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Internationale Jugendkonferenz mit Helga Zepp-LaRouche

Das „Zeitalter der Vernunft“ einleiten, um die „niederträchtige Gleichgültigkeit“ zu beenden

„Denn nur der große Gegenstand vermag

Den tiefen Grund der Menschheit aufzuregen“

– Friedrich Schiller

Es gibt ein Land, in dem einer von drei Menschen an der Grenze des Verhungerns ist, in dem Dürren kürzlich 40 % der Weizenernte vernichtet haben. 90 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. 80 % der Bevölkerung sind unter 30 Jahre alt, aber seit 40 Jahren herrscht dort Krieg, und erst jetzt ist ein brüchiger Frieden entstanden. Dieses Land ist Afghanistan.

In einem anderen Land leiden zwei von fünf Menschen an Hunger. Ungeklärtes Abwasser wird in die Flüsse geleitet. 75 % der Energie des Landes stammen aus der Verbrennung von Holz zur Gewinnung von Holzkohle – ein Verfahren aus dem 16.  Jahrhundert. 59 % der Bevölkerung verdienen weniger als 2,43 Dollar pro Tag. Dieses Land ist Haiti.

Ein junger Mensch, der sich aufmacht, sich die Welt über die Grenzen des Möglichen hinaus zu eigen zu machen, wird keine andere Wahl haben, als auszurufen: „Der Zustand der Menschheit ist unerträglich! Niemand, der seine Mitmenschen liebt, darf schweigen! Entweder schaffen wir es, ein Zeitalter der Vernunft einleiten, oder die Menschheit wird sich bald durch ihre eigene Barbarei selbst auslöschen.“

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts, ist der Überzeugung, daß dieses Zeitalter der Vernunft – eine „Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“, wie es der chinesische Präsident Xi Jinping nannte – in greifbarer Nähe liegt, wenn wir die Niederlage der NATO in Afghanistan zum Anlaß nehmen, die vier Großmächte Rußland, China, Indien und die USA für die notwendige soziale und wirtschaftliche Entwicklung Afghanistans und aller Nationen zu gewinnen.

Wir können das verkommene System der Geopolitik überwinden, das die malthusianische Zerstörung des Lebens mit angeblich „begrenzten Ressourcen“ rechtfertigt, und ein neues Paradigma aufbauen, das den gemeinsamen Zielen der Menschheit dient. Dafür müssen wir die Wissenschaft der physischen Ökonomie nutzen, um allen Völkern der Welt Zugang zu einer modernen Gesundheitsinfrastruktur, sauberem Wasser, Lebensmitteln, Bildung, klassischer Kultur, Wissenschaft und Technologie zu ermöglichen.

Frau Zepp-LaRouche und ihre Mitstreiter wollen die wahren Führungskräfte auf allen Kontinenten gewinnen, die sich das Wissen um universelle Prinzipien aneignen wollen – Ärzte, klassische Künstler, Wissenschaftler, Staatsmänner und vielleicht am wichtigsten, die Jugend, um das Zeitalter der Vernunft einzuleiten. Der Wiederaufbau Afghanistans und Haitis ist dafür ein Anfang. Die Menschen in Afghanistan und Haiti und in so vielen anderen Ländern der Welt sind mit Hunger, Krankheit und Krieg konfrontiert – aber was noch schlimmer ist, sie sind mit der „niederträchtigen Gleichgültigkeit“ der Regierungen und vieler Menschen in den Vereinigten Staaten, den europäischen Ländern und anderswo konfrontiert, die bekannte Lösungen für das grausame Leiden und den Tod ignorieren, die den Erfolg Chinas bei der Befreiung von 850 Millionen Menschen aus extremer Armut ignorieren, die die langfristigen Wirtschaftsprognosen des verstorbenen amerikanischen Ökonomen und Staatsmannes Lyndon H. LaRouche ignorieren.

Das Schiller-Institut lädt Euch zu einem internationalen Jugenddialog mit Helga Zepp-LaRouche ein, der am Samstag, dem 23. Oktober 2021, um 17.00 Uhr MEZ stattfindet. Laßt uns eine leidenschaftliche Kraft von Menschen entwickeln, die sich dafür einsetzen, dieses schreiende Unrecht ein für allemal zu korrigieren, damit wir wirklich sagen können: „Nie wieder!“

Wir empfehlen, die folgenden beiden Dokumente vor der Diskussion sorgfältig zu lesen und zu studieren.

    Der Plan des Schiller-Instituts zur Entwicklung Haitis
    „Kann der ‚Westen‘ lernen? Was Afghanistan jetzt braucht“ von Helga Zepp-LaRouche


Simultanübersetzungen ins Spanische, Französische und Deutsche werden verfügbar sein. 

Eine Anmeldung ist erforderlich. Hier gehts zur Anmeldung!

WANN
23. Oktober 2021, 17:00 – 20.00 Uhr, MEZ
WO
Videokonferenz – Für weitere Informationen ist eine Anmeldung erforderlich


Ein Aufruf zur Freigabe der Gelder des afghanischen Volkes

Dieser Aufruf des Schiller-Instituts wird international, u.a. an während eines weltweiten Aktionstages am 14. Oktober, verbreitet.

PDF des Aufrufs

Heute und in den kommenden Tagen stehen wir, informierte Weltbürger und Patrioten unserer jeweiligen Nationen, in Washington, Berlin, Lima, Paris, Rom, Buenos Aires, Kopenhagen, Madrid, Stockholm, Brüssel und in vielen anderen Städten der Welt zusammen, um ein Verbrechen aufzudecken und anzuprangern.

Am 15. August hat nach vier Jahrzehnten ausländischer Interventionen eine neue Regierung in Afghanistan die Macht übernommen. Die neue Regierung – auch wenn ihre Ausrichtung nicht unbedingt unsere Zustimmung findet – hat sich bereit erklärt, sich den unmittelbaren humanitären Herausforderungen zu stellen, die Opiumproduktion auszurotten, das afghanische Gesundheitssystem wieder aufzubauen und die grundlegende Infrastruktur zu errichten, die für die Ankurbelung von Handel und Entwicklung erforderlich ist. Pakistan, Indien, China, Rußland, Turkmenistan, Iran und andere Länder sind sich darüber im klaren, daß es im Interesse aller liegt, der neuen Regierung die Möglichkeit zu geben, die Lage durch normale internationale Beziehungen zu stabilisieren. Aber es ist noch mehr notwendig: Ohne ein Minimum an ausländischer Hilfe wird Afghanistan bei der Bewältigung der tödlichen Ernährungs- und Gesundheitskrise scheitern, die schon lange vor dem 14. August begann.

Daher ist es empörend, daß das Weiße Haus in den Tagen nach der Machtübernahme durch die Taliban ankündigte, daß alle Guthaben der afghanischen Zentralbank, die sich in den USA befinden, nicht an die neue afghanische Regierung freigegeben würden:

Die US-Notenbank weigert sich, die Vermögenswerte der afghanischen Zentralbank in Höhe von 9,5 Milliarden Dollar freizugeben, von denen 7 Milliarden Dollar von der New Yorker Fed gehalten werden. Etwa 1,3 Milliarden Dollar liegen auf internationalen Konten, ein Teil davon in Euro und britischen Pfund, der Rest bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in der Schweiz. Infolgedessen kann Afghanistan nur auf 0,1-0,2% seiner gesamten Reserven zugreifen!

Der Internationale Währungsfonds hat alle Finanzierungen ausgesetzt, weil „innerhalb der internationalen Gemeinschaft keine Klarheit über die Anerkennung der neuen Regierung besteht“. 370 Millionen Dollar, die am 23. August freigegeben werden sollten, wurden zurückgehalten, und auch der Zugang zu den Reserven des IWF in Form von Sonderziehungsrechten (SZR), die in staatlich garantiertes Geld umgewandelt werden können, wurde blockiert.

Die Weltbank (wie in einer Petition der amerikanischen Frauen- Bürgerrechtsbewegung Code Pink angeprangert) weigert sich, etwa 440 Millionen Dollar freizugeben, insbesondere Mittel, die für die Bezahlung afghanischer Lehrer und Gesundheitsarbeiter benötigt werden. Während also der Aufschrei über die „Rechte der Frauen“ groß ist, werden 13.000 weibliche Beschäftigte im Gesundheitswesen, darunter Ärztinnen, Hebammen, Krankenschwestern, Impfpersonal und anderes weibliches Personal, vom Treuhandfonds der Weltbank für den Wiederaufbau Afghanistans (ARTF) nicht bezahlt.

Am 29. Februar 2020 haben die Taliban und die US-Regierung ein Abkommen unterzeichnet. In Teil III dieses Abkommens heißt es: „Die USA und die Islamische Republik Afghanistan verpflichten sich, ihre positiven Beziehungen fortzusetzen, einschließlich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit für den Wiederaufbau… Die Vereinigten Staaten werden von der Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit Afghanistans absehen und sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen.“

Wenn die Vereinigten Staaten heute Respekt und Ansehen zurückgewinnen wollen, müssen sie ihren Verpflichtungen nachkommen, vor allem, wenn Millionen von Menschenleben, sowohl weibliche als auch männliche, auf dem Spiel stehen, wie es in Afghanistan aufgrund einer Ernährungs- und Gesundheitskrise von apokalyptischen Ausmaßen der Fall ist. Zwei von fünf Afghanen, viele von ihnen Kinder, sind vom Hungertod bedroht.

