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Welche Art von Frieden wollen wir?

Bericht vom 158. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Unter dem Motto „Welche Art von Frieden wollen wir?“ veranstaltete die Internationale Friedenskoalition (IPC) am 12. Juni ihre 158. wöchentliche Onlinesitzung. Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin der IPC und des Schiller-Instituts, eröffnete die Veranstaltung mit der provokanten Feststellung, unser Handeln heute werde darüber entscheiden, ob sich die Welt in eine gute oder schlechte Richtung entwickle. US-Präsident Trump habe unzählige Male ein „kurz bevorstehendes“ Friedensabkommen angekündigt, doch der Abschuß eines US-Hubschraubers habe neue Kämpfe ausgelöst. Trumps Vorstellung, die USA würden die vollständige Kontrolle über Irans Öl- und Gasvorkommen übernehmen, sei lächerlich.

In Europa trieben viele Regierungen die Aufrüstung voran, doch der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, US-General Alexus Grynkewich, habe erklärt, daß Rußland keinen Konflikt will. Andere Militärführer warnten, daß Europa „in den Krieg schlafwandelt“, während die NATO versuche, sich von 27 auf 40 Mitgliedsstaaten auszuweiten. Zepp-LaRouche warnte, in Deutschland sei das Militär immer mehr mit Rekrutierungskampagnen und ähnlichem präsent.

Dagegen sei Papst Leo XIV. eine wichtige Stimme für den Frieden, ähnlich wie Chinas Präsident Xi Jinping. Der Papst habe kürzlich Spanien besucht, vor dem Parlament und vor 600.000 jungen Menschen gesprochen und eine christliche Antwort auf die Migrationskrise auf den Kanarischen Inseln gefordert. Alle sollten Leos neue Enzyklika Magnifica humanitas: Über die Bewahrung des Menschen in Zeiten der künstlichen Intelligenz lesen.1 Der Papst kritisiere Milliardäre, deren einziges Ziel es sei, Billionäre zu werden, und Leute, die ihre „Türme zu Babel“ errichten wollen. Er lehne den Klassenkampf ab, sondern fördere das chinesische Konzept „Li“, die Harmonie in der Welt. Die Enzyklika fördere eine eher klassische Vorstellung von „Wahrheit und Schönheit“ und stelle fest: „Der neue Name für Frieden ist Entwicklung.“

Am 3. Juli werde Leo in Philadelphia eine Videobotschaft zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA übermitteln und die Amerikaner auffordern, sich mehr mit der wahren Geschichte und Mission ihres Landes auseinanderzusetzen. Dagegen sei der geplante „Käfigkampf“ im Weißen Haus das denkbar schlechteste Niveau zur Feier der Unabhängigkeit. Die unabhängige Präsidentschaftskampagne von Diane Sare werde sich bei einer Veranstaltung am 5. Juli in Philadelphia mit all dem befassen.

Die Behauptung, die USA seien nur ein Land der Greueltaten, sei eine von den Briten durchgesetzte Geschichtsfälschung. Die USA seien gegründet worden, um die Herrschaft der „Blaublüter und Monarchien“ zu beenden und das Gemeinwohl zu fördern, wo „alle Menschen gleich geschaffen sind“, mit einer Verpflichtung zu „Leben, Freiheit und dem Streben nach Glückseligkeit“. Die Briten hätten immer versucht, dies zu untergraben, indem sie den US-Bürgerkrieg schürten und Amerika in das gegenwärtige Chaos stürzten. Dagegen müßten wir die wahre amerikanische Tradition wiederbeleben.

Der nächste Redner war Oberst a.D. Alain Corvez aus Frankreich, der sagte, die USA und Israel verhielten sich wie Schurkenstaaten, die der Welt ihren Willen aufzwingen wollen, doch ein Großteil der Welt sei dagegen. Der Iran widersetze sich aktiv und werde von vielen Ländern unterstützt, darunter mächtige Staaten wie China und Rußland. Präsident Trumps innenpolitische Unterstützung sei im „freien Fall“, er gehe auf Schwierigkeiten bei der Kongreßwahl zu und sehe sich an mehreren Fronten blockiert. Die USA müßten erkennen, daß sie nicht der „Weltpolizist“ sind. Corvez warnte, Israel könnte versuchen, jede Friedensvereinbarung zu sabotieren.

Die Europäer sollten wieder russische Ressourcen akzeptieren und Frieden anstreben. Rußland sei ein riesiges Land, das kein neues Territorium braucht. Merz, Starmer, Macron und andere hätten versagt und seien von ihrer eigenen Bevölkerung abgekoppelt. Die EU arbeite gegen die Interessen Europas und habe den Großteil ihrer Unterstützung verloren. Wegen ihrer Mißerfolge suchten diese Regierungen die Konfrontation mit Rußland als einzigen Weg, um an der Macht zu bleiben. Rußland könnte der Ukraine leicht vernichtende Schläge versetzen, halte sich jedoch zurück.

Anschließend berichtete María Josefa Rodríguez Hernández vom Schiller-Institut aus Spanien über ihre Aktivitäten während des Papstbesuchs. Ihre dynamische kleine Gruppe hielt ein Banner für den Dialog der Zivilisationen hoch und verteilte ein Flugblatt von Zepp-LaRouche. Der Papst habe Spanien an seine Leistung zur Vereinigung verschiedener Bevölkerungsgruppen durch die Übersetzerschule in Toledo unter Alfons dem Weisen im späten 13. Jahrhundert erinnert. Vor 600.000 Jugendlichen habe er zu einer neuen Menschlichkeit der Nächstenliebe aufgerufen. Spanien forderte mit seiner kompromißlosen Haltung u.a. zum Völkermord in Gaza die bestehende Weltordnung heraus. In einer Ansprache an den Globalen Norden und Globalen Süden habe der Papst gefordert, in „unser gemeinsames Zuhause“ zu investieren – durch Bildung, Forschung und die Zivilgesellschaft. Er sprach von der Bedeutung Afrikas und unserer Verantwortung, die Armut zu bekämpfen. Zepp-LaRouche kommentierte, das Engagement des Papstes sei von größter Bedeutung für die Welt und unerläßlich für den Frieden. Corvez pflichtete bei und fügte hinzu, wir müßten die Bedürfnisse und Sorgen der anderen berücksichtigen.

Pater Harry Bury, Gründer der Friedensgruppe Twin Cities Nonviolent, sagte, die Ereignisse auf der Welt brächen ihm das Herz, gäben ihm aber auch Hoffnung. Die neue Enzyklika erinnere ihn an die Bedeutung jedes einzelnen Menschen und daran, daß man den Beitrag jedes einzelnen zur Gesellschaft würdigen müsse. Manchmal würden Menschen als „böse“ abgestempelt, um Gewalt zu rechtfertigen, doch es gebe keine bösen Menschen auf der Welt, sondern nur Menschen, die Bildung bräuchten. Die Geschichte lehre uns, daß Gewalt nicht zum Frieden führt. Pater Bury segnete den Papst und Lyndon und Helga LaRouche.

Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“, zeigte ein kurzes Video und sprach ebenfalls über die Bedeutung der Enzyklika mit ihrem Aufruf zur Vergebung. Er lobte auch die Enzyklika von Papst Johannes XXIII. aus dem Jahr 1963, Pacem in Terris.2 US-Präsident Kennedy und der sowjetische Staatschef Chruschtschow hätten sie zur Förderung des Friedens aufgegriffen. Kennedy habe die Enzyklika als Grundlage für seine berühmte Friedensrede an der American University im Juni 1963 verwendet, und Chruschtschow veröffentlichte Kennedys Rede dann in der Prawda und Iswestija. Der Papst habe diese Enzyklika in der äußerst gefährlichen Zeit 1963 verfaßt, heute befänden wir uns wieder in immer gefährlicheren Zeiten.

Die unabhängige Präsidentschaftskandidatin Diane Sare dankte Zepp-LaRouche für ihre Ausführungen zur wahren Geschichte der USA und ihre Rolle in der Welt. Sie wies die falsche Vorstellung zurück, die USA seien nur gegründet worden, um reichen weißen Sklavenhaltern Macht zu verschaffen. Die Gründerväter hätten klar festgestellt, daß „alle Menschen gleich geschaffen sind“.

Die jüngsten Wahlen hätten gezeigt, daß die zionistische Lobby AIPAC an Einfluß verliert. Der kritische republikanische Abgeordnete Thomas Massie sei zwar besiegt worden, aber viele andere ließen sich nicht aufhalten, wie der demokratische Abgeordneten Ro Khanna und der ägyptisch-amerikanische Arzt Adam Hamawy, der in New Jersey für den Kongreß kandidiert. Insbesondere junge Amerikaner lehnten eine pro-zionistische Politik ab, wie den jüngsten Vorstoß im Kongreß, die Geheimdienste der USA und Israels zusammenzulegen, wobei Ex-CIA-Chef Mike Pompeo auch den britischen MI-6 einbeziehen wolle. Sare las bewegende Zitate aus Präsident George Washingtons Abschiedsrede von 1796 vor, worin er zu „Frieden und Harmonie mit allen“ aufruft.3 Sare zitierte auch aus einem Artikel Lyndon LaRouches von 1998, „Als Franklin Roosevelt unterbrochen wurde“, die einzige legitime Rolle des Staates bestehe darin, den Einzelnen zu fördern.4 Zepp-LaRouche fügte später hinzu, es gebe viele Regierungsformen auf der Welt, aber wenn eine Regierung den Charakter des einzelnen verbessert, dann sei das eine gute Regierung.

