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Leona Meyer-Kasai

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Webinar: Neustart für die Weltwirtschaft unter den Bedingungen der Coronavirus-Pandemie!

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Programm:

15:00 Uhr: Die Neuausrichtung der Weltwirtschaft

Redner vom Schiller- Institut

15:30 Uhr: Neue Werte und innovative Technologien als Garant für Prosperität der Physischen Ökonomie. Der Weg in eine intelligentere  Zukunft.

Industrieberater für Automation und Robotik

15:45 Uhr: Existenzkrise der Landwirtschaft

Landwirt (Schweinezucht)

16:00 Uhr: Wie kommt Deutschland aus der Krise?

Redner von EIR

16:15 Uhr Diskussion

Themenblock 2: Die Zukunft der Atomkraft – mit Deutschland!

16:45 Uhr: Kernfusion in der Energiewende

Physiker

17:00 Uhr: Seriöse Energiepolitik. Was ist das? Und warum so wichtig für Deutschland?

ehemals Reaktorforschungszentrum, AEG Kernenergieanlage (AEG/KEA) und Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS)

17:15 Uhr: Kernenergie-Energie der Zukunft – Ein Blick über den Tellerrand

Betriebsrat Kernkraftwerk

17:30 Uhr: Diskussion

Ende des Webinars gegen 18 Uhr


6. Juni 15- 18 Uhr Webinar: Neustart für die Weltwirtschaft unter den Bedingungen der Coronavirus-Pandemie!

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6. Juni 15- 18 Uhr

Große Teile der Weltwirtschaft erleben derzeit den größten Schock seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Ein Neustart der Wirtschaft ist dringend notwendig. Aber wir können nicht einfach zum Status quo zurückkehren, sondern müssen die Schwächen beheben, die die Struktur unserer Ökonomie so anfällig für die Auswirkungen von Covid-19 gemacht haben! Dazu gehört die vor rund 50 Jahren vom Club of Rome und ähnlichen malthusianischen Institutionen induzierte Grundannahme, die Industrialisierung der Entwicklungsländer solle nie stattfinden und Wirtschaftswachstum per se sei etwas Schlechtes.

Die ILO hat kürzlich Zahlen veröffentlicht, wonach 60 Prozent aller Arbeitsplätze weltweit – d.h. 2 von 3,3 Milliarden -, zur sogenannten informellen Ökonomie gehören. Dies bedeutet, daß diese Menschen bei einem der Pandemie geschuldeten Lockdown unmittelbar in ihrer Existenz bedroht sind. Zusätzlich warnte der Direktor des World Food Programme, David Beasley, soeben vor einer drohenden Hungerkatastrophe „biblischen Ausmaßes“, die, falls sie nicht gestoppt werde, bis zu 300.000 Menschen täglich das Leben kosten könnte. Gleichzeitig ist eine große Zahl von landwirtschaftlichen Betrieben in ihrer Existenz bedroht! Wir stehen nicht nur vor einem potentiellen Massensterben; solange diese Armut in den Entwicklungsländern weiter existiert, besteht auch die Gefahr weiterer, womöglich noch tödlicherer Pandemien.

Wenn wir also einen erfolgreichen Neustart der Wirtschaft planen, dann ist es offensichtlich, daß dies sich weder nur auf eine nationale Ökonomie noch auf einen partiellen Bereich, wie Landwirtschaft, Maschinenbau, Gesundheitssystem, Energie etc. beziehen kann, nicht einmal nur auf Europa oder die USA. Wenn wir das Problem der Weltwirtschaft lösen wollen, dann müssen wir 1,5 Milliarden neue, produktive Arbeitsplätze schaffen und die gesamten industriellen Kapazitäten der Industrienationen mobilisieren, um den sogenannten Entwicklungssektor wirklich aufzubauen und menschenwürdige Lebensbedingungen für jeden einzelnen Menschen auf diesem Planeten zu schaffen.

Wir müssen einerseits Abhängigkeiten durch die Verkürzung von Produktionsketten überwinden, Produktionssicherheit in den Bereichen Gesundheit, Nahrungsmittel und Energie herstellen, und andererseits eine globale Zusammenarbeit erreichen, um die gigantische Unterentwicklung des sogenannten Entwicklungssektors zu überwinden! Die bisher gültige Vorstellung von Profitmaximierung um jeden Preis muß ersetzt werden durch die Idee der Wertschöpfung für das Gemeinwohl vom Standpunkt einer Entwicklungsperspektive für die nächsten 50 Jahre.

So verständlich es ist, daß unter dem Eindruck der gegenwärtigen Krise jeder um sein momentanes Überleben besorgt ist, so offensichtlich ist es andererseits, daß diese Krise zugleich die Chance bedeutet, die Grundlagen für das dauerhafte Überleben der Menschheit zu schaffen. Wenn wir z.B. das enorme Potential Afrikas realisieren wollen, das im Jahr 2050 voraussichtlich 2,5 Milliarden Menschen haben wird, dann müssen wir ernsthaft darangehen, ein Ausbildungsprogramm für etwa eine Milliarde junger Menschen auf diesem Kontinent zu schaffen, wofür der Ausbau der Neuen Seidenstraße zur Weltlandbrücke den Rahmen bilden kann.

Es muß wieder darum gehen, wirklich gesellschaftlichen Reichtum durch den Aufbau der physischen Ökonomie zu schaffen, und nicht monetäre Werte durch Börsengänge und die sogenannte Shareholder-Value-Gesellschaft. Wir haben in Deutschland die absolut wertvolle Erfahrung, unser Land aus einem Trümmerhaufen zu einer modernen Industrienation aufgebaut und ein Wirtschaftswunder geschaffen zu haben, für das uns die ganze Welt einmal bewundert hat. Diesen Geist müssen wir lebendig machen und das volle Potential dieser Industrienation für die Lösung der gegenwärtigen Krise einbringen.

6. Juni 15- 18 Uhr

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LaRouche Legacy Foundation gibt Veröffentlichung von Band I der Gesammelten Werke von Lyndon LaRouche bekannt

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Die LaRouche Legacy Foundation kündigt die Veröffentlichung des ersten Bandes der Gesammelten Werke von Lyndon LaRouche an: „Jetzt ist es notwendig, daß die Welt auf die weisen Worte von Lyndon LaRouche hört.“

LEESBURG, VA (5. Mai 2020)-Die LaRouche Legacy Foundation (LLF) freut sich, die Veröffentlichung von Band I der Gesammelten Werke von Lyndon LaRouche bekanntzugeben. Lyndon H. LaRouche jr., der im Februar 2019 verstorben ist, war ein produktiver Schriftsteller, Redner und Denker, der einzigartige Beiträge in den Bereichen Wirtschaft, klassische Kultur, Geschichte, Philosophie und Wissenschaft geleistet hat. Dieser erste Band enthält vier seiner wichtigsten und einflußreichsten Schriften über die Wissenschaft der physischen Ökonomie:

  1. So, You Wish To Learn All About Economics? (dt.: Was Sie schon immer über Wirtschaft wissen wollten)
  2. There Are No Limits to Growth (dt. Es gibt keine Grenzen des Wachstums)
  3. The Science of the Christian Economy (dt.: Christentum und Wirtschaft)
  4. The Earth’s Next Fifty Years (dt.: Die kommenden fünfzig Jahre der Erde)

Lyndon LaRouche wurde im Laufe der 1970er und 1980er Jahre zu einer der umstrittensten internationalen politischen Persönlichkeiten seiner Zeit und zu einem originellen Denker, der bahnbrechende Entdeckungen auf den Gebieten der physischen Ökonomie, der klassischen Kultur, der Naturwissenschaften, der Geschichtsschreibung, der Philosophie und mehr machte. Nur wenige moderne Denker sind von ihren politischen Gegnern und den Massenmedien so verleumdet worden, während sie sich gleichzeitig den tiefen Respekt führender internationaler Persönlichkeiten erworben haben, die seine Werke studiert haben:

„Jetzt ist es notwendig, daß die Welt auf die weisen Worte von Lyndon LaRouche hört“. – José López Portillo, ehemaliger Präsident von Mexiko.

„Herr LaRouche wird sicherlich seinen Platz in der Geschichte finden. Er wurde in seiner Lebzeit, für seine Vision und sein Werk ungerecht behandelt.“ Ramsey Clark, ehemaliger Justizminister der Vereinigten Staaten.

Jetzt kann der Leser selbst Zugang zu LaRouches grundlegenden Schriften in einer hübschen, gebundenen Ausgabe finden und selbst urteilen. (776 Seiten).

Ein Verlagsvorwort und eine Einführung von LaRouches Ehefrau, Helga Zepp-LaRouche, umreißen den Umfang und die Bedeutung des Verlagsprojekts, das LLF in Angriff genommen hat und das sich voraussichtlich auf Dutzende von Bänden, begleitet von einem digitalen Archiv, erstrecken wird.

Weitere Informationen erhalten Sie von Megan Beets bei der LaRouche Legacy Foundation (info@larouchelegacyfoundation.org). Bitte besuchen Sie larouchelegacyfoundation.org


Gipfeltreffen der Blockfreien Bewegung

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Gipfeltreffen der Blockfreien Bewegung betont Multilateralismus und globale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von COVID-19

 

Am 4. Mai nahmen 40 Staatsoberhäupter aus Asien, Afrika, Europa und Lateinamerika an einem virtuellen Gipfeltreffen der Kontaktgruppe der Blockfreien Bewegung teil, um über die Koordination und Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie zu diskutieren.

An dem Online-Gipfeltreffen, das vom derzeitigen Vorsitzenden der Blockfreienbewegung, dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew, ausgerichtet wurde, nahmen unter anderem UN-Generalsekretär Antonio Gutteres, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Direktor der Weltgesundheitsorganisation, Josep Borrell, Chef der Außenpolitik der Europäischen Union, sowie die Staats- und Regierungschefs von Indien, Pakistan, Ägypten, Iran, Venezuela, Kuba und Indonesien als Gäste teil. Der 1961 gegründeten Blockfreienbewegung gehören Vertreter von 120 Ländern an, die größtenteils Entwicklungsländer sind.

