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„Am Rande des Abgrunds“

Bericht vom 160. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Im Mittelpunkt der 160. wöchentlichen Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC/IFK) am 26. Juni standen die nach wie vor sehr ernste Kriegsgefahr und damit eng verbundene wirtschaftliche Fragen. Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche erklärte zu Beginn: „Die Welt steht am absoluten Abgrund.“ Ein wichtiges Hindernis für den Frieden sei, daß „man keinem einzigen Wort trauen kann, das von den sogenannten Führern des kollektiven Westens ausgesprochen wird“.

Sie sah eine „nicht gerade subtile Verschiebung“ in Äußerungen des russischen Außenministers Lawrow, der kürzlich erklärt hatte, die Anglosphäre sei auf eine vollständige Vorherrschaft aus und wolle keine Hindernisse für ihre fortgesetzte Ausbeutung der Ressourcen des Rests der Welt dulden. Die USA und Präsident Trump persönlich seien keine ehrlichen Vermittler zwischen Rußland und der Ukraine mehr, wie es bei dessen Treffen mit Präsident Putin im August 2025 in Anchorage in Alaska vereinbart worden sei. Deshalb äußerte Lawrow den Verdacht, daß Anchorage nur ein Schachzug war, um Zeit für die Ukraine zu gewinnen und sie als Sprungbrett für den Kampf gegen Rußland zu erhalten.

Zepp-LaRouche erklärte, während der Westen eine beispiellose Aufrüstung anstrebe, seien seine Volkswirtschaften am Zusammenbrechen. Die Ministerpräsidenten Kanadas und Luxemburgs, Mark Carney und Luc Frieden, forderten mit ihrem Aufruf zur Gründung einer Defence, Security and Resilience Bank (DSRB) offen eine Neuauflage der Politik von Hitlers Finanzminister Hjalmar Schacht zur Finanzierung der Aufrüstung. Die westlichen Länder müßten diesen Wahnsinn beenden und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Globalen Mehrheit erklären – „man würde sie mit offenen Armen empfangen“.

Anschließend wurde ein Videointerview mit dem ehemaligen israelischen Knesset-Abgeordneten und ehemaligen Generaldirektor von Peace Now Mossi Raz eingespielt, das Gerald Belsky von EIR geführt hat. Raz äußerte sich zu dem jüngsten offenen Brief ehemaliger israelischer Amtsträger, die eine Ausmerzung des „jüdischen Terrorismus“ im besetzten Westjordanland fordern. Raz sagte, die Untätigkeit der israelischen Sicherheitskräfte gegenüber den extremistischen Siedlern sei gefährlich. Raz setzt sich für eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina ein und betont, weil keine der beiden Seiten das Gebiet verlassen werde, müsse es eine wirtschaftliche Zusammenarbeit geben. Den meisten Israelis sei dieses Potential aber nicht bewußt, junge Israelis wüßten nichts von der entsprechenden jüngsten Initiative der Arabischen Liga. Die meisten glaubten, daß die Araber sie nur umbringen wollen.

Danach sprach Dr. Taylor Haynes, ehemaliger republikanischer Gouverneurskandidat im Staat Wyoming und Vorsitzender der Organization for Competitive Markets (OCM). Er sagte, er kämpfe an zwei Fronten: Als Rancher stelle er sich gegen die vier großen Konzerne, die 85% der Fleischverarbeitung in den USA kontrollieren und ihre Macht über den Lebensmittelvertrieb ausbauen. Gleichzeitig informiere er die Menschen in seiner Region über die schädlichen Auswirkungen von Windparks und anderen Maßnahmen zum „Klimaschutz“.

Zur Geopolitik könne er wenig sagen, weil die Informationen der Medien unzuverlässig seien. Dazu erwähnte Zepp-LaRouche das neue Buch Der Wahrheitskomplex von Norbert Häring, in dem beschrieben wird, wie im gesamten Westen eine Kontrolle der öffentlichen Meinung durchgesetzt wurde, u.a. indem künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt wird, um abweichende Standpunkte zu unterdrücken.

Co-Moderator Dennis Small ergänzte, in Mexiko wehre sich die Nationale Front zum Schutz des Landes dagegen, daß Mexikos Getreideversorgung auf die Chicagoer Warenbörse angewiesen ist, der weltweit größten Organisation für den Derivatehandel, deren Spekulation die Existenz der mexikanischen Landwirte und deren Fähigkeit, die Bevölkerung zu ernähren, bedrohe.

Die Co-Moderatorin Anastasia Battle war gerade vom Weltjugend-Entwicklungsforum 2026 aus Wuhan in China zurückgekehrt, auf dem konkrete Lösungen für Armut und Nahrungsmangel erörtert wurden und wo sie selbst und die Präsidentin des amerikanischen Schiller-Instituts Megan Dobrodt gesprochen hatten. Dort wurde eine Erklärung für Frieden durch wirtschaftliche Entwicklung verabschiedet. Es habe eine tiefgründige Diskussion über KI gegeben, so hätten einige Redner gesagt: „Die KI hat Geschwindigkeit, ihr habt eine Seele – gestaltet gemeinsam mit ihr.“ Die menschliche Kreativität könne Sprünge machen, zu denen die KI nicht fähig ist.

Battle berichtete über die „nachhaltige Entwicklung mit dem Menschen im Mittelpunkt“ als Schlüssel zur Befreiung von hunderten Millionen Chinesen aus der Armut. Einige Konferenzteilnehmer konnten den Drei-Schluchten-Damm besichtigen, wo sie über Chinas erfolgreiche Regulierung des Jangtse informiert wurden. Der Damm versorge 300 Millionen Menschen mit Strom. Er zähme den Fluß, der früher häufig über die Ufer trat, was Menschenleben forderte. Die Chinesen seien aktiv bemüht, die Pflanzen- und Tierwelt und Kultur entlang des Flusses zu erhalten und wiederzubeleben. So werde beim Drachenbootfest der beliebte Dichter Qu Yuan (um 300 v.Chr.) gefeiert. Früher habe es nur noch zehn chinesische Störe gegeben, mittlerweile sei die Zahl auf 300.000 gestiegen. Entgegen den Behauptungen westlicher Umweltschützer müsse Entwicklung nicht Naturzerstörung bedeuten.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), warnte, der Rußland-Ukraine-Konflikt sei im Hinblick auf eine mögliche Eskalation zu einem Atomkrieg gefährlicher als der Iran-Konflikt. Die Russen seien mit ihrer Geduld am Ende. Jegliche Vereinbarungen von Anchorage seien hinfällig. Rußland mache im Krieg rasche Fortschritte. Anders als bei der deutschen Operation Barbarossa 1941 sei Rußland „diesmal vorbereitet“.

Johnson wies darauf hin, daß Länder auf der ganzen Welt ihre strategischen Erdölreserven aufbrauchen, bei Diesel und Flugbenzin drohe schon ein kritischer Mangel. Die Straße von Hormus sei nicht offen, andere Behauptungen seien gelogen.

Zepp-LaRouche antwortete, das Worst-Case-Szenario wären eine militärische Eskalation und ein Zusammenbruch des Finanzsystems zur gleichen Zeit. Die westlichen Eliten seien nicht bereit, ihre gescheiterte Politik zu ändern, sondern versuchten nur, die öffentliche Wahrnehmung zu kontrollieren und jede Diskussion über Alternativen auszuschließen.

Johnson stellte fest, daß Rußland und China eine neue Sicherheitsarchitektur am Persischen Golf fordern, wobei Pakistan, von China diplomatisch unterstützt, eine führende Rolle einnehme. Die BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit verdrängten den Einfluß der USA in der Region. Er kommentierte auch die Vorwahlen in den USA am Dienstag, wo in New York mehrere anti-zionistische Kandidaten siegten: „Die Giftigkeit der Sprache dieser Zionisten spiegelt wider, in welch großen Schwierigkeiten sie stecken.“ Der Einfluß der Lobbygruppe AIPAC sei im Niedergang.

Diskussion

Dennis Small warb um finanzielle Unterstützung, damit die IPC noch weitere 160 Treffen abhalten kann. Ein Beispiel für die erfolgreiche Arbeit der IPC sei ein spanischer Bischof, der auf einen Brief einer Aktivistin, über den in der letzten Sitzung berichtet worden war, eine Antwort schickte, in der er diese Arbeit ausdrücklich unterstützt und bekräftigt, daß sie im Einklang mit den Bestrebungen des Papstes stehe.

Zepp-LaRouche warnte, man dürfe nicht den Informationskrieg unterschätzen, der mit der Kontrolle des Narrativs und der altbewährten Taktik „Teile und herrsche“ laufe. Das sei der Grund dafür, daß die Friedensbewegung nicht geeint ist. Das müßten wir umgehen.

Ein Teilnehmer fragte, warum nur China und Rußland das in der Verfassung der USA verankerte öffentliche Kreditsystem übernommen hätten, und Small antwortete, jedes Land, das versuche, ein solches System einzuführen, lege sich mit den mächtigsten und gefährlichsten Kräften der Welt an. Damit ein Kreditsystem funktioniere, müsse es vor den Kräften der Finanzspekulation abgeschirmt werden, die versuchen werden, die ausgegebenen Kredite von der realen Produktion abzuzweigen und in ihre Spekulationsblasen zu leiten.

In abschließenden Bemerkungen versprach Haynes, er werde seine Aktivitäten in den sozialen Medien trotz Hindernissen wie „Shadowbanning“ fortsetzen und bei Veranstaltungen intervenieren, um die Fakten ruhig darzulegen.

Zepp-LaRouche warnte: „In den nächsten Monaten stehen sehr stürmische Zeiten bevor.“ Wir müssen Realisten sein, was die Gefahr angeht, aber auch unerschütterliche Optimisten. Die Globale Mehrheit, 80% der Menschheit, bewege sich in eine positive Richtung. Wie sie im letzten ihrer „Zehn Prinzipien einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ betont, sei der Mensch von seinem Wesen her gut; das Böse werde durch mangelnde Entwicklung verursacht und könne durch Entwicklung überwunden werden. Der amerikanische Papst Leo XIV. sei ein „Geschenk des Himmels“, und wir sollten seine Enzyklika Magnifica Humanitas als eine „gewaltige Waffe“ für den Frieden einsetzen.          eir


Die Welt nach der Einigung zwischen USA und Iran

Die 159. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 19. Juni fand am Ende einer historischen Woche statt, zwei Tage nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Helga Zepp-LaRouche erklärte: „Es ist eine große Erleichterung, daß die Absichtserklärung unterzeichnet wurde“, doch es gebe immer noch viele mögliche Fallstricke. „Was wird Trump tun, wenn Israel sich nicht an das Abkommen hält?“ Sie bekräftigte ihren Lösungsvorschlag: Notwendig sei eine Entwicklungsstrategie entlang des „Oasenplans“, um eine dauerhafte Grundlage für echten Frieden zu schaffen.

Die von der Anglosphäre dominierte „unipolare Welt“ der Neokonservativen sei gescheitert, so Zepp-LaRouche. Die Nationen des Globalen Südens seien nicht mehr von den Kolonialmächten abhängig, Chinas Aufstieg biete ihnen eine andere Option für wirtschaftliche Beziehungen. „Das chinesische Experiment ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte.“ Sie betonte die Bedeutung der neuen Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV., die zu einer „Zivilisation der Liebe“ aufrufe, und erinnerte an das Wort von Konfuzius: „Man kann sich bewußt entscheiden, Liebe zu empfinden.“ Zepp-LaRouche hat gerade eine neue Erklärung veröffentlicht: „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: Haltet ein! Kehrt um! Bevor es zu spät ist! Der neue Name für Frieden ist Entwicklung!“

Dr. Abdullah Ahsan ist Professor für vergleichende Zivilisationsforschung und hat in Malaysia und der Türkei gelehrt. Er sagte, nach der Lektüre der Erklärungen des Papstes stelle sich die Frage: „Ist eine Zivilisation der Liebe überhaupt möglich?“ Er glaube es. Aber dafür brauche man Vertrauen auf der Grundlage der Menschenwürde, und das sei nicht leicht zu erreichen. So habe Israel die amerikanisch-iranische Einigung schon nach wenigen Stunden in Frage gestellt, indem es den Libanon bombardierte. Ahsan machte auch auf die unfaire Behandlung der iranischen Fußball-Nationalmannschaft aufmerksam, die an der Weltmeisterschaft in den USA teilnimmt, aber das Land nach jedem Spiel sofort verlassen und sich in Tijuana in Mexiko einquartieren muß, womit ihr die nötige Ruhezeit vorenthalten wird.

