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Helga media coverage or interview

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Helga Zepp-LaRouche wirbt in Pakistan für „Operation Ibn Sina“

Die Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, nahm am 18. Januar in der Sendung „Views on News“ des öffentlichen pakistanischen Fernsehsenders PTV World an einer Podiumsdiskussion teil. In ihrem kurzen, prägnanten Redebeitrag stellte sie dar, wie der globale Kampf gegen den Kriegskurs des militärisch-industriellen Komplexes gewonnen werden kann, wobei im Mittelpunkt stehen müsse, die afghanische Bevölkerung mit einer „Operation Ibn Sina“ vor dem Hungertod zu bewahren.

In der Sendung kam auch das gestrige Telefongespräch zwischen Wladimir Putin und dem pakistanischen Premierminister Imran Khan zur Sprache, in dem mehrere Bereiche der Zusammenarbeit erörtert wurden. Khan nutzte dabei die Gelegenheit, um Präsident Putin für seine Äußerungen vom 23. Dezember zu danken, in denen er die in der westlichen Welt weit verbreitete Islamfeindlichkeit und insbesondere die Mohammed-Karikaturen anprangerte.

Zepp-LaRouches Vorschlag für eine „Operation Ibn Sina“ – (im Westen als Avicenna bekannt), dem großen islamischen Philosophen und Arzt, der das Mittel der Quarantäne zur Bekämpfung von Epidemien entdeckte – traf in diesem emotionalen Umfeld auf sofortige Unterstützung. Der ehemalige pakistanische Verteidigungsminister, Generalleutnant a.D. Naeem Khalid Lodhi, der ebenfalls zu den Rednern auf dem Podium gehörte, reagierte begeistert auf die Idee und dankte Frau Zepp-LaRouche dafür, die Erinnerung an diese große geschichtliche Persönlichkeit aufgefrischt zu haben, und für ihren Vorschlag, den Namen Ibn Sina für die Bemühungen zur Rettung des afghanischen Volkes zu verwenden.


Podcast-Interview von CGTN World Today mit Helga Zepp-LaRouche über Litauens Haltung zur Ein-China-Politik

Helga Zepp-LaRouche, Präsidentin des Schiller-Instituts, war am Mittwoch, dem 5. Januar 2022, zu Gast im CGTN-Podcast „World Today“. Es folgt ein Transkript von EIR.

CGTN: Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, Litauen habe zu Recht seinen Fehler in Bezug auf Taiwan zugegeben und China habe Litauen aufgefordert, zur Ein-China-Politik zurückzukehren. Der Sprecher Wang Wenbin reagierte damit auf die Rüge des litauischen Präsidenten Gitanas Nausėda gegen die Entscheidung seiner Regierung, die Eröffnung einer Taiwan-Vertretung in seinem Land zuzulassen. Präsident Nausėda sagte am Dienstag, es sei ein Fehler gewesen, der chinesischen Region Taiwan zu erlauben, ein Büro in Vilnius unter eigenem Namen zu eröffnen. Gegenüber einem lokalen Radiosender sagte er: „Der Name des Büros ist zum Schlüsselfaktor geworden, der jetzt unsere Beziehungen zu China stark beeinflusst.“

China hatte scharfen Protest gegen die Genehmigung der Einrichtung des sogenannten „Taiwan-Vertretungsbüros“ in Litauen erhoben und im November die diplomatischen Beziehungen zu Litauen herabgestuft.

Mehr dazu erfahren wir jetzt von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts, einer politischen und wirtschaftlichen Denkfabrik in Deutschland.

Vielen Dank, Helga, daß Sie wieder mit uns sprechen.

HELGA ZEPP-LAROUCHE: Ja, hallo.

CGTN: Zunächst einmal: Bedeuten die Äußerungen des litauischen Präsidenten, daß die Spannungen in dieser Frage nachgelassen haben?

ZEPP-LAROUCHE: Es ist auf jeden Fall gut, daß er die Genehmigung des Namens zurückgenommen hat, aber es geht hier nicht um Nominalismus. Die Frage ist nicht die Bezeichnung, die Frage ist die Ein-China-Politik, die seit 1971 international anerkannt ist. Die Frage ist, ob die Vereinigten Staaten, die Briten und andere ein kleines Land mit drei Millionen Einwohnern als Spielball in ihrer geopolitischen Konfrontation benutzen können. US-Außenminister Blinken versucht, all die kleinen (baltischen) Länder in eine sogenannte „Allianz der Demokratien“ zu drängen. Aber ich denke, das ist nicht gut für die Menschen in Litauen. Es ist nicht in ihrem Interesse.

CGTN: Sie haben richtig darauf hingewiesen, daß es nicht nur um den Namen geht, vielmehr geht es um das Prinzip der Ein-China-Politik. Aber was hat der Unterschied zwischen den Äußerungen des litauischen Präsidenten und den gegenläufige Maßnahmen der litauischen Regierung mit der Art des Regierens und mit der Innenpolitik im Lande zu tun? Denn ich glaube, der litauische Ministerpräsident, der das Kabinett führt, wurde bei den Wahlen 2019 vom Präsidenten geschlagen.

ZEPP-LAROUCHE: Laut den litauischen Medien ist die Unterstützung für die Regierung stark rückläufig. Nur 17,3 % der Menschen gaben in einer Umfrage an, daß sie der Regierung vertrauen, während 47,8 % sagten, sie mißtrauen der Regierung. Man kann jetzt sehen, wie Litauen im Zusammenhang mit der NATO-Erweiterung zur Einkreisung Rußlands betrachtet werden muß. Ich meine, man sollte sich die Dokumentation ansehen, die das Schiller-Institut gerade erstellt hat: Absolut authentische Dokumente beweisen inzwischen, daß US-Außenminister [James] Baker am 9. Februar 1990 versprochen hat, daß sich die NATO keinen Zentimeter nach Osten bewegen würde. Aber wie wir jetzt wissen, sind seither 14 Länder der NATO beigetreten, so daß Präsident Putin jetzt die Unterzeichnung von zwei Verträgen fordert, damit dies aufhört, weil es die Sicherheitsinteressen Rußlands beeinträchtigt. Litauen ist ein Opfer der NATO-Osterweiterung, und es wurden Milliarden von Dollar in die Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen gesteckt, um die Bevölkerung der osteuropäischen Länder davon zu überzeugen, daß sie den „westlichen Werten“ folgen sollten.

CGTN: Um noch einmal auf die Taiwan-Frage zurückzukommen: Was für ein schlechtes Beispiel ist Litauens Entscheidung, die Eröffnung dieses Büros zuzulassen – in dem Sinne, daß dadurch die Taiwan-Frage, die eigentlich eine innere Angelegenheit Chinas sein sollte, gewissermaßen internationalisiert wird?

ZEPP-LAROUCHE: Natürlich ist es schlimm, weil Litauen aufgrund dieser Politik auch aus der 17+1-Gruppe ausgetreten ist – das sind die mittel- und osteuropäischen Länder, die mit der Belt and Road Initiative zusammenarbeiten. Allerdings ist es wiederum nicht wirklich so bedeutend, weil es viele Länder in Europa gibt, die an der Ein-China-Politik festhalten und die es in ihrem eigenen Interesse sehen, mit der Belt and Road Initiative zusammenzuarbeiten. Es ist zwar schlecht, aber nicht dramatisch.

CGTN: Litauen hat sich einmal an die Europäische Union wegen seiner Spannungen mit China um Hilfe gewandt. Welchen Standpunkt vertritt die EU in dieser Frage, denn der chinesische Außenminister Wang Yi sagte kürzlich in einem Presseinterview, in Europa herrsche eine „kognitive Spaltung“ gegenüber China, da es versuche, sowohl ein Partner zu sein, als auch China als Gegner zu sehen. Stimmen Sie mit Wang Yi überein? Wie steht die EU in dieser Hinsicht da?

ZEPP-LAROUCHE: Ich halte Wang Yi für einen sehr guten Diplomaten. Ich könnte leicht noch viel schärfere Worte für eine Person finden, deren Denken gespalten ist. Ich denke also, daß er sich sehr diplomatisch ausgedrückt hat.

Ich meine, es gibt viele Menschen in Europa, die es als ihr Eigeninteresse ansehen, gute Beziehungen zu China zu haben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Leute, die sozusagen nur NATO-Vertreter innerhalb der EU sind. Ich denke also, daß viele nicht das Rückgrat haben, sich dem Druck der USA und Großbritanniens zu widersetzen, aber es ist zunehmend eine Frage der Glaubwürdigkeit des Westens im allgemeinen. Das gilt zum Beispiel auch für die Politik gegenüber Afghanistan, die absolut widerlich ist.

Der Inhalt der Politik wird somit immer wichtiger, und ich denke, Europa wird sich entscheiden müssen, ob es seinem Eigeninteresse folgt oder nicht.

CGTN: Das ist in der Tat die Eigenständigkeit, von der führende Politiker der Europäischen Union seit langem sprechen. Ich danke Ihnen.

Den ganzen Podcast (engl.) finden Sie hier. Das Segment mit Helga Zepp-LaRouche beginnt bei Min. 26.06


Helga Zepp-LaRouche und Hussein Askary im pakistanischen Fernsehen (PTV)

Helga Zepp-LaRouche und Hussein Askary traten am 17. Dezember in der pakistanischen Fernsehsendung PTV World auf und kommentierten live das Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), das Afghanistan gewidmet ist [die übersetzte Transkription der Bemerkungen von Frau Zepp-LaRouche und Askary s.u.].

Zepp-LaRouche lobte in ihrem Beitrag Pakistan für die Ausrichtung der OIC-Konferenz zu Afghanistan, da der Westen es versäumt habe, Verantwortung für die enorme Gefahr für das Leben von Millionen Menschen in Afghanistan zu übernehmen. Die Zurückhaltung von Afghanistans Geldern durch westliche Banken sei beschämend. Sie stellte die „Operation Ibn Sina“ als einen Weg voran bei der Schaffung eines Gesundheits- und Entwicklungswegs für Afghanistan vor und hoffte, daß die OIC sie in ihre Vorschläge einbeziehen würde.

Die Niederlage der USA und der NATO gegen die Taliban war eine demütigende Erfahrung, aber die Verantwortung für das Wohl des afghanischen Volkes endet damit nicht. Als Grund für die Zurückhaltung der Gelder werde die Mißhandlung von Frauen und Kindern durch die Taliban genannt, aber die Bedingungen für Massenhungern zu schaffen, sei im Grunde Völkermord, und genau das erzeuge die Wirtschaftsblockade. Das Zurückhalten von Geldern könne auch dazu führen, daß Afghanistan sich der Drogenproduktion zuwendet, was die Taliban ablehnen. Sie appellierte an die ganze Welt, die Seite der Menschlichkeit der Barbarei vorzuziehen.

Auf eine weitere Frage zur Afghanistan-Diskussion und zum OIC-Treffen im Westen betonte Zepp-LaRouche, daß der menschliche Impuls zum Guten die Geopolitik überwinden könne. Als Beispiel nannte sie die Koordination zwischen Indien und Pakistan von indischen Lieferungen, die über Pakistan nach Afghanistan gehen. Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenarbeit der zentralasiatischen Republiken mit Rußland und China. Könnte man die USA dazu bewegen, einen positiven Beitrag zu leisten, wäre dies von absoluter weltgeschichtlicher Bedeutung für den weltweiten Paradigmenwechsel: „Ich glaube, das ganze Schicksal der Menschheit ist wie ein Laser darauf konzentriert, was in Afghanistan passiert.“ Es müsse ein Thema der ganzen Welt werden – ist die Menschheit überlebensfähig? „In gewisser Weise denke ich, daß das Schicksal Afghanistans und der gesamten Menschheit enger mit einander verknüpft sind, als sich die meisten Menschen vorstellen können.“

Askary lobte Pakistans Bemühungen, das afghanische Volk zu unterstützen, sowohl die Milliarden US-Dollar im Besitz amerikanischer und europäischer Finanzinstitute freizugeben als auch die Sanktionen zu beenden. Pakistans Außenminister Qureshi hat dafür lobenswerte Anstrengungen unternommen.

Die Freigabe von Mitteln sei unerläßlich, aberes müsse mehr getan werden. Die Krise in Afghanistan sei nicht von den Taliban verursacht worden, sondern von zwanzig Jahren gescheiterter westlicher Militärintervention. Die gegenwärtige Situation in Afghanistan werde den Terrorismus und die Flüchtlingskrise verstärken, Ergebnisse, die westliche Nationen angeblich ablehnen. Das geopolitische Spiel müsse beendet und durch das neue Paradigma der Belt and Road Initiative ersetzt werden.