Wir, die Unterzeichnenden, fordern daher Präsident Joe Biden auf, im Sinne des von den USA unterzeichneten Doha-Abkommens von 2020 zu handeln und alle unnötigen Sanktionen gegen Afghanistan aufzuheben, eingeschlossen die Verwendung böswilliger Vorwände, um das Land am Zugriff auf die Vermögenswerte seiner eigenen Zentralbank sowie an seinem normalen Zugang zu den internationalen Finanzmärkten zu hindern.

Sofortiges Handeln ist dringend notwendig!

Unterstützen auch Sie diesen Aufruf und helfen Sie mit, ihn zu verbreiten!

Erstunterzeichner:

  • Helga Zepp-LaRouche, Präsidentin des Schiller-Instituts, Deutschland
  • Jacques Cheminade, Präsident von Solidarité et Progrès und dreifacher Präsidentschaftskandidat in Frankreich

Hiermit unterstütze ich diesen Aufruf und möchte durch den Newsletter des Schiller-Instituts auf dem Laufenden gehalten werden.


Weckruf: Die Gefahr für die Menschheit liegt nicht im Klima, sondern in der Duldung einer hinterhältigen Politik, die das Klima nutzt, um uns zu zerstören!“

Die folgende Erklärung wurde heute gemeinsam von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts, und Guus Berkhout, emeritierter Professor für Geophysik und Initiator und Mitbegründer von CLINTEL (Climate Intelligence), veröffentlicht.

PDF der Erklärung

Wir führen erbitterte Debatten über alles mögliche – über grüne Energie, Staatsversagen bei der Pandemiebekämpfung, politische Ideologien, Steuerpolitik, Flüchtlingskrise, Mieterhöhungen, Beschneidung der Grundrechte, Altersversorgung, den Generationenkonflikt, Frauenrechte, etc. etc. etc. Aber wir haben nicht das Gesamtbild vor Augen: Daß wir im Westen von einem politischen Establishment regiert werden, das dabei ist, alles zu zerstören, was wir seit dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut haben!

Dabei haben wir alle Symptome eines kollabierenden Systems vor Augen, wenn wir sie sehen wollen: ein Wirtschaftssystem, in dem Kosten und Nutzen vollkommen aus dem Gleichgewicht sind, eine sich beschleunigende Hyperinflation, die das Lebensverdienst auffrißt, ein Gesundheitssystem, das sich nur noch Reiche leisten können, ein Bildungssystem, das weder Exzellenz noch moralische Werte vermittelt, eine außer Kontrolle geratene sogenannte „Woke-Kultur“, die die Menschen gegeneinander aufhetzt, eine verheerende geopolitische Konfrontationspolitik gegen vermeintliche Rivalen – man könnte diese Reihe noch beliebig fortsetzen!

Dabei haben alle diese Krisenerscheinungen eine gemeinsame Ursache: Wir leben im Westen unter der Diktatur einer Finanzoligarchie, für die das Gemeinwohl nicht existiert, die ausschließlich an der Maximierung ihrer Privilegien interessiert ist. Eine Oligarchie, die die endlosen Kriege als Einnahmequelle ihres Militärisch-Industriellen Komplexes braucht, und die Produktion und den Vertrieb von geisttötenden Drogen – illegalen wie legalisierten gleichermaßen – befördert, weil das Finanzsystem ohne die Zufuhr von gewaschenen Drogengeldern schon längst kollabiert wäre.

Und weil dieses auf profitmaximierender Spekulation basierende System jetzt rettungslos bankrott ist, soll in einem letzten großen Coup das gesamte Wirtschafts- und Finanzsystem auf grüne Technologien umgerüstet werden: The Great Reset. Unter dem Vorwand des Klimaschutzes lautet die Devise: „Shifting the Trillions“- lenkt die Billonen um! Und das läuft schon jetzt!

Mit der Politik des Green Deal (EU) und des Green New Deal (USA) vergeben die Banken nur noch Kredite für Investitionen in grüne Technologien und haben die Unternehmen längst einem strangulierenden System von Auflagen unterworfen: Taxonomie, Lieferkettengesetz, ESG. Gleichzeitig haben die hohen Energiepreise Methode: Durch das Erreichen der monetären Schmerzgrenze soll die Bevölkerung manipuliert werden, auf Fleischkonsum, Heizung, Wohnraum, Reisen etc. verzichten zu lernen. Damit einher geht ein Menschenbild, das jeden Menschen als einen Parasiten betrachtet, der die Natur belastet. Obwohl wir wissen, daß CO2 für das Leben auf der Erde notwendig ist, verkündet die grüne Politik: Je weniger CO2-Fußabdrücke hinterlassen werden, desto besser.

Die Wahrheit ist: Das ist alter Wein in neuen Schläuchen, das ist exakt die gleiche Austeritätspolitik von Hjamar Schacht, Hitlers Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsminister vor dem Zweiten Weltkrieg. Das ist Kannibalisierung der Arbeitskraft, die damals in den Arbeitslagern der KZs geendet hat. Wer denkt, daß dieser Vergleich übertrieben ist, soll sich den Film Hungerward über den Jemen mit David Beasley vom Welternährungsprogramm über Jemen oder die Sterberate von Kindern in Haiti anschauen.

Was sagt Klaus Schwab dazu in seinem Buch Stakeholder Capitalism? Er beklagt, daß afrikanische Länder wie Äthiopien erfolgreich die extreme Armut bekämpft haben (S. 154):

„Das zeigt uns das zentrale unauflösbare Problem. Die Fähigkeit, die den Menschen dazu verhilft, die Armut zu überwinden und ein besseres Leben zu führen, ist gleichzeitig dafür verantwortlich, daß der Planet für zukünftige Generationen zerstört wird. Die Ursachen für den Klimawandel sind nicht nur das Resultat einer selbstsüchtigen Generation von Industriellen und Babyboomers im Westen. Sie sind die Konsequenz des menschlichen Strebens nach einer besseren Zukunft.“

Hier steht es schwarz auf weiß: Nach dieser Logik ist die Erhöhung der Sterberate das Beste, was dem Klima passieren kann! Für Schwabs Eliten spielen Menschenleben keine Rolle.

Wenn wir der sich abzeichnenden Katastrophe entgehen wollen, müssen wir die Gesellschaft völlig neu auf ganz anderen Prinzipien aufbauen. Dies ist unsere positive Botschaft, die Botschaft einer hoffnungsvollen Zukunft mit Wohlstand für alle.

  • 1. Das menschliche Leben ist unantastbar. Der Mensch ist die einzige Gattung, die mit kreativer Vernunft ausgestattet ist, was ihn von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Diese kreative Fähigkeit ermöglicht es dem Menschen, immer wieder neue Prinzipien des physischen Universums zu entdecken, was man wissenschaftlichen Fortschritt nennt. Die Tatsachen, daß der menschliche Geist in der Lage ist, durch eine immaterielle Idee diese Prinzipien zu entdecken, die dann in Form des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts einen Effekt im materiellen Universum haben, beweist, daß es eine Korrespondenz zwischen der Gesetzmäßigkeit des menschlichen Geistes und der des physischen Universum gibt.
  • 2. Ebenso wie die räumliche Ausdehnung und anti-entropische Evolution des Universums unendlich ist, ist es die intellektuelle und moralische Vervollkommnungsfähigkeit des menschlichen Geistes. Deshalb ist jeder zusätzliche Mensch eine neue Quelle der Weiterentwicklung im Universums und bei der Lösung von Problemen auf der Erde, wie z.B. der Überwindung von Armut, Krankheiten, Unterentwicklung und Gewalt. Sich umeinander zu kümmern, ist der Schlüssel in dieser voranschreitenden Entwicklung. Es ist die Kombination von Kreativität und Empathie, die uns allen mehr als den Lebensunterhalt sichert.
  • 3. Der positive Effekt des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts besteht darin, daß er, angewandt im Produktionsprozeß, die Produktivität der Arbeitskraft und der industriellen und landwirtschaftlichen Kapazitäten erhöht, was wiederum zu einem Anstieg des Lebensstandards und der Lebenserwartung von immer mehr Menschen führt. Eine prosperierende physische Ökonomie ist die Voraussetzung für die positive Entwicklung des Gemeinwohls, für die Versorgung nicht nur der Eliten, sondern aller Menschen mit hochwertiger Nahrung, sauberem Wasser, bezahlbarer moderner medizinischer Versorgung, einer hochstehenden Bildung, moderner Kommunikation und vor allem billiger und ausreichender Energie mit hohen Energieflußdichten. Inhärent sichere Kernenergie der dritten und vierten Generation sowie die sich abzeichnende Nutzung der thermonuklearen Kernfusion sind unerläßlich für die Energieversorgung der Menschheit. Armut beginnt mit Energiearmut.
  • 4. Der Zweck der Wirtschaft hat nichts mit dem Profit zu tun, sondern mit der Glückseligkeit der Menschen im Sinne von Gottfried Wilhelm Leibniz, d.h. daß der Mensch alle in ihm angelegten Potentiale zu einem harmonischen Ganzen entfalten und so zu der bestmöglichen Weiterentwicklung der Menschheit beitragen kann. Oder, wie Schiller den weisen Solon von Athen zitiert: Der Zweck der Menschheit ist Fortschreitung. Es ist die Aufgabe der guten Regierung, durch ihre Politik für das Glück der Bürger in diesem Sinn zu sorgen, angefangen mit einer universellen Bildung für alle, deren Ziel der schöne Charakter und die Entwicklung einer immer größeren Anzahl von Genies sein muß. Diese Perspektive entspricht der Überzeugung Wladimir Wernadskijs, daß es in der Evolution des physischen Universums angelegt ist, daß der Anteil der Noosphäre gegenüber der Biosphäre immer mehr zu nimmt. Genauer gesagt, das Wachstum sollte ein zweifaches sein: Kreativität für die materiellen Bedürfnisse, und Empathie für die immateriellen Bedürfnisse. Für dieses sich umeinander und um unsere Umwelt Kümmern steht unser Slogan „Wohlstand für alle“, wobei sich „alle“ nicht nur auf uns selbst bezieht, sondern auch auf die künftigen Generationen.
  • 5. Die wahre Bestimmung des Menschen ist es auch nicht, ein Erdling zu bleiben. Unsere Identität ist es, als einzig bisher bekannter Gattung, die mit kreativer Vernunft ausgestattet ist, den Weltraum so zu besiedeln, wie wir es mit der Erde gemacht haben. Was der Weltraumpionier Krafft Ehricke den „extraterrestrischen Imperativ“ genannt hat, gewissermaßen der zivilisatorische Effekt der Raumfahrt auf den Menschen, erfordert, daß die Menschheit wirklich „erwachsen“ wird, also irrationale Impulse abstreift und die Kreativität zu seiner Identität werden läßt, wie dies bisher nur für herausragende Wissenschaftler und Künstler der klassischen Kultur der Fall ist.