Anschließend wurde ein Auszug aus einem Videointerview von Gerald Belsky von EIR mit Dr. Mohammad Toor gezeigt, dem Kuratoriumsvorsitzenden des Pakistanisch-Amerikanischen Kongresses und Präsidenten einer Organisation amerikanisch-pakistanischer Ärzte für Gerechtigkeit und Demokratie. Toor erörterte die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit für die wirtschaftliche Entwicklung, um die Grundlagen für Frieden zu schaffen. Er verwies konkret auf die Möglichkeit, die Iranisch-Pakistanische Gaspipeline durch ganz Pakistan und sogar bis ins benachbarte Indien zu verlängern.

Ein Wendepunkt für Brasilien

Luiz Erthal, Chefredakteur der brasilianischen Zeitung Toda Palavra, nannte den jüngsten G7-Gipfel in Frankreich einen „Wendepunkt der brasilianischen Außenpolitik“. Präsident Lula sei zu dem Treffen gereist, um den größten Volkswirtschaften der Welt klarzumachen, daß sie die Entwicklungsbedürfnisse des Globalen Südens nicht ignorieren dürfen. Lula habe sich US-Präsident Trump widersetzt, nachdem der die Kandidatur des Rechtsextremen Flávio Bolsonaro unterstützt hatte – wobei Trump ihn auch noch mit dessen Bruder Eduardo verwechselt hatte, beides Söhne des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Trump habe Lula auf der gesamten Konferenz gemieden. Lula habe in Frankreich deutlich gemacht, daß Brasilien keine ausländische Einmischung in seine inneren Angelegenheiten duldet. Lula habe gesagt, Trump „redet zu viel“, und jetzt müsse er „zuhören“. Die Länder des Globalen Südens würden es nicht hinnehmen, von China isoliert zu werden – einem Land, das ihnen eine echte Chance auf wirtschaftliche Entwicklung bietet.

Zur Frage einer humanen Behandlung von Migranten berichtete Erthal, Brasilien habe mehr als zwei Millionen Einwanderer aus Ländern wie Venezuela und Kuba aufgenommen und bearbeite eine wachsende Zahl von Asylanträgen. „Glücklicherweise steht Brasilien diesen Menschen offen gegenüber.“

Tim Rush von der amerikanischen LaRouche-Organisation TLO berichtete von Besuchen bei Kongreßbüros in Washington, wo er und sein Team gegen die im Entwurf des neuen US-Militärhaushalts geplante Fusion der Verteidigungs- und Geheimdienstapparate der USA, Israels und Großbritanniens sprachen. „Das ist ein Teil von etwas viel Größerem als Israel an sich“, sagte Rush. Die jungen Kongreßmitarbeiter, mit denen sie sich trafen, seien erstaunt über die Diskussion um Infrastruktur-Großprojekte gewesen, weil dies an eine Zeit in der amerikanischen Geschichte erinnert, von der sie nichts wußten.

Auf diesen Bericht folgte ein Videoausschnitt aus einem pakistanischen Fernsehinterview mit Zepp-LaRouche. Darin sagt sie, Trump selbst habe zugegeben, daß er Frieden mit dem Iran schließen müsse, um eine weltweite Wirtschaftskatastrophe abzuwenden. Auf die Frage eines Interviewers hin erläutert sie noch einmal den „Erweiterten Oasenplan“.

Zum Abschluß der Vorträge erinnerte Zepp-LaRouche daran, daß die USA 2,2 Billionen Dollar an Steuergeldern für den Afghanistankrieg ausgegeben haben, aber die Ergebnisse erbärmlich seien. Wenn man nur einen Bruchteil davon für Entwicklungshilfe ausgegeben hätte, hätte man Afghanistan in ein „blühendes Land“ verwandeln können.

Höhepunkte der Diskussion

Aktivisten aus aller Welt berichteten über ihre Erfahrungen bei der Organisation von Friedensaktionen. John Steinbach, langjähriger Anti-Atomwaffen-Aktivist und Mitbegründer des Hiroshima-Nagasaki-Friedenskomitees in Washington, berichtete über die jüngste Mahnwache seiner Organisation.

Ein spanischer Aktivist des Schiller-Instituts berichtete über eine Kampagne im Zusammenhang mit dem jüngsten Besuch des Papstes in dem Land, Briefe an alle Bischöfe in Spanien zu schicken, damit sie die Friedensvorschläge des Schiller-Instituts unterstützen.

Ein Teilnehmer fragte Erthal danach, wie man am besten den Drogenhandel bekämpfen und dabei anders als die USA die nationale Souveränität respektieren könne. Erthal antwortete, Brasiliens Bundespolizei sei bei der Drogenbekämpfung sehr erfolgreich, und die USA sollten den „Krieg gegen die Drogen“ nicht als Vorwand für politische Zwecke nutzen, die die Souveränität anderer Länder verletzen. Stattdessen sollten die USA hart gegen die Geldwäsche vorgehen. In seinen abschließenden Bemerkungen würdigte Erthal den 250. Jahrestag der Amerikanischen Revolution, die als Inspiration für die brasilianische Unabhängigkeit gedient habe.

Zepp-LaRouche antwortete auf eine Frage aus Deutschland zu der Diskrepanz zwischen technischem Fortschritt und moralischer Entwicklung. Sie erinnerte an die Beiträge des verstorbenen Weltraumpioniers Krafft Ehricke, der im Vorstand des Schiller-Instituts war, und betonte die Bedeutung von Friedrich Schillers Konzept der ästhetischen Erziehung.

Anschließend verglich sie die Einschätzung ihres verstorbenen Ehemanns Lyndon LaRouche zu den Anschlägen vom 11. September 2001 – der schon während sie liefen, in einer Sendung warnte, es müsse eine Insider-Komponente geben – mit den jüngsten Äußerungen von Palantir-Chef Peter Thiel, der diese Katastrophe als „Straussischen Moment“ (nach Leo Strauss) lobte. Das sei eine Anspielung auf Thiels gleichnamigen Aufsatz von 2003, worin Thiel betont, solche „Momente“ seien eine Übergangsphase, in der westliche Eliten verdeckte Macht einsetzen könnten, um die Welt zu beherrschen. Zepp-LaRouche warnte, diese Eliten wollten ständig Krisen, die sie ausnutzen, um die Kontrolle zu behalten. Diese Vorgehensweise müsse man für einen erfolgreichen Kampf für dauerhaften Frieden kennen.


Welche Art von Frieden wollen wir?

Bericht vom 158. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Unter dem Motto „Welche Art von Frieden wollen wir?“ veranstaltete die Internationale Friedenskoalition (IPC) am 12. Juni ihre 158. wöchentliche Onlinesitzung. Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin der IPC und des Schiller-Instituts, eröffnete die Veranstaltung mit der provokanten Feststellung, unser Handeln heute werde darüber entscheiden, ob sich die Welt in eine gute oder schlechte Richtung entwickle. US-Präsident Trump habe unzählige Male ein „kurz bevorstehendes“ Friedensabkommen angekündigt, doch der Abschuß eines US-Hubschraubers habe neue Kämpfe ausgelöst. Trumps Vorstellung, die USA würden die vollständige Kontrolle über Irans Öl- und Gasvorkommen übernehmen, sei lächerlich.

In Europa trieben viele Regierungen die Aufrüstung voran, doch der NATO-Oberbefehlshaber in Europa, US-General Alexus Grynkewich, habe erklärt, daß Rußland keinen Konflikt will. Andere Militärführer warnten, daß Europa „in den Krieg schlafwandelt“, während die NATO versuche, sich von 27 auf 40 Mitgliedsstaaten auszuweiten. Zepp-LaRouche warnte, in Deutschland sei das Militär immer mehr mit Rekrutierungskampagnen und ähnlichem präsent.

Dagegen sei Papst Leo XIV. eine wichtige Stimme für den Frieden, ähnlich wie Chinas Präsident Xi Jinping. Der Papst habe kürzlich Spanien besucht, vor dem Parlament und vor 600.000 jungen Menschen gesprochen und eine christliche Antwort auf die Migrationskrise auf den Kanarischen Inseln gefordert. Alle sollten Leos neue Enzyklika Magnifica humanitas: Über die Bewahrung des Menschen in Zeiten der künstlichen Intelligenz lesen.1 Der Papst kritisiere Milliardäre, deren einziges Ziel es sei, Billionäre zu werden, und Leute, die ihre „Türme zu Babel“ errichten wollen. Er lehne den Klassenkampf ab, sondern fördere das chinesische Konzept „Li“, die Harmonie in der Welt. Die Enzyklika fördere eine eher klassische Vorstellung von „Wahrheit und Schönheit“ und stelle fest: „Der neue Name für Frieden ist Entwicklung.“

Am 3. Juli werde Leo in Philadelphia eine Videobotschaft zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA übermitteln und die Amerikaner auffordern, sich mehr mit der wahren Geschichte und Mission ihres Landes auseinanderzusetzen. Dagegen sei der geplante „Käfigkampf“ im Weißen Haus das denkbar schlechteste Niveau zur Feier der Unabhängigkeit. Die unabhängige Präsidentschaftskampagne von Diane Sare werde sich bei einer Veranstaltung am 5. Juli in Philadelphia mit all dem befassen.

Die Behauptung, die USA seien nur ein Land der Greueltaten, sei eine von den Briten durchgesetzte Geschichtsfälschung. Die USA seien gegründet worden, um die Herrschaft der „Blaublüter und Monarchien“ zu beenden und das Gemeinwohl zu fördern, wo „alle Menschen gleich geschaffen sind“, mit einer Verpflichtung zu „Leben, Freiheit und dem Streben nach Glückseligkeit“. Die Briten hätten immer versucht, dies zu untergraben, indem sie den US-Bürgerkrieg schürten und Amerika in das gegenwärtige Chaos stürzten. Dagegen müßten wir die wahre amerikanische Tradition wiederbeleben.

Der nächste Redner war Oberst a.D. Alain Corvez aus Frankreich, der sagte, die USA und Israel verhielten sich wie Schurkenstaaten, die der Welt ihren Willen aufzwingen wollen, doch ein Großteil der Welt sei dagegen. Der Iran widersetze sich aktiv und werde von vielen Ländern unterstützt, darunter mächtige Staaten wie China und Rußland. Präsident Trumps innenpolitische Unterstützung sei im „freien Fall“, er gehe auf Schwierigkeiten bei der Kongreßwahl zu und sehe sich an mehreren Fronten blockiert. Die USA müßten erkennen, daß sie nicht der „Weltpolizist“ sind. Corvez warnte, Israel könnte versuchen, jede Friedensvereinbarung zu sabotieren.

Die Europäer sollten wieder russische Ressourcen akzeptieren und Frieden anstreben. Rußland sei ein riesiges Land, das kein neues Territorium braucht. Merz, Starmer, Macron und andere hätten versagt und seien von ihrer eigenen Bevölkerung abgekoppelt. Die EU arbeite gegen die Interessen Europas und habe den Großteil ihrer Unterstützung verloren. Wegen ihrer Mißerfolge suchten diese Regierungen die Konfrontation mit Rußland als einzigen Weg, um an der Macht zu bleiben. Rußland könnte der Ukraine leicht vernichtende Schläge versetzen, halte sich jedoch zurück.

