Alle, insbesondere diejenigen aus den Vereinigten Staaten und Europa, die sich gefragt haben, was die Prinzipien und die Methode zur Umsetzung einer „Entwicklungsarchitektur“ sein würden, werden ermutigt, sich mit den Konzepten vertraut zu machen und sie zu beherrschen, für die LaRouche vor fast 50 Jahren bei den Menschen im Entwicklungssektor bekannt wurde und für die er und seine Bewegung zu Unrecht verfolgt wurden.
Helga Zepp-LaRouches „Appell an die Bürger des Globalen Nordens: Wir müssen den Bau einer Neuen Gerechten Weltwirtschaftsordnung unterstützen!“ wird als Petition und als Hauptartikel einer (bisher auf englisch veröffentlichten) Broschüre des Schiller-Instituts international verbreitet.
Die Broschüre mit dem Titel „Der Kolonialismus ist vorbei! Appell an die USA und Europa: Unterstützt eine neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung, nicht den Krieg!“ enthält:
Sie können den Appell am Ende der Seite durch eine Unterschrift unterstützen!
Der Gipfel der BRICS-Staaten, der vom 22.-24. August in Johannesburg in Südafrika stattfand, demonstrierte ungeachtet aller Störmanöver von westlicher Seite der ganzen Welt, daß eine neue Weltwirtschaftsordnung entstanden ist, die ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit eröffnet. Nationen des Globalen Südens, die schon jetzt die große Mehrheit der Weltbevölkerung repräsentieren, bringen ihre praktische Entschlossenheit zum Ausdruck, die vergangene Periode von rund 600 Jahren des Kolonialismus für immer zu beenden und ein Wirtschaftssystem zu errichten, das die souveräne, gleichberechtigte Entwicklung aller Staaten auf dieser Erde, die Eliminierung von Armut und die Schaffung eines menschenwürdigen Lebensstandards für alle ermöglicht. Wir, die Bürger des Globalen Nordens, müssen diese Entwicklung aus vollem Herzen beglückwünschen und durch praktische Kooperation unterstützen!
Dabei ist eine korrekte Analyse, wie es zu dieser tektonischen Veränderung der strategischen Lage gekommen ist, essentiell. Diese Ausbildung eines neuen Wirtschaftsmodells ist nicht etwa das Ergebnis der Arbeit von „russischen Trollen“ oder „chinesischer Aggression“, wie es uns die Mainstream-Medien weiszumachen versuchen werden. Sie ist vielmehr das Resultat einer gewaltigen strategischen Fehlkalkulation von Kräften primär in den USA und Großbritannien, die sich nach der Auflösung der Sowjetunion fälschlicherweise als die Sieger des Kalten Krieges betrachteten und daraus das Recht ableiteten, einer unipolaren Welt ihr neoliberales Wirtschaftsmodell aufzuzwingen und alle Regierungen, die sich dieser „regelbasierten Ordnung“ nicht fügen wollten, durch diverse Methoden des „Regime-Wechsels“ zu ersetzen.
Die historische Chance von 1989, die darin bestand, eine damals absolut mögliche Friedensordnung für das 21. Jahrhundert zu errichten, wurde vertan und durch die Wolfowitz-Doktrin der US-Neocons und die Politik Brzezinskis ersetzt, die die von den USA und Großbritannien dominierte unipolare Weltordnung zementieren sollte, die besagte, daß niemals eine Nation oder Gruppe von Nationen die USA wirtschaftlich, militärisch oder politisch überflügeln dürfe.
Zu diesem vermeintlichen „Ende der Geschichte“, das Fukuyama zu sehen glaubte, gehörte auch die vollständige Deregulierung der Märkte und die weitreichende Privatisierung von Wirtschaftssegmenten, die zuvor unter staatlicher Kontrolle gewesen waren. Der Profitmaximierung in einer globalisierten Kasino-Wirtschaft stand nun nicht mehr viel im Wege, was zu einer immer weiteren Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich und letztendlich genau an den Punkt führte, den Lyndon LaRouche 1971 prognostiziert hatte, als Präsident Nixon die festen Wechselkurse des Bretton-Woods-Systems aufhob, nämlich in die Systemkrise des neoliberalen Finanzsystems, die sich 2008 bereits manifestierte und die seitdem nicht behoben, sondern durch unbegrenztes Gelddrucken der Zentralbanken, das sogenannte „QE“, nur hinausgeschoben wurde.
Diese Politik, die wesentlich der Spekulation nützte, führte zu einer vielschichtigen Gegenreaktion. China war zwar bereit, sich mit seiner Reform- und Öffnungspolitik an der Globalisierung zu beteiligen, aber anstatt sich dem Modell der westliche neoliberalen Demokratie zu unterwerfen, besann sich diese 5000 Jahre alte Zivilisation auf ihre eigene Kultur, verfolgte das Modell des Sozialismus mit chinesischen Kennzeichen und setzte damit ein beispielloses Wirtschaftswunder in Gang. Die Bereitschaft Chinas, die Erfahrung dieses Erfolgsmodells mit anderen Nationen des Globalen Südens in der Form der Seidenstraßen-Initiative zu teilen, führte zu einer Renaissance der Blockfreien Bewegung und der Wiederbelebung des „Geistes von Bandung“. Es ist schmerzlich im Bewußtsein der Länder des Globalen Südens, daß der Kolonialismus sehr wohl in moderner Form – nämlich in den unfairen Handels- und Kreditbedingungen des liberalen Finanzsystems – fortbestand, wovor schon die Präsidenten Sukarno und Nehru seinerzeit vor 68 Jahren in Bandung gewarnt hatten.
Dieser Kolonialismus wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht beendet, wie Präsident Roosevelt beabsichtigt hatte, sondern durch Churchill und Truman perpetuiert. Aber vor allem nach dem 11. September 2001 konzentrierten die USA sich unter dem Banner des „Krieges gegen den Terrorismus“ auf militärische und sicherheitspolitische Operationen weltweit, die Errichtung von bis zu 1000 Militärbasen und die Ausbildung von militärischen Kräften in so gut wie allen Kontinenten. Dazu kamen dann diverse „humanitäre Interventionskriege“, die Kriege in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien etc. Ganz offensichtlich blieb dabei die Idee des wirtschaftlichen Aufbaus dieser Länder auf der Strecke.
Es sollte niemanden verwundern, daß sich eine große Anzahl der Nationen des Globalen Südens unter diesen Umständen für die Kooperation mit den BRICS-Staaten entscheiden, die ihnen reales Wirtschaftswachstum und die Behandlung als ebenbürtige Partner anbieten. Darin und in der sehr konkreten Erfahrung des Verhaltens der früheren Kolonialmächte und der derzeitigen Hegemonialmacht liegt der Grund, warum die Nationen des Südens sich geweigert haben, Rußlands angeblich „unprovozierten Aggressionskrieg“ auf der Seite des „regelbasierten“ Westens zu verurteilen.
Der BRICS-Gipfel zeigte diese historische Neuausrichtung in der Welt so dramatisch sichtbar, daß selbst die Mainstream-Medien und politischen Kräfte, die bis vor kurzem in altgewohnter eurozentristischer Arroganz die Länder des Globalen Südens bestenfalls als exotische Urlaubsorte wahr genommen haben, nicht umhinkommen , die neue Realität zur Kenntnis zu nehmen. Aber die alles entscheidende Frage wird sein, wie sich die Nationen des Globalen Nordens zu dieser neu entstehenden Wirtschaftsordnung verhalten.
Der Versuch, die längst nicht mehr existierende unipolare Welt aufrecht zu erhalten, wird mit fast hundertprozentiger Garantie zum Dritten Weltkrieg führen, dem wir mit der Lage in der Ukraine – wo die konventionelle Dimension des Krieges mit dem Scheitern der ukrainischen Gegenoffensive erschöpft ist, sodaß nur die Beendigung des Krieges durch diplomatische Verhandlungen oder die Eskalation zum Einsatz von Nuklearwaffen als Optionen verbleiben – schon gefährlich nahe gekommen sind. Die Vorstellung, der Westen müsse sich von China und dem Einflußgebiet der BRI „entkoppeln“ oder „Risikominderung“ betreiben, wie die neue, lächerliche Formulierung heißt, würde nicht nur zu einer wirtschaftlichen Selbstzerstörung z. B. Deutschlands führen, sondern sie führt ebenfalls zum Krieg. Denn die Aufspaltung der Welt in zwei komplett separate Blöcke – einen US-dominierten, globalen NATO-Block, der weiter am Modell der Kasino-Wirtschaft festhält, und einen wirtschaftlich schnell wachsenden Block des Globalen Südens um die BRICS-Staaten – würde ebenfalls nicht friedlich bleiben.
Es gibt nur einen sicheren Weg, wie wir aus den vielen existentiellen Krisen, die an vielen Orten der Welt bestehen, herauskommen können: Anstatt das neue Wirtschaftsmodell der BRICS-Staaten als Gegner zu betrachten und zu bekämpfen, liegt es im ureigenen Interesse der Nationen des Globalen Nordens, mit dieser entstehenden Neuen Weltwirtschaftsordnung zu kooperieren und gemeinsam die gewaltigen Aufgaben der Überwindung von Armut und Unterentwicklung in Angriff zu nehmen.
Es gibt zwar derzeit nur wenig Anzeichen, daß die Vertreter des transatlantischen Establishments bereit wären, sich ihre Fehleinschätzungen und Politikfehler der letzten fast 35 Jahre einzugestehen, von wenigen Ausnahmen wie dem ehemaligen französische Präsidenten Sarkozy abgesehen. Aber die normalen Bürger Europas und der USA sollten jetzt ganz dringend die Axiome ihres eigenen Denkens überprüfen, ob sie nicht vielleicht doch von einer eurozentristischen Sichtweise und dem damit verbundenen latenten Rassismus beeinflußt sind. Die einfache diesbezügliche Gretchen-Frage lautet: Haben wir es wirklich hingenommen, daß es für immer so bleiben soll, daß fast eine Milliarde Menschen permanent am Rande des Hungertodes steht, zwei Milliarden kein sauberes Trinkwasser haben, 940 Millionen über keinen Zugang zu Elektrizität verfügen und der allergrößte Teil der Menschheit aufgrund von Armut nicht die Fähigkeit besitzt, die in ihnen angelegten Potentiale zu entwickeln, und damit dessen beraubt werden, was zum kostbarsten Gut des Menschen gehört?
Wir müssen die Entstehung dieser neuen Wirtschaftsordnung nicht nur als für Afrika, Asien und Lateinamerika längst überfällig ansehen, sondern auch verstehen, daß auch wir selbst nur durch die Kooperation mit ihnen unsere eigene marode Wirtschaft wieder in Gang bringen können. Präsident Xi Jinping hat von Anfang klar gemacht, daß die Belt- and Road-Iinitiative für die Kooperation mit allen Staaten dieser Erde offen ist, und es ist so gut wie sicher, daß die BRICS-Staaten auf Kooperationsangebote der westlichen Nationen offen reagieren werden.
Dies erfordert allerdings, daß wir im Westen unmißverständlich demonstrieren, daß wir zu einer ehrlichen Kooperation bereit sind. Dazu gehört vor allem, das Konzept der Ausdehnung der NATO zu einer Globalen NATO aufzugeben und konkret an einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur mitzuarbeiten, die die Interessen aller Nationen, die von Rußland, der Ukraine, China und aller anderen Staaten eingeschlossen, berücksichtigt. Welche Aspekte eine solche neue Architektur berücksichtigen muß, habe ich in den zehn Prinzipien zu diesem Thema formuliert.
Unsere ganze Zukunft, die der Nationen des Globalen Südens und nicht zuletzt der Weltfrieden, wird davon abhängen, ob wir genügend Kräfte in den europäischen Nationen und den USA dafür gewinnen können, die außergewöhnliche Chance zu ergreifen, die in der Kooperation mit den BRICS-Plus-Staaten liegt. Wir erleben derzeit einen Epochenwandel, wie er vielleicht einmal in tausend Jahren vorkommt, und das Großartige ist, daß wir alle diese neue Ära durch unseren Beitrag mitgestalten können. Wir können dazu beitragen, daß die beschämende Phase des Kolonialismus beendet wird, und ein menschliches Kapitel der Universalgeschichte beginnt.2
zepp-larouche@eir.de
Initiierende Unterzeichnerin: Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin des Schiller-Instituts
Weitere prominente Unterzeichner (Zugehörigkeit nur zu Identifikationszwecken)
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Tse Anye Kevin
Afrika
Vizepräsident, State55
Abderrahim Kachour
Algerien
TV-Journalist, Sender AL-24
Pablo Antonio Anzaldi
Argentinien
Professor für Politikwissenschaft, Katholische Universität von Argentinien; Superior War College
Enrique Juan Box
Argentinien
Sozialkommunikator
Juan Francisco Numa Soto
Argentinien
Rechtsberater des binationalen Wasserkradtwerks Yacyretá; Professor i.R. für Verfassungsrecht, Universität Buenos Aires
Carlos Pérez Galindo
Argentinien
Anwalt
Eduardo Anibal Putruele
Argentinien
Wirtschaftsprofessor i.R., University of Concepión del Uruguay
Osman Vladimir Escobar Torrez
Bolivien
Menschenrechtssekretär der bolivianischen Arbeitergenossenschaft (COB)
Max Yecid Ibáñez
Bolivien
Ehemaliger Sekretär der Schlichtungsstelle, Bundesverband der Elektro- und Telefonarbeiter von Bolivien
Sandra Marca Uscamayta
Bolivien
Gemeinde Tajibal, Santa Cruz
Jairo Dias Carvalho
Brasilien
Professor für Philosophie der Technologie, Bundesuniversität Uberlândia
Jacques Bacamurwanko –
Burundi/Guinea
Ehemaliger Botschafter Burundis in den Vereinigten Staaten, Burundi/Guinea
Juan Gómez
Chile
Friedensaktivist
Fernando Duque Jaramillo
Kolumbien
Anwalt, Masterabschluß in Politikwissenschaften
Enrique Ramirez Guier
Costa Rica
Bilologe, Berater
Juan José Arias Dipre
Dominikanische Republik
Chemie-Ingenieur
Ramón Emilio Concepción
Dominikanische Republik
Rechtsanwalt, Präsidentschaftsbewerber für die Partei PRM (2020)
Esther C. Cuenca Carrión
Dominikanische Republik
Professor
Salvador De Jesús Piñeiro
Dominikanische Republik
Anwalt
Máximo Doleo R.
Dominikanische Republik
Psychologe
Rafael Antonio Espaillat Almonte
Dominikanische Republik
Geograph
Ramón Gross
Dominikanische Republik
Betriebswirt; Lehrer und Professor an der Katholischen Universität von Santo Domingo
Dantes Ortiz Núñez
Dominikanische Republik
Historiker; Geschichtsprofessor, Autonomous University of Santo Domingo
Rafael Reyes Jerez
Dominikanische Republik
Journalist
Patricia Merizalde
Ecuador
Gründerin und Präsidentin der Internationalen Feministischen Poesie-Bewegung, „Women’s Flight“ (Vuelo de Mujer)
Alexis Ponce
Ecuador
Menschenrechtsanwalt, Nationale Vereinigung der Patienten und gefährdeten Familien Ecuadors
Präsident, Solidarité et Progrès;, ehemaliger Präsidentschaftskandidat
Dominique Delawarde
Frankreich
General (a.D.) der französischen Armee
Jean-Pierre Luminet
Frankreich
Astrophysiker
René Michel
Frankreich
Universitätsprofessor, Mathematiker
Ali Rastbeen
Frankreich
Präsident, Académie de Géopolitique, Paris
Dr. jur. Wolfgang Bittner
Deutschland
Autor
Joachim Bonatz
Deutschland
Vizepräsident des Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden e.V., Berlin
Ole Doering
Deutschland / China
Professor der Philosophie, Hunan Normal University
Karl-Heinz Kaufmann
Deutschland
Friedensaktivist
Friedemann Munkelt
Deutschland
Oberst a.D. der NVA
Prof. Wilfried Schreiber
Deutschland
Oberst a.d., Prof Dr. Phil et sc. oec., Senior Research Fellow, World Trends Institute for International Policy, Potsdam
Bartholomew Chirapanga
Ghana
Übersetzer für juristische Dienstleistungen ins russische, deutsche, englische und französische
Dr. Takis Ioannides
Griechenland
Mitbegründer, Global Gandhian Harmony Association
Raul Anibal Marroquin Casasola
Guatemala
Koordinator, Citizen Observatory for Peace „The Pupil of Heaven“, San Cristóbal, Verapaz
Otto Rene Quiñonez Carias
Guatemala
Ehemaliger Kongreßabgeordneter (1991/1993)
Donald Ramotar
Guyana
Ehemaliger Präsident Guyana
Hassan Salem Abbas
Irak
Mitglied des irakischen Repräsentantenrates (Parlament) Kommitee der Märtyrer, Opfer und politisch Gefangener
Mustafa Jabbar Sanad
Irak
Mitglied des irakischen Repräsentantenrates (Parlament)
Angelo Aiello
Italien
Ehemaliger Direktor der Scouts für den AC Milan
Francesco Battaglia
Italien
Professor für chemische Physik
Davide Donateo
Italien
Gründer, News Academy
Nino Galloni
Italien
Generaldirektor, Arbeitsministerium, 1990-2002, Ökonom und Autor
Liliana Gorini
Italien
Vorsitzende, Movisol
Bruno Marro
Italien
Musiker, Komponist, Autor
Alessia Ruggeri
Italien
Gewerkschaftlerin, Internationale Friedenskoalition
Chandra Muzaffar
Malaysia
Gründer und Direktor der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST);
Ms. Adam A. Ouologuem
Mali
Journalist; Präsident der malischen Diaspora in der Region DC, Maryland & Virginia; Präsident der Africa Society Inc. in Mali
Alberto Vizcarra Ozuna
Mexiko
Ehemaliger Kongreßabgeordneter; Koordinator der Bürgerbewegung für Wasser, Ciudad Obregón, und der Nationalen Front zur Rettung des mexikanischen Ackerlandes, Sonora
Alex Krainer
Monaco
Finanzberater, Krainer Analytics
Bolívar Téllez Castellón
Nicaragua
Ph.D. im Bildungswesen; Anwalt
Dr. Adewale Aiyden
Nigeria
Gerichtsmedizinerin
David Ajetunmobi
Nigeria
Gewerkschaftsführer im Automobilsektor
Thore Vestby
Norwegen
Ehemaliges Parliamentsmitglied
Blagoje Babić
Serbien
Mitglied der serbischen Akademie der WIrtschaftswissenschaften
Natasa Milojevic
Serbien
Politische Analystin; ehemliges Parlamentsmitglied
Meshack Mokete Maxongo
Südafrika
LaRouche-Bewegung, Südafrika
Lars Modin
Südafrika
Schiffsingenieur
Javier Otazu
Spanien
Ökonom
Juan José Torres Nuñez
Spanien
Dichter, Autor, freiberuflicher Journalist
Hussein Askary
Schweden
Vize-Vorsitzender, Belt and Road Institut Schweden, Südwestasienkoordinator, Schiller-Institut
Nationaler Direktor, American Muslim Alliance (AMA)
David Andersson
Vereinigte Staaten
Co-Direktor, Pressenza International Press Association
Anastasia Battle
Vereinigte Staaten
Schiller-Institut (USA); Herausgeberin, Leonore Magazine; Humanity for Peace Organizer
Prof. Oliver Boyd-Barrett
Vereinigte Staaten
Professor Emeritus, Bowling Green State University
Nick Brana
Vereinigte Staaten
Vorsitzender, People’s Party
Lt. (ret.) Robert Branca
Vereinigte Staaten
Reserve der US-Marine; Vietnam-Veteran
Ellen Brown
Vereinigte Staaten
Aktivistin für öffentlich-rechtliches Bankenwesen, Autorin: „Web of Debt“
Lisa Hart Carroll
Vereinigte Staaten
Schauspielerin, Malerin, Schriftstellerin; Mitarbeiterin und Witwe von Al Reinert; Drehbuchautor des Films Apollo 13; Regisseur und Produzent von „For All of Mankind“.
Dr. Joycelyn Elders
Vereinigte Staaten
15th Surgeon-General of the United States (1993-1994)
Graham Fuller
Vereinigte Staaten
Ehemaliger CIA-Beamter; ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des National Intelligence Council; Autor
Jack Gilroy
Vereinigte Staaten
Pax Christi, Upstate NY; Pax Christi International; Veterans for Peace
Ephraim Haile
Vereinigte Staaten;Eritrea
Eritreisches Kultur- und Entwicklungszentrum (ECDC), Eritreische Diaspora, Boston
Dr. Abate Kirkos
Vereinigte Staaten
Gründer, Forum für Forschungsinitiativen, Wissen, Austausch und Entwicklungsunterstützung (FRIENDS)
„Die Welt befindet sich derzeit in einem Umbruch, wie er nur einmal in tausend Jahren vorkommt: Das Zeitalter des Kolonialismus, das im 16. Jahrhundert begann und fast 600 Jahre gedauert hat, neigt sich dem Ende zu. Die Länder des Globalen Südens, die bei weitem die Mehrheit der Menschheit stellen, entledigen sich gerade der Überreste der kolonialen Unterdrückung, wie sie in Form von internationaler Kontrolle über ihre Ressourcen, unfairen Handelsbedingungen und finanzieller Unterwerfung und Ausplünderung durch die City of London und die Wall Street immer noch besteht. Die Länder des Globalen Südens machen ihr Recht geltend, ihre eigenen Rohstoffe zu verarbeiten und höherwertige Güter zu produzieren, um in absehbarer Zeit durch hochtechnologische Industrialisierung zu Gesellschaften mit mittlerem Einkommen aufzusteigen. Lyndon LaRouche hat jahrzehntelang die notwendigen realwirtschaftlichen Konzepte und Maßnahmen beschrieben, die diesen Übergang beschleunigen…“
Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog am Mittwoch, dem 16. August 18.30 Uhr, wie wir „gemeinsam mit der globalen Mehrheit ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufschlagen“ können.
Senden Sie Ihre Fragen, Gedanken und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.
Weltweite Kundgebungen von „Humanity for Peace“: eine Bewegung gegen die Atomkriegsgefahr und für dauerhaften Frieden
Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog am Mittwoch, dem 9. August 18.30 Uhr, wie wir gemeinsam die Gefahr des dritten Weltkrieges stoppen können und die internationale Friedenkoalition mit der Bewegung des globalen Südens vereinen können.
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Am Sonntag, den 6.8., dem 78. Jahrestag des barbarischen Atombombenabwurfs auf Hiroshima, veranstaltete das Bündnis „Humanity for Peace“ (Menschheit für Frieden) Dutzende weltweite Kundgebungen für Frieden und für eine neue internationale Sicherheitsarchitektur, die das Interesse aller Nationen schützt.
Die Hauptkundgebung fand auf dem Dag Hammarskjold Plaza vor den Vereinten Nationen in New York statt. Dort sprachen etwa 20 Redner aus vielen Ländern und unterschiedlichen politischen Richtungen, die jedoch alle für die gemeinsame Sache kämpfen, die akute Gefahr eines thermonuklearen Krieges zu stoppen und eine wachsende Bewegung für einen dauerhaften und gerechten Frieden aufzubauen. Die Moderatorinnen waren Anastasia Battle vom Schiller-Institut und Irene Mavrakakis von Liberty Speaks. Hier finden Sie das Video der Kundgebung.
Der Hauptkundgebung in New York City folgte ein klassisches Konzert bei dem u.a. Mozarts Requiem von Maestro Güler Aykal dirigiert wurde. Sie können sich die Aufnahme des Konzerts hier ansehen.
Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouches Aufruf auf der Kundgebung in New York an and helfen Sie, die Friedensbewegungen auf der ganzen Welt mit den Ländern des Globalen Südens zu vereinigen, um ein neues Paradigma in der Geschichte der menschlichen Gattung zu verwirklichen! Der neue Name für Frieden ist Entwicklung!
Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog am Mittwoch, dem 9. August 18.30 Uhr, wie wir gemeinsam die Gefahr des dritten Weltkrieges stoppen können und die internationale Friedenkoalition mit der Bewegung des globalen Südens vereinen können.
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Werden wir dem Menschengeschlecht den Untergang bereiten, oder wird die Menschheit auf Krieg verzichten?
Vor fast siebzig Jahren haben Albert Einstein und elf weitere Nobelpreisträger diese Warnung ausgesprochen: „Werden wir dem Menschengeschlecht den Untergang bereiten, oder wird die Menschheit auf Krieg verzichten?“
Heute bewegen sich die USA, die NATO und Rußland in der Ukraine auf einen direkten militärischen Konflikt zu – und ein Krieg zwischen USA/NATO und Rußland wird fast zwangsläufig zum Einsatz von Atomwaffen führen, da keine der beiden Seiten bereit sein wird, nachzugeben, wenn ein Konflikt beginnt.
Die USA, Großbritannien, Frankreich und Rußland halten 2.000 strategische Atomsprengköpfe in Abschußbereitschaft. Jeder strategische Sprengkopf ist 7 bis 53 Mal stärker als die Atombombe, die Hiroshima zerstörte. Sobald der Befehl zum Abschuß gegeben wird, werden diese Sprengköpfe ihre Ziele in 35 Minuten oder weniger erreichen. Von U-Booten aus gestartete ballistische Raketen können ihre Ziele innerhalb von 15 Minuten nach Genehmigung durch die Präsidenten treffen.
Rußland verfügt über 340 abschußbereite 800-Kilotonnen-Atomwaffen (800.000 Tonnen TNT-Sprengstoffäquivalent). Die Detonation eines solchen Sprengkopfes erzeugt Temperaturen von etwa 100 Millionen Grad Celsius, also etwa das Vier- bis Fünffache der Temperatur im Zentrum der Sonne.
Die Detonation einer Atomwaffe über einer Stadt ist so, als würde man ein Stück Sonne entzünden, was zu Temperaturen führt, die alles darunter Befindliche verdampfen und Brände über viele Kilometer in alle Richtungen auslösen. Dadurch entsteht ein gewaltiger nuklearer Feuersturm.
Die Detonation eines einzigen 800-Kilotonnen-Sprengkopfes über einer Großstadt bei einer durchschnittlichen Wetterlage löst einen nuklearen Feuersturm aus, der sich über eine Fläche von rund 400 Quadratkilometer erstreckt. Innerhalb weniger Minuten überschreitet die Lufttemperatur in der Brandzone den Siedepunkt von Wasser.
Jeder, der sich innerhalb der Feuerzone befindet, wird mit einem „Feuerhurrikan“ überzogen. Kein Lebewesen innerhalb der Feuerzone kann überleben.
In einem großangelegten Atomkrieg würden wahrscheinlich in weniger als einer Stunde deutlich mehr als 1000 nukleare Feuerstürme entstehen, weil Städte in Nordamerika, Europa und Rußland (und möglicherweise China) in Brand geraten. Diese Feuerstürme erstrecken sich über Zehntausende von Quadratkilometern. In begutachteten Studien wird davon ausgegangen, daß bis zu 180 Millionen Tonnen schwarzer Rauch und Ruß, die bei diesen Feuerstürmen entstehen, über das Wolkenniveau in die Stratosphäre aufsteigen, wo sie eine globale Rauchschicht bilden.
Die stratosphärische Rauchschicht kann nicht abregnen und wird dort zehn Jahre oder länger verbleiben. Die Rauchschicht dürfte in der nördlichen Hemisphäre so viel Sonnenlicht blockieren, daß sich die durchschnittliche Oberflächentemperatur schnell soweit abkühlt wie auf dem Höhepunkt der letzten Eiszeit. Ein bis zwei Jahre lang würden die Temperaturen im mittleren Nordamerika und Eurasien täglich unter den Gefrierpunkt fallen. Für den Anbau von Nahrungsmitteln wäre es viele Jahre lang zu kalt. Die meisten Menschen und großen Landtiere würden verhungern.
Wir dürfen dies nicht zulassen. Es ist Zeit zu handeln, bevor es zu spät ist.
Wir müssen uns gegen einen neuen Weltkrieg aussprechen, der die Menschheit zerstört.
Wenn Sie Wissenschaftler oder Künstler sind oder eine führende Position in der Kirche, in der Politik oder im Militär haben, schließen Sie sich bitte unserem Aufruf an die Vereinigten Staaten, die NATO und Rußland an, jede weitere Eskalation des Konflikts in der Ukraine zu unterlassen. Die NATO darf keine Streitkräfte in die Westukraine entsenden, die in direkten Konflikt mit russischen Streitkräften geraten könnten. Dies wäre der direkte Weg in den Dritten Weltkrieg und in die nukleare Verwüstung.
Erinnern Sie sich an die Worte von Einstein und seinen Kollegen:
„Wir sprechen hier nicht als Angehörige dieser oder jener Nation, dieses oder jenes Erdteils oder dieses oder jenes Glaubensbekenntnisses, sondern als menschliche Wesen, als Angehörige der Spezies Mensch, deren weitere Existenz zweifelhaft geworden ist…
Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir stattdessen den Tod wählen, bloß weil wir unsere Streitereien nicht vergessen können? Wir wenden uns als Menschen an unsere Mitmenschen: Erinnert Euch Eures Menschseins und vergeßt alles andere! Wenn Ihr das vermögt, dann öffnet sich der Weg zu einem neuen Paradies. Könnt Ihr es nicht, dann droht Euch allen der Tod.“
Resolution:
„In Anbetracht der Tatsache, daß in einem künftigen Weltkrieg mit Sicherheit Atomwaffen eingesetzt werden und daß solche Waffen den Fortbestand der Menschheit bedrohen, fordern wir die Regierungen der Welt auf, sich darüber klar zu werden und öffentlich zu bekennen, daß ihr Ziel nicht durch einen Weltkrieg gefördert werden kann, und wir fordern sie daher auf, friedliche Mittel zur Beilegung aller zwischen ihnen bestehenden Streitfragen zu finden.“
Daher unterstützen wir, die Unterzeichnenden, die dringende Mobilisierung von Humanity for Peace und rufen alle auf, sich am 6. August an dem internationalen Aktionstag, mit einer Hauptkundgebung bei den Vereinten Nationen in New York City und weiteren Kundgebungen auf der ganzen Welt, zu beteiligen.
#NoMoreHiroshimas #NoMoreNagasakis
Unterzeichner:
– Steven Starr MPH, MT(ASCP) BB (USA); Professor, Universität von Missouri; Veröffentlichungen im Bulletin of the Atomic Scientists
– Jeff Philbin, PhD (USA), Kernphysiker, Technischer Berater, unabhängiger Kontraktor, pensioniert von Sandia National Laboratories
– Vincenzo Romanello, PhD (Tschechische Republik, Deutschland, Italien), Nuklearingenieur, Gründer der italienischen Organisation „Atoms for Peace“.
– Franco Battaglia, PhD (Italien), Professor für chemische Physik, Universität Mondena, Italien
– David H. Lester, PhD (USA), Chemieingenieur, Spezialist für die Anwendung von Nuklearisotopen; frühere Tätigkeiten bei Battelle Northwest Laboratories und Hanford Engineering Development Laboratory
– José Oreste Maldifassi Pohlhammer (Chile) Adolfo Ibanez Universität, Fakultät für Ingenieur- und Naturwissenschaften
– Alberto Arecchi, (Italien), italienischer Architekt, arbeitete in verschiedenen afrikanischen Ländern für die Entwicklungszusammenarbeit; unterrichtete Baumaterialien an mehreren Hochschulen; leitet derzeit Liutprand, eine kulturelle Vereinigung, die Bücher über die lokale Geschichte der Region Pavia herausgibt (www.liutprand.it).
– Juan José Torres Núñez, PhD (Spanien), Dichter, veröffentlichter Autor, freier Journalist, Mitglied des Schiller-Instituts
– Jeffrey Mahn, (U.S.A.), Nuklearingenieur (a.D.), Sandia National Labs, Wissenschaftspädagoge am National Museum of Nuclear Science and History
– Marsha Freeman, (U.S.A.), National Assoc. of Science Writers (gewählt), Aviation/Space Writers Assoc. (gewählt), Fellow, British Interplanetary Society (gewählt), American Institute of Aeronautics and Astronautics American Astronautical Society – History Committee of the AIAA, History Committee of the International Academy of Astronautics (ernannt)
– William Cuthbert Jones, (U.S.A.), ehemaliger Korrespondent des Weißen Hauses, EIR
– C. (Kees) le Pair, (Niederlande), Physiker (a. D.), Universität Leiden; Königlich Niederländische Akademie der Künste und Wissenschaften
– Djamila le Pair, (Niederlande), Freiberufliche Journalistin; Free Assange-Aktivistin
(Angabe von Institutionen nur zu Identifikationszwecken)
Die Gefahr eines Atomkrieges ist so weit eskaliert, daß kein vernünftiger Mensch auf der Welt sie mehr ignorieren kann. Dennoch gibt es in der gegenwärtigen Atmosphäre immer noch einige, die meinen, es sollte noch mehr Waffen und mehr Sanktionen geben, und sogar denken, man könnte einen Atomkrieg gegen Rußland gewinnen. Es ist völlig klar, daß diejenigen, die diesen Krieg provoziert haben und ihn weiter eskalieren lassen, sich nicht um das Leben der Menschen in der Ukraine oder irgendeinem anderen Land der Welt scheren. Das ist NICHT akzeptabel für diejenigen unter uns, denen das Wohlergehen der Menschheit am Herzen liegt – diejenigen, die nicht wollen, daß die menschliche Gattung vom Angesicht der Erde ausgelöscht wird!
Deshalb rufen wir die Bürger der Welt auf, sich zusammenzuschließen und unsere Stimme gegen diesen Wahnsinn zu erheben. Humanity for Peace baut eine einheitliche Koalition auf, jenseits aller Ideologien, um diese Eskalation hin zum Atomkrieg zu stoppen. Wir sehen nicht tatenlos zu, wie die Menschheit durch einen solchen Wahnsinn zugrunde geht!
Am 6. August jährt sich zum 78. Mal der sinnlose, massenmörderische Atombombenabwurf der Vereinigten Staaten auf Hiroshima, dem Tage später das gleiche Verbrechen bei Nagasaki folgte.
Humanity for Peace ist stolz, ankündigen zu können, daß zu diesem Anlaß am 6. August 2023 eine internationale Kundgebung stattfindet, um die Welt daran zu erinnern, daß ein Atomkrieg nie geführt werden darf und nie gewonnen werden kann. Das ist der Menschheit nicht würdig, und wir müssen die Vorstellung vom „unvermeidlichen Krieg“ als moralisch verwerflich und unglaublich zynisch zurückweisen. Die Hauptkundgebung findet von 13-16 Uhr EDT am Sitz der Vereinten Nationen in New York statt und wird live über das Internet übertragen. In Solidarität mit dieser Aktion werden in anderen Städten überall auf der Welt weitere Kundgebungen stattfinden.
Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn Sie Interesse an der Organisation einer Schwesterkundgebung haben.
Inzwischen unterstützen bereits über 20 Organisationen die Veranstaltung. Wenn Ihre Organisation dies auch tun möchte, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Wie Präsident Kennedy 1963 in seiner berühmten Rede an der American University sagte: Krieg ist nicht unvermeidlich – aber nur, wenn wir daran arbeiten, den Frieden zu schaffen. Die politische Führung der Vereinigten Staaten und der NATO tut heute das Gegenteil, sie heizt die Lage in der Ukraine weiter an und verschärft sie. Aus diesem Grund muß sich ein internationaler Chor von Stimmen gegen diese Politik erheben und der Ruf nach Frieden ertönen!
Schließen Sie sich uns am 6. August an – machen wir dies zur dominierenden Stimme auf der Welt!
Ort: Dag Hammarskjöld Plaza, East 47th St., New York, NY 10017, Zeit 13-16 Uhr EDT
Unsere Forderungen lauten wie folgt:
Sofortige Einstellung aller Finanz- und Waffenlieferungen an die Ukraine.
Sofortige Einberufung von Friedensgesprächen ohne Vorbedingungen.
Auflösung der North Atlantic Treaty Organization (NATO).
Schaffung einer neuen internationalen Sicherheitsarchitektur, um die Aufteilung der Welt in Blöcke zu beenden und die Geopolitik zu beseitigen. Diese neue Architektur muß die Sicherheitsbelange jeder souveränen Nation, ob groß oder klein, berücksichtigen.
Die aktuelle Rednerliste umfaßt:
Gerald Celente, Gründer und Direktor des Trends Research Institute und Herausgeber der Zeitschrift Trends Journal; Gründer von Occupy Peace & Freedom,
Mike ter Maat, Kandidat für die Präsidentschaftsnominierung der Libertarian Party 2024, ehemaliger Wirtschaftswissenschaftler im Weißen Haus, Professor, Unternehmer und reformorientierter Polizeibeamter,
Scott Ritter, ehemaliger Geheimdienstoffizier des U.S. Marine Corps und Autor. Er diente in der Sowjetunion als Inspektor für die Umsetzung des INF-Vertrags, gehörte während des Golfkriegs zum Stab von General Norman Schwarzkopf und war von 1991-98 Chefwaffeninspektor der UN im Irak,
Nick Brana, nationaler Vorsitzender der People’s Party und Organisator der Friedensdemonstration Rage Against the War Machine,
Jose Vega, Mitarbeiter der Kampagne von Diane Sare für den US-Senatssitz von New York und LaRouche-Aktivist seit 2014,
Ahmadou Diallo, Präsident und Gründer der Guinean American League of Friends for Freedom, Analyst für die guineische Gemeinschaft in New York und anderen US-Bundesstaaten,
Pfarrerin Dr. Terri L. Strong, Vorsitzende des Ausschusses für Aktion und globale Belange der National Church Women United Organization. (Die Angaben der Zugehörigkeiten dienen nur zur Identifizierung.)
Konzert mit Mozarts Requiem
Im Anschluß an die internationale Demonstration werden Musiker aus verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten gemeinsam ihre musikalischen Talente in einem kostenlosen Konzert der Öffentlichkeit präsentieren. Zur Aufführung kommt das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. Unser Chefdirigent für dieses Konzert ist Maestro Gürer Aykal, Generalmusikdirektor des Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra, emeritierter Professor und ehemaliger Dirigent des Symphonieorchesters von El Paso, Texas.