Co-Moderator Dennis Small bezog sich auf Zepp-LaRouches „Zehn Prinzipien“,5 wo es heißt, der Mensch sei „von Grund auf gut und in der Lage, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen“. Papst Leo habe in Spanien gesagt: „Das Verlangen nach Güte, Schönheit und Wahrheit ist tief in der DNA der Menschheit verwurzelt… Das sind tiefgründige Ideen, die nicht ignoriert werden dürfen.“ Zepp-LaRouche antwortete, Leo habe eine Affinität zu Nikolaus von Kues, der sagte, alles Böse sei ein Mangel an Entwicklung. Kues habe die statische, manichäische Vorstellung kritisiert, das Böse sei immer da und es gebe einen permanenten Kampf zwischen Gut und Böse. Später fügte sie hinzu, auch wenn der Papst in der Enzyklika keine Namen nenne, bringe er „jede einzelne Struktur der Sünde auf den Punkt“. Alles deute auf die „Epstein-Klasse“ hin, und der Papst gebe uns die Fähigkeit, die aktuelle Geschichte zu beurteilen. Diese Enzyklika sei das notwendige moralische Korrektiv für die Welt und ein Werkzeug, um nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart zu verstehen.

            eir

Anmerkungen

1. https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

2. https://www.vatican.va/content/john-xxiii/de/encyclicals/documents/hf_j-xxiii_enc_11041963_pacem.html

3. https://www.senate.gov/artandhistory/history/resources/pdf/Washingtons_Farewell_Address.pdf

4. https://larouchepub.com/lar/2020/4707-where_fdr_was_interrupted-lar.html

5. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/


Internationale Friedenskoalition #158, 12.06.2026, 17.00 Uhr

Welche Art von Frieden streben wir an?

158. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Welche Art von Frieden streben wir an?

12. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Die Zeit bis zum 3. und 5. Juli gehört uns. Schließen Sie sich diesen Freitag der Internationalen Friedenskoalition an. Die Redner sind: Helga Zepp-LaRouche (Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition), Diane Sare (unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin), María Josefa Rodríguez Hernández (Spanien, Aktivistin des Schiller-Instituts) sowie Pater Harry Bury (seit 70 Jahren katholischer Priester, lebenslanger Friedensaktivist und aktiv bei „Twin Cities Nonviolent“ sowie der US-Vereinigung katholischer Priester).

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Vor dreiundsechzig Jahren, am 10. Juni 1963, stellte Präsident John F. Kennedy in seiner Festansprache an der American University eine entscheidende Frage:

„Welche Art von Frieden meine ich und welche Art von Frieden suchen wir? Nicht eine Pax Americana, die der Welt durch amerikanische Kriegswaffen aufgezwungen wird. Nicht den Frieden des Grabes oder die Sicherheit des Sklaven. Ich spreche von echtem Frieden, der Art von Frieden, die das Leben auf der Erde lebenswert macht, der Art, die es Menschen und Nationen ermöglicht, zu wachsen, zu hoffen und ein besseres Leben für ihre Kinder aufzubauen – nicht nur Frieden für die Amerikaner, sondern Frieden für alle Männer und Frauen, nicht nur Frieden in unserer Zeit, sondern Frieden für alle Zeiten.“

Die Probleme der Welt, so betonte Kennedy damals, seien kein kosmisches Schicksal, sondern Folge menschlichen Handelns:

„Unsere Probleme sind von Menschen gemacht – daher können sie auch von Menschen gelöst werden… Kein Problem des menschlichen Schicksals ist für den Menschen unüberwindbar. Die Vernunft und der Geist des Menschen haben oft das scheinbar Unlösbare gelöst, und wir glauben, dass sie es wieder tun können… Frieden muss nicht undurchführbar sein, und Krieg muss nicht unvermeidlich sein.“

Das Bild heute sieht jedoch düster aus. Gestern Abend kündigte das US-Zentralkommando „Selbstverteidigungs“-Schläge gegen iranische Luftabwehr-, Bodenkontroll- und Radaranlagen in der Nähe der Straße von Hormus an, als Reaktion auf den Abschuss eines Apache-Hubschraubers der US-Armee. Das Pentagon konnte nicht bestätigen, dass es sich um eine absichtliche Handlung des Iran handelte. Es könnte auch eine versehentliche Kollision mit einer iranischen Shahed-Drohne gewesen sein.

Die Behauptung der „Selbstverteidigung“ ist, wie wir berichten, eine Fiktion: Die US-Seeblockade iranischer Häfen ist per Definition ein Kriegshandlung, und iranische Gegenmaßnahmen gegen deren Durchsetzung sind per Definition Akte der Selbstverteidigung. Der Iran reagierte mit Angriffen auf das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain und auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien.

Jenseits der libanesischen Grenze senden israelische Drohnen Aufnahmen weinender Kinder, um Zivilisten aus ihren Häusern zu locken – eine Taktik, die die IDF bereits in Gaza angewandt hat. Der israelische Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, schlägt vor, die Ehefrauen und Kinder mutmaßlicher Hisbollah-Mitglieder zusammenzutreiben und sie in israelische Gefängnisse zu werfen, die für systematische Folter und sexuellen Missbrauch berüchtigt sind.

Die Ukraine und Russland bekriegen sich weiter. Die „Koalition der Willigen“ – Starmer, Macron, Merz, Selenskyj – traf sich am Sonntag in London, um ihren Kurs zu bekräftigen.

Nichts davon entspricht dem, wozu Kennedy 1963 aufrief.

Der 250. Jahrestag der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ist nur noch wenige Wochen entfernt. Gestern veröffentlichten wir den Aufruf der LaRouche-Organisation „Amerika mit 250: Werden wir jetzt, wie einst, unserem Land zu Hilfe kommen?“ Darin stellt die LaRouche-Organisation den geplanten Wrestling-Kampf auf dem Rasen des Weissen Hauses am 14. Juni, der als offizielle Feier der Gründung der amerikanischen Republik inszeniert wird, dem Kontinentalkongress von Juni und Juli 1776 gegenüber. Dies sei die „intensivste Beratung über die Prinzipien der Selbstverwaltung“ gewesen, „die es in der Geschichte seit mindestens der Zeit Athens vor zweitausend Jahren gegeben hat“. Die TLO schlägt einen neuen, „Transkontinentalen Kongress über die unveräußerlichen Rechte des Menschen“ vor. Der Aufruf bezieht sich auf Präsident John Quincy Adams’ Warnung vom 4. Juli 1821, dass Amerika, wenn es ins Ausland gehe, um Monster zu suchen und zu vernichten, „zur Diktatorin der Welt werden könnte. Es wäre nicht länger Herr über seinen eigenen Geist.“

Gegen die Architektur des Krieges entsteht eine Architektur des Friedens – unvollständig, umstritten, aber sichtbar. Der erste amerikanische Papst, Leo XIV., wird am 3. Juli auf der Independence Mall in Philadelphia die Liberty Medal des National Constitution Center in einer live-Übertragung aus dem Vatikan erhalten. Die Wahlkampfveranstaltung der unabhängigen US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare findet am 5. Juli, ebenfalls in Philadelphia statt. Helga Zepp-LaRouches Aufruf zu einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gewinnt weitere Unterstützung, und die Konferenz des Schiller-Instituts am 30/31. Mai in Berlin „Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus: Für einen Dialog der Zivilisationen“ – liefert einen zukunftsgerichteten Rahmen dafür.

Kennedy schloss seine Rede an der American University mit folgenden Worten:

„[W]ir werden unseren Teil dazu beitragen, eine Welt des Friedens zu schaffen, in der die Schwachen sicher und die Starken gerecht sind. Wir stehen dieser Aufgabe nicht hilflos gegenüber und haben auch keine Hoffnung auf ihren Erfolg. Zuversichtlich und ohne Furcht arbeiten wir weiter – nicht auf eine Strategie der Vernichtung hin, sondern auf eine Strategie des Friedens.“

Der Kontinentalkongress sah sich im Juni und Juli 1776 mit derselben Frage konfrontiert, vor der auch Sie heute stehen: ob das Volk bereit wäre, die Arbeit zu leisten, die der Frieden erfordert. Papst Leo XIV. wird diese Frage am 3. Juli vom Vatikan aus an die Nation richten, die ihr 250-jähriges Bestehen feiert, und sie mit seiner eigenen Stimme erneut aufwerfen. Diane Sare wird sie am 5. Juli in Philadelphia ebenfalls zur Sprache bringen.


Das Ende der 500jährigen Kolonialepoche – für einen Dialog der Zivilisationen

Einladung zur Internationalen Konferenz des Schiller Instituts, 30./31. Mai, Berlin

Das Ende der 500jährigen Kolonialepoche – für einen Dialog der Zivilisationen

Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur

Samstag, 30.5.

