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Internationale Friedenskoalition #104, 30.05.25, 17.00 Uhr (MEZ)

Eine schöne Vision für die Menschheit, um den gefährlichen Drang zum Krieg zu stoppen

104. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Eine schöne Vision für die Menschheit, um den gefährlichen Drang zum Krieg zu stoppen

30.05.25

17.00 Uhr

Schließen Sie sich diesen Freitag um 17.00 Uhr MEZ der Internationalen Friedenskoalition an und sprechen Sie mit Graham Fuller, einem ehemaligen US-Diplomaten, CIA-Beamten und Islamwissenschaftler, und anderen. Senden Sie Berichte und Initiativen für die Tagesordnung.

Zur Anmeldung

„Deutschland rutscht auf derselben schiefen Ebene ab, auf der es im letzten Jahrhundert bereits mehrfach bis zum Zusammenbruch geraten ist. Ich hoffe, dass verantwortungsbewusste Politiker dieses Landes die richtigen Schlüsse ziehen und diesen Wahnsinn stoppen werden.“

Das waren die ernüchternden Worte des russischen Außenministers Sergej Lawrow am 28. Mai als Antwort auf die Frage eines Reporters. Lawrow bezog sich dabei auf die Erklärung des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, der zuvor in Berlin mit dem amtierenden ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammengetroffen war. Merz hatte erklärt, Deutschland werde die Ukraine bei der Herstellung von Langstreckenraketen vom Typ Taurus und anderen Raketen finanziell unterstützen. Diese können tief in russisches Gebiet vordringen. Merz hatte wenige Tage zuvor noch provokanter erklärt, Deutschland werde selbst Taurus-Raketen produzieren und sie in die Ukraine liefern.

Ein führender russischer Militäranalyst reagierte darauf mit dem Vorschlag, das Werk im bayerischen Schrobenhausen, in dem die Taurus-Raketen hergestellt werden, „mit zwei Oreschnik-Hyperschallraketen, die mit zwölf nicht-nuklearen Sprengköpfen bestückt sind, zu zerstören, damit Deutschland in den nächsten fünf bis sieben Jahren keine solchen Marschflugkörper mehr bauen kann. Dies wird zunächst ein nicht-nuklearer Schlag sein.“

„Ich bin sicher, dass die Bürger von Schrobenhausen darüber nicht sehr glücklich sein werden“, erklärte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, heute. „Denn wenn sie von Oreschnik-Raketen getroffen werden, die nicht abgewehrt werden können, würde dies nicht nur für Schrobenhausen, sondern in der Folge wahrscheinlich für ganz Deutschland und Europa großes Unheil bedeuten.“ Zepp-LaRouche rief die Bevölkerung von Schrobenhausen und andere Menschen weltweit dazu auf, sich zu mobilisieren, um Deutschland davon abzuhalten, Taurus-Raketen zu produzieren oder in die Ukraine zu liefern. Nur so könne verhindert werden, „dass wir die gleiche schiefe Bahn hinunterrutschen“, die vor 80 Jahren zum Weltkrieg geführt habe und die uns diesmal an den Rand eines atomaren Dritten Weltkriegs bringen könne.

Obwohl der Drang nach einem Krieg zur Vernichtung Russlands von London und anderen europäischen Hauptstädten ausgeht, verfügen diese weder über die militärischen Kräfte noch über die finanziellen Mittel oder die Industrie für eine solch gewaltige Aufgabe – kurz gesagt, ohne die USA kann Europa dies einfach nicht leisten. Präsident Trump lehnt die Kriegspolitik entschieden ab und hat stattdessen versucht, durch persönliche Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Lösung zu finden. Neokonservative und andere Akteure des „Deep State“ in Washington arbeiten jedoch mit Hochdruck daran, Trump strategisch zu manipulieren. Offenbar weiß er schockierend wenig über wichtige strategische Entwicklungen, darunter auch die Tatsache, dass der Hubschrauber von Präsident Putin am Wochenende direkt von ukrainischen Drohnen angegriffen wurde.

Auch Lawrow äußerte sich heute in seinen Pressekommentaren sehr deutlich zu diesem Problem. „Eines ist klar: Nicht alles wird Trump und denjenigen berichtet, die tatsächlich Entscheidungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt treffen. Er erhält Informationen, die von denen, die Amerika zu aggressiveren Maßnahmen gegen Russland zur Unterstützung des ukrainischen Regimes drängen wollen, ‚durch ein Sieb gefiltert‘ werden.“ Lawrow fügte trocken hinzu: „Wir werden versuchen, diese Situation mit den fehlenden Informationen zu korrigieren.“

Das ist dringend erforderlich. Neben guten strategischen Informationen braucht es aber auch eine positive Vision für die Zukunft der Menschheit, um eine gegenteilige Strategie zu entwickeln, die vom Prinzip der gemeinsamen Entwicklung aller Nationen als Grundlage für Frieden und Gerechtigkeit ausgeht. Sicherheit und Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. Entweder gibt es sie für alle oder für niemanden.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Ukraine, Gaza: Deutschland muss Kriege beenden, nicht mitmachen! ( 28.05.25, 18.30 Uhr)

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Die Fähigkeit des Menschen, seine Sinne (und sein erweitertes Sensorium) zu überwinden, indem er Hypothesen über die nicht wahrnehmbaren Ursachen aufstellt, die den Raum prägen, in dem Prozesse ablaufen, unterscheidet unsere Spezies grundlegend von allen anderen.

Während die vorherrschende Weltordnung diese einzigartige Eigenschaft nicht als Ausgangspunkt nimmt, stellte die Konferenz des Schiller-Instituts an diesem Wochenende in den Mittelpunkt, dass „unsere kreative Vernunft in der Lage ist, immer eine Lösung für jedes Problem auf einer höheren Ebene zu finden“, wie die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, am Samstag, dem 24. Mai, sagte.

Die vollständigen Konferenzberichte sind sehr lesenswert!

