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Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: „Weltbürger aller Länder vereinigt Euch!“, Mittwoch, 22. Mai 2024, 18.30 Uhr

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Die Spirale zum Weltkrieg jetzt stoppen!

Die unverkennbare kritische Realität in der heutigen Welt kann nur gelöst werden, wenn genügend führende Stimmen im Westen die zugrunde liegende Dynamik ändern, unter der die Welt auf eine thermonukleare Machtprobe zusteuert.

Wir brauchen eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die anerkennt, dass alle Nationen gemeinsame Interessen haben und die Grundlage für Frieden und stabile Beziehungen souveräner Nationen bilden kann.

Bis dahin nähern wir uns immer weiter dem Abgrund eines Weltkrieges. Ähnlich wie bei der Ermordung eines Erzherzogs im Jahr 1914 können scheinbar isolierte Ereignisse enorme, unkontrollierbare Folgen nach sich ziehen.

Es geht darum, das sich ausbreitende imperiale „Faustrecht“ zu stoppen und das Recht auf Entwicklung aller Menschen und Nationen zu verteidigen (z. B. mit dem Konzept des „Oasenplans“, das immer weitere Kreise zieht).

Wie der Ankläger beim Internationalen Strafgerichtshf (IstGH) in Den Haag, Karim A.A. Khan, in seinem überraschenden Antrag auf Haftbefehle gegen Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Yoav Gallant sowie drei Hamas-Führer wegen „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sagte:

„Jetzt müssen wir mehr denn je gemeinsam beweisen, dass das humanitäre Völkerrecht, das die Grundlage für menschliches Verhalten in Konflikten bildet, für alle Menschen gilt und in allen Situationen, mit denen sich mein Büro und der Gerichtshof befassen, gleichermaßen Anwendung findet. Auf diese Weise werden wir konkret beweisen, dass das Leben aller Menschen den gleichen Wert hat.“

Die Fortschrittsorientierung der BRICS, der Neuen Seidenstraße, die Entwicklung Afrikas – das alles sind unmittelbare Anknüpfungspunkte für uns im Westen. Gemeinsam können wir uns als Zivilisation auf die wirklich menschlichen Werte der Kreativität und der moralischen Verbesserung besinnen, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Wir müssen es nur wollen – bevor es zu spät ist.

Helga Zepp-LaRouche unterstrich, daß es eine besondere Aufgabe der Internationalen Friedenskoalition sei, den Westen in Übereinstimmung mit dem Charakter der menschlichen Gattung zu bringen“.

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Wenn Sie an einer Mitarbeit in der Internationalen Friedenskoalition interessiert sind, wenden Sie sich bitte an fragen@schiller-institut.de.

In Anbetracht der schwierigen Zeit, in der sich nicht nur die Kunst, sondern die ganze Welt befindet, werden Mitglieder des New Yorker Schiller-Institut Chores in regelmäßigen Abständen den „Daily Beethoven“ hier veröffentlichen.

Daily Beethoven

Beethoven Eroica-Variationen, Opus 35

🎼🎶 Dienstag, 21. Mai 2024

Beethoven komponierte sein ganzes Leben lang Variationen mit wechselnden Themen. Viele der frühen Variationen waren über Arien aus populären Opern von Mozart, Paisiello, Salieri und anderen. Im Jahr 1802 veröffentlichte er die erstaunlichen „Variationen und Fuge über ein Originalthema“.

Dieses Thema hatte Beethoven schon seit Jahren fasziniert – er verwendete es in seinem Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“, das 1800 erschien, und später im Finale seiner dritten Symphonie – der „Eroica“. Daher ist Opus 35 auch als „Eroica-Variationen“ bekannt.

Beethoven: Variationen und Fuge in Es-Dur („Eroica-Variationen“), Op. 35 (mit Partitur)


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: „Weltbürger aller Länder vereinigt Euch!“, Mittwoch, 15. Mai 2024, 18.30 Uhr

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Die Würde des Menschen liegt in unseren Händen

Angesichts eines noch nie dagewesenen Übels – des andauernden, elektronisch übertragenen Völkermords, der sich in diesem Moment in Gaza abspielt, ohne dass eine der Regierungen der transatlantischen Welt eingreift, um ihn zu stoppen – müssen wir, die Menschen, ein noch nie dagewesenes Gut einsetzen. Weder die Welt im Allgemeinen noch wir als Einzelpersonen können oder wollen uns der Wahrheit dieses Augenblicks entziehen. Wir werden auf eine harte Probe gestellt.

Unser Selbstverständnis als menschliche Wesen steht auf der einen Seite der Waage. Auf der anderen Seite der Waage steht das Leben von einst 2 Millionen Menschen in Gaza. Mehr als 350.000 Menschen mussten fliehen, jetzt aus Rafah, wo man ihnen Sicherheit versprochen hatte. Die „rote Linie“ wurde überschritten, und es wurde nichts unternommen. Die Palästinenser sind gezwungen, erneut zu fliehen, einige zum achten Mal (oder mehr) in acht Monaten, jetzt aus Rafah, … und wohin? Bislang wurden wir und die Welt auf die Probe gestellt und für unzulänglich befunden.

In dieser Woche müssen die LaRouche-Organisation, das Schiller-Institut und die Internationale Friedenskoalition sowie alle Menschen guten Willens über die Ressourcen, den offensichtlichen Einfluß und die Worte hinausgehen, um einen sofortigen Wandel in den Denk- und damit Verhaltensgrundsätzen unserer Mitbürger herbeizuführen, die jetzt schlafwandelnd in den Dritten Weltkrieg ziehen. Das Tor zu diesem Krieg könnte durch Palästina führen, und einige laden ihn geradezu ein.

Dies ist der Moment, es zu versuchen. „Die Grundannahme für das neue Paradigma ist, dass der Mensch grundsätzlich gut ist und fähig, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen, und dass er die am weitesten entwickelte geologische Kraft im Universum ist, was beweist, dass die Gesetzmäßigkeit des Geistes und die des physischen Universums in Übereinstimmung und Kohäsion stehen, und dass alles Böse das Ergebnis eines Mangels an Entwicklung ist und daher überwunden werden kann“: Helga Zepp-LaRouches Zehntes Prinzip aus ihren Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur ist, wenn es richtig studiert, verstanden und als Grundlage für den nächsten Schritt über die Studentenproteste hinaus eingesetzt wird, das moralische Sprungbrett, das die Universitäten und Hochschulen mit der breiten Bevölkerung verbinden kann.

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Zum 200. Jahrestag der Uraufführung: Barenboim kommentiert Beethovens 9. Sinfonie

Vor 200 Jahren, am 7. Mai 1824, wurde Ludwig van Beethovens unvergleichliche 9. Sinfonie („Ode an die Freude“) geboren. Er hatte sein ganzes Erwachsenenleben, über 30 Jahre lang, an einer angemessenen Vertonung von Friedrich Schillers Gedicht An die Freude gearbeitet. Beethoven komponierte drei atemberaubende Sätze – jeder für sich ein vollendetes, monumentales Werk – und forderte dann das Publikum heraus: Was könnte noch fehlen?

Es ist kaum bekannt, daß die Liliputaner des Wiener Kongresses von 1815 damals dachten, sie hätten Beethoven mit einer systematischen Verdummung der europäischen Bevölkerung endlich besiegt; Beethoven schrieb von 1815 bis 1824 keine großen Werke für Aufführungen vor einem großen Publikum. War er ganz von der Bildfläche verschwunden? Seine 9. Sinfonie war, zusammen mit der einen Monat zuvor uraufgeführten Missa Solemnis, ein überwältigender „Durchbruch“, mit dem Beethovens Fähigkeit zur „universellen Liebe“ das über seine Welt hereinbrechende kulturelle finstere Zeitalter überwand. Die Kraft seiner Liebe und seines Genies sprach nicht nur zu der problematischen Generation seiner Zeitgenossen, sondern auch zu kommenden Generationen.