Anschließend berichtete María Josefa Rodríguez Hernández vom Schiller-Institut aus Spanien über ihre Aktivitäten während des Papstbesuchs. Ihre dynamische kleine Gruppe hielt ein Banner für den Dialog der Zivilisationen hoch und verteilte ein Flugblatt von Zepp-LaRouche. Der Papst habe Spanien an seine Leistung zur Vereinigung verschiedener Bevölkerungsgruppen durch die Übersetzerschule in Toledo unter Alfons dem Weisen im späten 13. Jahrhundert erinnert. Vor 600.000 Jugendlichen habe er zu einer neuen Menschlichkeit der Nächstenliebe aufgerufen. Spanien forderte mit seiner kompromißlosen Haltung u.a. zum Völkermord in Gaza die bestehende Weltordnung heraus. In einer Ansprache an den Globalen Norden und Globalen Süden habe der Papst gefordert, in „unser gemeinsames Zuhause“ zu investieren – durch Bildung, Forschung und die Zivilgesellschaft. Er sprach von der Bedeutung Afrikas und unserer Verantwortung, die Armut zu bekämpfen. Zepp-LaRouche kommentierte, das Engagement des Papstes sei von größter Bedeutung für die Welt und unerläßlich für den Frieden. Corvez pflichtete bei und fügte hinzu, wir müßten die Bedürfnisse und Sorgen der anderen berücksichtigen.

Pater Harry Bury, Gründer der Friedensgruppe Twin Cities Nonviolent, sagte, die Ereignisse auf der Welt brächen ihm das Herz, gäben ihm aber auch Hoffnung. Die neue Enzyklika erinnere ihn an die Bedeutung jedes einzelnen Menschen und daran, daß man den Beitrag jedes einzelnen zur Gesellschaft würdigen müsse. Manchmal würden Menschen als „böse“ abgestempelt, um Gewalt zu rechtfertigen, doch es gebe keine bösen Menschen auf der Welt, sondern nur Menschen, die Bildung bräuchten. Die Geschichte lehre uns, daß Gewalt nicht zum Frieden führt. Pater Bury segnete den Papst und Lyndon und Helga LaRouche.

Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“, zeigte ein kurzes Video und sprach ebenfalls über die Bedeutung der Enzyklika mit ihrem Aufruf zur Vergebung. Er lobte auch die Enzyklika von Papst Johannes XXIII. aus dem Jahr 1963, Pacem in Terris.2 US-Präsident Kennedy und der sowjetische Staatschef Chruschtschow hätten sie zur Förderung des Friedens aufgegriffen. Kennedy habe die Enzyklika als Grundlage für seine berühmte Friedensrede an der American University im Juni 1963 verwendet, und Chruschtschow veröffentlichte Kennedys Rede dann in der Prawda und Iswestija. Der Papst habe diese Enzyklika in der äußerst gefährlichen Zeit 1963 verfaßt, heute befänden wir uns wieder in immer gefährlicheren Zeiten.

Die unabhängige Präsidentschaftskandidatin Diane Sare dankte Zepp-LaRouche für ihre Ausführungen zur wahren Geschichte der USA und ihre Rolle in der Welt. Sie wies die falsche Vorstellung zurück, die USA seien nur gegründet worden, um reichen weißen Sklavenhaltern Macht zu verschaffen. Die Gründerväter hätten klar festgestellt, daß „alle Menschen gleich geschaffen sind“.

Die jüngsten Wahlen hätten gezeigt, daß die zionistische Lobby AIPAC an Einfluß verliert. Der kritische republikanische Abgeordnete Thomas Massie sei zwar besiegt worden, aber viele andere ließen sich nicht aufhalten, wie der demokratische Abgeordneten Ro Khanna und der ägyptisch-amerikanische Arzt Adam Hamawy, der in New Jersey für den Kongreß kandidiert. Insbesondere junge Amerikaner lehnten eine pro-zionistische Politik ab, wie den jüngsten Vorstoß im Kongreß, die Geheimdienste der USA und Israels zusammenzulegen, wobei Ex-CIA-Chef Mike Pompeo auch den britischen MI-6 einbeziehen wolle. Sare las bewegende Zitate aus Präsident George Washingtons Abschiedsrede von 1796 vor, worin er zu „Frieden und Harmonie mit allen“ aufruft.3 Sare zitierte auch aus einem Artikel Lyndon LaRouches von 1998, „Als Franklin Roosevelt unterbrochen wurde“, die einzige legitime Rolle des Staates bestehe darin, den Einzelnen zu fördern.4 Zepp-LaRouche fügte später hinzu, es gebe viele Regierungsformen auf der Welt, aber wenn eine Regierung den Charakter des einzelnen verbessert, dann sei das eine gute Regierung.

Co-Moderator Dennis Small bezog sich auf Zepp-LaRouches „Zehn Prinzipien“,5 wo es heißt, der Mensch sei „von Grund auf gut und in der Lage, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen“. Papst Leo habe in Spanien gesagt: „Das Verlangen nach Güte, Schönheit und Wahrheit ist tief in der DNA der Menschheit verwurzelt… Das sind tiefgründige Ideen, die nicht ignoriert werden dürfen.“ Zepp-LaRouche antwortete, Leo habe eine Affinität zu Nikolaus von Kues, der sagte, alles Böse sei ein Mangel an Entwicklung. Kues habe die statische, manichäische Vorstellung kritisiert, das Böse sei immer da und es gebe einen permanenten Kampf zwischen Gut und Böse. Später fügte sie hinzu, auch wenn der Papst in der Enzyklika keine Namen nenne, bringe er „jede einzelne Struktur der Sünde auf den Punkt“. Alles deute auf die „Epstein-Klasse“ hin, und der Papst gebe uns die Fähigkeit, die aktuelle Geschichte zu beurteilen. Diese Enzyklika sei das notwendige moralische Korrektiv für die Welt und ein Werkzeug, um nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart zu verstehen.

            eir

Anmerkungen

1. https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html

2. https://www.vatican.va/content/john-xxiii/de/encyclicals/documents/hf_j-xxiii_enc_11041963_pacem.html

3. https://www.senate.gov/artandhistory/history/resources/pdf/Washingtons_Farewell_Address.pdf

4. https://larouchepub.com/lar/2020/4707-where_fdr_was_interrupted-lar.html

5. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/


Die Verbindung von Wissenschaft und Glauben

Bericht vom 155. Treffen der Internationalen Friedenskoalition.

Die 155. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 22. Mai begann mit einem Lageüberblick der IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Das nächste Ziel der Mobilisierung der IPC sei die offene Sonderdebatte im UN-Sicherheitsrat am 26. Mai zum Thema „Wahrung der Ziele und Grundsätze der UN-Charta und Stärkung des auf die UN ausgerichteten internationalen Systems“, die Wang Yi als Außenminister Chinas, das in diesem Monat den Vorsitz des Sicherheitsrats innehat, persönlich leiten wird.

Zepp-LaRouche beschrieb die Vorschläge des EIR-Krisenforums vom 15. Mai und fügte hinzu, es sei ermutigend, daß mehr Vorschläge auftauchen wie der Plan „Afrika 2063“, die solche Ideen der IPC-Sitzungen ergänzen.

Zepp-LaRouche hat für die Sitzung des UN-Sicherheitsrats einen Offenen Brief verfaßt. „Uns geht es darum, einen ganz neuen Ansatz auf den Tisch zu bringen“ statt der üblichen Geopolitik, sagte sie, einen Ansatz, der die langfristige Überlebensfähigkeit aller beteiligten Länder in Südwestasien sichert. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) habe diese Woche gewarnt, daß die Welt aufgrund der Ressourcenknappheit infolge des Iran-Krieges zusätzlich zum laufenden wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch das Anfangsstadium eines „Lebensmittelpreisschocks“ erreicht hat, der zu Hungersnöten führen kann. Diejenigen, die den Krieg geplant hätten, hätten ein solches Ergebnis vorausgesehen. „Im Hintergrund stehen all diese verrückten malthusianischen Ideen“, wie die Politik der sogenannten „kontrollierten Desintegration“.

Wissenschaft und Religion

Dr. Abdullah Ahsan aus Pakistan, Professor für Vergleichende Zivilisationswissenschaften an der Istanbuler Sehir-Universität in der Türkei, identifizierte drei Phasen einer Lösung für die aktuelle Krise: Kurzfristig gäbe es den Vorschlag des ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu, ein neutrales drittes Gremium – Davutoglu schlug die Ländergruppe Pakistan, Indonesien, Türkei und Malaysia vor – mit der Verwaltung der Straße von Hormus zu betrauen, da die Vereinigten Staaten und der Iran in eine Sackgasse geraten seien und die ganze Welt „Opfer dieser Hormus-Situation“ geworden sei. Mittelfristig müsse man das Konzept eines „Dialogs der Zivilisationen“ wiederbeleben, das in verschiedenen Formen von mehreren Seiten, darunter dem Schiller-Institut und der iranischen Regierung, befürwortet worden ist. Und langfristig müsse man sich mit der Ansicht auseinandersetzen, daß es einen Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion gebe.

Der moderne Säkularismus, so Dr. Ahsan, gehe auf die Ideen des deutschen Philosophen Immanuel Kant zurück. Seine eigenen Studien deuteten jedoch darauf hin, „daß alle Zivilisationen der Geschichte in göttlicher Führung verwurzelt sind“. Als ein Beispiel dafür, wo Wissenschaft und Glaube scheinbar auseinandergehen, führte er das Thema Evolution an.

Im weiteren Verlauf der Diskussion stellte der Co-Moderator Dennis Small eine Lösung für diesen scheinbaren Konflikt vor: Der Mensch habe die Fähigkeit, das physikalische Universum schöpferisch zu verändern, und das sei ein Beweis für den freien Willen und damit für moralische Fähigkeiten – eine „metaphysische Dimension“ in dem, was die meisten Menschen als Physik betrachten, deren Existenz Kants Theorien widerlege. Small nannte Lyndon LaRouches „Oasenplan“ als Beispiel für eine schöpferische Idee, die das physische Universum verändert.

Später äußerte sich Zepp-LaRouche zu dem Thema und stellte der dogmatischen Sicht die philosophische Sicht in der Religion gegenüber. Der Heilige Augustinus habe darauf hingewiesen, daß Platon schon Jahrhunderte vorher zu ähnlichen Schlußfolgerungen wie Jesus Christus gelangt war, was zeige, daß es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen gibt. Kardinal Nikolaus von Kues habe im 15. Jahrhundert gesagt, die Evolution bestehe darin, daß eine niedere Sphäre durch das höher entwickelte Organisationsprinzip der nächsthöheren Sphäre „angehoben“ wird. Der russisch-ukrainische Wissenschaftler Wladimir Wernadskij sei mit seinem Konzept der „Noosphäre“ zu der gleichen Schlußfolgerung gelangt. Die Idee spiegle sich auch im Buch Genesis wider, wo der Mensch aufgrund seiner Schöpferkraft als imago viva Dei, als lebendiges Abbild Gottes bezeichnet wird.

Die sich verschärfende Krise in der Landwirtschaft

Als nächstes sprachen zwei führende Vertreter von Viehzuchtverbänden aus den USA. Jesus Holguin Cazares, Präsident der Kansas Cattlemen’s Association, berichtete, daß die Kosten für die notwendigen Chemikalien in der Landwirtschaft wegen des Iran-Krieges dramatisch gestiegen sind. Dies stelle für kleinere, unabhängige Erzeuger eine außerordentliche, untragbare Belastung dar. Darüber hinaus gefährde die Kartellbildung in der Landwirtschaft kleinere Erzeuger, die mit den riesigen Agrarkonzernen nicht konkurrieren können, was sich in höheren Preisen für die Verbraucher niederschlägt. Die Konzerne kaufen notleidende Farmen auf, was die Kartellbildung verstärkt.