10 Uhr: Die dringende Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur

  • Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin des Schiller-Instituts: 
    „Wir lassen die europäischen Zivilisation nicht untergehen!“
  • Professor Zhang Wei (China), Direktor des China Institute der Fudan-Universität: „Aufbau einer gewinnbringenden multipolaren Weltordnung“
  • Pino Arlacchi (Italien), ehemaliger stellvertretender UN-Generalsekretär:
    „Sind wir sicher, dass der kommende wirtschaftliche Sturm global sein wird?“
  • Chas Freeman (USA), ehemaliger Botschafter der Vereinigten Staaten in Saudi-Arabien:
    „Die Geburt, der Tod und die perspektivische Wiedergeburt der Weltordnung“ (per Video)
  • Sanjay Tripathi (Indien), ehem. Souveränität und Konsens der Regierten Beamter in indischen Ministerien:
    „Die dringende Notwendigkeit einer neuen globalen Sicherheit“
  • Dr. Wolfgang Bittner (Deutschland), Autor: „Souveränität, Neutralität, Kultur“

14:30 Uhr: Souveränität und Konsens der Regierten

  • Jacques Cheminade (Frankreich), ehemaliger Präsidentschaftskandidat, Präsident von Solidarité et Progrès: „Ein Neubeginn zur Verhinderung des Aussterbens der Menschheit“
  • Jürgen Schöttle (Deutschland), Ingenieur: „Wirtschaftliche Energieversorgung und Souveränität sind untrennbar“
  • Patrick Baab (Deutschland), Journalist und Autor: „Staatsstreich in Permanenz. Die Zensur-Industrie und das Verwertungsmodell des Digitalen Kriegs-Kapitalismus.“
  • Oberstleutnant a.D. Ralph Bosshard (Schweiz), ehemaliger militärischer Berater des OSZE-Generalsekretärs
  • Dr. Jasminka Simić (Serbien), Redakteurin, Radio-Television Serbien, Belgrad:
    „Die von China inspirierte neue Form der Kooperation zwischen den Staaten des globalen Südens aus serbischer Sicht“
  • Dr. Theodore Postol (USA), emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und nationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology (per Video)

19 Uhr: Konzert und Dialog der Zivilisationen – Künstler aus China, Russland, Deutschland, Albanien, u.a. präsentieren Musik und Dichtung verschiedener Kulturen.

Sonntag, 31.5.

10 Uhr: Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus – Teil 1

  • Harley Schlanger (USA), 250 Jahre Jubiläum Amerikanische Revolution
  • H.E. Eskindir Yirga Asfaw (Äthiopien), Botschafter Äthiopiens
    “Ethiopia – The Uncolonized/ independent/ Beacon and Its Path to Prosperity”
  • S.E. Majid Nili (Iran), Botschafter der Islamischen Republik Iran
  • Daud Azimi (Afghanistan), Vorstandsmitglied der Afghanische Nationale Friedensfront (Peace National Front of Afghanistan, PNF)
  • Videobotschaft einer Gruppe junger Ugander

14 Uhr: Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus – Teil 2

  • Charles Onana (Frankreich/Kamerun), Politikwissenschaftler und Autor
  • Purnima Anand (Indien), Präsidentin des BRICS Forum Indien
  • Abbey Makoe (Südafrika), Journalist, Gründer des Global South Media Network (per Video)
  • Dr. Jérôme Ravenet (Frankreich), Professor für Philosophie, Sinologe (per Video)
  • Wolfgang Riess (Deutschland), „Die Zukunft der Automobilindustrie“
  • Mrutjuanjai Mishra (Indien), Journalist (Kommentator bei Times of India)



Als mit der Auflösung der Sowjetunion 1991 der Kalte Krieg endete, erklärte der amerikanische Politikwissenschaftler Francis Fukuyama dies zum „Ende der Geschichte“. Diese Aussage sollte sich als die vielleicht kurzlebigste und falscheste Prognose der Geschichte herausstellen. Nur 35 Jahre nach dieser These befindet sich die Welt in einem beispiellosen tektonischen Umbruch: Nicht nur haben die Nationen des Globalen Südens das Diktat einer unipolaren Weltordnung auf der Basis der anglo-amerikanischen Sonderbeziehung zurückgewiesen, auch die transatlantische Beziehung selbst befindet sich spätestens seit dem Anspruch Trumps auf Grönland in Auflösung. Das Völkerrecht ist aufgehoben, es gilt die Machtpolitik, Drohungen, „eine ganze Zivilisation auszuschalten“, bleiben unter den westlichen Regierungen unwidersprochen, und es ist ein Verlust an Menschlichkeit zu verzeichnen, der die Grundpfeiler der internationalen Ordnung untergraben hat.

Gleichzeitig sind die Nationen des Globalen Südens entschlossen, die Periode von 500 Jahren Kolonialzeit endgültig zu überwinden und ihr Recht auf wirtschaftliche Entwicklung zu verwirklichen, eine Perspektive, die ihnen Chinas Aufstieg und seine Globalen Initiativen der Zusammenarbeit ermöglichen.

Die imperialen Kräfte der alten Ordnung sehen in eben diesem Aufstieg die größte geopolitische Bedrohung – eine Dynamik, die letztlich allen derzeit aufgeflammten Konflikten zu Grunde liegt. Dies gilt auch für den illegalen Angriffskrieg gegen den Iran, dessen Fortsetzung sogar zum Einsatz von Nuklearwaffen und zur Eskalation zu einem Weltkrieg führen könnte.

Umso dringender ist es, eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf die Tagesordnung zu setzen, die in der Tradition des Westfälischen Friedens die Interessen aller Staaten auf dieser Erde berücksichtigen muss. Wir müssen in der Lage sein, die existenzielle Frage für die Menschheit zu beantworten: Können wir uns eine internationale Ordnung geben, die unser langfristiges Überleben als einzige bisher bekannte mit kreativer Vernunft ausgestattete Gattung garantiert? Oder sind wir moralisch nicht in der Lage, die Mechanismen zu beseitigen, die kurzfristig zur Auslöschung der Menschheit führen können?

Die Konferenz in Berlin soll diese Frage mit dem gleichen Optimismus angehen, den Papst Leo XIV. bei seiner jüngsten Reise nach Afrika demonstriert hat. Die Nationen des Globalen Südens müssen bei der Neugestaltung der Weltordnung eine gleichberechtigte Stimme haben. Afrika ist der Kontinent mit der positivsten demografischen Kurve und wird bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen anwachsen. Also brauchen eine Milliarde mehr Menschen in Afrika eine Milliarde neue produktiver Arbeitsplätze in den nächsten 25 Jahren! Wenn die europäischen Staaten mit den BRICS dabei konstruktiv zusammenarbeiten, wird es nicht nur möglich sein, Armut und Unterentwicklung im Globalen Süden ein für alle Mal zu überwinden, sondern auch alle Staaten an den Errungenschaften der neuen Industriellen Revolution teilhaben zu lassen. Neue Revolutionen in Wissenschaft und Technologie werden es den Menschen ermöglichen, die in ihnen angelegten Potentiale vollständig zu entwickeln, so wie es bisher in der Geschichte nur wenigen Privilegierten gestattet war.

Ob es uns bewusst ist oder nicht: Wir sitzen als Menschheit alle in einem Boot. Die Existenz von thermonuklearen Waffen, Internet, Pandemien etc. bedeutet, dass unser Schicksal engstens verknüpft ist: Entweder gehen wir zusammen unter, oder wir schaffen gemeinsam ein neues Paradigma in den internationalen Beziehungen, das vom Prinzip der Coincidentia Oppositorum (dem Zusammenfall der Gegensätze) des Nikolaus von Kues geprägt ist und das die Idee der einen Menschheit postuliert.

Deshalb müssen wir den Reichtum der verschiedenen Kulturen und Zivilisationen bewusst machen und in einem vielfältigen Dialog zwischen ihnen die schönsten Perlen all dessen beleuchten, was die Menschheit bisher in ihrer Universalgeschichte in Kunst und Wissenschaft, in Musik, Dichtung, Malerei und Philosophie hervorgebracht hat. Wir brauchen eine neue Renaissance, die aus dem Dialog des Besten aller Kulturen und Zivilisationen hervorgeht, und genauso wie z.B. die Goldene Renaissance in Italien die Schrecken des 14. Jahrhundert überwunden hat, können wir so eine neue Ära der Menschheit einläuten, in der die Kinderkrankheiten der Menschheit, wie Oligarchismus und Kriege als Mittel der Konfliktlösung, überwunden werden.

Samstag, 30.5.

10 Uhr: Die dringende Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur

19 Uhr: Konzert: Dialog der Zivilisationen 

Sonntag, 31.5.

10 Uhr: Das Ende von 500 Jahren Kolonialismus


Die Registratur wurde geschlossen, wenn Sie spontan teilnehmen wollen, rufen Sie bitte Frau Wolff unter 0152 – 0244 2989 an.


UN-Niederlage: eine Chance zur Neuausrichtung – Deutschland muss mit dem Globalen Süden kooperieren!