Einige Anmerkungen zur aktuellen strategischen Lage:

• Russland und die „Ukraine“ (oder wer auch immer die Entscheidungen über ihre militärischen Aktionen trifft) liefern sich Drohnenangriffe, und Russland scheint in diesem Bereich die Oberhand zu gewinnen. Russlands massive Vergeltungsmaßnahmen auf den Abschuss von Hunderten von Drohnen durch die Ukraine zeigen seine militärische Überlegenheit und verunsichern diejenigen, die immer noch behaupten, dass es besiegt werden kann.

• Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, dass Deutschland und andere Länder, die Waffen an die Ukraine liefern, Reichweiten-Beschränkungen aufgehoben haben, was der Ukraine möglicherweise die Möglichkeit eröffnet, Angriffe auf Ziele tief im russischen Territorium zu versuchen, was mit Sicherheit Vergeltungsmaßnahmen Russlands nach sich ziehen würde.

• Trump hat die Anwendung der lächerlich falsch benannten „gegenseitigen“ Zölle auf Europa erneut verschoben.

• Spanien war Gastgeber einer Konferenz über die Zwei-Staaten-Lösung für einen friedlichen und prosperierenden Staat Israel und einen Staat Palästina. Bei dieser Veranstaltung forderte der spanische Außenminister ein Waffenembargo gegen Israel.

Diese Details sind zwar wichtig, aber entscheidend sind die Leitgedanken, die unser Denken und Handeln bestimmen.

Nehmen Sie sich etwas Zeit, um sich mit der Konferenz zu beschäftigen.

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.


Petition: Offener Brief an Papst Leo XIV

Fügen Sie Ihre Unterschrift auf untenstehendem Formular hinzu.

Wir, die Unterzeichnenden, heißen Eure Heiligkeit in Ihrer Amtszeit in diesen äußerst turbulenten Zeiten von ganzem Herzen willkommen und wissen es zu schätzen, daß Ihre ersten Worte „Friede sei mit euch allen“ lauteten.

Nicht nur, daß in vielen Teilen der Welt regionale Konflikte toben, einige davon haben das Potential, zu einem nuklearen Armageddon zu eskalieren, das die Zivilisation beenden und damit die ultimative Sünde gegen Gottes Schöpfung darstellen könnte.

Sie haben angeboten, Friedensgespräche zwischen den kriegführenden Ländern zu vermitteln und damit das Mandat von Papst Franziskus fortzusetzen, der in seiner letzten „Urbi et Orbi“-Botschaft den Frieden zur dringenden Forderung gemacht und so oft den Waffenhandel angeprangert und diejenigen verurteilt hat, die vom Krieg profitieren.

Wir möchten Eurer Heiligkeit unser Engagement bekunden, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um alle Christen sowie Gläubige anderer Religionen und Weltanschauungen zu erreichen und uns gemeinsam für die Schaffung einer echten Friedensordnung in der Welt einzusetzen, die die Ursachen für Krieg beseitigt und die berechtigten Sicherheitsinteressen aller Parteien berücksichtigt.

Angesichts des schrecklichen, satanischen Völkermords in Gaza und des unverzeihlichen Schweigens und der Untätigkeit der Regierungen angesichts dieser Greueltaten appellieren wir jedoch auch an Sie, sich dazu zu äußern. Es muß eine moralische Autorität geben, die diesen Völkermord verurteilt, sonst verlieren wir jeglichen moralischen Kompaß.

Wir unterstützen auch voll und ganz Ihre Ablehnung der „manichäischen Vorstellungen“, die die Menschen in „gut und böse“ spalten, weil sie den Menschen die Chance nehmen, das Böse durch Entwicklung zu überwinden. Das erfordert jedoch die Mobilisierung unseres freien Willens und bedeutet nicht, daß diejenigen, die sich dafür entscheiden, das Instrument des Bösen zu sein, automatisch freigesprochen werden.

Wir unterstützen die Idee, daß „der neue Name für Frieden Entwicklung ist!“

Erstunterzeichner

  • Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin des Schiller-Instituts und Mitinitiatorin der Internationalen Friedenskoalition,
  • Anastasia Battle, Mitinitiatorin der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
  • Ray McGovern (USA), ehemaliger CIA-Analyst und Mitgründer der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)
  • Liliana Gorini (Italien), Vorsitzende des Movimento Solidarietà (Movisol)
  • Jacques Cheminade (Frankreich), ehemaliger französischer Präsidentschaftskandidat, Präsident von Solidarité et Progrès

Fügen Sie Ihre Unterschrift auf untenstehendem Formular hinzu.


Internationale Friedenskoalition #102, 16.05.25, 17.00 Uhr (MEZ)

Handeln oder Nicht-Handeln hat Konsequenzen

102. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Handeln oder Nicht-Handeln hat Konsequenzen

16.05.25

17.00 Uhr

Diese Woche werden wir mit Ray McGovern, der vor kurzem aus Russland zurückgekehrt ist, dem israelischen Friedensaktivisten Maoz Inon, der über die wachsende israelische Friedensbewegung spricht, und anderen, die in Kürze bekannt gegeben werden, sprechen. Wir laden Sie und Ihre Organisationen dazu ein. Bitte berichten Sie ihren Initiativen und Aktivitäten.

Zur Anmeldung

während die meisten westlichen Politiker und Massenmedien weiter von ihrer eigenen Unfähigkeit fasziniert sind, die durch den Bankrott des britisch-geopolitischen Finanzsystems verursachten Krisen zu lösen – in Südwestasien, der Ukraine, Indien-Pakistan und anderswo–, ist der globale Trend genau umgekehrt… Er bewegt sich in Richtung einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die 500 Jahren Kolonialismus und seiner bösartigen Prämisse, dass der Mensch kaum mehr als ein hochentwickeltes Tier sei, ein Ende setzen wird.

