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Ein weiterer Schritt näher an der nuklearen Apokalypse: Deutschland braucht eine neue Sicherheitsarchitektur

Es scheint, als sei die Erinnerung an die Zerstörung und das Leid zweier Weltkriege ausgelöscht worden. Für den Krieg gegen Russland werden immer mächtigere und weitreichendere Waffen geliefert, als gäbe es im Kampf gegen die Atommacht Russland keine roten Linien. Wladimir Putins Geduld wird als Schwäche interpretiert, was eine potenziell fatale Fehleinschätzung ist!

Sollte die Erlaubnis erteilt werden, amerikanische und britische Langstreckenraketen für Angriffe tief in russisches Gebiet einzusetzen, wäre das Risiko einer Eskalation zu einem Atomkrieg größer als während der Kubakrise. Präsident Putin hat gewarnt, dass der Einsatz solcher Waffen bedeuten würde, dass die NATO-Staaten sich im Krieg mit Russland befinden, und der stellvertretende russische Außenminister Rjabkow hat eine Überarbeitung der russischen Nukleardoktrin angekündigt, die derzeit den Einsatz russischer Atomwaffen nur im Falle einer Bedrohung der Existenz des russischen Territoriums vorsieht.

Am 26. August meldete die New York Times, dass Präsident Biden bereits im März dieses Jahres die Nukleardoktrin der USA geändert habe, um der Gefahr eines gleichzeitigen Kriegs gegen Russland, China und Nordkorea zuvorzukommen. In diesem strategischen Zusammenhang ist die vom Bundeskanzler im Juli verkündete Entscheidung der USA (!) zu sehen, ab 2026 amerikanische Mittelstreckenraketen in Deutschland zu stationieren. Eine Debatte darüber gab es weder im Bundestag noch in der Öffentlichkeit. Nun wird berichtet, dass das Pentagon eine Studie über die Auswirkungen des radioaktiven Fallouts auf die globale Landwirtschaft, insbesondere in Osteuropa, in Auftrag gegeben hat.

Sollte es zu einem Krieg kommen, wird Deutschland das Hauptziel eines Angriffs sein, und wenn Atomwaffen eingesetzt werden, wird von Deutschland nichts mehr übrig bleiben, keine Industrie, keine Städte, keine Infrastruktur – und keine Menschen. Mit anderen Worten: Wir sind in einer militärischen Strategie gefangen, in der es im schlimmsten Fall kein Überleben geben wird. Liegt das im Interesse Deutschlands?

Am Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung bestand die Chance, eine Friedensordnung für das 21. Jahrhundert zu etablieren. Diese große Chance für die Menschheit wurde durch den beispiellosen Triumphalismus des Westens verpasst, alle Versprechen an Michail Gorbatschow und Boris Jelzin wurden gebrochen, und heute stehen wir am Rande eines globalen Atomkrieges, der alles Leben auf diesem Planeten auszulöschen droht.

Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen werden und darf daher niemals geführt werden. John F. Kennedy warnte die Welt nach der Kubakrise, dass eine nukleare Supermacht niemals in eine Lage gebracht werden sollte, in der sie zwischen „einer demütigenden Niederlage oder einem Atomkrieg“ wählen muss. Mächte müssen Konfrontationen abwenden, die einen Gegner vor die Wahl stellen, entweder einen demütigenden Rückzug anzutreten oder einen Atomkrieg zu führen. Noch nie war es dringender als heute, einen Konflikt auf diplomatischem Wege zu lösen.

Die Themen werden in einem Zoom-Seminar von den folgenden Zeugen und Wissenschaftlern diskutiert, die aufgrund ihres Lebenswerks und ihrer Expertise hervorragend qualifiziert sind, die dringend benötigte öffentliche Diskussion anzustoßen, die in Deutschland derzeit fehlt.

Redner

Botschafter Jack Matlock, US-Botschafter in der Sowjetunion, 1987-1991. (Im Wortlaut lesen)

Dr. Ted Postol, emeritierter Professor des MIT und einer der weltweit führenden Experten für Atomwaffen (Im Wortlaut lesen)

Ray McGovern (U.S.A.), Analyst, Central Intelligence Agency (CIA-ret.), Mitbegründer von Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) (Im Wortlaut lesen)

Rainer Rupp, Militär- und Geheimdienstexperte (Deutschland): „Die Planer der US-Streitkräfte nehmen keine Rücksicht auf Zivilisten“, Deutschland (Im Wortlaut lesen)

Oberst. a. D. Alain Corvez — Internationaler Berater, ehem. Berater der französischen Ministerien für Verteidigung und Inneres, Frankreich (Im Wortlaut lesen)

Wolfgang Effenberger, Autor, “The Foundations of International Law” & „Die unterschätzte Macht Von Geo- bis Biopolitik Oligarchen transformieren die Welt“ (2022)., Deutschland (Im Wortlaut lesen)

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts (Im Wortlaut lesen)


Ein weltweiter Westfälischer Frieden muß auf die Tagesordnung

Bericht vom 72. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Zur Eröffnung des 72. wöchentlichen Onlinetreffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. Oktober betonte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, nach der Ermordung des Hamas-Führers Sinwar drohe, anders als einige führende US-Vertreter behaupten, eine weitere Eskalation des Krieges in Südwestasien. Israels Regierungschef Netanjahu beabsichtige einen Angriff auf den Iran, und Rußland warne Israel davor, die iranischen Atomanlagen anzugreifen. Der Iran habe von Rußland fortschrittliche Raketensysteme erhalten, deren Betrieb russische Spezialisten erfordert, gleichzeitig seien hundert US-Soldaten in Israel für den Betrieb des Raketensystems THAAD. Es könnte also zu einer direkten Konfrontation zwischen den USA und Rußland kommen. Unterdessen gehe die ethnische Säuberung in Palästina weiter, Israel habe 400.000 Menschen im nördlichen Gazastreifen zu „Kämpfern“, d.h. zu Freiwild erklärt.

Gleichzeitig „gibt es keine Chance der Welt, daß die Ukraine gegen Rußland gewinnt“. Dennoch fordere Präsident Selenskyj, dem die Realität völlig egal sei, die sofortige Aufnahme der Ukraine in die NATO oder ihre Ausstattung mit Atomwaffen, und beides würde unausweichlich zum Dritten Weltkrieg führen.

Zepp-LaRouche sagte, sie sei ermutigt, daß der Generaldirektor für Rüstungskontrolle im chinesischen Außenministerium, Sun Xiaobo, einen ähnlichen Aufruf wie ihren Aufruf zu einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gemacht hat.1 Da die bestehenden Sicherheitsstrukturen nicht ausreichen, um einen Atomkrieg zu verhindern, müßten wir unseren Vorschlag in der Tradition des Westfälischen Friedens auf die internationale Tagesordnung setzen.

Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der israelischen Knesset, ehemaliger Generaldirektor von Peace Now und ehemaliger Fallschirmjäger, sagte: „Es ist ganz klar, daß es sich hier um einen Konflikt zwischen mehr als zwei Parteien handelt… Er ist zu einem globalen Krieg geworden, den wir beenden müssen.“ Friedensaktivisten in Palästina und Israel forderten dasselbe: die Geiseln auf beiden Seiten freilassen, die Feindseligkeiten beenden und eine Zwei-Staaten-Lösung einleiten. Raz berichtete positiv über das Gespräch zwischen Papst Franziskus, dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und dem ehemaligen palästinensischen Außenminister Nasser Al-Kidwa am 17. Oktober im Vatikan, bei dem ein israelisch-palästinensischer Friedensvorschlag gemacht wurde.

Graham Fuller, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, warnte, Israels Vorgehen in der Großregion Nahost sei ein Brandbeschleuniger in der gesamten Region. Er beklagte die „verblüffende westliche Untätigkeit“ dem gegenüber. Er sei jedoch ermutigt durch die Friedensaktionen der amerikanischen Studenten und weil die Außenpolitik nun auch eine gewisse Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf spiele.

