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Activity of the Schiller Institute

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Der Rubikon ist überschritten

Bericht vom 153. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) veranstaltete am 8. Mai, dem 81. Jahrestag des Sieges über den Faschismus 1945, ihre 153. wöchentliche Onlinesitzung. Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche wies darauf hin, daß dieser Tag am 9. Mai in Moskau mit einer Militärparade und einer Zeremonie gefeiert wird, an der Besucher aus aller Welt teilnehmen, aber der amtierende ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gedroht habe, dies mit Drohnen zu stören. Rußland habe bisher eine Eskalation des Ukraine-Kriegs vermieden, aber gewarnt, ein solcher Angriff würde mit schweren Angriffen auf Entscheidungszentren in Kiew beantwortet.

Rußland habe auch zwölf europäische Einrichtungen identifiziert, die an der Produktion von Drohnen für die Ukraine beteiligt sind, mehrere davon in Deutschland. Auch diese Einrichtungen würden zu legitimen militärischen Zielen, falls solche Drohnen für Angriffe auf die Feierlichkeiten in Moskau eingesetzt werden. Ex-Präsident Dimitrij Medwedjew, heute der Vizevorsitzende des russischen Sicherheitsrates, habe kürzlich in deutlichen Worten erklärt, die Entnazifizierung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg sei nie vollständig gewesen.

Entgegen den Bestimmungen des Zwei-plus-Vier-Vertrag für die Wiedervereinigung 1990 befänden sich heute NATO-Truppen in der ehemaligen DDR. Und durch den Kensington-Vertrag mit Großbritannien 2025 stelle sich Deutschland in die vorderste Front der Militäraktionen gegen Rußland. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, habe offen erklärt, Großbritannien sabotiere jedes Friedensabkommen und fordere aktiv mehr Krieg. Deutschland, das massiv aufgerüstet wird, würde bei einer Eskalation des Krieges eindeutig zum Angriffsziel. Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend, um diesen Kriegswahnsinn zu stoppen. Zepp-LaRouche ermutigte alle Teilnehmer, das Video dieser IPC-Sitzung zu nutzen, um andere aufzuklären.

Sie sagte, als sich der Warschauer Pakt 1991 auflöste, hätte man auch die NATO auflösen müssen. US-Präsident Trump habe angekündigt, 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, doch damit blieben immer noch 30.000. Die NATO sei kein Verteidigungsbündnis mehr, sondern eine Besatzungsmacht. Sie zitierte den ersten NATO-Generalsekretär Lord Ismay, die Aufgabe der NATO sei, „die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten“.

Im Iran habe die Regierung nach monatelangen Kämpfen die Kontrolle über das Territorium behalten und die Unterstützung der Bevölkerung gewonnen, die den amerikanisch-israelischen Krieg als Akt unprovozierter Aggression betrachte. Zepp-LaRouche zitierte einen Washington Post-Bericht über die Warnung des US-Geheimdienstes, der Iran könne Trumps Blockaden überstehen und verfüge immer noch über 70% seiner Drohnen- und Raketenbestände. Die USA hätten ihren Vorrat an Abfangraketen aufgebraucht, während der Iran weiter neue Waffen bauen könne.

Ein anderer Bericht der Washington Post belege, daß der Iran US-Basen und anderen Zielen in der Region weitaus mehr Schaden zugefügt hat als zuvor berichtet. Diese Einrichtungen würden für diese Länder zur Belastung, wenn die USA nicht einmal ihre eigenen Stützpunkte schützen können. Viele Länder der Region seien zu 70-80% auf Entsalzungsanlagen für ihre Wasserversorgung angewiesen, und ein Angriff auf diese Anlagen könne katastrophale Folgen haben. Die Kosten des Krieges und der Schaden für die Weltwirtschaft würden bereits auf 4 Billionen Dollar geschätzt, es drohe eine Weltwirtschaftskrise. Einige Mitglieder des US-Kongresses, vor allem mit militärischem Hintergrund, forderten nun, die Gelder für den Krieg zu streichen.

Spanien engagiere sich für die Beendigung der vielen Kriege weltweit und habe diese Woche der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, für ihren unermüdlichen Einsatz zur Beendigung des Völkermords in Gaza die höchste staatliche Auszeichnung verliehen. Bei der Zeremonie habe Ministerpräsident Pedro Sánchez gesagt, Albanese „bewahre das Gewissen der Welt“. Zepp-LaRouche forderte dann die Umsetzung ihrer „Zehn Prinzipien für eine Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“.

Eskalation des Ukraine-Krieges

Als nächster Redner ergriff Beto Almeida, Journalist von TeleSUR-TV in Brasilien, das Wort. Almeida erklärte, Brasilien arbeite daran, Kriege zu beenden und die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Er verglich das Treffen vom 7. Mai zwischen dem brasilianischen Präsidenten Lula da Silva und Präsident Trump mit der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen US-Präsident Franklin Roosevelt und dem brasilianischen Präsidenten Getúlio Vargas. Roosevelt habe Brasilien beim Bau seines ersten Stahlwerks geholfen, doch heute hätten in den USA neoliberale Ökonomen und Hedgefonds das Sagen. Wenn Brasilien an Projekten zur wirtschaftlichen Entwicklung arbeite, biete China seine Zusammenarbeit an, doch die USA täten das nie. Trump setze lieber auf Drohungen. Lula sei bereit, über jedes Thema zu sprechen, aber nicht unter Drohungen oder unangemessenem Druck. 2010 hätten Präsident Obama und seine Außenministerin Clinton Lula unter Druck gesetzt, seine Reise in den Iran abzusagen, jedoch ohne Erfolg. Die USA hätten den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt, aber Brasilien habe angeboten, über Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte zu verhandeln. Der Co-Moderator Dennis Small fügte später hinzu, es sei gut, daß Lula sich mit Trump traf, aber auch zum amerikanischen Volk sprach und dabei die Roosevelt-Tradition betonte.

Der bekannte ehemalige UN-Waffeninspekteur und Offizier der US-Marineinfanterie Scott Ritter nahm in Bezug auf die Kriegsgefahr erwartungsgemäß kein Blatt vor den Mund. Er sagte, wir hätten den Rubikon überschritten, die Entscheidungen für eine Eskalation des Ukraine-Krieges seien bereits gefallen. Ritter wird seit vier Jahren in die russische Botschaft für die Feier zum 9. Mai eingeladen. Diesmal sei die Atmosphäre dort erstmals viel „militanter und düsterer“ gewesen. Wenn der Krieg eskaliere, werde die Ukraine als modernes Land zerstört werden, aber Rußland werde es dabei nicht belassen. Deutschland produziere die von der Ukraine eingesetzten Drohnen. Europa habe keine Luftabwehr, und Deutschland werde „verschwinden“, sagte er. Europa begehe Selbstmord und reiße den Rest der Welt mit sich. Rußland sei voll und ganz darauf vorbereitet, „mit Europa fertig zu werden“.

Zepp-LaRouche merkte an, Ritter habe alle ihre Befürchtungen bestätigt. Wir müßten unsere Anstrengungen vervielfachen, um die Bevölkerung aufzuwecken, bevor es zu spät ist.

Die nächste Rednerin war die Gründerin und Präsidentin der US-Bauernorganisation Farm Action, Angela Huffman. Sie betonte, die landwirtschaftlichen Betriebe seien in einer prekären Lage, und der Irankrieg verschlimmere nur noch das Problem. Die USA verlören jeden Tag 67 landwirtschaftliche Betriebe, während die Monopole Milliarden verdienen. Shell Oil habe seinen Gewinn in diesem Quartal auf 7 Milliarden Dollar verdoppelt. Die Regierung habe ein System von Hilfen eingeführt, doch die Landwirte wollten keine Rettungsmaßnahmen, die niemals die eigentlichen Probleme lösen. Huffman forderte, Kartellgesetze anzuwenden, um die Monopole aufzubrechen, die Preisabzocke zu beenden – insbesondere während Kriegen – und die Lebensmittel zu produzieren, die wir essen, anstatt einige Erzeugnisse im Übermaß für den Export anzubauen. Sie wies auf das Handelsdefizit der USA in der Landwirtschaft von 50 Milliarden Dollar hin.

Beiträge von Aktivisten

Tim Rush von der LaRouche-Bewegung (TLO) berichtete über die Aktivitäten im US-Kongreß. Er und andere Aktivisten hatten Treffen in 40 Büros des Repräsentantenhauses und Senats, und nun hat der demokratische Abgeordnete Pat Ryan einen Gesetzentwurf zur Streichung der Gelder für den Krieg eingebracht. Unterstützt wurden diese Bemühungen durch 67 Briefe von Menschen aus 15 Ländern, die den Kongreß auffordern, die Kriegsfinanzierung einzustellen. Der Gesetzentwurf enthalte ähnliche Formulierungen wie das Flugblatt der unabhängigen US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare, das er verteile. Viele der 18 Mitunterzeichner des Entwurfs hätten einen militärischen Hintergrund und meinten es ernst mit der Beendigung des Krieges. Andere im Kongreß gäben zwar vor, den Krieg abzulehnen, unterstützten aber weder diesen noch irgendeinen anderen Gesetzentwurf, um ihn zu beenden. Trumps Vorstoß für ein Militärbudget von 1,5 Billionen Dollar solle einen „Reptilienfonds“ schaffen und kopiere die Methode des Nazi-Finanzministers Hjalmar Schacht, Sozialprogramme zu kürzen, um eine gigantische Aufrüstung zu finanzieren.

Es wurde ein Ausschnitt aus einem Videointerview mit dem Historiker und langjährigen Aktivisten der LaRouche-Bewegung Tony Chaitkin gezeigt, der darin betont, Amerika leide unter „Identitätsdiebstahl“, weil die USA früher die führende antikoloniale Macht der Welt waren, heute aber nur noch ein Werkzeug des imperialen Systems seien. Präsidenten wie John F. Kennedy hätten mit Staatsführern auf der ganzen Welt für wirtschaftliche Entwicklung zusammenarbeitetet. Chaitkin sagt, der Kampf für Selbstverwaltung und der Kampf für wirtschaftliche Entwicklung seien ein und dasselbe.

Abril Rojas Angel aus Mexiko-Stadt sprach über ihr Engagement bei der Freiheits-Flotille für Gaza und die 36-stündige Entführung der 175 Besatzungsmitglieder, darunter sie selbst, durch das israelische Militär, während sich das Schiff in internationalen Gewässern befand. Man habe sie in Schiffscontainer gezwungen, die sie als „schwimmende Konzentrationslager“ bezeichnete.

Alberto Vizcarra, Anführer der Bauernbewegung im mexikanischen Bundesstaat Sonora, lobte Angela Huffmans Bemühungen mit Farm Action und ihren Kampf gegen die Lebensmittelkartelle. Vizcarra stimmte ihr zu, daß das Rettungspaket für Landwirte das Problem nicht löst. 70% der Hilfen gingen an die Konzerninteressen, die schuld an dem Problem sind. Vizcarra ermutigte Huffman, ihre Sache vor den US-Kongreß zu bringen, und sagte, Mexiko werde sie dabei unterstützen.