Jon Baker, Vizepräsident der Iowa Stockgrowers Association, berichtete ebenfalls über die Krise der Farmer und Rancher, die sich infolge des Iran-Kriegs erheblich verschärft habe, beispielsweise durch den Anstieg der Preise für Diesel, der für die Landwirtschaft unverzichtbar ist. Er kritisierte zudem die Ausbeutung durch Spekulanten und die Agrarindustrie. Baker führte das Beispiel seines eigenen Betriebs an, der allein aufgrund sogenannter „Marktfaktoren“ in den letzten zwei Tagen 80.000 Dollar an Wert verloren habe. Die Mega-Agrarkartelle vergrößerten ihre Konzentration, während die Zahl unabhängiger landwirtschaftlicher Betriebe schrumpft.

Small berichtete über Aktivitäten der Nationalen Front zur Rettung der Mexikanischen Landschaft, die gerade in Mexiko-Stadt eine Demonstration mit 3500 Teilnehmern abgehalten hat und sich mit dem Landwirtschaftsminister traf, um politische Lösungen für die Agrarkrise zu erörtern. Die Gruppe fordert für Mexiko eine Agrarpolitik, die der Ernährung der Bevölkerung Vorrang einräumt, statt die Spekulanten an der Chicagoer Warenbörse reich zu machen – gegen die destruktive neoliberale Wirtschaftspolitik, wie sie z.B. mit Ludwig von Mises von der Österreichischen Schule verbunden ist. Sie fordern zwar von der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum eine andere Politik, wollen aber nicht den US-Spekulanten und der Trump-Regierung dabei helfen, Sheinbaums Regierung zu destabilisieren.

Jose Vega, unabhängiger Kandidat für den US-Kongreß im New Yorker Stadtteil Bronx, berichtete über den Fortschritt seiner Kampagne und betonte, daß es für die Bürger wichtig sei, sich die tiefgreifenden Ideen zu eigen zu machen, die bei den IPC-Treffen diskutiert werden. Er hatte am Vortag eine Kundgebung vor den Vereinten Nationen geleitet, um die Diskussion bei der Sondersitzung des Sicherheitsrats am 26. Mai entscheidend zu beeinflussen.

Diskussion: Kampf gegen die Oligarchie

Zepp-LaRouche erwähnte verschiedene Facetten der Kriegspolitik der führenden „westlichen“ Fraktion und betonte: „Einseitige Sanktionen sind eine Form des Krieges“. Sie äußerte die Hoffnung, daß diese Konflikte durch eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gelöst werden können. Auf eine Frage hin rief sie zu weltweiter Unterstützung für Kuba auf, einem der Hauptopfer der US-Sanktionen, insbesondere angesichts Kubas lobenswerter Rolle bei der medizinischen Unterstützung anderer Länder. Zepp-LaRouche erklärte, die „Männer von Davos“, auch bekannt als die „Epstein-Klasse“ oder „die Superklasse der toten Seelen“, seien daran interessiert, die Krisen ständig weiter zu schüren, um ihre geopolitische Agenda voranzutreiben.

Dr. Ahsan warf die Frage auf, wie die oligarchische Kontrolle über die Politik beendet werden kann, und nannte als Beispiel die Kampagne Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS), die wirtschaftlichen Druck auf das israelische Regime ausübt, als kleinen Schritt in die richtige Richtung.

Abschließend wiederholte Zepp-LaRouche ihre Warnung, sowohl der Rußland-Ukraine-Konflikt als auch die von Israel ausgelösten Kriege in Südwestasien könnten zum Auslöser eines Atomkriegs werden. Co-Moderator Dennis Speed merkte an, daß das IPC-Treffen nächste Woche, das 156. wöchentliche Treffen, den dritten Jahrestag der Gründung der IPC markiert. Die Beharrlichkeit der IPC bei der Durchführung dieser Treffen werde entscheidend sein, um eine Basisbewegung aufzubauen, die die Politik der Vereinigten Staaten und Europas verändern kann.


Der Rubikon ist überschritten

Bericht vom 153. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) veranstaltete am 8. Mai, dem 81. Jahrestag des Sieges über den Faschismus 1945, ihre 153. wöchentliche Onlinesitzung. Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche wies darauf hin, daß dieser Tag am 9. Mai in Moskau mit einer Militärparade und einer Zeremonie gefeiert wird, an der Besucher aus aller Welt teilnehmen, aber der amtierende ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gedroht habe, dies mit Drohnen zu stören. Rußland habe bisher eine Eskalation des Ukraine-Kriegs vermieden, aber gewarnt, ein solcher Angriff würde mit schweren Angriffen auf Entscheidungszentren in Kiew beantwortet.

Rußland habe auch zwölf europäische Einrichtungen identifiziert, die an der Produktion von Drohnen für die Ukraine beteiligt sind, mehrere davon in Deutschland. Auch diese Einrichtungen würden zu legitimen militärischen Zielen, falls solche Drohnen für Angriffe auf die Feierlichkeiten in Moskau eingesetzt werden. Ex-Präsident Dimitrij Medwedjew, heute der Vizevorsitzende des russischen Sicherheitsrates, habe kürzlich in deutlichen Worten erklärt, die Entnazifizierung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg sei nie vollständig gewesen.

Entgegen den Bestimmungen des Zwei-plus-Vier-Vertrag für die Wiedervereinigung 1990 befänden sich heute NATO-Truppen in der ehemaligen DDR. Und durch den Kensington-Vertrag mit Großbritannien 2025 stelle sich Deutschland in die vorderste Front der Militäraktionen gegen Rußland. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, habe offen erklärt, Großbritannien sabotiere jedes Friedensabkommen und fordere aktiv mehr Krieg. Deutschland, das massiv aufgerüstet wird, würde bei einer Eskalation des Krieges eindeutig zum Angriffsziel. Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend, um diesen Kriegswahnsinn zu stoppen. Zepp-LaRouche ermutigte alle Teilnehmer, das Video dieser IPC-Sitzung zu nutzen, um andere aufzuklären.

Sie sagte, als sich der Warschauer Pakt 1991 auflöste, hätte man auch die NATO auflösen müssen. US-Präsident Trump habe angekündigt, 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, doch damit blieben immer noch 30.000. Die NATO sei kein Verteidigungsbündnis mehr, sondern eine Besatzungsmacht. Sie zitierte den ersten NATO-Generalsekretär Lord Ismay, die Aufgabe der NATO sei, „die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten“.

Im Iran habe die Regierung nach monatelangen Kämpfen die Kontrolle über das Territorium behalten und die Unterstützung der Bevölkerung gewonnen, die den amerikanisch-israelischen Krieg als Akt unprovozierter Aggression betrachte. Zepp-LaRouche zitierte einen Washington Post-Bericht über die Warnung des US-Geheimdienstes, der Iran könne Trumps Blockaden überstehen und verfüge immer noch über 70% seiner Drohnen- und Raketenbestände. Die USA hätten ihren Vorrat an Abfangraketen aufgebraucht, während der Iran weiter neue Waffen bauen könne.

Ein anderer Bericht der Washington Post belege, daß der Iran US-Basen und anderen Zielen in der Region weitaus mehr Schaden zugefügt hat als zuvor berichtet. Diese Einrichtungen würden für diese Länder zur Belastung, wenn die USA nicht einmal ihre eigenen Stützpunkte schützen können. Viele Länder der Region seien zu 70-80% auf Entsalzungsanlagen für ihre Wasserversorgung angewiesen, und ein Angriff auf diese Anlagen könne katastrophale Folgen haben. Die Kosten des Krieges und der Schaden für die Weltwirtschaft würden bereits auf 4 Billionen Dollar geschätzt, es drohe eine Weltwirtschaftskrise. Einige Mitglieder des US-Kongresses, vor allem mit militärischem Hintergrund, forderten nun, die Gelder für den Krieg zu streichen.

Spanien engagiere sich für die Beendigung der vielen Kriege weltweit und habe diese Woche der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, für ihren unermüdlichen Einsatz zur Beendigung des Völkermords in Gaza die höchste staatliche Auszeichnung verliehen. Bei der Zeremonie habe Ministerpräsident Pedro Sánchez gesagt, Albanese „bewahre das Gewissen der Welt“. Zepp-LaRouche forderte dann die Umsetzung ihrer „Zehn Prinzipien für eine Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“.

Eskalation des Ukraine-Krieges

Als nächster Redner ergriff Beto Almeida, Journalist von TeleSUR-TV in Brasilien, das Wort. Almeida erklärte, Brasilien arbeite daran, Kriege zu beenden und die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Er verglich das Treffen vom 7. Mai zwischen dem brasilianischen Präsidenten Lula da Silva und Präsident Trump mit der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen US-Präsident Franklin Roosevelt und dem brasilianischen Präsidenten Getúlio Vargas. Roosevelt habe Brasilien beim Bau seines ersten Stahlwerks geholfen, doch heute hätten in den USA neoliberale Ökonomen und Hedgefonds das Sagen. Wenn Brasilien an Projekten zur wirtschaftlichen Entwicklung arbeite, biete China seine Zusammenarbeit an, doch die USA täten das nie. Trump setze lieber auf Drohungen. Lula sei bereit, über jedes Thema zu sprechen, aber nicht unter Drohungen oder unangemessenem Druck. 2010 hätten Präsident Obama und seine Außenministerin Clinton Lula unter Druck gesetzt, seine Reise in den Iran abzusagen, jedoch ohne Erfolg. Die USA hätten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt, aber Brasilien habe angeboten, über Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte zu verhandeln. Der Co-Moderator Dennis Small fügte später hinzu, es sei gut, daß Lula sich mit Trump traf, aber auch zum amerikanischen Volk sprach und dabei die Roosevelt-Tradition betonte.

Der bekannte ehemalige UN-Waffeninspekteur und Offizier der US-Marineinfanterie Scott Ritter nahm in Bezug auf die Kriegsgefahr erwartungsgemäß kein Blatt vor den Mund. Er sagte, wir hätten den Rubikon überschritten, die Entscheidungen für eine Eskalation des Ukraine-Krieges seien bereits gefallen. Ritter wird seit vier Jahren in die russische Botschaft für die Feier zum 9. Mai eingeladen. Diesmal sei die Atmosphäre dort erstmals viel „militanter und düsterer“ gewesen. Wenn der Krieg eskaliere, werde die Ukraine als modernes Land zerstört werden, aber Rußland werde es dabei nicht belassen. Deutschland produziere die von der Ukraine eingesetzten Drohnen. Europa habe keine Luftabwehr, und Deutschland werde „verschwinden“, sagte er. Europa begehe Selbstmord und reiße den Rest der Welt mit sich. Rußland sei voll und ganz darauf vorbereitet, „mit Europa fertig zu werden“.

Zepp-LaRouche merkte an, Ritter habe alle ihre Befürchtungen bestätigt. Wir müßten unsere Anstrengungen vervielfachen, um die Bevölkerung aufzuwecken, bevor es zu spät ist.

Die nächste Rednerin war die Gründerin und Präsidentin der US-Bauernorganisation Farm Action, Angela Huffman. Sie betonte, die landwirtschaftlichen Betriebe seien in einer prekären Lage, und der Irankrieg verschlimmere nur noch das Problem. Die USA verlören jeden Tag 67 landwirtschaftliche Betriebe, während die Monopole Milliarden verdienen. Shell Oil habe seinen Gewinn in diesem Quartal auf 7 Milliarden Dollar verdoppelt. Die Regierung habe ein System von Hilfen eingeführt, doch die Landwirte wollten keine Rettungsmaßnahmen, die niemals die eigentlichen Probleme lösen. Huffman forderte, Kartellgesetze anzuwenden, um die Monopole aufzubrechen, die Preisabzocke zu beenden – insbesondere während Kriegen – und die Lebensmittel zu produzieren, die wir essen, anstatt einige Erzeugnisse im Übermaß für den Export anzubauen. Sie wies auf das Handelsdefizit der USA in der Landwirtschaft von 50 Milliarden Dollar hin.

