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Helga Zepp-LaRouche

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Helga Zepp-LaRouche: „Die Weltgeschichte darf nicht in einer Tragödie enden“

Helga Zepp-LaRouche eröffnete ihren Vortrag mit den Worten, die Geschichte müsse nicht in einer Tragödie enden: „Wer will die Tatsache leugnen, daß wir mit dem gefährlichsten Moment der Geschichte überhaupt konfrontiert sind? Lassen Sie mich dies von Anfang an mit Nachdruck sagen: Diese vielschichtige, noch nie dagewesene Krise ist ausschließlich das Ergebnis einer falschen Politik, und deshalb kann sie korrigiert werden. Das heißt, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist. Diesen politischen Willen zu mobilisieren, darum geht es bei dieser Konferenz, mit der wir den 100. Geburtstag meines verstorbenen Mannes Lyndon LaRouche ehren.“

Sehen Sie sich auch die Beiträge der ersten drei Panel der Schiller-Institut Konferenz: “Wie die Menschheit die größte Krise der Weltgeschichte überleben kann” an. Panel 4 wird in Kürze veröffentlicht werden


100. Jahrestag der Geburt von Lyndon LaRouche – Die Ideen von Lyndon LaRouche werden die Zukunft der Menschheit prägen

100. Jahrestag der Geburt von Lyndon LaRouche

Die Ideen von Lyndon LaRouche werden die Zukunft der Menschheit prägen

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Von Helga Zepp-LaRouche

Am 8. September vor hundert Jahren wurde Lyndon LaRouche geboren, den eine große Anzahl von Menschen auf der ganzen Welt, ich eingeschlossen, für den größten Denker seiner Epoche halten. Er ist andererseits für das transatlantische Establishment die am meisten gehaßte, gefürchtete und verleumdete Person, was in Zeiten von Trump, Putin und Xi Jinping eine ganze Menge heißen will. Da ich das Glück hatte, mit ihm 41 Jahre lang verheiratet gewesen zu sein und gemeinsam mit ihm ein halbes Jahrhundert lang eine internationale Bewegung aufgebaut zu haben, kann ich meine persönliche Meinung hinzufügen, daß er im Sinne Friedrich Schillers die schönste Seele war, der ich jemals begegnet bin, d.h. für ihn fielen Freiheit und Notwendigkeit, Leidenschaft und Pflicht in Eins, und er war genau die Art von Individuum, für das Schiller zufolge diese Charakterisierung zutrifft: ein Genie. Und das wirklich Hervorragende ist, daß seine Ideen heute lebendig sind und in vielen Ländern dieser Welt wirken.

Lyndon LaRouche hatte ein beispielloses Wissen und einen untrüglichen Sinn für philosophische, epistemologische, kulturelle und naturwissenschaftliche Zusammenhänge, der ihn in die Lage versetzte, sich in der Geschichte dieser Ideen zurechtzufinden und sofort deren wesentlichen Charakter zu erkennen. Von dieser Fähigkeit geleitet, wies er Anfang der 50er Jahre die Informationstheorie und Systemanalyse von Leuten wie Norbert Wiener und John von Neumann als ungeeignet, wirtschaftliche Prozesse zu beschreiben, zurück und entwickelte seine eigene wirtschaftswissenschaftliche Methode der physischen Ökonomie, die u.a. auf Gottfried Wilhelm Leibniz, Friedrich List, Henry C. Carey und Bernhard Riemann aufbaute.

Von diesem Standpunkt aus, angereichert durch eine reiche Kenntnis der zweieinhalbtausendjährigen europäischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte und der Universalgeschichte überhaupt, erkannte er mit größerer Klarheit als irgendjemand anderes die potentiell katastrophalen Auswirkungen der Rock-Drogen-Sex-Gegenkultur der 60er Jahre auf das kognitive Potential und damit auf die langfristige Produktivität der Bevölkerung.

Seine wahrscheinlich bedeutsamste Prognose war allerdings seine Beurteilung der Folgen von Präsident Nixons Beseitigung des Bretton-Woods-Systems durch die Einführung flexibler Wechselkurse und die Aufhebung des Goldstandards des Dollars am 15. August 1971. Wenn man den damit verbundenen Richtungswechsel zu einem rein monetaristischen, auf Profitmaximierung ausgerichteten Finanzsystem beibehalte, so warnte er damals, werde sich die Welt notwendigerweise auf eine neue Depression, einen neuen Faschismus und die Gefahr eines neuen Weltkrieges zubewegen, es sei denn, eine völlig neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung werde eingeführt.

Leider hat das transatlantische Establishment nicht auf ihn gehört, und deshalb befindet sich die Welt heute, 50 Jahre später, genau an diesem Punkt, den er prognostiziert hatte. Entlang des Weges dieser Jahrzehnte legte er jedesmal, wenn die Finanzoligarchie der Wall Street und der Londoner City den Prozeß der Deregulierung der Märkte auf Kosten der Realwirtschaft vorantrieb, seinen Finger auf die Wunde und analysierte die Konsequenzen dieser Politik. Die Politik der „Kontrollierten Desintegration der Ökonomie“ der Carter-Administration, die Hochzinspolitik Volckers, das Outsourcing in Billiglohnländer, die Politik der Just-in-time-Produktion, die Politik der Mergers and Aquisitions, Reagonomics und Thatcherismus, die Aufhebung des Glass-Steagall-Gesetzes, die Shareholder-Value-Gesellschaft, die Derivatspekulation, die fatale Wirkung der wundersamen Geldvermehrung von QE und Null-Zins-Politik: all diese Meilensteine des neoliberalen Finanzsystems prangerte er als fundamentale Fehlentwicklungen an, die letztlich nur Stationen auf dem Weg zum Systemkrach waren.

Anstatt seine Analysen zum Anlaß für eine Kurskorrektur zu nehmen, betrachtete ihn die Finanzoligarchie von Anfang an als eine tödliche Bedrohung für ihr System und setzte einen jahrzehntelangen internationalen Feldzug in Gang, um LaRouches Ideen und damit seinen Einfluß zu unterdrücken. Ein ganzes Heer von Einflußagenten in Medien und Institutionen aller Art, darunter Diplomaten in aller Herren Länder, wurde weltweit eingesetzt, um Personen unter Druck zu setzen, sobald sie in irgendeiner Form Interesse an seinen Vorschlägen manifestierten.