Abschließend unterstützte Zepp-LaRouche Vizcarras Aufruf, die Agrarkrise vor den Kongreß zu bringen, und betonte, wir müssen uns als „eine Menschheit“ verstehen. Der Globale Süden mache 85% der Menschheit aus, deren Stimme gehört werden müsse. Sie rief alle dazu auf, an der Organisation des EIR-Krisenforums am 15. Mai gegen die Gefahr des weltweiten Absturzes in eine wirtschaftliche Depression mitzuhelfen.


Des Kaisers neue Kleider, Bericht vom 152. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 152. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 1. Mai begann mit einem aktuellen Bericht der Initiatorin der Koalition und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie sagte: „Was wir Tag für Tag erleben, wird man in den Geschichtsbüchern wahrscheinlich als den Untergang der Präsidentschaft von US-Präsident Donald Trump beschreiben.“ Keines der Kriegsziele gegen den Iran sei erreicht worden. „Der Status der Vereinigten Staaten als unipolare Weltmacht, die behauptet, sie könne die Kontrolle über die Welt behalten…, ist vor den Augen der ganzen Welt der Kaiser ohne Kleider.“

Zum Besuch des britischen Königs Charles III. in den Vereinigten Staaten vom 27. bis 30. April sagte sie: „König Charles … versuchte, die Bedeutung der Amerikanischen Revolution völlig zu leugnen. Schließlich war die Amerikanische Revolution die erste antiimperialistische Revolution!“ Und auch Trump habe versucht, ihre Bedeutung zu negieren, indem er sie eine „anglo-amerikanische Revolution“ nannte.

Der ehemalige CIA-Analyst Ray McGovern, Mitbegründer von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), berichtete über die Reaktion der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auf Donald Trumps Behauptung, sie würde „Jesus beleidigen“. Melonis Antworten seien polemisch, etwa: „Wissen Sie, was Jesus beleidigt? Unschuldige Schulkinder im Iran zu bombardieren und die eigenen tapferen Männer und Frauen in noch einen endlosen Krieg in den Tod zu schicken, die Epstein-Akten zu unterdrücken und sich dann zu weigern, irgendeinen der Beteiligten zu verfolgen!“

McGovern fuhr fort: „Der russische Präsident hat darauf hingewiesen, daß eine Wiederaufnahme militärischer Aktionen durch die Vereinigten Staaten und Israel unweigerlich äußerst negative Folgen nach sich ziehen würde, nicht nur für den Iran, sondern auch für dessen Nachbarn… Putin betonte, besonders inakzeptabel und gefährlich wäre eine Bodenoffensive auf iranischem Territorium.“

Richard Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Universität Princeton und von 2008 bis 2014 UN-Sonder­bericht­erstatter für die Menschenrechte in den besetzten palästinensischen Gebieten, äußerte sich zu Charles‘ USA-Besuch wie folgt: „Trump sieht seine ultimative Identität darin, der erste König Amerikas zu sein. Und in diesem Sinne versucht er, die äußeren Merkmale eines dynastischen Führers nachzuahmen, der keine Rücksicht auf irgendwelche anderen Beschränkungen nimmt außer seinem eigenen inneren Willen und seinen moralischen Prioritäten… Und es ist natürlich ironisch, daß das gerade zum Jahrestag der Amerikanischen Revolution passiert. Das ist die perverseste Feier dieser Revolution, die man sich nur vorstellen kann.“

Die Vereinigten Staaten seien ein Imperium im Niedergang, das zu nichts anderem mehr fähig sei, als den Rest der Welt mit seinem riesigen Militär einzuschüchtern. „Das bringt uns an diesen Abgrund, der unsere vermeintlichen Hauptrivalen, Rußland und China, erschreckt – die Erwachsenen im Raum, die versuchen, wieder eine gewisse Rationalität in die Praxis der Geopolitik zu bringen.“

Zepp-LaRouche antwortete: „Nach der Theorie der Monarchie sind diese Leute von Natur aus gut durch Gottes Schöpfung, während die normalen Menschen böse seien, und deshalb brauche man einen starken Leviathan-Staat, um ihr Böses zu unterdrücken… Die Menschen sollten sich nicht von Prunk und Luxus blenden lassen, was dieser Idee zugrunde liegt, ist im Grunde diese Mißachtung der Heiligkeit jedes menschlichen Lebens.“

Könige oder keine Könige?

Garland Nixon, ein langjähriger progressiver Radio- und Fernseh-Talkshow-Moderator, verglich die Verehrung des US-Kongresses für König Charles mit dessen ähnlicher Reaktion auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Er erinnerte daran, daß Israel als Projekt des Britischen Empire gegründet wurde, d.h., wenn jemand behaupte, Israel habe die Kontrolle über die Vereinigten Staaten, dann bedeute das schlicht, daß die Briten im weiteren Sinne immer noch das Land beherrschen.

Die Demokraten hätten die Kundgebungen gegen Trump unter dem Motto No Kings – „keine Könige“ – organisiert. „Aber da ist ein echter König, und sie fallen einfach nieder und beten ihn an, am Altar des Königs. Das ist eine große Ironie. Und noch einmal, Netanjahu haben sie auch wie einen König behandelt.“

Nixon ging auf die Frage ein, ob wir eine „echte Demokratie“ haben: Wir dürften zwar wählen, aber die gewählten Amtsträger täten regelmäßig das Gegenteil von dem, was sie den Wählern versprachen. Die Wähler dürften „nicht so naiv zu sein, zu glauben, daß wir zum Wolf gehen und uns dafür einsetzen können, daß er Vegetarier wird“.

Falk ergänzte: „Ich fand die ,Keine Könige‘-Protestaktionen in gewisser Weise sehr enttäuschend, vor allem, weil sie sich damit beschäftigten, welche Ungerechtigkeiten in den USA geschehen sind, ohne zu verstehen oder zu begreifen, welchen Schaden wir dem Rest der Welt zugefügt haben. Und welchen teuflischen Einfluß wir auf die Geschichte unserer Zeit hatten.“

Die Historikerin Lynne Speed vom Schiller-Institut verurteilte ebenfalls die Verehrung für König Charles: „Daß der Präsident, der Kongreß und ein Großteil der amerikanischen Bevölkerung diese Perversion duldet, zeigt das Ausmaß des Problems und die Arbeit, die wir noch vor uns haben.“ Sie beschrieb ihre Forschungen zur wahren Natur der Amerikanischen Revolution: „Die Teilnehmer der Revolution waren weitaus vielfältiger und bunter, als allgemein angenommen oder gelehrt wird. In gewisser Weise ähneln sie sehr dem heutigen Amerika und der heutigen Welt. Diese Menschen waren Schwarze, Freie und Sklaven, Weiße, Abolitionisten und Sklavenhalter, amerikanische Ureinwohner, Reiche und Arme sowie Angehörige aller ethnischen Gruppen und religiösen Überzeugungen. Und sie stammten aus vielen Ländern aus aller Welt.“ Speed zeigte Bilder aus einem Kalender, den sie zum Gedenken an den 250. Jahrestag der Unabhängigkeit erstellt hat.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare sprach über die Vorbildfunktion Alexander Hamiltons, des ersten Finanzministers der USA: „Seine Vorstellung von Wirtschaft… nimmt in hohem Maße die von Lyndon LaRouche vorweg, daß es nicht um Geld geht, sondern um Kredit – daß es um die Zukunft geht und darum, eine Vielfalt an Ideen und Arbeitskräften zu schaffen, so daß man immer mehr Arbeitskräfte mit besonderen Fähigkeiten benötigt und alle ihre einzigartigen Talente und Fähigkeiten zum Tragen kommen können.“

Anschließend zitierte sie aus der Abschiedsrede des ersten Präsidenten George Washington: „Aber, wie leicht vorhersehbar ist, wird man aus verschiedenen Gründen und von verschiedenen Seiten große Anstrengungen unternehmen und viele Kunstgriffe anwenden, um die Überzeugung von dieser Wahrheit in euren Köpfen zu schwächen; denn das ist der Punkt in eurer politischen Festung, auf den die Batterien innerer und äußerer Feinde am beständigsten und aktivsten (wenn auch oft verdeckt und heimtückisch) zielen werden…“

Diskussion

Auf Fragen von Teilnehmern antwortete Sare, es sei „zwar wahr, daß die Regierung der Vereinigten Staaten viele bösartige Aktivitäten unternommen hat, es scheint aber, daß wir einer Art ,Dachverband‘ unterstehen, den wir grob ,die Epstein-Klasse‘ nennen; tatsächlich ist das eine Gruppe von Milliardären, die offenbar irgendwie die Kontrolle hat… Wie mein Freund [US-Oberst a.D.] Doug Macgregor sagt, funktionieren CIA, Mossad und MI6 faktisch als eine einzige Behörde, als eine Einheit. Ich denke also, die Frage ist, wie wir die Menschheit davon befreien und tatsächlich wieder zu Regierungen der Nationen zurückkehren können.“

Sie beschrieb ihre Lobbyarbeit im US-Kongreß: „Die Mitarbeiter, mit denen wir uns trafen, waren ziemlich… beeindruckt davon, daß Menschen auf der ganzen Welt die Vereinigten Staaten beobachten und genug über unsere Regierungsform wissen, um sich nicht täuschen zu lassen und nicht einfach nur den Präsidenten zu beschuldigen, wenn es ein Gremium gibt, das gewählt wurde, um das amerikanische Volk zu vertreten, und das die Macht hat, etwas dagegen zu unternehmen.“

Es folgte eine weitreichende Diskussion über das Wesen der Regierung, den Unterschied zwischen Demokratie und Republik – unter anderem, ob die englische Magna Carta wirklich ein Vorläufer der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung war, wie manchmal behauptet wird, oder ob sie lediglich die Machtteilung zwischen dem König und der Oligarchie festschrieb.

Zepp-LaRouche verwies auf den katholischen Kardinal Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert, der den Begriff der „Zustimmung der Regierten“ einführte. Speed merkte an, daß Großbritannien immer noch keine geschriebene Verfassung hat und das oft zitierte, in der US-Verfassung verbriefte Recht auf „Streben nach Glückseligkeit“ nichts mit „Vergnügen“ zu tun habe: Es sei das Recht des einzelnen, Gutes zu tun, wie es der frühe amerikanische Gelehrte Cotton Mather beschrieb. Helga Zepp-LaRouche warnte, zusätzlich zur sonstigen Verdummung der Bevölkerung eröffneten heute auch Digitalisierung und KI neue Wege der Manipulation.

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„Die Dinge sehen, wie sie wirklich sind“

Bericht vom 151. Treffen der Internationalen Friedenskoalition.