Beiträge von Aktivisten

Tim Rush von der LaRouche-Bewegung (TLO) berichtete über die Aktivitäten im US-Kongreß. Er und andere Aktivisten hatten Treffen in 40 Büros des Repräsentantenhauses und Senats, und nun hat der demokratische Abgeordnete Pat Ryan einen Gesetzentwurf zur Streichung der Gelder für den Krieg eingebracht. Unterstützt wurden diese Bemühungen durch 67 Briefe von Menschen aus 15 Ländern, die den Kongreß auffordern, die Kriegsfinanzierung einzustellen. Der Gesetzentwurf enthalte ähnliche Formulierungen wie das Flugblatt der unabhängigen US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare, das er verteile. Viele der 18 Mitunterzeichner des Entwurfs hätten einen militärischen Hintergrund und meinten es ernst mit der Beendigung des Krieges. Andere im Kongreß gäben zwar vor, den Krieg abzulehnen, unterstützten aber weder diesen noch irgendeinen anderen Gesetzentwurf, um ihn zu beenden. Trumps Vorstoß für ein Militärbudget von 1,5 Billionen Dollar solle einen „Reptilienfonds“ schaffen und kopiere die Methode des Nazi-Finanzministers Hjalmar Schacht, Sozialprogramme zu kürzen, um eine gigantische Aufrüstung zu finanzieren.

Es wurde ein Ausschnitt aus einem Videointerview mit dem Historiker und langjährigen Aktivisten der LaRouche-Bewegung Tony Chaitkin gezeigt, der darin betont, Amerika leide unter „Identitätsdiebstahl“, weil die USA früher die führende antikoloniale Macht der Welt waren, heute aber nur noch ein Werkzeug des imperialen Systems seien. Präsidenten wie John F. Kennedy hätten mit Staatsführern auf der ganzen Welt für wirtschaftliche Entwicklung zusammenarbeitetet. Chaitkin sagt, der Kampf für Selbstverwaltung und der Kampf für wirtschaftliche Entwicklung seien ein und dasselbe.

Abril Rojas Angel aus Mexiko-Stadt sprach über ihr Engagement bei der Freiheits-Flotille für Gaza und die 36-stündige Entführung der 175 Besatzungsmitglieder, darunter sie selbst, durch das israelische Militär, während sich das Schiff in internationalen Gewässern befand. Man habe sie in Schiffscontainer gezwungen, die sie als „schwimmende Konzentrationslager“ bezeichnete.

Alberto Vizcarra, Anführer der Bauernbewegung im mexikanischen Bundesstaat Sonora, lobte Angela Huffmans Bemühungen mit Farm Action und ihren Kampf gegen die Lebensmittelkartelle. Vizcarra stimmte ihr zu, daß das Rettungspaket für Landwirte das Problem nicht löst. 70% der Hilfen gingen an die Konzerninteressen, die schuld an dem Problem sind. Vizcarra ermutigte Huffman, ihre Sache vor den US-Kongreß zu bringen, und sagte, Mexiko werde sie dabei unterstützen.

Abschließend unterstützte Zepp-LaRouche Vizcarras Aufruf, die Agrarkrise vor den Kongreß zu bringen, und betonte, wir müssen uns als „eine Menschheit“ verstehen. Der Globale Süden mache 85% der Menschheit aus, deren Stimme gehört werden müsse. Sie rief alle dazu auf, an der Organisation des EIR-Krisenforums am 15. Mai gegen die Gefahr des weltweiten Absturzes in eine wirtschaftliche Depression mitzuhelfen.


Des Kaisers neue Kleider, Bericht vom 152. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 152. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 1. Mai begann mit einem aktuellen Bericht der Initiatorin der Koalition und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie sagte: „Was wir Tag für Tag erleben, wird man in den Geschichtsbüchern wahrscheinlich als den Untergang der Präsidentschaft von US-Präsident Donald Trump beschreiben.“ Keines der Kriegsziele gegen den Iran sei erreicht worden. „Der Status der Vereinigten Staaten als unipolare Weltmacht, die behauptet, sie könne die Kontrolle über die Welt behalten…, ist vor den Augen der ganzen Welt der Kaiser ohne Kleider.“

Zum Besuch des britischen Königs Charles III. in den Vereinigten Staaten vom 27. bis 30. April sagte sie: „König Charles … versuchte, die Bedeutung der Amerikanischen Revolution völlig zu leugnen. Schließlich war die Amerikanische Revolution die erste antiimperialistische Revolution!“ Und auch Trump habe versucht, ihre Bedeutung zu negieren, indem er sie eine „anglo-amerikanische Revolution“ nannte.

Der ehemalige CIA-Analyst Ray McGovern, Mitbegründer von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), berichtete über die Reaktion der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf Donald Trumps Behauptung, sie würde „Jesus beleidigen“. Melonis Antworten seien polemisch, etwa: „Wissen Sie, was Jesus beleidigt? Unschuldige Schulkinder im Iran zu bombardieren und die eigenen tapferen Männer und Frauen in noch einen endlosen Krieg in den Tod zu schicken, die Epstein-Akten zu unterdrücken und sich dann zu weigern, irgendeinen der Beteiligten zu verfolgen!“

McGovern fuhr fort: „Der russische Präsident hat darauf hingewiesen, daß eine Wiederaufnahme militärischer Aktionen durch die Vereinigten Staaten und Israel unweigerlich äußerst negative Folgen nach sich ziehen würde, nicht nur für den Iran, sondern auch für dessen Nachbarn… Putin betonte, besonders inakzeptabel und gefährlich wäre eine Bodenoffensive auf iranischem Territorium.“

Richard Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Universität Princeton und von 2008 bis 2014 UN-Sonder­bericht­erstatter für die Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten, äußerte sich zu Charles‘ USA-Besuch wie folgt: „Trump sieht seine ultimative Identität darin, der erste König Amerikas zu sein. Und in diesem Sinne versucht er, die äußeren Merkmale eines dynastischen Führers nachzuahmen, der keine Rücksicht auf irgendwelche anderen Beschränkungen nimmt außer seinem eigenen inneren Willen und seinen moralischen Prioritäten… Und es ist natürlich ironisch, daß das gerade zum Jahrestag der Amerikanischen Revolution passiert. Das ist die perverseste Feier dieser Revolution, die man sich nur vorstellen kann.“

Die Vereinigten Staaten seien ein Imperium im Niedergang, das zu nichts anderem mehr fähig sei, als den Rest der Welt mit seinem riesigen Militär einzuschüchtern. „Das bringt uns an diesen Abgrund, der unsere vermeintlichen Hauptrivalen, Rußland und China, erschreckt – die Erwachsenen im Raum, die versuchen, wieder eine gewisse Rationalität in die Praxis der Geopolitik zu bringen.“

Zepp-LaRouche antwortete: „Nach der Theorie der Monarchie sind diese Leute von Natur aus gut durch Gottes Schöpfung, während die normalen Menschen böse seien, und deshalb brauche man einen starken Leviathan-Staat, um ihr Böses zu unterdrücken… Die Menschen sollten sich nicht von Prunk und Luxus blenden lassen, was dieser Idee zugrunde liegt, ist im Grunde diese Mißachtung der Heiligkeit jedes menschlichen Lebens.“

Könige oder keine Könige?

Garland Nixon, ein langjähriger progressiver Radio- und Fernseh-Talkshow-Moderator, verglich die Verehrung des US-Kongresses für König Charles mit dessen ähnlicher Reaktion auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Er erinnerte daran, daß Israel als Projekt des Britischen Empire gegründet wurde, d.h., wenn jemand behaupte, Israel habe die Kontrolle über die Vereinigten Staaten, dann bedeute das schlicht, daß die Briten im weiteren Sinne immer noch das Land beherrschen.

Die Demokraten hätten die Kundgebungen gegen Trump unter dem Motto No Kings – „keine Könige“ – organisiert. „Aber da ist ein echter König, und sie fallen einfach nieder und beten ihn an, am Altar des Königs. Das ist eine große Ironie. Und noch einmal, Netanjahu haben sie auch wie einen König behandelt.“

Nixon ging auf die Frage ein, ob wir eine „echte Demokratie“ haben: Wir dürften zwar wählen, aber die gewählten Amtsträger täten regelmäßig das Gegenteil von dem, was sie den Wählern versprachen. Die Wähler dürften „nicht so naiv zu sein, zu glauben, daß wir zum Wolf gehen und uns dafür einsetzen können, daß er Vegetarier wird“.

Falk ergänzte: „Ich fand die ,Keine Könige‘-Protestaktionen in gewisser Weise sehr enttäuschend, vor allem, weil sie sich damit beschäftigten, welche Ungerechtigkeiten in den USA geschehen sind, ohne zu verstehen oder zu begreifen, welchen Schaden wir dem Rest der Welt zugefügt haben. Und welchen teuflischen Einfluß wir auf die Geschichte unserer Zeit hatten.“

Die Historikerin Lynne Speed vom Schiller-Institut verurteilte ebenfalls die Verehrung für König Charles: „Daß der Präsident, der Kongreß und ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung diese Perversion duldet, zeigt das Ausmaß des Problems und die Arbeit, die wir noch vor uns haben.“ Sie beschrieb ihre Forschungen zur wahren Natur der Amerikanischen Revolution: „Die Teilnehmer der Revolution waren weitaus vielfältiger und bunter, als allgemein angenommen oder gelehrt wird. In gewisser Weise ähneln sie sehr dem heutigen Amerika und der heutigen Welt. Diese Menschen waren Schwarze, Freie und Sklaven, Weiße, Abolitionisten und Sklavenhalter, amerikanische Ureinwohner, Reiche und Arme sowie Angehörige aller ethnischen Gruppen und religiösen Überzeugungen. Und sie stammten aus vielen Ländern aus aller Welt.“ Speed zeigte Bilder aus einem Kalender, den sie zum Gedenken an den 250. Jahrestag der Unabhängigkeit erstellt hat.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare sprach über die Vorbildfunktion Alexander Hamiltons, des ersten Finanzministers der USA: „Seine Vorstellung von Wirtschaft… nimmt in hohem Maße die von Lyndon LaRouche vorweg, daß es nicht um Geld geht, sondern um Kredit – daß es um die Zukunft geht und darum, eine Vielfalt an Ideen und Arbeitskräften zu schaffen, so daß man immer mehr Arbeitskräfte mit besonderen Fähigkeiten benötigt und alle ihre einzigartigen Talente und Fähigkeiten zum Tragen kommen können.“

Anschließend zitierte sie aus der Abschiedsrede des ersten Präsidenten George Washington: „Aber, wie leicht vorhersehbar ist, wird man aus verschiedenen Gründen und von verschiedenen Seiten große Anstrengungen unternehmen und viele Kunstgriffe anwenden, um die Überzeugung von dieser Wahrheit in euren Köpfen zu schwächen; denn das ist der Punkt in eurer politischen Festung, auf den die Batterien innerer und äußerer Feinde am beständigsten und aktivsten (wenn auch oft verdeckt und heimtückisch) zielen werden…“

Diskussion

Auf Fragen von Teilnehmern antwortete Sare, es sei „zwar wahr, daß die Regierung der Vereinigten Staaten viele bösartige Aktivitäten unternommen hat, es scheint aber, daß wir einer Art ,Dachverband‘ unterstehen, den wir grob ,die Epstein-Klasse‘ nennen; tatsächlich ist das eine Gruppe von Milliardären, die offenbar irgendwie die Kontrolle hat… Wie mein Freund [US-Oberst a.D.] Doug Macgregor sagt, funktionieren CIA, Mossad und MI6 faktisch als eine einzige Behörde, als eine Einheit. Ich denke also, die Frage ist, wie wir die Menschheit davon befreien und tatsächlich wieder zu Regierungen der Nationen zurückkehren können.“

Sie beschrieb ihre Lobbyarbeit im US-Kongreß: „Die Mitarbeiter, mit denen wir uns trafen, waren ziemlich… beeindruckt davon, daß Menschen auf der ganzen Welt die Vereinigten Staaten beobachten und genug über unsere Regierungsform wissen, um sich nicht täuschen zu lassen und nicht einfach nur den Präsidenten zu beschuldigen, wenn es ein Gremium gibt, das gewählt wurde, um das amerikanische Volk zu vertreten, und das die Macht hat, etwas dagegen zu unternehmen.“

Es folgte eine weitreichende Diskussion über das Wesen der Regierung, den Unterschied zwischen Demokratie und Republik – unter anderem, ob die englische Magna Carta wirklich ein Vorläufer der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung war, wie manchmal behauptet wird, oder ob sie lediglich die Machtteilung zwischen dem König und der Oligarchie festschrieb.