Presseerklärung von Helga Zepp-LaRouche

Von einem tiefergehenden historischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Abstimmungsniederlage Deutschlands bei der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat eine dringend notwendige Chance für die Neuausrichtung der deutschen Politik. Die Verfasserin fordert seit Langem, dass der Globale Süden angesichts der festgefahrenen  geopolitischen Konfrontation zwischen der NATO und Russland und China seine Stimme lauter und energischer in die internationale Debatte einbringen müsse – und genau dies haben diese Staaten mit ihrer Abwahl Deutschlands getan. Die deutschen Institutionen sollten dieses Ergebnis nutzen zu einer ehrlichen Analyse einer offensichtlich vollkommen gescheiterten Außenpolitik und eine Neudefinition im wirklichen Interesse Deutschlands.

Der erste Reflex von Außenminister Wadephul und den meisten Medienkommentaren geht allerdings noch in die seit langem gepflegte Richtung des sich in die Tasche Lügens: natürlich war wieder Russland schuld, dann noch die Bürokratie, man habe zu spät damit angefangen, sich zu bewerben, etc. etc. Andere, wie die FAZ, kommentierten, die UN sei ohnehin nicht so wichtig, und der hessische Minister für Bundes-, Europa- und Internationale Angelegenheiten, Manfred Pentz von der CDU, forderte sogar eine Kürzung der deutschen Finanzbeiträge für die UN als Konsequenz.

Das einzige, was Deutschland wirklich helfen wird, ist ein nüchterner Blick auf die Ursachen für die „herbe Enttäuschung“, die nur für diejenigen als Überraschung kommen konnte, die bisher hoch auf ihrem eurozentrischen Ross gesessen haben. Denn der Stimmungsumschwung in der internationalen Perzeption gegenüber der deutschen Politik ist seit einigen Jahren in vollem Gang. Ein durchaus positives Deutschland-Bild, das in so gut wie der ganzen Welt früher einmal herrschte und bei dem Deutschland als das Volk von Bach und Beethoven, Goethe, Schiller und den von Humboldts, als Volk der Ingenieurskunst und Erfinder gesehen wurde, ist seit geraumer Zeit abhandengekommen.

Die faktisch bedingungslose Unterstützung des israelischen Vorgehens in Gaza, das den Internationalen Strafgerichtshof veranlasste, Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Joaw Gallant auszustellen, hat dem Ansehen Deutschlands einen Schaden zugefügt, der so lange zunehmen wird, wie die Regierungen in Berlin bei ihrer Haltung bleiben.

Denn während die Verbrechen der Nationalsozialisten erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der allgemeinen Bevölkerung voll bekannt und bewusst wurden, fanden und finden die Verbrechen Israels in Gaza und zunehmend auch im Westjordanland und Libanon im grellen Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit statt. Dass Deutschland auf Druck Israels selbst der Verlängerung des Mandats für das Palästinenserhilfswerk UNWRA im Dezember 2025 nicht zugestimmt hat und mit brutaler Repression gegen pro-palästinensische Proteste in Deutschland selbst vorgegangen ist, hat das Deutschland-Bild weiter verdunkelt.

Überall wird über die Doppelmoral gesprochen, die hierzulande herrscht. Berlin betont andauernd, Verfechter des Völkerrechts zu sein, aber Merz findet die Entführung eines gewählten Staatsoberhauptes in Venezuela als „zu komplex“, um dazu Stellung zu beziehen, er brauche „Zeit“, um es beurteilen zu können. Inzwischen sind es fünf Monate, ohne dass er zu einem Ergebnis gekommen wäre. Beim ersten unprovozierten Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran im Juni 2025 fand Merz die unsäglichen Worte, Israel mache „die Drecksarbeit für uns alle“, beim zweiten derartigen Angriff der USA und Israels, dessen Folgen die Weltwirtschaft in den Abgrund zu reißen drohen, bleibt er zurückhaltend und meint nur, dass sei nicht unser Krieg.

So gut wie niemand in den Staaten des Globalen Südens stimmt dagegen in das endlos wiederholte Mantra ein, Russland habe die Ukraine in einem unprovozierten Krieg angegriffen. Zu sehr erkannten diese Ländern im Vorgehen der NATO die Parallele zu ihrer eigenen Unterdrückung durch die Kolonialmächte, und  sie haben darüber hinaus eine sehr wache Erinnerung daran, wer ihnen in ihrem Unabhängigkeitsstreben damals zur Hilfe kam – nämlich die Sowjetunion und China

Wofür aber in Berlin ganz offensichtlich bisher jegliche Antennen fehlen, ist ein Gespür für den tektonischen Epochenwandel, der sich derzeit weltweit vollzieht. In der Zeit der deutschen Wiedervereinigung und am Ende des Kalten Krieges hatte Deutschland durchaus die Sympathie der vormals so genannten Entwicklungsländer. Diese ging Schritt für Schritt verloren, zu dem Grade wie Deutschland und die Staaten des kollektiven Westens versuchten, die unipolare Weltordnung mit Farbrevolutionen, Regimewechseln, unilateralen Sanktionen und Interventionskriegen durchzusetzen.

Die Kombination aller Aspekte dieser imperialen und neokolonialistischen Politik hat eine gewaltige Gegenreaktion ausgelöst, in deren Verlauf sich diese Länder zunehmend dem Einfluss des kollektiven Westens zu entziehen suchen. Der in der Geschichte beispiellose wirtschaftliche Aufstieg Chinas und seine auf Win-Win-Kooperation angelegte Politik bietet den Staaten des Globalen Südens die Chance, die Periode von 500 Jahren Kolonialismus endgültig zu überwinden.

Die Abstimmungsniederlage in der UN ist der überfällige Weckruf an Deutschland, sich endlich aus seinem bejammernswerten Zustand als Kolonie der Anglosphäre zu befreien – die ganze Welt lacht über unsere Nicht-Reaktion auf die von Biden angekündigte Sabotage der Nordstream-Pipelines –  und sich dauerhaft auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen. Dies kann nur die Kooperation mit den Staaten der Globalen Mehrheit – das sind 85% der Menschheit – auf Augenhöhe, als gleichberechtigte Partner, bedeuten. Anstatt rassistische Chimären zu verbreiten, wie Joseph Borrells Fiktion vom europäischen Garten, der vom Dschungel umgeben sei, sollten wir Afrika, Asien und Lateinamerika dabei helfen, ebenfalls schöne Gärten zu schaffen. Dann könnten wir übrigens ganz nebenbei dafür sorgen, dass unsere Brücken rechtzeitig instandgesetzt werden, die Industrie wieder den Anschluss findet und unsere Schüler wieder etwas lernen.

Dann hätte, wenn auch unabsichtlich, Annalena Baerbock durch ihren erschlichenen Vorsitz bei der UN-Vollversammlung, durch den sie die Niederlage bei der Abstimmung verkünden musste, doch noch etwas Positives zur deutschen Politik beigetragen.


Internationale Friedenskoalition #157, 05.06.2026, 17.00 Uhr

Das Schacht’sche Dilemma: Erobern oder Zusammenbrechen

157. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das Schacht’sche Dilemma: Erobern oder Zusammenbrechen

05. Juni 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

In dieser Woche sind bei uns zu Gast: Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition; Daoud Kuttab, palästinensisch-amerikanischer Journalist und Autor sowie Gründer und Leiter des Community Media Network; Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der israelischen Knesset und ehemaliger Generaldirektor von Peace Now; sowie Bob McConnell, Landwirtschaftsvertreter und Dirigent.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Das übergeordnete Thema der jüngsten Konferenz des Schiller-Instituts in Berlin, erklärte Helga Zepp-LaRouche in ihrem heutigen wöchentlichen Webcast, sei die „unglaubliche Gleichgültigkeit“, die die meisten europäischen Regierungen gegenüber der extremen Gefahr an den Tag legen, die sie durch ihr unerbittliches Streben nach einem Krieg mit Russland selbst herbeigeführt haben – einem Krieg, der unweigerlich atomar sein werde, wenn er nicht verhindert werde. Sie verurteilte ferner den ukrainischen Drohnenangriff vom 3. Juni auf St. Petersburg genau zu dem Zeitpunkt, als dort gerade das jährliche Internationale Wirtschaftsforum begann. „Das ist mehr als leichtsinnig; es ist kriminell“, betonte Zepp-LaRouche und behauptete, der Angriff könne für Kiew politisch durchaus nach hinten losgehen, denn an dem dreitägigen Forum würden rund 20.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern teilnehmen.

Was treibt diesen Wahnsinn an? – fragt man sich zu Recht.

Die finanzstrategische Lage des Westens nähert sich einer Grenze. Nach Angaben des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) erreichten die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2025 fast 2,9 Billionen Dollar, was mehr als 2,5 % des globalen BIP entspricht, der höchste Stand seit 2009. Etwa ein Drittel des Gesamtbetrags – 954 Milliarden Dollar – wurde von den USA ausgegeben, und Präsident Trump hat versprochen, die US-Verteidigungsausgaben im Jahr 2027 auf 1,5 Billionen Dollar zu erhöhen.