Laut einem Bericht der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu verpflichtete sich der Gipfel zum Aufbau einer „stärkeren und effektiveren post-pandenischen Welt auf Grundlage von Zusammenarbeit und Multilateralismus“, welche als unverzichtbar angesehen werden. Die Gruppe bot der Weltgesundheitsorganisation ihre volle Unterstützung an und verurteilte die Anwendung einseitiger Zwangssanktionen gegen mehrere Länder, die gegen die UN-Charta und das Völkerrecht verstoßen.

Die Diskussion konzentrierte sich auf die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung der Pandemie und zur Förderung der verstärkten Rolle der Blockfreienbewegung bei der Bewältigung und Linderung der durch die Pandemie verursachten Folgen, wobei anerkannt wurde, daß arme Nationen am härtesten betroffen sind. Die Blockfreiebewegung warnte, die Auswirkungen der Krise, „werden hart erarbeitete Entwicklungserfolge zunichte machen und Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung behindern“. Die Gruppe stimmte für die Einrichtung einer Arbeitsgruppe der Blockfreienbewegung, die eine Datenbank einrichten soll, in der die grundlegenden humanitären und medizinischen Bedürfnisse der Mitgliedsstaaten der Blockfreienbewegung erfaßt werden sollen.

Im Abschlußkommuniqué des Gipfeltreffens heißt es unter Punkt 11, daß „angesichts dieser Art von globaler Notlage der Geist der Solidarität im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen muß und ein hohes Maß an ethischem und humanistischem Engagement erforderlich ist, wo Solidarität und selbstlose Zusammenarbeit vorherrschen, um die bedürftigen Völker mit Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Hilfsgütern, Nahrungsmitteln, Austausch von Fachwissen und bewährten Praktiken zu versorgen“.

Der vollständige Text der Erklärung ist hier zu finden: http://www.today.az/news/politics/193533.html


Anmerkungen von Helga Zepp-LaRouche zum Gedenken anläßlich des 75. Jahrestages des Treffens an der Elbe

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24. April 2020

Sehr geehrter Herr Professor Losanskij, sehr geehrte Teilnehmer,

Ich überbringe Ihnen herzliche Grüße von Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts. Wegen unvermeidbarer anderer Verpflichtungen kann sie im Moment nicht persönlich bei Ihnen sein.

Vielen Dank für Ihre Einladung, des 75. Jahrestages eines mehr als nur symbolischen Handschlags zwischen amerikanischen und sowjetischen Truppen bei Torgau im April 1945 zu gedenken.

Die amerikanisch-russische Allianz hatte es möglich gemacht, eine faschistische Übernahme der Menschheit und deren fast garantierte Zerstörung zu verhindern.

Die Erwartungen, einen dauerhaften Frieden und eine gemeinsame Entwicklung zu schaffen, haben sich jedoch weitgehend nicht erfüllt, und die Zivilisation hätte zu verschiedenen Zeitpunkten des „Kalten Krieges“ tragisch enden können.

Selbst als die Sowjetunion zusammenbrach, wurde durch einflußreiche „neokonservative“ Gruppierungen, die für eine einseitige anglo-amerikanische Weltordnung warben, eine einmalige Chance vertan. Nach drei Jahrzehnten von Regimewechselkriegen und der Politik von Sanktionen, Abkoppelung und Dämonisierung ist die Sicherheit der Menschheit fragiler denn je.

Die Herausforderungen sind vielfältig und tiefgreifend. Wir werden nicht nur durch das Fehlen einer Sicherheitsarchitektur, die das Überleben der Menschheit garantiert, sondern auch durch das rasch zerbröckelnde spekulative Finanzsystem und die Zunahme des „Narko-Terrorismus“ bedroht. Und obendrein verschlimmert eine verheerende Pandemie, die wie die Pandemie von 1918 potentiell Massensterben verursacht, Armut, Hunger und Unterentwicklung.

Ein neuer, starker Handschlag zwischen Ost und West ist notwendig, um diese lebensbedrohliche Krise zu eliminieren und eine Lösung auf den Weg zu bringen.

Das Schiller-Institut hat einen Aktionsplan vorgelegt, der auf dem Vorschlag des verstorbenen Ökonomen Lyndon LaRouche basiert und zu einem Treffen der „Vier Mächte“ zur Reorganisation des gescheiterten Systems aufruft. Dabei handelt es sich um Rußland, die Vereinigten Staaten, China und Indien.

Die Kombination dieser Nationen würde genug Stärke darstellen, um die folgende Agenda zu erreichen:

1. Schließung der Kasinowirtschaft durch die Trennung der spekulativ-finanziellen Profitmacherei von der Realwirtschaft,

2. Wiederherstellung des nationalen Kreditwesens für langfristige Kredite, die in eine massive Expansion der produktiven Unternehmen und die Schaffung von Arbeitsplätzen fließen sollen,

3. Vereinbarung eines neuen Bretton-Woods-Abkommens, um die Grundlage für eine globale Zusammenarbeit zur Bewältigung aller Aufgaben zu schaffen, die für den Wiederaufbau der physischen Weltwirtschaft erforderlich sind, einschließlich einer sofortigen Mobilisierung für ein Weltgesundheitssystem,

4. Definition bestimmter Ziele für Durchbrüche in der Grundlagentechnologie, wie z.B. Kernfusion und Weltraumkolonisierung, um das wissenschaftliche und moralische Potential der Bürger, insbesondere der Jugend, zu mobilisieren.

Liebe Freunde, die gegenwärtigen Umstände mögen nicht unbedingt günstig für einen solchen „neuen Handschlag“ zwischen Ost und West aussehen. Da sich die Krise jedoch in unmittelbarer Zukunft vertiefen wird, werden sich Veränderungen und Chancen ergeben.

Der Sieg über den Faschismus vor 75 Jahren, der mit dem Leben so vieler tapferer Menschen bezahlt wurde, kann uns inspirieren, uns dieser neuen gewaltigen Aufgabe zu stellen. Ich danke Ihnen und Gott segne Sie.


„Gesundheits-Seidenstraße“ bei Webinar in Stockholm vorgestellt

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Das schwedische Belt and Road Institute (BRIX) veranstaltete am 29.4. in Stockholm ein außerordentliches Webinar unter dem Titel „Die Gesundheits-Seidenstraße – Schlüssel zum globalen Kampf gegen COVID-19“. Die Vorträge hielten Spitzendiplomaten, Gesundheitsexperten, Wirtschaftswissenschaftler und Denkfabrikexperten aus zwölf Ländern.

Zu den Rednern gehörten die Botschafter aus China (Gui Congyou), Serbien (Dragan Momcilovic) und Malaysia (Datin Paduka Nur Ashikin Mohd Taib), dazu der stellvertretende Missionsleiter aus Pakistan, die alle umfassend über die Lage in ihren Ländern berichteten. Aus dem medizinischen Bereich nahm an den Beratungen einer der bekanntesten Virologen Chinas teil, Prof. Dr. Wang Gui-Qiang, Direktor für Infektionskrankheiten am Ersten Krankenhaus der Universität Peking. Er gab einen Überblick über die jüngsten Erfahrungen Chinas mit der Diagnose und Behandlung von COVID-19 und ging dabei auf viele Fragen ein, die unter internationalen Experten noch nicht ausreichend geklärt sind.

Neben Dr. Wang nahm auch Prof. Göran Tomsom, Professor für Internationale Gesundheitssystemforschung an der wichtigsten Gesundheitsforschungseinrichtung Schwedens, dem Karolinska-Institut, an der Podiumsdiskussion teil. Er rief nachdrücklich zur Zusammenarbeit aller Länder gegen das Virus auf und forderte, im Namen der Wissenschaft das Thema nicht zu politisieren.

Die Hauptrede der zweiten Sitzung hielt die Präsidentin des internationalen Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, die den wirtschaftlichen Hintergrund der Bedrohung durch globale Pandemien darlegte und forderte, Lyndon LaRouches Vier Gesetze und ein Neues Bretton Woods umzusetzen.

Weitere Redner waren der Mitbegründer der ICHI-Stiftung in Norwegen Thore Vestby; der Direktor des One Belt One Road Institute in Italien, Michele De Gasperis; Ulf Sandmark, BRIX-Vorsitzender und Leiter des schwedischen Schiller-Instituts, sowie Isabelle Hannouche, eine junge Unternehmerin aus dem Senegal, die in Shanghai arbeitet.

Den Mitschnitt des Webinars finden Sie unter: https://www.brixsweden.org/extraordinary-webinar-on-the-health-silk-road-and-covid-19-pandemic-in-stockholm/?lang=en


Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed bringt die Frage von LaRouches neuem Paradigma auf

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Folgende Erklärung wurde am 1. Mai von Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed verbreitet:

„Die Welt wird von der COVID-19-Pandemie nicht frei sein, solange nicht alle Länder frei von dem Coronavirus sind, das die Pandemie verursacht. Diese einfache Tatsache unterstreicht die dringende Notwendigkeit für die internationale Geberkonferenz für einen Covid-19-Impfstoff am 4. Mai. Nur wenn jetzt gehandelt wird, damit die Entwicklungsländer zur Bekämpfung der Krankheit befähigt werden, kann die Welt eine zweite Welle des Virus in diesem Herbst vermeiden.

Die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union begrüßen die Angebote für Testkits, Beatmungsgeräte und persönliche Schutzausrüstung, die jetzt aus der entwickelten Welt eingehen. Aber wenn wir das Blatt gegen COVID-19 wenden wollen, müssen die reichsten Länder der Welt die Bitten der Entwicklungsländer für eine umfassende Strategie zur Überwindung der Doppelkrise des öffentlichen Gesundheitswesens und der Wirtschaft, mit der wir konfrontiert sind, erhören und darauf reagieren.

