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internationale Friedenskoalition

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Für einen „gerechten Frieden“

Bericht vom 175. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 175. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 9. Oktober begann mit einer Einführung von Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin, die die Verleihung des Friedensnobelpreises 2026 an die südafrikanische Richterin Navi Pillay lobte. Pillay war Vorsitzende der Unabhängigen Internationalen Untersuchungskommission der UNO zu den besetzten palästinensischen Gebieten und Israel, die in einem Bericht im September 2025 zu dem Schluß kam, daß Israel sich in Gaza des Völkermords schuldig gemacht habe.

Dann beschrieb Zepp-LaRouche die Welle von Protesten, die in ganz Europa ausgebrochen ist, die alle einen gemeinsamen Nenner hätten, nämlich den Widerstand gegen den Kriegskurs der Regierungen der „Koalition der Willigen“ mit Austerität zu dessen Finanzierung. Als Beispiel für die „Brutalisierung der Bevölkerung im Rahmen der kognitiven Kriegsführung“ nannte sie das Vorhaben von US-Kriegsminister Pete Hegseth, die Hinrichtung von Major Nidal Hasan – dem Psychiater der US-Armee, der 2009 bei einem Amoklauf in Fort Hood 13 Menschen tötete und 2013 zum Tode verurteilt wurde – live zu übertragen.

Ihre letzte und wichtigste Nachricht war die Erklärung von Papst Leo XIV., der Heilige Augustinus habe, anders als oft behauptet, nicht für „gerechten Krieg“ plädiert – erst recht nicht in der Weise wie die heutigen Kriegstreiber. Sie forderte statt dessen einen „gerechten Frieden“.

Kathy Kelly ist eine US-Friedensaktivistin, dreimalige Kandidatin für den Friedensnobelpreis sowie Mitkoordinatorin der Anti-Drohnen-Kampagne Ban Killer Drones und Leiterin von World BEYOND War. Kelly grüßte etliche prominente Persönlichkeiten, die bei früheren IPC-Sitzungen das Wort ergriffen hatten, darunter Prof. Falk, der nach ihr sprach. Kelly verwies auf die Ermordung des schwedischen Diplomaten Graf Folke Bernadotte, der 1947-48 als erster UN-Vermittler im arabisch-israelischen Konflikt fungierte. Er wurde am 17. September 1948 von der zionistischen Stern-Bande ermordet, um den Friedensvorschlag zu vereiteln, den er zusammen mit dem US-Diplomaten Ralph Bunche ausgearbeitet hatte und der am folgenden Tag der UNO vorgelegt wurde.

Kelly beschrieb auch, wie Papst Franziskus anordnete, das „Papamobil“ zu einem medizinischen Hilfsfahrzeug umzubauen, und wie die Israelis bis heute die Einfahrt dieses Fahrzeugs nach Gaza verweigern. Sie schloß mit dem berühmten Zitat eines Anführers des Aufstands im Warschauer Ghetto vom 18. Januar 1943, Marek Edelman: „Jude zu sein bedeutet, immer auf der Seite der Unterdrückten zu stehen, niemals auf der der Unterdrücker.“

Richard Anderson Falk ist emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University und Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und war 2008-14 UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten. Er erinnerte daran, daß die Vereinigten Staaten ein Einwanderungsland waren – das „könnte und sollte Amerikas Selbstverständnis sein“. Die derzeitige Abschiebung von Einwanderern in Drittländer sei nicht nur fremdenfeindlich, sondern obendrein rassistisch. Auch Falk würdigte die Verleihung des Nobelpreises an Navi Pillay, seine ehemalige Vorgesetzte bei der UNO. Er hätte sich aber gewünscht, daß sie den Preis gemeinsam mit seiner Kollegin Francesca Albanese, der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, erhalten hätte, das wäre ein sehr wichtiges Signal gewesen.

Der Papst spreche mit einer moralischen Autorität, die dem UN-Generalsekretär fehle, weil er „davor zurückschreckt, sich mit den Mächtigen der Welt anzulegen“. Falk beschrieb, wie Politiker sich an Korruption beteiligen müssen, um Karriere zu machen und ihren Status zu bewahren. Zepp-LaRouche kommentierte, die Korruption sei praktisch schon eine Voraussetzung für politische Führung geworden – wer nach politischer Macht strebe, der müsse „Leichen im Keller“ haben, damit er „kontrollierbar“ bleibt. Sie stellte die Vision eines alternativen Systems vor, das auf einem Dialog der Zivilisationen beruht. Die Päpste Leo XIV. und Franziskus seien Beispiele für die dazu erforderliche Führungsstärke.

Kelly erzählte von einer Begegnung mit einem US-Marine in Bagdad während der US-Invasion des Irak 2003. Der Mann verblüffte sie, als sie ihn nach dem Buch fragte, das er las: Es war Joseph Conrads antikolonialer Roman Herz der Finsternis, und er las ihn schon zum dreizehnten Mal. Sie lobte nochmals Papst Leo und betonte: „Wir wollen dieses Gebäude des Völkerrechts nicht aufgeben.“

Dennis Fritz, pensionierter Command Chief Master Sergeant der US-Luftwaffe, erinnerte an historische Warnungen führender US-Militärs, darunter General Smedley Butler, der den berühmten Satz „Der Krieg ist ein korruptes Geschäft“ prägte, und General Dwight Eisenhower, der vor dem Militärisch-Industriellen Komplex warnte. Die heutige politische Führung der USA strebe nach beispielloser militärischer Macht, um damit alles durchzusetzen, was sie will. Beispielhaft dafür sei die „Wolfowitz-Doktrin“ des früheren Vize-Verteidigungsministers Paul Wolfowitz, die den Weg für zahlreiche Kriege im Nahen Osten ebnete. Fritz betonte, Hegseth leite das „beängstigendste Pentagon“, das er je gesehen habe, und warnte vor Hegseths Plan, künstliche Intelligenz zum Aufbau einer vollautomatisierten Angriffsfähigkeit ohne menschliche Aufsicht einzusetzen.

Die Wahlen in Brasilien

Beatriz Bissio, außerordentliche Professorin für Vergleichende Geschichte an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro, warnte mit Blick auf die Stichwahl am 25. Oktober zwischen Präsident Lula da Silva und Flávio Bolsonaro: „Die Demokratie in Brasilien steht heute vor ihrer größten Bewährungsprobe seit der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung Mitte der 1980er Jahre.“ Bolsonaro verkörpere den weltweiten Aufstieg der extremen Rechten, er werde u.a. vom israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu unterstützt. Die erste Wahlrunde am 4. Oktober sei ein Schock gewesen, weil Bolsonaro mit 47% vor Lula mit 45% stand. Brasilien sei jetzt mit Ausnahme Uruguays „von rechten Regimen umzingelt“. Das Ergebnis der Stichwahl werde Auswirkungen in ganz Lateinamerika und darüber hinaus haben. Die rechtsextremen Regierungen seien voll und ganz US-Interessen unterworfen.

Felipe Bombardelli, ein brasilianischer Doktorand der Robotik an der Bundesuniversität von Paraná, engagiert sich in der Internationalen Jugendbewegung des Schiller-Instituts. Er berichtete, daß die Studenten sich im Wahlkampf zunächst kaum politisch engagierten, u.a. weil viele Linke davon ausgingen, daß Lula mit seiner Arbeiterpartei (PT) schon im ersten Wahlgang gewinnen würde. Doch als ihnen bewußt wurde, daß „nur noch ein Wunder Lula zum Präsidenten machen kann“, habe eine beispiellose Mobilisierung von Studenten, Professoren und auch Arbeitern zur Unterstützung von Lulas Kandidatur begonnen.

Der Aktivist Remi Lebrun vom französischen Schiller-Institut berichtete aus Paris, wo es eine große Mobilisierung vor allem von Schülern der Oberstufe gibt, die gegen die skandalösen Zustände an den öffentlichen Schulen protestieren. Die Regierung reagiere mit harter Repression, noch schlimmer als zwischen 2018 und 2020 gegen die Bewegung der „Gelbwesten“. Inzwischen beteiligten sich an den Aktionen auch Schüler der Mittelstufe, Universitätsstudenten und Eltern.

Diskussion

Die Teilnehmer diskutierten über den Vorschlag des Arztes Martin Schotz, Koordinator des JFK Peace Speech Committee und führender Vertreter von Massachusetts Peace Action (MAPA), der in der IPC-Sitzung der vergangenen Woche einen „Amerikanischen Nationalkongreß“ nach dem Vorbild des Afrikanischen Nationalkongresses im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika angeregt hatte. Ein weiteres Thema waren die Folgen eines Sieges von Bolsonaro in Brasilien, darunter der mögliche Austritt des Landes aus den BRICS.

Der unabhängige New Yorker Kongreßkandidat Jose Vega sprach über die Welle der Empörung darüber, daß Beamte der Einwanderungspolizei ICE in der Bronx in New York auf einen Mann in einem Auto schossen, wo auf dem Rücksitz sein fünfjähriges Kind saß. Er stellte dies in den Kontext der weltweiten Empörung über die Mißhandlung von Armen und älteren Menschen – wie die 87jährige Maria del Carmen Abascal, die aus ihrer Wohnung in Madrid zwangsgeräumt wurde, nachdem ein Investmentfonds die Miete vervielfacht hatte -, durch Regierungen, die praktisch bankrott sind, aber fanatisch darauf beharren, überall zu sparen, um die Aufrüstung zu finanzieren.

Zum Abschluß des Treffens bekräftigte Zepp-LaRouche, die Welt sei in einer unvermeidlichen Phase des Wandels, und es hänge vom Mut jedes einzelnen ab, ob es ein Wandel zum Guten oder zum Schlechten wird.


Die globale Versorgungskrise überwinden

Bericht vom 174. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Am 2. Oktober fand die 174. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, eröffnete die Sitzung mit einer Warnung vor neuen Entwicklungen, darunter die Gefahren des militärischen Einsatzes künstlicher Intelligenz (KI). US-Kriegsminister Pete Hegseth treibe die Entwicklung autonomer Waffensysteme voran, ohne für eine menschliche Kontrolle über diese Systeme zu sorgen. Sie verwies auf die „absolut eskalierende Lage im Nahen Osten“, da durch die Blockade der beiden wichtigen maritimen Engpässe – Straße von Hormus und Bab al-Mandab – eine weltweite Depression drohe. Ein Lichtblick sei ein offener Brief der iranischen Revolutionsgarden an die amerikanische Öffentlichkeit, der den Amerikanern erstmals Zugang zur iranischen Sicht der Dinge verschaffe.

Zepp-LaRouche zitierte Äußerungen des russischen Präsidenten Putin auf dem 23. jährlichen Waldai-Forum am 1. Oktober, wo er beschrieb, wie Rußland versuchte, sich in Europa zu integrieren, aber zurückgewiesen worden sei. Als Beispiel dafür, warum Menschen im Ernstfall über Maschinen entscheiden müssen, erinnerte sie an den sowjetischen Oberstleutnant Stanislaw Petrow, der am 26. September 1983 einen Atomkrieg verhinderte, als er sich über den automatischen Vergeltungsmechanismus der sowjetischen Doktrin hinwegsetzte.

Landwirtschaft in der Krise

Marcia Merry Baker, EIR-Wirtschaftsredakteurin, beschrieb die aktuelle Wirtschaftskrise als „Zusammenbruchsphase“ infolge der wirtschaftlichen Schocks vom Frühjahr. Es werde ein Einbruch der weltweiten Getreideproduktion im Erntejahr 2026-27 um 2,5% prognostiziert: „Das klingt vielleicht nicht nach viel, wird aber mit den Anbau- und Erntezyklen an Umfang und Tempo zunehmen, wenn wir nicht eingreifen, um es aufzuhalten.“ Und dies in einer Welt, die ohnehin mit Hunger und Nahrungsmittelmangel zu kämpfen habe. Der weltweite Handel mit Düngemitteln sei seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar um 20-30% zurückgegangen. Durch die Einstellung des Schiffsverkehrs am Persischen Golf habe sich der Preis für wichtige Industriechemikalien wie Schwefel verdoppelt. Hinzu kämen die Preisanstiege bei Benzin, Kerosin und Heizöl sowie insbesondere Engpässe bei Diesel. Europa kürze Agrarsubventionen, um Geld in die Aufrüstung umzuleiten. Positiv seien die Vereinbarungen Rußlands, Indien mit Düngemitteln zu beliefern, sowie noch bis vor kurzem die Zusage Chinas, Kraftstoff in südostasiatische Länder zu exportieren. In Waldai habe Putin davon gesprochen, Rußlands weltweite Energieexporte wieder aufzunehmen, sobald die Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

Mike Callicrate ist Rinderzüchter aus Kansas, führender Aktivist in der Agrarpolitik sowie Gründer und Eigentümer des Direktvermarkters Ranch Foods Direct in Colorado. Er schilderte den raschen Niedergang der Viehzucht in den USA durch falsche Regierungspolitik und warnte, Amerika verliere die Fähigkeit, sich selbst zu ernähren.

Jesus Holguin Cazares, Präsident des Rinderzüchterverbands Kansas Cattlemen’s Association, berichtete von Razzien der Einwanderungspolizei ICE in der vergangenen Woche in mehreren Gemeinden mit großen Schlachtbetrieben im Südwesten von Kansas. ICE hatte niemanden im voraus informiert, nicht einmal die örtliche Polizei. Mehrere Tage lang seien dort die Betriebe, die 20% der Rindfleischs in den USA liefern, zum Stillstand gekommen, für Tausende von Rindern habe es plötzlich keinen Platz gegeben. Die ICE-Razzien hätten ein Klima der Angst geschaffen, in dem selbst US-Bürger hispanischer Herkunft mit einwandfreiem Aufenthaltsstatus zögern, zur Arbeit zu erscheinen.