Der New Yorker Council on Foreign Relations, die elitäre Denkfabrik des Establishments, hat gerade unter der Überschrift „Warnung vor den Kosten des weltweiten Rüstungsbooms“ einen besorgten Artikel darüber veröffentlicht, wohin diese massiven Militärausgaben führen und wie sie aufrechterhalten werden könnten. Der Artikel stellt fest, dass „etwa zwei Drittel der jüngsten Erhöhungen der US-Verteidigungsausgaben durch Defizite finanziert wurden und dass auf den ‚Boom‘ der Verteidigungsausgaben in jüngster Zeit ein Anstieg des Haushaltsdefizits um etwa 2,6 Prozentpunkte folgte“. Dies habe, zusammen mit der außer Kontrolle geratenen Inflation, die durch Trumps andere inkompetente Wirtschaftspolitik ausgelöst wurde, zu einem erheblichen Zinsdruck geführt, was das Haushaltsdefizit der Regierung weiter verschlimmere. In dem Artikel des Council on Foreign Relations heißt es weiter: „IWF-Geschäftsführerin Kristalina Georgieva merkte im April an, dass eine solche politische Mischung im aktuellen fiskalischen Umfeld böse enden könnte. Sie verglich dies damit, einen Fuß auf dem Gaspedal und einen auf der Bremse zu haben: ‚Das ist keine gute Art, ein Auto zu fahren.‘“

Es ist nicht das erste Mal, dass die Welt solch einen kriminellen Wahnsinn erlebt. Bereits in den 1930er Jahren beschloss Hitlers Zentralbankpräsident Hjalmar Schacht, große Mengen wertloser, staatlich garantierter MEFO-Wechsel auszugeben, um die massive deutsche Wiederaufrüstung zu finanzieren; das Ergebnis waren der Drang nach Osten und die Konzentrationslager.

Genau diese Schacht’sche Politik wird heute erneut betrieben, und sie ist zu einem außer Kontrolle geratenen Güterzug geworden, der auf eine Betonmauer zurast – insbesondere in den Vereinigten Staaten. Die Zinszahlungen für die 39 Billionen Dollar US-Staatsschulden verschlingen bereits 1 Billion Dollar pro Jahr aus dem Bundeshaushalt; die Verschuldung wird noch schneller wachsen als bisher, insbesondere angesichts des von Trump vorgeschlagenen Verteidigungshaushalts von 1,5 Billionen Dollar; und die Zinssätze werden nun steigen, nicht sinken – trotz all des Geschreis von Trump, der Ernennung von Kevin Warsh bei der Fed und so weiter. Werden die Vereinigten Staaten bald 2 Billionen Dollar für Militärausgaben ausgeben, weitere 2 Billionen Dollar an Zinszahlungen leisten und zusehen, wie die Schulden auf 50 Billionen Dollar steigen?

Und wie um alles in der Welt können die Banker der City of London und der Wall Street unter diesen Umständen verhindern, dass ihre massive globale Spekulationsblase von 2,4 Billiarden Dollar platzt? Diese Frage und ihre Antwort erklären die aktuelle Außen- und Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten und Europas – und weisen uns auch den Weg zur notwendigen Lösung.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Lässt Trump Netanjahu fallen?

Mittwoch, 03.06.2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten- und Kollegenkreis, um die Reichweite der von der LaRouche-Bewegung vorgestellten Lösungsansätze zu erhöhen.

Das Schiller-Institut veranstaltete am 30. und 31. Mai in Berlin eine internationale Konferenz, deren Eröffnungssitzung von den Teilnehmern aus vielen Nationen angesichts der vielfältigen Gefahren und des wirtschaftlichen Zerfalls als „inspirierend“ beschrieben wurde.

Während seiner Rede im ersten Panel merkte Wolfgang Bittner (Autor) an:

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass eine europäische Koalition der Willigen die 2014 aufgezwungene Aggressionspolitik gegen Russland geradezu erbittert weiterführt, obwohl ihr der Rückhalt aus den USA unter der Regierung Trump entzogen wurde. Offensichtlich haben die meinungsbildenden europäischen Politiker und Journalisten, von denen viele ihre Führungspositionen noch durch Patronage der US-Netzwerke – und es gibt über 100 hier in Deutschland – und der Regierungen Obama und Biden erlangt haben. Sie haben offensichtlich den Russlandhass dermaßen verinnerlicht, dass sie sogar Krieg gegen Russland planen. Und es wurde schon mehrmals gesagt, jetzt, und ich habe das vor Jahren schon mal ins Gespräch gebracht. Eine Atommacht kann nicht besiegt werden.

Im Laufe der zweitägigen Veranstaltung sprachen Redner aus 15 Nationen in drei Sitzungen über wichtige Aspekte der internationalen Beziehungen, der Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst. Ein Kulturabend bot Musik und Poesie aus verschiedenen Kulturen und Nationen. Rund 150 Teilnehmer kamen aus Ländern in ganz Europa zusammen, darunter auch Studenten aus Afrika und anderen Kontinenten.

Die Ergebnisse der Konferenz unterstreichen, dass eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur geschaffen werden kann, wenn diejenigen, die die auf der Konferenz vorgestellten Lösungsansätze unterstützen wollen, ihre Kräfte bündeln.

Nehmen Sie an Helga Zepp-LaRouches wöchentlichem Live-Dialog teil, um zu diskutieren, wie wir die Chancen, die durch die Konferenz geschaffen wurden, nutzen können.


Internationale Friedenskoalition #156, 29.05.2026, 17.00 Uhr

Kann die Menschheit sich selbst regieren?

156. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Kann die Menschheit sich selbst regieren?

29. Mai 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

In dieser Woche werden Helga Zepp-LaRouche – Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition –, Ray McGovern – ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS) –, Larry Johnson – ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS) und Präsident Donald Ramotar – ehemaliger Präsident von Guyana – sowie weitere, in Kürze bekanntzugebende Gäste bei uns zu Gast sein.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

„Ist die Menschheit in der Lage, sich selbst zu regieren?“, fragte Helga Zepp-LaRouche in ihrem internationalen Webcast vom 27. Mai, „oder befinden wir uns auf dem Weg in die potenzielle Selbstzerstörung?“ Eine Antwort auf diese Frage steht aus.

Die gefährliche und äußerst instabile weltpolitischen Lage – vom illegalen Angriffskrieg gegen den Iran über die Fortsetzung des Ukrainekriegs bis hin zu unzähligen anderen Krisenherden – „erfordert, dass die Stimmen der Vernunft zusammenkommen und die Idee einer internationalen, rechtlich geordneten Gesellschaft hochhalten“, erklärte Zepp-LaRouche.

Ein wichtiger Schritt in diese Richtung findet diese Woche bei den Vereinten Nationen statt: Am 26. Mai berief China eine offene Debatte des Sicherheitsrats zum Thema „Wahrung der Ziele und Grundsätze der UN-Charta und Stärkung des auf die UN ausgerichteten internationalen Systems“ ein. Dort stellte der chinesische Außenminister Wang Yi fest: „die vor uns liegenden Herausforderungen stellen die Bereitschaft internationalen Gemeinschaft für die Wahrung des Friedens, für Gerechtigkeit und mutige Reformen einzutreten, auf die Probe. Bis zum Ende der Sitzung am 28. Mai werden mehr als 100 Regierungen das Wort ergriffen haben. Es geht um die Notwendigkeit einer multipolaren Welt, die auf dem Völkerrecht basiert, um Frieden zu erreichen – „eine Hinwendung zur Herrschaft der Vernunft“, wie es der Vertreter Panamas formulierte.

Unterdessen warnt die russische Regierung die europäischen Eliten mit starken Worten vor weiteren Provokationen, einschließlich der militärischer Unterstützung für ukrainische Terroranschläge gegen Russland. Damit könnte man „sein eignes Grab schaufeln“, so der stellvertretende Außenminister Sergei Rjabkow am 27. Mai auf dem Moskauer Internationalen Sicherheitsforum.

Die russische Botschaft in Washington warnte am Mittwoch, dem 27. Mai in einer Erklärung:„Führende Politiker der EU und der NATO, darunter die Meister der Intrige – die Briten – die nicht bereit sind, ihre eigenen Rekruten zu opfern, wenn die Ukrainer zermürbt sind, versuchen, die USA in ihre zum Scheitern verurteilten Pläne hineinzuziehen, um Russland eine ‚strategische Niederlage‘ zuzufügen.“

Eine solche strategische Niederlage der größten Atommacht der Welt ist nicht möglich, wie Rjabkow auf dem Moskauer Forum feststellte. Viele andere vernünftige Stimmen haben gewarnt, dass ein solcher Versuch einen zivilisationsvernichtenden Atomkonflikt provozieren würde.

Hinzu kommt die weiterhin bestehende Gefahr des US-israelischen Krieges gegen den Iran, dessen Ende laut US-Außenminister Marco Rubio „in wenigen Tagen“ ausgehandelt werden könnte. Aber auch das Gegenteil ist möglich, angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass die Netanyahu-Clique und ihre „Epstein“-Sponsoren beschließen, alles in die Luft zu jagen.

„Wir müssen das Paradigma komplett ändern und eine neue Sicherheitsarchitektur schaffen. Zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung gab es die Chance auf eine Friedensordnung, aber seitdem lief alles in die falsche Richtung. Um eine Katastrophe zu verhindern, müssen wir meiner Meinung nach von vorne anfangen und vieles rückgängig machen, was in den letzten 30 Jahren geschehen ist,“ erklärte Helga Zepp-LaRouche.