Bis heute herrscht eine große Diskrepanz zwischen der Rhetorik der Führer der reichen Länder – daß dies eine existentielle, globale Jahrhundertkrise sei – und der Unterstützung für die armen Länder der Welt, die anscheinend nicht in Betracht gezogen werden soll. In der Tat gaben die afrikanischen Länder bis letzte Woche mehr für Schuldenzahlungen als für die Gesundheitsversorgung aus.

In 34 der 45 Länder Subsahara-Afrikas liegen die jährlichen Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben unter 200 Dollar – und erreichen in vielen dieser Länder kaum 50 Dollar. Ein derart niedriges Ausgabenniveau macht es unmöglich, Krankenhausbetten zur Akutversorgung, Beatmungsgeräte und die Medikamente zu finanzieren, die zur Bekämpfung von Krankheiten wie COVID-19 benötigt werden. Die Bezahlung von Ärzten, Krankenschwestern, Röntgenassistenten und anderen Mitarbeitern der Gesundheitsberufe zusammen mit ihrer Ausrüstung kann fast wie ein Luxus erscheinen.

Noch schlimmer ist, daß viele der Maßnahmen, die den reicheren Volkswirtschaften zur Linderung der Krankheit zur Verfügung stehen – Lockdowns, die Aufforderung zu Hause zu bleiben und selbst häufiges Händewaschen – in einem Großteil der Entwicklungsländer nicht ohne weiteres umgesetzt werden können. In den oft übervollen Städten ist eine soziale Distanzierung so gut wie unmöglich, und es gibt nicht genügend Ressourcen, um angemessene sanitäre Einrichtungen und in vielen Fällen fließendes Wasser, das die Menschen brauchen, bereitzustellen.

Was muß also getan werden? Zuallererst brauchen die Regierungen Afrikas einen sofortigen Zufluß an Geld, um Investitionen in die Gesundheitsversorgung und soziale Sicherheitsnetze zu ermöglichen. Der wirksamste Ansatzpunkt hierfür ist ein Schuldenerlaß. Bisher ist ein Erlaß bilateraler Schulden für die 173 Mitglieder der Internationalen Entwicklungsorganisation (der Weltbank, die für die ärmsten Entwicklungsländer zu Vorzugsbedingungen Kredite vergibt) nur bis Dezember möglich. Um unseren unmittelbaren Bedarf zu decken und vorausschauend planen zu können, brauchen wir eine Vereinbarung über den Schuldenerlaß nicht nur für dieses, sondern auch für das nächste Jahr.

Über den Schuldenerlaß hinaus müssen die Zuschuß- und Darlehensobergrenzen des Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und anderer multilateraler Entwicklungsbanken erheblich angehoben werden. Und eine Ausgabe von internationalen Geldern – den Sonderziehungsrechten des IWF – zur Beschaffung von 1,5 Billionen Dollar muß bald erfolgen.

Wir in Afrika bitten um diese Unterstützung nicht nur für uns selbst, obwohl unser Bedarf in dieser Krise vielleicht größer als je zuvor ist. Wir in Afrika bitten die entwickelten Länder (einschließlich China) um Hilfe, damit wir unser Bestes tun können, um die ganze Welt vor einer Rückkehr dieser Geißel zu schützen.

Aber die Zeit ist knapp. Afrika mag einer der letzten Orte auf der Erde sein, der von COVID-19 heimgesucht wird, aber die Krankheit ist so mächtig und tödlich wie eh und je. Wenn wir die Bedrohung überwinden wollen, muß jedes Land alles in seiner Macht Stehende tun, um die Suche nach einem Impfstoff zu beschleunigen und sicherzustellen, daß er überall verfügbar ist.

Zu diesem Zweck benötigt die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations ausreichende Finanzmittel – 3 Milliarden Dollar sofort, mehr im Jahr 2021 und darüber hinaus – nicht nur, um einen Impfstoff für diejenigen zu entwickeln und herzustellen, die ihn sich leisten können, sondern auch, um in der Lage zu sein, ihn weltweit gerecht zu verteilen. Und die Impfallianz Gavi braucht die Mittel, um dies zu gewährleisten.

Ebenso könnte eine koordinierte globale Anstrengung die Produktion von Schutzmasken, Testkits und Beatmungsgeräten, die in jedem Land und auf jedem Kontinent benötigt werden, erheblich beschleunigen und sicherstellen, daß diese lebenswichtigen Güter gerecht verteilt und nicht von den wenigen Reichen gehortet werden. Länder, in denen es nur wenige Corona-Fälle gibt und in denen der Höhepunkt der Pandemie überschritten ist, sollten bereit sein, ärmeren Ländern zu helfen, indem sie ihnen lebensrettende Geräte schicken. Und mit Blick auf die Zukunft sollten wir die Vorräte für Notfälle aufstocken, damit wir uns gegenseitig helfen können, wenn wir das nächste Mal am meisten Hilfe benötigen.

All diese Themen stehen auf der Tagesordnung der globalen Geberkonferenz am 4. Mai. Wir bitten alle Länder, die dazu in der Lage sind, sich daran zu beteiligen, zuzuhören, Ratschläge zu erteilen und, was am wichtigsten ist, die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen.“


Konferenzbericht: Aufbruch in das neue Paradigma

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Die Online-Konferenz des Schiller-Instituts, die am vergangenen Wochenende unter dem Motto „Die Existenz der Menschheit hängt jetzt von der Schaffung eines neuen Paradigmas ab!“ stattfand,  hatte den Zweck, Redner und ein Publikum aus der ganzen Welt zusammenzubringen, um über die Prinzipien zu diskutieren, auf denen das entstehende neue Paradigma in den internationalen Beziehungen basieren soll. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen.

Wir möchten alle, die das Programm nicht live verfolgen konnten, dazu ermutigen, sich die Zeit zu nehmen, die Videos hier anzusehen:
Deutsch
Englisch (Original)

Die Konferenz war um das Lebenswerk des am 12. Februar 2019 verstorbenen Ökonomen und Staatsmanns Lyndon LaRouche herum organisiert, natürlich im Bereich der Wirtschaft, aber auch der klassischen Kultur und der Grundlagen der Wissenschaften. So wurde die erste Sitzung mit zwei Videoausschnitten aus Reden LaRouches aus den Jahren 1997 und 2007 eröffnet, die lebhaft die außerordentliche Weitsicht belegten, die seine gesamte Karriere prägte. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den USA und China für den Aufbau großer Infrastruktur-Plattformen sowie die entscheidende strategische Rolle der vier Nationen USA, Rußland, China und Indien für die Beendigung der Weltordnung des Britischen Empire.

Helga Zepp-LaRouche versetzte das Publikum dann in den breiteren Rahmen der Geschichte: Das heutige Zusammentreffen großer Krisen – die Coronavirus-Pandemie, die Heuschreckenplage von Afrika bis Indien, die drohende Welternährungskrise, steigende Arbeitslosigkeit usw. – sei nicht einmal mit dem finsteren Zeitalter des 14. Jahrhunderts vergleichbar. Die Welt müsse neue Prinzipien entdecken und „die langfristigen Ursachen der gegenwärtigen Krise ermitteln, um sie zu überwinden und ein neues Kapitel der Geschichte aufzuschlagen, indem wir die Ära der Geopolitik beenden und ein neues System errichten, das auf der Identität der Menschheit als schöpferische Gattung beruht.“

Frau LaRouche sprach auch über die aktuelle Eskalation in Richtung eines Atomkrieges, mit der verschärften Propaganda derselben Kreise, die schon hinter dem Putschversuch gegen Präsident Trump standen, wie dem MI-6 und der Henry Jackson Society, sich diesmal jedoch gegen China richten. Doch diese Operation entlarve auch den Feind, das Britische Empire, als ein sterbendes Imperium, das völlig von der Realität abgekoppelt ist. Und wenn jemand „bezahlen“ sollte – die Kriegsfraktion besteht jetzt darauf, daß China die wirtschaftlichen Kosten des Virus erstattet -, dann ist es das Britische Empire, das für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit und den Verlust an Menschenleben seit mehr als zwei Jahrhunderten bezahlen sollte.

Im Anschluß gab sie einen breiten intellektuellen Überblick über die degenerierte liberal-neoliberale Weltordnung, von den völlig diskreditierten Ansichten eines Thomas Malthus zur „Überbevölkerung“ über die Weltsicht von Adam Smith bis hin zu deren modernen Ausdrucksformen wie der Spieltheorie und der computergesteuerten Finanzspekulation, die auf Bertrand Russells Korruption der Wissenschaft gründen. Als charakteristisch für die Bösartigkeit des Empire zitierte sie Russells Forderung, es sollte regelmäßig ein Schwarzer Tod über die Welt fegen, um „das Überbevölkerungsproblem zu lösen“.

Die Lösung, so betonte Helga Zepp-LaRouche, sei eine völlig neue Weltsicht, die auf dem wissenschaftlichen Fortschritt der Menschheit basiert, wie Erforschung des Weltraums, Fusionsenergie und Entwicklung des menschlichen Genies. Die Zusammenarbeit zwischen souveränen Nationen zur Verwirklichung der gemeinsamen Ziele der Menschheit müsse Vorrang vor Konflikten haben.

 

Die Sicht Rußlands und Chinas

Der nächste Redner war der Erste Stellv. Vertreter Rußlands bei der UNO, Dmitrij Poljanskij, der auf die laufende COVID-19-Pandemie, ihre breiteren sozialen Auswirkungen und die Notwendigkeit einer verstärkten globalen Zusammenarbeit einging. Er betonte insbesondere, man müsse Schuldzuweisungen an irgendwelche Länder vermeiden und dürfe nicht versuchen, die Krise zu nutzen, um Konkurrenzkämpfe zu verstärken. Er forderte die G20 auf, sich besonders der Anliegen der Entwicklungsländer anzunehmen.