In dieser Phase der Evolution, der Liebe zur Menschheit und der Liebe zur Schöpfung, ausgelöst durch das Erkennen der Großartigkeit des physischen Universums, wird es für den Menschen ganz natürlich sein, sich mit großer Sorgfalt um alle Aspekte der Menschheit, des Planeten, der Natur und des Universums zu kümmern, weil dann der künstlich geschaffene Widerspruch zwischen Mensch und Natur überwunden sein wird. Der Mensch steht nicht im Gegensatz zur Natur, er ist ihr fortgeschrittenster Teil. Es ist, was Schiller die „Freiheit in der Notwendigkeit“ genannt hat, und das Konzept, das Beethoven seiner Großen Fuge vorangestellt hat: „So streng, wie frei.“

Diese große Idee des Menschen, der von Natur aus gut und unendlich vervollkommnungfähig ist, ist es, die von den Hjalmar Schachts, Klaus Schwabs, den machthungrigen Politikern und den Profitgeiern dieser Welt bedroht ist. Dieser Weckruf richtet sich an alle Menschen, sich der Gefahr eines neuen Faschismus zu widersetzen. Lassen wir uns nicht in eine Vergangenheit zurückzwingen, in der die Eliten uns arm hielten und uns sagten, wir sollen damit zufrieden sein.

Hiermit unterstütze ich diesen Aufruf und möchte durch den Newsletter des Schiller-Instituts auf dem Laufenden gehalten werden.


Schiller-Institut veröffentlicht Plan für den Wiederaufbau von Haiti

Das Schiller-Institut hat anläßlich der Krise um die haitianischen Flüchtlinge ein Programm für den Wiederaufbau Haitis als Teil eines regionalen Entwicklungsprogramms für die Karibik und Mittelamerika ausgearbeitet. Es erschien in der Ausgabe von Executive Intelligence Review (EIR) vom 1. Oktober und war am 25. September Gegenstand eines Seminars des Manhattan-Projekts.

Der Plan spiegelt die moralische Mission wider, die der verstorbene Lyndon LaRouche vor einem Jahrzehnt definiert hat. Die zusätzliche Voraussetzung heute ist, daß China und die Vereinigten Staaten bei der Umsetzung im Rahmen der Gürtel- und Straßen-Initiative zusammenarbeiten müssen.

Das Seminar vom 25. September und die Veröffentlichung des Aufbauplans haben eine lebhafte Diskussion in der haitianischen Diaspora in den USA ausgelöst, ebenso wie unter haitianischen und dominikanischen Freunden des Schiller-Instituts in der Dominikanischen Republik, wo zwei Tageszeitungen einen hervorragenden Bericht über das Programm veröffentlichten.

Der Plan des Schiller-Instituts zur Entwicklung Haitis

Von Richard Freeman und Cynthia Rush

– Erster Teil –

Jeder moralische, mitfühlende Mensch war entsetzt über die Bilder, die am Wochenende des 18. und 19. September durch die Weltmedien gingen, als 12.000 haitianische Migranten unter der Del Rio International Bridge in Texas unter unmenschlichen Bedingungen zusammengepfercht wurden, während sie verzweifelt hofften, in den Vereinigten Staaten Asyl zu finden. Nach dem schrecklichen Erdbeben in Haiti vom 12. Januar 2010 waren Zehntausende Haitianer aus ihrem zerstörten Land geflohen und hatten Zuflucht in anderen iberoamerikanischen Ländern gesucht, die sie nun wieder verließen, als das Gerücht aufkam, die USA böten haitianischen Migranten einen Sonderstatus.

Das war nicht der Fall, und die Regierung Biden, die sich gerne ihrer „humanen“ Einwanderungspolitik brüstet, begann am 19. September, Haitianer wie Vieh in Flugzeuge zu verfrachten, um sie alle in den nächsten sechs Wochen in ihre „Heimat“ zurückzubringen – obwohl Haiti von einer wütenden COVID-Pandemie, einem Zusammenbruch der Wirtschaft und zusätzlich den Folgen des Erdbebens der Stärke 7,2 vom 14. August geplagt ist. Von den vielen verschiedenen Nationalitäten von Migranten, die sich an der US-Grenze versammelt haben, wurden nur die Haitianer sofort abgeschoben. Viele, die am 20. September in der Hauptstadt Port-au-Prince landeten, berichteten, daß man ihnen beim Einsteigen nicht einmal sagte, wohin die Reise ging. Einige erklärten, sie seien während des Fluges an Händen, Hüften oder Füßen gefesselt worden.

Man fühlt sich fast schon an die Judentransporte im Dritten Reich erinnert, die auf Eisenbahnwaggons verladen und in den Tod geschickt wurden. Jedenfalls erinnert es an den Rassisten Thomas Jefferson, der verkündete, nachdem er 1801 Präsident geworden war, sobald die kriegführenden Nationen Großbritannien und Frankreich Frieden geschlossen hätten, würden die Vereinigten Staaten zusammen mit ihnen daran gehen, „die Pest“ (der Schwarzen) auf die Insel Saint Domingue – das heutige Hispaniola, wo Haiti liegt – „zu verbannen“.

Ein besonders erschütterndes Video der aktuellen Krise zeigt einen US-Grenzschutzbeamten zu Pferd, der haitianische Migranten im Wasser des Rio Grande (dem Grenzfluß zu Mexiko) mit den Zügeln bedroht und sie zusammentreibt, als wären sie entflohene Sklaven einer Südstaatenplantage des 19. Jahrhunderts.

Angesichts dieser „verwerflichen Gleichgültigkeit“ einer Regierung, welche die Folgen ihrer mörderischen Politik bewußt ignoriert, flehen die haitianischen Behörden die Vereinigten Staaten vergeblich an, die Abschiebungen zu stoppen, weil sie unter den derzeitigen Krisenbedingungen keinen solchen Zustrom von Menschen bewältigen können.

Am 20. September zitierte der Miami Herald den Leiter des haitianischen Migrationsamtes, Jean Negot Bonheur Delva: „Wenn man in diesem Moment Menschen nach Haiti zurückführt, angesichts von COVID-19, sollten die USA versuchen, Haiti mit einem humanitären Moratorium zu helfen.“

Die schreckliche Situation schreit nach dringender humanitärer Hilfe, aber auch nach einem Schnellprogramm für wirtschaftliche Entwicklung. Die USA und andere müssen die Mission annehmen, die der verstorbene amerikanische Staatsmann und Ökonom Lyndon LaRouche kurz nach dem Erdbeben von 2010 skizzierte, als er die US-Regierung aufforderte, einen 25-jährigen Vertrag mit Haiti zu unterzeichnen, um beim Wiederaufbau der Wirtschaft zu helfen. Das haitianische Volk sei „einer schrecklichen Geschichte ausgesetzt gewesen. Man hat ihm dies versprochen und es betrogen, man hat ihm das versprochen und es betrogen, und wieder versprochen und betrogen. Aber nie erfüllt.“ Jetzt sei es an der Zeit, die Zusagen zu erfüllen, betonte LaRouche damals. Keine Trostpflaster oder Flickschusterei. „Wir schließen einen Vertrag mit der Regierung, einen Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Haiti, um den Wiederaufbau ihres Landes in einer Form zu gewährleisten, in der es tatsächlich ein funktionierendes Land sein wird, das überleben kann.“

Heute, ein Jahrzehnt später, kann und muß die von LaRouche beschriebene Mission erfüllt werden, und jetzt muß auch China als wichtiger Partner einbezogen werden, um Haiti aus der erdrückenden Armut zu befreien und es zum Modellfall für die wirtschaftliche Entwicklung der westlichen Hemisphäre und der Welt zu machen.

Richtig ist, daß Haiti im Einzugsbereich von Erdbeben und Wirbelstürmen liegt. Das ist ein Problem, das man mit moderner Technik in den Griff bekommen kann. Die größte Schwierigkeit ist, daß das Land unter einem ungeheuren Mangel an moderner Infrastruktur leidet, die für den Aufbau eines universellen Gesundheits- und Abwassersystems unverzichtbar ist. Für ein solches System benötigt man sauberes Wasser, funktionierende Straßen- und Schienenkorridore, Bildung, Stromversorgung, Häfen und Flughäfen. Alle diese Infrastrukturen erfordern erdbebensichere Städte, mit Strukturen, wie man sie in Japan gebaut hat, und den Aufbau einer landwirtschaftlichen Infrastruktur mit Hochtechnologie, damit die Landwirte ein wachsendes, nahrhaftes Nahrungsmittelangebot erzeugen können.