Die unmittelbare Krise müsse angegangen werden, aber der Weg für eine langfristige Lösung bestehe darin, den Weg für den Aufbau der Infrastruktur, einschließlich der Gesundheitsinfrastruktur, zu ebnen. Die Operation Ibn Sina des Schiller-Instituts ist ein Vorschlag, der eine internationale Zusammenarbeit über die geopolitische Kluft hinweg ermöglicht, um für das gemeinsame Wohlergehen der Menschen in der Welt zu sorgen. Dies ist die Chance, die sich in der gegenwärtigen Krise bietet, ist eine Chance, für die gekämpft werden muß.

Askary erklärte, daß Afghanistan auch in Skandinavien aus den Medien verschwunden sei. Obwohl es viele nordische Organisationen gibt, die auf humanitäre Hilfe für Afghanistan drängen, wird dies kaum in den Medien berichtet. Aber durch die Absicht in den verschiedenen Institutionen, sich China und Rußland entgegenzusetzen, gibt es wenig Raum, um nützliche Bemühungen zu unterstützen.

Er betonte, daß muslimische Nationen durch britische Geopolitik gegeneinander ausgespielt worden seien, wie es in Libyen, Syrien und im Jemen geschehen sei. Aber das Zeitalter der Geopolitik sei mit dem Scheitern in Afghanistan zu Ende und es winke ein neues Paradigma, basierend auf wirtschaftlicher Kooperation. Muslimische Nationen sollten sich diesem neuen Paradigma anschließen. Er sprach auch davon, wie wichtig es sei, daß Indien seine rechtmäßige Position als asiatische Nation und nicht als atlantische Nation einnimmt und mit Pakistan und anderen Nachbarn Afghanistans wie China zusammenarbeitet.

Er schloß mit der Betonung, daß Erzählungen zwar eine gewisse Macht zu haben scheinen, aber letztendlich die Realität die Oberhand hat.

Sehen Sie sich den ganzen Beitrag (englisch) hier an.

Sondersendung des pakistanischen Fernsehens zum außerordentlichen Treffen der OIC zu Afghanistan erhält Briefing von Helga Zepp-LaRouche, Hussein Askary

FAISAL REHMAN: Assalamualaikum, Sie sehen PTV World, und ich bin Faisal Rehman mit einer Sonderberichterstattung zu der sehr wichtigen OIC-Konferenz, die in Islamabad stattfand. Und wie wir alle wissen, ist die Krise in Afghanistan das Hauptthema. Dies ist in der Tat die größte Versammlung seit dem 15. August, als die Taliban das Regime in Afghanistan übernahmen. Wie wir alle wissen, naht der Winter, es gibt viele Krisen, egal ob wir über die dortigen wirtschaftlichen Turbulenzen sprechen oder über den Bankenkollaps; es fehlt an Geld, so daß die Regierung in Afghanistan derzeit nicht einmal die Gehälter der Staatsbediensteten zahlen kann. Abgesehen davon wird vermutet, daß aufgrund der Krise etwa 60% der Gesamtbevölkerung Afghanistans am Rande des Hungertods stehen. Es gibt keine eigentlichen medizinischen Einrichtungen und die Menschen sind wirklich abhängig von den Nachbarländern, wie etwa Pakistan oder dem Iran, sowie im Norden auch die zentralasiatischen Länder.

Aber jetzt ist das Thema so dringend geworden, daß Pakistan tatsächlich die Initiative ergriff und die OIC-Mitglieder aufrief, an diesem sehr wichtigen Gipfel teilzunehmen, damit dieses Thema für sich behandelt werden kann.

Und wir alle wissen, daß die westliche Welt [Afghanistan] gerade nicht unterstützt – die Amerikaner haben deren 9,5 Milliarden US-Dollar eingefroren, die für die Wiederbelebung ihrer Wirtschaft dringend erforderlich wären. Gleiches trifft auch auf viele europäische Länder zu, tatsächlich war zunächst Hilfe geplant, aber bisher ist nichts angekommen.

Da wir diese Übertragung für die nächsten drei Tage bis Sonntag laufen lassen, ist dies der Anfang. Lassen Sie uns Ihnen einen Bericht zeigen, den unser Produktionsteam vorbereitet hat, und dann stelle ich Ihnen unsere Diskussionsteilnehmer vor.

[Video]

SPRECHER: Das sich verschlimmernde humanitäre Dilemma Afghanistans spiegelt den fehlerhaften Ansatz der internationalen Gemeinschaft gegenüber Afghanistan mit tragischen Folgen wider. Das zusammenbrechende Gesundheitssystem, der wirtschaftliche Zusammenbruch der von Entwicklungshilfe abhängigen Wirtschaft, Pandemie, Ernährungsunsicherheit, geminderter Zugang [zu Nahrung] durch Dürre und strenge Winter bilden zusammen einen perfekten Sturm, um mehr Afghanen zu töten als die Gewehrkugeln. Die UN-Gesandte für Afghanistan, Deborah Lyons, schlug erneut Alarm und sagte, daß schätzungsweise 60% der 38 Millionen Menschen Afghanistans aufgrund einer Nahrungsmittelnotlage, die sich im Laufe des Winters wahrscheinlich verschlimmern wird, einer Hungerkrise ausgesetzt sind.

DEBORAH LYONS: „Jetzt ist nicht die Zeit, sich vom afghanischen Volk abzuwenden. Wir müssen Wege finden, um eine unmittelbar bevorstehende humanitäre Katastrophe und den schrecklichen Verlust von Menschenleben zu verhindern, die während des Winters drohen.“

SPRECHER: Laut UNICEF sind rund 3,2 Millionen afghanische Kinder akut mangelernährt und 1,4 Millionen Kinder sind gefährdet, an schwerer akuter Unterernährung zu sterben, es sei denn, wir intervenieren mit medizinischer und Nahrungsmittelversorgung. Abdallah Al Dardari, der ansässige Vertreter des UNDP in Afghanistan, erläutert die schlimmste humanitäre Katastrophe des Landes: 23 Millionen Menschen brauchen dringend Nahrung. Die 20-Milliarden-Dollar-Wirtschaft könnte um 4 Milliarden US-Dollar oder mehr schrumpfen, und 97% der 38 Millionen Einwohner sind von Armut bedroht.

Als nachdrückliche Geste hat Pakistan 28 Millionen US-Dollar medizinische, Nahrungsmittel- und andere humanitäre Hilfe für Afghanistan angekündigt und gleichzeitig den Transport von Nahrungsmittelhilfe von Indien über Pakistan nach Afghanistan genehmigt.

Die kommende Katastrophe ist vermeidbar, da die Freigabe der eingefrorenen Gelder, der 9-Milliarden-Dollar-Reserven der afghanischen Zentralbank, von denen die meisten in den USA gehalten werden, die gegenwärtige humanitäre Krise lindern könnte. Die UNICEF-Beamtin Samantha Markle bemerkte: „Dies ist keine Zeit für politische Spiele mit dem Feuer. Menschen in Afghanistan sterben und sie brauchen unsere Unterstützung. Humanitäre Hilfe ist der mindeste Ausdruck menschlicher Solidarität.“ [Ende des Videos]

REHMAN: Und nun, um darüber zu sprechen, möchte ich Ihnen unsere Diskussionsteilnehmer vorstellen. Rechts von mir in unserem Studiositzt Ma’am Naila Chuhan. Sie ist eine ehemalige Botschafterin, eine hochrangige Diplomatin. Vielen Dank für Ihre Zeit. Und wir haben auch Generalleutnant Talat Masood (i. R.), einen leitenden Analysten – vielen Dank auch für Ihre Zeit. Und über Skype haben wir aus Deutschland Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts, mit dabei: Vielen Dank, auch Helga Zepp für Ihre Zeit. Schön, Sie in der Sendung zu haben….

Ich erinnere mich noch, als ich ein Kind war und die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte und viele Menschen nach Pakistan auswanderten. Und ich erinnere mich, daß zur Eid-Zeit viele Flugzeuge aus Saudi-Arabien kamen und Fleisch für diese Leute brachten. Das haben wir also während dieser Krisen gesehen, aber derzeit ist es noch schlimmer, und trotzdem wird nichts unternommen.

Aber schauen wir mal, was uns Frau Helga Zepp mitteilten wird. Ma’am, mit Blick auf die aktuelle Afghanistan-Krise und den Gipfel, den Pakistan in Islamabad veranstaltet, was denken Sie: Welche Hoffnung haben Sie in Bezug auf das afghanische Volk, daß es, ja, irgendeine Art von Hilfe in Geld- und Sachleistungen geben wird?

HELGA ZEPP-LAROUCHE: Nun, zunächst einmal halte ich es für äußerst wichtig, was Pakistan gerade tut, indem es diesen Gipfel ausrichtet – indem Pakistan in einer Situation, in der der Westen moralisch völlig versagt hat, die Führung übernimmt. Ich meine, das ist eine moralische Bankrotterklärung, denn das ist keine Krise, die nicht vorhersehbar war, denn bereits eine Woche nach dem Abzug der US- und NATO-Truppen aus Afghanistan war klar, daß das Land in einem völligen Trümmerhaufen lag. Und nun, fast vier Monate sind seither vergangen, und es ist klar, daß mehr als 90% der Menschen im eisigen Winter an Hunger und Kälte zu sterben drohen, das ist im Westen seit mehreren Monaten bekannt. Aber in den Nachrichten ist Afghanistan komplett aus den westlichen Medien verschwunden.

Daher denke ich, daß diese Konferenz eine echte Chance bietet, zu zeigen, wer der moralisch Überlegene in dieser Situation ist. Und ich schäme mich so, daß der Westen nicht in der Lage ist, das Geld, das vom US-Finanzministerium und den europäischen Banken einbehalten wird, freizugeben, denn dieses Geld gehört dem afghanischen Volk, und wir vom Schiller-Institut haben eine Kampagne, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Westeuropa und fordern, daß diese Gelder sofort freigegeben werden müssen.

Aber ich möchte eigentlich etwas Hoffnungsvolleres erwähnen: Ich habe zu einer Operation Ibn Sina aufgerufen. Ibn Sina war wahrscheinlich der berühmteste Doktor der Menschheitsgeschichte, der berühmteste Arzt. Er lebte vor etwa tausend Jahren. Und gerade jetzt, in Afghanistan ein modernes Gesundheitssystem aufzubauen, das wäre der Anfang, um nicht nur die humanitäre Krise zu überwinden, sondern auch eine echte wirtschaftliche Entwicklung einzuleiten und dem den Namen Ibn Sina zu geben, das würde [die Sache] voranbringen – und ich hoffe tatsächlich, daß die OIC-Länder, die die islamischen Länder der Welt vertreten, Operation Ibn Sina übernehmen könnten. Wenn sie alle zusammenarbeiten würden – Ibn Sina als Synonym nicht nur dafür, das afghanische Volk gerade jetzt in dieser unglaublichen humanitären Krise zu retten, sondern auch eine Zusammenarbeit aller, um dieses Land, das eine sehr stolze Geschichte hat, wirtschaftlich aufzubauen. Die ganze Region wurde einst als das Land der Tausend Städte bekannt. Ibn Sina ist nicht nur Arzt, sondern er war einer der großen Universalgelehrten, der viel zur Philosophie und vielen Wissensgebieten beigetragen hat.

Ich denke, dies ist ein Moment, in dem sich die Geschichte positiv verändern kann. Ich denke, der Westen hat versagt und jetzt können hoffentlich die islamischen Länder zusammen mit den Nachbarländern Afghanistans einspringen. Ich meine, es ist unglaublich, was passiert: daß die Welt sich einer solchen humanitären Tragödie bewußt ist und nicht handelt, ist, denke ich, ein Punkt, an dem die Leute wirklich darüber nachdenken müssen, was das für den moralischen Zustand der Welt bedeutet? Ich denke, Operation Ibn Sina könnte die Situation enorm verändern.