Dieser Trend hin zu einem neuen Paradigma wurde von den Staats- und Regierungschefs dutzender Nationen, darunter China und Russland, bei den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges am 9. Mai in Moskau deutlich, als sie sich dazu verpflichteten, den Faschismus endgültig zu vernichten und nicht nur vorübergehend zu besiegen, wie vor 80 Jahren. Er zeigte sich auch in den Beratungen auf dem gerade beendeten Treffen zwischen China und der CELAC in Beijing und dem bilateralen Gipfeltreffen zwischen Chinas Präsident Xi Jinping und Brasiliens Präsident Lula da Silva. Dabei ging es um die Zusammenarbeit Chinas mit den Ländern Lateinamerikas und der Karibik beim Aufbau von Infrastrukturprojekten zur Bekämpfung der Armut in der gesamten Region, wie dies in China erfolgreich stattgefunden hat. „Wir brauchen nicht nur Exportkorridore, sondern Verbindungen, die als Triebkräfte für Entwicklung und Einheit wirken“, erklärte Lula.

Und was geschieht im Westen?

„Das Bemerkenswerteste ist die völlige Entkopplung der Vertreter des gegenwärtigen Establishments von den Konsequenzen ihres Handelns“, erklärte Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen internationalen „Dialog“. „Es ist, als würden sie von einem inneren oder äußeren Mechanismus angetrieben, der nichts mit der Realität zu tun hat, einer Art Trieb, weiterzumachen wie bisher, um ihre Vormachtstellung, ihre Dominanz, zu erhalten. Es ist sehr wichtig, dass die Bevölkerung aktiver wird und aufwacht“, betonte sie. „Das größte Problem ist die Passivität – wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht!“

Was man tut und was man unterlässt, hat Konsequenzen.

Ein Beispiel dafür ist das entsetzliche Leid, das den 2 Millionen Menschen in Gaza angetan wird. Die Bevölkerung wird seit über 18 Monaten gnadenlos bombardiert, aus ihren zerstörten Häusern vertrieben und wird jetzt vorsätzlich ausgehungert – durch die israelische Regierung unter Netanjahu, mit Billigung und Waffen aus Washington, London und anderen europäischen Hauptstädten.

Auf einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am 13. Mai zur humanitären Lage in Gaza forderte der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher die internationale Gemeinschaft auf, darüber nachzudenken, was sie künftigen Generationen darüber sagen werden, was sie getan oder unterlassen haben, um „die Gräueltaten des 21. Jahrhunderts zu stoppen, deren Zeugen wir täglich in Gaza sind“. Werden wir „die leeren Worte ‚wir haben alles getan, was wir konnten‘“ verwenden? Er wies darauf hin, dass der Internationale Gerichtshof in Den Haag sich erneut mit der Frage des Völkermords befasst und „die von uns vorgelegten Beweise abwägen wird. Aber das wird zu spät sein.“

Zepp-LaRouche unterstrich denselben Punkt: Für Gaza läuft die Zeit ab. Drei Viertel der Bevölkerung leiden an Nahrungsmittelmangel der beiden schlimmsten Stufen 4 und 5 auf der internationalen fünfstufigen Skala für Ernährungsunsicherheit und Unterernährung (IPC). Fast eine halbe Million Menschen sind vom Tode bedroht. Sie befinden sich in einer katastrophalen Situation, geprägt von Hunger, akuter Unterernährung, Krankheit und Aushungerung.

Und doch liegt die Lösung auf der Hand. Der LaRouche-Oasenplan bietet eine programmatische Lösung für alle Menschen und Nationen der Region – von Indien bis zum Mittelmeer, vom Kaukasus bis zum Persischen Golf –, indem sie reichlich Frischwasserressourcen für diesen trockenen Teil des Planeten schafft. Die Technologie, die Infrastruktur, die Wissenschaft und der politische Wille sind vorhanden und können jederzeit eingesetzt werden. Der Westen muss lediglich seine Kräfte mit Chinas Belt and Road Initiative und dem Globalen Süden bündeln. Dieses dringende Thema muss auf der UN-Konferenz zu Palästina vom 2. bis 4. Juni behandelt werden. Es ist das Thema, das auf der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts vom 24. bis 25. Mai als dringendes Beispiel für die Art von globalem Politikwechsel behandelt werden wird, der für die Schaffung einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur erforderlich ist.

Die Konsequenzen des Nicht-Handelns sind unaussprechlich. Wir können sie in den verzweifelten Augen der hungernden Kinder in Gaza erblicken und in einem sehr real möglichen Atompilz, wenn die britisch-geopolitischen Kriege nicht ein für alle Mal beendet werden.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Merz will heimlich Taurus-Raketen in die Ukraine schicken (14. Mai 2025, 18.30 Uhr)

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Am Sonntag, dem 11. Mai, um 2 Uhr morgens hielt der russische Präsident Wladimir Putin nach drei Tagen ununterbrochener Treffen und Feierlichkeiten zum Gedenken an den Sieg über den Faschismus in Europa eine Pressekonferenz ab und schlug die Wiederaufnahme umfassender Verhandlungen mit der Ukraine vor, um den NATO-Krieg gegen dieses Land zu beenden. Putin schlug vor, diese Verhandlungen am Donnerstag, dem 15. Mai, in Istanbul wieder aufzunehmen.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs, die sich mit Selenskyj in Kiew getroffen und damit in direkte Opposition zu den 30 Staatschefs gestellt hatten, die sich in Moskau zum Gedenken an den Großen Sieg versammelt hatten, forderten wenige Stunden zuvor eine 30-tägige Waffenruhe ab Montag früh. Sie wurden jedoch von Putins Pressekonferenz um 2 Uhr morgens und seinem unerwarteten Vorschlag überrascht. „Russland ist zu Gesprächen ohne Vorbedingungen bereit. Derzeit finden Kampfhandlungen und Krieg statt. Wir schlagen vor, die Verhandlungen, die nicht von uns unterbrochen wurden, wieder aufzunehmen. Was ist daran falsch?“

Wie Putin und andere wissen, war es die Ukraine, die die Gespräche, die im April 2022 in Istanbul beendet wurden, abgebrochen hat. Natürlich war es der damalige britische Premierminister Boris Johnson, der am 9. April desselben Jahres nach Kiew gereist war, um von der Ukraine zu verlangen, sich aus den bereits vereinbarten Verhandlungen mit Russland zurückzuziehen – was die Ukraine tat. Bis heute verbietet ein Ende 2022 im ukrainischen Parlament verabschiedetes Dekret jedem ukrainischen Präsidenten, mit Russland zu verhandeln, solange Putin an der Macht bleibt. Die Ukraine „ist nach wie vor gesetzlich daran gehindert, mit der russischen Seite zu verhandeln“, erklärte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, im März.