Der Wiederaufbau Haitis ist eine gewaltige Aufgabe, weil das Land zwei Jahrhunderte lang absichtlich mit malthusianischer Politik zerstört wurde. Jeder einzelne Sektor der physischen Wirtschaft muß von Grund auf neu oder wieder aufgebaut werden, um der verarmten Bevölkerung zu helfen. Aber das ist keine unlösbare Aufgabe, wenn China und die Vereinigten Staaten zusammen mit anderen Ländern des Karibischen Beckens und Mittelamerikas im Rahmen einer erweiterten Gürtel- und Straßeninitiative in der gesamten Region zusammenarbeiten.

Dazu muß Haiti diplomatische Beziehungen zu China aufnehmen. Es ist noch eines der wenigen Länder der Welt, das stattdessen diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält. China besteht zu Recht darauf, nur mit Ländern zusammenzuarbeiten, die das Ein-China-Prinzip anerkennen, und Haiti wäre gut beraten, dem Vorbild der benachbarten Dominikanischen Republik zu folgen, die kürzlich mit Taiwan brach und Beziehungen zu China aufnahm, wenn es Hoffnung auf eine chinesische Beteiligung am Wiederaufbau haben will.

Vorsätzlicher Völkermord…

Jedesmal, wenn eine „Naturkatastrophe“ das Land heimsuchte, wurde Haiti einer vorsätzlichen Entvölkerungspolitik unterworfen. Seit 125 Jahren wird Haiti von der Londoner City, der Wall Street und anderen transatlantischen Banken (besonders französischen) ausgeplündert, später kamen der Weltwährungsfonds (IWF) und andere multilaterale Kreditgeber hinzu, und dem Land wird systematisch das Recht verweigert, sich zu einer modernen Nation zu entwickeln. Angesichts wiederholter Katastrophen hat man es immer wieder schutzlos sich selbst überlassen – das Erdbeben vom 14. August 2021 ist nur der jüngste Fall.

Das Programm des Schiller-Instituts für den Wiederaufbau und Aufbau Haitis, dessen erster Entwurf hier vorgestellt wird, umfaßt einen einheitlichen Infrastrukturplan, der über ein Hamiltonisches System – das als zentrales Element einer Konkurssanierung des zerfallenden internationalen Finanzsystems eingerichtet werden muß – mit großzügigen projektgebundenen Krediten finanziert wird. Nach vorläufigen Schätzungen des Schiller-Instituts wird ein tragfähiges Wiederaufbauprogramm für Haiti zwischen 175 und 200 Milliarden Dollar kosten, also 17,5-20 Mrd. Dollar jährlich über zehn Jahre.

Der Staatsmann und Wirtschaftswissenschaftler Lyndon LaRouche sagte in einem internationalen Internetforum am 13. März 2010 über die Prioritäten der Entwicklung:

„Schauen Sie sich den Fall [der Erdbeben] in Kalifornien an, das ist in gewissem Sinne ein vergleichbarer Fall… Schauen Sie sich die Zahl der Todesopfer, Verletzten und anderes bei den kalifornischen Beben im Vergleich zu Haiti an. Was macht den Unterschied? Die Infrastruktur!“

Früher hatte LaRouche in einem Radiointerview am 4. März 2004 über Haiti folgendes gesagt:

„Meiner Meinung nach sollte man immer vom schlimmsten Fall ausgehen, um eine Strategie festzulegen. Im eigenen Land schaut man sich die ärmste Bevölkerungsschicht an und fragt sich: ,Wird diese Strategie für ihre Kinder und Enkel funktionieren?‘ Und wenn sie für die Ärmsten funktioniert, dann wird sie wahrscheinlich für alle funktionieren. So wie Franklin Roosevelt das definiert hat: Wendet euch immer an den ,vergessenen Mann‘. Nehmt die Menschen, die am meisten Opfer von Ungerechtigkeit oder Vernachlässigung sind, und fangt dort an; und beweist, daß ihr euch wirklich für das Allgemeinwohl der Menschen einsetzt, indem ihr zeigt, daß ihr bereit seid, euch diesem Problem zu stellen. Seht dem Problem ins Auge und sprecht darüber, wie es zu lösen ist.“


Wenn die dramatischen Defizite der haitianischen Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Energie und Gesundheitswesen, nicht überwunden werden, ist die Bevölkerung zu einer Zukunft in Primitivität, Unterentwicklung und endloser Armut verurteilt. Gegenwärtig hat dieses Land mit elf Millionen Einwohnern die höchste Sterblichkeitsrate bei Säuglingen und Kindern unter fünf Jahren sowie die höchste Müttersterblichkeit in der westlichen Hemisphäre, sogar schlimmer als die vieler afrikanischer Länder. Die Lebenserwartung liegt bei 64,3 Jahren und ist mit Abstand die niedrigste in ganz Iberoamerika. Berichten zufolge sind 40% der Arbeitskräfte arbeitslos, aber die Realität ist weitaus schlimmer: 59% der Bevölkerung verdienen weniger als 2,43 Dollar pro Tag, ein „Lohn“, der die Mehrheit in ein Leben unterhalb des Existenzminimums getrieben hat, das menschenunwürdig ist. Einigen schockierenden Schätzungen zufolge sind 80% der Bevölkerung von Armut betroffen. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen berichtet, daß 40% der haitianischen Bevölkerung, 4,4 Millionen Menschen, von Ernährungsunsicherheit betroffen sind, wobei auch diese Zahl wahrscheinlich eher zu niedrig angesetzt ist. Im vergangenen Jahr belegte Haiti auf dem Welthunger-Index Platz 104 von 107 Ländern.

Die drei hier vorgestellten Diagramme ausgewählter vergleichender physisch-ökonomischer Parameter (siehe Abbildungen 1a, 1b und 1c) geben eine Momentaufnahme dieser Zerstörung. Sie basieren auf den neuesten verfügbaren Daten (in der Regel aus der Mitte der 2010er Jahre) der Vereinten Nationen, der Weltbank und anderer multilateraler Organisationen, um konsistente Zeitreihen für die verglichenen Länder darzustellen. Bei einigen Parametern wird die schreckliche Realität in Haiti noch deutlich untertrieben.

Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, das diese Situation hervorgerufen hat, und die kriminelle Gleichgültigkeit, die die Weltgemeinschaft über Jahrzehnte und Jahrhunderte an den Tag gelegt hat, hatten zur Folge, daß große Teile der haitianischen Wirtschaft vom internationalen Drogenhandel (der von der Londoner City aus organisiert wird) und seinen kriminellen Banden übernommen wurden. In immer neuen Flüchtlingswellen flohen die Menschen von der Insel. Heute leben etwa zwei Millionen Haitianer im Ausland, die Hälfte davon in den USA, die andere Hälfte in Ländern Iberoamerikas und in Europa.

© EIR Abb. 1: Parameter der physischen Ökonomie



Die sanitären Einrichtungen in Haiti sind völlig unzureichend, erst recht angesichts der COVID-19-Pandemie; sauberes Wasser und Abfallbehandlung sind fast nicht vorhanden. Der Aufruf der Gründerin und Vorsitzenden des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche, die Pandemie durch den Aufbau moderner Gesundheitssysteme in allen Ländern der Welt zu bekämpfen, muß in Haiti umgesetzt werden. Wie sie in einer Grundsatzrede am 8. Mai 2021 sagte: „Der Aufbau eines modernen Gesundheitssystems in jedem Land kann und muß der Anfang sein, um die Unterentwicklung der Entwicklungsländer dauerhaft zu überwinden.“ Die Armut, der Mangel an zureichender Ernährung und die außer Kontrolle geratene COVID-19-Pandemie machen dies dringend erforderlich.

Das Fehlen eines angemessenen Gesundheitssystems in Verbindung mit dem Fehlen erdbebensicherer Gebäude führte zu der Situation, die der UNICEF-Vertreter in Haiti, Bruno Maes, am 2. September beschrieb: „Das Leben von Tausenden vom Erdbeben betroffenen Kindern und Familien ist jetzt in Gefahr, nur weil sie keinen Zugang zu sicherem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene haben.“ Unter Berufung auf UNICEF berichteten die Vereinten Nationen am selben Tag, daß mehr als eine halbe Million Kinder im Südwesten Haitis keinen Zugang zu Unterkunft, Trinkwasser und sanitären Einrichtungen haben und „zunehmend von akuten Atemwegsinfektionen, Durchfallerkrankungen, Cholera und Malaria bedroht sind“.

Es ist erschreckend, daß Haiti unter den 200 Ländern der Welt den letzten Platz beim Stromverbrauch pro Kopf einnimmt und 75% seiner Energie aus Holzkohle (die durch Verbrennung von Holz gewonnen wird) bezieht, einer Technologie aus dem 16. Jahrhundert, die wirtschaftlichen Fortschritt unmöglich macht und eine gefährliche Umweltverschmutzung sowie ein Gesundheitsrisiko darstellt. Die installierte Stromerzeugungskapazität beträgt gerade einmal 350 MW, und der durchschnittliche jährliche Stromverbrauch pro Kopf liegt bei 37 Kilowattstunden. Zum Vergleich: In Spanien lag der jährliche Pro-Kopf-Stromverbrauch im Jahr 2020 bei 5275 Kilowattstunden, mehr als 140 Mal höher als in Haiti.