Daniel Barenboim, der Mitbegründer und Dirigent des israelisch-palästinensischen West-Eastern Divan Orchestra aus Berlin, leistete am Jahrestag der Uraufführung einen wichtigen Beitrag im Namen von „Beethovens Neunter“. In einem Gastbeitrag in der New York Times betont er unter anderem, daß Beethoven keiner politischen Mode hinterher rannte: „Statt dessen war er ein zutiefst politischer Mensch im weitesten Sinne des Wortes. Ihn beschäftigten moralisches Verhalten und größere Fragen von Recht und Unrecht, welche die Gesellschaft als Ganzes betreffen.“

„Aus Widersprüchen eine Einheit schaffen“

Über die politische Exegese der 9. Simfonie hinaus befaßt sich Barenboim mit der grundlegenden Bedeutung von Beethovens Musik. Wir zitieren Auszüge:

„Ich sehe die Neunte auch auf eine andere Weise. Musik an sich steht für nichts anderes als für sich selbst. Die Größe der Musik und der Neunten Sinfonie liegt im Reichtum ihrer Kontraste. Musik lacht oder weint nie nur, sie lacht und weint immer gleichzeitig. Aus Widersprüchen eine Einheit schaffen – das ist für mich Beethoven.

Musik ist, wenn man sie richtig studiert, eine Lehre für das Leben. Wir können viel von Beethoven lernen, der ja eine der stärksten Persönlichkeiten der Musikgeschichte war. Er ist der Meister darin, Emotion und Intellekt miteinander zu verbinden. Bei Beethoven muß man in der Lage sein, seine Gefühle zu strukturieren und die Struktur emotional zu spüren – eine fantastische Lektion für das Leben! Wenn wir verliebt sind, verlieren wir jeden Sinn für Disziplin. Die Musik läßt das nicht zu.

Aber Musik bedeutet für jeden Menschen etwas anderes und manchmal sogar für ein und dieselbe Person in verschiedenen Momenten etwas anderes. Sie kann poetisch, philosophisch, sinnlich oder mathematisch sein, aber sie muß etwas mit der Seele zu tun haben. Sie ist also metaphysisch, aber das Ausdrucksmittel ist rein und ausschließlich physisch: der Klang. Gerade dieses ständige Nebeneinander von metaphysischer Botschaft und physischen Mitteln ist die Stärke der Musik…

Nach allem, was wir wissen, hatte Beethoven Mut, und für mich ist Mut eine wesentliche Voraussetzung für das Verständnis und erst recht für die Aufführung der Neunten. Man könnte einen Großteil von Beethovens Werk im Geiste Gramscis umschreiben, indem man sagt: Das Leiden ist unvermeidlich, aber der Mut, es zu überwinden, macht das Leben lebenswert.“


„Alles, was aus dieser Giftküche kommt, muß überwunden werden“

Ein Bericht vom 48. Treffen der Internationalen Friedenskoalition – von Daniel Platt

Inmitten des Aufruhrs und der politischen Krise, die durch den unerwarteten Ausbruch starken Widerspruchs gegen die finanzielle und politische Unterstützung der Biden-Regierung für das gesetzlose Netanjahu-Regime in Israel ausgelöst wurde, hielt die Internationale Friedenskoalition (IPC) am 3. Mai ihr 48. wöchentliches Online-Treffen ab. Die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete die Sitzung mit ihrer oft wiederholten Forderung: „Wir müssen die Geopolitik durch die Idee der Kooperation statt Konfrontation ablösen.“

Zepp-LaRouche betonte die Bedeutung der Internationalisierung der Studentenbewegung gegen den Völkermord in Gaza. Inzwischen gebe es nicht nur 90-100 Solidaritätsaktionen an amerikanischen Universitäten, sondern auch entsprechende Aktionen in Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada und vielen anderen Ländern.

Sie warnte vor der „neuen Definition von Antisemitismus“, die panische Völkermord-Apologeten im US-Kongreß derzeit in Gesetzesform durchsetzen wollen. (Solche Gesetze, sollten sie verabschiedet werden, verstoßen gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten, deren Erster Zusatz besagt, daß der Staat sich in keiner Weise in den Inhalt der Rede einmischen darf.) Sie verurteilte die brutalen Polizeieinsätze gegen die Demonstranten: „Damit ist das Wort ‚Demokratie‘ völlig hohl geworden!“ Besonders berührt war sie von einer Botschaft der Kinder von Gaza, die den amerikanischen Studenten dafür danken, daß sie im Namen der Menschlichkeit versuchen, ihr Leben zu retten.

Zum Krieg in der Ukraine bezog sich Zepp-LaRouche auf den deutschen General a.D. Harald Kujat, der kürzlich offen erklärt hat, das Ziel der Ukraine, ihre Grenzen von 1991 wiederherzustellen, sei unrealistisch. Die Absicht der Vereinigten Staaten sei es, Rußland zu schwächen, deshalb seien alle Friedensverhandlungen sabotiert worden. Der Westen habe keine erfolgreiche Strategie und wisse keinen Ausweg. Ukrainische Männer könnten im Ausland keine Pässe mehr bekommen, weil man sie alle zum Militär einziehen will. Zudem seien von den 61 Milliarden Dollar Militärhilfe, die der US-Kongreß bewilligt hat, nur etwa 10 Milliarden für neue Waffen bestimmt – der gesamte Rest für schon produzierte und gelieferte Waffen!

Zepp-LaRouche warnte auch vor den „lauten und falschen“ Vorschlägen, russische Guthaben in westlichen Banken zu beschlagnahmen. Die Gegenreaktion auf eine solche Beschlagnahmung würde dazu führen, daß das globale SWIFT-Verrechnungssystem im internationalen Zahlungsverkehr durch ein alternatives Modell ersetzt wird, wenn der Globale Süden begreift, daß das Finanzimperium der Wall Street und der Londoner City, die „Achse des Bösen“, am Ende ist.

Nachrichten von der Freiheits-Flottille

Das Treffen erhielt Berichte von den Organisatoren der „Freiheits-Flottille“, die derzeit versucht, die Türkei mit 5500 Tonnen Lebensmitteln und Medikamenten sowie sechs Krankenwagen für Gaza zu verlassen.

In einem für das Treffen aufgezeichneten Videointerview berichtete der Gründer der Organisation Nonviolence International, Dr. Mubarak Awad, Israel habe durchgesetzt, daß der Staat Guinea-Bissau den beiden Hauptschiffen untersagt hat, weiter unter seiner Flagge zu fahren. Die türkische Regierung habe angeboten, daß sie statt dessen unter türkischer Flagge fahren könnten, wollte aber eine Einheit türkischer Soldaten an Bord haben. Das hätten die Leiter der Flottille jedoch abgelehnt, weil es als kriegerische Geste aufgefaßt werden könnte. Gewaltlosigkeit sei ein Eckpfeiler der Politik der Flottille, betonte Dr. Awad. „Wir sind bereit, uns von den Israelis beschießen zu lassen“, sagte er. „Wir haben Leute aus 40 Ländern dabei. Ich würde mir wünschen, daß wir auch ein Schiff mit Israelis haben könnten.“

Ihm folgte Colleen Rowley, eine ehemalige FBI-Spezialagentin, Whistleblowerin und Mitglied von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), die gerade aus der Türkei zurückgekehrt war. Sie war sehr beeindruckt von der Arbeit der beteiligten türkischen Hilfsorganisation IHH (International Humanitarian Relief Organization). Sie erwähnte einen neuen Artikel über die Flottille in der Washington Post, der auch Zitate der Flottillenführerin Oberst Ann Wright, einem VIPS-Mitglied, enthielt, obwohl Israel die IHH als „terroristisch“ verunglimpft hat.1