Israel strebe nicht mehr nur nach Rache für den 7. Oktober, sondern nutze dies als Vorwand für umfassendere ethnische Säuberungen und territorialen Expansionismus. Gleichzeitig legten andere Staaten in der Region ihre Differenzen beiseite, wie es noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre. „Der geopolitische Schwerpunkt verlagert sich vom Westen weg.“

Zepp-LaRouche sagte daraufhin, man müsse das Streben nach einem „Eretz Israel“ – Großisrael – beenden und zu einer Politik übergehen, die im gemeinsamen Interesse aller in der Region liegt. Das Treffen im Vatikan sei hoffnungsvoll, aber nicht ausreichend. Daraus entwickelte sich ein fruchtbarer Austausch zwischen ihr und Raz. Sie sagte: „Solche Teillösungen sind sehr, sehr wichtig, wenn sie in eine neue Gesamt-Sicherheitsarchitektur eingebettet sind, wie es mit dem Westfälischen Frieden gelungen ist.“ Das müsse heute Rußland, China, die USA und die BRICS einschließen. Raz antwortete: „Ich stimme voll und ganz zu.“ Die Vorschläge von Nasser Al-Kidwa und Ehud Olmert seien wichtig und Grund zur Hoffnung, besonders wenn sie von Menschen mit ihrer Erfahrung und ihrem Ansehen kommen. Dieser Vorschlag könne zusammen mit dem Vorschlag der Arabischen Liga im Zusammenhang mit dem umfassenderen „Oasenplan“ des Schiller-Instituts für die Region funktionieren.

Der New Yorker Kongreßkandidat José Vega las aus neu veröffentlichten Briefen von Leah Rabin, der Witwe des israelischen Ministerpräsidenten, der die Osloer Abkommen aushandelte und vor fast 29 Jahren ermordet wurde. Er bat Raz um einen Kommentar, der antwortete, er stimme mit Leah Rabin überein, das Problem seien jedoch nicht einzelne Personen wie Netanjahu oder wie Sinwar bei der Hamas. Die Mehrheit der Israelis sei für den Krieg. Wenn es entsprechende Führungspersönlichkeiten gebe, die für ein Friedensabkommen mobilisieren, könnten wir es vielleicht schaffen.

Es folgte ein Ausschnitt aus einem Videointerview mit Prof. Jeffrey Sachs, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Politikanalyst und Professor an der New Yorker Columbia-Universität.2 Er beschrieb die Verhaftung von Studenten, die Frieden in Palästina fordern, und die Schikanen des US-Kongresses gegen die Universitätsleitungen. Die Universitäten hätten „vergessen, daß sie Universitäten sind“.

Sachs äußerte sich auch zu der bevorstehenden Sare-Vega-Friedensveranstaltung mit klassischer Musik in New York am 26. Oktober:3 Dies erinnere ihn an ein Konzert mit führenden Vertretern der G20, dem er beiwohnte und wo er sah, wie sie von der Aufführung des Finales von Beethovens neunter Symphonie berührt waren. Hinter dem Konflikt zwischen Israel und Palästina stecke ein grundlegenderes Problem, das der US-Sicherheitsstaat, der „tiefe Staat“, schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Gang setzte, das sich aber im Laufe dieses Jahrhunderts vervielfacht habe: Der außergewöhnliche Anspruch, die „einzige Supermacht“ zu sein, müsse dringend überdacht werden.

Diane Sare, unabhängige Senatskandidatin der LaRouche-Bewegung in New York, sagte: „Wir müssen den Kurs der Vereinigten Staaten irgendwie ändern.“ Die Feinde der Zivilisation hätten ein falsches Verständnis von Macht, weil sie glauben, Macht entstehe durch Gewalt. Martin Luther King habe ein anderes, besseres Verständnis gehabt. Den anderen Kandidaten außer ihr und José nach zu urteilen, werde diese Wahl Amerikas Probleme nicht lösen.

Während der Diskussion wurden Videoaufnahmen von einer Friedensdemonstration in Deutschland gezeigt.4 Zepp-LaRouche betonte, die Russen hätten den Konflikt nicht verursacht. Auf eine Frage nach einem Dialog zwischen den Kulturen antwortete Zepp-LaRouche, wenn sich Menschen aus verschiedenen Kulturen informell zusammensetzen und sich von Angesicht zu Angesicht treffen, kämen sie freundschaftlich miteinander aus. Das liege daran, daß die Menschen grundsätzlich gut sind. Konflikte und Elend würden von mächtigen Interessen verursacht, die ihre eigenen Motive verfolgen. Sie begrüßte den Vorschlag eines Teilnehmers, eine Veranstaltung zu organisieren, bei der Kinder aus aller Welt im Interesse des Friedens kulturelle Beiträge aus ihren Ländern präsentieren.

Zepp-LaRouche wurde um einen Kommentar zur Rolle der Briten gebeten. Sie antwortete, es seien die Briten, die ständig die Vereinigten Staaten „anstacheln“. Dahinter stecke das alte Prinzip des Britischen Empire: „teile und herrsche – immer Mißtrauen säen, um zu manipulieren“. Sie erinnerte an die Konferenz von Bandung 1955, wo die Führer des Globalen Südens die USA daran erinnerten, daß die Amerikanische Revolution die erste antikoloniale Revolution war. Das Britische Empire existiere in getarnter Form noch immer, und die USA hätten sich leider dazu überreden lassen, es zum Vorbild für ihre Außenpolitik zu nehmen. Die internationale „grüne“ Bewegung sei ein Ausdruck der malthusianischen Doktrin des Empire.

In ihren Schlußbemerkungen erwähnte Zepp-LaRouche, es gebe massive Versuche, die BRICS-Staaten zu destabilisieren, und in einem Fall – Argentinien – sei es gelungen, die Entscheidung des Landes, den BRICS beizutreten, rückgängig zu machen. „Viele Führer der BRICS-Staaten sind unglaublich weise und reife Staatsmänner.“ Früher hätten wir in Europa Staatsmänner wie Adenauer und De Gaulle gehabt, aber die heutigen führenden Politiker „haben eine Statur wie Zwerge“. Wir müßten die Geopolitik überwinden, denn das Bestreben, die Welt in zwei Blöcke zu spalten, sei der Hauptgrund für die Weltkriegsgefahr.

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Anmerkungen

1. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/

2. https://www.youtube.com/watch?v=m1mV_XEmaLs

3. https://www.vegasarepeacefund.org/

4. https://www.youtube.com/watch?v=8DxRiaeLn4c


Wo sind die mutigen Führungspersönlichkeiten? Greifen Sie mit Schönheit in die Geschichte ein

72. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Freitag, 18. Oktober 2024

17.00 Uhr (MESZ)

Graham Fuller, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der Knesset, ehemaliger Generaldirektor von Peace Now und ehemaliger Fallschirmjäger der IDF, und andere werden sich der Diskussion anschließen.

Zur Anmeldung

Während der US-Kongress in seinen Wahlkreisen Wahlkampf betreibt und die Medien die Menschen im Vorfeld der US-Wahlen am 5. November mit emotionsgeladenen Nachrichten bombardieren, läuft die Welt auf einer ganz anderen Zeitachse. Südwestasien steht kurz vor der Explosion, da Israel seine barbarischen Aktionen auf Gaza, das Westjordanland und den Libanon ausweitet und mit einem umfassenden Angriff auf den Iran droht. Der iranische Präsident und der Außenminister sind in diplomatische Aktivitäten verwickelt, um dies zu verhindern. Präsident Peseschkian sprach mit dem französischen Präsidenten Macron, und der iranische Außenminister Araghchi reiste in den Irak, nachdem er in etwas mehr als einer Woche Beirut, Damaskus, Riad und Doha besucht hatte.

