Das Schiller-Institut veröffentlichte am 21. Juli die folgende Erklärung zur weitestmöglichen internationalen Verbreitung:
„Am 28. und 29. Juli 2025 organisieren Frankreich und Saudi-Arabien in der UNO in New York eine Konferenz über eine Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina. Diese Konferenz soll den Rahmen für den Frieden zwischen Palästinensern und Israelis schaffen und diesmal zu konkreten Initiativen führen, die im Einklang mit den humanistischen Prinzipien der abrahamitischen Traditionen (Islam, Judentum und Christentum), dem Völkerrecht und der Charta der Vereinten Nationen stehen.
Heute, in der realen Welt, die von den globalen Medien verbreitet wird, wird die gesamte Menschheit live Zeuge eines schrecklichen Schauspiels: einer israelischen Regierung, die im Namen ihres „Rechts auf Selbstverteidigung gegen den Terrorismus“ Verbrechen gegen die Menschlichkeit und barbarische Handlungen begeht, die einem Völkermord gleichkommen, einer kriminellen Regierung, die von London und Washington mit Milliarden von Dollar und immer tödlicheren Waffen künstlich am Leben erhalten wird.
In diesem Zusammenhang ist die Anerkennung und Gründung eines palästinensischen Staates eine absolute Notwendigkeit. Ihm die Souveränität über seine Wasser- und Energieressourcen zu gewähren, damit er sich entwickeln kann, wird eine der unverzichtbaren Grundlagen sein, um vom Ideal zur Realität zu gelangen. Das ist unser Vorschlag für einen „Oasenplan“ zur gegenseitig vorteilhaften Entwicklung.
Diese Perspektive muss zum Wohle aller Beteiligten in Südwestasien angenommen werden, die die Modalitäten und Mittel für ihre Umsetzung festlegen müssen.
Bereits 1975 schlug der amerikanische Staatsmann und Ökonom Lyndon LaRouche diesen Plan vor, um den geologischen Gegebenheiten der Völker Israels, Palästinas und Jordaniens gerecht zu werden, die in einer trockenen Region an der Schnittstelle dreier Kontinente leben. Im Mittelpunkt seiner Vision von den wirtschaftlichen Entwicklungsplänen, die für die Umsetzung politischer Lösungen notwendig sind, stand die Schaffung von Wasserinfrastrukturen zur Begrünung der Wüsten und von Transportmitteln zur Förderung von Handel und Produktion.
Ein solcher Plan, der eine Perspektive definiert, die über die Pläne der Weltbank, die Vorschläge Frankreichs und die der Arabischen Liga hinausgehen muss, steht im Widerspruch zur britischen Geopolitik und den kolonialen Mächten.
Er ist inspiriert von der Versöhnungskommission, die Nelson Mandela zur Überwindung der Apartheid ins Leben gerufen hat.
Das Schiller-Institut fordert:
— einen sofortigen Waffenstillstand,
— die Freilassung der Geiseln und Gefangenen,
— die sofortige Wiederaufnahme der humanitären Hilfe und der Wasser- und Stromversorgung,
— die sofortige Anerkennung eines palästinensischen Staates als Vollmitglied der Vereinten Nationen.
Der Oasenplan ist der Grundstein für die Schaffung eines neuen Paradigmas der ,Entspannung, Verständigung und Zusammenarbeit‘.“
Bericht vom 111. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete die 111. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. Juli, Nelson Mandelas Geburtstag, der weltweit als Mandela-Tag gefeiert wird. Sie forderte alle Teilnehmer auf, sich die Videos der jüngsten Berliner Konferenz des Schiller-Instituts1 anzusehen, bei der Europa und die USA aufgerufen wurden, gemeinsam mit dem Globalen Südens eine Politik der realen Entwicklung als Alternative zur Kriegspolitik der Anglosphäre zu verfolgen. Sie beschrieb einige der verrückten Vorschläge eines gewissen Malcolm Chalmers, Berater des britischen Verteidigungsministers Healey, darunter einen Plan, mit einer „kleinen Atomwaffe von der Größe Hiroshimas“ eine russische Militärbasis zu zerstören, in der Annahme, das würde Rußland zu Verhandlungen zu ihren Bedingungen zwingen. Der Kommandeur der NATO-Bodentruppen, US-General Christopher Donahue, habe den genauso verrückten Vorschlag gemacht, die russische Ostsee-Enklave Kaliningrad militärisch abzuriegeln.