Ihm folgte der Generalkonsul der Volksrepublik China in New York, S.E. Huang Ping. Botschafter Huang sprach per Videoaufzeichnung, da er bei der Lieferung medizinischer Hilfsgüter helfen mußte, die zur gleichen Zeit aus China in Boston eintrafen. Er nutzte die Gelegenheit, um einen Überblick über Chinas Sichtweise der aktuellen Pandemie und den Ansatz zu ihrer Bekämpfung zu geben, und rief zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den USA und China auf.

Es folgte eine kurze Fragerunde, Wissenschaftsberater des chinesischen Generalkonsulats in New York, Zhou Guolin, beantwortete dabei Fragen im Namen von Botschafter Huang. Die erste Frage betraf die Bedeutung eines visionären Gipfels der Ständigen fünf Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, den Rußland kürzlich angeregt hatte. Eine weitere Frage kam vom stellvertretenden UN-Vertreter Südafrikas zur Rolle der Kernkraft bei der Entwicklung Afrikas.

 

Europa muß sich der Gürtel- und Straßen-Initiative anschließen

Jacques Cheminade, dreimaliger Präsidentschaftskandidat in Frankreich, begann die zweite Hälfte der ersten Sitzung, sein Vortrag trug den vielsagenden Titel „Ein Europa, dessen man sich nicht schämen muß“. Cheminade beschrieb seine Sicht der verlorenen Sache Europas unter dem gegenwärtigen System von Kultur und Politik, wo „Lügen zu einer perversen Kunst geworden ist“. Dann sprach er über die notwendigen Veränderungen, um die wahren souveränen Nationen Europas wiederzubeleben, damit diese am neuen Paradigma der Entwicklung teilhaben können. Er bezeichnete die 30 Jahre des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg als ein Beispiel für das wahre Europa.

Es folgte Michele Geraci, Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliger Unterstaatssekretär im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung Italiens. Geraci verfügt über umfangreiche Erfahrungen in China und war während seiner Regierungszeit entscheidend daran beteiligt, Chinas globales „Gürtel und Straße“-Entwicklungsprogramm bei den Italienern bekannt zu machen. Er sprach sowohl über seine Erfahrungen in China über zehn Jahre als auch über seine Erfahrungen in der italienischen Regierung in den letzten Jahren, wobei er betonte, man brauche mehr Fachwissen und Kompetenz und eine bessere Vertretung des italienischen Volkes.

Erklärungen kamen auch von Bassam Al-Hachem von der Universität des Libanon zur Krise in seinem Land, von Antonio „Butch“ Valdes von der Philippinischen LaRouche-Gesellschaft sowie von Daniel Burke, unabhängiger Kandidat für den US-Senat in New Jersey, der die Jugend der Welt aufrief, sich mit den Ideen Lyndon LaRouches für globale Entwicklung einzusetzen. Fragen kamen u.a. von den Botschaftern Costa Ricas, Malis und Nigerias in Kanada. Auch zwischen dem Publikum und Zepp-LaRouche, Geraci und Cheminade entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Europäische Union.

 

Unsere Herrschaft über das Universum verbessern

Die zweite Konferenzsitzung trug den Titel „Für ein besseres Verständnis der Funktionsweise unseres Universums“. Es war eine breit angelegte, internationale Diskussion über die Anwendung menschlicher Kreativität, Wissenschaft und Technik zur Verbesserung der Menschheit durch Zusammenarbeit zwischen den Nationen. Jason Ross, der die Podiumsdiskussion moderierte, erklärte zu Beginn, man könne den Aufbau eines Weltgesundheitssystems, wie ihn Helga Zepp-LaRouche fordert, als Teil der strategischen Verteidigung der menschlichen Gattung betrachten. Er schloß sich seinen Kollegen Megan Beets und Benjamin Deniston vom Wissenschaftsteam der LaRouche-Bewegung an, die Lyndon LaRouches Perspektive zur Umsetzung dieses Ziels erläuterten.

Deniston erinnerte zunächst an den russischen Vorschlag für eine Strategische Verteidigung der Erde (SDE) aus dem Jahr 2011, eine offensichtliche Bezugnahme auf Präsident Ronald Reagans Vorschlag der Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) 1983. Lyndon LaRouche war bekannt als der geistige Vater dieser Politik Reagans, er hatte inoffiziell mit den Sowjets darüber verhandelt, um ihre Zustimmung zu einem solchen Plan zu erhalten. Aber auch andere wetteiferten um ihre eigene Version der SDI – oft, um LaRouches Vorschlag zu untergraben. Deniston definierte LaRouches SDI als ein Wissenschafts-Motor-Programm – ähnlich John F. Kennedys Apollo-Projekt -, das dazu beitragen sollte, die Volkswirtschaften beider Nationen aus der Sackgasse zu holen und gleichzeitig die geopolitische Kluft zu überwinden, die unter dem Prinzip „teile und herrsche“ entstanden war. Die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit und der ständigen Erweiterung der Grenzen des menschlichen Wissens waren ein roter Faden der Beiträge. Ein Videoclip lieferte Lyndon LaRouches eigene Beschreibung des Konzepts.

Beets erläuterte, wie das SDE-Konzept Aspekte des Einflusses des Weltraums auf das Wetter und den Schutz vor koronalen Massenauswürfen und Sonneneruptionen umfassen würde. Beets und Deniston griffen auch andere Fragen der Asteroiden- und Kometenabwehr, der langfristigen solaren und galaktischen Zyklen auf, wie sich diese auf das Artensterben und auf die Lebenszyklen von Viren auswirken können. Ross sagte, es wäre eine Tragödie, sich von einem Virus oder einer gescheiterten Wirtschaftspolitik als Geisel nehmen zu lassen, wenn wir es nicht schaffen, uns von gescheiterten Axiomen zu befreien.

Jean-Pierre Luminet, Astrophysiker und emeritierter Forscher am französischen Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung, griff dann in seinem Vortrag „Die Rolle der freien Erfindung bei der kreativen Entdeckung“ das Thema des wissenschaftlichen Denkens auf. Luminet erläuterte seine Sicht der Entwicklung der Wissenschaft von der Antike bis zu Kepler, Einstein und modernen Theorien, er betonte jedoch, wie ähnlich wissenschaftliche Durchbrüche künstlerischen Ausdrucksformen sind.

 

Raumforschung ist der Schlüssel zur Zukunft

Es folgten zwei ehemalige Astronauten, Michel Tognini und Walt Cunningham. Tognini, Brigadegeneral der französischen Luftwaffe und ehemaliger Astronaut des CNES (Nationales Zentrum für Weltraumstudien) und der ESA, war auf der Internationalen Raumstation, an Bord der Columbia und der Sojus insgesamt 19 Tage im Weltraum. Auf der Grundlage seiner eigenen Erfahrungen plädierte er nachdrücklich für enge Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen den Weltraumforschern aller Länder. Walt Cunningham ist ein ehemaliger NASA-Astronaut, der an der Apollo 7-Mission teilgenommen hat. Er beschrieb diesen historischen Flug und den Geist, den die NASA heute braucht.

Die Astrophysikerin Dr. Marie Korsaga aus Burkina Faso beschäftigte sich dann mit der Notwendigkeit der wissenschaftlichen Bildung für junge Afrikaner. 40% der Afrikaner sind unter 15 Jahre alt, was in den kommenden Jahren explosive Folgen haben wird – im Guten oder im Schlechten, je nachdem, ob dieser Reichtum mit Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung kultiviert wird. Sie machte sich auch Gedanken über Frauen in der Wissenschaft in Afrika, von denen es leider nur wenige gibt.

Joe Pennacchio, Landessenator im US-Staat New Jersey, schloß sich in seinem Vortrag „Kernfusion zur Realität machen“ Korsagas Appell für die Zukunft der Jugend an. Pennacchio ist der Autor eines Gesetzesvorschlags im Landtag von New Jersey für die Entwicklung der Kernfusion. Mit 65 Jahren kämpft er für die Fusion als Energiequelle für die zukünftigen Generationen.

Will Happer, emeritierter Physikprofessor an der Princeton University, der auch zeitweise in Präsident Trumps Nationalem Sicherheitsrat für Wissenschaftsfragen zuständig war, gab seine Einblicke in den Streit um den „menschengemachten Klimawandel“ und bezeichnete die Anhänger dieser These als „Kultreligion“, deren Anhänger sich weigern, überhaupt darüber zu debattieren. Happer beschrieb auch, wie viele wissenschaftliche Entdeckungen durch „Unfälle“ zustande kamen, wenn Wissenschaftler feststellten, daß ihre Experimente nicht die erwarteten Ergebnisse brachten und sie zwangen, ein höher geordnetes Konzept der Gesetze des Universums zu entwickeln, um das unerwartete Ergebnis zu erklären. Dieses Thema löste in der lebhaften Frageperiode eine große Diskussion aus.

Dr. Kildare Clarke, Arzt aus New York, schilderte anschließend seine Erkenntnisse über die Auswirkungen des Abbaus des öffentlichen Gesundheitssystems in den USA durch die Privatisierung. Es folgte Dr. Guangxi Li von der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften in Peking und der Mayo-Klinik. Li stellte seinen Erfolg bei der Anwendung der traditionellen chinesischen Kräutermedizin bei der Behandlung von COVID-19 in frühen Stadien vor, die anders als andere virale Pneumonien sei.

Die Sitzung schloß mit der Beantwortung von Fragen, u.a. über die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit, Möglichkeiten für junge Menschen, an wissenschaftlichen Durchbrüchen teilzuhaben, und den Pessimismus und die Verzweiflung zu beseitigen, der mit der Klimawandellobby verbunden sind.

 

Warum wir eine klassische Renaissance brauchen

Die dritte Sitzung begann mit einer Einführung von Dennis Speed vom Schiller-Institut, der diesen Konferenzteil Lyndon LaRouche und dem berühmten afroamerikanischen Baßbariton William Warfield widmete, der bis zu seinem Tod im Jahr 2002 dem Vorstand des Schiller-Instituts angehörte.

