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Live mit Helga Zepp-LaRouche: Völkerrecht oder das Gesetz des Dschungels?, 07.01.2026, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Die Folgen des US-Angriffs auf Venezuela vom 3. Januar und der Entführung von Präsident Nicolas Maduro und seiner Frau aus Caracas halten weiter an. Die beiden wurden heute vor einem Bundesrichter in New York City wegen 12 Anklagepunkten vorgeführt und erklärten jeweils ihre Unschuld; die nächste Gerichtsverhandlung findet am 17. März statt. Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodriguez wurde heute als amtierende Präsidentin vereidigt und hat milde Erklärungen über „Zusammenarbeit“ im Zusammenhang mit dem Terror in ihrem Land und in der Karibik abgegeben. Die Zahl der Todesopfer durch die US-Luftangriffe und Maßnahmen in Venezuela am 3. Januar wird mit 80 angegeben, darunter 32 kubanische Staatsangehörige.

Die Ölförderung und -beförderung in dem Land ist derzeit fast zum Erliegen gekommen, da die Tanklager und vor Anker liegenden Tanker aufgrund der US-Blockade der Schifffahrt ihre Lagerkapazitätsgrenze erreicht haben. Im Laufe dieser Woche will das Weiße Haus US-Ölmanager in Miami, Florida, empfangen, um im Namen des „Wiederaufbaus“ in Venezuela die Macht zu übernehmen.

Präsident Donald Trump deutete gestern Abend an, dass Kolumbien und Mexiko für eine Intervention der USA in Frage kommen, wenn Washington dies beschließt, ebenso wie die Stürzung Kubas. Außenminister Marco Rubio äußerte sich ähnlich. Heute Abend erklärte der stellvertretende Stabschef für Politik, Stephen Miller, ebenfalls auf CNN: „Die Vereinigten Staaten sollten Grönland haben.“

Trump sagte, Kolumbien werde „von einem kranken Mann regiert, der gerne Kokain herstellt und es an die Vereinigten Staaten verkauft. Und er wird das nicht mehr lange tun, das kann ich Ihnen sagen.“ Über Mexiko sagte er, er habe Präsidentin Claudia Sheinbaum „bei jedem einzelnen Anruf Truppen angeboten“.

Diese ganze Situation zeigt, wie Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller-Instituts, am 5. Januar beschrieb, dass sich die Welt in einer neuen, „anderen Phase“ des Zusammenbruchs befindet. Sie verwies auch auf das anhaltende Grauen in Gaza, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Europa, die Operationen gegen den Iran und vieles mehr, sowie auf die Ausschreitungen der USA in der westlichen Hemisphäre.

Angesichts der besonderen Gefahr, dass die Vereinigten Staaten in diesem Jahr atomwaffenfähige Langstreckenraketen in Deutschland stationieren könnten, veröffentlichte die von Zepp-LaRouche initiierte Internationale Friedenskoalition am 5. Januar eine Erklärung zur breiten Verbreitung und Unterstützung. Der vollständige Text mit der Überschrift „Erklärung der Internationalen Friedenskoalition: Appell an das amerikanische Volk, an Präsident Trump und an den Kongress!“ ist unten zu finden.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Bulletins findet zum ersten Mal eine vertrauliche Unterrichtung über die Maßnahmen der USA in Venezuela durch die Trump-Regierung vor den acht führenden Kongressabgeordneten beider Kammern, insbesondere der Streitkräfte und des Geheimdienstes, statt. Viele Gesetzgeber stehen Trumps Intervention äußerst kritisch gegenüber, aber leider nur, weil der Kongress nicht im Voraus informiert wurde und auch keine Genehmigung für die Aufstockung der US-Streitkräfte erteilt hatte, und nicht, weil die Gesetzgeber gegen die Übernahme Venezuelas und anderer Nationen sind.

Im krassen Gegensatz dazu hält Diane Sare, zweimalige ehemalige Kandidatin für den US-Senat aus New York, diese Woche Briefings ab, während sie ihren Wahlkampf als unabhängige Kandidatin der LaRouche-Bewegung für die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten vorbereitet, der am 10. Januar in New York City startet.

Im heutigen Garland Nixon Podcast sagte Sare, der Angriff der USA auf Venezuela sei „eine Beleidigung für das Urteilsvermögen der Welt“, und erklärte, warum dies so ist und welche Verantwortung die Welt hat, um diese Gefahr abzuwenden. Sie sagte: „Ich kann nicht glauben, dass es Kongressabgeordnete wie meinen ehemaligen Kongressabgeordneten Mike Lawler gibt, die sagen: ‚Das war absolut notwendig, und natürlich hätte der Präsident den Kongress nicht informieren dürfen. Das ist so weit von unserer Verfassung entfernt, dass ich es absolut erstaunlich finde.“

Die Internationale Friedenskoalition hält am Freitag, dem 9. Januar, ihre 136. Sitzung in Folge ab.


Erklärung der Internationalen Friedenskoalition: Appell an das amerikanische Volk, Präsident Trump und den US-Kongreß!

Die USA planen, ab 2026 US Mittelstreckenraketen (wie SM-6, Tomahawk und Hyperschallwaffen wie Dark Eagle) in Deutschland zu stationieren. Diese Systeme sollen vom 56. US-Artillerieverband eingesetzt werden, der im November 2021 in Wiesbaden reaktiviert wurde. Die SM-6 hat eine Reichweite von 370 bis 500 km, der Tomahawk-Marschflugkörper hat die Fähigkeit, in geringer Tiefe in feindliches Territorium einzudringen und Kommandozentralen, Bunker, und Radaranlagen auszuschalten. Der Dark Eagle ist eine Hyperschallwaffe und verfügt über eine Reichweite von bis zu 2700 km, fliegt mit bis zu 17-facher Schallgeschwindigkeit und ist manövrierbar im Zielanflug. Diese Systeme sind nuklearfähig und ermöglichen Angriffe von Deutschland aus auf strategische Ziele weit in das russische Territorium hinein und können u.a. russische Kommandozentralen ausschalten.

Die Entscheidung, diese Systeme in Deutschland zu installieren, ist ein Kuckucksei, das Präsident Biden dem damaligen Bundeskanzler Scholz am 10. Juli 2024 beim NATO-Gipfel in Washington untergejubelt und damit Präsident Trump ins Nest gelegt hat, und das nun im besten Fall die diplomatische Lösung des Ukraine-Kriegs sabotieren und im schlimmsten Fall zum Krieg in Europa führen könnte.

Präsident Putin warnte im Juli 2024, Rußland werde „gespiegelte“ Schritte ergreifen und eigene Mittelstreckenwaffen stationieren. Damit droht eine gefährlichere Situation zu entstehen, als sie zu Anfang der 80er Jahre mit der damaligen Mittelstreckenraketenkrise existierte, als sowohl die Pershing II als auch die SS-20-Raketen permanent auf „Start bei Warnung“ eingestellt waren und die Warnzeit vom Abschuß bis zum Ziel nur 4-10 Minuten betrug. Damals gingen in Deutschland Hunderttausende Menschen auf die Straßen, weil sie wußten, daß ein Dritter, diesmal nuklearer Weltkrieg bei diesen extrem kurzen Warnzeiten „aus Versehen“ die ganze Menschheit auszulöschen drohte.

Heute ist die Lage noch viel gefährlicher, weil die Kommunikationskanäle, die selbst während der Kuba-Krise noch existierten, bis auf wenige Personen reduziert sind. Die Stationierung dieser Systeme würde Deutschland zu einem bevorzugten Erstschlagsziel in einer Eskalation machen. Deutschland würde von der Landkarte ausradiert werden.

Die Stationierung dieser US-Waffensysteme stellte eine umso gefährlichere Eskalation dar, weil die sogenannte „Koalition der Willigen“, also Großbritannien, Frankreich und Deutschland, ebenso wie die EU-Kommission eine umfassende Militarisierung in Gang gesetzt haben, weil Rußland angeblich einen Angriff auf die NATO-Staaten vorbereite. Diese Behauptung steht im völligen Widerspruch zu der Erklärung der US-Direktorin der Nationalen Geheimdienste, Tulsi Gabbard, daß Rußland nach der Analyse dieser Geheimdienste versuche, einen größeren Krieg mit der NATO, der die kollektive Verteidigungsklausel nach NATO-Artikel 5 auslösen würde, zu verhindern. Die Analyse der russischen Leistung auf dem Schlachtfeld zeige, daß es „gegenwärtig nicht die Fähigkeit hat, die ganze Ukraine zu besiegen und zu besetzen, geschweige denn Europa“.

Die Stationierung der US-Waffensysteme hätte deshalb den Effekt, die Chance auf den Erfolg der Verhandlungen zwischen der Trump-Administration und der russischen Regierung für eine Normalisierung der Beziehungen zu zerstören.

Angesichts der gegenwärtig rapide eskalierenden Desintegration der internationalen Rechtsordnung, in der das Prinzip „Macht macht Recht“ das Völkerrecht ersetzt hat, vor den Augen der Weltöffentlichkeit ein vom Internationalen Strafgerichtshof festgestellter Völkermord stattfindet, Drohnenangriffe geschehen, Zensur die Meinungsfreiheit bedroht, bürgerliche Rechte aufgehoben werden und ein Zustand allgemeiner Rechtlosigkeit droht, könnte diese Stationierung der Tropfen sein, der das Faß der strategischen Destabilisierung zum Überlaufen bringt.