Das Konzert findet statt am Sonntag, 6. August 2023 von 18-20 Uhr in der Unitarian Church of All Souls, 1157 Lexington Avenue an der East 80th Street, New York City.
Die Internationale Friedenskoalition (IFK) hielt am Freitag, dem 21. Juli, ihr siebtes wöchentliches internationales Treffen mit Vertretern von 17 Nationen ab, von denen die meisten über die Mobilisierung in ihren Ländern für den internationalen Aktionstag am 6. August, dem Jahrestag der sinnlosen atomaren Zerstörung Hiroshimas durch die USA, berichteten.
Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts, eröffnete den Zoom-Anruf, indem sie betonte, daß der Wahnsinn der Kriegstreiber auf dem NATO-Gipfel vom 17. bis 18. Juli erst dann gestoppt werden kann, wenn die breite Öffentlichkeit auf der ganzen Welt die Wahrheit über die Ursache der Kriegsgefahr verstanden hat. Die Spannungen ergeben sich aus der Tatsache, dass es jetzt zwei Systeme gibt, eines, das auf der unipolaren Welt der globalen NATO basiert, und das andere, das auf den BRICS und fast allen Nationen des globalen Südens basiert, die sich einem neuen System zuwenden, das den Kolonialismus endgültig beenden will.
Zepp-LaRouche nannte vor allem das Beispiel Deutschlands, das seine Souveränität völlig aufgegeben hat und wo die „regelbasierte Ordnung“ (von der niemand weiß, wer diese „Regeln“ aufstellt) die Wirtschaft zerstört. Alles, was die Deutschen nach den Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs aufgebaut haben, steht jetzt auf dem Spiel, und Unternehmen fliehen in Scharen aus dem Land – und das, obwohl 70% der Bevölkerung der Meinung sind, dass die Regierung einen schlechten Job macht. Die Souveränität aller anderen Länder wird von der Kriegspartei aus USA, UK und globaler NATO angegriffen, wobei sie daran erinnerte, dass die Souveränität eines jeden Landes das erste der von ihr formulierten „Zehn Prinzipien“ ist. Der 6. August müsse zu einem „Weckruf“ für ein friedliches Ende des Krieges in der Ukraine werden. Sehr wirksam hierfür sei der Aufruf von Steve Leeper, dem ehemaligen Leiter der Hiroshima Peace Culture Foundation, der schreibt, dass Organisationen weltweit alle Differenzen beiseite legen und sich am 6. August bei der UNO oder anderswo zusammenschließen müssen, um die Kriegstreiber zu stoppen.
Aus allen Teilen der Welt wurde über organisatorische Vorbereitungen berichtet:
Nicaragua: Bolívar Téllez Castellón aus Nicaragua berichtete, dass ein Komitee gebildet wurde, um in der Bevölkerung Unterstützung für den 6. August und darüber hinaus zu mobilisieren. Einige der Organisatoren wollen kurze Videos drehen, die er mit der IFK zur weltweiten Verwendung in spanischsprachigen Ländern teilt. Er wies darauf hin, dass in seinem Land über 20 Jahre lang ein Bruderkrieg herrschte, Nicaragua jetzt aber mit Russland und China zusammenarbeitet, um echte Entwicklung zu erreichen.
Malaysia: Chandra Muzaffar, Gründer und Direktor der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST), gab bekannt, dass er die Ankündigung der Veranstaltung vom 6. August und den Offenen Brief von Steve Leeper an die 20-25.000 Mitglieder der JUST-Mailingliste verschickt hat. Auch habe er eine Reihe von Friedensorganisationen in Asien angeschrieben und sie aufgefordert, sich der IFK anzuschließen. JUST hält am 6. August eine eigene Veranstaltung ab, deren Format derzeit noch diskutiert wird. Er sagte, eine Million Menschen auf die Straße zu bringen, entweder in New York City oder weltweit, sei ein sehr großes Ziel, aber ein notwendiges, wenn man bedenkt, dass es um die Menschheit selbst gehe. Die gegenwärtige Gefahr sei die größte in der Geschichte; 1945 hatte nur eine Seite Atomwaffen, jetzt haben viele Länder sie, und sie sind weitaus tödlicher als die Bomben von Hiroshima und Nagasaki. Wir seien es der Geschichte und zukünftigen Generationen schuldig, unserer Aufgabe gerecht zu werden. Es gehe um „Gedeihen oder Vergehen“.
Deutschland: Jimmy Gerum, der als Pressesprecher der Koalition Menschheit für den Frieden fungiert, erklärte, dass „jeder Krieg mit einer Lüge beginnt“ und es gelte, durch einzelne unabhängige Journalisten massiven Druck aufzubauen, um die Lügen in den Mainstream-Medien zu durchbrechen.
Guatemala: Raul Marroquin von der Beobachtungsstelle für den menschlichen Frieden in Guatemala sagte, er sei seit vielen Jahren mit Lyndon LaRouche und dem Schiller-Institut verbunden. Jetzt werde deutlich, dass die Oligarchen der Welt das Ende der Menschheit wollen, und wir müssen handeln, um das zu verhindern.
Frankreich: Karel Vereycken, ein führendes Mitglied des Schiller-Instituts in Frankreich, gab einen Bericht von der Konferenz des Schiller-Instituts am 8. bis 9. Juli in Straßburg, die erste Präsenz-Konferenz nach der Corona-Pandemie, an der 250 Teilnehmer den Vorträgen führender Sprecher aus Rußland, China, Indien, Afrika, Europa und den USA folgten. Das französische Schiller-Institut plant drei Veranstaltungen: Am 6. August vor Notre Dame, am 9. August, dem Jahrestag des Bombenabwurf von Nagasaki, vor dem Gebäude der UNESCO und zu einem späteren Zeitpunkt eine über Wissenschaftsfragen, wobei die Rolle von John von Neumann aufgedeckt werden soll, der Präsident Harry Truman aufgefordert hatte, die Atombombe gegen die Städte Hiroshima und Nagasaki einzusetzen.
Österreich: Peter Weish, ein Friedensaktivist, sagte, Österreich sei lange Jahre stolz darauf gewesen, als neutrales Land den Krieg ablehnt und eine aktive, gewaltfreie Neutralität befürwortet zu haben. Diese Politik stehe nun aber unter enormem Druck der NATO und der von ihr beeinflussten Medien. Er sagte, dass seine Mitstreiter seit Jahren am 6. und 9. August Demonstrationen abhalten und dies auch in diesem Jahr im Rahmen des Internationalen Aktionstages tun werden.
Polen: Udo Leitman, Vertreter von United for Freedom, sagte, dass in Polen diejenigen, die wie er die Wahrheit schreiben, heftigen Angriffen ausgesetzt sind, in vielen Fällen auch von der Polizei. Die Regierungen Polens und der Ukraine arbeiteten eng zusammenarbeiten, so dass möglicherweise sogar die Grenze zwischen beiden Ländern aufgehoben und sich ihre Streitkräfte vereinigen könnten.
Schweden: Ulf Bejerstrand, der die „Stimme des Volkes“ gegründet hat, damit Menschen die Lügen der Medien durchschauen könnten, sagte, dass seine Gruppe 50.000 Anhänger in den sozialen Medien haben. Wenn die Menschen zusammenkommen, könnten die Kriegstreiber besiegt werden.
Schweden: Ulf Sandmark, der Präsident des Schiller-Instituts in Schweden, sagte, dass am 6. August eine Veranstaltung in Stockholm geplant sei. Er meinte, der Zusammenbruch des Getreidedeals über das Schwarze Meer sei von der NATO und den Oligarchen provoziert worden, weil diese Absprache zwischen Russland und der Ukraine ein kleiner, aber wichtiger Schritt in Richtung Zusammenarbeit und Frieden war.
Mexiko: Carolina Dominguez vom mexikanischen Schiller-Institut beschrieb, wie sie und ihre Mitstreiter versucht haben, die historische Rede von US-Präsident John F. Kennedy vom 10. Juni 1963 bekannt zu machen, in der er eine Zusammenarbeit zwischen den USA und der UdSSR für Frieden und Entwicklung forderte. Sie sagte, die Jugend in Mexiko glaube nicht an das NATO-Narrativ und respektiere Russland und die BRICS-Länder. Sie zitierte den mexikanischen Nationalhelden, Präsident Benito Juárez, der die Habsburger Besatzer Mexikos besiegte und erklärte, „Respekt für die Rechte anderer bedeutet Frieden“. Ihre Organisation habe Tausende von Exemplaren des von Helga Zepp-LaRouche verfassten „Dringenden Appells von Bürgern und Institutionen aus der ganzen Welt, einschließlich der USA, an den (nächsten) Präsidenten von Amerika!“ verteilt, in dem eine Rückkehr zu den von JFK vertretenen Prinzipien des Friedens gefordert wird.
Vereinigte Staaten: Elliot Greenspan, Leiter der „Outreach Task Force“ der LaRouche-Bewegung, beschrieb die Bemühungen, die „Bindestrich-Amerikaner“ aus Pakistanern, Indern, Chinesen, Guineern und anderen sowie christliche Organisationen für die Demonstrationen am 6. August zu gewinnen, und betonte, daß es zwar zweifellos Differenzen zwischen diesen Gesellschaftsschichten gebe, die aber beiseite gelegt werden müssen, um einen Atomkrieg zu verhindern. Dennis Speed, führendes Mitglied des Schiller-Instituts, sagte, dass es eine schwierige, aber unerlässliche Aufgabe sei, eine Million Menschen auf die Straße zu bringen, wie Chandra Muzaffar angeregt hatte, wenn man die Völkermörder stoppen wolle. Er wies darauf hin, dass die Sabotage des Schwarzmeer-Getreide-Deals durch die NATO ein weiterer Fall sei, woran deutlich werde, dass die Malthusianer Millionen von Menschen verhungern lassen wollten. Deswegen sei JFKs Konzept „Nahrung für den Frieden“ heute von entscheidender Bedeutung.
Deutschland: Barbara Spahn von der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) sprach über eine Koalition kleiner Parteien, die in Frankfurt schon 2 Friedenskundgebungen abgehalten hat. Für den 5. August ist eine weitere Kundgebung angemeldet, auf der unter anderem der ehemalige Bundeswehrmajor Florian Pfaff sprechen wird.
Helga Zepp-LaRouche beendete das Treffen, indem sie die bisherigen Fortschritte der IFK hervorhob, aber verlangte, daß sie schneller wachsen müsse, um das Ziel zu erreichen. Jedes Mitglied müsse die Verantwortung dafür übernehmen, andere Organisationen – Friedensorganisationen, religiöse, demokratische und andere Gruppen – zu erreichen, um sich der Bewegung anzuschließen. Sie empfahl das Video des Wissenschaftlers Steven Starr über die verheerenden Folgen eines Atomkriegs und forderte dazu auf, Friedrich Schillers Werke zu lesen, um „den Arm des Tyrannen zu beugen“.
Teilnehmer: Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin und Vorsitzende, Schiller-Institut Präsident Donald Ramotar (Guyana), ehemaliger Präsident von Guyana Chandra Muzaffar (Malaysia), JUST International/SHAPE Abdoulaye Balde (USA), Guineische und amerikanische Liga der Freunde für die Freiheit Oliver Boyd-Barrett (USA), Professor Emeritus, Bowling Green State University, Ohio Dr. Balkrishna Kurvey (Indien), Präsident des Indian Institute for Peace, Disarmament and Environmental Protection Barbara Spahn (Deutschland), BüSo, Bürgerrechtsbewegung Solidarität Mamadou Dathe Diallo (USA/Guinea), Guinean American League of Friends for Freedom Beatriz Solórzano León (Guatemala), Rechtsanwältin, Parlamentarische Technikerin Bernie Holland (UK) No2NATO Pater Robert Cushing (USA), Vereinigung der katholischen Priester der USA (AUSCP), Pax Christi GA, ehemaliger Priester Bolívar Téllez Castellón (Nicaragua), Jurist und Universitätsprofessor Carolina Domìnguez Cisneros (Mexiko) Raul Marroquin (Guatemala) Peter Weish (Österreich) Verena Konig (Österreich) Udo Leibmann (Polen) Vereint für die Freiheit Boubacar Sidy (USA/Guinea) Ilker Özyavuz (Deutschland) Team Todenhöfer Hondo Tonumaa (Estland) Martin Schotz (USA) Autor, „Die Geschichte wird uns nicht freisprechen: Orwellsche Kontrolle, öffentliche Verleugnung und die Ermordung von Präsident Kennedy“ Ruben Dario Guzzetti (Argentinien), Argentinisches Institut für geopolitische Studien (IADEG) Christine Bierre (Frankreich), Solidarité et Progrès Pater Harry Bury (USA), Erzdiözese von Saint Paul in Minneapolis, MN Jacques Cheminade (Frankreich), Präsident von Solidarité et Progrès
Jimmy Gerum (Deutschland), LeuchtturmARD Juan Carrero (Spanien), Präsident, Stiftung S’Olivar Juan Gómez (Chile) Martha Rollins (USA/Costa Rica) Internationale Friedensdelegationen: Iberoamerika, Kolumbien, Kuba und Palästina Ulf Bejerstand (Schweden), Parteivorsitzender, Musiker Liz Augustat (Deutschland), Frieden durch Kultur Simon Miller (USA) LaRouche-Jugendbewegung Robert Castle (USA) LaRouche-Jugendbewegung Karen Ball (USA) Pax Christi – Texas Mike Billington (USA) Magazin Executive Intelligence Review Muhammad Selim Akhtar (USA) Muslimische Allianz Ulf Sandmark (Schweden), Präsident Schiller-Institut, Schweden Wolfgang Lieberknecht (Deutschland) Internationale Friedens Fabrik Wanfried Meshack Maxongo (Südafrika) Marianne Liljeholt (Schweden), Mitglied des Parteivorstands der Freiheitsbewegung Joyce Hall (USA) Pax Christi David Andersson (USA), Koordinator des NYC-Büros der Presseagentur Pressenza und Gastgeber einer Talkshow, Face 2 Face, die auf Youtube und Facebook ausgestrahlt wird Jurgen Wolf (Schottland), No2NATO UK, Workers Party BG Mark Rolofson (USA) Chris Fogarty (USA/Irland), irisch-amerikanischer Aktivist Fredrick Weiss (USA) Klassischer Musiker Ronald Betag (USA), Schiller-Institut, Texas Dennis Small (USA), Schiller-Institut, Virginia Dennis Speed (USA), Schiller-Institut, New Jersey Diane Sare (USA) Kandidatin für den US-Senat, New York Jose Vega (USA) Interventionist, Organisator Schiller-Institut Anastasia Battle (USA) Organisatorin, Interventionistin und Chefredakteurin, Leonore Magazine
Internationale Friedenskoalition (IPC) fordert die Umsetzung der UN-Resolution 242
Mit wöchentlichen privaten Treffen hat die vom Schiller-Institut (SI) mitgegründete Internationale Friedenskoalition (IPC) eine starke Zusammenarbeit zwischen Vertretern internationaler Organisationen unterschiedlicher politischer Orientierung aufgebaut, die alle erkannt haben, daß der Marsch in einen Weltkrieg gestoppt und statt dessen Sicherheit und Entwicklung für alle Nationen gewährleistet werden muß. Am 13.10. fand nun die erste öffentliche IPC-Sitzung statt.
Bericht vom 136. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 136. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 9. Januar begann mit einer einleitenden Rede von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin. Sie warnte, nach Präsident Trumps Angriff auf Venezuela „gibt es kein Völkerrecht mehr, statt dessen herrscht ‚Macht vor Recht‘ und das Gesetz des Dschungels“. Weiterlesen
Erklärung der Internationalen Friedenskoalition: Appell an das amerikanische Volk, Präsident Trump und den US-Kongreß!
Die USA planen, ab 2026 US Mittelstreckenraketen (wie SM-6,Tomahawk und Hyperschallwaffen wie Dark Eagle) in Deutschland zu stationieren. Diese Systeme sollen vom 56. US-Artillerieverband eingesetzt werden, der im November 2021 in Wiesbaden reaktiviert wurde. Die SM-6 hat eine Reichweite von 370 bis 500 km,
der Tomahawk-Marschflugkörper hat die Fähigkeit, in geringer Tiefe in feindliches Territorium einzudringen und Kommandozentralen, Bunker, und Radaranlagen auszuschalten. Der Dark Eagle ist eine Hyperschallwaffe und verfügt über eine Reichweite von bis zu 2700 km, fliegt mit bis zu 17-facher Schallgeschwindigkeit und ist manövrierbar im Zielanflug. Diese Systeme sind nuklearfähig und ermöglichen Angriffe von Deutschland aus auf strategische Ziele weit in das russische Territorium hinein und können u.a. russische Kommandozentralen ausschalten. Weiterlesen
Die Zeit ist reif für das Zeitalter der Vernunft
Bericht vom 135. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 135. wöchentliche Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 2. Januar begann mit einer Einführung der IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche, die prognostizierte: „2026 wird ein Jahr noch dramatischerer Veränderungen sein.“ Die alles überragende neue Entwicklung sei der Angriff mit 91 Drohnen auf die Residenz des russischen Präsidenten Putin am Jahresende gewesen. Wäre Putin getötet worden, hätte sich die Lage zu einem Dritten Weltkrieg zuspitzen können. Die ukrainische Regierung habe zwar jede Beteiligung abgestritten und die CIA deren Behauptung unterstützt, doch dann habe Rußland am 1. Januar Beweise vorgelegt, in Form gut erhaltener Navigationssysteme aus Drohnen, die bei dem Angriff abgeschossen wurden und die die ukrainische Herkunft des Angriffs belegen. Weiterlesen
Junge Menschen der Welt, vereinigt euch!
Bericht vom 133. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 133. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am 19. Dezember statt, die Präsidentin des Schiller-Instituts und IPC-Mitgründerin Helga Zepp-LaRouche eröffnete es mit einer detaillierten Darstellung der turbulenten jüngsten Zeit. Die Europäische Union sei mit ihren Plänen zur Finanzierung des Krieges gegen Rußland in der Ukraine gescheitert. Die Notlösung der EU bestehe nun darin, auf Kosten der Steuerzahler 90 Milliarden Euro zu leihen und das Geld wiederum der Ukraine zu leihen, damit das Land die 45 Milliarden Euro, die es der EU bereits schuldet, zurückzahlen kann. Dieses gigantische Schneeballsystem werde am Krieg nichts ändern, weil die Ukraine keine Soldaten mehr habe, um weiterzukämpfen.
Ein neues System für die Menschheit kann alle Probleme lösen
Bericht vom 132. Treffen der Internationale Friedenskoalition
Die Internationale Friedenskoalition (IPC) traf sich am 12. Dezember zu ihrer 132. wöchentlichen Online-Sitzung. Sie entwickelte sich zu einer dramatischen Diskussion über den Wendepunkt in der Geschichte durch die Veröffentlichung der Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) der Trump-Regierung vom November, die, wie ein Teilnehmer sagte, „das ganze Schachbrett über den Haufen geworfen hat“. Die Eröffnungsreden hielten die Vorsitzende des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche, der britische Diplomat Alastaire Crooke, der fast 30 Jahre lang beim MI6 war, Graham Fuller aus den USA, der 20 Jahre lang bei der CIA u.a. als Vizechef des National Intelligence Council war, der ehemalige Präsident von Guyana Donald Ramotar sowie der Iberoamerika-Redakteur von EIR, Dennis Small. Crooke und Fuller hatten früher im Rahmen ihrer Tätigkeiten in der arabischen Welt zusammengearbeitet. Weiterlesen
Die Ursache liegt in der Geopolitik
Bericht vom 131. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
Die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition Helga Zepp-LaRouche eröffnete die 131. wöchentliche Online-Sitzung der IPC am 5. Dezember mit Nachrichten über ermutigende Entwicklungen, allen voran Präsident Putins Staatsbesuch in Indien. Die Seele des verstorbenen russischen Ministerpräsidenten Jewgeni Primakow müsse jetzt glücklich sein, weil die Beziehungen zwischen China, Indien und Rußland florieren, trotz aller Bemühungen der imperialen Kräfte der Welt, sie zu spalten. Das sei ein großer Rückschlag für die Globale NATO. Weiterlesen
Optimismus ist das Gesetz des Universums
Bericht vom 130. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC).
Am 28. November fand die 130. wöchentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete sie mit einem Überblick über die weltweiten Turbulenzen in Konfliktgebieten wie der Ukraine, Gaza, Venezuela sowie dem sich abzeichnenden Konflikt zwischen Japan und China. Sie begrüßte, daß der pensionierte deutsche General Harald Kujat Großbritannien, Frankreich und Deutschland aufgefordert hat, den amerikanischen 28-Punkte-Vorschlag zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu unterstützen. Präsident Trumps Regierung sei gespalten: Der Sonderbeauftragte Steve Witkoff sei für Diplomatie, Außenminister Marco Rubio lehne den Friedensvorschlag ab. Diejenigen, die auf einen Regimewechsel in Rußland setzen, „sollten sich das zweimal überlegen“, denn Präsident Putin genieße die Unterstützung der Bevölkerung und sei ein „unglaublich geduldiger und diplomatisch orientierter“ Mensch, den man als Verhandlungspartner bevorzugen sollte. Weiterlesen
Vernunft in Zeiten der Krise
Bericht vom 129. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
In der 129. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 21. November sprach Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin, zunächst über das wichtige EIR-Seminar vom Vortag zu der Kriegsgefahr um Venezuela – „Präsident Trump, tun Sie das nicht!“ –, in dem alle Vorwände für einen Krieg als falsch entlarvt worden waren (siehe Video des Seminars1). Das Magazin Foreign Affairs habe über das wahre Ziel des Konflikts mit Venezuela „aus dem Nähkästchen geplaudert“, nämlich zu verhindern, daß Südamerika mit den BRICS und besonders mit China bei der wirtschaftlichen Entwicklung zusammenarbeitet. Weiterlesen
„Die Eliten haben kein Recht, die Zukunft zu zerstören“
Bericht über die 128. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition
Das 128. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 14. November begann mit einem Überblick der IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche über die Weltlage. Sie verwies auf den ungeheuren Gegensatz zwischen der immer wütenderen Verzweiflung der NATO und der Ukraine auf der einen Seite – sichtbar an dem gerade vereitelten, wahnsinnigen Versuch, ein russisches MiG-31-Kampfflugzeug zu entführen, um damit unter falscher Flagge eine NATO-Einrichtung in Rumänien anzugreifen – und auf der anderen Seite dem faszinierenden neuen Potential für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur der Welt auf der jüngsten Konferenz des Schiller-Instituts am 8.-9. November in Paris.
Bericht IPC#126 – Frieden schaffen durch den „Zusammenfall der Gegensätze“
Bei der 126. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 31. Oktober stand im Mittelpunkt, wie das Denken des Nikolaus von Kues (1401-64) und von Lyndon LaRouche (1922-2019) heute dazu beitragen kann, den Absturz der Zivilisation in einen selbstmörderischen Weltkrieg zu stoppen und eine neue Renaissance auf der Grundlage einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für alle Länder einzuleiten. Die Idee, bei der Diskussion über die akuten Gefahren der Gegenwart parallel auf Cusanus und LaRouche zurückzugreifen, stammt von Pater Harry J. Bury, der seit 70 Jahren Priester und Friedensaktivist ist, heute bei Twin Cities Nonviolent und der U.S. Catholic Priest Association. Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche kommentierte, Pater Burys Gedanken gehörten zu den wichtigsten Beiträgen aus den Vereinigten Staaten überhaupt.
Die Zeit wird knapp
Bericht vom 125. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 125. wöchentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 24. Oktober war nicht die übliche Podiumsdiskussion, sondern ein Dialog zwischen der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche, und Theodore Postol, emeritierter Professor für Wissenschaft, Technologie und nationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology.
Bericht vom 123. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 123. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am 10. Oktober statt. Die IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche erklärte zu Beginn, die teilweise Akzeptanz des Friedensplans für den Gazastreifen könne das Ende des Krieges bedeuten, aber auch nur einen Waffenstillstand, wie Ministerpräsident Netanjahu sagte – oder sogar noch weniger, solange es keinen massiven Druck aus der ganzen Welt gibt, ihn durchzusetzen. Das Thema der heutigen Sitzung sei der „Oasenplan“, der jetzt überall auf die Tagesordnung gesetzt werden müsse. Weiterlesen
Ein Test für die moralische Überlebensfähigkeit der Welt
Bericht vom 121. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 121. Online-Forum der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am Freitag, dem 26. September, statt. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, sagte zu Beginn, die moralische Überlebensfähigkeit der Welt werde jetzt auf die Probe gestellt. Zur gleichen Zeit rede der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UN-Vollversammlung, aber sein Auftritt habe sich verzögert, weil sehr viele Delegierten aus Protest den Saal verließen und es Unruhe gab, als er sprechen wollte. Israel bringe jetzt in New York Plakate mit der Aufschrift „Denkt an den 7. Oktober“ an, was nahelegen soll, Netanjahu wäre als Rache zu jeglicher Greueltat berechtigt. Die Bedingungen in Gaza seien unbeschreiblich, die Menschen in Gaza-Stadt würden zur Evakuierung gezwungen, obwohl die meisten keine Transportmittel, Lebensmittel, Wasser oder Medikamente haben. Tausende würden fliehen, wüßten aber nicht, wohin, weil alle Gebäude, auch Schulen, Krankenhäuser, Moscheen usw., bombardiert werden. Später wandte sich Zepp-LaRouche strikt gegen den Vorschlag, daß der britische Ex-Premier Tony Blair „Übergangsgouverneur“ von Gaza wird. Weiterlesen
„Wir sitzen auf einem Vulkan“
Das 120. wöchentliche Online-Forum der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 19. September begann mit einem Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche. Die USA hätten im UN-Sicherheitsrat in den letzten zwei Jahren sechs Waffenstillstandsresolutionen zu Gaza mit ihrem Veto verhindert und damit diese Institution lahmgelegt. Die Frage sei nun, welches Land in der UNO den Mut hat, die UN-Resolution 377 einzubringen, wonach die Generalversammlung Maßnahmen ergreifen kann, wenn der Sicherheitsrat handlungsunfähig ist. Israel habe die zwölfmonatige Frist der UNO zur Beendigung seiner illegalen Besetzung von Westjordanland und Gazastreifen, die am 18. September 2025 ablief, ignoriert, und eine UN-Kommission habe diese Woche offiziell festgestellt, daß Israel Völkermord begeht. Israels Finanzminister Bezalel Smotrich habe derweil auf einer Konferenz schon einen internationalen „Immobilienboom“ in Gaza angekündigt. open in new window
Der Westen muß seine Arroganz aufgeben und mit der Globalen Mehrheit zusammenarbeiten
Bericht vom 119. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 119. wöchentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 12. September begann mit einem Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche. Sie sagte: „Die Welt ist völlig aus den Fugen geraten“ und zählte die jüngsten Eruptionen auf: der Aufruhr um angebliche russische Drohnen über Polen, der israelische Angriff auf Katar, die Ermordung von Charlie Kirk in den USA und andere. Kirks Ermordung könnte eine Warnung an Präsident Trump gewesen sein, und die Bombardierung Katars sei ein weiterer Ausdruck vom „Gesetz des Dschungels“, was den Friedensverhandlungen den endgültigen Todesstoß versetzen könnte. Der einzige Pluspunkt sei, daß zum ersten Mal alle fünf Mitglieder des UN-Sicherheitsrates den Angriff auf Katar verurteilten, ohne daß die USA ihr Veto einlegten. Weiterlesen
Wir sitzen alle im selben Boot
Bericht vom 118. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 118. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 5. September begann mit einem Lageüberblick von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC. Sie sagte, das jüngste Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Verbindung mit den Feierlichkeiten in Peking zum 80. Jahrestag des Kriegsendes im Pazifik und dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok sei eine „äußerst wichtige, positive Entwicklung…, hin zur Schaffung eines unabhängigen Wirtschaftssystems, das das Potential hat, eine neue Weltwirtschaftsordnung zu schaffen.“ Indien und China seien sich näher gekommen, und es gebe nun das Potential für ein neues System, das unabhängig vom US-Dollar ist, der als Waffe mißbraucht werde. Unterdessen hätten sich in Europa nur sechs Mitglieder der „Koalition der Willigen“ bereit erklärt, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Weiterlesen
Licht am Ende des Beringstraßentunnels
Bericht vom 117. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 117. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 29. August begann mit einem Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie betonte, die Weltgemeinschaft sei angesichts des Völkermords in Gaza „machtlos und handelt nicht”. Sie erinnerte daran, daß der 18. September die Frist für Israel ist, um den Urteilen des Internationalen Gerichtshofs (IGH) nachzukommen, und daß die UN-Vollversammlung im Falle der Nichtbefolgung die Resolution 377 – Vereint für den Frieden anwenden kann. Eine Zweidrittelmehrheit in der Generalversammlung könne demnach beschließen, Blauhelme oder ähnliche Streitkräfte zu entsenden, um die Belagerung zu durchbrechen. „Wir verlieren nicht nur das palästinensische Volk, wir verlieren auch das Völkerrecht, wir verlieren die Fähigkeit, morgens in den Spiegel zu schauen.“ Weiterlesen
Machen wir den 3. September zum Wendepunkt in der Geschichte!
Bericht vom 116. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
In der 116. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 22. August wurden eindringliche Warnungen vor einem Atomkrieg ausgesprochen, Optimismus hinsichtlich der Beziehungen der USA zu Rußland geäußert und Berichte über den ungebremsten Völkermord an den Palästinensern und den Wahnsinn der ukrainischen und europäischen Führung vorgelegt, die darauf bestehen, den bereits verlorenen Krieg in der Ukraine fortzusetzen. Weiterlesen
Nur eine dringende Veränderung des Menschenbildes kann die Entmenschlichung besiegen
Bericht vom 114. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 114. wöchentliche Sitzung der Internationalen Friedenskoalition fand 80 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki statt. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, eröffnete die Sitzung mit den Worten: „Viele Menschen sind sich bewußt, daß die Welt noch nie so nah am Untergang stand.“ Die Bombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki waren unnötig, da Kaiser Hirohito bereits über den Vatikan Friedensverhandlungen geführt hatte. Es handelte sich um eine Demonstration der {Schrecklichkeit} (Terror). Wenn das geplante Treffen zwischen Putin und Trump stattfindet, wird dies das „notwendige Signal“ sein, daß ein Atomkrieg vermieden werden kann.
An der wirtschaftlichen Kriegsfront zielen Trumps Zölle auf alle BRICS-Staaten ab und könnten unbeabsichtigt die Entdollarisierung auslösen, die Trump angeblich vermeiden will.
Co-Moderator Dennis Speed zitierte die offizielle Stellungnahme des Strategic Bombing Survey von 1946, wonach Japan auch ohne Atombomben, ohne Kriegseintritt Rußlands und ohne Invasion kapituliert hätte. Warum ist das heute nicht bekannt?
Bericht vom 113. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 113. Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 1. August wurde von der IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnet, die warnte, die strategischen Lage nähere sich vielleicht schon der „letzten Sturmphase”: Während der Sitzung wurde bekannt, daß US-Präsident Trump zwei Atom-U-Boote in die Ostsee beorderte, um die Konfrontation mit Rußland zu verschärfen. Zepp-LaRouche rief dazu auf, „die ganze Welt zu alarmieren, daß wir die Friedensbewegung vereinen müssen“, um „außerordentlich in die strategische Lage einzugreifen“.
Vergeßt nicht die Schrecken des Zweiten Weltkriegs – mobilisiert für eine neue Friedens- und Entwicklungsordnung!
Bericht vom 112. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
25. Juli 2025 (EIRNS) – Die 112. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition begann heute mit einem Hinweis des Co-Moderators Dennis Speed, daß der damalige Präsident Harry Truman genau 80 Jahre zuvor, am 25. Juli 1945, die Entscheidung traf, Atombomben auf Japan abzuwerfen – „eine bösartige und unnötige Tat“. Anschließend gab die Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, einen strategischen Überblick und wies zunächst darauf hin, daß wir auch den 80. Jahrestag der Potsdamer Konferenz begehen, auf der die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs über ihre bevorzugte Nachkriegsordnung in Europa diskutierten. Weiterlesen
Friedenskoalition trifft sich am Nelson-Mandela-Tag
Bericht vom 111. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete die 111. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. Juli, Nelson Mandelas Geburtstag, der weltweit als Mandela-Tag gefeiert wird. Sie forderte alle Teilnehmer auf, sich die Videos der jüngsten Berliner Konferenz des Schiller-Instituts1 anzusehen, bei der Europa und die USA aufgerufen wurden, gemeinsam mit dem Globalen Südens eine Politik der realen Entwicklung als Alternative zur Kriegspolitik der Anglosphäre zu verfolgen. Sie beschrieb einige der verrückten Vorschläge eines gewissen Malcolm Chalmers, Berater des britischen Verteidigungsministers Healey, darunter einen Plan, mit einer „kleinen Atomwaffe von der Größe Hiroshimas“ eine russische Militärbasis zu zerstören, in der Annahme, das würde Rußland zu Verhandlungen zu ihren Bedingungen zwingen. Der Kommandeur der NATO-Bodentruppen, US-General Christopher Donahue, habe den genauso verrückten Vorschlag gemacht, die russische Ostsee-Enklave Kaliningrad militärisch abzuriegeln.
Bericht vom 109. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 109. Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 4. Juli entwickelte sich zu einer Diskussion über den drohenden Untergang des Völkerrechts nach den jüngsten dreisten Verstößen Israels und der USA. Die Frage lautete: Gibt es noch Hoffnung, es wiederherzustellen, oder müssen wir uns an eine neue Realität gewöhnen, in der Staaten mit entsprechender Militärmacht ungestraft gegen das Völkerrecht verstoßen können?
Bericht von der 108. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
Die 108. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 27. Juni wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnet, die über den aktuellen Stand des Krieges im Iran berichtete. Sie stellte die triumphalen Erfolgsbekundungen von Präsident Trump in Frage. Es sei sehr wahrscheinlich, daß die Iraner voraussahen, was geschehen würde, und Ausrüstung und Materialien aus den angegriffenen Anlagen entfernten, bevor sie bombardiert wurden. Die Internationale Atomenergie-Organisation habe fürs erste „jegliche Glaubwürdigkeit verloren“, weil sie ein Umfeld schaffen half, das denjenigen in die Hände spielte, die einen Angriff auf den Iran wollten. Weiterlesen
Israel-Iran-Krise: das Feuer löschen und den Brandstifter Geopolitik ausschalten
Zur Eröffnung der 107. Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 20. Juni gab die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, einen Überblick über die strategische Weltlage. Sie betonte: „Die unmittelbare Gefahr ist, daß die Vereinigten Staaten in die Bombardierung des Iran hineingezogen werden.“ Ohne Atombomben wäre es kaum möglich, die unterirdischen Nuklearanlagen des Iran zu zerstören. Die neokonservative Strategie „Sauberer Bruch“ (Clean Break) aus dem Jahr 1996, die als Gegenmaßnahme zu den Osloer Abkommen von 1993-95 konzipiert wurde, werde jetzt wieder aufgegriffen. „Die Briten haben ein ganz besonderes Interesse daran, diesen Konflikt am Laufen zu halten… Das sollte uns daran erinnern, daß das unmittelbare Ziel dieser Operation nicht nur die unmittelbare Lage im Nahen Osten ist… Ein Regimewechsel in der Region ist nicht das einzige Ziel.“ Zu den übergeordneten strategischen Zielen gehörten die Zerstörung der gesamten Region und die Konfrontation mit Rußland, China und den Entwicklungsbestrebungen des Globalen Südens zur Beendigung von 500 Jahren kolonialer Ausbeutung.
Stoppt die „Kräfte des Weltuntergangs“- Für eine Vision von Frieden durch Entwicklung
Zur Eröffnung der 106. wöchentlichen Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 13. Juni warnte Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, Israels Angriff auf den Iran könnte der Beginn des Dritten Weltkriegs sein. Sie verwies auf das düstere Video der US-Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard1 über die reale Gefahr und die schrecklichen Folgen eines nuklearen Schlagabtauschs. „Sind wir auf dem Weg in den Weltuntergang?“ – diese Frage tauchte in den Vorträgen der vier Experten in der Sitzung immer wieder auf.
Dem Wahnsinn der Angriffe auf Rußland und der Morddrohungen gegen Staatsführer widerstehen
Bericht vom 105. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
6. Juni – Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition, eröffnete die 105. wöchentliche Sitzung in Folge und warnte, die strategische Lage habe sich in der vergangenen Woche durch die ukrainischen Drohnenangriffe tief im russischen Hoheitsgebiet am 1. Juni erheblich verschlechtert. Präsident Putin habe allerdings bemerkenswerte Zurückhaltung gezeigt. Es sei bedrohlich, daß Präsident Trump angibt, nicht über die Operation informiert worden zu sein, obwohl MI6 und CIA mit ziemlicher Sicherheit an der Planung und Zielauswahl beteiligt waren. Es sei wichtig, daß die beiden Präsidenten am 4. Juni miteinander gesprochen haben.
Die 104. Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand zum zweiten Jahrestag ihrer Gründung statt – unmittelbar nach der äußerst erfolgreichen Konferenz des Schiller-Instituts am Memorial-Day-Wochenende in Newark, New Jersey. Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts, begann mit einer Einschätzung der strategischen Lage. Sie erklärte, daß die Spannungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine in der letzten Woche stark zugenommen hätten, „aber noch ist nicht alles verloren”, obwohl Trump sich gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sehr undiplomatisch geäußert habe. Erstaunlicherweise habe Trump zu erkennen gegeben, daß er über den offenbar versuchten Drohnenangriff der Ukraine auf Putins Hubschrauber nicht informiert wurde.