Unverzichtbar dafür ist Entwicklung. Außenminister Wang Yi betonte dies bei der UN-Sitzung: „Entwicklung als Schlüssel zu allen Problemen muss im Mittelpunkt der internationalen Agenda bleiben.“ Darum geht es auch bei Zepp-LaRouches Vorschlag eines „Erweiterten Oasenplans“ für Südwestasien. Er wird mittlerweile von vielen prominenten Persönlichkeiten als neue exemplarische Lösung befürwortet, die eine der krisenreichsten Regionen der Welt zum Katalysator für eine neue, menschliche Weltordnung machen könnte.

Ein solcher Wandel wird nicht von selbst geschehen – insbesondere angesichts des kulturell und moralisch verkommenen Zustands der meisten poitischen „Eliten“ im kollektiven Westen. Bürger guten Willens in allen Nationen müssen sich entschließen zu handeln.

„Wenn es so weitergeht, werden wir einen Zusammenbruch der Zivilisation erleben, von dessen Ausmaßen die Menschen noch keine Vorstellung hat“, warnte Zepp-LaRouche. „[Ob] unter diesen Umständen die Stimmen der Vernunft den Kopf über Wasser halten und Politik gestalten können, ist noch nicht entschieden. Ich denke, es wird in sehr hohem Maße davon abhängen, wie viele Menschen sich das Schicksal der Menschheit zu Herzen nehmen und ihren Verstand nutzen, um zu handeln. Wir schlagen Lösungen vor. Wir haben Kandidaten, die diese Lösungen vertreten. Schließen Sie sich uns also an.“


Die Verbindung von Wissenschaft und Glauben

Bericht vom 155. Treffen der Internationalen Friedenskoalition.

Die 155. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 22. Mai begann mit einem Lageüberblick der IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Das nächste Ziel der Mobilisierung der IPC sei die offene Sonderdebatte im UN-Sicherheitsrat am 26. Mai zum Thema „Wahrung der Ziele und Grundsätze der UN-Charta und Stärkung des auf die UN ausgerichteten internationalen Systems“, die Wang Yi als Außenminister Chinas, das in diesem Monat den Vorsitz des Sicherheitsrats innehat, persönlich leiten wird.

Zepp-LaRouche beschrieb die Vorschläge des EIR-Krisenforums vom 15. Mai und fügte hinzu, es sei ermutigend, daß mehr Vorschläge auftauchen wie der Plan „Afrika 2063“, die solche Ideen der IPC-Sitzungen ergänzen.

Zepp-LaRouche hat für die Sitzung des UN-Sicherheitsrats einen Offenen Brief verfaßt. „Uns geht es darum, einen ganz neuen Ansatz auf den Tisch zu bringen“ statt der üblichen Geopolitik, sagte sie, einen Ansatz, der die langfristige Überlebensfähigkeit aller beteiligten Länder in Südwestasien sichert. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) habe diese Woche gewarnt, daß die Welt aufgrund der Ressourcenknappheit infolge des Iran-Krieges zusätzlich zum laufenden wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch das Anfangsstadium eines „Lebensmittelpreisschocks“ erreicht hat, der zu Hungersnöten führen kann. Diejenigen, die den Krieg geplant hätten, hätten ein solches Ergebnis vorausgesehen. „Im Hintergrund stehen all diese verrückten malthusianischen Ideen“, wie die Politik der sogenannten „kontrollierten Desintegration“.

Wissenschaft und Religion

Dr. Abdullah Ahsan aus Pakistan, Professor für Vergleichende Zivilisationswissenschaften an der Istanbuler Sehir-Universität in der Türkei, identifizierte drei Phasen einer Lösung für die aktuelle Krise: Kurzfristig gäbe es den Vorschlag des ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu, ein neutrales drittes Gremium – Davutoglu schlug die Ländergruppe Pakistan, Indonesien, Türkei und Malaysia vor – mit der Verwaltung der Straße von Hormus zu betrauen, da die Vereinigten Staaten und der Iran in eine Sackgasse geraten seien und die ganze Welt „Opfer dieser Hormus-Situation“ geworden sei. Mittelfristig müsse man das Konzept eines „Dialogs der Zivilisationen“ wiederbeleben, das in verschiedenen Formen von mehreren Seiten, darunter dem Schiller-Institut und der iranischen Regierung, befürwortet worden ist. Und langfristig müsse man sich mit der Ansicht auseinandersetzen, daß es einen Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion gebe.

Der moderne Säkularismus, so Dr. Ahsan, gehe auf die Ideen des deutschen Philosophen Immanuel Kant zurück. Seine eigenen Studien deuteten jedoch darauf hin, „daß alle Zivilisationen der Geschichte in göttlicher Führung verwurzelt sind“. Als ein Beispiel dafür, wo Wissenschaft und Glaube scheinbar auseinandergehen, führte er das Thema Evolution an.

Im weiteren Verlauf der Diskussion stellte der Co-Moderator Dennis Small eine Lösung für diesen scheinbaren Konflikt vor: Der Mensch habe die Fähigkeit, das physikalische Universum schöpferisch zu verändern, und das sei ein Beweis für den freien Willen und damit für moralische Fähigkeiten – eine „metaphysische Dimension“ in dem, was die meisten Menschen als Physik betrachten, deren Existenz Kants Theorien widerlege. Small nannte Lyndon LaRouches „Oasenplan“ als Beispiel für eine schöpferische Idee, die das physische Universum verändert.

Später äußerte sich Zepp-LaRouche zu dem Thema und stellte der dogmatischen Sicht die philosophische Sicht in der Religion gegenüber. Der Heilige Augustinus habe darauf hingewiesen, daß Platon schon Jahrhunderte vorher zu ähnlichen Schlußfolgerungen wie Jesus Christus gelangt war, was zeige, daß es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen gibt. Kardinal Nikolaus von Kues habe im 15. Jahrhundert gesagt, die Evolution bestehe darin, daß eine niedere Sphäre durch das höher entwickelte Organisationsprinzip der nächsthöheren Sphäre „angehoben“ wird. Der russisch-ukrainische Wissenschaftler Wladimir Wernadskij sei mit seinem Konzept der „Noosphäre“ zu der gleichen Schlußfolgerung gelangt. Die Idee spiegle sich auch im Buch Genesis wider, wo der Mensch aufgrund seiner Schöpferkraft als imago viva Dei, als lebendiges Abbild Gottes bezeichnet wird.

Die sich verschärfende Krise in der Landwirtschaft

Als nächstes sprachen zwei führende Vertreter von Viehzuchtverbänden aus den USA. Jesus Holguin Cazares, Präsident der Kansas Cattlemen’s Association, berichtete, daß die Kosten für die notwendigen Chemikalien in der Landwirtschaft wegen des Iran-Krieges dramatisch gestiegen sind. Dies stelle für kleinere, unabhängige Erzeuger eine außerordentliche, untragbare Belastung dar. Darüber hinaus gefährde die Kartellbildung in der Landwirtschaft kleinere Erzeuger, die mit den riesigen Agrarkonzernen nicht konkurrieren können, was sich in höheren Preisen für die Verbraucher niederschlägt. Die Konzerne kaufen notleidende Farmen auf, was die Kartellbildung verstärkt.

Jon Baker, Vizepräsident der Iowa Stockgrowers Association, berichtete ebenfalls über die Krise der Farmer und Rancher, die sich infolge des Iran-Kriegs erheblich verschärft habe, beispielsweise durch den Anstieg der Preise für Diesel, der für die Landwirtschaft unverzichtbar ist. Er kritisierte zudem die Ausbeutung durch Spekulanten und die Agrarindustrie. Baker führte das Beispiel seines eigenen Betriebs an, der allein aufgrund sogenannter „Marktfaktoren“ in den letzten zwei Tagen 80.000 Dollar an Wert verloren habe. Die Mega-Agrarkartelle vergrößerten ihre Konzentration, während die Zahl unabhängiger landwirtschaftlicher Betriebe schrumpft.

Small berichtete über Aktivitäten der Nationalen Front zur Rettung der Mexikanischen Landschaft, die gerade in Mexiko-Stadt eine Demonstration mit 3500 Teilnehmern abgehalten hat und sich mit dem Landwirtschaftsminister traf, um politische Lösungen für die Agrarkrise zu erörtern. Die Gruppe fordert für Mexiko eine Agrarpolitik, die der Ernährung der Bevölkerung Vorrang einräumt, statt die Spekulanten an der Chicagoer Warenbörse reich zu machen – gegen die destruktive neoliberale Wirtschaftspolitik, wie sie z.B. mit Ludwig von Mises von der Österreichischen Schule verbunden ist. Sie fordern zwar von der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum eine andere Politik, wollen aber nicht den US-Spekulanten und der Trump-Regierung dabei helfen, Sheinbaums Regierung zu destabilisieren.

Jose Vega, unabhängiger Kandidat für den US-Kongreß im New Yorker Stadtteil Bronx, berichtete über den Fortschritt seiner Kampagne und betonte, daß es für die Bürger wichtig sei, sich die tiefgreifenden Ideen zu eigen zu machen, die bei den IPC-Treffen diskutiert werden. Er hatte am Vortag eine Kundgebung vor den Vereinten Nationen geleitet, um die Diskussion bei der Sondersitzung des Sicherheitsrats am 26. Mai entscheidend zu beeinflussen.