Obwohl Wolodymyr Selenskyj später am Sonntag Putin in westlicher Manier zu einem „Showdown“ am Donnerstag in Istanbul herausforderte, ist sich der nicht mehr gewählte ukrainische Staatschef bewusst, dass die Russen wissen, dass das Dekret aus Kiew weiterhin in Kraft ist. US-Präsident Donald Trump, der sicherlich nicht auf Formalitäten besteht, hatte einen Rat für die Ukraine: „Der russische Präsident Putin will kein Waffenstillstandsabkommen mit der Ukraine, sondern möchte sich am Donnerstag in der Türkei treffen, um über ein mögliches Ende des BLUTBADES zu verhandeln. Die Ukraine sollte dem UNVERZÜGLICH zustimmen. Zumindest kann dann festgestellt werden, ob eine Einigung möglich ist oder nicht, und wenn nicht, wissen die europäischen Staats- und Regierungschefs und die USA, woran sie sind, und können entsprechend vorgehen!“ Während viele seit Tagen behaupten, „niemand weiß, wo Trump in der Frage Russland und Ukraine steht“, ist die heutige Erklärung unmissverständlich: „Die Ukraine sollte dem UNVERZÜGLICH zustimmen.“

Einer der ausflankierten europäischen Staatschefs, die sich mit Selenskyj trafen, ist Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz, dem als erster Kanzler der Nachkriegszeit die große Ehre zuteilwird, erst im zweiten Wahlgang zum Kanzler gekrönt zu werden. Ebenjener Friedrich Merz schlug Mitte April in der Carmen-Miosga-Show des ARD-Fernsehens vor, deutsche Taurus-Langstreckenraketen in die Ukraine zu schicken, damit das Land nach drei Jahren Krieg gegen Russland aus der Defensive herauskommen könne. Merz nannte die Zerstörung der wichtigsten Landverbindung zwischen Russland und der Halbinsel Krim als Option. Merz hatte bereits vor den vorgezogenen Bundestagswahlen am 23. Februar die Lieferung der Marschflugkörper an die Ukraine unterstützt. Laut Medienberichten haben sowohl Friedrich Merz als auch der Regierungssprecher Stefan Kornelius verlautet, daß in Zukunft weniger Details und Diskussionen bezüglich der Tauruslieferung öffentlich gemacht werden würden. Was mag das wohl bedeuten?

Helga Zepp-LaRouche hatte bereits am 29. Januar in einem gemeinsamen Live-Dialog mit Dr. Werner Rügemer vor dem BlackRock-Kanzler Merz gewarnt

Das zweite beachtenswerte Ereignis an diesem Sonntag war die erste Sonntagsansprache des neugewählten Papstes Leo XIV. vor 100.000 Menschen, Katholiken und Nichtkatholiken, auf dem Petersplatz in Rom, wo er den Aufruf zum Frieden wiederholte, den er bei seiner Wahl am 8. Mai ausgesprochen hatte. „Papst Leo XIV. trat unter tosendem Applaus und in einer elektrisierenden Atmosphäre auf den Balkon von St. Peter, um seinen ersten Sonntagssegen zu erteilen und eine Ansprache zu halten, in der er zum Frieden in der Ukraine und im Gazastreifen aufrief“, berichtete CNN. In der Menge wehten Fahnen aus den USA, Mexiko, Brasilien, Spanien und vielen anderen Ländern. Nach dem Regina Caeli sagte der Papst an die Regierungen der Welt gewandt: „In der dramatischen Situation eines sich abzeichnenden Dritten Weltkriegs, wie Papst Franziskus mehrfach betont hat, wende ich mich auch an die Staats- und Regierungschefs der Welt und wiederhole den immer aktuellen Appell: ‚Nie wieder Krieg!‘“

CNN berichtet weiter: „Er sagte der Menge, er sei gekommen, um eine Botschaft des Friedens zu überbringen, und leitete die Gläubigen zum ersten Mal im Regina Caeli („Himmelskönigin“), wobei er die Versammelten mit dem Gesang des Gebets überraschte. Das Gebet ist eine von vier marianischen Antiphonen oder Gebeten an die Jungfrau Maria, die während der Osterzeit gesprochen werden.“ (Die Praxis des antiphonalen Antwortgesangs wurde von Ambrosius und Augustinus im 4. und 5. Jahrhundert eingeführt und in Werken wie Augustinus‘ „De Musica“ behandelt. Sie bezieht alle Gemeindemitglieder ein, so auch am Sonntag auf dem Petersplatz.)

Nach diesem Gebet rief Leo zu einem „authentischen, gerechten und dauerhaften Frieden“ in der Ukraine auf. Weiter sagte er: „Ich habe die Ankündigung des Waffenstillstands zwischen Indien und Pakistan mit Befriedigung aufgenommen und hoffe, dass durch die bevorstehenden Verhandlungen bald eine dauerhafte Einigung erzielt werden kann.“ Und Leo richtete auch einen Appell an die Welt zum Gazastreifen: „Möge es zu einer sofortigen Waffenruhe kommen! Humanitäre Hilfe muss für die betroffene Zivilbevölkerung bereitgestellt werden, und alle Geiseln müssen freigelassen werden.“

Das Motto lautet erneut: Die Kriegstreiber stehen auf der falschen Seite der Geschichte. Handeln Sie jetzt. Mobilisieren Sie sich mit der Internationalen Friedenskoalition, deren nächstes Treffen am 16. Mai stattfindet, und melden Sie sich für die internationale Konferenz des Schiller-Instituts vom 24. bis 25. Mai an.