Zepp-LaRouche verwies auf die Äußerungen von Papst Leo XIV. zur Migration. „Man löst die Migrationsfrage nicht, indem man Menschen ausweist“, sagte sie. Die Lösung bestehe darin, die Wirtschaft anderer Nationen nicht länger zu ruinieren, denn das sei der Auslöser für Flüchtlingswellen. Callicrate warf den großen Fleischverarbeitern vor, sie „lieben Störungen und Chaos“, weil das die Preise drückt, die Viehzüchter für ihr Vieh verlangen können. Merry Baker stimmte zu, daß die ICE-Razzien die Fleischverarbeitung in Kansas gestört und damit zu einer allgemeinen Krise beigetragen hätten. Zepp-LaRouche rief alle Beteiligten dazu auf, sich nicht nur auf lokale Kontroversen zu konzentrieren, sondern sie aus der Perspektive der weltweiten Abkehr vom alten kolonialen System zu betrachten.

Internationale Aktivitäten für den Frieden

Pater John Heagle, Direktor der Friedensgruppe „Priests Against Genocide“ (Priester gegen Völkermord) und Mitglied der Vereinigung katholischer Priester in den USA, erinnerte an das Wort von Papst Paul VI.: „Wenn ihr Frieden wollt, arbeitet für Gerechtigkeit.“ Er verglich dies mit Zepp-LaRouches Aufruf zu einem Paradigmenwechsel und zitierte führende Vertreter der katholischen Kirche, die die Kirche dazu aufriefen, sich für die gesamte Menschheit einzusetzen. Paul VI. habe die Regierungen der Welt ermahnt, daß „Entwicklung der neue Name für Frieden ist“. Das sei vielleicht naiv, weil säkulare Regierungen seine Worte mißachteten, ein „völliges Versagen unserer heutigen Demokratie“. Seine Organisation sei weltweit dort tätig, wo Menschen aufgrund ihrer Identität massakriert werden, die Kirche sei dort ein „Feldlazarett“ für die vielen Opfer. Er schloß mit einem eindrucksvollen Gedicht, das ein Kind in Gaza verfaßt hat und beschreibt, wie die Eltern den Namen des Kindes auf sein Bein schreiben, damit man es nach einem Angriff identifizieren kann.

Dr. E. Martin Schotz ist Koordinator der Friedensorganisation JFK Peace Speech Committee aus Massachusetts und Autor eines Buches über den Mord an Präsident Kennedy (History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy). Er beschrieb den inneren Wandel von Präsident John F. Kennedy gegen Ende seines Lebens, als er sich von der „Pax America“ und dem Krieg als politischem Instrument abwandte.

Zepp-LaRouche lobte Pater Heagle als Vorbild für authentischen Katholizismus, im Gegensatz zu all jenen, die die Lehre vom „gerechten Krieg“ des Heiligen Augustinus verdrehen, um Kriege zu rechtfertigen, die alles andere als gerecht sind.

Co-Moderator Dennis Speed stellte wieder den regelmäßigen Gast Larry Johnson vor, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS). Johnson berichtete, er sei gerade aus Rußland zurückgekehrt, wo er sich mit etlichen Militärführern getroffen habe. Einer von ihnen habe aus den Äußerungen der NATO-Führung schon den Schluß gezogen, daß Rußland bald im Krieg mit Europa stehen wird. Johnson warnte vor der Schwere der Versorgungsengpässe im Zuge des Iran-Kriegs: „Diesel ist für die Weltwirtschaft das, was Blut für den menschlichen Körper ist.“ US-Präsident Trump leide an einer Form von Geisteskrankheit und habe „jeden sozialen Filter verloren“. Johnson bezog sich auf Trumps Rede vor der UNO, in der er von der völligen Vernichtung des Iran sprach: „Wenn Trumps Rhetorik noch schlimmer ist als die von Adolf Hitler, dann sind wir in einer sehr gefährlichen Situation.“

Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei Solidarité et Progrès (S&P), beschrieb die bedeutenden Auswirkungen des Besuchs von Papst Leo in Paris, bei dem sich am 26. September bis zu 800.000 Menschen zu einer Messe auf der Place de la Concorde versammelten, um die Friedensbotschaft des Papstes zu hören. Cheminade berichtete über das Engagement seiner Organisation im Rahmen der Veranstaltungen zum Papstbesuch; sie habe 12.000 Flugblätter mit dem Offenen Brief von Peter Kuznik an Papst Leo verteilt, an dessen Verbreitung die IPC mitwirkt.1

Diskussion

Als Antwort auf Fragen aus Deutschland, Afrika und Mexiko berichtete Merry Baker, es gebe eine wichtige Initiative zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen führenden Landwirtschaftsaktivisten in den USA und Mexiko, was man auf andere Länder ausweiten könne. Co-Moderator Dennis Small, Leiter des Iberoamerika-Ressorts von EIR, stellte fest, die Zerstörung der Landwirtschaft in den USA wie auch in Mexiko sei die Ursache der Migrationswellen in die USA. Mexiko und andere Länder in aller Welt seien gezwungen, die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zugunsten von Exportkulturen aufzugeben, um den Schuldendienst bei den Banken zu leisten. 75% der US-Amerikaner seien in Umfragen gegen die Politik, die die Einwanderung verursacht, deshalb sollte sich ihre Wut gegen diese Politik richten statt gegen die Migranten. Callicrate forderte eine Rückkehr zu einer Landwirtschaft, deren Sinn und Zweck es ist, Menschen zu ernähren, anstatt ein Spielfeld für Spekulanten zu sein.

Pater Heagle schloß sich in seinen abschließenden Bemerkungen Zepp-LaRouches Anklage gegen diejenigen an, die Augustinus’ Lehre vom gerechten Krieg mißbrauchen, um Angriffskriege zu rechtfertigen, und betonte die Bedeutung des offenen Briefes an Papst Leo. Zepp-LaRouche kam auf Präsident Putins Warnung in Waldai zurück, die Krise eines neuen Weltkriegs könne viel schneller ausbrechen, als die Menschen glauben. Die Menschheit stehe einerseits kurz vor dem Untergang, aber andererseits auch kurz vor dem neuen Paradigma, das wir uns wünschen.


Anmerkung

1. „Aufruf an Papst Leo XIV., einen Weltgipfel zu organisieren,
   um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abrüstung anzugehen“
,
   Internetseite des Schiller-Instituts.


Das Drama der Gegensätze bei der UN-Vollversammlung

Bericht vom 173. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 173. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 25. September begann mit einer Einführung von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC. Sie äußerte die Hoffnung, daß das Treffen der Präsidenten Trump und Xi einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den USA und China darstellen könnte. Xi habe richtig gesagt, daß die Lösung vieler Probleme in der Welt eine Zusammenarbeit der beiden größten Volkswirtschaften erfordert. Die Militärdoktrin der USA und der anglophilen Nationen sei es, Rußland und China einzukreisen, so Zepp-LaRouche, doch wenn es Trump gelänge, die Beziehungen zu diesen Ländern zu normalisieren, würde er sich einen positiven Platz in der Geschichte sichern. Das beherrschende Thema bei der UN-Vollversammlung in New York sei die Frage, ob die Welt künftig nach dem „Gesetz des Dschungels“ regiert wird oder ob wir eine zivilisierte Welt mit einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur haben werden. Die westlichen Mächte hätten keine Ahnung davon, daß sich die Mehrheit der Welt auf ein neues Paradigma des Friedens durch Entwicklung ausrichtet. „Wir befinden uns in einem jener Momente, in denen alles vom Mut einzelner Menschen abhängt, die Fahne des Friedens hochzuhalten.“

https://youtu.be/A95JjkYryLc

Harley Schlanger, Präsident der LaRouche-Organisation (TLO), stellte Dr. Seyed Mohammad Marandi vor, einen iranisch-amerikanischen Wissenschaftler, Intellektuellen und politischen Analysten, der als Professor für Englische Literatur und Orientalistik an der Universität Teheran tätig ist und Berater des iranischen Verhandlungsteams in der Atomfrage war. Marandi erklärte, das Hauptmotiv für den gegenwärtigen Krieg sei vielleicht die Unabhängigkeit des Iran und seine Entscheidung für die Blockfreiheit. Der Iran habe auch die Anti-Apartheid-Bewegung in Südafrika unterstützt und setze sich für die Sache der Palästinenser ein, was ihn zur Zielscheibe der Anglosphäre mache. Die christliche und jüdische Ausprägung des Zionismus sei vergleichbar mit dem IS und Al-Kaida: Alle seien radikale Sekten, die in Wahrheit nicht die Religionen widerspiegeln, die sie angeblich vertreten. So habe Israel sogar eine Synagoge im Zentrum der jüdischen Gemeinde in Teheran bombardiert.

Zepp-LaRouche sagte darauf hin, die eigentliche Ursache für die militärischen Konflikte in der heutigen Welt sei der verzweifelte Versuch der Anglosphäre, eine unipolare Welt aufrechtzuerhalten. Die wahre Geschichte des Iran bekannt zu machen, sei entscheidend, um die Dinge richtigzustellen.

Garland Nixon, ein erfahrener progressiver Radio- und Fernseh-Talkshow-Moderator, wies auf den inneren Widerspruch der verbreiteten Darstellung hin, Rußland verliere den Krieg gegen die Ukraine, gleichzeitig aber kurz davor stehe, in ganz Europa bis zum Ärmelkanal einzumarschieren. In Wirklichkeit habe die westliche Elite Angst vor einem Aufstand im Inneren wegen der sich rapide verschlechternden Lebensbedingungen in ihren Ländern. „Je aggressiver die US-Außenpolitik ist, desto mehr leiden die Leute darunter.“ Ein Beispiel seien die kürzlich verkündeten neuen Wirtschaftssanktionen gegen andere Länder, die sich negativ auf den Lebensstandard in den USA auswirken werden. Die Politik und Rhetorik der herrschenden Eliten sei so extrem und schockierend geworden, daß die Masse der Bevölkerung darauf reagieren und sich weigern könnte, zu tun, was sie von ihnen fordern.

Donald Ramotar war von 2011 bis 2015 Staatspräsident von Guyana. Er erinnerte im Gespräch mit Prof. Marandi daran, daß die Mossadegh-Regierung im Iran 1953 von der CIA gestürzt wurde, im selben Jahr, in dem in Guyana die Regierung seiner Partei, der PPP, durch eine ähnliche Operation von Großbritannien gestürzt wurde. Seitdem habe sich eine Verbundenheit zwischen den beiden Nationen entwickelt. Ramotar warf den USA „Operationen im Gangster-Stil“ vor, z.B., daß der Iran an den Verhandlungstisch eingeladen und anschließend bombardiert wurde. Er beklagte, daß technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz für militärische Aggressionen genutzt werden, statt dafür, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

Die Qualität der Führung im Westen nehme ab, weil die Macht zunehmend bei privaten Konzernen statt bei gewählten Regierungen liege. Ramotar kritisierte, daß UN-Generalsekretär Guterres sich weigert, die Ereignisse in Gaza als Völkermord zu bezeichnen, und erklärte, die UN-Sonderberichterstatterin für Palästina, Francesca Albanese, hätte für ihre Bemühungen den Nobelpreis verdient.

Marandi betonte, der Iran sei eine normale Nation und kein Märtyrerkult. Der Iran unterstütze die palästinensische Sache, weil die Iraner die Menschenwürde der Palästinenser anerkennen.

Richard Black, UN-Vertreter des Schiller-Instituts, berichtete über die Aktivitäten seiner Organisation im Kontext der Vollversammlung und verlas Auszüge aus Zepp-LaRouches offenem Brief an die UN, in dem sie eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur „im Geiste von Bandung, im Geiste von Shanghai und im Geiste von Beethovens Neunter Sinfonie“ fordert. Er hob die Bedeutung der unabhängigen Präsidentschaftskampagne von Diane Sare in den USA hervor, u.a. Sares Kritik an der delphischen Initiative „Partners for Multilateralism“ (P4M) des internationalen Bankers und kanadischen Premierministers Mark Carney, deren Ziel es sei, die BRICS zu untergraben und die echte Bewegung für Multilateralismus zu sabotieren.

Diskussion

Der Diskussionsteil begann mit einem Video eines französischen Aktivisten aus Paris, wo er mit anderen anwesend war, um den Papst zu begrüßen, dessen Friedensbotschaft im Kontrast zur Kriegsrhetorik der französischen Regierung steht.

Co-Moderator Dennis Speed äußerte die These: „Wir erleben das Ende der Doktrin der Dominanz“, und bat die Sprecher um ihre Kommentare dazu. Garland Nixon merkte an, in Rußland werde Geschichte und Kultur mehr Aufmerksamkeit geschenkt als im Westen, aber es gebe auch im Westen ein wiedererwachtes Interesse an diesen Themen, das die Weltsicht der Menschen verändere.

Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß die CIA den „Kongreß für kulturelle Freiheit“ als eine Operation gründete, um die klassische Kultur im Westen zu zerstören. Und die Briten verbreiteten eine verkürzte Version der Geschichte, die Beiträge von weit älteren Kulturen systematisch ausblende.

Richard Black beschrieb einen Besuch in einem historischen Museum in China, wo er sehr viele chinesische Familien sah, die sich leidenschaftlich darum bemühen, ihren Kindern die lange Geschichte ihres Landes zu vermitteln.

Ein Teilnehmer warnte davor, daß die USA die Kandidatur von Rafael Mariano Grossi zum neuen UN-Generalsekretär unterstützen, und erinnerte an Grossis korrupte Rolle als Leiter der IAEO, u.a., wie er den Iran besuchte und wahrscheinlich von dort Geheimdienstinformationen an Israel weitergab, die zur Ermordung iranischer Wissenschaftler benutzt wurden.

Zepp-LaRouche erinnerte an die Beteiligung von Palantir an der Verbreitung von Desinformation über das iranische Atomprogramm, um Zustimmung für den Krieg zu erzeugen, und fragte, ob Grossi daran mitschuldig sei. Wenn Grossi Generalsekretär werden wolle, „darf er keine solchen Flecken auf der weißen Weste haben“.