Nach einer Aufführung von Beethovens Liederzyklus An die ferne Geliebte mit dem Tenor John Sigerson und der Pianistin Margaret Greenspan wurde ein ausdrucksstarker Videoclip von Lyndon LaRouche bei einer Ansprache in einem Konzert an der Howard University in den 90er Jahren gezeigt. Er sprach über die notwendige Verbindung zwischen der klassischen Wissenschaft und der klassischen Kunst und betonte, alle Kunst sei verstehbar, keine Zauberei, und sie sei universell.

Helga Zepp-LaRouche erörterte in ihrem Eröffnungsvortrag Friedrich Schillers großartiges Menschenbild, das Erreichen unserer wahren Identität als schöpferische Wesen. Sie habe das große Glück gehabt, in der Schule Schiller und andere klassische Werke kennenzulernen, die ihren Charakter und ihre Weltanschauung tiefgreifend prägten und stärkten, bevor sie begann, sich mit dem Zeitgeschehen zu beschäftigen. Einen Einblick in die heutige Kultur könne man gewinnen, indem man sich anschaut, wie die Menschen auf die Ausgeh- und Kontaktbeschränkungen aufgrund von COVID-19 reagieren. Während viele Menschen als Reaktion darauf ihren schlimmsten hedonistischen Impulsen folgten, hätten sich andere der klassischen Musik und der Inspiration durch die große Kunst zugewandt. Dies sehe man in Italien, Frankreich, Deutschland und anderen Ländern an den Menschen, die auf ihren Balkonen gemeinsam Opernstücke singen und Musik aufführen.

Zepp-LaRouche führte die Zuhörer dann durch verschiedene Auszüge aus Schillers Ästhetischen Briefen, um zu zeigen, warum der Künstler selbst auf dem moralisch höchsten Niveau sein muß, da der eigentliche Zweck der klassischen Kunst darin bestehe, die individuellen Ziele des einzelnen mit den höheren Zielen der Menschheit in Einklang zu bringen.

 

Die Einzigartigkeit der Spirituals

Professor Eugene Thamon Simpson bot in seinem Vortrag „Hall Johnson und Dvoraks Traum – vom Spiritual zum Kunstlied“ einen Rückblick auf einige wesentliche Aspekte der Geschichte des afroamerikanischen Spirituals, einschließlich des Kampfes darum, diese schöne Musik auf die Konzertbühne zu bringen. Er zeigte die Verwandtschaft zwischen dem deutschen Kunstlied und dem Spiritual auf. Nachdem die Spirituals anfangs an den Rand gedrängt und sogar lächerlich gemacht wurden, habe die Ankunft von Antonin Dvorak in Amerika und seine Entdeckung dieser Musik diese Kunstform befreit und veredelt.

Professor emeritus Willis Patterson aus Michigan widmete seinen Vortrag dem Thema „Die Präsenz des klassischen Prinzips in der Volksmusik“. Es war eine bewegende Diskussion über die veredelnde Wirkung von Volksliedern und Spirituals auf die Seele als Quelle des Trostes und die auffällige Tatsache, daß schöne Musik sinnvoller ist, als immer neue Kriege zu führen. Dr. Patterson beendete seinen Vortrag mit einem Verweis auf Schillers Ode an die Freude und spielte eine Aufnahme von sich selbst als Solist (Baßbariton) in Beethovens Neunter Symphonie vor.

„Die physische Kraft der klassischen Poesie und Musik“ war das Thema des Vortrags von John Sigerson, dem musikalischen Direktor des Schiller-Instituts. Er polemisierte gegen die Vorstellung, klassische Musik sei in ihren Auswirkungen auf die physische Welt um uns herum nur eine „Stilfrage“, aber kein physikalisches Prinzip. In der Klassik geht es um Musik mit einem Zweck, im Gegensatz zu bloßen momentanen Effekten. Ausgehend von Zitaten von Max Planck und Albert Einstein setzte Sigerson Agapē mit dem Hunger nach Wahrheit gleich. Das sei ein Handlungsprinzip, das man sowohl in der klassischen Musik als auch in der klassischen Wissenschaft antreffe.

Teng Jimeng, Professor für Amerikastudien an der Beijing Foreign Studies University, gab mit einem Video aus Peking einen willkommenen Einblick in die klassische Tradition in China. Er zitierte aus Präsident Xi Jinpings jüngsten Schriften über Tugend und Kunst und erklärte, dies sei Teil der ästhetischen Erziehung in China, zusammen mit Altruismus und Patriotismus. Teng erörterte den Konfuzianismus, der die Verpflichtung der Chinesen präge, die alten Menschen zu ehren und der Welt und den Notleidenden zu helfen.

Diane Sare und Leah DeGruchy vom Schiller-Institut sprachen über den „Einsatz des Chors in der Politik“, wobei sie Beispiele aus Shakespeares Kaufmann von Venedig sowie Beethovens Missa Solemnis und Bachs Passionen anführten.

Begeisterte Grußworte an die Konferenz kamen vom Dirigenten und Tenor Gregory Hopkins aus New York, der seit vielen Jahren mit dem Schiller-Institut zusammenarbeitet. Er berichtete, dies sei eine sehr schwierige Zeit für Musiker, von denen so viele durch die Pandemie ihren Arbeitsplatz und ihre Krankenversicherung verloren haben, er erinnerte jedoch an das bekannte tröstliche Spiritual „I’m so glad trouble don’t last always“ – „Ich bin so froh, daß die Not nicht ewig währt“.

Auf die Vorträge folgte eine sehr intensive Diskussion, die sich am besten auf Video verfolgen läßt. Vor allem aber rief Zepp-LaRouche alle Zuhörer auf, sich ihr in einer weltweiten Renaissancebewegung anzuschließen.

 

Die Wissenschaft der physischen Ökonomie

Die vierte Sitzung, die sich mit LaRouches Wissenschaft der physischen Ökonomie befaßte, umfaßte ein breites Spektrum von 16 Rednern sowie zahlreichen Zuschauerfragen. In seinem Eröffnungsvortrag befaßt sich Dennis Small, Direktor des Schiller-Instituts für Iberoamerika, mit der aktuellen Krise der Zivilisation mit der Pandemie und dem finanziell-ökonomischen Kollaps im Kontext von LaRouches grundlegendem, neuen Konzept der „potentiellen relativen Bevölkerungsdichte“. Er zeigte eine Rede LaRouches von 1997, der darin erklärt, warum der Verfall der europäischen Zivilisation zur Hungerkatastrophe des 14. Jahrhunderts führte, und davor warnt, die damaligen „afrikanischen“ wirtschaftlichen Bedingungen würden diese Realität, einschließlich Seuchen, in die ganze Welt bringen, „wenn wir das todgeweihte IWF-System nicht ablösen können“. Small sagte unter Bezug auf LaRouche, die potentielle relative Bevölkerungsdichte – ausgedrückt in den wissenschaftlichen, technischen und kulturell-pädagogischen Fähigkeiten der Gesellschaft, eine wachsende Bevölkerung zu versorgen und bereichern -, könne auch auf ein Niveau unterhalb der vorhandenen Bevölkerungsdichte sinken, was zu einer menschlichen Katastrophe führen kann. Er beschrieb LaRouches Vorschlag der „Vier Gesetze“ von 2014 als unmittelbare Schritte zur Umkehrung solcher Katastrophen und trug Helga Zepp-LaRouches Vorschlag für ein neues „Weltgesundheitssystem“ vor.

Es folgten fünf Vorträge über die dringende wirtschaftliche Entwicklung Afrikas, wobei die „potentielle relative Bevölkerungsdichte“ ein implizites Thema war. Sébastien Périmony, Leiter der Afrika-Sektion des französischen Schiller-Instituts, bezeichnete die Gründung von neun nationalen Raumfahrtbehörden und einer Afrikanischen Weltraumbehörde in den letzten 20 Jahren als entscheidend für das Entwicklungspotential des Kontinents. Satelliten können die Verbesserung der Landwirtschaft steuern, die ländliche Bildung fördern, Terroristen und Heuschreckenschwärme aufspüren, Krankheitsausbrüche kartieren und die enormen Möglichkeiten großer Infrastrukturprojekte, wie das Transaqua-Projekt zur Wiederauffüllung des Tschadsees, unter Beweis stellen. „Nichts ist lokaler als der Weltraum“, sagte Périmony, und er erinnerte daran, daß die afrikanische Gesellschaft für Weltraum und Wissenschaft mit Sitz in Äthiopien mehr als 10.000 Mitglieder hat.

Cédric Mbeng Mezui ist der Gründer der Denkfabrik FinanceAfrika in Gabun und Autor mehrerer Bücher, u.a. über die Bedeutung von Alexander Hamiltons Kreditpolitik für Afrika (Unlocking the Potential of Africa – Ideas by Alexander Hamilton). Er beschrieb Hamiltons Prinzipien für den Aufbau eines nationalen Kreditwesens, der Inlandsnachfrage und der Lieferketten sowie der Industrialisierung. Ihm folgte der ehemalige Vorsitzende der South African Nuclear Energy Corp., Dr. Kelvin Kemm, der alle Zuschauer aufforderte, bei dieser Konferenz „an die ganze Welt zu denken“.

Phillip Tsokolibane kehrte zum ursprünglichen Konzept von Dennis Small zurück. „Wenn Afrika sein volles Potential ausschöpfen würde, dann würde es ein wirtschaftliches Kraftzentrum“, sagte er. Gleich mehrere Redner erinnerten an die enorme Größe Afrikas und seines fruchtbaren Landes, mit 1,3 Milliarden Afrikanern auf einem Kontinent, in dessen Fläche Regionen mit fast 4 Milliarden Menschen (China, Indien, USA und EU zusammen) hineinpassen würden. Die potentielle relative Bevölkerungsdichte nach LaRouches Begriff sei dort also sehr gering, und sie könnte unter die reale heutige Bevölkerungsdichte in Afrika fallen, was – wie schon Small gewarnt hatte – eine große Zahl unnötiger Todesfälle verursachen könnte. Daher sind der unmittelbare Aufbau eines Gesundheitssystems, das den Menschen an die erste Stelle setzt („People First“) und die wirtschaftliche Entwicklung für Millionen Menschen eine Frage von Leben oder Tod.

