomwaffen in Reserve zu halten, um ihre globale Vorherrschaft auch danach aufrechterhalten zu können.

Vor kurzem hat der politische Chef des US-Verteidigungsministeriums, Elbridge Colby, die Notwendigkeit erörtert, dass die USA zusätzlich zum Einsatz von Truppen aus Südkorea und Japan auch taktische Atomwaffen einsetzen müssten, falls es zwischen den USA und China zu Kämpfen um die Taiwanstraße kommen sollte.

Nicht nur die Experten der Weltuntergangsuhr des Bulletin of the Atomic Scientists sind der Ansicht, daß sich die Welt immer mehr der nuklearen Vernichtung nähert. Und zusätzlich zu den Drohungen der USA haben mehrere einflußreiche russische Politiker Wladimir Putin dazu aufgefordert, Atomwaffen einzusetzen, um die Ukraine zu besiegen.

Wir, die Unterzeichner aus aller Welt, halten den Zeitpunkt für günstig, einen internationalen Notgipfel einzuberufen, der sich mit den großen Konflikten in der Welt befaßt, und mit der Notwendigkeit, dem nuklearen Abgrund zu entkommen. Rußland steckt seit fast fünf Jahren in der Ukraine fest. Auch wenn Rußland unter hohen Kosten weiterhin schrittweise Geländegewinne erzielt, ist die Lage an der Front weitgehend ins Stocken geraten, und beide Seiten fügen durch ihren Drohnen- und Raketenkrieg der Energieinfrastruktur und der Schifffahrt erheblichen Schaden zu, was zu globalen Energie- und Nahrungsmittelengpässen führt und innerhalb wie außerhalb beider Länder Leid verursacht. Wenn die von der NATO unterstützte Ukraine immer weiter Rußlands rote Linien überschreitet, kann und will Putin dann die russischen Falken noch eindämmen?

Gleichzeitig finden die USA keinen diplomatischen Ausweg aus ihrem Krieg gegen den Iran, der seinerseits keinerlei Anstalten macht, den USA zu erlauben, die Krise zu beenden, die sie und Israel durch den Angriff auf den Iran ausgelöst haben. Während China darauf besteht, daß die Einheit mit Taiwan seine ultimative rote Linie ist, würde jeder in der Region davon profitieren, wenn sich die Spannungen legen und Ressourcen in Entwicklung – im Sinne von Chinas Gürtel- und Straßen-Initiative – statt in Kriegshandlungen fließen würden.

Dieser letzte Punkt sollte universell gelten. Es ist schmerzlich zu sehen, wie viele Nationen Ressourcen aus Ernährung, Wohnen, Bildung und Gesundheit in die Aufrüstung ihrer Streitkräfte umleiten. Das gilt ganz besonders für Nordamerika, Europa und Asien, wo Gespräche über friedliche Konfliktlösungen dem Gerede über Kriegsvorbereitungen weichen müssen.

Wie Sie selbst vor einigen Monaten weise und eindringlich betont haben: „Ich habe mehr als einmal den eindringlichen Appell wiederholt, den der heilige Paul VI. an die Vollversammlung der Vereinten Nationen richtete – Was mich verbindet, so bemerkte mein verehrter Vorgänger, ist ein Pakt, besiegelt ‚mit einem Eid, der die zukünftige Geschichte der Welt verändern soll: Nie wieder Krieg, nie wieder Krieg! Es ist der Frieden, der Frieden, der das Schicksal der Nationen der gesamten Menschheit leiten muß‘! Gerade im Atomzeitalter muß sich die Wahrheit durchsetzen: Nicht Atomwaffen schaffen Frieden, sondern Abrüstung. Diese Wahrheit, die in vergangenen Jahrzehnten, als wir eine nukleare Deeskalation erlebten, klar zu sein schien, wurde durch einen Rüstungswettlauf verdeckt, der heute Angst und Schrecken verbreitet.“

