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Amerika zehrt sich selbst aus

Bericht vom 163. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 163. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) am 17. Juli begann mit einem Überblick über die Weltlage von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC. Die Vereinigten Staaten hätten bereits den sechsten Tag in Folge den Iran massiv bombardiert und dabei zivile Infrastruktur ins Visier genommen. Der Iran antworte darauf mit Angriffen auf US-Stützpunkte und habe die Huthi im Jemen aufgerufen, die Meerenge von Bab al-Mandab am Roten Meer – eine weiterer wichtiger Engpaß neben der Straße von Hormus – zu sperren. Dies könne die Welt schon im August in „eine Depression, eine Hungerkatastrophe und eine Energiekrise“ stürzen, warnte Zepp-LaRouche.

In Europa „haben die Ukrainer begonnen, russische Einrichtungen am Schwarzen Meer massiv anzugreifen, und als Vergeltungsmaßnahme hat Rußland begonnen, Häfen in der Region Odessa zu treffen, was massive Auswirkungen auf Getreide, Öl und Düngemittel hat“. Das sei eine Bedrohung für die weltweite Nahrungsmittelversorgung, weil allein Rußland schon über 10% der weltweiten Getreideexporte liefere.

Zepp-LaRouche verurteilte die wahnwitzige Entscheidung Deutschlands, von den USA Tomahawk-Marschflugkörper zu kaufen und auf deutschem Boden zu stationieren. Damit stünden wir vor einer Wiederholung der Mittelstreckenraketenkrise der 1980er Jahre.

In Amerika sei Präsident Trump „zunehmend delirierend“, wie man an seiner jüngsten Fernsehansprache sehe, in der er behauptete, China hätte 2020 rund 220 Millionen Datensätze über US-Wähler gestohlen.

Diesem düsteren Bild stünden einige positive Entwicklungen entgegen. Rußland, China und der Vatikan arbeiteten daran, Mißbrauch künstlicher Intelligenz (KI) einzudämmen. Rußland und China hätten vereinbart, zu diesem Zweck eine Weltorganisation für Zusammenarbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Sitz in Shanghai zu gründen. In ähnlicher Weise hätten sich 30 Nobelpreisträger und führende Experten bei einem dreitägigen Treffen in der Sommerresidenz von Papst Leo XIV. im italienischen Castel Gandolfo auf die „Römische Erklärung zu Atomwaffen und KI“ geeinigt.

Unterdessen hätten in den USA 104 Kongreßabgeordnete für die Streichung der Finanzhilfen für Israel gestimmt. Auch wenn das nicht ausreichte, um den Änderungsantrag zu verabschieden, sei das sehr wichtig, weil es das erste Mal war, daß sich eine größere Zahl von Abgeordneten den Wünschen der Israel-Lobby widersetzte.

Jack Gilroy ist regelmäßiger IPC-Teilnehmer und aktiv bei Veterans for Peace, Pax Christi im Staat New York und Pax Christi International. Er gab einen aktuellen Bericht über die Initiative, die Diplomatie von Papst Johannes XXIII. während der Kubakrise im Oktober 1962 nachzuahmen, als der Papst als Vermittler zwischen US-Präsident Kennedy und dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow fungierte und dazu beitrug, eine Situation zu entschärfen, in der die Welt kurz vor einem Atomkrieg stand.

Nahrungsmittelkrise

Joe Maxwell war Vizegouverneur von Missouri, Rechtsanwalt und Offizier der Nationalgarde von Missouri und ist ein führender Vertreter der Landwirte-Organisationen Farm Action und Farm Action Fund. Er würdigte zunächst das Schiller-Institut und die IPC für ihre wichtige Arbeit seit nunmehr 163 Wochen. Dann gab er einen umfassenden Bericht über die negativen Folgen der Kriege in der Ukraine und im Iran für Amerikas Landwirte und ländliche Gemeinden – zusätzlich zu einer ohnehin schon schwierigen Lage für unabhängige Familienbetriebe. In den USA gingen täglich 63 kleine und mittelgroße landwirtschaftliche Betriebe verloren, während gleichzeitig viele Familien im Land Schwierigkeiten haben, Lebensmittel noch zu bezahlen. Vier Konzerne teilten sich 85% des US-Rindfleischmarkts. Maxwell legte ähnliche Statistiken für andere Erzeugnisse vor. Die Kosten für die Landwirte in den USA seien stark gestiegen, so haben sich die Düngemittelpreise verdoppelt und Diesel ist 40% teurer geworden. Wegen der Kriege und der Monopolpolitik der internationalen Agrarkonzerne hätten Amerikas Landwirte in diesem Jahr Verluste in Höhe von 31 Milliarden Dollar.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare zählte die Engpässe auf, die jetzt die ganze Weltwirtschaft gefährden: die Straße von Hormus, die Straße von Bab al-Mandab am Roten Meer, die Übernahme Albaniens an der Adria durch die „Epstein-Klasse“ sowie die Angriffe der Ukraine auf russische Schifffahrtsrouten im Schwarzen Meer. Während sich diese Gefahren immer mehr verschärften, würden die Vereinigten Staaten von einem „hirnlosen, bösartigen Narzißten“ im Weißen Haus geführt. Die Weltwirtschaft nutze derzeit noch das Öl, das vor der Sperrung der Straße von Hormus auf den Meeren unterwegs war, sodaß die Folgen der Sperrung erst verzögert eintreten, doch bald werde man die vollen Auswirkungen zu spüren bekommen.

Ein entscheidender Schauplatz sei der Kampf um das Verteidigungsbudget 2027 (National Defense Authorization Act, NDAA) im Kongreß in Washington. Der Republikaner Thomas Massie und der Demokrat Ro Khanna hätten beantragt, den mittlerweile berüchtigten Abschnitt 219, der Militär und Nachrichtendienste der USA und Israels faktisch verschmelzen soll, aus dem NDAA zu streichen, und Sare unterstützt ihren Vorstoß. Sie berichtete, wie der Abgeordnete Adam Smith Massies Antrag, geplante 3,3 Milliarden Dollar Militärhilfe an Israel zu streichen, zunächst ablehnte, dann aber zustimmte. Das sei der Beweis dafür, wie sich der Kongreß ändern kann, um auf die Wünsche der Wähler einzugehen.

Zepp-LaRouche fragte Maxwell, welche verzögerten Auswirkungen der weltweite Engpaß bei Düngemitteln habe. Er antwortete, wenn die Versorgung mit Stickstoffdünger ausfalle, dauere es etwa ein Jahr, bis höhere Preise und Engpässe eintreten. Die Folge davon seien weniger Nahrungsmittel und verbreiteter Hunger. Co-Moderator Dennis Speed knüpfte daran an und schlug vor, daß die IPC den Zusammenhang zwischen Angriffen auf die Landwirtschaft und der Migrationskrise untersucht, weil Nahrungsmittelmangel Menschen zwingt, auf der Suche nach Essen umzuziehen, um zu überleben. Zepp-LaRouche stimmte zu und sagte, die Verhinderung von Entwicklung werde zu einer „Explosion der Migrationskrise“ führen.

Iran im Vorteil

Speed stellte dann den regelmäßigen IPC-Teilnehmer Larry Johnson vor, der sich nach Abschluß einer anderen Verpflichtung angemeldet hatte. Johnson war CIA-Beamter und ist Mitglied der kritischen Gruppe „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, VIPS). Er merkte zunächst an, seit seinem Vortrag beim letzten IPC-Treffen vor einer Woche habe der Iran sechs Tage lang ständige Bombardements erlebt. Entgegen dem hysterischen Triumphgeschrei der Trump-Regierung „ist der Iran in diesem Kampf strategisch im Vorteil“. Johnson zeichnete ein verheerendes Bild vom Schwund der militärischen Fähigkeiten der USA unter den Bedingungen des Irankriegs: Bei dem Tempo, mit dem dort Raketen verbraucht werden, würden die Raketen, die Lockheed Martin im vergangenen Jahr herstellte, ganze sieben Tage reichen. Amerika gehe die Munition aus.

„Die Vereinigten Staaten stecken in einem selbstverschuldeten Zermürbungskrieg“, sagte Johnson. „Der Iran muß nur jeden Tag US-Stützpunkte mit ballistischen Raketen beschießen, dann … werden die Vereinigten Staaten praktisch aus dem Persischen Golf vertrieben.“ Nachdem die USA China in den 90er Jahren den Zugang zu ihrem Satelliten-Navigationssystem GPS verwehrt hatten, habe China sein eigenes, unabhängiges System BeiDou entwickelt, auf das der Iran nun zugreife. „Die Vereinigten Staaten zehren sich selbst auf.“ Die USA hätten weltweite Engpässe bei Diesel und Flugzeugkraftstoff verursacht, was sich unweigerlich auch auf die eigenen militärischen Fähigkeiten auswirke.

Zepp-LaRouche fragte Johnson, ob es im Pentagon Leute gibt, die die Folgen dieser Politik verstehen und intelligent darauf reagieren könnten. Johnson antwortete, man habe die Entschlossenheit des Iran unterschätzt. Es werde nicht lange dauern, bis Präsident Trump gezwungen ist, erhebliche Zugeständnisse zu machen und Wege zu finden, dies seiner Anhängerschaft gesichtswahrend zu verkaufen, indem er behauptet, auf iranische „Gnadengesuche“ großmütig zu reagieren. Unterdessen seien die USA schon dabei, ihre Streitkräfte systematisch aus der Region zu verlegen, um sie außerhalb der Reichweite iranischer Raketen zu bringen.

In der Diskussion wurde Zepp-LaRouche auch darauf angesprochen, daß im Iran 41 bis 43 Millionen Menschen an der Beerdigung des ermordeten Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei teilnahmen. Sie antwortete, dies sei die größte Demonstration der Weltgeschichte und eine Bekräftigung der „Jahrtausende langen Identität einer Zivilisation“. 

eir


Internationale Friedenskoalition #163, 17.07.2026, 17.00 Uhr

Wer ist verrückt genug, Nahrungsmittel- und Öllieferungen zu blockieren?

163. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Wer ist verrückt genug, Nahrungsmittel- und Öllieferungen zu blockieren?