Ramotar sagte, Venezuela sei jetzt „voll und ganz eine Kolonie der Vereinigten Staaten“, dies sei beispielhaft für die kolonialistische US-Politik, im Gegensatz zu Chinas freundschaftlichem Ansatz. Er kritisierte auch das neue Abkommen, das den USA erhebliche Kontrolle über Grönland einräumt.

Der Co-Moderator Dennis Small definierte „Neokolonialismus“ als ein System, in dem Ländern zwar nominelle politische Unabhängigkeit gewährt wird, aber ihre Wirtschaft vollständig unter externer Kontrolle bleibt.

Zepp-LaRouche bekräftigte in ihrer Antwort auf eine Frage ihre Ansicht, daß Trump sich einen positiven Platz in der Geschichte sichern würde, wenn er wieder normale Beziehungen zu Rußland und China herstellt. Die Vorstellung, daß Sicherheit aus militärischer Stärke resultiere, sei die Ansicht einer schrumpfenden Minderheit – der „Geist der Zeit“ hingegen sei, daß der Weg zum Frieden über Entwicklung führt. Diese Ansicht sei mittlerweile bei der globalen Mehrheit verbreitet, wie die BRICS und die SCO zeigten. Sie kam zu dem Schluß, daß wir an einem Scheideweg stehen: auf der einen Seite die Tendenz zu Neokolonialismus oder Neofeudalismus, wo sich die Macht auf private Unternehmen oder Personen verlagert, und auf der anderen Seite die Zukunftsperspektive, für die sich die Friedenskoalition einsetzt.  eir


Am Rande eines großen Krieges in Südwestasien

Bericht vom 172. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 172. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. September begann mit einem Lageüberblick von Dennis Small, IPC-Co-Moderator und Iberoamerika-Redakteur von Executive Intelligence Review. Er betonte, US-Präsident Trump sei trotz seiner großspurigen Äußerungen nicht Herr seines Schicksals. Angesichts der Sperrung der Straße von Hormus und der Meerenge von Bab al-Mandab steuere die Welt auf einen riesigen wirtschaftlichen Schock zu, den Trump nicht verhindern kann. Es sei Trump auch nicht gelungen, die BRICS und den Wandel hin zu einer multipolaren Welt aufzuhalten, wie man auf der jüngsten BRICS-Konferenz in Neu-Delhi sehen konnte. Trumps Regierung habe bekanntgegeben, daß sie Waffen im Weltraum stationiert hat, und sie diskutiert über einen möglichen Einsatz taktischer Atomwaffen, weil er immer noch hofft, den Rest der Welt einzuschüchtern.

Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Genozidforschung an der renommierten Brown University im US-Staat Rhode Island, erläuterte, Völkermord sei ähnlich wie Krieg als „Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ eingesetzt worden, und führte einige historische Beispiele dafür an. Seit mit der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes (CPPCG) 1948 die Ablehnung von Genozid im Völkerrecht verankert wurde, gebe es eine gewisse Abschreckung, aber die Straffreiheit, mit der Israel seinen Völkermord im Gazastreifen verübt, drohe die Welt in die Zeit davor zurückzuversetzen.

Sowohl die palästinensische Hamas als auch das israelische Regime hätten bewußt gewaltsame Reaktionen provoziert, um bestimmte Ziele zu erreichen, und beide seien damit erfolgreich – allerdings zu einem hohen Preis. Die Hamas habe die Aufmerksamkeit der Welt auf die Notlage der Palästinenser gelenkt, auf Kosten von Zehntausenden Menschenleben. Das israelische Regime wolle im Westjordanland eine neue Intifada provozieren, die dort als Vorwand für einen weiteren Völkermord dienen würde, um die ethnische Säuberung und Annexion zu beschleunigen.

Harley Schlanger, Präsident der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO), lobte Bartovs Vortrag und dessen neues Buch Israel: What Went Wrong? („Israel: Was ist falsch gelaufen?“) Die Einführung einer Verfassung in Israel sei immer wieder aufgeschoben worden, statt dessen wurde 2018 ein „Grundgesetz“ beschlossen, das Israel als „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes“ definiert, womit die Apartheid institutionalisiert wurde, wie Bartov in seinem Buch beschreibt. Schlanger erklärte, anstatt sich auf negative Anreize wie Sanktionen zu konzentrieren, um Israel zu einer Verhaltensänderung zu zwingen, sollte die Welt positive Anreize wie Lyndon LaRouches „Oasenplan“ für wirtschaftliche Entwicklung fördern, der beiden Konfliktparteien zugute käme.

Der Friedensaktivist Jonathan Kuttab ist ein palästinensisch-amerikanischer Christ, Leiter der „Friends of Sabeel North America“ und Mitbegründer von „Nonviolence International“. Er brachte zunächst seine Wertschätzung für die IPC-Treffen zum Ausdruck und lobte besonders deren globalen Charakter und die Vielfalt der Teilnehmer. Dann befaßte er sich mit der verbreiteten Leugnung des Völkermords in Gaza. Gewöhnlich sei es in Gerichtsverfahren wegen Völkermords das schwierigste, Vorsatz nachzuweisen, aber im Falle Israels sei es sehr leicht, den Vorsatz zu dokumentieren. Menschen und Regierungen im Westen, die den Genozid leugnen, wollten damit ihre Mitschuld verbergen. Durch die Straffreiheit für Israel drohe die Gefahr, daß Völkermord wieder Normalität wird, wie Bartov warnte, eine Rückkehr zur Welt vor der Völkermordkonvention. In dem Zusammenhang seien die Angriffe auf die internationalen Gerichte und auf das Völkerrecht an sich besonders schockierend.

Bartov meldete sich zu Wort und wandte sich gegen die Idee der Zweistaatenlösung: „Die Vorstellung von zwei getrennten Staaten mit einer Mauer dazwischen ist eine Fantasie.“ Er lobte die Organisation „A Land for All“, die sich für einen Plan einsetzt, der zwei souveräne Staaten, Israel und Palästina, innerhalb einer einzigen gemeinsamen Heimat vorsieht, mit offenen Grenzen und gemeinsamen Institutionen statt einer strikten Trennung. Er sagte, vielen Menschen falle es schwer, sich mit der Tatsache abzufinden, daß ausgerechnet Israel, das sich der Welt als Zufluchtsort für Opfer des Holocaust präsentierte, nun selbst einen Holocaust begehen könnte. Aber nun habe Israel den Bogen überspannt und sei in seiner Straffreiheit zu weit gegangen, was den Menschen weltweit die Augen öffne.

Small ging ebenfalls auf das Thema Verleugnung ein und erklärte, die Menschen wollten sich der Wahrheit nicht stellen, weil sie keine Lösung sehen und die Realität deshalb für sie zu schmerzhaft ist. Den größten Schaden hätten diejenigen, die offenen Auges den Völkermord tolerieren, mehr noch als die Opfer selbst. Small stellte das humane Menschenbild des chinesischen Konfuzianismus dem barbarischen Menschenbild von Thomas Hobbes mit seinem „Krieg aller gegen alle“ gegenüber. Er erinnerte auch daran, daß der Zionismus weitgehend ein Projekt des Britischen Empire war.

Beatriz Bissio ist außerordentliche Professorin für Vergleichende Geschichte an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro in Brasilien. Sie beschrieb zunächst ihre langjährige Tätigkeit beim Third World Journal, in deren Rahmen sie ausführlich über Palästina berichtete und den Vorsitzenden der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat interviewte. Anschließend befaßte sie sich ausführlich mit der jüngsten BRICS-Konferenz in Indien. Der Erfolg des Gipfels sei alles andere als garantiert gewesen, nicht zuletzt wegen der freundschaftlichen Beziehungen des indischen Premierministers Modi zu Israel, tatsächlich sei das Treffen aber ein großer Erfolg geworden. Besonders wichtig sei das Treffen zwischen Modi und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande gewesen, mit der denkwürdigen Formel: „Wir sind Partner und keine Rivalen.“ Die Konferenz sei insgesamt von „Diplomatie, Dialog und dem geduldigen Aufbau von Konsens“ geprägt gewesen, auch wenn nicht bei allen Themen Einstimmigkeit herrschte. Bissio sieht in dem Gipfel Grund zum Optimismus, trotz all der grausamen Realitäten, mit denen sich die IPC befaßt. Die BRICS hätten auch auf die Bandung-Konferenz von 1955 verwiesen, ein wegweisendes Treffen von 29 asiatischen und afrikanischen Staaten; es sei ein Grundstein für die BRICS gewesen, die heute als die „Erben von Bandung“ gelten können.

Diskussion

Auf die Frage eines Teilnehmers, warum die arabischen Staaten den Palästinensern nicht helfen, antwortete Kuttab, die arabischen Staaten seien keine Demokratien und ignorierten die Wünsche ihrer Bevölkerung, außerdem hätten sie Angst vor den Israelis. Schlanger warf ein, der Iran sei dabei eine Ausnahme, und das sei auch der Grund für den Krieg gegen das Land.

Eine deutsche Teilnehmerin sagte, Deutschland habe eine besondere Verantwortung, sich gegen den Völkermord im Gazastreifen zu stellen, weil es sich unter den Nazis selbst des Völkermords schuldig machte. Sie dankte Schlanger dafür, daß er die Rolle Großbritanniens beim Zionismus ansprach. Sie wies auch auf die Bedeutung der Kontroverse um den amerikanischen Rap-Star Macklemore hin, der hart angegriffen wurde, weil er Palästina auf offener Bühne unterstützte. Seine Worte dabei seien wunderschön gewesen.

Ulf Sandmark, Leiter des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete über die Lage in seinem Land, wo gerade Wahlen stattfanden, und über die Aktivitäten seiner Organisation, die dazu beitragen, eine Antikriegskoalition unter Oppositionsparteien aufzubauen.

Small kam noch einmal auf die Verzweiflung der anglo-amerikanischen Eliten zurück, die um jeden Preis ihre unipolare Welt bewahren wollen, bis hin zu Plänen, Atomwaffen einzusetzen. Israel sei wie ein „Paket Dynamit“, das im Dienste dieses unipolaren Wunschtraums jederzeit gezündet und dabei selbst zerstört werden könnte.

Ein Journalist fragte Kuttab nach der „sklavischen Ergebenheit“ US-amerikanischer Politiker gegenüber dem israelischen Regime. Er antwortete, dahinter steckten noch umfassendere Interessen; dieselben Politiker würden Israel den Wölfen zum Fraß vorwerfen, wenn es vorteilhaft erscheine. Unterdessen gebe es aber einen wichtigen Wandel in den USA, insbesondere unter jungen Menschen und vielen Juden, die über Israels Handeln entsetzt sind. Er prognostizierte, letztendlich würden die USA ihre schützende Hand über Israel zurückziehen, damit werde es sich abfinden müssen.

Zum Abschluß kam Schlanger noch einmal auf die Bedeutung der Arbeit der IPC zurück. Sie solle den Menschen dabei helfen, „aus der axiomatischen Struktur ihres Denkens auszubrechen“ und die Gehirnwäsche durch die traditionellen Medien zu überwinden. Das heutige Treffen sei eine tiefgehende Diskussion gewesen, die „solche Fragen an der Wurzel packt“.            eir


Die Wahrheit über den 11. September aufzudecken, ist wichtiger denn je!

Bericht vom 171. Treffen der Internationale Friedenskoalition

Die 171. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 11. September gedachte des 25. Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Vereinigten Staaten und wurde zu einer Strategiesitzung darüber, wie wir jetzt die enormen Chancen nutzen können, um eine politische Bewegung aufzubauen und die Bevölkerung aufzuklären.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, bezeichnete die Anschläge vom 11. September als eines der größten Verbrechen unter falscher Flagge in der Geschichte. Es habe als „Reichstagsbrand“ gedient, um einen Überwachungsstaat in den USA durchzusetzen – nicht, um die Menschen zu schützen, sondern um sie unter Kontrolle zu halten.

Es wurde ein Video ihres verstorbenen Ehemanns, Lyndon LaRouche vom 3. Januar 2001 gezeigt, in dem er warnte, die kommende Regierung von Präsident George W. Bush werde nicht in der Lage sein, die wachsende Wirtschaftskrise zu bewältigen, und brauche daher einen Vorfall von der Art des Reichstagsbrands, um Krisenmanagement durchzusetzen. Als die Anschläge vom 11. September passierten, war LaRouche gerade zu Gast in der Live-Radiosendung von Jack Stockwell in Salt Lake City. Dort wies er die offizielle Darstellung, daß ein böser Eremit in einer Höhle in Afghanistan – Osama bin Laden – ein solches Ausmaß an Zerstörung anrichten könnte, umgehend zurück. Durch seine jahrelange Arbeit an der Strategie, die Präsident Reagan am 23. März 1983 als Strategische Verteidigungsinitiative (SDI) ankündigte, sowie seine fundierten Kenntnisse über NORAD und andere US-Luftverteidigungssysteme wußte LaRouche, daß es sich um einen „Insiderjob“ handeln mußte, unter Beteiligung korrupter Elemente des US-Geheimdienstapparats.

Zepp-LaRouche berichtete von einem Interview vom Januar 2002, in dem Lyndon LaRouche betonte, daß jeder Angriff auf das Pentagon automatisch das gesamte thermonukleare Arsenal der USA in höchste Alarmbereitschaft versetzt und deshalb akut ein Atomkrieg drohte. Sie sagte, deshalb sei es äußerst wichtig, daß Präsident Putin damals als erster Staatschef der Welt Präsident Bush anrief, um Unterstützung anzubieten, und sogar anbot, das russische Atomwaffenarsenal in Ruhezustand zu versetzen, um die Bedrohungslage für die USA zu verringern. Dieses Freundschaftsangebot in Krisenzeiten sei später jedoch von den USA mißbraucht worden.