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) begann ihre 151. wöchentliche Onlinesitzung am 24. April mit einem Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche. Sie wies darauf hin, daß die chinesische Regierung ihre Bürger aufgefordert hat, den Iran zu verlassen, was bedeuten könnte, daß sie über Informationen über eine bevorstehende Wiederaufnahme des Krieges mit den USA und Israel verfügt. Die seit zwei Monaten andauernde Blockade der Straße von Hormus, die dieser Angriffskrieg gegen den Iran auslöste, habe die Welt in die akute Gefahr gebracht, in eine wirtschaftliche Depression mit ungeheuren sozialen Folgen zu stürzen. Es gebe bereits gravierende Ölengpässe, die Energiepreise steigen, und Düngemittelknappheit gefährdet die Nahrungsmittelversorgung der Welt.

Zepp-LaRouche betonte, wir bräuchten dringend eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Interessen aller Länder berücksichtigt. In der Vergangenheit hätten viele diese Idee abgelehnt, aber nun, da die Welt zusammenbricht, stoße sie zunehmend auf Resonanz, viele Menschen fragen sich, wie man die internationalen Beziehungen zwischen den Nationen auf der Grundlage dauerhafter Prinzipien wiederherstellen kann. Die einzige Institution, die außer dem Schiller-Institut und der IPC eine solche prinzipienorientierte Rückkehr zum Völkerrecht fordert, sei die chinesische Regierung mit ihren vier globalen Initiativen – insbesondere der Initiative zur Globalen Governance als Rahmen dafür, wie internationale Beziehungen auf der Grundlage der UN-Charta und der Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz neu geordnet werden können.

Zepp-LaRouche fuhr fort, zu den Opfern des Zusammenbruchs der gegenwärtigen Weltordnung gehörten die Golfstaaten, die sich für ihre Sicherheit auf amerikanische Stützpunkte verließen. Doch nun habe sich herausgestellt, daß die Vereinigten Staaten nur Israel schützen, und diese Länder seien in einer sehr schwierigen Lage, weil sie die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges zu spüren bekommen. Es bestehe dringender Diskussionsbedarf: Was tun wir mit dieser Region Südwestasiens, wenn der Krieg endet? Dazu habe das Schiller-Institut einen erweiterten Oasenplan für die Region vorgelegt: die nukleare Entsalzung von Meerwasser für große Mengen Frischwasser, das über Kanäle herangeführt wird; Aufbau von Korridoren für wirtschaftliche Entwicklung von Indien bis zum Mittelmeer und vom Kaukasus bis zum Persischen Golf.

Die Reise von Papst Leo XIV. nach Afrika sei eine sehr bedeutende Entwicklung gewesen. In Amerika nehme die Unterstützung für Präsident Trump rapide ab, selbst unter seiner MAGA-Anhängerschaft. Der US-Kongreß habe jetzt die dringende Verantwortung, sein Recht, über Krieg und Frieden zu entscheiden, zurückzugewinnen.

María de los Ángeles Huerta del Río, ehemalige Kongreßabgeordnete aus Mexiko, warnte, die wichtigsten Kriege des 21. Jahrhunderts würden nicht mit Drohnen und Raketen, sondern mit Algorithmen geführt, das Schlachtfeld sei der menschliche Geist. Das sei die „hybride Kriegsführung“. Ultrakonservative Denkfabriken wie das Atlas Network stünden dabei in Verbindung mit den Tech-Giganten des Silicon Valley und einer Vielzahl von Propaganda-Influencern. Lateinamerika sei zu einem Testfeld für diese Techniken geworden. Stattdessen müsse man die Region zu einer Zone „kognitiven Friedens“ machen. Die Staaten der Region sollten die Rolle der nationalen Medien im Kampf gegen Propaganda wieder stärken und sich dafür zu einer Süd-Süd-Allianz zusammenschließen, um der Macht der globalen Mediengiganten die Stirn zu bieten – eine „Allianz für kognitive Souveränität und digitale Gerechtigkeit“.

Dennis Fritz, Chief Master Sergeant a. D. der US-Luftwaffe und derzeit Senior Fellow beim Eisenhower Media Network, sprach als Militärangehöriger, der Einblick in die inneren Abläufe des Pentagons hatte. Er warne schon seit Jahrzehnten vor einem Irankrieg. „Woher wußte ich, daß er kommen würde? Ich habe den Plan gesehen“ – dieser reiche bis ins Jahr 1992 zurück. Der pensionierte US-Viersternegeneral Wesley Clark habe enthüllt, daß ihm ein General im Pentagon nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 den Plan mitteilte, daß die USA innerhalb von fünf Jahren sieben Länder ausschalten sollten.

Amerika sei die Ursache für den Großteil der Probleme auf der Welt, sagte Fritz. „Wir behaupten, für Demokratie und Freiheit einzutreten, aber wir zerstören diese Dinge weltweit. Wir haben in der Ukraine einen Krieg begonnen, auf Kosten der Ukraine, um Rußland zu schwächen.“ Nun sei die ganze Welt Geisel einer wirtschaftlichen Katastrophe, wegen eines Krieges, den die USA im Iran begonnen haben. Die USA führten eine Blockade gegen Kuba, die Frauen und Kinder aushungert. Die riesigen Summen, die Amerika für Kriege ausgibt, könnten der zivilen Wirtschaft enormen Nutzen bringen.

Zepp-LaRouche antwortete, jetzt müsse die Vorstellung, daß Milliardäre durch Kriegsgewinne Billionäre werden, Thema einer öffentlichen Debatte werden.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare sagte, sie kämpfe dafür, daß der US-Kongreß die Verantwortung für die Kriegserklärung übernimmt, wie es die Verfassung vorschreibt. Stattdessen sehe man nur parteipolitische Positionskämpfe. Die Demokraten hofften, daß der Krieg weitergeht, damit Trump und die Republikaner am Wahltag die Quittung erhalten. Sare und der Kongreßkandidat Jose Vega, der sich für die Vorwahl der Demokraten qualifiziert hat und nun auch als Unabhängiger in der Bronx in New York antreten will, schmieden eine Koalition unabhängiger Kandidaten in den gesamten Vereinigten Staaten. In Bezug auf die Wirtschaft betonte sie: „Wir müssen die Dinge sehen, wie sie wirklich sind.“ Früher habe man den Zusammenhang zwischen der Instandhaltung unserer Infrastruktur und der Deckung der Bedürfnisse der Bevölkerung noch verstanden.

Mike Callicrate, Rinderzüchter aus Kansas und Gründer von Ranch Foods Direct, warnte, die USA könnten sich heute nicht selbst ernähren, sie hätten mehr als die Hälfte der Viehzüchter verloren und importieren Lebensmittel aus armen Ländern. „Die globale Ernährungspolitik sollte Menschen schützen, nicht Räuber.“

Jack Gilroy von Veterans for Peace und Pax Christi berichtete von einem Besuch in Washington, wo 150 Personen aus fünf oder sechs Veteranenorganisationen mit roten Tulpen für die im Iran getöteten Menschen in die Rotunde des Kapitols gingen. 70 US-Veteranen wurden festgenommen, während sie in Paradehaltung standen.

Larry Johnson ist ein ehemaliger CIA-Analyst und war von 1989-93 Vizedirektor des Büros für Terrorismusbekämpfung im US-Außenministerium. Er sagte, Donald Trump habe Wahnvorstellungen über seinen Erfolg und zeige mangelnde emotionale Kontrolle. Dies zeige sich besonders deutlich an Trumps Attacken auf ehemalige Unterstützer wie den konservativen Kommentator Tucker Carlson und die ehemalige republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, die zu Kritikern wurden. Ein solches gereizte Beschimpfen würde man von einem Zwölfjährigen erwarten. Bei der jüngsten Krisensitzung zum Iran habe Trump laut mehreren Quellen offen den Einsatz einer Atomwaffe ins Gespräch gebracht. Später habe er in öffentlichen Erklärungen den Einsatz von Atomwaffen ausgeschlossen, und man müsse hoffen, daß er sich daran erinnert. Trump habe gesagt, er warte auf einen konkreten Vorschlag aus dem Iran, obwohl der iranische Zehn-Punkte-Plan schon vor zehn Tagen übermittelt wurde. Die USA verfügten trotz gegenteiliger Behauptungen nicht über genügend Schiffe für eine vollständige Blockade der Straße von Hormus.

Weder die Iraner noch die Amerikaner könnten die weltweiten Folgen einer Sperrung der Meerenge einschätzen. Diese Folgen zeichneten sich nun ab. Insbesondere werde die Unterbrechung der Lieferungen von Harnstoff für Düngemittel die weltweite Nahrungsmittelproduktion verheerend beeinträchtigen. Die Verantwortlichen in der US-Regierung, die diese enorme Krise vorhersehen und bewältigen sollten, seien ahnungslos.

Sare erinnerte daran, daß Präsident Joe Biden senil schon war, aber alle so taten, als sei er gesund, während er eine Politik des Krieges und Völkermords betrieb. Nun setze Trump Bidens Politik fort, und auch Trump verliere den Verstand, während Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens so tun, als sei sein Verhalten normal.

Tim Rush von der LaRouche-Organisation berichtete über die Aktivitäten von Bürgerdelegationen, die am 22. April den Kongreß besuchten und rund 40 Büros führender Abgeordneter aufsuchten, um Briefe persönlich zu übergeben – sowohl von ihren Wählern als auch von ausländischen Vertretern, die betonen, es sei „eine Frage des kulturellen Erbes der Welt ist, daß die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten wiederbelebt werden müssen“. Co-Moderator Dennis Small las aus einer Auswahl dieser internationalen Briefe vor, darunter einen von einer 90-jährigen Nonne aus Barcelona. Zepp-LaRouche sandte dieser Nonne besondere Grüße und verwies auf die vorbildliche Rolle Spaniens in der aktuellen strategischen Lage. Sie hoffe, daß die Spanier die Idee unterstützen, daß ihr Land aus der NATO ausgeschlossen wird.

Callicrate betonte, wie wichtig es sei, die Beziehung zwischen Landwirten und Viehzüchtern und ihren Gemeinden vor Ort wiederherzustellen. Globale Agrarkonzerne hätten die Nahrungsmittelproduktion stranguliert und Nahrungsmittelknappheit verursacht.

Eine Teilnehmerin fragte, ob es denkbar wäre, daß der Iran die Straße von Hormus als Geste des guten Willens wieder öffnet, in der Erwartung von Fairneß? Zepp-LaRouche antwortete, man müsse sich in die Lage der iranischen Staatsführung versetzen, die keinerlei Grund hat, den Vereinigten Staaten oder Israel zu vertrauen, und die für die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Bürger sorgen muß. Small erinnerte daran, daß es tatsächlich die Vereinigten Staaten seien, die derzeit die Meerenge blockieren.

Ein spanischer Teilnehmer betonte die Ungerechtigkeit der US-Blockade gegen Kuba, eine Nation, die oft Solidarität mit anderen Entwicklungsländern gezeigt habe.

Zum Schluß erklärte Zepp-LaRouche, es sei dringender denn je, die internationale Friedensbewegung zu vereinen. Der Vortrag von María de los Ángeles Huerta del Río sei besonders wichtig, weil sich die „Kontrolle über die Narrative“ als zentral im Kampf für den Frieden herausgestellt habe.