Amerika feiert in diesem Jahr 2026 den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, mit der es den Sieg im ersten antikolonialistischen Krieg gegen das Britische Empire einleitete. Diese Unabhängigkeitserklärung und die amerikanische Verfassung stellen eine historische Wasserscheide dar, die das Gemeinwohl für die amerikanische Bevölkerung und das Recht auf eine diesem Gemeinwohl verpflichtete Regierung etablierte.

In einer der berühmtesten Reden, die je in Amerika gehalten wurden, erklärte der damalige Außenminister John Quincy Adams am 4. Juli 1821:

„Wo immer die Fahne der Freiheit und Unabhängigkeit gehißt wurde oder gehißt werden wird, dort werden ihr Herz, ihr Segen und ihre Gebete sein. Aber sie geht nicht ins Ausland, um Ungeheuer zu suchen, die sie vernichten kann. Sie ist die Wohltäterin der Freiheit und Unabhängigkeit aller. Sie ist nur die Verfechterin und Verteidigerin ihrer eigenen. Sie wird die allgemeine Sache durch die Kraft ihrer Stimme und das wohlwollende Mitgefühl ihres Beispiels unterstützen.“

Damit war gemeint, daß Amerika durch moralisches Vorbild in der Welt führen solle, nicht aber durch militärische Interventionen im Ausland!

Amerika hat mit seiner Revolution von 1776 nicht nur das Modell einer souveränen Republik etabliert, sondern mit dem von Alexander Hamilton entwickelten „Amerikanischen System der Ökonomie“ auch ein Wirtschaftsmodell geschaffen, das diesem Gemeinwohl dient und das in allen Ländern Anwendung fand, die eine erfolgreiche industrielle Revolution verwirklicht haben. Nicht zuletzt der deutsche Ökonom Friedrich List hat mit seinen Schriften auf den fundamentalen Unterschied zwischen dem „Amerikanischen System“ und dem „Britischen System“ hingewiesen, das nur auf den Profit der Spekulanten und der Finanzoligarchie ausgerichtet ist.

Die ganze Geschichte Amerikas seit seiner Gründung war geprägt von dem Versuch des Britischen Empires, den Erfolg der amerikanischen Revolution rückgängig zu machen. Nachdem sich mit dem Krieg von 1812 und dem Bürgerkrieg, in dem Großbritannien mit den Südstaaten verbündet war, erwies, daß dies mit militärischen Mitteln unmöglich war, versuchten britische Kreise wiederholt, das amerikanische Establishment dazu zu gewinnen, das Modell des Britischen Empires zu übernehmen und auf der Basis der anglo-amerikanischen Sonderbeziehung eine unipolare Weltordnung zu errichten.

Der stolze Anlaß des 250. Geburtstags der amerikanischen Republik sollte zum Anlaß genommen werden, die Ideale der Tradition der Amerikanischen Revolution wieder lebendig werden zu lassen und in der Tradition von John Quincy Adams eine Partnerschaft von souveränen Republiken auf der Welt zu unterstützen.

Wir, die Unterzeichner als deutsche Bürger und Bürger anderer Nationen, wenden uns an den Souverän Amerikas, das amerikanische Volk, sowie Präsident Trump und den amerikanischen Kongreß, die hochgefährliche Entscheidung der Biden-Administration rückgängig zu machen und keine neuen Waffensysteme auf deutschem Boden zu stationieren!

Laßt uns die deutsch-amerikanische Freundschaft in der Tradition des Baron von Steuben, von Friedrich List und John F. Kennedy wiederbeleben und dem Grundsatz folgen, der für alle Nationen auf diesem Planeten gilt:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen sind, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt sind, darunter das Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit.“


„Die Zeit ist reif für das Zeitalter der Vernunft“

Bericht vom 135. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 135. wöchentliche Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 2. Januar begann mit einer Einführung der IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche, die prognostizierte: „2026 wird ein Jahr noch dramatischerer Veränderungen sein.“ Die alles überragende neue Entwicklung sei der Angriff mit 91 Drohnen auf die Residenz des russischen Präsidenten Putin am Jahresende gewesen. Wäre Putin getötet worden, hätte sich die Lage zu einem Dritten Weltkrieg zuspitzen können. Die ukrainische Regierung habe zwar jede Beteiligung abgestritten und die CIA deren Behauptung unterstützt, doch dann habe Rußland am 1. Januar Beweise vorgelegt, in Form gut erhaltener Navigationssysteme aus Drohnen, die bei dem Angriff abgeschossen wurden und die die ukrainische Herkunft des Angriffs belegen.

Das Morden in Gaza und im Westjordanland gehe weiter, während Netanjahu in Mar-a-Lago gefeiert werde; der Angriff auf Venezuela könne zu einer Destabilisierung des gesamten Kontinents führen; die Lage zwischen China und Taiwan verschlechtere sich; und Deutschland und Japan, zwei Achsenmächte der Zweiten Weltkriegs, rüsteten wieder für den Krieg: All diese Entwicklungen unterstrichen nur die dringende Notwendigkeit einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für die Welt.

Ein Flirt mit dem Atomkrieg

Es folgte Wolfgang Effenberger, Journalist und Autor von Pax Americana (2004) und Die unterschätzte Macht (2022), der warnte, die USA hätten ihre militärische Kommandostruktur in Deutschland ausgebaut, was die Gefahr für den Frieden erhöhe. Trotz früherer Zusicherungen der USA, keine Raketensysteme in Deutschland zu stationieren, habe die Bundesregierung angekündigt, daß solche Systeme tatsächlich auf der Tagesordnung stehen, darunter sogar die Hyperschallrakete „Dark Eagle”, wenn es den USA gelingt, diese bis zur Einsatzfähigkeit zu entwickeln. Das wäre für Rußland keine Abschreckung, sondern eine akute Bedrohung mit einem Erstschlag. Die kurze Flugzeit von Atomraketen von Deutschland aus wäre für Rußland wie „ein Messer an der Kehle“. Wenn der INF-Vertrag noch in Kraft wäre, dann wären diese Raketen verboten, aber Präsident Trump habe sich aus dem Vertrag zurückgezogen, und Ende Februar werde auch der letzte Vertrag zur Begrenzung strategischer Waffen, der START-Vertrag, auslaufen. Effenberger zitierte die Warnung des Nuklearkriegsexperten Theodore Postol, man dürfe Rußland auf keinen Fall mit Atomwaffen in die Enge treiben.

Beto Almeida, brasilianischer Mitbegründer des Kanals TeleSUR und Beiratsmitglied der brasilianischen Pressevereinigung, gab einen Überblick über die Krisenherde der Welt, wobei er zunächst die Spannungen zwischen China und Taiwan sowie den Angriff der USA auf Venezuela hervorhob. Anschließend ging er auf die Vorgeschichte des Konflikts mit Rußland ein: Wie die NATO Rußland versprach, nicht nach Osten zu expandieren, und dieses Versprechen dann prompt gebrochen habe. Er erinnerte daran, daß die neokonservative Ikone Victoria Nuland vom US-Außenministerium sich öffentlich mit der Beteiligung der USA am Maidan-Putsch in der Ukraine brüstete und Bundeskanzlerin Angela Merkel öffentlich den Betrug des Westens bei den Minsker Abkommen zugab. Almeida verurteilte den Zynismus der Ukraine, die ihre Beteiligung an dem terroristischen Drohnenangriff auf Putins Residenz leugnet. Im Westen werde der Eindruck erweckt, die Bedrohung gehe von Rußland aus, während in Wirklichkeit Rußland angegriffen werde. Almeida wiederholte einen Satz, den Donald Trump in einem Telefonat mit Putin gesagt haben soll: „Gott sei Dank haben wir denen keine Tomahawks gegeben.“

Zepp-LaRouche dankte beiden Rednern und unterstrich nochmals, wie gefährlich das aktuelle westliche strategische „Pokerspiel“ ist, wie beispielsweise die Drohungen von NATO-Kommandeuren wie General Christopher Donahue mit einem Angriff auf Kaliningrad.

Co-Moderator Dennis Small merkte an, der Angriff auf Putins Residenz erfülle die Kriterien der russischen strategischen Doktrin für eine nukleare Gegenreaktion. Dieser Angriff hätte ohne technische Unterstützung der USA nicht stattfinden können, und russische Kommentatoren wiesen zunehmend auch auf die Verwicklung Großbritanniens hin. Die frühere Doktrin der Gegenseitigen Gesicherten Zerstörung (MAD) als Mittel zur Abschreckung habe auf einem Minimum an Vernunft beruht, das heute nicht mehr vorhanden sei. NATO-Führer hätten ausdrücklich erklärt, daß sie glauben, einen nuklearen Schlagabtausch gewinnen zu können.

Almeida sagte, es sei wichtig, daß Rußland, das sich nicht mehr als sozialistische Nation versteht, eine funktionierende Partnerschaft mit China unterhält, die enger sei als jemals zuvor. Auch die westlichen Länder könnten ihr Paradigma ändern und mit neuen Institutionen wie den BRICS zusammenarbeiten, statt an „der unipolaren Position festzuhalten, alles zu zerstören”.