Die Hunderte, wenn nicht Tausende von messerscharfen Analysen und Einschätzungen, die LaRouche über die Jahre lieferte, hätten absolut ausgereicht, um die gegenwärtige strategische Katastrophe zu verhindern. Aber er nutzte seine Warnungen auch stets, um Lösungskonzepte zu präsentieren.

Als Anfang der 80er Jahre mehrere Staatschefs anfingen, seine Ideen aufzugreifen und umzusetzen, fiel im wesentlichen die Entscheidung der Finanzoligarchie, daß LaRouche ausgeschaltet werden müsse. Der damalige mexikanische Präsident López Portillo hatte LaRouche gebeten, ihm ein Programm zur Verteidigung des Peso und der Wirtschaft zu schreiben, das Mexiko am 1. September 1982 umzusetzen begann. Die indische Premierministerin Indira Gandhi begann in dem gleichen Zeitraum, das von LaRouche vorgeschlagene 40-Jahres-Programm zur wirtschaftlichen Entwicklung Indiens umzusetzen. Und am 23. März 1983 verkündete Präsident Reagan das von LaRouche vorgeschlagene Programm der SDI, was der weitreichendste Vorschlag für eine neue globale Sicherheitsarchitektur war, der bisher von irgend jemand konzipiert wurde und der die Blöcke der NATO und des Warschauer Paktes überwunden und eine großangelegte Entwicklungsperspektive für den Entwicklungssektor in Gang gesetzt hätte. Reagan war damals zu einer solchen Änderung der strategischen Konstellation bereit, während die Arbatow-Ogarkow-Gorbatschow-Fraktion in der Sowjetunion diesen Vorschlag zurückwies und damit einen Weg einschlug, der wesentlich zum baldigen Untergang der Sowjetunion beigetragen hat.

LaRouche nahm achtmal als Kandidat am US-Präsidentschaftswahlkampf teil, davon siebenmal in der Demokratischen Partei. Alleine über alle die Sabotageoperationen zu berichten, die der Apparat der Parteiführung, der mit Al Gore, Barack Obama, Hillary Clinton und der heutigen Führung assoziiert ist, gegen LaRouche in Gang setzte, würde ein ganzes Buch füllen. Als LaRouche-Kandidaten 1986 begannen, Wahlen zu gewinnen – bei Vorwahlen in Illinois für das zweit- und dritthöchste Amt des Bundesstaats -, fiel die Entscheidung, nun endgültig gegen ihn vorzugehen. Am 6. Oktober 1986 inszenierte das FBI einen Überfall auf den Wohnsitz und die Büros von LaRouche, bei dem 400 schwerbewaffnete Sicherheitskräfte, gepanzerte Fahrzeuge und Helikopter zu Einsatz kamen, ein Vorgehen, im Vergleich zu dem der kürzliche Überfall auf Trumps Anwesen in Mar-a-Lago mit 40 FBI- Agenten einen Kindergeburtstag darstellte. Ziel des Überfalls auf LaRouche und meine Person war nichts weniger, als uns physisch auszuschalten, was nur durch eine Intervention des Weißen Hauses verhindert werden konnte.

Was folgte, waren fingierte Anklagen, der illegale Einsatz der Steuerbehörde IRS, manipulierte Gerichtsprozesse und schließlich die Inhaftierung LaRouches und einer Reihe seiner Mitarbeiter.

Der ehemalige Justizminister der Johnson-Administration, Ramsey Clark, der sich auf eigene Initiative in den Prozeß einschaltete, beschrieb das Vorgehen der Administration nach der Freilassung von LaRouche in einem von Bürgerrechtlern und afroamerikanischen Landtagsabgeordneten veranstalteten internationalen Tribunal folgendermaßen:

„Aber was die komplexe und umfassende Ausnutzung von Polizei, Staatsanwaltschaft, Medien und Nichtregierungsorganisationen angeht, die sich auf die Zerstörung eines Feindes konzentrierten, muß dieser Fall an erster Stelle stehen. Es gibt einige Fälle, bei denen die Regierung selbst im Laufe der Zeit mehr getan und auch mehr Unrecht getan haben mag, aber in Bezug auf das enge Zusammenspiel und die Kombination von Bundes-, Landes- und lokalen Behörden, von Exekutive und sogar einigen Zweigen der Legislative und der Judikative, von großen Medien und kleinen lokalen Medien und von einflußreichen Lobbyisten, insbesondere der ADL [Anti-Defamation League], steht dieser Fall an der Spitze.

Als Zweck kann nur angesehen werden, sie völlig zu zerstören – nicht bloß eine politische Bewegung, mehr als eine politische Figur, das sind sie beides; aber vor allem sind sie ein fruchtbarer Motor von Ideen, ein gemeinsames Unternehmen des Denkens und Studierens und Analysierens zur Lösung von Problemen, unabhängig von den Auswirkungen auf den Status quo oder auf die eigenen Interessen. Es war eine bewußte Absicht, das um jeden Preis zu zerstören…“

Ich habe an diesem Tribunal teilgenommen. Ich betonte emphatisch, daß das größte Verbrechen gegen LaRouche nicht darin bestand, diesen großen, wunderbaren Geist unschuldig mit Gefängnis zu bestrafen, sondern daß durch die umfangreiche Kampagne zur Diffamierung seines Namens und damit seiner Ideen die amerikanische und darüber hinaus die internationale Gesellschaft weitgehend daran gehindert wurde, sich mit seinen Ideen und vor allem Lösungen auseinanderzusetzen.

Heute, 27 Jahre nach diesem Tribunal, zum Zeitpunkt des 100. Geburtstags von Lyndon LaRouche, kann man das Resultat des versuchten Vernichtungsfeldzugs der Finanzoligarchie gegen LaRouche studieren. Das transatlantische Finanzsystem steht vor seinem hyperinflationären Ende, die „regelbasierte Werteordnung“ und die NATO sind ein Koloß auf tönernen Füßen. Dazu der durchsichtige Versuch, die „Narrative“ zu kontrollieren, indem der gesamten Bevölkerung ein Maulkorb verpaßt und jeder, der eine eigene Meinungsäußerung zu den Ursachen des Kriegs oder der Inflation laut werden läßt, sofort als „Putin-Agent“ verleumdet wird. Wenn der Westen so weitermacht, werden wir scheitern.

