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internationale Friedenskoalition

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Am Rande eines großen Krieges in Südwestasien

Bericht vom 172. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 172. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. September begann mit einem Lageüberblick von Dennis Small, IPC-Co-Moderator und Iberoamerika-Redakteur von Executive Intelligence Review. Er betonte, US-Präsident Trump sei trotz seiner großspurigen Äußerungen nicht Herr seines Schicksals. Angesichts der Sperrung der Straße von Hormus und der Meerenge von Bab al-Mandab steuere die Welt auf einen riesigen wirtschaftlichen Schock zu, den Trump nicht verhindern kann. Es sei Trump auch nicht gelungen, die BRICS und den Wandel hin zu einer multipolaren Welt aufzuhalten, wie man auf der jüngsten BRICS-Konferenz in Neu-Delhi sehen konnte. Trumps Regierung habe bekanntgegeben, daß sie Waffen im Weltraum stationiert hat, und sie diskutiert über einen möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen, weil er immer noch hofft, den Rest der Welt einzuschüchtern.

Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Genozidforschung an der renommierten Brown University im US-Staat Rhode Island, erläuterte, Völkermord sei ähnlich wie Krieg als „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ eingesetzt worden, und führte einige historische Beispiele dafür an. Seit mit der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (CPPCG) 1948 die Ablehnung von Genozid im Völkerrecht verankert wurde, gebe es eine gewisse Abschreckung, aber die Straffreiheit, mit der Israel seinen Völkermord im Gazastreifen verübt, drohe die Welt in die Zeit davor zurückzuversetzen.

Sowohl die palästinensische Hamas als auch das israelische Regime hätten bewußt gewaltsame Reaktionen provoziert, um bestimmte Ziele zu erreichen, und beide seien damit erfolgreich – allerdings zu einem hohen Preis. Die Hamas habe die Aufmerksamkeit der Welt auf die Notlage der Palästinenser gelenkt, auf Kosten von Zehntausenden Menschenleben. Das israelische Regime wolle im Westjordanland eine neue Intifada provozieren, die dort als Vorwand für einen weiteren Völkermord dienen würde, um die ethnische Säuberung und Annexion zu beschleunigen.

Harley Schlanger, Präsident der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO), lobte Bartovs Vortrag und dessen neues Buch Israel: What Went Wrong? („Israel: Was ist falsch gelaufen?“) Die Einführung einer Verfassung in Israel sei immer wieder aufgeschoben worden, statt dessen wurde 2018 ein „Grundgesetz“ beschlossen, das Israel als „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes“ definiert, womit die Apartheid institutionalisiert wurde, wie Bartov in seinem Buch beschreibt. Schlanger erklärte, anstatt sich auf negative Anreize wie Sanktionen zu konzentrieren, um Israel zu einer Verhaltensänderung zu zwingen, sollte die Welt positive Anreize wie Lyndon LaRouches „Oasenplan“ für wirtschaftliche Entwicklung fördern, der beiden Konfliktparteien zugute käme.

Der Friedensaktivist Jonathan Kuttab ist ein palästinensisch-amerikanischer Christ, Leiter der „Friends of Sabeel North America“ und Mitbegründer von „Nonviolence International“. Er brachte zunächst seine Wertschätzung für die IPC-Treffen zum Ausdruck und lobte besonders deren globalen Charakter und die Vielfalt der Teilnehmer. Dann befaßte er sich mit der verbreiteten Leugnung des Völkermords in Gaza. Gewöhnlich sei es in Gerichtsverfahren wegen Völkermords das schwierigste, Vorsatz nachzuweisen, aber im Falle Israels sei es sehr leicht, den Vorsatz zu dokumentieren. Menschen und Regierungen im Westen, die den Genozid leugnen, wollten damit ihre Mitschuld verbergen. Durch die Straffreiheit für Israel drohe die Gefahr, daß Völkermord wieder Normalität wird, wie Bartov warnte, eine Rückkehr zur Welt vor der Völkermordkonvention. In dem Zusammenhang seien die Angriffe auf die internationalen Gerichte und auf das Völkerrecht an sich besonders schockierend.

Bartov meldete sich zu Wort und wandte sich gegen die Idee der Zweistaatenlösung: „Die Vorstellung von zwei getrennten Staaten mit einer Mauer dazwischen ist eine Fantasie.“ Er lobte die Organisation „A Land for All“, die sich für einen Plan einsetzt, der zwei souveräne Staaten, Israel und Palästina, innerhalb einer einzigen gemeinsamen Heimat vorsieht, mit offenen Grenzen und gemeinsamen Institutionen statt einer strikten Trennung. Er sagte, vielen Menschen falle es schwer, sich mit der Tatsache abzufinden, daß ausgerechnet Israel, das sich der Welt als Zufluchtsort für Opfer des Holocaust präsentierte, nun selbst einen Holocaust begehen könnte. Aber nun habe Israel den Bogen überspannt und sei in seiner Straffreiheit zu weit gegangen, was den Menschen weltweit die Augen öffne.

Small ging ebenfalls auf das Thema Verleugnung ein und erklärte, die Menschen wollten sich der Wahrheit nicht stellen, weil sie keine Lösung sehen und die Realität deshalb für sie zu schmerzhaft ist. Den größten Schaden hätten diejenigen, die offenen Auges den Völkermord tolerieren, mehr noch als die Opfer selbst. Small stellte das humane Menschenbild des chinesischen Konfuzianismus dem barbarischen Menschenbild von Thomas Hobbes mit seinem „Krieg aller gegen alle“ gegenüber. Er erinnerte auch daran, daß der Zionismus weitgehend ein Projekt des Britischen Empire war.

Beatriz Bissio ist außerordentliche Professorin für Vergleichende Geschichte an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro in Brasilien. Sie beschrieb zunächst ihre langjährige Tätigkeit beim Third World Journal, in deren Rahmen sie ausführlich über Palästina berichtete und den Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat interviewte. Anschließend befaßte sie sich ausführlich mit der jüngsten BRICS-Konferenz in Indien. Der Erfolg des Gipfels sei alles andere als garantiert gewesen, nicht zuletzt wegen der freundschaftlichen Beziehungen des indischen Premierministers Modi zu Israel, tatsächlich sei das Treffen aber ein großer Erfolg geworden. Besonders wichtig sei das Treffen zwischen Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande gewesen, mit der denkwürdigen Formel: „Wir sind Partner und keine Rivalen.“ Die Konferenz sei insgesamt von „Diplomatie, Dialog und dem geduldigen Aufbau von Konsens“ geprägt gewesen, auch wenn nicht bei allen Themen Einstimmigkeit herrschte. Bissio sieht in dem Gipfel Grund zum Optimismus, trotz all der grausamen Realitäten, mit denen sich die IPC befaßt. Die BRICS hätten auch auf die Bandung-Konferenz von 1955 verwiesen, ein wegweisendes Treffen von 29 asiatischen und afrikanischen Staaten; es sei ein Grundstein für die BRICS gewesen, die heute als die „Erben von Bandung“ gelten können.

Diskussion

Auf die Frage eines Teilnehmers, warum die arabischen Staaten den Palästinensern nicht helfen, antwortete Kuttab, die arabischen Staaten seien keine Demokratien und ignorierten die Wünsche ihrer Bevölkerung, außerdem hätten sie Angst vor den Israelis. Schlanger warf ein, der Iran sei dabei eine Ausnahme, und das sei auch der Grund für den Krieg gegen das Land.

Eine deutsche Teilnehmerin sagte, Deutschland habe eine besondere Verantwortung, sich gegen den Völkermord im Gazastreifen zu stellen, weil es sich unter den Nazis selbst des Völkermords schuldig machte. Sie dankte Schlanger dafür, daß er die Rolle Großbritanniens beim Zionismus ansprach. Sie wies auch auf die Bedeutung der Kontroverse um den amerikanischen Rap-Star Macklemore hin, der hart angegriffen wurde, weil er Palästina auf offener Bühne unterstützte. Seine Worte dabei seien wunderschön gewesen.

Ulf Sandmark, Leiter des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete über die Lage in seinem Land, wo gerade Wahlen stattfanden, und über die Aktivitäten seiner Organisation, die dazu beitragen, eine Antikriegskoalition unter Oppositionsparteien aufzubauen.

Small kam noch einmal auf die Verzweiflung der anglo-amerikanischen Eliten zurück, die um jeden Preis ihre unipolare Welt bewahren wollen, bis hin zu Plänen, Atomwaffen einzusetzen. Israel sei wie ein „Paket Dynamit“, das im Dienste dieses unipolaren Wunschtraums jederzeit gezündet und dabei selbst zerstört werden könnte.

Ein Journalist fragte Kuttab nach der „sklavischen Ergebenheit“ US-amerikanischer Politiker gegenüber dem israelischen Regime. Er antwortete, dahinter steckten noch umfassendere Interessen; dieselben Politiker würden Israel den Wölfen zum Fraß vorwerfen, wenn es vorteilhaft erscheine. Unterdessen gebe es aber einen wichtigen Wandel in den USA, insbesondere unter jungen Menschen und vielen Juden, die über Israels Handeln entsetzt sind. Er prognostizierte, letztendlich würden die USA ihre schützende Hand über Israel zurückziehen, damit werde es sich abfinden müssen.

Zum Abschluß kam Schlanger noch einmal auf die Bedeutung der Arbeit der IPC zurück. Sie solle den Menschen dabei helfen, „aus der axiomatischen Struktur ihres Denkens auszubrechen“ und die Gehirnwäsche durch die traditionellen Medien zu überwinden. Das heutige Treffen sei eine tiefgehende Diskussion gewesen, die „solche Fragen an der Wurzel packt“.            eir


Die Wahrheit über den 11. September aufzudecken, ist wichtiger denn je!

Bericht vom 171. Treffen der Internationale Friedenskoalition

Die 171. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 11. September gedachte des 25. Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Vereinigten Staaten und wurde zu einer Strategiesitzung darüber, wie wir jetzt die enormen Chancen nutzen können, um eine politische Bewegung aufzubauen und die Bevölkerung aufzuklären.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, bezeichnete die Anschläge vom 11. September als eines der größten Verbrechen unter falscher Flagge in der Geschichte. Es habe als „Reichstagsbrand“ gedient, um einen Überwachungsstaat in den USA durchzusetzen – nicht, um die Menschen zu schützen, sondern um sie unter Kontrolle zu halten.

Es wurde ein Video ihres verstorbenen Ehemanns, Lyndon LaRouche vom 3. Januar 2001 gezeigt, in dem er warnte, die kommende Regierung von Präsident George W. Bush werde nicht in der Lage sein, die wachsende Wirtschaftskrise zu bewältigen, und brauche daher einen Vorfall von der Art des Reichstagsbrands, um Krisenmanagement durchzusetzen. Als die Anschläge vom 11. September passierten, war LaRouche gerade zu Gast in der Live-Radiosendung von Jack Stockwell in Salt Lake City. Dort wies er die offizielle Darstellung, daß ein böser Eremit in einer Höhle in Afghanistan – Osama bin Laden – ein solches Ausmaß an Zerstörung anrichten könnte, umgehend zurück. Durch seine jahrelange Arbeit an der Strategie, die Präsident Reagan am 23. März 1983 als Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) ankündigte, sowie seine fundierten Kenntnisse über NORAD und andere US-Luftverteidigungssysteme wußte LaRouche, daß es sich um einen „Insiderjob“ handeln mußte, unter Beteiligung korrupter Elemente des US-Geheimdienstapparats.

Zepp-LaRouche berichtete von einem Interview vom Januar 2002, in dem Lyndon LaRouche betonte, daß jeder Angriff auf das Pentagon automatisch das gesamte thermonukleare Arsenal der USA in höchste Alarmbereitschaft versetzt und deshalb akut ein Atomkrieg drohte. Sie sagte, deshalb sei es äußerst wichtig, daß Präsident Putin damals als erster Staatschef der Welt Präsident Bush anrief, um Unterstützung anzubieten, und sogar anbot, das russische Atomwaffenarsenal in Ruhezustand zu versetzen, um die Bedrohungslage für die USA zu verringern. Dieses Freundschaftsangebot in Krisenzeiten sei später jedoch von den USA mißbraucht worden.

Zepp-LaRouche sagte, wenn die Vereinigten Staaten jemals ihren Status als echte Republik zurückgewinnen wollen – was anläßlich ihres 250. Geburtstags nur allzu angebracht wäre -, dann müßten sie diese Fehler neu bewerten. Dazu müsse man die Anschläge des 11. September und die darauf folgende Kette von Ereignissen, wie den sogenannten „Krieg gegen den Terror“ und die Aushöhlung der Verfassungsrechte durch den Patriot Act, umfassend untersuchen.

Bei dem laufenden Gipfel der BRICS-Staaten in Neu-Delhi seien Präsident Trumps Krieg gegen den Iran und die dadurch verursachten steigenden Ölpreise sicherlich ein Hauptthema. Die Preise würden noch weiter steigen, weil jetzt eine zweite wichtige Seeverbindung, die Meerenge von Bab el-Mandeb, von den mit dem Iran verbündeten Ansar Allah (Huthis) im Jemen eingenommen wurde. In ihrem Krieg gegen die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen hätten sie die Kontrolle über die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer übernommen.

Die israelische Zeitung Haaretz habe aufgedeckt, daß Premierminister Netanjahu von den Angriffen vom 7. Oktober 2023 wahrscheinlich schon zehn Tage im Voraus wußte. Und die Hamas-Angriffe dauerten sechs Stunden, bevor es eine Reaktion des israelischen Militärs gab. Damit bröckele Netanjahus offizielle Darstellung.

Zepp-LaRouche verwies auch auf den Erdrutschsieg der Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, der als massive Zurückweisung von Bundeskanzler Friedrich Merz und dessen Kriegskurs gegen Rußland gewertet werde.

War Cheney Teil des 9/11-Putsches?