Zepp-LaRouche sagte, wenn die Vereinigten Staaten jemals ihren Status als echte Republik zurückgewinnen wollen – was anläßlich ihres 250. Geburtstags nur allzu angebracht wäre -, dann müßten sie diese Fehler neu bewerten. Dazu müsse man die Anschläge des 11. September und die darauf folgende Kette von Ereignissen, wie den sogenannten „Krieg gegen den Terror“ und die Aushöhlung der Verfassungsrechte durch den Patriot Act, umfassend untersuchen.

Bei dem laufenden Gipfel der BRICS-Staaten in Neu-Delhi seien Präsident Trumps Krieg gegen den Iran und die dadurch verursachten steigenden Ölpreise sicherlich ein Hauptthema. Die Preise würden noch weiter steigen, weil jetzt eine zweite wichtige Seeverbindung, die Meerenge von Bab el-Mandeb, von den mit dem Iran verbündeten Ansar Allah (Huthis) im Jemen eingenommen wurde. In ihrem Krieg gegen die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen hätten sie die Kontrolle über die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer übernommen.

Die israelische Zeitung Haaretz habe aufgedeckt, daß Premierminister Netanjahu von den Angriffen vom 7. Oktober 2023 wahrscheinlich schon zehn Tage im Voraus wußte. Und die Hamas-Angriffe dauerten sechs Stunden, bevor es eine Reaktion des israelischen Militärs gab. Damit bröckele Netanjahus offizielle Darstellung.

Zepp-LaRouche verwies auch auf den Erdrutschsieg der Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, der als massive Zurückweisung von Bundeskanzler Friedrich Merz und dessen Kriegskurs gegen Rußland gewertet werde.

War Cheney Teil des 9/11-Putsches?

Der pensionierte CIA-Analyst Ray McGovern, Mitbegründer der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS), ergriff als nächster das Wort und betonte, wenn man die heutige Welt verstehen wolle, dann müsse man die EIR-Nachrichten lesen. Er begann mit einem Rückblick auf seine persönlichen Erfahrungen bei der Befragung des ehemaligen Verkehrsministers Norm Mineta fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September, nachdem er Minetas Aussage vor der 9/11-Kommission, einer „politischen Kommission“, geprüft hatte.

Mineta sagte dort aus, als er gegen 9:25 Uhr in der Notfallzentrale des Präsidenten (PEOC) eintraf, sei Vizepräsident Dick Cheney schon dort gewesen – entgegen Cheneys offiziell behaupteter späterer Ankunft um 9:58 Uhr, nach dem Angriff auf das Pentagon. Mehrmals habe ein junger Mann den Raum betreten und Cheney über ein sich näherndes Flugzeug informiert – vermutlich American-Airlines-Flug 77, der sich Washington näherte und von Entführern gesteuert wurde -: erst 50 Meilen entfernt, dann 30, dann 10.

Schließlich habe der junge Mann Cheney gefragt: „Gelten die Befehle noch?“, woraufhin Cheney seinen Kopf herumriß und brüllte: „Natürlich gelten die noch, haben Sie was anderes gehört?“ Mineta sagte noch Jahre später bei einer Veranstaltung in Seattle, seine entsprechende Aussage sei im Bericht der 9/11-Kommission ausgelassen worden.

2006 hatte McGovern die Gelegenheit, in einer Veranstaltung zum Verfassungstag an der Washingtoner Georgetown-Universität, wo beide als Ehrenleser der Verfassung auftraten, bei Mineta nachzuhaken. McGovern fragte: „Wer war der junge Mann? Trug er eine Uniform?“ Nun konnte sich Mineta angeblich nicht mehr an den jungen Mann erinnern.

Als McGovern fragte, was man aus der Frage des jungen Mannes an Cheney „ob die Befehle noch gelten“ schließen soll, verhielt Mineta sich sehr seltsam. McGovern bezog sich dann auf Minetas eigene Aussage vor der 9/11-Kommission, wörtlich: „Minuten später wurde das Pentagon getroffen.“ Er habe dann Mineta gefragt, ob der zeitliche Ablauf nicht die Schlußfolgerung nahelege, Cheney habe eine Art Stillhalte-Befehl erteilt. „Und was passierte? Er schloß kurz die Augen. Es war, als wäre auf die Innenseite seiner Augenlider eine Warnung eingebrannt: Sprich nur von dem Flugzeug in Pennsylvania!“ Bloß nicht von dem im Pentagon!

„Es war bizarr“, sagte McGovern. „Es war, als hätte ein Roboter die Kontrolle übernommen.“ Mineta habe sich strikt geweigert, mehr zu sagen. McGovern sagte weiter: „Wie ich schon sagte, hat die 9/11-Kommission Minetas offizielle Aussage schlichtweg ignoriert – kaum überraschend, schließlich ließen sie noch andere unbequeme Fakten völlig außer Acht – wie zum Beispiel den Einsturz von Gebäude 7 des World Trade Centers, für den kein Flugzeug verantwortlich gemacht werden konnte. Aber die äußerst aufschlußreiche Befragung Minetas durch Lee Hamilton kann jeder auf YouTube ansehen.“

Die 9/11-Kommission sei ein Witz gewesen. In dem getroffenen Teil des Pentagons seien wichtige Finanzunterlagen aufbewahrt wurden, die alle zerstört wurden. McGovern lobte die Arbeit und Standhaftigkeit der sog. „Jersey Girls“, Witwen der bei den Anschlägen getöteten Männer, die eine ehrliche Untersuchungskommission fordern.

Der ehemalige Vier-Sterne-General Wesley Clark habe zu Recht gewarnt, daß die Vereinigten Staaten einen Vorwand suchten, um sieben Länder in Südwestasien anzugreifen, angefangen mit dem Irak, der eine Bedrohung für Israel sein könnte. Nach dem 11. September habe sich alles verändert, und es war leicht, falsche Darstellungen zu erfinden.

McGovern warnte später auch, er mache sich Sorgen, was Präsident Trump tun könnte, um die Zwischenwahlen zu beeinflussen. Trump könne Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE als seine „Braunhemden“ einsetzen oder verbündete Gouverneure auffordern, die Nationalgarde einzusetzen. Er schloß: „Wir müssen so handeln, wie es unsere Vorfahren vor 250 Jahren taten: uns zusammenreißen, die Wahrheit ergründen und uns dabei nicht entmutigen lassen. Hört euch Beethovens 9. Symphonie an.“

Die wahre Gefahr bei Ashcrofts Nominierung

Dann wurde ein weiterer Videoclip vom Januar 2001 gezeigt, in dem Lyndon LaRouche eine Frage der Gruppe schwarzer Kongreßabgeordneter beantwortete, wie man verhindern könne, daß John Ashcroft US-Justizminister wird. LaRouche erklärte, Ashcroft sei ein Rassist, aber es gehe auch um mehr. Ashcroft solle dafür sorgen, daß in den USA anstelle der Verfassung eine Struktur des Krisenmanagements herrscht: eine Geheimregierung mit einer Geheimpolizei und endlosen Kriegen. Die Amerikaner dürften nicht so dumm sein wie die Deutschen, die Hitler zwar als Gefahr sahen, aber meinten, sie könnten ihn ja beim nächsten Mal wieder abwählen – aber dann gab es keine freien Wahlen mehr. Zepp-LaRouche erwähnte, daß der Palantir-Gründer Peter Thiel gesagt hat, der 11. September sei ein entscheidender Moment zum Aufbau eines Polizeistaats gewesen, was er gut fand!

Der Whistleblower und ehemalige technische Direktor der NSA, Bill Binney, sprach über das von ihm entwickelte elektronische Überwachungsprogramm „Thin Thread“, das von den Geheimdienstchefs gerade deshalb abgelehnt worden sei, weil es die nationale Sicherheit verbessern könnte, ohne gegen die Verfassung zu verstoßen. NSA-Direktor General Michael Hayden und CIA-Direktor George Tenet hätten eine lückenlose Überwachung der amerikanischen Bevölkerung gewollt und schließlich Milliarden für ein anderes System ausgegeben, das 250.000 Mal die Verfassung verletzte, indem es ohne richterliche Anordnung auf Daten zugriff oder Beweise fälschte, um Spionageoperationen zu rechtfertigen.

Binney hat vor dem verfassungswidrigen Abschnitt 1021 des Verteidigungsbudgets von 2012 gewarnt, der unbefristete Inhaftierungen und andere Übergriffe erlaubt. Zudem warnte er vor dem NSA-Programm „Treasure Map“, das das gesamte Internet erfassen soll – „jedes Gerät, überall, jederzeit“. Als Binney Beamte wegen der verfassungswidrigen Machenschaften seiner Behörde zur Rede stellte, antworteten sie meistens: „Wir haben Sonderbefugnisse bekommen“ – aber wie Binney richtig sagt, kann es keine Sonderbefugnisse geben, die gegen die Verfassung verstoßen. Diese korrupten Beamten fürchteten Binneys Programm „Thin Thread“, weil sie wußten, daß man damit kriminelle Aktivitäten der Regierung aufdecken könnte.

Binney kündigte auch an, daß er am 13. September in einer Veranstaltung des New Yorker Kongreßkandidaten Jose Vega sprechen würde, weil man alle diese Probleme lösen könne und weil er junge Menschen mit seinen Lösungsansätzen ansprechen möchte. McGovern ermutigte alle, sich den Film A Good American über Bill Binney anzusehen.

Jason Ross, wissenschaftlicher Berater der LaRouche-Organisation, befaßte sich mit der künstlichen Intelligenz (KI), deren Mißbrauch sogar zum Aussterben der Menschheit führen könnte. Das eigentliche Problem sei immer die Absicht, die jemand mit dieser Technologie verfolgt. Junge Menschen müßten aktiv daran mitarbeiten, wie sich die Welt ihrer Vorstellung nach entwickeln solle. McGovern antwortete, die richtige Antwort gebe das Konzert später am Abend mit der Idee Beethovens und Schillers: „Alle Menschen werden Brüder.“

Jack Gilroy von Pax Christi sprach über die wachsende Unterstützung für den Brief, in dem Papst Leo XIV. aufgefordert wird, sich für den Frieden einzusetzen, wie es Papst Johannes XXIII. während der Kubakrise 1962 getan hatte. Ein zweiter Brief von Peter Kuznick, Professor für Geschichte an der American University, findet ebenfalls immer mehr Anhänger. Gilroy plant den Aufbau einer riesigen Datenbank zur Vernetzung von Friedensaktivisten.

Terry Strada, Vorsitzende einer sehr aktiven Organisation von Angehörigen der Opfer des 11. September – „9/11 Families & Victims United for Justice Against Terrorism“ -, die an dem Morgen in der Gedenkveranstaltung zum 11. September in Manhattan gesprochen hatte, sandte eine Unterstützungsbotschaft an die IPC-Sitzung.

Zepp-LaRouche schloß die Veranstaltung mit dem Aufruf zu einer Bewegung der „Weltbürger“: Wir alle müßten schöne Seelen und Genies werden – wie es bei Schiller heißt: „Zu was Besserem sind wir geboren.“ eir


Widerstand gegen die „Kontrolle des Narrativs“

Bericht über das 169. wöchentliche Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 169. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. August begann mit einer Einführung der IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie räumte ein, daß die Gefahr eines Weltkriegs nach 169 Wochen nicht geringer ist, sondern wächst, betonte jedoch auch, daß es Lösungen gibt und wir den politischen Kampf um deren Umsetzung gewinnen müssen.

Der Konflikt in der Ukraine werde durch Großbritannien und Frankreich eskaliert, indem sie mehr Hightech-Waffen liefern, womit das Risiko zunehme, daß Rußland beide und insbesondere Großbritannien als direkte Konfliktparteien betrachtet, wie die Sprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa diese Woche bereits warnte.

Im Iran-Krieg seien die Vereinigten Staaten aufgrund der Erschöpfung ihres Waffenarsenals in eine Sackgasse geraten. Die Bedeutung der neuen „Mekka-Allianz“ – des trilateralen Verteidigungspakts, der am 7. August in Mekka vom saudischen Kronprinzen bin Salman, dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem pakistanischen Premierminister Scharif geschlossen wurde – lasse sich noch nicht endgültig beurteilen, aber sie könnte möglicherweise einen Weg für erfolgreiche Verhandlungen und eine neue regionale Sicherheitsarchitektur ebnen, wenn es mit einer Perspektive wirtschaftlicher Entwicklung wie dem „Oasenplan“ verbunden werde.

Die westlichen Volkswirtschaften seien in einer verzweifelten Lage, und die Aufrüstungspolitik in Europa sei „einfach nur verrückt“, zumal der Schwerpunkt auf der Massenproduktion von Waffen liege, die technologisch veraltet sind. Und obwohl die Vereinigten Staaten einen gigantischen Militärhaushalt haben, zahlten sie mittlerweile mehr Zinsen für ihre Staatsschulden als dafür.

Co-Moderator Dennis Small, der Iberoamerika-Direktor von Executive Intelligence Review, stellte zunächst fest, die Realität habe sämtliche Versprechen und Vorhersagen von Präsident Trump widerlegt, und er zitierte Lyndon LaRouches Warnung, wie verrückt es sei, eine gescheiterte Wirtschaftspolitik immer weiter fortzusetzen.

Der heutige US-Finanzminister Scott Bessent habe schon 1992 eine Schlüsselrolle bei George Soros’ Manöver gegen das britische Pfund gespielt. Small erläuterte Bessents jüngsten Schachzug, den Billionen Dollar großen „Notfallfonds“ des Finanzministeriums zum Rückkauf von US-Staatsanleihen zu nutzen, und die Reaktion der Finanzwelt, die sich davon nicht beeindrucken läßt. Wir hätten den Punkt erreicht, wo sowohl die Staatsverschuldung als auch die Zinssätze steigen. Indem Bessent langfristige Schulden mit kurzfristigen Krediten zurückkauft, rase man nur noch schneller auf den Abgrund zu. Small erwähnte auch Bessents extreme Forderung, daß alle Länder der Welt den Handel mit dem Iran einstellen, was höchstwahrscheinlich alle wichtigen Handelspartner des Iran zurückweisen würden. Diese Taktik werde den Aufbau einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Vorherrschaft der USA ablöst, nur noch beschleunigen.