REHMAN: Nun ein sehr interessanter Punkt, und lassen Sie mich diese Debatte mit der Dame in Deutschland weiterführen: Frau Helga, jetzt noch ein paar wichtige Punkte. Einer ist, als Herr Hamid Karzai geholt wurde, kannte ihn niemand. Und er war zwei Amtszeiten dort, weil er der blauäugige Laufbursche der Amerikaner war, insbesondere, wenn er bestimmte Bemerkungen machte, und er war ziemlich offen. Dann gab es diese Änderung, würde ich sagen, was die Führung anbelangte, und Herr Ashraf Ghani erhielt zwei Amtszeiten, nach denen er weglief und das afghanische Volk verließ. Und der interessante Teil bei jeder Wahl war, wenn man glaubte, sie seien manipuliert und sie gingen so knapp aus, daß zunächst Abdullah Abdullah zum Außenminister ernannt wurde und später wieder, als er auch für das Präsidentenamt kandidierte, sagte er, na ja, ich bin der Präsident; und er wurde schließlich CEO; und dann in der zweiten Amtszeit wurde ihm wieder eine andere Verantwortung übertragen. Nun, wo es darum geht, was für die Amerikaner akzeptabel ist, wo Mr. John Kerry den ganzen Weg aus den USA herfliegt, um eine neue Ernennung durchzusetzen und die Dinge zu regeln – wenn dies alles akzeptabel war, Ma’am, warum ist das Taliban-Regime für die Amerikaner dann nicht akzeptabel? Ist es, weil sie sich für ihre Niederlage in Afghanistan schämen? Oder hätten sie vielleicht nie damit gerechnet, daß die Taliban so schnell, sogar innerhalb von Tagen, die Führung übernehmen würden?

ZEPP-LAROUCHE: Nun, natürlich ist es eine beschämende Erfahrung. Ich meine, das US-Militär ist das stärkste Militär der Welt, und zusammen mit der NATO gibt es einfach keine stärkere Militärmacht – und von im Wesentlichen 65.000 Taliban-Kämpfern besiegt zu werden, ist nicht gerade eine heroische Erfahrung. Ich denke, einige der beteiligten Militärs lecken sich immer noch die Wunden und können die Tatsache nur schwer verdauen, daß sie wirklich eine unglaubliche Niederlage erlitten haben.

Aber das nimmt die Verantwortung nicht weg – ich meine, in der Geschichte von Miltärangelegenheiten hat man eine gewisse Verantwortung für das, was passiert, wenn man einen Feind besiegt. Auch wenn man verliert, ist es eine Tatsache, daß, auch wenn der Westen, die NATO und die USA, die deutsche Bundeswehr und viele andere 20 Jahre lang in Afghanistan gekämpft haben, trotz allem eine moralische Verantwortung für den Umgang mit den Menschen dort haben. Und was jetzt passiert, indem sie Afghanistan sanktionieren, indem sie die Gelder zurückhalten, bestrafen sie das afghanische Volk! Die Taliban in gewissem Sinne, das Argument, daß die Taliban die Rechte der Frauen nicht respektierten, das kann ja stimmen, aber wenn man mehr als 90% der Bevölkerung hungern läßt, geht es den Frauen noch viel schlimmer. Und die Bilder der sterbenden Kinder und sterbenden Babys, ich würde mir sehr wünschen, daß diese Bilder die Leute verfolgen würden, die die Hilfe zurückhalten! Es gibt keinen – das grenzt an Völkermord! Denn die Auswirkungen sind alle bekannt: Das Geld jetzt einzubehalten ist das größte Verbrechen, das ich mir vorstellen kann! Ich denke also, daß wir die Weltöffentlichkeit wirklich viel mehr aufrütteln müssen, denn was sie tun, zwingt die Taliban praktisch dazu, sich wieder der Drogenproduktion und dem Drogenhandel zuzuwenden. Die Taliban wollen keine Drogenproduktion haben, das widerspricht ihren religiösen Überzeugungen.

Und im Jahr 2000 verhandelte der UN-Vertreter Pino Arlacchi mit den Taliban und sie gaben die Drogenproduktion auf. Die Drogenexplosion ereignete sich, nachdem die NATO ins Land gekommen war, und jetzt zwingen sie die Taliban, indem Sie die Gelder zurückhalten, Geld von irgendwoher zu holen. Dies wird also eine unglaubliche Anzahl von Todesfällen in Europa, in Rußland und China nach sich ziehen, wohin die Drogen ihren Weg finden werden.

Es bedeutet auch, wenn man behauptet, eine Opposition zu den Taliban zu benötigen, tja, dann fördert man den Terrorismus. Und die Flüchtlingskrise. Wenn man die nicht sehr schnell löst, werden Millionen Menschen dem Hunger, Krankheiten und Kälte entfliehen und es wird eine gewaltige Flüchtlingskrise entstehen, die die Nachbarländer belastet. Aber diese Flüchtlinge, die dann versuchen, in die Türkei oder nach Europa zu gelangen – es gibt einfach keine rationale Begründung und Rechtfertigung für das, was gerade passiert.

Ich hoffe, daß diese Konferenz, die gerade in Islamabad stattfindet, auch im Rest der Welt den Anklang finden wird, um deren Augen zu öffnen. Denn was auf dem Spiel steht, ist nichts Geringeres als eine derartige [historische] Weggabelung, an der man entweder menschlicher oder barbarischer wird. Und für Letzteres hat sich der Westen im Moment eindeutig entschieden. Und ich denke, das muß behoben werden.

REHMAN: An dieser Konferenz wird nach Angaben unseres Außenministers auch der afghanische Interimsaußenminister, die chinesische und die russische sowie die amerikanische Delegation teilnehmen. Nun, da die amerikanische Vertretung dort sein wird, Ma’am, glauben Sie, daß die OIC-Mitglieder, wenn sie [die Amerikaner] dem zustimmen, daß Länder wie Saudi-Arabien für eine gewisse Zeit wie zum Beispiel für ein Jahr Treibstoff mit Zahlungsaufschub oder ähnlichem liefern könnten? Einige Länder, wie Rußland, könnten Weizen liefern, weil der Weizenkonsum in Afghanistan sehr hoch ist; gleiches gilt auch für Reis. Einige Länder, vielleicht Pakistan, könnten am Ende übereinkommen, daß die Inder Nahrungsmittel über Pakistan nach Afghanistan bringen könnten; es gibt derartige Übereinkünfte – denn dies wird auch Teil der Verhandlungen sein, daß wir Indien helfen lassen, wenn sie helfen wollen. Aber dann muß es eine Art von Abkommen geben; so sollte es zumindest sein, weil es auch ein hohes Vertrauensdefizit gibt.

Wenn wir über diesen wichtigen Punkt sprechen, sagen wir nicht, daß wir das Regime akzeptieren, jedoch zumindest mit ihm reden! Glauben Sie, daß dies die Grundlage sein könnte, von der aus wir die Verhandlungen beginnen können?

Da unser Außenminister auch diesen sehr wichtigen Aspekt der humanitären Krise beleuchtete und sagte, daß wir unser Bestes geben werden, um dieses Problem zu lösen, und auch sagte, daß er ein Treffen mit dem Generalsekretär der OIC hatte, das sehr produktiv gewesen sei.

Nun eine kurze Anmerkung von Ihnen: Was die Medien betrifft – weil Sie sagten, daß es in den westlichen Medien keine Nachrichten über Afghanistan gibt – sind in Europa diese strittigen Standpunkte, die von den OIC-Mitgliedern gerade in Islamabad diskutiert werden, ein Thema in Ihren Fernsehsendern oder in der Zeitung oder im Netz?

ZEPP-LAROUCHE: Nein. Die Berichterstattung über Afghanistan ist praktisch verschwunden. Unmittelbar nach dem Abzug der Truppen gab es große Aufregung, und es war drei, vier Wochen lang das Thema, aber in den drei Monaten seither findet man in Italien, in Frankreich, in Deutschland keinerlei Berichterstattung mehr darüber. Ich denke, wenn man die Medien aus der Region verfolgt, gibt es viele vielversprechende Zeichen – zum Beispiel fand ich es gut, daß Indien und Pakistan sich bereit erklärten, die Pakistan-Route für den Transport von Lebensmitteln aus Indien zur Verfügung zu stellen, ein sehr wichtiger Schritt, und ich weiß für Indien ist auch das, was in Afghanistan passiert, äußerst wichtig. Man kann sich also nur wünschen, daß die regionale Zusammenarbeit ältere geopolitische Konflikte überwindet. Natürlich auch die Treffen, die in den zentralasiatischen Republiken mit Rußland und China stattfanden. Natürlich auch die Treffen in den zentralasiatischen Republiken, an denen Rußland und China beteiligt waren. Aber ich denke, die Frage der Erweiterten Troika sollte auch vorangetrieben werden, denn ich denke, die Beteiligung der Vereinigten Staaten an einer konstruktiven Anstrengung ist meiner Meinung nach der Knackpunkt, denn wenn die Vereinigten Staaten davon überzeugt werden könnten, hierzu eine positive Haltung einzunehmen, wäre dies ein äußerst wichtiges Sprungbrett heraus aus einer ansonsten äußerst gefährlichen geopolitischen Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland und China.

Daher ist es in gewisser Weise eine der absoluten, wichtigen historischen Missionen, alle Kräfte international zusammenzubringen, um Afghanistan zu helfen. In gewisser Weise denke ich, daß das gesamte Schicksal der Menschheit unter diesem Brennglas fixiert ist, der sich auf das, was in Afghanistan passiert, konzentriert. Ich würde also wirklich hoffen, daß alle teilnehmenden und betroffenen Länder ihre Bemühungen verdoppeln und vervielfachen, um die Rettung Afghanistans zu einem Thema der ganzen Welt zu machen, denn das ist notwendig dafür. Und ich denke, alle Kanäle müssen genutzt werden: Medien, Vereinte Nationen, Konferenzen: Es muss ein Trommelfeuer geben, ein Trommelfeuer, um das Gewissen der Welt aufzuwecken, denn ich denke, hier wird das Urteil über unsere Fähigkeiten als menschliche Spezies gesprochen: Sind wir moralisch zum Überleben fähig oder nicht?

In gewisser Hinsicht denke ich, daß das Schicksal Afghanistans und das Schicksal der Menschheit viel enger miteinander verbunden sind, als sich die meisten Menschen vorstellen können.

REHMAN: Sehr gut gesagt, Ma’am. Sehr gut gesagt. Und ich hoffe, diesen Abschnitt unserer Übertragung in der Tat mit diesem Hinweis abschließen zu können. Und Ma’am, wenn wir über US-Präsident Joe Biden sprechen, denkt er, er sei der Vorkämpfer zur Lösung humanitärer Krisen? Er spricht immer über die Probleme der ganzen Welt, spricht aber nicht viel über Kaschmir oder Palästina. Auch bezüglich Afghanistan haben wir nicht viel von ihm gehört. Ich denke, es ist die höchste Zeit, zu sagen, daß alle Menschen gleich geschaffen sind, also ich denke, daß dies etwas sehr Wichtiges ist, und die Amerikaner sollten eine Führung übernehmen, wenn sie sich als die Weltführer oder die Meister in dieser Angelegenheit betrachten, sollten sie das auf jeden Fall tun und irgendeine Art von Lösung, eine richtige Abhilfe für dieses Problem aufzeigen. Frau Zepp-LaRouche, vielen Dank für Ihre Anwesenheit und es war eine Freude, Sie zu dabei haben.

ZEPP-LAROUCHE: Danke….

REHMAN: Willkommen zurück zu unserer Übertragung. Wir sprechen über dieses sehr wichtige OIC-Treffen, das in Islamabad abgehalten wird, um sicherzustellen, daß die humanitären Probleme, die eine erhebliche Bedrohung für die afghanische Öffentlichkeit darstellen, berücksichtigt werden sollten. Wie wir wissen, gibt es dort die sozialen Probleme, die wirtschaftlichen Probleme, die Bank, die kurz vor dem Zusammenbruch steht. Die Konten wurden eingefroren, 9,5 Milliarden Dollar der Gelder des afghanischen Volkes, die in den Vereinigten Staaten von Amerika und anderen westlichen Ländern gehalten werden, wurden eingefroren und sind nicht freigegeben worden. Es herrscht akute Nahrungsknappheit und es wird angenommen, daß 60% der Gesamtbevölkerung am Rande einer absoluten Katastrophe stehen. 1,1 Millionen Kinder könnten sterben, wenn keine angemessene Hilfe zur rechten Zeit zur Verfügung steht; weitere 3,2 Millionen Kinder sind am Rande des Hungers.

Es gibt also viele Probleme in Afghanistan und Pakistan hat die Initiative ergriffen, dieses Thema in Islamabad zu diskutieren, also sollte das Problem Afghanistan zur Sprache gebracht werden und die westlichen Länder sollten sich melden und dem afghanischen Volk helfen.

Jetzt, in unserem zweiten Teil, werden wir von Generalleutnant Raza Muhammad Khan (i.R.) begleitet, der ein führender Analytiker ist…. und der ehemaligen Botschafterin Naghmana Hashmi, einer hochrangigen Diplomatin und ehemaligen Botschafterin – Ma’am, es freut mich, Sie in der Show zu haben. Und aus Stockholm, Schweden, hat sich Hussein Askary zu uns gesellt, ein Experte für internationale Beziehungen. Es freut mich, Sie dabei zu haben Herr Askary….