… keine „natürlichen“ Katastrophen

Neoliberale Politik, „Strukturanpassungen“ und Privatisierungsprogramme des IWF hatten Haitis Wirtschaft zu Beginn des 21. Jahrhunderts bereits weitgehend ruiniert. Doch das verheerende Erdbeben der Stärke 7,0 am 12. Januar 2010, bei dem 319.000 Menschen ums Leben kamen, war nochmals ein Wendepunkt. Im Oktober jenes Jahres folgte eine schreckliche – und vorhersehbare – Cholera-Epidemie, und in den Jahren danach folgten eine Reihe weiterer extremer Wetterereignisse. Zusammen versetzten sie einer schwachen Nation tödliche Schläge. Als sich das Erdbeben ereignete, dessen Epizentrum Port-au-Prince war, flüchteten fast zwei Millionen Einwohner aus der Hauptstadt und wurden obdachlos in elenden, unhygienischen Lagern zusammengepfercht, deren einziger Schutz Zelte, oft aber auch nur Planen oder Bettlaken waren.

Unmittelbar nach dem 12. Januar warnte Lyndon LaRouche, es werde zu einer Gesundheitskatastrophe kommen, wenn nicht sofort Maßnahmen ergriffen würden, um die Obdachlosen zu evakuieren, sie in höher gelegene Gebiete zu bringen und in Notunterkünften unterzubringen, bevor die Regenzeit beginnt. Er forderte, das Pionierkorps der US-Armee einzusetzen, um die notwendigen Unterkünfte und medizinischen Einrichtungen zu bauen und sauberes Wasser bereitzustellen.

US-Präsident Barack Obama lehnte LaRouches Vorschläge ab und ließ statt dessen zu, daß Port-au-Prince von einem Heer gut finanzierter Nichtregierungsorganisationen (NGOs) überflutet wurde, die mit Millionen um sich warfen, aber nichts Konkretes leisteten. Es geschah nichts, um die gefährlichen, erbärmlichen Bedingungen in der Hauptstadt und anderen vom Erdbeben betroffenen Städten zu verbessern. Armselige „provisorische“ Unterkünfte wurden nach dem Beben zum jahrelangen Dauerzustand, und der Choleraausbruch im Oktober des Jahres war vorprogrammiert. Selbst heute noch sind in einigen Gebieten am Stadtrand von Port-au-Prince die nach dem Erdbeben von 2010 errichteten „provisorischen“ Lager dauerhafte Gemeinschaften, darunter die ursprünglichen Zelte für die Opfer und andere aus Ziegelsteinen und allerlei minderwertigen Materialien zusammengebastelte „Häuser“.

Das Erdbeben, das Haiti am 14. August dieses Jahres erschütterte und dessen Epizentrum 150 km westlich von Port-au-Prince nahe der Stadt Petit-Trou-de-Nippes lag, richtete in dem Land, das sich nie von der Katastrophe von 2010 erholt hatte, erneut enorme Zerstörungen an. Haiti hatte keine Technologien zum Erdbebenschutz oder irgendwelche andere Hilfe erhalten, um sich mit modernen Methoden von dem Erdbeben von 2010 zu erholen.

So folgte auf diese Katastrophe die durch das El-Niño-Phänomen verursachte Dürre von 2015 bis 2017, die den mangels Mechanisierung und Bewässerung ohnehin schwachen Landwirtschaftssektor auslöschte und in einigen Landesteilen Ernteverluste bis zu 70% verursachte.

Im Oktober 2016 wütete der Hurrikan Matthew im Südwesten Haitis und zerstörte rund 200.000 Häuser teilweise oder vollständig, so daß 1,4 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigten. In zwei der zehn haitianischen Departements, Grand`Anse und Sud, wurde die Ernte fast vollständig zerstört, was die bestehende Nahrungsmittelknappheit erheblich verschärfte.

Der endgültige Schlag kam im Februar 2018, als der IWF strategisch intervenierte, um die Wirtschaft gezielt zu zerstören, indem er ein mageres Paket von 96 Millionen Dollar an zinsgünstigen Darlehen und Zuschüssen unter der Bedingung anbot, daß die Regierung die Treibstoffsubventionen kürzte. Als die Regierung im Juli dieser Forderung nachkam, schoß der Benzinpreis für den Durchschnittsbürger um 38% in die Höhe und lag mit 4,60 Dollar pro Gallone sogar über dem Preis in den Vereinigten Staaten. Der Preis für Dieselkraftstoff stieg um 47%, der für Kerosin um 51%. Die Folge waren verbreitete und oft gewalttätige Straßendemonstrationen.

So war das Land nicht in der Lage, sich gegen das Erdbeben vom 14. August 2021 zu wehren, bei dem nach Regierungsangaben mehr als 2200 Menschen starben und mehr als 300 vermißt werden, die vermutlich unter Trümmern begraben sind. Mehr als 12.000 Menschen wurden verletzt, und schätzungsweise 600.000 Menschen benötigen humanitäre Hilfe; mehr als 50.000 Häuser sind völlig zerstört und weitere 77.000 beschädigt, insgesamt also 127.000. Seit Jahrzehnten werden Häuser in Haiti nicht vorschriftsmäßig gebaut, weil Bauherren die Kosten für so wichtige, aber teure Materialien wie Zement scheuen. Daher waren die Häuser nicht erdbebensicher, und viele dieser schlampig gebauten Häuser stürzten innerhalb von Minuten unter einer Staubwolke ein.

Dabei kann eine moderne Infrastruktur und grundlegende wirtschaftliche Entwicklung die schlimmsten Folgen von Stürmen, Erdbeben und Dürren zu fast 95% oder mehr beseitigen oder abmildern. Japan zum Beispiel hat große Summen in die Erdbebenvorsorge investiert und die Forschung dazu vorangetrieben. Von den 14 oder 15 bekannten tektonischen Platten der Welt laufen vier in Japan zusammen, wo es über 2000 aktive Verwerfungen gibt; jedes Jahr ereignen sich mehrere Erdbeben, doch meistens mit geringen Folgen. Japans Geheimnis: Grundlagenforschung und Investitionen in die Infrastruktur – was sich im Falle Haitis leicht wiederholen läßt.

Wirtschaftliche Soforthilfe ist der einzige Weg, um chronische Armut, Unterernährung und Krankheiten zu beenden und den Haitianern die Chance zu bieten, ihre schöpferischen Fähigkeiten zu entfalten, um ihre Wirtschaft auf eine höhere Entwicklungsstufe zu heben.

Ein grundlegendes chinesisches Projekt

Chinas Engagement ist von zentraler Bedeutung für ein haitianisches und regionales Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm, das zwangsläufig die Dominikanische Republik, die sich die Insel Hispaniola mit Haiti teilt, und die anderen Nationen des Karibischen Beckens und Mittelamerikas einbeziehen muß, die gemeinsam als Teil der Weltlandbrücke fungieren werden. Wie China mit den vielen Projekten, die es im Rahmen seiner Gürtel- und Straßeninitiative (BRI) in anderen Teilen der Welt finanziert, bewiesen hat, verfügt es über die finanziellen Mittel, das technologische Know-how und vor allem den Willen, die gewaltigen Herausforderungen von Situationen wie der auf Haiti zu bewältigen – ähnlich dem, was China in Afrika unternimmt.

Wenn Haiti Chinas diplomatischen Status ändert, kann China sofort mit bereits fertig geplanten Projekten beginnen, um in Port-au-Prince die Kanalisation, die Wasser- und Abwasseraufbereitung, das Verkehrsnetz und moderne Wohnungen komplett neu aufzubauen.

© SMEDRIC/Bati Ayiti Video

Abb. 2: Komponente des SMEDRIC-Entwicklungsplans: Bau von Abwasserkanälen und einer Kläranlage für 180.000 m3 Abwasser täglich.


Abb. 3: Komponente des SMEDRIC-Entwicklungsplans: Bau einer Wasseraufbereitungsanlage für 225.000m3 Trinkwasser täglich.


Abb. 4: Komponente des SMEDRIC-Entwicklungsplans: Straßen und Eisenbahnen.


Abb. 5: Komponente des SMEDRIC-Entwicklungsplans: Regenwassersammlung und -ableitung.


Abb. 6: Komponente des SMEDRIC-Entwicklungsplans: Stromerzeugung und -verteilung.

Im August 2017 haben zwei chinesische Unternehmen – das Southwest Municipal Engineering and Design Research Institute of China (SMEDRIC) und die Metallurgical Corporation of China (MCC) – eine Reihe detaillierter Projekte im Wert von 4,7 Mrd. Dollar für den Wiederaufbau der Hauptstadt und ihrer Umgebung vorgeschlagen. Bei der Veröffentlichung seines Vorschlags und in einem dazu produzierten kurzen Video wies das Unternehmen SMEDRIC darauf hin, daß diese Projekte für Haitis Hauptstadt Teil eines umfassenderen 30-Milliarden-Dollar-Vorschlags für das gesamte Land seien. Einem Telesur-Artikel vom 1. September 2017 zufolge entstand die Idee für diese Reihe von Projekten auf dem BRI-Gipfeltreffen vom 14.-15. Mai 2017 in Peking. Kurz darauf unternahm eine chinesische Delegation einen achttägigen Planungsbesuch in Haiti und traf sich mit lokalen Beamten.

Die Vorschläge von SMEDRIC für Port-au-Prince sind beeindruckend, wie die folgenden Grafiken veranschaulichen.