Auf der anderen Seite sind die Ideen von LaRouche enorm erfolgreich. Seine Ideen zur infrastrukturellen Entwicklung der Entwicklungsländer, die er seit den frühen siebziger Jahren präsentiert hat, sein Programm der Neuen Seidenstraße, die zur Weltlandbrücke wird, womit er auf den Kollaps der Sowjetunion reagiert hat, werden heute von China und seiner BRI/Seidenstraßen-Initiative verwirklicht. Das neue Wirtschafts- und Finanzsystem, das heute von vielen Ländern und Institutionen des Globalen Südens verwirklicht wird, basiert auf seinem Konzept der physischen Ökonomie; Ökonomen in vielen Ländern, vor allem Asiens, studieren die Schriften von LaRouche und setzen sie zum Vorteil ihrer Länder um.

LaRouche war ein Patriot, und zwar dem Amerika gegenüber, das den ersten erfolgreichen Unabhängigkeitskrieg gegen das Britische Empire geführt hatte, aber er war ebenso ein Weltbürger, der immer das Interesse der ganzen Menschheit voran stellte. Die Menschen spürten das, und wenn LaRouche in Länder des Entwicklungssektors oder Europas reiste, dann sprachen sie ihm oftmals ihr absolutes Vertrauen in einer Weise aus, wie es nur wahre Freundschaft vermag.

Mit der Zurückweisung der Ideen LaRouches hat sich der Westen keinen Gefallen getan. Daß die USA ihren größten Sohn auf so unwürdige Weise behandelt haben, wird ein ewiger Schandfleck in ihrer Geschichte bleiben. Die Länder, die seine Ideen anwenden, sind wirtschaftlich bereits erfolgreich und werden dies in der Zukunft noch mehr sein. Ihm wurde zwar während seines langen und unvergleichbar produktiven Lebens der offizielle Erfolg von Ländern des Westens versagt, aber er hat ein reiches, außergewöhnlich erfülltes und glückliches Leben gehabt, weil er innerlich der freiste und kreativste Mensch auf Erden war. War Sokrates erfolgreich, obwohl sie ihn umgebracht haben? Er ist es, während seine Mörder vergessener Staub sind.

Lyndon LaRouche ist die Nemesis seiner Feinde und die Freude und der Stolz einer künftigen besseren Epoche der Menschheit. Er wird unsterblich leben.


Webcast: Forderung nach Diplomatie ist keine „russische Propaganda“

Helga Zepp-LaRouche wies auf die Äußerungen von Präsident Putin auf der Moskauer Sicherheitskonferenz hin, in denen er sagte, die Welt befinde sich in einer Übergangsphase und es gebe ein enormes Potenzial für eine neue finanzielle und strategische Architektur. Der Versuch, eine ehrliche Debatte zu kriminalisieren, zeige die Verzweiflung des Establishments, die Opposition zum Schweigen zu bringen. Tatsächlich sei es aber nicht möglich, „die gesamte Bevölkerung mundtot zu machen“, sagte sie.

Sie erläuterte Aspekte dieses Übergangs: die Stärke des Bündnisses zwischen Rußland und China, die Ablehnung der unipolaren Ordnung durch die Länder des globalen Südens und die wachsende Mobilisierung der Bürger in den Entwicklungsländern, in Europa und den USA, die grundlegende Veränderungen anstreben, weg von den Kriegen, die sich aus der geopolitischen Aufteilung in Blöcke ergeben. Es ist ein Moment großer Gefahr, aber auch des Potentials für die Art von Veränderung, der Lyndon LaRouche sein Leben gewidmet hat. Sie forderte die Menschen auf, sich ihr an diesem Samstag anzuschließen, wenn sie auf dem Manhattan-Projekt-Treffen spricht, das den 75. Jahrestag der indischen Unabhängigkeit feiert.


Helga Zepp-LaRouche bei CGTN: Warnung vor Abkopplung Deutschlands und Europas von China

Am 9.8. wurde Helga Zepp-LaRouche im  „World Today“-Podcast von CGTN zu den Folgen einer Abkopplung der EU und Deutschlands von China interviewt. Der Moderator bezog sich dabei konkret auf das Ergebnis einer Szenarioanalyse des ifo-Instituts im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft . Darin heisst es, die Abkopplung der EU und Deutschlands von China könnte Deutschland fast sechsmal so viel kosten wie der Brexit. 

„…CGTN: Auf Deutschland kämen Kosten zu, die fast sechsmal so hoch wären wie der Brexit, wenn Deutschland und die Europäische Union China aus ihren Volkswirtschaften ausschließen würden. Was halten Sie von diesen Prognosen?

ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, es ist viel schlimmer, denn wie Sie bereits erwähnt haben, gibt es derzeit Bestrebungen, Deutschland und ganz Europa in eine Abkopplung von Russland und China zu drängen. Das wäre meiner Meinung nach wirtschaftlicher Selbstmord. Es gibt bereits eine fast vollständige Abkopplung von Russland, die zu einer Explosion der Energiepreise geführt hat. Die Hyperinflation hat nichts mit der Ukraine oder dem Krieg Russlands mit der Ukraine zu tun. Sie hat mit der quantitativen Lockerung und dem jahrelangen Pumpen von Geld zu tun. Es gibt also eine Hyperinflation, ebenso wie  eine Energiekrise. Und wenn man sich jetzt auch noch von China, dem wichtigsten Handelspartner Deutschlands, abkoppeln würde, wäre das wirtschaftlicher Selbstmord. Ich denke, das ist etwas, was die Menschen überdenken und wovon sie wirklich Abstand nehmen sollten, denn es würde zu einem kompletten sozialen Chaos in Deutschland und Europa führen, mit unvorhersehbaren Folgen.

CGTN: Dem Bericht zufolge wären die größten Verlierer eines Handelskriegs mit China die Automobilindustrie, die Hersteller von Transportmitteln und der Maschinenbau, die über Jahre hinweg enge Beziehungen zu China unterhalten haben. Hören wir angesichts der immer lauter werdenden Argumente für eine Entkopplung in Deutschland und der Europäischen Union auch Stimmen aus diesen Branchen?

ZEPP-LAROUCHE: Nun, meine persönliche Erfahrung in Gesprächen mit vielen dieser Unternehmen ist, dass die einzelnen Firmen wirklich in China bleiben wollen, aber sie werden von den Banken mit ihrer Kreditpolitik, dem Finanzsektor, unter Druck gesetzt, und das alles hängt mit der Wall Street und der City of London zusammen. Sie haben geopolitische Motive, um diese Abkopplung voranzutreiben. Ich denke, wenn die deutsche Industrie überleben will, und ich meine wirklich überleben, denn es ist eine existenzielle Situation, in der sich die meisten von ihnen befinden, müssen sie aufstehen und ihre eigenen Interessen verteidigen. Sie müssen für die Arbeitsplätze der Menschen kämpfen, sie müssen für die deutschen Interessen und das Gemeinwohl der Menschen eintreten.