Der pensionierte CIA-Analyst Ray McGovern, Mitbegründer der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS), ergriff als nächster das Wort und betonte, wenn man die heutige Welt verstehen wolle, dann müsse man die EIR-Nachrichten lesen. Er begann mit einem Rückblick auf seine persönlichen Erfahrungen bei der Befragung des ehemaligen Verkehrsministers Norm Mineta fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September, nachdem er Minetas Aussage vor der 9/11-Kommission, einer „politischen Kommission“, geprüft hatte.

Mineta sagte dort aus, als er gegen 9:25 Uhr in der Notfallzentrale des Präsidenten (PEOC) eintraf, sei Vizepräsident Dick Cheney schon dort gewesen – entgegen Cheneys offiziell behaupteter späterer Ankunft um 9:58 Uhr, nach dem Angriff auf das Pentagon. Mehrmals habe ein junger Mann den Raum betreten und Cheney über ein sich näherndes Flugzeug informiert – vermutlich American-Airlines-Flug 77, der sich Washington näherte und von Entführern gesteuert wurde -: erst 50 Meilen entfernt, dann 30, dann 10.

Schließlich habe der junge Mann Cheney gefragt: „Gelten die Befehle noch?“, woraufhin Cheney seinen Kopf herumriß und brüllte: „Natürlich gelten die noch, haben Sie was anderes gehört?“ Mineta sagte noch Jahre später bei einer Veranstaltung in Seattle, seine entsprechende Aussage sei im Bericht der 9/11-Kommission ausgelassen worden.

2006 hatte McGovern die Gelegenheit, in einer Veranstaltung zum Verfassungstag an der Washingtoner Georgetown-Universität, wo beide als Ehrenleser der Verfassung auftraten, bei Mineta nachzuhaken. McGovern fragte: „Wer war der junge Mann? Trug er eine Uniform?“ Nun konnte sich Mineta angeblich nicht mehr an den jungen Mann erinnern.

Als McGovern fragte, was man aus der Frage des jungen Mannes an Cheney „ob die Befehle noch gelten“ schließen soll, verhielt Mineta sich sehr seltsam. McGovern bezog sich dann auf Minetas eigene Aussage vor der 9/11-Kommission, wörtlich: „Minuten später wurde das Pentagon getroffen.“ Er habe dann Mineta gefragt, ob der zeitliche Ablauf nicht die Schlußfolgerung nahelege, Cheney habe eine Art Stillhalte-Befehl erteilt. „Und was passierte? Er schloß kurz die Augen. Es war, als wäre auf die Innenseite seiner Augenlider eine Warnung eingebrannt: Sprich nur von dem Flugzeug in Pennsylvania!“ Bloß nicht von dem im Pentagon!

„Es war bizarr“, sagte McGovern. „Es war, als hätte ein Roboter die Kontrolle übernommen.“ Mineta habe sich strikt geweigert, mehr zu sagen. McGovern sagte weiter: „Wie ich schon sagte, hat die 9/11-Kommission Minetas offizielle Aussage schlichtweg ignoriert – kaum überraschend, schließlich ließen sie noch andere unbequeme Fakten völlig außer Acht – wie zum Beispiel den Einsturz von Gebäude 7 des World Trade Centers, für den kein Flugzeug verantwortlich gemacht werden konnte. Aber die äußerst aufschlußreiche Befragung Minetas durch Lee Hamilton kann jeder auf YouTube ansehen.“

Die 9/11-Kommission sei ein Witz gewesen. In dem getroffenen Teil des Pentagons seien wichtige Finanzunterlagen aufbewahrt wurden, die alle zerstört wurden. McGovern lobte die Arbeit und Standhaftigkeit der sog. „Jersey Girls“, Witwen der bei den Anschlägen getöteten Männer, die eine ehrliche Untersuchungskommission fordern.

Der ehemalige Vier-Sterne-General Wesley Clark habe zu Recht gewarnt, daß die Vereinigten Staaten einen Vorwand suchten, um sieben Länder in Südwestasien anzugreifen, angefangen mit dem Irak, der eine Bedrohung für Israel sein könnte. Nach dem 11. September habe sich alles verändert, und es war leicht, falsche Darstellungen zu erfinden.

McGovern warnte später auch, er mache sich Sorgen, was Präsident Trump tun könnte, um die Zwischenwahlen zu beeinflussen. Trump könne Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE als seine „Braunhemden“ einsetzen oder verbündete Gouverneure auffordern, die Nationalgarde einzusetzen. Er schloß: „Wir müssen so handeln, wie es unsere Vorfahren vor 250 Jahren taten: uns zusammenreißen, die Wahrheit ergründen und uns dabei nicht entmutigen lassen. Hört euch Beethovens 9. Symphonie an.“

Die wahre Gefahr bei Ashcrofts Nominierung

Dann wurde ein weiterer Videoclip vom Januar 2001 gezeigt, in dem Lyndon LaRouche eine Frage der Gruppe schwarzer Kongreßabgeordneter beantwortete, wie man verhindern könne, daß John Ashcroft US-Justizminister wird. LaRouche erklärte, Ashcroft sei ein Rassist, aber es gehe auch um mehr. Ashcroft solle dafür sorgen, daß in den USA anstelle der Verfassung eine Struktur des Krisenmanagements herrscht: eine Geheimregierung mit einer Geheimpolizei und endlosen Kriegen. Die Amerikaner dürften nicht so dumm sein wie die Deutschen, die Hitler zwar als Gefahr sahen, aber meinten, sie könnten ihn ja beim nächsten Mal wieder abwählen – aber dann gab es keine freien Wahlen mehr. Zepp-LaRouche erwähnte, daß der Palantir-Gründer Peter Thiel gesagt hat, der 11. September sei ein entscheidender Moment zum Aufbau eines Polizeistaats gewesen, was er gut fand!

Der Whistleblower und ehemalige technische Direktor der NSA, Bill Binney, sprach über das von ihm entwickelte elektronische Überwachungsprogramm „Thin Thread“, das von den Geheimdienstchefs gerade deshalb abgelehnt worden sei, weil es die nationale Sicherheit verbessern könnte, ohne gegen die Verfassung zu verstoßen. NSA-Direktor General Michael Hayden und CIA-Direktor George Tenet hätten eine lückenlose Überwachung der amerikanischen Bevölkerung gewollt und schließlich Milliarden für ein anderes System ausgegeben, das 250.000 Mal die Verfassung verletzte, indem es ohne richterliche Anordnung auf Daten zugriff oder Beweise fälschte, um Spionageoperationen zu rechtfertigen.

Binney hat vor dem verfassungswidrigen Abschnitt 1021 des Verteidigungsbudgets von 2012 gewarnt, der unbefristete Inhaftierungen und andere Übergriffe erlaubt. Zudem warnte er vor dem NSA-Programm „Treasure Map“, das das gesamte Internet erfassen soll – „jedes Gerät, überall, jederzeit“. Als Binney Beamte wegen der verfassungswidrigen Machenschaften seiner Behörde zur Rede stellte, antworteten sie meistens: „Wir haben Sonderbefugnisse bekommen“ – aber wie Binney richtig sagt, kann es keine Sonderbefugnisse geben, die gegen die Verfassung verstoßen. Diese korrupten Beamten fürchteten Binneys Programm „Thin Thread“, weil sie wußten, daß man damit kriminelle Aktivitäten der Regierung aufdecken könnte.

Binney kündigte auch an, daß er am 13. September in einer Veranstaltung des New Yorker Kongreßkandidaten Jose Vega sprechen würde, weil man alle diese Probleme lösen könne und weil er junge Menschen mit seinen Lösungsansätzen ansprechen möchte. McGovern ermutigte alle, sich den Film A Good American über Bill Binney anzusehen.

Jason Ross, wissenschaftlicher Berater der LaRouche-Organisation, befaßte sich mit der künstlichen Intelligenz (KI), deren Mißbrauch sogar zum Aussterben der Menschheit führen könnte. Das eigentliche Problem sei immer die Absicht, die jemand mit dieser Technologie verfolgt. Junge Menschen müßten aktiv daran mitarbeiten, wie sich die Welt ihrer Vorstellung nach entwickeln solle. McGovern antwortete, die richtige Antwort gebe das Konzert später am Abend mit der Idee Beethovens und Schillers: „Alle Menschen werden Brüder.“

Jack Gilroy von Pax Christi sprach über die wachsende Unterstützung für den Brief, in dem Papst Leo XIV. aufgefordert wird, sich für den Frieden einzusetzen, wie es Papst Johannes XXIII. während der Kubakrise 1962 getan hatte. Ein zweiter Brief von Peter Kuznick, Professor für Geschichte an der American University, findet ebenfalls immer mehr Anhänger. Gilroy plant den Aufbau einer riesigen Datenbank zur Vernetzung von Friedensaktivisten.

Terry Strada, Vorsitzende einer sehr aktiven Organisation von Angehörigen der Opfer des 11. September – „9/11 Families & Victims United for Justice Against Terrorism“ -, die an dem Morgen in der Gedenkveranstaltung zum 11. September in Manhattan gesprochen hatte, sandte eine Unterstützungsbotschaft an die IPC-Sitzung.

Zepp-LaRouche schloß die Veranstaltung mit dem Aufruf zu einer Bewegung der „Weltbürger“: Wir alle müßten schöne Seelen und Genies werden – wie es bei Schiller heißt: „Zu was Besserem sind wir geboren.“ eir


Widerstand gegen die „Kontrolle des Narrativs“

Bericht über das 169. wöchentliche Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 169. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. August begann mit einer Einführung der IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie räumte ein, daß die Gefahr eines Weltkriegs nach 169 Wochen nicht geringer ist, sondern wächst, betonte jedoch auch, daß es Lösungen gibt und wir den politischen Kampf um deren Umsetzung gewinnen müssen.

Der Konflikt in der Ukraine werde durch Großbritannien und Frankreich eskaliert, indem sie mehr Hightech-Waffen liefern, womit das Risiko zunehme, daß Rußland beide und insbesondere Großbritannien als direkte Konfliktparteien betrachtet, wie die Sprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa diese Woche bereits warnte.

Im Iran-Krieg seien die Vereinigten Staaten aufgrund der Erschöpfung ihres Waffenarsenals in eine Sackgasse geraten. Die Bedeutung der neuen „Mekka-Allianz“ – des trilateralen Verteidigungspakts, der am 7. August in Mekka vom saudischen Kronprinzen bin Salman, dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem pakistanischen Premierminister Scharif geschlossen wurde – lasse sich noch nicht endgültig beurteilen, aber sie könnte möglicherweise einen Weg für erfolgreiche Verhandlungen und eine neue regionale Sicherheitsarchitektur ebnen, wenn es mit einer Perspektive wirtschaftlicher Entwicklung wie dem „Oasenplan“ verbunden werde.

Die westlichen Volkswirtschaften seien in einer verzweifelten Lage, und die Aufrüstungspolitik in Europa sei „einfach nur verrückt“, zumal der Schwerpunkt auf der Massenproduktion von Waffen liege, die technologisch veraltet sind. Und obwohl die Vereinigten Staaten einen gigantischen Militärhaushalt haben, zahlten sie mittlerweile mehr Zinsen für ihre Staatsschulden als dafür.

Co-Moderator Dennis Small, der Iberoamerika-Direktor von Executive Intelligence Review, stellte zunächst fest, die Realität habe sämtliche Versprechen und Vorhersagen von Präsident Trump widerlegt, und er zitierte Lyndon LaRouches Warnung, wie verrückt es sei, eine gescheiterte Wirtschaftspolitik immer weiter fortzusetzen.

Der heutige US-Finanzminister Scott Bessent habe schon 1992 eine Schlüsselrolle bei George Soros’ Manöver gegen das britische Pfund gespielt. Small erläuterte Bessents jüngsten Schachzug, den Billionen Dollar großen „Notfallfonds“ des Finanzministeriums zum Rückkauf von US-Staatsanleihen zu nutzen, und die Reaktion der Finanzwelt, die sich davon nicht beeindrucken läßt. Wir hätten den Punkt erreicht, wo sowohl die Staatsverschuldung als auch die Zinssätze steigen. Indem Bessent langfristige Schulden mit kurzfristigen Krediten zurückkauft, rase man nur noch schneller auf den Abgrund zu. Small erwähnte auch Bessents extreme Forderung, daß alle Länder der Welt den Handel mit dem Iran einstellen, was höchstwahrscheinlich alle wichtigen Handelspartner des Iran zurückweisen würden. Diese Taktik werde den Aufbau einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Vorherrschaft der USA ablöst, nur noch beschleunigen.

Peter Kuznick, Professor für Geschichte und Direktor des Nuclear Studies Institute an der American University in Washington, stellte ein Video zur Verfügung, worin er die Ziele seines Offenen Briefes erläutert, in dem er Papst Leo XIV. ersucht, einen Notfallgipfel einzuberufen, um einen Atomkrieg zu verhindern. Kuznick befürchtet, daß Trumps „pathologischer Narzißmus“ ihn anfällig für Druck aus seinem Umfeld macht, das Tabu des Atomwaffeneinsatzes zu brechen.

Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß die Aufrüstung durch Kürzungen bei den Sozialleistungen finanziert wird, was das verbreitete Elend noch verstärke; dies werde dann Regierungen dazu veranlassen, noch mehr auf Krieg zu setzen, um davon abzulenken – genau wie in Deutschland unter den Nazis.

Co-Moderator Dennis Speed wies darauf hin, daß die Zinszahlungen der US-Regierung heute höher sind als der gesamte US-Staatshaushalt im Jahr 1987. Anschließend stellte er Larry Johnson vor, einen ehemaligen CIA-Beamten und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS). Johnson sagte, die Korruption in den USA und bei Trump persönlich „läßt die Korruption in der Ukraine im Vergleich dazu harmlos aussehen“. Bessents groß angekündigte sogenannte „D-Day-Sanktionen“ gegen den Iran seien ein „völliger Witz“, weil der Iran ohnehin gerade dabei sei, sich aus dem US-dominierten Finanzsystem zurückzuziehen. Johnson spottete über Trumps Behauptung, die Straße von Hormus sei „offen“, und ging sprach über die kommende Krise, wenn der Welt der Dieselkraftstoff, „das wirtschaftliche Herz der Volkswirtschaften“, ausgeht.