Nun zu Ihnen, Herr Hussein Askary: 2,2 Billionen Dollar wurden ausgegeben – sinnvoll oder nicht, ist eine andere Frage – für 20 Jahre Krieg in Afghanistan. Und am Ende des Tages wurden Millionen von Menschen vertrieben, Hunderttausende von ihnen wurden getötet. Etwa 55, 60 Länder marschierten ein. Nicht einmal eines davon ist nun vor Ort, um sie jetzt zu unterstützen. Vielleicht waren sie also da, um zu befreien, aber sie konnten nicht befreien, also von der Liberalisierung zum Hungertod: 20 Jahre, 2,2 Billionen Dollar: Was ist das für eine wirtschaftliche Gleichung, Sir? Bringen wir Licht ins Dunkel.

NAGHMANA HASHMI: Es sind eher 6 Billionen Dollar.

HUSSEIN ASKARY: Auch Ihre Gäste haben richtigerweise auf einige sehr wichtige Dinge hingewiesen [über die Art des OIC-Treffens, einschließlich der UNSC-P5-Länder und was geplant werden sollte]. Aber ich finde die Bemühungen Pakistans, die Situation in Afghanistan zu verbessern, lobenswert. Ich habe den Brief von Außenminister [Shah Mahmood] Qureshi gelesen, und er wies richtigerweise darauf hin, daß eine Gefahr droht und daß die Nationen sowohl in der islamischen Welt als auch international dringend aufgefordert werden müssen, schnell die Mittel des afghanischen Volkes freizugeben, diese Gelder, die 9,5 Milliarden Dollar, die in den Vereinigten Staaten und europäischen Banken eingefroren wurden, diese gehören der afghanischen Nation, sie gehören nicht den Taliban.

Und Ihr Außenminister wies auch richtig darauf hin, daß Millionen Menschen in Afghanistan jetzt darüber nachdenken, ihre Kinder mitzunehmen und aus Afghanistan weg zu gehen, in den Iran, nach Pakistan, wo immer sie hin können. Und das wäre eine noch größere humanitäre Krise. Aber die internationalen Institutionen wie das Welternährungsprogramm und andere haben darauf hingewiesen, daß Millionen, mindestens 20 Millionen dieser Menschen vom Hungertod bedroht sind, und daher sollte ein erster Schritt darin bestehen, die Gelder des afghanischen Volkes freizugeben, denn das wäre der schnellste Weg, um Lebensmittel, Medikamente und andere Bedürfnisse für das afghanische Volk sicherzustellen – neben der humanitären Hilfe natürlich. Aber das ist primär.

Die Sache ist nun, wie Sie festgestellt haben, daß die Krise in Afghanistan nicht durch die Machtübernahme der Taliban verursacht wurde. Sie wurde verursacht durch ein zwanzigjähriges Scheitern der transatlantischen Welt, in der Billionen Dollar nur für Militäroperationen und Sicherheitsoperationen ausgegeben wurden. Wie Ihre Gäste sagten, haben sie es versäumt, die Kapazitäten in Afghanistan aufzubauen, Lebensmittel zu produzieren, eine angemessene Gesundheitsversorgung zu haben und die Grundlagen des Lebens in Afghanistan herzustellen. Dies ist also ein massives Versagen, und jetzt haben wir dieses zynische Spiel, bei dem Ihr Außenminister klar darauf hingewiesen hat, daß, wenn Sie jetzt das afghanische Volk aushungern, was eigentlich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist – diese Kollektivstrafe – was sie damit schaffen, ist eine chaotische Sicherheitslage, die Terrorismus und Massenauswanderungen hervorbringen wird – sie wird dieselben Dinge hervorbringen, von denen Sie behaupten, daß sie sie verhindern wollten.

Dies ist also ein klares Versagen, aber unsere derzeitige Mobilisierung zielt darauf ab, daß alle Anstrengungen unternommen werden, um die Situation zu lösen, um die Menschen in den Vereinigten Staaten und in Europa wieder zur Besinnung zu bringen. Das Schiller-Institut beteiligt sich an einer internationalen Kampagne, um den US-Kongress dazu zu bringen, um die europäischen Politiker und Regierungen dazu zu bringen, was auch von Hilfsorganisationen unterstützt wird, daß die Gelder der afghanischen Bevölkerung frei gegeben werden und mit der De-facto-Regierung in Afghanistan, in Kabul, zusammen gearbeitet wird, um humanitäre Hilfe zu beginnen.

Nun, das Wichtigste, worauf Ihre Gäste auch hingewiesen haben, bezieht sich auf die OIC, die islamischen Nationen wurden unterdrückt, aber das liegt an der Ära der Geopolitik, die gerade in Afghanistan beendet wurde. Selbst Präsident Biden sagte, mit dem Rückzug aus Afghanistan gehe eine Ära zu Ende. Was auch immer er damit meint, wir meinen damit ein neues Paradigma in den internationalen Beziehungen: das Zeitalter der Geopolitik, in dem man eine Nation gegen die andere ausspielen kann, um geopolitische Vorteile zu erzielen – [ist] nicht wirklich einen Dienst an der Menschheit, und in diesem geopolitischen Spiel des Teilens und Herrschens wurden islamische Nationen, muslimische Nationen gegeneinander ausgespielt, wie in Libyen, dann Syrien, im Jemen, und es dauert bis heute an! Es ist also an der Zeit, uns von der Geopolitik abzuwenden, einschließlich aller muslimischen Nationen: Sie sollten nicht in dieses geopolitische Spiel des Teilens und Herrschens verwickelt sein – und die Bemühungen vereinen, das neue Paradigma voranzutreiben, das durch die Belt-and-Road-Initiative veranschaulicht wird. Der China-Pakistan-Wirtschaftskorridor ist das beste Vehikel, um die Neue Seidenstraße, diese neue Strategie für den Wiederaufbau und die Win-Win-Kooperation nach Afghanistan auszudehnen; und alle Nachbarn Afghanistans werden davon profitieren – die Welt wird davon profitieren.

Dies ist also das Ende einer Ära, und muslimische Nationen müssen ihre Bemühungen vereinen, auch mit anderen nicht-muslimischen Nationen, wie zum Beispiel in der Shanghai Cooperation Organization. Dies wird uns, wie Ihre Gäste sagten, dahin führen, sowohl die unmittelbare humanitäre Krise zu lindern, als auch den Weg zu einer langfristigen Lösung auf Grundlage der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, des Aufbaus von Infrastruktur und des Aufbaus einer Gesundheitsplattform zu ebnen, den unser Institut und die Vorsitzende unseres Instituts in Ihrer Fernsehsendung diskutiert hat: Wir haben Operation Ibn Sina, um beginnend mit Afghanistan und dem Jemen eine Gesundheitsplattform zu schaffen, die auf dem Aufbau der notwendigen Infrastruktur – Wasser, Strom, Verkehr, Bildung usw. – basiert, um den Menschen eine moderne Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Dies ist der einzige Weg, wie Nationen im Osten und im Westen zusammenarbeiten können, damit wir das Kapitel schließen können, das blutige Kapitel der Geopolitik, das sich nun über 40 Jahre erstreckt hat – nicht nur die letzten 20 Jahre – und Millionen von Menschenleben gekostet hat, massives Elend, Massenauswanderung verursacht hat, wie sie es selbst in Pakistan erlebt haben. Dies ist also sowohl eine Chance als auch eine Krisenzeit. Daher sollten wir die Gelegenheit nutzen, die Bemühungen sowohl der muslimischen Nationen als auch der internationalen Gemeinschaft zu vereinen, um eine menschlichere Lösung für die Situation herbeizuführen.

REHMAN: Eine kurze Bemerkung, bevor ich zu unseren Gästen im Studio zurückkehre. Vorhin hatten wir einen Gast aus Deutschland, und sie erwähnte, daß es dort keine Nachrichten über Afghanistan in den westlichen Medien gibt. Und da Sie in Skandinavien leben, und [sich] vielleicht in Ländern wie Norwegen und sogar Schweden oder Dänemark, Finnland [auskennen], dies sind die Länder, die Fürsprecher in humanitären Krisen und dem Leiden der Menschen sind, sie sprechen immer sehr lautstark darüber. Wie sieht das aktuelle Szenario aus? Wird dieses Thema auch in den westlichen Medien, insbesondere in Skandinavien, thematisiert?

ASKARY: Nein, Ihr Gast aus Deutschland hatte offensichtlich recht. Afghanistan ist aus der Medienberichterstattung verschwunden. Es wird nur berichtet, daß Menschen Krokodilstränen über die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan vergießen, aber sie wissen nicht, daß diese Aktionen, die Sanktionen gegen Afghanistan, Frauen, Mädchen und Kinder in Afghanistan töten. Wir haben einige humanitäre Organisationen, die tatsächlich öffentlich dazu aufgerufen haben, die humanitäre Hilfe in Afghanistan wieder aufzunehmen, und wir haben viele nordische Organisationen, die sich seit vielen Jahren in Afghanistan engagieren und jetzt öffentliche Aufrufe machen. Sie erhalten eine begrenzte Berichterstattung. Aber denken Sie daran, daß jetzt die Regierungen und die Eliten hier in Skandinavien, in Europa im Allgemeinen, und auch in den Vereinigten Staaten vereint sind, um sich auf das zu konzentrieren, was sie „China und Rußland stoppen“ nennen. Denn diese Länder, von denen die meisten in der NATO sind, haben in Afghanistan versagt und wollen von ihrem Versagen und dem Elend, das sie in Libyen, Syrien, Jemen, Afghanistan, Irak usw. verursacht haben, ablenken und behaupten deshalb, daß die Probleme der Welt darin bestünden, daß Rußland und China zwei autoritäre Regime seien, die aufgehalten werden müssten. Das ist vollkommener Wahnsinn, denn was das nach sich ziehen würde, ist ein Dritter Weltkrieg: Er wird nicht mit regulären Armeen, sondern mit Atomwaffen geführt. Und das ist ein Rezept für die Ausrottung der Menschheit!

Also unterstützen diese Leute in den Medien die Kriegsmaschinerie hier, sogar in Skandinavien, um darauf zu fokussieren, wie man Rußland und China bekämpft und stoppt.

Nun, Pakistan erhält hier in den Medien eine Teilschuld an der Lage, weil sie sagen, Pakistan unterstütze die Taliban, und das ist wirklich böse Propaganda.

REHMAN: —Letztendlich werden die Narrative immer von der westlichen Welt vorgegeben. Und dies sind solche Narrative.

ASKARY: Ja, aber es gibt eine Realität vor Ort. Es ist die Realität, die den Ausgang der Dinge bestimmt, nicht das, was die Leute in den Medien sagen, nicht das, was diese Geheimdienste schreiben und an die Medien senden, um es dann den Leuten zu sagen. Es gibt eine Realität: Die Welt hat sich verändert. Die Macht der Welt, die Wirtschaftsmacht der Welt hat sich nach Osten verlagert. Wir haben hier in Europa massive soziale und wirtschaftliche Probleme. Wir haben eine Energiekrise, mitten hier in Europa! Wir haben eine Gesundheitskrise, mitten hier in Europa! Diese Realitäten werden also bestimmen, welchen Weg die Nationen einschlagen werden, und nicht das, was die Leute im militärisch-industriellen Komplex und ihre Medienvertreter sagen.

REHMAN: Perfekt gesagt, perfekt gesagt….

Letzte Bemerkung von Ihnen, ein Schlusswort, Herr Askary.

ASKARY: Vielen Dank. Es war eine sehr bereichernde Diskussion hier, denke ich. In Bezug auf Indien ist es ironisch, daß ich in Ihrem Programm oder vielleicht in einer anderen Sendung einen Monat vor der Entscheidung Indiens, Weizen durch Pakistan zu schicken, vorgeschlagen habe, daß Indien und Pakistan wirtschaftlich zusammenarbeiten sollten. Vergessen Sie all die britische Geopolitik, die den Kaschmirkonflikt und andere Probleme verursacht hat: es gibt für Indien einen Weg, in sein geoökonomisches und kulturelles Umfeld zurückzukehren. Indien ist kein atlantisches Land. In Indien herrscht eine Identitätskrise. Sie wollen mit einem Fuß in Asien, aber mit dem anderen Fuß im Atlantik sein, und das stellt Indien vor große Probleme.