– Bau einer neuen Kläranlage in Port-au-Prince, die 180.000 Kubikmeter Abwasser pro Tag behandeln kann (siehe Abbildung 2). Die Kläranlage wird nach dem dreistufigen Prinzip von Vorbehandlung, Erstbehandlung und biologischer Zweitbehandlung arbeiten. Bisher gibt es in der Stadt, in deren Großraum mehr als drei Millionen Menschen leben, keine einzige Kläranlage. Weder in Port-au-Prince noch in anderen haitianischen Städten gibt es eine zentrale Kanalisation.

– Bau einer Wasseraufbereitungsanlage, die 225.000 Kubikmeter pro Tag zu sicherem und reinem Trinkwasser aufbereiten kann (siehe Abbildung 3).

– Installation von 450 öffentlichen Toiletten, drei pro km², Einrichtung einer geordneten Müllabfuhr und Bau einer Mülldeponie, die 1500 Tonnen pro Tag aufnehmen kann.

– Wie in dem Kurzvideo von SMEDRIC dargestellt wird, ist ein weiterer Teil des Plans „Straßenbau, wie z.B. Aus- und Wiederaufbau, Verbreiterung, Sanierung und Verkehrseinrichtungen. Der Bereich umfaßt zwölf Hauptstraßen mit begleitenden Einrichtungen mit einer Gesamtlänge von 100 km, wobei die Straßenentwässerung ein wichtiger Bestandteil der Arbeiten ist.“ Hundert Kilometer mögen nicht viel erscheinen, aber wenn es sie in und um Port-au-Prince gibt, mit Entwässerung und verbreitert, ist das sehr wichtig (siehe Abbildung 4).

– In einer Reihe von Plänen wird der Bau von Entwässerungsanlagen vorgeschlagen, die Überschwemmungen bei „100- und 50-jährlichen Hochwassern“ verhindern können, d.h. Überflutungen, die als solche eingestuft werden, weil sie so außergewöhnlich sind und so viel Wasser ansammeln, daß sie nur einmal in 100 oder 50 Jahren auftreten. Das Regenwasser wird in Rohren aufgefangen und in die Flüsse und das Meer abgeleitet. Dies ist ein erster wichtiger Schritt zur Eindämmung von Überschwemmungen, insbesondere angesichts der Tatsache, daß Port-au-Prince in einem extrem gefährdeten Überschwemmungsgebiet liegt (siehe Abbildung 5).

– Bau eines 600-Megawatt-Erdgaskraftwerks, das auf 2000 Megawatt erweitert werden kann (siehe Abbildung 6).

– Bau eines neuen Rathauses als zentrales Wahrzeichen im Rahmen des Wiederaufbaus der Altstadt von Port-au-Prince.

Der Bürgermeister von Port-au-Prince, Ralph Youri Chevery, befürwortete den Plan in einem Schreiben vom 25. August 2017 an Xie Yong Jian, Berater des Southwest Municipal Engineering Design and Research Institute of China, enthusiastisch: „Wir freuen uns, den Vorschlag für die Bauplanung des Port-au-Prince Municipal Renovation Project zu akzeptieren.“

Zur gleichen Zeit, als SMEDRIC seine Vorschläge machte, veröffentlichte das haitianische Ingenieurbüro Bati Ayiti, das mit der Metallurgical Corporation of China (MCC) zusammenarbeitet, eine eigene Broschüre mit dem Titel „Ein Infrastrukturprojekt für Haiti in Zusammenarbeit mit der Metallurgical Corporation of China“. Sie enthielt diese zusätzliche Information: „Der chinesische Staat und weitere chinesische Privatinvestoren streben ein Investitionsziel von 30 bis 70 Milliarden Dollar in Haiti und bis zu 100 Milliarden Dollar auf dem karibischen Markt an, mit dem Ziel, Haiti in den nächsten zehn Jahren zu einem wichtigen Entwicklungszentrum zu machen.“

Diese wundervollen Vorschläge, deren Umsetzung den Prozeß der völligen Verwandlung von Port-au-Prince und dem ganzen Land eingeleitet hätte, sind nie über das Planungsstadium hinausgekommen.

Das Schiller-Institut erfuhr damals, daß der Internationale Währungsfonds und die damit verbundenen Wall-Street-Interessen Druck auf Haiti ausübten, die Vorschläge abzulehnen. Die US-Regierung und ihr Außenministerium, die bereits nervös waren, weil Panama nur zwei Monate zuvor, am 13. Juni, mit Taiwan gebrochen hatte, wollten keinen Plan tolerieren, für den Haiti mit Taiwan brechen würde.

Die Eisenbahnlinie Haiti-Dominikanische Republik

Ein Vorschlag der China Civil Engineering Construction Corporation (CCECC) für den Bau einer Eisenbahnlinie zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik erweitert die Diskussion über die Umgestaltung Haitis mit chinesischer Hilfe um eine weitere Dimension. Am 20. Februar 2018 veröffentlichte die haitianische Online-Publikation Hougansydney.com einen Artikel mit dem Titel „Projekt zum Bau einer internationalen Eisenbahnlinie zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik, das dem [dominikanischen] Präsidenten Danilo Medina vorgeschlagen wurde“. Darin wird der Vorschlag des Dominikanischen Regionalen Entwicklungsrats (CRD) aus der Region Cibao an Medina beschrieben, eine Bahnstrecke zu bauen, die im Südosten des Landes in der Hafenstadt Haina beginnt, gegen den Uhrzeigersinn verlaufend die Hafenstädte miteinander verbindet und durch den Norden der Dominikanischen Republik führt, bis „die Reise in Haiti endet“. Damit dies funktioniert, muß es in Haiti eine Eisenbahn geben.

Dieser Vorschlag ist nicht neu, er wird seit Jahren diskutiert und geht bereits auf das Jahr 2008 zurück. Aber nachdem die dominikanische Regierung am 1. Mai 2018 bekannt gegeben hatte, daß sie mit Taiwan gebrochen und diplomatische Beziehungen zu Peking aufgenommen hatte, legten der CRD und die China Civil Engineering Construction Corporation (CCECC) im September desselben Jahres Medina einen offiziellen Vorschlag für den Bau einer internationalen Eisenbahnlinie vor. Sie sollte von der CCECC finanziert werden und die Dominikanische Republik mit Haiti verbinden; der Vorschlag umfaßte auch mehrere große Infrastrukturprojekte, die in der Dominikanischen Republik gebaut werden sollten. Laut einem Bericht von BNamericas hat der CRD den Vorschlag im Mai 2021 wieder aufgegriffen, aber Quellen in der Dominikanischen Republik zufolge hat der derzeitige Präsident Luis Abinader, der seit seinem Amtsantritt im August 2020 von den USA unter Druck gesetzt wird, sich von China zu distanzieren, den Vorschlag nicht weiter verfolgt.

Da derartige Projekte stets von Chinas Nationaler Entwicklungs- und Reformkommission (der alten Fünfjahresplanbehörde) geprüft und genehmigt werden, kann man davon ausgehen, daß die Regierung den Plan für wichtig hält. Die von der Metallurgical Corporation of China genannte Investitionssumme von 30-70 Mrd. Dollar in Haiti entspricht den geplanten Investitionen für den gesamten strategischen China-Pakistan-Wirtschaftskorridor (CPEC), die sich auf 62 Mrd. Dollar belaufen. Das deutet darauf hin, daß es den Chinesen ernst damit ist, Haiti „in den nächsten 10 Jahren zu einem wichtigen Entwicklungszentrum“ in der Karibik zu machen, wobei dies immer auchMittelamerika einschließt.

© EIR

Abb. 7: Vorgeschlagene Projekte für eine Belt & Road-Initiative in Mittelamerika und der Karibik.

Die Pläne würden dann in eine Reihe von Vorschlägen für die Seidenstraße zu Lande und zu Wasser integriert. Sie wären verbunden mit dem erweiterten Panamakanal, dem vorgeschlagenen Großen Interozeanischen Kanal in Nikaragua, dem Bau einer Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnlinie durch die Darien-Lücke, dem Bau einer bi-ozeanischen, transkontinentalen Eisenbahn (eine der Strecken würde im brasilianischen Hafen Santos am Atlantischen Ozean beginnen und Bolivien bis zum peruanischen Callao-Distrikt am Pazifischen Ozean durchqueren) sowie weiteren Projekten im Zusammenhang mit der Weltlandbrücke. China hat für mehrere dieser Projekte Entwürfe entwickelt und die Finanzierung angeboten.

Ein neuer Tiefwasserhafen in Fort Liberté an der Nordküste Haitis wird zusammen mit ähnlichen Projekten in Ponce (Puerto Rico) und Mariel (Kuba) als Teil der Maritimen Seidenstraße einen wichtigen Umschlagplatz für den weiteren Frachttransit zur Golf- und Atlantikküste der USA bilden (siehe Abbildung 7).

Der zweite Teil, den wir in der kommenden Woche abdrucken, behandelt im einzelnen die folgenden Bereiche eines umfassenden Aufbauplans:
1. Energie und Elektrizität,
2. ein universelles Gesundheitssystem,
3. Hunger und Landwirtschaft,
4. Eisenbahnen und Straßen,
5. Flug- und Seehäfen,
6. sanitäre Einrichtungen und Wasseraufbereitung,
7. Industrie und Arbeitskräfte,
8. Bildung.