Rowley wurde gefragt: „Ist Israel ein terroristischer Staat?“ Sie warnte vor einer zu starken Vereinfachung; es gebe viele Israelis, die die Politik von Netanjahus Likud-Partei ablehnen. Sie zitierte den verstorbenen Schauspieler Peter Ustinov: „Terrorismus ist der Krieg der Armen; Krieg ist der Terrorismus der Reichen.“

Die Entstehung der zionistischen Ideologie

Cliff Kiracofe, Professor für Politikwissenschaft und ehemaliger hochrangiger außenpolitischer Mitarbeiter des US-Senats, präsentierte dem IPC eine Zusammenfassung seines Buches Dark Crusade: Christian Zionism and U.S. Foreign Policy („Finsterer Kreuzzug: christlicher Zionismus und US-Außenpolitik“). Er begann mit Lord Palmerston, der die britische Außenpolitik in der Zeit von 1830 bis 1865 prägte, als Großbritannien auf dem Höhepunkt seiner imperialen Macht stand. Um im Nahen Osten mit Rußland und Frankreich konkurrieren zu können, habe Palmerston dafür geworben, daß die Briten eine Rückkehr der Juden nach Palästina fördern. Die Ideologie des „christlichen Zionismus“ sei in den 1830er und 40er Jahren entwickelt worden, um diesen Plan Palmerstons zu unterstützen.

Einer ihrer Hauptvertreter, Pastor John Nelson Darby, sei dann in die USA gereist, um für diese Lehre zu werben. Als Folge davon durchdringe der christliche Zionismus seit 1858 bis heute viele protestantische Kirchen in Amerika. Ein zentrales Merkmal darin sei das Dogma von der „Endzeit“, dem Armageddon: Man müsse die Juden im Heiligen Land versammeln, um im Kampf gegen die großen Feinde Rußland, China und Persien die biblische Apokalypse auszulösen. Baptisten im Süden der USA und Anhänger der Pfingstkirchen hätten sich diese „bizarre und gefährliche Ideologie“ zu Eigen gemacht, so Kiracofe.

Der Einfluß dieser Lehre erkläre auch, warum die Abgeordneten in Washington für die neue Definition von Antisemitismus stimmten. Einflußreiche protestantische Geistliche wie Pfarrer John Hagee trommelten schon seit Anfang dieses Jahrhunderts für einen Krieg gegen den Iran.

Als Reaktion auf Kiracofes Vortrag sagte Zepp-LaRouche: „Alles, was aus dieser Giftküche kommt, muß überwunden werden.“ Diese Zusammenarbeit zwischen Israelis und christlichen Zionisten sei „eine unheilige Allianz“.

Jacques Cheminade, der Leiter der französischen Organisation Solidarité et Progrès, fügte ein Zitat des israelischen Philosophen Jeschajahu Leibowitz hinzu: „Die Idee, daß ein Land oder ein bestimmter fremder Ort eine innere Heiligkeit besitzt, ist zweifellos eine götzendienerische Idee.“

Diskussion

Die Moderatorin Anastasia Battle lud die an den Protesten beteiligten Studenten zur Teilnahme an der Diskussionsrunde ein. Sie versprach, sie vor „Doxing“ zu schützen – die Praxis von Gegnern der Meinungsfreiheit, wie dem Spekulanten und Milliardär Bill Ackman, persönliche Informationen über politisch unliebsame Personen zu veröffentlichen, um deren berufliche Laufbahn zu schädigen.2

Jack Gilroy, Aktivist der Veterans for Peace, berichtete über Antikriegsaktivitäten in den USA und erzählte, daß er sich weigert, eine Geldstrafe von 250 Dollar zu zahlen, nachdem er bei einer Aktion gegen das Rüstungsunternehmen BAE verhaftet worden war. Statt dessen plant er, vor Gericht gegen BAE zu klagen.

José Vega, unabhängiger Kongreßkandidat der LaRouche-Bewegung im New Yorker Stadtteil Bronx, berichtete von den Erfahrungen auf der Straße, wo er und seine Helfer Unterschriften für die Wahlzulassung sammeln. Er betonte, New York stehe „an der Schwelle einer großen Veränderung“. Vega schlug vor, daß Studenten aus dem Gazastreifen, ähnlich wie jetzt schon ukrainische Studenten, zum Studieren in die USA eingeladen werden, da alle Universitäten im Gazastreifen zerstört seien. Die Rutgers University in New Jersey, gegenüber von New York, habe kürzlich bereits angekündigt, einige Studenten aufzunehmen. Vegas Gegenkandidat, der amtierende Abgeordnete Ritchie Torres, ein Liebling der einflußreichen zionistischen Lobby AIPAC, habe gerade angekündigt, im Kongreß ein offenkundig verfassungswidriges Gesetz einzubringen, das sog. „Columbia-Gesetz“, das Hochschulen im Land von außen ernannte „Antisemitismus-Beobachter“ aufzwingen soll.

Helga Zepp-LaRouche erinnerte die Teilnehmer abschließend daran, daß der Oasenplan allen Menschen in der Region eine „schöne Vision für eine gemeinsame Zukunft“ biete. Das sei der einzige Weg, den Kreislauf von Gewalt und Rache zu durchbrechen.


Die ästhetische Dynamik des Friedens – Ein Bericht vom 46. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

von Kevin Gribbroek

„Ich denke, das Konzept des Oasenplans ist vor allem, den Zyklus der Intifada-Rache für immer zu durchbrechen. Der Punkt ist, die Gewalt wird weitergehen, wenn es keine Gerechtigkeit gibt, die eine Zweistaatenlösung und die volle Gleichberechtigung und das Recht auf Entwicklung für alle zuläßt… Man muß umschalten, die Vergangenheit hinter sich lassen und eine schöne Vision der Zukunft haben, die allen Konfliktbeteiligten Hoffnung gibt… Dieses Prinzip der Hoffnung und einer schönen Zukunftsvision muß die Menschen aus dem Sumpf herausholen. Kunst, Musik und Poesie sind absolut wichtig. Wir leiden als Menschheit an einer schrecklichen Flachheit, einer Zweidimensionalität im Denken, die mit der monetaristischen Sichtweise und dem reinen Profitdenken einhergeht. All das macht die Erde flacher und zweidimensionaler, und wir müssen dringend hin zu einer viel schöneren Welt kommen.“

Helga Zepp-LaRouche

Weniger als eine Woche nach der historischen Oasenplan-Konferenz des Schiller-Instituts fand am 19. April das 46. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt. Das Hauptaugenmerk des Treffens lag auf dem Oasenplan als Teil einer umfassenden Politik für Frieden durch Entwicklung, aber gegen Ende kam ein wichtiges Thema auf: die Bedeutung schöner Kunst, um Menschen zu inspirieren und zu veredeln, sie „aus dem Sumpf“ zu holen. Es wurde deutlich, daß schöne Kunst und wirtschaftliche Entwicklung tatsächliche integrale Bestandteile desselben Ganzen sind, denen die Kraft innewohnt, wahren und dauerhaften Frieden zu schaffen, indem sie den Menschen die Vision einer schönen und wohlhabenderen Zukunft vermitteln.

Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts und Mitbegründerin der IPC, eröffnete die Konferenz mit ihrer Einschätzung, daß wir durch das Entstehen einer neuen Weltordnung „eine der traumatischsten Veränderungen der Konstellation auf der Welt erleben“. Im Zuge dieses Prozesses müsse man mit „großen Konvulsionen, Auswirkungen und dramatischen Erschütterungen“ rechnen, auch der Gefahr eines Weltkriegs, bis wir insgesamt eine friedlichere Ebene der Zusammenarbeit zwischen den Nationen erreicht haben. Die IPC sei insofern einzigartig, als sie nicht nur gegen Krieg und für Frieden ist, sondern einen Plan vorlegt, wie Frieden erreicht werden kann: Frieden durch wirtschaftliche Entwicklung. Sie hob hervor, daß hochrangige Diplomaten aus vier Ländern – Palästina, Südafrika, Rußland und Weißrußland – auf der Konferenz des Schiller-Instituts am 13. April den Oasenplan offen befürworteten. Aber am selben Tag habe der Iran seinen Raketen- und Drohnenangriff auf Israel als Vergeltung für Israels Angriff auf das iranische Konsulat in Damaskus vom 1. April unternommen, was zeige, wie nahe wir dem Dritten Weltkrieg sind.