„Wir sind nicht dazu verdammt, Barbaren zu sein“

Bericht vom 150. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) hielt am 17. April ihre 150. wöchentliche Online-Sitzung in Folge ab, die Sitzung wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche eröffnet. Sie beschrieb die Lage als „eine Welt, die zwischen Hoffnung und Hölle schwankt“. Der Waffenstillstand im Libanon sei offenbar in Kraft getreten. Der jüngste Vorstoß im US-Kongreß, mit dem War Powers Act die Kriegspolitik der Regierung zu stoppen, sei nur mit ganz knapper Mehrheit gescheitert, und das lasse im Vergleich zu früheren Versuchen auf eine wichtige Veränderung schließen.

Mit Blick auf die Wirtschaftslage sagte sie, die Nahrungsmittelknappheit in Frankreich sei so schlimm, daß es eine zweite Französische Revolution auslösen könnte, und die deutsche Industrie verschwinde gerade wie in einem Sommerschlußverkauf. Sie warnte: „Es könnte jeden Moment zu einer Wiederholung von 2008 kommen“, d.h. der steigende Ölpreis könnte die Schuldenblase zum Platzen bringen. Wir bräuchten eine Reform des Weltfinanzsystems mit einer Glass-Steagall-Bankentrennung als Ergänzung zum Oasenplan und der Weltlandbrücke für den Aufbau von Infrastruktur und Realwirtschaft.

Als nächste ergriff die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare das Wort. Unter Bezugnahme auf ihre jüngste Erklärung mit dem Titel „Stoppt den Irankrieg jetzt“ sagte sie: „Wir können uns keine Selbstdarstellung leisten, wir müssen konkret eine Eskalation verhindern.“ Anstatt mit Dingen wie einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump politisches Theater zu spielen, müsse der Kongreß die Finanzierung des Krieges beenden – so wie damals der Vietnamkrieg beendet wurde. In ihren Gesprächen mit Politikern höre sie oft die Klage: „Ich kann nichts tun, ich bin nur ein Kongreßabgeordneter“, aber der Kongreß habe die Haushaltshoheit. Der War Powers Act, der Gegenstand parteipolitischer Auseinandersetzungen war, räumt dem Präsidenten 60 Tage ein, um den Kongreß um die Erlaubnis und Mittel für einen Krieg zu bitten, jetzt sei der 49. Tag.

Sare schloß: „Der Präsident ist eindeutig verrückt geworden.“ Sie analysierte Trumps jüngste Ausbrüche im Internet mit seinen absurden Ausschweifungen. Sie sei aber ermutigt darüber, daß der Demokrat Ro Khanna aus Kalifornien und die ehemalige republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene aus Georgia sich auf einen überparteilichen Dialog geeinigt haben. Das könne eine Abhilfe gegen das „superemotionale, aufgepeitschte parteipolitische Gezänk“ in Amerikas Politik schaffen, und es zeige, wie sich die politische Szene dramatisch verändert. Sare und der Kongreßkandidat Jose Vega – der sich für die Vorwahl der Demokraten qualifiziert hat und auch als Unabhängiger im New Yorker Stadtteil Bronx antreten will – arbeiten derzeit mit 15 bis 20 unabhängigen Kandidaten landesweit zusammen. Diese Kandidaten bräuchten inhaltlichen Input, weil sie in Wirtschaftsfragen nur unzureichend ausgebildet sind.

Dr. Abdullah Al-Ahsan, Islamwissenschaftler und pakistanischer Professor für Vergleichende Zivilisationsforschung, sagte, er sei sehr optimistisch gewesen, als die Universitäten gegen den Völkermord in Gaza protestierten, aber diese Proteste seien unterdrückt worden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu behaupte, „die westliche Zivilisation“ zu vertreten, aber was sei darunter zu verstehen? Der führende Zionist Chaim Weizmann habe sich offen auf die Seite der britischen Kolonialmentalität gestellt.

Der bekannte progressive Radio- und Fernseh-Moderator Garland Nixon sagte, für die Amerikaner gebe es jetzt einen Lernprozeß. Manche meinten, es drehe sich alles um Israel, das schlimme Dinge tue, und wenn man Israel unter Kontrolle bringe, dann könnten wir die anderen Probleme lösen. Aber andere sagten, Israel sei ein Werkzeug der Vereinigten Staaten, indem es tue, was die USA wollen, aber nicht selbst tun möchten, während sie vorgeben, sie hätten Israel nicht unter Kontrolle. Israel sei nur ein kleines Puzzleteil in der Strategie des US-Imperiums, die Welt zu beherrschen, so Nixon. Viele Amerikaner, die Trump gewählt haben, seien jetzt wütend: „Wir haben für wirtschaftliche Entwicklung gestimmt, aber statt dessen bekommen wir Krieg.“ Er schloß mit einem Appell für Moral in der Außenpolitik.

Weitere Diskussion

Zepp-LaRouche antwortete: „Da Sie das Thema Moral angesprochen haben: Ich bin sehr froh, daß der Papst die Rolle einnimmt, die er einnimmt.“ Sie hatte kürzlich einen offenen Brief an den Papst veröffentlicht. Unsere westliche Zivilisation breche moralisch zusammen, das sehe man u.a. an den Privilegien für Millionäre und Milliardäre auf Kosten aller anderen und den im Epstein-Skandal aufgedeckten perversen Praktiken. Wir bräuchten eine Wiederbelebung der klassischen Kultur, aber nicht als „Kunst um der Kunst willen“, sondern um echte Moral wiederzubeleben. Chinas Demokratie sei viel besser als das westliche Modell, weil sie kulturelle Moral als Ziel habe.

Dr. Al-Ahsan verwies auf den arabischen Philosophen Ibn Chaldun aus dem 14. Jahrhundert, der die wirtschaftliche Entwicklung als Ergebnis menschlicher Zusammenarbeit betont habe. Damals habe es noch nicht die starke Aufteilung des Wissens in einzelne Fachgebiete gegeben, wie wir sie heute kennen.

Der Co-Moderator Dennis Small berichtete über die Ergebnisse der IPC-Mobilisierung, um den US-Kongreß dazu zu bewegen, daß er die Finanzierung des Krieges einstellt, so wie Sare es fordert. In den vergangenen 150 Wochen hätten sich 2-300 Menschen aus bis zu 45 Ländern bei der IPC engagiert. Diese Menschen müssten jetzt mobilisieren und Botschaften an den Kongress übermitteln. So habe ein ehemaliger Minister für Justiz und Menschenrechte aus Ecuador einen Brief an den US-Kongreß geschrieben. Und der Direktor eines italienischen Kulturinstituts schrieb, wie „die europäische und die italienische Öffentlichkeit mit Bestürzung zuschauen“.

Zepp-LaRouche betonte: „Bitte machen Sie nicht den Fehler, sich zurückzulehnen und zu sagen: ,Jetzt ist alles in Ordnung.‘ Es könnte nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Wir könnten in wenigen Tagen am Ende der Zivilisation stehen.“

Co-Moderator Dennis Speed zeigte ein Video eines katholischen Priesters, der über den Streit zwischen Trump und Papst Leo XIV. sprach. Er sagte: „Ein Krieg aus freier Entscheidung kann nicht moralisch sein.“ Die Äußerungen der Trump-Regierung seien mit der Doktrin vom gerechten Krieg unvereinbar. „Was ist mit unserer Politik geschehen, daß solche Rhetorik zur Normalität werden kann?“

Zepp-LaRouche fügte hinzu, der Papst sei Augustiner. Wenn Philosophie und Glaube zu derselben Schlußfolgerung gelangen, dann gebe es keinen Widerspruch oder Konflikt zwischen Wissenschaft und Glauben. „Ich würde es einfach wagen, meine eigene Sichtweise zur Frage des gerechten Krieges zu vertreten.“ Im Zeitalter der Atomwaffen könne jeder Krieg die ganze Menschheit vernichten und müsse daher als Mittel zur Lösung von Problemen abgelehnt werden. „Die Vorstellung, man müsse Gewalt anwenden, um seinen Standpunkt zu vertreten…, gehört in den Bereich der Kinderkrankheiten.“

Dr. Al-Ahsan fügte hinzu: „Ich verstehe nicht, wie ein vernünftiger Mensch angesichts dessen, was heute geschieht, schweigen kann“, und schloß sich den Äußerungen des Papstes an.

Auf eine Frage zum Johannesevangelium antwortete Zepp-LaRouche, sie könne besser über die Vorstellung ihres verstorbenen Mannes Lyndon LaRouche von der „Gleichzeitigkeit der Ewigkeit“ sprechen. Sie zitierte die revolutionäre Idee des Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert, der Mensch müsse als Imago Viva Dei, lebendes Abbild Gottes, den Schöpfungsprozeß fortführen.

Ein in Kolumbien lebender argentinisch-italienischer Wissenschaftler informierte über die „Sevilla-Erklärung zur Gewalt“,1 eine wissenschaftliche Erklärung dafür, daß Frieden möglich ist, weil Krieg keine biologische Notwendigkeit ist. Die Erklärung wurde 1986 von internationalen Fachleuten für das von der UNO geförderte Internationale Jahr des Friedens und dessen Folgeprojekte verfaßt. Führende Wissenschaftler hätten darüber diskutiert, ob Gewalt Teil der menschlichen Natur ist, und seien zu dem Schluß gekommen, daß das absolut nicht der Fall ist. Die Gewalt werde von außen erlernt, und wenn man Gewalt erlernen könne, dann könne man auch Frieden erlernen.

Auf Fragen zur Rolle Spaniens antwortete Zepp-LaRouche: „Spanien hat die Ehre Europas gerettet, indem es eine ganz klare Position gegen den Völkermord in Gaza eingenommen hat.“ Beschlössen die atlantischen Länder, mit dem Globalen Süden zusammenzuarbeiten, anstatt zu versuchen, ihn zu unterdrücken, könnten wir die Probleme der Welt über Nacht lösen. Das sei der Normalzustand des Menschen. „Wir sind nicht dazu verdammt, Barbaren zu sein.“

Abschließend dankte Zepp-LaRouche den Gästen, die auf die Erklärung von Sevilla aufmerksam gemacht hatten, und sprach sich gegen die manichäische Vorstellung aus, daß „Gut und Böse ewig nebeneinander existieren müssen“.

Weitere Stellungnahmen und Appelle an den US-Kongreß sind erwünscht. (Wenn Sie eine Stellungnahme zur Veröffentlichung einreichen möchten, wenden Sie sich an anastasiammares@gmail.com.)

eir


Anmerkung

1. The Seville Statement on Violence: preparing the ground for the construction of peace,
    Website der UNESCO Digital Library.