Diskussion: Kampf gegen die Oligarchie

Zepp-LaRouche erwähnte verschiedene Facetten der Kriegspolitik der führenden „westlichen“ Fraktion und betonte: „Einseitige Sanktionen sind eine Form des Krieges“. Sie äußerte die Hoffnung, daß diese Konflikte durch eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gelöst werden können. Auf eine Frage hin rief sie zu weltweiter Unterstützung für Kuba auf, einem der Hauptopfer der US-Sanktionen, insbesondere angesichts Kubas lobenswerter Rolle bei der medizinischen Unterstützung anderer Länder. Zepp-LaRouche erklärte, die „Männer von Davos“, auch bekannt als die „Epstein-Klasse“ oder „die Superklasse der toten Seelen“, seien daran interessiert, die Krisen ständig weiter zu schüren, um ihre geopolitische Agenda voranzutreiben.

Dr. Ahsan warf die Frage auf, wie die oligarchische Kontrolle über die Politik beendet werden kann, und nannte als Beispiel die Kampagne Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS), die wirtschaftlichen Druck auf das israelische Regime ausübt, als kleinen Schritt in die richtige Richtung.

Abschließend wiederholte Zepp-LaRouche ihre Warnung, sowohl der Rußland-Ukraine-Konflikt als auch die von Israel ausgelösten Kriege in Südwestasien könnten zum Auslöser eines Atomkriegs werden. Co-Moderator Dennis Speed merkte an, daß das IPC-Treffen nächste Woche, das 156. wöchentliche Treffen, den dritten Jahrestag der Gründung der IPC markiert. Die Beharrlichkeit der IPC bei der Durchführung dieser Treffen werde entscheidend sein, um eine Basisbewegung aufzubauen, die die Politik der Vereinigten Staaten und Europas verändern kann.


Internationale Friedenskoalition #155, 22.05.2026, 17.00 Uhr

Auf der Tagesordnung: eine neue Art der internationalen Beziehungen

155. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Auf der Tagesordnung: eine neue Art der internationalen Beziehungen

22. Mai 2026
17.00 Uhr

Bitte verbreiten Sie die Einladung in Ihrem Freundes,- Bekannten und Kollegenkreis.

Im Nachgang an das EIR Forum der vergangenen Woche senden wir den Regierungen, die die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats am 26. Mai einberufen, eine Zusammenstellung aus Herrn Davutoğlus Vorschlag und LaRouches „Erweiterten Oasenplan“ und bitten darum, diese bei dieser Sitzung zu berücksichtigen. Bitte unterstützen und verbreiten Sie den offenen Brief von Helga Zepp-LaRouche „Offener Brief an die Regierungen der Vereinten Nationen: Eine Politik für Frieden und Entwicklung in Südwestasien“.
Diese Woche begrüßen wir Dr. Abdullah al-Ahsan, Professor für Vergleichende Zivilisationsforschung, sowie Jesus Holguin Cazares, Präsident der Kansas Cattlemen’s Association, und weitere Gäste, die noch bekannt gegeben werden.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Es folgt der Wortlaut eines offenen Briefes der Gründerin des internationalen Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche vom 17. Mai, der weltweit verbreitet wird.

Am 26. Mai veranstaltet China im Rahmen seines turnusmäßigen Vorsitzes des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen eine Sitzung zum Thema „Wahrung der Ziele und Grundsätze der UN-Charta und Stärkung des auf die UN ausgerichteten internationalen Systems“. Die Sitzung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Welt an einem historischen Scheideweg steht und die Menschheit die Wahl hat, einen von zwei sehr unterschiedlichen Wegen einzuschlagen. Der unprovozierte Angriffskrieg gegen den Iran und seine Folgen haben den Nahen Osten in eine Sackgasse geführt, und es droht eine potentiell fatale Eskalation hin zu einer Weltwirtschaftskrise oder sogar einem atomaren Weltkrieg. Gleichzeitig haben die Treffen zwischen Präsident Xi Jinping und Präsident Donald Trump in Peking die Tür zu einer neuen Ebene der Zusammenarbeit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt geöffnet und damit die Gelegenheit geschaffen, eine völlig andere Politik umzusetzen als jene, die die heutige Krise verursacht hat. Daher ist dies ein sehr kostbarer Moment in der Geschichte, der nicht ungenutzt verstreichen darf.

Eine solche alternative Politik wurde auf dem jüngsten EIR-Krisenforum am 15. Mai „Der Iran-Krieg und der ‚kontrollierte Zerfall‘ der Weltwirtschaft“ konkret diskutiert und entworfen. Zu Wort kamen der ehemalige türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu und der iranische Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Palästina Richard Falk und andere. Professor Davutoğlu betonte, daß bilaterale Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die regionale Krise nicht lösen können, und erklärte, nur „ein umfassender regionaler Rahmen“ könne dauerhaft Frieden schaffen.

Er skizzierte seinen jüngsten Vorschlag, der vier konvergierende Fragen umfaßt, bei denen „Fortschritte an einer Front ohne parallele Entwicklungen an den anderen unwahrscheinlich sind“:

  • Die Straße von Hormus: Bildung einer Koalition vertrauenswürdiger Vermittler, wie die Türkei, Pakistan, Malaysia und Indonesien, um die Straße von Hormus unter einem Mandat des UN-Sicherheitsrats zu verwalten.
  • Nukleare Vereinbarungen: Abschluß eines neuen Abkommens, unter dem der Iran im Austausch gegen Brennstoff für zivile Zwecke angereichertes Uran in der Türkei deponiert, seine Verpflichtung bekräftigt, keine Atomwaffen anzustreben, und die USA sein Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie formell anerkennen. Im Laufe der Zeit würde die Region zu einem atomwaffenfreien Gebiet, „die Kernwaffen im Besitz Israels eingeschlossen“. (Es sei darauf hingewiesen, daß dies die Grundlage für das Teheran-Abkommen von 2010 war, bei dessen Vermittlung Davutoğlu zusammen mit Brasilien und der IAEO half und das damals von US-Präsident Obama abgelehnt wurde. Bemerkenswerterweise hat der brasilianische Präsident Lula bei seinem jüngsten Besuch in Washington am 7. Mai US-Präsident Trump eine Kopie dieses Abkommens überreicht.)
  • Regionale Sicherheitsarchitektur: Es würde eine vielschichtige Struktur für Vertrauensbildung und regionale Sicherheit geschaffen, die sich zu „einem nahöstlichen Äquivalent der Helsinki-Abkommen von 1975“ entwickeln würde.
  • Palästina: Israel würde die Integration in diese Architektur angeboten – vollständige diplomatische Normalisierung und formelle Garantien -, im Austausch für die Anerkennung der palästinensischen Staatlichkeit und die Beendigung militärischer Operationen im Libanon.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin des EIR-Magazins, hatte das Krisenforum mit dem Vorschlag einer politischen Wende für Südwestasien eröffnet: daß die Nationen der gesamten Region, von Indien bis zum Mittelmeer und vom Kaukasus bis zum Golf, eine gemeinsame Politik des „Friedens durch Entwicklung“ verfolgen. Dazu würde in einem integrierten „Erweiterten Oasenplan“ ein Programm zur Umkehrung der Wüstenbildung in Südwestasien – nach dem Vorbild der Umgestaltung der chinesischen Provinz Xinjiang und ihrer nordwestlichen Wüsten – mit dem Ausbau von Entwicklungskorridoren in ganz Südwestasien kombiniert. Wie zur Zeit der alten Seidenstraße kann damit der Nahe Osten wieder zum Knotenpunkt zwischen Asien, Afrika und Europa werden, mit einer glänzenden Zukunft für alle Länder, die heute aufgrund von Interventionskriegen unter einer humanitären Krise und Armut leiden.

Als Zepp-LaRouche vorschlug, den von Davutoğlu vorgelegten Vorschlag – der dem 2010 von der Türkei, Brasilien und dem Iran unterzeichneten Teheran-Abkommen sehr ähnlich ist – mit dem „Erweiterten Oasenplan“ zu verbinden, antwortete Davutoğlu:

„Ich stimme voll und ganz zu. Der beste Weg zum Frieden ist wirtschaftliche Verflechtung. Es gibt keinen anderen Weg. Man kann Friedenspläne unterzeichnen, man kann viele Erklärungen abgeben, aber der beste Weg zum Frieden ist wirtschaftliche Verflechtung. Wo wirtschaftliche Verflechtung herrscht, wird niemand einen Krieg beginnen. Wirtschaftliche Verflechtung bedeutet also Entwicklung.“

Davutoğlu fügte hinzu, die beste Antwort auf diesen Krieg bestehe darin, ein Gefühl der „regionalen Zugehörigkeit und gegenseitigen Unterstützung“ zu schaffen. „Und ich teile Ihre Meinung voll und ganz: Wir können diese Vorschläge zusammenführen, einen Rahmen für eine geopolitische Lösung und ein entwicklungsorientiertes visionäres Projekt.“

Die Teilnehmer des EIR-Krisenforums kamen daher überein, diesen gemeinsamen Vorschlag an die Regierungen zu übermitteln, die sich zu der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats am 26. Mai versammeln, mit der Bitte, ihn bei diesem Treffen zu berücksichtigen. Die UN-Charta muß bewahrt werden, aber die UNO braucht auch dringend eine Reform, die der Globalen Mehrheit eine angemessene Vertretung sichert. Zu dieser Reform muß die Schaffung einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gehören, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigt.