Peter Kuznick, Professor für Geschichte und Direktor des Nuclear Studies Institute an der American University in Washington, stellte ein Video zur Verfügung, worin er die Ziele seines Offenen Briefes erläutert, in dem er Papst Leo XIV. ersucht, einen Notfallgipfel einzuberufen, um einen Atomkrieg zu verhindern. Kuznick befürchtet, daß Trumps „pathologischer Narzißmus“ ihn anfällig für Druck aus seinem Umfeld macht, das Tabu des Atomwaffeneinsatzes zu brechen.

Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß die Aufrüstung durch Kürzungen bei den Sozialleistungen finanziert wird, was das verbreitete Elend noch verstärke; dies werde dann Regierungen dazu veranlassen, noch mehr auf Krieg zu setzen, um davon abzulenken – genau wie in Deutschland unter den Nazis.

Co-Moderator Dennis Speed wies darauf hin, daß die Zinszahlungen der US-Regierung heute höher sind als der gesamte US-Staatshaushalt im Jahr 1987. Anschließend stellte er Larry Johnson vor, einen ehemaligen CIA-Beamten und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS). Johnson sagte, die Korruption in den USA und bei Trump persönlich „läßt die Korruption in der Ukraine im Vergleich dazu harmlos aussehen“. Bessents groß angekündigte sogenannte „D-Day-Sanktionen“ gegen den Iran seien ein „völliger Witz“, weil der Iran ohnehin gerade dabei sei, sich aus dem US-dominierten Finanzsystem zurückzuziehen. Johnson spottete über Trumps Behauptung, die Straße von Hormus sei „offen“, und ging sprach über die kommende Krise, wenn der Welt der Dieselkraftstoff, „das wirtschaftliche Herz der Volkswirtschaften“, ausgeht.

Diskussion

Zepp-LaRouche betonte erneut, die Lage sei ernst, aber das Problem sei lösbar, und dazu könnten wir auf historische Traditionen wie den Konfuzianismus in China und den Westfälischen Frieden in Europa zurückgreifen. Diese Traditionen habe sie bei der Formulierung ihrer „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ berücksichtigt.

Small sagte, es gebe nur einen einzigen Grund, warum es ein Problem mit Renten und anderen Sozialleistungen gibt, nämlich daß die Wall Street sich anmaßt, daß ihre Wünsche Vorrang vor dem Wohlergehen und sogar dem Überleben der amerikanischen Bevölkerung haben. Small erwähnte die persönliche Korruption Trumps, dessen Familie im vergangenen Jahr 2 Milliarden Dollar durch Spekulation mit Kryptowährung verdiente, warnte jedoch vor der simplen Annahme, dies sei die Wurzel des Problems. Solche Korruption sei nur ein Symptom der aufgeblähten und im Niedergang begriffenen Finanzstruktur. Small forderte, wie LaRouche früher, eine Rückkehr zu einem Währungssystem mit festen Wechselkursen – Vorhersehbarkeit sei gut für den Handel mit Gütern und schlecht für die Spekulation.

Dennis Speed zitierte Hannah Arendt zu den Folgen einer Medienlandschaft voller Lügen: Die Bevölkerung werde handlungsunfähig, weil sie gar nichts mehr glaubt. Zepp-LaRouche ergänzte, schon die Verwendung des Begriffs „Narrativ“ sei ein Hinweis darauf, daß die Wahrheit in der Berichterstattung kein Faktor mehr ist. Stattdessen gebe „konkurrierende Märchen“, die verschiedene Fraktionen erfinden, um ihre jeweiligen Ziele voranzutreiben.

Während des gesamten Treffens bezogen sich verschiedene Redner darauf, daß es weithin Spekulationen über die jüngsten Besuche von CIA-Chef John Ratcliffe und Erzbischof Paul Gallagher in Rußland gibt. Dennis Speed fragte Johnson nach seiner Meinung dazu, und Johnson antwortete, der Großteil der hitzigen Debatten darüber sei „ein Haufen Unsinn“. Er vertrat die Ansicht, daß das Überleben der Ukraine als Nation nun sehr fraglich sei und sie möglicherweise nicht einmal mehr bis zum Jahresende bestehen bleibt.

Eine deutsche Teilnehmerin beklagte den Verlust der intellektuellen Tradition Deutschlands als „Land der Dichter und Denker“. Zepp-LaRouche antwortete optimistisch, Deutschland habe sich mehr als einmal von schrecklichen finsteren Zeiten erholt, und das könne wieder passieren. „Die Europäer ließen sich von ihren eigenen kulturellen Traditionen entwurzeln“, anders als asiatische Nationen, die sich durch die positiven Elemente ihrer 5000-jährigen Geschichte stärken. Small kommentierte dazu mit Sarkasmus die kulturelle Entwicklung Trumps und der heutigen USA.

Zepp-LaRouche kam in ihren abschließenden Bemerkungen auf dieses Thema zurück und betonte, jeder Mensch müsse seine Emotionen mobilisieren, um den depressiven Auswirkungen der „Kontrolle des Narrativs“ und des kulturellen Verfalls zu widerstehen. Der Schlüssel zum Erfolg in diesem Kampf sei die Liebe zur Menschheit.


Wer treibt uns in den Atomkrieg?

Bericht vom 168. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) hielt am 21. August ihre 168. wöchentliche Online-Sitzung ab – laut Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, möglicherweise die bisher wichtigste Sitzung überhaupt. Zwei regionale Kriege drohten außer Kontrolle zu geraten, und inzwischen werde sogar wie beiläufig über den Einsatz taktischer Atomwaffen diskutiert. So betonte kürzlich die US-Kongreßabgeordnete Marjorie Taylor Greene, wenn sie sage, daß es im Pentagon bzw. in der Regierung von Donald Trump eine offene Diskussion über den Einsatz taktischer Atomwaffen gebe, sei das keine Spekulation, sie wisse es aus direkter Quelle. Der „Staatssekretär für Kriegspolitik“ Elbridge Colby habe öffentlich bestätigt, daß das Pentagon die Richtlinien zum Atomwaffeneinsatz überprüft, um dem Präsidenten in einem regionalen Konflikt mit Rußland oder China, „rationale nukleare Optionen“ an die Hand zu geben. Colby beharre sogar darauf, daß das im Gegensatz zu den aktualisierten Nuklearstrategien (Nuclear Posture Reviews) weder vom Kongreß genehmigt noch überhaupt veröffentlicht werden müsse.

Eigentlich müßte Präsident Trump zugeben, daß er den Krieg im Iran verloren hat, sagte Zepp-LaRouche, stattdessen schwanke er zwischen Aussagen, er führe Gespräche mit den Iranern, und der Behauptung, es gebe keine Gespräche, und zuletzt habe er mit vernichtenden Sanktionen gegen den Iran und jedes Land, das mit ihm zusammenarbeitet, gedroht. Der Iran habe jedoch 47 Jahre Sanktionen überstanden, und es seien im Gegenteil die Vereinigten Staaten, die bankrott sind, da ihr Haushaltsdefizit die 40-Billionen-Dollar-Marke überschritten hat. Medienberichten zufolge drohten iranische Regierungsvertreter mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Europa, falls die USA den Krieg eskalieren. Israel setze den Völkermord im Gazastreifen fort und begehe im Westjordanland ähnliche Gräueltaten. Präsident Trump sei jedoch nicht fähig oder willens, Israels Ministerpräsident Netanjahu in Schach zu halten. Gleichzeitig eskalierten auch die Kämpfe in der Ukraine.

Alle diese Kriege seien eine Folge der Wirtschaftskrise des „Westens“ und seines Bestrebens, das 500 Jahre alte koloniale System der Ausbeutung aufrechtzuerhalten. Es sei besonders dringlich, den neuen Appell an Papst Leo XIV. zu verbreiten, worin er gebeten wird, ein Gipfeltreffen der Regierungen über Frieden und nukleare Abrüstung einzuberufen.

Mindestens zwei ehemalige Staatschefs haben diesen Brief bereits unterzeichnet.

Ray McGovern, pensionierter CIA-Analyst und Gründungsmitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS), sagte, er habe den heutigen Morgen so begonnen wie jeden Morgen – mit dem Lesen der EIR-Nachrichten. Er empfahl den Lesern nachdrücklich einen neuen Überblicksbeitrag darin . McGovern fragte, wie Elbridge Colby überhaupt davon sprechen könne, offizielle Nukleardoktrinen zu ändern, ohne zuvor Rücksprache mit den Russen zu halten. McGovern sagte, er beobachte die Russen und zuvor die Sowjets seit über sechs Jahrzehnten, und Russland sei ein „offenes Buch“, was seine Nuklearpolitik betrifft. Colby sei noch „grün hinter den Ohren“, habe keine Erfahrung und wisse nicht, was Krieg bedeutet. McGovern hatte früher Colbys Vater, als der CIA-Chef war, über die Russen informiert. Elbridge Colby wolle nach eigener Aussage „nukleare Überlegenheit“, aber das sei unmöglich, niemand werde in einem Atomkrieg überlegen sein – daher komme der Ausdruck „Gegenseitig Garantierte Vernichtung“.

Präsident Trump sei weder körperlich noch psychisch in guter Verfassung und könnte die Welt absichtlich, versehentlich oder als Reaktion auf eine israelische Provokation unter falscher Flagge in einen Atomkrieg stürzen. Durch eine solche israelische Provokation habe Trump schon den Iran-Krieg begonnen. Der Iran habe die Straße von Hormus unter seiner Kontrolle, was dem Besitz einer Atomwaffe gleichkomme. Würde Trump mit einer Atomwaffe reagieren? Oberst Lawrence Wilkerson habe kürzlich im Podcast „Judging Freedom“ erklärt, die Führung des US-Militärs würde nicht zulassen, dass Trump Atomwaffen einsetzt. Er bete dafür, daß Wilkerson Recht behält, aber dafür gebe es keine Garantie.

McGovern erwähnte mehreren Fälle, in denen es beinahe zum Atomkrieg kam – so als 1983 das Radar der Sowjetunion einen Raketenangriff anzeigte, aber der verantwortliche Offizier, Oberstleutnant Petrow, eigenmächtig handelte und keinen Gegenangriff auslöste, weil er wußte, daß ein technisches Problem mit dem Radarsystem vorlag und der Alarm falsch war. Eine weitere Krise wurde im November 1983 abgewendet, als der CIA-Beamte Mel Goodman – mit dem McGovern zur sowjetischen Außenpolitik „stolz zusammenarbeitete“ – alle Vorgesetzten umging und CIA-Direktor Bill Casey persönlich warnte, das Weiße Haus müsse die laufenden westlichen Militärmanöver einstellen, weil man sie in Moskau als Beginn eines Angriffs auf die Sowjetunion interpretiere. Ein dritter Zwischenfall ereignete sich, als US-Präsident Nixon betrunken war und sein Berater Henry Kissinger die Militärführung warnte, falls Nixon den Befehl zum Atomangriff erteile, müßten sie erst ihn fragen. McGovern betonte, heute sei die Gefahr so groß wie seit der Kubakrise 1962 nicht mehr, und er äußerte erneut größte Besorgnis über Trumps psychischen Zustand.

Jack Gilroy, ein führender Vertreter von Pax Christi, sprach über die zunehmende Verbreitung des Schreibens, in dem Papst Leo XIV. aufgefordert wird, die Staats- und Regierungschefs der Welt zusammenzubringen, um die Notwendigkeit von Frieden und nuklearer Abrüstung anzugehen. Der Papst gelte als moralische Autorität und werde von Menschen aller Glaubensrichtungen respektiert. Früher habe er öfter seinen gewählten Kongreßabgeordneten getroffen, doch in letzter Zeit habe der das immer wieder mit Ausreden vermieden. Das letzte Mal wurde ein Treffen abgesagt, weil der Abgeordnete auf einer Israelreise war.

Garland Nixon, Medienpersönlichkeit und politischer Analyst, sagte, die europäische Oligarchie sei der fanatischste Kriegstreiber, weil sie angesichts des Endes von 500 Jahren Kolonialismus und Plünderung in Hysterie verfalle. Die Briten hätten schon versucht, alle Meeresengen zu beherrschen, aber heute hätte die Huthi mehr Kontrolle als die britische Marine. Diese Oligarchen reagierten auf den Zusammenbruch ihrer kolonialen Hierarchie wütend, rasend und irrational. Fast jeder, der in seiner Sendung anruft, wolle wissen, wie er helfen kann.

Der Co-Moderator Dennis Small sagte, die 500 Jahre kolonialer Ausbeutung und die Kampagne für einen Atomkrieg seien ein und dasselbe Problem. Elbridge Colby sei mit der Brasilianerin Susana Cordeiro Guerra verheiratet, die bei der Weltbank als Vizepräsidentin für Lateinamerika und die Karibik tätig ist. In Brasilien sei Guerra eine Protegé von Paulo Guedes, dem Finanzminister unter Präsident Jair Bolsonaro und Schüler des berüchtigten radikalen Monetaristen Milton Friedman.

Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana, kommentierte, mehrere westliche Länder versuchten verzweifelt, „die Uhr zurückzudrehen“, um die 500 Jahre Kolonialismus fortzusetzen.

Jose Vega sprach über seine unabhängige Kongreßkandidatur im New Yorker Stadtteil Bronx und über die Website TheTorresFile.com, die die Korruption des dort amtierenden Kongreßabgeordneten Ritchie Torres dokumentiert.