Internationale Pressemitteilung des Schiller-Instituts: „Eine Alternative zum Krieg gegen den Iran rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit“ 

15. März 2026

Zur unmittelbaren Verbreitung

„Während die Vereinigten Staaten immer näher in einen umfassenden Krieg gegen den Iran rutschen, einschließlich des möglichen Einsatzes von Bodentruppen in den nächsten Stunden und Tagen, und während die Welt mit der wachsenden Wahrscheinlichkeit konfrontiert ist, dass dieser Konflikt zu einem umfassenderen Atomkrieg eskaliert, fand am 13. März ein außergewöhnlicher öffentlicher Dialog statt, um eine Alternative zu einem solchen Krieg aufzuzeigen. An diesem Dialog nahm eine Gruppe prominenter Regierungs-, Religions- und Politikführer aus dem Iran, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Ländern des Globalen Südens teil.

Der einstündige Dialog kann im Video  und im Transkript angesehen bzw. nachgelesen werden. Er repräsentiert einen Wendepunkt in den Bemühungen, den rasanten Absturz in den Krieg zu stoppen.

Die Podiumsteilnehmer sprachen über Zoom und YouTube vor einem Live-Publikum von rund 600 Teilnehmern aus 35 Nationen, die sich zur 145. wöchentlichen Sitzung der International Peace Coalition (IPC) versammelt hatten. Zu den Podiumsteilnehmern gehörten S.E. Abolfazl PasandidehBotschafter der Islamischen Republik Iran in Mexiko; Pater Harry Bury, ein renommierter katholischer Priester mit 70-jähriger Erfahrung, lebenslanger Friedensaktivist und Mitglied der US-amerikanischen Vereinigung katholischer Priester; Jack Gilroy von Veterans for Peace und Pax Christi International; S.E. Donald Ramotarehemaliger Präsident von Guyana (2011–2015); sowie Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts.

Ihr Dialog ist ein Aufruf an alle in den Vereinten Nationen vertretenen Nationen und alle Organisationen, die sich der Wahrung des Friedens verschrieben haben, unverzüglich eine notwendige neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf die Tagesordnung zu setzen, um das tödliche System der Geopolitik zu ersetzen. Ansonsten stehen wir der Wahrscheinlichkeit unserer Selbstzerstörung gegenüber.“

Weitere Informationen: Offenener Brief von Helga Zepp-LaRouche an Papst Leo XIV: „Handeln Sie genauso wie Nikolaus von Kues!“


„Mit der Feder und dem Wort lassen sich die Auswirkungen von Waffen neutralisieren“

Bericht vom 145. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Bei der 145. wöchentlichen Online-Versammlung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) war ein Überraschungsgast zu Gast: Botschafter Abolfazl Pasandideh, der die Islamische Republik Iran in Mexiko vertritt. Dies war eine einzigartige Gelegenheit für Menschen, die in einem von Kriegspropaganda geprägten Umfeld leben, eine ungefilterte Botschaft aus der Nation zu hören, die von der US-Regierung angegriffen wird.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, gab einen aktuellen Überblick. Sie stellte die Frage: Warum hat US-Präsident Donald Trump diesen Krieg begonnen? Berichten zufolge waren es US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, US-Außenminister und nationaler Sicherheitsberater Marco Rubio, US-Sonderbeauftragter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, die ihn davon überzeugten, dass der Iran kurz davor stand, US-Streitkräfte oder -Stützpunkte anzugreifen.

Sie merkte an, wir hätten eine neue Phase der neokonservativen Aggression erreicht, die durch gezieltes Eliminieren von Staatsoberhäuptern gekennzeichnet sei, wie etwa die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro oder die Ermordung des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei. Sie fügte hinzu, diese Situation könne immer noch zu einem Atomkrieg eskalieren könne, und verwies dabei auf einen Kommentar von Harlan Ullman, Seniorberater beim Atlantic Council, der sich selbst als Hauptverfasser der Doktrin von „Shock and Awe“ (Furcht und Schrecken) bezeichnet, in The Hill. Ullman schlägt vor, die Vereinigten Staaten sollten den Iran atomar angreifen, da dies der einzige Weg sei, das erforderliche Ausmaß von „Furcht und Schrecken“ zu erreichen. Zepp-LaRouche berichtete auch über ihren Offenen Brief an Papst Leo XIV., in dem sie ihn aufforderte, im Geiste von Nikolaus von Kues’ De Pace Fidei zu intervenieren. Sie habe erfahren, daß ein hochrangiger schiitischer Geistlicher aus dem Iran, Ayatollah Seyed Mostafa Mohaghegh Damad Ahmadabadi, einen ähnlichen Appell an den Papst gerichtet hat. Sie schloß mit den Worten: „Die Gefahr für die Menschheit war meiner Ansicht nach noch nie so groß wie jetzt.“

Als nächster ergriff Botschafter Abolfazl Pasandideh das Wort und bezeichnete den gegenwärtigen Krieg als „einen der irrationalsten Kriege der Geschichte… einen Verrat an der Diplomatie. Zum zweiten Mal wurden wir mitten in Verhandlungen angegriffen… Es war ein eklatantes Symbol dafür, daß Macht anstelle des Völkerrechts eingesetzt wird.“ Man habe erwartet, daß das Internet ein Zeitalter des Humanismus einläuten würde, sagte er, doch stattdessen hätten Rassisten und radikale Nationalisten das Internet erfolgreich ausgenutzt. Zum Thema der neokonservativen Agenda des „Regimewechsels“ sagte er: „Es ist unklar, wer nach dem Iran der Nächste sein wird – Mexiko oder China?“ Er schloß mit einer optimistischen Bemerkung: „Mit der Feder und dem Wort ist es möglich, die Auswirkungen von Waffen zu neutralisieren.“

Zepp-LaRouche beschrieb die Motive des IPC für die Einladung des iranischen Botschafters: Wir haben die Diskrepanz zwischen der Realität und der von westlichen Quellen verbreiteten Darstellung beobachtet. Sie erinnerte an die Erklärung des US-Finanzministers Scott Bessent, die Vereinigten Staaten hätten den Zusammenbruch der iranischen Wirtschaft absichtlich herbeigeführt, um einen Regimewechsel auszulösen, und verwies auch auf den Tweet von Mike Pompeo, dem ehemaligen CIA-Direktor in Trumps erster Amtszeit über die Mossad-Agenten, die jeden iranischen Demonstranten begleiten.

Der ehemalige Präsident von Guyana (2011–2015), Donald Ramotar, brachte dem Botschafter seine Bewunderung für die Hartnäckigkeit und den Mut des iranischen Volkes angesichts der Versuche, ihre Nation zu zerstören, zum Ausdruck. Seit einiger Zeit, so sagte er, gebe es Bestrebungen, internationale Institutionen und das Völkerrecht zu zerstören. Der Iran werde angegriffen, weil er das einzige Land sei, das sich für die Palästinenser einsetze, und weil er das Haupthindernis für Israels Bestrebungen darstelle, den Nahen Osten neu zu gestalten. Der Kampf des Iran sei auch ein Kampf für Kuba, das derzeit unter „fast unerträglichem“ wirtschaftlichem Druck stehe, in einem ähnlichen wahnwitzigen Versuch, einen Regimewechsel herbeizuführen.

Pasandideh sagte, er wolle Zepp-LaRouche dafür danken, daß sie „den Wurzeln dieses Problems“ auf den Grund gehe. Er dankte Ramotar für dessen Solidaritätsbekundung.

Pater Harry Bury, seit 70 Jahren katholischer Priester, lebenslanger Friedensaktivist und aktiv bei Twin Cities Nonviolent sowie der U.S. Catholic Priest Association, ergriff das Wort und sagte: „Unsere Herzen brechen, sie brechen wirklich, angesichts dessen, was dem Iran widerfährt“, sagte er. „Jesus sagte, wir sollen unsere Feinde lieben!“ Er betonte, die Geschichte habe uns gezeigt, daß Gewalt keine Probleme löst. Er bekräftigte seine Unterstützung für den Oasenplan und die BRICS als vorbildlichen Ansatz für den Frieden. Er bat alle Teilnehmer, sich Zepp-LaRouches offenem Brief an den Papst anzuschließen.

Pasandideh antwortete, Burys schöne Worte hätten sein Herz berührt. Er vertrat die Ansicht, Donald Trump verstecke sich hinter der Religion, und dies stelle eine Aggression gegen alle Religionen dar.

Jack Gilroy von Veterans for Peace, Pax Christi – Upstate NY und Pax Christi International kommentierte den Kontrast zwischen dem, was Pater Bury sagt, und der Befürwortung von Gewalt durch die christlichen Zionisten. Die Haltung der christlichen Zionisten steht im krassen Widerspruch zur gewaltfreien Botschaft Christi und zum jüdischen Bekenntnis zur Gerechtigkeit.

Pasandideh antwortete erneut, daß wir, wenn wir nach den Ursprüngen dieser Probleme suchen, auf Unilateralismus stoßen. Die UN-Charta schuf eine Welt auf der Grundlage von Gesetzen und Rechten, um „Nie wieder!“ zu der Ungerechtigkeit zu sagen, die zum Zweiten Weltkrieg geführt hatte, und nun werden diese Grundsätze ignoriert. Er fragte, wie wir zum Multilateralismus zurückkehren können, der Operationen zum Regimewechsel ausschließen würde. Wenn wir Multilateralismus erreichen, akzeptieren wir die kulturellen Unterschiede zwischen den Nationen.

Zepp-LaRouche erinnerte an die Rolle des iranischen Präsidenten Mohammad Chatami, der eine Wiederbelebung der Kultur und die Einführung moderner Technologien im Iran herbeiführte.

Diskussion

Gilroy bezeichnete die US-Außenpolitik als „pervers“, da sie echte Diplomatie durch Kanonenbootdiplomatie ersetze. Er sagte, wir müßten religiöse Führer dazu aufrufen, die Wahrheit zu predigen, wie es Pater Bury tue. In den Vereinigten Staaten gebe es 20 Millionen christliche Zionisten, weshalb die israelische Flagge über dem Weißen Haus wehe. Wo seien die religiösen Führer, die sagen, wir müssen aufhören, Fischer in der Karibik zu ermorden?

Der Atomwaffenexperte Dr. Theodore Postol, emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und nationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology, sagte in einem Videobeitrag, die Iraner könnten den Krieg möglicherweise sehr lange fortsetzen, indem sie Drohnen in unterirdischen Anlagen herstellen. Die Vereinigten Staaten seien nicht in der Lage, Abfangjäger in einem Tempo zu produzieren, das mit der iranischen Drohnenproduktion mithalten könne. Und die Abfangjäger seien nicht in der Lage, ihre Aufgaben wie angekündigt zu erfüllen.

Eine Frage wurde an Pater Bury gerichtet: Was können Katholiken gegen diejenigen in Südamerika und anderswo tun, die ihren Glauben auf bloßen ideologischen Antikommunismus reduzieren? Er antwortete, wir müssen uns selbst weiterbilden und dann andere Menschen aufklären.