Es war in der Tat Papst Paul VI., der erste Papst, der im Oktober 1965 vor den Vereinten Nationen sprach und in dieser außergewöhnlichen Ansprache Präsident Kennedy zitierte: „Die Menschheit muß dem Krieg ein Ende setzen, sonst wird der Krieg der Menschheit ein Ende setzen.“ Er zitierte das Buch Jesaja: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Sicheln.“ In seiner Enzyklika Populorum Progressio von 1967 betonte Papst Paul VI.: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden.“

Auch andere Päpste haben in Krisenzeiten mutige Initiativen ergriffen, um die Menschheit zu retten. Im Oktober 1962 plädierte Papst Johannes XXIII. für eine friedliche Lösung der Kubakrise und trug dazu bei, sowohl Präsident Kennedy als auch Generalsekretär Chruschtschow eine Möglichkeit zu bieten, das Gesicht zu wahren und die Krise diplomatisch statt militärisch zu lösen – zu einem Zeitpunkt, als ein Krieg unmittelbar bevorzustehen schien. Ein ähnliches Unterfangen könnte heute Erfolg haben, in einer Situation, in der die beiden großen Konflikte der Welt scheinbar unüberwindbar festgefahren sind.

Das gleiche gilt für das nukleare Wettrüsten, wo die neun Atommächte ihre Arsenale nicht nur modernisieren, sondern auch ausbauen – nach Jahrzehnten vernünftiger, wenn auch viel zu langsamer Abrüstung. Und zum ersten Mal seit Jahrzehnten sind die beiden großen nuklearen Rivalen durch keine Verträge zur nuklearen Rüstungskontrolle mehr gebunden. Andere Länder und Gebiete, darunter Japan, Südkorea, Polen, Saudi-Arabien, Taiwan und die Ukraine, diskutieren über die Anschaffung eigener Atomwaffen, was die Welt nur zu einem noch größeren nuklearen Pulverfaß machen würde.

Ein päpstlicher Aufruf zu einem Krisengipfel, um die aktuellen Kriege zu beenden und die Tendenz zu Kriegen und Atomwaffen umzukehren, könnte den Regierungen der Welt die Chance für einen Kurswechsel bieten, weg von der derzeitigen Entwicklung zu einem Atomkrieg, der die Erde zerstört. Wir bitten Sie, Papst Leo, dringend, Ihre einzigartige moralische Autorität zu nutzen, um ein solches Treffen der Staats- und Regierungschefs der Welt, einschließlich der Staatschefs der drei wichtigsten Atommächte, einzuberufen, damit sie zusammenkommen und auf die Bitten der Menschheit reagieren, unsere Welt in eine grundlegend andere Richtung zu lenken, bevor es zu spät ist.

Erstunterzeichner:

  • Peter Kuznick, Professor für Geschichte und Direktor des Nuclear Studies Institute, American University, Washington
  • Jack Gilroy, Pax Christi New York State Council; Veterans for Peace; Ban Killer Drones; Internationale Friedenskoalition des Schiller-Instituts
  • Ivana Nicolic Hughes, Präsidentin der Nuclear Age Peace Foundation, Senior-Dozentin für Chemie an der Columbia University (NYC)
  • Naledi Pandor, ehemalige Ministerin für internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, Südafrika (2019-2024)
  • S.E. Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana, 2011–2015
  • Richard Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University; ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten; Vizepräsident der Nuclear Age Peace Foundation
  • Chandra Muzaffar, islamischer Reformer und Aktivist, Präsident der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST); Koordinatorin von SHAPE (Save Humanity and Planet Earth)
  • Kathy Kelly, Pax-Christi-Friedenslehrerin 1998; Vorstandsvorsitzende von „World Beyond War“
  • David Swanson, Geschäftsführer von „World Beyond War“; Autor von „War is Still a Lie“
  • Marjorie Cohn, emeritierte Professorin an der Thomas-Jefferson-Rechtsfakultät; Dekanin der People’s Academy of International Law
  • Bandy X. Lee, Präsidentin der World Mental Health Coalition; Mitbegründer von „Preventing Violence Now“
  • James C. Cobey, Gründer von „Health Volunteers Overseas“; Mitglied des Lenkungsausschusses von „Voices from the Holy Land“; Mitglied des Internationalen Komitees zum Verbot von Landminen (ICBLM), das 1997 den Friedensnobelpreis erhielt
  • Dr. Mohammad A. Toor, Vorsitzender des Kuratoriums des Pakistani American Congress; Präsident der „American Pakistani Physicians for Justice & Democracy“; Vorsitzender der „American Muslim Alliance“
  • Ann Wright, Oberst der US-Armee (a. D.) und ehemalige US-Diplomatin (die im März 2003 aus Protest gegen den US-Krieg gegen den Irak zurücktrat); Mitglied bei „Veterans for Peace“, „World Beyond War“, „CODEPINK“ und „Hawaii Peace and Justice“
  • Susan Schnall, Präsidentin von „Veterans for Peace“ (USA)
  • Norman Solomon, nationaler Direktor von „Roots Action“; Autor
  • Martin Sheen, mit Golden Globe und Emmy ausgezeichneter Schauspieler; Pax Christi „Teacher of the Year“ (1999)
  • Setsuko Thurlow, Überlebende des Atombombenabwurfs auf Hiroshima; Friedensnobelpreisträgerin; Trägerin des Order of Canada
  • Glenn Diesen, Professor an der University of South-Eastern Norway
  • Frida Stranne, Professorin und Expertin für Außenpolitik, Schweden
  • Ray McGovern, Mitbegründer von Veteran Intelligence Professionals for Sanity
  • Helga Zepp-LaRouche, Gründerin Schiller-Institut, Initiatorin Internationale Friedenskoalition


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Aufgabe der UNO: Vision der Einen Menschheit schaffen

Mittwoch, 23. September 2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

An die Staatschefs und Delegationen, die an der UN-Vollversammlung im September 2026 teilnehmen

Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche

Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, veröffentlichte den folgenden Offenen Brief, der an die Teilnehmer der UN-Vollversammlung in New York, die heute zusammentritt, verteilt wird.

Diese Institution, die Vollversammlung der Vereinten Nationen, mag zwar nicht perfekt und reformbedürftig sein, doch stellt sie in dieser Zeit extremer Krise nach wie vor die wichtigste Institution dar, in der Vertreter der gesamten Menschheit zusammenkommen, um existenzielle Probleme anzugehen.

Diesmal findet die UN-Vollversammlung zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Existenz der menschlichen Gattung in großer Gefahr ist. Zwei regionale Kriege, der Krieg in der Ukraine und der Krieg gegen den Iran, drohen beide, zu umfassenderen regionalen Konflikten und sogar zu einem globalen Atomkrieg zu eskalieren. Mehrere hochrangige Militärexperten warnen, dass wir uns in einer Situation befinden, die gefährlicher ist als während der Kubakrise.

In jüngster Zeit ist in den Vereinigten Staaten und Großbritannien eine offene Diskussion über den möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen entbrannt, ja sogar über die Vorstellung, ein „begrenzter Atomkrieg“ könne geführt und gewonnen werden. Jeder, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, weiß, dass es so etwas wie einen taktischen Atomkrieg nicht gibt, denn schon der Einsatz einer einzigen sogenannten taktischen Atomwaffe würde innerhalb weniger Tage zu einem umfassenden globalen Atomkrieg eskalieren, der zur Auslöschung der Menschheit führen würde.