Ich glaube, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten auf eine unglaubliche soziale Krise zusteuern. Die Frage ist: Wird Deutschland diesen Angriff wirtschaftlich überstehen? Es ist an der Zeit, dass Deutschland seine eigenen Interessen definiert und nicht das Instrument der NATO ist. …

CGTN: In Anbetracht dessen, worüber wir gesprochen haben, schlagen viele Experten in Deutschland vor, dass Unternehmen weitere Länder finden sollten, um die Abhängigkeit von China zu verringern. Was halten Sie von diesem Vorschlag? Kann China als wichtigster Handelspartner Deutschlands zumindest kurzfristig abgelöst werden?

ZEPP-LAROUCHE: Kurzfristig sicher nicht, denn die Idee, zu diversifizieren und Partnerschaften mit so genannten „gleichgesinnten Demokratien“ einzugehen, betrifft, wenn man es genau betrachtet, nur die USA, Großbritannien, die Länder der Five Eyes, Japan und Neuseeland. Aber die überwältigende Mehrheit ist für Chinas BRI. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die BRICS, die meisten Länder des globalen Südens wollen Entwicklung. Es gibt eine Wiederbelebung des Geistes von Bandung, also der Bewegung der Blockfreien. Ich denke, es wäre völliger Selbstmord für Länder wie Deutschland, die sehr exportabhängig sind, diese Zukunftsmärkte abzuschneiden. Das einzige Wachstum, das in der letzten Zeit stattgefunden hat, war in Asien, und nicht im atlantischen Sektor. Deutschland sollte also wirklich sein eigenes Interesse neu definieren. …“

Auf diesem Link zu dem gesamten Interview auf englisch. Frau Zepp-LaRouches Segment ist: ④ Decoupling with China could cost Germany six times as much as Brexit, a study shows und fängt bei 33:55 min. an.


The Hindu: Interview mit Helga Zepp-LaRouche – Schiller-Institut fordert ein neues Bretton Woods

Aug. 6 (EIRNS)- Unter der Überschrift „Schiller-Institut fordert neues Bretton Woods zur Beendigung von Krieg und Wirtschaftskrise“ veröffentlichte die führende indische Tageszeitung The Hindu am 6. August einen ausführlichen Artikel über ein Interview mit der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Darin schildert sie ausführlich die Rolle ihres verstorbenen Mannes Lyndon LaRouche bei der Gestaltung der Politik für eine neue internationale Wirtschaftsordnung und der Bewegung der Blockfreien Staaten, seine engen Beziehungen zu Indien, die bis in die Zeit seines Einsatzes im Zweiten Weltkrieg in China und Indien zurückreichen, sowie seine und Helga Zepp-LaRouches persönliche Freundschaft mit Premierministerin Indira Gandhi. Begleitet wird der Hindu-Artikel mit einem großen Foto von Herrn und Frau LaRouche mit dem damaligen indischen Präsidenten K.R. Narayanan während eines Treffens im Präsidialamt im Jahr 2001.

The Hindu wies einleitend darauf hin, daß der verstorbene Wirtschaftswissenschaftler Lyndon LaRouche maßgeblichen Einfluß auf die „globale Denkfabrik Schiller-Institut hatte, die kürzlich wegen einer internationalen Konferenz zum Ukrainekrieg und der Wirtschaftskrise international Schlagzeilen machte.“ Auf der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 9. April waren drei prominente Inder unter den Rednern: der Diplomat i.R. P.S. Raghavan (der als Redner vorgesehen war, aber nicht teilnehmen konnte), der Journalist Saeed Naqvi und Sam Pitroda. Daraufhin „wurde das Schiller-Institut vom ukrainischen Zentrum zur Desinformationsbekämpfung angegriffen. Das Zentrum veröffentlichte eine Liste von 75 Personen, denen es die Verbreitung russischer Propaganda wirft, darunter befinden sich auch die drei Inder.“

Frau LaRouche ging ausführlich auf die Rolle ihres verstorbenen Mannes in der politischen Debatte der Blockfreien Bewegung ein. Sie berichtete, daß ihr Mann nach Auflösung des Bretton-Woods-Systems durch Richard Nixon im August 1971 davor gewarnt habe, der sogenannte „Nixon-Schock“ werde spekulative Wirtschaftsaktivitäten und größere Ungleichheit fördern; er hingegen wolle „sich für die sich entwickelnden Volkswirtschaften einsetzen. Einige seiner Ideen kamen in der Colombo-Resolution des fünften Blockfreien-Gipfels 1976 zum Ausdruck, worin eine Neue Internationale Wirtschaftsordnung zur Unterstützung der blockfreien Länder gefordert wurde“, berichtete The Hindu. Die Auswirkungen dieses „Nixon-Schocks“ seien noch heute zu spüren, so Zepp-LaRouche.

Daß die Neue Internationale Ordnung nicht zustande kam, sei auf viele Faktoren zurückzuführen, erklärte Frau LaRouche, betonte aber, als sie und ihr Mann Indira Gandhi trafen, habe die Premierministerin großes Interesse an wirtschaftlichen Ideen gezeigt, „die Indien vor den Schwankungen der internationalen Finanzen schützen würden“. Nach der Ermordung von Frau Gandhi 1984 verfaßte LaRouche das Buch Derivative Assassination, worin er die globalen Dimensionen des khalistanischen Terrorismus untersuchte, der bei der Ermordung Frau Gandhis eine Rolle gespielt haben könnte. Auch nach ihrem Tod besuchten die LaRouches mehrmals Indien und trafen sich mit prominenten Wirtschaftswissenschaftlern wie dem inzwischen verstorbenen Arjun Sengupta und mit Präsident K.R. Narayanan im Jahr 2001.

In dem Interview sagte Frau LaRouche, die „LaRouche-Tradition“ der Blockfreien Bewegung habe sich aus einer Reihe von Gründen nicht weiterentwickelt, u.a. wegen der Ermordung von Frau Gandhi 1984 und ihres Sohnes und Nachfolgers Rajiv Gandhi 1991, und den „Interventionskriegen“ des Westens in Syrien, Libyen, Irak und Afghanistan, deren Hauptverantwortlicher US-Präsident George H.W. Bush war. Dies sei weitgehend die Ursache für die globalen Turbulenzen, die solche Fortschritte unmöglich machten.