17. Juli 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Schließen Sie sich der Internationalen Friedenskoalition an. Diese Woche begrüßen wir Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS); Diane Sare, unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin; sowie weitere Redner, die in Kürze bekannt gegeben werden.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Wer ist verrückt genug, 10 % der weltweiten Weizenlieferungen und 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen zu blockieren?

Die Antwort lautet: die City of London und die Wall Street.

Die Eskalation hinsichtlich der Intensität sowie der Einsatzgebiete im NATO-Ukraine-Krieg gegen Russland und gegen den Iran haben massive Auswirkungen auf die globale Realwirtschaft.

Russland hat nach massiven ukrainischen Drohnenangriffen den Schiffsverkehr im Asowschen Meer und entlang des Don-Asow-Kanals eingestellt. Dieser 30 km lange Kanal verbindet den wichtigen Getreideumschlaghafen Rostow am Don mit dem Asowschen Meer. Die Route über das Asowsche Meer und das Schwarze Meer ist ein entscheidender Exportkorridor für Russlands riesige Weizen- und sonstige Getreideexporte. Darüber werden etwa 30 – 40 % der Weizenexporte und 25 % der gesamten Getreideexporte abgewickelt. Russland ist mit Abstand der größte Weizenexporteur der Welt (25 % des weltweiten Gesamtvolumens) und seit vielen Jahren auch der führende Exporteur aller Getreidesorten (15–20 % des weltweiten Gesamtvolumens). Die Hauptabnehmer russischer Weizenexporte sind Länder in Afrika, Asien und dem Nahen Osten – dieselben, die Öl aus dem Persischen Golf importierten.

Grob gesagt sind nun etwa 10 % der gesamten weltweiten Weizenexporte zum Erliegen gekommen. Es handelt sich um eine ähnliche Größenordnung wie der Anteil des weltweiten Öls (20 %), der früher durch die nun gesperrte Straße von Hormus floss.

Dies ist die Politik der „kontrollierten Zerstörung“, die der Council on Foreign Relations – das Sprachrohr der globalen Finanzoligarchie in New York und London – bereits Ende der 1970er Jahre als langfristige Strategie beschloss, um die Kontrolle über ein zusammenbrechendes internationales Spekulationssystem aufrechtzuerhalten. Der ehemalige US-Zentralbank-Vorsitzende Paul Volcker sagte 1978: „Eine kontrollierte Zerstörung der Weltwirtschaft ist ein legitimes Ziel für die 1980er Jahre.“

Das ist dieselbe malthusianische Politik hinter der 2,4 Billiarden Dollar schweren Spekulationsblase, die auch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran antreibt. Eines der Hauptziele bestand darin, die Straße von Hormus zu sperren und damit 20 % des weltweiten Ölhandels sowie 35 % der Düngemittelexporte lahmzulegen.

Nun ist US-Präsident Trump in einer Falle gefangen, die er selbst gestellt hat. Der Londoner Economist berichtete gestern genüsslich: „Der amerikanische Präsident will, dass die Meerenge wieder geöffnet wird – doch er hat keine gute Möglichkeit, dies zu erreichen.“ Eine Option sei „die Bombardierung lebenswichtiger Infrastruktur im Iran“, was jedoch „ein Kriegsverbrechen sein könnte“.

Trump ist blind für die Tatsache, dass die Briten ihn zum Narren halten. Gestern Abend sprach er gegenüber Fox News über seine Pläne für den Iran: „Nächste Woche sind die Brücken dran. Wir werden alle ihre Kraftwerke ausschalten. Wir werden alle ihre Brücken ausschalten, es sei denn, sie setzen sich an den Verhandlungstisch und verhandeln … Ihr solltet besser einen Deal abschließen. Sonst wird niemand mehr übrig bleiben.“

Die Zeit wird knapp, um eine nukleare Eskalation der Kriege in der Ukraine und im Iran zu verhindern. Und die Zeit wird umso knapper, was unsere Fähigkeit betrifft, die physisch-wirtschaftliche Schockwelle des Zusammenbruchs der Weltwirtschaft zu stoppen – angesichts des anhaltenden Rückgangs des weltweiten Ölhandels um 20 %, dem Einbruch der Düngemittelexporte um 35 % und nun noch dem Einbruch der weltweiten Weizenexporte um 10 %.

Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts, stellte in ihrem internationalen Webcast vom 15. Juli einen Weg zur Lösung dieser Probleme vor:

„Die gesamte US- und Weltwirtschaft kann meiner Ansicht nach nicht mehr sehr lange durchhalten. Wenn die bestehenden strategischen [Öl-]Reserven aufgebraucht sind, werden wir eine Energiekrise haben, die bereits zu einer weltweiten Wirtschaftskrise führt … Wir brauchen eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für die gesamte Region und die Welt.“ Dies wird das zentrale Thema beim bevorstehenden EIR-Roundtable am 31. Juli sein: „Die Flüchtlingskrise durch Entwicklung lösen – was Sie über die strategische Bedeutung der Enzyklika von Papst Leo wissen müssen.“


Ein äußerst wichtiger Weckruf an die Amerikaner

Bericht vom 162. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)

Zu Beginn des 162. wöchentlichen Treffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) warnte die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche, dass „beide Kriegsschauplätze … eskalieren“. “ Der jüngste NATO-Gipfel habe nichts als weitere Aufrufe zur Konfrontation zwischen Europa und Russland in der Ukraine hervorgebracht. Sie verwies auf die Ankündigung des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, dass die Vereinigten Staaten den Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern und den dazugehörigen bodengestützten Typhon-Abschussvorrichtungen an Berlin genehmigt hätten. Tomahawk-Raketen sind offensive, atomwaffenfähige Waffen. Trump hatte im Oktober 2025 eine Anfrage des ukrainischen amtierenden Präsidenten Wolodymyr Selenskyj abgelehnt, diese zur Verfügung zu stellen.

Im Iran ist die Absichtserklärung zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten gescheitert. Zwischen 41 und 43 Millionen Menschen nahmen an Gedenkveranstaltungen für den ermordeten Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei teil – die größte Beerdigung in der Geschichte. „Die Bevölkerung steht mehr denn je hinter der Regierung“, sagte sie.

Der einzige Lichtblick ist die Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV., und die Botschaft des Papstes vom 4. Juli sei „ein sehr wichtiger Weckruf an die Amerikaner“, betonte Zepp-LaRouche. Anstatt in die Vereinigten Staaten zu reisen, um seine Ausführungen persönlich zu halten, besuchte er die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa, auf der Migranten festgehalten werden. Zepp-LaRouche schloss mit den Worten: „Wenn wir nicht sehr, sehr bald den Kurs ändern … könnten wir einen Punkt erreichen, an dem es kein Zurück mehr gibt.“

Präsident Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana (2011–2015), warnte, dass die Migrationsfrage zu einem globalen Problem geworden sei und von Regierungen mit gescheiterter Wirtschaftspolitik als politischer Spielball missbraucht werde. Er schilderte die Geschichte der „Windrush-Generation“, eines „eingeladenen Exodus“ karibischer Migranten, die zwischen 1948 und 1971 im Vereinigten Königreich ankamen, um beim Wiederaufbau des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen. Nun werden sie oder ihre Nachkommen ausgewiesen. In der westlichen Hemisphäre gibt es Migration, die durch Militärputsche oder von den USA unterstützte Wirtschaftssanktionen verursacht wird. Hinzu kommt der „Brain Drain“, bei dem hochqualifizierte Menschen im Globalen Süden gezielt abgeworben werden. Mehr als 70 % der guyanischen Hochschulabsolventen werden mit Arbeitsangeboten in die USA gelockt. Kuba verfügt über das für eine rasche Entwicklung notwendige Humankapital, doch die Wirtschaftskriegsführung der Vereinigten Staaten hat eine Krise ausgelöst, die die Menschen zur Auswanderung zwingt. Die Lösung ist Entwicklung. Ramotar erklärte weiter, dass koloniale Politik nach wie vor wirksam sei; Rohstoffe würden von ausländischen Interessen abgebaut und exportiert und nicht für die Entwicklung unserer Nationen genutzt. „Die Geier versammeln sich“, nun, da Guyana zusätzlich zu seinen Öl- und Goldvorkommen Uran gefunden hat. Er prangerte „den falschen Eindruck, dass China die Welt übernehmen wolle“ an und beschrieb die für beide Seiten vorteilhafte Beziehung, die sein Land zu China unterhält.

Jack Gilroy, ein Aktivist bei „Veterans for Peace“, „Pax Christi – New York State“ und „Pax Christi International“, erinnerte an das Trauma der Kubakrise im Oktober 1962 und an die entscheidende Rolle, die Papst Johannes XXIII. damals spielte. Die Russen sahen im Papst eine Stimme der Vernunft, und seine Botschaft fand bei ihnen großen Anklang.