Die Diplomatin Yang Yan vom chinesischen Konsulat in Paris beschrieb, wie China und Frankreich versuchen, Chinas produktive Kapazität mit den fortgeschrittenen technologischen Kapazitäten Frankreichs zu kombinieren, um die wirtschaftliche Produktivität in Afrika durch Investitionen zu verbessern. Sie betonte, daß diese Zusammenarbeit „anderen Ländern und internationalen Organisationen angeboten wird, um zur Entwicklung Afrikas beizutragen“.

 

Den Menschen dienen, nicht den Banken

Die folgenden Beiträge gingen auf verschiedene Aspekte des Scheiterns des neoliberalen, monetaristischen Finanzsystems ein. Sechs führende Vertreter von Bauernverbänden aus den USA, die der Agrarexperte des Schiller-Instituts Bob Baker vorstellte, beschrieben, warum die unabhängige Landwirtschaft in Amerika nicht mehr überleben kann. Die Preise für die amerikanische und europäische Agrarproduktion sind seit mehreren Jahren extrem niedrig und stürzen nun weiter ab, da die Lebensmittelversorgungsketten unter den Pandemiebedingungen unterbrochen sind. Alle Bauernvertreter forderten Paritätspreise für landwirtschaftliche Güter. (Wir werden in einer späteren Ausgabe ausführlicher auf dieses Thema eingehen).

Professor Mario Roberto Morales aus Guatemala gab einen Überblick über die Unterschiede zwischen einer produktiven und einer spekulativen Wirtschaft. Nach ihm beschrieb Jack Lynch, ehemaliger Leiter der First Midwest Bank of Illinois, wie er 2016 erreichte, daß die Wiedereinführung der Glass-Steagall-Bankentrennung in das Präsidentschaftswahlprogramm der Republikaner aufgenommen wurde. Er hatte LaRouches Analysen bereits viele Jahre verfolgt. Der ehemalige Exekutivdirektor für Japan beim IWF, Daisuke Kotegawa, beschrieb, wie 2008 große Banken und Hedgefonds auf Kosten der Gesundheitssysteme, der Lebensstandards der Arbeitnehmer und der kleinen Unternehmen gerettet wurden. Ellen Brown, Präsidentin des Public Banking Institute, hielt einen Vortrag über „Produktive Kredite im Gegensatz zu räuberischen Schulden“ und stellte fest, daß LaRouche bereits vor 40 Jahren direkte Währungsemissionen des Finanzministeriums vorgeschlagen hatte.

Am Ende der zweitägigen Beratungen forderte Zepp-LaRouche alle Zuhörer auf, die vom Schiller-Institut vorgeschlagene Lösung für die Krisen aufzugreifen, „insbesondere den Vier-Mächte-Ansatz, den wir vorantreiben. Machen Sie mit bei einer umfassenden Mobilisierung für diesen Vorschlag.“

 

Erster Band von LaRouches gesammelten Werken veröffentlicht

Im Verlauf der Konferenz wurde der erste Band der gesammelten Werke von Lyndon LaRouche vorgestellt, herausgegeben von der LaRouche Legacy Foundation (im englischen Original). Er enthält einige seiner wichtigsten wirtschaftswissenschaftlichen Schriften, die bis in die frühen 1970er Jahre zurückreichen. Dazu wurde eine Videopräsentation gezeigt, die Helga Zepp-LaRouche im vergangenen Jahr zur Erläuterung der Initiative gemacht hat. Sie stellt dort fest, daß LaRouches Denkmethode ihn auf die Ebene jener wenigen Denker stellt, die „durch ihren intellektuellen Beitrag das gesamte Wissen ihrer Zeit verändern und die Grundlage für kommende Generationen schaffen“. In der heutigen Zeit, in der sich der Westen wirtschaftlich, kulturell und wissenschaftlich in einer tiefen Krise befinde, könne die weite Verbreitung von LaRouches Ideen eine neue Renaissance auslösen, mit ebenso weitreichenden Folgen wie die italienische Renaissance. Sie rief alle auf, nach Kräften dazu beizutragen, unter anderem durch Spenden an die Legacy Foundation und durch den Kauf mehrerer Exemplare des Buches, um es Schulen und Bibliotheken zu spenden. Der Link zur Webseite ist: https://www.larouchelegacyfoundation.org/collected-works/volume1.


Dringende Ankündigung

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LaRouches „Apollo-Mission“ zur Bekämpfung der globalen Pandemie: Aufbau eines Weltgesundheitssystems!

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Als dieser dringende Aufruf zum Aufbau eines Weltgesundheitssystems verfaßt wurde, hatte die Welt über 1,75 Mio. bestätigte Fälle von COVID-19, und die Zahl der auf die Pandemie zurückzuführenden Todesfälle lag bei über 100.000. Diese Krankheit, die im Dezember oder November 2019 erstmals beim Menschen auftrat, hat sich innerhalb weniger Monate auf fast alle Nationen der Welt ausgebreitet, wobei besonders die Länder betroffen sind, die keine rigorosen Maßnahmen ergriffen haben, um das Virus einzudämmen. Man schätzt, daß die Sterblichkeit von COVID-19 eine Größenordnung höher liegt als die der saisonalen Grippe. Wenn Sie diesen Aufruf lesen, werden die Zahlen noch höher sein, möglicherweise viel, viel höher.

Am schlimmsten ist, daß wir eine Explosion von Infektionen und Todesfällen im sogenannten weniger entwickelten Sektor oder in der Dritten Welt erleben werden, vor allem in Afrika. Die Unterentwicklung dort ist die Achillesferse der gesamten menschlichen Gattung, weswegen dieser Kontinent, wie wir weiter unten ausführen, besonderer Aufmerksamkeit bedarf.

Die Bekämpfung dieses tödlichen Virus erfordert sofortiges, koordiniertes globales Handeln: Intensive Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, einschließlich umfangreicher Tests und der Isolierung infizierter Personen; einen massiven Ausbau verfügbarer Gesundheitseinrichtungen und -materialien; erhebliche Investitionen und Ressourcen in die Suche nach Heilmitteln und einem Impfstoff; große Fortschritte bei sanitären Maßnahmen, insbesondere in den weniger entwickelten Ländern; und ein Ende der historisch unnötigen Unterentwicklung – und regelrechten Plünderung – der Welt. Diese globale Pandemie erfordert eine globale Reaktion, da Überreste des Virus in einem Teil der Welt über Jahre hinweg zu einem Wiederaufleben der Infektionen führen könnten.

Wir brauchen ein Weltgesundheitssystem, das jeden Teil des Planeten abdeckt.

Eine solche globale Antwort erfordert möglichst zentral eine Koordination zwischen den Vereinigten Staaten, China, Rußland und Indien – ein Vier-Mächte-Bündnis, das allen Nationen des Planeten offen steht. Die Staats- und Regierungschefs dieser vier Nationen sollten so bald wie möglich ein Gipfeltreffen abhalten, um gemeinsame Ansätze zur Bewältigung der enormen gesundheitlichen, materiellen und infrastrukturellen Bedürfnisse der Welt auszuarbeiten, als ersten Schritt zur Schaffung eines völlig neuen Paradigmas, das das bankrotte alte System ersetzen soll.

Es gibt keinen anderen Weg, keinen einfacheren Plan, um die Pandemie tatsächlich zu besiegen.

COVID-19 ist zwar die Katastrophe, die die Menschheit derzeit heimsucht, doch sie ist nur eine von vielen Katastrophen, für die die Welt aufgrund des Versagens der internationalen Ordnung in den letzten fünfzig Jahren anfällig ist, vor allem wegen der verheerenden Plünderung der Entwicklungsländer. Ein coronaler Massenausstoß der Sonne könnte die meisten Stromnetze der Welt lahm legen – warum wurden sie selbst in den sogenannten „entwickelten“ Ländern nicht entsprechend gehärtet? Ein bisher unentdeckter Asteroid oder Komet könnte einen ganzen Kontinent zerstören – warum haben wir keine Abwehr gegen eine solche Bedrohung entwickelt? 800 Mio. Menschen auf diesem Planeten können sich nicht ausreichend ernähren – warum wurde dies toleriert? Eine Heuschreckenplage bedroht gegenwärtig das Leben und die Existenzgrundlage von Zigmillionen Menschen. Eine weitere Seuche könnte jederzeit ausbrechen –  warum haben wir keine bessere Abwehr gegen Viren?

Die Weltgemeinschaft muß Voraussetzungen für ein erfolgreiches langfristiges Überleben schaffen, und zwar nicht nur kurzfristig in der Hoffnung, daß keine ungewöhnlichen Ereignisse eintreten, sondern eine echte Sicherheit und Gewißheit. Dies kann unter dem neoliberalen Wirtschaftsparadigma, das jetzt versagt, nicht geschehen, nicht unter einem Regime sakrosankter Finanzwerte, die um jeden Preis gerettet werden müssen. Das heutige System mit seiner Spekulationsblase in Höhe von 1,8 Billiarden Dollar ist völlig bankrott; es muß einen Prozeß der Konkursreorganisation durchlaufen, den der amerikanische Ökonom Lyndon H. LaRouche seit langem definiert hat. Gleichzeitig muß national und international ein neues Hamiltonisches Kreditsystem aufgebaut werden, um die Menschheit wieder auf den Weg einer wissenschaftsgetriebenen realwirtschaftlichen Entwicklung zu bringen. Um das langfristige erfolgreiche Überleben der menschlichen Gattung zu sichern, brauchen wir ein Weltsystem, das den göttlichen Funken des potentiellen Genies in jedem Individuum wertschätzt und versucht, dieses Potential durch wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung zu fördern.

Im folgenden stellen wir uns der Herausforderung, die Bedingungen für den Aufbau eines Weltgesundheitssystems darzustellen. Dies ist eine erste Annäherung, von der wir hoffen, daß sie in den kommenden Wochen durch Beiträge internationaler Experten und Betroffener konkretisiert wird.