Zepp-LaRouche verwies auf den katholischen Kardinal Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert, der den Begriff der „Zustimmung der Regierten“ einführte. Speed merkte an, daß Großbritannien immer noch keine geschriebene Verfassung hat und das oft zitierte, in der US-Verfassung verbriefte Recht auf „Streben nach Glückseligkeit“ nichts mit „Vergnügen“ zu tun habe: Es sei das Recht des einzelnen, Gutes zu tun, wie es der frühe amerikanische Gelehrte Cotton Mather beschrieb. Helga Zepp-LaRouche warnte, zusätzlich zur sonstigen Verdummung der Bevölkerung eröffneten heute auch Digitalisierung und KI neue Wege der Manipulation.

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„Die Dinge sehen, wie sie wirklich sind“

Bericht vom 151. Treffen der Internationalen Friedenskoalition.

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) begann ihre 151. wöchentliche Onlinesitzung am 24. April mit einem Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche. Sie wies darauf hin, daß die chinesische Regierung ihre Bürger aufgefordert hat, den Iran zu verlassen, was bedeuten könnte, daß sie über Informationen über eine bevorstehende Wiederaufnahme des Krieges mit den USA und Israel verfügt. Die seit zwei Monaten andauernde Blockade der Straße von Hormus, die dieser Angriffskrieg gegen den Iran auslöste, habe die Welt in die akute Gefahr gebracht, in eine wirtschaftliche Depression mit ungeheuren sozialen Folgen zu stürzen. Es gebe bereits gravierende Ölengpässe, die Energiepreise steigen, und Düngemittelknappheit gefährdet die Nahrungsmittelversorgung der Welt.

Zepp-LaRouche betonte, wir bräuchten dringend eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Interessen aller Länder berücksichtigt. In der Vergangenheit hätten viele diese Idee abgelehnt, aber nun, da die Welt zusammenbricht, stoße sie zunehmend auf Resonanz, viele Menschen fragen sich, wie man die internationalen Beziehungen zwischen den Nationen auf der Grundlage dauerhafter Prinzipien wiederherstellen kann. Die einzige Institution, die außer dem Schiller-Institut und der IPC eine solche prinzipienorientierte Rückkehr zum Völkerrecht fordert, sei die chinesische Regierung mit ihren vier globalen Initiativen – insbesondere der Initiative zur Globalen Governance als Rahmen dafür, wie internationale Beziehungen auf der Grundlage der UN-Charta und der Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz neu geordnet werden können.

Zepp-LaRouche fuhr fort, zu den Opfern des Zusammenbruchs der gegenwärtigen Weltordnung gehörten die Golfstaaten, die sich für ihre Sicherheit auf amerikanische Stützpunkte verließen. Doch nun habe sich herausgestellt, daß die Vereinigten Staaten nur Israel schützen, und diese Länder seien in einer sehr schwierigen Lage, weil sie die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges zu spüren bekommen. Es bestehe dringender Diskussionsbedarf: Was tun wir mit dieser Region Südwestasiens, wenn der Krieg endet? Dazu habe das Schiller-Institut einen erweiterten Oasenplan für die Region vorgelegt: die nukleare Entsalzung von Meerwasser für große Mengen Frischwasser, das über Kanäle herangeführt wird; Aufbau von Korridoren für wirtschaftliche Entwicklung von Indien bis zum Mittelmeer und vom Kaukasus bis zum Persischen Golf.

Die Reise von Papst Leo XIV. nach Afrika sei eine sehr bedeutende Entwicklung gewesen. In Amerika nehme die Unterstützung für Präsident Trump rapide ab, selbst unter seiner MAGA-Anhängerschaft. Der US-Kongreß habe jetzt die dringende Verantwortung, sein Recht, über Krieg und Frieden zu entscheiden, zurückzugewinnen.

María de los Ángeles Huerta del Río, ehemalige Kongreßabgeordnete aus Mexiko, warnte, die wichtigsten Kriege des 21. Jahrhunderts würden nicht mit Drohnen und Raketen, sondern mit Algorithmen geführt, das Schlachtfeld sei der menschliche Geist. Das sei die „hybride Kriegsführung“. Ultrakonservative Denkfabriken wie das Atlas Network stünden dabei in Verbindung mit den Tech-Giganten des Silicon Valley und einer Vielzahl von Propaganda-Influencern. Lateinamerika sei zu einem Testfeld für diese Techniken geworden. Stattdessen müsse man die Region zu einer Zone „kognitiven Friedens“ machen. Die Staaten der Region sollten die Rolle der nationalen Medien im Kampf gegen Propaganda wieder stärken und sich dafür zu einer Süd-Süd-Allianz zusammenschließen, um der Macht der globalen Mediengiganten die Stirn zu bieten – eine „Allianz für kognitive Souveränität und digitale Gerechtigkeit“.

Dennis Fritz, Chief Master Sergeant a. D. der US-Luftwaffe und derzeit Senior Fellow beim Eisenhower Media Network, sprach als Militärangehöriger, der Einblick in die inneren Abläufe des Pentagons hatte. Er warne schon seit Jahrzehnten vor einem Irankrieg. „Woher wußte ich, daß er kommen würde? Ich habe den Plan gesehen“ – dieser reiche bis ins Jahr 1992 zurück. Der pensionierte US-Viersternegeneral Wesley Clark habe enthüllt, daß ihm ein General im Pentagon nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 den Plan mitteilte, daß die USA innerhalb von fünf Jahren sieben Länder ausschalten sollten.

Amerika sei die Ursache für den Großteil der Probleme auf der Welt, sagte Fritz. „Wir behaupten, für Demokratie und Freiheit einzutreten, aber wir zerstören diese Dinge weltweit. Wir haben in der Ukraine einen Krieg begonnen, auf Kosten der Ukraine, um Rußland zu schwächen.“ Nun sei die ganze Welt Geisel einer wirtschaftlichen Katastrophe, wegen eines Krieges, den die USA im Iran begonnen haben. Die USA führten eine Blockade gegen Kuba, die Frauen und Kinder aushungert. Die riesigen Summen, die Amerika für Kriege ausgibt, könnten der zivilen Wirtschaft enormen Nutzen bringen.

Zepp-LaRouche antwortete, jetzt müsse die Vorstellung, daß Milliardäre durch Kriegsgewinne Billionäre werden, Thema einer öffentlichen Debatte werden.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare sagte, sie kämpfe dafür, daß der US-Kongreß die Verantwortung für die Kriegserklärung übernimmt, wie es die Verfassung vorschreibt. Stattdessen sehe man nur parteipolitische Positionskämpfe. Die Demokraten hofften, daß der Krieg weitergeht, damit Trump und die Republikaner am Wahltag die Quittung erhalten. Sare und der Kongreßkandidat Jose Vega, der sich für die Vorwahl der Demokraten qualifiziert hat und nun auch als Unabhängiger in der Bronx in New York antreten will, schmieden eine Koalition unabhängiger Kandidaten in den gesamten Vereinigten Staaten. In Bezug auf die Wirtschaft betonte sie: „Wir müssen die Dinge sehen, wie sie wirklich sind.“ Früher habe man den Zusammenhang zwischen der Instandhaltung unserer Infrastruktur und der Deckung der Bedürfnisse der Bevölkerung noch verstanden.

Mike Callicrate, Rinderzüchter aus Kansas und Gründer von Ranch Foods Direct, warnte, die USA könnten sich heute nicht selbst ernähren, sie hätten mehr als die Hälfte der Viehzüchter verloren und importieren Lebensmittel aus armen Ländern. „Die globale Ernährungspolitik sollte Menschen schützen, nicht Räuber.“

Jack Gilroy von Veterans for Peace und Pax Christi berichtete von einem Besuch in Washington, wo 150 Personen aus fünf oder sechs Veteranenorganisationen mit roten Tulpen für die im Iran getöteten Menschen in die Rotunde des Kapitols gingen. 70 US-Veteranen wurden festgenommen, während sie in Paradehaltung standen.

Larry Johnson ist ein ehemaliger CIA-Analyst und war von 1989-93 Vizedirektor des Büros für Terrorismusbekämpfung im US-Außenministerium. Er sagte, Donald Trump habe Wahnvorstellungen über seinen Erfolg und zeige mangelnde emotionale Kontrolle. Dies zeige sich besonders deutlich an Trumps Attacken auf ehemalige Unterstützer wie den konservativen Kommentator Tucker Carlson und die ehemalige republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, die zu Kritikern wurden. Ein solches gereizte Beschimpfen würde man von einem Zwölfjährigen erwarten. Bei der jüngsten Krisensitzung zum Iran habe Trump laut mehreren Quellen offen den Einsatz einer Atomwaffe ins Gespräch gebracht. Später habe er in öffentlichen Erklärungen den Einsatz von Atomwaffen ausgeschlossen, und man müsse hoffen, daß er sich daran erinnert. Trump habe gesagt, er warte auf einen konkreten Vorschlag aus dem Iran, obwohl der iranische Zehn-Punkte-Plan schon vor zehn Tagen übermittelt wurde. Die USA verfügten trotz gegenteiliger Behauptungen nicht über genügend Schiffe für eine vollständige Blockade der Straße von Hormus.

Weder die Iraner noch die Amerikaner könnten die weltweiten Folgen einer Sperrung der Meerenge einschätzen. Diese Folgen zeichneten sich nun ab. Insbesondere werde die Unterbrechung der Lieferungen von Harnstoff für Düngemittel die weltweite Nahrungsmittelproduktion verheerend beeinträchtigen. Die Verantwortlichen in der US-Regierung, die diese enorme Krise vorhersehen und bewältigen sollten, seien ahnungslos.

Sare erinnerte daran, daß Präsident Joe Biden senil schon war, aber alle so taten, als sei er gesund, während er eine Politik des Krieges und Völkermords betrieb. Nun setze Trump Bidens Politik fort, und auch Trump verliere den Verstand, während Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens so tun, als sei sein Verhalten normal.

Tim Rush von der LaRouche-Organisation berichtete über die Aktivitäten von Bürgerdelegationen, die am 22. April den Kongreß besuchten und rund 40 Büros führender Abgeordneter aufsuchten, um Briefe persönlich zu übergeben – sowohl von ihren Wählern als auch von ausländischen Vertretern, die betonen, es sei „eine Frage des kulturellen Erbes der Welt ist, daß die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten wiederbelebt werden müssen“. Co-Moderator Dennis Small las aus einer Auswahl dieser internationalen Briefe vor, darunter einen von einer 90-jährigen Nonne aus Barcelona. Zepp-LaRouche sandte dieser Nonne besondere Grüße und verwies auf die vorbildliche Rolle Spaniens in der aktuellen strategischen Lage. Sie hoffe, daß die Spanier die Idee unterstützen, daß ihr Land aus der NATO ausgeschlossen wird.

Callicrate betonte, wie wichtig es sei, die Beziehung zwischen Landwirten und Viehzüchtern und ihren Gemeinden vor Ort wiederherzustellen. Globale Agrarkonzerne hätten die Nahrungsmittelproduktion stranguliert und Nahrungsmittelknappheit verursacht.

Eine Teilnehmerin fragte, ob es denkbar wäre, daß der Iran die Straße von Hormus als Geste des guten Willens wieder öffnet, in der Erwartung von Fairneß? Zepp-LaRouche antwortete, man müsse sich in die Lage der iranischen Staatsführung versetzen, die keinerlei Grund hat, den Vereinigten Staaten oder Israel zu vertrauen, und die für die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Bürger sorgen muß. Small erinnerte daran, daß es tatsächlich die Vereinigten Staaten seien, die derzeit die Meerenge blockieren.