Webcast: Was hinter der Energiepreisexplosion steckt

Aufgrund der in sich zuspitzenden Hyperinflation im Energiesektor sagte Helga Zepp-LaRouche, daß dies genau das sei, wovor ihr Mann gewarnt habe, als der Club of Rome in den späten 60er Jahren mit seinem menschenfeindlichen Slogan der „Grenzen des Wachstums“ begann. Dies sei die Politik von Hjalmar Schacht, eine Strategie der führenden Oligarchen, die die Weltwirtschaft lenken, um die Weltbevölkerung drastisch zu reduzieren, und zwar mit denselben Methoden, die Schacht in Deutschland unter Hitler angewandt habe. Dies wurde jetzt in einem Artikel in der Zeitschrift „Economist“ vom 4. Oktober mit dem Titel „Das Zeitalter der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist vorbei“ und in Klaus Schwabs neuem Buch „Stakeholder Capitalism“ offen als die dunkle Zukunft bezeichnet, die sie durchzusetzen wollen. Zepp-LaRouche erklärte, dies sei „Faschismus mit grünem Antlitz“ und müsse als solcher erkannt werden, um die Menschen zu mobilisieren, ihn zu besiegen.

Sie zerstören nicht nur die weltweite Realwirtschaft, sondern greifen auch die Idee der menschlichen Kreativität an, die die einzige Quelle der Innovation ist, die gezeigt hat, daß es, wie LaRouche schrieb, „keine Grenzen für das Wachstum gibt“. Gleichzeitig lanzieren sie Provokationen gegen China, die zu einem Krieg führen könnten. Sie bekräftigte ihre Ansicht, daß gemeinsame Anstrengungen der Nationen, einschließlich der USA, Rußlands und Chinas, zum Wiederaufbau Afghanistans und Haitis eine Grundlage für die Überwindung dieser ansonsten tödlichen Bedrohung der Menschheit sein können.


Hamilton, China und LaRouche: Wirtschaftliche Entwicklung ist ein unveräußerliches Recht

Wer mit der Methode des Ökonomen und Staatsmannes Lyndon LaRouche vertraut ist, wirtschaftliche Prozesse zu prognostizieren, wird vielleicht die tiefere Bedeutung der folgenden Passage aus dem Londoner Guardian vom 1. Oktober erkennen, eine Bedeutung, die dem Schreiber selbst wahrscheinlich gar nicht bewußt ist. In dem Artikel mit dem Titel „Amerika droht eine Unterbrechung der Versorgungskette und Engpässe. Hier ist der Grund“ schreibt Matt Stoller: „…Was wir erleben, ist auch das Ergebnis jahrzehntelanger politischer Entscheidungen, die in den 1970er Jahren begannen und Verbraucherrechte über Bürgerrechte stellten. Die Konsolidierung der Macht in den Händen von Private-Equity-Finanziers und Monopolisten in den letzten vier Jahrzehnten hat dazu geführt, daß wir auf die Bewältigung eines Versorgungsschocks in keiner Weise vorbereitet sind. Unsere hypereffiziente globalisierte Lieferkette, die einst von Männern wie Tom Friedman in The World Is Flat romantisiert wurde, ist das Problem. Wie das Finanzsystem vor dem Crash von 2008 verbirgt auch diese Art Wirtschaftsordnung ihre Anfälligkeit. Sie scheint ganz gut zu funktionieren, bis sie es nicht mehr tut.“

Es reicht nicht aus, den plötzlichen Zusammenbruch des transatlantischen Lieferkettensystems auf die Covid-Pandemie der letzten 20 Monate zurückzuführen. Geschichte ist in dieser Hinsicht nie „objektiv“. Welche Kräfte waren hier am Werk? Heute vor 35 Jahren ist ein „Ereignis“ eingetreten, ohne dessen Verständnis die gegenwärtigen Ereignisse nicht vollständig nachzuvollziehen sind.

Wenn man die Geschichte ändert…

Lyndon LaRouche erläuterte 2004 in einem Bericht mit dem Titel „Die Nacht, in der sie kamen, um mich unzubringen“ die wahre, „subjektive“ Natur dieser „objektiven“ transatlantischen wirtschaftlichen Entwicklung.

Am 6. Oktober 1986 rückte eine Armee von mehr als vierhundert bewaffneten Personen in die Stadt Leesburg im US-Bundesstaat Virginia ein, um die Büros von EIR und anderer Firmen zu stürmen, aber auch eine andere, dunklere Mission durchzuführen. Das Gebäude, in dem ich mich zu dieser Zeit aufhielt, wurde von einer bewaffneten Truppe umstellt, während Flugzeuge, gepanzerte Fahrzeuge und anderes Personal auf den Schießbefehl warteten. Glücklicherweise kam es nicht dazu, weil jemand höheren Ranges als William Weld, der Leiter der Strafabteilung des Justizministeriums, anordnete, den Angriff auf mich abzubrechen. Die Polizeikräfte, die bereit waren, gegen mich, meine Frau und eine Reihe meiner Mitarbeiter vorzugehen, wurden am Morgen zurückgezogen…

Der Feldzug von 1973 zu meiner ,Beseitigung‘, der Beinahe-Mord vom 6. und 7. Oktober 1986 und der hartnäckige Versuch, mich jetzt (2004) von allen Debatten auszuschließen, sind allesamt Produkte desselben Themas, nämlich meines Kampfes gegen die Bemühungen bestimmter liberaler Ökonomen und anderer, die gesamte Welt unter die Fuchtel der Politik des ehemaligen Nazi-Wirtschaftsministers Hjalmar Schacht zu stellen.

Der eigentliche Ursprung dieser und ähnlicher Aktionen ist nicht das US-Justizministerium, sondern eine viel höhere Instanz als die US-Regierung, nämlich dieselbe Ansammlung internationaler finanzoligarchischer Interessen venezianischer Prägung und die mit ihnen verbundenen Anwaltskanzleien, die zwischen 1922 und 1945 die Welle faschistischer Diktaturen in Kontinentaleuropa ausgelöst haben. Das gemeinsame Merkmal dieser internationalen Finanzinteressen, damals, in den Jahren 1922-1945, und heute, ist ihr gegenwärtiger Plan, in den USA selbst und in der ganzen Welt eine Schachtsche Ökonomie einzuführen…

Die USA als größte produktive Nation der Welt in einen Schachtschen, ,nachindustriellen‘ Utopismus zu verwandeln, war das Markenzeichen der Nixon-Kampagne für die Präsidentschaft 1966-1968. Der Unsinn dieser ,nachindustriellen‘ Entwicklung hin zu einem wildem Monetarismus brachte die US-Regierung an den Punkt, wo sie ihre törichte Wirtschafts- und Kulturpolitik in der Zeit nach Kennedy aufgeben oder genau die Entscheidung treffen musste, vor der ich gewarnt hatte. Nixons Entscheidung vom 15. August 1971 machte den Marsch in Richtung Ruin und faschistoider Diktatur unausweichlich.“

Heute, wie 1986 und 2004, stehen der Welt zwei Systeme zur Wahl: Einerseits das System „Rees’scher Entscheidungen“, benannt nach John Rawlings Rees vom Tavistock-Institut, das durch eine angebliche „Entwicklungspolitik“ charakterisiert ist – eine Politik finanzieller Ausplünderung, wie sie durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) gegenüber dem afrikanischen Kontinent seit der Zeit nach Kennedys Ermordung betrieben wird. Andererseits das noch existierende „Amerikanische System“ mit seinen „Hamiltonischen“ Entscheidungen, das kürzlich von China als „Win-Win-Kooperation“ bezeichnet wurde. Als Chinas stellvertretender Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, Geng Shuang, vor kurzem in diesem Gremium erklärte, die internationale Gemeinschaft solle „keine Mühen scheuen, um Haiti humanitäre Hilfe zu leisten und den Wiederaufbau nach der Katastrophe zu unterstützen“, eröffnete er eine „strategische Denkrichtung“, die weitaus mächtiger ist als die selbstzerstörerische „Operation Orkus/Global Britain“ im transpazifischen Raum.

Hamiltons „Haiti-Mission“ vollenden

Die Vereinigten Staaten dachten einst so. Im Jahr 1861 entsandten die Vereinigten Staaten unter Abraham Lincoln den Botschafter Anson Burlingame als diplomatischen Gesandten nach China, das damals im Zweiten Opiumkrieg vom Britischen Empire unterjocht wurde. Heute, im Jahr 2021, versucht China, sich an die Vereinigten Staaten zu wenden, deren institutionelle Führung und kulturellen Einrichtungen nun ebenfalls unterjocht und durch einen „Opiumkrieg“ weitgehend zerstört sind – auch wenn dieses Mal keine äußere Gewalt, sondern die Churchillsche Verführungstaktik eingesetzt wurde. Die Vereinigten Staaten wurden durch das Tavistock-Institut und seinen Ableger, die Frankfurter Schule, dazu gebracht, sich selbst zu zerstören, sich selbst zu deindustrialisieren, den wissenschaftlichen Fortschritt abzulehnen und sich nun selbst zu entvölkern. Der chinesische Vorschlag, gemeinsam Haitis Souveränität gegen die internationale Drogenmafia zu verteidigen, die das Land jetzt unterjocht, d.h. Häfen, Eisenbahnlinien und Stromversorgung mit Kernenergie zu bauen, könnte die Vereinigten Staaten wieder zur Vernunft bringen.

Der LaRouche-Vorschlag für den dringenden Wiederaufbau Haitis, mit dem das übergeordnete Konzept von Entwicklungskorridoren und einer „Wirtschaftsplattform“ in einem der ärmsten Gebiete der Welt eingeführt wird, kann, wie Helga Zepp-LaRouches Vorschlag für Afghanistan, ein Weg für Amerika sein, zu seiner früheren Perspektive von Hamilton, Lincoln und Roosevelt zurückzukehren, die insbesondere erfolgreich sein kann, wenn sie von einer Gruppe von Amerikanern aus dem Komitee für den Zusammenfall der Gegensätze vertreten wird.