Vorgeschlagene Initiativen

Zepp-LaRouche schlug vor, die Sitzung zu nutzen, um mehrere Initiativen zu starten. Sie regte an, daß die IPC-Teilnehmer einen gemeinsamen Brief an Trump schicken, in dem sie ihn auffordern, die „Politik der Biden-Regierung“ einzustellen und die Stationierung strategischer Waffen in Europa zu stoppen. Sie schlug weiter vor, die Globale Governance-Initiative des chinesischen Präsidenten Xi zu unterstützen, sowie die Empfehlung von Papst Leo, die Methode des „Zusammenfalls der Gegensätze“ des Nikolaus von Kues anzuwenden, um mit diesen beiden verwandten Konzepten das Niveau der Diskussion weltweit anzuheben. Almeida schlug vor, Briefe nicht nur an Trump, sondern auch an andere Staatschefs in aller Welt zu schicken; andere Teilnehmer schlossen sich dem in der Diskussion an. Small schlug vor, wer mit dem Wortlaut des IPC-Briefes nicht ganz einverstanden sei, sollte einen eigenen Brief schreiben.

An der Diskussion beteiligten sich viele Deutsche. Zepp-LaRouche äußerte ihre Enttäuschung darüber, daß es der Friedensbewegung in Deutschland nicht gelungen sei, genügend Menschen zu mobilisieren, um etwas zu bewirken. Dieses Scheitern sei auf Fraktionsstreitigkeiten zurückzuführen, deshalb müsse man die Debatte aus einer höheren Perspektive neu definieren. Daher komme ihr Vorschlag, Xis Globale Governance-Initiative und Leos Einsatz für Cusanus‘ Methode des Zusammenfalls der Gegensätze zu unterstützen, um die Menschen aus der „axiomatischen Falle des geopolitischen Dogmas“ zu befreien.

Wirtschaftliche Fragen

In die Diskussion flossen verschiedene Fragen zu wirtschaftlichen Themen ein, darunter eine zu den Enthüllungen über Korruption in der Ukraine und Hilfsgeldern, die als Schmiergelder an ukrainische und US-amerikanische Beamte fließen, sowie eine zur Korruption in der Rüstungswirtschaft allgemein. Small antwortete: „Die größte Korruption im Militärhaushalt ist der Militärhaushalt selbst.“ Die Rüstungsindustrie in den USA befinde sich im Besitz von Finanzspekulanten. „Es gibt diese Kategorien der reinen Spekulation, die das System zerstören.“

Wenn man die heutige US-Wirtschaft mit der äußerst erfolgreichen Ära nach der Verabschiedung des Glass-Steagall-Gesetzes vergleiche, hätten wir heute das Gegenteil von Glass-Steagall: Statt mit niedrigen Zinsen die Produktion zu fördern und mit höheren Zinsen die Spekulation einzudämmen, werde heute in der Wirtschaft Spekulation belohnt und die Produktion erstickt.

Almeida fügte hinzu, Chinas produktionsorientierte Wirtschaft habe weltweit einen stabilisierenden Einfluß, während die USA eine destabilisierende Spekulationsorgie gefördert hätten.

Zepp-LaRouche sagte in ihren abschließenden Bemerkungen, sie habe sich oft gefragt, warum zur Zeit von Schiller und Humboldt das „Zeitalter der Vernunft“ nicht realisiert wurde, obwohl so viel darüber diskutiert wurde. Sie sei zu dem Schluß gelangt, daß damals Wissenschaft und Technologie noch nicht so weit fortgeschritten waren, daß man die Armut überwinden konnte. Der Durchschnittsbürger brauche wirtschaftliche Sicherheit, um ein Leben der Vernunft führen zu können. Heute sei es absolut möglich, die Armut zu beseitigen, die Zeit also sei reif für ein neues Paradigma. Wir bräuchten diese schöne Vision und „wir müssen mit Kraft und Energie daran gehen, sie umzusetzen”.          eir


Internationale Friedenskoalition #135, 02.01.2026, 17.00 Uhr

Dieses Jahr beschließen wir, den Kampf für die Zivilisation zu gewinnen

135. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Dieses Jahr beschließen wir, den Kampf für die Zivilisation zu gewinnen

02. Januar 2026
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Nehmen Sie diese Woche an der Internationalen Friedenskoalition u.a. mit Wolfgang Effenberger (Deutschland), Journalist, Autor von „Pax Americana“ (2004) und „Die unterschätzte Macht. Von der Geopolitik zur Biopolitik – Plutokraten verändern die Welt“ (2022) und Beto Almeida (Brasilien), Mitbegründer von TeleSUR, Beirat, Brasilianischer Presseverband sowie weiteren Friedensaktivisten teil.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Was wird die menschliche Gesellschaft in hundert oder tausend Jahren über uns und unsere Zeit sagen? Wird es für sie überhaupt möglich sein, uns zu verstehen? In gewisser Weise kann man nur hoffen, dass die heutigen Gesellschaften, die von der unmenschlichen Ideologie der Geopolitik erfasst sind, seltsam und primitiv erscheinen werden, als Relikt einer unterentwickelten Zivilisationsform. Welche Bedeutung hoffen Sie, dass diese Menschen der Zukunft der Gegenwart beimessen werden? Werden sie sagen, dass dies der Moment war, in dem die Menschheit sich erfolgreich zu einem höheren, postkolonialen Paradigma entwickelt hat – und Krieg als Mittel zur Konfliktlösung für immer abgeschafft hat? Oder wird diese Frage aufgrund der schrecklichen Alternative völlig irrelevant sein, weil sich die Menschheit als unfähig erwiesen hat, durch die Logik des Atomkrieges der Selbstauslöschung zu entkommen?

Helga Zepp-LaRouche hat in ihrem Webcast vom 31. Dezember die subjektive Herausforderung formuliert, die zur Beantwortung dieser Frage notwendig ist: „Ich denke, was wir uns für 2026 wirklich als Herausforderung setzen müssen, ist Folgendes: Menschen guten Willens sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Gefahr der Auslöschung der Zivilisation zu vermeiden, denn das ist das wichtigste Thema; denn wenn das passiert, wird alles andere irrelevant; und dass wir zu einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur übergehen, die diesmal die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss, um in der Tradition des Westfälischen Friedens und im Einklang mit dem zu arbeiten, was Präsident Xi Jinping mit der Globalen Regierungsführungs-Initiative gefordert hat. Ich denke, damit ist unsere Aufgabe klar, und ich rufe Sie alle auf, mit dem Schiller-Institut zusammenzuarbeiten, um uns dabei zu helfen, dies zu erreichen.“

Ihr Aufruf könnte nicht dringlicher sein. Zu Beginn des neuen Jahres bewegt sich die Zivilisation gleichzeitig und rasch in zwei Richtungen: Die eine wird von dem Beharren der westlichen Eliten angetrieben, ihre bröckelnde Kontrolle über das Weltgefüge aufrechtzuerhalten – selbst auf die Gefahr hin, einen Atomkrieg zu provozieren –, die andere von der natürlichen menschlichen Tendenz der Nationen, gegenseitige Zusammenarbeit und Entwicklung anzustreben.

Die anhaltenden Bemühungen der europäischen „Koalition der Willigen“, den Frieden in der Ukraine zu verhindern, sind ein eklatantes Beispiel für den ersten Weg. In einer Erklärung zu dem Angriff Kiews auf die russische Präsidentenresidenz in Nowgorod in der Nacht zum 29. Dezember richtete der russische Außenminister Sergej Lawrow die Aufmerksamkeit auf diejenigen, die die Fäden ziehen und den Konflikt aufrechterhalten, und sprach eine deutliche Warnung aus: „Es besteht kein Zweifel, dass das Hauptziel von Brüssel, Berlin, Paris und London darin besteht, das Regime zu erhalten, das davon träumt, unterstützt von außen zu überleben und weiterhin ein bestimmtes Gebiet zu kontrollieren, in dem – entgegen allen Bestimmungen des Völkerrechts – die russische Sprache und russischsprachige Medien verboten sind … [und] die Ideologie und Praktiken der Nazis gepflegt werden … Eine solche Entität an den Grenzen Russlands ist genau das, was die europäischen Russophoben brauchen, um ihre erklärten Pläne für eine neue Aggression gegen unser Land umsetzen zu können.“

Auf der anderen Seite lässt die optimistische Neujahrsansprache des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, in der er einige der Errungenschaften Chinas im Jahr 2025 skizziert, einen Blick auf eine Zivilisation zu, die innerhalb von nur 40 Jahren aus weit verbreiteter Armut zur modernsten und wohlhabendsten Zivilisation der Welt geworden ist – und dieses Modell der Entwicklung und Armutsbekämpfung nun über die Belt and Road Initiative und andere Kooperationsprojekte exportiert.