Trotz der Krise in der Ukraine und der globalen Finanzkrise sei Frau LaRouche hoffnungsvoll, daß es heute zu einem Wiederaufleben der Blockfreien Bewegung und anderer positiver Traditionen kommen werde, berichtete The Hindu. Gleichzeitig warne sie davor, daß die westlichen Staatsoberhäupter es versäumt hätten, aus früheren Krisen wie dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 zu lernen. Die heutige Krise sei so groß, daß es zu einem „Zusammenbruch des neoliberalen Systems“ kommen könnte.

Man betrachte nur den Umgang des Westens mit Rußland, sagte sie. Als die UdSSR zusammenbrach, schlug das Schiller-Institut einen Entwicklungskorridor – die Eurasische Landbrücke – vor, der die wirtschaftliche Entwicklung auf der ganzen Welt gefördert hätte. Stattdessen verfolgten die westlichen Mächte eine Strategie der Zerstörung Rußlands, behandelten Rußland als eine „Regionalmacht“ und wollten das Land auf den Status einer rohstoffproduzierenden „Ex-Supermacht“ zu reduzieren. Diese Fehler der westlichen Politik halten bis heute an, warnte sie gegenüber The Hindu: „Wenn wir die Vereinigten Staaten und Europa nicht auf einen neuen Weg bringen, hin zu einem neuen System [Neues Bretton Woods], wird die Kriegsgefahr nur noch größer.“


Helga Zepp- LaRouche: Nancy Pelosi spielt die Elefantenkuh im Porzellanladen von Taiwan

Von Helga Zepp-LaRouche

Wenn die Welt noch etwas gebraucht hatte, das so nötig war wie ein Kropf, dann war es der Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan. Damit ist zu der extrem gefährlichen und eskalierenden Krise um die Ukraine nun noch die akute Konfrontation zwischen den USA und China dazugekommen, und die Dynamik der geopolitischen Konfrontation zwischen den führenden Nuklearmächten in Richtung eines nuklearen Dritten Weltkrieges wurde weiter eskaliert. Die USA haben damit offiziell ihre vertraglich zugesicherte Einhaltung der Ein-China-Politik, die auch in der Resolution 2758 von der UN-Vollversammlung bestätigt ist, beerdigt und ein unmißverständliches Signal an die Kräfte in Taiwan gegeben, die auf eine Abspaltung Taiwans hinarbeiten.

Damit hat Pelosi bewußt eine rote Linie Chinas überschritten, denn sie besuchte Taiwan eben nicht nur als Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, sondern eben auch in ihrer Eigenschaft als Nr. 2 nach der Vizepräsidentin in der Nachfolge des Präsidenten und damit als Repräsentantin der US Regierung. Für die Volksrepublik China, die im 19. Jahrhundert, das sie als „Jahrhundert der Demütigungen“ bezeichnet, eine lange Geschichte von imperialen Kriegen und Übergriffen erlitten hat und die im 20. Jahrhundert gleichfalls viele ausländische Destabilisierungen abwehren mußte, bevor sie die nationale Souveränität erlangen konnten, verletzt dies die Kerninteressen Chinas.

Nur um dem Leser eine ungefähre Vorstellung zu geben: das ist ungefähr so, als würde der russische Premierminister Mischustin in den Freistaat Sachsen reisen und die dortige Landesregierung zur Erklärung der Unabhängigkeit von der Bundesregierung in Berlin zu ermutigen.

Dabei hatten unzählige offizielle Erklärungen der chinesischen Regierung und Medien seit langem gewarnt, daß der Versuch, Taiwans Unabhängigkeit durch Waffenlieferungen und ostentative Maßnahmen wie die Eröffnung einer quasi- Botschaft in Washington zu unterstützen, das langfristige Ziel der friedlichen Wiedervereinigung gefährden und eine forcierte Wiedervereinigung beschleunigen würde.

Es ist nur der im Westen seit geraumer Zeit herrschenden, offensichtlich grenzenlosen Arroganz zu verdanken, daß alle Warnungen Chinas, daß es sich mit allen Mitteln den von den USA geförderten Abspaltungsversuchen widersetzen werde, von Pelosi ignoriert wurden. Es hätte sich eigentlich niemand wundern müssen, daß die PLA mit Manövern in sechs Zonen rings um Taiwan, z.T. mit scharfer Munition und dem Start von Raketen, die theoretisch Ziele in Taiwan hätten treffen können, reagierte. Wie die Webseite der PLA berichtete, umfaßten diese Manöver das Üben einer Blockade, von Angriffen auf Ziele im Chinesischen Meer und auf taiwanesischem Territorium, der Kontrolle des Luftraums und die Kampffähigkeit der Truppen. Mit anderen Worten: es handelte sich um ein Manöver für die militärische Übernahme Taiwans.

Vorausgesetzt, es kommt nicht zu weiteren Provokationen, wird China keine Eile haben, diese Manöver im Ernst durchzuführen, da die konventionelle militärische Überlegenheit Chinas angesichts der geographischen Lage – die USA sind 7000 Meilen entfernt – überwältigend ist. China kann es sich leisten, enorme Geduld zu demonstrieren, denn die friedliche Wiedervereinigung mit Taiwan ist nur eine Frage der Zeit.

Als Präsident Biden jedoch am Anfang seiner Amtszeit immer deutlichere Signale für die Unterstützung der Unabhängigkeit Taiwans sandte und schließlich die Ankündigung machte, die USA würden Taiwan nach einem „Überfall“ vom Festland aus verteidigen, erschienen in den chinesischen Medien zahlreiche Artikel, daß die PLA eine militärische Auseinandersetzung mit den USA mit Leichtigkeit gewinnen würde. Der Whistleblower der Pentagon-Papiere, Daniel Ellsberg, erinnerte allerdings an Pläne von John Foster Dulles, im Fall einer militärischen Auseinandersetzung um Taiwan Nuklearwaffen einzusetzen, und verwies auf die diesbezügliche Studie der Rand Corporation mit dem Titel „Die Krise an der Taiwan-Straße – eine dokumentierte Geschichte“. Ellsberg appellierte an heutige potentielle Whistleblower, die über Debatten im Pentagon berichten sollten, bei denen es um den Einsatz von Atomwaffen gehe.