Mit Blick auf hoffnungsvollere Entwicklungen berichtete Zepp-LaRouche, die Haager Gruppe habe sich in Bogota getroffen und einen Plan angekündigt, um Israels Völkermord in Gaza zu stoppen. Sie schloß mit der Feststellung, wir müßten unsere Bemühungen verstärken, den Oasenplan2 in den Mittelpunkt einer Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina zu stellen. „Wir müssen die Geopolitik hinter uns lassen und uns für echte Entwicklung als Grundlage für den Frieden einsetzen.“
Professor Richard Falk, der teilnehmen wollte, konnte leider aufgrund technischer Probleme seinen Vortrag nicht halten. Dafür sandte Mariano Esono, der im Außenministerium von Äquatorialguinea für Diaspora-Angelegenheiten zuständig ist und Ansprechpartner für das UN-Zentrum für Frieden und Abrüstung in Afrika ist, ein kurzes Video über die Bedeutung des Nelson-Mandela-Tages. Er erinnerte die Teilnehmer an Mandelas Wort: „Vergebung befreit die Seele.“ Mandela habe nicht für Rache gekämpft, sondern für Gerechtigkeit und Grundrechte.
Berichte von der Berliner Konferenz
Stephan Ossenkopp, einer der Moderatoren und Organisatoren der Berliner Konferenz vom 12.-13. Juli, beschrieb den Organisationsprozeß der Vorbereitungen. Der Titel der Konferenz lautete „Der Mensch ist nicht des Menschen Wolf!“, um zu betonen, daß Koexistenz und Zusammenarbeit die einzige Alternative zum Dritten Weltkrieg seien. Ossenkopp betonte die Bedeutung der kulturellen Beiträge aus aller Welt für das Treffen: „Die Menschen waren sehr bewegt, nicht nur von den Rednern, sondern auch von der Musik.“ Im Vorfeld der Konferenz hatte es Straßenaktionen und diplomatische Aktivitäten gegeben, dazu eine hocherfolgreiche Pressekonferenz mit dem regelmäßigen IPC-Gast Ray McGovern und der ehemaligen US-Geheimdienstlerin Elizabeth Murray, die Deutschland besuchten und auf der Konferenz des Schiller-Instituts sprachen.
IPC-Moderatorin Anastasia Battle zeigte Fotos von der Konferenz und beschrieb die Wirkung der klassischen Musikbeiträge: Sie hätten den Teilnehmern geholfen, ihre Gedanken zu ordnen, um die Herausforderung anzunehmen, die Welt vom Abgrund eines Atomkrieges zurückzuholen. Sébastien Drochon berichtete über die Wirkung der Konferenz aus Sicht des Organisierens auf der Straße in Paris, wo er zusammen mit jungen Franzosen und einer führenden Aktivistin des Schiller-Instituts aus Mexiko die Öffentlichkeit mobilisierte.
Guyanas ehemaliger Präsident Donald Ramotar hatte selbst via Internet in Berlin gesprochen. Er lobte die gerade beendete Konferenz der Haager Gruppe in Bogota und rief zur öffentlichen Unterstützung der UN-Sonderberichterstatterin für Palästina Francesca Albanese auf, indem er ihre Nominierung für den Friedensnobelpreis unterstützte und die kürzlich angekündigten US-Sanktionen gegen sie verurteilte. Ramotar kritisierte auch den Versuch von US-Präsident Trump, sich in Bezug auf das Gerichtsverfahren gegen Ex-Präsident Bolsonaro in die inneren Angelegenheiten Brasiliens einzumischen. Er warf Trump auch vor, es sei höchst gefährlich, den ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu ermutigen, Moskau direkt anzugreifen. Rußland sei nach wie vor offen für Diplomatie; es sei der Westen, der den Krieg fortsetzen wolle.