Der nächste Redner, Terry Lodge, amerikanischer Anwalt und langjähriges Mitglied der Veterans for Peace, sprach über einen Brief, den die Veteranen kürzlich an Präsident Biden, das Außenministerium und das Energieministerium gesandt hatten.1 Darin wird die Geschichte von Israels „sehr beunruhigendem“ Atomwaffenprogramm zusammengefaßt und darauf hingewiesen, daß die US-Regierung nach US-Recht jedem Land, das den Atomwaffensperrvertrag nicht einhält, die finanzielle Unterstützung verweigern muß. Das müsse natürlich auch für Israel gelten. Er mache sich keine Illusionen, daß die USA die Hilfen für Israel streichen werden, hoffe aber, daß die Friedenskoalition eine internationale Debatte darüber anregt, wie die Biden-Regierung ihre eigenen rechtlichen Standards mißachtet. Lodge zufolge war der heutige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu persönlich an der Schmuggeloperation beteiligt, durch die Israel in den Besitz von Atomwaffentechnik gelangte.

Jack Gilroy von Pax Christi berichtete über die jüngsten Aktionen gegen den Militärisch-Finanziellen Komplex. Am 15. April – einem wichtigen Tag in den USA, der „Tax Day“, an dem alle Steuererklärungen fällig werden – veranstalteten Gilroy und seine Mitstreiter Demonstrationen vor drei Rüstungsfabriken bei Scranton in Pennsylvania: General Dynamics, Hersteller von 155-mm-Artilleriegranaten, Lockheed Martin, größter Rüstungskonzern der Welt und Hersteller der lasergesteuerten Paveway-Bomben, und BAE Systems, Hersteller der Haubitze M777.

José Vega, unabhängiger LaRouche-Kandidat für den 15. Kongreßbezirk im New Yorker Stadtteil Bronx, berichtete, wie er dort gerade mit Helfern die notwendigen Unterschriften für die Wahlzulassung sammelt. Die Idee sei: „Die Bronx mit Optimismus überfluten – eine Botschaft der Hoffnung und des Friedens verbreiten.“ Obwohl sein Wahlbezirk zu den ärmsten in ganz Amerika gehört und 30% der Einwohner weit unter der Armutsgrenze leben, ist das Hauptthema seines Gegenkandidaten, des amtierende Abgeordneten Ritchie Torres, daß er ein „Vorkämpfer für Israel“ ist. Vega betonte, man müsse überall den Dialog- und Diskussionsprozeß der IPC nachahmen:

„Die Bewohner der Bronx sollten zusammenkommen, um über Außenpolitik zu diskutieren, über internationale Konflikte ebenso wie über das, was in ihren eigenen Wohnvierteln passiert, denn das ist alles eins. Unsere Außenpolitik ist unsere Innenpolitik, denn was in Gaza passiert, wie wir andere Länder behandeln, ist ein Spiegelbild dessen, wie wir unser eigenes Land und unsere eigenen Nachbarschaften behandeln.“

Jose Vega

Ray McGovern, pensionierter CIA-Analyst und Mitbegründer der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (Geheimdienstveteranen für Vernunft, VIPS), sprach über Präsident Bidens Gastkommentar im Wall Street Journal vom 17. April.2 Biden wirbt darin für zusätzliche US-Finanzmittel in Milliardenhöhe für die Ukraine und preist besonders den enormen Nutzen dieses Geldes für Amerikas Wirtschaft – sprich die Rüstungsindustrie. McGovern beschrieb das als „Militärisch-Industriellen Komplex auf Steroiden“, von dem nur die Reichen profitieren.

In der Diskussion entwickelte sich ein interessanter Dialog aus dem Bericht einer führenden Aktivistin der LaRouche-Jugendbewegung (LYM) aus Mexiko. Sie berichtete von ihrer Erfahrung auf einer Veranstaltung für Palästina, bei der die Veranstalter eine geplante Vorführung des Oasenplan-Videos absagten und statt dessen ein schreckliches Video mit blutigen Bildern von leidenden und sterbenden Menschen in Gaza vorführten. Trotz ihrer guten Absichten waren die Veranstalter offenbar nicht an einer Diskussion über Lösungen interessiert. Es kam die Frage auf: Wie können wir den Menschen deutlich machen, daß solche schrecklichen Videos voller Gewalt die Menschen nicht veredeln und stärken, sondern sie entmenschlichen und desensibilisieren?

Zepp-LaRouche antwortete, man müsse deutlich machen, wie Tod und Leid „Haß, Gewalt, Verzweiflung und Pessimismus“ hervorrufen, was kontraproduktiv sei. Statt dessen müsse man die Menschlichkeit wecken und „den göttlichen Funken in den Menschen stärken, der sie dazu bringt, Gewalt für immer abzulehnen“. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, sei eine künstlerische Behandlung des Themas. Sie zeigte ein bewegendes dreiminütiges Video des bekannten deutschen Schauspielers Dieter Hallervorden, der sein Gedicht Gaza Gaza vor einem Videopanorama der Zerstörung des Gazastreifens und anderen Bildern rezitiert.3 Dabei spricht er die Menschen in Gaza direkt an, indem er dem Publikum den Rücken zuwendet, das sieht, wie er mit Gaza spricht, und sich von Zeit zu Zeit wieder dem Publikum zuwendet, um Mitgefühl und Leidenschaft für den Frieden zu wecken.

In ihrem Schlußwort kam Zepp-LaRouche noch einmal auf das Thema der ästhetischen Schönheit zurück, das eng mit dem „westfälischen“ Ansatz des Friedens durch Entwicklung verbunden sei – die einzige Möglichkeit, den Kreislauf der Gewalt in Südwestasien zu durchbrechen. Auch wenn es auf den ersten Blick unmöglich erscheinen mag, müßten die Menschen, um zu überleben, einen intellektuellen Sprung machen, um „die Vergangenheit hinter sich zu lassen und eine schöne Vision der Zukunft zu haben, die allen am Konflikt Beteiligten Hoffnung gibt“. Sie zitierte Friedrich Schillers Gedicht Hoffnung – „Zu was Besserm sind wir geboren!“ – und schloß, der Aufbau einer Dynamik für eine Entwicklungslösung „ist die Dynamik, die Berge versetzen kann“.


„Denkt an die eine Menschheit und macht das zur Regel für alles, was ihr tut“ – 47. IPC Treffen

Ein Bericht vom 47. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

von Daniel Platt

Die 47. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 26. April begann mit einem Lagebericht der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie nannte drei Krisenherde, die immer weiter eskalieren: der Ukraine-Krieg, Israels Krieg im Gazastreifen und die Provokationen gegen China um Taiwan. Sie verwies auf die jüngste Statistik des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts SIPRI, wonach die weltweiten Militärausgaben im vergangenen Jahr mit 2443 Milliarden Dollar ein Allzeithoch erreicht haben.1

Dies sei eine Parallele zu der massiven Aufrüstung vor den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Regierungen und Politiker in Europa sprächen gutgelaunt davon, daß ein Krieg unvermeidlich sei. „Über Diplomatie spricht niemand.“ Deutschland habe sogar einen jährlichen „Veteranentag“ eingeführt, obwohl die einzigen deutschen Veteranen die aus dem Krieg in Afghanistan sind. Es wäre angemessener, sich bei dem zerstörten Land zu entschuldigen. Die Gefahr eines neuen Weltkrieges nehme rapide zu, „jeder kleine Fehler, jede kleine Überraschung kann eine Katastrophe auslösen“.