Chinas Entschlossenheit kommt auch in dem Abbruch von diversen militärischen und diplomatischen Beziehungen im zivilen Bereich zum Ausdruck. So wird es keinen Austausch zwischen Militärs mehr geben, keine Konsultation über maritime Sicherheit, illegale Immigranten, internationales organisiertes Verbrechen und Drogenhandel, sowie den Klimawandel. China hat ebenfalls damit begonnen, Sanktionen gegen Taiwan zu verhängen, z.B. beim Export von Sand, den Taiwan nicht nur für den Bausektor, sondern für seine Weltmarktführung im Bereich der Produktion von Halbleiter, also Chips aller Art, benötigt.

Einer der wichtigsten Aspekte von Pelosis Reise war ihr weitgehend übersehenes Treffen mit Mark Lui, dem Vorsitzenden der Taiwan Semiconductor Manufacturing Corporation (TSMC), die 53% des Weltmarktanteils kontrolliert, was Kontrakte mit Firmen betrifft, die Chips in anderen Ländern produzieren. Die Biden-Administration hat von Anfang an versucht, TSMC zu Investitionen in den USA zu verlocken, und sie u.a. darin unterstützt, 2021 ein Gelände in Arizona zu kaufen, um dort eine Niederlassung zu errichten, die 2024 fertiggestellt werden soll. Falls es zu einer Wiedervereinigung von Taiwan mit dem Festland käme, würden diese Pläne vorzeitig zunichte gemacht.

Die unsägliche deutsche Außenministerin Annalena Baerbock konnte es natürlich nicht lassen, in dem Konflikt die Seite der US-Administration zu ergreifen und Taiwan zu unterstützen, falls es zu Militäraktionen kommen sollte, was vom chinesischen Außenministerium schärfstens zurückgewiesen wurde. Der chinesische Botschafter in Großbritannien, Zheng Zeguang, warnte, daß die beabsichtigten Taiwan-Besuche britischer Parlamentarier mit den gleichen Maßnahmen beantwortet werden würden. Nicht besser wird es Deutschland ergehen, wenn acht Mitglieder des Menschenrechtsausschusses des Bundestags bei ihrer Absicht bleiben, im Oktober nach Taiwan zu reisen. Die chinesische Botschaft in Berlin warnte jetzt die Europäer, sie sollten abwägen, ob sie „die gefährlichen und provokativen Aktionen der USA“ weiterhin unterstützen und „die Welt damit in einen Sumpf der Konfrontationen“ hineinziehen.

Dies ist noch milde ausgedrückt. Die Welt ist dabei in ein nie dagewesenes Chaos zu stürzen, es drohen Massenarbeitslosigkeit, Verarmung großer Teile der Gesellschaft, hyperinflationäre Enteignung der Ersparnisse der Bevölkerung, soziale Konflikte von unvorstellbaren Ausmaßen, Welthunger und Armut, neue Flüchtlingskatastrophen, und Krieg, der ein nuklearer Weltkrieg werden kann, in dem in einem nuklearen Winter alles Leben auf dieser Erde ausgelöscht wird.

Es wird höchste Zeit, daß eine breite Diskussion in der Bevölkerung das sogenannte Establishment zwingt, ihre zahlreichen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahrzehnte zu überdenken und einen Kurswechsel in Richtung Gemeinwohl einzuschlagen. Wenn selbst der frühere Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, davon sprechen kann, daß auch die NATO schwere Fehler gemacht habe und der entscheidende Sündenfall das uneingeschränkte Angebot an die Ukraine und Georgien 2008 in Bukarest war, in die NATO aufgenommen zu werden, warum kann dann nicht die Konsequenz daraus gezogen werden?

Das Schiller-Institut hat dazu auf seiner Konferenz am 9. April den umfassenden Vorschlag gemacht, daß wir dringend eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur brauchen, die die Interessen von jedem einzelnen Land dieser Erde berücksichtigt. Präsident Xi Jiping hat mit seiner Global Development Initiative und der Global Security Initiative ganz ähnliche Ideen vorgestellt.

Zusammen mit dem schon vor Jahren gemachten Vorschlag von Lyndon LaRouche, das hoffnungslos bankrotte transatlantische Finanzsystem durch ein Neues Bretton-Woods-System zu ersetzen, das als oberstes Ziel hat, die Armut auf diesem Planeten für alle Menschen zu überwinden, sind dies programmatische Vorschläge, die die Krise überwinden können und denen sich die Nationen in der Tradition der Blockfreien-Bewegung heute akut wieder zuwenden. Die BRICS, die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die Eurasische Wirtschaftsunion, ASEAN, die OIC, die AU und andere Organisationen des Globalen Süden sind alle dabei, eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung anzustreben und zu verwirklichen.

Anstatt den Wadenbeißer für den Oberbully abzugeben und mit dem ohnehin aussichtslosen Versuch einer Eindämmung Rußlands, Chinas und der Staaten der Blockfreien Bewegung zur potentiell größten Katastrophe der Menschheit beizutragen, muß sich die deutsche und europäische Politik wieder an ihre besten Traditionen erinnern und auf unser Reservoir an wissenschaftlichem und technologischen Fortschritt zurückgreifen, um die gigantischen Probleme der Welt lösen zu helfen.

Mutige und selbstdenkende Menschen müssen sich jetzt den von den Medien und den Geheimdiensten orchestrierten Narrativen entgegenstellen, die Konfrontation auf die Tagesordnung setzen und so tun, als sei selbst ein Nuklearkrieg etwas, an das man sich gewöhnen müsse. Wir brauchen Kooperation statt Konfrontation, Diplomatie statt Säbelrasseln, zivilisierten Umgang miteinander und mit anderen Nationen statt Drohungen, daß man sie „ruinieren“ will.

Vor allem aber brauchen wir eine Vision, wohin sich die Menschheit entwickeln soll. Wollen wir ein Gattung der Barbaren sein, oder eine kreative Menschheit, die das Versprechen, das in unserer Natur als mit vernunftbegabten Wesen liegt, einlösen?