Wir beginnen mit zwei Fragen und deren Antwort:

  1. Was ist die Ursache dieser möglicherweise schlimmsten Krise, die die Menschheit je erlebt hat?
  2. Welche Maßnahmen sollten an allen Fronten, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch weltweit, ergriffen werden, um die Pandemie zu besiegen?

Als Einstieg wollen wir nicht alle bestehenden Engpässe und Mängel aufzählen und versuchen, uns von unten nach oben durchzuarbeiten. Wir beginnen statt dessen damit, herauszufinden, was benötigt wird: Wir müssen diese existenzielle Krise nutzen, um endlich die Unterentwicklung großer Teile der Menschheit zu überwinden, einen Zustand, der der menschlichen Gattung nicht würdig ist. Dann bestimmen wir die realwirtschaftlichen Erfordernisse, um jeden Schritt auf dem Weg dorthin zu bewältigen, einschließlich der Materiallisten und des Arbeitskräftebedarfs, wie sie aus der Sicht der Industrietechnik definiert sind. Dann kehren wir zu den Engpässen zurück und überlegen, wie wir sie termingerecht oder früher durchbrechen können. Dabei werden wir feststellen, daß wir uns auf einem Gewaltmarsch befinden, der ständige technologische Durchbrüche erfordert; wir werden feststellen, daß wir es mit der Wissenschaft der physischen Ökonomie zu tun haben, wobei die Arbeit von Lyndon LaRouche unser einziger Leitfaden und Fahrplan ist.

Wir werden auch feststellen, daß ein solcher Ansatz eine umfassende internationale Zusammenarbeit insbesondere zwischen den Vereinigten Staaten und China erfordert, um diese gemeinsamen Ziele der Menschheit zu erreichen. Jeder, der gegen eine solche Zusammenarbeit ist, sollte wissenschaftlich und politisch in die gleiche Kategorie wie das Coronavirus selbst eingeordnet werden.

Mit diesem Ansatz mobilisierte Franklin D. Roosevelt im Zweiten Weltkrieg die USA, um den Faschismus zu besiegen. Auf diese Weise verwandelten NASA-Ingenieure die drohende Apollo-13-Katastrophe in einen Erfolg. Und in unserem gegenwärtigen Bestreben, das Coronavirus auf dem ganzen Planeten zu besiegen, ist auch hier ein Scheitern keine Option.

 

Die Krise begann bereits vor fünfzig Jahren

 

Das Coronavirus ist nicht durch eine chinesische Vorliebe entstanden, Fledermäuse zu verzehren. Es wurde auch nicht in geheimen britischen, amerikanischen oder chinesischen Militärlabors ausgeheckt (obgleich Prinz Philips öffentliche Werbung für seinen Wunsch, als Virus wiedergeboren zu werden, um zur Verringerung der Erdbevölkerung beizutragen, zum Nachdenken anregt). Sein Ursprung liegt in dem tieferen realwirtschaftlichen Prozeß, der seit mindestens einem halben Jahrhundert im Gange ist. Tatsächlich prognostizierte Lyndon LaRouche die aktuelle Pandemie vor fast 50 Jahren, zuerst 1971 in seiner öffentlichen Warnung vor der Auflösung des Bretton-Woods-Systems; und dann wiederholt ab 1974 in Zeugenaussagen vor dem Justizausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses, wo er vor der Gefahr eines drohenden biologischen Holocaust infolge einer verfehlten Wirtschaftspolitik warnte.

In einem Dokument mit dem Titel „The Role of Economic Science in Projecting Pandemics as a Feature of Advanced Stages of Economic Breakdown“ (auf deutsch „Die Rolle der Wirtschaftswissenschaft bei der Voraussage von Seuchen“, in Fusion Jg. 6, Nr. 5, 1985, S. 17-26) erklärte LaRouche, daß die tatsächliche Ursache von Pandemien und ähnlichen Phänomenen darin besteht, daß die potentielle relative Bevölkerungsdichte einer Gesellschaft – die realwirtschaftliche Kraft einer Gesellschaft, eine wachsende Bevölkerung auf einem verbesserten Lebensstandard und mit einer höheren Lebenserwartung zu erhalten – unter die tatsächliche Bevölkerungszahl absinkt.

„Tragfähiges Wirtschafts- (und Bevölkerungs-)Wachstum wird als eine (ideal) konstante Zuwachsrate der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte dieser Gesellschaft gemessen. Dies ist das Maß des durchschnittlichen Wachstumspotentials der Gesellschaft insgesamt und auch das absolute Maß der Arbeitsproduktivität in dieser Gesellschaft pro Kopf.“ LaRouche erklärte, eine steigende relative potentielle Bevölkerungsdichte setze voraus, daß in einer Wirtschaft „freie Energie“ über die „Energie des Systems“ hinaus produziert werden müsse, und er präzisierte:

„Bei Wirtschaftsprozessen läßt sich die Energie des Systems durch die Wechselwirkung zwischen drei konsumptiven Warenkörben darstellen. Jeder dieser Warenkörbe entspricht einem Mindestwert, der erforderlich ist, um den Wirtschaftsprozeß auf einem gleichbleibenden Stand des negentropischen Potentials zu halten. Diese drei sind:

  1. Der „Warenkorb“ des Verbrauchs der Haushalte pro Kopf;
  2. Der „Warenkorb“ der hergestellten Güter;
  3. Der „Warenkorb“ der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur – Energieerzeugung und -verteilung, Wasserversorgung, Verkehr usw.“

 

Wann brechen Pandemien aus?

„Der ,Idealfall‘, an dem man eine Ökonomie nach wirtschaftlich bedingten Ausbrüchen von Pandemien untersuchen muß, tritt dann ein, wenn die potentielle relative Bevölkerungsdichte unter das Niveau der bestehenden Bevölkerung fällt… [wie] wenn der durchschnittliche Verbrauch dem Rückgang der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte folgte und unter den Bedarf der bestehenden Bevölkerung fiele.“.

Es gebe aber auch den Sonderfall, betont LaRouche, daß „die verschiedenen Verteilungsströme des ,Warenkorbes‘ der Haushalte für einen großen Teil der Bevölkerung unter das Niveau der Systemenergie absinkt. Am meisten interessieren uns hier die gesundheitlichen Auswirkungen, wenn die Nahrungsmenge pro Kopf unter ein relatives biologisches Minimum fällt, und auch die Auswirkungen mangelnder Hygiene und anderer wichtiger Aspekte der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur auf die Lebensbedingungen einer unterernährten Bevölkerung… [In diesem Fall] könnte eine unterernährte Bevölkerung zur Brutstätte des Ausbruchs von Epidemien und Pandemien werden…“, betont LaRouche.

Genau das ist in den letzten 50 Jahren geschehen, als die Bevölkerungen der Dritten Welt, insbesondere Afrikas, durch die Politik der City of London, der Wall Street und natürlich des Internationalen Währungsfonds ausgeplündert wurden.

Die volle Wirkung einer solchen Politik, so LaRouche abschließend, könne nur verstanden werden, wenn man die Entwicklung des Menschen (oder das, was Wladimir Wernadskij als die Noösphäre bezeichnete) innerhalb der gesamten Biosphäre festmacht.

„Die Gesellschaft ist ein integraler Bestandteil der Biosphäre, sowohl der Biosphäre als Ganzer als auch lokal… Anstatt den steilen Abfall der potentiellen relativen Bevölkerungsdichte als bloßen Rückgang des relativen Niveaus der Gesellschaft als solche zu betrachten, sollten wir dies als Rückgang des relativen Niveaus der Biosphäre untersuchen, welche die Gesellschaft einschließt… Einsetzende Anpassungsvorgänge werden relativ niedrigeren Lebensformen eine wachsende Bedeutung zuweisen… Niedere Lebensformen ,verbrauchen‘ menschliche und andere höherstehende Lebensformen als ,Brennstoff‘ für ihre eigene Vermehrung… Hierbei müssen unter bestimmten, von extremen Rückgängen des Bevölkerungspotentials verursachten ,Schockzuständen‘ der Biosphäre menschliche und tierische Pandemien sowie Pflanzenkrankheiten wieder vermehrt ausbrechen.“

 

Aktuelle globale Bestandsaufnahme

 

 

Krankenhäuser

Die Welt insgesamt verfügt derzeit über 18,63 Mio. Krankenhausbetten – ein enormes Defizit, das ganz viele Länder unfähig macht, das neuartige Coronavirus zu besiegen. Um das erforderliche Niveau von Krankenhausbetten zu ermitteln, sollte man sich das Hill-Burton-Gesetz der Vereinigten Staaten von 1946 vor Augen führen, das einen Standard von 4,5 Krankenhausbetten pro 1.000 Einwohner pro Landkreis festlegte, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu gewährleisten. Gegenwärtig liegt dieser Wert bei 2,8 für die Vereinigten Staaten, 0,7 für Südasien, 0,7 für die hochverschuldeten armen Länder und 0,5 für Nigeria, wo ein Fünftel der Bevölkerung in Subsahara-Afrika leben.

Um den Standard von 4,5 Betten pro 1000 Einwohner zu erreichen, müßte der Bestand an Krankenhausbetten weltweit auf 35 Mio. Betten erhöht werden, was fast einer Verdoppelung des derzeitigen Niveaus entspräche. Dies erfordert den Bau von 35.200 neuen, modernen Krankenhäusern, insbesondere in Afrika, Iberoamerika und Asien, wo die neuen Betten sofort der notwendigen Nutzung zugeführt würden.

Betten selbst retten keine Leben. Es werden auch medizinisches Personal und für akute Fälle zusätzliche Ausrüstungen, wie z.B. Beatmungsgeräte, benötigt.