Eine Kombination aus dem Vorschlag von Herrn Davutoğlu und dem Erweiterten Oasenplan kann ein unverzichtbarer Bestandteil einer solchen neuen Architektur sein.

Alle Teilnehmer des EIR-Forums sind bereit, bei Bedarf weitere Unterstützung zu leisten.

Mit freundlichen Grüßen,

Helga Zepp-LaRouche

Gründerin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin von EIR


Dokumente (teilweise Englisch):

1. EIR-Krisenforum vom 15. Mai

2. Teheraner Abkommen von 2010

3. Oasenplan und Liste der Unterstützer

4. Konferenzen des Schiller-Instituts Internetkonferenz: Der Oasenplan: Die LaRouche-Lösung für Frieden durch Entwicklung | und „Der Mensch ist nicht des Menschen Wolf“

5. „Entwicklungsoffensive bedeutet Milliarden neue Arbeitsplätze, keine Flüchtlinge, kein Krieg“

6. Video über Chinas Projekte zur Bekämpfung der Wüstenbildung


Offener Brief an die Regierungen der Vereinten Nationen: Eine Politik für Frieden und Entwicklung in Südwestasien

Es folgt der Wortlaut eines offenen Briefes der Gründerin des internationalen Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche vom 17. Mai, der weltweit verbreitet wird.

Am 26. Mai veranstaltet China im Rahmen seines turnusmäßigen Vorsitzes des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen eine Sitzung zum Thema „Wahrung der Ziele und Grundsätze der UN-Charta und Stärkung des auf die UN ausgerichteten internationalen Systems“. Die Sitzung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die Welt an einem historischen Scheideweg steht und die Menschheit die Wahl hat, einen von zwei sehr unterschiedlichen Wegen einzuschlagen. Der unprovozierte Angriffskrieg gegen den Iran und seine Folgen haben den Nahen Osten in eine Sackgasse geführt, und es droht eine potentiell fatale Eskalation hin zu einer Weltwirtschaftskrise oder sogar einem atomaren Weltkrieg. Gleichzeitig haben die Treffen zwischen Präsident Xi Jinping und Präsident Donald Trump in Peking die Tür zu einer neuen Ebene der Zusammenarbeit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt geöffnet und damit die Gelegenheit geschaffen, eine völlig andere Politik umzusetzen als jene, die die heutige Krise verursacht hat. Daher ist dies ein sehr kostbarer Moment in der Geschichte, der nicht ungenutzt verstreichen darf.

Eine solche alternative Politik wurde auf dem jüngsten EIR-Krisenforum am 15. Mai „Der Iran-Krieg und der ‚kontrollierte Zerfall‘ der Weltwirtschaft“ konkret diskutiert und entworfen. Zu Wort kamen der ehemalige türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu und der iranische Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für Palästina Richard Falk und andere. Professor Davutoğlu betonte, daß bilaterale Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran die regionale Krise nicht lösen können, und erklärte, nur „ein umfassender regionaler Rahmen“ könne dauerhaft Frieden schaffen.

Er skizzierte seinen jüngsten Vorschlag, der vier konvergierende Fragen umfaßt, bei denen „Fortschritte an einer Front ohne parallele Entwicklungen an den anderen unwahrscheinlich sind“:

– Die Straße von Hormus: Bildung einer Koalition vertrauenswürdiger Vermittler, wie die Türkei, Pakistan, Malaysia und Indonesien, um die Straße von Hormus unter einem Mandat des UN-Sicherheitsrats zu verwalten.

– Nukleare Vereinbarungen: Abschluß eines neuen Abkommens, unter dem der Iran im Austausch gegen Brennstoff für zivile Zwecke angereichertes Uran in der Türkei deponiert, seine Verpflichtung bekräftigt, keine Atomwaffen anzustreben, und die USA sein Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie formell anerkennen. Im Laufe der Zeit würde die Region zu einem atomwaffenfreien Gebiet, „die Kernwaffen im Besitz Israels eingeschlossen“. (Es sei darauf hingewiesen, daß dies die Grundlage für das Teheran-Abkommen von 2010 war, bei dessen Vermittlung Davutoğlu zusammen mit Brasilien und der IAEO half und das damals von US-Präsident Obama abgelehnt wurde. Bemerkenswerterweise hat der brasilianische Präsident Lula bei seinem jüngsten Besuch in Washington am 7. Mai US-Präsident Trump eine Kopie dieses Abkommens überreicht.)

– Regionale Sicherheitsarchitektur: Es würde eine vielschichtige Struktur für Vertrauensbildung und regionale Sicherheit geschaffen, die sich zu „einem nahöstlichen Äquivalent der Helsinki-Abkommen von 1975“ entwickeln würde.

– Palästina: Israel würde die Integration in diese Architektur angeboten – vollständige diplomatische Normalisierung und formelle Garantien -, im Austausch für die Anerkennung der palästinensischen Staatlichkeit und die Beendigung militärischer Operationen im Libanon.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin des EIR-Magazins, hatte das Krisenforum mit dem Vorschlag einer politischen Wende für Südwestasien eröffnet: daß die Nationen der gesamten Region, von Indien bis zum Mittelmeer und vom Kaukasus bis zum Golf, eine gemeinsame Politik des „Friedens durch Entwicklung“ verfolgen. Dazu würde in einem integrierten „Erweiterten Oasenplan“ ein Programm zur Umkehrung der Wüstenbildung in Südwestasien – nach dem Vorbild der Umgestaltung der chinesischen Provinz Xinjiang und ihrer nordwestlichen Wüsten – mit dem Ausbau von Entwicklungskorridoren in ganz Südwestasien kombiniert. Wie zur Zeit der alten Seidenstraße kann damit der Nahe Osten wieder zum Knotenpunkt zwischen Asien, Afrika und Europa werden, mit einer glänzenden Zukunft für alle Länder, die heute aufgrund von Interventionskriegen unter einer humanitären Krise und Armut leiden.

Als Zepp-LaRouche vorschlug, den von Davutoğlu vorgelegten Vorschlag – der dem 2010 von der Türkei, Brasilien und dem Iran unterzeichneten Teheran-Abkommen sehr ähnlich ist – mit dem „Erweiterten Oasenplan“ zu verbinden, antwortete Davutoğlu:

„Ich stimme voll und ganz zu. Der beste Weg zum Frieden ist wirtschaftliche Verflechtung. Es gibt keinen anderen Weg. Man kann Friedenspläne unterzeichnen, man kann viele Erklärungen abgeben, aber der beste Weg zum Frieden ist wirtschaftliche Verflechtung. Wo wirtschaftliche Verflechtung herrscht, wird niemand einen Krieg beginnen. Wirtschaftliche Verflechtung bedeutet also Entwicklung.“

Davutoğlu fügte hinzu, die beste Antwort auf diesen Krieg bestehe darin, ein Gefühl der „regionalen Zugehörigkeit und gegenseitigen Unterstützung“ zu schaffen. „Und ich teile Ihre Meinung voll und ganz: Wir können diese Vorschläge zusammenführen, einen Rahmen für eine geopolitische Lösung und ein entwicklungsorientiertes visionäres Projekt.“

Die Teilnehmer des EIR-Krisenforums kamen daher überein, diesen gemeinsamen Vorschlag an die Regierungen zu übermitteln, die sich zu der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats am 26. Mai versammeln, mit der Bitte, ihn bei diesem Treffen zu berücksichtigen. Die UN-Charta muß bewahrt werden, aber die UNO braucht auch dringend eine Reform, die der Globalen Mehrheit eine angemessene Vertretung sichert. Zu dieser Reform muß die Schaffung einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gehören, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigt.

Eine Kombination aus dem Vorschlag von Herrn Davutoğlu und dem Erweiterten Oasenplan kann ein unverzichtbarer Bestandteil einer solchen neuen Architektur sein.

Alle Teilnehmer des EIR-Forums sind bereit, bei Bedarf weitere Unterstützung zu leisten.

Mit freundlichen Grüßen,

Helga Zepp-LaRouche

Gründerin des Schiller-Instituts und Chefredakteurin von EIR


Dokumente (teilweise Englisch):

1. EIR-Krisenforum vom 15. Mai

2. Teheraner Abkommen von 2010

3. Oasenplan und Liste der Unterstützer

4. Konferenzen des Schiller-Instituts Internetkonferenz: Der Oasenplan: Die LaRouche-Lösung für Frieden durch Entwicklung | und „Der Mensch ist nicht des Menschen Wolf“

5. „Entwicklungsoffensive bedeutet Milliarden neue Arbeitsplätze, keine Flüchtlinge, kein Krieg“

6. Video über Chinas Projekte zur Bekämpfung der Wüstenbildung


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