Im Laufe der letzten fünfunddreißig Jahre, nach dem Ende des Kalten Krieges, hat die Welt den Übergang von dem gescheiterten Versuch, eine unipolare Welt zu etablieren, hin zu einer sich entfaltenden Multipolarität durchlaufen, die jedoch nach wie vor von der Logik der Geopolitik bestimmt wird. Geopolitik basiert auf der Vorstellung, eine Nation oder eine Gruppe von Nationen habe ein legitimes Interesse, das sie einer anderen Nation oder Gruppe von Nationen aufzwingen könne.

Gleichzeitig erleben wir das Ende einer fünfhundertjährigen Ära des Kolonialismus. Wenn wir als Menschheit verhindern wollen, dass diese turbulente Übergangsphase in einen neuen Weltkrieg mündet, müssen wir die geopolitische Konfrontation durch ein völlig neues Paradigma ersetzen: die Vision der EINEN Menschheit. Es ist dieselbe Frage, die bereits zur Zeit der jungen amerikanischen Republik in den Federalist Papers diskutiert wurde: Kann sich die Menschheit selbst regieren?

Soll diese Frage im Zeitalter der thermonuklearen Waffen bejaht werden, müssen wir ein völlig neues Paradigma etablieren: Die Idee der „EINEN Menschheit“ muss an erster Stelle stehen und über alle Partikularinteressen gestellt werden.

Diese UN-Vollversammlung ist der richtige Ort, um das Konzept einer „Neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ auf die Tagesordnung zu setzen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf diesem Planeten berücksichtigen muss. Die vier von China vorgelegten globalen Initiativen – insbesondere aber die Initiative zur globalen Governance – stellen einen sehr praktischen Ansatz dar, um die Grundlage für ein solches neues Paradigma zu schaffen.

Mögen der „Geist von Bandung“, der „Geist von Shanghai“ und der Geist von Beethovens Neunter Symphonie, wonach alle Menschen Brüder sein sollen, Ihre Inspiration sein!

Mit freundlichen Grüßen,

Helga Zepp-LaRouche,

Gründerin des Schiller-Instituts


An die Staatschefs und Delegationen, die an der UN-Vollversammlung im September 2026 teilnehmen

Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche

Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, veröffentlichte den folgenden Offenen Brief, der an die Teilnehmer der UN-Vollversammlung in New York, die heute zusammentritt, verteilt wird.

Diese Institution, die Vollversammlung der Vereinten Nationen, mag zwar nicht perfekt und reformbedürftig sein, doch stellt sie in dieser Zeit extremer Krise nach wie vor die wichtigste Institution dar, in der Vertreter der gesamten Menschheit zusammenkommen, um existenzielle Probleme anzugehen.

Diesmal findet die UN-Vollversammlung zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Existenz der menschlichen Gattung in großer Gefahr ist. Zwei regionale Kriege, der Krieg in der Ukraine und der Krieg gegen den Iran, drohen beide, zu umfassenderen regionalen Konflikten und sogar zu einem globalen Atomkrieg zu eskalieren. Mehrere hochrangige Militärexperten warnen, dass wir uns in einer Situation befinden, die gefährlicher ist als während der Kubakrise.

In jüngster Zeit ist in den Vereinigten Staaten und Großbritannien eine offene Diskussion über den möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen entbrannt, ja sogar über die Vorstellung, ein „begrenzter Atomkrieg“ könne geführt und gewonnen werden. Jeder, der sich mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, weiß, dass es so etwas wie einen taktischen Atomkrieg nicht gibt, denn schon der Einsatz einer einzigen sogenannten taktischen Atomwaffe würde innerhalb weniger Tage zu einem umfassenden globalen Atomkrieg eskalieren, der zur Auslöschung der Menschheit führen würde.

Im Laufe der letzten fünfunddreißig Jahre, nach dem Ende des Kalten Krieges, hat die Welt den Übergang von dem gescheiterten Versuch, eine unipolare Welt zu etablieren, hin zu einer sich entfaltenden Multipolarität durchlaufen, die jedoch nach wie vor von der Logik der Geopolitik bestimmt wird. Geopolitik basiert auf der Vorstellung, eine Nation oder eine Gruppe von Nationen habe ein legitimes Interesse, das sie einer anderen Nation oder Gruppe von Nationen aufzwingen könne.