Wenn Sie zu der zweiten Art gehören, dann schließen Sie sich uns an.

zepp-larouche@eir.de


Stellungnahme von Helga Zepp-LaRouche zur „Schwarzen Liste“ des UZBD

Das sogenannte „Ukrainische Zentrum für die Bekämpfung von Desinformation“ (UZBD), das dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine unterstellt ist, hat eine Liste mit 78 Personen veröffentlicht – die ersten 30 waren allesamt Redner auf Konferenzen des Schiller-Instituts -, denen es vorwirft, „russische Propaganda“ verbreitet zu haben. Das Zentrum wurde zwar erst 2021 gegründet, aber laut Andrij Jermak, dem Leiter von Selenskyjs Präsidialamt, hat sich der Plan, ein solches „wichtiges Zentrum für Desinformationsbekämpfungsstrategien und -ressourcen nicht nur im Inland, sondern auch auf internationaler Ebene“ zu schaffen, „bereits seit 2014 angebahnt.“

Damit steht dieser Plan interessanterweise in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem vom Westen organisierten Maidan-Putsch, für dessen Vorbereitung die USA nach Angaben von Victoria Nuland fünf Milliarden Dollar aufgewendet hätten. Somit scheint die Idee, ein solches Zentrum zu schaffen, um das Narrativ über die Umstände dieses Putsches zu steuern, in der Kontinuität der Politik von Nulands berühmtem Ausspruch „Fuck the EU“ zu stehen.

Der Versuch, dieses Narrativ unter Kontrolle zu halten, ist jedoch löchrig geworden, da eine andere solche Einrichtung, nämlich ein US-Blog namens „Propornot“, das mit als erster die Nachricht über das ukrainische Zentrum verbreitete, lautstark den „Russiagate“-Skandal gegen Präsident Trump im Jahr 2016 propagierte. Dieser Schwindel hat sich seither vollständig als Fake herausgestellt, ausgeheckt von einer Mischpoke aus britischem Geheimdienst und von Hillary Clintons Wahlkampfkomitee.

Ansonsten scheinen die armseligen Schreiberlinge des Zentrums an einem akuten Verschwörungssyndrom zu leiden, da sie annehmen, daß eine so breite Palette von Rednern aus führenden Institutionen aus der ganzen Welt allesamt Putin-Agenten sind und nicht eigenständig denken können.

Helga Zepp-LaRouche


Helga Zepp-LaRouche: Sanktionen gegen Rußland sofort aufheben!

Flugblatt zum Drucken und Verbreiten

Nur ein Dummkopf sieht es nicht: Die Sanktionen gegen Rußland schaden Rußland nur marginal, aber sie drohen, ganze Schlüsselbereiche der Industrie und Landwirtschaft in Deutschland und ganz Europa dauerhaft zu zerstören! In vielen Ländern gehen deshalb die Bauern mit ihren Traktoren auf die Straße, unterstützt von Taxi- und LKW-Fahrern, weil sie wissen, daß wir auch in Europa sehr bald nicht mehr genug zu essen haben werden. Unsere Ersparnisse werden von der Inflation, die durch die Sanktionen noch verschärft wird, aufgefressen. Der Absturz ins soziale Chaos steht unmittelbar bevor! Und für die Entwicklungsländer bedeuten die Sanktionen den Hungertod für Hunderte von Millionen Menschen!

Und warum das alles? Der serbische Präsident Vucic hat Recht: Der Ukraine-Konflikt ist kein lokaler oder regionaler Krieg, der gesamte Westen führt über die Ukraine bereits einen Weltkrieg gegen Rußland, um „Rußland zu ruinieren“, wie Frau Baerbock sagt. Die Ukraine ist nur das Mittel, mit dem Rußland aus geopolitischen Gründen zerschlagen werden soll, wie kürzlich von US-Kongreßabgeordneten offen gefordert wurde. Und als nächstes soll dann China „abgekoppelt“ werden, dessen wirtschaftlicher Aufstieg um jeden Preis eingedämmt werden soll.

Und wer profitiert von dieser irrsinnigen Politik, die nur im Dritten Weltkrieg enden kann?

Erstens: Die NATO und die Militärindustrie, die immer neue Kriege brauchen, um die gut geölte Profitmaschine am Laufen zu halten.

Zweitens: die Spekulanten der Londoner City, der Wall Street und anderer Finanzzentren, deren Spekulationen die Lebensmittel- und Energiepreise explodieren lassen und denen es egal ist, ob Millionen Menschen ihre Megaprofite mit dem Tod bezahlen.

Drittens: die grünen Malthusianer, die der Meinung sind, daß weniger Menschen einen geringeren Kohlenstoff-Fußabdruck bedeuten und daß dies ohnehin besser für „das Klima“ wäre. Oder Leute wie Davos-Chef Klaus Schwab, der meint, das Hauptproblem für das Klima sei der Impuls der Menschen, die Armut überwinden zu wollen!

Und viertens ein politisches Establishment, das sich aus einer Mischung dieser ersten drei Elemente zusammensetzt und sich als völlig unfähig erwiesen hat, irgend etwas hinzukriegen, egal, ob es um den Kampf gegen die Pandemie, um das Eisenbahnnetz oder die Sicherung des Fachkräftebedarfs der Industrie geht. Statt darüber nachzudenken, daß es ihre ideologiegetriebene Politik ist, die uns an den Rand des vollständigen wirtschaftlichen Kollapses gebracht hat, stricken sie schon wieder ein neues Narrativ, daß entweder Putin an allem schuld sei oder daß rechte oder populistische Kreise jetzt die Krise ausnutzen, blahblahblah.

Aber in ihrer anscheinend grenzenlosen Arroganz übersehen diese selbstgerechten Verfechter der „regelbasierten Ordnung“, daß der Rest der Welt nicht so blöde ist und merkt, daß es hier nur um die Aufrechterhaltung einer letztlich immer noch kolonialistischen Weltordnung geht, die die Privilegien der Milliardäre und Millionäre auf Kosten der Mehrheit der menschlichen Gattung verteidigt. Der Präsident von Sri Lanka, Ranil Wickremesinghe, hat die Sanktionen gegen Rußland verurteilt und erklärt, ihr eigentliches Ziel sei, die Dritte Welt in den Abgrund zu stürzen und in die Knie zu zwingen. Diese Ansicht wird inzwischen von der Mehrheit der Menschheit – dem Globalen Süden, der bei den Sanktionen gegen Rußland nicht mitmacht – geteilt.

Die EU, die USA und Großbritannien haben es mit ihrer mörderischen Sanktionspolitik erst einmal geschafft, sich selbst ins Knie zu schießen. Unsere Industrie und Landwirtschaft drohen unwiderruflich zerstört zu werden, während Rußland, China und die allermeisten Länder des Globalen Südens keine andere Wahl haben, als sich zusammenzuschließen und ein neues Finanz-, Wirtschafts- und Währungssystem zu schaffen, das ihre Interessen verteidigt. Dieses neue System ist im Entstehen begriffen, es schließt Spekulationen ausdrücklich aus und fördert die Realwirtschaft, das Wachstum und die Überwindung der Armut durch Investitionen in den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt.