Diskussion

Zepp-LaRouche betonte erneut, die Lage sei ernst, aber das Problem sei lösbar, und dazu könnten wir auf historische Traditionen wie den Konfuzianismus in China und den Westfälischen Frieden in Europa zurückgreifen. Diese Traditionen habe sie bei der Formulierung ihrer „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ berücksichtigt.

Small sagte, es gebe nur einen einzigen Grund, warum es ein Problem mit Renten und anderen Sozialleistungen gibt, nämlich daß die Wall Street sich anmaßt, daß ihre Wünsche Vorrang vor dem Wohlergehen und sogar dem Überleben der amerikanischen Bevölkerung haben. Small erwähnte die persönliche Korruption Trumps, dessen Familie im vergangenen Jahr 2 Milliarden Dollar durch Spekulation mit Kryptowährung verdiente, warnte jedoch vor der simplen Annahme, dies sei die Wurzel des Problems. Solche Korruption sei nur ein Symptom der aufgeblähten und im Niedergang begriffenen Finanzstruktur. Small forderte, wie LaRouche früher, eine Rückkehr zu einem Währungssystem mit festen Wechselkursen – Vorhersehbarkeit sei gut für den Handel mit Gütern und schlecht für die Spekulation.

Dennis Speed zitierte Hannah Arendt zu den Folgen einer Medienlandschaft voller Lügen: Die Bevölkerung werde handlungsunfähig, weil sie gar nichts mehr glaubt. Zepp-LaRouche ergänzte, schon die Verwendung des Begriffs „Narrativ“ sei ein Hinweis darauf, daß die Wahrheit in der Berichterstattung kein Faktor mehr ist. Stattdessen gebe „konkurrierende Märchen“, die verschiedene Fraktionen erfinden, um ihre jeweiligen Ziele voranzutreiben.

Während des gesamten Treffens bezogen sich verschiedene Redner darauf, daß es weithin Spekulationen über die jüngsten Besuche von CIA-Chef John Ratcliffe und Erzbischof Paul Gallagher in Rußland gibt. Dennis Speed fragte Johnson nach seiner Meinung dazu, und Johnson antwortete, der Großteil der hitzigen Debatten darüber sei „ein Haufen Unsinn“. Er vertrat die Ansicht, daß das Überleben der Ukraine als Nation nun sehr fraglich sei und sie möglicherweise nicht einmal mehr bis zum Jahresende bestehen bleibt.

Eine deutsche Teilnehmerin beklagte den Verlust der intellektuellen Tradition Deutschlands als „Land der Dichter und Denker“. Zepp-LaRouche antwortete optimistisch, Deutschland habe sich mehr als einmal von schrecklichen finsteren Zeiten erholt, und das könne wieder passieren. „Die Europäer ließen sich von ihren eigenen kulturellen Traditionen entwurzeln“, anders als asiatische Nationen, die sich durch die positiven Elemente ihrer 5000-jährigen Geschichte stärken. Small kommentierte dazu mit Sarkasmus die kulturelle Entwicklung Trumps und der heutigen USA.

Zepp-LaRouche kam in ihren abschließenden Bemerkungen auf dieses Thema zurück und betonte, jeder Mensch müsse seine Emotionen mobilisieren, um den depressiven Auswirkungen der „Kontrolle des Narrativs“ und des kulturellen Verfalls zu widerstehen. Der Schlüssel zum Erfolg in diesem Kampf sei die Liebe zur Menschheit.


Wer treibt uns in den Atomkrieg?

Bericht vom 168. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) hielt am 21. August ihre 168. wöchentliche Online-Sitzung ab – laut Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, möglicherweise die bisher wichtigste Sitzung überhaupt. Zwei regionale Kriege drohten außer Kontrolle zu geraten, und inzwischen werde sogar wie beiläufig über den Einsatz taktischer Atomwaffen diskutiert. So betonte kürzlich die US-Kongreßabgeordnete Marjorie Taylor Greene, wenn sie sage, daß es im Pentagon bzw. in der Regierung von Donald Trump eine offene Diskussion über den Einsatz taktischer Atomwaffen gebe, sei das keine Spekulation, sie wisse es aus direkter Quelle. Der „Staatssekretär für Kriegspolitik“ Elbridge Colby habe öffentlich bestätigt, daß das Pentagon die Richtlinien zum Atomwaffeneinsatz überprüft, um dem Präsidenten in einem regionalen Konflikt mit Rußland oder China, „rationale nukleare Optionen“ an die Hand zu geben. Colby beharre sogar darauf, daß das im Gegensatz zu den aktualisierten Nuklearstrategien (Nuclear Posture Reviews) weder vom Kongreß genehmigt noch überhaupt veröffentlicht werden müsse.

Eigentlich müßte Präsident Trump zugeben, daß er den Krieg im Iran verloren hat, sagte Zepp-LaRouche, stattdessen schwanke er zwischen Aussagen, er führe Gespräche mit den Iranern, und der Behauptung, es gebe keine Gespräche, und zuletzt habe er mit vernichtenden Sanktionen gegen den Iran und jedes Land, das mit ihm zusammenarbeitet, gedroht. Der Iran habe jedoch 47 Jahre Sanktionen überstanden, und es seien im Gegenteil die Vereinigten Staaten, die bankrott sind, da ihr Haushaltsdefizit die 40-Billionen-Dollar-Marke überschritten hat. Medienberichten zufolge drohten iranische Regierungsvertreter mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Europa, falls die USA den Krieg eskalieren. Israel setze den Völkermord im Gazastreifen fort und begehe im Westjordanland ähnliche Gräueltaten. Präsident Trump sei jedoch nicht fähig oder willens, Israels Ministerpräsident Netanjahu in Schach zu halten. Gleichzeitig eskalierten auch die Kämpfe in der Ukraine.

Alle diese Kriege seien eine Folge der Wirtschaftskrise des „Westens“ und seines Bestrebens, das 500 Jahre alte koloniale System der Ausbeutung aufrechtzuerhalten. Es sei besonders dringlich, den neuen Appell an Papst Leo XIV. zu verbreiten, worin er gebeten wird, ein Gipfeltreffen der Regierungen über Frieden und nukleare Abrüstung einzuberufen.

Mindestens zwei ehemalige Staatschefs haben diesen Brief bereits unterzeichnet.

Ray McGovern, pensionierter CIA-Analyst und Gründungsmitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS), sagte, er habe den heutigen Morgen so begonnen wie jeden Morgen – mit dem Lesen der EIR-Nachrichten. Er empfahl den Lesern nachdrücklich einen neuen Überblicksbeitrag darin . McGovern fragte, wie Elbridge Colby überhaupt davon sprechen könne, offizielle Nukleardoktrinen zu ändern, ohne zuvor Rücksprache mit den Russen zu halten. McGovern sagte, er beobachte die Russen und zuvor die Sowjets seit über sechs Jahrzehnten, und Russland sei ein „offenes Buch“, was seine Nuklearpolitik betrifft. Colby sei noch „grün hinter den Ohren“, habe keine Erfahrung und wisse nicht, was Krieg bedeutet. McGovern hatte früher Colbys Vater, als der CIA-Chef war, über die Russen informiert. Elbridge Colby wolle nach eigener Aussage „nukleare Überlegenheit“, aber das sei unmöglich, niemand werde in einem Atomkrieg überlegen sein – daher komme der Ausdruck „Gegenseitig Garantierte Vernichtung“.

Präsident Trump sei weder körperlich noch psychisch in guter Verfassung und könnte die Welt absichtlich, versehentlich oder als Reaktion auf eine israelische Provokation unter falscher Flagge in einen Atomkrieg stürzen. Durch eine solche israelische Provokation habe Trump schon den Iran-Krieg begonnen. Der Iran habe die Straße von Hormus unter seiner Kontrolle, was dem Besitz einer Atomwaffe gleichkomme. Würde Trump mit einer Atomwaffe reagieren? Oberst Lawrence Wilkerson habe kürzlich im Podcast Judging Freedom“ erklärt, die Führung des US-Militärs würde nicht zulassen, dass Trump Atomwaffen einsetzt. Er bete dafür, daß Wilkerson Recht behält, aber dafür gebe es keine Garantie.

McGovern erwähnte mehreren Fälle, in denen es beinahe zum Atomkrieg kam – so als 1983 das Radar der Sowjetunion einen Raketenangriff anzeigte, aber der verantwortliche Offizier, Oberstleutnant Petrow, eigenmächtig handelte und keinen Gegenangriff auslöste, weil er wußte, daß ein technisches Problem mit dem Radarsystem vorlag und der Alarm falsch war. Eine weitere Krise wurde im November 1983 abgewendet, als der CIA-Beamte Mel Goodman – mit dem McGovern zur sowjetischen Außenpolitik „stolz zusammenarbeitete“ – alle Vorgesetzten umging und CIA-Direktor Bill Casey persönlich warnte, das Weiße Haus müsse die laufenden westlichen Militärmanöver einstellen, weil man sie in Moskau als Beginn eines Angriffs auf die Sowjetunion interpretiere. Ein dritter Zwischenfall ereignete sich, als US-Präsident Nixon betrunken war und sein Berater Henry Kissinger die Militärführung warnte, falls Nixon den Befehl zum Atomangriff erteile, müßten sie erst ihn fragen. McGovern betonte, heute sei die Gefahr so groß wie seit der Kubakrise 1962 nicht mehr, und er äußerte erneut größte Besorgnis über Trumps psychischen Zustand.

Jack Gilroy, ein führender Vertreter von Pax Christi, sprach über die zunehmende Verbreitung des Schreibens, in dem Papst Leo XIV. aufgefordert wird, die Staats- und Regierungschefs der Welt zusammenzubringen, um die Notwendigkeit von Frieden und nuklearer Abrüstung anzugehen. Der Papst gelte als moralische Autorität und werde von Menschen aller Glaubensrichtungen respektiert. Früher habe er öfter seinen gewählten Kongreßabgeordneten getroffen, doch in letzter Zeit habe der das immer wieder mit Ausreden vermieden. Das letzte Mal wurde ein Treffen abgesagt, weil der Abgeordnete auf einer Israelreise war.

Garland Nixon, Medienpersönlichkeit und politischer Analyst, sagte, die europäische Oligarchie sei der fanatischste Kriegstreiber, weil sie angesichts des Endes von 500 Jahren Kolonialismus und Plünderung in Hysterie verfalle. Die Briten hätten schon versucht, alle Meeresengen zu beherrschen, aber heute hätte die Huthi mehr Kontrolle als die britische Marine. Diese Oligarchen reagierten auf den Zusammenbruch ihrer kolonialen Hierarchie wütend, rasend und irrational. Fast jeder, der in seiner Sendung anruft, wolle wissen, wie er helfen kann.

Der Co-Moderator Dennis Small sagte, die 500 Jahre kolonialer Ausbeutung und die Kampagne für einen Atomkrieg seien ein und dasselbe Problem. Elbridge Colby sei mit der Brasilianerin Susana Cordeiro Guerra verheiratet, die bei der Weltbank als Vizepräsidentin für Lateinamerika und die Karibik tätig ist. In Brasilien sei Guerra eine Protegé von Paulo Guedes, dem Finanzminister unter Präsident Jair Bolsonaro und Schüler des berüchtigten radikalen Monetaristen Milton Friedman.

Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana, kommentierte, mehrere westliche Länder versuchten verzweifelt, „die Uhr zurückzudrehen“, um die 500 Jahre Kolonialismus fortzusetzen.

Jose Vega sprach über seine unabhängige Kongreßkandidatur im New Yorker Stadtteil Bronx und über die Website TheTorresFile.com, die die Korruption des dort amtierenden Kongreßabgeordneten Ritchie Torres dokumentiert.

Die Co-Moderatorin Anastasia Battle berichtete von einer geplanten Kreuzzug-artigen gewaltsamen Konfrontation in Dearborn in Michigan zwischen christlichen Nationalisten und der großen arabischen Gemeinde dort. Zum Glück träten Aktivisten und Glaubensführer vieler Konfessionen auf den Plan, um die Gemeinschaft und das friedliche Zusammenleben zu verteidigen.

Zepp-LaRouche betonte zum Abschluß der Veranstaltung: „Wir sitzen alle im selben Boot“ – wir sind „eine Menschheit“. Die Aktiven müßten jetzt den „Erweiterten Oasenplan“ für Wirtschaftsentwicklung in Westasien vorantreiben, um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung über die Gefahren und Lösungen aufklären. Der Westen müsse sich der Globalen Mehrheit anschließen. Die Welt wolle keine Kriege und keinen Völkermord, sondern Frieden und Stabilität. Wichtige Militärs warnten, wir seien dabei, ähnlich wie 1914 schlafwandelnd in einen großen Krieg zu schlittern. Der Appell an den Papst müsse an alle Institutionen und an alle denkenden Menschen weitergeleitet werden.


Die US-Kriegsmaschinerie ist überfordert, aber das Empire wird nicht kampflos untergehen

Bericht von der 167. Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition

 

Die 167. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 14. August begann mit einem Überblick der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche, über die Weltlage. Sie warnte, die Vorstellung, daß das anglo-amerikanische Empire so friedlich von der Bildfläche verschwinden könnte wie vorher die Sowjetunion, sei leider unrealistisch. Der Iran-Krieg „ist für die Vereinigten Staaten verloren“, sie hätten ihr Ziel eines Regimewechsels nicht erreicht und ihre Waffenvorräte aufgebraucht. Präsident Trump finde offenbar keinen gesichtswahrenden Ausweg. Die neue „Mekka-Allianz“ aus Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei habe große Bedeutung, weil diese Länder alle bisher enge Partner der Vereinigten Staaten waren. Die Situation sei sehr komplex und „birgt immer noch das Potential, sich zu einem globalen Atomkrieg auszuweiten“.