Gleichzeitig erleben wir das Ende einer fünfhundertjährigen Ära des Kolonialismus. Wenn wir als Menschheit verhindern wollen, dass diese turbulente Übergangsphase in einen neuen Weltkrieg mündet, müssen wir die geopolitische Konfrontation durch ein völlig neues Paradigma ersetzen: die Vision der EINEN Menschheit. Es ist dieselbe Frage, die bereits zur Zeit der jungen amerikanischen Republik in den Federalist Papers diskutiert wurde: Kann sich die Menschheit selbst regieren?

Soll diese Frage im Zeitalter der thermonuklearen Waffen bejaht werden, müssen wir ein völlig neues Paradigma etablieren: Die Idee der „EINEN Menschheit“ muss an erster Stelle stehen und über alle Partikularinteressen gestellt werden.

Diese UN-Vollversammlung ist der richtige Ort, um das Konzept einer „Neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ auf die Tagesordnung zu setzen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf diesem Planeten berücksichtigen muss. Die vier von China vorgelegten globalen Initiativen – insbesondere aber die Initiative zur globalen Governance – stellen einen sehr praktischen Ansatz dar, um die Grundlage für ein solches neues Paradigma zu schaffen.

Mögen der „Geist von Bandung“, der „Geist von Shanghai“ und der Geist von Beethovens Neunter Symphonie, wonach alle Menschen Brüder sein sollen, Ihre Inspiration sein!

Mit freundlichen Grüßen,

Helga Zepp-LaRouche,

Gründerin des Schiller-Instituts


Am Rande eines großen Krieges in Südwestasien

Bericht vom 172. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 172. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. September begann mit einem Lageüberblick von Dennis Small, IPC-Co-Moderator und Iberoamerika-Redakteur von Executive Intelligence Review. Er betonte, US-Präsident Trump sei trotz seiner großspurigen Äußerungen nicht Herr seines Schicksals. Angesichts der Sperrung der Straße von Hormus und der Meerenge von Bab al-Mandab steuere die Welt auf einen riesigen wirtschaftlichen Schock zu, den Trump nicht verhindern kann. Es sei Trump auch nicht gelungen, die BRICS und den Wandel hin zu einer multipolaren Welt aufzuhalten, wie man auf der jüngsten BRICS-Konferenz in Neu-Delhi sehen konnte. Trumps Regierung habe bekanntgegeben, daß sie Waffen im Weltraum stationiert hat, und sie diskutiert über einen möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen, weil er immer noch hofft, den Rest der Welt einzuschüchtern.

Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Genozidforschung an der renommierten Brown University im US-Staat Rhode Island, erläuterte, Völkermord sei ähnlich wie Krieg als „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ eingesetzt worden, und führte einige historische Beispiele dafür an. Seit mit der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (CPPCG) 1948 die Ablehnung von Genozid im Völkerrecht verankert wurde, gebe es eine gewisse Abschreckung, aber die Straffreiheit, mit der Israel seinen Völkermord im Gazastreifen verübt, drohe die Welt in die Zeit davor zurückzuversetzen.

Sowohl die palästinensische Hamas als auch das israelische Regime hätten bewußt gewaltsame Reaktionen provoziert, um bestimmte Ziele zu erreichen, und beide seien damit erfolgreich – allerdings zu einem hohen Preis. Die Hamas habe die Aufmerksamkeit der Welt auf die Notlage der Palästinenser gelenkt, auf Kosten von Zehntausenden Menschenleben. Das israelische Regime wolle im Westjordanland eine neue Intifada provozieren, die dort als Vorwand für einen weiteren Völkermord dienen würde, um die ethnische Säuberung und Annexion zu beschleunigen.