Bericht vom 101. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 101. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 9. Mai befaßte sich mit mehreren dringenden Themen. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Mitinitiatorin, berichtete, daß 29 Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt zur Siegesfeier am 8./9. Mai in Moskau waren. Rußland und China hätten bei dieser Gelegenheit ihre Partnerschaft gefestigt und die Versuche der Anglophilen angeprangert, die Geschichte umzuschreiben. In dem Versuch, diesem Großereignis entgegenzuwirken, habe die NATO-Fraktion den 8. Mai zum „Europatag“ erklärt, und die deutsche Regierung habe sogar das Zeigen russischer oder sowjetischer Flaggen verboten. Zuvor hatte die Europäische Kommission den europäischen Staatschefs die Teilnahme an den Siegesfeierlichkeiten in Moskau untersagt, doch der serbische Präsident Vucic und der slowakische Ministerpräsident Fico kamen trotzdem.
Seit bald zwei Jahren veranstaltet die Internationale Friedenskoalition (IPC, IFK), die gegründet wurde, um Friedensbewegungen in aller Welt unabhängig von ihrer Ideologie zu vereinen, wöchentliche Onlinekonferenzen mit tausenden Teilnehmern aus über 50 Ländern. Am 2. Mai feierte die Koalition einen Meilenstein mit ihrer 100. wöchentlichen Sitzung. Weiterlesen
Gerechtigkeit ist nicht Rache
Bericht vom 99. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Am 25. April fand die 99. wöchentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) mit Teilnehmern aus über 50 Ländern statt. Da die IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche nicht persönlich teilnehmen konnte, begann die Veranstaltung mit Vorträgen von Dennis Speed und Dennis Small vom amerikanischen Schiller-Institut, weitere Redner waren u.a. der Pax-Christi-Aktivist Pater Harry Bury, der ehemalige CIA-Analyst Ray McGovern und der ehemalige Kongreßabgeordnete Dennis Kucinich. (Es gab einige humorvolle Bemerkungen darüber, daß so viele Sprecher denselben Vornamen Dennis hatten.) Weiterlesen
Die Hoffnung der Menschheit hängt vom Mut einzelner ab
Bericht vom 97. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Zu Beginn des 97. wöchentlichen Internettreffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 11. April erklärte die Moderatorin Anastasia Battle, zur Zeit seien bei den Treffen regelmäßig über tausend Teilnehmer aus etwa 55 Ländern live dabei. Weiterlesen
Wird ein Krieg gegen den Iran die Trump-Administration „enthaupten“?
Bericht vom 96. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die Gründerin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche eröffnete das 96. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 4. April mit einer Warnung an die Trump-Regierung vor einem Angriff auf den Iran: Das sei eine Falle der Kriegsfraktion für Präsident Trump. Ein solcher Krieg könnte zu dramatisch höheren Ölpreisen führen und einen Finanzkollaps auslösen. Das wäre dann kein Schlag zur „Enthauptung“ des Iran, wie behauptet wird, sondern eine „Enthauptung“ Trumps. Viele seiner Anhänger hätten aufgrund seiner Wahlversprechen ein Ende der „endlosen Kriege“ erhofft und seien jetzt desillusioniert und wütend über den Krieg gegen Jemen und vielleicht auch gegen den Iran. Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß der Iran wie jedes souveräne Land das Recht auf ein Atomprogramm für friedliche Zwecke hat. Weiterlesen
Stoppt die Remilitarisierung Europas –für eine weltweite Friedensbewegung!
Bericht vom 95. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 95. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. März hatte Redner aus Deutschland, Frankreich, dem Iran, Argentinien und Mexiko sowie Teilnehmer aus vielen weiteren Ländern. Die Vorsitzende des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche eröffnete die Sitzung mit einer Warnung: Die Bemühungen der Präsidenten Trump und Putin um eine Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Rußland und den USA und eine Beendigung des Krieges in Europa seien gefährdet durch die Versuche, die USA in einen Krieg gegen den Iran zu treiben, und durch die von der EU-Führung betriebene massive Aufrüstung unter dem verlogenen Vorwand, Rußland wolle Europa militärisch überfallen.
Bericht vom 94. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Zur Eröffnung des 94. wöchentlichen Online-Treffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 21. März sagte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, der 18. März sei wegen zweier Ereignisse ein schicksalhafter Tag gewesen:
Bericht vom 93. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 93. wöchentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 14. März basierte auf dem neuen Appell von Helga Zepp-LaRouche „Statt Aufrüstung für den großen Krieg: Schafft eine globale Sicherheitsarchitektur!“. Zepp-LaRouche sagte zur Eröffnung, die Welt sei jetzt an einem Bruchpunkt, das Telefonat der Präsidenten Trump und Putin bringe die Hoffnung, daß der Ukrainekrieg bald vorbei sein könnte. Gefährlich sei aber, daß die europäischen Politiker verrückt agieren und auf eine Mobilmachung für einen Krieg gegen Rußland drängen. Obwohl viele EU-Länder bankrott seien, plane die EU eine Kriegskasse von 800 Milliarden Euro, und der alte Bundestag beschließe hastig noch eine Kriegskasse von 400 Milliarden. Positiv sei der Plan der Arabischen Liga für den Wiederaufbau des Gazastreifens, auch wenn die Lage in der Region immer noch gefährlich sei – wie auch der Bericht eines Arztes aus Gaza bei dem IPC-Treffen später deutlich machte. Das positivste Signal überhaupt sei jedoch ein Beitrag in der regierungsnahen chinesischen Global Times mit der Forderung nach einer neuen globalen Sicherheitspolitik, die Zepp-LaRouches eigenem Vorschlag für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für alle Länder ähnelt. Dies sowie ein ähnlicher Aufruf von Präsident Putin zeige, daß eine solche globale Politik auf der Grundlage der Prinzipien des Westfälischen Friedens möglich ist.
Bericht vom 92. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 92. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 7. März wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, mit einem Blick auf Europa und die Ukraine eröffnet, wo „die Dinge völlig aus dem Ruder laufen“. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, habe einen Aufrüstungsplan angekündigt, Re-Arm Europe, der 800 Milliarden Euro kosten soll. Der voraussichtliche neue Bundeskanzler Friedrich Merz habe angekündigt, für ein Militärbudget von 400 Milliarden Euro die „Schuldenbremse“ aufzuheben, und damit eines seiner wichtigsten Wahlversprechen schon wenige Tage nach der Wahl gebrochen. Ein historischer Präzedenzfall für das Vorhaben seien die „Mefo-Wechsel“ des Nazi-Finanzministers Hjalmar Schacht, die 1933 eingeführt wurden, um Käufe bei Rüstungskonzernen außerhalb des Staatshaushalts zu finanzieren.
Bericht vom 91. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 91. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. Februar entwickelte sich zu einer tiefgreifenden philosophischen Diskussion über die wahre Bedeutung von Politik und Diplomatie, und wie diese gestaltet werden müssen, um das Abrutschen in einen Weltkrieg zu verhindern und die höchst dynamischen Veränderungen im Zuge der Wahl Donald Trumps und seiner energischen Intervention zur Beendigung des Stellvertreterkriegs gegen Rußland in der Ukraine mitzugestalten. Weiterlesen
Für einen nicht-ideologischen Ansatz in den internationalen Beziehungen
Bericht vom 90. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
Das 90. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition in Folge wurde eröffnet von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts, die einen Überblick über die europäischen Reaktionen – vom Economist und anderen – auf drei wichtige Entwicklungen gab: das Telefonat von Trump mit Putin, das Treffen von Lawrow und Rubio in Riad und die Bemerkungen von J.D. Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Reaktionen reichen von chronischem Trump-Wahnsinns-Syndrom bis hin zu „Alles ist völlig rosig und Trump wird es schon richten“. Im Fall von Vances Kommentaren „flippen die Leute in alle Richtungen aus“.
Wo sind die Erwachsenen im Raum, die Frieden schaffen?
Bericht vom 89. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 89. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 14. Februar war historisch, denn im Mittelpunkt stand ein Dialog zwischen der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche und der ehemaligen südafrikanischen Außenministerin Dr. Naledi Pandor, die für ihre Führungsrolle im gesamten Globalen Süden bekannt ist – unter anderem für ihren persönlichen Einsatz bei Südafrikas Klage gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) wegen des Völkermordes im Gazastreifen.
Der Oasenplan bleibt die Grundlage für einen dauerhaften Frieden
Bericht vom 87. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Zur Eröffnung der 87. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 31. Januar sagte die IPC-Mitgründerin Helga Zepp-LaRouche: „Die Anzeichen und Signale erscheinen – gelinde gesagt – sehr widersprüchlich.“ So habe der Chef des ukrainischen Geheimdienstes, Kyrylo Budanow, gewarnt, die Ukraine könne ihre Existenz verlieren, wenn sie nicht bald über Frieden verhandelt. Dagegen bestehe NATO-Generalsekretär Mark Rutte weiter darauf, daß „Europa kriegsbereit werden muß“, und in Polen erhielten schon sechsjährige Kinder eine militärische Schulung.
Bericht vom 86. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Zur Eröffnung der 86. wöchentlichen Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 24. Januar sprach Helga Zepp-LaRouche über die Erleichterung auf der Welt über das Ende des „Alptraums der Regierung Biden-Blinken“ und über die dramatischen Veränderungen, die sich – trotz aller problematischen Aspekte – mit der neuen Trump-Regierung vollziehen. „Die Situation ist sehr vielversprechend, auch wenn noch viel schiefgehen kann.“
Gaza: Frieden erfordert wirtschaftliche Entwicklung und Schönheit der Kulturen
Bericht vom 85. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Zu Beginn der 85. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 17. Januar äußerte sich Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, verhalten optimistisch über das Waffenstillstandsabkommen für den Gazastreifen. Eine solche Vereinbarung sei bereits im vergangenen Mai getroffen worden, doch erst unter dem Druck von Donald Trumps Team werde sie umgesetzt. Die Biden-Regierung trage die Verantwortung für das Blutbad, das in der Zwischenzeit angerichtet wurde. Trumps Intervention beweise eine gewisse Entschlossenheit, aber eine dauerhafte Lösung erfordere die Anerkennung eines palästinensischen Staates, den umfassenden Wiederaufbau der zerstörten Gebiete und die vollständige Umsetzung von Lyndon LaRouches „Oasenplan“ für die Region.1
Bericht vom 84. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 84. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 10. Januar war wieder ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich maßgebliche Persönlichkeiten aus aller Welt zusammenschließen, um einer Welt am Rande eines globalen Krieges Frieden zu bringen. Helga Zepp-LaRouche eröffnete die Sitzung mit der Bemerkung, es liege „Spannung in der Luft“, während die Welt auf Donald Trumps Amtseinführung am 20. Januar wartet, ohne zu wissen, welchen Kurs seine Regierung einschlagen wird. Die scheidende Biden-Regierung verfolge weiter ihre Kriegspolitik. So verbreite Verteidigungsminister Gen. Lloyd Austin wieder die Lüge, die Russen (und andere „Autokraten“) würden mehr Länder überfallen, wenn die Ukraine den Krieg verliert. Das Grauen in Palästina halte an und weite sich auf das Westjordanland aus, was selbst die israelische Zeitung Haaretz als völkermörderisch und als Pogrom bezeichne.
Mediziner müssen den Kampf gegen den Völkermord anführen
Bericht vom 83. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Zur Eröffnung des 83. wöchentlichen Internettreffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 3. Januar sagte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, das Auseinanderbrechen der gegenwärtigen Weltordnung im Jahr 2025 voraus. Dies werde entweder zu einem Weltkrieg oder zu einem neuen Paradigma führen. Die „Amerika zuerst“-Agenda des neuen US-Präsidenten Donald Trump werde das Problem nicht lösen, weil andere Länder diesem Beispiel folgen könnten und so noch mehr Konflikte entstehen. Statt dessen brauche man ein völlig neues Paradigma, in dem die Menschheit als ganzes an erster Stelle steht.
Bericht vom 82. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, wünschte zu Beginn des 82. wöchentlichen Treffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 27. Dezember allen ein gutes neues Jahr – mit der Hoffnung, daß wir das ganze Jahr heil überleben, „denn das ist noch nicht sicher“. Sie ging dann auf die verschiedenen militärischen Konfliktzonen der Welt ein und erwähnte u.a., daß die USA eine neue Militärbasis in Damaskus errichten. Der russische Außenminister Lawrow habe kürzlich gesagt, Rußland habe ermutigende Signale von der künftigen Trump-Regierung erhalten, aber man müsse abwarten, ob darauf auch Taten folgen. Die Nominierungen des Personals der neuen Trump-Regierung seien tatsächlich „sehr, sehr gemischt“.
Internationale Friedenskoalition: Nichtlineares Denken ist nötig, um die Krise zu stoppen!
Bericht vom 80. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
So kann man die Essenz des gestrigen Treffens der IPC beschreiben, die sich wie jeden Freitag um 17.00 Uhr (MEZ) zu einer zoom-Diskussion zusammenfand. Helga Zepp-LaRouche eröffnete das Treffen mit den Worten, wir seien Zeugen eines „seismischen Wandels in der strategischen Situation“. Das Establishment sei „ziemlich hysterisch“ und versuche, die Position der NATO-Befürworter gegenüber der der BRICS-Befürworter zu festigen, bevor der designierte Präsident Donald Trump sein Amt antritt.
Bericht vom 76. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 76. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 15. November befaßte sich mit den Folgen der Präsidentschaftswahl in den USA. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, sagte zu Beginn, wir befänden uns in einem äußerst interessanten Moment der Geschichte, in dem „die Richtung noch nicht entschieden ist“. Der designierte Präsident Donald Trump habe verschiedene Kandidaten für sein Kabinett angekündigt, aber man könne „aus der Vorgeschichte dieser Leute nicht ablesen, was sie in der Zukunft tun werden“. Mit Tulsi Gabbard als neuer Geheimdienstkoordinatorin werde „die Wahrheit über den Stand des Krieges in der Ukraine ans Licht kommen“, ebenso wie die Wahrheit über die tatsächlichen Urheber der Sabotage der Nordstream-Pipeline.
Bericht vom 75. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete die 75. wöchentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 8. November mit den Worten, der 6. November 2024 werde wegen der Wahl Trumps und des Sturzes der Ampelkoalition in Deutschland als historischer Meilenstein betrachtet werden. Dies sei eine große Störung der Kriegsmaschinerie und eine tektonische strategische Verschiebung, worüber die Briten und andere völlig hysterisch seien. Aber ob Donald Trump als Präsident sein Versprechen einlöst, die Kriege zu beenden, müsse sich noch zeigen; die Zusammensetzung seines Kabinetts werde dazu ein erster Hinweis sein.
Unabhängig von den US-Wahlen droht weiterhin ein Atomkrieg
Bericht vom 74. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 74. wöchentliche Onlinetreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 1. November wurde vom ehemaligen UN-Waffeninspekteur Scott Ritter eröffnet, der die Sitzung vorzeitig verlassen mußte. Er erklärte, die Welt befinde sich im Übergang, die koloniale Ära mit dem britischen, französischen, niederländischen und amerikanischen Imperium sei vorbei, auch wenn die Führung im Westen so tue, als könnte sie an ihrer unipolaren Welt festhalten. Der BRICS-Gipfel in Kasan in Rußland habe gezeigt, daß der Geist von Bandung 1955 – als die ehemaligen Kolonien das Ende des Kolonialismus verkündeten, aber der Kalte Krieg ihren Sieg zunichte machte – nun endlich Wirklichkeit wird. Der Krieg in der Ukraine sei entschieden, auch wenn die USA und die NATO weiter kämpfen und Menschen töten werden, bis die Russen ihre Forderungen nach Entnazifizierung, Entmilitarisierung und Verzicht auf NATO-Mitgliedschaft der Ukraine endgültig durchgesetzt haben. Rußland werde sich zu keinem Kompromiß bewegen lassen, der nicht seine eigene Sicherheit dauerhaft gewährleistet. „Aber was werden die USA und die NATO angesichts eines russischen Sieges tun?“ Das sei die größte Gefahr, und hier müsse man einen Atomkrieg verhindern.
„Ich glaube nur an die Wunder, die wir selbst vollbringen“
Bericht vom 73. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 73. wöchentliche Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 25. Oktober begann mit dem regelmäßigen strategischen Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie habe gerade eine unbestätigte Meldung erhalten, wonach eine riesige Flotte von US-Flugzeugen auf US-Stützpunkte im Nahen Osten verlegt worden sei. Das sei ein ominöser Hinweis auf einen bevorstehenden Angriff auf den Iran. Sie stellte dies in den Kontext des soeben beendeten BRICS-Gipfels in Kasan, wo die BRICS auf 22 Staaten anwuchsen, die 57% der Weltbevölkerung repräsentieren. Es sei nicht auszuschließen, daß eine Eskalation im Nahen Osten eine Reaktion darauf sein könnte. Zepp-LaRouche warnte, wenn der Westen seinen Kurs nicht ändere, „könnte der Weg zur Katastrophe sehr kurz sein“.
Ein weltweiter Westfälischer Frieden muß auf die Tagesordnung
Bericht vom 72. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Zur Eröffnung des 72. wöchentlichen Onlinetreffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. Oktober betonte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, nach der Ermordung des Hamas-Führers Sinwar drohe, anders als einige führende US-Vertreter behaupten, eine weitere Eskalation des Krieges in Südwestasien. Israels Regierungschef Netanjahu beabsichtige einen Angriff auf den Iran, und Rußland warne Israel davor, die iranischen Atomanlagen anzugreifen. Der Iran habe von Rußland fortschrittliche Raketensysteme erhalten, deren Betrieb russische Spezialisten erfordert, gleichzeitig seien hundert US-Soldaten in Israel für den Betrieb des Raketensystems THAAD. Es könnte also zu einer direkten Konfrontation zwischen den USA und Rußland kommen. Unterdessen gehe die ethnische Säuberung in Palästina weiter, Israel habe 400.000 Menschen im nördlichen Gazastreifen zu „Kämpfern“, d.h. zu Freiwild erklärt.
Lieber schlaflose Nächte haben und nachdenken, als sterben
Bericht vom 71. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 71. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 11. Oktober begann mit einem strategischen Lageüberblick von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts. Sie erinnerte die Teilnehmer daran, daß zwei regionale Krisen – die Ukraine und Südwestasien – das Potential haben, zu einem Atomkrieg zu eskalieren. Sie äußerte die Vermutung, eine „private Demarche“ des russischen Präsidenten Putin könnte US-Präsident Biden dazu veranlaßt haben, keine ukrainischen Raketenangriffe auf Rußland zu erlauben. Rußlands Einwände gegen offensive Waffensysteme unmittelbar an seiner Grenze seien jahrelang nicht berücksichtigt worden. Da sich der Krieg in der Ukraine rasch dem Ende zuneigt, müsse die NATO entscheiden, ob sie Rußland eine annehmbare Friedensformel anbietet oder ob sie eskalieren will. Gleichzeitig warte die Welt nun darauf, wie Israel Vergeltung gegen den Iran übt. Die unterirdischen Atomanlagen anzugreifen, wie es Donald Trump vorschlug, sei nur mit Atomwaffen möglich.
Die Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition (IPC), Helga Zepp-LaRouche, eröffnete das 70. wöchentliche Internettreffen am 5. Oktober mit einer Mahnung: Die Friedensaktionen und -demonstrationen auf der ganzen Welt seien zu sehr begrüßen, aber die Dynamik des Krieges sei gegenwärtig schneller. Der Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen und im Westjordanland werde jetzt auf den Libanon ausgeweitet, und der iranische Vergeltungsschlag gegen Israel könne noch größere Anstrengungen auslösen, den Iran in einen großen Krieg, vielleicht sogar Atomkrieg hineinzuziehen.
Mobilisiert die Bevölkerung, bevor es zu spät ist!
Bericht vom 68. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Zu Beginn der 68. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 20. September hob Dennis Small von EIR die akute Gefahr eines atomaren Weltkriegs hervor. Die Entscheidung, der Ukraine Angriffe auf russische Städte mit Langstrecken-Präzisionsraketen zu erlauben, sei in der vergangenen Woche…
Internationale Friedenskoalition: Die Vernunft muß über den Kriegswahn siegen!
Bericht vom 67. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 13. September 2024 An dem 67. wöchentlichen Internet-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 13. September beteiligten sich mehr als tausend Menschen aus fast 40 Ländern, aus Sorge vor der schrecklichen Krise, in der sich die Menschheit befindet.…
Auf der 66. wöchentlichen Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 6. September diskutierte eine hochkarätige Gruppe von Wissenschaftlern, Militärs und Politikern über verschiedene Facetten des Wahnsinns der politischen Führung in den USA und Europa, deren selbstmörderische Politik Oberst Larry Wilkerson treffend mit dem Shakespeare-Zitat beschrieb: „Mord rufen, und des Krieges Hund‘ entfesseln“.1
USA und NATO wollen Atomkrieg gegen Rußland führen
Bericht vom 65. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 30. August 2024
Bei der 65. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 30. August stand im Mittelpunkt, daß die Welt am Rande eines von den USA und der NATO angezettelten Atomkrieges steht. Gegen diesen Wahnsinn brauchen wir Massendemonstrationen auf der ganzen Welt und eine Kampagne, die Qualität des Denkens der Bevölkerung und ihrer Regierungen zu verbessern, um die notwendigen Lösungen zu finden.
„Wir müssen über unseren Schatten springen“ – Bericht vom 64. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 23. August 2024
Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts, eröffnete die 64. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPK) am 23. August mit den Worten, ihre frühere Einschätzung der Gefahr, die uns allen in den nächsten sechs Monaten droht, sei durch die Entwicklungen der letzten Woche bestätigt worden. Als „augenöffnend“ bezeichnete sie den Bericht in der Financial Times vom 13. August über die jüngste Diskussion über einen möglichen nuklearen Demonstrationsschlag Rußlands auf ein unbewohntes Gebiet, um zu zeigen, daß Rußland es ernst meint, wenn die NATO-Provokationen weitergehen.
Am Vorabend des Weltkriegs: Wir sprechen ohne Furcht – 63. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Das 63. Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 16. August fand in einer kritischen Weltlage statt, die Gründerin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche beschrieb es als „eine Eskalation, die Schritt für Schritt auf einen Punkt zusteuert, an dem es kein Zurück mehr gibt“. Sie sagte: „Es gibt jetzt eine aktive Diskussion – vielleicht sogar schon eine Entscheidung – über die Stationierung der Joint Air-to-Surface Standoff Missiles [Tarnkappen-Boden-Luft-Marschflugkörper] JASSMs in der Ukraine.“ Ukrainische Flugzeuge könnten dann diese hochpräzisen Langstreckenwaffen abschießen. Mit diesem Schritt wollten die USA auch die deutsche Regierung drängen, Taurus-Marschflugkörper zu liefern, was Deutschland bisher aus Angst vor einer Eskalation hin zum Dritten Weltkrieg verweigert. Sie erklärte weiter: „Das Eindringen in russisches Territorium in der Region Kursk wäre ohne technische Beratung der NATO nicht möglich gewesen. Die Entscheidung dafür wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von der NATO getroffen.“ Laut Dmitri Polyanskij, dem Ersten Stellvertretenden Ständigen Vertreter Rußlands bei den Vereinten Nationen, mache dies eine diplomatische Lösung nahezu unmöglich. Gleichzeitig habe auch Israel mit der Ermordung des Chefunterhändlers der Hamas seine Ablehnung von Diplomatie deutlich gemacht.
Zum Jahrestag der Bombardierung Nagasakis: „Seid mutig und liebevoll“
Bericht vom 62. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 9. August 2024
Ein Video mit den Reden finden Sie auf englisch hier.
Mehr als 500 Menschen nahmen am 8. August am 62. wöchentlichen Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) teil. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, wies auf die Bedeutung der Erklärung des stellvertretenden russischen Außenministers Sergej Rjabkow hin, die Zeit der einseitigen Zugeständnisse Rußlands sei „endgültig vorbei“. Der ukrainische Einmarsch in die russische Region Kursk stelle eine äußerst gefährliche Eskalation dar. Sie erwähnte auch mögliche iranische Vergeltungsmaßnahmen für die jüngsten Attentate Israels. Der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Sergej Schoigu, habe gerade den Iran besucht und Berichten zufolge einen Brief Präsident Putins überbracht, in dem dieser seine Bereitschaft zur Vermittlung in der Region anbietet.
Zepp-LaRouche befürwortet Resolution 377 der UN-Generalversammlung „Gemeinsam für den Frieden“ und ruft zu internationaler Unterstützung auf
Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition, unterstützt die Initiative von Dr. Chandra Muzaffar und ruft zur internationalen Unterstützung dieser Initiative auf.
Chandra Muzaffar, Präsident der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST), hat einen Brief an die Staatsoberhäupter aller Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen veröffentlicht, in dem er dazu aufruft, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um den anhaltenden Völkermord an den Palästinensern in Gaza und den besetzten Gebieten zu stoppen.
„Rat der Vernunft“ nimmt Fahrt auf – Bericht vom 61. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 2. August 2024
Am 2. August fand das 61. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt, an den vorangegangenen 60 Treffen haben bereits rund 1200 Personen aus bis zu 40 Ländern teilgenommen. Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche erläuterte das Konzept des von ihr vorgeschlagenen „Rates der Vernunft“: Die Idee sei nicht, besonders viele wohlmeinende Menschen zu versammeln, sondern in jedem Land eine Handvoll „Elder Statesmen“ zu finden und zu rekrutieren, die sich für die Entwicklung und Sicherheit aller Nationen und Völker einsetzen, um den Weg für ein neues Paradigma zu ebnen, „das der Würde des Menschen würdig ist“.
„Die große Beratung zum Wohle aller Menschen und Nationen“
Bericht vom 60. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 26. Juli 2024
Das 60. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 26. Juli begann mit einem Lageüberblick des EIR-Redakteurs Dennis Small, der besonders auf Helga Zepp-LaRouches Vorschlag für die Gründung eines Rates der Vernunft hinwies. Small erinnerte daran, daß der Grund für die Weltkriegsgefahr im „Endspiel und Untergang“ des auf Spekulation und Plünderung ausgerichteten Finanzsystems liege. Die Länder der Globalen Mehrheit, des Globalen Südens seien nun dabei, eine mächtige Alternative dazu aufzubauen, und dies könne die wirtschaftliche Grundlage für einen dauerhaften Frieden bilden. In China habe der jüngste Kongreß der Kommunistischen Partei deutlich gemacht, daß Wissenschaft, Kreativität und Innovation der Motor für wirtschaftlichen Fortschritt sind.
„Der Weg zum Frieden ist nicht unmöglich“ – 58. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Helga Zepp-LaRouche eröffnete das 58. Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 12. Juli mit einer ausführlichen Einschätzung des Washingtoner NATO-Gipfels, der den 75. Jahrestag der Gründung der NATO markierte; wir fassen sie im folgenden zusammen.
Die Weltereignisse beschleunigen sich – Bericht vom 57. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Am 5. Juli fand das 57. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt, das sich mit den wesentlichen Ereignissen der vergangenen Woche befaßte.
PRESSEMITTEILUNG: Internationale Friedenskoalition unterstützt „Erklärung des Präsidiums des Ostdeutschen Kuratoriums der Verbände zur Friedensinitiative von Präsident Putin“
24. Juni 2024 – Während der 55. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) wurde der Aufruf des Ostdeutschen Kuratoriums der Verbände (OKV) zur Unterstützung der Friedensinitiative von Präsident Putin vom 14. Juni vorgelegt. Die Teilnehmer der IPC, zu denen führende Vertreter von Friedensorganisationen und Amtsträger aus der ganzen Welt gehören, unterstützten den Appell mit überwältigender Mehrheit und verpflichteten sich, seine sehr wichtige Botschaft zu verbreiten.
Ist Putins Friedensvorschlag die letzte Chance für die Menschheit?
Bericht vom 55. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Von Kevin Gribbroek
Im Mittelpunkt der 55. Internet-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 21. Juni stand der Vorschlag des russischen Präsidenten Putin für eine neue eurasische Sicherheitsarchitektur als Grundlage für den Weltfrieden, den er am 14. Juni vor den Spitzenbeamten seines Außenministeriums vorgestellt hatte. Dieser Vorschlag basiert auf Chinas Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz (gegenseitiger Respekt, gegenseitiger Nutzen, friedliche Koexistenz) und soll nicht exklusiv sein, sondern richtet sich nicht zuletzt auch an die NATO-Staaten. Angesichts des „ohrenbetäubenden Schweigens“ der Mainstream-Medien zum wahren Inhalt des Vorschlags, auf den die westlichen Regierungen bisher nur höhnisch reagieren, sollte das IPC-Treffen als Plattform für eine weltweite Kampagne dienen, um die Weltgemeinschaft darauf aufmerksam zu machen, daß dieses Angebot die letzte Chance sein könnte, den Dritten Weltkrieg abzuwenden.
Internationale Friedenskoalition: „Ende der Unterwürfigkeit gegenüber dem Hegemon“
Ein Bericht vom 54. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 14. Juni 2024.
Die Internationale Friedenskoalition (IPC) setzte am 14. Juni ihr zweites Jahr wöchentlicher internationaler Online-Treffen fort. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete die Konferenz mit einem Bericht über die Notfall-Pressekonferenz am 12. Juni in Washington.1 Sie hatte die Reaktionen auf die Konferenz verfolgt und stellte eine weltweite Besorgnis über den Niedergang der Diplomatie fest, an deren Stelle immer mehr Gewalt und Erpressung als Instrumente der Außenpolitik träten.
„Jeden Tag werden rote Linien überschritten“ – Ein Bericht vom 53. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
Die Internationale Friedenskoalition (IPC) begann am 7. Juni das zweite Jahr ihrer wöchentlichen Online-Treffen mit einem strategischen Überblick der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Mitgründerin Helga Zepp-LaRouche. Sie kündigte an, daß der ehemalige US-Geheimdienstoffizier und UN-Waffeninspekteur Scott Ritter, der selbst an IPC-Treffen teilgenommen hat, an diesem Tag beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg – mit 19.000 Gästen aus 130 Ländern – an einer Podiumsdiskussion über die Dämonisierung Rußlands teilnimmt. Ritter müsse per Videoschaltung sprechen, weil Vertreter des US-Außenministeriums ihm am New Yorker Flughafen die Ausreise verweigerten und seinen Reisepaß beschlagnahmten, um ihn an der Teilnahme zu hindern.
52. Treffen der internationalen Friedenskoalition: „Die Frage, die einen umhaut“
Mit dem Treffen am 31. Mai wurde das einjährige Bestehen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) mit 52 aufeinanderfolgenden wöchentlichen Online-Treffen gefeiert. An diesem Freitag nahmen Menschen aus mehr als 30 Ländern teil. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, kündigte zu Beginn an, daß diesmal die Ukraine im Mittelpunkt stehe, weil die drei Angriffe des Landes auf russische Frühwarnradaranlagen eine extreme Gefahr darstellen. Diese Anlagen hätten nichts mit dem Krieg in der Ukraine zu tun, seien aber Bestandteil der strategischen Verteidigung Rußlands. Das Schiller-Institut schlug dazu „Roten Alarm“, und die Nachricht gelangte anschließend in die Mainstream-Medien, erhält aber immer noch nicht die nötige Aufmerksamkeit.
51. IPC Treffen: Geheimdienstsexperten äußern sich zum drohenden Krieg
Bei dem Treffen am 24. Mai kam es zu einem fruchtbaren Dialog zwischen einigen der führenden Geheimdienstexperten der USA: dem ehemaligen CIA-Analysten Larry C. Johnson, dem ehemaligen US-Diplomaten, CIA-Beamten und Islamwissenschaftler Graham Fuller und dem ehemaligen CIA-Analysten und Mitbegründer von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), Ray McGovern. Sie alle äußerten sich zu der strategischen Analyse und den Lösungsvorschlägen, die Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts, in ihrer Eröffnungsrede präsentierte.
Werden Sie der barmherzige Samariter! – 50. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts, sprach zu Beginn des Treffens der Internationalen Friedenskoalition am 17. Mai über den Mordanschlag auf den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico und bezog sich dabei auf die Einschätzung des ungarischen Premierministers Viktor Orbán, dies müsse im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines Krieges gegen Rußland gesehen werden. Die Medien hatten Fico angegriffen und ihm „Polarisierung“ vorgeworfen, weil er den Nutzen der Sanktionen gegen Rußland in Frage gestellt und gesagt hatte, daß der Krieg in der Ukraine aufgrund von Nazi-Elementen begann, die den Donbaß terrorisierten, und darauf hingewiesen hatte, daß die NATO ihr Versprechen von 1990 an Rußland gebrochen hatte, nicht weiter nach Osten vorzurücken. Ficos mutmaßlicher Attentäter gehört einer Organisation namens „Progressive Slowakei“ an, die näher untersucht werden muß. War er wirklich ein „Einzeltäter“?
„Es gibt Gutes im Universum, und es wird sich durchsetzen“ – Ein Bericht vom 49. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Sehen Sie sich hier die vollständige Sitzung der Internationalen Friedenkoalition im Englischen Original an
Von Daniel Platt
Das 49. Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 10. Mai begann mit einem Lagebericht der IPC-Mitgründerin Helga Zepp-LaRouche über die akute Gefahr einer Eskalation des Krieges in der Ukraine. Sie verurteilte die Provokationen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, des britischen Außenministers David Cameron und des Fraktionschefs der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries. Der russische Präsident Putin habe daraufhin Manöver mit taktischen Atomwaffen angekündigt. Die Behauptung, im Falle eines russischen Sieges in der Ukraine würde Putin „ganz Osteuropa überfallen“, entbehre jeder Grundlage. Putin wolle vom Westen Sicherheitsgarantien, wie er sie am 17. Dezember 2021 gefordert hatte.
„Alles, was aus dieser Giftküche kommt, muß überwunden werden“
Ein Bericht vom 48. Treffen der Internationalen Friedenskoalition – von Daniel Platt
Inmitten des Aufruhrs und der politischen Krise, die durch den unerwarteten Ausbruch starken Widerspruchs gegen die finanzielle und politische Unterstützung der Biden-Regierung für das gesetzlose Netanjahu-Regime in Israel ausgelöst wurde, hielt die Internationale Friedenskoalition (IPC) am 3. Mai ihr 48. wöchentliches Online-Treffen ab. Die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete die Sitzung mit ihrer oft wiederholten Forderung: „Wir müssen die Geopolitik durch die Idee der Kooperation statt Konfrontation ablösen.“
„Denkt an die eine Menschheit und macht das zur Regel für alles, was ihr tut“ – 47. IPC Treffen
Ein Bericht vom 47. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
von Daniel Platt
Die 47. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 26. April begann mit einem Lagebericht der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie nannte drei Krisenherde, die immer weiter eskalieren: der Ukraine-Krieg, Israels Krieg im Gazastreifen und die Provokationen gegen China um Taiwan. Sie verwies auf die jüngste Statistik des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts SIPRI, wonach die weltweiten Militärausgaben im vergangenen Jahr mit 2443 Milliarden Dollar ein Allzeithoch erreicht haben.1
Die ästhetische Dynamik des Friedens – Ein Bericht vom 46. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
von Kevin Gribbroek
„Ich denke, das Konzept des Oasenplans ist vor allem, den Zyklus der Intifada-Rache für immer zu durchbrechen. Der Punkt ist, die Gewalt wird weitergehen, wenn es keine Gerechtigkeit gibt, die eine Zweistaatenlösung und die volle Gleichberechtigung und das Recht auf Entwicklung für alle zuläßt… Man muß umschalten, die Vergangenheit hinter sich lassen und eine schöne Vision der Zukunft haben, die allen Konfliktbeteiligten Hoffnung gibt… Dieses Prinzip der Hoffnung und einer schönen Zukunftsvision muß die Menschen aus dem Sumpf herausholen. Kunst, Musik und Poesie sind absolut wichtig. Wir leiden als Menschheit an einer schrecklichen Flachheit, einer Zweidimensionalität im Denken, die mit der monetaristischen Sichtweise und dem reinen Profitdenken einhergeht. All das macht die Erde flacher und zweidimensionaler, und wir müssen dringend hin zu einer viel schöneren Welt kommen.“
Die Tragödie der Geopolitik überwinden – Ein Bericht vom 45. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
von Kevin Gribbroek
Wenn ich einhalten würde, um darüber nachzudenken, was in jedem Teil der Welt vor sich geht, hätte ich nur Zeit zum Weinen. Deshalb muß ich etwas tun, um zu handeln.
Bericht vom 44. Treffen der Internationalen Friedenskoalition: „Eine Vision davon entwickeln, wie du die Welt haben willst“
von Daniel Platt
„Das eine Element, das absolut unersetzlich ist, ist die Vorstellung, was wir tun müssen, um die Welt zu einen. Und ich denke, daß … das nur funktionieren kann, wenn es eine regionale Integration gibt. Das ist etwas, das unbedingt auf die Tagesordnung gesetzt werden muß. Wir brauchen einen konkreten Plan, wie wir die Welt wieder in Ordnung bringen können, und der Oasenplan ist ein wichtiger Teil davon. Und wie wir nächste Woche besprechen werden,1 geht es bei diesem Plan nicht nur um den Wiederaufbau Palästinas, des Gazastreifens, sondern es ist ein Plan, das Problem zwischen Israel und Palästina zu lösen, indem man die gesamte Region einbezieht, von Indien bis zum Mittelmeer, vom Kaukasus bis zum Golf. Ganz Südwestasien muß Teil eines integrierten Wiederaufbauplans sein, wenn er funktionieren soll.“
Dieses Beispiel nannte Helga Zepp-LaRouche für den Prozeß der Formulierung einer großangelegten Strategie für Südwestasien am 5. April auf der 44. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC). Die Hauptredner des Tages waren:
43. Treffen der Internationalen Friedenskoalition: Wir dürfen unsere Menschlichkeit nicht verlieren
Das 43. wöchentliche Online-Treffen der International Peace Coalition (IPC) am Karfreitag, dem 29. März, mit einer Würdigung der Bedeutung des Memos „Der französische Weg in den Atomkrieg“, das kürzlich von den Veteran Intelligence Professionals for Sanity (Geheimdienst-Veteranen für Vernunft, VIPS) veröffentlicht wurde, und es wurde darauf hingewiesen, daß einige der Autoren dieses Berichts an diesem IPC-Treffen teilnahmen, darunter Scott Ritter, ehemaliger UN-Waffeninspektor im Irak, Ray McGovern, ehemaliger Analytiker der Central Intelligence Agency (CIA), und Coleen Rowley, ehemalige FBI-Sonderagentin und Whistleblowerin.
42. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 29. März: Politisches Mobilisieren funktioniert! Macht mehr davon!
Auch wenn der Terroranschlag vom 22. März in Russland, der stark eskalierende Krieg zwischen Russland und der Ukraine und die laufenden Pläne der NATO, in der Ukraine Bodentruppen zu stationieren, den Planeten in einen thermonuklearen Krieg zu stürzen drohen, sollten diejenigen, die diesen Wahnsinn aufhalten wollen, zwei Entwicklungen der letzten 48 Stunden aufmerksam zur Kenntnis nehmen.
Erstens haben die Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), die eine wachsende Strömung in amerikanischen Militär- und Geheimdienstkreisen repräsentieren, am 24. März einen dringenden offenen Brief an Präsident Joe Biden mit dem Titel „Am Rande des Atomkriegs“ veröffentlicht, in dem sie davor warnen, dass die wiederholten Aufrufe des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, NATO-Truppen in der Ukraine einzusetzen, „das amerikanische Volk auf einen Weg in Richtung eines nuklearen Konflikts führen würden, der eindeutig nicht im Interesse des amerikanischen Volkes – oder der ganzen Menschheit – liegt.“
Im Vorgebirge des Dritten Weltkriegs – Ein Bericht über das 40. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Von Daniel Platt
Das 40. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 8. März begann mit einer Warnung der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, daß die Gefahr eines Atomkriegs weiterhin akut ist. Das bevorstehende NATO-Großmanöver Steadfast Defender, bei dem 90.000 Soldaten explizit einen Krieg mit Rußland proben, sei ein Beispiel für das explosive Umfeld. Die Mainstream-Medien befaßten sich nicht mit der offensichtlich gestiegenen Gefahr eines Dritten Weltkriegs im Zuge des Skandals um das durchgesickerte Audio hoher deutscher Luftwaffenoffiziere, die einen heimlichen Kriegseintritt in der Ukraine besprechen, sondern nur mit Spekulationen darüber, woher die Audiodatei stammt.
„Wir sitzen auf einem Pulverfaß“ – Ein Bericht über das 39. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Von Daniel Platt
Die Internationale Friedenskoalition (IPC) traf sich am 1. März zu ihrer 39. wöchentlichen Internet-Organisationsdiskussion. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, warnte eingangs: „Die Situation entwickelt sich von schrecklich zu schlimmer!“ In ihrem Rückblick auf die Ereignisse der letzten Tage erinnerte sie an das Massaker vom 29. Februar, als israelische Truppen das Feuer auf Hunderte hungernde Palästinenser eröffneten, die südwestlich von Gaza-Stadt auf Nahrungsmittelhilfe warteten, wobei 120 Menschen getötet und 750 verletzt wurden. Die Ausrede der israelischen Streitkräfte, ihre Soldaten hätten sich bedroht gefühlt, sei unglaubwürdig: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie hungernde Menschen eine Bedrohung für eine hochgerüstete Armee darstellen können.“
Nur Entwicklung kann die Strukturen der Sünde besiegen (38. IPC Treffen)
Von Kevin Gribbroek
„Das Gegenteil von Zerstörung ist Liebe. Und was könnte liebevoller sein, als die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß jeder Mensch auf diesem Planeten das Potential seines Lebens ausschöpfen kann.“
– Helga Zepp-LaRouche
Das 38. Internet-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 23. Februar hat gezeigt, warum dieses beratende Gremium in einzigartiger Weise geeignet ist, die Krisen anzusprechen und zu lösen, die die Menschheit in ein neues finsteres Zeitalter oder sogar in ein thermonukleares Armageddon zu stürzen drohen. Während sich die meisten Forumsdiskussionen zu Gaza, Ukraine oder anderen Konflikten – ob in den Mainstream- oder alternativen Medien – auf Erklärungen beschränken, warum die eine Seite gut und die andere böse ist, befaßte sich ein Großteil der IPC-Sitzung mit der Frage, wie Gut und Böse aus philosophischer Sicht zu definieren sind. Dies erwies sich als sehr fruchtbar, weil es den Teilnehmern half, auf einer höheren Ebene zu verstehen, warum der „Oasenplan“ und wirtschaftliche Entwicklung allgemein entscheidend für das Überleben der Menschheit sind.
Eine Friedensvision für Milliarden Jahre – Ein Bericht vom Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 16. Februar.
Von Kevin Gribbroek
„Wir sind an einem Punkt in der Geschichte angelangt, an dem wir uns, weil wir alle in einem Boot sitzen, auf die Ebene der Vernunft erheben müssen, um eine Lösung für die gesamte Menschheit zu finden.“
Helga Zepp-larouche
Die 37. Internetkonferenz der Internationalen Friedenskoalition (International Peace Coalition, IPC) am 16. Februar war dem Kampf gegen den Pragmatismus gewidmet, der das Denken der meisten Menschen in der heutigen Gesellschaft hemmt und verhindert, daß sie übergeordnete Lösungen für die schweren Krisen der Menschheit aufgreifen. Die Menschen verheddern sich oft in den Einzelheiten der verschiedenen Konflikte – etwa Gaza oder die Ukraine –, und das nimmt ihnen die Fähigkeit, sich eine übergreifende, dauerhafte Lösung vorzustellen, die die Bedürfnisse aller Länder der Welt berücksichtigen muß. Dies war die Herausforderung, der sich die IPC mit der Premiere des neuen Videos Der Oasenplan – LaRouches Lösung für den Nahen Osten stellte.
Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, eröffnete die Veranstaltung mit einem strategischen Überblick und erwähnte die jährliche Münchner Sicherheitskonferenz, die gerade stattfindet. Diese Konferenz sei in der Vergangenheit ein Forum für die Suche nach Lösungen für wesentliche Sicherheitsfragen gewesen, sei aber inzwischen zu einer PR-Veranstaltung für den Militärisch-Industriellen Komplex verkommen – der Tenor sei Konfrontation, nicht Diplomatie.
Ein Bericht vom Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 9. Februar.
„Wir brauchen eine Kehrtwende im moralischen Universum“
Von Daniel Platt
Die Online-Diskussion der Internationalen Friedenskoalition (International Peace Coalition, IPC) am 9. Februar begann mit der Feststellung der Moderatorin Anastasia Battle, daß sich die Koalition inzwischen seit 36 Wochen regelmäßig jeden Freitag getroffen hat. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten der Koalition sei jetzt eine Massenmobilisierung, um die Finanzierung des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) wiederherzustellen, das ein Opfer unbewiesener Vorwürfe des Likud-Regimes in Israel und seiner neokonservativen Unterstützer im Westen sei.
8. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IFK) – Internationale Mobilisierung für die Friedenskundgebungen am 6. August: Ende des Zeitalters des Kolonialismus ein für allemal!
Die Internationale Friedenskoalition (IFK) hat am Freitag, dem 28. Juli, ihr achtes wöchentliches Treffen abgehalten. Die Entschlossenheit, den Lauf der Geschichte zu ändern, damit die gegenwärtigen Entwicklungen die Welt nicht immer näher in ein nukleares Armageddon führen, war in den Beiträgen aller Redner spürbar. Alle konzentrierten sich auf die Kundgebungen von Humanity for Peace, die am 6. August stattfinden werden, dem 78. Jahrestag der atomaren Vernichtung Hiroshimas durch die USA. Die zentrale Kundgebung an diesem Tag wird vor dem Gebäude der Vereinten Nationen in New York City stattfinden, weitere Kundgebungen werden unter anderem in den USA, in Großbritannien, Deutschland, Kanada, Schweden, Mexiko, Guatemala, Nicaragua und Malaysia stattfinden.
Siebte wöchentliche Sitzung der Internationalen Friedenskoalition: Die Menschheit muss Differenzen überwinden, um einen Atomkrieg zu verhindern
Die Internationale Friedenskoalition (IFK) hielt am Freitag, dem 21. Juli, ihr siebtes wöchentliches internationales Treffen mit Vertretern von 17 Nationen ab, von denen die meisten über die Mobilisierung in ihren Ländern für den internationalen Aktionstag am 6. August, dem Jahrestag der sinnlosen atomaren Zerstörung Hiroshimas durch die USA, berichteten.
Internationale Fiedenskoalition hält sechstes Treffen ab
Die von Helga Zepp-LaRouche initiierte International Friedenskoalition (IFK) hat am 14. Juli unter der Leitung von Anastasia Battle vom Schiller-Institut ihr sechstes wöchentliches Zoom-Treffen mit 38 Gästen aus 15 Ländern und Friedensorganisationen sowie Mitgliedern des Schiller-Instituts abgehalten.
Fünfte Veranstaltung der Internationalen Friedenskoalition
Aktivitäten und das Organisieren wachsen
Die von Helga Zepp-LaRouche initiierte Internationale Friedenskoalition (IPC) hat am 7. Juli ihr fünftes wöchentliches internationales Treffen mit Gästen aus über einem Dutzend Ländern in Asien, Süd- und Mittelamerika, Afrika, Europa und den USA abgehalten. Die Vorträge konzentrierten sich vor allem auf Berichte über Organisierungsaktivitäten in der ganzen Welt. Ausführlich kamen Mobilisierungen in den USA, Großbritannien, Deutschland, Südafrika, Malaysia, Argentinien und Mittelamerika zur Sprache.
Internationale Friedenskoalition hält viertes Treffen ab
Der Wegweiser zum neuen Paradigma
Am Freitag, dem 30. Juni, hielt die Internationale Friedenskoalition (IFK) ihr viertes Treffen ab, an dem etwa 60 Organisatoren aus Argentinien, Deutschland, Guinea, Nicaragua, Spanien, Schweden, der Schweiz, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern teilnahmen.
Internationale Friedenskoalition hält drittes Treffen ab
Zur internationalen Veröffentlichung am 28. Juni 2023
Die Internationale Friedenskoalition (IFK), die von Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts, initiiert wurde, hielt am Freitag, dem 23. Juni, ihr drittes Treffen ab.
PRESSEMITTEILUNG: Internationale Friedenskoalition hält zweites Treffen ab
Das zweite Treffen der Internationalen Friedenskoalition, die am 2. Juni ins Leben gerufen wurde, fand am 16. Juni mit 29 Teilnehmern von friedensorientierten Organisationen aus rund einem Dutzend Ländern statt.
Vor 78 Jahren starben Hunderttausende bei den Bombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki
Stoppt die drohende Gefahr eines Atomkrieges!
Auf der Konferenz des Schiller-Instituts am 8. und 9. Juli in Straßburg über die dringende Notwendigkeit des Friedens in der Ukraine riefen die unten genannten Personen und Vereinigungen dazu auf, anläßlich des 78. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. August einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine und die Aufnahme von Verhandlungen zur Gewährleistung der Sicherheitsinteressen aller Nationen der Welt zu fordern.
Noch nie war die Gefahr eines Atomkrieges so groß wie heute. Eine mögliche Sabotage des Kernkraftwerks Saporoschje könnte als Auslöser für eine Operation unter falscher Flagge oder als Vorwand für eine Eskalation des Krieges dienen und die Schwelle zum Einsatz von Atomwaffen überschreiten. Die Diskussion über die Möglichkeit des Atomwaffeneinsatzes wird in den internationalen Nachrichtenmedien immer offener geführt.
Im Mai 2022 waren zwischen Rußland und der Ukraine Vereinbarungen für einen Waffenstillstand getroffen worden, und es waren die NATO-Mächte – von denen keine durch diesen Krieg selbst bedroht ist –, die die Ukraine unter Druck setzten, den Krieg fortzusetzen, und ihr alle Waffen versprachen, die sie brauche, um diesen Krieg zu gewinnen. US-amerikanische und britische Beamte erklärten offen, daß dieser Krieg dazu genutzt werden sollte, Rußland ein für alle Mal zu zerstören, ungeachtet der schrecklichen Zahl an Verlusten insbesondere für die Ukrainer.
Inzwischen haben der Vatikan, China, Brasilien und mehrere afrikanische Nationen Friedensvorschläge für einen Waffenstillstand und für Verhandlungen zur Wahrung der Sicherheitsinteressen beider Nationen vorgelegt.
Wir, die Unterzeichner, rufen alle Friedensbewegungen weltweit und alle friedliebenden Kräfte auf, am 6. August für einen sofortigen Waffenstillstand zu demonstrieren und Bedingungen zu schaffen, unter denen Atomwaffen nie wieder die Existenz der Menschheit bedrohen werden.
Internationale Mobilisierung am 6. August 2023
Hauptkundgebung: Sonntag, 6. August 2023, 13:00 – 16:00 Uhr Ort: Hammarskjold Plaza, East 47th street & 2nd Avenue, New York, NY 10017
Unterzeichner der Resolution der Konferenz des Schiller-Instituts in Straßburg (8.-9. Juli)
Helga Zepp-LaRouche, Internationale Präsidentin des Schiller-Instituts
Jacques Cheminade, Vorsitzender von Solidarité & Progrès, Frankreich
Alain Corvez (Oberst a.D.), Berater für internationale Angelegenheiten, ehemaliger Berater des französischen Innenministeriums, Frankreich.
Michel Raimbaud, Botschafter im Ruhestand, ehemaliger Direktor des OFPRA, ehemaliger Dozent am CEDS, Essayist und Referent.
Alessia Ruggeri, Gewerkschafterin, Mitglied der Internationalen Friedenskoalition, Italien.
Hans-Joachim Lemke (Oberst a.D.), Chefredakteur von Kompass, Zeitschrift des Verbands zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR.
Prof. Luc Reychler, (PhD Harvard, 1976), emeritierter Professor für internationale Beziehungen an der Universität Löwen und ehemaliger Direktor des Centre de recherche sur la paix et les études stratégiques (CPRS), Belgien.
Mrutyuanjai Mishra, Autor und Journalist, Indien.
Maurizio Abbate, Italienisches Nationalinstitut für kulturelle Aktivitäten, dem Kulturministerium unterstellt, Italien.
Alberto Arecchi, Vorsitzender des Kulturvereins Liutprand, Italien.
Jens Jørgen Nielsen, Historiker, Autor, ehemaliger Korrespondent von Politiken in Moskau, Vertreter des dänisch-russischen Dialogs, Dänemark.
Harley Schlanger, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des Schiller-Instituts, USA.
Leena Malkki, Opernsängerin, Schweden.
Dr Andrews Nkansah, stellvertretender Generalsekretär des Kongresses der afrikanischen Diaspora in den USA.
Frieden in der Welt durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für jedes einzelne Land – Die unverzichtbare strategische Autonomie der europäischen Länder.
Exzellenzen, sehr verehrte Gäste, liebe Freunde des Schiller Instituts!
Welche eine Freude ist es, Menschen von so vielen Nationen hier in Straßburg persönlich begrüßen zu dürfen, nachdem die Umstände uns für über drei Jahre gezwungen haben, unsere Schiller-Konferenzen nur virtuell abzuhalten! Aber wir haben diese Zeit gut genutzt, indem wir so viele neue Kräfte weltweit zusammengebracht haben, damit wir jetzt in diesem entscheidenden Moment der Weltgeschichte zusammen intervenieren können, um ein neues Paradigma für die Zukunft der Menschheit zu schaffen!
Um es gleich vorauszuschicken: Auch wenn sich unser Kontinent in einer existentiellen Krise befindet, wir werden seinen Untergang nicht zulassen, sondern das Beste, was die europäische Kultur hervorgebracht hat und was jetzt hinter den Sprechblasen einer dekadenten Gegenkultur und der Barbarei des Ewig Gestrigen verschüttet ist, lebendig machen und in die Gestaltung des Neuen Paradigmas mit einbringen!
Wir befinden uns zweifellos im gefährlichsten Moment, dem die menschliche Gattung je ausgesetzt war. Denn wir stehen kurz, extrem kurz davor, uns als Gattung auf diesem Planeten auszulöschen, was die Konsequenz eines globalen Nuklearkrieges sein würde. Und im Gegensatz zur Propaganda der transatlantischen Mainstream-Medien ist die Gefahr nicht eine Konsequenz des „unprovozierten Aggressionskrieg Rußlands“ noch des „immer aggressiver auftretenden imperialen Machtanspruchs Chinas“, sondern des skrupellosen Spiels mit dem atomaren Feuer seitens der transatlantischen Kräfte, die mit allen Mitteln versuchen, die unipolare Dominanz über die Welt auszuüben, zu einem Zeitpunkt, wo sich die Welt längstens in eine multipolare Richtung entwickelt hat.
Während die Mainstream-Medien unisono jeden als „Putin-Versteher“ verunglimpfen, der wagt zu denken, daß die Geschichte nicht erst am 24. Februar 2022 begonnen hat und die NATO und die US-Regierung Organisationen finanzieren, die Menschen auf Listen setzen, die lebensgefährlich sind, haben sich die Nationen des Globalen Südens sehr wohl eine unabhängige Sicht der Dinge errungen. Die trotz gegenteiliger Versprechen sechsfach ausgeführte Ostausweitung der NATO über 1000 km an die Grenzen Rußlands heran ließ sich ebensowenig verheimlichen wie die Anstrengungen des Nord-„Atlantischen“ Verteidigungsbündnisses, sich nunmehr im Indopazifischen Raum als Globale NATO auszubreiten. Vor allem aber mit den immer unverhohleneren und arroganteren Appellen, mit denen die Vertreter der „regel-basierten Ordnung“ verlangen, daß sich die ganze Welt ihren Intrigen und neumodischen Ablaß-Händeln, wie einer Carbon-Steuer oder einem CO2-Emissionshandel, unterwerfen soll, mittels derer sie die Existenz eines hoffnungslos bankrotten neoliberalen Finanzsystem wenigstens noch etwas zu verlängern hoffen, haben sie den Rubikon überschritten.
Wir erleben derzeit einen Epochenwechsel, allerdings nicht von der Art, von der Bundeskanzler Scholz am 24. Februar 2022 sprach, der auf die Militarisierung Europas als Protektorat der USA hinausläuft, sondern wir sehen das Ende der 500 Jahre andauernden Kolonialzeit, die die Staaten des Globalen Südens mit der Hilfe Chinas und der Gürtel- und Straßen-Initiative (BRI) endgültig abzuschütteln entschlossen sind.
So verlangte Präsident Ramaphosa kürzlich in Paris beim Internationalen Finanz-Gipfel, daß die internationale Gemeinschaft die Finanzierung des Inga-Damm zur Verfügung stellen sollte; Zitat: „Laßt uns das verwirklichen, und dann glauben wir Euch, daß Ihr es ernst meint mit den Versprechungen, die Ihr macht… Schätzungsweise würde der Damm 80 Milliarden kosten und mindestens 42 Gigawatt Elektrizität erzeugen, was einen absolut revolutionären Effekt auf die Energieversorgung des gesamten Kontinent und seine Ökonomie hätte.“
Über 30 Nationen haben einen Mitgliedsantrag bei den BRICS gestellt, zu denen dann die bevölkerungsreichsten Staaten der Welt gehören werden. Der hauptsächlich von den USA und Großbritannien ausgehende Versuch, sich von China „abzukoppeln“ oder zu „de-risken“, wie diese alberne Formulierung inzwischen heißt – von China, mit dem alle diese Staaten inzwischen eng verbunden sind -, kann nur zu einem wirtschaftlichen Selbstmord oder zu einer ebenso selbstmörderischen geopolitischen Blockbildung führen, die ebenso die Saat für einen Weltkrieg in sich trüge.
Angesichts dieser tektonischen Machtverschiebung, wie sie höchstens ein oder zweimal in einem Jahrtausend stattfindet, müssen sich die europäischen Nationen, aber auch Amerika, entscheiden, ob sie mit dieser neu entstehenden Weltordnung produktiv kooperieren wollen, oder ob sie mit der NATO, den USA und Großbritannien auf die totale Konfrontation und den Versuch der Unterdrückung der großen Mehrheit der Menschheit zusteuern wollen.
Mit der Entscheidung zwischen diesen beiden Optionen wird zugleich unsere moralische Überlebensfähigkeit getestet: Sind wir als vernunftbegabte Wesen in der Lage, uns gemeinsam mit den Staaten des Globalen Südens eine Ordnung zu geben, die unser aller Zusammenleben garantiert und wie Leibniz es ausdrücken würde, die Glückseligkeit kommender Generationen ermöglicht? Oder sind wir seelenlose menschliche Maschinengewehre, die nur haßerfüllt auf die Vernichtung des vermeintlichen Gegners gerichtet sind?
Die NATO und die Ukraine
Daß dies keine akademische Frage ist, wird nicht zuletzt in vier Tagen bei dem jährlich stattfindenden NATO-Gipfel in Vilnius deutlich werden, zu dem die ungarische Regierung dankenswerter Weise insistiert hat, daß eine Aufnahme der Ukraine in die NATO außer Frage steht, solange der Krieg andauert, was eigentlich selbstevident sein sollte.
Nun gibt es aber aktuelle Stellungnahmen der beiden führenden, regierungsnahen Berliner Denkfabriken, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), die sich zu möglichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine jenseits einer formalen NATO-Mitgliedschaft äußern. Auch wenn es sich dabei nur um Überlegungen von Denkfabriken und nicht unbedingt die Politik der Berliner Regierung handelt, so verdienen diese Papiere dennoch größte Aufmerksamkeit, denn ihre Autoren sind typisch für die sogenannten „Experten“, die nonstop in den Talkshows zu Worte kommen, um die Sichtweise der Bevölkerung auf diese Weise zu beeinflussen.
Nicht nur in Frankreich macht man sich in der letzten Zeit große Sorge über den anscheinend vollständigen Verlust jeglicher Souveränität Deutschlands (um die es noch nie gut bestellt war), wie er in der fehlenden Reaktion der deutschen Regierung auf die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines zum Ausdruck kam.
Nun muß man in Betracht ziehen, daß die SWP, die u.a. die Regierung, den Bundestag, EU, NATO und UN berät, auf die Initiative des Bundesnachrichtendienstes (BND) zurückgeht, der bei seiner Gründung unter der Ägide der amerikanischen Besatzungsmacht 1962 Personal aus dem militärischen Nachrichtendienst Fremde Heere Ost, einer Nazi-Organisation, und der Gehlen-Organisation aufnahm. Die SWP hatte zunächst ihren Sitz in Ebenhausen, einem Nachbarort von Pullach, dem Sitz des BND. Die sehr viel größere DGAP mit 2800 Mitgliedern wurde bereits 1955 in Zusammenarbeit mit und nach dem Vorbild des amerikanischen Council on Foreign Relation und des britischen Royal Institute for International Affairs, dem sogenannten „Chatham House“ gegründet.
In einem SWP -Papier vom 29.6.2023 heißt unter dem Titel „Von Ad-hoc-Unterstützung zu langfristigen Sicherheitsgarantien als NATO-Mitglied“, daß es außer einer vollen Aufnahme in die NATO für die Ukraine zwei Optionen gäbe, die Kiew wirklich Sicherheit gewährten. Die erste sei eine „Demilitarisierung“ Rußlands durch eine Reduzierung der Streitkräfte und der Rüstungsindustrie auf ein Maß, das keine „Offensivoperationen“ mehr erlaube. Dies sei nur möglich über „externe Schocks“, eine eindeutige Niederlage der Armee, einen Verzicht der Führung auf ihr „neoimperiales Rollenverständnis“, was einen Regimewechsel erfordere, und die gleichzeitige Denuklearisierung des russischen Militärpotentials.
Die reden vom Dritten Weltkrieg! Rußland ist die größte Nuklearmacht der Welt, es wird sich nicht einfach „denuklearisieren“ lassen. Sie sagen dann, diese Option sei aber „zur Zeit unrealistisch“ – aber alleine, daß man so denkt, ist Wahnsinn.
Die zweite Option bestünde darin, daß die Ukraine selber ein Atomwaffenarsenal aufbaut. Für alle Fälle lieferte die DGAP noch eine weitere Option, die unter dem Stichwort „Igel“ zirkuliert, als Sinnbild für eine so massive Aufrüstung der Ukraine, als Super-Waffenschmiede sozusagen, die alle künftigen Angriffe abschrecken solle. Dazu gehört auch die vom Vorsitzenden des britischen Verteidigungsausschusses, Tobias Ellwood, vorgeschlagene Variante, die die Unterstützung durch eine Koalition der Willigen und eine schlagfertige Einsatztruppe, eine „Joint European Defense Initiative“ (JEDI) vorsieht.
Der deutsche Rheinmetall-Konzern hat schon angekündigt, in der Ukraine eine moderne Panzerfabrik und andere Waffenschmieden zu bauen. Derweil finanzierten die amerikanischen Rüstungsfirmen Grumman, Raytheon und Lockheed Martin Sektempfänge in der ukrainischen Botschaft in Washington, nicht zuletzt wohl um das MoU zu feiern, das der größte Finanzdienstleister der Welt, BlackRock, der eine Vermögensmasse von 10 Billionen Dollar verwaltet, mit der ukrainischen Regierung an Land gezogen hatte, für den gesamten Wiederaufbau der Ukraine.
JEDI soll also nur überbrücken helfen, langfristig sei ein NATO-Beitritt unverzichtbar. Ziel sei es, die Ukraine unwiderruflich in den euro-atlantischen Strukturen zu verankern. Vorrangig sei deshalb, den eigenen Bevölkerungen „Sinn, Zweck und Ziele“ eines ukrainischen Nato-Beitritts proaktiv zu vermitteln und gegen Einrichtungen vorzugehen, die sich als zivilgesellschaftlich ausgeben – Organisationen wie das Schiller-Institut -, aber de facto „vom russischen Staat kontrolliert sind“. Sind wir nicht, für’s Protokoll!
Was für ein Alptraum! Die weitgehend zerstörte Ukraine soll in ein waffenstarrendes Land verwandelt werden, einen „Igel“, der an einen permanenten Goldesel für den Militärisch-Industriellen Komplex auf beiden Seiten des Atlantiks erinnert. Die Ukraine soll zu einem „eingefrorenen“ Konflikt werden, der jederzeit aktiviert werden kann, als permanente Überschreitung der roten Linien Rußlands, das in der Zwischenzeit „ruiniert“ werden soll (Baerbock) oder dauerhaft geschwächt (Austin, RUSI, Stoltenberg etc.).
Keinen einzigen Gedanken an ein Ende des Krieges durch Diplomatie, keine Friedensverhandlungen, keine positive Vision für die ukrainische Bevölkerung, und schon gar nicht eine Friedensordnung für die Welt als Ganze! Welch‘ ein häßlicher, destruktiver Geist präsentiert sich hier, keine menschliche Regung beeinflußt das Denken, kalt wie ein Roboter, der von einem wurmstichigen Algorithmus gelenkt wird!
Dazu paßt, daß die amerikanische Regierung gerade beschlossen hat, Streubomben in der Ukraine einzusetzen, was selbst Frau Baerbock dazu veranlaßte, die USA zu kritisieren – immerhin.
Arroganz macht blind für die Realität
Aber die Arroganz, daß man ja zum Lager der „Guten“ gehört und deshalb ungestraft die furchtbarsten Dinge vorschlagen kann, macht eben auch blind. Die Realität ist ja keineswegs, daß die russische Wirtschaft kollabiert, ganz im Gegenteil. Das Wirtschaftswachstum betrug im Mai 5,4%, während sich Deutschland offiziell in einer Rezession befindet, und gezwungen durch die Sanktionen mußte Rußland zu seinem eigenen Vorteil viele Produktionszweige im eigenen Land aufbauen und den vom Westen abgeschnittenen Handel nach Asien umlenken, wo ohnehin die Musik der Weltwirtschaft spielt. Der transatlantische Finanzsektor hingegen sitzt auf einer Blase von 2 Billiarden $ ausstehender Derivatkontrakte – das ist eine 2 mit 15 Nullen -, die letztlich eine hoffnungslose Verschuldung des Systems bedeuten. Die Zentralbanken wanken in anscheinender Orientierungslosigkeit zwischen quantitative easing (QE) und quantitative tapering (QT) hin und her.
Den Vogel abgeschossen hat aber Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU für Außenpolitik, der auf einem ganz hohen Roß saß, als er in einer Rede in der Europäisch-Diplomatischen Akademie in Brügge kürzlich meinte, Europa sei ein Garten, der größte Teil der restlichen Welt hingegen ein Dschungel, der in diesen Garten eindringen könne.
Mit dieser Sichtweise werden sich weder die z.T. 5000 Jahre alten Kulturvölker Asiens anfreunden können, die zusammen mit den anderen Staaten des Globalen Südens längst dabei sind, eine Neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen – und wo Herr Borrell inzwischen als Humorist gilt, den man aber nicht unbedingt mehr einladen muß, wie gerade von China -, noch die fast 50 Prozent der deutschen Unternehmen, die aufgrund des Mißmanagements der deutschen Regierung und der nicht mehr bezahlbaren Energiepreise fluchtartig das Land verlassen.
Bei Borrells deplaziertem Gartenvergleich wird man an den 10. Auftritt im Zweiten Akt in Schillers Schauspiel Don Carlos erinnert, als der Marquis von Posa, der sich als Weltbürger versteht und die Befreiung Flanderns vom spanischen Joch im Herzen trägt, König Philipp II gegenüber tritt, dem absoluten Herrscher von Spanien, dem Reich, von damals gesagt wurde, daß in ihm „die Sonne nie untergeht“. Philipp sagt hier ganz ähnlich:
„Sehet in meinem Spanien Euch um. Hier blüht des Bürgers Glück in nie bewölktem Frieden; und diese Ruhe gönn ich den Flamändern.“
Und Posa antwortet:
„Die Ruhe eines Kirchhofs,
Und Sie hoffen…den allgemeinen Frühling aufzuhalten,
der die Gestalt der Welt verjüngt? SIE wollen –
Allein in ganz Europa – sich dem Rade
des Weltverhängnisses, das unaufhaltsam
in vollem Laufe rollt, entgegenwerfen?
Sie werden nicht!..“
Die absolute Mehrheit in Deutschland z.B. hat kein Vertrauen mehr in die Regierung, und laut jüngsten Umfragen sind 79% nicht zufrieden mit der Politik der Regierung. Hier in Frankreich haben wir jüngst gesehen, wie es mit dem sozialen Gefüge im „Garten“ bestellt ist.
Keine Mauer könne hoch genug sein, um den Garten zu schützen, meint Borrell? Nun, wir sehen an den Außengrenzen der EU, wie diese Mauern aussehen. Papst Franziskus bezeichnete die Auffanglager für Flüchtlinge in den Anrainerstaaten Europas treffenderweise als KZs, die von hohen, mit NATO-Draht geschützten Mauern umgeben sind, und deren demonstrierte Schrecklichkeit die Menschen davon abhalten soll, sich in kleinen Booten aufs Mittelmeer zu wagen, das längst zu einem grauenhaften Massengrab geworden ist.
Nein Herr Borrell, dieses Europa ist kein Garten. Es ist ein Kontinent, den fähige Politiker wie Charles de Gaulle und Konrad Adenauer aus dem Trümmerhaufen des Zweiten Weltkrieges in eine bessere Zukunft führen wollten, und den eine durch und durch dekadente politische Kaste, die ihre Friedenspflicht ad acta gelegt hat, heute dabei ist, in eine erneute Katastrophe zu führen, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs bei weitem zu übertreffen droht.
Und wenn weite Teile der Welt außerhalb Europas vielleicht an einen Dschungel erinnern, dann deshalb, weil Europa in den vergangenen Jahrhunderten Afrika nicht entwickelt hat, sondern bekannte Familien in der transatlantischen Welt ihre Vermögen auf dem Sklavenhandel aufgebaut, vom Opium-Handel profitiert haben, oder Profit ziehen aus dem modernen Nachfolger des Kolonialismus, der Casino-Wirtschaft, in der die Regeln bestimmt werden in unserer ach so phantastisch organisierten, regelbasierten Ordnung.
Oder vielleicht sind andere Regionen ein Dschungel, weil die transatlantischen Interventionsarmeen darin gehaust haben, wie die NATO 20 Jahre in Afghanistan, eine Zeit, in der nichts aufgebaut wurde, nur um ein Land in Schutt und Asche zu hinterlassen. Oder wie im Irak, der von einem ins Moderne aufsteigenden Land zurückgebombt wurde in das Steinzeitalter, und bei dem Madeleine Albright den Tod von 500.000 irakischen Kindern einen angemessenen Preis für das Recht fand, das Land weiter zu ruinieren. Man könnte die Liste noch um einiges fortsetzen, warum einige Länder dieser Erde keine Gärten sind, Syrien, Jemen, Libyen, Haiti usw.
Der Globale Süden eröffnet einen Ausweg
Doch es gibt einen Ausweg. Die Nationen des Globalen Südens, deren Existenz von der G7 gerade erst entdeckt wurde, nämlich bei ihrem Gipfeltreffen in Hiroshima, und die die überwältigende Mehrheit der Menschheit repräsentieren, sind längst dabei, die Fesseln des modernen Kolonialismus abzuschütteln und eine neue internationale Währung, neue Entwicklungsbanken und ein neues Kreditsystem zu schaffen. Über 30 Staaten haben Mitgliedschaft bei den BRICS-Plus beantragt, die SCO, AU, ASEAN, EAEU, Mercosur und andere Organisation sind dazu übergegangen, ihren Handel in nationalen Währungen abzuwickeln. 151 Staaten arbeiten mit Chinas Belt & Road-Initiative zusammen, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert und es in diesem Jahrzehnt geschafft hat, daß der Name „Entwicklungsländer“ auf die Staaten des Globalen Südens wieder zutrifft.
Wir müssen in Europa, ja auch in Amerika den ohnehin zum Scheitern verurteilten Versuch aufgeben, den Aufstieg dieser Länder durch eine Abkopplung oder „De-risking“ einzudämmen, sondern wir müssen Konfrontation, die ohnehin nur dem Militärisch-Industriellen Komplex nützt, durch Kooperation ersetzen. Deutschland, Frankreich, Italien, und alle anderen europäischen Nationen müssen Teil des neuen Paradigmas bei den internationalen Beziehungen werden.
Unser Mittelstand, der jetzt unter dem alten Paradigma bankrott geht, kann nicht nur helfen, den Inga-Damm zu bauen, sondern auch das Transaqua-Projekt zu verwirklichen, das zwölf weitere Staaten in Afrika Elektrizität geben würde. Wir können mit China kooperieren, den ganzen Globalen Süden mit einem Schnellbahnsystem ausstatten, Häfen, Wasserwege bauen, Wüsten durch die großangelegte Entsalzung von Meereswasser begrünen, neue Städte bauen.
Ja, und wo wir schon einmal dabei sind, können wir auch unsere eigene Infrastruktur, die marode ist, erneuern, anstatt die Rüstungsindustrie reich und die Bevölkerung arm zu machen, Schulen reparieren, das Gesundheitssystem wieder funktionsfähig machen. Wir können die internationale Kooperation bei dem Fusionsprojekt ITER zu einem Crash-Programm intensivieren, um die kommerzielle Nutzung der Fusionsenergie schneller zu erreichen, und uns die ganze Umweltverschmutzung und Landschaftszerstörung mit diesen unsäglichen Windrädern sparen. Und wir können die Ukraine als Brücke zwischen Mitteleuropa und Rußland als Teil der Neuen Seidenstraße wieder aufbauen.
Europa und Amerika auf diesen Kurs zu bringen: dazu verpflichten wir uns. Und erinnern wir uns, was Posa weiter zu König Phillipp sagt, und was wir den vielen Borrells heute mit Schiller sagen:
„Geben Sie die unnatürliche Vergöttrung auf,
die uns vernichtet!…
Sie wollen pflanzen für die Ewigkeit,
Und säen Tod? Ein so erzwungnes Werk
Wird seines Schöpfers Geist nicht überdauern…
Geben Sie,
Was Sie uns nahmen wieder! Lassen Sie,
Großmütig, wie der Starke, Menschenglück
Aus Ihrem Füllhorn strömen – Geister reifen
In Ihrem Weltgebäude, Geben Sie,
Was Sie uns nahmen, wieder. Werden Sie,
von Millionen Königen, ein König!
Nun, wir brauchen heute keine Könige mehr, aber in Abwandlung on Posas Worten laßt uns sagen:
Lu Shaye ist Botschafter der Volksrepublik China in Frankreich. Auf der Straßburger Konferenz des Schiller-Instituts sagte am 8. Juli 2023 folgendes (Übersetzung aus dem Französischen, Zwischenüberschriften wurden von der Redaktion hinzugefügt.)
Frau Präsidentin Helga Zepp-LaRouche, meine Damen und Herren,
zunächst möchte ich dem Schiller-Institut dafür danken, daß es mich nach Straßburg, der „zweiten Hauptstadt Europas“, eingeladen hat, um meine Gedanken zur internationalen Lage mit Ihnen zu teilen.
Gegenwärtig vollziehen sich in einem rasanten Tempo Veränderungen, wie wir sie seit einem Jahrhundert nicht mehr gesehen haben, die unsere Welt, unsere Zeit und unsere Geschichte in nie dagewesener Weise umgestalten. Der anhaltende Konflikt auf dem europäischen Kontinent erregt weltweite Aufmerksamkeit. Mehr als ein Jahr nach Beginn des russisch-ukrainischen Konflikts stellt sich die Frage: Wie wird er ausgehen? Die Antwort auf diese Frage suchen nicht nur die am Konflikt beteiligten Länder und die europäischen Länder, sondern auch friedliebende Menschen auf der ganzen Welt mit großem Interesse.
Je nach den Positionen und Interessen der verschiedenen Parteien gibt es zwei diametral entgegengesetzte Optionen: Die erste besteht darin, die Feindseligkeiten so lange fortzusetzen, bis eine Seite über die andere siegt; die zweite besteht darin, Friedensgespräche zu fördern, um eine für beide Kontrahenten annehmbare Lösung zu finden.
Die Welt ist also in zwei Lager gespalten: das Lager der Kriegsbefürworter, angeführt von den Vereinigten Staaten, die unter dem Deckmantel der Verteidigung der Gerechtigkeit den Krieg verlängern, indem sie ständig Waffen und andere Formen der militärischen Unterstützung an die Ukraine liefern, und die Gruppe der Friedensbefürworter, die sich aktiv an der Pendeldiplomatie zugunsten von Versöhnungs- und Friedensgesprächen beteiligt.