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.


Internationale Friedenskoalition #101, 09.05.25, 17.00 Uhr (MEZ)

Achtzig Jahre danach: Warum wurde der Faschismus besiegt, aber nicht ausgerottet?

101. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Achtzig Jahre danach: Warum wurde der Faschismus besiegt, aber nicht ausgerottet?

02.05.25

17.00 Uhr

In dieser Woche jährt sich zum 80. Mal der Sieg über den Faschismus. Sie und ihre Organisationen sind herzlich zu einer intensiven Diskussion mit Larry Johnson, Glenn Diesen, Mossi Raz und anderen eingeladen. Bitte berichten Sie von Ihren Aktivitäten und Initiativen.

Zur Anmeldung

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg und die Naziherrschaft in Deutschland. Die damit verbundene Hoffnung auf dauerhaften Frieden, Zusammenarbeit der Völker und Schutz der Menschenwürde scheint heute, 80 Jahre danach, weiter entfernt denn je.

Am 9. Mai, dem Tag der Unterzeichnung der deutschen Kapitulation in Berlin, feiert Russland den Tag des Sieges im „Großen Vaterländischen Krieg“. Dazu sind die Staats- und Regierungschefs von 29 Nationen – darunter die BRICS-Mitglieder China, Brasilien und Ägypten – diese Woche in Moskau zusammengekommen.

In den letzten Wochen hat die russische Führung die Rolle Großbritanniens beim Aufstieg Nazi-Deutschlands und seinem „Drang nach Osten“ gegen Russland hervorgehoben und mit der Rolle der Vereinigten Staaten bei der Verteidigung von Demokratie und Souveränität kontrastiert. Als entscheidende Lehre für die Gegenwart haben Sergej Schoigu, Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, ehemals Sekretär des russischen Sicherheitsrates und jetzt persönlicher Berater von Präsident Wladimir Putin, sowie der von Sergej Naryschkin geleitete Auslandsgeheimdienst SVR dasselbe Thema angesprochen: die Vereinigten Staaten unter Lincoln und Roosevelt waren damals wie heute Russlands natürlicher Verbündeter im Kampf gegen den von Großbritannien beförderten Faschismus.

Die Menschheit ist jetzt erneut mit dem hässlichen Gesicht des Faschismus konfrontiert, ob es sich um die heutigen Anhänger des damaligen Hitler-Verbündeten Stepan Bandera in Kiew handelt oder die Anhänger von Wladimir Zeev Jabotinsky, den der israelische Staatspräsident Ben-Gurion wegen seiner offenen Verteidigung der Nazis einst als „Wladimir Hitler“ bezeichnete. In der israelischen Regierung unter Netanjahu treiben solche Kräfte die Auslöschung Gazas und seiner Bevölkerung voran. Ebenso kann man hinter den blinden Terrorakten (wie auf dem indischen Subkontinent) die Intention erkennen, geopolitische regionale Kriege zu entfachen.

Die britisch-zentrierten Finanzinteressen haben die Politik Schachts wiederbelebt – Aufrüstung für den Krieg, verbunden mit einer Rettung des bankrotten Finanzsystems –, in dem Versuch, damit ihre Weltordnung zu retten.

In ihrem internationalen Webcast-Dialog „Drei gefährliche Brennpunkte, eine Lösung“ identifizierte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche das Problem – und dessen Lösung:

„Wir sehen weltweit ein ganzes Muster von Angriffen gegen jedes einzelne BRICS-Land. […] [In der aktuellen Krise zwischen Indien und Pakistan] muss als Erstes der [Indus-Wasservertrag] zwischen Indien und Pakistan wieder in Kraft gesetzt werden, denn das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Andernfalls [sollten sie] sich wirklich auf das Neue Paradigma einlassen, denn es gibt Bestrebungen, all diese Fragen zu klären – wenn man sich auf die Grundsätze der Zusammenarbeit einigt. Da die BRICS-Länder beabsichtigen, die fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz sowie die UN-Charta anzuwenden, gibt es bereits einen Rahmen. Wenn man sich also darauf einigt, dass dies die Grundprinzipien sind, die man aufrechterhalten will, kann man alle heiklen Fragen separat diskutieren, wie es im Westfälischen Frieden geschehen ist.

Ich denke, dass Russland und China und viele andere Länder – wie Indonesien, Brasilien, Nigeria, Südafrika – sich einem solchen Ansatz anschließen könnten.“


Friedrich Merz – Kanzler der zweiten Wahl

„Was die Wähler über den Kanzlerkandidaten Friedrich Merz wissen müssen“ – dieses hochaktuelle Thema stand im Mittelpunkt von Helga Zepp-LaRouches wöchentlichem Live-Dialog am 29. Januar.

Ihr Gesprächspartner war Dr. Werner Rügemer, bekannt durch seine Bücher und Vorträge.

Aus aktuellem Anlass posten wir hier zwei Auszüge aus dem Dialog.

Dr. Rügemer kommentiert Merz und BlackRock.

Werner Rügemer: Deutschland muss sich bei den BRICS einklinken.