Es gibt eine Realität, die Indien nicht negieren kann, nämlich eine geographische, kulturelle, historische Situation, und diese ist ein sehr gutes Beispiel für diese Geoökonomie, die der Geopolitik überlegen ist. Und es war eine erfreuliche Tatsache, als ich sah, daß Ihr Premierminister Imran Khan sogar zugestimmt hat, den indischen Weizen nach Afghanistan zu lassen, wie ich es einen Monat zuvor vorgeschlagen hatte. Aber dann, aufgrund dieser manchmal ziemlich albernen geopolitischen und anderen Spiele, wurde dies nicht [gleich] umgesetzt. Deshalb ist dies ein sehr gutes Beispiel, in dem Pakistans Position in der Region gestärkt werden müsste, aber eben nicht durch derlei Spiele.

REHMAN: – auf jeden Fall. Ein sehr wichtiger Punkt, insbesondere diese besondere Aktion Pakistans eröffnet auch diesen beiden Ländern so viele Möglichkeiten, zumindest miteinander zu reden, zu verhandeln.

ASKARY: Und Indien hat alles, um von der Zusammenarbeit mit Pakistan zu profitieren –

REHMAN: In Ordnung, vielen Dank, Askary, für Ihre Diskussion. Das ist alles, was wir für diese Stunde haben.


Helga Zepp-LaRouche bei CGTN-Veranstaltung: „Party building and the new generation“

Die Veranstaltung wurde simultan zu dem Youtube-Stream auf der Webseite von CGTN und den verschieden Social Media Kanälen ausgestrahlt:

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Die Präsidentin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, fügte heute in einem Interview mit dem chinesischen Fernsehsender CGTN einen profunden Aufruf zur Vernunft hinzu. Auf die Frage nach Vorschlägen für die heutige Jugend in einer Zeit großer Gefahr antwortete sie, die grundlegende Frage sei das Menschenbild, wobei zwei gegensätzliche Auffassungen zum Vorschein kommen würden. Die eine ist die malthusianische und oligarchische Sichtweise, nach der der Mensch ein Parasit ist, der die Natur verschmutzt, und je weniger Menschen, desto besser – eine Sichtweise, die am deutlichsten bei den Befürwortern der Klimaproblematik zu finden ist. Die andere Sichtweise ist die, daß jeder Mensch heilig ist, mit der Kraft der Vernunft gesegnet ist und in der Lage ist, neue Prinzipien der Natur zu entdecken, die zu einer Produktivitätssteigerung und einem höheren Lebensstandard für alle führen können. Sie sagte, es sei an der Zeit, daß sich die gesamte Menschheit hinter dieser erhabenen Sichtweise vereine, um eine gemeinsame Partei der Menschheit zu bilden, die die Bürger aller Länder in einer gemeinsamen Mission vereine, ohne die Interessen der verschiedenen und schönen Kulturen der Welt zu verletzen. Um diesen Prozess einzuleiten, müsse sich die Menschheit hinter die dringende Notwendigkeit stellen, die Pandemie und alle künftigen Pandemien zu beenden, indem in jedem Land moderne Gesundheitseinrichtungen geschaffen werden. Damit würde ein potentieller Wendepunkt für die Menschheit geschaffen werden, der die grundlegende Infrastruktur für die Gesundheit aller Menschen aufbaut und ein für alle Mal mit der Vorstellung aufräumt, dass Armut ein unvermeidlicher Bestandteil der Zivilisation ist, der nicht beseitigt werden kann. In 100 Jahren, so fügte sie hinzu, wenn wir eine raumfahrende Spezies geworden sind, werden nationale Grenzen weniger wichtig sein.


Zepp-LaRouche bei CGTN: „Demokratie-Gipfel“ unter der Lupe

Am Sonntag, dem 5. Dezember, nahm die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, an einer einstündigen Sondersendung des CGTN-Programms „Dialog, Ideen sind wichtig“ mit Moderator Xu Qinduo über die Frage von „Demokratie“ teil. Die Sendung ist Teil eines selbstbewußten Vorstoßes Chinas gegen den absurden „Demokratie-Gipfel“, der dieser Tage von den Vereinigten Staaten veranstaltet wird.

Xu richtete die erste Frage an Helga Zepp-LaRouche, was Demokratie überhaupt bedeute. In ihrer Antwort wies sie darauf hin, daß Platon unter Demokratie von nicht unbedingt etwas Gutes verstand; für ihn war Demokratie die Kehrseite der Tyrannei. Aber abgesehen von der gängigen Verwendung des Begriffs sei es wichtig, sich die Handlungen der Regierungen anzusehen. Wenn man Chinas Handhabung von Demokratie mit offenen Augen betrachte, werde man mehrere Vorteile erkennen, die es in den „westlichen“ Demokratien nicht gebe.

Als nächstes sprach Martin Sieff vom Global Policy Institute, der betonte, daß es keine einheitliche Demokratie-Form auf der Welt gebe. Sozialdemokratien, die Staatsformen von Japan, Indien, den Vereinigten Staaten seien sehr verschiedene Arten von Demokratien.

Das chinesische Politbüromitglied Huang Kunming war der nächste Redner. In einem Videoclip erinnerte er seine Zuhörer daran, daß die Kommunistische Partei Chinas von Anfang an nach Demokratie strebte, um die alte feudale Ordnung zu ersetzen, und daß sie weiterhin den Kampf für eine chinesische Demokratie anführe. Diese Aussage bedeute, daß die Menschen selbst die Herrscher und der eigentliche Zweck der Regierung seien. Es gebe keine Einheitslösung für die Demokratie. In der Tat wäre eine solche Auffassung selbst undemokratisch. Mögen die Menschen jeder Nation darüber entscheiden.

Der nächste Gast, Dr. Wang Huiyao, Mitglied des chinesischen Staatsrats, erläuterte, was unter einer „Volksdemokratie als Ganzes“ zu verstehen sei. Es handele sich um eine beratende Demokratie, bei der Vorschläge und Kritik aus dem ganzen Land berücksichtigt werden würden. Das Auswahl- und Wahlverfahren selbst solle sicherstellen, daß die Personen, die am besten in der Lage sind, dem Volk zu dienen, das Amt übernehmen. Die starke wirtschaftliche und soziale Entwicklung Chinas rechtfertigen diesen Ansatz.

Prof. Michele Geraci aus Italien stimmte zu, daß der Sinn einer Regierung darin bestehe, Ergebnisse zu erzielen und für das Volk zu sorgen (im Gegensatz zu einem feudalen System). Er stellte die Prozeßdemokratie einer ergebnisorientierten Demokratie gegenüber. Welches System liefere bessere Ergebnisse für die Menschen, Ergebnisse, mit denen die Menschen zufrieden sind?

Nach einem Clip, in dem der Leiter der China Media Group fragte, ob das afghanische Volk von der amerikanischen Demokratie profitiert habe und was der von einem Polizisten erstickte George Floyd von der amerikanischen Demokratie gehabt habe, wurde Zepp-LaRouche gefragt, ob die Polizei den Willen des Volkes widerspiegele. Sie wies darauf hin, daß die jahrzehntelange Militarisierung der Polizei zu Problemen geführt habe und daß die Menschen in den Vereinigten Staaten extrem polarisiert seien. Biden habe versprochen, er werde das Land vereinen. Aber man könne nur eine Einheit herbeiführen, wenn man einer lohnenden Mission zusammenarbeite, wie es die Gründerväter, Lincoln, Roosevelt und Kennedy taten. Afghanistan stehe für das völlige Scheitern des Versuchs, einem anderen Land ein Modell aufzudrängen. Der Diebstahl von finanziellen und anderen Ressourcen aus diesem Land sei ein schreckliches Verbrechen.

Der syrische Botschafter in der Volksrepublik China, Imad Moustapha, ergriff das Wort und erklärte, die Vereinigten Staaten seien völlig ungeeignet, als Schiedsrichter darüber zu entscheiden, was Demokratie sei, oder zu erklären, ob das System eines anderen Landes demokratisch sei. Die Vereinigten Staaten seien in Wahrheit ein Einparteienstaat, der von den Reichen regiert würde; Begriffe wie „Demokratie“ und „Freiheit“ würden zynisch zur Rechtfertigung dieser Politik benutzt.

Müsse das Konzept von „Demokratie“ selbst nicht neu gefaßt werden, um für die heutige vernetzte Welt passender zu sein, fragte der Moderator. Michele Geraci verglich daraufhin die kartellisierte Kontrolle der sozialen Medien mit einer feudalen Ordnung, in der einzelne Personen Entscheidungen treffen könnten, anstatt einer Regierung, die dem Allgemeinwohl verpflichtet sei.

Sergej Schachray, ehemaliger stellvertretender Ministerpräsident Rußlands, wurde in einem Videoclip eingespielt, worin er erklärte, daß die Aufteilung zwischen Demokratien und Autokratien dazu führe, die tatsächlichen Ergebnisse zu unterdrücken, die China und viele westliche Nationen erzielt hätten. Der ehemalige japanische Premierminister Hatoyama sprach ebenfalls von der Notwendigkeit, nach Gemeinsamkeiten mit anderen Nationen zu suchen, anstatt sich auf Unterschiede zu konzentrieren.

In ihrer Antwort erklärte Zepp-LaRouche, es sei absolut notwendig, nach gemeinsamen Interessen zu suchen. Ein Dialog der Kulturen müsse auf der Suche nach den besten Aspekten anderer Länder und Kulturen basieren. Sie griff auch den weit verbreiteten Antiamerikanismus auf, der in der Diskussion angeklungen sei, und verwies auf die großen historischen Erfolge der europäischen Kultur. Die italienische Renaissance habe auf der Vorstellung basiert, daß der Mensch ein grenzenlos vervollkommnungsfähiges Wesen sei. Das Problem des Westens sei nicht, daß wir keine große Tradition hätten, sondern daß wir uns von ihr entfernt hätten und zu einer völlig liberalen Einstellung übergegangen seien, was zu einer Dekadenz der Kultur geführt habe. „Um uns auf die gemeinsamen Ziele der Menschheit zu konzentrieren, müssen wir uns auf die besten Traditionen jeder Kultur berufen.“ Zepp-LaRouche rief dazu auf, zusammen eine moderne Gesundheitsversorgung in allen Ländern aufzubauen, wobei ein besonderer Schwerpunkt die „Operation Ibn Sina“ in Afghanistan sei, das neben Ländern wie Haiti, Jemen und Syrien einen so großen Bedarf habe. Der Aufbau einer Gesundheitsinfrastruktur ginge Hand in Hand mit der allgemeinen Entwicklung.

Die gemeinsamen Ziele der Menschheit sollten klarer definiert werden, wobei die derzeitigen Bedingungen durchaus vielversprechend seien. Die Inflationsentwicklung in der transatlantischen Welt müsse mit dem physischen Wirtschaftswachstum verglichen werden, für das die Belt and Road Initiative stehe.

Die Sendung insgesamt spiegelte Chinas selbstbewußte Bemühungen wider, den westlichen „Demokratie-Gipfel“ zu hinterfragen, und ein größeres Verständnis in China für die Geschichte und die Kämpfe innerhalb der erweiterten europäischen Zivilisation, einschließlich der Vereinigten Staaten, zu erzeugen.

Sie können sich das Programm hier auf englisch ansehen.


Helga Zepp-LaRouche in der CGTN-Sendung ‚Dialog, Ideen sind wichtig‘

Es folgt eine von EIR erstellte Abschrift eines Interviews mit Helga Zepp-LaRouche, das vom chinesischen Sender CGTN am 2. Dezember 2021 ausgestrahlt wurde.

XU QINDUO: [Was hat die Belt and Road Initiative BRI] … in den letzten acht Jahren erreicht, welche Anliegen stehen dahinter, und wie verwirklicht sie eine grüne Entwicklung? Diese und andere Fragen wollen wir im ersten Teil der Sendung mit Shiran Illanperuma, Forschungsanalystin bei Econsult Asia, und Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts, diskutieren… Das ist unser Thema; ich bin Xu Qinduo.

Herzlich willkommen in der Sendung, Helga. Zunächst einmal: Wie bewerten Sie Chinas Belt and Road Initiative, die BRI, in den letzten acht Jahren?