Edouard Husson ist Professor, Historiker und Chefredakteur des Newsletters Brennus in Paris. Er kommentierte die Tatsache, dass US-Präsident Donald Trump den iranischen Obersten Führer Khamenei hatte ermorden lassen und dann überrascht und schockiert zu sein scheint, wenn sich die iranische Bevölkerung hinter ihn schart. Er beschrieb die massive Beteiligung an Khameneis Beerdigung als ein Ereignis, das ebenso bedeutsam sei wie der Fall der Berliner Mauer. „Westliche Staats- und Regierungschefs wissen nicht mehr, wie sie die Kriege gewinnen können, die sie beginnen, und sie wissen auch nicht, wie sie Frieden stiften können.“

Dr. Chandra Muzaffar, Gründer und Präsident der „International Movement for a Just World“ (JUST) in Malaysia, sagte: „Wir müssen die Grundursache der Krise beseitigen, nämlich die Enteignung des palästinensischen Volkes … Die überwiegende Mehrheit der Menschheit will dieses Problem lösen“, doch die Vereinigten Staaten seien das Hindernis für eine Lösung.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS), stellte fest, dass der jüngste NATO-Gipfel die Lage sowohl in Europa als auch im Nahen Osten verschlimmert habe. Small analysierte anschließend die wirtschaftlichen Ursachen der Flüchtlingsströme aus Mesoamerika in die USA, die er als Elend bezeichnete, das „von der Wall Street und der City of London auferlegt“ werde. Johnson antwortete zunächst mit einer Sportanalogie, indem er an die ersten Niederlagen von Muhammad Ali oder Willie Mays erinnerte und diese mit dem anhaltenden Niedergang der einst mächtigen Vereinigten Staaten verglich. Als Beispiele führte er an, wie die Houthis die US-Marine im Roten Meer regelrecht zum Stillstand gebracht hätten und wie nun der Iran sich gegenüber dem US-Militär durchgesetzt habe. Sollten die Vereinigten Staaten eine Bodeninvasion im Iran versuchen, wäre jeder geeignete Sammelplatz für eine große Anzahl von US-Truppen völlig anfällig für Präzisionsangriffe durch iranische Drohnen und Raketen – eine völlig andere Situation als die, mit der die USA bei ihrer Invasion im Irak konfrontiert waren. Die Beisetzung von Khamenei sei in der Weltgeschichte beispiellos gewesen, sagte Johnson, und verglich sie mit der Reaktion der USA auf die japanischen Angriffe auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941. „Das eigentliche Problem bleibt das Öl“, sagte er. 70 % der US-Ölraffinerien sind auf die Verarbeitung von Schweröl ausgelegt, das nicht aus heimischer Produktion stammt und für die Herstellung von Diesel und Flugkraftstoff unerlässlich ist. Wir haben die strategischen Ölreserven abgebaut, und sie sind erheblich geschrumpft.

Johnson wies auch auf die Bedeutung der Tatsache hin, dass Russland vom Begriff „militärische Sonderoperation“ dazu übergegangen ist, die Situation in der Ukraine als Krieg zu bezeichnen. Er verspottete die Propaganda im Westen, die behauptet, die Ukraine habe die Oberhand, was er als „wahnwitzigen Blödsinn“ bezeichnete.

Das zerfallende Imperium

Zepp-LaRouche antwortete den anderen Rednern und erklärte, dass „alle Kolonialkriege verloren wurden“, die Kontrolle über die öffentliche Darstellung jedoch gestärkt worden sei. Sie bat die anderen Redner um ihre Ansichten zu diesem Thema, woraufhin eine weitreichende Diskussion folgte, in deren Mittelpunkt unter anderem die jüngsten Ereignisse in Bangladesch standen. Husson beschrieb, wie „Teile und herrsche“-Taktiken eingesetzt werden, um die französische Politik davon abzuhalten, sich mit den wirklichen Themen auseinanderzusetzen: Krieg und Frieden sowie der wirtschaftliche Zusammenbruch.

Ramotar forderte uns auf, uns das Potenzial einer kooperativen Beziehung zwischen China und Indien vorzustellen. Die indische Regierung schwankt zwischen Antikolonialismus und hinduistischem Chauvinismus, was sie aufgrund des gemeinsamen Hasses auf den Islam zur Zusammenarbeit mit Israel drängt. „Die alten Taktiken von ‚Teile und herrsche‘ sind nach wie vor eine sehr wirkungsvolle Waffe.“

Johnson meinte nachdenklich: „Wenn man Führungskräfte hat, die von ihrer eigenen Hybris besessen sind und die Fakten ignorieren“, dann kommt dabei heraus, was wir heute haben. Er ging gezielt auf die Kontroverse um den Verkauf von F-35-Kampfflugzeugen an die Türkei ein und zählte eine erstaunliche Litanei technischer Probleme auf, unter denen das Flugzeug leidet. „Warum wollt ihr der Türkei einen ‚Truthahn‘ geben?“, witzelte er.

Moderatorin Anastasia Battle erinnerte die Teilnehmer daran, sich an den US-Kongress zu wenden und darauf zu drängen, Abschnitt 219 aus dem National Defense Authorization Act zu streichen, um die faktische Verschmelzung der militärischen und nachrichtendienstlichen Funktionen der USA und Israels zu verhindern.

Diskussion

Der deutsche Aktivist Jonathan Thron berichtete über einen Vortrag bei einem Treffen der Ortsgruppe des Newsletters NachDenkSeiten über das Potenzial von Kernspaltungs- und Kernfusionsenergie sowie über die BRICS-Staaten. Er merkte an, dass „die Menschen wirklich nach Optimismus suchen“ und die „grüne“ Perspektive nicht mehr dominierend sei. Ein Teilnehmer fragte: Was ist mit künstlicher Intelligenz (KI) und dem Einsatz von Rechenzentren, die außerordentlich viel Energie verbrauchen? „Die Entwicklung der KI ist eine natürliche Entwicklung“, antwortete Thron; „nutzen wir sie für gute oder für schlechte Zwecke?“ Zepp-LaRouche merkte an, dass der erste unprovozierte Angriffskrieg gegen den Iran auf gefälschten Geheimdienstinformationen von Palantir, dem riesigen KI-Unternehmen, beruhte.

Zepp-LaRouche schloss mit der Feststellung, dass wir aus dieser Diskussion den Schluss ziehen können, dass wir unser Verständnis von Imperium und Kolonialismus schärfen müssen. Friedrich Schiller, der deutsche Dichter, Philosoph und Historiker, nach dem das Schiller-Institut benannt ist, schrieb den Aufstand der Niederlande aus nur einem Grund: um zu zeigen, dass Imperien besiegt werden können.

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Internationale Friedenskoalition #162, 10.07.2026, 17.00 Uhr

Den Elefanten aus dem Wohnzimmer verjagen

162. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Den Elefanten aus dem Wohnzimmer verjagen

10. Juli 2026
17.00 Uhr

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Schließen Sie sich der Internationalen Friedenskoalition an. Diese Woche begrüßen wir Donald Ramotar, den ehemaligen Präsidenten von Guyana; Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS); Jack Gilroy von Veterans for Peace, Pax Christi – Upstate NY und Pax Christi International; sowie weitere Teilnehmer, die in Kürze bekannt gegeben werden.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

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Bis jetzt bergen die „Lösungen“ für die Kriege in der Ukraine und im Iran den Keim ihres eigenen Untergangs in sich. Es überrascht daher nicht, dass sich die Lage an beiden Schauplätzen erneut rasch zuspitzt, mit der Gefahr einer Eskalation hin zu einem Atomkrieg. Auf dem NATO-Gipfel in Ankara haben sich beide Krisen erheblich verschärft.

Am gefährlichsten ist jedoch, dass die Weltwirtschaft auf einen massiven Zusammenbruch zusteuert, ausgelöst durch den rasant steigenden Ölpreis und die akuten Versorgungsengpässe bei Öl, Erdgas und Düngemitteln.

Helga Zepp-LaRouche sagte in ihrem internationalen wöchentlichen Webcast zur Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran: „Das ist eine sehr ernste Angelegenheit, denn schon bisher waren die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sowie auf die Düngemittel- und Nahrungsmittelproduktion schwerwiegend. Mit einem Ende der Absichtserklärung stünde uns ein Zermürbungskrieg bevor, der lange andauern könnte und die Straße von Hormus in Gefahr bringt. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind potenziell verheerend, ganz zu schweigen vom internationalen Finanzsystem, das als Folge kollabieren könnte.“

Dieser systemische Zusammenbruch des transatlantischen Finanzsystems mit seiner 2,4-Billiarden-Dollar-Spekulationsblase ist der sprichwörtliche Elefant im Raum, dessen Existenz sich nur wenige überhaupt eingestehen wollen. Aber wenn wir dieses Problem nicht lösen und durch ein neues, auf Produktion ausgerichtetes globales Finanzsystem überwinden, wird es weiterhin Wellen des Krieges, verzweifelter Migrantenströme, Epidemien und Konkursen hervorbringen.

Die Lösung ist zwar radikal, aber griffbereit, wie diejenigen, die mit dem Werk von Lyndon LaRouche aus über 50 Jahren vertraut sind, sehr wohl wissen. Sie erfordert die insolvenzrechtliche Sanierung des gesamten transatlantischen Finanzsystems und die Kreditpolitik des ursprünglichen „Amerikanischen Systems“ zur Förderung hochtechnologischer industrieller Entwicklung. So können wir den Elefanten endlich aus dem Wohnzimmer jagen. Dieser Ansatz wurde am 5. Juli auf der Wahlkampfveranstaltung der US-Präsidentschaftskandidatin und langjährigen LaRouche-Mitarbeiterin Diane Sare unter dem Titel „America 250: A Rededication“ ausführlich und mit großem historischem Detail ausgearbeitet.

Die LaRouche-Methodik, Frieden zwischen verfeindeten Parteien durch Entwicklung herbeizuführen, die allen zugutekommt, muss auch auf das scheinbar unlösbare Problem der Massenmigration angewendet werden. Am 31. Juli veranstaltet EIR dazu eine Dringlichkeitsdiskussionsrunde „Die Flüchtlingskrise durch Entwicklung lösen – was Sie über die strategische Bedeutung der Enzyklika von Papst Leo wissen müssen“. Helga Zepp-LaRouche sagte dazu am 17. Juni: „Der afrikanische Kontinent wird bis zum Jahr 2050 2,5 Milliarden Menschen zählen. Und das bedeutet: Wenn man die Migrationskrise auf humane Weise bewältigen will, müssen wir in den nächsten 25 Jahren 1 Milliarde neue produktive Arbeitsplätze schaffen. Das wäre eine absolut willkommene Kehrtwende gegenüber der derzeitigen Politik.“


Internationale Friedenskoalition #161, 03.07.2026, 18.00 Uhr

250 Jahre amerikanische Unabhängigkeit: Jetzt den Kolonialismus für immer begraben!

161. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

250 Jahre amerikanische Unabhängigkeit: Jetzt den Kolonialismus für immer begraben!

03. Juli 2026
18.00 Uhr

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Diese Woche begrüßen wir: Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Prof. Richard Anderson Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor sowie ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten (2008–2014); Dennis Kucinich, ehemaliger US-Kongressabgeordneter aus Ohio und ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat; Baltazar Valdez Armentía, Leiter der „Vereinigten Bauern von Sinaloa“ und des Lenkungsausschusses der Nationalen Front zur Rettung der mexikanischen Landwirtschaft; Bassam el Hachem, Soziologe, Professor an der Universität des Libanon und politischer Aktivist; Jose Vega, unabhängiger US-Kongresskandidat; sowie weitere Persönlichkeiten, die in Kürze bekannt gegeben werden.