Der Co-Moderator Dennis Small dankte Ramotar und betonte, wie wichtig es sei, den Stimmen des Globalen Südens in Europa und Amerika Gehör zu verschaffen.
Die Stimme des „vernünftigen Nordens“
Small berichtete auch über den zweiwöchigen Besuch des EIR-Korrespondenten Tim Rush in Brasilien, wo Rush als einziger US-Redner bei verschiedenen Veranstaltungen rund um den BRICS-Gipfel auftrat und die Stimme des „vernünftigen Nordens“ war. Diese Perspektive müsse im Globalen Süden gehört werden, betonte Small, die Menschen dort müßten wissen, daß sie Verbündete und Gesprächspartner im Norden haben. Die anglophile Presse habe den BRICS-Gipfel absichtlich falsch dargestellt und behauptet, er sei ergebnislos gewesen. Eine der wichtigsten Entwicklungen dort sei Präsident Putins Vorschlag für neue Investitionsplattformen (NIPs), der von Chinas Präsident Xi Jinping unterstützt und auch vom brasilianischen Staatschef Lula da Silva positiv aufgenommen worden sei.
Später schaltete sich Rush live aus Brasilien zu, um einen eigenen Bericht zu geben. Trumps Attacken gegen Brasilien mit der Forderung, die Anklage gegen Bolsonaro fallen zu lassen, hätten dort großes Aufsehen erregt. Es habe daraufhin einen „nationalistischen Reflex“ in der brasilianischen Presse gegen, wobei sich sogar Lulas Kritiker gegen Trump wandten.
Optimismus angesichts des Bösen
Mehrere Teilnehmer aus Deutschland prangerten die aktuelle politische Führung ihres Landes an. Dennis Small betonte die Rolle Großbritanniens als Ursprung der bösartigen Politik, sowohl früher beim Aufstieg des Nationalsozialismus in Deutschland als auch heute bei der Unterstützung des Völkermords in Gaza. Zepp-LaRouche spekulierte über einen möglichen „Oreschnik-Moment“, in dem Rußland angesichts der Provokationen der NATO sich nicht länger zurückhält und z.B. Ziele in Deutschland mit Raketen angreift; Bundeskanzler Merz fehle „jeder politische Instinkt“. Doch wie immer sah sie auch Grund zum Optimismus und erinnerte daran, daß der zehnte Punkt ihrer Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur3 lautet, daß „der Mensch im Grunde gut ist“. Man müsse mehr den Kurs als den aktuellen Zustand einer Nation bewerten. Sie beschrieb, wie sie als Kind in der Nachkriegszeit in Trümmern spielte, aber sie und ihre Spielkameraden optimistisch waren, weil sie spürten, daß es mit dem „Wirtschaftswunder“ nach dem Zweiten Weltkrieg mit Deutschland aufwärts ging.
Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden
Ein Teilnehmer aus Nigeria fragte, wie sich Menschen in Afrika an der Arbeit der IPC beteiligen können. Zepp-LaRouche antwortete, wir hätten umfangreiche Pläne für Afrika ausgearbeitet, angefangen bei der Elektrifizierung – 600 Millionen Afrikaner haben noch keinen Stromanschluß – und bahnbrechenden Projekten wie dem Grand Inga-Staudamm im Kongo und dem Transaqua-Projekt. Die LaRouche-Organisation arbeite seit 1975 mit dem Globalen Süden zusammen, deshalb vertrauten die Menschen dem Schiller-Institut und wir seien in der Lage, etwas wie die Berliner Konferenz auf die Beine zu stellen.