Der russisch-ukrainische Konflikt wirft ein Schlaglicht auf zwei Denkweisen in der heutigen Welt, bei der zwei strategische Optionen gegeneinander stehen: die der Konfrontation und des Konflikts gegenüber der des Dialogs und der Zusammenarbeit beziehungsweise die des Nullsummenspiels gegen die des gegenseitigen Nutzens und der Win-Win-Strategie.
Darüber hinaus ist der Konflikt zwischen Rußland und der Ukraine selbst die katastrophale Folge von Amerikas Fixierung auf die Logik der Blockkonfrontation nach dem Ende des Kalten Krieges, die sich in der fortgesetzten Osterweiterung der NATO widerspiegelt, um Rußlands strategischen Raum einzuschränken und es in die Enge zu treiben.
Und heute versuchen die USA, einen „neuen Kalten Krieg“ gegen China zu führen. An der politischen Front kleben sie anderen Ländern ideologische Etiketten auf, nennen China eine „autoritäre Diktatur“ und versammeln „Werteverbündete“ unter dem Banner der „Verteidigung der Demokratie“, um einen „neuen Kreuzzug“ gegen China zu starten. An der militärischen und sicherheitspolitischen Front sind die USA damit beschäftigt, „kleine Clans“ zu schaffen: von bilateralen Militärbündnissen bis zur trilateralen Partnerschaft (AUKUS), vom vierseitigen Dialog (Quad) bis zur Five-Eyes-Allianz sowie der „indo-pazifischen Version der NATO“.1 Im Bereich von Wirtschaft, Handel und Technologie projizieren die USA ihr eigenes Modell auf China, indem sie davon ausgehen, daß jede Großmacht Hegemonie ausübt, und bauen „kleine Höfe, die von hohen Mauern umgeben sind“, und sie versuchen, Lieferketten zu entkoppeln und zu unterbrechen, um umfassend, sektorübergreifend, intensiv und kontinuierlich gegen Chinas High-Tech-Unternehmen und kritische Industrien wie die Halbleiterindustrie vorzugehen.
Die europäischen Länder werden gezwungen, sich für eine Seite zu entscheiden. In der russisch-ukrainischen Frage, von der Beteiligung an den Sanktionen bis zur aktuellen Entsendung von Kampfjets und der Ausbildung von Piloten, wird Europa von Tag zu Tag stärker in den Konflikt verwickelt, während die Aussichten auf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Rußland und den Wiederaufbau einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur immer geringer werden.
Was die Beziehungen zu China betrifft, so werfen die Vereinigten Staaten China bewußt mit Rußland in einen Topf und spielen mit dem falschen Narrativ „heute die Ukraine, morgen Taiwan“, um antichinesischen Haß in Europa zu schüren und die europäisch-chinesischen Beziehungen zu vergiften.
Vor diesem Hintergrund ist es erwähnenswert, daß einige europäische Länder ein stärkeres Engagement für strategische Autonomie zeigen und sich weigern, sich zwischen China und den USA für eine Seite zu entscheiden. Sie betonen die Notwendigkeit, ihre strategische und wirtschaftliche Souveränität auf der Grundlage ihrer eigenen Interessen zu verteidigen, Kanäle für den Dialog aufrechtzuerhalten und eine Rolle als ausgleichende Kraft zwischen China und den Vereinigten Staaten zu spielen.
Die Entwicklungsländer weigern sich ebenfalls weitgehend, in die logischen Stereotypen und diskursiven Fallen der Blockpolitik und der Konfrontation der Lager zu verfallen. Sie lehnen die blinde Welle der Verurteilung und Sanktionen gegen Rußland ab und verfolgen eine Politik der Freundschaft mit China. Frieden und Zusammenarbeit bleiben das Bestreben der Völker und der allgemeine Trend.
Gleichzeitig sind Verwirrung und Unruhe auf allen Seiten noch lange nicht vorbei. Einige Länder, die eine Eskalation der Konfrontation und einen „eventuellen Krieg“ zwischen China und den USA vorhersehen, setzen geopolitisch auf beide Seiten, und wirtschaftlich errichten sie Handelsschranken und praktizieren Investitionsscreening, Industrieverlagerung und Blockierung kritischer Technologien gegenüber China, wobei sie auf „Abhängigkeitsreduzierung“ und „De-Risking“ bestehen.
Chinas Initiativen
In einer turbulenten Welt bleibt China so klarsichtig und entschlossen wie eh und je. Vor zehn Jahren hat Präsident Xi Jinping auf innovative Weise die Vision einer Zukunftsgemeinschaft der Menschheit und die Gürtel- und Straßeninitiative vorgestellt, und seit 2021 präsentierte er nacheinander die Globale Entwicklungsinitiative, die Globale Sicherheitsinitiative und die Globale Zivilisationsinitiative. Dies sind chinesische Vorschläge zur Lösung globaler Entwicklungsprobleme, zur Bewältigung internationaler Sicherheitsherausforderungen und zur Förderung der gegenseitigen Befruchtung zwischen den Zivilisationen.
Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Allein kommt man schneller voran, gemeinsam kommt man weiter.“ Wer die Interessen anderer ignoriert, kommt nicht weit, wer sich nur auf seine eigene Stärke verlassen will, indem er andere ausschaltet, lebt in einer Illusion, und wer nur daran denkt, die Entwicklung anderer zu blockieren, wird seine eigenen Probleme nicht grundlegend lösen können.
Bei der Vorstellung der Globalen Entwicklungsinitiative plädiert China für Solidarität und Zusammenarbeit. Die Initiative, die auf eine rasche Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung abzielt, nennt acht Schlüsselbereiche der Zusammenarbeit, darunter Armutsbekämpfung, Ernährungssicherheit, Entwicklungsfinanzierung und die digitale Wirtschaft. Sie wird von über hundert Ländern sowie den Vereinten Nationen und anderen internationalen und regionalen Organisationen unterstützt, da sie den umfassenden gemeinsamen Interessen der internationalen Gemeinschaft entspricht.
Dank der gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten kann die Globale Entwicklungsinitiative sehr gut umgesetzt werden, und es wurden bereits zahlreiche Ergebnisse erzielt, die den verschiedenen Völkern zugute kommen; zum Beispiel Mechanismen wie die „Sonderaktion zur Förderung der Nahrungsmittelproduktion“, die Globale Allianz für die Entwicklung der technischen und beruflichen Bildung, das International Kooperationsnetzwerk von NGOs zur Armutsreduzierung, die China-Afrika-Allianz für Armutsreduzierung, das Zentrum für die Kooperation Chinas und der pazifischen Inselstaaten für Klimaaktion und das Zentrum für die Förderung der globalen Entwicklung. Mehr als hundert konkrete Kooperationsprojekte stehen auf der Projektliste der Initiative, sie kommen fast 40 Entwicklungsländern zugute und bieten mehr als 20.000 Ausbildungsplätze im Rahmen von 1000 Projekten zum Kapazitätsaufbau. China hat den ersten wissenschaftlichen Satelliten der Welt gestartet, der der Agenda 2030 gewidmet ist, teilt seine Daten mit dem Rest der Welt und stellt den Vereinten Nationen mehrere Datenprodukte zur Verfügung.
Im Rahmen der Gürtel- und Straßen-Initiative wurden mehr als 3000 Kooperationsprojekte unterzeichnet, die Investitionen in Höhe von fast 1000 Milliarden US-Dollar generierten, 420.000 Arbeitsplätze schufen und fast 40 Millionen Menschen aus der Armut halfen. Die Fakten beweisen, daß die Welt keine „Entkopplung“ oder „unterbrochene Lieferketten“ braucht, sondern eine offene, integrative Zusammenarbeit, von der alle Seiten profitieren. China ist bereit, die Entwicklungschancen mit Europa und anderen Ländern auf der ganzen Welt weiter zu teilen, um den gemeinsamen Wohlstand zu fördern.
Die chinesische Nation ist seit der Antike dem Primat des Friedens und der Eintracht zwischen allen Staaten verpflichtet und hat keine Gene für Aggression oder Hegemonie im Blut; im Gegenteil, sie hat immer Frieden, Harmonie und Eintracht angestrebt. Angesichts einer sich tiefgreifend verändernden internationalen Landschaft und komplexer sicherheitspolitischer Herausforderungen setzt sich China für ein gemeinsames, integriertes, kooperatives und nachhaltiges Sicherheitskonzept ein und verfolgt einen neuen sicherheitspolitischen Weg, der auf Dialog statt Konfrontation, Partnerschaft statt Allianz und Win-Win-Situation statt Nullsummenspiel basiert.
Im Februar dieses Jahres veröffentlichte China das Konzeptpapier zur Globalen Sicherheitsinitiative, in dem 20 Prioritäten für die Zusammenarbeit aufgelistet sind, darunter die entschlossene Unterstützung der zentralen Rolle der Vereinten Nationen bei der Sicherheitssteuerung, die Förderung von Konsultationen und gesunder Interaktion zwischen den Großmächten, die aktive Förderung der friedlichen Lösung brennender Fragen durch Dialog, die wirksame Bewältigung konventioneller und unkonventioneller Sicherheitsherausforderungen, die kontinuierliche Stärkung des weltweiten Systems der Sicherheitssteuerung und der Kapazitätsentwicklung.
Was die Frage der chinesisch-amerikanischen Beziehungen betrifft, so haben wir weder die Absicht, die Vereinigten Staaten herauszufordern oder zu verdrängen, noch zu neuen Vereinigten Staaten zu werden, noch einen „neuen Kalten Krieg“ der Blockkonfrontation zu führen. Kürzlich betonte der chinesische Präsident Xi Jinping beim Empfang des US-Außenministers Antony Blinken, daß „die ganze Welt stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen braucht“, und daß er „zuversichtlich ist, daß die beiden Großmächte alle Schwierigkeiten überwinden können, um den richtigen Weg zu finden, um in gegenseitigem Respekt, friedlicher Koexistenz und Win-Win-Kooperation miteinander auszukommen“, um „die chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu stabilisieren und zu verbessern“.
Was die Beziehungen zwischen China und der EU betrifft, so haben China und Europa keinen grundlegenden Interessenkonflikt. Im Gegenteil, wir profitieren beide von der Entwicklung des jeweils anderen, beide befürworten strategische Autonomie und Multilateralismus, und wir haben einen breiten Konsens in globalen Fragen wie dem Kampf gegen den Klimawandel. China und Europa sollten das gegenseitige Vertrauen stärken, Zweifel durch eine fruchtbare Zusammenarbeit ausräumen und Hand in Hand arbeiten, um der Welt Stabilität, Sicherheit und positive Energie zu verleihen.
Was die Ukraine betrifft, so hat China in dem Dokument mit dem Titel Chinas Position zur politischen Lösung der Ukraine-Krise, das im Februar dieses Jahres veröffentlicht wurde, 12 Punkte vorgeschlagen, darunter die Achtung der Souveränität aller Länder, die Ablehnung der Mentalität des Kalten Krieges, die Einstellung der Feindseligkeiten und die Aufnahme von Friedensgesprächen. Diese Vorschläge tragen den Anliegen aller Parteien Rechnung und können den größten gemeinsamen Nenner für Verhandlungen bilden.
China bemüht sich auch konkret um gute Dienste, um Versöhnung und Friedensgespräche zu fördern. Wir sind davon überzeugt, daß es in einem bewaffneten Konflikt keinen Gewinner gibt und daß Dialog und Verhandlungen der einzig gangbare Weg aus der Krise sind. Wir hoffen, daß die EU mit uns zusammenarbeiten wird, um die frühestmögliche Aufnahme von Verhandlungen zwischen Rußland und der Ukraine zu fördern, damit der Frieden auf dem europäischen Kontinent so schnell wie möglich wiederhergestellt werden kann.
Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Das Geheimnis eines guten Gerichts ist, daß man weiß, wie man die Aromen kombiniert.“ Die Schönheit unserer Welt liegt in der gegenseitigen Bereicherung der Zivilisationen. China ist gegen den Schwarz-Weiß-Dualismus und die Unterscheidung zwischen überlegenen und unterlegenen Zivilisationen. Mit der Globalen Zivilisationsinitiative treten wir für die Achtung der Vielfalt der Zivilisationen, die Förderung der gemeinsamen Werte der Menschheit, das Engagement für die Weitergabe und Innovation der Zivilisationen und die Stärkung des interkulturellen Austauschs und der Zusammenarbeit ein. Wir respektieren alle Zivilisationen in ihren Unterschieden und unterstützen ihr Recht auf Entwicklung. Wir sind davon überzeugt, daß die einzelnen Länder ihre eigenen Entwicklungswege und institutionellen Modelle finden können, die an ihre nationalen Bedingungen angepaßt sind, und daß durch menschlichen und kulturellen Austausch und Zusammenarbeit die Strahlkraft aller Zivilisationen eine großartige Symphonie des Glanzes hervorbringen wird.
Meine Damen und Herren! Die Menschheit ist eine Schicksalsgemeinschaft, die gute wie schlechte Zeiten teilt. Mehr denn je sind die Nationen miteinander verbunden und voneinander abhängig, und mehr denn je sind sie aufgerufen, zusammenzuarbeiten, um Herausforderungen zu bewältigen und Fortschritte zu erzielen.
Europa war der Hauptkriegsschauplatz der beiden Weltkriege und ist der Schauplatz des aktuellen Konflikts. Europa sollte daher über eine direktere Erfahrung und ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von Frieden und Entwicklung verfügen. Da wir an einem kritischen neuen Scheideweg in der Geschichte stehen, hoffe ich, daß Europas weitsichtige Führer tiefgreifende Überlegungen anstellen, aktiv ihren Teil dazu beitragen und ihre Weisheit und Stärke einbringen werden, um ihre jeweiligen Länder und die gesamte Menschheit zu einer richtigen Entscheidung zu führen.
Anmerkung:
1. AUKUS = Australien, Großbritannien und USA, Quad = USA, Australien, Japan und Indien, Five-Eyes-Allianz = USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland.
Was Rußland wirklich will in seinen Beziehungen zu Europa – Frieden oder Krieg?
Von S.E. Ilia Subbotin
Ilia Subbotin ist Gesandter-Botschaftsrat an der Botschaft der Russischen Föderation in Frankreich. Vor der Straßburger Konferenz hielt er am 8. Juli den folgenden Vortrag. (Übersetzung aus dem Englischen.)
Sehr geehrte Teilnehmer der heutigen internationalen Konferenz, die vom Schiller-Institut veranstaltet wird, sehr geehrte Frau Zepp-LaRouche, sehr geehrter Herr Cheminade, liebe Freunde:
Ich betone bewußt das Wort Freunde, weil ich wirklich hoffe, daß ich heute vormittag vor Menschen spreche, die mindestens bereit sind, zuzuhören und die keine vorgefertigte Meinung der internationalen Realität haben, wie sie von den westlichen Mainstream-Medien verbreitet wird.
Aus dem, was ich in offen zugänglichen Quellen über das Schiller-Institut und seinen Gründer Lyndon LaRouche finden konnte, schließe ich, daß dieses Publikum kritisch denken und seine eigenen Schlüsse ziehen kann.
Das Thema des heutigen Panels lautet „Frieden in der Welt durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für jedes Land“. Ich werde Ihnen eine Sichtweise vorstellen, die auf der offiziellen Positionierung meines Landes und auf meiner eigenen Erfahrung basiert, die 23 Jahre im diplomatischen Dienst umfaßt.
Ich erinnere mich noch lebhaft an die ersten Kontakte zu US-amerikanischen Oberstufenschülern 1990-91 während der letzten Jahre der Existenz der Sowjetunion. Damals gab es ein Programm namens „Freundschafts-Karawane“, welches jungen Amerikanern den Besuch sowjetischer Schulen ermöglichte, sie wohnten dann mehrere Tage bei russischen Familien. Nach Jahrzehnten des Kalten Krieges war das eine Brise frischen Windes. Wir waren begeistert, neue Freunde zu finden. Die Zukunft erschien strahlend und fantastisch.
Im Juli 1989 besuchte der damalige Staatschef der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, Straßburg und sprach vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (Parliamentary Assembly of the Council of Europe, PACE). In dieser historischen Rede stellte er die Idee vom „Gemeinsamen Haus Europa“ vor und rief dazu auf, „das geopolitische Gleichgewicht durch ein Gleichgewicht der Interessen“ zu ersetzen, um damit den weiten Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok zu schaffen. Hierin sehe ich die Verbindung zu Helgas „Zehn Prinzipien einer zukünftigen Welt“.
Das war der Wendepunkt russischer Außenpolitik. 30 Jahre lang sparte mein Land keine Anstrengung, um einen gemeinsamen humanitären, rechtlichen und wirtschaftlichen Raum zu erschaffen, der Groß-Europa einbeziehen sollte. Rußlands Mitgliedschaft im Europarat ab 1996 bis März 2022 war der sichtbarste Beweis dieses Kurses.
Bevor ich meine Nachzeichnung der europäischen Integration fortsetze, erlauben Sie mir, Ihre Aufmerksamkeit auf einen Umstand zu lenken, der entscheidend für das Verständnis der weiteren Entwicklungen ist. Nach dem gescheiterten Staatsstreich im August 1991 wurde die Sowjetunion im Dezember desselben Jahres friedlich aufgelöst.
Lassen Sie mich die beiden unterschiedlichen Versionen dessen hervorheben, was damals passierte: Die amerikanische Führung (namentlich Präsident Bush Senior) begann bereits im Wahlkampf 1992 vom „Sieg“ im Kalten Krieg und den Kollaps der Sowjetunion wegen dieses „Sieges“ zu sprechen. Für uns in der ehemaligen Sowjetunion sah die Wahrnehmung der Ereignisse total anders aus. Wir hatten nie den Eindruck, den Kalten Krieg verloren zu haben. Tatsächlich war es unser Präsident gewesen, der ihn beendet hatte.
Die Auflösung der UdSSR wurde zu einer Art „Kollateralschaden“ des gigantischen Wandels russischer Politik. Und glauben Sie mir, als das passierte, verstand so gut wie niemand, was genau passierte. Die meisten Völker in den früheren Sowjetrepubliken, mit Ausnahme der Balten und Georgien, wollten weiter zusammenleben. Und ich kann mich noch sehr gut an das Gefühl während der ersten Monate von 1992 erinnern, daß bald eine Art neue Union dieser Republiken entstehen würde. Die Realität stellte sich allerdings unglücklicherweise anders heraus: eine schwere Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, interethnische Konflikte in einer Reihe post-sowjetischer Republiken.
Trotz all dieser Schwierigkeiten war Rußland weiterhin fest davon überzeugt, ein Teil der westlichen Welt zu werden. 1996 traten wir dem Europäischen Rat mit seinem Gerichtshof für Menschenrechte und vielen anderen Institutionen und Instrumenten bei. 2002 wurde der NATO-Rußland-Rat gegründet. Von 2003 an kamen wir mit der Europäischen Union darin überein, daß vier gemeinsame Räume geschaffen werden sollten, die wirtschaftliche Fragen, Fragen von Freiheit, Sicherheit und Justiz, äußere Sicherheit, sowie schließlich Forschung und Bildung einschließen sollten.
Mittlerweise hatte ich im Jahr 2000 die Abschlußprüfungen an der MGIMO-Universität – der bekannten russischen Diplomaten-Hochschule – absolviert und wurde auf meinen ersten diplomatischen Posten nach Chile berufen.
An dieser Stelle würde ich gerne noch ein weiteres persönliches Erlebnis aus den späten 90ern darstellen. Im Frühjahr 1999 machte ich meinen Master in internationalen Beziehungen in Madrid in Spanien. Ich lebte damals in einer Gemeinschaftsunterkunft mit anderen Studenten, u.a. einem Yankee-Boy, der Stephen hieß. Wir kamen ganz gut miteinander aus – bis die NATO begann, Jugoslawien zu bombardieren.
Das ist für mich ein weiterer Wendepunkt der europäischen Geschichte der letzten 30 Jahre. Rußland wird heute vorgeworfen, es bringe wieder den Krieg nach Europa. Als ob die Aggression gegen Jugoslawien nie stattgefunden hätte! In der Nacht, als russische Fallschirmjäger die Kontrolle über den Flughafen von Pristina übernahmen, kam es zu Handgreiflichkeiten mit meinem amerikanischen Zimmernachbarn. Er fing an und rief dabei etwas über „russische Schweine“. Die USA waren vielleicht erfolgreich in Jugoslawien, aber nicht in dem Madrider Wohnheim…
In Hinsicht auf die Beziehungen zwischen dem Westen und Rußland ist die Kosovo-Krise bekannt durch die Umkehr des Flugzeugs von Ministerpräsident Primakow über dem Atlantik (am 24. März 1999) und der damit beginnenden Wende der russischen Außenpolitik. Allerdings brauchte mein Land, wie wir heute wissen, weitere 20 Jahre dazu, um diese Wende zu vollenden. Der frühere Ministerpräsident und Außenminister Primakow war ein wahrer Verfechter des Konzepts einer multipolaren Welt. In seinen aktiven Jahren in der Politik setzte er sich für ein multipolares System ein, das nun vor unseren Augen zur Realität wird.
2007 wurde ich zum ersten Mal nach Straßburg versetzt, zur ständigen Vertretung Rußlands beim Europäischen Rat (ER). Seitdem habe ich in unterschiedlichen Funktionen mit der ER-Akte zu tun. Am 10. Februar 2007 hielt Präsident Putin seine historische Münchner Rede. Er sprach über die Unteilbarkeit der Sicherheit, über das Scheitern der unipolaren Welt (vielleicht war das seinerzeit zu früh, aber vom heutigen Standpunkt betrachtet war dies die richtige Schlußfolgerung), über die exzessive Gewaltanwendung seitens der USA und der NATO…
Im Rückblick auf die Ereignisse Ende der 80er Jahre betonte Präsident Putin: „Der Fall der Berliner Mauer wurde möglich durch die historische Wahl des russischen Volkes, sich für Demokratie, Freiheit, Offenheit und ehrliche Partnerschaft mit allen Mitgliedern der europäischen Familie zu entscheiden.“ Und natürlich setzte er sich für ein ausgewogeneres System der Sicherheit ein (Punkt 1 von Helgas Prinzipien – internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur als Partnerschaft zwischen souveränen Nationalstaaten).
Wurde mein Präsident in München gehört? Nach den Ereignissen zu schließen, die darauf folgten, sicherlich nicht. Im August 2008 ließ der georgische Staatsführer Saakaschwili Zivilisten und russische Blauhelmsoldaten in Zchinwali (Südossetien) angreifen. Zusammen mit meinen Kollegen verbrachte ich lange Stunden mit Diskussionen im Minister-Komitee damit, das Offensichtliche zu beweisen – daß die Attacke von der georgischen Seite kam. Eine internationale Untersuchungskommission unter Vorsitz der Schweizer Botschafterin Heidi Tagliavini kam zu derselben Schlußfolgerung. Allerdings konnte keine dieser Schlußfolgerungen verhindern, daß ein bewaffneter Konflikt zwischen der russischen Armee und US-amerikanisch trainierten und ausgestatteten georgischen Kampfverbänden stattfand. Glücklicherweise dauerte der Krieg nur ein paar Tage an und wurde, wie wir heute sehen können, zu einem ziemlich guten Impfstoff für die georgische Gesellschaft und Führung gegen jeden zukünftigen Versuch, einen bewaffneten Konflikt mit Rußland zu beginnen.
2009 feierten wir das 60. Jubiläum des Europäischen Rates. Ex-Präsident Gorbatschow wurde eingeladen, zu diesem feierlichen Anlaß die Hauptrede zu halten. Bei dieser Gelegenheit hatte ich das Glück, drei Tage mit dem Mann zu verbringen, der die Geschichte verändert hat. Er wird in meinem Land oft als zu pro-europäisch eingeschätzt, aber erlauben Sie mir, einige Schlüssel-Botschaften seiner Rede von 2009 zu zitieren: „Europa hat die Schlüsselfrage immer noch nicht beantwortet, nämlich die Schaffung einer soliden Basis für den Frieden durch eine neue Sicherheitsarchitektur.“ Das sagte Präsident Gorbatschow, nicht Putin, 2009… Ein weiteres Zitat: „Die Wurzeln der tatsächlichen Probleme liegen in der falschen Einschätzung der Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion.“
Entschuldigen Sie bitte den langen Ausflug in die Zeitgeschichte, aber ich bin fest davon überzeugt, daß wir die heutige Realität nur dann verstehen können, wenn wir einen klaren Blick darauf werfen, was gestern passiert ist.
2012-15 arbeitete ich als abgeordneter politischer Berater des Brüsseler Büros des Europäischen Rates. Das war eine einzigartige Gelegenheit, die „Brüsseler Blase“ kennenzulernen. Darüber hinaus war es eine Periode, in der die Grundzüge der gegenwärtigen Ukrainekrise geschaffen wurden.
Sie werden sich vielleicht daran erinnern, daß die EU und die Ukraine damals über ein Assoziierungsabkommen mit einer Freihandelszone verhandelten, welches mit der bereits bestehenden Freihandelszone zwischen Rußland und der Ukraine in Widerspruch geraten würde. Mein enger Kollege und Freund war unter den Top-Unterhändlern auf unserer Seite der EU-Rußland-Gespräche, um einen Weg aus der Sackgasse herauszufinden. Seiner Aussage nach gab es auf der EU-Seite keine Bereitschaft, in diesen Gesprächen zu einer für beide Seiten vorteilhaften Übereinstimmung zu kommen. Als Präsident Janukowitsch es ablehnte, das Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen, wurde dies dazu benutzt, den Maidan-Putsch zu entfachen, der zu dem Bürgerkrieg in der Ukraine führte. Und wiederum wurden wir Zeuge des Unwillens der westlichen Führungen, das Minsker Abkommen umzusetzen, das die offenen Feindseligkeiten zwischen 2015 und 2022 stoppte.
Inzwischen haben wir alle die Geständnisse von Herrn Hollande und Frau Merkel gehört, daß sie keinerlei Absicht hatten, das Minsk-Paket umzusetzen, und das einzige Ziel dieses Deals darin bestand, der Ukraine mehr Zeit zu geben, sich wieder zu bewaffnen und die Rebellen-Regionen mit Gewalt zu erobern.
Was war die Absicht der russischen Führung? Für mich ist die Antwort darauf ziemlich klar. Mein Präsident, unterstützt von der politischen Klasse, wollte einen ernstgemeinten Friedensvertrag, natürlich unter angemessenen Bedingungen, deren Schlüssel die Anerkennung von Rußlands maßgeblicher Rolle bei der Bereitstellung von Sicherheit in Europa darstellt. Die Jungs in Washington sahen offenbar keine derartige Rolle für mein Land vor. Zu einem großen Teil erklärt dies, warum wir uns immer noch im offenen Konflikt befinden.
Lassen Sie mich auf 2017 zurückkommen. Ich übernahm den Posten des Vizedirektors im Außenministerium Rußlands, verantwortlich für den Bereich Europäischer Rat. Am meisten Kopfschmerzen bereitete mir die institutionelle Krise. Die russische Delegation im PACE war ihrer wichtigsten Rechte beraubt, weshalb meine Vorgesetzten entschieden, die Zahlung unseres Beitrags zum Budget des Europäischen Rates zu stoppen, bis diese Rechte vollumfänglich wiederhergestellt werden. Im Sommer 2019 waren wir in enger Zusammenarbeit mit dem Generalsekretär Jagland und dem vernünftigen Teil der Mitglieder des PACE in der Lage, dieses Problem zu lösen. Die russische Delegation kehrte mit ihren vollen Rechten in die Versammlung zurück. Der russische Beitrag zum ER-Budget wurde vollständig bezahlt. Wäre all dies möglich ohne das ernsthafte Verlangen meines Präsidenten und unserer politischen Klasse, daß Rußland Teil des größeren Europa bleibt? Definitiv nicht! Zudem hatten wir das Glück, in diesem historischen Moment die verantwortliche und unabhängige Führung im ER (Jagland) zu haben.
Was passierte dann? Rußland erkannte, daß die Vereinigten Staaten in der Ukraine das schlimmste Szenario vorbereiteten. Wir unternahmen die letzte Anstrengung – die „diplomatische Offensive“ im Dezember 2021 und Januar 2022. Es kam so, daß ich diese Ereignisse persönlich mit zwei Hauptgesandten Rußlands diskutieren konnte – Vizeminister Rjabkow (er arbeitete mit den USA) und Vizeminister Gruschko (er kümmerte sich um die NATO-Seite). Die parallele Schlußfolgerung beider angesehener Kollegen war: Es gab keine Bereitschaft von Seiten der USA und NATO, irgendeinen Kompromiß mit Rußland zu suchen.
Unter diesen Umständen wurde die Militärische Spezialoperation der gerechte und alternativlose Schritt, um Rußlands Sicherheit zu garantieren und russische Menschen zu schützen, denen das Kiewer Regime ihre Sprache, Religion, Kultur und Werte vorenthalten wollte.
Was war die Reaktion des Westens? Haß und das Mantra, die einzige Lösung sei eine „strategische Niederlage Rußlands auf dem Schlachtfeld“. Und keine Anstrengung wird unterlassen, um dieses Ziel zu erreichen – laut offen zugänglichen Quellen wurden bereits mehr als 150 Mrd. Dollar für die Bewaffnung der Ukraine ausgegeben. Übrigens hat die G20 vor ein paar Jahren beschlossen, 100 Mrd. Dollar zusammenzutragen, um den Entwicklungsländern bei der grünen Wende zu helfen, und diese Zusage wurde nie umgesetzt!
Lassen Sie mich betonen, daß es nicht Rußland war, welches die Beziehungen mit Europa abbrach (dies war auch exakt der Fall bei unserem Rückzug aus dem Europäischen Rat). Der Bruch kam auf Initiative der westlichen Staaten (der zweite Teil des Titels unserer Sitzung – „Die unverzichtbare strategische Autonomie der europäischen Länder“). Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich behaupte, daß derzeit keinerlei derartige Autonomie besteht und daß die europäische politische Klasse beinahe vollständig von den USA kontrolliert wird.
Kann diese Situation verändert werden? Ich hoffe es, und die Tatsache, daß eine Organisation wie das Schiller-Institut existiert, bestärkt diese Hoffnung.
Die multipolare Welt ist am Entstehen. Das ist eine Tatsache, mit der man leben muß. Es gibt neue wirtschaftliche Wachstumszentren – China, Indien, Brasilien, Türkei, die Golfstaaten. Ihre Finanzkraft und ihr politischer Einfluß gehen mit dem wirtschaftlichen Erfolg Hand in Hand einher. Der Anteil der G7 am Welt-BIP ist bereits kleiner als jener der BRICS.
Der Hegemon, der seine Dominanz verliert, reagiert bösartig, durch die Ingangsetzung interner Konflikte und Kriege zwischen Brudernationen, wie denjenigen im ehemaligen Jugoslawien und der Sowjetunion. Wird Washington den Lauf der Geschichte aufhalten? Ich denke nicht. Ich bin mir sicher, daß die meisten Politiker im Westen dies verstehen. Die offene Frage ist: Wann wird Europa – vor allem Deutschland und Frankreich – aufwachen und sich von den Fesseln US-amerikanischer Kontrolle befreien? Sobald und wenn dies geschieht, wird Rußland zu einem für alle Seiten vorteilhaften Dialog unter Gleichen bereit sein, auf der Basis unserer fundamentalen Interessen; wir wollen keine Selbstisolation.
„Indiens Rolle als Friedensvermittler in diesen kritischen Zeiten“
UT: Kann Indien eine konstruktive Rolle bei der Schaffung von Frieden und der Verringerung der Kluft zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden spielen?
Von Mrutyuanjai Mishra
Mrutyuanjai Mishra ist Autor und Journalist aus Indien. (Übersetzung nach dem englischen Redemanuskript.)
Wir alle haben gelernt, den Begriff „Länder der Ersten Welt“ zu verwenden, der aus dem französischen anthropologischen Denken abgeleitet wurde und auf der Unterteilung der Gesellschaft in drei vorherrschende Schichten beruht, nämlich den Adel, den Klerus und die Bourgeoisie. Indien, das Land, aus dem ich stamme, wurde lange Zeit als „Dritte-Welt-Land“ bezeichnet, weil es während des Kalten Krieges nicht mit den kapitalistischen NATO-Ländern und auch nicht direkt mit dem kommunistischen Sowjetblock verbündet war. Die Länder des Sowjetblocks wurden als Länder der „Zweiten Welt“ bezeichnet.
Seltsamerweise hat Indien erfolgreich mit beiden Blöcken zusammengearbeitet und sich einen unabhängigen Ansatz in seiner Außenpolitik bewahrt. Als kritisches Denken im 21. Jahrhundert entscheidend wurde, wurde der Begriff „Dritte Welt“ obsolet, da es als neokolonialistisch angesehen wurde, von den so genannten rückständigen Ländern zu erwarten, daß sie sich modernisieren und liberalisieren und wie die Länder der „Ersten Welt“ werden, die durch die 31 Mitglieder und bald 32 Mitglieder vertreten werden, wenn Schweden in etwa einem Monat dem NATO-Bündnis beitritt.
Wir müssen uns also an den Begriff „Globaler Süden“ gewöhnen, der für die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt, Indien und China, und die meisten armen Länder der südlichen Hemisphäre steht. Indien und China liegen nicht unbedingt in der südlichen Hemisphäre, aber die meisten der armen Länder der Welt und der Länder mit mittlerem Einkommen in Asien, Lateinamerika und Afrika liegen in der „südlichen Hemisphäre“.
Die Kaufkraft des globalen Südens nimmt zu, und die sogenannten BRICS-Länder machen heute einen erheblichen Teil der Weltwirtschaft aus, während der Anteil der so genannten „Ersten Welt“ an der Weltwirtschaft allmählich abnimmt. Eine neue Weltordnung ist im Entstehen begriffen.
Es gibt Kräfte in der Welt, die einen friedlichen Aufstieg des globalen Südens nicht sehen wollen und dem Planeten ständig einen Kriegszustand aufzwingen wollen, der den armen Süden dazu zwingt, einen größeren Teil seiner Ressourcen in den Verteidigungssektor zu stecken und oft eine destabilisierte Nachbarschaft erleben muß. Auch wenn Indien ein solides Wirtschaftswachstum erlebt, ist es von Ländern umgeben, die in wirtschaftlicher Hinsicht unterdurchschnittlich abschneiden. Beispiele hierfür sind Pakistan und Sri Lanka.
Aber allmählich werden wir sehen, daß der Globale Süden versuchen wird, seinen Einfluß geltend zu machen, und wenn er organisiert und klug ist, wird er in der Lage sein, eine Agenda der politischen Stabilität und der Entwicklung aller seiner Bürger auf der globalen Bühne aufzustellen.
Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Trotz des ständigen Drucks der westlichen Länder leben zwei Drittel der Weltbevölkerung immer noch in Ländern, die neutral sind oder Rußland im Krieg in der Ukraine direkt unterstützen. Sie machen sich mehr Sorgen um Fragen der Armut und der Ernährungssicherheit und wollen den Lebensstandard für ihre Millionen von Bürgern verbessern.
Der von den USA und der Europäischen Union geführte Block, zu dem alle NATO-Länder gehören, repräsentiert etwa 36% der Weltbevölkerung, und sie sind sich in erster Linie einig und konsequent in ihrer militärischen Unterstützung für die Ukraine und haben Wirtschaftssanktionen gegen Rußland beschlossen.
Inzwischen lebt fast ein Drittel der Weltbevölkerung in einem Land, das sich bisher neutral verhalten hat. Angeführt von Indien werden diese blockfreien Staaten – darunter Brasilien, Saudi-Arabien, Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate – alles daran setzen, sich nicht auf eine Seite zu schlagen und politische und wirtschaftliche Instabilität zu verhindern.
Prognosen zufolge werden bis 2030 drei der vier größten Volkswirtschaften – in der Reihenfolge China, Indien, die Vereinigten Staaten und Indonesien – im Globalen Süden liegen. Schon jetzt übertrifft das BIP der vom Globalen Süden dominierten BRICS-Staaten – Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika – in Bezug auf die Kaufkraft, das der Gruppe der Sieben (G-7) des Globalen Nordens.
Dr. Jaishankar, der indische Minister für auswärtige Angelegenheiten, sagte kürzlich: „Europa muß aus der Denkweise herauswachsen, daß seine Probleme die Probleme der Welt sind, aber die Probleme der Welt nicht die Probleme Europas sind.“
Die deutlichen Worte Jaishankars fielen in eine Zeit, in der die europäischen Länder hartnäckig versuchten, Indien zu einer harten Haltung gegenüber dem russischen Einmarsch in der Ukraine zu bewegen.
Sehen wir uns einige Fakten an. Ein Drittel der Frauen in Indien sind immer noch Analphabeten, und obwohl Millionen von Indern und Chinesen die Armut überwunden haben, kann noch viel getan werden, um den Lebensstandard von Millionen anderer Menschen sowohl in Indien als auch in China und im übrigen globalen Süden zu verbessern. Daher brauchen wir eine neue Vision von einer Welt ohne Kriege und einer Welt, in der Kooperation anstelle von Wettbewerb zu einer tragenden Säule der sozialen Interaktion wird.
Wer weiß, wenn es die ständige NATO-Erweiterung und die Einkreisung Rußlands nicht gegeben hätte, hätten wir wahrscheinlich auch Frieden in Europa gehabt. Anstatt immer mehr Länder in ein privilegiertes Militärbündnis einzubinden, könnten wir ein Bündnis für wirtschaftliche Stabilität und friedliches Wachstum schaffen. Diese Agenda braucht jetzt weltweite Aufmerksamkeit.