Um den Ukraine-Krieg herrsche nach wie vor „eine Situation äußerster Spannung“, während die Grausamkeiten von Tag zu Tag schlimmer werden. Die USA hätten in Panama offen ihre Vorherrschaft über die gesamte westliche Hemisphäre verkündet, das sei ein klarer Verstoß gegen den Geist der Monroe-Doktrin. Zepp-LaRouche äußerte die Hoffnung, daß Chinas Globalen Governance-Initiative im nächsten Monat auf die Tagesordnung der UN-Generalversammlung kommt.

Richard Anderson Falk ist emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton-Universität, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und war von 2008-14 UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten. Er hob zunächst einen von Zepp-LaRouche angesprochenen Punkt hervor: den Kontrast zwischen dem friedlichen Niedergang der Sowjetunion und dem kriegerischen Um-Sich-Schlagen der Anglo-Amerikaner. Der Völkermord in Gaza sei für die US-Rüstungsindustrie hochprofitabel gewesen, und die private Wirtschaft mache mit Übertreibungen zu Sicherheitsbedrohungen und Sicherheitsinteressen Druck auf die US-Regierung. Wir seien im „Zeitalter des Finanzkapitals“, in dem Profit Vorrang vor Produktion und nationalen Interessen hat, und dies befeure die kriegerische US-Außenpolitik. „Die westlichen Vorstöße, Kolonialkriege zu führen…, haben keinen politischen Sieg gebracht. Die militärisch schwächere Seite hat sich durchgesetzt.“ Diese „Überflüssigkeit militärischer Macht“ sei ermutigend, werde aber von den Konzernen in Frage gestellt, die immer verdienen, ob Kriege nun gewonnen oder verloren werden.

Die Iraner hätten gelernt, daß man dem Westen nicht vertrauen kann, nachdem die Vereinigten Staaten zweimal mitten in diplomatischen Verhandlungen Kriege begonnen haben. Daß die USA nicht fähig sind, mit diesem Wahnsinn aufzuhören, lasse sich nur teilweise durch den Stil und die Persönlichkeit Donald Trumps erklären; man müsse auch die tiefer liegenden, strukturellen Probleme betrachten. Wenn die „Mekka-Allianz“ voranschreiten und weitere Länder einbeziehen sollte, dann würden wir bald nicht mehr vom „Nahen Osten“ sprechen – dem europäisch geprägten Begriff -, sondern von „Westasien“, wie der Globale Süden und die asiatischen Länder die Region bezeichnen.

Zepp-LaRouche ergänzte, das Konzept von „Kapitalismus oder Imperialismus“ habe eine neue Stufe erreicht. Das Konzept des „souveränen Staates“ sei praktisch hinfällig, die Milliardärsklasse habe nun das Sagen, und wir hätten es mit einem „Neo-Feudalismus“ zu tun. Länder, die versuchten, in gutem Glauben mit den USA zu verhandeln, kämen nun zu dem Schluß, daß man ihnen nicht trauen kann.

Der Co-Moderator Dennis Speed bat Falk um eine Einschätzung der „Privatisierung des Krieges“ und der Behauptung eines britischen Wissenschaftlers, wir seien „zurück in der Palmerston-Ära“, nachdem britischen Premierminister und Außenminister Lord Palmerston aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Falk antwortete, die Lage heute sei aufgrund technologischer Veränderungen eine andere. Mit der Gründung der UNO habe es das Bestreben gegeben, sich von der Hobbesschen Anarchie nach dem Motto „Macht schafft Recht“ zu lösen und hin zu einer westfälischen Weltordnung zu gelangen; aber weil die Bemühung unzureichend war, konnte „die dominierenden Akteure die Waage zu ihren Gunsten beeinflussen“. So habe der UN-Sicherheitsrat heute die Verbrechen der Neokonservativen gegen Gaza und den Iran ermöglicht.

Zepp-LaRouche sagte, die Bemühungen um eine Überwindung dieser Situation würden durch die Mainstream-Medien behindert, die „eine Darstellung präsentieren, die der Realität völlig widerspricht“.

Ulf Sandmark, Präsident des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete über die wöchentlichen Friedensdemonstrationen dort. Damit „wird versucht, den Bann zu brechen“, wo das Eintreten für diplomatische Lösungen statt Krieg als Tabu gelte. In Schweden würden Kriegsgegner in der Politik von den Parteien an den Rand gedrängt und aus der Medienberichterstattung ausgeschlossen. Das Schiller-Institut beziehe diese Politiker in seine Demonstrationen ein und verschaffe ihnen Gehör.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der „Geheimdienstveteranen für Vernunft“, (VIPS), stellte fest, Rußland sei in der Ukraine von einer „militärischen Sonderoperation“ zu einem ausgewachsenen Krieg übergegangen. Ein Ausdruck davon sei die erzwungene vollständige Einstellung des Schiffsverkehrs im Schwarzen Meer, die für die Ukraine verheerende Folgen habe. Er führte zahlreiche weitere Entwicklungen in der Kriegsführung Rußlands auf und verglich diese mit dem Krieg im Iran. Beide Kriege offenbarten den „wahnwitzigen Charakter“ der US-Politik. Trump habe verkündet, die Straße von Hormus sei offen und „unter unserer Kontrolle“. Wenn das der Fall ist, warum verhängen die USA dann eine Blockade? Die schmerzhaften wirtschaftlichen Folgen des Krieges seien aber völlig abgekoppelt von der Fantasiewelt der Wall Street, die so oder so Gewinn mache.

Das US-Militär stecke an zwei Fronten in Schwierigkeiten. Erstens habe es keinen Zugang zu den Seltenen Erden und anderen Rohstoffen, die zur Auffüllung der erschöpften Rüstungsvorräte benötigt werden. China habe eine fast monopolistische Kontrolle über diese Seltenen Erden. Zweitens „ist das Militär auf breiter Front in einer psychischen Krise“. So gebe es eine Welle von Selbstmorden und anderen Todesfällen im Zusammenhang mit sinkender Moral und psychischem Streß unter den Militärangehörigen. In den Berichten über Todesfälle an Bord des Flugzeugträgers Abraham Lincoln würde die Zahl der Opfer deutlich unterschätzt. Es werde eine politische Reaktion der wütenden Eltern der betroffenen Soldaten und Matrosen geben.

Johnson sagte, das US-Militär sei „nicht das größte oder mächtigste Militär der Welt“, aber das teuerste. Er verwies auf die astronomischen Kosten von Flugzeugen und Drohnen, von denen viele im Iran-Krieg zerstört worden seien. Er kritisierte die „profitorientierten Zusammenarbeit“ zwischen dem Militär und der Rüstungsindustrie. Es stelle sich die Frage, ob „Faschismus“ dafür ein zu starker Begriff sei. Das sei ein „Monster des Kapitalismus der Vetternwirtschaft“. Rußland und China, deren Militärhaushalte im Vergleich dazu winzig seien, hätten größere technische Erfolge erzielt.

Zepp-LaRouche kam auf das zurück, was Papst Leo XIV. als „neuen Turm zu Babel“ bezeichnet. Peter Thiel, Gründer des Silicon-Valley-Konzerns Palantir Technologies, sage ganz offen, daß Mitglieder der Milliardärsklasse sich nicht scheuen sollten, mit ihrem Reichtum und ihrer Macht zu prahlen. Im Vergleich dazu falle die schlechte Versorgung des US-Militärpersonals um so mehr ins Auge.

Co-Moderator Dennis Small erinnerte daran, daß man anstatt vom „Militärisch-Industriellen Komplex“ besser vom „Militärisch-Industriell-Finanziellen Komplex“ reden sollte, da – wie EIR aufgezeigt habe – die größten US-Rüstungskonzerne im Besitz der größten Finanzspekulanten sind. Das sei die Achillesferse der Kriegsmaschinerie.

Mehrere Redner verwiesen auf die jüngsten hektischen Aktivitäten des sogenannten „stellvertretenden Kriegsministers“ Elbridge Colby, der derzeit auf Rundreise ist und öffentliche Erklärungen zur Vorherrschaft der USA in Asien und der westlichen Hemisphäre abgibt sowie für den Einsatz von Atomwaffen wirbt.

Daisuke Kotegawa, ehemaliger Beamter im japanischen Finanzministerium, ehemaliger japanischer Exekutivdirektor beim IWF und Forschungsdirektor am Canon-Institut in Tokio, reichte ein Video zum Thema Einwanderung ein. Er sagte darin, dies sei erst nach den US-Invasionen in Afghanistan und im Irak sowie der Sabotage von Entwicklungsplänen für Afrika zu einem Problem für Europa geworden. Zudem wies er darauf hin, daß die Bevölkerung der Ukraine durch den Krieg von 40 auf 30 Millionen geschrumpft sei.

In der Diskussion antwortete Zepp-LaRouche auf eine Frage eines afrikanischen Teilnehmers, der Kolonialismus existiere immer noch, auch wenn die Europäer das in der Regel leugnen. Der IWF sei ein Paradebeispiel für die neuen Strukturen des Kolonialismus.

Ein anderer Teilnehmer stellte eine Frage zum Oasenplan, über den regelmäßig bei IPC-Treffen diskutiert wird. Zepp-LaRouche antwortete, hierfür brauche man nur das Engagement einiger südwestasiatischer Staaten, und fragte, ob die neue Mekka-Allianz eine Perspektive dafür darstellen könnte. Ein „Advocatus Diaboli“ fragte, ob es an der Zeit sei, das letzte ihrer „Zehn Prinzipien“ – die Behauptung, daß der Menschen grundsätzlich gut ist – neu zu bewerten, worauf sie nachdrücklich „Nein“ antwortete. Man dürfe die heutige, verkommene Kultur nicht als „das letzte Wort über die menschliche Natur“ ansehen. Man müsse eine lange Geschichte berücksichtigen, und die Nettoverbesserungen der menschlichen Lebensbedingungen lehrten uns, daß der Mensch im wesentlichen gut sei. Jedes finstere Zeitalter könne durch eine neue Renaissance überwunden werden.


EIR-Krisenforum zur Krise der Zwangsmigration

14 Redner aus aller Welt sprachen am 31. Juli darüber, wie man die Ursachen der unfreiwilligen Migration beheben kann.

von Daniel Platt

Am 31. Juli trafen sich Diplomaten, Wissenschaftler und Aktivisten online, um die Ursachen und Lösungen für die massiven Wellen der Zwangsmigration zu erörtern, die weltweit stattfinden. Das EIR-Krisenforum „Die Einwanderungskrise durch Entwicklung lösen: Was Sie über die strategische Bedeutung der Enzyklika von Papst Leo wissen müssen“ knüpfte an die Dynamik von 164 wöchentlichen Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) an. Allen Beteiligten war zunehmend klar geworden, daß der Ruin der von London dominierten „Kasinowirtschaft“ die treibenden Kraft sowohl hinter der Kriegspolitik als auch hinter der Krise der Zwangsmigration ist, weil die anglophilen Mächte in einem letzten verzweifelten Versuch, ihr sterbendes Imperium zu retten, immer mehr auf unverhüllten Kolonialismus zurückgreifen.

Die Politik dieses Kolonialismus ist bekannt: Aneignung von Rohstoffen, kombiniert mit brutaler Austerität für gefügige Länder und „Regimewechsel“ oder Bomben für Länder, die sich nicht fügen wollen. Beides führt zu Migrationswellen von Menschen, die verzweifelt um ihr Überleben kämpfen. Doch wie Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, immer wieder betont, hat die 500jährige Ära des Kolonialismus ihr Ende erreicht, und wie viele Länder diese Mächte auch bombardieren mögen, nichts wird ihr Imperium retten.

Entwicklung oder Weltkrieg

Dennis Speed setzte als Moderator den Ton für die Veranstaltung, indem er ein Video von Lyndon LaRouche zeigte, als er am 11. Juni 2002 in Brasilien sprach und vorausschauend die mißliche Lage kommentierte, in der sich die Welt heute aufgrund fehlgeleiteter oder sogar krimineller Politik befindet.

Helga Zepp-LaRouche, die Chefredakteurin des Nachrichtenmagazins EIR, führte als Einleitung zu ihrem Vortrags ein Video vor, das die 50.000 oder mehr verzweifelten Migranten zeigte, die am Tag zuvor nach Ceuta strömten, der spanischen Exklave an der Grenze zu Marokko gegenüber von Gibraltar. Sie ging auf ähnliche Situationen in den Vereinigten Staaten ein und beschrieb anschließend die drakonische Reaktion der Regierung von Donald Trump. Dann befaßte sie sich damit, wie die Kriege in der Ukraine und im Iran immer mehr zu einem umfassenden Weltkrieg verschmelzen, was die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von Atomwaffen dramatisch erhöht. Sie untersuchte die wirtschaftlichen Hintergründe der Kriegsgefahr, wie die „absolut unnötige“ Hungerkrise rund um den Globus, und warnte, die jüngsten Angriffe auf die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte in den westlichen Ländern seien eine Vorbereitung auf einen baldigen wirtschaftlichen Zusammenbruch, der soziale Unruhen hervorrufen wird.

Sie erinnerte zudem an den radikalen Malthusianismus, den die Oligarchie durch Sprecher wie Bertrand Russell zum Ausdruck gebracht hat, und stellte dem die Sichtweise der LaRouche-Bewegung gegenüber, daß „jedes neugeborene Kind potentiell ein Genie ist“.

Abschließend ging sie auf die erforderliche Infrastruktur für die nahe Zukunft Afrikas ein, wo die Bevölkerung weiter wächst, und beschrieb, wie diese in ein globales Infrastrukturnetz integriert werden sollte. Das sei eine echte Strategie zur Kriegsvermeidung.

Liu Chang, Sprecher der chinesischen Botschaft in den Vereinigten Staaten, beschrieb einige der Beiträge Chinas zur Lösung der Nahrungsmittelkrise und zur Förderung eines Friedens durch Entwicklung. Um Chinas außen- und wirtschaftspolitische Absichten deutlich zu machen, verwies er auf Chinas Globale Sicherheitsinitiative von 2022.