Ein spanischer Teilnehmer betonte die Ungerechtigkeit der US-Blockade gegen Kuba, eine Nation, die oft Solidarität mit anderen Entwicklungsländern gezeigt habe.

Zum Schluß erklärte Zepp-LaRouche, es sei dringender denn je, die internationale Friedensbewegung zu vereinen. Der Vortrag von María de los Ángeles Huerta del Río sei besonders wichtig, weil sich die „Kontrolle über die Narrative“ als zentral im Kampf für den Frieden herausgestellt habe.


„Wir sind nicht dazu verdammt, Barbaren zu sein“

Bericht vom 150. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) hielt am 17. April ihre 150. wöchentliche Online-Sitzung in Folge ab, die Sitzung wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche eröffnet. Sie beschrieb die Lage als „eine Welt, die zwischen Hoffnung und Hölle schwankt“. Der Waffenstillstand im Libanon sei offenbar in Kraft getreten. Der jüngste Vorstoß im US-Kongreß, mit dem War Powers Act die Kriegspolitik der Regierung zu stoppen, sei nur mit ganz knapper Mehrheit gescheitert, und das lasse im Vergleich zu früheren Versuchen auf eine wichtige Veränderung schließen.

Mit Blick auf die Wirtschaftslage sagte sie, die Nahrungsmittelknappheit in Frankreich sei so schlimm, daß es eine zweite Französische Revolution auslösen könnte, und die deutsche Industrie verschwinde gerade wie in einem Sommerschlußverkauf. Sie warnte: „Es könnte jeden Moment zu einer Wiederholung von 2008 kommen“, d.h. der steigende Ölpreis könnte die Schuldenblase zum Platzen bringen. Wir bräuchten eine Reform des Weltfinanzsystems mit einer Glass-Steagall-Bankentrennung als Ergänzung zum Oasenplan und der Weltlandbrücke für den Aufbau von Infrastruktur und Realwirtschaft.

Als nächste ergriff die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare das Wort. Unter Bezugnahme auf ihre jüngste Erklärung mit dem Titel „Stoppt den Irankrieg jetzt“ sagte sie: „Wir können uns keine Selbstdarstellung leisten, wir müssen konkret eine Eskalation verhindern.“ Anstatt mit Dingen wie einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump politisches Theater zu spielen, müsse der Kongreß die Finanzierung des Krieges beenden – so wie damals der Vietnamkrieg beendet wurde. In ihren Gesprächen mit Politikern höre sie oft die Klage: „Ich kann nichts tun, ich bin nur ein Kongreßabgeordneter“, aber der Kongreß habe die Haushaltshoheit. Der War Powers Act, der Gegenstand parteipolitischer Auseinandersetzungen war, räumt dem Präsidenten 60 Tage ein, um den Kongreß um die Erlaubnis und Mittel für einen Krieg zu bitten, jetzt sei der 49. Tag.

Sare schloß: „Der Präsident ist eindeutig verrückt geworden.“ Sie analysierte Trumps jüngste Ausbrüche im Internet mit seinen absurden Ausschweifungen. Sie sei aber ermutigt darüber, daß der Demokrat Ro Khanna aus Kalifornien und die ehemalige republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene aus Georgia sich auf einen überparteilichen Dialog geeinigt haben. Das könne eine Abhilfe gegen das „superemotionale, aufgepeitschte parteipolitische Gezänk“ in Amerikas Politik schaffen, und es zeige, wie sich die politische Szene dramatisch verändert. Sare und der Kongreßkandidat Jose Vega – der sich für die Vorwahl der Demokraten qualifiziert hat und auch als Unabhängiger im New Yorker Stadtteil Bronx antreten will – arbeiten derzeit mit 15 bis 20 unabhängigen Kandidaten landesweit zusammen. Diese Kandidaten bräuchten inhaltlichen Input, weil sie in Wirtschaftsfragen nur unzureichend ausgebildet sind.

Dr. Abdullah Al-Ahsan, Islamwissenschaftler und pakistanischer Professor für Vergleichende Zivilisationsforschung, sagte, er sei sehr optimistisch gewesen, als die Universitäten gegen den Völkermord in Gaza protestierten, aber diese Proteste seien unterdrückt worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu behaupte, „die westliche Zivilisation“ zu vertreten, aber was sei darunter zu verstehen? Der führende Zionist Chaim Weizmann habe sich offen auf die Seite der britischen Kolonialmentalität gestellt.

Der bekannte progressive Radio- und Fernseh-Moderator Garland Nixon sagte, für die Amerikaner gebe es jetzt einen Lernprozeß. Manche meinten, es drehe sich alles um Israel, das schlimme Dinge tue, und wenn man Israel unter Kontrolle bringe, dann könnten wir die anderen Probleme lösen. Aber andere sagten, Israel sei ein Werkzeug der Vereinigten Staaten, indem es tue, was die USA wollen, aber nicht selbst tun möchten, während sie vorgeben, sie hätten Israel nicht unter Kontrolle. Israel sei nur ein kleines Puzzleteil in der Strategie des US-Imperiums, die Welt zu beherrschen, so Nixon. Viele Amerikaner, die Trump gewählt haben, seien jetzt wütend: „Wir haben für wirtschaftliche Entwicklung gestimmt, aber statt dessen bekommen wir Krieg.“ Er schloß mit einem Appell für Moral in der Außenpolitik.

Weitere Diskussion

Zepp-LaRouche antwortete: „Da Sie das Thema Moral angesprochen haben: Ich bin sehr froh, daß der Papst die Rolle einnimmt, die er einnimmt.“ Sie hatte kürzlich einen offenen Brief an den Papst veröffentlicht. Unsere westliche Zivilisation breche moralisch zusammen, das sehe man u.a. an den Privilegien für Millionäre und Milliardäre auf Kosten aller anderen und den im Epstein-Skandal aufgedeckten perversen Praktiken. Wir bräuchten eine Wiederbelebung der klassischen Kultur, aber nicht als „Kunst um der Kunst willen“, sondern um echte Moral wiederzubeleben. Chinas Demokratie sei viel besser als das westliche Modell, weil sie kulturelle Moral als Ziel habe.

Dr. Al-Ahsan verwies auf den arabischen Philosophen Ibn Chaldun aus dem 14. Jahrhundert, der die wirtschaftliche Entwicklung als Ergebnis menschlicher Zusammenarbeit betont habe. Damals habe es noch nicht die starke Aufteilung des Wissens in einzelne Fachgebiete gegeben, wie wir sie heute kennen.

Der Co-Moderator Dennis Small berichtete über die Ergebnisse der IPC-Mobilisierung, um den US-Kongreß dazu zu bewegen, daß er die Finanzierung des Krieges einstellt, so wie Sare es fordert. In den vergangenen 150 Wochen hätten sich 2-300 Menschen aus bis zu 45 Ländern bei der IPC engagiert. Diese Menschen müssten jetzt mobilisieren und Botschaften an den Kongress übermitteln. So habe ein ehemaliger Minister für Justiz und Menschenrechte aus Ecuador einen Brief an den US-Kongreß geschrieben. Und der Direktor eines italienischen Kulturinstituts schrieb, wie „die europäische und die italienische Öffentlichkeit mit Bestürzung zuschauen“.

Zepp-LaRouche betonte: „Bitte machen Sie nicht den Fehler, sich zurückzulehnen und zu sagen: ,Jetzt ist alles in Ordnung.‘ Es könnte nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Wir könnten in wenigen Tagen am Ende der Zivilisation stehen.“

Co-Moderator Dennis Speed zeigte ein Video eines katholischen Priesters, der über den Streit zwischen Trump und Papst Leo XIV. sprach. Er sagte: „Ein Krieg aus freier Entscheidung kann nicht moralisch sein.“ Die Äußerungen der Trump-Regierung seien mit der Doktrin vom gerechten Krieg unvereinbar. „Was ist mit unserer Politik geschehen, daß solche Rhetorik zur Normalität werden kann?“

Zepp-LaRouche fügte hinzu, der Papst sei Augustiner. Wenn Philosophie und Glaube zu derselben Schlußfolgerung gelangen, dann gebe es keinen Widerspruch oder Konflikt zwischen Wissenschaft und Glauben. „Ich würde es einfach wagen, meine eigene Sichtweise zur Frage des gerechten Krieges zu vertreten.“ Im Zeitalter der Atomwaffen könne jeder Krieg die ganze Menschheit vernichten und müsse daher als Mittel zur Lösung von Problemen abgelehnt werden. „Die Vorstellung, man müsse Gewalt anwenden, um seinen Standpunkt zu vertreten…, gehört in den Bereich der Kinderkrankheiten.“

Dr. Al-Ahsan fügte hinzu: „Ich verstehe nicht, wie ein vernünftiger Mensch angesichts dessen, was heute geschieht, schweigen kann“, und schloß sich den Äußerungen des Papstes an.

Auf eine Frage zum Johannesevangelium antwortete Zepp-LaRouche, sie könne besser über die Vorstellung ihres verstorbenen Mannes Lyndon LaRouche von der „Gleichzeitigkeit der Ewigkeit“ sprechen. Sie zitierte die revolutionäre Idee des Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert, der Mensch müsse als Imago Viva Dei, lebendes Abbild Gottes, den Schöpfungsprozeß fortführen.

Ein in Kolumbien lebender argentinisch-italienischer Wissenschaftler informierte über die „Sevilla-Erklärung zur Gewalt“,1 eine wissenschaftliche Erklärung dafür, daß Frieden möglich ist, weil Krieg keine biologische Notwendigkeit ist. Die Erklärung wurde 1986 von internationalen Fachleuten für das von der UNO geförderte Internationale Jahr des Friedens und dessen Folgeprojekte verfaßt. Führende Wissenschaftler hätten darüber diskutiert, ob Gewalt Teil der menschlichen Natur ist, und seien zu dem Schluß gekommen, daß das absolut nicht der Fall ist. Die Gewalt werde von außen erlernt, und wenn man Gewalt erlernen könne, dann könne man auch Frieden erlernen.

Auf Fragen zur Rolle Spaniens antwortete Zepp-LaRouche: „Spanien hat die Ehre Europas gerettet, indem es eine ganz klare Position gegen den Völkermord in Gaza eingenommen hat.“ Beschlössen die atlantischen Länder, mit dem Globalen Süden zusammenzuarbeiten, anstatt zu versuchen, ihn zu unterdrücken, könnten wir die Probleme der Welt über Nacht lösen. Das sei der Normalzustand des Menschen. „Wir sind nicht dazu verdammt, Barbaren zu sein.“

Abschließend dankte Zepp-LaRouche den Gästen, die auf die Erklärung von Sevilla aufmerksam gemacht hatten, und sprach sich gegen die manichäische Vorstellung aus, daß „Gut und Böse ewig nebeneinander existieren müssen“.

Weitere Stellungnahmen und Appelle an den US-Kongreß sind erwünscht. (Wenn Sie eine Stellungnahme zur Veröffentlichung einreichen möchten, wenden Sie sich an anastasiammares@gmail.com.)

eir


Anmerkung

1. The Seville Statement on Violence: preparing the ground for the construction of peace,
    Website der UNESCO Digital Library.


Internationale Pressemitteilung des Schiller-Instituts: „Eine Alternative zum Krieg gegen den Iran rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit“ 

15. März 2026

Zur unmittelbaren Verbreitung

„Während die Vereinigten Staaten immer näher in einen umfassenden Krieg gegen den Iran rutschen, einschließlich des möglichen Einsatzes von Bodentruppen in den nächsten Stunden und Tagen, und während die Welt mit der wachsenden Wahrscheinlichkeit konfrontiert ist, dass dieser Konflikt zu einem umfassenderen Atomkrieg eskaliert, fand am 13. März ein außergewöhnlicher öffentlicher Dialog statt, um eine Alternative zu einem solchen Krieg aufzuzeigen. An diesem Dialog nahm eine Gruppe prominenter Regierungs-, Religions- und Politikführer aus dem Iran, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Ländern des Globalen Südens teil.