Der frühere französische Präsidentschaftskandidat Jacques Cheminade sagte, wenn Europa endlich etwas Gutes für Afrika erreichen könne, wäre das ein revolutionärer Bruch mit der Vergangenheit und ein Schritt hin zu der „polyphonen Weltgemeinschaft“, von der Präsident Putin sprach.
Schlußbemerkungen
Small erklärte, fast so schlimm wie die offenen Aufrufe zum Atomkrieg sei Donald Trumps Ankündigung, die Zukunft der Finanzwelt wäre „Krypto, Krypto, Krypto“, also die Nutzung (privater) Kryptowährungen. Damit würde man der Welt ein System aufzwingen, in dem private Finanzspekulation dominiert und alle Entwicklungsperspektiven zunichte macht.
Ramotar verwies auf Francesca Albaneses Bericht über Unternehmen, die vom Völkermord profitieren. Er betonte: „Wir müssen die erschreckenden Zahlen darüber veröffentlichen, wieviel Geld für die Rüstungsindustrie verschwendet wird“ und was man erreichen könnte, wenn man diese Mittel statt dessen für produktive Zwecke einsetzt.
Zepp-LaRouche verurteilte „die Leute, die nur an Geld denken…, eine davon ist eindeutig Ursula von der Leyen“. Abschließend sagte sie, wir sollten den Nelson-Mandela-Tag feiern, indem wir jeden Tag mindestens eine Stunde lang etwas Selbstloses tun und „heute mindestens eine Stunde lang ein liebevoller Mensch sind“.
111. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Wir befinden uns an einem Punctum Saliens
18. Juli 2025
17.00 Uhr
Wir ermutigen alle Mitglieder der Menschheit, die sich wahren Frieden wünschen, an diesem Freitag um 17 Uhr (MESZ) mit Prof. Richard Falk und Berichten von der weltweiten Mobilisierung an der 111. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition teilzunehmen. Schicken Sie Berichte und Initiativen für die Tagesordnung so schnell wie möglich.
Am 12. Juli versammelten sich Hunderte von Menschen – Friedensaktivisten, ehemalige Regierungs- und Militärbeamte, Wirtschaftswissenschaftler, Studenten, Musiker, Lehrer und besorgte Bürger aus vielen Kontinenten – in Berlin, Deutschland, und viele weitere Hunderte aus der ganzen Welt, die online, zum ersten Tag der Konferenz des Schiller-Instituts „Der Mensch ist nicht des Menschen Wolf: Für ein neues Paradigma in den internationalen Beziehungen!„ In ihrer Grundsatzrede skizzierte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, sowohl den historischen Prozeß, der uns an diesen Punkt der Krise gebracht hat, als auch die notwendigen Lösungen und stellte beides in den Kontext von Friedrich Schillers Konzept des Punctum Saliens in der Geschichte:
„Wir haben uns hier versammelt, weil wir einen Ausweg aus einer höchst bedrohlichen strategischen Lage aufzeigen und einem weit verbreiteten Pessimismus, -ja Fatalismus-, entgegen wirken wollen: Man kann nämlich sehr wohl in die Geschichte eingreifen, sofern man einen guten Plan hat und genügend Kräfte für seine Umsetzung mobilisieren kann! Ich möchte deshalb dieses Zitat von Friedrich Schiller aus seiner Schrift über den „Abfall der Niederlande“ unserer Konferenz als Leitmotiv voranstellen:
„Groß und beruhigend ist der Gedanke, daß gegen die trotzigen Anmaßungen der Fürstengewalt endlich noch eine Hülfe vorhanden ist, daß ihre berechnetsten Plane an der menschlichen Freiheit zu Schanden werden, daß ein herzhafter Widerstand auch den gestreckten Arm eines Despoten beugen, heldenmüthige Beharrung seine schrecklichen Hilfsquellen endlich erschöpfen kann.“ Lassen Sie uns ein „ neues unverwerfliches Beispiel zu geben, was Menschen wagen dürfen für die gute Sache und ausrichten mögen durch Vereinigung.“
Dazu ist es aber zunächst erforderlich, dass wir unsere Zeitgenossen aus ihrem ihrem anscheinenden Schlafwandel, in den sie insbesondere hier in Deutschland verfallen zu sein scheinen, aufwecken. Die Welt hat sich noch niemals näher an einem Punkt ohne Wiederkehr befunden, an einem potentiellen Endpunkt in der Geschichte, an dem die endgültige Katastrophe eines globalen Nuklearkriegs unvermeidbar wird.