Rostam Adabinia, Gesandter an der iranischen Botschaft in Mexiko, ging auf den Zusammenhang zwischen schlechter, ungerechter Wirtschaftspolitik und der Krise der „Zwangsmigration“ ein. Die Industrieländer hätten die ethische Verantwortung, die Entwicklung zu fördern, und das sei im Endeffekt auch für beide Seiten von Vorteil.

Richard Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University, eröffnete seinen Beitrag mit den Worten: „Es ist ein großes Verdienst des Schiller-Instituts und von EIR, daß sie in dieser Zeit der Krise und großen Gefahr diesen Runden Tisch einberufen haben.“ Wir bräuchten eine Strategie für einen schnellen Übergang, weil wir uns die Geduld, die für einen langsamen, organischen Wandel zu einer nicht-kolonialen Welt nötig wäre, „nicht leisten können“. Es müsse zu einer Konfrontation mit der „strukturellen Dominanz“ kommen. Die Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. sei ein wichtiges Beispiel dafür, was jetzt erforderlich ist. Die Gegenseite gehe davon aus, daß militärische Macht das Hauptinstrument des historischen Wandels ist. Diese Mentalität müsse überwunden werden, denn sie sei die Ursache der Migrationskrise und bringe die schlimmsten Aspekte des Ethnozentrismus in den entwickelten Ländern des Nordens zum Vorschein.

Rémi Lebrun vom Schiller-Institut in Frankreich präsentierte sein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Video, das die Kernpunkte von Lyndon LaRouches „Oasenplan“ zur Entwicklung Südwestasiens vermittelt.

Timothy Ninsiima aus Uganda sprach über die Bedeutung der Jugendarbeit des Schiller-Instituts für das Ziel der wirtschaftlichen Gerechtigkeit und betonte, jedes Land habe das Recht auf Entwicklung.

Jack Gilroy aus den USA von den „Veteranen für Frieden“ und Pax Christi erklärte: „Diplomatie funktioniert zwar manchmal, aber wie wir alle wissen, kann es äußerst schwierig sein, diplomatische Bemühungen überhaupt erst in Gang zu bringen.“ Er schilderte, wie in der Kubakrise Norman Cousins und andere Papst Johannes XXIII. dazu bewogen, einzugreifen, um die Krise zu entschärfen, und er beschrieb den Offenen Brief seiner Organisation an Erzbischof John Wester von Santa Fe.

Pater Harry Bury, ein regelmäßiger Teilnehmer an den wöchentlichen Treffen der Internationalen Friedenskoalition, vertritt Twin Cities Nonviolent und ist Mitglied der US-Vereinigung katholischer Priester. Er unterstützte die Bemühungen von Papst Leo XIV., des Schiller-Instituts und der BRICS-Staaten gegen die Kriegsgefahr. Er sagte, die Bedrohungen für die Entwicklung kämen nicht von Rußland und China, sondern von Milliardären, Oligarchen und der „Epstein-Klasse“. Diese Fraktionen förderten aus ihrer malthusianischen Weltsicht heraus Krieg, Hunger und Seuchen.

Liu Chang bekräftigte in abschließenden Bemerkungen, China sei bereit, Länder auf der ganzen Welt bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Prof. Falk wies darauf hin, daß die UNO, die zur Förderung von Frieden und Gerechtigkeit gegründet, aber von den dominierenden Mächten untergraben wurde, bisher noch nicht zur Sprache kam. Mit der „Strategie des Übergangs“, von der er redete, habe er die Wiederherstellung einer institutionellen Förderung von Frieden und Entwicklung gemeint.

Ist die Menschheit moralisch überlebensfähig?

Die Moderatorin des zweiten Konferenzabschnitts, Anastasia Battle, gab bekannt, daß Vertreter aus 14 Ländern an dem Krisenforum teilnahmen.

Dennis Small, Iberoamerika-Direktor bei EIR, erläuterte zunächst Lyndon LaRouches Konzept der „potentiellen relativen Bevölkerungsdichte“ als wahren Maßstab für „Tragfähigkeit“, d.h., wie viele Menschen in einem bestimmten Gebiet versorgt werden können. „Der Zusammenbruch dieser potentiellen relativen Bevölkerungsdichte ist unter anderem die unmittelbare Ursache für das, was man als ‚Migrationskrise‘ bezeichnet, und es ist auch der einzige Bereich, in dem es eine Lösung gibt“, sagte Small.

Die Trump-Regierung verfolge die Agenda, die der Malthusianer William Paddock in den 1970er Jahren verkündet hatte – eine Agenda, die potentielle relative Bevölkerungsdichte von Nationen durch Hungersnöte, Krieg und Krankheiten absichtlich zu senken. Als Alternative schlug Small eine Strategie mit großen Entwicklungsprojekten vor, um die Länder des Globalen Südens so lebenswert zu machen, daß Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Er führte als Beispiel an, wie China über einen Zeitraum von 40 bis 45 Jahren 850 Millionen Menschen aus der Armut befreit hat. Das sei ein Fall einer Politik, die die potentielle relative Bevölkerungsdichte erhöht. Er schloß mit einem Auszug aus einem Videointerview, das er kürzlich mit Celso Amorim, dem Sonderberater des brasilianischen Präsidenten Lula, geführt hatte.

Die westliche Hemisphäre

Mário Maurici, Abgeordneter und Erster Sekretär des Landtags des brasilianischen Bundesstaates Sao Paulo, beschrieb den Schaden für sein Land durch die von den Vereinigten Staaten verhängten Strafzölle. Brasilien werde darauf mit einer Diversifizierung seiner Märkte reagieren. Die BRICS-Plus-Gruppe verkörpere mittlerweile 46% der Weltbevölkerung und 28% des globalen BIP, und die Neue Entwicklungsbank der BRICS könne eine Antwort auf den Wirtschaftskrieg sein, vom dem die Zölle ein Teil sind, aber dies sei bisher noch unvollständig umgesetzt. Es gebe innerhalb der Organisation Konflikte, die einer erfolgreichen koordinierten Verteidigung im Wege stehen.

Maurici nannte Alexander Hamilton, Franklin Roosevelt und Getúlio Vargas als Vorbilder von Staatsmännern, deren Wirtschaftspolitik Entwicklung ermöglichte.

Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana (2011-15), erklärte zunächst, das imperiale System, das die letzten Jahrhunderte geprägt hat, habe sich überlebt und sei nun zu einem Hindernis für die Entwicklung geworden, das die gesamte Menschheit gefährdet. Er verurteilte die Wirtschaftsblockade der USA gegen Kuba als „völkermörderisch“. Die USA verhinderten gerade, daß 7000 Container mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe nach Kuba gelangen. Ramotar zählte beeindruckende Errungenschaften der kubanischen Nation auf, die damit angegriffen würden – nicht, weil es die USA bedrohen würde, sondern weil es eine Alternative zu Washingtons Modell biete. China werde von den USA kritisiert und angegriffen, weil es das einzige Land ist, das die Entwicklung der Länder des Südens aktiv unterstützt. Internationale Institutionen wie die UNO würden gezielt zerstört, wenn sie die von den USA gewünschte Politik nicht mittragen.

María de los Ángeles Huerta del Río,ehemalige mexikanische Kongreßabgeordnete, warnte, die mexikanischen Einwanderer in den Vereinigten Staaten seien einem beispiellosen institutionellen Angriff ausgesetzt. Die Menschheit habe sehr wohl die moralische Fähigkeit zum Überleben, aber die Behörden dort unterdrückten dies, indem sie die Rechtsordnung über die Menschenwürde stellen. In den Haftanstalten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) werde das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Leben nur wegen des Migrantenstatus einer Person außer Kraft gesetzt. Migranten werde der Zugang zu ihren Bankkonten verwehrt, um sie aus der Gesellschaft zu tilgen, das sei institutionalisierte Grausamkeit. „Die Migrationskrise ist der Spiegel, in dem sich die Menschheit selbst betrachtet und ihr wahres Gesicht entdeckt… Ein System, das Kinder einsperrt, das Wasser in der Wüste verweigert, das ehrliche Arbeit kriminalisiert, das ist ein Imperium, das auf dem Sterbebett liegt.“

Diane Sare, die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin aus der LaRouche-Bewegung, ging auf die Migrationskrise in den USA ein und verurteilte scharf den Entzug des vorübergehenden Schutzstatus für bis zu einer halben Million Haitianer und Syrer. Wir müßten „die Vereinigten Staaten wieder zu den besseren Seiten unserer Natur zurückführen“.

Sie erinnerte die Teilnehmer daran, daß Lyndon LaRouche das Problem stets als Entscheidung zwischen zwei gegensätzlichen Menschenbildern dargestellt habe: Ist der Mensch nur ein Vieh, ein Lasttier, oder definiert sich der Mensch durch eine unsichtbare, innere Fähigkeit zur Kreativität nach dem Abbild des Schöpfers? Ersteres sei die Weltsicht der Klasse von Milliardärs-Oligarchen, die sich das Recht anmaßen, „die Herde zu keulen“. Die Vereinigten Staaten von Amerika hätten vor 250 Jahren ihre Unabhängigkeit ausdrücklich mit dem Ziel erklärt, diese Fraktion und ihre Weltanschauung zu besiegen.

Sare nannte Beispiele aus der Vergangenheit, in denen die USA anderen Nationen tatsächlich beim Aufbau wesentlicher Infrastruktur halfen, und sie legte eine Agenda mit Projekten für die Zukunft vor, bei denen eine Beteiligung der USA von entscheidender Bedeutung sein kann.

Afrika

Es folgte eine Reihe von Rednern, die sich auf die Lage auf dem afrikanischen Kontinent konzentrierten. Claudio Celani, Mitherausgeber des EIR Strategic Alert Service, kündigte an, er rede über „eine schreckliche Ungerechtigkeit der Natur, zu deren Behebung die Menschheit aufgerufen ist“. Gemeint sei die ungleiche Verteilung von Wasser auf dem afrikanischen Kontinent. Anschließend beschrieb er ausführlich das Transaqua-Projekt zur großangelegten Wasserumleitung, das wesentlich zur Lösung dieses Problems beitragen würde.

S.E. Josef Abissalah, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Tschad in der Bundesrepublik Deutschland, gab eine detaillierte Darstellung des Migrationsproblems in Afrika und forderte einen Marshall-Plan, um das Problem durch wirtschaftliche Entwicklung zu lösen.

Adama Coulibaly, ehemaliger Stabschef des Kommunikationsministeriums von Burkina Faso, schloß sich der Darstellung des Problems durch seinen Kollegen aus dem Tschad an und beschrieb einige der Hindernisse für eine Lösung, unter anderem die Korruption einiger Staatsführer.

Diskussion

Small bekräftigte noch einmal, daß hinter der Migrationskrise weitgehend eine malthusianische Politik stehe. Schuld an der katastrophalen Lage sei keine gutgemeinte, aber gescheiterte Politik, sondern der Erfolg einer bösartigen, menschenfeindlichen Politik.

Abissalah betonte, die afrikanischen Staaten müßten mit ihren Nachbarn zusammenarbeiten, um eine Lösung aus dem Inneren des Kontinents heraus zu finden. IWF und Weltbank „werden das Problem nicht lösen“.

Celani wandte sich gegen die malthusianisch-ökologische These, der Mensch sei eine Art Fremdling, der das „Gleichgewicht“ in der Natur störe. Im Gegenteil komme es oft zu Katastrophen, wenn man die Natur sich selbst überläßt.

Sare betonte, wenn alle Länder der heutigen Redner zusammenarbeiten würden, dann würde diese Gemeinschaft „diese Anglo-Epstein-Milliardärsklasse, die dieses schreckliche Geschäft betreibt, zahlenmäßig bei weitem übertreffen… Das Böse ist nicht intelligent, es ist nicht kreativ… Sie handeln aus Schwäche und aus dem Wissen heraus, daß sie nur sehr wenige sind.“

Machen Sie mit!

Zepp-LaRouche forderte mehrmals die Menschen in aller Welt auf, aktiv mitzuhelfen. So lautete ihr Schlußwort am Ende der ersten Sitzung:

„Ich bitte alle, die zuhören: Machen Sie mit! Stellen Sie etwas von Ihrer Zeit zur Verfügung; wir brauchen Menschen, die diesen Prozeß unterstützen…

Wenn man an diese unglaubliche Spannung denkt: einerseits die potentielle Zerstörung von allem, was diese wunderschöne Menschheit jemals geschaffen hat – die Musik, die Kompositionen Beethovens, die Gedichte in allen Sprachen der Welt -, all das könnte verschwinden, es wäre niemand übrig, der auch nur untersuchen könnte, warum es zusammengebrochen ist.

Andererseits: Wenn wir uns jetzt zusammenreißen, sehe ich, daß wir den Hunger in einem halben Jahr beseitigen könnten. Wenn alle Nationen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam handeln würden, könnten wir Rekordernten erzielen, wir könnten eine Massenmobilisierung zur Produktion großer Mengen an Nahrungsmitteln starten. Wir könnten die Armut in fünf Jahren beenden; wir könnten in weit weniger als einer Generation angemessene Lebensbedingungen für jeden Menschen auf diesem Planeten schaffen. Und wenn wir dann die nächsten wissenschaftlichen Durchbrüche erzielen, wie z.B. die Nutzung der Kernfusion als Energiequelle, dann hätten wir Energiesicherheit für Zehntausende von Jahren, wenn nicht länger, und eine der Hauptursachen für Kriege würde verschwinden.

Die Milliardäre dürften in ihren Häusern bleiben. Wir würden ihnen das Recht auf Überleben gewähren, aber sie dürften die Welt nicht mehr beherrschen… Wenn Sie auch nur einen Funken Menschlichkeit in sich haben, helfen Sie uns und helfen Sie sich selbst jetzt. Es ist der größte Kampf der Zivilisation aller Zeiten.“


Hiroshima-Tag – Das darf nie wieder geschehen!