Werner Rügemer lebt in Köln und arbeitet als Publizist, Buchautor, Referent, Berater und Stadtführer. Er publiziert zu den folgenden thematischen Schwerpunkten:  1. Nationale und internationale Kapital- und Arbeitsverhältnisse, 2. Die Gene und Praktiken des US-geführte Kapitalismus, national und global; the geopolitics of modernized and hidden slave labour, 3. Der gegenwärtige Systemkonflikt, national und global – und die notwendige Entwicklung des Weltsystems nach Prinzipien des Völkerrechts und der UN-Menschenrechte einschließlich der Arbeits- und Sozialrechte. Dr. Rügemer promovierte 1978 über “Philosophische Anthropologie und Epochenkrise” und ist Mitherausgeber der seit März 2024 erscheinenden „World Marxist Review“ (London/Shaanxi); Mitglied im Deutschen Schriftstellerverband (VS/Verdi) und im PEN-Zentrum Deutschland.

Eine Liste seiner Publikationen finden Sie auf seiner Webseite.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Drei gefährliche Hotspots, eine Lösung (7. Mai 2025, 18.30 Uhr)

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Flash: Was bedeutet Friedrich Merz‘ ‚Wahl im zweiten Anlauf‘ zum deutschen Kanzler für die zukünftige Rolle Deutschlands?

Die verschiedenen strategischen Krisenherde befinden sich heute in unterschiedlichen Phasen der Eskalation oder vorübergehender Deeskalation, sei es in der Ukraine, im Konflikt zwischen Pakistan und Indien oder in Südwestasien, wobei der Krieg und die Gräuel in Gaza am dringendsten beendet werden müssen.

Diese Weltlage unterstreicht die Bedeutung der Konferenz des Schiller-Instituts in drei Wochen mit dem Titel „Eine schöne Vision für die Menschheit in Zeiten großer Turbulenzen“ und den entscheidenden Prozess der Internationalen Friedenskoalition, die nun seit 100 Wochen in Folge tagt.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, insistiert, dass alle Krisen auf höchster Ebene angegangen werden müssen. Sie sagte heute, wir müssen „eine Welt schaffen, in der Probleme durch Entwicklung gelöst werden“. Die Dynamik ist in Gang gekommen und gewinnt an Kraft. Im Juli findet in Brasilien der BRICS-Gipfel findet statt.

Zepp-LaRouche stellte die Aufgabe, in den nächsten fünf Wochen bis zur UN-Sitzung vom 2. bis 4. Juni in New York City für eine Zwei-Staaten-Lösung für Gaza und einen Wiederaufbauplan für den Oasen-Plan zu mobilisieren. Im Rahmen dieser Mobilisierung bietet die zweitägige Konferenz des Schiller-Instituts am 24. und 25. Mai im Großraum New York die Gelegenheit, über die damit verbundenen Prinzipien zu beraten. Registrieren Sie sich jetzt! Schließen Sie sich der Internationalen Friedenskoalition an!

Im Hinblick auf die Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Sieges über den Faschismus veröffentlichte Diane Sare, Präsidentin der LaRouche Organisation (TLO) ein Flugblatt mit dem Titel VE Day 2025: Celebration and Rededication. Darin schreibt sie:

„Feiern wir also nicht nur den Sieg, der vor acht Jahrzehnten auf den Schlachtfeldern Europas errungen wurde, sondern beschließen wir jetzt, dass keiner der Toten dieses Krieges oder der tragischen Kriege, die danach folgten, vergebens gestorben ist. Wir müssen jetzt handeln, damit das unschuldige palästinensische Kind, der gefallene IDF-Soldat, der furchtlose russische Jugendliche oder der eingezogene Asow-Kämpfer in ihrer besseren Natur verewigt werden – der universellen Güte des Menschen, die aus unbekannten Gründen verdunkelt oder unter den gequälten Seelen begraben wird, die die Aggressoren waren, die aber dennoch Menschen sind.  Kein Mensch ist ein Tier.

Unser heutiges Handeln, um eine gerechte Welt zu schaffen, wird den Zweck jener verstorbenen Seelen erfüllen, die in Unschuld, Schuld oder Tapferkeit umgekommen sind, ganz gleich, was sie für ihren Zweck gehalten haben mögen.“

Schliessen Sie sich Helga Zepp-LaRouche und der LaRouche-Bewegung an und seien Sie ein aktiver Teilnehmer in der Schaffung des Neuen Paradigmas.

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.


Entwicklung als „Waffe des Friedens“ einsetzen

Seit bald zwei Jahren veranstaltet die Internationale Friedenskoalition (IPC, IFK), die gegründet wurde, um Friedensbewegungen in aller Welt unabhängig von ihrer Ideologie zu vereinen, wöchentliche Onlinekonferenzen mit tausenden Teilnehmern aus über 50 Ländern. Am 2. Mai feierte die Koalition einen Meilenstein mit ihrer 100. wöchentlichen Sitzung.

Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, gab einen ungeschminkten Lageüberblick. Obwohl der Einfluß der IPC zunehme, gebe es „eine höchst beunruhigende Zunahme von Konflikten“. Auch wenn die einzelnen Konflikte regionale Ursachen haben mögen, liege die eigentliche Ursache in den Spannungen durch den Niedergang der alten kolonialen Weltordnung und den Aufstieg eines neuen Systems. Zepp-LaRouche erwähnte den erneuten Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Indien und Pakistan und forderte eine unabhängige Untersuchung des Terroranschlags, der der Auslöser war. Die Lage dort eskaliere, auf beiden Seiten werde der Einsatz von Atomwaffen nicht ausgeschlossen.

In der Ukraine gebe es ein neues Abkommen, wonach die USA dort Rohstoffe ausbeuten können und einige US-Truppen in der Ukraine bleiben werden. „Das könnte den Russen nicht gefallen.“ Leider seien „einige verrückte Europäer fest entschlossen, diesen Krieg fortzusetzen“.

In Bezug auf den von Präsident Trump ausgelösten Handelskrieg warnte sie, solche Zölle könnten einen Zahlungsausfall von Entwicklungsländern und sogar den Zusammenbruch des Finanzsystems auslösen. Trump habe das nicht durchdacht.