Harley Schlanger, Präsident der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO), lobte Bartovs Vortrag und dessen neues Buch Israel: What Went Wrong? („Israel: Was ist falsch gelaufen?“) Die Einführung einer Verfassung in Israel sei immer wieder aufgeschoben worden, statt dessen wurde 2018 ein „Grundgesetz“ beschlossen, das Israel als „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes“ definiert, womit die Apartheid institutionalisiert wurde, wie Bartov in seinem Buch beschreibt. Schlanger erklärte, anstatt sich auf negative Anreize wie Sanktionen zu konzentrieren, um Israel zu einer Verhaltensänderung zu zwingen, sollte die Welt positive Anreize wie Lyndon LaRouches „Oasenplan“ für wirtschaftliche Entwicklung fördern, der beiden Konfliktparteien zugute käme.

Der Friedensaktivist Jonathan Kuttab ist ein palästinensisch-amerikanischer Christ, Leiter der „Friends of Sabeel North America“ und Mitbegründer von „Nonviolence International“. Er brachte zunächst seine Wertschätzung für die IPC-Treffen zum Ausdruck und lobte besonders deren globalen Charakter und die Vielfalt der Teilnehmer. Dann befaßte er sich mit der verbreiteten Leugnung des Völkermords in Gaza. Gewöhnlich sei es in Gerichtsverfahren wegen Völkermords das schwierigste, Vorsatz nachzuweisen, aber im Falle Israels sei es sehr leicht, den Vorsatz zu dokumentieren. Menschen und Regierungen im Westen, die den Genozid leugnen, wollten damit ihre Mitschuld verbergen. Durch die Straffreiheit für Israel drohe die Gefahr, daß Völkermord wieder Normalität wird, wie Bartov warnte, eine Rückkehr zur Welt vor der Völkermordkonvention. In dem Zusammenhang seien die Angriffe auf die internationalen Gerichte und auf das Völkerrecht an sich besonders schockierend.

Bartov meldete sich zu Wort und wandte sich gegen die Idee der Zweistaatenlösung: „Die Vorstellung von zwei getrennten Staaten mit einer Mauer dazwischen ist eine Fantasie.“ Er lobte die Organisation „A Land for All“, die sich für einen Plan einsetzt, der zwei souveräne Staaten, Israel und Palästina, innerhalb einer einzigen gemeinsamen Heimat vorsieht, mit offenen Grenzen und gemeinsamen Institutionen statt einer strikten Trennung. Er sagte, vielen Menschen falle es schwer, sich mit der Tatsache abzufinden, daß ausgerechnet Israel, das sich der Welt als Zufluchtsort für Opfer des Holocaust präsentierte, nun selbst einen Holocaust begehen könnte. Aber nun habe Israel den Bogen überspannt und sei in seiner Straffreiheit zu weit gegangen, was den Menschen weltweit die Augen öffne.

Small ging ebenfalls auf das Thema Verleugnung ein und erklärte, die Menschen wollten sich der Wahrheit nicht stellen, weil sie keine Lösung sehen und die Realität deshalb für sie zu schmerzhaft ist. Den größten Schaden hätten diejenigen, die offenen Auges den Völkermord tolerieren, mehr noch als die Opfer selbst. Small stellte das humane Menschenbild des chinesischen Konfuzianismus dem barbarischen Menschenbild von Thomas Hobbes mit seinem „Krieg aller gegen alle“ gegenüber. Er erinnerte auch daran, daß der Zionismus weitgehend ein Projekt des Britischen Empire war.