„Die Leute reden immer von der systemischen Bedrohung, die von China ausgeht“, sagte Zepp-LaRouche in ihrem Webcast. „Nun, man kann sagen, dass die systemische Bedrohung darin besteht, dass sich herausstellen könnte, dass das Modell, das das Bild des Menschen als wichtigsten Zweck der Politik, die Verbesserung des Lebensstandards und das Glück der Menschen in den Vordergrund stellt, für die Menschen natürlich attraktiver ist. Die Gefahr geht also nicht von einer Kriegsgefahr aus, sondern von der ‚Gefahr‘, Gutes zu tun! Und es könnte sein, dass diese Perspektive, die auf die Verbesserung des Lebensstandards und das Wohlergehen der Menschen abzielt, immer attraktiver wird …

Ich denke also, wir müssen wirklich darüber nachdenken, dass wir uns in einer beispiellosen Krise befinden. Bislang waren die westlichen Eliten jedoch völlig unwillig, sich mit den Gründen dafür auseinanderzusetzen, und dass die gegenwärtige Konstellation in der Welt ganz allein ihr eigenes Werk ist. Es ist eine Rückwirkung ihrer eigenen Politik, und wenn wir Abhilfe schaffen wollen, müssen wir uns alle auf die besten Traditionen unserer Geschichte in Europa und den Vereinigten Staaten besinnen und dann einfach nach Zusammenarbeit statt Konfrontation mit den Ländern der globalen Mehrheit suchen …

Wenn wir die Geopolitik, die … auf einem aristotelischen Ansatz basiert, nicht überwinden und unser Denken nicht auf die Idee umstellen, zuerst an die eine Menschheit zu denken, werden wir nicht überleben, denn in Zeiten von Atomwaffen wird uns die Idee des Krieges als Mittel zur Konfliktlösung als Zivilisation zum Untergang verurteilen …

Wenn man in langfristigen historischen Kategorien denkt, befinden wir uns an einem Punkt, an dem wir einen Sprung in unserem Denken machen müssen, um die eine Menschheit zu denken, und dieser Sprung muss so dramatisch sein wie die Überwindung des Mittelalters und der Axiome der Scholastik, der Hexerei und aller Arten von Aberglauben hin zur Moderne, die durch das Denken von Nikolaus von Kues und der italienischen Goldenen Renaissance erreicht wurde. Und jetzt, fast 600 Jahre später, sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir den intellektuellen Sprung in eine neue Ära der Zivilisation wagen müssen, um unser eigenes Überleben zu sichern.“

Machen Sie das zu Ihrem wichtigsten Vorsatz für das neue Jahr.

Nehmen Sie diese Woche an der Internationalen Friedenskoalition u.a. mit Wolfgang Effenberger (Deutschland), Journalist, Autor von „Pax Americana“ (2004) und „Die unterschätzte Macht. Von der Geopolitik zur Biopolitik – Plutokraten verändern die Welt“ (2022) und Beto Almeida (Brasilien), Mitbegründer von TeleSUR, Beirat, Brasilianischer Presseverband sowie weiteren Friedensaktivisten teil.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Am Anfang eines neuen Jahres und einer neuen Welt: Wird sich die Menschheit bewähren?, 31.12.2025, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Die Welt „schwankt zwischen Hoffnung und Katastrophe“, wie Helga Zepp-LaRouche warnte, und das Ergebnis hängt davon ab, ob Untätigkeit durch Handeln ersetzt wird.

Es gibt Möglichkeiten. Der fortgesetzte Dialog zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, der von beiden Seiten als produktiv beschrieben wird, markiert einen bedeutenden Weg zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine.

Neben den diplomatischen Fortschritten in dieser Hinsicht gibt es jedoch auch Gegenkräfte, die die Welt in einen größeren Krieg treiben: US-Waffenlieferungen an Taiwan, Chinas Einkreisung der Insel als Reaktion darauf, Europas Aufrüstungsbestrebungen und die Vorbereitungen zur Stationierung von Langstreckenraketen in Deutschland, die den Kontinent erneut an die nukleare Frontlinie bringen würden. Der Drohnenangriff der Ukraine auf Putins Residenz, der kurz nach dem Treffen zwischen Trump und Selenskyj am 28. Dezember stattfand, wurde von einem erklärtermaßen „sehr wütenden“ Trump als eine Aktion verurteilt, die vom Frieden wegführt.

Trumps uneingeschränkte Unterstützung für Premierminister Netanjahu, einschließlich der „100-prozentigen“ Rückendeckung Israels in Bezug auf den Gaza-Friedensplan, dessen Umsetzung sich verzögert, bringt Trump in eine Lage, die ihn dazu verleiten könnte, weitere Angriffe auf den Iran anzuordnen.

Wo Diplomatie zum Einsatz kommt, versuchen die auf der Konfrontationspolitik insistierenden anglo-NATO-Kräfte, diese abzuwürgen.

Dies sind keine separaten Krisen. Die Ukraine, Taiwan und Gaza sind Symptome eines einzigen Versagens – der Weigerung, die Geopolitik durch eine auf Entwicklung basierende Sicherheitsordnung zu ersetzen. Ohne diesen Wandel bleibt jeder Waffenstillstand fragil, jede Verhandlung für Provokationen anfällig, jeder Frieden nur eine Atempause.

Ebenso entscheidend ist die interne Front. Die Unterdrückung abweichender Meinungen in Europa und Nordamerika erfolgt in Form von Sanktionen gegen Journalisten, Kriminalisierung von Protesten und Ausweitung der Überwachung. Gesellschaften, die sich auf einen Krieg vorbereiten, bringen genau die Stimmen zum Schweigen, die für einen Kurswechsel notwendig sind.

Doch es gibt eine Alternative. Der rasche Bau von 455.000 Wohnungen in der Türkei nach dem Erdbeben von 2023 zeigt, was möglich ist, wenn die Staatsmacht für das Leben statt für die Zerstörung mobilisiert wird. Was hätte man mit den Hunderten von Milliarden, die für Waffen ausgegeben wurden, erreichen können, wenn man sie stattdessen für den Wiederaufbau von Städten, den Ausbau der Infrastruktur und die Beseitigung der Ursachen von Konflikten verwendet hätte?

Um den Lauf der Geschichte zu ändern, muss man jetzt auf einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur bestehen – und den wirtschaftlichen Wiederaufbau zum Maßstab für Sicherheit machen. Die Tür zu dieser Zukunft steht noch offen. Vorerst.


„Den gestreckten Arm eines Despoten beugen“

Bericht vom 134. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 134. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) am 26. Dezember wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche eröffnet, die betonte, wir sähen gegenwärtig keine Kombination einzelner Krisen auf der Welt, sondern einen „absolut epochalen Wandel“, weil die 500-jährige Ära des Kolonialismus nun zu Ende gehe.

Die Behauptung der Neokonservativen, die russische Invasion der Ukraine 2022 sei völlig unprovoziert und ohne jede Vorgeschichte aus heiterem Himmel gekommen, sei unhaltbar geworden. Die kürzlich freigegebenen Gespräche zwischen den Präsidenten Putin und George W. Bush unterstrichen, daß dieser Krieg vermeidbar gewesen wäre. Der Westen habe offensichtlich gewußt, daß er mit der Stationierung atomwaffenfähiger Raketen nahe der russischen Grenzen eine rote Linie überschritt.

Die Vorstellung, Aufrüstung sei eine Lösung für den wirtschaftlichen Zusammenbruch Europas, sei „volkswirtschaftliche Dummheit”. Die Meinungs- und Gedankenfreiheit in Europa werde angegriffen, wie man an den Sanktionen gegen den moderaten und angesehenen Analysten Jacques Baud sehe.

In Südwestasien gebe es in der israelischen Presse dringende Warnungen vor einem neuen Krieg, weil Ministerpräsident Netanjahu sich bei seinem USA-Besuch am 29. Dezember grünes Licht für eine erneute Aggression erhoffe.

Zepp-LaRouche schloß: „Wir müssen die westlichen Regierungen davon überzeugen, daß sie ihre arrogante Vorstellung aufgeben“, sie müßten die Welt beherrschen. Wir bräuchten Kooperation statt Konfrontation, und dabei werde 2026 ein „Jahr der Entscheidung“ sein.

Rachel Clark, Dolmetscherin, Beraterin und internationale Koordinatorin zwischen Japan und den Vereinigten Staaten, ist seit langem Aktivistin bei den Veterans for Peace. Sie erinnerte daran, daß der Krieg in der Ukraine spätestens 2014 mit dem Angriff des Kiewer Regimes auf die Ostukraine begann, bei dem 14.000 Menschen starben.

Vor diesem Hintergrund berichtete sie, die Remilitarisierung Japans entgegen der Nachkriegsverfassung des Landes sei auf Druck der USA während der Kriege in Korea und Vietnam erfolgt. Das US-Militär sei praktisch eine Besatzungsmacht. Artikel 9 der Verfassung, der Krieg und Anwendung von Gewalt zur Beilegung internationaler Streitigkeiten grundsätzlich verbietet, sei gegen den Protest der Bevölkerung außer Kraft gesetzt worden. Der Gemeinsame Amerikanisch-Japanische Ausschuß habe so viel Macht, daß das gewählte Parlament, der Diet, nur Kabuki-Theater sei. In Japan, mit einer Landfläche wie Kalifornien, hätten die USA über 350 Militärstützpunkte. Das Land könne wie die Ukraine als Schachfigur Opfer eines Stellvertreterkrieges werden. Japan sei heute ein „Paradefall der Operation Mockingbird“, dem CIA-Projekt zur Platzierung von Propaganda in den Nachrichtenmedien. Die japanischen Konzernmedien berichten nicht über die Provokationen der USA gegen China, sondern täten immer so, als wären Chinas Reaktionen unprovoziert.