– Michele Geraci, Ehemaliger Unterstaatssekretär, Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung – Republik Italien; Ritter der Republik Italien; Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Nottingham, Ningbo; Honorarprofessor an der Universität Peking, School of Economics; außerordentlicher Professor für Finanzen an der New York University, Shanghai; En-ROADS-Klimabotschafter – Climate Interactive/MIT, Italien
Lieber Gürtel und Straße als eine Straße der Panzer
Von Michele Geraci
Michele Geraci, ehemaliger Staatssekretär im italienischen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, Professor für praktische Wirtschaftspolitik an der Nottingham University in Ningbo, Ehrenprofessor an der School of Economics der Beijing University, außerordentlicher Professor für Finanzen der New York University in Shanghai sowie En-ROADS-Klimabotschafter von Climate Interactive/MIT in Italien, hielt in der Straßburger Konferenz des Schiller-Instituts am 8. Juli den folgenden Vortrag (Übersetzung aus dem Englischen, Zwischenüberschriften von der Redaktion hinzugefügt.)
Hallo, ich bin sehr froh, hier zu sein. Ich möchte mich bei Helga für die sehr freundliche Einladung bedanken. Ich freue mich, hier bei netten Freunden zu sein.
Ich möchte Ihnen einen kleinen Überblick über die Geschehnisse rund um die Gürtel- und Straßen-Initiative (Belt and Road Initiative, BRI) geben und Ihnen hoffentlich einen etwas anderen Blickwinkel darauf geben, warum Italien der BRI beigetreten ist, zu der Kritik, die wir erhalten haben, und warum ich denke, daß die BRI meiner Meinung nach tatsächlich ein Weg ist, um der Welt Frieden zu bringen.
Ich bin einerseits Professor an verschiedenen Universitäten. Ich habe das Glück, in China in Shanghai für eine amerikanische Universität, die New York University, und in einer anderen Universität, Ningbo, für eine britische Universität zu arbeiten, wenn ich in China bin. Ich hatte auch das Glück und die Ehre, mit Präsident Modi, Präsident Xi und mit Präsident Putin, Lawrow und anderen zusammenzukommen. Ich bin also halb Politiker und halb Wirtschaftswissenschaftler.
Abb. 1: Michele Geraci (links) begleitete Chinas Präsident Xi Jinping und dessen Ehefrau (rechts) bei einem Besuch in Rom und Palermo 2019 anläßlich der Unterzeichnung des italienisch-chinesischen Memorandums über die Kooperation im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative.
Ich komme jetzt zu den praktischen Dingen. Ich möchte das Bild von mir und Präsident Xi zeigen (Abb. 1). Das war bei der Unterzeichnung des BRI-Memorandums durch Italien im März 2019 in Rom.
Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie wichtig die Beziehungen zwischen Italien und China sind und wie wichtig die Unterzeichnung dieser Absichtserklärung ist, erzähle ich Ihnen, was mit meinen Freunden in Rom und in der italienischen Regierung passiert. Ich sage es sehr diplomatisch: Nicht jeder versteht die Bedeutung von Gürtel und Straße. Sie verstehen, was ich meine.
Als Zeichen der Freundschaft kam Xi Jinping auch in meine Heimatstadt Palermo auf Sizilien. Wir verbrachten also einen Tag in Rom und einen Tag in Palermo als Touristen, zusammen mit der First Lady.
Während des Treffens sagte er höflich, dies sei eine sehr schöne Stadt, er hoffe, daß viele chinesische Touristen nach Sizilien kommen werden, es sei ein schöner Ort, er mag den Strand, seine Frau mag die Oper, wir gingen ins Theater und so weiter.
Kurz danach, einige Wochen später, unterzeichneten wir eine Vereinbarung mit einem der größten Reisebüros in China, Ctrip, mit der Idee, die Zahl der Flüge zwischen Italien und China zu erhöhen. Mein Traum war ein Direktflug von Wenzhou nach Palermo, denn 90% der Chinesen, die in Italien leben, kommen aus dieser Stadt in China. Und im Gegenzug Touristen, die nach China reisen.
Die Bedeutung dieses Ereignisses liegt in einer Wirtschaft in China, wo der Staat sehr präsent ist und die Aktivitäten der Unternehmen lenkt. Als Präsident Xi sagte, dies sei ein schöner Ort und er hoffe, daß viele chinesische Touristen kommen werden, erhielt ich sofort einen Anruf von Ctrip, damit sie uns sagten, was wir wissen müssen und tun müssen, um mehr Chinesen nach Italien und Sizilien zu bringen. „Laßt uns mit den Fluggesellschaften, mit den Hotels usw. reden.“ Es gab also sofort eine Kaskade positiver Impulse, und darüber hinaus wurde das Image Italiens in den Köpfen der chinesischen Verbraucher sofort auf ein höheres Niveau gehoben.
Heftige Kritik
Nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung zur BRI wurden wir jedoch heftig kritisiert, und das ist auch in Ordnung so, denn es ist unsere Aufgabe, zu analysieren und dann Entscheidungen zu treffen, nachdem wir die Analyse durchgeführt haben – und nicht vorher, wie es jetzt in der EU geschieht.
Eine der ersten Kritiken war: „Oh, ihr seid das erste G7-Land in der EU, das die Absichtserklärung unterzeichnet, und das ist schlecht!“
Darauf habe ich geantwortet, daß wir nicht das erste G20-Land sind, das diese Vereinbarung unterzeichnet, nicht einmal das einzige NATO-Mitglied, das der Vereinbarung beigetreten ist, und nicht das einzige EU-Land, das der Vereinbarung beigetreten ist.
Ich erzähle Ihnen das, weil das Ganze etwas seltsam ist: Es gibt 13 oder 14 Länder, die an der BRI beteiligt sind und in der NATO wie auch in der EU und natürlich in der G20 sind. Aber worauf bezogen sich die Kritiker? Sie bezogen sich darauf, daß Italien das einzige solche Land in der G7 ist, die neben der G20, der EU und der NATO meiner Meinung nach die Organisation mit der geringsten Bedeutung ist – weil sie keinen rechtlichen Rahmen hat, weniger wichtig als die G20, die integrativ ist, weniger wichtig als die NATO, die Kriege führt, oder die EU, die Politik macht.
Die Behauptung, man dürfe nicht mit den Vereinigten Staaten verbündet sein oder mit der EU zusammenhängen oder man müsse unsere westlichen Werte opfern, um an der BRI teilzunehmen, halte ich für völligen Unsinn. Denn sie wird durch die Tatsache widerlegt, daß es weitere 13 Länder gibt, die sowohl in der NATO sind und verbündet sind, aber auch an der BRI teilnehmen.
Die andere Kritik war, Italien würde in die Schuldenfalle tappen. Ich habe 30 Jahre lang Finanz- und Wirtschaftswissenschaften studiert, und von daher weiß ich – das ist eine Analyse, die wir zuvor durchgeführt haben -, daß Schuldenfallen nicht in den G7-Ländern auftreten, den „Zwei-Billionen-Dollar-Volkswirtschaften“. Eine Schuldenfalle kann in Ländern wie Sri Lanka oder Malaysia auftreten, wo das Niveau der Kreditvergabe und das Niveau der Auslandsverschuldung im Verhältnis zum BIP gegenüber einem einzelnen Kreditgeber – das kann China sein, der IWF oder die Weltbank – hoch ist.
Aber im Falle Italiens, auch ein G7-Land, mit einer Wirtschaftsleistung von zwei Billionen Dollar, sind wir selbst dann, wenn China 10, 20, 30, 50 Milliarden investiert hätte, weit davon entfernt, auch nur in annähernd an die Schwelle einer Schuldenfalle zu kommen.
Die Kritiker haben also Probleme, die andere Länder hatten, aus Gründen, die mit der Art und Weise zusammenhängen, wie dort intern gewirtschaftet wurde, wie z.B. Sri Lanka, aufgegriffen und diese Probleme auf größere Volkswirtschaften übertragen. Das ist ein logischer Fehler.
Aber das ist das Narrativ, an das man sich gewöhnen muß. Denn die Argumente sehen anfangs vernünftig aus, aber dann werden sie extrapoliert und werden unlogisch, so wie bei der Schuldenfalle.
Einer der Kritikpunkte an der EU war auch, Italien würde alle seine Häfen an China verkaufen. Das ist erstens rechtlich gar nicht möglich, denn in Italien kann man Häfen nicht verkaufen, sie sind keine Aktiengesellschaften, anders als z.B. Piräus in Griechenland oder ein Terminal im Hamburger Hafen, das tatsächlich zu 25% an COSCO verkauft wurde.
Es ist also rechtlich unmöglich. Und zudem vergessen die Kritiker, daß China Investitionen in Griechenland hat, in Ägypten, Israel, Frankreich – Le Havre, Marseille –, Spanien – Bilbao, Valencia –, in Marokko, in Belgien Zeebrugge, in Holland Rotterdam, in Hamburg, im Vereinigten Königreich und auf Malta, im Grunde überall.
Warum sollte Italien das einzige Land sein, das den Strom von Containern nicht zu seinen eigenen Häfen im Mittelmeer leiten kann? Denn seien wir ehrlich, die europäischen Häfen konkurrieren untereinander. Eine Ladung, ein Container, der aus China oder einem anderen asiatischen Land kommt und den Suezkanal passiert, hat zwei einfache Möglichkeiten: Entweder er landet in einem Mittelmeerhafen, z.B. in Griechenland oder Italien, südlichen Häfen, die dem Suezkanal am nächsten liegen. Oder sie fahren weiter an Gibraltar vorbei in die Nordsee.
Insofern verstehe ich vollkommen, warum die deutsche, die französische und die niederländische Regierung gegen uns waren. Denn sie wußten, ein Container mehr im Hafen von Triest oder Genua bedeutet einen Container weniger in Rotterdam. Es ist ein Nullsummenspiel, man kann zwar kooperieren, um den Gesamtwert zu erhöhen, aber kurzfristig, im partiellen Gleichgewicht, ist es ein Nullsummenspiel, und wir konkurrieren miteinander, genau wie beim Exportwettbewerb. Eine Flasche französischer Wein mehr, die nach China geht, bedeutet eine Flasche italienischen Wein weniger, die nach China exportiert wird.
Warum Italien der BRI beigetreten ist
Ich habe Ihnen von der NATO und den anderen Ländern erzählt. Nun aber zu dem Grund, warum wir uns so entschieden haben: Der besteht darin, daß wir im speziellen Fall Italiens eine große, aber sehr zersplitterte Wirtschaft sind, die aus sehr kleinen Unternehmen besteht, aus vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) mit vielleicht 5, 6, 9, 10 oder 15 Mitarbeitern. Es gab etwa vier Millionen davon, zumindest vor COVID, jetzt immer noch mehr als 3 Millionen.
Diese KMU sind also nicht Siemens, Airbus, BASF, VW, Air France, Carrefour. Sie brauchen die Hilfe der Regierung, sie brauchen einen Schutzschirm, der sie über das Risiko informiert, in den chinesischen Markt einzutreten, der in der Tat sehr schwierig und komplex ist, weil sich die Zugangsregeln ständig ändern, und weil es nicht einfach ist, mit den großen, staatlichen chinesischen Unternehmen zu konkurrieren, und weil es ein kulturelles und Sprachproblem gibt.
Deshalb haben wir und ich persönlich Italien in die BRI hineingeführt, um meinen Unternehmen solchen Schutz zu bieten. Ich weiß, daß es riskant ist, in China Geschäfte zu machen, ich weiß, daß die Leute Angst haben, ich weiß, daß es viele Erfolgsgeschichten, aber auch viele Mißerfolge gibt. Und meine Pflicht als Regierungsmitglied war es, das Geschäftsrisiko zu senken und die Möglichkeit zu erhöhen, Geld zu verdienen.
Eine weitere Kritik war irgendwie lustig, bitte lachen Sie nicht: „Wenn Italien die Vereinbarung unterzeichnet, bedeutet das, daß die italienische Regierung kommunistisch wird!“ Nun, das ist natürlich nicht so. Das Memorandum besagt nicht, daß die italienische Regierung kommunistisch werden soll. So oder so, die Menschen können ihre Ansichten haben. Aber im Wortlaut dieses Abkommens, das wir ausgehandelt haben – ich habe viel persönlich mit meinem Kollegen in China verhandelt –, finden sich Formulierungen, die unseren „europäischen“ Werten sehr nahe kommen: Klimaschutz, Arbeitsschutz usw. So haben wir China gewissermaßen auf den „westlichen“ Stil gebracht, indem wir erfolgreich mit China verhandelt und uns auf diese Begriffe geeinigt haben.
Italiens BRI-Vereinbarung als Modell
In meinem Traumszenario war diese Absichtserklärung zur Gürtel-und-Straßen-Initiative, die Italien unterzeichnet hat, nicht der letzte Schritt, sondern der erste Schritt einer umfassenden Strategie, die ich im Sinn hatte, um sicherzustellen, daß Italien nur das erste G7-Land sein würde. Es gibt weitere 15 europäische BRI-Länder, aber ich wollte diese Absichtserklärung auch allen anderen Partnern zur Verfügung stellen – Deutschland, Frankreich –, damit auch sie von den Bemühungen und den mühsamen Verhandlungen profitieren konnten, die ich geführt habe, um sicherzustellen, daß China diese Dinge in die Absichtserklärung einbringt und sie auch auf EU-Ebene umsetzen kann.
Ich bin sogar nach Washington gereist und sagte dem US-Kollegen im Handelsministerium halb im Scherz und halb im Ernst – man weiß ja nie, ob man Glück hat: „Ihr solltet auch der BRI beitreten – schließlich gibt es ein Abkommen der ersten Phase, und wenn ihr eine zweite Phase wollt, dann könnt ihr das im Rahmen der BRI tun. In Asien und Afrika ist genug Platz für alle.“
Ich hatte nicht das Glück, daß die gesamte EU die Absichtserklärung unterzeichnet hat, aber zwei wichtige Länder haben sich Italien angeschlossen: die Schweiz und Luxemburg. Unterschiedliche Länder, unterschiedliche Volkswirtschaften, aber es hat politisch geholfen, daß ein Gründungsmitglied der EU, Luxemburg, und eine „offene liberale Demokratie“ wie die Schweiz die Absichtserklärung unterzeichnet haben. Das bot uns etwas politische Unterstützung.
Vor vier Jahren wußten wir noch nicht, daß die Migrationskrise von Afrika nach Europa ein Problem ist, bei dem es nicht nur um hunderttausend Migranten geht, die jetzt in Italien ankommen. Es geht auch nicht darum, wie wir diese Migranten unter Deutschland, Frankreich und den anderen Ländern aufteilen. Das Migrationsproblem besteht darin, daß sich z.B. die Bevölkerung Nigerias bis zum Ende des Jahrhunderts auf 400 Millionen verdoppeln wird, und die ganz Afrikas auf fast 3,8 Milliarden, so daß die einzige Lösung für uns Ökonomen darin besteht, Afrika wirtschaftliche und soziale Stabilität zu verschaffen.
Man muß es nicht mögen, mit wem man Geschäfte macht. Wir wissen, daß China, wie jedes Land, seine eigenen Interessen hat. China ist nicht der Weihnachtsmann, genausowenig wie Italien oder Amerika. Sie engagieren sich nicht in Afrika, um selbstlos zu helfen, sondern weil sie verstanden haben, daß man eine doppelte Grundlage braucht, wenn man einem Land dabei hilft, sich wirtschaftlich zu entwickeln: Einerseits tut man es aus ethischen Gründen, aber man muß auch Geld verdienen, sonst geht der ethische Aspekt sehr schnell verloren. Und das ist der Grund, warum China so klug ist, in Afrika zu investieren, mit einem Gesamtvolumen von 425 Milliarden Dollar an ausländischen Direktinvestitionen in Afrika.
Ich versuche jetzt, meiner Ministerpräsidentin Georgia Meloni und anderen in der Regierung zu erklären: „Georgia, wenn Sie die Migrationskrise wirklich lösen wollen, müssen Sie weiter mit China in Afrika zusammenarbeiten.“ Ich denke, es ist eine Kombination von Dingen, schließlich ist nichts perfekt auf der Welt. Aber ich stelle mir vor, wie Italien und vielleicht – hier komme ich auf meinen Traum zurück – mehr europäische Länder wie Frankreich und Deutschland mit China kooperieren. China bringt Geld mit, Fachwissen im Bauwesen, in der Infrastruktur und sogar bei der Migration vom Land in die Stadt. Chinas wirtschaftlicher Erfolg beruht auf drei Säulen: Migration, Infrastruktur und Verkehr für die Entwicklung. Wir unsererseits bringen ein wenig das Image des „Guten“ in Afrika mit, wir gleichen es aus, und ich denke, das könnte für beide Seiten ein erfolgreiches Spiel sein.
Ein praktisches Beispiel
Ich schließe mit einem praktischen Beispiel, denn ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler bloß auf dem Papier, sondern versuche, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Ich möchte Ihnen eine Reise zeigen, die ich letzte Woche zu einem realen BRI-Projekt unternommen habe. Es ging mit dem Zug von Shanghai zur Grenze zwischen China und Laos, dann zur Grenze zwischen Laos und Thailand und dann von der Grenze hinunter nach Bangkok. Ich habe also mit eigenen Augen gesehen, welche Vorteile die Entwicklung der Infrastruktur von Gürtel und Straße tatsächlich mit sich bringt.
Mit der Bahn von Shanghai nach Bangkok und zurück
Nach der Eröffnung der neuen, mit chinesischer Hilfe gebauten Eisenbahnstrecke durch Laos fuhr Michele Geraci die 3500 km lange Strecke mit der Bahn von Shanghai nach Bangkok. Seine mit dem Smartphone aufgenommenen Videos ermöglichen einen Vergleich der unterschiedlichen Standards.
Abb. 3a: Zug Vientiane-Bangkok (Thailand): keine Klimaanlage, alte Sitze, Durchschnittsgeschwindigkeit 50 km/h.
Abb. 3b: Zug Kunming-Vientiane (Laos), hoher Komfort, Durchschnittsgeschwindigkeit 120 km/h.
Abb. 3c: Zug Shanghai-Kunming (China), hoher Komfort, Durchschnittsgeschwindigkeit 240 km/h.
Abb. 4: Wartehalle des neugebauten Bahnhofs von Vientiane.
(Geraci zeigte dann ein kurzes Video, einen Vergleich zwischen dem thailändischen Zug ohne Klimaanlage und mit alten Sitzen von Bangkok bis zur Grenze zwischen Thailand und Laos und dem neuen, hochmodernen und komfortablen Belt-and-Road-Zug mit Klimaanlage und Computer-Ladevorrichtungen sowie sehr großen, modernen, sauberen und sicheren Bahnhöfen, siehe nebenstehenden Kasten.)
Von Shanghai bis zur Grenze mit Laos bei Kunming sind es 2400 km. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt dort 240 km/h, es sind etwa neun Stunden.
Wenn man in Thailand von der laotischen Grenze nach Bangkok fährt, fühlt man sich 50 Jahre zurückversetzt. Der Zug fährt 50 km/h, für 500 km braucht er zehn Stunden, es gibt keine Klimaanlage, es ist heiß.
Und dazwischen gibt es diese Magie: Da ist Laos, ein landeingeschlossenes Land, das sonst von der Entwicklung vergessen würde, dessen Pro-Kopf-BIP in der Größenordnung zwischen ein paar hundert und tausend Dollar pro Kopf liegt. Jetzt gibt es diesen Zug, der von China nach Thailand fährt und dabei Laos durchquert. Die Geschwindigkeit ist dort nicht so hoch wie die in China, nicht bis zu 300 km/h, sondern etwa die Hälfte, 150 km/h, durchschnittlich 120 km/h. Das ist die Hälfte dessen, was China bereits erreicht hat, aber das Doppelte dessen, was Thailand heute erreicht.
Und ich habe gesehen, daß der Ausbau der Infrastruktur jetzt Touristen aus China nach Laos bringt, mich eingeschlossen, mehr Entwicklung in der lokalen Wirtschaft, mehr Exporte, weil der Zug auch für den Transport von Waren nach China genutzt werden kann.
Das ist es, was ich zu tun versuche: eine Analyse aus theoretischer Sicht durchzuführen, um Fragen zu beantworten, anstatt das den Akademikern und der Regierung zu überlassen, damit wir den politischen Entscheidungsträgern Zahlen auf den Tisch legen können. Sie verstehen sonst nicht, was vor sich geht.
Ich möchte Helga (Zepp-LaRouche) und andere hier einladen, einige Exkursionen zu organisieren, an denen alle Interessierten, Unternehmen und Regierungen in Europa, teilnehmen können. Denn wir können zwar all diese Analysen auf dem Papier machen und sagen, daß die BRI gut ist. Aber glauben Sie mir, wenn man dorthin geht, sieht man selbst, wie die Menschen glücklich sind, es verändert völlig die Gesellschaft und die Art, wie die Menschen leben. Es ist nicht nur die „Hardware“, die Infrastruktur, sondern auch die „Software“: Das Denken ändert sich, der Lebensstandard und die Art, wie die Menschen ihre Aktivitäten ausführen, ändert sich. Das kann man nur verstehen, wenn man es selbst erlebt.
Das ist eine Initiative, die ich ins Leben gerufen habe: Reisen, die von europäischen Regierungen, Medien, Denkfabriken, Universitäten, allen Schichten unserer Gesellschaften organisiert werden, um in diese BRI-Länder zu reisen, um zu sehen, was dort wirklich passiert.
Und hier ende ich mit einem Slogan – erlauben Sie mir das, schließlich bin ich auch Politiker: Lieber Gürtel und Straße als eine Straße der Panzer. Und in diesen Zeiten von Krieg und Zerstörung brauchen wir wirklich Frieden, und ich wünsche unserem russischen Freund, daß er sich unserer Gemeinschaft in einer friedlichen Welt wieder anschließt.
– Dr. Hans-Joachim Lemke, Oberst (a.D.), Redakteur Kompass, Zeitschrift des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR: „Friedensgedanken aus der Sicht eines Ostdeutschen“
Dr. Lemke ist Redakteur von Kompass, der Zeitschrift des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR.
Sehr geehrte Teilnehmer dieser in der heutigen Zeit so nötigen Beratung.
Ausgangspunkt meiner Gedanken zu diesem Thema sind die Grundthesen der Konferenz des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden mit den Grundaussagen: Frieden mit Rußland – Dialog statt Waffen – Friedensinitiativen nur überparteilich erfolgreich.
Wir erleben in diesen Tagen das Ende der „regelbasierte Ordnung“, einer „Werte basierenden Außenpolitik“, „regelbasierten unipolaren Weltordnung“, bei der Vertreter des Westens, insbesondere der NATO-Staaten, dem „Rest der Welt“ vorschreiben wollen, wie sie zu leben, sich zu organisieren haben, wer ihr Freund sein darf und wer natürlich ihr Feind ist.
Begleitet wird diese Politik von Wirtschafts-, Finanz- und Medienkriegen, rechtswidrigen Sanktionen und Falschinformationen, dem Verhängen von Maulkörben für jeden, der anderes äußern will. Die Medien sind im vorauseilenden Gehorsam gegenüber dieser Politik „beispielgebend“.
Wie viele andere in Ostdeutschland hatte ich die Möglichkeit, in Rußland mit meiner Familie zu leben, dort zu studieren und zu promovieren. Acht Jahre waren eine lange Zeit, zumal wenn man nicht isoliert in einer Blase wohnt, sondern mitten in einem Moskauer Wohngebiet, um die Menschen, ihr Denken und ihre Gefühle kennenzulernen und zu begreifen, was sie bewegt.
Durch das Leben in der DDR geprägt, lehnt auch heute die Mehrheit der ostdeutschen Bevölkerung Waffenlieferungen in die Ukraine ab und fordert diplomatische Lösungen. Der Ministerpräsident Sachsens, Michael Kretschmer, ist einer der wenigen Politiker in Deutschland, der lautstark eine veränderte Politik gegenüber Rußland verlangt und als Lösung des Konfliktes und als ersten Schritt dabei das „Einfrieren des Konfliktes“ fordert.
Diese Haltung wird auch von vielen Militärangehörigen der ehemaligen DDR geteilt. So sind führende Generäle und Offiziere der DDR-Armee bereits 2015 im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag der Zerschlagung des Faschismus mit dem „Aufruf Soldaten für den Frieden“ an die Öffentlichkeit getreten. Erst neulich haben erneut zwei Generäle der ehemaligen NVA, Manfred Grätz und Sebald Daum, mit einem offenen Brief zu ihrer Überzeugung von der Notwendigkeit, den Frieden zu sichern und dabei keine einseitigen Verurteilungen Rußlands zuzulassen, für Aufsehen gesorgt.
Wie könnte eine neue Sicherheitspolitik unter diesem Aspekt aussehen?
Viele Konzepte liegen dazu auf dem Tisch, ein Ringen um Lösungsansätze hat eingesetzt, das gar nicht nötig wäre, wäre die Vereinbarung zwischen der Ukraine und Rußland vom März/April 2022 umgesetzt und nicht durch das Eingreifen von Boris Johnson, dem damaligen Premierminister Großbritanniens, im Auftrag der NATO-Führung verhindert worden.
Aus meiner Sicht sind folgende Ansätze besonders vielversprechend, die bereits neben anderen Punkten am 22. November 2022 von Helga Zepp-LaRouche dargelegt wurden:
1. Partnerschaft souveräner Nationalstaaten,
2. Umgestaltung des Finanzsystems,
3. Beendigung des Blocksystems in der Weltpolitik und Militärpolitik, wenn wir politische, wirtschaftliche und militärische Aspekte gebündelt sehen.
Der Konflikt in und um die Ukraine erweist sich aus meiner Sicht dabei immer mehr als Katalysator eines Prozesses der Abkehr der früher spöttisch „Dritte Welt“ genannten Staaten und Nationen vom Diktat der westlichen Industrieländer und ihren militärischen, finanziellen und politischen Armen – wie Weltbank, Weltwährungsfonds, NATO, EU, etc.
Der Versuch, Rußland von der Weltbühne zu verdrängen oder es zumindestens handlungsunfähig zu machen, um Potential für die Auseinandersetzung mit dem neuen Feind – China – frei zu machen, wird uns wahrscheinlich noch einige Zeit beschäftigen, weil damit auch der Kessel des US-amerikanischen Wahlkampfes angeheizt wird.
Mit Sorge sehe ich, daß unter der neuen Mannschaft in Berlin die Bundesrepublik Deutschland sich immer mehr als Kriegspartei etabliert. Waffenlieferungen, Geld, militärische Ausbildung sind davon nur ein Teil. Nach der Unterstützung des Überfalls der NATO auf Jugoslawien, der Heraustrennung des Kosovo aus dem Staatsverbund Serbiens, haben die gleichen Politiker den nächsten Schritt der Eskalation getan.
Man kann Rußland und der russischen Führung vieles im Zusammenhang mit den militärischen Aktivitäten in der Ukraine und besonders im Donbaß vorwerfen, aber nicht, daß darüber nicht offen gesprochen wurde. Nach dem Putsch auf dem Maidan, dem offenen Ausbruch der Russophobie der staatlichen ukrainischen Einrichtungen, warnte Rußland mehrmals, daß militärische Aktionen der ukrainischen Streitkräfte gegen die beiden selbsternannten „Volksrepubliken“ bevorstehen würden, und daß man gezwungen sei, zu reagieren. Das Völkerrecht verurteilt einen präventiv geführten Angriffskrieg, das Völkerrecht kennt aber auch einen „präemptiv“ geführten Angriffskrieg, dieser ist den OECD-Beobachtern dann tatsächlich auch gemeldet worden, die sich ja an der Konfliktlinie Ukraine – abtrünnige Landesteile befanden. Dort hatten ja von 2014 bis 2021 14.000 Einwohner des Donbaß ihr Leben durch den Einsatz der ukrainischen Armee verloren und die Ukraine hatte bis zu 300.000 Mann zusammengezogen, um diese „Volksrepubliken“ zu liquidieren. Ein Thema, das in unseren Medien nicht gerade ausgewälzt wurde.
Unter diesem Aspekt der Verhärtung der Positionen der Ukrainer und Rußlands ist es interessant, sich die Vorschläge der Volksrepublik China anzusehen.
Bei allen in ihnen enthaltenen Höflichkeiten des verbalen Ausdrucks lassen die am 24. Februar dieses Jahres publizierten 12 Punkte sich wie folgt zusammenfassen:
1. Keine zweierlei Standards im internationalen Recht anwenden,
2. Beachtung der Sicherheitsinteressen jedes einzelnen Landes,
3. Beendigung der Kampfhandlungen und Rückkehr zum Dialog,
4. Die Weltgemeinschaft soll dazu eine Plattform für Dialoge schaffen,
5. Beendigung der Sanktionspolitik des Westens.
Daß aus chinesischer Sicht dazu auch die Gewährleistung der Sicherheit der Kernwaffen und ihrer Trägermittel gehört, versteht sich von allein.
Positiv ist zu bewerten, daß aus dem Kreis der BRICS-Staaten Initiativen kommen, den Konflikt um die Ukraine diplomatisch lösen zu wollen, auch andere Staaten suchen nach Lösungen, wie die Konferenz in Kopenhagen vor wenigen Tagen zeigte. Vertreter westlicher Staaten, aber auch aus China, Indien, Brasilien und Südafrika, Teilnehmer der BRICS-Vereinbarungen, haben hier auf diplomatische Lösungen, beruhend auf grundlegenden Kompromissen, gedrängt, wie zu hören war.
Dabei wurde deutlich auf die Sicherheitsinteressen Rußlands verwiesen.
Dem vorausgegangen war die Studie „Avoiding a Long War“ der Rand-Corporation, in der die Ukraine dringend aufgefordert wurde, mit Rußland zu verhandeln. Dabei sehen auch die Amerikaner keine andere Möglichkeit einer Friedenslösung, als den russischen Truppen und damit der Russischen Föderation die Territorien zu überlassen, die sie bereits besitzt. Interessant ist für uns ja auch die Tatsache, daß sogar die Biden-Administration von diesen 20% ukrainischen Territoriums als Tribut für einen Frieden sprach, bevor dieser Vorschlag blitzartig wieder aus den Massenmedien verschwand.
Der dort enthaltene Gedanken eines Waffenstillstandes paßt natürlich einigen nicht in den Kram, da er ein „Einfrieren“ des Konfliktes eine Demarkationslinie à la der zwischen Nord- und Südkorea bedeutet und der Frieden damit ein De-facto-Zustand würde, bei dem man nichts verdient.
Auf russischer Seite bedeutet das auf andere Weise, sich von den Gedanken des „Brudervolkes“, des Panslawismus zu trennen und die Realitäten einer veränderten Welt vor ihrer Haustür anzuerkennen. Kritisch und wahrscheinlich nicht verhandelbar scheint mir für die Russische Föderation und ihre Führung die Frage der Bündnisneutralität der Ukraine und ihrer Nichtzugehörigkeit zu NATO zu sein.
Da alle Regimewechsel-Konzepte in Bezug auf Rußland und Präsident Putin nicht aufzugehen scheinen, wird man wohl mit ihm verhandeln müssen, wie die Südafrikaner gerade erst meiner Außenministerin verständlich gemacht haben.
Die unterschiedliche Position der Vertreter des Globalen Südens hängt vor allem davon ab, daß sie diesen Konflikt als etwas betrachten, das durch die Osterweiterung der NATO, die Einmischung des Westens in den Rußland-Ukraine-Konflikt, entstanden ist, ein Problem, das nur diplomatisch und nicht durch immer neue Waffen gelöst werden kann.
Wie könnte eine Lösung aus meiner Sicht aussehen? Ich will drei Punkte benennen:
1. Schaffung einer Waffenstillstandslinie, nach dem Muster der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea oder vergleichbar mit der Situation an der innerdeutschen Grenze bis zur Wiedervereinigung. Keiner anerkennt diese Grenze völkerrechtlich, alle respektieren sie aber!
2. Die Krim und alle gegenwärtig besetzten Gebiete verbleiben bei der Russischen Föderation, die sich aber von allen Panslawischen Illusionen verabschiedet und den Bestand der Ukraine als Staat garantiert, im Verbund mit anderen Ländern.
3. Die Ukraine bestimmt ihre gesellschaftlichen Strukturen autonom, ohne Druck von außen, wird kein NATO-Mitglied, bleibt aber vor der Gefahr der Zerschlagung zu einer „Restukraine“ bewahrt. Ich denke hier an die Gedankenspiele in polnischen, slowakischen, ungarischen und rumänischen Amtsstuben, unter dem Vorwand des Schutzes ihrer Bürger sich territorial an der Restukraine zu bedienen. Auch das müßte international durch Verträge mit den Anrainerstaaten abgesichert werden.
Sagen Sie bitte nicht: Das geht ja nun gar nicht! Es geht, wie uns die Geschichte belehrt.
Nach 30 Jahren blutigem Krieg aller Mächte – Jeder gegen Jeden – wurde 1648 der Westfälische Frieden besiegelt durch einen diplomatischen Trick. Der Kaiser schloß einen Friedensvertrag mit Frankreich, zugleich einen mit Schweden, beide Dokumente wurden aber als ein gültiger Vertrag von den drei Vertragsparteien dann als ein Dokument unterzeichnet.
Zur Wahrheit gehört aber auch, daß er nur zustande kam unter zwei in der Diplomatie neuen Bedingungen:
1. Verzicht auf die Aufrechnung aller Kriegsverbrechen, die alle beteiligten Seiten begangen hatten, und
2. Anerkennung der Souveränität, der Unabhängigkeit jeden Staates.
Vielleicht sollten unsere Diplomaten und Politiker mal wieder in das Lehrbuch der Geschichte sehen.
Werden die USA nach ihrem militärischen Scheitern gegen Rußland in der Ukraine die atomare Schwelle überschreiten?
Von Alain Corvez
Oberst a.D. Alain Corvez ist Berater für internationale Angelegenheiten und ehemaliger Berater des französischen Innenministeriums.
Präambel
Mit der Einladung der anderen G7-Länder (Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten) in die Märtyrerstadt Hiroshima vom 19. bis 21. Mai 2023 wollte Japan die Aufmerksamkeit der Welt auf die nukleare Bedrohung lenken, die durch den Krieg in der Ukraine noch verschärft wurde. Diese historische Initiative folgte auf den ehrgeizigen Plan zur nuklearen Abrüstung, den Japan auf der Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags (NVV) im August 2022 vorgestellt hatte. Aber die schließlich von der G7 verabschiedete Erklärung zur Nichtverbreitung von Kernwaffen und zur nuklearen Abrüstung enthält keine neuen Initiativen, sondern bekräftigt lediglich abgedroschene Dogmen.
Allerdings bekräftigt sie die von den fünf NVV-Atomwaffenstaaten im Januar 2022 abgegebene Erklärung, daß „ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf“.
Alles in allem hat der Gipfel ein endloses Kommuniqué hervorgebracht, das die übliche Heuchelei der von den USA angeführten westlichen Mächte illustriert, die zwar Friedenserklärungen abgeben, aber Kriege entfesseln, um Länder zu zerstören, die sich ihren Vorstellungen nicht unterwerfen.
Der Krieg der NATO gegen Rußland in der Ukraine
Heute will dieser Westen auf dem Territorium der unglücklichen Ukraine Rußland zerstören oder demontieren und damit eine enge Zusammenarbeit zwischen Westeuropa und seinem großen europäischen und asiatischen Nachbarn, in der die Amerikaner eine Bedrohung ihrer Vorherrschaft auf dem Kontinent sehen, verhindern. Wie Youssef Hindi in seinem jüngsten Buch erklärt, erreicht die tragische Blindheit der Europäer, die sich weigern, „Amerikas Krieg gegen Europa“ zu sehen, ein unerhörtes Ausmaß an Heuchelei und sogar Absurdität.
Rußland hatte wiederholt darauf hingewiesen, daß es nicht länger mit der ständigen Bedrohung durch strategische US-Atomraketen leben könne, die nur wenige Kilometer von seinen Grenzen entfernt stationiert sind, und daß es Maßnahmen ergreifen werde, um diese Situation zu ändern. In den Jahren 2020 und 2021 vervielfachte Rußland seine Vorschläge an den Westen, diese Bedrohung zu beseitigen, und als es keine Antwort erhielt, schlug es schließlich im Dezember 2021, als seine Geduld am Ende war, den Vereinigten Staaten und der NATO den Entwurf eines strategischen Vertrags vor, in dem sich beide Seiten verpflichten würden, die jeweils andere Seite nicht mit strategischen Atomwaffen zu bedrohen, die in einem Nachbarland installiert sind. (Eine Anspielung auf die Kubakrise von 1962 zwischen Kennedy und Chruschtschow.)
Wieder erhielt Rußland keine Antwort, und es kündigte am 20. Januar 2022 an, daß es technisch-militärische Maßnahmen ergreifen müsse, um die Bedrohung zu beseitigen, über die die NATO nicht zu diskutieren bereit sei.
Das ist es, was Rußland in der Ukraine tut, wo die Vereinigten Staaten und ihre blinden Verbündeten einer mächtigen Atommacht gegenüberstehen, die sich auf diese Konfrontation vorbereitet hat und vor Ort zeigt, daß der Westen nicht siegen kann, selbst auf Kosten der „letzten Ukrainer“, die zu Tausenden auf dem Schlachtfeld dezimiert werden. Die Weigerung der Amerikaner, diese Realität anzuerkennen, ist wirklich unrecht, denn sie führen dort mörderische Operationen durch und sabotieren alle Versuche einer Verhandlungslösung des Konflikts, die von der Türkei, Israel, China und Afrika vorgeschlagen wurden.
Die Eskalation der Waffenlieferungen läßt vermuten, daß die Vereinigten Staaten, die diesen makabren Tanz anführen, damit nicht vor den US-Wahlen 2024 aufhören werden, was uns näher an die nukleare Schwelle bringt, wo sie nur noch aus Angst vor der Zerstörung ihres Landes und des restlichen Planeten aufhören können.
Die tragische Konfrontation findet weit weg vom amerikanischen Kontinent statt, wo sie sich sicher fühlen, und bisher wurden nur ein paar Söldner getötet. Man könnte meinen, daß das Überschreiten der atomaren Schwelle nur den europäischen Kontinent betreffen würde. Aber das ist nicht der Fall. Diese tödliche Waffe führt ebenso wie ihr physischer Prozeß faktisch zu einer Spirale der Zerstörungskraft, die nicht mehr umkehrbar ist.