Dennoch droht Israel nach dem Angriff des Iran Anfang des Monats weiterhin mit Vergeltung und droht damit, die gesamte Region in Flammen aufgehen zu lassen. Ein Konflikt zwischen Israel, einer geheimen Atommacht mit voller Unterstützung der USA, und dem Iran, der kürzlich seine Verteidigungs Beziehungen zu Russland ausgebaut hat und angeblich in der Lage ist, die Produktion einer einfachen Atombombe innerhalb weniger Tage zu einzurichten, zeigt, wie leicht dies zu einem globalen Atomkonflikt werden könnte.

Die Vorstellung, dass der „liberale“ und „demokratische“ Westen in Zukunft auch nur eine bescheidene Glaubwürdigkeit haben wird, hat sich im Wesentlichen zerschlagen, da nun Berichte eingehen, dass Israel eine vollständige „Kapitulation oder Hungerkampagne“ für den nördlichen Teil des Gazastreifens – Heimat von etwa 300.000 Menschen – anstrebt. Hinzu kommen die zunehmenden Berichte über Scharfschützen Geschosse, die in palästinensischen Kindern gefunden wurden, und der jüngste Angriff auf das Al-Aqsa-Krankenhaus in Gaza, bei dem Patienten bei lebendigem Leib verbrannten. Währenddessen stehen die USA weiterhin „an der Seite Israels“ und haben nun angekündigt, ein fortschrittliches THAAD-Raketenabwehrsystem – zusammen mit amerikanischen Truppen – nach Israel zu schicken. Diese Situation erreicht einen absoluten Bruchpunkt und darf so nicht weitergehen.

In der Ukraine sieht es nicht besser aus. Obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass auf einen Politikwechsel hin gearbeitet wird, da immer mehr zugeben, dass ein Sieg der Ukraine über Russland unmöglich ist, gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass sich die Gesamtstrategie des Westens, die strategische Niederlage Russlands anzustreben, geändert hat. Präsident Biden wird nun im Laufe dieser Woche nach Deutschland reisen, wobei abzuwarten bleibt, ob er mehr als nur Plattitüden und sein Mitgefühl für die Ukraine verlauten lassen wird. Nach der Abreise des russischen Botschafters in den USA in der vergangenen Woche gibt es nun keine Kommunikation mehr zwischen den beiden Supermächten – eine absolut katastrophale Situation angesichts der Tatsache, dass sich die USA praktisch im Krieg mit Russland befinden.

Die Welt steht jetzt am gefährlichsten Moment in der bekannten Geschichte. Gleichzeitig steht sie am größten Moment des Wandels und des Potenzials, da die „Ordnung“ der Nachkriegszeit um uns herum zusammenbricht.

„,Aber für wen soll ich denn stimmen?‘, will der sture Dummkopf wissen. ‚Du musst dich doch für einen entscheiden!‘ Tatsächlich garantiert die Aufrechterhaltung dieser Täuschung, die durch den Wahlpragmatismus der Amerikaner veranschaulicht wird, nur, dass der Moment für echte, wirkliche Veränderungen verpasst wird. Die eigentliche Frage lautet: „Was verlangt die Geschichte von mir?“

Sich dieser Frage ehrlich zu nähern, ist der erste Schritt zur Lösung der heutigen Krise. Nach der Betrachtung dieser ersten Frage taucht jedoch schnell eine zweite auf: „Wie ist es um die Welt bestellt, wenn ein kleiner Fehler zum Aussterben der Menschheit führen könnte – und was muss getan werden, um das zu ändern?“ So unpraktisch es auch für diejenigen erscheinen mag, die an die Routinen des Nachrichtenzyklus gewöhnt sind, die wichtigste Entscheidung, die Sie treffen werden, ist nicht, wen Sie wählen, sondern welche Art von Veränderung Sie umsetzen wollen.

Diese Frage wurde in einem Artikel der Redaktion der halb offiziellen chinesischen Global Times Sunday aufgegriffen, als Reaktion auf den Aufruf des Generaldirektors der Abteilung für Rüstungskontrolle des chinesischen Außenministeriums, Sun Xiaobo. Wir müssen „eine Welt frei von Atomwaffen“ schaffen, sagte Sun am Donnerstag vor einem UN-Ausschuss für Abrüstung und internationale Sicherheit. Die Global Times führt dies weiter aus: „Die internationale Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, einschließlich der nuklearen Abschreckungsstrategie des Kalten Krieges, hat die grundlegenden Fragen im Zusammenhang mit Atomwaffen nicht angemessen behandelt. Das Konzept der gegenseitig zugesicherten Zerstörung mag zwar direkte Konflikte zwischen Atommächten verhindert haben, aber es hat die Welt in einem ständigen Schatten der nuklearen Bedrohung leben lassen… Wir brauchen ein nuanciertes Verständnis der globalen Sicherheits Dynamik, das über vereinfachende „Wir gegen sie“-Erzählungen hinausgeht… Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Herangehensweise an die globale Sicherheit, eine Herangehensweise, die anerkennt, dass in einer vernetzten Welt die Sicherheit einer Nation untrennbar mit der Sicherheit aller verbunden ist.“

Mit anderen Worten: eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, wie sie Helga Zepp-LaRouche seit dem Frühjahr 2022 fordert. Nur ein solches neues System kann zu diesem späten Zeitpunkt eine Chance haben, das Überleben der Menschheit zu garantieren. Dies, und nichts weniger, ist die Frage, die heute die Geschichte bestimmt.

Nehmen Sie an dieser wichtigen Diskussion am Freitag um 17.00 Uhr MEZ mit der International Peace Coalition teil. Mit dabei sind Graham Fuller, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der Knesset, ehemaliger Generaldirektor von Peace Now und ehemaliger Fallschirmjäger der IDF, und andere.

72. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Freitag, 18. Oktober 2024

17.00 Uhr (MESZ)

Graham Fuller, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der Knesset, ehemaliger Generaldirektor von Peace Now und ehemaliger Fallschirmjäger der IDF, und andere werden sich der Diskussion anschließen.

Zur Anmeldung


Lieber schlaflose Nächte haben und nachdenken, als sterben

Bericht vom 71. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das 71. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 11. Oktober begann mit einem strategischen Lageüberblick von Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts. Sie erinnerte die Teilnehmer daran, daß zwei regionale Krisen – die Ukraine und Südwestasien – das Potential haben, zu einem Atomkrieg zu eskalieren. Sie äußerte die Vermutung, eine „private Demarche“ des russischen Präsidenten Putin könnte US-Präsident Biden dazu veranlaßt haben, keine ukrainischen Raketenangriffe auf Rußland zu erlauben. Rußlands Einwände gegen offensive Waffensysteme unmittelbar an seiner Grenze seien jahrelang nicht berücksichtigt worden. Da sich der Krieg in der Ukraine rasch dem Ende zuneigt, müsse die NATO entscheiden, ob sie Rußland eine annehmbare Friedensformel anbietet oder ob sie eskalieren will. Gleichzeitig warte die Welt nun darauf, wie Israel Vergeltung gegen den Iran übt. Die unterirdischen Atomanlagen anzugreifen, wie es Donald Trump vorschlug, sei nur mit Atomwaffen möglich. (Video auf englisch)

Interview mit Mahathir bin Mohammad

Mike Billington, Mitglied der EIR-Redaktion, zeigte einen Auszug aus seinem jüngsten Videointerview mit dem 99-jährigen ehemaligen Premierminister von Malaysia, Mahathir bin Mohamad. Mahathir beschreibt darin, wie er während der Asienkrise in den 1990er Jahren sein Land mit Hilfe von Währungskontrollen erfolgreich gegen den IWF, gegen Hedgefonds und George Soros verteidigte. „Das hat natürlich die Finanzoligarchen wütend gemacht.“

Mahathir erklärte, wie die USA heute versuchten, die ASEAN-Länder zur Konfrontation mit China zu bewegen. Die Länder des Globalen Südens würden unter Druck gesetzt, in einer Ost-West-Blockkonfrontation Partei zu ergreifen, aber sie selbst wollten eine stabile Welt, in der sie durch Handel wachsen können. Die Aufteilung der Welt in Blöcke sei kontraproduktiv. Der Globale Süden würde Probleme lieber über die Vereinten Nationen lösen, aber da das aufgrund des Vetorechts im Sicherheitsrat nicht funktioniere, sei BRICS notwendig. Wenn sich ein Land wie Israel widerspenstig verhalte, müsse die Welt etwas unternehmen.