Diane Sare erinnerte die Teilnehmer daran, daß sie eine unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin ist. Sie merkte an, fast zwei Drittel der US-Bevölkerung seien nicht in der Lage, Texte auf einem Niveau über der sechsten Klasse zu lesen. Der Schlüssel zur Befreiung der taubblinden Helen Keller aus ihrem sensorischen Gefängnis war die Sprache. Sare wies darauf hin, daß Kämpfer der Ultimate Fighting Championship – dem weltgrößten Veranstalter von Schaukämpfen gemischter Kampfsportarten – nun das FBI ausbilden, und betonte: „Unsere Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und des FBI müssen in der Lage sein, zu denken, anstatt gedankenlos gewalttätig zu sein.“

Ein Teilnehmer fragte: Kann Israel davon abgehalten werden, Atomwaffen gegen den Iran einzusetzen? Co-Moderator Dennis Speed warnte, die „Jeffrey-Epstein-Klasse“ lasse sich nicht durch moralische Grenzen einschränken. Sie glaubten, sie stünden über diesen Grenzen, und seien im Grunde satanisch. Diese Mentalität müsse aufgedeckt und bekämpft werden, um den Einsatz von Atomwaffen zu verhindern. Speed erinnerte daran, daß Frankreich und Großbritannien laut russischen Geheimdienstinformationen planen, Atomwaffen in die Ukraine zu bringen.

Jose Vega, Kongreßkandidat im 15. Kongreßwahlkreis von New York (Bronx), berichtete über die Unterschriftenaktion seines Wahlkomitees zur Erlangung der Wahlzulassung, bei der in den letzten Wochen an über 4.500 Türen geklopft und eine Botschaft des Friedens durch Entwicklung verbreitet wurde.


Von der UN-Charta bis heute: Entstehung und Niedergang des Völkerrechts

Bericht vom 143. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 143. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) am 27. Februar befaßte sich mit der Gründung der Vereinten Nationen und der Sabotage ihres Systems des Völkerrechts. Die IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche eröffnete die Sitzung mit der Einschätzung: „Leider ziehen Kriegswolken über unseren Köpfen auf.“ Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, habe dem Botschaftspersonal geraten, Israel sofort zu verlassen, andere Länder taten dasselbe. US-Finanzminister Scott Bessent habe zugegeben, daß die USA die Krise im Iran durch Wirtschaftskrieg absichtlich provozierten. Gleichzeitig gebe es Gerüchte über eine britisch-französische Initiative zur Lieferung von Atomwaffen an die Ukraine, ein wahnsinnig provokativer Schritt.

Zepp-LaRouche sprach dann über den Skandal um Jeffrey Epstein, in dem immer mehr europäische Politiker zurücktreten. Dabei gehe es nicht nur um perverse Sexaktivitäten; diese Aktivitäten zeigten eine Mentalität, die menschliches Leben und Vernunft nicht respektiert, und dieselbe Mentalität stehe hinter der Brutalität der Neokonservativen gegenüber dem Iran, Gaza, Kuba usw. Zu Donald Trumps Slogan „Amerika zuerst“ betonte sie: „Nationale Interessen sind schön und gut, aber sie müssen mit der Idee ‚die eine Menschheit zuerst‘ vereinbar sein… Wir werden nicht zulassen, daß das Menschenbild in den Schmutz gezogen wird.” Sie erinnerte an ihren langjährigen Vorschlag für eine Neue Internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur und lud alle zur EIR-Sonderkonferenz der „Bewegung der Weltbürger“ am 2. März ein, um die jetzt dringend erforderlichen Maßnahmen zu erörtern.

Jonathan Kuttab ist ein palästinensisch-amerikanischer Anwalt für internationale Menschenrechte, Völkerrechtsexperte, Geschäftsführer von Friends of Sabeel North America sowie Mitbegründer von Nonviolence International. Kuttab beklagte den „Zusammenbruch des Völkerrechts und der internationalen Institutionen” und würdigte Zepp-LaRouches Vorschlag für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur. Er gab einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der UNO und der damit verbundenen Institutionen. Diese am Ende des Zweiten Weltkriegs geschaffene Struktur habe trotz einiger Mängel, wie dem Vetorecht der Sicherheitsratsmitglieder, 70 Jahre lang recht gut funktioniert. „Ich glaube nicht, daß wir uns beeilen sollten, das Völkerrecht aufzugeben. Wir müssen Wege finden, ihm mehr Durchschlagskraft zu verleihen.” Da Kuttab gedacht hatte, Zepp-LaRouche wollte mit ihrem Vorschlag das Völkerrecht ablösen, stellte sie dies richtig und betonte, er solle im Gegenteil dessen Erhalt und Stärkung dienen.

Elisabeth Martens, Organisatorin einer Petition „Für eine sofortige Reaktivierung der UN-Charta zugunsten des Multilateralismus“, beschrieb die Bemühungen ihrer Organisation, Umweltkrisen, Stellvertreterkriege und die Gefahr durch Atomwaffen zu stoppen. Manche Menschen schlössen sich mystischen oder spirituellen Bewegungen an, um der Realität zu entfliehen, wir müßten uns aber im Gegenteil dieser Realität stellen. „Wir dürfen die Einmischung der Vereinigten Staaten in die Angelegenheiten der UNO nicht länger zulassen … und lehnen ihre unipolare Welt ab.“ Martens sprach auch die Wirtschaftspolitik an, insbesondere die Notwendigkeit, die Finanzspekulation einzudämmen. Mit dem Ende des Kalten Krieges hätten die westlichen Nationen eine „mafiöse Wirtschaft“ geschaffen und der Welt aufgezwungen. „Wenn Geld nicht der Realwirtschaft dient, wird es zu einer unkontrollierbaren Maschine, die Kriege hervorbringt…, eine Tyrannei, unter der Millionen von Menschenleben zermalmt werden.“

Pater Harry Bury aus dem US-Staat Minnesota ist Mitglied von Twin Cities Nonviolent und der Vereinigung katholischer Priester der USA sowie Autor des Buches The Maverick Priest. Pater Bury beschrieb den Mord an zwei Amerikanern in den Twin Cities („Zwillingsstädten“) Minneapolis und St. Paul durch Beamte der Einwanderungspolizei ICE. Mitglieder seiner Organisation hätten Papst Leo XIV. dorthin eingeladen, um die spirituelle Führung zu übernehmen. Leider konnte er aufgrund älterer Verpflichtungen nicht kommen; sie hatten gehofft, mit ihm über den Oasenplan des Schiller-Instituts zu sprechen. Pater Bury lobte den Dialogprozeß, er habe oft von Menschen gelernt, die nicht seiner Meinung waren. Er sagte den versammelten Aktivisten der IPC und des Schiller-Instituts: „Wir freuen uns, daß wir mit Ihnen zusammenarbeiten können!“

Diskussion

Zepp-LaRouche gab einen Überblick über die 40jährige Kampagne des Schiller-Instituts zur Überwindung der Unterentwicklung des Globalen Südens, was der UNO bisher nicht gelungen sei. „Im Westen müssen die Menschen die Vorstellung aufgeben, daß der Westen dem Globalen Süden irgendwie überlegen ist. Ohne Entwicklung kann es keinen Frieden geben.“

Sie erörterte das Konzept des Naturrechts – die Idee, daß es im Universum implizite Gesetze gibt, die über den von Menschen geschaffenen positiven Gesetzen stehen. Unsere Kampagne für eine neue internationale Architektur basiere darauf.

Kuttab sagte, die Befürworter des Völkerrechts seien schwach und unorganisiert, während die Gegner über Geld und Einfluß verfügten. „Das ist eine enorme Herausforderung, über die ich ständig nachdenke.“ Früher hätten die Mächtigen noch behauptet, für die Menschenrechte einzutreten, aber jetzt ließen sie diese Fassade fallen.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare berichtete über die aktuelle Nachricht über einen Flüchtling aus Myanmar, Nurul Amin Shah Alam, der fast blind war und kein Englisch sprach. Er wurde in Buffalo im Staat New York von ICE-Beamten festgenommen und dann nachts vor einem geschlossenen Café abgesetzt, wo er anschließend erfror. Um sich der Verantwortung zu entziehen, hätten sie eine „natürliche Todesursache“ angegeben. Dieser Vorfall sei typisch für den Niedergang der amerikanischen Kultur, sagte Sare. Es habe sich die falsche Vorstellung durchgesetzt, daß man Menschen durch Gewalt dazu bringen könnte, ihr Verhalten zu ändern. Schon der erste US-Präsident George Washington habe gewarnt, dieses Land könnte scheitern, wenn die Bürger durch die Verfassung politisch stark geworden seien, dann aber verkommen, unmoralisch und rachsüchtig würden. Sare sagte, wir müßten Wege finden, die Kluft zwischen der verbreiteten Geisteshaltung der Bevölkerung und der wahren, voll entwickelten Natur der Menschheit zu überbrücken.

Martens sagte, wir befänden uns im Übergang von einem System, von einer Welt zu einer anderen. Ein wirtschaftlicher Wandel müsse stattfinden und tue das in anderen Teilen der Welt bereits. China habe bewiesen, daß es möglich ist, die Armut zu beenden, die BRICS und die Gürtel- und Straßen-Initiative brächten die Welt voran. Zepp-LaRouche sagte, heute sei China das Land des Amerikanischen Systems von Friedrich List. Das chinesische Modell der Zusammenarbeit sei erfolgreich; die USA dagegen hätten 800 Militärstützpunkte auf der ganzen Welt und würden von Tag zu Tag unbeliebter. Der britische König Georg III. habe einst den Verstand verloren, weil er mit dem Erfolg der Amerikanischen Revolution nicht leben konnte, heute sähen wir ein ähnliches Phänomen bei der „Epstein-Klasse”.

Sare betonte: „Wenn wir niemanden aus den Epstein-Akten strafrechtlich verfolgen, dann wird unsere Nation aufhören zu existieren”, weil die Perversion der Epstein-Klasse mit der Bereitschaft einhergehe, die Folgen eines Atomkrieges in Kauf zu nehmen.

Ein Teilnehmer fragte: Warum wird die Resolution 377 der UN-Generalversammlung, „Uniting for Peace“ in der aktuellen Krise nicht genutzt; warum wird nicht versucht, den UN-Hauptsitz zu verlegen, wenn die USA Personen, die ihnen nicht gefallen, Visa verweigern; und warum gibt es keine Bemühungen, die UN-Resolutionen in Bezug auf Israel durchzusetzen? Sare antwortete, die Diplomaten hätten Drohungen nach Mafia-Art erhalten, die dies verhindern. Zepp-LaRouche sagte jedoch, sie sei überzeugt, daß diese Reformen noch kurzfristig umgesetzt werden können.

Zum Abschluß sagte Zepp-LaRouche, die Menschen würden sicherlich erkennen, daß Chinas Methode der „Win-Win-Kooperation“ viel erfolgreicher ist als das „Nullsummenspiel“ der Geopolitik. Wir müßten jetzt durch das Tal der Tränen gehen, um dann erfolgreich eine höhere Entwicklungsstufe zu erreichen.   eir


Eine neue Architektur für Sicherheit, Entwicklung und Kultur – oder ein neuer Krieg mit dem Iran?