China, und nicht die „regelbasierten Demokratien“, reagiert auf die Tatsache, daß nach Angaben der UNO 1,7 Milliarden Menschen nicht genug zu essen haben. China wird zusammen mit dem Welternährungsprogramm einen globalen humanitären Notvorrat anlegen, aus dem die Nahrungsmittelreserven der Welt und deren Verteilung über sieben strategisch platzierte Zentren mobilisiert werden, um die Welthungerkatastrophe mit aller Kraft zu bekämpfen und zu überwinden.

Es gibt einen offensichtlichen Weg, wie der gordische Knoten mit einem Hieb durchschlagen werden kann, so daß Gas und Öl wieder fließen, Dünger und Pestizide wieder geliefert werden und Lebensmittel wieder dorthin gelangen können, wo sie dringend gebraucht werden!

Die Sanktionen gegen Rußland, aber auch gegen alle anderen Länder, gegen die seit Jahren aus geopolitischen Gründen vorgegangen wird – Iran, Venezuela, Kuba, Afghanistan, Syrien, Jemen – müssen sofort beendet werden! Sanktionen bedeuten unter den Bedingungen von Welthunger, Pandemie und Hyperinflation Völkermord für die Entwicklungsländer und Selbstmord für unsere Industrie und Landwirtschaft!

Sanktionen sind nicht die gerechte Strafe von moralisch höherstehenden „Demokratien“ für die Vergehen der „Autokratien“, sie sind eine brutale Form der Kriegsführung gegen die jeweilige Bevölkerung der sanktionierten Staaten mit dem Ziel, deren Lebensbedingungen so unerträglich zu machen, daß sie sich gegen die jeweilige Führung erhebt und diese stürzt. Die Opfer sind aber immer die Menschen, egal ob in Rußland, Afghanistan, Jemen, Ukraine oder Deutschland!

Deshalb:

– Sofortige Beendigung aller Sanktionen, die nicht vom UN-Sicherheitsrat unterstützt werden!

– Für eine umfassende Kooperation aller Nationen dieser Welt für eine neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung!

– Nicht Konfrontation, sondern Kooperation!

– Für die Verdoppelung der Nahrungsmittelproduktion weltweit!

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Webcast – Die Ursachen der Weltkriegsgefahr beheben

Während sich die Forderung nach einem Ad-hoc-Ausschuß für ein neues Bretton Woods verbreitet und immer mehr Unterstützer findet, erläuterte Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen Webcast, warum dies der einzige Weg ist, der funktionieren kann, wenn die Menschheit zu friedlicher Zusammenarbeit und Entwicklung gelangen will. Die Sorge vor einem Dritten Weltkrieg wächst, und obwohl die Menschen gegen den Krieg sind, sehen sie die Ursache nicht. Es ist der weltweite Zusammenbruch des neoliberalen Systems, der für den von der G7 und der NATO ausgehenden Kriegsdrang verantwortlich ist. Während sie sich über die Zirkusaufführungen der Gipfeltreffen lustig machte, verwies sie auf die ernsthafte Diskussion auf dem BRICS-Plus-Gipfel als Beispiel für das Potential, eine globale Konkurssanierung zu erreichen.

Auf die Frage, warum sie ihren Aufruf mit Bretton Woods verband, sagte sie, daß es einen Präzedenzfall darstelle. Die Veränderung des ursprünglichen Vorschlags von Roosevelt habe die von ihm beabsichtigte vollständige Entkolonialisierung verhindert, jetzt aber wieder auf der Tagesordnung stehe. Die G7 und die NATO starten eine globale Operation, die sich um keine der unmittelbaren Bedrohungen für die Menschheit bemüht. Unser Vorschlag hingegen schon.

Sie forderte die Menschen auf, sich diesem Kampf anzuschließen, nachdem sie einen Überblick darüber gegeben hatte, wie es Bismarcks Ablehnung der neoliberalen Freihandelspolitik und die Hinwendung zum amerikanischen Systems waren, die zur industriellen Entwicklung Deutschlands führten. Diese Geschichte wird aus den Geschichtsbüchern herausgehalten. Es liegt an uns, eine Mobilisierung durchzuführen, die den Menschen diesen Ansatz zur Überwindung von Armut und Unterentwicklung im globalen Maßstab wieder nahe bringt.


Webcast: Hyperinflation: Aufruf für ein neues Bretton-Woods-Weltwirtschaftssystem

Helga Zepp-LaRouche nutzte den Verlauf zweier Konferenzen in dieser Woche – des EU-Gipfels und des BRICS-Gipfels -, um deutlich zu machen, warum der Aufruf des Schiller-Instituts zur Einberufung einer Konferenz für ein Neues Bretton Woods so wichtig ist. Das neoliberale Modell ist gegenwärtig bankrott, so bankrott wie die Sowjetunion, als sie zusammenbrach. Dennoch gibt es keine kompetente Stimme, die die Politik des Westens auf dem EU-Gipfel auch nur in Frage stellen würde; und die G7- und NATO-Gipfel Ende des Monats werden die gleiche neoliberale, grüne Politik anbieten, die zu galoppierender Inflation und realwirtschaftlichem Zusammenbruch sowie Krieg gegen Rußland geführt hat.

Im Gegensatz dazu gab es auf dem BRICS-Gipfel echte Inhalte. Zepp-LaRouche forderte die Zuschauer auf, die Reden von Putin, Xi, Modi, Rhamaposa und sogar Bolsonero zu lesen, um den Unterschied zu erkennen. Sie erwähnte die deutsche Regierung und insbesondere Wirtschaftsminister Habeck namentlich als Beispiel für eine Regierung, die sich nicht um das Gemeinwohl kümmere.

In ihrem Rückblick auf die Konferenz des Schiller-Instituts am vergangenen Wochenende sagte sie, daß, so düster die Aussichten auch zu sein scheinen, in Zeiten wie diesen kraftvolle Ideen Fuß fassen können. Unsere Aufgabe ist es, die notwendigen kraftvollen Ideen zu liefern, die der neue Aufruf repräsentiert.

Abschließend wies sie auf die Bedeutung der Sare-Kampagne für die Wahl zum US-Senator von New York hin, die dazu beitragen soll, die Menschen mit schönen Ideen aufzurichten.


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