Friedrich Schiller hat sich in vielen seiner Werke den Begriff des punctum saliens benutzt, der in den Dramen und in der Geschichte jeweils den Zeitpunkt beschreibt, an dem alles unaufhaltsam in Bewegung gerät, im 4. Brief über Don Carlos schreibt er:“Jede Handlung hat ihren punctum saliens, wo sie aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit überspringt.“ In Bezug auf die Geschichte können wir diese Punkte ohne Wiederkehr genau bezeichnen, – wann es zu Beispiel zu spät war, den 1. oder 2. Weltkrieg noch zu verhindern. In Bezug auf die unmittelbar vor uns liegende Zukunft trüben mannigfaltige Unwägbarkeiten diese Einsicht, – ,wenn sie zur Gewissheit wird, dass es zum Dritten, und diesmal letzten globalen und diesmal nuklearen Krieg kommt, ist es zu spät. Die Menschheit, und damit unsere Geschichte, wird ausgelöscht.“
Nur wenige Tage nach dem BRICS-Gipfel vom 6. bis 7. Juli in Brasilien, bei dem Vertreter der Mehrheit der Menschheit zusammenkamen, um eine Win-Win-Kooperation für Sicherheit und Entwicklung und Wege, wie die Welt aus dem neokolonialen Zeitalter herausgeführt werden kann, zu diskutieren und dementsprechende Vereinbarungen zu treffen, ist die Konferenz des Schiller-Instituts Teil des gleichen historischen Prozesses und ein unverzichtbarer Teil dieses Dialogs. Während des ersten Panels „Zusammenarbeit zwischen den BRICS und Europa zur Umsetzung des Oasenplans und der Agenda 2063 für Afrika“ kündigte Zepp-LaRouche einen in Kürze erscheinenden Bericht des Schiller-Instituts an, der in Zusammenarbeit mit der Chinesischen Akademie für Zeitgenössische China- und Weltstudien erstellt wird und sich mit der Frage beschäftigt, „wie Europa zusammen mit China und anderen BRICS-Ländern die Länder Afrikas und insbesondere Südwestasiens durch gemeinsame Unternehmungen in jener Entwicklung unterstützen kann. Wir haben uns zunächst auf die drei Schlüsselländer Deutschland, Frankreich und Italien konzentriert, die anderen Länder werden folgen, um zu zeigen, dass eine solche Zusammenarbeit nicht nur Afrika und dem Nahen Osten hilft, sondern dass diese Joint Ventures auch zur treibenden Kraft bei der Überwindung der tiefen Wirtschaftskrise werden können, in der sich die europäische Wirtschaft derzeit befindet. Statt Billionen von Euro in die Aufrüstung zu stecken, die realwirtschaftlich gesehen Produktionskapazitäten vernichtet, sollten wir gemeinsam mit China in Bereiche investieren, die schon immer an der Spitze einer erfolgreichen Industrialisierung standen.“
Solche konkreten Alternativen zur derzeitigen katastrophalen Ausrichtung der Politik im Westen müssen eine so überwältigende Unterstützung finden, dass wir „selbst den ausgestreckten Arm eines Despoten beugen“ können, bevor es zu spät ist.
Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, wo die Welt sonst mit Sicherheit landen wird.
Dr. Naledi Pandor, die am vergangenen Samstag auf der Konferenz des Schiller-Instituts sprach, unterstrich die unglaubliche Verantwortung, die in unseren Händen liegt, mit einem wichtigen Aufruf zum Handeln am Nelson Mandela Tag, der zu Ehren seines Geburtstags am Freitag, den 18. Juli. begangen wird.