Bericht vom 142. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Im Mittelpunkt der 142. wöchentlichen Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) am 20. Februar stand der Gegensatz zwischen dem Verfall der Welt in sexuelle Perversion, Kriege und wirtschaftliche Plünderung einerseits und auf der anderen Seite dem Ziel der IPC und des Schiller-Instituts, die Menschheit zu einer höheren Vision auf der Grundlage unserer menschlichen Schöpferkraft zu erheben. Ein Großteil der Diskussion drehte sich um die extreme Gefahr, daß US-Präsident Trump einen Krieg gegen den Iran entfesselt, der sich wahrscheinlich auf die gesamte Region oder sogar weltweit ausweiten würde, sowie um die Auswirkungen der Aufdeckung des Phänomens der „Epstein-Klasse“, wie zuletzt mit der Verhaftung des ehemaligen Prinzen Andrew, welche den überfälligen Untergang des britischen Königshauses einläuten könnte.

Es wurde darauf hingewiesen, daß die Mentalität Jeffrey Epsteins und seiner Kreise vom britischen Radikalismus herstammt, wie Jeremy Bentham, der in seinen Schriften Päderastie und Wucher ausdrücklich verteidigte. Beides beruhe auf derselben Mentalität, nämlich einer Herabwürdigung der Menschheit zu etwas, das nicht mehr menschlich ist. Das charakterisiere die Epstein-Klasse als Kult der sexuellen Perversion und gleichzeitig als zentraler Bestandteil der spekulativen Perversion in der westlichen Welt, die die produktive Wirtschaft ruiniert. Der Co-Moderator Dennis Speed stellte fest, die Kombination von sexueller Ausbeutung mit Finanzspekulation und wirtschaftlicher Plünderung sei typisch für eine „räuberische Mentalität”.

Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche schickte ein Video zur Weltlage, in dem sie auf die Gefahr eines Krieges im Iran und auf die Folgen des Epstein-Skandals einging. Sie verurteilte das wahnsinnige Denken von US-Außenminister Marco Rubio, der in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz nicht nur die Rolling Stones auf eine Stufe mit Beethoven stellte, sondern auch 500 Jahre Kolonialismus als großes Geschenk der westlichen Zivilisation an die Menschheitsgeschichte lobte!

Steven Starr, Direktor des Programms für klinische Laborwissenschaft an der Universität von Missouri und leitender Wissenschaftler bei Physicians for Social Responsibility, zeichnete ein beängstigendes Bild vom Ausmaß eines möglichen Krieges mit dem Iran. Er begann mit einem kurzen Video des früheren UN-Waffeninspektors Scott Ritter, in dem dieser die massive Militärpräsenz der USA in der Region beschreibt. Starr sagte, die iranische Raketenkapazität sei sehr fortgeschritten und könne als Antwort im Falle eines Angriffs der USA und/oder Israels massiven Schaden anrichten. Dem ehemaligen britischen MI6-Offizier Alastair Crooke zufolge habe China dem Iran ein Radarsystem geliefert, das Stealth-Kampfflugzeuge identifizieren kann, womit die Vorstellung, solche US-Flugzeuge könnten die iranische Raketenabwehr leicht ausschalten, falsch wäre. Der Iran verfüge über viele hundert Raketen, darunter Hyperschallraketen, in unterirdischen, befestigten Höhlen und Silos im ganzen Land. Rußland, China und der Iran hätten im Januar ein gegenseitiges Sicherheitsabkommen geschlossen. Sollte der Iran mit dem Einsatz seiner Raketen gegen Israel und US-Militärstützpunkte reagieren, wären die Zerstörungen erheblich. In Israel sei die Bevölkerung stark auf drei Großstädte konzentriert. Starr zeigte eine Karte einer solchen Stadt und der Auswirkungen eines Raketenangriffs, der buchstäblich die gesamte Bevölkerung treffen würde. Die große Gefahr sei dann, daß Israel beschließen könnte, seine Atomwaffen einzusetzen. Möglicherweise könnte der Iran auch einen US-Flugzeugträger mit 5000 Amerikanern an Bord versenken – würde Trump dann eine Atomwaffe einsetzen? Das seien beängstigende Fragen, aber leider reale Möglichkeiten.

Eduardo Gabriel Fernandez aus Argentinien, Absolvent des Fortgeschrittenenkurses in Nationaler Verteidigung und Mitglied des „Argentinischen Zentrums General Jorge Edgar Leal zur Wahrung der Souveränität“, beschrieb die anhaltende Zerstörung seines Landes, besonders unter Präsident Javier Milei. Diese bewußte, geplante Zerstörung mache die Politik des früheren Präsidenten Juan Peron zunichte. (Peron und Lyndon LaRouche seien ähnliche Denker und Staatsmänner gewesen, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten.) Seit Beginn der Pandemie sei die Produktion im Land um 60% geschrumpft, 20.000 Unternehmen mußten schließen. Es herrsche beträchtliche Nahrungsmittelknappheit, die Rindfleischproduktion sei um die Hälfte zurückgegangen und der Brotpreis drastisch gestiegen. Fast jeder Zehnte lebe in extremer Armut. Unter Milei regiere die Epstein-Mentalität und die Schocktherapie. Das sei auch nicht die erste Krise für Argentinien, so erinnerte Fernandez an frühere Diktaturen und den Malwinenkrieg mit Großbritannien. Die einzige Lösung sei eine Rückkehr zur Souveränität, dabei sei das Schiller-Institut eine wichtige treibende Kraft.

Co-Moderator Dennis Small, EIR-Direktor für Iberoamerika, sagte ergänzend, die Krise in Argentinien sei für die ganze Welt von Bedeutung. Unter Peron und auch unter den beiden Kirchner-Präsidenten sei das Land eine große Industriemacht gewesen, aber die Milei-Regierung habe das im Dienste der Wall Street zerstört. Inzwischen bestätige sich, wovor EIR nach der US-Invasion in Venezuela am 3. Januar warnte: Es markiere einen globalen Phasenwechsel, mit dem ein malthusianischer Völkermord eingeführt werden soll. Man sehe das jetzt u.a. an dem von den USA manipulierten Putsch gegen den peruanischen Präsidenten Jose Jeri wegen des „Verbrechens“, mit China beim Bau des Hafens von Chancai und der Planung einer Transozeanischen Eisenbahn zusammenzuarbeiten, sowie an der geplanten erzwungenen Einführung des US-Dollars als Währung in südamerikanischen Ländern.

Jose Vega vom Schiller-Institut, der im New Yorker Stadtteil Bronx für den US-Kongreß kandidiert, zeigte ein neues Video von ihm zur Gefahr der israelischen Atomwaffen und zur Unterwürfigkeit seines Wahlgegners Ritchie Torres gegenüber der zionistischen Lobby. Zur Gefahr eines Krieges gegen den Iran fragte Vega: „Wo bleibt der US-Kongreß?“

Starr wurde nach der Geisteshaltung hinter einer möglichen Entscheidung für einen Irankrieg gefragt. Er antwortete, das Problem sei „Hybris“. Die Überzeugung der USA, sie seien die einzige Supermacht, und die Überzeugung Israels, es sei die einzige Atommacht in der Region, führten beide zur Sünde der Hybris, sie könnten bedenkenlos in Gaza Völkermord begehen und Krieg gegen den Iran führen.

Karel Vereycken, Mitglied des Schiller-Instituts in Frankreich und Künstler, sprach über die Entmenschlichung in der westlichen Welt und die notwendige „Re-Humanisierung“. Die Renaissance sei damals gezielt von Regierungen vorangetrieben worden, die Wettbewerbe veranstalteten und Menschen zu Musikkompositionen, Gedichten und architektonischen Entwürfen anregten. Wir sollten das gleiche tun, mit Konferenzen und Wettbewerben zu Kunstwerken, Musik, Gedichten usw. Seine Frau Christine Bierre habe die chinesische Provinz Xinjiang nach einer Serie von Terroranschlägen besucht und Chinas Ansatz für die Menschen beobachtet, die in solche radikalen Kreise hineingezogen worden waren: Sie erhielten Unterricht in Musik und Malerei, um ihre Lebenseinstellung zu verbessern. Vereycken warnte auch vor einer Neuauflage der Eugenik der Nazis durch die Kreise um Jeffrey Epstein.

Er verlas eine Petition von Bürgern Frankreichs und Belgiens „Für eine sofortige Reaktivierung der UN-Charta zur Unterstützung des Multilateralismus”. Darin werden die Amerikaner und andere aufgefordert, „Nein zum Krieg” zu sagen und sich für eine Reform der UNO einzusetzen, damit jedes Land die gleiche Stimme hat und allen das Recht auf Sicherheit und Entwicklung gewährt wird. Ein Zuhörer aus Peru fragte: „Welche realen Alternativen gibt es zu der Krise, mit der die Zivilisation heute konfrontiert ist?” Dennis Small antwortete, das komme darauf an, was man unter „real“ versteht. Wenn man damit „praktische” Lösungen meint, gebe es tatsächlich gar keine Alternative, und die Zivilisation wäre dem Untergang geweiht. Entscheidend sei, die Denkweise der Bevölkerung zu ändern, um den Einfluß des radikalen britischen Liberalismus von Bentham, Locke und Hume zu brechen. Nikolaus von Kues biete einen Weg dahin mit dem Konzept vom „Zusammenfall der Gegensätze“, wonach immer eine höhere Ebene existiert, auf der Widersprüche aufgelöst werden können. Solche Sprünge auf eine höhere Ebene habe es in der Geschichte mehrfach gegeben, wie die Renaissance. Heute müsse man am Werk des verstorbenen Lyndon LaRouche anknüpfen, dazu lade EIR am 2. März zu einer historischen Onlinekonferenz ein.

Michael BIllington, EIR


Verkommenheit oder Weltbürgerschaft

Bericht vom 141. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

14. Februar 2026 (EIRNS) – Beim 141. wöchentlichen Treffen der Internationalen Friedenskoalition am Freitag, dem 13. Februar, kamen erneut Hunderte von Menschen aus Dutzenden von Ländern zusammen, um Strategien zu entwickeln, um den sich beschleunigenden strategischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch zu beenden und eine Bewegung von Weltbürgern aufzubauen. Diese Bewegung soll dazu beitragen, eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für alle Nationen zu schaffen. Helga Zepp-LaRouche eröffnete die Konferenz mit einem Überblick über die Krisenherde, die derzeit die Welt in den Krieg treiben. Sie wies darauf hin, dass die Perversität des Epstein-Skandals die „Denkweise” hinter dem Völkermord in Gaza, den zahlreichen Kriegen und der Finanzblase verdeutlicht.

Harley Schlanger präsentierte den dritten Teil seiner Artikelreihe über die Perversität der Epstein-Klasse. Diese droht nun, die britischen Institutionen, die das Britische Empire regieren, zu Fall zu bringen. Er betonte, dass dies als notwendiges Erwachen für die Weltbürger dienen müsse, um den Imperialismus und das dazugehörige Menschenbild, in dem der Mensch wie ein Tier behandelt werden könne, zu beenden.