Anschließend wurde ein Video mit Höhepunkten der jüngsten Jugendkonferenz des Schiller-Instituts vorgeführt. Beiträge darin kamen von Helga Zepp-LaRouche, der ehemaligen südafrikanischen Außenministerin Naledi Pandor, Südafrikas Botschafterin in Mexiko Beryl Sisulu, dem ehemaligen Stabschef der senegalesischen Luftwaffe Alain Charlemagne Pereira sowie jugendlichen Aktivisten aus zahlreichen Ländern, u.a. in Afrika und Südwestasien.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Mitarbeiter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), sagte voraus, es werde vorerst keine Einigung zur Ukraine geben, weil die Forderungen der Ukrainer und Europäer im Widerspruch zu Rußlands Bedingungen für Friedensverhandlungen stünden – nämlich, daß der Westen die ehemals ostukrainischen Gebiete als Teil der Russischen Föderation anerkennt und daß keine NATO-Soldaten in der Ukraine stationiert werden. Die zu Anfang erklärten Ziele der russischen Sonderoperation – Entmilitarisierung und Entnazifizierung – seien nach wie vor gültig und nicht verhandelbar.

Der Ukraine-Krieg werde auf dem Schlachtfeld entschieden, und Europa sei jetzt „irrelevant“, betonte Johnson. Europa sei nicht mehr das Zentrum der Wissenschaft und der industriellen Produktion, es habe nichts zu bieten, was andere Länder brauchen. Die Russen „sitzen mit einer großen Tüte Popcorn auf dem Sofa und schauen zu, wie sich die USA und Europa streiten“.

In Bezug auf Venezuela erinnerte Johnson daran, daß es dreimal so groß ist wie Vietnam; die USA hätten nicht die nötigen militärischen Kapazitäten, um es zu erobern und zu beherrschen. „Es ist mir schleierhaft, warum wir Venezuela als den sprichwörtlichen Hügel ausgewählt haben, auf dem wir sterben wollen.“ Die USA könnten ihre Ziele nicht mit militärischer Gewalt erreichen.

Dialog

Zepp-LaRouche dankte Clark und betonte, wir müßten erreichen, daß jungen Menschen die wahre Geschichte des Zweiten Weltkriegs vermittelt wird.

Johnson erinnerte daran, daß Japan und Deutschland, die heute wieder aufrüsten, die Achsenmächte des Zweiten Weltkriegs waren. Unsere Regierungen stellten Rußland und China als imperialistische Aggressoren dar, in Wirklichkeit habe der Westen selbst durch unzählige von ihm ausgelöste Konflikte Blut an den Händen. Präsident Trump prahle mit seinem neuen Plan für riesige Kriegsschiffe der „Trump-Klasse“, aber „offenbar hat er noch nichts von Hyperschallraketen gehört“. Die US-Marine habe sich nicht einmal gegen die Huthis im Jemen behaupten können, wie solle sie dann China herausfordern?

Zepp-LaRouche betonte, sie werde niemals akzeptieren, daß Deutschland als Nation in die Geschichte eingeht, „die gescheitert ist wie die Inkas oder Mayas”. Johnson ergänzte, er habe noch nie eine so große Diskrepanz gesehen zwischen dem Willen der Bevölkerung in Europa und den USA und dem, was ihre Regierungen tun.

Der New Yorker Kongreßkandidat José Vega zeigte das Video seiner jüngsten Intervention gegen seinen Gegner, den amtierenden Abgeordneten Ritchie Torres, das von rund zwei Millionen Menschen auf verschiedenen Plattformen angesehen wurde. „Diese Leute sind keine Autoritäten, sie sind Clowns, und so sollte man sie auch behandeln“, sagte Vega dazu.

Offene Diskussion

John Steinbach, ein regelmäßiger Teilnehmer der IPC-Treffen, erinnerte an seine langjährige Zusammenarbeit mit Rachel Clark und stellte fest, Japan habe einen der weltweit größten Plutoniumvorräte und könne in relativ kurzer Zeit Atomwaffen bauen.

Clark schlug vor, daß Hafenstädte auf der ganzen Welt gemeinsam beschließen, Kriegsschiffe mit Atomwaffen aus ihren Häfen zu verbannen.

Ein Online-Zuschauer fragte: „Wie kann man die Armut im Kapitalismus beenden?“ Zepp-LaRouche antwortete, weder in Europa noch in Amerika gebe es ein Programm zur Beseitigung der Armut, anders als in China mit seinem erfolgreichen Programm. China allein mache 60% der Armutsbekämpfung weltweit aus. Der Co-Moderator Dennis Small ergänzte später, es sei wichtig, zu definieren, was man unter „Kapitalismus“ versteht – ob schädliche Finanzspekulation oder vielmehr den Ansatz des Amerikanischen Systems von Alexander Hamilton, der Chinas heutigen Methoden sehr ähnlich sei?

Clark forderte, Unternehmen, die vom Krieg profitieren, zu stigmatisieren und Konzerne wie Raytheon oder Lockheed Martin zu drängen, auf zivile Produktion umzustellen. Ein Teil des riesigen Militärbudgets der USA sollte verwendet werden, um Schülern die Möglichkeit zu geben, die Welt außerhalb der USA zu besuchen, das sei eine unschätzbare Bildungserfahrung.

Clark sagte, dieses Treffen habe sie optimistisch gestimmt, und wir müßten die jüngeren Generationen inspirieren, den Kampf für den Frieden anzuführen. Zepp-LaRouche erzählte, wie schockiert sie bei ihrem ersten Besuch in den USA darüber war, wie Deutsche in Serien wie Hogan’s Heroes dargestellt wurden. Sie schlug ein großes Projekt für junge Menschen vor, bei dem sie selbst historische Archive besuchen, anstatt sich auf die Narrative der populären Medien zu verlassen. Wir müßten den Bürgern deutlich machen, daß sie selbst für die Veränderung der Politik ihrer Länder verantwortlich sind. Wie Schiller in seiner Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande schrieb, könne „ein herzhafter Widerstand auch den gestreckten Arm eines Despoten beugen“.    

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Internationale Friedenskoalition #134, 26.12.2025, 17.00 Uhr

Vernunft, Unsterblichkeit und die Weigerung, klein zu sein

134. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Vernunft, Unsterblichkeit und die Weigerung, klein zu sein

26. Dezember 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Nehmen Sie diese Woche an der International Peace Coalition u.a. mit Rachel Clark, Dolmetscherin, Beraterin und internationale Koordinatorin zwischen Japan und den Vereinigten Staaten und Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) teil.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Wenn Sanktionen ohne Gerichtsverfahren verhängt, Bankkonten ohne Erklärung geschlossen und politische Äußerungen als Gefahr für die Öffentlichkeit behandelt werden, geht es nicht mehr um diesen oder jenen politischen Streit. Es geht darum, ob die Vernunft selbst noch existieren darf. Ideen, die auf den ersten Blick keine physische Kraft zu haben scheinen, können dennoch Berge versetzen, Imperien zu Fall bringen und völlig neue Wissenschaftsbereiche schaffen, denn der menschliche Geist ist in der Lage, Prinzipien zu entdecken, nach denen das Universum regiert wird. Diese Kohärenz zwischen dem kreativen Denken des Menschen und der Realität unseres sich entwickelnden Universums ist die wahre Quelle der Macht.

Eine Gesellschaft, die diese Fähigkeit bekämpft, kann nicht lange überleben. Man kann die Demokratie nicht verteidigen, indem man erklärt, dass das bloße Anhören der Worte eines politischen Kontrahenten „ernsthaften Schaden” verursachen könnte. Ebenso wenig kann man sich zur Meinungsfreiheit bekennen und gleichzeitig ideologischen Gehorsam durch Reiseverbote, Sanktionen und finanzielle Ausgrenzung erzwingen. Solche Maßnahmen sind keine Stärke, sondern das Eingeständnis einer intellektuellen Bankrotterklärung.

Was wir derzeit – insbesondere in Europa – beobachten, geht weit über Heuchelei hinaus. Es zeigt das Fehlen jeglicher moralischer Orientierung. Politiker, die sich gegen ihnen auferlegte Beschränkungen wehren, befürworten freudig weitaus härtere Strafen gegen Journalisten, Richter, UN-Beamte und politische Gegner. Die Schließung von Bankkonten in Deutschland, die Parteien und Reportern gehören, ist keine rein technische Angelegenheit. Sie signalisiert, dass die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben davon abhängt, die „richtigen” Einstellungen zu haben.

Genau diese Art der Degeneration hat Lyndon LaRouche angesprochen, als er vom Konzept der Unsterblichkeit sprach – nicht als körperliche Unsterblichkeit, sondern als Maßstab für ein Leben, das für die Zukunft der Menschheit gelebt wird:

„Alle großen Persönlichkeiten haben sich der Unsterblichkeit verschrieben. Nicht Unsterblichkeit im biologischen Sinne, sondern im Sinne der Frage: ‘Wie soll ich mein Leben verbringen?’ Indem wir die Gesellschaft verbessern, erlangen wir eine gewisse Unsterblichkeit.”

Er stellte diese Sichtweise der vorherrschenden Mentalität in der modernen Politik gegenüber:

„Dem typischen Politiker fehlt das. Er will seine sofortige Befriedigung. Er will den Erfolg seiner Parteifraktion. Er will das Beste für sein Land, aber er will es, ohne seinen eigenen Erfolg aufgeben zu müssen.”