Billington erinnerte daran, daß es im Wall Street Journal Asia hieß, Mahathirs Widerstand gegen Soros sei von Lyndon LaRouche beeinflußt worden. Mahathir antwortete: „Es war Soros, der für die Veränderung der Werte von Währungen verantwortlich war.“ Soros habe damals vorausgesagt, daß Mahathir Malaysias Wirtschaft ruinieren würde, aber die Devisenkontrollen waren im Gegenteil ein Erfolg.

Südwestasien: Grund zur Angst

Der ehemalige UN-Waffeninspekteur Scott Ritter versprach bei dem Online-Treffen, er werde „weiter Angst verbreiten“, denn „die Welt ist nicht sicherer als bei meiner letzten Rede“. Wenn die Politik so weitergehe wie bisher, sei ein Atomkrieg unausweichlich. Er schockierte die Teilnehmer dann mit der Aussage, der Iran sei bereits eine Atommacht. Das Land verfüge über die notwendige Technologie, um eine einfache Atomwaffe herzustellen, und das iranische Parlament habe empfohlen, daß es aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) austritt. „Der Iran macht die ganze Welt darauf aufmerksam, daß er über Atomwaffen verfügt.“ (Videoausschnitt auf englisch)

Ritter untersuchte einige der Auswirkungen dieser Entwicklung. Der Iran sei jetzt Mitglied der BRICS: Wie werde Rußland reagieren, wenn Israel den Iran angreift? „Rußland wird dem Iran den Rücken stärken.“ Ritter stimmte mit Zepp-LaRouches Einschätzung überein, daß die Atomanlagen nicht angegriffen werden können, ohne Atomwaffen einzusetzen, d.h. Trump ermutige Israel faktisch zu einem Atomschlag gegen den Iran. „Die Wahl am 5. November ist wichtig, aber nur, wenn wir die Kandidaten dazu bringen können, den Einsatz von Atomwaffen abzulehnen.“

Zepp-LaRouche antwortete: „Scott, es ist Ihnen gelungen, mich zu Tode zu erschrecken.“ Ritter stellte klar, daß der Iran nicht formell erklärt habe, eine Atombombe zu besitzen, aber wenn er aus dem Atomwaffensperrvertrag aussteige, könne er in weniger als einer Woche eine entwickeln. „Dieses Problem hat Israel selbst geschaffen…, und das letzte, was die USA wollen, ist, daß im UN-Sicherheitsrat über Israels Atomwaffen diskutiert wird.“ Ritter fragte: Warum hat der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen seine Haltung zu zwei UN-Resolutionen zum Gazastreifen geändert? Israels Ministerpräsident Netanjahu habe Bidens Rat mißachtet, und jetzt „läßt Biden ihn dafür bezahlen“. Aber so wie es aussieht, seien die USA nicht mehr in der Lage, Druck auf Israel auszuüben.

Bassam El Hachem vom Exekutivausschuß der Gruppe „Unabhängige für den Libanon“ vertrat die Sichtweise der Libanesen, daß hinter dem Iran Mächte wie Rußland und China und hinter Israel die Vereinigten Staaten stehen. Nach den Anschlägen der Hamas vom 7. Oktober 2023 hätten die Medien falsche Geschichten über Massenvergewaltigungen und Kindermorde verbreitet. Er schätzte die Zahl der Opfer der Vergeltungsmaßnahmen Israels auf 150.000, trotzdem habe es nach einem Jahr keines seiner Ziele erreicht. Sowohl im Gazastreifen als auch im Libanon führe es einen Vernichtungskrieg unter dem Deckmantel einer Militäroperation durch. Westliche Staatsführer seien nach Tel Aviv geeilt, um Netanjahu zu umarmen und ihm zu erlauben, alle möglichen Gräueltaten zu begehen, während sie ständig wiederholten, Israel habe „das Recht, sich zu verteidigen“.

In einem Punkt stimmte El-Hachem nicht mit Ritter überein: Die USA seien nicht unfähig, Israel zu bremsen, sie seien mitschuldig. Er erinnerte an das historische Oslo-Abkommen 1993, das auch die Gründung eines palästinensischen Staates vorsah. Doch zwei Jahre später wurde Rabin ermordet, und der Hauptschuldige sei Netanjahu gewesen. Im Juli letzten Jahres habe die Knesset den palästinensischen Staat für null und nichtig erklärt und dann das „Nationalstaatsgesetz“ verabschiedet, das die Apartheid formalisiere. Die Absicht sei, die Palästinenser nach Ägypten, Jordanien und in den Libanon zu vertreiben. All dies seien Hintergründe der Angriffe vom 7. Oktober.

Layla Elabed, Mitbegründerin und Co-Direktorin des Uncommitted National Movement – eine Protestbewegung gegen die US-Unterstützung für Israels Vorgehen, besonders innerhalb der Demokratischen Partei –, beschrieb ihre Rolle als Leiterin des Projekts „Listen to Michigan“ (Hört auf Michigan). In Michigan hätten sie bei Vorwahlen über 10% erhalten, und das nicht nur bei arabisch-amerikanischen oder muslimisch-amerikanischen Wählern. Das Projekt breitete sich auf die Staaten Minnesota, Washington und Wisconsin aus und stellte für den Nationalkonvent der Demokraten 30 Anti-Kriegs-Delegierte auf. Aber die Präsidentschaftskampagne von Kamala Harris habe signalisiert, daß sie in Kauf nimmt, die Wahl in Michigan zu verlieren und die Stimmen der Jungwähler zu opfern, um den Völkermord weiter zu unterstützen. Nichtsdestotrotz ist Elabeds Gruppe zu der Einschätzung gelangt, der beste Weg zur Beeinflussung der Politik sei, sich gegen Trump zu stellen und Harris den Einzug ins Weiße Haus zu ermöglichen, ohne Harris aktiv zu unterstützen.

Diskussion

In der Diskussionsrunde warnte Zepp-LaRouche vor einer Fixierung auf die US-Wahlen und sagte: „Wir müssen den gesamten kollektiven Westen komplett verändern.“

Der unabhängige New Yorker Kongreßkandidat José Vega forderte die Teilnehmer zu öffentlichen Interventionen auf, wie er und seine Kollegen sie machen. Er fragte, wie der einzelne sicher sein könne, daß er etwas bewirkt? Zepp-LaRouche antwortete mit einem Ausspruch Schillers:

Immer strebe zum Ganzen, und kannst du selber kein Ganzes

Werden, als dienendes Glied schließ an ein Ganzes dich an.

Die IPC biete dafür das nötige Vehikel. „Es ist besser, wenn die Leute schlaflose Nächte haben und anfangen zu denken.“

Ein Teilnehmer brachte erneut das Problem zur Sprache, daß die UNO durch das Vetorecht im Sicherheitsrat gelähmt sei. Zepp-LaRouche betonte, die Bürger in allen Ländern müßten mobilisiert werden. Mehrere Teilnehmer beschrieben ihre Aktivitäten. Ein Vertreter einer pro-palästinensischen Organisation in Costa Rica verlas eine scharfe Proklamation seiner Gruppe gegen den Völkermord in Gaza. Ein Vertreter der amerikanischen „Veteranen für den Frieden“ verlas ein Schreiben seiner Organisation, in dem eine Untersuchung gegen Außenminister Blinken wegen seiner Lügen im Kongreß und anderer Vergehen gefordert wird.

Abschließend erklärte Zepp-LaRouche, Scott Ritter liege mit seiner Einschätzung zu mindestens 90, wenn nicht 100 Prozent richtig, und sie stimmte Moderator Dennis Speed zu, die US-Präsidentschaftswahl am 5. November sei völlig unwichtig, wenn wir vorher alle tot sind. Deshalb müsse die IPC weiter mobilisieren.