Es hat eine Reihe von Initiativen gegeben, um den Konflikt zu beenden, indem die Aufnahme von Verhandlungen vorgeschlagen wurde – darunter der Vorschlag von Helga Zepp-LaRouche, den Vatikan als unparteiischen Vermittler zu unterstützen. Die spirituelle Autorität des Papstes in der Welt kann die Nationen der Welt dazu bringen, sich auf einen Ansatz zu einigen, der darauf abzielt, in diesen Konflikt, der global geworden ist, etwas Menschlichkeit zu bringen. Diese Initiative ist ebenso ungehört verhallt wie diejenige Chinas oder jüngst diejenige der Afrikaner, die vom südafrikanischen Präsidenten vorgestellt wurde. Denn die Vereinigten Staaten verfolgen ihren verrückten Traum, die Welt weiterhin zu beherrschen und den Dollar als Weltwährung zu erhalten.
Eine neue Geometrie der Machtbeziehungen
Die Welt organisiert sich jedoch zunehmend, um eine neue Geometrie der Machtbeziehungen aufzubauen, wie eine internationale Konferenz in Teheran am 10. und 11. Mai gezeigt hat, an der Vertreter aus über 40 Ländern teilnahmen. Die multipolare Welt, die sich herausbildet, respektiert die nationale Souveränität der Staaten und kann eine freie Zusammenarbeit zwischen ihnen aufbauen, jenseits jeglicher Blockideologie, was sie nicht daran hindert, Vereinbarungen zu treffen, die auf gegenseitigen Interessen beruhen, wie die
– chinesische Gürtel- und Straßen-Initiative, die 2013 von Präsident Xi Jinping in Kasachstan ins Leben gerufen wurde;
– die BRICS (Brasilien, Rußland, Indien, China, Südafrika), ein Bündnis von Schwellenländern, deren Beitrag zum weltweiten BIP mit 31,5% heute größer ist als jener der G7, 30,7% (seit dem Beginn des Ukraine-Krieges sind 25 neue Länder BRICS-Beitrittskandidaten geworden);
– die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), die auch strategische Aspekte hat;
– und die Eurasische Wirtschaftsunion (EAEU), um nur die wichtigsten zu nennen.
In diesen Organisationen behalten die Nationen ihre volle Souveränität, im Gegensatz zur Europäischen Union, die zu einer Organisation geworden ist, die von Brüssel aus von nicht gewählten Technokraten gelenkt wird und vom Willen der Bevölkerung abgekoppelt ist.
Der größte Teil der Welt, gemessen an der Fläche, der Bevölkerung und den Energieressourcen, organisiert sich gegen die westliche Führung der Welt.
In dieser tektonischen Bewegung zur Neugestaltung der Welt könnte Europa eine herausragende Rolle spielen, aber es schließt sich selbst aus, indem es sich freiwillig dem Imperium der Vereinigten Staaten unterwirft, wie es der französische Schriftsteller Etienne de La Boétie in seinem „Diskurs über die freiwillige Knechtschaft“ aus dem 16. Jahrhundert beschreibt. Als Wiege einer der größten Zivilisationen der Welt wurde Europa aufgrund seiner christlichen Grundlagen zu einem Leuchtturm der Spiritualität, der philosophischen Aufklärung, der Wissenschaft und der Technologie. Malraux erklärte, daß diese Zivilisation, „die größte, die die Menschheit je gekannt hat, auf christlicher Transzendenz aufgebaut war“, sich nun aber in materialistischer Technologie aufgelöst hat.
Ist eine Wiederbelebung Europas möglich?
Dazu müssen die Nationen ihre Souveränität zurückgewinnen, die der einzige legitime Ausdruck des Willens ihrer Völker ist, das Fundament, auf dem sie im Laufe der Jahrhunderte aufgebaut wurden, angeführt von inspirierten und emblematischen Führern, die sie zum Erfolg geführt haben. Diese souveränen Staaten könnten sich dann organisieren, um mit ihrem riesigen östlichen Nachbarn, der so reich an Ressourcen ist, zusammenzuarbeiten, was ihnen auch eine Öffnung gegenüber Asien und insbesondere China bieten würde.
Aber die geopolitische Logik ist nicht das Vorrecht der Europäischen Union, die von den Vereinigten Staaten künstlich geschaffen wurde, um zunächst ein antisowjetisches und dann ein antirussisches Glacis auf dem Kontinent zu sein, dessen erklärtes Ziel es ist, die Nationen in ein seelenloses technokratisches Ganzes aufzulösen. Sie kann nicht der Akteur dieses Aufschwungs sein, im Gegenteil, sie ist sein eigentliches Hindernis. Der US-Dollar und der Materialismus eroberten die vom Zweiten Weltkrieg verwüsteten Westeuropäer, die in den Vereinigten Staaten den Meister der Weltfreiheit und des wirtschaftlichen Wohlstands sahen, unter dessen Vormundschaft sie sich gerne stellten, und nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Kommunismus übte er auf „die Länder Osteuropas“ die gleiche Faszination aus.
Jetzt hat die falsche amerikanische Kultur mit ihren sozialen Perversionen, die die Familie, das kulturelle Fundament der Gesellschaft, zerstören, den gesamten Kontinent erobert.
Die Bemühungen von Präsident Macron, eine Wende herbeizuführen, wie kürzlich in Beijing, sind zwar lobenswert, aber zum Scheitern verurteilt. Die europäischen Nationen müssen das Wesen ihrer Souveränität wiederentdecken, die sie nicht daran hindert, sich auf Projekte von gemeinsamem Interesse zu einigen – ganz im Gegenteil.
Es liegt im Interesse der europäischen Nationen und speziell Frankreichs, sich mit den großen Nationen der Welt auf der Grundlage gegenseitiger Interessen abzustimmen und zusammenzuarbeiten, angefangen mit Rußland, dessen Energieressourcen für Europa unverzichtbar sind, und mit China, das zur Werkstatt der Welt geworden ist und eine wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit anbietet, die vernünftig abgewogen werden muß. Europa sollte sich den Vereinigten Staaten nicht in dem Krieg anschließen, den die USA gegen China planen, einem Krieg, der nicht der unsere ist und der unseren Interessen schaden würde.
Gerade Frankreich hat wichtige Interessen im indopazifischen Raum, und wir müssen mit China über eine gerechte Verteilung unserer Einflüsse verhandeln und sogar an gemeinsamen Projekten in der Region arbeiten. China ist dazu bereit, aber nicht die EU. Deshalb hat Präsident Xi Jinping Präsident Macron eingeladen und Ursula van der Leyen, deren Anwesenheit er neben dem französischen Präsidenten hatte akzeptieren müssen, mit traditioneller chinesischer Finesse und Delikatesse gezeigt, daß er nicht an der EU interessiert ist.
Dank unserer zahlreichen Hochseeterritorien und der damit verbundenen Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) verfügen wir Franzosen mit über 11 Millionen km2 über das größte maritime Gebiet der Welt, noch vor den Vereinigten Staaten, und wir müssen über eine Marine verfügen, die in der Lage ist, unsere Souveränität über dieses riesige Gebiet durchzusetzen. Wir müssen uns also mit China einigen, um die Grenzen unserer wirtschaftlichen Interessen in den Zonen festzulegen, in denen es legitimerweise von unserer Nachbarschaft betroffen ist. Es hat keinen Sinn, unsere Fregatten ins Chinesische Meer und in die Straße von Taiwan zu schicken, wo wir nichts zu beanspruchen haben, außer China unnötig zu provozieren, um den Vereinigten Staaten zu gefallen, die ihrerseits hinter unserem Rücken verfahren, wie bei Antony Blinkens Äußerungen in Peking. Die brutale Aufkündigung unserer industriellen und strategischen Abkommen mit Australien im Sommer 2021, ohne Absprache, zugunsten eines strategischen AUKUS-Abkommens zwischen dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und Australien, sollte uns vor Augen geführt haben, daß ein souveränes Frankreich solchen „Verbündeten“ nicht das geringste Vertrauen entgegenbringen kann.
Verlassen wir uns nicht darauf, daß die EU unsere Übersee-Interessen verteidigt, die bei den Antipoden bedroht sind.
Schlußfolgerung
Das Zentrum der Welt verlagert sich unaufhaltsam nach Osten, und die aufstrebenden Mächte des Ostens, Afrikas und Lateinamerikas organisieren sich, um ihre internationalen Beziehungen auszubalancieren in einer Welt, in der die Vereinigten Staaten, obwohl sie weiter eine Großmacht sind und zweifellos bleiben werden, nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Vorherrschaft durchzusetzen, sondern die Interessen aller Seiten respektieren müssen. Es ist nun klar, daß die Mehrheit der Weltbevölkerung – ob sichtbar oder im Verborgenen – Rußland in seinem Kampf gegen die NATO unterstützt, und daß Nationen, die unter der gleichen Feindseligkeit leiden wie Rußland, wie insbesondere China, Iran, Syrien und Jemen, die Konsequenzen aus dieser Schwächung ziehen, ebenso wie diejenigen, die die Seiten gewechselt haben, wie Saudi-Arabien und mehrere BRICS-Länder, wobei Indien und die Türkei beide Seiten zu ihrem Vorteil ausspielen, aber mit Rußland freundschaftlich verkehren.
Die Welt strebt nach Frieden, auch wenn die Streitigkeiten zwischen den Nationen nicht verschwinden werden, sondern durch Diplomatie und gegenseitige Achtung der Interessen der Konfliktparteien beigelegt werden müssen. Die brutalen Kriege der Vereinigten Staaten, die bereits viele Länder verwüstet haben und die Welt weiterhin mit ihren 800 Militärstützpunkten bedrohen, müssen aufhören. Der jüngste Konflikt, den sie in der Ukraine gegen Rußland provoziert haben – indem sie es seit 1997 über die NATO-Stationierungen belogen und 2014 mit den falschen Minsker Vereinbarungen erneut belogen haben, mit dem erklärten Ziel, es zu zerstören oder zumindest zu schwächen, auf jeden Fall aber von Westeuropa abzuschneiden -, läßt darauf schließen, daß sie, wenn sie an der militärischen Front nicht gewinnen können, einen Atomkonflikt provozieren wollen, von dem sie fälschlicherweise glauben, daß sie ihn auf den europäischen Kontinent beschränken können. Wie ich bereits sagte, führt der Einsatz von taktischen Atomwaffen automatisch zu einem thermonuklearen Konflikt, der den Planeten zerstören würde.
In einer offiziellen Verlautbarung hatte Putin, der das Risiko dieser Eskalation kennt, als Antwort auf die amerikanischen Erklärungen über den möglichen Ersteinsatz taktischer Atomwaffen gesagt, er wäge diese Bedrohung ab, und auch Rußland könne taktische Atomwaffen einsetzen, über die es in größerer Zahl als der Westen verfüge, er sehe aber keine Notwendigkeit, dies als erster zu tun, und er präzisierte, Atomwaffen seien nur die ultimative Waffe für den Fall, wenn die Existenz des Landes bedroht ist. Westliche Journalisten haben seine Worte, obwohl sie klar waren, absichtlich verzerrt.
Die vernünftige Welt muß sich mobilisieren, um einen Atomkrieg zu verhindern, der automatisch global wäre. Alle Friedensinitiativen sind bisher von den Vereinigten Staaten abgelehnt worden. Ja, die europäischen Länder müssen sich mit Lateinamerika, Afrika und Asien zusammentun, um diesem Konflikt ein Ende zu setzen, indem sie seine Ursachen bekämpfen. Das ist die Zukunft der Welt.
In diesem Zusammenhang scheint die moralische und geistliche Autorität des Papstes, wie von Helga Zepp-LaRouche vorgeschlagen, der beste Vektor zu sein, um diese Friedensbewegung der internationalen Gemeinschaft zu fördern und zu unterstützen.
12:30 Uhr – Mittagspause
14:00-16:00 Uhr – Panel II
Warum es im strategischen Interesse der europäischen Nationen ist, mit dem globalen Süden zusammenzuarbeiten
Der Aufstieg des Globalen Südens gegen geopolitische Blöcke
Von Jacques Cheminade
Jacques Cheminade ist Präsident der Partei Solidarité & Progrès und kandidierte dreimal für das Präsidentenamt in Frankreich. (Übersetzung aus dem Französischen.)
Wir sind hier in Straßburg versammelt angesichts der Gefahr eines Weltenbrandes, der Gefahr, daß „die Menschheit sich eines Tages in einer monströsen Zerstörung selbst vernichten wird“. Heute erleben wir die ersten Anzeichen eines solchen Brandes in Europa und insbesondere in meinem Heimatland Frankreich.
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Razvan Orendovici (Flickr/cc-by-sa 2.0)
Das 1844 geschaffene Straßburger Gutenberg-Denkmal.
(Gutenberg_Denkmal-Strasbourg)
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Gerade in solch tragischen Momenten ist es wichtig, die Hoffnung wiederherzustellen. Deshalb möchte ich Ihnen zunächst die vier Flachreliefs am Sockel der Gutenberg-Statue zeigen (siehe Abbildung), die nur wenige Gehminuten von hier entfernt (in Straßburg) steht. Dieses 1844 geschaffene Werk trägt den Impetus der sozialen Emanzipation für alle Völker der Welt in sich. Sie werden Europa, Asien, Afrika und Amerika sehen, überall werden wir unserem Anteil an der Menschheit gerecht. Sie werden Schiller und Franklin finden, Konfuzius und Râm Mohan Roy, Erasmus von Rotterdam, Mahmud II. und Abbé Grègoire. Râm Mohan Roys politischer und geistiger Erbe war die aus dem indischen Bengalen stammende Familie Tagore, und im 20. Jahrhundert ist Rabîndranâth Tagore der vollendetste Ausdruck dieses Erbes. Xi Jinping zitierte in seiner Rede auf dem 23. Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) am 4. Juli „den großen indischen Dichter Rabîndranâth Tagore: ,Der Ozean der Gefahr, des Zweifels und der Verleugnung, der die kleine Insel der Gewißheit des Menschen umgibt, fordert ihn heraus, das Unbekannte zu wagen. Wir müssen dem Ruf unserer Zeit zum Handeln folgen.‘“
Inmitten des Sturms, hier und jetzt, ist dies der Aufruf, den wir von den Ländern des Globalen Südens und Ostens hören. An dem 23. SOZ-Gipfel nahmen Modi, Xi Jinping und Putin, Vertreter ostasiatischer Länder, Pakistan und das neue SOZ-Mitglied Iran per Videokonferenz teil. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Sicherheit, die Achtung der nationalen Souveränität und der Wunsch, den Handel schrittweise in nationalen Währungen statt in Dollar abzuwickeln.
Insgesamt waren Vertreter von über 40% der Weltbevölkerung anwesend. Nimmt man die Mitglieder der BRICS+ hinzu, so handelt es sich um mehr als 66% der Weltbevölkerung und, gemessen am Sozialprodukt in Kaufkraftparität, praktisch um den gleichen Prozentsatz in Bezug auf die Produktion von Sachgütern. Offensichtlich sind die westlichen Länder proportional in der Minderheit. Dieses Umkippen der Welt ist kein partielles oder vorübergehendes Phänomen, sondern eine globale Entwicklung.
Es ist eine Frage von Leben und Tod – der Kampf zwischen der malthusianischen, herrschsüchtigen Finanzoligarchie, die unsere westlichen Länder besetzt hält, und denjenigen, die überzeugt sind, daß die menschliche Gattung ein Recht auf Entwicklung hat, das von Lazare Carnot proklamierte Recht, „alle Individuen der menschlichen Gattung zur Würde des Menschen zu erheben“.
Die Länder des Globalen Südens haben klar erkannt, daß das Dumping von Falschgeld durch die Zentralbanken der G7-Staaten zur Anhäufung von fiktivem Kapital in Form von Schulden und Finanztiteln geführt hat, zum Nachteil ihrer Völker und Produzenten. Sie haben verstanden, daß dieser Neoliberalismus, der mit militärischen Mitteln und physischen Drohungen organisiert und geschützt wird, sie in die Falle der ständigen Verschuldung lockt.
Sie haben begriffen, daß der „Liberalismus“ des Washingtoner Konsenses, der ihnen die Freiheit der Finanzfüchse in ihren immer kleineren Ställen auferlegt, nicht mehr gilt, sobald es notwendig ist, öffentliche Gelder abzuzweigen, um die Besitztümer der Finanzoligarchie zu retten oder willkürlich die Vermögenswerte derjenigen einzufrieren, die sich ihr widersetzen.
Sie haben begriffen, daß der ihnen zugefügte Schaden, der Abbau ihrer sozialen Dienste und öffentlichen Sektoren, nicht aus Versehen oder Unachtsamkeit erfolgte, sondern mit dem bewußten Ziel, sie auszubeuten.
Sie haben verstanden, daß sie Opfer einer manipulierten Wirtschaft sind, in der der Dollar militarisiert und als Kriegswaffe auf sie gerichtet ist.
Daher ist es nicht verwunderlich, daß sie besorgt sind, und Wladimir Putin auf dem St. Petersburger Forum, das gerade vom 14. bis 17. Juni stattfand, sagt: „Heute werden rund 90% des Handels innerhalb der Mitgliedsländer der Eurasischen Wirtschaftsunion in Rubel abgewickelt, und 86% des Handels mit China wird in Rubel und Yuan abgewickelt. Das bedeutet, daß das schädliche neokoloniale internationale System nicht mehr existiert.“
Es sollte nicht überraschen, daß ihnen das russisch-chinesische Bündnis, das am 4. Februar 2022 eingeweiht wurde, als positive Option und als Chance erscheint, der transatlantischen Zwangsjacke zu entkommen. Und wenn Xi Jinping von der „gemeinsamen Zukunft der Menschheit“ spricht, sehen sie, daß China, ohne ihnen mehr oder weniger heuchlerische Moralpredigten zu halten, Brücken, Eisenbahnen, Dämme oder Häfen baut, und sehen so, daß den Worten Taten folgen. Selbst wenn das Erreichte unvollkommen ist, ist es für sie besser, etwas zu haben als das „westliche“ Fast-Nichts.
In diesem Sinne wandten sich der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa, der brasilianische Präsident Lula und der chinesische Premier Li Qiang auf dem Gipfel für einen Neuen globalen Finanzpakt, der am 22. Juni 2023 in Paris stattfand, jeweils an Emmanuel Macron und kritisierten die bestehenden Finanzinstitutionen und die Überreste der Bretton-Woods-Ordnung. Lula zerriß seine vorbereitete Rede, verurteilte die „Ungleichheiten“ in der Führung der internationalen Finanzinstitutionen und forderte eine neue Ordnung, die „den Bestrebungen der Welt entspricht“.
Diese Länder des Globalen Südens, so wird uns gesagt, seien nicht vereint und hätten kein gemeinsames Projekt. Zweifellos, aber sie haben eine gemeinsame Ablehnung. Sie haben verstanden, daß die westlichen Regierungen der Entwicklung Chinas mißtrauisch gegenüberstehen, weil sie in geopolitischen Kategorien von Freund und Feind denken und diejenigen fürchten, die ihre Privilegien in Frage stellen. Bei der wachsenden Zahl internationaler Treffen, über die die westlichen Medien so wenig berichten, werden Verbindungen außerhalb des Dollarsystems organisiert, das nicht einmal mehr eine amerikanische Währung ist, sondern das einer Finanzoligarchie, die über eine Marktwirtschaft ohne Markt herrscht. Das Schiller-Institut begrüßt diese Entwicklung als einen grundlegenden Schritt auf dem Weg zum Frieden durch gemeinsame Entwicklung.
Für diejenigen unter Ihnen, die es nicht wissen, weil es von der Art ist, über die westliche Medien nicht berichten, erklärte der russische Wirtschaftswissenschaftler Sergej Glasjew, Integrationsminister der Eurasischen Wirtschaftsunion, der jetzt die Umsetzung der Entdollarisierung organisiert, am 8. September 2022: „Es sind die von Lyndon LaRouche verfochtenen Prinzipien der physischen Ökonomie, die heute das chinesische Wirtschaftswunder untermauern und die Grundlage der indischen Wirtschaftsentwicklungspolitik bilden.“
Für diejenigen, die es nicht wissen: Helga Zepp-LaRouche, Präsidentin und Gründerin des Internationalen Schiller-Instituts, ist Lyndon LaRouches Ehefrau. Das bedeutet, daß der lange Kampf, den wir geführt haben und weiter führen, im Namen von LaRouches Konzept einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik geführt wird: die Erhöhung des Potentials für eine relative wirtschaftliche Dichte, eine begrüßenswerte Politik, die im Prinzip antimalthusianisch ist. LaRouches Konzept, das auf der menschlichen Fähigkeit beruht, neue physikalische Prinzipien zu erkennen, die angewandt werden in Form von Technologien, die mit weniger physischem Aufwand mehr produzieren, geht hinaus über die kurzfristigen Erscheinungen jener „Sinnesorgane, denen die Fähigkeit zu denken fehlt und die sich von äußeren Dingen besessen machen lassen“, wie Mencius, der geistige Erbe des Konfuzius, betont. Er fügt hinzu: „Solange wir beginnen, das Große zu bauen, wird die Kleinheit in uns nicht überwiegen.“
Das setzt natürlich die langfristige Vision voraus, die uns heute in unserer „Welt des Geldes“, der Währung und des unmittelbaren Scheins fehlt. Hören wir auf Tagore in seiner Religion des Menschen, vor oder vielleicht auch nach seinem Dialog mit Einstein: „Von allen Geschöpfen lebt nur der Mensch in einer grenzenlosen Zukunft. Unsere Gegenwart ist nur ein Teil von ihr. Ideen, die noch nicht geboren sind, Gedanken, die noch nicht geformt sind, regen unsere Vorstellungskraft mit einer Beharrlichkeit an, die sie für unsere Intelligenz noch realer macht als die Dinge um uns herum.“
Vor diesem Hintergrund haben sieben afrikanische Länder ihre Delegation von Vermittlern im Ukraine-Konflikt zusammengestellt. „Wir sind nicht als Bittsteller hier, wir werden nicht den einen oder anderen Kriegsteilnehmer um einen Gefallen bitten“, erklärte Cyril Ramaphosa, „wir wollen wichtige Akteure auf der Weltbühne sein.“
Der „Süden“ mischt sich also direkt und unabhängig in die Angelegenheiten des „Nordens“ ein, außerhalb der NATO. Unter der Schirmherrschaft Chinas erneuern Saudi-Arabien und der Iran ihre diplomatischen Beziehungen, am 26. und 27. Juli findet in St. Petersburg ein afrikanisch-russisches Gipfeltreffen statt, Indien verwendet chinesische Yuan und sogar VAE-Dirham, um Öl von Rußland zu kaufen, und selbst [der französische Ölkonzern] Total schließt einen Vertrag zwischen den Emiraten und China ebenfalls in Yuan ab. Emmanuel Macron bemüht sich um eine Einladung zum 15. BRICS-Gipfel, der vom 22. bis 24. August in Johannesburg stattfinden wird, aber das Mitgliedsland Rußland ist der Meinung, daß er dort als „Anhänger der NATO-Linie“ nichts zu suchen hat.
Der Aufstieg des Globalen Südens ist eine Chance für den Frieden
Die Welt verändert sich und wird multilateral. Die führenden Politiker des Westens werden sich dieser Tatsache langsam bewußt. Von ihnen ist kein Schritt in Richtung Frieden in der Welt zu erwarten, denn seine Grundlagen zu akzeptieren, hieße der Vorherrschaft der Oligarchie, der sie dienen, ein Ende zu setzen. Es ist also der Aufstieg des Globalen Südens, der eine Chance für den Frieden außerhalb der Logik der Blöcke bietet.
Wir haben gesehen, wie sich dies entwickelt, und wie notwendig es für uns Europäer ist, diesen Aufstieg zu verfolgen und seine Ursachen zu verstehen. Aber das ist natürlich nicht genug. Wir müssen unsere eigene nationale Souveränität und Unabhängigkeit wiederentdecken, gestärkt durch dieses Beispiel. Dies ist das erste der Zehn Prinzipien, die die Präsidentin des Schiller-Instituts für unsere Überlegungen vorschlägt. Es erfordert nicht nur einen Richtungswechsel in der Politik unserer Länder, sondern auch einen Wandel in uns selbst.
Frankreich, ja sogar die europäischen Länder allein können die Richtung einer Welt nicht ändern, die sich unter Bergen von Falschgeld und immer zerstörerischeren Waffen selbst zerstört. Wir müssen uns auf diesen planetarischen Süden stützen, damit wir nicht länger die Lieblinge einer tragischen Fratze bleiben und eine „Kriegswirtschaft“ uns erst zum Krieg führt – ein Krieg, der die nukleare Schwelle unserer Selbstzerstörung überschreiten wird, wenn wir die Wurzeln, die zu ihm führen, nicht ausrotten.
Das bedeutet, daß wir gemeinsam die neue Architektur des Friedens durch gegenseitige Sicherheit und Entwicklung definieren müssen, die die Länder des Globalen Südens zu Recht fordern. Das ist eine Kraft, ohne die wir angesichts der ineinandergreifenden Produktions- und Wertschöpfungsketten der heutigen westlichen Länder die Richtung nicht ändern können. Diese Stimme sollte mein Land [Frankreich] zusammen mit China, der SCO und den BRICS in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen tragen! Wir haben weniger Ausreden als andere, denn wir sind das einzige Land in Westeuropa, das keine amerikanischen Stützpunkte hat und noch einige Zeit über eine unabhängige militärische und zivile Nuklearindustrie verfügen wird.
Um einen künftigen Krieg zwischen den Blöcken zu vermeiden, selbst wenn wir der gegenwärtigen Bedrohung entgehen, müssen wir die wirtschaftliche, politische und kulturelle Ausrichtung aller Länder der atlantischen Welt ändern: indem wir unseren Völkern begreiflich machen, daß sie in unseren Staaten den gleichen Schaden erleiden wie den, aus dem die Länder des Globalen Südens sich zu befreien versuchen.
Weltbürger, vereinigt euch! Dies setzt jedoch voraus, daß wir uns bemühen, unsere Neugier und unsere Vorstellungskraft anzuregen, um das Unbekannte zu erforschen, ohne die Faszination von Gewalt oder Unterwerfung: die Fähigkeit eines jeden Bürgers, dem kollektiven Interesse Vorrang vor dem persönlichen Interesse einzuräumen, damit die Fortschritte im Weltwissen, die Ausdruck unserer Souveränität sind, zu einer höheren Ebene führen können, auf der das Zusammenfallen von Gegensätzen zur Auflösung der Dissonanzen wird.
Das ist es, was ich dachte, als ich, hin und her gerissen zwischen der französischen und der argentinischen Kultur, in meiner Kindheit auf das [Sternbild] Kreuz des Südens blickte, um ein Jenseits zu finden, das beide umfaßt, ohne eine von beiden zu verraten.
Laßt uns das Unbekannte wagen, damit die Schönheit der Welt nicht zerstört wird!
Planung für Integration, Zusammenarbeit und Wachstum mit den BRICS: Fehler und Risiken
Von Julio Miguel de Vido
Julio de Vido war Bundesminister für Planung, öffentliche Investitionen und Dienstleistungen (2003-2015) in Argentinien in den Regierungen von Nestor und Cristina Kirchner.
Ich möchte meinen Vortrag mit dem Titel „Planung für Integration, Zusammenarbeit und Wachstum mit den BRICS: Fehltritte und Risiken“ beginnen, indem ich zunächst dem Schiller-Institut, Helga Zepp-LaRouche und Dennis Small für die Ehre danke, zu dieser Konferenz eingeladen worden zu sein.
Ich habe mir einige Gedanken gemacht über das Arbeitspapier von Dennis Small und Mary Jane Freeman mit dem Titel „Einige grundlegende Lehren von Lyndon LaRouche für den Übergang zu einem neuen Weltfinanzsystem“.1 Hier ist mein Beitrag zu diesen Überlegungen.
Das Verschwinden des globalen Finanzsystems, wie wir es heute kennen, hängt vom Erfolg der BRICS ab, die als Möglichkeit gedacht sind, eine Plattform für die interkontinentale Integration von Volkswirtschaften zu schaffen, die paradoxerweise als Vorteil große natürliche Ressourcenreserven und eine entscheidende Rolle in der globalen Versorgungskette (Energie, Nahrungsmittel, Wasser und Artenvielfalt) haben; und als Nachteil, daß sie real oder potentiell sehr mächtige Volkswirtschaften zusammenbringen, aber sehr ungleiche. Ein einfacher Blick auf die soziale Landschaft vieler dieser Länder liefert den Beweis für diese Asymmetrien.
Daher bin ich der Ansicht, daß es neben der Agenda, ehrlich zu sein und zum Krieg zwischen der Ukraine und Rußland Stellung zu beziehen, und der Agenda der Vorherrschaft selbst, die die Abhängigkeit vom Weltfinanzsystem (dank Organisationen wie der NATO) aufrechterhält, notwendig ist, diese Plattform für die Integration, die die BRICS darstellen, mit Blick auf und unter Berücksichtigung der souveränen Ansichten dieser Länder aufzubauen und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit, zu Handelsbeziehungen und Definitionen in außenpolitischen Fragen, die damit einhergehen, zu verbinden.
Wir befinden uns heute in einem „empfindlichen Gleichgewicht“.
Es gibt viele unter uns, die der Notwendigkeit einer neuen Art der Beteiligung an den Institutionen der Global Governance zustimmen, insbesondere unter den Ländern, die eine gemeinsame Geschichte des Kampfes gegen Imperialismus, Kolonialismus, Ausbeutung und Unterentwicklung teilen. Aber es gibt viele Fehltritte und Risiken, wenn die Außenpolitik und die Eingliederungsstrategien in ihrer Charakterisierung nicht klar und unberechenbar sind. Darüber hinaus müssen die Vereinbarungen und Verpflichtungen zur Vertretung des sogenannten „Globalen Südens“ innerhalb der einzelnen Länder – derjenigen, die heute die BRICS bilden, und derjenigen, die wie Argentinien diesem Block beitreten wollen – ausgewogen und fest sein.
Der historische Moment und der Kontext sollten uns heute ermutigen.
Dennis Small schreibt: „Die einzige Möglichkeit, den Konflikt von Argentinien, Brasilien und den BRICS mit dem IWF dauerhaft zu lösen, besteht darin, Chinas Gürtel- und Straßen-Initiative in der Region aktiv voranzutreiben. „Die Bagger müssen loslegen“ und mit dem Bau des langerwarteten Biozeanischen Eisenbahnkorridors quer durch den Kontinent beginnen, und das auf der Grundlage milliardenschwerer Kreditlinien, die nicht in Dollar ausgestellt sind.“
Ich möchte hier daran erinnern, daß Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Uruguay und Venezuela – damals unter der Führung von Néstor Kirchner, Evo Morales, Lula da Silva, Rafael Correa, Nicanor Duarte Frutos, Tabaré Vázquez und Hugo Chávez – im Jahr 2007 die Gründungsurkunde der Banco del Sur (Bank des Südens) unterzeichnet haben, deren Ziel es ist, die wirtschaftliche und soziale Integration der Mitgliedsländer der UNASUR (Union Südamerikanischer Nationen) zu entwickeln, zu fördern und zu unterstützen.
Die Gründung dieser Bank des Südens war Teil der gemeinsamen Verpflichtung, eine neue regionale Finanzarchitektur zu schaffen. Es war eine Möglichkeit, zu verhindern, daß nationale Ersparnisse in höher entwickelte Volkswirtschaften abfließen, anstatt in regionale Projekte investiert zu werden. In gewisser Weise war es für uns ein erster Schritt, um aus der damaligen Finanz- und Handelsglobalisierung auszusteigen und um Investitionen wiederzubeleben, Asymmetrien zu korrigieren und eine integrierende Infrastruktur zu entwickeln. Kurz gesagt: Das Ziel war es, die Verwundbarkeit unserer Region gegenüber dem Ausland zu mildern.
Leider müssen wir heute feststellen, daß der regionale Block UNASUR gescheitert ist. Der nicht kooperative technisch-administrative Überbau in den ersten Jahren des Bestehens von UNASUR hat mit seinem Zögern die Tür für eine Neuordnung der Kräfte geöffnet, die sich bis 2011 aufgrund der politischen Veränderungen in der Region auf den Integrationsprozeß und natürlich auf das Projekt der Bank auswirkte.
Die Bemühungen und der politische Wille vieler von uns, die über Erfahrungen in der Regierungsverwaltung verfügen, die Hegemonie der USA zu brechen und sich voll und ganz auf den Multilateralismus und eine Veränderung der internationalen Ordnung einzulassen, müssen darauf abzielen:
Erstens: Definieren, was wir unter dem Globalen Süden verstehen. Ich halte es für notwendig, das Thema anzusprechen. Heute kennen wir das Potenzial der G7, deren Anteil an der Weltbevölkerung gering ist (10%) und deren wirtschaftliche Größe 31% des weltweiten BIP beträgt. Wir kennen das Potenzial der BRICS, die einen hohen Bevölkerungsanteil (40% der Weltbevölkerung) und eine wirtschaftliche Größe von 24% (gemessen am Welt-BIP) aufweisen. Die offene Frage ist, wie ihr geopolitisches Gewicht einzuschätzen ist, um gemeinsame Positionen in Bezug auf das Funktionieren der Weltpolitik und der Weltwirtschaft festzulegen, um zu der G7, die heute die Industrieländer umfaßt, durch die BRICS, die sich aus Ländern zusammensetzt, die sich aufgrund der Unterwerfung unter die „Vorschriften“ der multilateralen Kreditinstitute in einer politischen und wirtschaftlichen Krise zu befinden scheinen, ein Gegengewicht zu schaffen.
Zweitens: Dringend die gemeinsamen Schwachstellen der Volkswirtschaften des globalen Südens angehen. Wir haben gesehen, daß die sogenannte Agenda 2030, die die Vereinten Nationen als Teil der Weltordnung auferlegt haben, in diesen Ländern als Fehlschlag gewertet wird. Ich spreche von Armut, Ungleichheit und Klimawandel. Wie in der Agenda dargestellt, wurde die „nachhaltige Entwicklung“ übertrieben. Infolgedessen und um ein Beispiel zu nennen: Der Extraktivismus als grundlegendes Instrument für die Konzentration von Reichtum, der die Entwicklung einschränkt, und auch für den Export natürlicher Ressourcen, der in meinem Land ein Weg ist, Dollar zu erhalten, um die Schulden beim IWF zu bezahlen, sind eindeutig sehr gefährliche Handlungsweisen unter Mißachtung der nachhaltigen Entwicklung (ökologisch und sozial).
Diese Anerkennung der Realität innerhalb der Länder sollte die Plattform sein, von der aus die BRICS auf den globalen wirtschaftlichen Aufschwung hinarbeiten, den wir von dort aus anführen wollen, um diese aufstrebenden Volkswirtschaften auf den Weg der Entwicklung und der Selbstversorgung zu bringen. Zusammen mit der Art von Vorschlägen, die in diesem Forum analysiert werden, wird uns dies die Definition einer Neuen Weltordnung ermöglichen.
Ein solcher Vorschlag lautet – um Small und Freeman zu zitieren, wenn sie die Notwendigkeit einer neuen Währung aufzeigen:
„In der neuen Währung müssen produktive Kredite ausgegeben werden, um große Entwicklungsprojekte in und zwischen den teilnehmenden Ländern zu finanzieren, wobei der Schwerpunkt auf Wissenschaft und fortgeschrittenen Technologien liegen muß, um die physischen Volkswirtschaften schnell anzukurbeln und damit die einzig mögliche solide Grundlage für den Wert und die Stabilität der neuen Währung zu schaffen.“
Vor diesem Hintergrund müssen wir eine neue internationale Ordnung ins Leben rufen, die wirklich inklusiv, gerecht, fair und nachhaltig ist; die es ermöglicht, Reformen in den Bereichen Energie, Verkehr und Infrastruktur zu vereinbaren und zu planen, die größtmöglichen Investitionen der BRICS in die Volkswirtschaften ihrer Partnerländer zu tätigen, um das Wachstum der lokalen Industrie in jedem von ihnen zu ermöglichen, sowie eine echte Verbesserung der Indikatoren der Leitlinien der Agenda 2030 und eine kontinuierliche Verbesserung des Außenhandels und des Marktzugangs.
Kurzfristig muß die BRICS-Plattform den Mitgliedsländern dabei helfen, ihre Schulden bei den multilateralen Kreditinstituten zu begleichen, indem sie das Wachstum jedes einzelnen Landes, die Schaffung echter Arbeitsplätze und die Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Einwohner unterstützt; und langfristig müssen neue Finanzierungsmechanismen außerhalb dieser Institutionen und der Mandate der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten geschaffen werden.
Meines Erachtens ist dies der Weg, um die neue Weltwirtschaftsagenda auf den Weg zu bringen, so daß das Weltfinanzsystem, wie wir es heute kennen, verschwindet und die BRICS ein Gegengewicht in der globalen Geopolitik unter den Bedingungen des Respekts des Westens für den sogenannten „Globalen Süden“ schaffen können.
– Patricia Lalonde, ehemalige Abgeordnete des Europäischen Parlaments, assoziierte Forscherin am Institut Prospective et Sécurité en Europe (IPSE): „Syrien, Grund zur Hoffnung“
Patricia Lalonde ist ehemaliges Mitglied des Europäischen Parlaments, Vizepräsidentin von Geopragma und Forscherin am Institut Prospective et Sécurité en Europe (IPSE).
Seit sieben Jahren steht das syrische Volk hinter seinem Präsidenten Baschar el Assad und sieht sich einem Angriffskrieg gegenüber, der von den drei westlichen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats inszeniert und von einer Koalition unterstützt wird, die sich „Freunde Syriens“ nennt (120 Mitglieder im Jahr 2001, ein Dutzend im April 2012).
Es war ein uneingestandenes, aber voll und ganz akzeptiertes Bündnis mit den Islamisten. 400.000 mehr oder weniger gemäßigte Dschihadisten strömten aus allen Ecken herbei, um als „Stellvertreter“ des Westens an diesem „heiligen Krieg“ teilzunehmen… All das natürlich im Namen der „Menschenrechte“ im Gefolge des Arabischen Frühlings, der im Wahn des „Regimewechsels“ Demokratie bringen sollte…
Die syrische Armee hat viereinhalb Jahre lang tapfer durchgehalten, natürlich mit Hilfe ihrer regionalen Verbündeten und der von der syrischen Regierung geforderten Intervention Rußlands, die die Situation umkehrte und im September 2015 den Beginn des Rückzugs dieser islamistischen bewaffneten Banden markierte.