 

Beatmungsgeräte

Der globale Gesamtbestand an Beatmungsgeräten ist schwer zu bestimmen, aber es gibt bestimmte Zahlen, die die Probleme bei der Versorgung von COVID-19-Patienten in armen Ländern ohne Gesundheitsinfrastruktur verdeutlichen. In den USA gibt es momentan 170.000 Beatmungsgeräte für 330 Mio. Menschen. Das sind 515 Geräte pro eine Million Menschen. In Deutschland gibt es 25.000 Beatmungsgeräte für 83 Mio. Menschen oder 300 pro eine Million – das höchste Pro-Kopf-Niveau in Europa.

Das Bild in Afrika ist jedoch absolut verheerend. Laut Time gibt es in Nigeria für 200 Mio. Menschen gerade 500 Beatmungsgeräte, d.h. Nigeria ist 200mal schlechter versorgt als die USA. Im Sudan gibt es 1,9 Beatmungsgeräte auf eine Million Menschen. Die Zentralafrikanische Republik (fast 5 Mio. Einwohner) verfügt insgesamt über drei Beatmungsgeräte, Liberia mit einer Bevölkerung von 4,7 Mio. Menschen über keines.

Schätzungen der Brookings Institution und der Financial Times gehen davon aus, daß es in Indien etwa 20.000 Beatmungsgeräte gibt, was 15 Beatmungsgeräten pro einer Million Menschen entspräche.
Wenn die gesamte Welt das Pro-Kopf-Niveau der Vereinigten Staaten erreichen soll, wäre ein globaler Bestand von 40 Mio. Beatmungsgeräten erforderlich.

 

Gegenwärtiges Verständnis von COVID-19

 

COVID-19 greift den Körper auf mindestens zwei Wegen an. Zunächst ähneln die Symptome denen einer Grippe, wenn sich das Virus im Körper vermehrt. Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind häufig, ebenso wie Husten, insbesondere trockener Husten. Der Husten basiert auf einer spezifischen Eigenschaft des Virus: Es greift die Lungenzellen an und löst entsprechende Immunreaktionen aus. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels geht man davon aus, daß bei vielen Patienten im zweiten Stadium der Krankheit, dem ARDS (akutes Atemnotsyndrom), der Körper selbst die Lungenzellen angreift, und so in einen „Sturm“ von Zytokinen eine eskalierende Reaktion gegen das Virus und die von ihm infizierten Zellen sowie gegen gesunde Zellen auslöst.

Die Sterblichkeitsrate der Erkrankten reicht von 0,5% bis über 5% und hängt von der körperlichen Verfassung des Patienten und den Behandlungsmöglichkeiten vor Ort ab. Offenbar spielt auch die Zahl von Tests eine wichtige Rolle, um Infizierte in einem frühen Krankheitsstadium zu entdecken. Der Prozentsatz von infizierten Personen, die einen Krankenhausaufenthalt benötigen, liegt zwischen 10% und 30%.

Um die Krankheitsübertragung und Morbidität einzuschränken, sind folgende Maßnahmen sinnvoll: Verringerung der Übertragungsrate durch soziale Distanzierung, Hygiene, Masken und Betriebsschließungen; Verringerung der Infektionsrate durch Impfstoffe; Behandlung von Kranken mit antiviralen Medikamenten; und Verhinderung des akuten Atemnotsyndroms, das vom Virus in akuten Fällen ausgelöst wird. Diese Methoden werden weiter unten ausführlicher erörtert.

 

Afrika: Eine Fallstudie

In Subsahara-Afrika leben 1,1 Milliarden Menschen, das sind 14% der Gesamtbevölkerung des Planeten. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit und der heutigen Politik der Finanzinstitutionen leiden die meisten afrikanischen Länder unter extremer Armut, Strommangel und den Slumzuständen in den Großstädten, die 2-5mal so hoch sind wie der weltweite Durchschnitt. Subsahara-Afrika hat:

 

14% der Weltbevölkerung

60% der extrem Armen der Welt

70% der Menschen weltweit, die keinen Zugang zu Elektrizität haben

20% der weltweit in Slums lebenden Stadtbewohner.

Welt China Subsahara-Afrika Nigeria Haiti
Gesamtbevölkerung (Mrd. 2020) 7.8 1.4 1.1 0.2 0.011
Bevölkerung in extremer Armut 9% 0% 41% 47% 80%
Ohne Zugang zu Strom (%, 2017) 11% 0% 55% 46% 56%
Stadtbevölkerung in Slums* (%, 2014) 30% 25% 55% 50% 74%

Datenquelle: Weltbank, die einen Slum* als eine Wohnsituation definiert, in der eine oder mehrere der folgenden Eigenschaften fehlen: fließendes Wasser, angemessene sanitäre Einrichtungen, ausreichende Wohnfläche oder Dauerhaftigkeit der Wohnung.

 

Dies ist ein Teil der Menschheit, wo die potentielle relative Bevölkerungsdichte dank der Völkermordpolitik des Britischen Empire und seiner Handlanger an der Wall Street deutlich unter die tatsächliche Bevölkerung gesunken ist.

Man denke auch an Haiti, das bei weitem ärmste Land Lateinamerikas und der Karibik, wo ähnliche Bedingungen herrschen wie in den ärmsten afrikanischen Ländern. Haiti hat eine Bevölkerung von 11,1 Mio. Menschen. Gesundheitsexperten haben geschätzt, daß die COVID-19-Pandemie in Haiti etwa 800.000 Menschenleben fordern könnte – über 7% der Bevölkerung.

Nigeria, wo etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung Subsahara-Afrikas lebt, weist Schlüsselindikatoren für Armut und damit zusammenhängende Probleme auf, die für die gesamte Region typisch sind.
Im Entwicklungssektor insgesamt, einschließlich Ländern wie Nigeria, leben große Teile der Bevölkerung in unmenschlichem Elend. Die meisten Arbeitskräfte sind in der „informellen Wirtschaft“ tätig und überleben von einem Tag auf den anderen durch Aktivitäten in der Grau- bis Schattenwirtschaft. Häufig sind bis zu 70-80% der Arbeitskräfte Teil der informellen Wirtschaft. „Hausarrest“ oder Lockdown ohne Arbeit bedeutet für sehr viele Menschen buchstäblich Hungersnot sowie die sichere Ansteckung mit COVID-19 in den Slums, in denen sie leben. Wiederholtes Händewaschen? –  Ein grausamer Scherz für die Abermillionen Afrikaner, Asiaten, Lateinamerikaner und andere, die nicht einmal über fließendes Wasser verfügen.

Wie sollte aber die Pandemie in diesen Ländern bekämpft werden?

  1. Es muß ein völlig zentralisiertes nationales Vorgehen geben, das sich in vielen Ländern auf das Militär konzentriert, das oft die einzige Institution ist, die ein solches Vorgehen organisieren und umsetzen kann. Häufig ist das Militär, ob gut oder schlecht, die einzige verbleibende nationale Einrichtung, die noch funktioniert und in der Bevölkerung Glaubwürdigkeit genießt.
  2. Die Bevölkerung, insbesondere in den Städten, muß vollständig getestet und in zwei große Gruppen aufgeteilt werden: Gruppe A, die kein COVID-19 hat, und Gruppe B, die positiv getestet wurde, auch wenn noch ohne Symptome. Die Gesundheitsbeamten und andere öffentliche Bedienstete, die zur Durchführung der Tests herangezogen werden, müssen mit modernen Testgeräten in ausreichender Zahl ausgestattet werden.
  3. „Gruppe B“ muß sofort in separaten Wohneinheiten unter Quarantäne gestellt werden, seien es Hotels, umgebaute Bürogebäude, Sport- und Kongreßzentren oder schnell errichtete neue modulare Wohneinheiten. Diese neuen Einrichtungen müssen vor Ort über Arbeits- und Freizeiteinrichtungen für diejenigen verfügen, die noch gesund genug sind, sowie über die notwendige personelle Ausstattung mit qualifiziertem Personal, einschließlich Krankenschwestern und Ärzten. Die medizinischen Fachkräfte müssen ebenfalls unter Quarantäne gestellt werden, damit sie ihre eigenen Familien und Freunde nicht infizieren.
  4. Kranke und schwerkranke Patienten müssen in Krankenhäuser eingewiesen werden. Neue Krankenhäuser ausschließlich für COVID-19-Fälle müssen mit genügend Betten ausgestattet werden, um die Patientenlast zu bewältigen. Eine angemessene Personalausstattung mit Ärzten und Krankenschwestern muß organisiert werden, auch durch nationale Einberufung.
  5. Die „Gruppe A“ muß umgehend auf Ausbildungs- und Arbeitsbrigaden sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft verteilt werden, ähnlich wie bei dem Rooseveltschen CCC-Projekt während der Großen Depression in den Vereinigten Staaten. Sie muß Nahrungsmittel, Unterkünfte und Kleidung für sich selbst wie auch für die „Gruppe B“ produzieren. Dies bedeutet eine Rückkehr zur nationalen Nahrungsmittelselbstversorgung, was wiederum die Einfuhr von Kapitalgütern für die moderne Landwirtschaft – wie Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Traktoren und Bewässerungsanlagen – erforderlich macht. Mit einheimischen Arbeitskräften muß auch der Bau von Wohnungen, Krankenhäusern und anderen notwendigen Infrastrukturen in Angriff genommen werden, um die Aufgaben bewältigen zu können. Dies erfordert für viele eine Ausbildung am Arbeitsplatz und einen umfassenden Transfer moderner Technologien.

Was China in Afrika mit dem Bau neuer Eisenbahnlinien und anderer Infrastruktur bereits begonnen hat, ist vorbildlich. Die Ausdehnung der Weltlandbrücke nach Afrika ist von wesentlicher Bedeutung und wird von einer vertieften Zusammenarbeit zwischen China und insbesondere den Vereinigten Staaten sowie anderen Ländern enorm profitieren.

Aber die Weltgemeinschaft muß unverzüglich sehr viel mehr tun, um die Situation in Afrika in den Griff zu bekommen, wie wir am Ende dieses Berichts näher ausführen werden.

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Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit

Teil II →


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