Ein Lösungsansatz, um zu verhindern, dass zwei regionale Krisen zum Dritten Weltkrieg führen

71. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Freitag, 11. Oktober 2024

17.00 Uhr (MESZ)

Zur Anmeldung

„Wir haben es mit zwei regionalen Krisen zu tun, die zu einer globalen Eskalation führen könnten, die in einem allgemeinen Weltkrieg endet,“ warnte Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen Webcast-Dialog. „Das eine ist die Ukraine, das andere ist der Nahe Osten. Und ich glaube, man muss diese beiden Dinge zusammen betrachten,” erklärte sie, sowohl um sie zu verstehen als auch um die ihnen zugrunde liegenden Ursachen zu lösen.

„Was die Ukraine betrifft,“ berichtete Zepp-LaRouche, „wurde das Ramstein-Treffen, bei dem Biden eigentlich sprechen sollte, verschoben“ – und bezog sich dabei auf das Treffen der Ukraine-Kontakgruppe, das am 12. Oktober auf der US-Air Base Ramstein stattfinden sollte. Auf diesem Treffen hatten die Briten und andere gehofft, Präsident Biden unter Druck setzen zu können, endlich dem Abschuss von NATO-Langstreckenraketen von der Ukraine aus tief in russisches Gebiet zuzustimmen. Präsident Putin hat deutlich gemacht, dass ein solcher Angriff Russland dazu veranlassen könnte, seine überarbeitete Nukleardoktrin in Kraft zu setzen.

Obwohl Biden seine Reise abgesagt hat und das Treffen in Ramstein verschoben wurde, ist das Problem nur vertagt worden, möglicherweise um eine weitere Woche bis zu einem geplanten Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel, bei dem das Thema wieder aufgegriffen werden könnte. Die zentrale Krise aber bleibt: Die Ukraine wird von Russland auf dem Schlachtfeld besiegt, und das hat uns an den Punkt gebracht, erinnerte Zepp-LaRouche die Zuhörer, vor dem der ehemalige deutsche Bundeswehrgeneral Harald Kujat „schon vor etwa einem Jahr gewarnt hat: dass die NATO an einen Punkt kommen wird, an dem sie sich entscheiden muss, entweder eine Verhandlungslösung zu finden, die von Russland akzeptiert wird, oder eine weitere Eskalation zu riskieren.“

„Ich fürchte“, fuhr sie fort, „dass wir unmittelbar vor einer Entscheidung zur Eskalation stehen, die im schlimmsten Fall zu einem globalen Atomkrieg führen könnte.“

In Südwestasien droht sich der Krieg sogar noch schneller auszuweiten, da ein Land nach dem anderen von Israel in Brand gesetzt wird. Premierminister Netanjahu kann es kaum erwarten, den Iran anzugreifen – entweder seine Ölfelder und andere lebenswichtige Infrastruktur oder sogar das iranische Atomprogramm, falls Biden einer direkten militärischen Rolle der USA zustimmt.

Dies ist wirklich „ein Spiel mit dem Feuer“, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow am 7. Oktober in einem Interview mit Newsweek eindringlich warnte. In einer unerwarteten Entwicklung kündigte der Kreml am selben Tag an, dass Präsident Putin am 11. Oktober in Turkmenistan mit dem iranischen Präsidenten Peseschkian zusammentreffen werde – obwohl die beiden bereits ein Treffen auf dem BRICS-Gipfel in Kasan vom 22. bis 24. Oktober geplant hatten.

Warum die Eile? Gut informierte Medien und andere Quellen berichten, dass der Zweck des früheren Treffens darin bestehen könnte, ein wichtiges Sicherheits- und Verteidigungsabkommen zwischen den beiden Ländern zu unterzeichnen, das bereits vollständig ausgearbeitet ist und in Kasan unterzeichnet werden sollte. Wird Israel – und seine Sponsoren und Unterstützer in London und Washington – die Botschaft verstehen und ihre Pläne, den Iran mit voller Wucht anzugreifen, überdenken? Oder sind sie bereit, auch in dieser Hinsicht einen Atomkrieg zu riskieren?

Wir kennen die Antwort auf diese Frage nicht.

Aber wir wissen, was nötig ist, um die Menschheit auf einen völlig anderen Kurs zu bringen, einschließlich der Ersetzung des bankrotten Finanzsystems der Wall Street/City of London durch eine neue Entwicklungs- und Sicherheitsarchitektur, die den wirklichen Bedürfnissen aller Nationen dient.

Dieses zentrale politische Thema wurde in einem außergewöhnlichen Interview aufgegriffen, das EIR-Redaktionsmitglied Mike Billington am 6. Oktober mit dem 99-jährigen ehemaligen Premierminister Malaysias und weltweit angesehenen Staatsmann Dr. Mahathir bin Mohamad führte. Mit Eloquenz und Klarheit bemerkte Dr. Mahathir: „Es scheint, als bräuchte das westliche Bündnis ständig einen Feind … Die Vorstellung ist, dass Krieg [gegen Russland – Anm. d. Red.] das Problem lösen würde, aber Krieg wird das Problem nicht lösen. Er wird zu größeren Kriegen führen, zu einem dritten Weltkrieg. Das ist es, was ich befürchte.“

Die Lösung, so Dr. Mahathir, bestehe darin, dass eine blockfreie Politik das Ost-West-Paradigma ersetzen müsse. „Die Welt ist immer noch in zwei sich gegenüberstehende Blöcke geteilt, den Osten und den Westen. Und andere Länder fühlen sich unter Druck gesetzt, sich dem einen oder anderen anzuschließen. Aber diese Länder wollen nicht in die Konfrontation zwischen den USA und China und Russland verwickelt werden. Deshalb ist es wieder an der Zeit, über die Blockfreiheit nachzudenken, wie sie von Sukarno vorgeschlagen wurde,“ dem damaligen Präsidenten von Indonesien, der 1955 einer der Gründer der Bewegung der Blockfreien Staaten war.

Mahathir fuhr fort: „Wir wollen eine stabile Welt, in der wir durch Handel mit der ganzen Welt wachsen können… Wir brauchen keine Blöcke im Osten oder Westen, sondern eine Welt, in der alle gleich sind.“

Wichtige Auszüge aus Dr. Mahathirs Interview werden auf dem bevorstehenden 71. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am Freitag, dem 11. Oktober, vorgestellt.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: „Weltbürger aller Länder vereinigt Euch!“, Mittwoch, 9. Oktober 2024, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen Live-Dialog an und helfen Sie mit, das Neuen Paradigma für die gesamte Menschheit einzuläuten. Senden Sie Ihre Fragen, Gedanken und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im Live-Stream.

Globaler Krieg oder universeller Frieden – Wer wird entscheiden?

Die Welt sitzt auf einem absoluten Pulverfass, da es derzeit zwei große Konflikte gibt, die jeden Moment in einen globalen Krieg ausbrechen könnten. Der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant wird diese Woche Washington besuchen, wo er eine mögliche Reaktion auf den iranischen Raketenangriff letzte Woche besprechen und gleichzeitig daran arbeiten wird, die USA vollständig in den Krieg Israels gegen den Iran einzubeziehen. Trotz der Echokammer, die in Washington existiert, gibt es sogar einige Stimmen jenseits des Atlantiks, die erkennen, dass nichts Gutes dabei herauskommt, wenn diese Politik fortgesetzt wird – wie der französische Präsident Emmanuel Macron kürzlich mit seiner Forderung nach einem Ende der Waffenlieferungen an Israel gezeigt hat.

Doch nach einem ganzen Jahr mittelalterlicher Barbarei Israels in Gaza und jetzt im Libanon ist die Welt nicht mehr so, wie sie einmal war. Wie bereits angedeutet wurde, ist Gaza nicht nur der Friedhof unschuldiger Kinder – es ist auch der Friedhof der „regelbasierten Ordnung“.