Bericht vom 166. Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 166. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am 7. August 2026 statt – 81 Jahre nach dem 6. und 9. August 1945, als der erste Atomwaffeneinsatz der Welt die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki verwüstete und mindestens 110.000 Zivilisten unmittelbar und viele weitere später an den Folgen der Strahlenbelastung starben. Da westliche Regierungen, allen voran die von US-Präsident Donald Trump, derzeit offen ihre Nukleardoktrin „überarbeiten“ und damit den Einsatz von Atomwaffen in Kriegen gegen Rußland und China wahrscheinlicher machen, lautete der treffende Titel der Veranstaltung „Die Kunst, unseren kriminellen Kurs umzukehren“.

Helga Zepp-LaRouche, die IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, eröffnete das Treffen mit der Warnung, wir seien einem Atomkrieg näher als jemals zuvor in der Geschichte, sogar während der Kubakrise im Oktober 1962. Es gebe keine Rüstungskontrollverträge mehr, das Vertrauen zwischen den Staaten sei selbst unter nominellen Verbündeten zusammengebrochen, und die alte Ordnung existiere nicht mehr.

Vor diesem Hintergrund sei es ungeheuerlich, daß der „stellvertretende US-Kriegsminister“ Elbridge Colby sich laut NBC News darüber ausließ, daß das Pentagon erwägt, seine Nukleardoktrin zu überarbeiten, um von der atomaren Abschreckung zur tatsächlichen Führung eines Atomkriegs überzugehen – und das in einer Zeit, in der es bereits zwei regionale Konflikte in der Ukraine und in Südwestasien gibt, bei denen der Einsatz von Atomwaffen im Raum steht, und die Gefahr wächst, daß weitere Länder beschließen könnten, sich ebenfalls Atomwaffen zu verschaffen.

Der Iran habe der mächtigsten Militärmacht der Welt, den Vereinigten Staaten – unterstützt von einer weiteren starken Militärmacht, Israel – getrotzt und sie sogar besiegt. Trotz aller lauten Worte Trumps gehe dem Westen die Munition für die endlosen Kriege aus. Das neue Militärabkommen zwischen Saudi-Arabien, der Türkei (einem NATO-Mitglied) und Pakistan (einer Atommacht) verdeutliche die dramatischen Veränderungen, die sich in der gesamten Region vollziehen. Damit diese Kriege beendet und keine neuen begonnen werden, brauche die Welt eine neue Architektur, die allen Ländern Sicherheit und Entwicklung und Gerechtigkeit für alle gewährleistet.

Die tiefere Ursache der Krise sei die mittlerweile über zwei Billiarden Dollar hohe Verschuldung der transatlantischen Volkswirtschaften. Anstatt ein neues System aufzubauen, werde auf die Methoden von Hitlers Reichsbankpräsident und Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht der Zeit von 1933 bis 1937 zurückgegriffen, indem aller verfügbarer Kredit von der Realwirtschaft in die Rüstung und Kriegsführung umgeleitet wird. All dem liege die malthusianische Mentalität einer Bevölkerungsreduktion zugrunde. Beispielhaft dafür stehe der jüngste Aufruf im Sustainable Development Magazine für eine Halbierung der Weltbevölkerung auf weniger als vier Milliarden bis 2200.

Die erste Rednerin war Dr. Akiko Mikamo, Autorin des Buches 8:15 – Eine wahre Geschichte von Überleben und Vergebung aus Hiroshima, das nun unter dem Titel The Hiroshima Boy neu aufgelegt wurde, und Produzentin des Dokumentarfilms 8:15 Hiroshima, From Father to Daughter, der anschaulich die Auswirkungen und das Leid ihres Vaters und ihrer Mutter schildert, die beide in der Todeszone des Atombombenabwurfs auf Hiroshima waren, aber überlebten. Sie berichtete, daß beim diesjährigen Gedenken in Hiroshima zum 6. August 1945 Vertreter aus 127 Ländern anwesend waren und weltweit Gedenkveranstaltungen stattfanden. Sie beschrieb die Ereignisse anhand von Bildern, die die Zerstörung von Gebäuden und Menschen zeigen. Ihr Vater, Shinji Mikamo, habe nie den Vereinigten Staaten allein die Schuld gegeben, sondern dem Krieg an sich. Abschließend merkte sie an, daß Menschen auf Verletzungen oder Ängste oft mit Gegenangriffen reagieren, was auch der Rechtfertigung von Kriegen diene. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden.

Dr. Theodore Postol, emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology und weltweit anerkannter Experte für die Auswirkungen von Atomwaffen, verglich das Handeln des amtierenden ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem von Adolf Hitler gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Hätte Hitler nach der Operation Bagration (Juni 1944) seine Niederlage eingestanden – als die russischen Truppen innerhalb von drei Wochen 28 von 32 deutschen Armeedivisionen in Weißrußland vernichtet hatten, an der polnischen Grenze standen und klar war, daß der Krieg für Deutschland hoffnungslos war -, dann hätte das zwei oder drei Millionen Deutschen das Leben gerettet. Ähnlich verhalte es sich heute mit Selenskyj, der sich weigert, seine Niederlage einzugestehen.

Zur vorgeschlagenen neuen US-Atomdoktrin sagte Dr. Postol, niemand könne einen Atomkrieg gewinnen, man könne damit nur die globale Zerstörung auslösen. Davor habe er bereits vor einigen Jahren gewarnt, als die US-Regierung von Präsident Joe Biden die Entwicklung von „Superzündern“ für ihre Atomwaffen für Blitzangriffe genehmigte. Eine drastische Verbesserung der Zielgenauigkeit der Sprengköpfe soll dabei die Zerstörungskraft gegen besonders widerstandsfähige Ziele verdoppeln, und das soll es ermöglichen, mit Atomwaffen mit niedriger Sprengkraft russische Atomraketen in ihren Silos zu zerstören. Die Kriegstreiber würden sich das in ihrer Phantasie vielleicht so vorstellen, sagte Postol, aber tatsächlich gebe es so etwas wie eine „taktische“ Atomwaffe nicht. Selbst viele sonst intelligente Wissenschaftler verstünden dies nicht und behaupteten, sie könnten einen Atomkrieg „gewinnen“.

Postol fügte hinzu, auch die wachsende Verbreitung von Atomwaffen sei eine ernste Gefahr. Die USA drohten offen damit, die iranische Gesellschaft und Kultur zu zerstören, und vor diesem Hintergrund könnte der Iran vielleicht glauben, daß nur der Bau einer Atomwaffe dies verhindern kann. Es sei zwar unwahrscheinlich, daß der Iran das versucht, aber wenn er dazu gedrängt wird, könnte er eine solche Waffe bauen, indem er sein zu 60% angereichertes Uran weiter aufbereitet. Allerdings könnte der Iran schon mit seinen heutigen Waffen das kleine Israel praktisch vernichten, und eine solche Operation würde auch Israel in eine existentielle Krise stürzen, was zum Einsatz von dessen Atomwaffen führen könnte.

Selbst die Saudis fürchteten eine iranische Atombombe, während sie zugleich der Ansicht seien, daß sie sich für ihre Verteidigung nicht mehr auf die Vereinigten Staaten verlassen können, und daher ihre eigenen Atomwaffenpläne überdenken. Auch die Japaner, die Südkoreaner und Taiwan, die Chinas Atomwaffen im Blick haben, könnten die Beschaffung von Atomwaffen in Erwägung ziehen, so Dr. Postol.

Zepp-LaRouche entgegnete, China habe als einziges Land einen Plan, der ihren eigenen „Zehn Prinzipien einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ ähnele, insbesondere mit Chinas vier Globalen Initiativen für Entwicklung, Sicherheit, Zivilisation und Regierungsführung.

Postol stimmte zu. Joe Biden habe Rußland mit dem Angriff auf die Ukraine im Grunde gezwungen, etwas zu tun, was es nicht tun wollte, und Trump habe (zusammen mit Israel) einen unprovozierten Angriffskrieg gegen den Iran begonnen. Wir sollten dankbar sein, daß der russische Präsident und der chinesische Präsident rational sind – das sei unsere größte Hoffnung, daß keiner von beiden Atomwaffen einsetzt.

Der Moderator Dennis Speed befragte Postol zu der „Bestandsaufnahme strategischer Bombardierungen der USA“ von 1946, die zu dem Schluß kam, daß Japan auch kapituliert hätte, wenn die USA die Atombombe nicht abgeworfen hätten, wenn Rußland nicht mit einem Kriegseintritt gegen Japan gedroht hätte und wenn die USA nicht mit einer Invasion gedroht hätten.

Postol glaubt, die USA hätten damals eine Invasion geplant, bei der Schätzungen zufolge Millionen von Amerikanern und noch mehr Japaner umgekommen wären. Daher hätten sie beschlossen, die Bombe abzuwerfen, in der Überzeugung, dadurch Leben zu retten. Unabhängig davon, ob dies richtig oder falsch sei, sei es nun einmal passiert, und der Schrecken des Ergebnisses müsse verhindern, daß so etwas jemals wieder geschieht.

Dies löste mehr Diskussion unter den Teilnehmern aus, und Zepp-LaRouche betonte, der Atomwaffeneinsatz sei völlig unnötig gewesen, weil Japan schon zur Kapitulation bereit war.

John Steinbach vom Washingtoner Hiroshima- und Nagasaki-Komitee erklärte, die Bestandsaufnahme der strategischen Bombardierungen von 1946 reflektiere im wesentlichen die Sichtweise des US-Generalstabs, in dem viele gegen den Einsatz der Atombombe waren. Doch Gen. Hap Arnold, ein Vertrauter Präsident Trumans, der als einziger den Einsatz befürwortete, habe sich in der Debatte durchgesetzt. Steinbach beschrieb auch, wie die Wissenschaftler Albert Einstein und Leo Szilard auf Präsident Roosevelt zugingen und ihm erklärten, eine Atomwaffe auf der Grundlage der neu entdeckten Prinzipien der Kerntechnik sei möglich, Deutschland versuche, eine solche Waffe zu bauen, und deshalb brauche man das Manhattan-Projekt zum Bau der Bombe. Als sich später herausstellte, daß die Deutschen dazu nicht in der Lage waren, wurde das Projekt aber nicht eingestellt, sondern das Ziel auf Japan verlagert.

Jack Gilroy beschrieb den offenen Brief an den Erzbischof von Santa Fe, John Wester, den er gemeinsam mit der IPC und dem Schiller-Institut verfaßt hat. Sie fordern Wester darin auf, sich bei Papst Leo XIV. dafür einzusetzen, daß der eine Friedenskonferenz einzuberuft, ähnlich wie Papst Johannes XXIII. 1962 auf Drängen Präsident Kennedys und seiner Mitarbeiter eingriff, um die Kubakrise zu beenden. Gilroy bat die Moderatorin Anastasia Battle, den Brief vorzulesen, was sie auch tat.

Die Diskussionsrunde bezog sich besonders auf einen Brief einer spanischen Nonne, Schwester Paz („Frieden“ auf Spanisch) zu der Frage, was man gegen die „Finsternis“ tun soll, die von der Finanz- und Militäroligarchie ausgeht, wobei sie andeutete, daß nur die Unendlichkeit diese Frage beantworten könne. Steinbach und Postol stimmten dem im wesentlichen zu. Zepp-LaRouche forderte, Gilroys Brief an den Papst als Sammelpunkt für Menschen weltweit zu nutzen, um die Aufmerksamkeit sowohl auf die Gefahr als auch auf die Lösung zu lenken, dem Beispiel von Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela zu folgen und im Sinne von Imago viva Dei, dem Menschen als lebendes Abbild Gottes, zu handeln.

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Der Weg in den Krieg ist ein Weg ohne Wiederkehr

Bericht vom 164. wöchentlichen Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 164. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 24. Juli begann mit einer Einführung von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, die auf sehr wichtige aktuelle Äußerungen des pensionierten Vier-Sterne-Generals der deutschen Luftwaffe, Harald Kujat, hinwies. Für ihn wie für sie sei es unbegreiflich, wie die Regierungen der Welt die Lehren der Geschichte so sehr außer Acht lassen können, daß sie ernsthaft einen Dritten Weltkrieg in Betracht ziehen könnten. Sie bezog sich dabei konkret auf die Drohung eines US-Angriffs auf unterirdische iranische Anlagen tief im Pickaxe Mountain, „außerhalb der Reichweite von Bunkerbrecher-Bomben… Was dort im Raum steht, ist die Möglichkeit, daß eine Atomwaffe eingesetzt werden könnte.“

Durch die Blockade der Straße von Hormus und der Meerenge von Bab el-Mandab am Eingang zum Roten Meer, die beide für den Transport zahlreicher Güter wie Rohöl und Ölprodukte, Flüssigerdgas und Düngemittel von entscheidender Bedeutung sind, „ist eine weltweite Hungerkrise vorprogrammiert“. Sie erwähnte auch das „seltsame Abkommen“ von US-Präsident Trump mit Saudi-Arabien, das angeblich Unterstützung bei der Entwicklung der Kernenergie in dem Land vorsieht, von Saudi-Arabien jedoch auch die Unterzeichnung der Abraham-Abkommen mit Israel verlange, was die Saudis auf keinen Fall tun werden. Leider seien wir nach 164 Wochen IPC-Sitzungen „näher an einem Atomkrieg als zu Beginn“.

Jack Gilroy ist ein regelmäßiger IPC-Teilnehmer, der Veterans for Peace, Pax Christi – New York State und Pax Christi International vertritt. Er betonte gleich zu Beginn, die Menschen könnten nicht länger mit der Realitätsverleugnung leben, was die Kriegsgefahr angeht. Er erinnerte daran, wie Präsident John F. Kennedy während der Kubakrise vertraute Freunde wie Norman Cousins hinter den Kulissen als Vermittler zu Papst Johannes XXIII. einsetzte. Anschließend berichtete er über den aktuellen Stand des Schreibens seiner Organisation an den amerikanischen Erzbischof Wester, das gerade verschickt wurde.