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„Wir sind näher am Dritten Weltkrieg als je zuvor“, erklärte Helga Zepp-LaRouche in ihrem internationalen Webcast vom 1. Juli. „Die gesamte Lage hat sich dramatisch verschlechtert: Die Angriffe zwischen den USA und dem Iran wurden wieder aufgenommen; die Gespräche in Doha sind in einer Sackgasse. Ich halte diese Situation daher für sehr bedrohlich. Und die Lage in der Ukraine – ich weiß nicht, was davon schlimmer ist.“

Zwar bestätigte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei, am Dienstag, dass Teheran und Washington über politische Kanäle kommunizieren, doch die Unterstützung der Trump-Regierung für die „Groß-Israel“-Politik im Libanon bedeutet das Scheitern einer Lösung. Am Dienstag besuchten der israelische Ministerpräsident Netanjahu und Verteidigungsminister Katz das besetzte Gebiet im Libanon, wobei Netanjahu schwor: „Solange die bewaffnete Hisbollah hier ist und uns bedroht, werden wir hier bleiben.“ Wie bekannt geworden, überträgt ein Sicherheitsanhang zum Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon der libanesischen Armee die Aufgabe, die Hisbollah zu vertreiben, was zu einem Bürgerkrieg führen könnte.

Unterdessen geht der realitätsferne Militäraufbau in Europa gegen Russland weiter. Der scheidende britische Premierminister Keir Starmer präsentierte den neuen, 300 Milliarden Pfund schweren Verteidigungsinvestitionsplan als Beschäftigungsprogramm. Darüber hinaus fordert die NATO Unternehmen des privaten Sektors auf, Technologien für Fernangriffe auf Flugplätze in Russlands zu entwickeln.

Russland nimmt die Haltung des Westens und dessen unverhohlene militärische Aggression mithilfe der Ukraine nicht auf die leichte Schulter. „Die USA, Großbritannien und Europa streben nach totaler globaler Vorherrschaft“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow letzte Woche, „damit niemand sie daran hindern kann, weiterhin weltweit Ressourcen auszubeuten und auf Kosten anderer zu leben.“

Dieser unverhohlen koloniale Reflex ist jedoch ein aussichtsloses Unterfangen. „Ich glaube nicht, dass die Investitionen in die Kriegswirtschaft den Verlust realer Vermögenswerte in der Realwirtschaft ausgleichen werden“, warnte Zepp-LaRouche. „Es könnte sehr wohl sein, dass wir auf einen vollständigen Zusammenbruch und eine Depression zusteuern, insbesondere wenn man bedenkt, dass die anhaltende Blockade der Straße von Hormus dazu exponentiell beiträgt. Die vollen Auswirkungen des Energiemangels, der durch die Straße von Hormus entsteht, werden wahrscheinlich erst ab August zu spüren sein.“

Die UN-Handels- und Entwicklungsorganisation veröffentlichte dazu am 30. Juni einen Bericht. Darin wird gewarnt, dass selbst bei einer Wiederaufnahme des Öltransports durch die Straße von Hormuz die Normalisierung des Handels länger dauern wird und dass die daraus resultierenden hohen Lebensmittelpreise zu akuter Unterernährung in gefährdeten Ländern beitragen werden.

„Es gibt so viele unkalkulierbare Aspekte in dieser ganzen Angelegenheit“, fuhr Zepp-LaRouche fort, „dass das Ganze in einer regelrechten Tragödie der Zivilisation enden könnte, mit einem Zusammenbruch des Westens, einem Zusammenbruch des Finanzsystems, einer tiefen Depression und unkontrollierten Kriegsszenarien in vielen Teilen der Welt. Wir stehen vor einem potenziellen Zusammenbruch der Zivilisation, ausgelöst durch fünf, sechs, sieben verschiedene Faktoren.

„Ich denke, die einzige Antwort darauf ist, dass die Menschen aufwachen und ‚Halt!‘ sagen müssen, wie es der Papst in einer seiner Ansprachen gesagt hat: ‚Haltet ein, tut Buße, kehrt um!‘ Diese Worte sollte sich jeder zu Herzen nehmen.“

Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli bietet den Anlass, sich an die universell gültigen Prinzipien zu erinnern und zu bekräftigen, die der Gründung der amerikanischen Republik und ihrem Sieg über das Britische Empire zugrunde lagen. Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare wird am 5. Juli dazu in Philadelphia eine Veranstaltung unter dem Titel „America 250: a Rededication“ durchführen. Mögen kommende Generationen mit Bewunderung auf jene zurückblicken, die sich heute entscheiden, das imperiale Kolonialsystem ein für alle Mal zu begraben.


Internationale Friedenskoalition #160, 26.06.2026, 17.00 Uhr

Steigt von eurem hohen Ross herunter und arbeitet zusammen!

160. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Steigt von eurem hohen Ross herunter und arbeitet zusammen!

26. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Diese Woche begrüßen wir Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der israelischen Knesset und ehemaliger Geschäftsführer von „Peace Now“; Dr. Taylor Haynes, nationaler Vorsitzender der Organization for Competitive Markets (OCM) und ehemaliger republikanischer Kandidat für das Amt des Gouverneurs von Wyoming und einen Bericht aus China sowie weitere Beiträge hören.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

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„Ich sage schon seit langem, dass der Westen nur überleben und eine Katastrophe vermeiden kann“, so Helga Zepp-LaRouche am 24. Juni bei ihrem internationalen Webcast, „wenn es gelingt, die geopolitische Konfrontation zu beenden und mit der Globalen Mehrheit zusammenzuarbeiten.“

„Das Problem“, fuhr sie fort, „ist in Wirklichkeit, dass wir immer noch in Form eines Imperiums regiert werden. Die Menschen glauben, das Britische Empire sei nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden, aber … es ist der Apparat der Zentralbanken, der Versicherungsgesellschaften, der Rückversicherungsgesellschaften, der riesigen Megamilliardäre und Konzerne, die von einer sehr kleinen Clique von Menschen kontrolliert werden. Und wenn wir dieses System nicht ändern, indem wir zum Glass-Steagall-Gesetz zurückkehren und zu einem Wirtschaftssystem, das auf das Gemeinwohl der Menschen ausgerichtet ist, wird sich die Lage immer weiter verschlimmern … Ich weiß, dass es zwar in vielen Ländern viele gute Menschen gibt, doch die Strukturen sind jene, die Papst Johannes Paul II. am Ende des Kalten Krieges bekanntermaßen als ‚Strukturen der Sünde‘ bezeichnet hat.“

Nur wenige Stimmen haben diese Ansicht in den letzten Monaten eindringlicher zum Ausdruck gebracht als Papst Leo XIV., dessen Äußerungen und Schriften, so Zepp-LaRouche, „eine unverzichtbare Stimme darstellen, wenn die Menschheit eine nukleare Katastrophe vermeiden soll“.

In seiner Rede vom 22. Juni vor dem Welternährungsprogramm in Rom stellte Papst Leo fest, dass die Welt Konflikte leichter nährt als Menschen. Er fragte: „Welche Konfiguration der Weltordnung ist in der Lage, solche Zustände hervorzubringen, zu reproduzieren und … zu normalisieren?“

Die wachsende Kluft zwischen der untergehenden geopolitischen Weltordnung – und ihren anhaltenden Verbrechen – und einem sich abzeichnenden, gerechteren System war in den letzten Tagen und Wochen ein zentrales Diskussionsthema in einer Reihe von Foren, in denen sich führende Politiker aus China, Russland und anderen Ländern der Globalen Mehrheit trafen, um die globale strategische Lage zu erörtern.

Auf dem 12. jährlichen Forum der „Primakow-Lesungen“ in Moskau am 23. Juni beschrieb der russische Präsidentenberater Juri Uschakow den „sogenannten kollektiven Westen“ als eine Kraft, die „alles in ihrer Macht Stehende tut, um die nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte internationale Ordnung durch eine eigene Ordnung zu ersetzen, die auf den von ihr selbst geschaffenen Regeln basiert … Warum brauchen die Westler das? … Um ihre Vorherrschaft in Politik, Wirtschaft, Technologie und anderen Bereichen zu bewahren, die ihnen entgleitet. Um die Kontrolle über die Ströme des internationalen Handels, die Wertschöpfungsketten und die natürlichen Ressourcen zu behalten…“

Als wolle er Uschakows Argument untermauern, verhängte der US-Außenminister Marco Rubio weitere Sanktionen gegen das leidende Kuba, während das US-Militär den Philippinen im Rahmen des US-Aufrüstungsprozesses gegen China vier maritime Drohnen zur Verfügung stellte.

„Auch wenn das Gesetz des Dschungels vorübergehend vorherrschen mag“, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Dienstag auf dem BRICS-Sicherheitsforum in Neu-Delhi, „ist es nicht nachhaltig.“

Helga Zepp-LaRouche fordert, eine „Bewegung von Weltbürgern aufzubauen, die für Entwicklung als neuen Namen für Frieden kämpfen … Wir brauchen bessere Menschen. Die Menschen müssen sich weiterentwickeln und wieder menschlicher werden und dürfen keine Strukturen der Sünde tolerieren. Und das kann nur durch eine Bewegung von Weltbürgern erreicht werden.“ Sie wird am Freitag, dem 26. Juni, eine Diskussion der Internationalen Friedenskoalition leiten. Verbreiten Sie ihre Erklärung: „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: ‚Haltetein! Bereut! Ehe es zu spät ist!‘ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!“.