Die Co-Moderatorin Anastasia Battle berichtete von einer geplanten Kreuzzug-artigen gewaltsamen Konfrontation in Dearborn in Michigan zwischen christlichen Nationalisten und der großen arabischen Gemeinde dort. Zum Glück träten Aktivisten und Glaubensführer vieler Konfessionen auf den Plan, um die Gemeinschaft und das friedliche Zusammenleben zu verteidigen.

Zepp-LaRouche betonte zum Abschluß der Veranstaltung: „Wir sitzen alle im selben Boot“ – wir sind „eine Menschheit“. Die Aktiven müßten jetzt den „Erweiterten Oasenplan“ für Wirtschaftsentwicklung in Westasien vorantreiben, um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung über die Gefahren und Lösungen aufklären. Der Westen müsse sich der Globalen Mehrheit anschließen. Die Welt wolle keine Kriege und keinen Völkermord, sondern Frieden und Stabilität. Wichtige Militärs warnten, wir seien dabei, ähnlich wie 1914 schlafwandelnd in einen großen Krieg zu schlittern. Der Appell an den Papst müsse an alle Institutionen und an alle denkenden Menschen weitergeleitet werden.


Die US-Kriegsmaschinerie ist überfordert, aber das Empire wird nicht kampflos untergehen

Bericht von der 167. Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition

 

Die 167. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 14. August begann mit einem Überblick der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche, über die Weltlage. Sie warnte, die Vorstellung, daß das anglo-amerikanische Empire so friedlich von der Bildfläche verschwinden könnte wie vorher die Sowjetunion, sei leider unrealistisch. Der Iran-Krieg „ist für die Vereinigten Staaten verloren“, sie hätten ihr Ziel eines Regimewechsels nicht erreicht und ihre Waffenvorräte aufgebraucht. Präsident Trump finde offenbar keinen gesichtswahrenden Ausweg. Die neue „Mekka-Allianz“ aus Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei habe große Bedeutung, weil diese Länder alle bisher enge Partner der Vereinigten Staaten waren. Die Situation sei sehr komplex und „birgt immer noch das Potential, sich zu einem globalen Atomkrieg auszuweiten“.

Um den Ukraine-Krieg herrsche nach wie vor „eine Situation äußerster Spannung“, während die Grausamkeiten von Tag zu Tag schlimmer werden. Die USA hätten in Panama offen ihre Vorherrschaft über die gesamte westliche Hemisphäre verkündet, das sei ein klarer Verstoß gegen den Geist der Monroe-Doktrin. Zepp-LaRouche äußerte die Hoffnung, daß Chinas Globalen Governance-Initiative im nächsten Monat auf die Tagesordnung der UN-Generalversammlung kommt.

Richard Anderson Falk ist emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton-Universität, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und war von 2008-14 UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten. Er hob zunächst einen von Zepp-LaRouche angesprochenen Punkt hervor: den Kontrast zwischen dem friedlichen Niedergang der Sowjetunion und dem kriegerischen Um-Sich-Schlagen der Anglo-Amerikaner. Der Völkermord in Gaza sei für die US-Rüstungsindustrie hochprofitabel gewesen, und die private Wirtschaft mache mit Übertreibungen zu Sicherheitsbedrohungen und Sicherheitsinteressen Druck auf die US-Regierung. Wir seien im „Zeitalter des Finanzkapitals“, in dem Profit Vorrang vor Produktion und nationalen Interessen hat, und dies befeure die kriegerische US-Außenpolitik. „Die westlichen Vorstöße, Kolonialkriege zu führen…, haben keinen politischen Sieg gebracht. Die militärisch schwächere Seite hat sich durchgesetzt.“ Diese „Überflüssigkeit militärischer Macht“ sei ermutigend, werde aber von den Konzernen in Frage gestellt, die immer verdienen, ob Kriege nun gewonnen oder verloren werden.

Die Iraner hätten gelernt, daß man dem Westen nicht vertrauen kann, nachdem die Vereinigten Staaten zweimal mitten in diplomatischen Verhandlungen Kriege begonnen haben. Daß die USA nicht fähig sind, mit diesem Wahnsinn aufzuhören, lasse sich nur teilweise durch den Stil und die Persönlichkeit Donald Trumps erklären; man müsse auch die tiefer liegenden, strukturellen Probleme betrachten. Wenn die „Mekka-Allianz“ voranschreiten und weitere Länder einbeziehen sollte, dann würden wir bald nicht mehr vom „Nahen Osten“ sprechen – dem europäisch geprägten Begriff -, sondern von „Westasien“, wie der Globale Süden und die asiatischen Länder die Region bezeichnen.

Zepp-LaRouche ergänzte, das Konzept von „Kapitalismus oder Imperialismus“ habe eine neue Stufe erreicht. Das Konzept des „souveränen Staates“ sei praktisch hinfällig, die Milliardärsklasse habe nun das Sagen, und wir hätten es mit einem „Neo-Feudalismus“ zu tun. Länder, die versuchten, in gutem Glauben mit den USA zu verhandeln, kämen nun zu dem Schluß, daß man ihnen nicht trauen kann.

Der Co-Moderator Dennis Speed bat Falk um eine Einschätzung der „Privatisierung des Krieges“ und der Behauptung eines britischen Wissenschaftlers, wir seien „zurück in der Palmerston-Ära“, nachdem britischen Premierminister und Außenminister Lord Palmerston aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Falk antwortete, die Lage heute sei aufgrund technologischer Veränderungen eine andere. Mit der Gründung der UNO habe es das Bestreben gegeben, sich von der Hobbesschen Anarchie nach dem Motto „Macht schafft Recht“ zu lösen und hin zu einer westfälischen Weltordnung zu gelangen; aber weil die Bemühung unzureichend war, konnte „die dominierenden Akteure die Waage zu ihren Gunsten beeinflussen“. So habe der UN-Sicherheitsrat heute die Verbrechen der Neokonservativen gegen Gaza und den Iran ermöglicht.

Zepp-LaRouche sagte, die Bemühungen um eine Überwindung dieser Situation würden durch die Mainstream-Medien behindert, die „eine Darstellung präsentieren, die der Realität völlig widerspricht“.

Ulf Sandmark, Präsident des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete über die wöchentlichen Friedensdemonstrationen dort. Damit „wird versucht, den Bann zu brechen“, wo das Eintreten für diplomatische Lösungen statt Krieg als Tabu gelte. In Schweden würden Kriegsgegner in der Politik von den Parteien an den Rand gedrängt und aus der Medienberichterstattung ausgeschlossen. Das Schiller-Institut beziehe diese Politiker in seine Demonstrationen ein und verschaffe ihnen Gehör.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der „Geheimdienstveteranen für Vernunft“, (VIPS), stellte fest, Rußland sei in der Ukraine von einer „militärischen Sonderoperation“ zu einem ausgewachsenen Krieg übergegangen. Ein Ausdruck davon sei die erzwungene vollständige Einstellung des Schiffsverkehrs im Schwarzen Meer, die für die Ukraine verheerende Folgen habe. Er führte zahlreiche weitere Entwicklungen in der Kriegsführung Rußlands auf und verglich diese mit dem Krieg im Iran. Beide Kriege offenbarten den „wahnwitzigen Charakter“ der US-Politik. Trump habe verkündet, die Straße von Hormus sei offen und „unter unserer Kontrolle“. Wenn das der Fall ist, warum verhängen die USA dann eine Blockade? Die schmerzhaften wirtschaftlichen Folgen des Krieges seien aber völlig abgekoppelt von der Fantasiewelt der Wall Street, die so oder so Gewinn mache.

Das US-Militär stecke an zwei Fronten in Schwierigkeiten. Erstens habe es keinen Zugang zu den Seltenen Erden und anderen Rohstoffen, die zur Auffüllung der erschöpften Rüstungsvorräte benötigt werden. China habe eine fast monopolistische Kontrolle über diese Seltenen Erden. Zweitens „ist das Militär auf breiter Front in einer psychischen Krise“. So gebe es eine Welle von Selbstmorden und anderen Todesfällen im Zusammenhang mit sinkender Moral und psychischem Streß unter den Militärangehörigen. In den Berichten über Todesfälle an Bord des Flugzeugträgers Abraham Lincoln würde die Zahl der Opfer deutlich unterschätzt. Es werde eine politische Reaktion der wütenden Eltern der betroffenen Soldaten und Matrosen geben.

Johnson sagte, das US-Militär sei „nicht das größte oder mächtigste Militär der Welt“, aber das teuerste. Er verwies auf die astronomischen Kosten von Flugzeugen und Drohnen, von denen viele im Iran-Krieg zerstört worden seien. Er kritisierte die „profitorientierten Zusammenarbeit“ zwischen dem Militär und der Rüstungsindustrie. Es stelle sich die Frage, ob „Faschismus“ dafür ein zu starker Begriff sei. Das sei ein „Monster des Kapitalismus der Vetternwirtschaft“. Rußland und China, deren Militärhaushalte im Vergleich dazu winzig seien, hätten größere technische Erfolge erzielt.

Zepp-LaRouche kam auf das zurück, was Papst Leo XIV. als „neuen Turm zu Babel“ bezeichnet. Peter Thiel, Gründer des Silicon-Valley-Konzerns Palantir Technologies, sage ganz offen, daß Mitglieder der Milliardärsklasse sich nicht scheuen sollten, mit ihrem Reichtum und ihrer Macht zu prahlen. Im Vergleich dazu falle die schlechte Versorgung des US-Militärpersonals um so mehr ins Auge.

Co-Moderator Dennis Small erinnerte daran, daß man anstatt vom „Militärisch-Industriellen Komplex“ besser vom „Militärisch-Industriell-Finanziellen Komplex“ reden sollte, da – wie EIR aufgezeigt habe – die größten US-Rüstungskonzerne im Besitz der größten Finanzspekulanten sind. Das sei die Achillesferse der Kriegsmaschinerie.

Mehrere Redner verwiesen auf die jüngsten hektischen Aktivitäten des sogenannten „stellvertretenden Kriegsministers“ Elbridge Colby, der derzeit auf Rundreise ist und öffentliche Erklärungen zur Vorherrschaft der USA in Asien und der westlichen Hemisphäre abgibt sowie für den Einsatz von Atomwaffen wirbt.

Daisuke Kotegawa, ehemaliger Beamter im japanischen Finanzministerium, ehemaliger japanischer Exekutivdirektor beim IWF und Forschungsdirektor am Canon-Institut in Tokio, reichte ein Video zum Thema Einwanderung ein. Er sagte darin, dies sei erst nach den US-Invasionen in Afghanistan und im Irak sowie der Sabotage von Entwicklungsplänen für Afrika zu einem Problem für Europa geworden. Zudem wies er darauf hin, daß die Bevölkerung der Ukraine durch den Krieg von 40 auf 30 Millionen geschrumpft sei.

In der Diskussion antwortete Zepp-LaRouche auf eine Frage eines afrikanischen Teilnehmers, der Kolonialismus existiere immer noch, auch wenn die Europäer das in der Regel leugnen. Der IWF sei ein Paradebeispiel für die neuen Strukturen des Kolonialismus.

Ein anderer Teilnehmer stellte eine Frage zum Oasenplan, über den regelmäßig bei IPC-Treffen diskutiert wird. Zepp-LaRouche antwortete, hierfür brauche man nur das Engagement einiger südwestasiatischer Staaten, und fragte, ob die neue Mekka-Allianz eine Perspektive dafür darstellen könnte. Ein „Advocatus Diaboli“ fragte, ob es an der Zeit sei, das letzte ihrer „Zehn Prinzipien“ – die Behauptung, daß der Menschen grundsätzlich gut ist – neu zu bewerten, worauf sie nachdrücklich „Nein“ antwortete. Man dürfe die heutige, verkommene Kultur nicht als „das letzte Wort über die menschliche Natur“ ansehen. Man müsse eine lange Geschichte berücksichtigen, und die Nettoverbesserungen der menschlichen Lebensbedingungen lehrten uns, daß der Mensch im wesentlichen gut sei. Jedes finstere Zeitalter könne durch eine neue Renaissance überwunden werden.


EIR-Krisenforum zur Krise der Zwangsmigration

14 Redner aus aller Welt sprachen am 31. Juli darüber, wie man die Ursachen der unfreiwilligen Migration beheben kann.

von Daniel Platt

Am 31. Juli trafen sich Diplomaten, Wissenschaftler und Aktivisten online, um die Ursachen und Lösungen für die massiven Wellen der Zwangsmigration zu erörtern, die weltweit stattfinden. Das EIR-Krisenforum „Die Einwanderungskrise durch Entwicklung lösen: Was Sie über die strategische Bedeutung der Enzyklika von Papst Leo wissen müssen“ knüpfte an die Dynamik von 164 wöchentlichen Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) an. Allen Beteiligten war zunehmend klar geworden, daß der Ruin der von London dominierten „Kasinowirtschaft“ die treibenden Kraft sowohl hinter der Kriegspolitik als auch hinter der Krise der Zwangsmigration ist, weil die anglophilen Mächte in einem letzten verzweifelten Versuch, ihr sterbendes Imperium zu retten, immer mehr auf unverhüllten Kolonialismus zurückgreifen.

Die Politik dieses Kolonialismus ist bekannt: Aneignung von Rohstoffen, kombiniert mit brutaler Austerität für gefügige Länder und „Regimewechsel“ oder Bomben für Länder, die sich nicht fügen wollen. Beides führt zu Migrationswellen von Menschen, die verzweifelt um ihr Überleben kämpfen. Doch wie Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, immer wieder betont, hat die 500jährige Ära des Kolonialismus ihr Ende erreicht, und wie viele Länder diese Mächte auch bombardieren mögen, nichts wird ihr Imperium retten.

Entwicklung oder Weltkrieg

Dennis Speed setzte als Moderator den Ton für die Veranstaltung, indem er ein Video von Lyndon LaRouche zeigte, als er am 11. Juni 2002 in Brasilien sprach und vorausschauend die mißliche Lage kommentierte, in der sich die Welt heute aufgrund fehlgeleiteter oder sogar krimineller Politik befindet.