HELGA ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, sie hat die Welt zum Besseren verändert. Es handelt sich um das größte Infrastrukturprojekt, das jemals in der Geschichte der Menschheit durchgeführt wurde. Ich denke, bei all den Angriffen, die in letzter Zeit auf sie verübt wurden, sollte man sich einfach mal vorzustellen, was wäre, wenn sie nicht existieren würde. Stellen Sie sich vor, Xi Jinping hätte die Neue Seidenstraße und die Maritime Seidenstraße nicht angekündigt, und all diese Projekte wären nicht durchgeführt worden. Die Welt wäre heute in einer viel schlechteren Situation. Es gäbe viel mehr Armut, und die Pandemie wäre noch viel schlimmer. Außerdem hätten die Entwicklungsländer keine Hilfe von China erhalten. Es war ein zivilisationsgeschichtlicher Beitrag Chinas, zunächst seine eigene Bevölkerung – 850 Millionen Menschen – aus der Armut zu befreien und dann, mit der erreichten wirtschaftliche Stärke, den Entwicklungsländern dieses Modell anzubieten, indem sie die gleichen wirtschaftlichen Prinzipien anwenden. Ich denke also, daß sich die Welt in einer Weise zum Besseren verändert hat, wie es in der Geschichte noch nie vorgekommen ist, und dies wird letztlich auch von allen anerkannt werden – auch von den Menschen, die mit der Belt and Road Initiative nicht so glücklich zu sein scheinen. In der kommenden Zeit, in der im westlichen liberalen System weitere Umwälzungen, Inflation, sogar eine Hyperinflation erfolgen werden, wird das jeder erkennen. Es wird neue Wellen der Pandemie geben, weil die anderen Länder es nicht so gut wie China geschafft haben, mit ihr umzugehen. Und am Ende wird sich zeigen, daß die Zusammenarbeit mit der Belt and Road Initiative wirklich der Retter der Zivilisation ist.

XU: Shiran, wenn Sie die Belt and Road Initiative betrachten, ist sie für die Entwicklungsländer – mit mehr Investitionen, mehr Handel, mehr Verbindungen – eine gute Sache?

SHIRAN ILLANPERUMA: Ja, dem kann ich nur zustimmen, vor allem, wenn man aus Sri Lanka kommt, das strategisch günstig am Indischen Ozean in der Nähe einiger der meistbefahrenen Schifffahrtslinien der Welt liegt. Der Hafen von Hambantota zum Beispiel, in den China investiert hat, liegt nur zehn Seemeilen von der Schifffahrtsroute entfernt. Der Aufbau dieser regionalen Konnektivität ist also sowohl für Sri Lanka als auch für seine Nachbarn von großem Nutzen.

XU: Helga, die China-Laos-Eisenbahn, die im Rahmen der BRI gebaut wurde, ist die erste internationale Eisenbahnlinie, die seit dem Vorschlag der BRI im Jahr 2013 hauptsächlich von China finanziert und gebaut wurde und direkt mit dem chinesischen Eisenbahnnetz verbunden ist. Wie wichtig ist sie für Laos? Und wie wichtig ist sie für die BRI?

ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, dies ist eines der faszinierendsten Projekte, das ich kenne, denn Laos war bisher kein sehr entwickeltes Land. Die Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnlinie verbindet Kunming zunächst mit Laos, dann aber auch mit Singapur und Thailand. Die ASEAN-Länder sind so mit China verbunden, und für Laos eröffnet sich die Möglichkeit, letztlich Anschluß an die gesamte BRI-Infrastruktur zu bekommen. Außerdem ist es nicht nur eine Eisenbahn, doch diese allein ist unglaublich und technologisch auf sehr hohem Niveau. Infrastrukturkorridore, die sich immer aus solchen Verkehrswegen entwickeln, eröffnen das Potential für eine echte Industrialisierung des Landes. Ich denke also, daß dies ein großer Durchbruch ist, und angesichts des eher desolaten Zustands der Eisenbahnsysteme in den Vereinigten Staaten und Europa kann Laos stolz darauf sein, ein solch modernes System zu haben, das ein leuchtendes Beispiel für viele andere Länder auf der Welt sein wird.

XU: Shiran, Sie sprachen über den Hafen von Hambantota. Im Jahr 2017 unterzeichneten Sri Lanka und China einen Vertrag über die Verpachtung von Hambantota. Dann gab es Kritik – vor allem in den westlichen Medien –, daß Sri Lanka zu dem Deal gezwungen wurde. Mit Aussicht auf einfachen Zugang zu chinesischem Geld sei es in eine „Schuldenfalle“ gelockt worden. Was halten Sie von dieser Kritik?

ILLANPERUMA: Ich halte das im Grunde für Unsinn. Die Fakten sprechen für sich selbst. Leider wurde dieses Narrativ von den westlichen Medien verbreitet, wie Sie sagen. Aber nicht nur von den westlichen Medien. Es wurde auch vor Ort aufgegriffen. Ob dieses Narrativ nun politisch instrumentalisiert wird oder eine bewußte Fehlinformation darstellt, ist ein anderes Thema. Aber wenn man sich die Fakten ansieht, dann sind nur 10% der Schulden Sri Lankas gegenüber China; 50% beziehen sich auf internationale Anleihen, von denen die meisten von US-Banken und anderen Finanzinstituten gehalten werden. Wir haben genauso viele Schulden bei China wie bei Japan oder der ADB (Asian Development Bank), aber niemand sagt, daß wir in einer japanischen oder einer ADB-Schuldenfalle sitzen. Das ist die eine Sache.

Andererseits ist Sri Lanka, wenn man sich die Fakten ansieht, mit dem Darlehen für den Hafen von Hambantota nie in Verzug geraten. 2017 kam es zu einer massiven Zahlungsbilanzkrise, die die Regierung zwang, sich an den IWF zu wenden und sich später von dem Hambantota-Vertrag zu trennen. Dieser wurde in einen 99jährigen Pachtvertrag umgewandelt, der an ein chinesisches Unternehmen vergeben wurde, und wir erhielten dafür eine Finanzspritze in Höhe von etwa 1 Milliarde US-Dollar. Dieser Betrag wurde nicht zur Begleichung von Schulden oder dergleichen verwendet. Er wurde verwendet, um unsere Reserven aufzustocken. Es gab also keinen Schuldenverzug, es gab keine Schuldenfalle oder irgendetwas in der Art.

XU: Ein hervorstechendes Merkmal beim Aufbau von Infrastruktur ist seine Langfristigkeit. Es dauert sehr lange, bis man positive Ergebnisse sieht; wann kommt beim Bau einer Straße der Ertrag zurück? Das dauert Jahre, nicht wahr? Im Fall des Hafens von Hambantota sagen Experten: „Der von China gebaute Hafen von Hambantota wird voraussichtlich 200.000 Arbeitsplätze schaffen und jährlich 11,8 Milliarden Dollar zum BIP von Sri Lanka beitragen.“ Wie schätzen Sie selbst das Potential des Hafens ein?

ILLANPERUMA: Wie Sie schon sagten, das Potential ist enorm. Und es geht nicht nur um den Hafen, denn der Hafen ist eine Art Katalysator für eine ganze Reihe anderer Dinge. Sri Lanka ist traditionell ein wenig im Rückstand, was die Produktion angeht. Der Hafen verfügt über einen angrenzenden Industriepark, der ebenfalls als Teil des Hafens betrieben wird. Bisher wurden 300 Millionen Dollar in eine Reifenfabrik investiert; es wurde eine Elektronikfabrik für gefertigte Endprodukte errichtet; es wurden Verträge für den Schiffsbau, insbesondere den Bau von Yachten, unterzeichnet. Es gibt also ein großes Potential für die Schaffung von Arbeitsplätzen und für Sri Lanka, seine Exporte zu steigern. Im Umfeld des Hafens von Hambantota gibt es große landwirtschaftliche Nutzflächen und auch Flächen, die für industrielle Investitionen genutzt werden können. Das Potential ist also riesig, und ich kann Ihnen schon jetzt sagen, daß viele Einheimische in den RO-RO-Anlagen des Hafens von Hambantota beschäftigt sind. Das ist also ein großes Potential für Sri Lanka, seine Exporte und seine regionale Konnektivität zu verbessern und sich in globale Wertschöpfungsketten einzuklinken.

XU: China wird dafür kritisiert, daß es an Transparenz mangele und daß der politische Einfluß oder sogar der militärische Einfluß Chinas zunehme. Was ist Ihre Antwort darauf, Helga?

ZEPP-LAROUCHE: Das Argument, daß es nur darum gehe, den militärischen Einfluß Chinas zu vergrößern, ist irgendwie lächerlich, wenn man bedenkt, daß die Vereinigten Staaten etwa 1000 Militärbasen in der ganzen Welt haben und China nur eine oder zwei. Man sollte dabei nicht nur auf das Etikett schauen. Ich denke, dahinter steckt ein ideologischer Unterschied. Dies wurde am deutlichsten vom Leiter des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, zum Ausdruck gebracht, der in seinem neuen Buch Stakeholder Capitalism den berühmten Satz schreibt: „Das eigentliche Problem ist die Überwindung der Armut, denn der Wunsch, die Armut zu überwinden, ist die Ursache der Klimakatastrophe.“ Für diese Leute ist also reale Entwicklung das Problem, denn diese schädigt nach ihrer falschen Wissenschaftsauffassung angeblich den Planeten, indem sie den Klimawandel verursacht. Das ist natürlich völlig falsch. Schauen Sie sich an, was China auf dem FOCAC-Treffen (Forum on China Africa Collaboration) getan hat, wo China zum wiederholten Mal den am wenigsten entwickelten Ländern die Schulden erlassen hat. Die Länder des Pariser Clubs haben dies ihrerseits nicht getan. Diese ideologische Frage muß also in Betracht gezogen werden, denn es gibt eine malthusianische Fraktion, die nicht will, daß sich die Entwicklungsländer entwickeln. Das wurde bisher aus der Diskussion ausgeklammert, ohne zu erkennen, daß dies das Hauptmotiv [der westlichen Politik] ist, die in der alten Tradition von Pfarrer Malthus, des britischen Empire, steht. Die gleiche Philosophie stand auch hinter den Opiumkriegen oder der britischen Politik in Indien und Afrika. An dieser kolonialen Sichtweise hat sich nichts geändert, d.h. an der Vorstellung, daß die Entwicklungsländer unentwickelt bleiben und lediglich als Rohstofflieferanten für die reichen Länder dienen sollten.

Wenn man sich das Verhalten während der Pandemie anschaut, dann haben die reichen Länder Impfstoffe gehortet; sie haben keine Anstrengung gemacht, Masken und andere medizinische Hilfsgüter zu verteilen. Das Ergebnis ist nun, daß sich die Pandemie durch Omicron und [andere] Mutationen ausbreitet, die deswegen entstehen, weil man bestimmte Regionen der Welt ohne medizinische Hilfe gelassen hat. Wir sind meines Erachtens an einem Punkt angelangt, wo wir das System komplett ändern müssen, wobei das Modell, das China anbietet, das beste ist, das es auf diesem Planeten gibt.


Unterstützung für „Operation Ibn Sina“ des Schiller-Instituts in Italien

Alessia Ruggeri, Vorsitzende von UPI Italia, einem Verband kleiner und mittelständischer Unternehmen, und eine bekannte Gewerkschafterin in Sizilien, hat heute die von Helga Zepp-LaRouche vorgeschlagene „Operation Ibn Sina“ für Afghanistan unterstützt. Über ihre Presserklärung wurde in Il Corriere di Sicilia, einer sizilianischen Tageszeitung, berichtet und es werden in den nächsten Tagen voraussichtlich weitere Berichte in süditalienischen Zeitungen erscheinen. Ruggeris Erklärung trägt den Titel „Helga Zepp-LaRouche startet Operation Ibn Sina, um das afghanische Volk zu retten“. Es folgt der Wortlaut der Pressemitteilung:

„Das Komitee für die Republik hat durch seine Sprecherin Alessia Ruggeri die Ibn-Sina-Initiative des Schiller-Instituts unterstützt. ‚Ich glaube, die Welt erlebt derzeit einen sehr traurigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Moment, an dem die Mainstream-Medien Mitschuld tragen. Wir müssen die notwendige Klarheit und Fähigkeit wiedererlangen, um zugunsten der richtigen Sache intervenieren zu können. Das afghanische Volk zahlt den Preis internationaler geopolitischer Strategien, die ihm seine unveräußerlichen, durch die UN-Charta garantierten Rechte verwehren.

Es ist mir daher eine große Ehre, mich dem Komitee für den Zusammenfall der Gegensätze anzuschließen und einen wichtigen europäischen Beitrag zu leisten‘, schließt Alessia Ruggeri und dankt gleichzeitig Liliana Gorini, Vorsitzende von Movisol (der LaRouche-Bewegung in Italien).