Gleichzeitig hat der jüngste Sieg Russlands in der Stadt Ugledar [Wuhledar] im Westen eine Art Panik ausgelöst und eine weitaus deutlichere Realität aufgedeckt, als sie auf den Seiten und Fernsehbildschirmen der Mainstream-Medien gezeigt werden darf. Ein Konflikt, der hätte vermieden werden können, wenn die neokonservativen Russlandhasser in der NATO Verhandlungen zugestimmt und die nationalen Interessen Russlands akzeptiert hätten, ist nun zum Gradmesser für die Ineffektivität der NATO als Ganzes geworden – auf Kosten von Hunderttausenden von Menschenleben und vielleicht sogar der ukrainischen Nation selbst.

Westliche Regierungsvertreter sind nun auf beiden Seiten des Atlantiks damit beschäftigt, neue Vorschläge für einen Waffenstillstand in der Ukraine zu unterbreiten, und Präsident Biden wird Ende der Woche mit seinem Teleprompter nach Deutschland reisen, um andere Optionen zu besprechen. Dazu gehören die „Trump-Absicherung“ der NATO und die Schaffung einer langfristigen Kriegsgrundlage gegen Russland. Aber um die Einigkeit und Planung der NATO sieht es nicht gut aus, wie der slowakische Ministerpräsident Robert Fico beispielhaft zeigt, der gesagt hat, dass er die benachbarte Ukraine niemals in die NATO aufnehmen werde, solange er im Amt ist.

Dennoch bleibt die Gefahr enorm, da diejenigen, die sich für die Verteidigung ihrer zum Scheitern verurteilten Weltanschauung einsetzen, die Welt auf einen thermonuklearen Showdown zusteuern lassen.

In einem Gespräch mit Mitarbeitern betonte Helga Zepp-LaRouche heute, dass die nächsten vier Wochen bis zu den US-Wahlen im November entscheidend sein werden und dass es in dieser Zeit zahlreiche Wendepunkte geben wird, während die Welt diese gegenwärtige Umwälzung durchlebt. Die Spannungen werden wahrscheinlich noch zunehmen – hoffentlich nicht bis zu einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Aber der Ausgang ist noch nicht entschieden. Es wird auch mehr Möglichkeiten geben, sich zu organisieren und neue Ideen einzubringen, in welche Richtung sich die Welt bewegen muss, und es wird eine Gelegenheit sein, eine Dynamik für eine prinzipientreue Reaktion auf diese Krise aufzubauen.

Wie Friedrich Schiller sagte: „Zu was Besserem sind wir geboren!“ Es ist an der Zeit, das neoliberale System durch ein System zu ersetzen, das der Würde und Schönheit der Menschheit gerecht wird.

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen Live-Dialog an und helfen Sie mit, das Neuen Paradigma für die gesamte Menschheit einzuläuten. Senden Sie Ihre Fragen, Gedanken und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im Live-Stream.


Petition: Unterstützung des LaRouche-Oasenplans für Frieden und Entwicklung in Südwestasien

Lyndon LaRouche, 1978

Seit mehr als einem Jahrhundert ist die Region des Nahen und Mittleren Ostens ein geopolitisches Schachbrett, das in einem ständigen Konfliktzustand gehalten wird. Den Menschen in Palästina und Israel hat dies einen schrecklichen Tribut abverlangt. LaRouches Vision für die Region fordert wirtschaftliche Entwicklung, nicht Geopolitik. Das ist der Oasenplan!

Unterschreiben Sie unten, um Ihre Unterstützung für die Idee des Oasenplans auszudrücken, wie sie in diesem 15-minütigen Video dargestellt wird, um eine Region voller Konflikte und Zwietracht in eine Region der Verbundenheit, des Wachstums und des Glücks zu verwandeln.

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Die Welt braucht einen „Oasenplan“ für den Nahen Osten!

Das Schiller-Institut veröffentlichte am 17. Oktober die folgende „Dringliche Erklärung“:

Die Welt braucht einen „Oasenplan“ für den Nahen Osten!

Die Wahl ist nicht mehr zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit.

Die Wahl ist die zwischen Gewaltlosigkeit und Nichtexistenz.“


Rev. Dr. Martin Luther King, Riverside Church, 4. April 1967

17. Oktober – Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen, Francesca Albanese, warnte am 14. Oktober: „Im Namen der Selbstverteidigung versucht Israel zu rechtfertigen, was einer ethnischen Säuberung gleichkäme… Israel hat unter dem Deckmantel des Krieges bereits massenhafte ethnische Säuberungen an Palästinensern durchgeführt.“

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Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur

Helga Zepp-LaRouche:

„Das neue Paradigma, das die neue Epoche prägen wird und an dem sich die neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur orientieren muss, muss daher das Konzept des Oligarchismus endgültig beseitigen und die politische Ordnung so gestalten, dass der wahre Charakter der Menschheit als schöpferische Gattung verwirklicht werden kann.

Deshalb schlage ich vor, dass die folgenden Prinzipien diskutiert und, wenn man sich darauf einigt, verwirklicht werden müssen. Diese Ideen sind als Denkanstoß und Dialog zwischen allen Beteiligten gedacht, um eine Grundlage für eine Weltordnung zu finden, die die dauerhafte Existenz der menschlichen Gattung garantiert.

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Der Oasenplan: Entwicklung ist der Schlüssel zum Frieden im Nahen Osten

Lyndon LaRouche hielt diese Rede über den „Oasenplan“ zur Entwicklung des Nahen Ostens am 27. April 1994 im Institut für Orientalische Studien in Moskau. Er hielt sich mit seiner Frau Helga Zepp-LaRouche auf Einladung russischer Wissenschaftskreise zu einem sechstägigen Besuch in Rußland auf. Die Zwischenüberschriften sind eingefügt.

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Ein Friedensplan im wahren Interesse der Araber und Israelis

Von Lyndon H. LaRouche, Jr., 21. August 1990

Der gegenwärtige Krieg im Nahen Osten ist eine direkte Folge der Kontrolle des britischen Geheim­dienstes über Israel und der Insze­nie­rung der Situation in der arabischen Welt. Die arabische Welt als Ganzes wurde zusammen mit Israel mani­pu­liert. Der [irakische Präsident] Saddam Hussein und der Irak als Ganzes wur­den in eine Ecke gedrängt, in der sie keine andere Wahl hatten, als auf eine bestimmte Art und Weise zu reagieren, und als sie auf eine bestimmte Art und Weise reagierten, wurden sie erneut in eine Ecke gedrängt und gezwungen, entsprechend zu reagieren.

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Die Ära des Wahnsinns muss beendet werden

70. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Freitag, 4. Oktober 2024

17.00 Uhr (MESZ)

Zur Anmeldung

Die Welt steht nun am Rande eines Atomkriegs zwischen den USA und Russland, der nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Südwestasien ausgelöst werden könnte.

Das israelische Kabinett tagte am Mittwoch, den 2. Oktober, um über die Reaktion auf die iranischen Raketenangriffe vom 1. Oktober zu beraten. Später am Tag gab das Büro von Premierminister Benjamin Netanjahu bekannt, dass er am späten Mittwoch mit US-Präsident Joe Biden sprechen werde, um die nächsten Schritte zu koordinieren. Zuvor hatte der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, gewarnt, dass der Iran nun mit „ernsten Konsequenzen“ rechnen müsse und dass die USA „mit Israel zusammenarbeiten“ würden. „Das klingt verdächtig nach der Drohung einer gemeinsamen Militäraktion der USA und Israels gegen den Iran“, möglicherweise gegen Teherans Atomprogramm, schrieb Gideon Rachman, Chefkommentator für Außenpolitik bei der Financial Times, hämisch.