Der einstündige Dialog kann im Video  und im Transkript angesehen bzw. nachgelesen werden. Er repräsentiert einen Wendepunkt in den Bemühungen, den rasanten Absturz in den Krieg zu stoppen.

Die Podiumsteilnehmer sprachen über Zoom und YouTube vor einem Live-Publikum von rund 600 Teilnehmern aus 35 Nationen, die sich zur 145. wöchentlichen Sitzung der International Peace Coalition (IPC) versammelt hatten. Zu den Podiumsteilnehmern gehörten S.E. Abolfazl PasandidehBotschafter der Islamischen Republik Iran in Mexiko; Pater Harry Bury, ein renommierter katholischer Priester mit 70-jähriger Erfahrung, lebenslanger Friedensaktivist und Mitglied der US-amerikanischen Vereinigung katholischer Priester; Jack Gilroy von Veterans for Peace und Pax Christi International; S.E. Donald Ramotarehemaliger Präsident von Guyana (2011–2015); sowie Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts.

Ihr Dialog ist ein Aufruf an alle in den Vereinten Nationen vertretenen Nationen und alle Organisationen, die sich der Wahrung des Friedens verschrieben haben, unverzüglich eine notwendige neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf die Tagesordnung zu setzen, um das tödliche System der Geopolitik zu ersetzen. Ansonsten stehen wir der Wahrscheinlichkeit unserer Selbstzerstörung gegenüber.“

Weitere Informationen: Offenener Brief von Helga Zepp-LaRouche an Papst Leo XIV: „Handeln Sie genauso wie Nikolaus von Kues!“


„Mit der Feder und dem Wort lassen sich die Auswirkungen von Waffen neutralisieren“

Bericht vom 145. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Bei der 145. wöchentlichen Online-Versammlung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) war ein Überraschungsgast zu Gast: Botschafter Abolfazl Pasandideh, der die Islamische Republik Iran in Mexiko vertritt. Dies war eine einzigartige Gelegenheit für Menschen, die in einem von Kriegspropaganda geprägten Umfeld leben, eine ungefilterte Botschaft aus der Nation zu hören, die von der US-Regierung angegriffen wird.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, gab einen aktuellen Überblick. Sie stellte die Frage: Warum hat US-Präsident Donald Trump diesen Krieg begonnen? Berichten zufolge waren es US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, US-Außenminister und nationaler Sicherheitsberater Marco Rubio, US-Sonderbeauftragter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, die ihn davon überzeugten, dass der Iran kurz davor stand, US-Streitkräfte oder -Stützpunkte anzugreifen.

Sie merkte an, wir hätten eine neue Phase der neokonservativen Aggression erreicht, die durch gezieltes Eliminieren von Staatsoberhäuptern gekennzeichnet sei, wie etwa die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro oder die Ermordung des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei. Sie fügte hinzu, diese Situation könne immer noch zu einem Atomkrieg eskalieren könne, und verwies dabei auf einen Kommentar von Harlan Ullman, Seniorberater beim Atlantic Council, der sich selbst als Hauptverfasser der Doktrin von „Shock and Awe“ (Furcht und Schrecken) bezeichnet, in The Hill. Ullman schlägt vor, die Vereinigten Staaten sollten den Iran atomar angreifen, da dies der einzige Weg sei, das erforderliche Ausmaß von „Furcht und Schrecken“ zu erreichen. Zepp-LaRouche berichtete auch über ihren Offenen Brief an Papst Leo XIV., in dem sie ihn aufforderte, im Geiste von Nikolaus von Kues’ De Pace Fidei zu intervenieren. Sie habe erfahren, daß ein hochrangiger schiitischer Geistlicher aus dem Iran, Ayatollah Seyed Mostafa Mohaghegh Damad Ahmadabadi, einen ähnlichen Appell an den Papst gerichtet hat. Sie schloß mit den Worten: „Die Gefahr für die Menschheit war meiner Ansicht nach noch nie so groß wie jetzt.“

Als nächster ergriff Botschafter Abolfazl Pasandideh das Wort und bezeichnete den gegenwärtigen Krieg als „einen der irrationalsten Kriege der Geschichte… einen Verrat an der Diplomatie. Zum zweiten Mal wurden wir mitten in Verhandlungen angegriffen… Es war ein eklatantes Symbol dafür, daß Macht anstelle des Völkerrechts eingesetzt wird.“ Man habe erwartet, daß das Internet ein Zeitalter des Humanismus einläuten würde, sagte er, doch stattdessen hätten Rassisten und radikale Nationalisten das Internet erfolgreich ausgenutzt. Zum Thema der neokonservativen Agenda des „Regimewechsels“ sagte er: „Es ist unklar, wer nach dem Iran der Nächste sein wird – Mexiko oder China?“ Er schloß mit einer optimistischen Bemerkung: „Mit der Feder und dem Wort ist es möglich, die Auswirkungen von Waffen zu neutralisieren.“

Zepp-LaRouche beschrieb die Motive des IPC für die Einladung des iranischen Botschafters: Wir haben die Diskrepanz zwischen der Realität und der von westlichen Quellen verbreiteten Darstellung beobachtet. Sie erinnerte an die Erklärung des US-Finanzministers Scott Bessent, die Vereinigten Staaten hätten den Zusammenbruch der iranischen Wirtschaft absichtlich herbeigeführt, um einen Regimewechsel auszulösen, und verwies auch auf den Tweet von Mike Pompeo, dem ehemaligen CIA-Direktor in Trumps erster Amtszeit über die Mossad-Agenten, die jeden iranischen Demonstranten begleiten.

Der ehemalige Präsident von Guyana (2011–2015), Donald Ramotar, brachte dem Botschafter seine Bewunderung für die Hartnäckigkeit und den Mut des iranischen Volkes angesichts der Versuche, ihre Nation zu zerstören, zum Ausdruck. Seit einiger Zeit, so sagte er, gebe es Bestrebungen, internationale Institutionen und das Völkerrecht zu zerstören. Der Iran werde angegriffen, weil er das einzige Land sei, das sich für die Palästinenser einsetze, und weil er das Haupthindernis für Israels Bestrebungen darstelle, den Nahen Osten neu zu gestalten. Der Kampf des Iran sei auch ein Kampf für Kuba, das derzeit unter „fast unerträglichem“ wirtschaftlichem Druck stehe, in einem ähnlichen wahnwitzigen Versuch, einen Regimewechsel herbeizuführen.

Pasandideh sagte, er wolle Zepp-LaRouche dafür danken, daß sie „den Wurzeln dieses Problems“ auf den Grund gehe. Er dankte Ramotar für dessen Solidaritätsbekundung.

Pater Harry Bury, seit 70 Jahren katholischer Priester, lebenslanger Friedensaktivist und aktiv bei Twin Cities Nonviolent sowie der U.S. Catholic Priest Association, ergriff das Wort und sagte: „Unsere Herzen brechen, sie brechen wirklich, angesichts dessen, was dem Iran widerfährt“, sagte er. „Jesus sagte, wir sollen unsere Feinde lieben!“ Er betonte, die Geschichte habe uns gezeigt, daß Gewalt keine Probleme löst. Er bekräftigte seine Unterstützung für den Oasenplan und die BRICS als vorbildlichen Ansatz für den Frieden. Er bat alle Teilnehmer, sich Zepp-LaRouches offenem Brief an den Papst anzuschließen.

Pasandideh antwortete, Burys schöne Worte hätten sein Herz berührt. Er vertrat die Ansicht, Donald Trump verstecke sich hinter der Religion, und dies stelle eine Aggression gegen alle Religionen dar.

Jack Gilroy von Veterans for Peace, Pax Christi – Upstate NY und Pax Christi International kommentierte den Kontrast zwischen dem, was Pater Bury sagt, und der Befürwortung von Gewalt durch die christlichen Zionisten. Die Haltung der christlichen Zionisten steht im krassen Widerspruch zur gewaltfreien Botschaft Christi und zum jüdischen Bekenntnis zur Gerechtigkeit.

Pasandideh antwortete erneut, daß wir, wenn wir nach den Ursprüngen dieser Probleme suchen, auf Unilateralismus stoßen. Die UN-Charta schuf eine Welt auf der Grundlage von Gesetzen und Rechten, um „Nie wieder!“ zu der Ungerechtigkeit zu sagen, die zum Zweiten Weltkrieg geführt hatte, und nun werden diese Grundsätze ignoriert. Er fragte, wie wir zum Multilateralismus zurückkehren können, der Operationen zum Regimewechsel ausschließen würde. Wenn wir Multilateralismus erreichen, akzeptieren wir die kulturellen Unterschiede zwischen den Nationen.

Zepp-LaRouche erinnerte an die Rolle des iranischen Präsidenten Mohammad Chatami, der eine Wiederbelebung der Kultur und die Einführung moderner Technologien im Iran herbeiführte.

Diskussion

Gilroy bezeichnete die US-Außenpolitik als „pervers“, da sie echte Diplomatie durch Kanonenbootdiplomatie ersetze. Er sagte, wir müßten religiöse Führer dazu aufrufen, die Wahrheit zu predigen, wie es Pater Bury tue. In den Vereinigten Staaten gebe es 20 Millionen christliche Zionisten, weshalb die israelische Flagge über dem Weißen Haus wehe. Wo seien die religiösen Führer, die sagen, wir müssen aufhören, Fischer in der Karibik zu ermorden?

Der Atomwaffenexperte Dr. Theodore Postol, emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und nationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology, sagte in einem Videobeitrag, die Iraner könnten den Krieg möglicherweise sehr lange fortsetzen, indem sie Drohnen in unterirdischen Anlagen herstellen. Die Vereinigten Staaten seien nicht in der Lage, Abfangjäger in einem Tempo zu produzieren, das mit der iranischen Drohnenproduktion mithalten könne. Und die Abfangjäger seien nicht in der Lage, ihre Aufgaben wie angekündigt zu erfüllen.

Eine Frage wurde an Pater Bury gerichtet: Was können Katholiken gegen diejenigen in Südamerika und anderswo tun, die ihren Glauben auf bloßen ideologischen Antikommunismus reduzieren? Er antwortete, wir müssen uns selbst weiterbilden und dann andere Menschen aufklären.

Diane Sare erinnerte die Teilnehmer daran, daß sie eine unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin ist. Sie merkte an, fast zwei Drittel der US-Bevölkerung seien nicht in der Lage, Texte auf einem Niveau über der sechsten Klasse zu lesen. Der Schlüssel zur Befreiung der taubblinden Helen Keller aus ihrem sensorischen Gefängnis war die Sprache. Sare wies darauf hin, daß Kämpfer der Ultimate Fighting Championship – dem weltgrößten Veranstalter von Schaukämpfen gemischter Kampfsportarten – nun das FBI ausbilden, und betonte: „Unsere Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und des FBI müssen in der Lage sein, zu denken, anstatt gedankenlos gewalttätig zu sein.“

Ein Teilnehmer fragte: Kann Israel davon abgehalten werden, Atomwaffen gegen den Iran einzusetzen? Co-Moderator Dennis Speed warnte, die „Jeffrey-Epstein-Klasse“ lasse sich nicht durch moralische Grenzen einschränken. Sie glaubten, sie stünden über diesen Grenzen, und seien im Grunde satanisch. Diese Mentalität müsse aufgedeckt und bekämpft werden, um den Einsatz von Atomwaffen zu verhindern. Speed erinnerte daran, daß Frankreich und Großbritannien laut russischen Geheimdienstinformationen planen, Atomwaffen in die Ukraine zu bringen.

Jose Vega, Kongreßkandidat im 15. Kongreßwahlkreis von New York (Bronx), berichtete über die Unterschriftenaktion seines Wahlkomitees zur Erlangung der Wahlzulassung, bei der in den letzten Wochen an über 4.500 Türen geklopft und eine Botschaft des Friedens durch Entwicklung verbreitet wurde.


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