Im Schatten von Jonathan Pollard

Jose Vega, unabhängiger Kandidat für den 15. Kongreßwahlkreis von New York in der Bronx, informierte die Teilnehmer über Abschnitt 219 des Verteidigungshaushalts (National Defense Authorization Act, NDAA) für 2027. Dieser Abschnitt, „Amerikanisch-Israelische Initiative zur Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigungstechnologie“, müsse eigentlich „Jonathan-Pollard-Initiative“ heißen, weil damit Israels Militär Geheimdienstinformationen erhielte, wie sie dieser Spion einst für Israel gestohlen hatte, wofür er wegen Spionage im Gefängnis saß. Das NDAA wurde mit diesem unsinnigen Abschnitt sei inzwischen leider vom Repräsentantenhaus verabschiedet worden, jetzt konzentriere sich der Kampf auf den Senat, der noch nicht zugestimmt hat. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schreibe sich diesen Abschnitt persönlich als Verdienst zu; angeblich werde Israel damit vom „Hilfsempfänger“ aus den USA zum offiziellen „Partner“. Die landesweite Kontroverse um den Plan sei den Bemühungen der IPC und des ehemaligen Kongreßabgeordneten Dennis Kucinich zu verdanken, die ihn aufgedeckt haben. Vega erwähnte viele Journalisten und Podcaster aus dem linken wie rechten politischen Spektrum, die darüber berichtet haben. Sogar die bekannte „linke“ demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez aus dem 14. Wahlbezirk von New York (zu dem Teile der Bronx und von Queens gehören) habe sich geäußert.

Professor Clifford Kiracofe vom Washington Institute for Peace and Development erklärte, warum Anrufe und E-Mails an gewählte Volksvertreter wichtig sind. Handgeschriebene Postkarten seien vielleicht das wirksamste Kommunikationsmittel, weil sie unmittelbar zugänglich und persönlich sind (Briefe an den Kongreß werden aus Sicherheitsgründen oft erst spät geöffnet). Er erläuterte auch, wie der umstrittene Abschnitt 219 im Vermittlungsverfahren zwischen Repräsentantenhaus und Senat gestrichen werden könnte.

Zur Notwendigkeit einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, wie sie Zepp-LaRouche vorgeschlagen hat, betonte er: „Es ist äußerst wichtig, daß wir diese Vision vor Augen haben.“ Er erinnerte daran, daß der Philosoph Friedrich Nietzsche eine wichtige Triebkraft hinter dem Aufstieg des Militarismus im 19. Jahrhundert war, daß es damals aber auch viele diplomatische Konferenzen gab. Das bräuchten wir heute wieder.

Die Moderatorin Anastasia Battle teilte die Nummer der Vermittlungsstelle des Kongresses mit, damit US-Bürger die Büros ihrer Abgeordneten und Senatoren anrufen können.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS), rechnete mit einen groß angelegten Angriff der USA auf den Iran, noch am Tag der IPC-Sitzung, aber nach Börsenschluß. Die Reaktion des Irans würde sich gegen Israel richten, u.a. gegen dessen Raffinerien, die Diesel und Flugbenzin produzieren. Es sei offensichtlich, daß Rußland und China den Iran unterstützen. Beide Länder seien daran interessiert, die Reaktion der USA auf ihre Waffentechnologie zu testen, und sie seien froh darüber, wenn die USA ihr Waffenarsenal aufbrauchen.

Zepp-LaRouche antwortete, wenn ein solcher US-Angriff „geschieht, dann befinden wir uns in einer neuen Geometrie der Zerstörung“.

Kiracofe bat Johnson um eine Einschätzung zu Pakistan. Johnson erklärte, die USA hätten jetzt dort großen Einfluß, unter anderem, weil Pakistan eine US-Finanzhilfe von 10 Milliarden Dollar beantragt hat. Viele in Pakistan seien überzeugt, daß der inhaftierte Ex-Präsident Imran Khan auf undemokratische Weise aus dem Amt gedrängt wurde. Die Berichte über inneren Zwist im Iran seien dagegen übertrieben und propagandistisch.

Kiracofe verwies auf sein 2024 erschienenes Buch Dark Crusade: The Israel Lobby and Christian Zionism“ („Finsterer Kreuzzug: die Israel-Lobby und der christliche Zionismus“). Er ging kurz auf die Geschichte des christlichen Zionismus ein, der in Rußland, China und dem Iran Bösewichte sieht, die besiegt werden müssen, damit die biblische Apokalypse eintritt. Die Briten hätten diese Bewegung für ihre geopolitischen Zwecke genutzt, in der typischen Art von Lord Palmerston, britischer Premierminister und Außenminister Mitte des 19. Jahrhunderts. „Ehrlich gesagt ist das ein Thema für die Spionageabwehr“, sagte Kiracofe und warnte, der selbsternannte „Kriegsminister“ Pete Hegseth und der US-Botschafter in Israel Mike Huckabee seien selbst christliche Zionisten. Alle etablierten Kirchen betrachteten diese Ideologie als Ketzerei, dennoch spiele sie in der US-Politik eine Schlüsselrolle, daher komme auch der Abschnitt 219 des NDAA.

Zepp-LaRouche betonte: „Die Tatsache, daß die Vereinigten Staaten nun nach dem Vorbild Palmerstons handeln, ist kein Zufall.“ Als die Briten im 19. Jahrhundert erkannten, daß sie die USA militärisch nicht besiegen konnten, hätten sie sich auf die Strategie verlegt, Amerika davon zu überzeugen, eine britisch-imperiale Weltanschauung zu übernehmen. Das sei eine der Ironien der Geschichte, und es gebe noch weitere: „In Deutschland hat man kein Problem damit, sich dem Kampf gegen den Internationalen Gerichtshof und den Internationalen Strafgerichtshof anzuschließen.“

Johnson sagte abschließend: „Das einzige Land der Welt, das konsequent gegen jedes internationale Abkommen verstoßen hat, sind die Vereinigten Staaten … Es ist nicht China, das über 700 Militärstützpunkte auf der ganzen Welt verteilt hat.“ Dennoch hätten die Vereinigten Staaten die Illusion, daß „wir die Guten sind“.

Diskussion

Zepp-LaRouche erklärte, die UN-Vollversammlung sei der unmittelbare Brennpunkt für die internationale Zusammenarbeit im Dienste des Friedens. Sie wies darauf hin, daß die ASEAN-Staaten gerade eine Erklärung gegen den US-Krieg gegen den Iran abgegeben haben. Die BRICS-Staaten, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielen, würden alle von den Neokonservativen mit verschiedenen Formen der internen Destabilisierung ins Visier genommen.

Eine Britin, die regelmäßig an den IPC-Veranstaltungen teilnimmt, lobte die Arbeit der mutigen italienischen Juristin Francesca Albanese, die seit Mai 2022 UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete ist, und kündigte die Veröffentlichung von Albaneses neuem Buch an, When the World Sleeps: Stories, Words, and Wounds of Palestine („Während die Welt schläft: Geschichten, Worte und Wunden Palästinas“).

Ein Landwirt-Aktivist aus Missouri berichtete darüber, wie seine Organisation Materialien von EIR und der IPC in ihren Aktivitäten nutzt, und befürwortete die Praxis, beim US-Kongreß anzurufen.

Zepp-LaRouche sagte in ihren abschließenden Bemerkungen: „In Europa und in den Vereinigten Staaten findet ein unglaublicher Abbau der Bürgerrechte statt.“ Nötig seien jetzt internationale Verträge, um den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) für militärische Zwecke einzudämmen. Sie forderte die Teilnehmer auf, Jack Gilroys Brief an ihre jeweiligen religiösen Institutionen weiterzuleiten, und warnte: „Viele von ihnen sprechen eine Sprache, die nicht die Sprache des Friedens ist.“ Der Papst habe gesagt: „Der Weg in den Krieg ist ein Weg ohne Wiederkehr“, und das sollte sehr ernst genommen werden. Sie forderte alle auf, den Artikel von General Kujat möglichst weit zu verbreiten. eir


Amerika zehrt sich selbst aus

Bericht vom 163. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 163. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) am 17. Juli begann mit einem Überblick über die Weltlage von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC. Die Vereinigten Staaten hätten bereits den sechsten Tag in Folge den Iran massiv bombardiert und dabei zivile Infrastruktur ins Visier genommen. Der Iran antworte darauf mit Angriffen auf US-Stützpunkte und habe die Huthi im Jemen aufgerufen, die Meerenge von Bab al-Mandab am Roten Meer – eine weiterer wichtiger Engpaß neben der Straße von Hormus – zu sperren. Dies könne die Welt schon im August in „eine Depression, eine Hungerkatastrophe und eine Energiekrise“ stürzen, warnte Zepp-LaRouche.

In Europa „haben die Ukrainer begonnen, russische Einrichtungen am Schwarzen Meer massiv anzugreifen, und als Vergeltungsmaßnahme hat Rußland begonnen, Häfen in der Region Odessa zu treffen, was massive Auswirkungen auf Getreide, Öl und Düngemittel hat“. Das sei eine Bedrohung für die weltweite Nahrungsmittelversorgung, weil allein Rußland schon über 10% der weltweiten Getreideexporte liefere.

Zepp-LaRouche verurteilte die wahnwitzige Entscheidung Deutschlands, von den USA Tomahawk-Marschflugkörper zu kaufen und auf deutschem Boden zu stationieren. Damit stünden wir vor einer Wiederholung der Mittelstreckenraketenkrise der 1980er Jahre.

In Amerika sei Präsident Trump „zunehmend delirierend“, wie man an seiner jüngsten Fernsehansprache sehe, in der er behauptete, China hätte 2020 rund 220 Millionen Datensätze über US-Wähler gestohlen.

Diesem düsteren Bild stünden einige positive Entwicklungen entgegen. Rußland, China und der Vatikan arbeiteten daran, Mißbrauch künstlicher Intelligenz (KI) einzudämmen. Rußland und China hätten vereinbart, zu diesem Zweck eine Weltorganisation für Zusammenarbeit im Bereich der künstlichen Intelligenz mit Sitz in Shanghai zu gründen. In ähnlicher Weise hätten sich 30 Nobelpreisträger und führende Experten bei einem dreitägigen Treffen in der Sommerresidenz von Papst Leo XIV. im italienischen Castel Gandolfo auf die „Römische Erklärung zu Atomwaffen und KI“ geeinigt.

Unterdessen hätten in den USA 104 Kongreßabgeordnete für die Streichung der Finanzhilfen für Israel gestimmt. Auch wenn das nicht ausreichte, um den Änderungsantrag zu verabschieden, sei das sehr wichtig, weil es das erste Mal war, daß sich eine größere Zahl von Abgeordneten den Wünschen der Israel-Lobby widersetzte.

Jack Gilroy ist regelmäßiger IPC-Teilnehmer und aktiv bei Veterans for Peace, Pax Christi im Staat New York und Pax Christi International. Er gab einen aktuellen Bericht über die Initiative, die Diplomatie von Papst Johannes XXIII. während der Kubakrise im Oktober 1962 nachzuahmen, als der Papst als Vermittler zwischen US-Präsident Kennedy und dem sowjetischen Staatschef Chruschtschow fungierte und dazu beitrug, eine Situation zu entschärfen, in der die Welt kurz vor einem Atomkrieg stand.

Nahrungsmittelkrise

Joe Maxwell war Vizegouverneur von Missouri, Rechtsanwalt und Offizier der Nationalgarde von Missouri und ist ein führender Vertreter der Landwirte-Organisationen Farm Action und Farm Action Fund. Er würdigte zunächst das Schiller-Institut und die IPC für ihre wichtige Arbeit seit nunmehr 163 Wochen. Dann gab er einen umfassenden Bericht über die negativen Folgen der Kriege in der Ukraine und im Iran für Amerikas Landwirte und ländliche Gemeinden – zusätzlich zu einer ohnehin schon schwierigen Lage für unabhängige Familienbetriebe. In den USA gingen täglich 63 kleine und mittelgroße landwirtschaftliche Betriebe verloren, während gleichzeitig viele Familien im Land Schwierigkeiten haben, Lebensmittel noch zu bezahlen. Vier Konzerne teilten sich 85% des US-Rindfleischmarkts. Maxwell legte ähnliche Statistiken für andere Erzeugnisse vor. Die Kosten für die Landwirte in den USA seien stark gestiegen, so haben sich die Düngemittelpreise verdoppelt und Diesel ist 40% teurer geworden. Wegen der Kriege und der Monopolpolitik der internationalen Agrarkonzerne hätten Amerikas Landwirte in diesem Jahr Verluste in Höhe von 31 Milliarden Dollar.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare zählte die Engpässe auf, die jetzt die ganze Weltwirtschaft gefährden: die Straße von Hormus, die Straße von Bab al-Mandab am Roten Meer, die Übernahme Albaniens an der Adria durch die „Epstein-Klasse“ sowie die Angriffe der Ukraine auf russische Schifffahrtsrouten im Schwarzen Meer. Während sich diese Gefahren immer mehr verschärften, würden die Vereinigten Staaten von einem „hirnlosen, bösartigen Narzißten“ im Weißen Haus geführt. Die Weltwirtschaft nutze derzeit noch das Öl, das vor der Sperrung der Straße von Hormus auf den Meeren unterwegs war, sodaß die Folgen der Sperrung erst verzögert eintreten, doch bald werde man die vollen Auswirkungen zu spüren bekommen.

Ein entscheidender Schauplatz sei der Kampf um das Verteidigungsbudget 2027 (National Defense Authorization Act, NDAA) im Kongreß in Washington. Der Republikaner Thomas Massie und der Demokrat Ro Khanna hätten beantragt, den mittlerweile berüchtigten Abschnitt 219, der Militär und Nachrichtendienste der USA und Israels faktisch verschmelzen soll, aus dem NDAA zu streichen, und Sare unterstützt ihren Vorstoß. Sie berichtete, wie der Abgeordnete Adam Smith Massies Antrag, geplante 3,3 Milliarden Dollar Militärhilfe an Israel zu streichen, zunächst ablehnte, dann aber zustimmte. Das sei der Beweis dafür, wie sich der Kongreß ändern kann, um auf die Wünsche der Wähler einzugehen.