Diese Genugtuung geht auf die jahrelange ‚Great Game‘-Politik Londons zurück, Israel als Bauernopfer zu benutzen, um die USA in einen heißen Krieg gegen den Iran zu treiben, der dann ganz Südwestasien in Flammen setzen würde. Die daraus resultierende Gefahr einer Eskalation zu einem umfassenden thermonuklearen Konflikt zwischen den Supermächten braucht nicht näher erläutert zu werden: Israel ist selbst eine Atommacht; und der Iran, der 2024 den BRICS beigetreten ist, steht kurz vor der Unterzeichnung eines „umfassenden strategischen Partnerschaftsabkommens“ mit Russland, das Mitte September dieses Jahres von Präsident Putin persönlich abgesegnet wurde.

Die britische Oligarchie ist nicht gerade zurückhaltend, wenn es um ihre „Prognosen“ geht, was ihrer Meinung nach als nächstes in Südwestasien geschehen wird. Am 30. September berichtete der Economist: „Nach der Enthauptung der Hisbollah könnte der Iran auf die Atombombe hinarbeiten … . Amerika und Israel haben lange versprochen, den Iran am Bau einer Bombe zu hindern. Vor allem Israel scheint detaillierte Informationen über den Fortschritt des iranischen Atomprogramms zu haben. Wenn es Anzeichen gäbe, dass der Iran eine Schwelle überschreitet, könnte es durchaus iranische Atomanlagen angreifen.“

Am 1. Oktober fuhr der Economist fort: „Der laufende iranische Angriff … gibt Israel die Rechtfertigung, sich mit der nuklearen Bedrohung durch den Iran auseinanderzusetzen.“

Und die anglophile Heritage Foundation veröffentlichte am 1. Oktober einen Bericht mit dem Titel „Der Iran bewegt sich auf einen Atomkrieg zu: Was bedeutet das für die Vereinigten Staaten?“, in dem argumentiert wird, dass „die Vereinigten Staaten ihre regionalen Partner und Verbündeten ausrüsten und stärken müssen, um dem Iran entgegenzutreten … und, wenn nötig, die notwendigen Fähigkeiten entwickeln und aufrechterhalten müssen, um die nuklearen Fähigkeiten des Iran zu zerstören.“

Wohin führen solche Szenarien? Zum Atomkrieg.

Ein bedeutender Teil des offiziellen Washington ist sich der Tatsache bewusst, dass der derzeitige politische Kurs für Südwestasien (ganz zu schweigen von der Ukraine) schnell in einen Atomkrieg münden wird, wenn er fortgesetzt wird. Das Nonproliferation Policy Education Center berichtete über Kriegsspiele zwischen dem Iran und Israel, die Ende 2023 stattfanden – mit 35 Teilnehmern aus dem Stab der Republikaner und Demokraten im Kongress, Beamten und Analysten der US-Exekutive, führenden Wissenschaftlern, Experten für nationale Sicherheit und Denkfabriken für den Nahen Osten sowie US-Militärpersonal – bei denen festgestellt wurde, dass alle Szenarien „schnell nuklear wurden“.

Und dennoch halten sie an ihrem Kurs fest. Tatsächlich war die allererste Frage, die bei der Debatte der Vizepräsidentenkandidaten am 1. Oktober gestellt wurde, darauf ausgelegt, beide Kandidaten hinter Londons Politik zu bringen, einen gemeinsamen US-israelischen Angriff auf das iranische Atomprogramm zu orchestrieren. Weder Vance noch Walz stellten diese Politik in Frage.

Nicht so das Schiller-Institut von Helga Zepp-LaRouche, das am 2. Oktober eine internationale Online-Konferenz mit hochkarätigen Experten von beiden Seiten des Atlantiks zum Thema „Am Rand der nuklearen Apokalypse – Deutschland braucht eine neue Sicherheitsarchitektur“ veranstaltete. Den Lesern wird empfohlen, und sich mit Zepp-LaRouches politischen Konzepten und den ihnen zugrundeliegenden Prinzipien auseinanderzusetzen, um die Kriegsgefahr nicht durch ein eskalierendes und immer furchterregenderes Gleichgewicht des Schreckens – wie in Kissingers Doktrin der „Mutually Assured Destruction“ (MAD) –, zu erhöhen, sondern durch ein neues Paradigma universeller Entwicklung zu beseitigen.

Schließen Sie sich diesen Freitag um 17.00 Uhr (MESZ) der Internationalen Friedenskoalition an und diskutieren Sie mit Col. Richard Black, Jonathan Kuttab, Imam Elahi und anderen.


Flugblatt: Am Rand der nuklearen Apokalypse: Deutschland braucht eine neue Sicherheitsarchitektur!

Dieses Flugblatt wurde zur Verbreitung auf Demonstrationen und Veranstaltungen veröffentlicht.

Von Helga Zepp-LaRouche

Zwei regionale Kriege – die Lage in Südwestasien und der Krieg um die Ukraine – drohen aus dem Ruder zu laufen und können beide zu einem globalen Nuklearkrieg führen!

Nach der Ermordung des Chefs der Hisbollah, der in der gesamten islamischen Welt höchstes Ansehen genoß, der Invasion Israels im Libanon, durch die schon über Tausend Menschen umgekommen und über eine Million vertrieben worden sind, eskaliert jetzt ein Flächenbrand, der zum Weltkrieg führen kann.

Für den Krieg um die Ukraine gegen Rußland werden immer mächtigere und weitreichendere Waffen geliefert, als gäbe es im Kampf gegen die Atommacht Rußland keine roten Linien.

Jetzt hat Putin Rußlands Nukleardoktrin als Reaktion darauf dahingehend geändert, daß es nicht erst in dem Fall Nuklearwaffen einsetzen wird, daß die territoriale Existenz Rußlands in Gefahr gerät, sondern auch dann, wenn ein nicht-nuklearer Staat, der von einer Atommacht unterstützt wird, einen massiven Luftangriff führt. Trotzdem reden gewisse Politiker und Medien immer noch davon, daß Putin nur „blufft“. Wladimir Putins Geduld wird als Schwäche interpretiert, was eine potentiell fatale Fehleinschätzung ist!

Es scheint, als sei die Erinnerung an die Zerstörung und das Leid zweier Weltkriege ausgelöscht worden.

Sollte die Erlaubnis erteilt werden, amerikanische und britische Langstreckenraketen für Angriffe tief in russisches Gebiet einzusetzen, wäre das Risiko einer Eskalation zu einem Atomkrieg größer als während der Kubakrise. Präsident Putin hat gewarnt, daß der Einsatz solcher Waffen bedeuten würde, daß die NATO-Staaten sich im Krieg mit Rußland befinden.

Am 26. August meldete die New York Times, Präsident Biden habe bereits im März dieses Jahres die Nukleardoktrin der USA geändert, um der Gefahr eines gleichzeitigen Kriegs gegen Rußland, China und Nordkorea zuvorzukommen. In diesem strategischen Zusammenhang ist die vom Bundeskanzler im Juli verkündete Entscheidung der USA (!) zu sehen, ab 2026 amerikanische Mittelstreckenraketen in Deutschland zu stationieren. Eine Debatte darüber gab es weder im Bundestag noch in der Öffentlichkeit. Nun wird berichtet, daß das Pentagon eine Studie über die Auswirkungen des radioaktiven Fallouts auf die globale Landwirtschaft, insbesondere in Osteuropa, in Auftrag gegeben hat. Verteidigungsminister Pistorius will Deutschland „kriegstüchtig“ machen, das Gesundheitssystem und selbst das Rote Kreuz sollen sich darauf vorbereiten, bald wieder eine große Anzahl von Verwundeten von der Ostfront zurück zu transportieren! Es scheint, als ob ein Großteil dieses Establishments in einer Parallelwelt lebt, in der die Regeln von Videospielen gelten, aber nicht die Realität!

Sollte es zu einem Krieg kommen, wird Deutschland das Hauptziel eines Angriffs sein, und wenn Atomwaffen eingesetzt werden, wird von Deutschland nichts mehr übrigbleiben, keine Industrie, keine Städte, keine Infrastruktur – und keine Menschen. Mit anderen Worten: Wir sind in einer militärischen Strategie gefangen, in der es im schlimmsten Fall kein Überleben geben wird. Liegt das im Interesse Deutschlands?