Papst Leo XIV. ruft in seiner Enzyklika Magnifica Humanitas zum Handeln auf: „Die Zivilisation der Liebe ist keine naive Utopie, sondern ein anspruchsvolles Projekt, das darin besteht, Nächstenliebe in Strukturen der Gerechtigkeit umzusetzen, Brüderlichkeit institutionell zu verankern und andere – seien es Einzelpersonen oder Völker – als Verbündete zu betrachten, die für den Aufbau des Gemeinwohls notwendig sind. Wie uns die Enzyklika Fratelli tutti in Erinnerung gerufen hat, ist nur diese soziale Liebe fähig, zu einer Kultur und einer Norm zu werden und dadurch eine stabile internationale Ordnung herbeizuführen, die das bloße bewaffnete Nebeneinander in eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft verwandelt.“

Die Frage, vor der der Westen steht, ist, ob wir diesem Aufruf folgen werden – oder weiter an einer zusammenbrechenden geopolitischen Ordnung festhalten. Wie Zepp-LaRouche es formulierte: „Steigt von eurem hohen Ross herunter und kooperiert!“


Dringender Appell von Papst Leo XIV.: „Haltet ein! Bereut! Ehe es zu spät ist!“ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!

von Helga Zepp-LaRouche

Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der jüngsten Zeit von Politikern und Experten vieler Länder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika Magnifica Humanitas (1) und den Ansprachen bei seiner jüngsten Reise nach Spanien (2) nach bestem Ermessen die mit Abstand wichtigste. Wenn Historiker später einmal die Frage untersuchen werden, was – hoffentlich – den entscheidenden Ausschlag gegeben hat, die westliche Zivilisation mitten in einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise zur Umkehr zu bringen, dann werden sie auf diese Rolle des Papstes stoßen, und die Bereitschaft einer genügend großen Anzahl von Gläubigen und Menschen, die guten Willens waren, sich seine Worte zu Herzen zu nehmen und eine Änderung der Politik durchzusetzen.

Ohne auch nur ein einziges Mal Namen der Schuldigen nennen zu müssen, definiert Papst Leo mit absoluter Klarheit die Strukturen der Sünde, die heute die existentiellen Bedrohungen für die Menschheit darstellen, deren konkreten Bezug jeder erkennen kann und die dringend beseitigt werden müssen. Gleichzeitig zeigte er aber auch den erreichbaren Ausweg aus der Krise auf, nämlich daß die Menschen sich an das höchste Ideal des christlichen Menschenbildes erinnern und es verwirklichen. Gerade weil die Mainstream-Medien diese Texte des Papstes weitgehend unterdrücken, muß deshalb von Christen und friedliebenden Menschen ein politisches Klima geschaffen werden, in dem kein Politiker, der wiedergewählt werden will, es sich leisten kann, seine Ignoranz über diese Schriften und Reden eingestehen zu müssen. Dazu ist es zunächst natürlich nötig, daß möglichst jeder diese Enzyklika sowie Ansprache-Texte nicht nur liest, sondern studiert.

Genau zu dem Zeitpunkt, an dem sich der erste Multimilliardär auf der Basis einer AI-Fiktion zum ersten Billionär erklärt, warnt diese Enzyklika vor einem neuen Turmbau zu Babel, bei dem ein neuer Götzendienst dem Profit huldigt und die Schwachen opfert – einer Entmenschlichung, die den anderen als Mittel benutzt, einer uralten und doch immer neuen Versuchung, die heute in einer technischen Verkleidung daherkommt. Und zeitgleich mit dem Inkrafttreten des EU-Migrationspakts am 12. Juni, der schnellere Verfahren zur Abschiebung von Flüchtlingen an den Außengrenzen der EU und damit eine massive Einschränkung des Asylrechts bewirkt, hält Papst Leo die christlichen Prinzipien dagegen, gemäß derer die Migrationsfrage statt dessen behandelt werden müßte.

Wenn man die Enzyklika und die Reden des Papstes in Spanien zusammen betrachtet, dann stellen sie eine vollständige Abrechnung mit der gesamten Politik des liberalen Westens dar, und dies mit einer Klarheit, die alle Politiker, die einen Amtseid auf das Gemeinwohl geschworen haben – und vor allem die, deren Parteien das Wort „christlich“ im Namen führen -, veranlassen müßte, eine 180-Grad-Kehrtwende in ihrer Politik vorzunehmen.

Nie wieder Krieg!

Zu den verschiedenen Aspekten dieser Politik, die alle Bausteine des neuen Turmbaus zu Babel sind, gehören der Götzendienst gegenüber dem Profit auf Kosten der Ärmsten, ebenso wie die Finanzinteressen, die Spannungen und Konflikte fördern, weil es die Kriegsindustrie in Gang hält, die Unterstützung von modernen Formen der Sklaverei, bei der Kinderarbeit Routine ist und wo die Gesundheit von Heranwachsenden dem Profit einer oberen Klasse geopfert wird, deren Konsumverhalten man früher Prasserei genannt hätte, während es den Armen am nötigsten fehlt. Dazu gehört ebenfalls ein neuer Kolonialismus, der nicht mehr nur die Körper der Menschen versklavt, sondern auch Daten und Informationen über sie, von Gesundheitsdaten bis zu epidemiologischen Profilen, genetischen Graphiken und demographischen Informationen.

In der Enzyklika beklagt der Papst die „Normalisierung des Krieges“ und erinnert an die machtvolle Rede von Papst Paul VI. 1965 vor der UN-Generalversammlung: „Nie wieder Krieg! Nie Wieder Krieg!“ (3) Trotz eines tiefen Wunsches nach Frieden seien die vergangenen 60 Jahre seitdem von Konflikten gekennzeichnet gewesen, die mit erstaunlicher Brutalität ausgetragen wurden, mit unzähligen zivilen und unschuldigen Opfern, Massenvertreibungen, sozialen Destabilisierungen und lang anhaltenden Wunden. Heute könne man einen besorgniserregenden Paradigmenwandel beobachten, bei dem Aufrüstung und Krieg als ein Instrument der internationalen Politik wieder öffentlich propagiert würden, während die ethischen Prinzipen, die dem früher entgegen gestanden hätten, systematisch unterminiert würden. Begehren nach territorialer Expansion, die man für überwunden hielt, kehrten wieder, und ein bestürzender Verlust an historischer Erinnerung trete in Erscheinung, zu dem Grad, wie Zeitzeugen des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges verschwänden. – Nein, hier sprechen weder Wladimir Putin noch Sergej Lawrow, sondern Papst Leo XIV. – Und so werde der Krieg kulturell vorbereitet durch simplistische Narrative und ein Freund-Feind-Denken, Desinformation und die Einflößung von Furcht.

Unter der Überschrift „Entgrenzte Gewalt“ thematisiert der Papst das Anwachsen des Militärisch-Industriellen Komplexes: „Die Rüstungsindustrie und die Länder, die Waffen liefern, profitieren von einem Markt, der gerade dank der Konflikte gedeiht. In diesem Sinne gibt es auch eine wirtschaftliche Logik, die dazu beiträgt, Spannungen in verschiedenen Regionen der Welt zu schüren.“ Und weiter unter Abschnitt 194: „In der Vergangenheit hatte die Erkenntnis der Bedrohung durch Waffen, die die gesamte Menschheit vernichten können, Bemühungen um Entspannung und Abrüstungsverhandlungen begünstigt. Leider haben wir diesen Horizont hinter uns gelassen, und die Entwicklung der Atomwaffenarsenale – einschließlich der Aussicht auf eine ,taktische‘ Verwendung – läßt den Einsatz solcher Waffen als eine immer weniger entlegene Möglichkeit erscheinen.“

Die Enzyklika konstatiert, daß wir in einer Zeit bemerkenswerter geistiger und kultureller Blindheit leben, und eine Form des historischen Nihilismus befördere die Illusion, „daß sich die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts nicht mehr wiederholen können. In Wirklichkeit tauchen dieselben Dynamiken unter neuen Formen wieder auf… In vielen Ländern, auch im Globalen Süden, werden erhöhte Militärausgaben als einzige Antwort auf eine ungewisse Zukunft oder auf vermeintliche Bedrohungen dargestellt, während die tatsächlichen Kosten auf die Armen abgewälzt werden, die zusehen müssen, wie die Mittel für Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Dienste schwinden.“

Leo zitiert die Enzyklika Quadragesimo Anno von Papst Pius XI., die die Konzentration der Wirtschaftsmacht in den Händen weniger verurteilt, und er bezieht sich auf Papst Paul VI., indem er vor den Gefahren außerordentlichen wissenschaftlichen, technologischen und ökonomischen Fortschritts warnt, wenn dieser nicht mit einem entsprechenden ethischen und sozialen Fortschritt einhergeht.

Das Mißverständnis der KI

Ganz besonders gilt dies für die KI, deren Beurteilung und Kritik der Hauptfokus der Enzyklika gewidmet ist. Zunächst erklärt Leo, ausgehend von der seit vielen Jahrzehnten geführten Debatte, ob Computer die Kreativität des Menschen irgendwann einmal überholen könnten, zu der Neuauflage dieser Diskussion bezüglich der KI:

„99. Es ist nicht möglich, eine eindeutige und umfassende Definition von Künstlicher Intelligenz zu geben. Fest steht jedoch, daß das Mißverständnis zu vermeiden ist, diese ,Intelligenz‘ mit der menschlichen gleichzusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelligenz nach. Dabei übertreffen sie sie oft an Geschwindigkeit und Rechenleistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungsfähigkeit hat jedoch ausschließlich mit der Datenverarbeitung zu tun: Sogenannte Künstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet. Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unterscheiden nicht zwischen Gut und Böse, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situationen und sie nehmen die Last der Konsequenzen nicht auf sich. Sie können Sprache, Verhalten und Beurteilungen imitieren, sie können Empathie oder Verständnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt. Auch wenn diese Werkzeuge als ,lernfähig‘ dargestellt werden, unterscheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen läßt und im Laufe der Zeit durch Entscheidungen, Fehler, Vergebung und Treue wächst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und Rückmeldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.“

Papst Leo XIV. argumentiert vom Standpunkt der augustinischen Tradition, von dem aus es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht, und zitiert Papst Franziskus, der „anerkennt, daß es wichtig ist, der wissenschaftlichen Forschung Gehör zu schenken und einen ernsthaften und aufrichtigen Austausch unter Wissenschaftlern zu fördern, und dabei die Vielfalt der Meinungen zu berücksichtigen“.