Zepp-LaRouche kennt China gut und ist bei vielen Besuchen in dem Land mit führenden Politikern und Wissenschaftlern zusammengetroffen. Sie kritisierte die jüngste Chinareise von US-Außenminister Tony Blinken, der China vorwarf, Rußland mit „Dual-Use“-Technologien zu beliefern. Das sei ein ungeschickter Versuch, einen Keil zwischen die beiden Mächte zu treiben, und ein Versuch, Chinas spektakuläre industrielle Entwicklung zu unterdrücken.

Im weiteren zitierte sie die jüngsten Äußerungen der erfahrenen Beobachter Chas Freeman, Alastair Crooke und Scott Ritter, die alle zu der Einschätzung gelangten, daß der iranische Vergeltungsangriff auf Israel die Schwachstellen der israelischen Luftabwehrsysteme bloßgelegt hat. Im Zusammenhang mit dem Konflikt warf Zepp-LaRouche den US-Behörden vor, mit undemokratischen Methoden gegen Studenten vorzugehen, die gegen den Völkermord in Gaza protestieren. „Wenn man die freie Meinungsäußerung auf diese Weise unterdrückt, ist das kein Zeichen von Stärke, es ist ein Schuldeingeständnis.“

Der Oasenplan

Es folgte der Vorsitzende der Burlingame Foundation George Koo, ein auf amerikanisch-chinesischen Handel spezialisierter Wirtschaftsberater im Ruhestand. Koo gab eine Einschätzung der Beziehungen zwischen den USA und China nach Blinkens Torheiten: „Die Regierung Biden erscheint in den internationalen Beziehungen wie ein Zirkustier, das nur ein einziges Kunststück kann: ganz laut reden und einen großen Knüppel schwingen.“ Daß China zu Blinkens Begrüßung nur einen niederen Funktionär schickte, zeige, daß es von seinen Diplomatie-Methoden nicht begeistert ist. Koo hält einen Atomkrieg für nicht wahrscheinlich, er sagte, im Pentagon kenne man Chinas fortgeschrittene militärische Fähigkeiten. Wenn es tatsächlich zu kriegerischen Handlungen käme, glaube er nicht, daß die Chinesen auf Zivilisten schießen würden, sie würden auf amerikanische Kriegsschiffe zielen.

Jason Ross von der LaRouche-Organisation berichtete über sein jüngstes Interview mit Kevork Almassian in der Sendung Syriana Analysis, in dem er den einzigartigen Lösungsansatz des „Oasenplans“ für Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn erläuterte.2 Ross erklärte, das eigentliche chronische Problem hinter den Konflikten in Südwestasien sei, daß es dort nicht genug Wasser gibt. Um dieses Problem zu lösen, brauche man vor allem Wasserinfrastruktur und Meerwasser-Entsalzung. Ross beschrieb zwei Entsalzungsmethoden: eine durch Wärmedestillation und die andere durch Umkehrosmose, bei der das Wasser durch einen Filter gepumpt wird. Da Entsalzung energieintensiv ist, sei die Trinkwasserversorgung in der modernen Welt vor allem ein Energieproblem. Ross betonte den großen Wert der Kernenergie für das Heizen und Pumpen von Wasser, ganz besonders in Ländern ohne fossile Brennstoffe.

Im Geiste des Oasenplans rief Ross dazu auf, Südwestasien zu einer Region der Integration für die Menschheit zu machen. Er rief die Friedensdemonstranten in aller Welt auf, eine Zukunftsvision für die Region zu entwickeln, die das Paradigma des Konflikts überwindet, sonst würde kein Erfolg von Dauer sein.

Im Anschluß an Ross‘ Ausführungen wurde ein kurzes Video mit Auszügen aus der Konferenz des Schiller-Instituts vom 13. und 14. April über den Oasenplan gezeigt.

Diskussion

Während der Diskussionsrunde stellte Co-Moderator Dennis Speed fest, daß es jetzt an 35 amerikanischen Universitäten verschiedene Formen von Revolten und Widerstand gibt. Der Kongreßsprecher Mike Johnson sei in einer beispiellosen Aktion gegen die Proteste zur Columbia University in New York geeilt, um den Rücktritt der Universitätspräsidentin zu fordern. Der israelische Premierminister Netanjahu mische sich arrogant in die US-Politik ein, indem er zur Unterdrückung der Campus-Proteste aufruft. Die Taktik, die Demonstranten des „Antisemitismus“ zu bezichtigen, gehe jedoch ins Leere, insbesondere weil Organisationen wie Jewish Voices for Peace (Jüdische Stimmen für Frieden) bei den Protesten eine katalytische Rolle spielen, was den Vorwurf absurd mache.

Jacques Cheminade, Präsident von Solidarité & Progrès, berichtete über die Situation in Frankreich, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung überzeugt ist, daß Präsident Macron Unsinn redet. Macron habe die deutsche Initiative „European Sky Shield“ für eine Integration der europäischen Luftverteidigung unterstützt, die de facto eine NATO-Herrschaft über Europa bedeuten würde.

Es gab dann einen Bericht von der „Freiheits-Flotille“ (Freedom Flotilla), die in der Türkei mit 5000 Tonnen Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern für den Gazastreifen abfahrtbereit ist. Sie sollte am 26. April nach Gaza auslaufen, aber es gibt eine Verzögerung, weil ihr größtes Schiff unter der Flagge von Guinea-Bissau fährt und Israel die Regierung des Landes unter Druck setzt, um die Hilfe zu verzögern.3 Die Organisatoren bitten Friedensaktivisten, ihre Regierungen zu kontaktieren,4 und Helga Zepp-LaRouche erklärte, daß wir eine große Mobilisierung brauchen, damit die Flottille fahren kann. (Die CodePink-Gründerin Medea Benjamin, eine weitere Teilnehmerin der Flottille, hat dazu ein Video mit Anweisungen erstellt.5)

Mike Billington, Redakteur von Executive Intelligence Review, berichtete, daß sich auch Nelson Mandelas Enkel Zwelivelile „Mandla“ Mandela dem Flottillenteam angeschlossen hat. Dieser betont, sein Großvater habe sich immer sehr für den Kampf der Palästinenser engagiert und ihn sogar als „die größte moralische Frage unserer Zeit“ bezeichnet. Einst hätten die Hafenarbeiter in San Francisco eine internationale Bewegung ins Leben gerufen, indem sie sich weigerten, Waren für Südafrika zu verladen, heute bräuchten wir eine ähnliche Kampagne zu Israel.

Ein Doktorand der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte, der zum ersten Mal an dem IPC-Treffen teilnahm, stellte die Frage, ob die Politiker in Amerika durch ausländisches Geld bestochen seien, und wenn ja, was man dagegen tun könne? Dennis Small, einer der Co-Moderatoren, antwortete: „Ja, aber die schlimmste Form der Kolonisierung der USA ist die durch ausländische Ideen“, durch die Denkweise des „britischen liberalen Empirismus“, die im akademischen Bereich besonders verbreitet sei. Die Amerikaner seien darauf konditioniert worden, die Welt durch die Linse der Geopolitik, das „Gesetz des Dschungels“, zu sehen. Ein Mittel dagegen seien Helga Zepp-LaRouches „Zehn Prinzipien für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“.6 Ihr zehnter Punkt, nämlich, daß der Mensch von Natur aus gut sei, „macht die Leute verrückt“, weil er der britischen malthusianisch-ideologischen Behauptung widerspricht, daß man nur gewinnen kann, indem man andere vernichtet.