Helga Zepp-LaRouche, die Chefredakteurin des Nachrichtenmagazins EIR, führte als Einleitung zu ihrem Vortrags ein Video vor, das die 50.000 oder mehr verzweifelten Migranten zeigte, die am Tag zuvor nach Ceuta strömten, der spanischen Exklave an der Grenze zu Marokko gegenüber von Gibraltar. Sie ging auf ähnliche Situationen in den Vereinigten Staaten ein und beschrieb anschließend die drakonische Reaktion der Regierung von Donald Trump. Dann befaßte sie sich damit, wie die Kriege in der Ukraine und im Iran immer mehr zu einem umfassenden Weltkrieg verschmelzen, was die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von Atomwaffen dramatisch erhöht. Sie untersuchte die wirtschaftlichen Hintergründe der Kriegsgefahr, wie die „absolut unnötige“ Hungerkrise rund um den Globus, und warnte, die jüngsten Angriffe auf die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte in den westlichen Ländern seien eine Vorbereitung auf einen baldigen wirtschaftlichen Zusammenbruch, der soziale Unruhen hervorrufen wird.

Sie erinnerte zudem an den radikalen Malthusianismus, den die Oligarchie durch Sprecher wie Bertrand Russell zum Ausdruck gebracht hat, und stellte dem die Sichtweise der LaRouche-Bewegung gegenüber, daß „jedes neugeborene Kind potentiell ein Genie ist“.

Abschließend ging sie auf die erforderliche Infrastruktur für die nahe Zukunft Afrikas ein, wo die Bevölkerung weiter wächst, und beschrieb, wie diese in ein globales Infrastrukturnetz integriert werden sollte. Das sei eine echte Strategie zur Kriegsvermeidung.

Liu Chang, Sprecher der chinesischen Botschaft in den Vereinigten Staaten, beschrieb einige der Beiträge Chinas zur Lösung der Nahrungsmittelkrise und zur Förderung eines Friedens durch Entwicklung. Um Chinas außen- und wirtschaftspolitische Absichten deutlich zu machen, verwies er auf Chinas Globale Sicherheitsinitiative von 2022.

Rostam Adabinia, Gesandter an der iranischen Botschaft in Mexiko, ging auf den Zusammenhang zwischen schlechter, ungerechter Wirtschaftspolitik und der Krise der „Zwangsmigration“ ein. Die Industrieländer hätten die ethische Verantwortung, die Entwicklung zu fördern, und das sei im Endeffekt auch für beide Seiten von Vorteil.

Richard Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University, eröffnete seinen Beitrag mit den Worten: „Es ist ein großes Verdienst des Schiller-Instituts und von EIR, daß sie in dieser Zeit der Krise und großen Gefahr diesen Runden Tisch einberufen haben.“ Wir bräuchten eine Strategie für einen schnellen Übergang, weil wir uns die Geduld, die für einen langsamen, organischen Wandel zu einer nicht-kolonialen Welt nötig wäre, „nicht leisten können“. Es müsse zu einer Konfrontation mit der „strukturellen Dominanz“ kommen. Die Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. sei ein wichtiges Beispiel dafür, was jetzt erforderlich ist. Die Gegenseite gehe davon aus, daß militärische Macht das Hauptinstrument des historischen Wandels ist. Diese Mentalität müsse überwunden werden, denn sie sei die Ursache der Migrationskrise und bringe die schlimmsten Aspekte des Ethnozentrismus in den entwickelten Ländern des Nordens zum Vorschein.

Rémi Lebrun vom Schiller-Institut in Frankreich präsentierte sein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Video, das die Kernpunkte von Lyndon LaRouches „Oasenplan“ zur Entwicklung Südwestasiens vermittelt.

Timothy Ninsiima aus Uganda sprach über die Bedeutung der Jugendarbeit des Schiller-Instituts für das Ziel der wirtschaftlichen Gerechtigkeit und betonte, jedes Land habe das Recht auf Entwicklung.

Jack Gilroy aus den USA von den „Veteranen für Frieden“ und Pax Christi erklärte: „Diplomatie funktioniert zwar manchmal, aber wie wir alle wissen, kann es äußerst schwierig sein, diplomatische Bemühungen überhaupt erst in Gang zu bringen.“ Er schilderte, wie in der Kubakrise Norman Cousins und andere Papst Johannes XXIII. dazu bewogen, einzugreifen, um die Krise zu entschärfen, und er beschrieb den Offenen Brief seiner Organisation an Erzbischof John Wester von Santa Fe.

Pater Harry Bury, ein regelmäßiger Teilnehmer an den wöchentlichen Treffen der Internationalen Friedenskoalition, vertritt Twin Cities Nonviolent und ist Mitglied der US-Vereinigung katholischer Priester. Er unterstützte die Bemühungen von Papst Leo XIV., des Schiller-Instituts und der BRICS-Staaten gegen die Kriegsgefahr. Er sagte, die Bedrohungen für die Entwicklung kämen nicht von Rußland und China, sondern von Milliardären, Oligarchen und der „Epstein-Klasse“. Diese Fraktionen förderten aus ihrer malthusianischen Weltsicht heraus Krieg, Hunger und Seuchen.

Liu Chang bekräftigte in abschließenden Bemerkungen, China sei bereit, Länder auf der ganzen Welt bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Prof. Falk wies darauf hin, daß die UNO, die zur Förderung von Frieden und Gerechtigkeit gegründet, aber von den dominierenden Mächten untergraben wurde, bisher noch nicht zur Sprache kam. Mit der „Strategie des Übergangs“, von der er redete, habe er die Wiederherstellung einer institutionellen Förderung von Frieden und Entwicklung gemeint.

Ist die Menschheit moralisch überlebensfähig?

Die Moderatorin des zweiten Konferenzabschnitts, Anastasia Battle, gab bekannt, daß Vertreter aus 14 Ländern an dem Krisenforum teilnahmen.

Dennis Small, Iberoamerika-Direktor bei EIR, erläuterte zunächst Lyndon LaRouches Konzept der „potentiellen relativen Bevölkerungsdichte“ als wahren Maßstab für „Tragfähigkeit“, d.h., wie viele Menschen in einem bestimmten Gebiet versorgt werden können. „Der Zusammenbruch dieser potentiellen relativen Bevölkerungsdichte ist unter anderem die unmittelbare Ursache für das, was man als ‚Migrationskrise‘ bezeichnet, und es ist auch der einzige Bereich, in dem es eine Lösung gibt“, sagte Small.

Die Trump-Regierung verfolge die Agenda, die der Malthusianer William Paddock in den 1970er Jahren verkündet hatte – eine Agenda, die potentielle relative Bevölkerungsdichte von Nationen durch Hungersnöte, Krieg und Krankheiten absichtlich zu senken. Als Alternative schlug Small eine Strategie mit großen Entwicklungsprojekten vor, um die Länder des Globalen Südens so lebenswert zu machen, daß Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Er führte als Beispiel an, wie China über einen Zeitraum von 40 bis 45 Jahren 850 Millionen Menschen aus der Armut befreit hat. Das sei ein Fall einer Politik, die die potentielle relative Bevölkerungsdichte erhöht. Er schloß mit einem Auszug aus einem Videointerview, das er kürzlich mit Celso Amorim, dem Sonderberater des brasilianischen Präsidenten Lula, geführt hatte.

Die westliche Hemisphäre

Mário Maurici, Abgeordneter und Erster Sekretär des Landtags des brasilianischen Bundesstaates Sao Paulo, beschrieb den Schaden für sein Land durch die von den Vereinigten Staaten verhängten Strafzölle. Brasilien werde darauf mit einer Diversifizierung seiner Märkte reagieren. Die BRICS-Plus-Gruppe verkörpere mittlerweile 46% der Weltbevölkerung und 28% des globalen BIP, und die Neue Entwicklungsbank der BRICS könne eine Antwort auf den Wirtschaftskrieg sein, vom dem die Zölle ein Teil sind, aber dies sei bisher noch unvollständig umgesetzt. Es gebe innerhalb der Organisation Konflikte, die einer erfolgreichen koordinierten Verteidigung im Wege stehen.

Maurici nannte Alexander Hamilton, Franklin Roosevelt und Getúlio Vargas als Vorbilder von Staatsmännern, deren Wirtschaftspolitik Entwicklung ermöglichte.

Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana (2011-15), erklärte zunächst, das imperiale System, das die letzten Jahrhunderte geprägt hat, habe sich überlebt und sei nun zu einem Hindernis für die Entwicklung geworden, das die gesamte Menschheit gefährdet. Er verurteilte die Wirtschaftsblockade der USA gegen Kuba als „völkermörderisch“. Die USA verhinderten gerade, daß 7000 Container mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe nach Kuba gelangen. Ramotar zählte beeindruckende Errungenschaften der kubanischen Nation auf, die damit angegriffen würden – nicht, weil es die USA bedrohen würde, sondern weil es eine Alternative zu Washingtons Modell biete. China werde von den USA kritisiert und angegriffen, weil es das einzige Land ist, das die Entwicklung der Länder des Südens aktiv unterstützt. Internationale Institutionen wie die UNO würden gezielt zerstört, wenn sie die von den USA gewünschte Politik nicht mittragen.

María de los Ángeles Huerta del Río,ehemalige mexikanische Kongreßabgeordnete, warnte, die mexikanischen Einwanderer in den Vereinigten Staaten seien einem beispiellosen institutionellen Angriff ausgesetzt. Die Menschheit habe sehr wohl die moralische Fähigkeit zum Überleben, aber die Behörden dort unterdrückten dies, indem sie die Rechtsordnung über die Menschenwürde stellen. In den Haftanstalten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) werde das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Leben nur wegen des Migrantenstatus einer Person außer Kraft gesetzt. Migranten werde der Zugang zu ihren Bankkonten verwehrt, um sie aus der Gesellschaft zu tilgen, das sei institutionalisierte Grausamkeit. „Die Migrationskrise ist der Spiegel, in dem sich die Menschheit selbst betrachtet und ihr wahres Gesicht entdeckt… Ein System, das Kinder einsperrt, das Wasser in der Wüste verweigert, das ehrliche Arbeit kriminalisiert, das ist ein Imperium, das auf dem Sterbebett liegt.“

Diane Sare, die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin aus der LaRouche-Bewegung, ging auf die Migrationskrise in den USA ein und verurteilte scharf den Entzug des vorübergehenden Schutzstatus für bis zu einer halben Million Haitianer und Syrer. Wir müßten „die Vereinigten Staaten wieder zu den besseren Seiten unserer Natur zurückführen“.

Sie erinnerte die Teilnehmer daran, daß Lyndon LaRouche das Problem stets als Entscheidung zwischen zwei gegensätzlichen Menschenbildern dargestellt habe: Ist der Mensch nur ein Vieh, ein Lasttier, oder definiert sich der Mensch durch eine unsichtbare, innere Fähigkeit zur Kreativität nach dem Abbild des Schöpfers? Ersteres sei die Weltsicht der Klasse von Milliardärs-Oligarchen, die sich das Recht anmaßen, „die Herde zu keulen“. Die Vereinigten Staaten von Amerika hätten vor 250 Jahren ihre Unabhängigkeit ausdrücklich mit dem Ziel erklärt, diese Fraktion und ihre Weltanschauung zu besiegen.

Sare nannte Beispiele aus der Vergangenheit, in denen die USA anderen Nationen tatsächlich beim Aufbau wesentlicher Infrastruktur halfen, und sie legte eine Agenda mit Projekten für die Zukunft vor, bei denen eine Beteiligung der USA von entscheidender Bedeutung sein kann.

Afrika

Es folgte eine Reihe von Rednern, die sich auf die Lage auf dem afrikanischen Kontinent konzentrierten. Claudio Celani, Mitherausgeber des EIR Strategic Alert Service, kündigte an, er rede über „eine schreckliche Ungerechtigkeit der Natur, zu deren Behebung die Menschheit aufgerufen ist“. Gemeint sei die ungleiche Verteilung von Wasser auf dem afrikanischen Kontinent. Anschließend beschrieb er ausführlich das Transaqua-Projekt zur großangelegten Wasserumleitung, das wesentlich zur Lösung dieses Problems beitragen würde.

S.E. Josef Abissalah, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Tschad in der Bundesrepublik Deutschland, gab eine detaillierte Darstellung des Migrationsproblems in Afrika und forderte einen Marshall-Plan, um das Problem durch wirtschaftliche Entwicklung zu lösen.

Adama Coulibaly, ehemaliger Stabschef des Kommunikationsministeriums von Burkina Faso, schloß sich der Darstellung des Problems durch seinen Kollegen aus dem Tschad an und beschrieb einige der Hindernisse für eine Lösung, unter anderem die Korruption einiger Staatsführer.

Diskussion

Small bekräftigte noch einmal, daß hinter der Migrationskrise weitgehend eine malthusianische Politik stehe. Schuld an der katastrophalen Lage sei keine gutgemeinte, aber gescheiterte Politik, sondern der Erfolg einer bösartigen, menschenfeindlichen Politik.

Abissalah betonte, die afrikanischen Staaten müßten mit ihren Nachbarn zusammenarbeiten, um eine Lösung aus dem Inneren des Kontinents heraus zu finden. IWF und Weltbank „werden das Problem nicht lösen“.

Celani wandte sich gegen die malthusianisch-ökologische These, der Mensch sei eine Art Fremdling, der das „Gleichgewicht“ in der Natur störe. Im Gegenteil komme es oft zu Katastrophen, wenn man die Natur sich selbst überläßt.

Sare betonte, wenn alle Länder der heutigen Redner zusammenarbeiten würden, dann würde diese Gemeinschaft „diese Anglo-Epstein-Milliardärsklasse, die dieses schreckliche Geschäft betreibt, zahlenmäßig bei weitem übertreffen… Das Böse ist nicht intelligent, es ist nicht kreativ… Sie handeln aus Schwäche und aus dem Wissen heraus, daß sie nur sehr wenige sind.“

Machen Sie mit!