Auch der Anwalt Roberto Zappia unterstützt den Aufruf zur Unterstützung des afghanischen Volkes, das erst im Namen der territorialen und politischen Hegemonie der Weltmächte ausgenutzt und anschließend der Gier der Finanzmärkte und ihrer zynischen rücksichtslosen Logik ausgeliefert wurde.“


Botschaft von Helga Zepp-LaRouche, Präsidentin des Schiller-Instituts und der LaRouche-Bewegung zur „Ersten BRICS-Tageskonferenz“ im Jemen

Ihre Exzellenz Premierminister Saleh bin Habtour; Ihre Exzellenz Herr Hisham Sharaf, Außenminister des Jemen, ein guter Freund des Schiller-Instituts; Liebe Mitglieder des jemenitischen BRICS-Jugendparlaments und sein Vorsitzender, Herr Fouad Al-Ghaffari:

Meine Damen und Herren, die sich in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa versammelt haben, ich sende Ihnen die herzlichsten Grüße aus Deutschland!

Wir sind uns der enormen Belastung durch die kriminelle Blockade bewußt, die, solange sie andauert, all das Gerede von einer „regelbasierten Ordnung“ des Westens schlimmer als bedeutungslos macht. Denn wenn sie de facto diese Blockade dulden, dulden sie das Ergebnis – den Tod und das Leiden einer sehr großen Zahl [des] jemenitischen Volkes! Sie sind unglaublich mutig und eine Inspiration für alle Mitglieder des Schiller-Instituts auf der ganzen Welt, indem Sie Ihren Kampf für eine bessere Zukunft für Ihr Land und die Welt nicht aufgegeben haben!

In diesen Tagen feiert die von Präsident Xi Jinping ins Leben gerufene Neue Seidenstraße ihren 8. Jahrestag und die Rolle der BRICS in der Welt hat sich zu einem immer einflußreicheren Element in der Weltgeschichte entwickelt. Ich bin sicher, daß der Jemen in nicht allzu ferner Zukunft ein wichtiger Teil davon sein wird, und [daß] Ihre Organisation das entscheidende Element dafür gewesen sein wird, dies zu erreichen und auf diese Weise die glorreiche Geschichte des Jemen mit einer hoffnungsvollen Zukunft zu verbinden.

Das Schiller-Institut hat „Operation Ibn Sina“ ins Leben gerufen, um moderne Gesundheitssysteme in den Jemen, nach Afghanistan und Syrien zu bringen und als Synonym für eine Renaissance jener Zeit zu dienen, in der Ihre Region die Fackel des universellen Fortschritts für die ganze Menschheit trug.

Ich möchte auch daran erinnern, wie stolz mein verstorbener Ehemann Lyndon LaRouche auf Ihren ununterbrochenen Fleiß war, seine wissenschaftliche Methode zu studieren, und ich möchte Sie ermutigen, Ihre Studien zu erweitern und sicherzustellen, daß sie in das Bildungssystem Ihres Landes aufgenommen werden. Jemen wird der Geburtsort vieler Genies sein, die die Menschheit zum wahren Humanismus führen werden.

Das alte Paradigma, eine Welt, die durch geopolitische Aggression und die Herrschaft einiger weniger über viele geteilt wird, geht eindeutig zu Ende und das neue Paradigma der Zusammenarbeit und des Dialogs der Kulturen wird immer stärker. Wir schließen uns Ihnen und einer wachsenden Zahl von Ländern und Kräften an, um diesen Wandel herbeizuführen, und geben Ihnen das feierliche Versprechen, daß wir immer Ihre wahren Mitstreiter bleiben, bis Sie die Souveränität des Jemen erlangt haben und wahrhaftig frei sind.

Mit großer Zuneigung, im Namen des gesamten internationalen Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche


CGTN interviewt Helga Zepp-LaRouche zum 8. Jahrestag der Belt and Road Initiative

Chinas Auslandsfernsehsender CGTN führte zwei Interviews mit der Vorsitzenden des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, anläßlich des achtjährigen Bestehens der Belt and Road Initiative; das erste in der Sendung „Dialogue Weekend“ und das zweite in „Global Business”.

Dialogue Weekend

Moderator LI QIUYUAN: Willkommen zu dieser Ausgabe des Dialog Weekend, ich bin Li Quiyuan.

Im Herbst 2013 verkündete der chinesische Präsident Xi Jinping bei seinem Besuch in Kasachstan und Indonesien den Plan zum Bau des Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtels und der maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts, auch bekannt als Belt and Road Initiative. Wie läuft das Projekt nach acht Jahren und wie hat es allen Beteiligten geholfen? Und welche Hindernisse wurden beim Bau überwunden? Um die letzten acht Jahre des BRI Revue passieren zu lassen, freue ich mich, von Prof. John Gong von der University of International Business and Economics und von Frau Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts, begleitet zu werden. Schön, Sie beide zu sehen.

Ich möchte mit Professor Gong anfangen. Klären Sie uns ein wenig auf: Warum wurde der Vorschlag überhaupt gemacht und was war die ursprüngliche Idee dahinter? Und warum hat der Präsident dies ausgerechnet während einer Auslandsreise angekündigt? Und wo stehen wir jetzt acht Jahre später?

PROF. JOHN GONG: Das ist eine lange Frage, aber lassen Sie mich zunächst sagen, was die Belt and Road Initiative nicht ist: Sie ist kein geopolitisches Spiel, sie ist kein geostrategisches Spiel, sie hat nicht das Ziel, Einflußsphären auszuweiten. Sie hat hauptsächlich wirtschaftliche Ziele. Es gibt mehrere Gründe, warum China diese Initiative gestartet hat. Ich denke, der breitere Kontext ist, daß in dieser Zeit damals chinesische Unternehmen damit begannen, nach Übersee zu expandieren, eine globale Lieferkette aufzubauen, und in diesem Verlauf entdeckten chinesische Unternehmen schnell, daß es in den Hauptmärkten, auf die sie abzielten, sprich den Entwicklungsländer, weitgehend an Infrastrukturen wie Eisenbahnen, Hafenanlagen, Stromnetzen, Telekommunikationsnetzen fehlte – all das brauchen die chinesischen Unternehmen, um auf diesen Märkten richtig zu agieren. Und der Ausbau der Basisinfrastruktur in diesen Ländern ist für beide Seiten von Vorteil. Damals gab es auch Zugang zu den grundlegenden Baumaterialien wie Zement, Stahl und solchen Dingen. Wir sprechen von einer Zeit 2012-13.

Ich möchte auch erwähnen, daß damals Chinas Devisenreserven auf einem Allzeithoch waren. Die Devisenreserven, die sich hauptsächlich in den USA befanden, betrugen ungefähr 4 Billionen Dollar, angelegt in Schatzwechsel und Anleihen der amerikanischen Regierung.

All diese Gründe zusammen führten zu der ganz natürlichen Entwicklung, dieses Geld, diese Überkapazitäten und die Fähigkeiten chinesischer Unternehmen zum Aufbau von Infrastrukturen zu nutzen, um den Entwicklungsländern bei der Umsetzung dieser Projekte zu helfen. Und ich denke, dies ist der breitere Kontext. Die Entwicklung funktioniert in beide Richtungen, und sie kommt insbesondere den Gastländern zugute, in denen die chinesischen Unternehmen tätig sind und diese Infrastrukturprojekte gebaut werden.

LI: Helga, wie beurteilen Sie die Fortschritte, die in den letzten acht Jahren bei dieser Initiative gemacht wurden?

HELGA ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, es ist das beeindruckendste Infrastrukturprojekt in der Geschichte der gesamten Menschheit. Und China hat den Entwicklungsländern erstmals die Chance gegeben, Armut und Unterentwicklung zu überwinden. Man muß sich nur die Fortschritte anschauen: Ganz neu ist jetzt das Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt China-Laos, das ist fantastisch. Es wird auch nach Thailand und darüber hinaus erweitert. Bald wird das noch nicht so entwickelte Land Laos über ein Hochgeschwindigkeitsbahnsystem verfügen, von dem Europa und die USA nur träumen können!

Dann gibt es den Vertrag für den China-Pakistan-Wirtschaftskorridor (CPEC) und viele weitere Projekte in Zentralasien und in Afrika. Ich denke, auf diese Weise hat sich die strategische Lage sehr stark verschoben, indem zum ersten Mal in all diesen Länder die Unterentwicklung überwunden wurde. Ich denke also, daß es trotz aller Widerstände ein großer Erfolg ist…

LI: Helga, sind Sie der Meinung, daß die BRI große Chancen für Unternehmen und die beteiligten Länder bietet? Könnten sie von einer reibungsloseren und effizienteren globalen Handelsinfrastruktur profitieren?

ZEPP-LAROUCHE: Ja, natürlich. Alle Länder Asiens, viele in Afrika, sogar in Europa – Portugal, Italien, Spanien, Griechenland, die 16+1-Länder in Osteuropa – sind bereits an Bord der BRI. Aber auch einige der sogenannten fortgeschrittenen Länder wie Deutschland würden sehr davon profitieren, wenn sie aufhören würden, in geopolitischen Vorurteilen zu denken. Sie könnten sich zum Beispiel jetzt mit China bei der Entwicklung Afghanistans zusammenschließen, denn das Land leidet unter der schlimmsten humanitären Krise der Welt und muß dringend in die Belt and Road Initiative integriert werden, wenn es jemals Stabilität erreichen will. So macht sich Deutschland zum Beispiel große Sorgen um die Flüchtlingskrise, und die EU will deswegen eine Mauer um die Außengrenzen bauen – wie der alte Limes im Römischen Reich. Ich denke, die europäischen Länder und hoffentlich auch die Vereinigten Staaten sollten sich lieber zusammentun, um Afghanistan wieder aufzubauen; sie haben eine moralische Verpflichtung dazu, weil die NATO-Staaten 20 Jahre lang Afghanistan besetzt und das Land als völligen Trümmerhaufen verlassen haben. Das gleiche gilt für Haiti, Syrien und Jemen; all diese anderen Länder befinden sich in einem schlechten Zustand. Wenn Deutschland und Europa mit China und den Belt and Road-Ländern zusammenarbeiten würden, um Südwestasien und Afrika zu entwickeln, gäbe es kein Flüchtlingsproblem.

Wir müssen sehr, sehr dringend umdenken, denn es bietet sich derzeit ein enormer Moment in der Geschichte. Das westliche Finanzsystem ist nicht in guter Verfassung, es gibt Anzeichen einer Hyperinflation, die Lieferketten sind ein Problem. Ich denke also, wir brauchen ein Umdenken. Das Schiller-Institut veranstaltet viele Konferenzen und Aktivitäten, um die Industrieländer davon zu überzeugen, daß es in ihrem dringenden Eigeninteresse liegt, mit der BRI zusammenzuarbeiten und eine positive Rolle in der Geschichte zu spielen.

LI: Helga, vielen Dank, daß Sie sich die Zeit genommen haben, mit uns zu sprechen. Wir schätzen Ihre Perspektive.

Global Business

Moderator: Um mehr über die Belt and Road Initiative zu erfahren, möchte ich Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts in Wiesbaden befragen. Willkommen in der Sendung. Präsident Xi Jinping sagt, daß es bei der BRI darum geht, die größte gemeinsame Basis für alle zu finden. Es ist interessant, dies mit dem zu vergleichen, was wir oft aus dem Westen hören, daß man nämlich nur mit gleichgesinnten Ländern zusammenarbeiten will. Hier geht es darum, mit allen Ländern, großen und kleinen, zusammenzuarbeiten, um den größten gemeinsamen Nenner zu finden. Helga, wie wichtig ist Ihrer Meinung nach die BRI in diesen unsicheren Zeiten, um den wirtschaftlichen Kuchen für alle wachsen zu lassen?

HELGA ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, die BRI ist derzeit die wichtigste strategische Initiative auf dem Planeten. Sie sprechen von „unsicheren Zeiten“; ich denke, diese Unsicherheiten zeigen sich zum Beispiel in Form einer hyperinflationären Tendenz – die Energie- und Lebensmittelpreise schnellen in die Höhe, und wir könnten tatsächlich auf einen hyperinflationären Zusammenbruch des gesamten Systems zusteuern. In einem solchen Moment kann die „Gürtel und Straße“-Initiative, die sich vor allem auf die realwirtschaftliche Seite der Wirtschaft konzentriert, tatsächlich zum wichtigsten Retter für die Weltwirtschaft insgesamt werden. Daher denke ich, daß die Belt and Road Initiative die wichtigste Initiative auf dem Planeten ist.

Moderator: Ein großes Thema, über das wir alle öffentlich und privat reden, ist der Klimawandel. Inwiefern fördert die Belt and Road Initiative Ihrer Meinung nach eine nachhaltige und grüne Entwicklung, insbesondere für die Entwicklungsländer, die mehr Hilfe bei diesem grünen Übergang benötigen?