In ihren Schlußbemerkungen sagte Zepp-LaRouche schmunzelnd, wir müßten für die Einigung der Friedensbewegung kämpfen, „auch wenn einige Leute in Ohnmacht fallen, wenn sie meinen Namen hören“. Sie erinnerte die Teilnehmer an historische Vorläufer wie den Westfälischen Frieden von 1648, als die Verantwortlichen erkannten, daß niemand der Sieger ist, wenn am Ende alle tot sind, und das gelte im Zeitalter der Atomwaffen erst recht. Sie schloß: „Denkt an die eine Menschheit und macht das zur Regel für alles, was ihr tut.“


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: „Weltbürger aller Länder vereinigt Euch!“, Mittwoch, 25. April 2024, 18.30 Uhr

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Wir brauchen eine Sicherheitsarchitektur im Geiste des Westfälischen Friedens!

Die westlichen Regierungen, allen voran die Biden-Regierung, sind hysterisch auf Krieg eingestellt. Der US-Kongress bewilligte weitere knapp 100 Milliarden Dollar Staatsschulden, um der Ukraine, Israel und Taiwan mehr Waffen zu liefern. Die Mainstream-Medien loben die zusätzlichen Kriegsausgaben – und die Milliardäre, die die Kriegstreiber-Politiker finanzieren, können zufrieden sein.

Wer profitiert von einem Kriegshaushalt von 1 Billion Dollar und einem Haushaltsdefizit von über 2 Billionen Dollar im Jahr? Diese neuen Schulden werden an der Wall Street von globalen Finanzspekulanten für neue Derivat-Wetten eingesetzt, um ihr bankrottes Finanzsystem zu retten.

Dasselbe gilt für Deutschland und Europa: Hysterisch wird behauptet, Aufrüstung sei alternativlos und erforderlich, um Rußlands Übernahme Europas zu stoppen. Dafür wollen einige in Deutschland die Schuldenbremse außer Kraft setzen, während der Kahlschlag bei Infrastruktur, Sozialausgaben und Ralwirtschaft weitergehen soll.

Es ist höchste Zeit, diesen Wahnsinn zu beenden. Statt einer Fixierung auf Konfrontation können wir durch eine Zusammenarbeit mit der „Globalen Mehrheit“, wie den BRICS+, Frieden durch Entwicklung schaffen. Der gemeinsame Aufbau in unterentwickelten Ländern, einschliesslich des Nahen Ostens kann dafür sorgen, daß ausreichend Süßwasser, Strom, Verkehrsmittel, Wohnungen und Gesundheitsfürsorge zur Verfügung stehen. Dies ist das Prinzip des „Oasenplans“ für Südwestasien.

Um das universelle Prinzip „Frieden durch Entwicklung“ zu verstehen, bieten die Videos der Konferenz des Schiller-Instituts zum „Oasenplan“ vom 13. April ein hervorragendes Beispiel. Bei dieser Konferenz unterstützten diplomatische Vertreter mehrerer wichtiger Nationen den Plan. So gewinnt man Verbündete für die Zukunft. Für uns in den westlichen Ländern bedeutet das: gute Arbeitsplätze zur Herstellung der Investitionsgüter für die Entwicklungsprojekte – und nicht zuletzt die Freude, das Richtige zu tun.

Wir, das heißt die Bürger unserer Nationen müssen uns willentlich dafür entscheiden, diese Zukunft herbeizuführen. Werden Sie Teil der Mobilisierung für die Zukunft!

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Helga Zepp-LaRouche: Am Abgrund des allgemeinen Krieges: Der neue Name für Frieden ist Entwicklung!

Von Helga Zepp-LaRouche

Die folgende Rede hielt die Gründerin des Schiller-Instituts auf der Internetkonferenz zum Oasenplan am 13. April 2024. Sie wurde aus dem Englischen übersetzt, Zwischenüberschriften wurden hinzugefügt.

Ich grüße Sie alle aus vielen verschiedenen Ländern, ganz gleich, wo Sie zuhören. Wir veranstalten diese Konferenz zum Oasenplan, um eine hoffnungsvolle Perspektive zu eröffnen und einen Ausweg aus einer ansonsten verzweifelten, extrem gefährlichen und sogar katastrophalen Situation in Südwestasien aufzuzeigen.

Wenn wir die derzeitige Eskalation, die sich schnell zu einem ausgewachsenen regionalen Krieg und letztlich zu einem globalen Atomkrieg ausweiten kann, nicht abwenden, könnte dies das Ende der menschlichen Gattung auf diesem Planeten bedeuten. Um diese akute Gefahr zu vermeiden, brauchen wir einen kognitiven Sprung, um einen völlig anderen Ansatz zu konzipieren, nämlich den, die Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen der Palästinenser und Araber im allgemeinen ebenso wie die der Israelis und auch der Nachbarländer in der größeren Region zu definieren.

Warum sage ich das?

Was in den letzten sechs Monaten geschehen ist, hat es in der Geschichte noch nie gegeben: Ein Völkermord, der sich in Echtzeit abspielt, wird live vom Schlachtfeld in Gaza auf die Fernsehgeräte in den Wohnzimmern der Weltöffentlichkeit übertragen. Während in der ersten Zeit nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober auf israelische Dörfer, bei dem 1200 Menschen starben, die Sympathie eines Großteils der Welt bei Israel lag, änderte sich dies von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat. Milliarden von Menschen konnten mit eigenen Augen zusehen, ungefiltert von Kommentatoren und Erzählern.

Und was sie sahen, war keine maßvolle Gegenreaktion eines angegriffenen Landes, sondern eine unerbittliche ethnische Säuberung in einem abgeriegelten winzigen Gebiet durch eine der technisch am besten ausgerüsteten Streitkräfte der Welt, die Künstliche Intelligenz zur gezielten Bekämpfung von Hamas-Kämpfern einsetzt, und die gleichzeitig einer völlig unbewaffneten Bevölkerung Wasser, Nahrung, medizinische Versorgung, Strom, Unterkunft, Kleidung, sanitäre Einrichtungen usw. verweigert. Die Zahl der Opfer auf palästinensischer Seite beläuft sich bisher auf etwa 33.400, darunter 14.000 Kinder. Das heißt, 44% aller Getöteten sind Kinder! Und mehr als eine Million Menschen sind akut vom Hungertod bedroht. Deshalb gehen in den islamischen Ländern, in amerikanischen und europäischen Städten und Universitäten Hunderttausende auf die Straße!

Nach dem israelischen Angriff auf das iranische Konsulat in Damaskus besucht der Kommandeur des US-Zentralkommandos, General Michael Kurilla, derzeit Israel, wo er sich mit IDF-Stabschef Herzi Halewi und Verteidigungsminister Gallant traf und das Kommandozentrum der Luftwaffe sowie Luftwaffenstützpunkte besuchte. In den westlichen Medien wird über einen möglichen iranischen Angriff auf verschiedene Ziele in Israel schon in den nächsten Tagen gemutmaßt. Heute Morgen haben die Niederlande ihre Botschaft in Teheran geschlossen, die Lufthansa hat Flüge in den Iran bis Donnerstag gestrichen und das Auswärtige Amt hat alle deutschen Staatsbürger aufgefordert, das Land zu verlassen. Es ist eindeutig eine Situation, die im schlimmsten Fall in einem regionalen oder sogar globalen Krieg enden kann.

Ein ganz anderer Ansatz

Trotz und gerade wegen dieser Eskalation ist es daher von größter Dringlichkeit, daß ein ganz anderer Ansatz eingeführt wird, nämlich der „Oasenplan“, den mein verstorbener Mann Lyndon LaRouche 1975 vorgeschlagen hat. Er geht von der Idee aus, sowohl für die Palästinenser als auch für die Israelis einen Anreiz zu schaffen, anstelle der gegenwärtigen Gefühle von tiefer Verletzung, Schmerz und Verzweiflung zum einen und Haß zum anderen eine Perspektive der gemeinsamen wirtschaftlichen Entwicklung für den Aufbau einer besseren Zukunft für alle kommenden Generationen zu schaffen.