Es gibt das Recht, nicht auswandern zu müssen

Weniger aufrichtig hingegen waren laut der italienischen Zeitung La Veritá und des französischen Figaro die liberalen Medien, die die Ansprachen des Papstes in Spanien recht unvollständig wiedergegeben hätten, indem sie nur über seine Aufrufe zur Aufnahme von Flüchtlingen und deren Integration berichteten, während sie den Teil der Ansprachen ausgeblendet hätten, in denen der Papst das Recht der Menschen verteidigte, nicht auswandern zu müssen und die Notwendigkeit betonte, die Fluchtursachen zu bekämpfen.

In der Tat war die sechstägige Reise von Papst Leo nach Spanien, die ihn nach Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa führte, eine Intervention von außergewöhnlicher historischer Bedeutung. Denn die politische Debatte in Spanien ist auch heute noch, 87 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs, extrem polarisiert, und Themen wie die Rolle der Kirche und Migration sind weiterhin mit großen Emotionen besetzt. Vor diesem Hintergrund war die Art und Weise, wie der Papst die Migrationsfrage auf eine hohe Ebene setzte, bezüglich der internen Lage in Spanien sehr wichtig, und darüber hinaus wegweisend für ganz Europa. Vergleicht man den erwähnten Migrationspakt der EU, der just am letzten Tag der Papstreise in Kraft trat, mit der angemahnten Migrationspolitik von Leo XIV., so könnte es keinen größeren Gegensatz geben. Während die EU die Menschen so schnell wie möglich abzuwimmeln versucht und in sogenannte „Auffanglager“, die Papst Franziskus als „Konzentrationslager“ zu bezeichnen pflegte, einsperren will, die auf jeden Fall Gefängnissen gleichen, hat der Papst eine ganz andere, humane Sicht des Problems. In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament betonte er:

„Die Rede von der Menschenwürde darf nicht abstrakt bleiben, wenn so viele Menschen dazu gezwungen sind, für Frieden, Sicherheit und eine Zukunft alles zu verlassen. Auch die tragische Migrationskrise stellt heute eine Anfrage an das Gewissen der Nationen und an die ethischen Grundlagen der internationalen Ordnung dar. Zahlreiche Männer, Frauen und Kinder sind aufgrund oft dramatischer Umstände gezwungen, aus ihren Gemeinschaften wegzugehen und ihre Angehörigen, ihre Geschichte und ihre Bindungen dort zurückzulassen. Dies ist weit mehr als eine rein demografische oder wirtschaftliche Frage: Es handelt sich um eine vorrangig moralische und rechtliche Angelegenheit. Wo immer ein Mensch aufgrund seiner nationalen, ethnischen, religiösen oder sprachlichen Herkunft oder aufgrund seiner wirtschaftlichen oder sozialen Lage diskriminiert wird, wird der universale Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen ernsthaft verletzt.“ (4)

Im weiteren zitierte er dann aus seiner Enzyklika Magnifica Humanitas:

„81. Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind. Die Weise, wie eine Gesellschaft mit ihnen umgeht, zeigt, ob ihr Gerechtigkeitsbegriff von Angst oder von Geschwisterlichkeit geleitet ist. Papst Franziskus forderte dazu auf, in den Migranten nicht einfach ein zu bewältigendes Problem zu sehen, sondern ,ein lebendiges Abbild des Gottesvolkes auf dem Weg‘; Menschen mit Würde, Ressourcen und Träumen, die ein Recht darauf haben, mit Respekt behandelt zu werden, und die darum bitten, ein aktiver Teil der Gesellschaften zu werden, die sie aufnehmen. Soziale Gerechtigkeit beinhaltet in diesem Bereich mindestens zwei sich ergänzende Verpflichtungen. Einerseits gilt es, das Recht auf Hoffnung derer zu wahren, die zur Flucht gezwungen sind, indem sichere und legale Wege, würdige Aufnahmebedingungen und echte Integrationsmöglichkeiten gewährleistet werden. Andererseits gilt es auch das Recht zu fördern, in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen, einschließlich jener, die mit wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten und der Klimakrise zusammenhängen. Wenn diese Rechte geachtet werden, kann Migration zu einer Gelegenheit der Begegnung und der gegenseitigen Bereicherung zwischen den Völkern werden.“

Aufforderung zum Handeln

Die westlichen Regierungen sind hiermit aufgefordert, den dringenden Appell von Papst Leo XIV. zum Anlaß zu nehmen, die unmenschliche und vom wirtschaftlichen Standpunkt vollkommen inkompetente Migrationspolitik, wie sie im EU-Migrationspakt zum Ausdruck kommt, sofort zurückzunehmen. Statt dessen muß eine auf Augenhöhe basierende Kooperation mit den Nationen des Globalen Südens auf die Tagesordnung gesetzt werden, die ernsthaft daran geht, die Fluchtursachen zu beseitigen.

Das Recht, „in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen“, ist relativ einfach zu verwirklichen, wenn der politische Wille dazu aufgebracht wird. Was die Nationen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas brauchen, ist eine wirkliche industrielle und landwirtschaftliche Entwicklungspolitik, die zum Ziel hat, das volle Potential dieser Länder zum Wohl ihrer eigenen Bevölkerung zu entwickeln. Der Globale Süden, der in Wirklichkeit die Globale Mehrheit von rund 85 Prozent der Menschheit repräsentiert, ist derzeit ohnehin dabei, die Periode von 500 Jahren Kolonialzeit hinter sich zu lassen und vor allem in Kooperation mit China die Infrastrukturprojekte und Investitionen in Schlüsseltechnologien zu verwirklichen, die es diesen Staaten ermöglichen werden, die Wertschöpfungsketten vollständig im eigenen Land zu verwirklichen. Anstatt an einem inhumanen neokolonialistischen Denken festzuhalten, sind die Regierungen Europas und der USA aufgerufen, sich umgehend für eine internationale Kooperation bereit zu erklären, die die vollständige Überwindung von Armut und Unterentwicklung aller Staaten auf dieser Erde zum Ziel hat.

So wird z.B. Afrika bis zum Jahre 2050 eine Bevölkerung von circa 2,5 Milliarden Menschen, also eine Milliarde mehr als heute haben. Dies bedeutet, daß es im ureigensten Interesse Afrikas ebenso wie Europas ist, in den nächsten 25 Jahren eine Milliarde produktiver Arbeitsplätze auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen. Auch wenn die meisten anderen Regionen der Welt negative demographische Prognosen haben, sind überall effektive Programme zur Armutsüberwindung notwendig, wenn soziale Explosionen zwischen der Klasse der Milliardäre und verarmten Milliarden von Menschen verhindert werden sollen.

Das Schiller-Institut hat dazu konkrete Entwicklungsprogramme ausgearbeitet, wie durch klar definierte Investitionsprogramme in grundlegende Infrastruktur, Energieproduktion und -verteilung und Kommunikation die Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, die Nationen des Globalen Südens zu industrialisieren, und wie durch die Kooperation zwischen den BRICS-Staaten, Industriestaaten des Nordens und den Entwicklungsländern im Rahmen von Joint Ventures das Ziel der Fluchtursachenbekämpfung effektiv erreicht werden kann. (5) (6)

Damit kann die Forderung der Enzyklika Populorum Progressio erfüllt werden, daß wahrer Frieden nur durch soziale Gerechtigkeit und die Überwindung weltweiter Ungleichheit, „deren Ungerechtigkeit zum Himmel schreit“, erreicht werden kann. Die Forderung von Papst Paul VI., dem Autor dieser Enzyklika: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“ ist das dringende Gebot der Stunde!

In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament forderte Papst Leo XIV. genau diese Form der internationalen Kooperation:

„Keine Nation kann eine Herausforderung dieser Größenordnung alleine bewältigen. Daher ist eine koordinierte, solidarische und wirksame Reaktion unerläßlich, die den Migranten Schutz, Aufnahme und echte Integrationschancen gewährleisten kann. Wenn die institutionelle Reaktion nahbar, gerecht und koordiniert ausfällt, sind Grenzen nicht länger Orte der Verlassenheit, sondern können zu Räumen werden, in denen die Menschenwürde verantwortungsvoll geschützt wird.“

In seiner Enzyklika, die den durchaus programmatisch aufzufassenden Namen Magnifica Humanitas – „Die großartige Menschheit“ – trägt, bezieht sich der Papst ganz konkret auf das höchste Ideal der griechischen Klassik und folgt damit der augustinischen Idee, daß deren Übereinstimmung mit der christlichen Offenbarung bedeutet, daß es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht. „23. Die Kirche betrachtet all jene, die aufrichtig nach ,Wahrheit, Güte und Schönheit‘ suchen, als Weggefährten und als ,wertvolle Verbündete‘ bei der Verteidigung der Würde jedes Menschen und bei der Bewahrung der Schöpfung“, heißt es weiter. In Übereinstimmung mit diesem Ideal des „Wahren, Guten und Schönen“ definiert die Enzyklika Kunst und Kultur, wenn sie authentisch sind, als eine Schutzmauer gegen die „Normalisierung des Bösen“. Und wie nötig hat dies die gegenwärtige menschliche Gesellschaft, in der letztlich nur als satanisch zu bezeichnende Phänomene beinah die gesamte sogenannte Unterhaltungsumwelt dominieren zu scheinen. Papst Leo spricht einigen Kunstwerken, wie Beethovens Neunter Symphonie, einen „fast prophetischen Wert“ zu, als „Sehnsucht nach Einheit“.

Der vielleicht wichtigste Gedanke besteht darin, daß Papst Leo in Erinnerung an Papst Paul VI. dazu aufruft, eine „Zivilisation der Liebe“ zu schaffen:

„Heute müssen wir diese Vision mit Nachdruck wiederbeleben: Die Zivilisation der Liebe ist keine naive Utopie, sondern ein anspruchsvolles Projekt. Sie besteht darin, Nächstenliebe in Strukturen der Gerechtigkeit zu verwandeln, Geschwisterlichkeit institutionelle Formen annehmen zu lassen und den anderen – sei es eine Person oder ein Volk – als einen notwendigen Verbündeten für den Aufbau des Gemeinwohls zu betrachten. Wie uns die Enzyklika Fratelli tutti in Erinnerung ruft, kann nur diese soziale Liebe, die fähig ist, zu einer Kultur und zur Norm zu werden, eine stabile internationale Ordnung hervorbringen und das Zusammenleben von einer bloßen bewaffneten Koexistenz in eine Schicksalsgemeinschaft verwandeln.“

Es sollte allen Menschen in den Staaten des sogenannten Kollektiven Westens – also Menschen, die in einem von liberalen Werten dominierten System leben, das sowohl die amerikanische Behörde ICE wie den EU-Migrationspakt als Antwort auf die Flüchtlingskrise hervorgebracht hat -, zu denken geben, daß sowohl das Oberhaupt der katholischen Kirche als auch die Regierung Chinas zur prinzipiell gleichen Schlußfolgerung gelangen, daß nur eine die Menschheit als Schicksalsgemeinschaft begreifende Einheit die Basis für den Frieden sein kann.