Seit dem 2. März blockiere Israel nun den Gazastreifen, ein solcher Mißbrauch von Nahrung als Waffe sei ein Kriegsverbrechen. Die IPC habe eine internationale Mobilisierung begonnen, um LaRouches Oasenplan1 auf die Tagesordnung der hochrangigen Konferenz über die Zweistaatenlösung zu setzen, die die UNO für den 2.-4. Juni in New York geplant hat. Der verstorbene Papst Franziskus habe Entwicklung als „Waffe des Friedens“ beschrieben und damit indirekt den Ansatz des Oasenplans unterstützt.

So wichtig regionale Maßnahmen auch sein mögen, für eine dauerhafte Lösung müsse man die Geopolitik beenden. Man brauche ein neues Paradigma, das die Menschheit an die erste Stelle setzt, mit einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur.2

Oberst a. D. Richard Black, ehemaliger Leiter der Strafrechtsabteilung der US-Armee und ehemaliger Landessenator in Virginia, warnte, die USA seien „während der Biden-Regierung gegenüber China extrem provokativ geworden“. Er gab einen Überblick über solche Aktivitäten, wie den Besuch der Kongreßabgeordneten Nancy Pelosi und anderer in Taiwan, der China bewußt provozieren sollte. „Bedenken Sie das Ausmaß eines möglichen Krieges mit China und vergleichen Sie ihn mit Vietnam!“ Der Vietnamkrieg habe die USA viel gekostet und für sie mit einer Niederlage geendet, und China sei 29 Mal so groß wie Vietnam, mit einer viel größeren Bevölkerung und viel modernerer Technologie.

Der ehemalige iranische Botschafter in Deutschland, Hossein Mousavian, beschrieb, wie der Iran sich um einen Kompromiß mit dem Westen bemühte: Das Land habe sich bereit erklärt, mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zusammenzuarbeiten und zu 60% angereichertes Uran nach Rußland zu exportieren, um die Befürchtung zu zerstreuen, daß es den Bau von Atomwaffen anstrebt. Die Trump-Regierung habe einige Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt, aber dann die Entsendung des US-Expertenteams nach Oman abgesagt – nach einer Intervention des israelischen Regierungschefs Netanjahu, der erklärte, Israel werde nur das „libysche Modell“ des Verzichts auch auf friedliche Kernkraftnutzung akzeptieren (was mit der völligen Zerstörung Libyens endete). Die Behauptung von US-Außenminister Rubio, Urananreicherung diene ausschließlich der Herstellung von Bomben, sei eine lächerliche Unwahrheit. Mousavian nannte eine lange Liste von Staaten, die Anreicherungsprogramme, aber keine Atomwaffen haben.

Ofer Bronchtein, ehemaliger Berater des israelischen Präsidenten Jitzhak Rabin und Präsident des Internationalen Friedensforums in Paris, ist heute Berater von Präsident Macron für die Lage in Israel. Er ist überzeugt, daß die französisch-saudische Initiative für eine Zweistaatenlösung Erfolg haben kann, und will eine Koalition bilden, die sie unterstützt. Zepp-LaRouche bat ihn, sich der Mobilisierung für den Oasenplan anzuschließen, und er antwortete, Rabin habe die Bedeutung der Wasserversorgung verstanden: „Ohne Wasser wird es keinen Frieden geben.“

Völkerrecht in Gefahr

Jonathan Kuttab, internationaler Menschenrechtsanwalt, Geschäftsführer von Friends of Sabeel North America und Mitbegründer von Nonviolence International, sprach über das Problem der „völligen Straffreiheit Israels bei der Mißachtung des Völkerrechts“. Israel mache sich nicht einmal mehr die Mühe, militärische Ziele als Ausrede vorzubringen. Israels Streitkräfte hätten über 230 Journalisten getötet, mehr als in jedem früheren Konflikt auf der Welt. „Wir sehen heute einen gezielten Angriff auf internationale Institutionen, auf internationale Gerichte und auf das Völkerrecht an sich.“ Dies habe Auswirkungen weit über den Nahostkonflikt hinaus.

Anschließend wurden Ausschnitte aus einem Videointerview von Gerald Belsky von EIR mit Maoz Inon gezeigt, einem israelischen Friedensaktivisten und Anführer der kommenden Friedensdemonstration „People‘s Peace Summit“ in Jerusalem am 8./9. Mai. Inon sagte, nur mit dem Traum einer besseren Zukunft könne man die Realität verändern. Man müsse es laut herausschreien, tanzen und singen, um den Traum zu verwirklichen. Notwendig seien jetzt Diplomatie, Dialog und Verhandlungen. Die jüngsten Großbrände in Israel seien eine Folge davon, daß Investitionen, die für die Wasserwirtschaft vorgesehen waren, für militärische Zwecke umgeleitet wurden.

Der LaRouche-Aktivist Robert Castle berichtete über seine Arbeit mit jungen Menschen. Er arbeitet mit der Kongreßkampagne von José Vega in New York zusammen, spricht Studenten an und „fordert die jungen Bürger unserer Republik auf, sich zu fragen, ob sie eine moralische Verantwortung haben, in dieser Krise zu intervenieren“.

Zepp-LaRouche stimmte Kuttab zu: Es gehe um mehr als nur um Gaza, das größere Problem sei die Untätigkeit der Weltgemeinschaft angesichts des Völkermords, das könne zu einem völligen Zusammenbruch des Völkerrechts und Abstieg in die Barbarei führen. Das Völkerrecht habe erst mit dem Westfälischen Frieden begonnen, der es notwendig machte.

Diskussion

Zepp-LaRouche beantwortete eine Frage zum Konflikt zwischen Indien und Pakistan mit der Frage: „Cui bono?“ Wem nützt es? Viele Länder, die dem BRICS-Bündnis beitreten wollen, seien Ziel wirtschaftlich-finanzieller Kriegsführung oder gewaltsamer Destabilisierung.

Kuttab wurde gefragt, was die Zivilgesellschaft tun könne, wenn Regierungen untätig bleiben. Er befürwortete die Boykottkampagne BDS und sagte, wir sollten Fußball- und Kulturorganisationen gründen (die eine große Rolle bei der Beendigung der Apartheid in Südafrika spielten).