LaRouche identifizierte die grundlegendere Gefahr als eine Verkümmerung des menschlichen Geistes:

„Wie kann man von Menschen erwarten, die mit den Sorgen um die unmittelbaren Interessen ihrer Familien, ihren eigenen Unsicherheiten und ihren alltäglichen Problemen beschäftigt sind, dass sie über sich hinauswachsen, wenn die Führungsschicht sich selbst wie kleine Menschen verhält? Sich wie kleine Schaufensterpuppen verhalten?”

Dieser moralischen Kleinheit stellte er einen höheren Maßstab entgegen:

„Was wir brauchen, sind wahre Helden. Nicht Heldentum mit dem Schwert, sondern Heldentum mit dem Geist. Es braucht eine Kombination aus Mut, wie den von Jeanne d’Arc, aber auch die damit einhergehende Weisheit der Seele.”

In diesem Licht muss auch das Zusammentreffen der Internationalen Friedenskoalition am 26. Dezember verstanden werden. Es verkörpert die Weigerung, eine von Angst, Sanktionen, Zensur und permanentem Krieg beherrschte Welt zu akzeptieren. In einem Moment der Geschichte, in dem militärische Eskalation zur Normalität geworden ist, wirtschaftliche Strangulierung als Form der Diplomatie gilt und trotz wissenschaftlicher Durchbrüche wie der Laserfusion immer noch endlose Konflikte gefordert werden, stellt sich die Frage, ob endlich wieder Vernunft die Politik leiten wird.

Unsterblichkeit ist in diesem Sinne keine abstrakte philosophische Frage.

Sie ist das praktische Maß dafür, ob Führungskräfte und Bürger gleichermaßen zum Wohle zukünftiger Generationen handeln. Eine Zivilisation, die die Vernunft unterdrückt, verurteilt sich selbst zum Niedergang. Eine Zivilisation, die die Vernunft jedoch schätzt, entscheidet sich dafür, in der Zukunft zu leben.


Internationale Jugendbewegung entsteht: eine neue strategische Flanke für das Gute

Von Daniel Burke und Alexander Hartmann

Für alle Kräfte, die eine neue, gerechte Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für die Welt fordern, entsteht jetzt eine wichtige neue strategische Flanke: eine internationale Jugendbewegung, die sich den gemeinsamen Interessen der Menschheit verschrieben hat. In der Pariser Konferenz von Solidarité et Progrès und dem Schiller-Institut am 8.-9. November hatte die Gründerin des Instituts, Helga Zepp-LaRouche, zum Aufbau einer solchen Bewegung aufgerufen („Eine weltweite Jugendbewegung für Frieden und Entwicklung”). Diese Jugendbewegung wächst nun schnell an. Am 14. Dezember beteiligten sich mehr als 200 Jugendliche aus fast 40 Ländern aller fünf Kontinente an einer internationalen Online-Konferenz unter dem Motto „Junge Menschen der Welt, vereinigt euch!“, um über die Herausforderungen zu sprechen, mit denen die Jugend weltweit konfrontiert ist, wenn sie eine Zukunft haben will. Vertreten waren: Afghanistan, Algerien, Argentinien, Äthiopien, Australien, Bangladesch, Brasilien, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Dänemark, DR Kongo, Deutschland, Frankreich, Gambia, Ghana, Indien, Iran, Italien, Japan, Jemen, Kamerun, Kanada, Kenia, Madagaskar, Mali, Mexiko, Niederlande, Niger, Nigeria, Palästina, St. Lucia, Senegal, Simbabwe, Sudan, Südafrika, Tansania, Tschad, Uganda und die USA.

Sie wurden dabei beraten von erfahrenen internationalen Persönlichkeiten: neben Helga Zepp-LaRouche Dr. Naledi Pandor, Vorsitzende der Nelson-Mandela-Stiftung und ehemalige südafrikanische Außenministerin, Jacques Cheminade, Präsident der französischen Partei Solidarité & Progrès, Beryl Sisulu, Botschafterin Südafrikas in Mexiko, sowie Alain Charlemagne Pereira, Botschafter a.D. und ehemaliger Stabschef der senegalesischen Luftwaffe. Sie stellten sich im ersten Konferenzabschnitt dem Dialog mit den jungen Menschen.

Zepp-LaRouche stellte in ihrem Vortrag die einzigartige Bedeutung und Geschichte der LaRouche-Bewegung vor. Diese Bewegung schaffe die Grundlage dafür, die Welt aus dem gegenwärtigen Wahnsinn zu befreien, und eröffne die Möglichkeit, die Welt „vollständig zu einem besseren System zu verändern, in dem jedes Land das Recht auf Entwicklung hat“.

Vor mehr als einem halben Jahrhundert hätten Lyndon LaRouche und seine Bewegung mutig die Schrecken des Faschismus, die Tragödie des Völkermords im Zweiten Weltkrieg und die unvermeidlichen mörderischen Folgen eines Systems angesprochen, das auf billigen Arbeitskräften und Abwertung souveräner Währungen beruht. Zepp-LaRouche betonte:

„Wir haben uns seit Lyndon LaRouches Prognose im Jahr 1971 darauf vorbereitet, daß wir auf eine neue Gefahr von Faschismus, Krieg und Depression stoßen würden, aber auch auf das Potential für die neue Weltwirtschaftsordnung, an der wir seit einem halben Jahrhundert in Form von konkreten Programmen arbeiten. Dieser Moment ist jetzt gekommen, und das mit einer solchen Gewalt, daß die meisten Menschen, die sich nicht mit den inhärenten Fehlern des gegenwärtigen Finanzsystems auseinandergesetzt haben, völlig überrascht sind. Sie verstehen nicht recht, wie die Dinge so aus dem Ruder laufen können.

Sie erkennen nur, daß die alte Ordnung verschwunden ist – speziell die sogenannte unipolare Ordnung, die nach dem Ende des Kalten Krieges etabliert werden sollte. Sie ist am Ende. Es gibt nicht nur eine riesige Kluft zwischen dem sogenannten Globalen Westen und dem Globalen Süden, sondern auch einen großen Bruch in den transatlantischen Beziehungen.“

Wir seien in einem „unglaublich machtvollen Moment der Geschichte, denn es geht nicht nur um die Jugendbewegung. Die Mehrheit der Länder – die BRICS-Staaten, die SCO und viele andere Organisationen – kämpfen heute für ein System, in dem jedes Land auf dem Planeten die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand für seine Bürger hat.“

Die große Aufgabe bestehe nun darin, zu verhindern, daß die Neokonservativen in Amerika und die Kriegspartei in Europa, die immer noch im Krieg ein Mittel zur Konfliktlösung sehen, ihre Ziele erreichen. „Dafür brauchen wir unbedingt viele junge Menschen, die die Botschaft vermitteln, daß die Zukunft ihnen gehört.“

Intensiver Dialog junger Aktivisten aus aller Welt

Auf den Dialog mit den erfahrenen politischen Führungspersönlichkeiten folgten in einer zweiten Sitzung 17 aufgezeichnete Videobeiträge junger Menschen aus Nigeria, der Elfenbeinküste, dem Jemen, Mexiko, den Niederlanden, Rußland, dem Sudan, Kamerun, Japan, den Vereinigten Staaten, Mali, Kenia, Uganda und Brasilien, dazu ein Dutzend Live-Statements junger Führungskräfte aus der Demokratischen Republik Kongo, Niger und vielen anderen Ländern. Die Beiträge behandelten unterschiedliche Themen, die aber alle für die Zukunft wichtig sind, darunter:

  • der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gegen Mykotoxin-Kontamination (Schimmelpilze) von Lebensmitteln in Afrika,
  • Mobilisierung der Bevölkerung Mexikos für Zusammenarbeit mit den BRICS,
  • Gedenken an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki,
  • der 255. Geburtstag Ludwig van Beethovens aus der Sicht eines jungen Jemeniten,
  • dringend notwendige Aktivitäten, um die mörderischen Krisen in der DR Kongo und im Gazastreifen zu beenden,
  • der rechtliche Kampf um die wirtschaftliche und politische Souveränität Malis,
  • die Forderung nach einem gerechten System für die Weltlandwirtschaft aus der Sicht eines US-Viehzüchters,
  • und die Bedeutung von fossilen Brennstoffen und Großprojekten für die Überwindung der Armut in Afrika und der Welt.

Auf diese Beiträge folgte eine weitere Diskussion der jungen Aktivisten mit Zepp-LaRouche und Cheminade. Dabei ging es insbesondere darum, was heute und in der Zukunft zu tun ist, um einen neuen, diesmal globalen Faschismus zu verhindern, der mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, Kryptowährungen und dem Militärisch-Industriellen Komplex die Konsolidierung eines neuen, gerechten Paradigmas für die Menschheit verhindern soll.

„Lösungen für jedes menschengemachte Problem“

Als Beispiel für diese Machenschaften wurde auf ein perverses neues Propagandavideo der NATO verwiesen, im dem ganz offen ausgesprochen wird, daß der Krieg in die Gehirne der Menschen getragen werden soll.1 Vor diesem Hintergrund sei die Frage, wie sich diese weltweite Jugendkooperation engagieren muß. Zepp-LaRouche forderte die künftigen Führungspersönlichkeiten heraus:

„Wir sind keine Barbaren. Wir sind nicht wie dieses Menschenbild der NATO. Wir sind eine schöpferische Gattung, wir können Lösungen für jedes menschengemachte Problem finden. Und Krieg ist ein menschengemachtes Problem.