Die Tatsache, dass China die Welt bei den Vereinten Nationen auf die Krise in Haiti aufmerksam gemacht hat, bietet den Vereinigten Staaten die Möglichkeit, nicht die Tavistock-Methode zu wählen, sondern die „Win-Win“-Methode, die schon immer das wesentliche Merkmal des Amerikanischen Systems war, das in den Worten von Henry Carey „das einzige ist, das jemals entwickelt wurde, das darauf aus war, den Zustand der Menschen in der ganzen Welt zu verbessern und anzugleichen.“


Chinesische und russische UN-Gesandte rufen die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung Haitis auf

Es ist bemerkenswert, daß bei der Debatte des UN-Sicherheitsrates über Haiti nur die Vertreter Chinas und Rußlands darauf hinwiesen, daß Haiti nach dem schweren Erdbeben einen dringenden Bedarf an Entwicklung und Wiederaufbau hat, der über bloße Soforthilfe hinausgeht.

Alle anderen Vertreter, die sich zu Wort meldeten, sprachen lediglich davon, daß sich die Haitianer darauf einigen müßten, die Krise der Regierung und der Institutionen des Landes und das ernste Sicherheitsproblem von Banden und Drogen zu lösen. Aber wenn man nicht von der geringen humanitären Hilfe zu einer internationalen Unterstützung übergeht, die es Haiti ermöglicht, ein umfassendes Wiederaufbauprogramm umzusetzen, wie es das Schiller-Institut vorschlägt, ist keine politische Lösung möglich.

Geng Shuang, stellvertretender Ständiger Vertreter Chinas bei den Vereinten Nationen, rief die internationale Gemeinschaft auf, Haiti beim Wiederaufbau zu helfen und „keine Mühe bei der humanitären Hilfe und dem Wiederaufbau nach der Katastrophe zu scheuen… China appelliert an die internationale Gemeinschaft, aktiv auf die humanitären Hilfsaufrufe der UN in Höhe von 187 Millionen Dollar zu reagieren, und fordert die haitianische Regierung auf, eng mit dem UN-System zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, daß die Hilfsgüter die Bedürftigsten erreichen und um Verschwendung und Veruntreuung zu vermeiden“, sagte er.

Geng schlug einen Strategiewechsel vor, denn die humanitäre Strategie für das Land, für die seit 2010 14,7 Milliarden US-Dollar ausgegeben wurde, „muß noch die erwarteten Ergebnisse bringen… Das langjährige Hilfsmodell der internationalen Gemeinschaft, das mit Bluttransfusionen und Sauerstoff für Haiti verglichen werden kann, hat sich weder als besonders wirksam noch als nachhaltig erwiesen… Wir sind bereit, gemeinsam mit den übrigen Ratsmitgliedern die systemischen und operativen Hindernisse für Frieden und Entwicklung in Haiti anzugehen und einen neuen Ansatz in Betracht zu ziehen, um Haiti aus seiner Notlage zu helfen“, sagte er.

Der Erste Stellvertretende Ständige Vertreter Russlands, Dmitry Poljanskij, sprach von der „dringenden Notwendigkeit, sich mit Fragen zu befassen, die für alle Staaten unvermeidlich sind, darunter die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Verbesserung des allgemeinen Lebensstandards… Wir sind entsetzt über die Angaben im Bericht der Weltbank, wonach im Jahr 2021 60% der Haitianer unter die Armutsgrenze fallen werden…. Es liegt auf der Hand, daß eine solch katastrophale Situation in diesem Inselstaat eine konsolidierte internationale Unterstützung erfordert, vor allem von den regionalen Nachbarn“.

Viele Vertreter konnten nicht umhin, auf die schockierende Entscheidung hinzuweisen, Tausende von Menschen nach Haiti zurückzuschicken, die nicht nur in Poljanskij Worten „ihr letztes Geld zusammengerafft hatten, um das Land auf der Suche nach einem besseren Leben für ihre Kinder zu verlassen“. Zu diesem Thema schwieg die US-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield.


UN-Agenturen warnen erneut: Afghanischen Kindern droht „akute Unterernährung“ und Tod

Nach einem Besuch in Herat warnten die Vertreter von UNICEF und des Welternährungsprogramms (WFP) in Afghanistan, Hervé Ludovic De Lys bzw. Mary-Ellen McGroarty, daß die Hälfte der afghanischen Kinder unter fünf Jahren – schätzungsweise 3,2 Millionen Kinder – bis Ende des Jahres an akuter Unterernährung leiden werden und mindestens eine Million von ihnen vom Tod bedroht sind, wenn sie nicht sofort Hilfe erhielten.

Das Welternährungsprogramm schätzt, daß 95% der Haushalte in Afghanistan nicht genug zu essen haben, und die beiden UN-Organisationen stellen jetzt 100 weitere mobile Gesundheits- und Ernährungsteams auf, zusätzlich zu den 168, die bereits in schwer zugänglichen Gebieten tätig sind. UNICEF-Vertreterin De Lys warnte: „Der Ernährungszustand von Müttern und ihren Kindern verschlechtert sich von Tag zu Tag… Die Kinder werden immer kränker und ihre Familien sind immer weniger in der Lage, ihnen die notwendige Behandlung zukommen zu lassen. Die sich rasch ausbreitenden Ausbrüche von Masern und akuter Durchfälle werden die Situation nur noch verschlimmern.“

McGroarty vom WFP bekräftigte: „Wenn wir jetzt nicht eingreifen, wird die Unterernährung nur noch schlimmer werden. Die internationale Gemeinschaft muß die vor Wochen zugesagten Mittel freigeben, sonst könnten die Auswirkungen unumkehrbar sein.“


China beginnt mit humanitärer Hilfe für Afghanistan

Eine von der chinesischen Regierung bereitgestellte Hilfslieferung, die hauptsächlich aus warmen Materialien wie Decken und Baumwollkleidung besteht, traf am Mittwoch in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans, ein.

„Die erste Lieferung von Hilfsgütern zeigt die tiefe Liebe und Freundschaft des chinesischen Volkes und spiegelt Chinas Rolle als großes Land wider, das seine Versprechen einhält und freundlich zu seinen Nachbarn ist, was einen großen Schritt zum Aufbau einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit darstellt“, sagte Luo Zhaohui, Leiter der chinesischen Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit.

Angesichts der Bedürfnisse des afghanischen Volkes hat China beschlossen, dringend Nahrungsmittel, Materialien für den Winter, COVID-19-Impfstoffe und Medikamente im Wert von 200 Millionen Yuan bereitzustellen, so Außenminister Wang Yi, der sich kürzlich dazu äußerte.

Wenn die Sicherheitslage und andere Bedingungen gegeben sind, sei China bereit, Afghanistan beim Aufbau von Projekten zu helfen, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen beitragen und den Frieden und den Wiederaufbau unterstützen.


UN-Organisationen warnen, daß die Bedingungen für die Rückführung von Haitianern nicht gegeben seien

Da Mexiko damit begonnen hat, einige haitianische Migranten nach Haiti zurückzuschicken, und in anderen Ländern der Region die Forderung laut wird, dasselbe zu tun (z. B. von einem hochrangigen Beamten der Royal Defense Force der Bahamas, der die Rückführung der USA als Vorbild nannte), haben vier Organisationen der Vereinten Nationen – die Internationale Organisation für Migration, das UN-Flüchtlingswerk, das Kinderhilfswerk und das Büro für Menschenrechte – am Donnerstag eine gemeinsame Erklärung herausgegeben, in der sie davor warnen, daß „die Bedingungen in Haiti nach wie vor katastrophal sind und eine erzwungene Rückkehr nicht zulassen“.

Die Erklärung erinnert die Regierungen daran, daß internationales Recht kollektive Abschiebungen verbiete und verlangt, daß jeder Fall individuell geprüft werde, um den Schutzbedarf nach internationalem Menschenrechts- und Flüchtlingsrecht zu ermitteln“. Und daß „ein diskriminierender öffentlicher Diskurs, der die menschliche Mobilität als Problem darstellt, zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit beitragen kann und vermieden und verurteilt werden sollte“.

Es werden verschiedene offizielle Statistiken über Armut und Gewalt in Haiti zitiert, wie z.B., daß „etwa 4,4 Millionen Menschen, d.h. fast 46 % der Bevölkerung, von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, darunter 1,2 Millionen Menschen, die sich in einer Notlage befinden, und 3,2 Millionen Menschen in einer Krise“. Die Auswirkungen des Erdbebens vom 14. August belasten bereits jetzt jede [nationale] Kapazität zur Aufnahme der zurückkehrenden Haitianer“, stellen sie fest.

Sie fordern die Regierungen auf, „die grundlegenden Menschenrechte der Haitianer auf der Flucht zu wahren“, aber wie die humaneren Regierungen in der Region beschränken sich die UN-Organisationen auf die Forderung nach regionaler Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Krise und auf das Angebot von Schutzmechanismen oder anderen legalen Aufenthaltsregelungen für einen effektiveren Zugang zu regulären Migrationswegen, um dieser schrecklichen Situation abzuhelfen.

Was fehlt, ist die einzige Maßnahme, die die Ursache dieser und ähnlicher Migrationskrisen beseitigen könnte: die Beseitigung der Bedingungen des völligen Elends, des Drogenhandels und der Gewalt, die durch das gescheiterte liberale monetaristische Freihandelssystem geschaffen wurden und das Leben von Millionen Menschen in vielen Ländern unerträglich machen.


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