Zepp-LaRouche fragte Maxwell, welche verzögerten Auswirkungen der weltweite Engpaß bei Düngemitteln habe. Er antwortete, wenn die Versorgung mit Stickstoffdünger ausfalle, dauere es etwa ein Jahr, bis höhere Preise und Engpässe eintreten. Die Folge davon seien weniger Nahrungsmittel und verbreiteter Hunger. Co-Moderator Dennis Speed knüpfte daran an und schlug vor, daß die IPC den Zusammenhang zwischen Angriffen auf die Landwirtschaft und der Migrationskrise untersucht, weil Nahrungsmittelmangel Menschen zwingt, auf der Suche nach Essen umzuziehen, um zu überleben. Zepp-LaRouche stimmte zu und sagte, die Verhinderung von Entwicklung werde zu einer „Explosion der Migrationskrise“ führen.

Iran im Vorteil

Speed stellte dann den regelmäßigen IPC-Teilnehmer Larry Johnson vor, der sich nach Abschluß einer anderen Verpflichtung angemeldet hatte. Johnson war CIA-Beamter und ist Mitglied der kritischen Gruppe „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, VIPS). Er merkte zunächst an, seit seinem Vortrag beim letzten IPC-Treffen vor einer Woche habe der Iran sechs Tage lang ständige Bombardements erlebt. Entgegen dem hysterischen Triumphgeschrei der Trump-Regierung „ist der Iran in diesem Kampf strategisch im Vorteil“. Johnson zeichnete ein verheerendes Bild vom Schwund der militärischen Fähigkeiten der USA unter den Bedingungen des Irankriegs: Bei dem Tempo, mit dem dort Raketen verbraucht werden, würden die Raketen, die Lockheed Martin im vergangenen Jahr herstellte, ganze sieben Tage reichen. Amerika gehe die Munition aus.

„Die Vereinigten Staaten stecken in einem selbstverschuldeten Zermürbungskrieg“, sagte Johnson. „Der Iran muß nur jeden Tag US-Stützpunkte mit ballistischen Raketen beschießen, dann … werden die Vereinigten Staaten praktisch aus dem Persischen Golf vertrieben.“ Nachdem die USA China in den 90er Jahren den Zugang zu ihrem Satelliten-Navigationssystem GPS verwehrt hatten, habe China sein eigenes, unabhängiges System BeiDou entwickelt, auf das der Iran nun zugreife. „Die Vereinigten Staaten zehren sich selbst auf.“ Die USA hätten weltweite Engpässe bei Diesel und Flugzeugkraftstoff verursacht, was sich unweigerlich auch auf die eigenen militärischen Fähigkeiten auswirke.

Zepp-LaRouche fragte Johnson, ob es im Pentagon Leute gibt, die die Folgen dieser Politik verstehen und intelligent darauf reagieren könnten. Johnson antwortete, man habe die Entschlossenheit des Iran unterschätzt. Es werde nicht lange dauern, bis Präsident Trump gezwungen ist, erhebliche Zugeständnisse zu machen und Wege zu finden, dies seiner Anhängerschaft gesichtswahrend zu verkaufen, indem er behauptet, auf iranische „Gnadengesuche“ großmütig zu reagieren. Unterdessen seien die USA schon dabei, ihre Streitkräfte systematisch aus der Region zu verlegen, um sie außerhalb der Reichweite iranischer Raketen zu bringen.

In der Diskussion wurde Zepp-LaRouche auch darauf angesprochen, daß im Iran 41 bis 43 Millionen Menschen an der Beerdigung des ermordeten Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei teilnahmen. Sie antwortete, dies sei die größte Demonstration der Weltgeschichte und eine Bekräftigung der „Jahrtausende langen Identität einer Zivilisation“. 

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Die Botschaft des Papstes und der Kampf für den Frieden

Bericht vom 161. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 161. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 4. Juli begann eine Stunde später als üblich, damit die Teilnehmer die Videoansprache von Papst Leo XIV. verfolgen konnten, als dieser die 38. Liberty Medal (Freiheitsmedaille) vom National Constitution Center in Philadelphia entgegennahm. Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin, betonte: „In seiner Person und Lehre verkörpert der Papst die Werte der Amerikanischen Revolution und der Gründerväter.“ Sie empfahl allen, die jüngste Enzyklika Magnifica Humanitas zu lesen, weil die US-Politik viel zu weit von diesen Werten abgewichen sei.

Andere Teilnehmer reagierten auf die Ansprache des Papstes unterschiedlich. Der ehemalige CIA-Analyst Ray McGovern, Mitbegründer der „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ (VIPS), erklärte, er sei „seit meiner Geburt Katholik“, kritisierte jedoch, Papst Leo äußere sich zu sehr in „Abstraktionen und Allgemeinplätzen“, ohne frei über das „blutige Gesicht der Geschichte“ zu sprechen. Er verglich dies mit Pius XII., der sich während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls in Abstraktionen äußerte.

Im weiteren Verlauf der Sitzung räumte Zepp-LaRouche ein, der Papst hätte sich „vielleicht deutlicher gegen den Krieg aussprechen können“. Aber die Kriegstreiber in den USA hätten schon auf das, was er sagte, sehr scharf reagiert: „Getroffene Hunde bellen.“ Diese hysterischen Reaktionen seien ein Beweis dafür, daß die Worte des Papstes ihre Wirkung haben.

McGovern blieb allerdings bei seiner Ansicht. Die Vereinigten Staaten seien an einem Angriffskrieg und einem Völkermord beteiligt, und der Papst habe es nicht gewagt, dies direkt anzusprechen – im Gegensatz zu Jesus, der „nicht in Plattitüden sprach“.

Pater Harry Bury, seit 70 Jahren ein bekannter katholischer Priester und lebenslanger Friedensaktivist, sagte, dies sei eine gefährliche Zeit, in der wir auf einen Dritten Weltkrieg zusteuern. Aber zwei Dinge machten ihm Hoffnung: der „Oasenplan“ des Schiller-Instituts und die jüngste Enzyklika des Papstes.

In der Diskussionsrunde wies Co-Moderator Dennis Small darauf hin, daß die spanische Regierung eine Amnestie für 1,3 Millionen Migranten angekündigt hat. Zwei Wochen zuvor sei der Papst in Spanien gewesen und habe dort erklärt, man brauche wirtschaftliche Entwicklung, damit Menschen in ihren Heimatländern bleiben können und nicht gezwungen sind, sie zum Überleben zu verlassen. Der mexikanische Agraraktivist Alberto Vizcarra fügte hinzu, daß der Papst die Doktrin des „Gemeinwohls“ auf die Landwirtschaft anwende: Die Bedürfnisse der Menschheit müßten Vorrang haben vor dem Profit von Spekulanten.

In ihren abschließenden Bemerkungen sagte Zepp-LaRouche, die Enzyklika sei „eine sehr machtvolle Intervention“. Was Leo über die Amerikanische Revolution gesagt habe, sei scharfsichtiger als alle anderen Kommentare außer denen von Lyndon LaRouche und dessen Mitarbeitern. „Wir müssen den Amerikanern ihre Seele zurückgeben“, sagte sie.

Ein anderer Teilnehmer merkte an, daß Palantir-Chef Peter Thiel dem Papst vorwirft, ein „Agent des Kommunismus“ zu sein, nur weil er eine Regulierung der künstlichen Intelligenz fordert.

Die aktuelle strategische Lage

Zepp-LaRouche konstatierte, es sei schwer zu sagen, welcher Kriegsschauplatz jetzt gefährlicher ist – der Nahe Osten oder die Ukraine. Wahrscheinlich sei es die Ukraine, weil es sich dort um einen direkten Konflikt zwischen der NATO und Rußland handelt. Der russische Außenminister Lawrow habe öffentlich die Frage gestellt, ob die US-Seite bei dem Treffen der Präsidenten Trump und Putin im August 2025 in Alaska ehrlich war. Anfangs habe es so ausgesehen, als könne dieser Gipfel einen Weg zur Lösung des Konflikts bieten, aber nun fragten sich führende russische Politiker, ob es sich dabei um eine strategische Täuschung des Westens handelte, ähnlich wie bei den Minsker Abkommen 2014-15.

In Südwestasien liege die Absichtserklärung der USA und des Iran vom 17. Juni nun in Trümmern. „Täglich und stündlich verschärft sich die Energie- und Düngemittelkrise weltweit“, sagte Zepp-LaRouche. Die Strategie der USA und Israels, gemäßigte iranische Führungspersönlichkeiten zu ermorden, sei eine Dummheit gewesen, denn nun hätten die Hardliner die Kontrolle.

Prof. Richard A. Falk ist emeritierter Professor für Völkerrecht an der Universität Princeton, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und war 2008-14 UN-Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte in den palästinensischen Gebieten. Er sagte, es sei eine Ironie, daß die aktuelle Krise sich mit den „Scheinfeierlichkeiten“ zum 250. Jahrestag der Amerikanischen Revolution überschneidet. Regierungen seien einer gefährlichen Ideologie verfallen, die „in militaristischer Geopolitik wurzelt“. Weil sie die Realität nicht akzeptieren können, daß militärische Überlegenheit zur politischen Niederlage führt, würden sie uns immer näher an den nuklearen Abgrund treiben. Sie weigerten sich, aus den Grenzen militärischer Macht Lehren zu ziehen. Hinzu komme das verhängnisvolle Problem des Militarismus in der Privatwirtschaft: „Kriege sind profitabel, egal ob sie gewonnen oder verloren werden.“ Die Gründerväter der Vereinigten Staaten hätten verstanden, daß eine demokratische Republik Militarismus in Friedenszeiten nicht verträgt.

McGovern ergänzte, es gebe einen weiteren gefährlichen Faktor in der Konfrontation zwischen der NATO und Rußland: Finnland und Litauen hätten angekündigt, Atomwaffen auf ihrem Territorium zu stationieren, und es sei wahrscheinlich, daß die anderen baltischen Staaten Estland und Lettland diesem Beispiel folgen.

Bassam el Hachem, Professor für Politische Soziologie an der Universität des Libanon, sagte, der Libanon sei mehr denn je gegen die amerikanisch-israelische Aggression mobilisiert. Die Hisbollah werde nur deshalb als „terroristisch“ bezeichnet, weil sie Widerstand gegen Israel leistet. Israel gebe sich mit der Besetzung Palästinas nicht zufrieden, sondern wolle mit Plänen für ein „Groß-Israel“ noch weiter gehen. Der Angriff auf den Iran inmitten von Verhandlungen sei ein „schmutziger Dolchstoß in den Rücken der Iraner“ gewesen.

Co-Moderator Dennis Speed verlas eine Botschaft des ehemaligen US-Kongreßabgeordneten und Präsidentschaftskandidaten Dennis Kucinich, der nicht persönlich teilnehmen konnte. Kucinich konzentrierte sich auf Abschnitt 219 des Gesetzentwurfs zum nächsten Verteidigungsbudget (NDAA), der die Verteidigungs- und Geheimdienstkapazitäten der USA mit denen Israels zusammenführen soll. Speed berichtete, Kucinich und er seien in einem Telefonat übereingekommen, daß man diese Initiative nach dem in den USA geborenen israelischen Spion Jonathan Pollard benennen sollte, der 1987 in den USA wegen Spionage für Israel zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, 2015 freigelassen wurde, heute in Israel lebt und dazu aufgerufen hat, daß Israel Atomwaffen gegen den Iran einsetzt. Der Kongreß sollte nicht über das 901 Milliarden Dollar teure NDAA abzustimmen, bevor es eine Debatte über Änderungsanträge gibt. Kucinich forderte alle auf, einen Artikel von ihn vom 2. Juli zu lesen, der Titel lautet „Militärische Fusion zwischen den USA und Israel verzögert: Hier sind die Gründe und wie Sie sie verhindern können“.

Berichte aus Mexiko und aus Philadelphia

Baltazar Valdez Armentía, Vorsitzender eines Bauernverbands aus dem mexikanischen Bundesstaat Sinaloa und Vorstandsmitglied der Nationalen Front zur Rettung des Ländlichen Mexiko, erklärte, die mexikanische Landwirtschaft sei durch drei Faktoren bedroht: die geopolitische Krise – u.a. mit dem Irankrieg, der zu Engpässen bei Energie und Düngemitteln führt -, den ökologischen Kollaps sowie räuberische Finanziers, die aus Hunger ein Geschäft machen. Die Landwirte erhielten für ihre Ernte nur einen Hungerlohn, während Spekulanten den Handel manipulieren, um ihre Gewinne zu maximieren. Seine Bewegung fordert Mexikos Regierung auf, gegen die transnationalen Agrar- und Finanzkonzerne vorzugehen; sie fordern Paritätspreise und Schutzzölle, ein hartes Vorgehen gegen Spekulation und den Aufbau einer angemessenen Infrastruktur.

Der unabhängige US-Kongreßkandidat Jose Vega aus New York berichtete, er befinde sich an „einem geheimen Ort in Philadelphia“. Die öffentliche Übertragung der Ansprache des Papstes sei wegen einer Hitzewelle abgesagt worden, also nutze er die Gelegenheit, um die Menschen zu organisieren, die diese Rede hören wollten. Er erwähnte die jüngsten Wahlsiege von Anti-Establishment-Kandidaten in der Demokratischen Partei und stellte fest, man könne denselben Prozeß in Maine, Michigan, New York und Colorado beobachten. Man dürfe aber nicht darauf warten, bis neue Kongreßabgeordnete vereidigt werden. Amerika müsse „darüber nachdenken, wie wir die Teile der Welt, die wir zerstört haben, wiederaufbauen können“, insbesondere mit dem Oasenplan. „Man darf sich nicht nur darüber definieren, wogegen man ist.“           

eir


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