ZEPP-LAROUCHE: Wissen Sie, auf dem COP26-Gipfel in Glasgow wurde sehr deutlich, daß hinter der Klimapolitik auch der malthusianische Versuch steckt, die Entwicklungsländer an der Entwicklung zu hindern. Das hat Indien sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, auch Indonesien und Nigeria, die alle nicht dem Programm von Glasgow zustimmten.

China bietet anderseits insbesondere eine Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie an, die eine sehr hohe Energieflußdichte aufweist. Daher denke ich, daß die Rolle Chinas und der BRI-Staaten, die alle in Richtung der Förderung der Kernenergie, auch für die Entwicklungsländer, gehen, eine sehr, sehr wichtige Alternative zur malthusianischen Politik darstellt, die von den Finanzzentren in London und der Wall Street ausgeht.

MODERATOR: Derwirtschaftliche Kuchen sollte also für alle wachsen… Im Rahmen der BRI gibt es auch die Gesundheitsseidenstraße, und über diese hilft China den BRI-Partnerländern, indem es medizinisches Wissen über das Coronavirus teilt und auch medizinische Hilfe leistet, wie in den letzten beiden Jahre geschehen. Hilfe wird meiner Meinung nach ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen BRI-Kooperation sein. Wie sehen Sie die Entwicklung dieses Bereichs der Initiative nach der Pandemie?

ZEPP-LAROUCHE: Es ist ganz klar, dass China gerade vielen afrikanischen Ländern beim Aufbau einer Impfstoffproduktion hilft, damit sie selbst Impfstoffe entwickeln können. Bereits seit Ausbruch der Pandemie sage ich, daß sie nur beendet werden wird, wenn wir ein Weltgesundheitssystem aufbauen – ein modernes Gesundheitssystem in jedem einzelnen Land. Die Vorstellung, nur die reichen Länder mit Impfstoffen und modernen Krankenhäusern zu versorgen, funktioniert nicht, denn dann bleiben die armen Länder zurück, und dann wird ein mutiertes Virus zurückkommen und die gesamte Menschheit treffen.

Wir müssen in jedem einzelnen Land sehr großen Wert auf ein modernes Gesundheitssystem legen, das heißt u.a. moderne Krankenhäuser. China hat in Wuhan bewiesen, daß man in zwei Wochen ein modernes Krankenhaus bauen kann, und dafür brauchen die Entwicklungsländer Ermutigung und Hilfe. Sie brauchen Energie, sie brauchen sauberes Wasser. Ich denke, die dringendsten Länder sind derzeit Afghanistan, Haiti, Syrien und der Jemen: Diese Länder brauchen dringend internationale Zusammenarbeit, um ein modernes Gesundheitssystem aufzubauen, wenn sie überleben sollen. Ich habe in diesem Zusammenhang eine „Operation Ibn Sina“ vorgeschlagen, benannt nach dem großen Universaldenker aus der Region Afghanistans im 10. Jahrhundert. Und das könnte die Speerspitze für den Aufbau eines Gesundheitssystems in jedem Land der islamischen Welt, aber auch für alle anderen Entwicklungsländer werden.

MODERATOR: Wenn wir über das Schließen von Lücken sprechen, die Schließung der Energie- und der grünen Entwicklungslücke, was ist mit der digitalen Konnektivitätslücke? Die digitalen Konnektivitätsvorteile, die die BRI in der Zukunft bietet, könnten enorm sein, um insbesondere Schwellen- und Entwicklungsländer in die digitale Sphäre zu bringen. Während der Pandemie haben wir beobachtet, daß sich die Digitalisierung beschleunigt. Wie wird die BRI Ihrer Meinung nach die digitale Konnektivität fördern und dazu beitragen, die digitale Kluft zwischen Entwicklungsländern und fortgeschrittenen Volkswirtschaften zu verringern?

ZEPP-LAROUCHE: Der Umstand, daß China so viel besser mit der Pandemie umgehen konnte als fast jedes andere Land der Welt, hat damit zu tun, daß der Gesundheitssektor weitgehend digitalisiert ist und die Kontaktverfolgung in den Smart Cities integriert ist. Ich denke, das ist die Zukunft.

Im Westen gibt es Widerstand dagegen, weil es dort einen entscheidenden Unterschied gibt: In China vertraut die Bevölkerung größtenteils der Regierung und denkt, daß die getroffenen Maßnahmen dem Gemeinwohl dienen. In Westeuropa oder auch in den USA herrscht ein tiefes Mißtrauen zwischen der Bevölkerung und der Regierung, und deshalb gibt es viel Widerstand. Aber wenn man sich jetzt Deutschland oder viele europäische Länder anschaut, so explodiert die Pandemie wieder. Ein Grund dafür ist, daß dort noch immer Faxgeräte und andere archaische Mittel eingesetzt werden, um den Pandemieverlauf zu verfolgen. Wenn Europa eine Digitalisierung wie China hätte, wären wir viel besser aufgestellt.

Ich denke, das ist eindeutig der richtige Weg, und hoffentlich beginnen die Leute, ihre Vorurteile zu überdenken und zu korrigieren, die nicht auf Fakten beruhen. Zum Beispiel hat der US-Senat gerade einen strategischen Beschluß gefaßt, mit dem mehrere hundert Millionen Dollar jährlich zur Verfügung gestellt werden, um dem sogenannten „Einfluß“ Chinas entgegenzuwirken! Wenn dieses Geld für den Bau von Krankenhäusern und den Aufbau einer echten Infrastruktur zum Wohle der Menschen ausgegeben werden würde, würde das Image der Vereinigten Staaten viel mehr gewinnen als durch solche Maßnahmen!

Auch hier kann ich nur hoffen, daß ein Umdenken stattfindet und viele der verbreiteten Vorurteile auf dem Müll landen.

Moderator: Ja, anstatt Billionen von Dollar für endlose Kriege in fremden Ländern auszugeben, denke ich definitiv, daß das Geld besser für die Zusammenarbeit mit anderen Ländern verwendet wird… Vielen Dank, daß Sie Ihre Gedanken mit uns teilen, Helga. Das war Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts.


„Westliche Perspektiven zu Chinas Volksdemokratie als Ganzes“ – CGTN interviewt Helga Zepp-LaRouche

CGTN veröffentlichte gestern einen sechsminütigen Videoausschnitt mit Begleittext aus einem Interview mit der Gründerin des internationalen Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Der folgende Text ist eine bearbeitete Fassung des CGTN-Transkripts. Das Video und das Transkript finden Sie hier.

[Anmerkung der CGTN-Redaktion: Das Konzept der „Volksdemokratie als Ganzes“ wurde erstmals vor etwa zwei Jahren während des Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in einem Bürgerzentrum in Shanghai vorgestellt. Seitdem wird es von einigen westlichen Medien als hohl und irreführend angegriffen. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts, teilte ihre Gedanken zu diesem Konzept mit. Die im Video geäußerten Meinungen sind ihre eigenen und nicht unbedingt die von CGTN.]

CGTN: Warum greifen die westlichen Medien immer wieder die „Volksdemokratie als Ganzes“ an?

Zepp-LaRouche: Ich verstehe diese „Volksdemokratie als Ganzes“ so, daß es sich um einen innerparteilichen demokratischen Prozeß handelt, bei dem man auf Grundlage der Meritokratie herausfindet, welche Personen am besten für eine bestimmte Aufgabe qualifiziert sind und wer dem Gemeinwohl am besten dient. Und ich denke, es gibt einen empirischen Beweis für die Richtigkeit dieser Methode, denn China hat es geschafft, 850 Millionen Menschen aus der extremen Armut zu befreien. Das ist der größte Beitrag zur Geschichte, den ich kenne. Aber so viele Menschen aus der Armut zu befreien und dies auch den Entwicklungsländern anzubieten, ist in den Augen der westlichen Menschen, die China in diesem Punkt angreifen, ein Verbrechen, denn China hat die extreme Armut im eigenen Land überwunden und hilft nun den Entwicklungsländern, dies ebenfalls zu tun. Das ist genau die gleiche Denkweise, die Malthus seit der Zeit der britischen Ostindiengesellschaft vertrat, die, wie Sie wissen, hinter den Opiumkriegen gegen China stand.

Es geht nicht darum, was gesagt wird, sondern es geht darum, daß das chinesische Modell die gesamte Weltordnung auf den Kopf gestellt hat. Denn den Entwicklungsländern wurde zum ersten Mal die Möglichkeit geboten, Armut und Unterentwicklung zu überwinden, und die [anderen] wollen die koloniale Ordnung beibehalten. Ich denke, das ist die eigentliche Quintessenz der Vorwürfe gegen China. Ich war viele Male in China, und ich hatte immer den Eindruck, daß der Geist der Menschen extrem positiv [und] optimistisch [in Bezug auf] die Zukunft ist. Daher muß die KPCh etwas sehr richtig machen. Wenn Sie die Menschen im Westen fragen, sind die meisten pessimistisch, was die Zukunft angeht. Ich denke also, daß dies mehr Wahrhaftigkeit ausdrückt als alle propagandistischen Zeilen in den Mainstream-Medien.

CGTN: Wie sehen Sie die chinesische Demokratie und die westliche Demokratie?

Zepp-LaRouche: Demokratie klingt sehr schön, aber in vielen Fällen ist sie nur ein Etikett, und man sollte besser schauen, was der Inhalt der Flasche ist, auf der das Etikett klebt. Denn heutzutage sind die verschiedenen Parteien meist nur Lobbyisten, die unterschiedliche Interessen vertreten. Ich möchte Ihnen ein weiteres Zitat aus George Washingtons „Abschiedsrede“ als Präsident der Vereinigten Staaten im Jahr 1796 vorlesen, in dem er vor dem bösen Geist von Parteien im allgemeinen warnte.

Er sagte: „Die abwechselnde Herrschaft einer Fraktion über eine andere, verschärft durch den Geist der Rache, der den Parteienstreitigkeiten eigen ist und der in verschiedenen Zeitaltern und Ländern die schrecklichsten Ungeheuerlichkeiten verübt hat, ist selbst ein schrecklicher Despotismus. Aber dies führt schließlich zu einem formelleren und dauerhaften Despotismus“.

Ich glaube, das ist es, was wir derzeit im Westen erleben. In vielen Ländern gibt es keine echte Demokratie, sondern eine Form von Despotismus wie in den Vereinigten Staaten. Die Polarisierung zwischen den Republikanern und den Demokraten hat das Land völlig zerrissen. In Deutschland, wo man jetzt versucht, eine neue Koalition zu bilden, bekommen die Wähler als Regierung nicht das, was sie gewählt haben, weil ganz willkürlich Koalitionen gebildet werden.

Es gab aber auch Zeiten, in denen die westliche Demokratie funktionierte. Das war zu Beginn der Amerikanischen Revolution der Fall, und das war der Fall in der Fünften Republik von Charles de Gaulle. Aber leider haben wir uns im Westen sehr weit von diesen edleren Vorstellungen entfernt, so daß wir uns eher in einem System der Despotie befinden, vor dem George Washington gewarnt hat.

CGTN: Können China und der Westen gute und stabile Beziehungen aufrechterhalten?

Zepp-LaRouche: Ich denke, daß es in der Tat verschiedene Modelle der Demokratie gibt, je nach Tradition und Kultur. Es ist durchaus möglich, daß diese verschiedenen Systeme zusammenarbeiten. Das wird aber nur funktionieren, wenn sie durch ein höheres Ziel geeint werden, das im Interesse der gesamten Menschheit liegen muß. Ich denke, das Modell, das dem am nächsten kommt, ist das, was Präsident Xi Jinping vorgeschlagen hat – eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft, denn das schließt die Idee der Menschheit als Ganzes ein. Im Westen gibt es eine Idee, die sehr ähnlich oder sogar identisch ist, und zwar die philosophische Idee eines Denkers aus dem 15. Jahrhundert, Nikolaus von Kues, der Zusammenfall der Gegensätze, d.h. die Idee, daß wir, da der Mensch die einzige Spezies ist, die zu schöpferischer Vernunft fähig ist, immer das Höhere denken können, eine Ebene der Einheit, auf der alle Unterschiede verschwinden. Ich denke also, wir müssen einen Dialog darüber führen, warum dieses Konzept des Zusammenfalls der Gegensätze und Präsident Xi Jinpings Idee [einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft] ein und dieselbe Idee sind. Und wenn wir uns darüber einig sind, wird die Zusammenarbeit sehr einfach sein, denke ich.


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