Das Jahr 2018 sollte den politischen und militärischen Sieg von Baschar el Assad markieren.
Diese unglaubliche Niederlage des Westens gegen die syrische Armee hat dazu geführt, daß sich das syrische Volk hinter seinen Präsidenten gestellt hat.
Ich bin gerade von einer Reise nach Damaskus und Umgebung zurückgekehrt, die von der Vereinigung France Syria organisiert wurde und bei der wir mit zivilen und religiösen Behörden, Diplomaten, dem Kulturminister, humanitären Helfern und Journalisten zusammengetroffen sind. Alles, was wir gesehen und gehört haben, erregte bei uns einerseits Empörung über das Leid des syrischen Volkes, andererseits volle Bewunderung für dieses stolze Volk.
Das syrische Volk ist in der Tat unglaublich widerstandsfähig und stolz darauf, Widerstand geleistet und gesiegt zu haben. Die Männer und Frauen, die wir treffen konnten, waren alle von höchster Qualität und Kompetenz und haben offen ihre Meinung gesagt.
Wir waren beeindruckt von ihrer religiösen Toleranz. Denn das syrische Volk hat gelitten: 500.000 Tote, zwei Millionen Verwundete und Krüppel, sechs Millionen Vertriebene, die auf die Straße geworfen wurden. Und natürlich nicht zu vergessen die Opfer des Erdbebens vom Januar dieses Jahres.
Damaskus wurde komplett wieder aufgebaut: die Umayyaden-Moschee, die Kirchen, das Damaskus-Museum – alles wurde neu gestaltet und läßt uns den Terror vergessen, den die von den Islamisten gejagten Christen erlebt haben.
Diese armen Nonnen, die mehrere Monate lang von Daesh (ISIS) entführt worden waren und sich in Maloola trafen, waren Zeugen davon. Die Stadt ist sauber. In den Straßen machen viele Generatoren den Stromausfall wett.
Syrien ist wieder der Herr seines Schicksals.
Italien und Griechenland haben ihre Botschaften wieder eröffnet, und mit Deutschland und Spanien sind Gespräche im Gange. Es ist zu hoffen, daß Frankreich diesem Beispiel folgen wird, denn der Weg nach Damaskus könnte für unsere künftigen Beziehungen zum Nahen Osten unverzichtbar und notwendig werden. Die Wiederaufnahme des Landes in die Arabische Liga, trotz des anfänglichen Widerwillens einiger Länder wie Katar, markiert den Beginn einer neuen Ära für Syrien, ob es dem Westen gefällt oder nicht.
Die Europäische Union, ein schlechter Verlierer, zuckte zusammen, und unsere französische Außenministerin Catherine Colonna wagte es, eine Erklärung abzugeben, in der sie die Entscheidung anprangerte… aber niemand schenkte ihr noch Beachtung. Das historische Abkommen zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien unter der Schirmherrschaft Pekings war ein weiterer Schock für den Westen.
Seitdem haben sich die Ereignisse überschlagen: Unmittelbar danach wurde eine chinesische Delegation in Damaskus empfangen, um über den Wiederaufbau zu sprechen; im Oman wurden Geheimverhandlungen zwischen Syrern und Amerikanern aufgenommen, ein Beweis für die Verwirrung der Amerikaner und ihre Angst, im Nahen Osten abgelöst zu werden. Der Abzug der ausländischen und vor allem der amerikanischen Truppen steht zweifellos im Mittelpunkt der Verhandlungen.
Iran, Rußland und die Arabische Liga drängen der Region nun ihre Agenda auf. Auch im benachbarten Libanon überschlagen sich die Ereignisse. Die Hisbollah, mit der man inzwischen rechnen muß, verhandelt mit Saudi-Arabien über die Unterstützung für die Wahl von Sleiman Franjie, einem Kandidaten für die bevorstehenden Wahlen, der sich für eine dringend benötigte Aussöhnung mit dem syrischen Regime einsetzt.
Der französische Präsident war zunächst dafür, aber es scheint, daß er unter Druck geraten ist. Und die Entsendung unseres ehemaligen Außenministers Jean-Yves Le Drian dürfte die Lage auch nicht gerade erleichtern. Aber ohne die Wahl eines neuen Präsidenten im Libanon abzuwarten, versuchen Damaskus und Beirut die Probleme zu lösen.
Der Beweis dafür ist das Treffen zwischen dem für syrische Vertriebene zuständigen Minister und seinem libanesischen Amtskollegen, der für Flüchtlinge zuständig ist, in Damaskus. Sie einigten sich darauf, zu versuchen, die durch syrische Flüchtlinge verursachte schwere Krise in Libanon zu überwinden. Es wurde vereinbart, eine erste Welle von 180.000 Flüchtlingen so schnell wie möglich zurückzuführen.
Die Europäische Union hatte sich unnachgiebig bemüht, die Rückkehr der Syrer in ihr Heimatland zu verhindern, und es vorgezogen, ihnen im Libanon Hilfe zu leisten.
Während die Länder der Arabischen Liga und China beim Wiederaufbau des Landes helfen werden, geht die Europäische Union zögernd vor, um sicherzustellen, daß die humanitäre Hilfe nicht über das syrische Regime läuft, und zieht es vor, ihren „Deal“ mit der islamistischen HTC (Hayat Tahir al Sham) in der Provinz Idlib fortzusetzen.
Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Martin Griffith, der (nebenbei bemerkt) auch Sonderbeauftragter für den Jemen war, als der unter einer der schlimmsten humanitären Krisen litt, kämpft bei der UNO dafür, daß diese Hilfe über die Türkei in den Nordwesten Syriens gelangt, ohne über die Behörden in Damaskus zu laufen. Dabei leben die meisten
Syrer in den Regionen, für die diese zuständig ist, und brauchen Hilfe.
„Humanitäre“ Heuchelei!
Die Sanktionen, die seit Beginn des Krieges gegen Syrien verhängt wurden und trotz des Erdbebens fortbestehen, wirken sich auf die syrische Bevölkerung aus. China fordert eine Verstärkung der humanitären Hilfe und die Aufhebung der illegalen Sanktionen gegen Syrien. Wir hatten Gelegenheit, in Damaskus einen jungen Amerikaner zu treffen, der Leiter einer NRO ist, deren Ziel es ist, die Sanktionen zu umgehen und das Geld direkt an die syrischen Behörden weiterzuleiten.
Einige Länder, wie Italien und Griechenland, haben sich nicht an die europäischen Anweisungen gehalten.
Archäologen stehen bereit, um dieses unglaubliche Erbe wieder zum Leben zu erwecken. Palmyra wurde wiederaufgebaut. Eine Delegation australischer Bischöfe besucht derzeit Gotteshäuser und archäologische Stätten in Aleppo.
Es ist zu befürchten, daß die europäischen Länder in ihrer Haltung zu Syrien gespalten sein werden, während gute Beziehungen zu Syrien das Tor zu den Beziehungen zum Nahen Osten und zum Globalen Süden sind.
Von Frankreich hoffen wir, daß es sich plötzlich der Fehler bewußt wird, die es gemacht hat, und der Zeit, die es verschwendet hat. Die syrischen Offiziellen, die wir getroffen haben, waren sich einig: Sie wollen keine Rache für unsere Zurückweisung.
Das syrische Volk will, daß die Tortur ein Ende hat; es will sein Land wieder aufbauen.
Einige europäische Länder sowie Länder der arabischen Welt eröffnen wieder ihre Vertretungen in Damaskus und richten Kooperationsbudgets ein, während Frankreich nur noch einen französischen Vertreter für Syrien hat.
Wir dürfen uns nicht taub und blind stellen, wenn sich im regionalen Umfeld des Landes alles verändert hat.
Die internationale Gemeinschaft hat sich in zwei Gruppen von Feinden gespalten, die sich gegenseitig „ausspähen“ und sich in einer globalen Konfrontation miteinander messen: der Westen, dominant und selbstbewußt, eine sehr kleine Minderheit, und auf der anderen Seite der Rest des Planeten, die große Mehrheit der Völkergemeinschaft, die versucht, ihren rechtmäßigen Platz einzunehmen.
Syrien hat sich einen Platz im Feld der Sieger erobert und wird sich für den Wiederaufbau in erster Linie an sie wenden, aber auch an die reuigen arabischen Länder und einige europäische Länder, die ihre Beziehungen nicht abgebrochen haben: die Tschechische Republik, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, Zypern, Italien und Griechenland.
Frankreichs Beziehungen zu Damaskus und zum Nahen Osten könnten uns davor bewahren, im Lager der Arroganz zu verharren, in einer Zeit, in der die Welt mehr denn je Bescheidenheit und Solidarität braucht, um die zahlreichen Herausforderungen zu bewältigen, die sich aus der weltweiten Armut und den durch den Klimawandel verursachten Umwälzungen ergeben.
Die Zeit läuft ab, und Syrien, das nach dem Ersten Weltkrieg, als das Osmanische Reich zerfiel, unter französischem Mandat stand, ist im Begriff, zum Dreh- und Angelpunkt des Nahen Ostens und der arabischen Welt zu werden. Es wird endlich in der Lage sein, seinen Platz im Herzen der Geschichte einzunehmen. Lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen, uns wieder mit ihr zu verbinden.
Die Menschheit und Afrika brauchen die Wissenschaft
Von Dora Muanda
Dora Muanda ist Lehrerin und Biologin sowie wissenschaftliche Leiterin der Kinshasa Science and Technology Week in der Demokratischen Republik Kongo.
Die Menschheit braucht Afrika, Afrika braucht die Wissenschaft, und ich möchte hinzufügen: die Wissenschaft braucht Frauen.
Nicht, daß es in Afrika keine Wissenschaft gäbe; nicht, daß es keine Frauen in der Wissenschaft gäbe. Aber in beiden Fällen gibt es nicht genug von ihnen, und in beiden Fällen mangelt es an Sichtbarkeit. Der Beweis ist, daß weniger als ein Prozent aller wissenschaftlichen Produktionen und Veröffentlichungen weltweit aus afrikanischen Ländern stammen.
Aber die Gesundheits-, Umwelt- und Klimakrise zeigen deutlich, wie komplex und miteinander verbunden die Herausforderungen sind. Unabhängig davon, wie groß die Herausforderung für die Menschheit ist, brauchen wir alle Perspektiven möglicher Lösungen. Auf die Erfahrung, das Wissen und das Know-how des südlichen Teils des Planeten zu verzichten, ist ein Luxus, den wir uns einfach nicht mehr leisten können, wenn wir nachhaltige Lösungen schaffen wollen, in der sich alle Menschen entwickeln können. Wenn wir die Vision haben, die sich hinter dem Wort „Entwicklung“ verbirgt, müssen wir erkennen, daß Wissenschaft und Technologie nach wie vor ein mächtiger Hebel für den Aufstieg einer Nation sind. Im Jahr 2023 wird sich jede Nation, die ihre Technologien nicht beherrscht, selbst ins Bein schießen.
Was kann man konkret tun, insbesondere, wenn man zu der dreifachen Minderheit gehört, nämlich Afrikanerin, Schwarze und Wissenschaftlerin zu sein?
Mein Name ist Dora Muanda, und ich leite die Wissenschafts- und Technologiewoche in der Demokratischen Republik Kongo. Dies hier (Abb. 1) ist das Logo der Veranstaltung.
Wir haben diese Veranstaltung zusammen mit meiner Kollegin Raissa Malu gegründet, einer der wenigen kongolesischen Physikerinnen. Wir beschlossen, die Wissenschafts- und Technologiewoche der DRK ins Leben zu rufen, weil wir von dort kommen. Wir trafen uns in Belgien, wo ich aufgewachsen bin. Ich wurde im Kongo geboren und kehre für das Wissenschaftsfestival regelmäßig dorthin zurück.
Die Idee wurde aus einer simplen Beobachtung heraus geboren: Wissenschaftsunterricht im Kongo ist auf allen Ebenen immer noch überwiegend vortragsbasiert. Daher mußten wir einen Weg finden, die Schüler zum Hantieren und Experimentieren zu bringen. Hier sind ein paar Bilder, wie wir das in Kinshasa tun (Abb. 2, 3).
Das Ziel der Wissenschaftswoche ist es, eine wissenschaftliche Kultur unter der kongolesischen Jugend zu schaffen und den Abstand zu den Welten der Wissenschaft, der akademischen Welt und der Unternehmen zu überbrücken.
Das Format eines Wissenschaftsfestivals ist ganz praktisch angelegt, weil es nicht nur diejenigen erreicht, die noch zur Schule gehen. Die Lehrer können ihre Schüler mitbringen, und wir versorgen sie mit Materialien. Wir bringen sie dazu, Experimente zu machen, und wir beschäftigen uns nicht nur mit Wissenschaft.
Um ehrlich zu sein. Wissenschaftler werden oft dafür kritisiert, daß sie nicht wissen, wie sie ihre Arbeit vermitteln können. Deshalb bringen wir ihnen einerseits bei, wie man wissenschaftliche Experimente aufbaut, doch dann müssen sie ein wissenschaftliches Poster erstellen und in der Lage sein, ein komplexes Prinzip auf einfache Weise und in kurzer Zeit zu erklären – und das für verschiedene Zielgruppen, denn wir haben Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Universität, die das Wissenschaftsdorf besuchen. Die Schüler, die wir ausbilden, müssen also mehr können als nur an Experimenten zu hantieren, sie müssen auch an ihren „weichen Fähigkeiten“ (Soft Skills) in der Kommunikation arbeiten.
Die Idee dieses Wissenschaftsfestivals ist es, das schulische Lernen und die Qualität des Unterrichts zu stärken. Und zweitens war es für uns wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem Wissenschaftler aus ihren Labors herauskommen und über ihre Arbeit sprechen können. Denn solange kongolesische Wissenschaftler, von denen es einige gibt, nicht kommunizieren und veröffentlichen, können wir nicht wissen und verstehen, daß es sie gibt und was sie tun.
Es ist sehr kompliziert, staatliche Fördermittel für Forschung und Innovation zu erhalten, wenn Wissenschaftler keine Räume, keine „Fenster“ haben, um den Bürgern und Politikern zu kommunizieren, was sie tun, und wenn es keine Möglichkeiten gibt, Brücken zur Wirtschaft zu bauen, wird es für die Politik noch schwieriger, stark in diese Bereiche zu investieren.
Es war daher sehr wichtig für uns, einen Raum für Experimente für Schüler und deren Lehrer und gleichzeitig einen Raum für Kommunikation und Information für unsere Wissenschaftler anzubieten.
In den zehn Jahren unserer Tätigkeit haben wir fast 60.000 Besucher empfangen. Diese Zahlen konnten wir erreichen, weil wir mit dem Ministerium für Primar-, Sekundar- und Technische Bildung sowie mit dem kongolesischen Forschungsministerium zusammenarbeiten. Auf diese Weise können sie die Schulen so organisieren, daß sie zu festgelegten Stunden zum Wissenschaftsdorf kommen, sodaß wir den Besucherstrom reibungslos steuern können.
Unser Modell sieht vor, daß wir jedes Jahr eine Gruppe von mindestens 50 Studenten ausbilden, und während der Veranstaltung bilden diese von uns ausgebildeten Studenten ihrerseits die Gastschüler aus. Denn wir glauben an unser Label „Teaching by doing“ (Lehren, indem man es tut). Wir glauben, daß wir mehr bewirken können, wenn die Schüler und Schülerinnen, die mit ihren Lehrern und Lehrerinnen ins Wissenschaftsdorf kommen, selbst sehen, daß es Kinder aus ihrer Generation sind, Schüler und Schülerinnen wie sie, die Wissenschaft betreiben, sie meistern und Spaß daran haben. Das entmystifiziert die Vorstellung, Wissenschaft sei etwas weit Entferntes und Elitäres. Jeder kann Zugang zu ihr haben. Und es hilft dabei, „Vorbilder“ zu schaffen. Man kann nicht werden, was man nicht visualisieren kann. Wenn man ins Internet geht, sieht man, daß die meisten Videos von Wissenschaftlern von Weißen stammen, es gibt mehr weiße Männer, die Wissenschaft erklären, als Frauen. Schwarze Frauen, die auf YouTube Wissenschaft erklären, sind eine Seltenheit. Es ist also wichtig, diese Vorbilder zu schaffen, damit unsere Kinder sehen können, daß die Wissenschaft eine Gemeinschaft ist, zu der sie Zugang haben. Sie können dazugehören, sie haben ein Recht darauf.
Fernsehen und Radio
Apropos Repräsentativität: Während der COVID-Pandemie mußten wir unser Modell überdenken. Wir konnten keine Wissenschaftswoche in Anwesenheit veranstalten, deshalb produzierten wir populärwissenschaftliche Videos, um weiter wissenschaftliche Inhalte zu verbreiten. Also produzierten wir diese Videoclips und stellten sie auf unseren Youtube-Kanal,1 um die Sichtbarkeit schwarzer Forscher im Internet zu erhöhen.
Als es soweit war, stellten wir fest, daß ein weiteres Problem darin bestand, daß man eine Internetverbindung braucht, um diese Videos auf Youtube anzusehen – und Internetanschlüsse sind sehr teuer. Um dieses Problem zu umgehen, haben wir uns wieder mit dem Bildungsministerium zusammengetan, damit unsere Clips tagsüber im Fernsehen ausgestrahlt wurden, wenn die Schüler zu Hause waren.
Als wir das organisiert hatten, stellten wir fest, daß es auch nicht unbedingt in jedem Haus einen Fernseher gab. Wir konnten also ein bestimmtes Milieu nicht erreichen. Von da an versuchten wir, Unterricht in Form von Podcasts zu produzieren. Das waren kleine Wissenschaftsgeschichten, die im Radio gesendet wurden. Denn in jeder Gemeinde, selbst in der ärmsten, gibt es mindestens ein Radio. So konnten wir auch die schwächsten Gemeinschaften mit wissenschaftlichen Sendungen erreichen.
Die wichtigsten Zahlen:
Wir haben rund 60.000 Besucher empfangen.
Wir haben 400 Studenten ausgebildet. Das sind die Zahlen vom letzten Jahr. Im April fand gerade unsere zehnte Veranstaltungsrunde statt. Der Bericht ist noch nicht online, wird aber in Kürze erscheinen, die Zahlen sind also inzwischen noch höher.
Jedes Jahr haben wir 17 Ausbilder, die wir im Vorfeld schulen und die uns dann bei der Betreuung der Schüler helfen, die an der Wissenschaftswoche teilnehmen.
Wir haben etwa hundert Aussteller eingeladen. Mit anderen Worten: Unternehmer, Leute, die in Kinshasa ihr eigenes Geschäft haben, aber manchmal weiß niemand davon. Es mag seltsam klingen, aber wenn man hier (in Europa) etwas braucht, kann man es in die Google-Suchmaschine eingeben. In Kinshasa gibt es absolut alles, nur weiß niemand, wo! Es ist Mundpropaganda, entweder man weiß es oder nicht, aber es ist nicht so einfach, alles zu finden, was man sucht. Das Wissenschaftsfestival bietet daher ein Fenster zum Privatsektor.
Wir haben internationale Redner eingeladen, um unsere Wissenschaftler mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern ins Gespräch zu bringen, und wir haben drei landesweite Wettbewerbe organisiert. Die Idee ist, die Kreativität unserer Schüler, unserer Kinder, unserer Jugend zu fördern, indem wir sie dazu bringen, Wissenschaft und Technologie zu nutzen.
Abb. 4: Eingereichte Beiträge des Posterwettbewerbs, davor die Organisatorinnen Raissa Malu (links) und Dora Muanda
.
Abb. 5: Teilnehmer der Wissenschafts- und Technologiewoche.
Der erste Wettbewerb, den wir veranstaltet haben, war ein wissenschaftlicher Posterwettbewerb. Alle Provinzen des Kongo wurden aufgefordert, ein wissenschaftliches Poster zu erstellen. Sie konnten sich mit einem lokalen Problem befassen, einem Problem, das sie in ihrer Umgebung sahen, z.B. Bodernerosion oder Plastik oder die Bewirtschaftung des Kivu-Sees, und eine Lösung vorschlagen und diese in Form eines wissenschaftlichen Posters aufschreiben. Sie mußten ihre Ideen begründen, und wir hatten Banken als Sponsoren, so daß wir die Ideen der jungen Leute zu einem lokalen Problem und die Lösungen, die sie dafür finden wollten, unterstützen konnten. Das ist ein Beispiel für einen von uns organisierten Wettbewerb (Abbildung 4).
In diesem Jahr haben zwölf der 26 Provinzen teilgenommen. In diesen zwölf Provinzen erklärten sich die jungen Leute bereit, in ihren Gemeinden wissenschaftliche Aktivitäten zu organisieren. Da wir uns nicht vervielfältigen können, organisieren wir das von Kinshasa aus. So schaffen wir eine Gemeinschaft junger Menschen, die in ihren eigenen Gemeinden die Wissenschaft verbreiten und die wissenschaftliche Kultur fördern (Abbildung 5).
Junge Menschen für die Wissenschaft zu begeistern, bedeutet, daß wir die Chance haben, innovationsfähige Bürger hervorzubringen. Wer wäre besser geeignet als Afrikaner und generell Einheimische, um innovative Lösungen für die Probleme zu finden, mit denen sie als erste konfrontiert werden?
Wenn wir wollen, daß die Demokratische Republik Kongo eines Tages eine Rolle auf der Weltbühne spielt, dann wird das nicht zufällig geschehen. Es ist eine Aufgabe, die wir als Gesellschaft, als Nation, mit einer langfristigen Vision organisieren müssen. Es ist ein Plan, der bewußt erstellt werden muß, durch den öffentlichen Sektor, den privaten Sektor und natürlich auf politischer Ebene.
Die Menschheit braucht Afrika, und damit meine ich nicht nur den afrikanischen Kontinent mit seinen Bodenschätzen. Die Menschheit braucht Afrika: Ich spreche von den Afrikanern. Die Menschheit braucht die Afrikaner und ihre Perspektiven für die globalen Herausforderungen.
Die Afrikaner müssen durch Bildung, Wissenschaft und Technologie in sich selbst investieren, und verzeihen Sie, wenn ich darauf bestehe – die Wissenschaft braucht die Perspektiven der Frauen – damit die Welt von morgen nicht weiter für die nördliche Hälfte gerechter ist als für die südliche, sondern gerecht für die ganze Menschheit auf der ganzen Erde.
Eine Hausaufgabe
Ich bin Lehrerin, und ich verlasse Sie nicht ohne eine kleine Hausaufgabe. Die erste Zelle der Menschheit sind Ihre Familien. Wenn Sie Großeltern sind und manchmal Probleme mit irgend etwas haben, das einen Bildschirm oder ein Paßwort hat, dann rufen Sie nicht einfach nur Ihren Enkel, damit er kommt und das Problem löst, wenn es geht – beziehen Sie auch Ihre Enkelin mit ein! Denn wenn Sie sich nur an die Jungen wenden, um Probleme mit Routern, Wifi, Tablets usw. zu beheben, sendet das unbewußt die Botschaft an die Mädchen, daß sie für diese Gemeinschaft technikbegeisterter Forscher „nicht geeignet“ sind. Zögern Sie also nicht, Ihre Töchter und Enkelinnen einzubeziehen, wenn es um kleine technische Probleme geht.
Wenn Sie Eltern von Kindern im schulpflichtigen Alter sind, die oft Hausaufgaben, Recherchen und Präsentationen machen müssen, zögern Sie nicht, sie zu ermutigen, aus ihrer Komfortzone herauszutreten. Haben Sie schon einmal daran gedacht, eine afrikanische Persönlichkeit vorzustellen? Eine afrikanische Forscherin oder einen afrikanischen Forscher? Das ist eine Übung, die ich gerne in meinen Klassen durchführe, die in Belgien oft buntgemischt sind, und jedes Mal, wenn ich sie zum Beispiel auffordere, eine Arbeit über einen Wissenschaftler aus dem Land ihrer Eltern anzufertigen, bekomme ich immer die gleiche Antwort: „Madame, in meinem Land gibt es keine Wissenschaft.“ Was für eine traurige Aussage!
Der Weg, die Sichtweise der Welt zu ändern, besteht also darin, unsere Kinder zu ermutigen, ein wenig über die wissenschaftlichen Inhalte hinauszublicken, die sie in der Schule lernen. Das ist eine Pflicht, die beginnt, sobald man nach Hause kommt.
Französisch-chinesische Zusammenarbeit für den Frieden: das Beispiel der Kernkraft
Von Hervé Machenaud
Hervé Machenaud war Produktionsleiter des französischen Stromversorgers Électricité de France (EDF). Er übermittelte die folgende Videobotschaft. (Übersetzung aus dem Französischen).
Sehr geehrter Herr Botschafter, sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
ich bin besonders erfreut und dankbar, vom Schiller-Institut eingeladen worden zu sein, um über ein Projekt zu sprechen, das ich, bei aller Objektivität, für eines oder sogar das beste Kooperationsprojekt der internationalen Industriegeschichte halte. Ich spreche von der Zusammenarbeit zwischen Frankreich und China auf dem Gebiet der zivilen Kernkraft.
In den frühen 1980er Jahren wurde Frankreich von China ausgewählt, um dem Land beim Start seines Atomprogramms zu helfen. Der 1986 unterzeichnete Vertrag über den Bau des Daya-Bay-Kraftwerks war ein Pakt des Vertrauens zwischen Frankreich und China, zwischen EDF und GNPJVC, der zu diesem Zweck gegründeten Guangdong Nuclear Corporation.
Ein Pakt des Vertrauens, denn neben der Ausbildung dutzender chinesischer Ingenieure, die nach Frankreich kamen, um in den EDF-Kraftwerken zu arbeiten, hat China die EDF gebeten, das Projekt zu leiten und seinen erfolgreichen Abschluß zu garantieren. Ich bin stolz darauf, der erste technische Leiter des chinesischen Unternehmens gewesen zu sein.
Ein Pakt des Vertrauens, denn sehr schnell wurden die etwa hundert hochqualifizierten chinesischen Ingenieure, die unsere Praktiken beobachten, überwachen und hinterfragen sollten, auf ihren Wunsch hin in die Ingenieurteams von EDF integriert. Wir waren nicht mehr unter Beobachtung, sondern Partner, ein wirklich integriertes Team.
Ein Pakt des Vertrauens, denn wenn die EDF nach zehn Jahren Betrieb des Kraftwerks Gravelines, der Referenzanlage von Daya, Nachrüstungen vorgenommen hat, bietet sie der GNPJVC ohne zu zögern an, die 110 Modifikationen zu übernehmen – die unschätzbare Frucht des in Hunderten von Jahren erworbenen Know-hows. China wird diese Geste zu schätzen wissen.
Als weiteren Akt des Vertrauens hat GNPJVC kurz vor der Inbetriebnahme von Daya Bay die EDF gebeten, die Verantwortung für die ersten Betriebsjahre zu übernehmen. EDF schickte daraufhin etwa sechzig Mitarbeiter, um die Anlage in Betrieb zu nehmen und die chinesischen Teams zu schulen, die innerhalb weniger Jahre die Leitung ihrer Anlage übernehmen sollten.
1995, gerade als Daya Bay in Betrieb ging, bestellte die CGNPC eine zweite Anlage nach französischem Vorbild am selben Standort. Die EDF sollte technische Hilfe leisten und französische Unternehmen sollten als Zulieferer auftreten, aber Ling Ao wird ein chinesisches Kraftwerk sein, das unter chinesischer Verantwortung von chinesischen Unternehmen gebaut wird. China hat seine Autonomie in diesem Bereich erlangt.
Dies wird einer engen Zusammenarbeit zwischen französischen und chinesischen Betreibern nicht im Wege stehen: Erfahrungsaustausch, Ersatzteile, Unterstützung bei Zwischenfällen… Daya Bay und Ling Ao nehmen an Leistungswettbewerben für französische Kraftwerke teil und gewinnen häufig den ersten Preis. Diese Zusammenarbeit zwischen den Betreibern der 56 französischen Reaktoren und der 36 chinesischen Reaktoren der gleichen Technologie wird noch heute fortgesetzt.
Im Jahr 2007 lud CGN Frankreich ein, zwei EPR-Reaktoren am Standort Taishan zu bauen, und die EDF sollte weitere Investitionen vornehmen. Diese in der Geschichte Chinas einzigartige Vereinbarung wurde für die fünfzigjährige Lebensdauer der Anlage unterzeichnet.
Der nächste Schritt war 2013 die Verpflichtung von CGN gegenüber EDF, zwei EPRs in Hinkley Point im Vereinigten Königreich zu bauen und zu betreiben, mit der Aussicht, zwei weitere Anlagen in Sizewell und zwei HPRs, das chinesische Hualong-Modell, in Bradwell zu bauen.
Diese Zusammenarbeit wird ein Jahrhundert dauern.
Die Partnerschaft zwischen Frankreich und China gipfelte in der Reise von Premier Li Keqiang nach Frankreich Ende Juni 2015, bei der die gemeinsame Erklärung zur Vertiefung der französisch-chinesischen Zusammenarbeit im Bereich der zivilen Kernenergie bekräftigt wurde. Sie sieht eine umfassende Zusammenarbeit „vom Bergbau bis zur Wiederaufbereitung“ in allen Betriebsbereichen, die Konzeption neuer Mittel- und Hochleistungsreaktoren, deren Bau in China, Frankreich und Drittländern, die Vereinigung von Industriellen aus beiden Ländern und den Bau einer Wiederaufbereitungsanlage in China vor. Alle französischen Unternehmen, angefangen mit AREVA und Alstom, und die rund hundert Mitglieder des Verbandes Partenariat France Chine Electricité (PFCE) sind an diesem Abkommen beteiligt, das immense Perspektiven eröffnet.
Das gegenseitige Vertrauen hat seinen Höhepunkt erreicht.
Die industrielle Allianz zwischen Frankreich, das über die weltweit größte Betriebserfahrung mit KKWs verfügt, und China, das das größte Atomprogramm der Geschichte aufbauen wird, ist ein Gewinn für beide Länder und darüber hinaus für die Sicherheit und den Fortschritt der Atomenergie weltweit.
Diese historische Partnerschaft ist das Ergebnis der Arbeit von Männern und Frauen, die auf ein gemeinsames Projekt gesetzt und sich gegenseitig ihr Vertrauen geschenkt haben. Heute sind sie durch freundschaftliche Bande verbunden.
In einem so strategischen Bereich wie der Kernenergie ist eine solche Partnerschaft ein Grundstein für die Zusammenarbeit und den Frieden zwischen Völkern und Nationen.
Und wenn diese Zusammenarbeit heute unter dem Einfluss verschiedener negativer Einflüsse etwas geschwächt ist, so hoffen wir, dass sie wiederbelebt wird. Ihre Grundlagen sind nach wie vor intakt, und sie ist sicherlich nicht nur im gegenseitigen Interesse unserer beiden Länder, sondern auch ein Beitrag zu Fortschritt und Frieden in der Welt.
– Alain Gachet, Wasserspezialist, Präsident von Radar Technologies International (RTI), Erfinder des Watex-Verfahrens (Water Exploration) zur Lokalisierung von Grundwasserleitern per Satellit: „Wasser für Frieden und Entwicklung“
Panel III
Die Friedensbewegung weltweit über Parteigrenzen hinweg. Der besondere Fall der Vereinigten Staaten. Die Rolle des Vatikans und des globalen Südens
– S. E. M. Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana (2011-2015), ehemaliger Parlamentsabgeordneter (1992-2011) und Generalsekretär der People’s Progressive Party (PPP), Gewerkschaftler: „Die Menschen der Welt müssen ihre Stimme erheben“
Aus zeitlichen Gründen wurde eine gekürzte Fassung der Grußbotschaft verlesen. Hier finden Sie den vollständigen Text.
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen des Präsidiums des Ostdeutschen Kuratoriums von Verbänden e.V. übermittele ich an die Teilnehmer der Konferenz des Schiller-Instituts in Straßburg herzliche Grüße.
Ich spreche auch im Namen von Generalleutnant a.D. Manfred Grätz und Generalmajor a.D. Sebald Daum, führende Militärs des ersten deutschen Friedensstaates, der DDR, die sich in Briefen zum Krieg in der Ukraine und zu Waffenlieferungen an die Ukraine geäußert haben. Sie baten ausdrücklich darum den Anwesenden dieser heutigen hochkarätigen Zusammenkunft mitzuteilen, sie stehen mehr denn je zu ihrem in den Briefen geäußerten Standpunkt und wünschen von Herzen der Konferenz viel Erfolg.
Der Krieg in der Ukraine begann für die meisten Politiker der „westlichen Wertegemeinschaft“ am 24. Februar 2022. Mit dieser Sichtweise kann und soll nach dem Willen der USA kein Weg zum Frieden gefunden werden, Russland soll mit den Worten der deutschen Außenministerin „ruiniert“ werden und die USA will bis zum letzten Ukrainer kämpfen. Diese Entwicklung wurde langfristig, systematisch und aktiv von außen verfolgt, geplant und gelenkt.
In einem Strategiepapier des Pentagon stand bereits 1992 kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion: „Unser erstes Ziel ist, den (Wieder-)Aufstieg eines neuen Rivalen zu verhüten, sei es auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion oder sonst wo, der eine Bedrohung der Größenordnung darstellt, wie früher die Sowjetunion. … Wir müssen versuchen zu verhüten, dass irgendeine feindliche Macht eine Region dominiert, deren Ressourcen – unter gefestigter Kontrolle – ausreichen würden, eine Weltmachtposition zu schaffen. Solche Regionen sind Westeuropa, Ostasien, das Gebiet der früheren Sowjetunion und Südwestasien.“
Damit keine Irrtümer aufkommen, Russland in Europa und China in Asien werden durch die kriegslüsterne Meute der imperialistischen Hauptkräfte der USA und ihrer Vasallen in der NATO zum Hauptfeind stilisiert.
Die USA und die EU-Mächte betrieben eine Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine, förderten die faschistischen Bandera-Gruppen und betrieben die Politik der Osterweiterung der NATO direkt bis an die russischen Grenzen. Ihr erklärtes Ziel ist Regime-Change in Russland. Dazu wurde in aller Öffentlichkeit ein Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland durch intensive Aufrüstung der Ukraine vorbereitet.
Es wurde schließlich ein Kulminationspunkt erreicht, an dem die Existenz Russlands in aktueller Gestalt akut gefährdet ist.
Die Vorgänge werden durch die Ideologen des Wertewestens isoliert und gewollt einseitig dargestellt, betrachtet, damit entstellt. Es wird unterschlagen, dass die Auseinandersetzungen in der Ukraine Bestandteil der aktuellen geopolitischen – aber auch der sozialen und ökonomischen weltweiten Prozesse sind.
Es wird ein Bild vermittelt, wonach die USA und diejenigen, die sich ihnen beugen, die Guten sind. Alle anderen sind die Bösen. Und Russland sowie die VR China sind die Inkarnation des Teufels!
Dieses Bild wurde von bezahlten Denkfabriken und NGOs auf Bestellung erarbeitet und wird von den Medien massenhaft verbreitet.
Zu den Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine haben wir unsere Meinung geäußert.
Deshalb fordern wir:
• Verständigung, Frieden und gegenseitige vorteilhafte Zusammenarbeit mit Russland und zwischen allen Völkern und Staaten
• Wir fordern die Anerkennung der Legitimität der Sicherheitsinteressen Russlands, weil das mit den Interessen der anderen Staaten und Völker übereinstimmt und dazu beiträgt, günstige Bedingungen für Frieden, Sicherheit und gleichberechtigte Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil zu schaffen
• Von der deutschen Regierung fordern wir eine Politik, die diesem humanistischen Anliegen dient und die Verwirklichung der hegemonialen Ziele der USA vereitelt
• Stopp und Rückbau der wortbrüchigen NATO-Osterweiterung
• Beendigung der Militarisierung der Länder Osteuropas
• Lasst uns ein gemeinsames Programm der Friedenswilligen in Deutschland und e i n Aktionsprogramm zu seiner Verwirklichung erarbeiten und umsetzen! Nie wieder Faschismus nie wieder Krieg
• Alles zu tun gegen imperialistische Machtpolitik und jede Form von faschistischen Tendenzen in der Politik.
Selbstverständlich ist die Beteiligung und Mitwirkung des OKV an all den Initiativen, die zur Friedenssicherung allerorten und zur Gegenwehr gegen neoliberalen Sozialabbau in Europa organisiert und durchgeführt werden.
Ich wünsche der Konferenz einen guten Verlauf. Mögen ihre Ergebnisse ein weiterer Schritt in Richtung Frieden und Verständigung zwischen den Völkern sein.
Präsident des OKV
Dr. Matthias Werner
19.30 Uhr – Konzert
SONNTAG, 9. JULI
Musikalische Einführung
10:00-12:00 Uhr Panel IV
Eine Kultur, die die schöpferischen Fähigkeiten eines jeden Menschen emanzipiert und erweitert. Ein Dialog zwischen den Kulturen und Zivilisationen
– Maurizio Abbate, Italien, Nationales Institut für kulturelle Aktivitäten, angeschlossen an das Kulturministerium, Italien: „Kultur, der Schlüssel zum Frieden“
Wissenschaftliche Ökologie und Bewertung der klimatischen Herausforderung. Die Beseitigung von Armut und Hunger in der Welt ist die Priorität
MODERATOR: Stefan Ossenkopp
– Christian Lévêque, emeritierter Forschungsdirektor am Institut de recherche pour le développement (IRD) und Spezialist für aquatische Ökosysteme. Ehrenpräsident der Académie d’agriculture de France und Mitglied der Académie des sciences d’Outre-mer, Frankreich: „Die wissenschaftliche Ökologie wird durch magisches Denken instrumentalisiert“
– Prof. Carl-Otto Weiss, Berater des Europäischen Klima- und Energieinstituts und ehemaliger Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, Deutschland: „Wie die Sonnenzyklen das Klima der Erde bestimmen“