Am Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung bestand die Chance, eine Friedensordnung für das 21. Jahrhundert zu etablieren. Diese große Chance für die Menschheit wurde durch den beispiellosen Triumphalismus des Westens verpaßt, alle Versprechen gegenüber Michail Gorbatschow und Boris Jelzin wurden gebrochen, und heute stehen wir am Rande eines globalen Atomkrieges, der alles Leben auf diesem Planeten auszulöschen droht.

Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen werden und darf daher niemals geführt werden. John F. Kennedy warnte die Welt nach der Kubakrise, daß eine nukleare Supermacht niemals in eine Lage gebracht werden sollte, in der sie zwischen „einer demütigenden Niederlage oder einem Atomkrieg“ wählen muß. Mächte müssen Konfrontationen abwenden, die einen Gegner vor die Wahl stellen, entweder einen demütigenden Rückzug anzutreten oder einen Atomkrieg zu führen. Noch nie war es dringender als heute, einen Konflikt auf diplomatischem Wege zu lösen.

Aber wir müssen die eigentliche Ursache für die Kriegsgefahr beseitigen. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde die Chance nicht genutzt, eine Friedensordnung für das 21. Jahrhundert zu errichten, was damals absolut möglich gewesen wäre. Statt dessen versuchte der kollektive Westen eine unipolare Welt durchzusetzen, die die Dominanz des neoliberalen Systems und der liberalen Werte für immer garantieren sollte.

Angeblich war „das Ende der Geschichte“ erreicht. In Wirklichkeit revoltieren die Länder des Globalen Südens gegen die Interventionskriege, die unilateralen Sanktionen, die Instrumentalisierung des Dollars als Waffe, den Versuch, ihnen neoliberale Werte aufzuzwingen und die Kolonialzeit fortzusetzen. Diese Nationen, die 88% der Weltbevölkerung umfassen, sind jetzt dabei, ein neues Wirtschafts- und Kreditsystem aufzubauen, das ihnen die Überwindung von Armut und Unterentwicklung ermöglicht.

Anstatt die NATO zur „Globalen NATO“ auszubauen und die Welt wieder in zwei feindliche Blöcke in einem Neuen Kalten Krieg aufzuspalten, müssen wir im Westen umdenken und mit den Nationen des Globalen Südens gemeinsam dieses neue Wirtschaftssystem aufbauen!

Anstatt uns vor den Kriegskarren spannen zu lassen für einen Krieg, in dem es für uns kein Überleben geben würde, müssen wir in Deutschland und den anderen europäischen Staaten zur Friedensmacht werden und mit den BRICS-Staaten, die schon jetzt die Mehrheit darstellen, kooperieren!

Die Welt steht am Rande des Dritten Weltkrieges; wenn er stattfindet, wird er alles Leben auf dieser Erde in dem nuklearen Winter, der dann folgt, auslöschen. Wir müssen diese Demonstrationen so lange in Millionenstärke fortsetzen, bis die Kriegsgefahr gebannt ist. Damit dies geschieht, brauchen wir eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur in der Tradition des Westfälischen Friedens, die das Interesse jedes einzelnen Staates auf dieser Welt berücksichtigt!

Nein zu den amerikanischen Mittelstreckenraketen ab 2026!

Schluß mit den unilateralen Sanktionen!

Für die Zusammenarbeit mit den BRICS- Nationen!


Putin kündigt überarbeitete Nukleardoktrin an; die Welt steht am Rande eines allgemeinen Krieges

69. Treffen der Internationalen Friedenskoalition


Freitag, 27. September 2024

17.00 Uhr (MESZ)

Zur Anmeldung

Am Mittwoch, dem 25. September, gab der russische Präsident Wladimir Putin Vorschläge zur Überarbeitung der bestehenden russischen Nukleardoktrin bekannt, die die Schwelle für den Einsatz von Atomwaffen deutlich senken – genau zu dem Zeitpunkt, an dem die neuen militärischen Aktionen der USA und der NATO in der Ukraine diese Schwelle zu überschreiten drohen. Wenn Washingtons Politik der strategischen Zerstörung Russlands nicht sofort geändert wird, steht die Welt am Rande eines globalen thermonuklearen Krieges.

„Der Einsatz von Nuklearstreitkräften ist eine extreme Maßnahme zum Schutz der Souveränität des Landes,“ begann Putin seine vierminütige Erklärung. „Die nukleare Triade ist nach wie vor die wichtigste Garantie für die Sicherheit unseres Staates und unserer Bürger. Gleichzeitig sehen wir, dass sich die moderne militärpolitische Lage dynamisch verändert.“ Aus diesem Grund, so Putin, sehe die von Russland vorgeschlagene neue Nukleardoktrin vor, dass „eine Aggression gegen Russland durch einen Nicht-Nuklearstaat, aber mit Beteiligung oder Unterstützung eines Nuklearstaates, als gemeinsamer Angriff auf die Russische Föderation betrachtet werden sollte“.

Putin fügte hinzu: „Wir werden eine solche Möglichkeit bereits dann in Betracht ziehen, wenn verlässliche Informationen über einen massiven Start von Luft- und Raumfahrtangriffsmitteln und deren Überschreitung unserer Staatsgrenze vorliegen. Ich meine strategische oder taktische Flugzeuge, Marschflugkörper, Drohnen, Hyperschall- und andere Flugkörper.“

Putin machte seine Ankündigung bei einer Sitzung des ständigen Sicherheitsrates zur nuklearen Abschreckung, die live übertragen wurde. Die Sitzung fand 24 Stunden vor dem für den 26. September geplanten Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij stat, bei dem es darum gehen wird, ob Washington endlich grünes Licht dafür geben wird, von ukrainischem Territorium aus moderne NATO-Langstreckenraketen (wie die britischen Storm Shadow-Marschflugkörper) gegen Russland einzusetzen.

Wie der ehemalige UN-Waffeninspekteur und Geheimdienstoffizier der U.S. Marines Scott Ritter letzte Woche auf dem Treffen der Internationalen Friedenskoalition erläuterte: „Wenn eine Storm Shadow auf ein Ziel in Russland abgefeuert wird, wird sie buchstäblich durch die NATO abgefeuert. Die NATO genehmigt das Ziel und ermöglicht den Einsatz dieses Waffensystems gegen das Ziel“ durch hochentwickelte Leitsysteme, die verschlüsselte Echtzeit-GPS-Signale von US- und anderen NATO-Satelliten verwenden.

Der Einsatz solcher Waffen würde damit jetzt eindeutig unter die neuen russischen Richtlinien für eine zulässige nukleare Reaktion fallen.

Wird Biden – oder genauer gesagt, der „kollektive Biden“ – den wahnsinnigen Plan, der aus London stammt, absegnen? Zahlreiche westliche Medien, wie The Hill und MSN, schrieben heute, dass „Berichten zufolge Biden kurz davor steht, der Ukraine den Einsatz von Langstreckenwaffen zu erlauben.“

Amerikaner und Europäer müssen ihre Stimme so schnell wie möglich erheben. Und der Rest der Welt, der zur Zeit in New York bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen versammelt ist und entsetzt ist über die Kriege, die die Welt erschüttern, muss sich mit Nachdruck für eine Verhandlungslösung der Ukraine-Krise – und auch des israelisch-palästinensischen Krieges – einsetzen, die auf Frieden durch gemeinsame Entwicklung beruht.

Genau solche Vorschläge liegen auf dem Tisch. China und Brasilien haben für den 27. September ein Treffen bei den Vereinten Nationen einberufen, zu dem 20 führende Staaten eingeladen sind, um ihren Friedensplan für eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg zu diskutieren.

Wie die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, heute betonte: „Es wäre so einfach für den Westen, sich auf Augenhöhe an dem zu beteiligen, was China und die BRICS tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“

Das 69. wöchentliche Treffen der Internationalen Friedenskoalition findet am Freitag, dem 27. September, um 17 Uhr MESZ statt.


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