Für die Palästinenser ist dies von existentieller Bedeutung – und die Israelis sollten auf diejenigen hören, die sie vor dem Wandel in der Wahrnehmung der Welt warnen, wie Ami Ajalon, der ehemalige Direktor des Schin Bet während der Zeit der Osloer Abkommen. In einem Artikel in der aktuellen Ausgabe von Foreign Affairs warnt er Israel, nach dem Angriff der israelischen Armee (IDF) auf die Lebensmittel-LKWs am 29. Februar – bei dem 112 Menschen getötet und 760 verletzt wurden, als sie verzweifelt versuchten, die Lebensmittel zu bekommen, die sie vor dem Verhungern retten könnten – und nach dem Angriff auf die sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen sei die Legitimität des Krieges in den Augen der Welt verlorengegangen. Man sehe darin nicht mehr einen Krieg zur Selbstverteidigung, sondern einen Akt expansionistischer Aggression. Ajalon schreibt auch, daß Israel nicht gewinnen kann, indem es die Hamas-Führung ausschaltet, weil damit die Ideologie der Hamas nicht weg wäre.

Das ist noch eine Untertreibung, denn selbst wenn die gegenwärtige Krise nicht zu einer globalen Vernichtung der Menschheit führt, bei der natürlich auch Israel verschwinden würde: Wenn der Kreislauf der Gewalt nicht ein für allemal unterbrochen wird, dann wird die Zukunft für alle eine Hölle sein, in der ein Krieg auf den nächsten folgt, so wie wir es in den letzten 75 Jahren gesehen haben – wobei natürlich immer die Waffenproduzenten des wachsenden militärisch-industriellen Komplexes gemästet werden.

Das Hauptproblem: Wassermangel

Was wir daher vorschlagen, ist die aktualisierte Version des Oasenplans, den Lyndon LaRouche erstmals 1975 nach einer Feier der Baath-Partei im Irak vorgestellt hat, an der er und viele Anführer der Bewegung der Blockfreien teilgenommen hatten.

Für jeden, der Südwestasien besucht, ist die auffälligste Erfahrung die überwältigende Gegenwart der Wüste und der offensichtliche Mangel an Wasser, insbesondere Süßwasser. Es ist auch klar, daß der Wasserverbrauch für jede Bevölkerung, ob israelisch oder arabisch, für einen modernen Lebensstandard aus den vorhandenen „natürlichen“ Wasserressourcen nicht gedeckt werden kann.

Zudem haben in allen bisherigen militärischen Konflikten der Wassermangel und der Kampf um den Zugang zu Wasser eine entscheidende Rolle gespielt.

Die vorhandenen Aquifere in der Region liefern nicht einmal annähernd ausreichend Wasser, so daß selbst ein faires Aufteilungsabkommen das Problem nicht lösen würde. Um große Mengen an neuem Süßwasser zu schaffen, müssen verschiedene Methoden eingesetzt werden. Das Nächstliegende sind zunächst zwei neue Kanäle vom Mittelmeer zum Toten Meer und vom Toten Meer zum Roten Meer. Aufgrund des Höhenunterschieds – das Tote Meer liegt ca. 400 m unter dem Mittelmeer – ist die Erzeugung von Wasserkraft möglich. Aber wenn man zusätzlich noch einen Kanal vom Golf von Akaba zum Toten Meer anlegt und dann diese beiden Kanäle durch einen Querkanal verbindet, ist noch mehr möglich. Die Grundidee besteht darin, die Kanäle so groß anzulegen, daß mit Hilfe einer Reihe von Kernkraftwerken an ihren Ufern großangelegte Entsalzungsprojekte möglich werden.

Dank der technischen Durchbrüche der letzten Jahrzehnte und der Verfügbarkeit des Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktors der Vierten Generation, der ursprünglich von Professor Schulten in Jülich, Deutschland, entwickelt wurde und jetzt von China produziert wird, sind die Sicherheitsbedenken ausgeräumt. Es gibt auch die Möglichkeit, Reaktoren mit Thorium-Kreislauf zu verwenden, die für die zivile Nutzung der Kernenergie einzigartig sind. Man könnte eine beträchtliche Anzahl von 300-Megawatt-Kraftwerken, sogenannte „Duplexe“ entlang der Kanäle bauen, die Frischwasser für die umfangreiche Bewässerung für Wiederaufforstung, Landwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur und neue Städte liefern.

Auch wenn die Kosten für die Gewinnung von Süßwasser durch die Entsalzung von Salzwasser mit Hilfe von Kernenergie relativ hoch sind, ist der wirtschaftliche Nutzen dank der enormen Wirtschaftsaktivität, die damit in Gebieten erzeugt wird, in denen es vorher überhaupt kein Wasser gab, um Größenordnungen größer als der ursprünglich investierte Betrag. Hier zeigt sich die einzigartige Macht der menschlichen Arbeit, mit Hilfe von Wissenschaft und Technik in dem Prozeß einen Mehrwert zu schaffen, so daß das Ergebnis der Arbeit wertmäßig höher ist als alle Elemente, die in sie eingeflossen sind. Die dabei verwendete Energieflußdichte bestimmt das Verhältnis des Mehrwerts. Es macht sich also im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt!

Eine langfristige Vision

Insofern sollte man nicht nur auf die erwähnten Projekte schauen, sondern auch eine Vision haben, wie diese Region in einer, zwei, drei, vier Generationen aussehen kann. Man nehme als Beispiel China, das in den letzten 30 Jahren mehrere Wüstengebiete erfolgreich begrünt hat.

Der chinesische Wirtschaftswissenschaftler Dr. Ding Yifan beschreibt in seinem neuen Buch The New Dynamics of Development („Die neue Dynamik der Entwicklung“), wie fast ein Drittel der Hobq- oder Kubuqi-Wüste in der Inneren Mongolei effektiv umgewandelt wurde und zu einem wirtschaftlichen Cluster für Wüstentourismus, Lebensmittel und Photovoltaik geworden ist, wie in der Saihanbar (Sekhangba) unweit von Peking Tausende Hektar Wald wiederhergestellt wurden, und wie an der Grenze zwischen Shaanxi und der Inneren Mongolei in der Mawusu-Wüste 30% der Wüste jetzt mit Vegetation bedeckt sind, die Bodenerosion aufgehört hat und das neu gewonnene Ackerland – 1,6 Millionen Hektar – für die lokalen Bauern einen enormen wirtschaftlichen Nutzen bedeutet. Dr. Ding Yifan berichtet, daß Eric Solheim, UN-Unterstaatssekretär und UNEP-Exekutivdirektor, das Modell der Kubuqi-Wüste lobte, das anderen Ländern und Regionen, die mit Problemen der Wüstenbildung konfrontiert sind, ausgezeichnete Erfahrungen bietet, und daß Chinas Erfahrung mit der Eindämmung des Sandes auch auf Afrika, den Nahen Osten und Lateinamerika übertragen werden kann.

Um eine Vision der Entwicklung für die gesamte Region zu entwerfen – von Indien bis zum Mittelmeer, vom Kaukasus bis zum Persischen Golf und zum Roten Meer -, und wie sich dieses Gebiet als künftige Drehscheibe zwischen Asien, Afrika und Europa entwickeln kann, sollte man sich die Infrastrukturdichte z.B. von Deutschland vorstellen, wo es ein integriertes Netz von Autobahnen, Eisenbahnen und Wassersystemen gibt, was die Voraussetzung für fortgeschrittene industrielle Entwicklung und Landwirtschaft darstellt.

Es gibt keinen objektiven Grund, warum Südwestasien in Zukunft nicht ein vergleichbares Niveau erreichen kann!

Eine neue Ära

Wenn der drohende Krieg vermieden werden kann, kann der tektonische Wandel, der sich heute in der Welt vollzieht, wo die Länder des Globalen Südens bereits an der Schaffung eines neuen Wirtschaftssystems arbeiten, die Voraussetzungen für die umfassende Entwicklung Südwestasiens schaffen. Rußland, China, Indien, Iran, die Vereinigten Emirate und Ägypten sind bereits Mitglieder der BRICS, Saudi-Arabien ist ein Kandidat, andere wie die Türkei haben ihre Absicht bekundet, beizutreten.