Die Enzyklika Magnifica Humanitas ist der dringende Appell von Papst Leo XIV. zur Umkehr. Die Entwicklungsprogramme des Schiller-Instituts zeigen den konkreten Weg, wie die Flüchtlingskrise überwunden werden kann. Was die Menschheit jetzt braucht, ist eine Bewegung für die Idee: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“!

Anmerkungen

1. https://www.vatican.va/content/leo- XIV./de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

2. https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-06/wortlaut-papstpredigt-in-las-palmas-de-gran-canaria.html

3. https://zeitschrift-vereinte-nationen.de/publications/PDFs/Zeitschrift_VN/VN_1965/Heft_6_1965/05_Rede_Papst_Paul_VI._6-1965.pdf; https://www.domradio.de/artikel/als-erster-papst-sprach-paul-vi-1965vor-den-vereinten-nationen

4. https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/speeches/2026/giugno/documents/20260608-spagna-parlamento.html

5. https://cloud.schillermeet.de/s/BQZXjgHWf78MJW5?dir=/&editing=false&openfile=true; Sonderbericht auf Deutsch hier erhältlich: https://www.eir.de/produkt/e-book-pdf-china-europa/

6. „Die Welt braucht 1,5 Milliarden neue, produktive Arbeitsplätze – Der LaRouche-Plan zur Wiederbelebung der US- und Weltwirtschaft“, in Neue Solidarität Nr. 23-28/2020; Sonderdruck „Entwicklungsoffensive bedeutet: Milliarden neue Arbeitsplätze, keine Flüchtlinge, kein Krieg“,https://www.eir.de/produkt/e-book-pdf-entwicklungsoffensive-bedeutet/


Radio Television Serbia sendet Bericht über Berliner Konferenz des Schiller-Instituts

24. Juni 2026 (EIRNS) – In der Morgensendung des nationalen Rundfunk- und Fernsehsenders Radio Television Serbia (RTS) am 22. Juni präsentierte die Redakteurin Dr. Jasminka Simić einen 4-minütigen Videobericht über die Konferenz des Schiller-Instituts vom 30. bis 31. Mai 2026 in Berlin, an der sie als Rednerin teilgenommen hatte. 

Zur dringenden Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, mit der sich die Konferenz beschäftigte, zitiert sie Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, Professor Zhang Weiwei (Direktor des China-Instituts an der Fudan-Universität in Shanghai), Pino Arlacci (früherer stellv. UN-Generalsekretär), den Rechtsanwalt und Autor Dr. Wolfgang Bittner, Charles Onana (Politikwissenschaftler aus Kamerun) und den früheren französischen Präsidentschaftskandidaten Jacques Cheminade.

Simic unterstreicht die Bedeutung der strategischen Perspektive von Lyndon LaRouche: „Als der amerikanische Präsident Nixon im Sommer 1971 feste Wechselkurse durch flexible Wechselkurse ersetzte, sagte der amerikanische Ökonom und Gründer des Schiller-Instituts, Lyndon LaRouche, voraus, dass die Fortsetzung des liberalen Kurses zwangsläufig zu einer neuen Systemkrise, einer Depression und der Gefahr eines Krieges führen würde, sofern nicht ein völlig anderes Wirtschaftssystem eingeführt würde.“

Abschließend berichtet Simić über Helga Zepp-LaRouches Kampagne für die Schaffung einer „Bewegung von Weltbürgern”. Diese basiere auf dem Konzept der „Übereinstimmung der Gegensätze“, das der deutsche Philosoph und Mathematiker Nikolaus von Kues im 15. Jahrhundert entwickelt hat. „Das bedeutet, dass wir zwar gegensätzliche Ansichten vertreten, aber dieselben Herausforderungen der modernen Gesellschaft teilen – von der Pandemie bis hin zu nuklearen Bedrohungen –, was uns untrennbar mit einem neuen Paradigma in den internationalen Beziehungen verbindet, das auf der Idee der Einheit der Menschheit beruht.“

Auf der Webseite des Schiller-Instituts finden Sie das Archiv mit allen Beiträgen der zweitägigen Konferenz.


Das Iran-Abkommen kann für die Welt eine Wende bedeuten!

Von Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller Instituts,

16 Juni 2026

Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran ist zweifellos ein historischer Durchbruch, indem sie die Feindseligkeiten zwischen beiden Seiten beendet, die Straße von Hormus wieder öffnet und hoffentlich auf diese Weise verhindert, dass die Weltwirtschaft weiter in eine Depression abgleitet. Das Ergebnis dieses Krieges, der mehr als dreieinhalb lange, zermürbende Monate dauerte, ist eine erheblich veränderte strategische Lage, in der noch nicht entschieden ist, ob der Waffenstillstand in einen dauerhaften Frieden übergehen kann, oder ob er nur eine Pause sein wird, bis die nächste, möglicherweise noch schlimmere Runde von Kämpfen ausbricht.

Klar ist jedoch, dass die größte Militärmacht der Welt, die Vereinigten Staaten, nicht in der Lage war, eine mittelgroße Macht wie den Iran zu besiegen. Weder ein Regimewechsel noch die Ausschaltung des ballistischen Raketensystems noch die Beseitigung des iranischen Atomprogramms konnten erreicht werden, dank der unerwarteten Widerstandsfähigkeit der iranischen Bevölkerung, die sich, ungeachtet ihrer aktuellen politischen Ausrichtung, stattdessen um ihre Identität als jahrtausendealter Zivilisationsstaat – Persien! – scharte. Obwohl er erhebliche Verluste erlitten hat, ist der Iran dennoch der klare Sieger dieses Krieges, nicht zuletzt, weil er nun erkannt hat, welchen bedeutenden Einfluss er durch die Kontrolle über die Straße von Hormus ausübt. Diese Kontrolle über eine der Engstellen der Weltwirtschaft ist von nun an ein Faktor in der strategischen Lage, den niemand ignorieren kann. Auch die Tatsache, dass die USA nicht in der Lage waren, die Golfstaaten, in denen US-Stützpunkte liegen, zu verteidigen, wird dauerhafte Folgen für die Sicherheitsarchitektur Südwestasiens haben.

Ein großes Lob gebührt zweifellos in erster Linie dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, der entscheidend zur Vermittlung zwischen den USA und dem Iran beitrug und sich für Diplomatie statt Krieg als Mittel zur Konfliktlösung einsetzte, ebenso wie vielen anderen Kräften der Region, die versuchten, eine Eskalation zu einer globalen Katastrophe zu verhindern.

Das große Damoklesschwert, das über allem schwebt, ist offensichtlich die Reaktion Israels, des anderen großen Verlierers in dieser Situation, das selbst im zweiten Krieg innerhalb eines Jahres, mit Unterstützung der stärksten Militärmacht, keines seiner Kriegsziele erreichen konnte. Premierminister Netanjahu wird derzeit von Oppositionsführern und sogar von Mitgliedern seines eigenen Kabinetts wegen seines Versagens heftig angegriffen, und der große Knackpunkt ist der Teil des Abkommens, der einen Waffenstillstand im Libanon vorsieht, welchen Israel gänzlich ablehnt. Israel wird sich jedoch des veränderten internationalen Klimas bewusst werden müssen, in dem sich die überwiegende Mehrheit der Weltöffentlichkeit gewandelt hat und sogar eine wachsende Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung der Meinung ist, dass Israel im Umgang mit den Palästinensern und dem Iran viel zu weit gegangen ist. Präsident Trump versucht derzeit, seine Interessen abzuwägen zwischen seinen finanziellen Unterstützern, die eine noch härtere Linie gegenüber dem Iran befürworten, und den Falken in der Republikanischen Partei, die wollen, dass über das gesamte Abkommen im Kongress abgestimmt wird, um es blockieren zu können, und auf der anderen Seite Trumps alter MAGA-Basis, deren Unterstützung er zunehmend verliert, weil sie das Gefühl haben, dass er seine Wahlversprechen verraten hat, und er muss angesichts der in wenigen Monaten anstehenden Zwischenwahlen seine Gewinne und Verluste abwägen.

Was ist also zu tun, um sicherzustellen, dass das Abkommen Bestand hat und ein dauerhafter Frieden gesichert werden kann? Die Antwort lautet, dass eine echte Vision der wirtschaftlichen Entwicklung für die gesamte Region Südwestasiens ernsthaft auf die Tagesordnung gesetzt werden muss: der vom Schiller-Institut vorgeschlagene „Erweiterte Oasenplan“.