Deshalb halte ich eine starke internationale Jugendbewegung für den Schlüssel zur Lösung der gegenwärtigen Situation in der Geschichte der Menschheit. Nur wenn wir junge Menschen auf allen Kontinenten haben – in Afrika, Lateinamerika, Asien, und dann hoffentlich auch in den Vereinigten Staaten und Europa –, die für ein neues Wirtschaftssystem, eine neue Weltwirtschaftsordnung und ein Ende des Krieges kämpfen, kann diese Tragödie, die auf die Menschheit zukommen kann, vermieden werden.“

Sie sei sehr optimistisch, daß wir „über alle Mittel verfügen, um ein neues Kapitel der Menschheit aufzuschlagen. Wir können diese gegenwärtige Periode, diese Ära des Imperialismus und Kolonialismus, hinter uns lassen und in eine neue Phase der Menschheit eintreten, in der die Länder miteinander umgehen wie Mitglieder einer Familie, wo jeder das Beste für den anderen will und umgekehrt.“

In einer solchen Zukunft werde die Menschheit „ihre Energien darauf verwenden, wie wir die Fusionsenergie nutzen, wie wir bisher unheilbare Krankheiten besiegen, wie wir zum Mond reisen und die Voraussetzungen für interstellare Raumfahrt schaffen“. Es wäre „eine glänzende Zukunft, in der die eine Menschheit zur gemeinsamen Identität aller wird“.

Die begeisterten Reaktionen der jungen Konferenzteilnehmer zeigen, daß viele bereit und willens sind, diese Bewegung mit aufzubauen und dabei Zepp-LaRouches Aufruf zu folgen, die Methode des „Zusammenfalls der Gegensätze“ zu meistern, die Kardinal Nikolaus von Kues im 15. Jahrhundert als Mittel zur Lösung scheinbar unlösbarer Probleme erfunden hat, indem man solche Probleme von einer höheren Ebene aus angeht.

Die Mitschnitte der beiden Sitzungen (im englischen Original) finden Sie auf der Internetseite des Schiller-Instituts.


Anmerkung

1. „From Foresight to Warfight!“, Propaganda-Video von NATO Allied Command.


Junge Menschen der Welt, vereinigt euch!

Bericht vom 133. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das 133. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am 19. Dezember statt, die Präsidentin des Schiller-Instituts und IPC-Mitgründerin Helga Zepp-LaRouche eröffnete es mit einer detaillierten Darstellung der turbulenten jüngsten Zeit. Die Europäische Union sei mit ihren Plänen zur Finanzierung des Krieges gegen Rußland in der Ukraine gescheitert. Die Notlösung der EU bestehe nun darin, auf Kosten der Steuerzahler 90 Milliarden Euro zu leihen und das Geld wiederum der Ukraine zu leihen, damit das Land die 45 Milliarden Euro, die es der EU bereits schuldet, zurückzahlen kann. Dieses gigantische Schneeballsystem werde am Krieg nichts ändern, weil die Ukraine keine Soldaten mehr habe, um weiterzukämpfen.

Doch die noch verbliebene Einheit in der EU werde zerstört, weil Länder wie Ungarn, Tschechien, Österreich und andere sich diesem Wahnsinn widersetzen. Allein die Drohung der EU, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu stehlen, bringe das gesamte Finanzsystem in Gefahr. Der jüngste 16-stündige EU-Gipfel sei ein Ausdruck höchster Verzweiflung – die Staats- und Regierungschefs wurden gezwungen, so lange zu bleiben, bis ein Plan vereinbart war. Dabei hätten Medienberichte bestätigt, daß es nie zum Krieg in der Ukraine gekommen wäre, wenn das Land 2020 eingewilligt hätte, auf einen NATO-Beitritt zu verzichten.

Zepp-LaRouche sprach dann von der Gefahr eines Krieges der USA gegen Venezuela, was „eine Katastrophe“ wäre. Dieser Wahnsinn spalte Präsident Trumps Basis, weil er immer versprochen hatte, keine Kriege mehr zu führen.

Sie erwähnte auch die Sanktionen der EU gegen den Schweizer Offizier und Autor Jacques Baud wegen des „Verbrechens”, der offiziellen Linie zum Ukrainekrieg zu widersprechen. Diese Verletzung der Meinungsfreiheit stehe im Widerspruch zur UN-Charta, EU-Recht und der US-Verfassung. Vielleicht werde EU noch versuchen, Sanktionen gegen Papst Leo zu verhängen, weil er sich gegen den Krieg ausspricht.

Zepp-LaRouche verurteilte die gefährlichen Äußerungen des Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, für einen „Präventivschlag” gegen Rußland, und Behauptungen aus der NATO, der Krieg liege „in der Natur des Menschen“. Sie rief alle Teilnehmer auf, ihre Forderung nach einer Auflösung der NATO zu unterstützen. Die Jugend der Welt müsse sich zusammenzuschließen, um den Krieg zu beenden und ein neues Paradigma für Entwicklung zu schaffen. Das herrschende Establishment habe nicht das Recht, der Menschheit ihre Zukunft zu stehlen.

Gegen die „Händler des Todes“

Jack Gilroy sprach dann über seine Theologie des Widerstands; er ist seit Jahrzehnten bei Veterans for Peace und Pax Christi in den USA aktiv. Gilroy gab einen Überblick über die Nachkriegsgeschichte der Geopolitik, angefangen mit seinen Erfahrungen 1955 als NATO-Soldat an der Grenze zur Tschechoslowakei, wo er und seine Kameraden genau wußten, daß sie im Ernstfall alle nur „Opferlämmer” wären. In der Kubakrise 1962 hätten dann die Verhandlungen zwischen Kennedy und Chruschtschow mit der Hilfe von Papst Johannes XXIII. einen Weltkrieg verhindert. Im Juni und September 1963 habe Kennedy an der American University in Washington und später vor der UNO über Abrüstung gesprochen, und bei einer anderen Gelegenheit gesagt, er wolle die CIA „in tausend Stücke zerschlagen“.

Nachdem 1989 die Berliner Mauer fiel, sei viel von einer Umstellung der Rüstungsindustrie auf friedliche Zwecke die Rede gewesen, aber die „Händler des Todes” wollten Rußland unbedingt als Feind behalten. 2014 habe die CIA die gewählte Regierung in der Ukraine gestürzt, um Krieg gegen Rußland zu schüren. Als Rußland 2022 in die Ukraine einmarschierte, seien die Aktien der Händler des Todes sprunghaft angestiegen. 2024 habe dann die NATO durch die Lieferung von Langstreckenraketen an die Ukraine die Welt in eine neue Kubakrise gestürzt.

Es sei an der Zeit, sich von der Lüge zu verabschieden, Militarismus gäbe uns Sicherheit. Die einzige wahre Sicherheit komme von Entwicklung und Gerechtigkeit. Gilroy betonte, in der Zukunft werde man Kennedy, Papst Johannes XXIII. und Lyndon LaRouche als die wahren Helden dieser Zeit betrachten. In der Diskussion sprach Gilroy auch über seine Theatergruppe „Rising Together Theater“, die sich mit Fragen von Frieden und Gerechtigkeit befaßt.

Der Kampf um Iberoamerika

Der EIR-Iberoamerika-Redakteur Dennis Small informierte über den Machtkampf im Weißen Haus in Bezug auf einen Krieg gegen Venezuela. Anführer der Kriegsfraktion seien der bösartige Vize-Stabschef des Weißen Hauses Stephen Miller und der extrem ehrgeizige Außenminister Marco Rubio, die Trump in diese Falle drängen.

Small kontrastierte dann die Politik imperialistischer Kriege und kolonialer Ausbeutung in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) der USA mit der Politik für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit in Chinas jüngster Erklärung zu Lateinamerika und der Karibik. Die NSS besage, die USA müßten die Welt dominieren und kein Land oder Ländergruppe dürfe stark genug werden, um das zu gefährden. China dagegen spreche von „universeller Sicherheit”, gemeinsamen Zielen und Zusammenarbeit. China verwende auch den Begriff „trilaterale Entwicklung”, womit es die USA einlädt, sich an der Entwicklung Lateinamerikas zu beteiligen. Die NSS lehne das jedoch ab und bestehe darauf, daß die USA alleinigen Zugang zu den Ressourcen der Region haben und alle anderen Länder verdrängen. Small listete die wichtigsten Großprojekte in Süd- und Mittelamerika auf, die China organisiert hat oder die es vorhat, die aber von den USA sabotiert werden.

Professor Eduardo Siqueira von der University of Massachusetts in Boston sagte, der Fokus der Politik liege immer zu sehr auf Krieg statt auf Frieden. Die NSS halte nur schriftlich fest, was viele Regierungen in Iberoamerika längst wüßten, nämlich, daß die USA eine „Kanonenboot-Diplomatie“ vorhaben. Die USA wollten Länder zwingen, gegen das eigene Interesse zu handeln, so auch in Venezuela, seit Hugo Chávez an die Macht kam. Um zu versuchen, Chávez und seine Anhänger zu stürzen, hätten die USA einen Putschversuch organisiert, Militärführer bestochen, Söldner in Kolumbien eingesetzt und künstliche Gegenkandidaten wie Juan Guaidó und María Machado finanziert. Während die Trump-Regierung Maduro wegen angeblicher „Verbindungen zum Drogenhandel“ mit einer Invasion drohe, habe sie gleichzeitig den honduranischen Ex-Präsidenten und berüchtigten Drogenhändler Juan Hernández begnadigt.