Wenn alle diese Länder der Entwicklungsperspektive des Oasenplans zustimmen und eine umfassende Südwestasien-Konferenz in der Tradition des Westfälischen Friedens einberufen, dann können wir die drohende Katastrophe abwenden und die Krise in den Beginn einer neuen Ära des Friedens und der Entwicklung verwandeln.

Henry Kissinger, der vorgab, ein Experte für die Westfälische Ordnung zu sein, hat sie in Wirklichkeit grob mißverstanden, indem er behauptete, sie erfordere eine „ausgleichende Macht“ – einen unipolaren Weltpolizisten. Er behauptete, das Westfälische System sei nie vollständig auf den Nahen Osten angewandt worden, weil nur die Türkei, Ägypten und der Iran eine historische Grundlage hätten und die Grenzen der anderen Staaten der Willkür der Sieger des Ersten Weltkriegs entspringen, womit er sich offensichtlich auf die Absicht einer zukünftigen Manipulation des Sykes-Picot-Abkommens bezog.

Deshalb muß die Welt zum Westfälischen Frieden zurückkehren und eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur schaffen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigt. Diese neue Architektur muß ausdrücklich Rußland, China, die Vereinigten Staaten sowie die Zweistaatenlösung für Israel und Palästina einschließen.

Laut dem „Cost of War Project“ des Watson Institute an der Brown University in Rhode Island beliefen sich die Militärausgaben der USA einschließlich der Kollateralschäden in den 20 Jahren vom 11. September 2001 bis 2021 auf 8 Billionen Dollar, die für militärische und Anti-Terror-Maßnahmen in 85 Ländern ausgegeben wurden – US-Spezialeinheiten, CIA-Operationen, „militärische Informationsunterstützung“, psychologische Operationen usw. nicht eingerechnet.

Im gleichen Zeitraum starben durch direkte Kriegsgewalt im Irak, in Afghanistan, Syrien, dem Jemen und Pakistan mehr als 940.000 Menschen, und die Zahl der Zivilisten, die durch indirekte Ursachen umkamen, ist noch wesentlich höher. Hätte man diese Summe in Programme zur Überwindung von Armut und Unterentwicklung investiert, dann wäre die ganze Welt heute ein blühender Garten und die USA würden als Freund der Menschheit gefeiert!

Frieden muß im Krieg beginnen

Ich höre an dieser Stelle schon die Kritiker, die sagen, diese Perspektive eines Oasenplans als Ausgangspunkt für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur im Geiste der Enzyklika Populorum Progessio von Papst Paul VI. sei „unrealistisch“ oder gar „völlig utopisch“.

Als Friedrich Schiller seine Wallenstein-Trilogie über den mächtigen Kriegsherrn des 30jährigen Krieges verfaßte, stellte er Wallenstein nicht so dar, wie ihn die überlieferte historische Interpretation beschrieb, sondern als einen Mann, der ernsthaft den Krieg beenden und Frieden erreichen wollte. In dem Stück legt Schiller die Vision des Westfälischen Friedens, der 16 Jahre später geschlossen wurde, in den Mund von Max Piccolomini, dem Verlobten von Wallensteins Tochter Thekla. In einem Gespräch mit seinem Vater und einem Vertreter des Wiener Hofes, Questenberg, sagt Max:

Ihr macht ihn zum Empörer, und, Gott weiß!

Zu was noch mehr, weil er die Sachsen schont,

Beim Feind Vertrauen zu erwecken sucht,

Das doch der einzge Weg zum Frieden ist;

Denn hört der Krieg im Kriege nicht schon auf,

Woher soll Friede kommen? –

Das ist die ganze Idee: Wenn der Krieg nicht im Krieg aufhört, woher soll dann der Frieden kommen? Beim Feind Vertrauen erwecken ist der einzige Weg zum Frieden!

Stehen wir, die Menschheit, die schöpferische Spezies, am Abgrund dessen, was zum Ende allen Lebens auf dem Planeten werden könnte, oder können wir einen Ausweg aus dieser Gefahr definieren?

Lassen Sie uns also den Oasenplan auf den Tisch aller Regierungen der Welt legen!


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: „Weltbürger aller Länder vereinigt Euch!“, Mittwoch, 17. April 2024, 18.30 Uhr

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Den großen Krieg stoppen: Wir brauchen Dialog – nicht Vergeltung!

Helga Zepp-LaRouche betonte am Montag in Gesprächen mit Mitarbeitern, dass es in dieser katastrophalen Weltlage unerlässlich sei, die Ergebnisse der Konferenz des Schiller-Instituts vom Samstag – „Der Oasenplan: Die LaRouche-Lösung für Frieden durch Entwicklung zwischen Israel und Palästina und für ganz Südwestasien“ – sofort international zu verbreiten. Bei den Vereinten Nationen wird in den nächsten Tagen der Antrag verhandelt, die Staatlichkeit Palestinas anzuerkennen. Das Schiller-Institut hat die programmatischen Ideen Lyndon LaRouches, zur Lösung der Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen/Westjordanland aktualisiert und in einer Internet-Konferenz vorgestellt.

Dieser neue Ansatz, der auf der Idee beruht, dass Frieden nur möglich ist, wenn alle Seiten ihr ökonomisches Interesse in einer gemeinsamen Entwicklung erkennen, muss in die anstehende Debatte über Krieg oder Frieden, die derzeit sowohl in den Vereinten Nationen als auch auf den Strassen und in den Wohnungen der transatlantischen Welt geführt wird, eingebracht werden.. Wir müssen in den Vereinigten Staaten und Europa einen raschen Gesinnungswandel herbeiführen, auf den die globale Mehrheit positiv reagieren kann. Der gemeinsame internationale Wiederaufbau des Gazastreifens als Teil eines neu anerkannten palästinensischen Staates ist die einzige Chance, diese furchtbare Tragödie zu überwinden.

Dafür setzen sich auch die  unabhängigen Kandidaten für den US Senat und den Kongress, Diane Sare und Jose Vega, ein. Es ist die Methode, wie die zu Scheitern drohenden Staaten der transatlantischen Welt  helfen können, zu helfen, den Weltfrieden zu retten. 

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Global Times zitiert Helga Zepp-LaRouche zur deutschen Politik

15. April 2024 (EIRNS) – Die englischsprachige chinesische Tageszeitung Global Times, gab bei der Ankunft von Bundeskanzler Olaf Scholz in Chongqing eine insgesamt positive Perspektive für die deutsch-chinesische Wirtschaftskooperation, sprach aber auch die besorgniserregende Loyalität Deutschlands gegenüber der westlichen Geopolitik an, die das Potential der Zusammenarbeit untergräbt:

„Im Juli veröffentlichte die deutsche Regierung eine hart formulierte China-Strategie, die den Fokus auf De-Risking, Diversifizierung und eine Reduzierung der Abhängigkeiten von China legt. Trotz des internen Drucks bleibt die derzeitige deutsche Regierung pragmatisch und stellt ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen an die erste Stelle.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des in Deutschland ansässigen politischen und wirtschaftlichen Think Tanks Schiller-Institut, sagte der Global Times am Wochenende, für eine Exportwirtschaft wie Deutschland wäre es ,selbstmörderisch‘, diesen Forderungen nach ,De-Risking‘ zu folgen.

,Deutschland erlebt derzeit einen dramatischen wirtschaftlichen Abstieg. In der Zwischenzeit haben die USA deutsche Unternehmen mit den Anreizen des Inflation Reduction Act dazu gebracht, in den USA statt in Deutschland zu investieren. In diesem ungünstigen Umfeld stellt der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China einen Stabilitätsanker für Deutschland dar‘, sagte sie. Wenn Deutschland sich der Geopolitik nicht wirksam widersetze, würden seine Beziehungen zu China darunter leiden.“


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