Nur wenn die Bevölkerung aller Länder der Region, insbesondere die Jugend, die Aussicht auf ein endgültiges Ende des Krieges und eine glänzende Zukunft in Wohlstand haben, gibt es einen Anreiz für einen dauerhaften Frieden. (1)

Die tiefgreifendere Antwort darauf liegt darin, dass man den größeren strategischen Kontext der Versprechen zur Beendigung aller Kriege berücksichtigen muss. Trump steht vor dem Konflikt um die Zwischenwahlen. Während die Krise in Südwestasien offensichtlich eine Geschichte hat, die Tausende von Jahren zurückreicht, und die Situation sehr komplex und facettenreich ist, muss diese Krise – wie der Ukraine-Krieg und fast jeder andere Konflikt der Gegenwart – als Teil der geopolitischen Gesamtlage betrachtet werden. Diese ist geprägt von den scheiternden Bemühungen des von der Anglosphäre dominierten kollektiven Westens, nach dem Ende des Kalten Krieges eine unipolare Weltvorherrschaft zu errichten. Dieser Versuch erwies sich als sehr kurzlebig, weil die Kombination aus sechs NATO-Osterweiterungen – unter Verletzung sämtlicher gegenteiliger Versprechen – und der Politik von Regimewechsel, Farbrevolutionen, einseitigen Sanktionen und Interventionskriegen insbesondere in den Ländern des Globalen Südens einen enormen Rückschlag hervorgerufen hat. Sie akzeptierten die NATO-Darstellung all dieser Ereignisse nicht, sondern erkannten das offensichtliche Ziel einer Neuauflage einer imperialen und neokolonialen Ordnung. Da der historisch beispiellose Aufstieg Chinas es den Ländern des Globalen Südens erstmals ermöglicht, 500 Jahre Kolonialismus zu überwinden, versuchen sie, eine neue Wirtschaftsordnung zu errichten, die ein gerechteres und gleichberechtigtes System für alle schafft.

Daher steht bei allen Konflikten immer auch die Dynamik im Hintergrund, dass der Westen seine Dominanz in der strategischen Lage erhalten und – wie es manche Politiker formulieren – „Russland ruinieren“ und China mindestens „eindämmen“ will. Dies entspricht jedoch nur den Interessen einiger weniger in den Establishments einiger westlicher Länder, nicht jedoch den Eigeninteressen der Menschen in Europa und den USA.

Der jüngste Krieg in Südwestasien hat es in unbestreitbarer Deutlichkeit gezeigt: Die alte Weltordnung, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg und dann erneut nach dem Ende des Kalten Krieges etabliert wurde, zerfällt. Es ist daher von höchster strategischer Bedeutung, eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf den Tisch zu bringen, die die Interessen jedes Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss. Die Situation ist vergleichbar mit den Umständen des Westfälischen Friedens, der 150 Jahre Religionskriege in Europa beendete, weil die Kriegsparteien erkannten, dass bei einer Fortsetzung des Krieges niemand mehr am Leben bleiben würde, um einen Sieg zu genießen. So gelangten sie zu der Erkenntnis, dass man, um Frieden zu haben, die Interessen des anderen respektieren muss, und zwar Aller anderen!

Es liegen bereits mehrere Initiativen auf dem Tisch, die das Verständnis widerspiegeln, dass die Weltordnung dringend umgestaltet werden muss, wie beispielsweise das neue Weißbuch des chinesischen Staatsrats Gerechtere und ausgewogenere globale Governance: Chinas Grundsätze, Vorschläge und Maßnahmen, das eine Verbesserung der internationalen Ordnung auf der Grundlage der Idee einer Zukunftsgemeinschaft der Menschheit vorschlägt.

Aus einem ganz anderen Hintergrund kommend, aber im Wesentlichen zu derselben Erkenntnis gelangend, dass eine Reform dringend notwendig ist, hat Papst Leo XIV. gerade eine neue Enzyklika Magnifica Humanitas veröffentlicht, die nicht nur die gegenwärtigen Tendenzen zum Bau eines neuen „Turms zu Babel“ kritisiert, sondern auch einen sehr substanziellen Vorschlag dazu liefert, nach welchen Prinzipien ein neues System errichtet werden muss, das der großartigen menschlichen Spezies würdig ist. (2) Die Autorin hat Zehn Prinzipien vorgeschlagen, die berücksichtigt werden sollten, um zu konzipieren, wie eine solche neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur aussehen könnte. (3)

Deshalb sollte man mehr tun, als das soeben zwischen den USA und dem Iran erzielte Abkommen nur zu kommentieren und darüber zu spekulieren, ob die Lage im Libanon und die Weigerung Israels, sie als Teil der Vereinbarung anzuerkennen, sich doch als entscheidender Faktor erweist, der das Abkommen zum Scheitern bringt.

Wenn der „Erweiterte Oasenplan“ von mehreren Ländern der Region auf die Tagesordnung gesetzt wird, kann er der erste Schritt sein, um die ganze Welt in ein neues Paradigma zu führen, in dem Krieg als Mittel der Konfliktlösung – eine existenzielle Frage im Zeitalter thermonuklearer Waffen – überflüssig wird und eine gerechte Ordnung verwirklicht wird, die das Wohlergehen aller Nationen ermöglicht.

1. Webseite des Schiller-Instituts zum „Oasis“-Plan, https://schillerinstitute.com/the-oasis-plan-the-larouche-solution-for-southwest-asia/

2. https://schillerinstitute.com/de/blog/2026/06/17/dringender-appell-von-papst-leo-xiv-haltet-ein-bereut-ehe-es-zu-spaet-ist-der-neue-name-fuer-frieden-heisst-entwicklung/

3. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/


Internationale Friedenskoalition #159, 19.06.2026, 17.00 Uhr

Möge die gesamte Menschheit verkünden: „Entwicklung ist der neue Name des Friedens!“

159. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Möge die gesamte Menschheit verkünden: „Entwicklung ist der neue Name des Friedens!“

19. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Diese Woche werden wir von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition, von Dr. Abdullah Ahsan, Professor für vergleichende Zivilisationsforschung (mit Lehrtätigkeit in Malaysia und der Türkei) und Dr. Mohammad A. Toor, Vorsitzender des Kuratoriums des Pakistan American Congress und Präsident der „American Pakistan Physicians for Justice“, und weiteren Persönlichkeiten begleitet.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

EILMELDUNG:  Am Mittwochabend unterzeichnete US-Präsident Donald Trump im Schloss von Versailles die neue 14-Punkte-Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, während der iranische Präsident Masoud Peseschkian digital unterzeichnete. Für Freitag ist in der Schweiz eine Zeremonie angesetzt, bei der ein Waffenstillstand sowie weitere Bedingungen vereinbart und der Beginn von 60 Tagen weiterer Verhandlungen festgelegt werden sollen.

Die Welt steht an einem Wendepunkt. Wir hoffen, dass die angekündigten Pläne umgesetzt werden. Gleichzeitig ist der einzige Weg nach vorn für die Menschheit die Umsetzung großangelegter wirtschaftlicher Entwicklung der gesamten Region im Sinne des von der LaRouche-Bewegung vorgeschlagenen Oasenplans. Dies ist auch auf internationaler Ebene notwendig, angesichts der wirtschaftlichen Schockwellen, die den Zerfallsprozess in den Volkswirtschaften des westlichen Systems noch verstärken.

Der Ansatz des erweiterten Oasenplans drückt die konkrete Umsetzung des Prinzips „Frieden durch Entwicklung“ aus. In diesem Zusammenhang wurden heute zwei wichtige neue Erklärungen veröffentlicht. In Peking hielt Außenminister Wang Yi eine Pressekonferenz ab, in der er China als Gestalter des Weltfriedens und als Mitwirkenden an der globalen Entwicklung bezeichnete und ein neues Weißbuch veröffentlichte: „Gerechtere und ausgewogenere globale Regierungsführung: Chinas Prinzipien, Vorschläge und Maßnahmen“.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin von EIR, veröffentlichte ein neues Papier mit dem Titel „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: ‚Haltet ein! Bereut! Ehe es zu spät ist!‘ Der neue Name für Frieden heißt Entwicklung!“ Zepp-LaRouches Dokument, das über die Enzyklika Magnifica Humanitas des Papstes und seine jüngsten Reden in Spanien berichtet, ruft zum Handeln auf.

Zepp-LaRouche schreibt:

„Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der jüngsten Zeit von Politikern und Experten vieler Länder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika Magnifica Humanitas (1) und den Ansprachen bei seiner jüngsten Reise nach Spanien (2) nach bestem Ermessen die mit Abstand wichtigste. Wenn Historiker später einmal die Frage untersuchen werden, was – hoffentlich – den entscheidenden Ausschlag gegeben hat, die westliche Zivilisation mitten in einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise zur Umkehr zu bringen, dann werden sie auf diese Rolle des Papstes stoßen, und die Bereitschaft einer genügend großen Anzahl von Gläubigen und Menschen, die guten Willens waren, sich seine Worte zu Herzen zu nehmen und eine Änderung der Politik durchzusetzen. …

… Gleichzeitig zeigte er aber auch den erreichbaren Ausweg aus der Krise auf, nämlich daß die Menschen sich an das höchste Ideal des christlichen Menschenbildes erinnern und es verwirklichen….

… Wenn man die Enzyklika und die Reden des Papstes in Spanien zusammen betrachtet, dan stellen sie eine vollständige Abrechnung mit der gesamten Politik des liberalen Westens dar, und dies mit einer Klarheit, die alle Politiker, die einen Amtseid auf das Gemeinwohl geschworen haben – und vor allem die, deren Parteien das Wort „christlich“ im Namen führen -, veranlassen müßte, eine 180-Grad-Kehrtwende in ihrer Politik vorzunehmen….“

Zepp-LaRouche zitiert die Ezyklika Magnifica Humanitas:

„ 81. Ein entscheidender Prüfstein für soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Flüchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind….  Andererseits gilt es auch das Recht zu fördern, in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen, einschließlich jener, die mit wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten und der Klimakrise zusammenhängen. Wenn diese Rechte geachtet werden, kann Migration zu einer Gelegenheit der Begegnung und der gegenseitigen Bereicherung zwischen den Völkern werden.“

Zepp-LaRouche unterstreicht: „Anstatt an einem inhumanen neokolonialistischen Denken festzuhalten, sind die Regierungen Europas und der USA aufgerufen, sich umgehend für eine internationale Kooperation bereit zu erklären, die die vollständige Überwindung von Armut und Unterentwicklung aller Staaten auf dieser Erde zum Ziel hat.“

Sie schliesst: „Die Enzyklika Magnifica Humanitas ist der dringende Appell von Papst Leo XIV. zur Umkehr. Die Entwicklungsprogramme des Schiller-Instituts zeigen den konkreten Weg, wie die Flüchtlingskrise überwunden werden kann. Was die Menschheit jetzt braucht, ist eine Bewegung für die Idee: „Entwicklung ist der neue Name für Frieden“!“

Die kommende Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am Freitag, dem 19. Juni, bietet die Gelegenheit, darüber zu beraten.


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