Professor Cliff Kiracofe sprach über die Rolle des Britischen Empires, die von der LaRouche-Bewegung seit langem betont wird und die nun als zentrale Kraft der globalen Krise entlarvt wird.

Luiz Erthal, Chefredakteur der brasilianischen Zeitung Toda Palavra, diskutierte die Rolle Brasiliens und der BRICS-Staaten in der aktuellen Lage. Die Trump-Regierung bemüht sich, die Kontrolle über Iberoamerika zu übernehmen und russische sowie chinesische Entwicklungsprojekte in der Region zu stoppen.

In weiteren Beiträgen wurde über die extreme Gefahr debattiert, dass Kuba einer „Gaza-Behandlung“ unterzogen wird, sowie über die britische imperialistische Mentalität von Adam Smith, John Locke und David Hume, die die Menschheit entmenschlicht. Ebenfalls diskutiert wurde die Zusammenarbeit Franklin Roosevelts mit Brasilien und anderen Ländern Südamerikas bei großen Entwicklungsprojekten.

Fragen aus aller Welt brachten die Notwendigkeit zum Ausdruck, die imperialistische Politik zu beenden, die die US-Regierung unter Donald Trump und die europäischen Oligarchen zu neuen Kriegen in Amerika, im Nahen Osten und in Asien treibt. Alle wurden ermutigt, an dem bevorstehenden Online-Forum von EIR Nachrichten, einem Runden Tisch der Weltbürger, am 2. März teilzunehmen.

Mike Billington, EIR


Ein wirklich menschlicher Maßstab

Bericht vom 140. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 140. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 6. Februar befaßte sich mit den jüngsten Enthüllungen aus den Epstein-Akten und erweiterte die Diskussion auf die Frage, wie der moralische Charakter der Menschheit als Teil der IPC-Mission zur wirksamen Beendigung der Kriegsgefahr verbessert werden kann.

Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche betonte zu Beginn, der letzte noch bestehende Atomwaffen-Kontrollvertrag, New START, sei am Vortag ausgelaufen, und noch sei unklar, ob er durch ein neues Abkommen abgelöst wird. Am Persischen Golf versammle sich eine große Flotte der USA, was einen Angriff auf den Iran mit unabsehbaren Folgen bedeuten könne. Zudem schwebe das Damoklesschwert eines allgemeinen Zusammenbruchs des Finanzsystems über uns. Deshalb bemühe sich die IPC um die Wiederherstellung des Völkerrechts auf der Grundlage der UN-Charta, notwendig sei aber unbedingt eine neues System der internationalen Beziehungen, wie es in ihren „Zehn Prinzipien“ verankert ist.1

Zepp-LaRouche beschrieb dann das neue Umfeld nach der Veröffentlichung weiterer Akten zu Jeffrey Epstein und verglich dies mit der Operation „Saubere Hände“ („Mani pulite“)2 in Italien, die von den Sicherheitsdiensten genutzt wurde, um ein korruptes System zu „sprengen”, nur um es durch eine aktualisierte Variante desselben korrupten Systems zu ersetzen. Wirklich notwendig sei nichts weniger als eine neue Renaissance, und vielleicht sollte man ihren Vorschlag für eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur aktualisieren, um eine solche kulturelle Erneuerung einzubeziehen.

Die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare begann mit einem Zitat von General Douglas MacArthur, der moralische Charakter der Menschheit müsse mit den atemberaubenden Fortschritten der Wissenschaft Schritt halten, damit wir uns nicht mit Atomwaffen selbst zerstören. Sare hat drei Vorschläge für eine neue Politik vorgelegt:

Sare erwähnte die jüngste Berichterstattung von TASS über ihre Kampagne, insbesondere ihre Forderung nach einem neuen START-Vertrag und ihre Verbindung zu Lyndon LaRouche, der in Rußland weithin respektiert wurde. Viele Menschen suchten nach „Anzeichen für intelligentes Leben in den Vereinigten Staaten“.

In einer Videopräsentation berichtete der ehemalige UN-Waffeninspekteur Scott Ritter über seine Erfahrungen mit dieser Arbeit und seinen Beitrag zur Entwicklung von Inspektionen vor Ort, die gegenseitiges Vertrauen aufbauen helfen. Wegen der Sanktionen gebe es seit 2022 keine Inspektionen und seit 2023 auch keinen Datenaustausch mehr. „Wir fangen wieder bei Null an… Niemand vertraut den amerikanischen Verhandlungsführern.“ In der Welt, in der wir heute leben, sei die Gefahr eines Atomkrieges noch größer als in der Kubakrise. „Wir brauchen eine Führungspersönlichkeit, und ich glaube, diese Persönlichkeit ist Diane Sare“, schloß Ritter.

Garland Nixon, ein erfahrener progressiver Radio- und Fernsehmoderator, der selbst über 20 Jahre in der Strafverfolgung tätig war, kommentierte die Veröffentlichung der Epstein-Akten „aus der Sicht eines Ermittlers“: Man müsse wissen, daß es sich um eine kontrollierte Freigabe handelt, die einige Dinge hervorheben und andere herunterspielen soll, daher sei ein gewisses Maß an Skepsis angebracht. Die Enthüllungen über Epsteins Verbindungen zur britischen Krone seien wichtig und bestätigten, was die LaRouche-Bewegung seit Jahrzehnten über die Rolle des Königshauses in der Weltpolitik sagt.

Zepp-LaRouche fragte Nixon nach der Analogie zwischen der Veröffentlichung der Epstein-Akten und der Operation „Saubere Hände“ in Italien. Er meinte, die Epstein-Affäre sei anders, weil „sie die Kontrolle verloren haben, sobald die Sache ans Licht kam“. Sare fügte hinzu, hier stelle sich die Frage, ob Menschen Tiere sind – wenn nicht, dann müßten wir einen Weg finden, diese Enthüllungen zu nutzen, um unsere Zivilisation voranzubringen. Nixon sprach von einer „Legitimitätskrise der herrschenden Elite“, die beweise, daß diese moralisch nicht qualifiziert ist, die Gesellschaft zu führen. Wie könne man diese Gelegenheit nutzen, um ein verrottetes System tatsächlich durch ein besseres zu ersetzen? Zepp-LaRouche sagte, wir müßten „den Oligarchismus abschütteln, denn darum geht es hier“.

Co-Moderator Dennis Speed fragte Nixon nach der Rolle seines Mentors, Paul Robeson junior. Nixon antwortete, wir müßten das Erbe von Robesons Vater, dem bekannten Schauspieler, Sänger und Aktivisten Paul Robeson senior, aufgreifen, um „die schwarze Gemeinschaft aus der gehirngewaschenen antirussischen Haltung“ herauszuholen, die von den Apparatschiks der Demokratischen Partei gefördert wird.

Nixon beschrieb auch, wie die Zwillingsschwester von Epsteins Partnerin Ghislaine Maxwell, Christine Maxwell, maßgeblich an der Entwicklung einer Internet-Suchsoftware beteiligt war, die heute ein integraler Bestandteil des Überwachungsstaates ist.

Zepp-LaRouche merkte an, in der gegenwärtigen politischen Struktur der Anglosphäre gelte Korruption als unverzichtbar, weil man korrupte Menschen zuverlässig unter Kontrolle halten kann, während Menschen, die nicht korrupt sind, eine potentielle Bedrohung für das System seien. Mit den Enthüllungen über Epstein „kommt die Gosse dieses ganzen Systems ans Licht“.

Es wurde ein kurzer Auszug aus einem Videointerview3 mit dem ehemaligen Präsidenten Guyanas Donald Ramotar gezeigt, das der IPC-Co-Moderator und Iberoamerikaredakteur von EIRDennis Small, mit ihm am 3. Februar geführt hatte. Ramotar warnt darin, die Weltöffentlichkeit habe die Bedeutung des Auslaufens des START-Vertrags nicht begriffen, „das Bewußtsein hinkt der Gefahr eines Atomkrieges hinterher“.

Diskussion

Eine Friedensaktivistin aus Deutschland kam auf die Frage einer kulturellen Renaissance zurück und berichtete von ihren Erfahrungen bei einer Veranstaltung zum chinesischen Frühlingsfest in Berlin, bei der ein chinesischer Tenor ein Lied von Schubert bewegend sang. Sie gratulierte Nixon auch dazu, daß er auf die Bedeutung von Paul Robeson aufmerksam mache.

Auf eine andere Frage hin beschrieb Diane Sare die veränderte Reaktion der amerikanischen Bevölkerung auf die Raumfahrt als Symptom eines kulturellen Niedergangs, weil der frühere Optimismus Pessimismus gewichen sei.

Zepp-LaRouche sagte, wir müßten darauf hinarbeiten, Politik und Wirtschaft immer besser mit den Gesetzen des Universums in Einklang zu bringen. Im Museum könne man Zeugnisse vieler Kulturen sehen, die scheiterten, weil sie dies nicht taten. Wie Nikolaus von Kues betonte, befriedigten fleischliche Genüsse den menschlichen Geist nicht: „Die Süßigkeit der Wahrheit wird Ihnen besser schmecken als eine gefüllte Gans.“

Ein Teilnehmer forderte eine Amtsenthebung von Präsident Trump, und Small antwortete: „Die Idee, Donald Trump anzuklagen, ist nicht ehrgeizig genug… laßt uns wirklich groß denken.“ Anstatt sich nur auf die Person im Weißen Haus zu konzentrieren, müsse man das gesamte bankrotte System ersetzen. Sare teilte diese Ansicht und fügte hinzu, wir müßten den Menschen eine positive Zukunftsvision bieten, „einen wirklich menschlichen Maßstab“.

Eine Frage eines anderen Teilnehmers löste eine ausführliche Diskussion über Friedrich Schillers Menschenbild und den Unterschied zu Immanuel Kants Menschenbild aus. Zepp-LaRouche erzählte von einem Sänger, den sie kannte, der zwar gut sang, sich aber in seinem Privatleben schlecht benahm. Sie habe ihn scherzhaft aufgefordert, er solle doch „die Pausen zwischen seinen Liedern auf ein Minimum reduzieren“, um seinen moralischen Charakter zu verbessern. Damit unterstrich sie Schillers Vorstellung, daß die Begegnung mit Schönheit die Emotionen schulen kann, um eine „schöne Seele“ hervorzubringen.

Abschließend forderte Zepp-LaRouche, wir wollten „den Moment der Katharsis” mit der Epstein-Diskussion nutzen, um eine neue Renaissance einzuleiten. Bloße „praktische” Vorschläge, denen die richtige erkenntnistheoretische Grundlage fehlt, seien zum Scheitern verurteilt.

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Anmerkungen

1. Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur,
    Helga Zepp-LaRouche, Schiller-Institut.

2. Italy: The Nation vs. the `Britannia‘ Faction,
    Claudio Celani, Executive Intelligence Review, 11.07.2008.

3. A Global Catastrophe Could Follow the End of New START,
    Videointerview mit dem ehemaligen Präsidenten Guyanas, Donald Ramotar, EIR News Service, 3.2.2026.


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