Die USA benutzten die CIA und Organisation wie NED (National Endowment for Democracy), um Marionettenregime einzusetzen, das eigentliche Angriffsziel sei aber Brasilien. Stephen Miller ändere jeden Tag seine Argumentation mit neuen Lügen, aber das Ziel sei immer, den Einfluß Chinas und der BRICS zu stoppen. Siqueira betonte, ein Imperium handele immer verzweifelter, wenn es im Niedergang begriffen ist. Gilroy ergänzte, er habe Venezuela mehrmals besucht und sei beeindruckt von den kubanischen Ärzten, die sich dort in den Armenvierteln um die „vergessenen Menschen“ kümmern.

Die Jugend ist entscheidend

Mehrere junge Redner berichteten dann von den beiden Jugendkonferenzen des Schiller-Instituts im November in Paris und online am 14. Dezember. Tim aus Uganda rief alle jungen Menschen der Welt auf, gemeinsam für Entwicklung zu kämpfen, um die Kriege zu beenden. Wenn Afrika frei sei, werde auch die Welt frei sein. Estevao aus Brasilien betonte, um Frieden zu schaffen, müsse man die Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648 anwenden und die „Interessen der anderen“ berücksichtigen. Estevao war einer der Teilnehmer der Konferenz vom 14. Dezember mit 200 Teilnehmern aus 39 Ländern, auf der über Themen wie die Glass-Steagall-Bankentrennung diskutiert wurde, die Kredit in Produktion statt in Spekulation lenken kann. Carla aus der Bronx (New York City) sprach über ihr Organisieren von Studentengruppen für Großprojekte wie den Beringstraßentunnel und den Oasenplan, die Frieden durch Entwicklung bringen können, was auf begeisterte Resonanz stoße.

In der Diskussion schlugen einige Teilnehmer vor, jeder solle sich eine Leseliste für die Ferienzeit aussuchen, aber Dennis Small wies darauf hin, daß mehrere der genannten Bücher nicht das höhere Prinzip der „einen Menschheit” behandeln. Um so effektiv wie möglich zu organisieren, müsse man die Werke von Lyndon LaRouche kennen und verstehen. Auf die Frage, wie man die USA positiv verändern könne, antwortete Zepp-LaRouche, die Amerikaner müßten ihre „Vorgeschichte” kennen, die mindestens bis zu Paolo Toscanelli zurückreicht. Es gebe eine Universalgeschichte der Menschheit, und eine Verschiebung zu einer chauvinistischen Sichtweise sei immer sehr besorgniserregend. Die amerikanische Elite habe die britische Kolonialpolitik übernommen, wie man an H.G. Wells‘ Buch Die offene Verschwörung sehen könne. Zepp-LaRouche schloß mit dem Aufruf, Unterstützung für ihre Erklärung zum Austritt aus der NATO zu sammeln und Lyndon LaRouches Werke zu lesen, wie z.B. „Der wahre Staatsmann – das historische Individuum“.1

Steve Carr


Anmerkung

1. Siehe: „Der wahre Staatsmann”, Lyndon LaRouche, Ibykus 4/2002, PDF, E.I.R. Online-Shop.


Internationale Friedenskoalition #133, 19.12.2025, 17.00 Uhr

Jugend der Welt, vereinigt euch!

133. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Jugend der Welt, vereinigt euch!

19. Dezember 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Diese Woche werden wir von sowohl Jugendlichen aus aller Welt, die über die erfolgreiche internationale Jugendkonferenz vom 14. Dezember berichten, als auch Jack Gilroy von Veterans for Peace, Pax Christi – Upstate NY, Pax Christi International und anderen begleitet.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Versetzen Sie sich für einen Moment in die Lage eines Präsidenten, eines Kabinettsministers oder einer anderen bedeutenden führenden Persönlichkeit einer Nation aus dem Globalen Süden, der die Mehrheit der Menschheit repräsentiert – entweder eines derzeitigen oder eines zukünftigen Führers, wie beispielsweise die rund 150 jungen Erwachsenen aus etwa 37 Ländern aller Kontinente, die am 14. Dezember am internationalen Jugenddialog (englisch) mit der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, teilgenommen haben.

Was sehen Sie?

Sie sehen, dass die Vereinigten Staaten eine wichtige Rolle dabei spielen, eine Lösung für den Krieg in der Ukraine zu finden, die die Sicherheitsinteressen aller Parteien berücksichtigt. Aber Sie sehen auch, dass die Trump-Regierung im Begriff ist, einen militärischen Angriff auf Venezuela zu starten, und offen erklärt, sie beabsichtige, dessen Öl zu stehlen – und damit bereits begonnen hat, indem sie Schiffe auf hoher See beschlagnahmt –, obwohl sie gewählt wurde, um „nie wieder“ einen solchen Eroberungskrieg zu führen.

Sie lesen das Dokument zur Nationalen Sicherheitsstrategie derselben Regierung, das am 4. Dezember 2025 veröffentlicht wurde und in dem die Absicht verkündet wird, China und seine Belt and Road Initiative aus der westlichen Hemisphäre zu vertreiben – als ersten Schritt. „Wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, um ausländische Unternehmen, die in der Region Infrastruktur aufbauen, zu verdrängen“, heißt es in dem Dokument unverblümt, „indem wir den Einfluss der USA in den Bereichen Finanzen und Technologie nutzen, um Länder dazu zu bewegen, solche Hilfe abzulehnen“, während wir die militärische, politische und finanzielle Macht der USA einsetzen, um „den Zugang der USA zu wichtigen Mineralien und Materialien zu erweitern“.

Ihnen ist klar, dass, wenn diese Trump-Schlussfolgerung des Kolonialismus britischer Prägung in der westlichen Hemisphäre Bestand hat, Afrika, der Nahe Osten und Asien als Nächstes an der Reihe sein werden.

Um sicherzugehen, schauen Sie sich um, welche großen Infrastrukturprojekte die Vereinigten Staaten in den letzten 20 Jahren in Lateinamerika und der Karibik mit aufgebaut haben.

Es gibt keine.

Aber Ihr Blick richtet sich auch auf eine andere Wirtschafts- und Sicherheitspolitik, die von China und anderen Nationen der BRICS und der SCO ausgeht. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass China in 40 Jahren 850 Millionen Menschen aus der Armut befreit hat, und Sie haben sich gefragt: „Wenn China das kann, warum können wir das nicht auch?“ Und am 10. Dezember 2025 veröffentlichte die chinesische Regierung ein Strategiepapier zu Lateinamerika und der Karibik, das „die Planung und den Bau von Infrastruktur in lateinamerikanischen und karibischen Ländern (LAC) vorsieht, um die regionale Infrastrukturkonnektivität zu verbessern“.

Darin heißt es, dass China dazu beitragen wird, „die Weltraumtechnologie sinnvoll zu nutzen, um die wissenschaftliche, technologische und industrielle Entwicklung der LAC-Länder voranzutreiben“, und „die aktive Beteiligung der LAC-Länder am bemannten Weltraumprogramm Chinas sowie an Mond- und Weltraumerkundungsmissionen“ anbietet. Es wird betont, dass „junge Wissenschaftler besonders unterstützt werden“ und dass die Armutsbekämpfung ein zentrales Ziel aller chinesischen Aktivitäten in der Region sein wird. Es wird betont, dass „China den LAC-Ländern weiterhin Entwicklungshilfe ohne politische Bedingungen leisten wird“ (weit entfernt von dem, was der IWF und die Wall Street derzeit tun), und es wird sogar angeboten, „eine trilaterale Entwicklungszusammenarbeit in den LAC-Ländern mit relevanten Ländern außerhalb der Region durchzuführen“ – ein direktes Angebot an die Vereinigten Staaten und Europa, sich diesen Win-Win-Politiken anzuschließen.

Wenn man sich dann ansieht, welche großen Infrastrukturprojekte die Chinesen in Lateinamerika und der Karibik gebaut oder angeboten haben, sieht man den Megahafen Chancay in Peru, der jetzt in Betrieb ist, den geplanten bi-ozeanischen Eisenbahnkorridor, der den Atlantik und den Pazifik von Peru bis Brasilien verbindet, den Eisenerz- und Stahlkomplex Mutún in Bolivien. Es gibt die Vorschläge zum Bau des Interozeanischen Großkanals in Nicaragua und zum Bau von Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken durch ganz Mittelamerika. Man sieht die chinesischen Vorschläge zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn in Mexiko – von Mexiko-Stadt nach Querétaro und über die Landenge von Tehuantepec –, die aufgrund des Drucks von Wall Street und Washington gestrichen wurden.

Diese jungen Menschen mit dieser Vision sind Amerikas beste Verbündete beim gemeinsamen Aufbau einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, während wir uns auf das Jahr 2026 zubewegen – das Jahr des 250. Jahrestags der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten.


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