Zepp-LaRouche forderte mehrmals die Menschen in aller Welt auf, aktiv mitzuhelfen. So lautete ihr Schlußwort am Ende der ersten Sitzung:

„Ich bitte alle, die zuhören: Machen Sie mit! Stellen Sie etwas von Ihrer Zeit zur Verfügung; wir brauchen Menschen, die diesen Prozeß unterstützen…

Wenn man an diese unglaubliche Spannung denkt: einerseits die potentielle Zerstörung von allem, was diese wunderschöne Menschheit jemals geschaffen hat – die Musik, die Kompositionen Beethovens, die Gedichte in allen Sprachen der Welt -, all das könnte verschwinden, es wäre niemand übrig, der auch nur untersuchen könnte, warum es zusammengebrochen ist.

Andererseits: Wenn wir uns jetzt zusammenreißen, sehe ich, daß wir den Hunger in einem halben Jahr beseitigen könnten. Wenn alle Nationen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam handeln würden, könnten wir Rekordernten erzielen, wir könnten eine Massenmobilisierung zur Produktion großer Mengen an Nahrungsmitteln starten. Wir könnten die Armut in fünf Jahren beenden; wir könnten in weit weniger als einer Generation angemessene Lebensbedingungen für jeden Menschen auf diesem Planeten schaffen. Und wenn wir dann die nächsten wissenschaftlichen Durchbrüche erzielen, wie z.B. die Nutzung der Kernfusion als Energiequelle, dann hätten wir Energiesicherheit für Zehntausende von Jahren, wenn nicht länger, und eine der Hauptursachen für Kriege würde verschwinden.

Die Milliardäre dürften in ihren Häusern bleiben. Wir würden ihnen das Recht auf Überleben gewähren, aber sie dürften die Welt nicht mehr beherrschen… Wenn Sie auch nur einen Funken Menschlichkeit in sich haben, helfen Sie uns und helfen Sie sich selbst jetzt. Es ist der größte Kampf der Zivilisation aller Zeiten.“


Hiroshima-Tag – Das darf nie wieder geschehen!

Bericht vom 166. Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 166. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am 7. August 2026 statt – 81 Jahre nach dem 6. und 9. August 1945, als der erste Atomwaffeneinsatz der Welt die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki verwüstete und mindestens 110.000 Zivilisten unmittelbar und viele weitere später an den Folgen der Strahlenbelastung starben. Da westliche Regierungen, allen voran die von US-Präsident Donald Trump, derzeit offen ihre Nukleardoktrin „überarbeiten“ und damit den Einsatz von Atomwaffen in Kriegen gegen Rußland und China wahrscheinlicher machen, lautete der treffende Titel der Veranstaltung „Die Kunst, unseren kriminellen Kurs umzukehren“.

Helga Zepp-LaRouche, die IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, eröffnete das Treffen mit der Warnung, wir seien einem Atomkrieg näher als jemals zuvor in der Geschichte, sogar während der Kubakrise im Oktober 1962. Es gebe keine Rüstungskontrollverträge mehr, das Vertrauen zwischen den Staaten sei selbst unter nominellen Verbündeten zusammengebrochen, und die alte Ordnung existiere nicht mehr.

Vor diesem Hintergrund sei es ungeheuerlich, daß der „stellvertretende US-Kriegsminister“ Elbridge Colby sich laut NBC News darüber ausließ, daß das Pentagon erwägt, seine Nukleardoktrin zu überarbeiten, um von der atomaren Abschreckung zur tatsächlichen Führung eines Atomkriegs überzugehen – und das in einer Zeit, in der es bereits zwei regionale Konflikte in der Ukraine und in Südwestasien gibt, bei denen der Einsatz von Atomwaffen im Raum steht, und die Gefahr wächst, daß weitere Länder beschließen könnten, sich ebenfalls Atomwaffen zu verschaffen.

Der Iran habe der mächtigsten Militärmacht der Welt, den Vereinigten Staaten – unterstützt von einer weiteren starken Militärmacht, Israel – getrotzt und sie sogar besiegt. Trotz aller lauten Worte Trumps gehe dem Westen die Munition für die endlosen Kriege aus. Das neue Militärabkommen zwischen Saudi-Arabien, der Türkei (einem NATO-Mitglied) und Pakistan (einer Atommacht) verdeutliche die dramatischen Veränderungen, die sich in der gesamten Region vollziehen. Damit diese Kriege beendet und keine neuen begonnen werden, brauche die Welt eine neue Architektur, die allen Ländern Sicherheit und Entwicklung und Gerechtigkeit für alle gewährleistet.

Die tiefere Ursache der Krise sei die mittlerweile über zwei Billiarden Dollar hohe Verschuldung der transatlantischen Volkswirtschaften. Anstatt ein neues System aufzubauen, werde auf die Methoden von Hitlers Reichsbankpräsident und Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht der Zeit von 1933 bis 1937 zurückgegriffen, indem aller verfügbarer Kredit von der Realwirtschaft in die Rüstung und Kriegsführung umgeleitet wird. All dem liege die malthusianische Mentalität einer Bevölkerungsreduktion zugrunde. Beispielhaft dafür stehe der jüngste Aufruf im Sustainable Development Magazine für eine Halbierung der Weltbevölkerung auf weniger als vier Milliarden bis 2200.

Die erste Rednerin war Dr. Akiko Mikamo, Autorin des Buches 8:15 – Eine wahre Geschichte von Überleben und Vergebung aus Hiroshima, das nun unter dem Titel The Hiroshima Boy neu aufgelegt wurde, und Produzentin des Dokumentarfilms 8:15 Hiroshima, From Father to Daughter, der anschaulich die Auswirkungen und das Leid ihres Vaters und ihrer Mutter schildert, die beide in der Todeszone des Atombombenabwurfs auf Hiroshima waren, aber überlebten. Sie berichtete, daß beim diesjährigen Gedenken in Hiroshima zum 6. August 1945 Vertreter aus 127 Ländern anwesend waren und weltweit Gedenkveranstaltungen stattfanden. Sie beschrieb die Ereignisse anhand von Bildern, die die Zerstörung von Gebäuden und Menschen zeigen. Ihr Vater, Shinji Mikamo, habe nie den Vereinigten Staaten allein die Schuld gegeben, sondern dem Krieg an sich. Abschließend merkte sie an, daß Menschen auf Verletzungen oder Ängste oft mit Gegenangriffen reagieren, was auch der Rechtfertigung von Kriegen diene. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden.

Dr. Theodore Postol, emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und internationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology und weltweit anerkannter Experte für die Auswirkungen von Atomwaffen, verglich das Handeln des amtierenden ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem von Adolf Hitler gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Hätte Hitler nach der Operation Bagration (Juni 1944) seine Niederlage eingestanden – als die russischen Truppen innerhalb von drei Wochen 28 von 32 deutschen Armeedivisionen in Weißrußland vernichtet hatten, an der polnischen Grenze standen und klar war, daß der Krieg für Deutschland hoffnungslos war -, dann hätte das zwei oder drei Millionen Deutschen das Leben gerettet. Ähnlich verhalte es sich heute mit Selenskyj, der sich weigert, seine Niederlage einzugestehen.

Zur vorgeschlagenen neuen US-Atomdoktrin sagte Dr. Postol, niemand könne einen Atomkrieg gewinnen, man könne damit nur die globale Zerstörung auslösen. Davor habe er bereits vor einigen Jahren gewarnt, als die US-Regierung von Präsident Joe Biden die Entwicklung von „Superzündern“ für ihre Atomwaffen für Blitzangriffe genehmigte. Eine drastische Verbesserung der Zielgenauigkeit der Sprengköpfe soll dabei die Zerstörungskraft gegen besonders widerstandsfähige Ziele verdoppeln, und das soll es ermöglichen, mit Atomwaffen mit niedriger Sprengkraft russische Atomraketen in ihren Silos zu zerstören. Die Kriegstreiber würden sich das in ihrer Phantasie vielleicht so vorstellen, sagte Postol, aber tatsächlich gebe es so etwas wie eine „taktische“ Atomwaffe nicht. Selbst viele sonst intelligente Wissenschaftler verstünden dies nicht und behaupteten, sie könnten einen Atomkrieg „gewinnen“.

Postol fügte hinzu, auch die wachsende Verbreitung von Atomwaffen sei eine ernste Gefahr. Die USA drohten offen damit, die iranische Gesellschaft und Kultur zu zerstören, und vor diesem Hintergrund könnte der Iran vielleicht glauben, daß nur der Bau einer Atomwaffe dies verhindern kann. Es sei zwar unwahrscheinlich, daß der Iran das versucht, aber wenn er dazu gedrängt wird, könnte er eine solche Waffe bauen, indem er sein zu 60% angereichertes Uran weiter aufbereitet. Allerdings könnte der Iran schon mit seinen heutigen Waffen das kleine Israel praktisch vernichten, und eine solche Operation würde auch Israel in eine existentielle Krise stürzen, was zum Einsatz von dessen Atomwaffen führen könnte.

Selbst die Saudis fürchteten eine iranische Atombombe, während sie zugleich der Ansicht seien, daß sie sich für ihre Verteidigung nicht mehr auf die Vereinigten Staaten verlassen können, und daher ihre eigenen Atomwaffenpläne überdenken. Auch die Japaner, die Südkoreaner und Taiwan, die Chinas Atomwaffen im Blick haben, könnten die Beschaffung von Atomwaffen in Erwägung ziehen, so Dr. Postol.

Zepp-LaRouche entgegnete, China habe als einziges Land einen Plan, der ihren eigenen „Zehn Prinzipien einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ ähnele, insbesondere mit Chinas vier Globalen Initiativen für Entwicklung, Sicherheit, Zivilisation und Regierungsführung.

Postol stimmte zu. Joe Biden habe Rußland mit dem Angriff auf die Ukraine im Grunde gezwungen, etwas zu tun, was es nicht tun wollte, und Trump habe (zusammen mit Israel) einen unprovozierten Angriffskrieg gegen den Iran begonnen. Wir sollten dankbar sein, daß der russische Präsident und der chinesische Präsident rational sind – das sei unsere größte Hoffnung, daß keiner von beiden Atomwaffen einsetzt.

Der Moderator Dennis Speed befragte Postol zu der „Bestandsaufnahme strategischer Bombardierungen der USA“ von 1946, die zu dem Schluß kam, daß Japan auch kapituliert hätte, wenn die USA die Atombombe nicht abgeworfen hätten, wenn Rußland nicht mit einem Kriegseintritt gegen Japan gedroht hätte und wenn die USA nicht mit einer Invasion gedroht hätten.

Postol glaubt, die USA hätten damals eine Invasion geplant, bei der Schätzungen zufolge Millionen von Amerikanern und noch mehr Japaner umgekommen wären. Daher hätten sie beschlossen, die Bombe abzuwerfen, in der Überzeugung, dadurch Leben zu retten. Unabhängig davon, ob dies richtig oder falsch sei, sei es nun einmal passiert, und der Schrecken des Ergebnisses müsse verhindern, daß so etwas jemals wieder geschieht.

Dies löste mehr Diskussion unter den Teilnehmern aus, und Zepp-LaRouche betonte, der Atomwaffeneinsatz sei völlig unnötig gewesen, weil Japan schon zur Kapitulation bereit war.

John Steinbach vom Washingtoner Hiroshima- und Nagasaki-Komitee erklärte, die Bestandsaufnahme der strategischen Bombardierungen von 1946 reflektiere im wesentlichen die Sichtweise des US-Generalstabs, in dem viele gegen den Einsatz der Atombombe waren. Doch Gen. Hap Arnold, ein Vertrauter Präsident Trumans, der als einziger den Einsatz befürwortete, habe sich in der Debatte durchgesetzt. Steinbach beschrieb auch, wie die Wissenschaftler Albert Einstein und Leo Szilard auf Präsident Roosevelt zugingen und ihm erklärten, eine Atomwaffe auf der Grundlage der neu entdeckten Prinzipien der Kerntechnik sei möglich, Deutschland versuche, eine solche Waffe zu bauen, und deshalb brauche man das Manhattan-Projekt zum Bau der Bombe. Als sich später herausstellte, daß die Deutschen dazu nicht in der Lage waren, wurde das Projekt aber nicht eingestellt, sondern das Ziel auf Japan verlagert.

Jack Gilroy beschrieb den offenen Brief an den Erzbischof von Santa Fe, John Wester, den er gemeinsam mit der IPC und dem Schiller-Institut verfaßt hat. Sie fordern Wester darin auf, sich bei Papst Leo XIV. dafür einzusetzen, daß der eine Friedenskonferenz einzuberuft, ähnlich wie Papst Johannes XXIII. 1962 auf Drängen Präsident Kennedys und seiner Mitarbeiter eingriff, um die Kubakrise zu beenden. Gilroy bat die Moderatorin Anastasia Battle, den Brief vorzulesen, was sie auch tat.

Die Diskussionsrunde bezog sich besonders auf einen Brief einer spanischen Nonne, Schwester Paz („Frieden“ auf Spanisch) zu der Frage, was man gegen die „Finsternis“ tun soll, die von der Finanz- und Militäroligarchie ausgeht, wobei sie andeutete, daß nur die Unendlichkeit diese Frage beantworten könne. Steinbach und Postol stimmten dem im wesentlichen zu. Zepp-LaRouche forderte, Gilroys Brief an den Papst als Sammelpunkt für Menschen weltweit zu nutzen, um die Aufmerksamkeit sowohl auf die Gefahr als auch auf die Lösung zu lenken, dem Beispiel von Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Nelson Mandela zu folgen und im Sinne von Imago viva Dei, dem Menschen als lebendes Abbild Gottes, zu handeln.

[mob]


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