Beatriz Bissio ist außerordentliche Professorin für Vergleichende Geschichte an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro in Brasilien. Sie beschrieb zunächst ihre langjährige Tätigkeit beim Third World Journal, in deren Rahmen sie ausführlich über Palästina berichtete und den Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat interviewte. Anschließend befaßte sie sich ausführlich mit der jüngsten BRICS-Konferenz in Indien. Der Erfolg des Gipfels sei alles andere als garantiert gewesen, nicht zuletzt wegen der freundschaftlichen Beziehungen des indischen Premierministers Modi zu Israel, tatsächlich sei das Treffen aber ein großer Erfolg geworden. Besonders wichtig sei das Treffen zwischen Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande gewesen, mit der denkwürdigen Formel: „Wir sind Partner und keine Rivalen.“ Die Konferenz sei insgesamt von „Diplomatie, Dialog und dem geduldigen Aufbau von Konsens“ geprägt gewesen, auch wenn nicht bei allen Themen Einstimmigkeit herrschte. Bissio sieht in dem Gipfel Grund zum Optimismus, trotz all der grausamen Realitäten, mit denen sich die IPC befaßt. Die BRICS hätten auch auf die Bandung-Konferenz von 1955 verwiesen, ein wegweisendes Treffen von 29 asiatischen und afrikanischen Staaten; es sei ein Grundstein für die BRICS gewesen, die heute als die „Erben von Bandung“ gelten können.

Diskussion

Auf die Frage eines Teilnehmers, warum die arabischen Staaten den Palästinensern nicht helfen, antwortete Kuttab, die arabischen Staaten seien keine Demokratien und ignorierten die Wünsche ihrer Bevölkerung, außerdem hätten sie Angst vor den Israelis. Schlanger warf ein, der Iran sei dabei eine Ausnahme, und das sei auch der Grund für den Krieg gegen das Land.

Eine deutsche Teilnehmerin sagte, Deutschland habe eine besondere Verantwortung, sich gegen den Völkermord im Gazastreifen zu stellen, weil es sich unter den Nazis selbst des Völkermords schuldig machte. Sie dankte Schlanger dafür, daß er die Rolle Großbritanniens beim Zionismus ansprach. Sie wies auch auf die Bedeutung der Kontroverse um den amerikanischen Rap-Star Macklemore hin, der hart angegriffen wurde, weil er Palästina auf offener Bühne unterstützte. Seine Worte dabei seien wunderschön gewesen.

Ulf Sandmark, Leiter des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete über die Lage in seinem Land, wo gerade Wahlen stattfanden, und über die Aktivitäten seiner Organisation, die dazu beitragen, eine Antikriegskoalition unter Oppositionsparteien aufzubauen.

Small kam noch einmal auf die Verzweiflung der anglo-amerikanischen Eliten zurück, die um jeden Preis ihre unipolare Welt bewahren wollen, bis hin zu Plänen, Atomwaffen einzusetzen. Israel sei wie ein „Paket Dynamit“, das im Dienste dieses unipolaren Wunschtraums jederzeit gezündet und dabei selbst zerstört werden könnte.

Ein Journalist fragte Kuttab nach der „sklavischen Ergebenheit“ US-amerikanischer Politiker gegenüber dem israelischen Regime. Er antwortete, dahinter steckten noch umfassendere Interessen; dieselben Politiker würden Israel den Wölfen zum Fraß vorwerfen, wenn es vorteilhaft erscheine. Unterdessen gebe es aber einen wichtigen Wandel in den USA, insbesondere unter jungen Menschen und vielen Juden, die über Israels Handeln entsetzt sind. Er prognostizierte, letztendlich würden die USA ihre schützende Hand über Israel zurückziehen, damit werde es sich abfinden müssen.

Zum Abschluß kam Schlanger noch einmal auf die Bedeutung der Arbeit der IPC zurück. Sie solle den Menschen dabei helfen, „aus der axiomatischen Struktur ihres Denkens auszubrechen“ und die Gehirnwäsche durch die traditionellen Medien zu überwinden. Das heutige Treffen sei eine tiefgehende Diskussion gewesen, die „solche Fragen an der Wurzel packt“.            eir


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