Ein deutscher Teilnehmer forderte, für den Oasenplan Solarenergie statt Kernenergie zu nutzen. Er wurde zur bevorstehenden Konferenz des Schiller-Instituts eingeladen, auf der dieses Thema behandelt wird. Co-Moderator Dennis Small erinnerte daran, daß die Energieflußdichte der Maßstab für die Bewertung von Energiequellen sei. Weil die Iberische Halbinsel vollständig auf Solar- und Windenergie umstellte, sei dort letzte Woche das gesamte Stromnetz ausgefallen.

Eine Frage lautete: War Rabins Ermordung der Auslöser für die aktuelle Krise? Kuttab antwortete, fraglos habe Rabin versucht, „mit der Situation auf neue Weise umzugehen“, aber es habe auch davor und danach Probleme gegeben.

Die Moderatorin Anastasia Battle berichtete über einen Angriff auf das Schiff der Freedom Flotilla mit Hilfsgütern für Gaza in internationalen Gewässern, auf dem einige IPC-Teilnehmer an Bord sind. Die IPC hoffe, daß sie sicher und wohlauf sind.

Auf eine Frage der China Media Group zum Handelskrieg antwortete Zepp-LaRouche: „Präsident Trump schwankt jetzt hin und her und reagiert auf Druck.“ Sie zitierte Nikolaus von Kues: Man könne ein systemisches Problem nicht lösen, indem man sich nur mit Nebensächlichkeiten befaßt. Der kreative Geist des Menschen habe immer die Fähigkeit, ein Problem auf einer höheren Ebene zu lösen als der, auf der es entstanden ist. Abschließend erneuerte sie ihren Appell an alle mitzuhelfen, den Oasenplan und die Zehn Prinzipien auf die Tagesordnung der UN-Konferenz im Juni zu setzen.


Anmerkungen

1. Der Oasenplan: LaRouches Vision für Südwestasien, Video, Schiller-Institut, und
    The Oasis Plan – The LaRouche Solution for Southwest Asia,
    eine umfassende Darstellung des Oasis Plans (englisch), Schiller-Institut.

2. Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur,
    Helga Zepp-LaRouche, Schiller-Institut.


Helga Zepp-LaRouche in China: Energieflußdichte als Maßstab für eine erfolgreiche Energiepolitik

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, nahm am 25.4. an einer Podiumsdiskussion in China zum Thema „Wege der Innovation im globalen grünen Wandel“ teil, die von der China Media Group (CMG) veranstaltet und von Yang Zhao von CGTN moderiert wurde. Sie teilte sich das Podium mit Simisa Berjan, Botschafter von Bosnien und Herzegowina in China, Khalil Hashmi, Botschafter Pakistans, Dr. Veysel Binbay, Direktor für Technologie und Innovation bei der Asia-Pacific Broadcasting Union (ABU), und Abbey Makoe, Gründer und Chef des Global South Media Network.

Über die globale grüne Wende und die Politik der CO2-Neutralität sagte Zepp-LaRouche, diese seien sicherlich nicht von Vorteil für Entwicklungsländer, aber auch nicht für europäische Länder. „Das ist eigentlich ein Betrug, der dem Finanzsektor hilft, aber nicht dem Industriesektor.“ Deutschlands Wirtschaft befinde sich im freien Fall wegen der Energiewende, des Atomausstiegs und des Boykotts von billigem russischem Gas. China hingegen „nutzt erneuerbare Energien, investiert aber auch in die sehr fortschrittliche Kernspaltung der vierten Generation und hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2034-35 die Fusionsenergie einsatzbereit zu haben“. Deutschland dagegen habe die Kernenergie abgeschafft, ohne einen Ersatz zu haben.

Zepp-LaRouches Antwort auf eine Frage nach den erforderlichen Investitionen kam für viele unerwartet, wurde aber gut aufgenommen. „Am intelligentesten ist es, in die Dinge zu investieren, die am effizientesten sind. Solar- und Windenergie scheinen zwar leicht verfügbar und weniger kostenintensiv zu sein, aber in Wirklichkeit ist das nicht der Fall. Denn man muß das Konzept der Energieflußdichte berücksichtigen. Je höher die Energieflußdichte, desto höher ist im allgemeinen die Produktivität des Produktionsprozesses in der Industrie insgesamt.“

Deutschland beispielsweise sei eine sehr fortschrittliche Volkswirtschaft, aber mit sehr niedrigen Energieflußdichten wie Solar- und Windenergie sei es unmöglich, ihre hohe Produktivität aufrechtzuerhalten. Daher würden die Industrieunternehmen allmählich erkennen, daß der Atomausstieg ein großer Fehler war. Die entscheidende Frage sei: „Wie läßt sich die weltweit produzierte Energiemenge mit dem Bedarf der Bevölkerung in Einklang bringen? Die niedrige Energieflußdichte von Solar- und Windenergie entspricht nur einer Bevölkerungsdichte von etwa 1, vielleicht 2 Milliarden Menschen. Wenn man aber eine Bevölkerung von 8, 10 oder sogar 20 Milliarden Menschen versorgen will, was ohne weiteres möglich wäre, dann muß man unbedingt in Bereiche mit hoher Energiedichte investieren.“ Dazu gehören Kernkraftwerke der vierten Generation, die sicher und umweltfreundlich seien und keine nennenswerten Emissionen verursachen.

Zepp-LaRouche wies darauf hin, daß China und Rußland Kernkraft und andere fortschrittliche Technologien in Entwicklungsländer exportieren, während Europa nur auf grüne Ideologie und „nachhaltiges Wachstum“ setzt. In Afrika lebten jedoch 600 Millionen Menschen ohne Strom. „Viele im Globalen Süden sind zu dem Schluß gekommen, daß nachhaltige Technologie nur ein anderes Wort für keine Technologie ist.“


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