Dr. Pandor sagte:
„Ich möchte alle anwesenden Delegierten daran erinnern, dass der 18. Juli der Internationale Tag von Nelson Mandela ist. Es ist der Tag, an dem Nelson Mandela jeden von uns aufgefordert hat, eine Stunde lang etwas für einen anderen Menschen oder eine bedürftige Gemeinschaft zu tun. Ich hoffe also, dass Sie alle Pläne für den 18. Juli haben, wie Sie der Bitte des verstorbenen Präsidenten Nelson Mandela nachkommen können, der nur diese eine Sache von uns Menschen verlangte.
Lassen Sie mich zunächst Dr. Zepp-LaRouche und dem Team des Schiller-Instituts dafür danken, daß sie mich eingeladen haben, an dieser sehr wichtigen Berliner Konferenz teilzunehmen. Ich bedaure, daß ich nicht physisch anwesend sein kann, da ich mich zur Zeit in den USA aufhalte. Ich halte dieses Berliner Treffen für äußerst wichtig. Wie Sie wissen, kann der Gedanke an eine Berliner Konferenz für Afrikaner eine beängstigende Erinnerung an unsere koloniale Vergangenheit und an die Rolle, die Berlin im 19. Jahrhundert in der Unterstützung des Kolonialismus spielte.
Ich applaudiere daher dem Schiller-Institut dafür, dass es die Stimme von Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit nach Berlin bringt. Und ich hoffe, dass Berlin eine führende Rolle bei der Schaffung von weltweiten Bedingungen übernehmen wird, die ein Gegengewicht zu dem derzeitigen feindseligen Umfeld bilden, das von den Mächtigsten der Welt geschaffen wurde.
Das Schiller-Institut hat die sehr wichtige Aufgabe übernommen, neue und informierte Gespräche über unsere heutige Welt zu führen. Sie alle, die Sie hier anwesend sind, sind sich bewusst, dass wir uns als globale Gemeinschaft an einem, oder kurz vor einem entscheidenden Kipppunkt befinden, insbesondere im Hinblick auf den möglichen Ausbruch eines unkontrollierbaren globalen Konflikts und eines globalen Krieges oder sogar eines Handelskrieges, der insbesondere den Entwicklungsländern immensen Schaden zufügen wird.
Die Initiative des Instituts zum Aufbau einer Internationalen Friedenskoalition wird einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer neuen globalen Partnerschaft und eines neuen Ansatzes für den Multilateralismus leisten. Ich möchte bekräftigen, dass Südafrika und viele Länder des afrikanischen Kontinents fest an eine multipolare Welt glauben. Und wir glauben, dass der Multilateralismus am besten durch eine effiziente, effektive und reformierte UNO unterstützt wird – insbesondere durch ihren Sicherheitsrat, der seine Rolle bei der Gewährleistung von Frieden und Sicherheit wahrnehmen muss.“
Schließen Sie sich diesen Freitag 17.00 Uhr (MESZ) in Gedenken an Nelson Mandelas Geburtstag der Internationalen Friedenskoalition an.
Keynote-Rede von Helga Zepp-LaRouche im 1.Panel: Die strategischen Herausforderungen und die entstehende neue Ordnung aus internationaler Perspektive – Teil 1 der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 12.-13. Juli 2025 in Berlin Alle 4 Panel finden Sie hier.
Die Präsidentin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, war am 25.6.2025 Rednerin auf dem China-Europa-Menschenrechtssymposium 2025 in Madrid. Das hochaktuelle Thema ihres Beitrags war künstliche Intelligenz im Gegensatz zu wahrer menschlicher Kreativität, und sie stellte dies anhand der Entwicklungen im Nahen Osten vor.
Aufgrund aktueller Entwicklungen mußte ich meinen Text ändern. Die außerordentlichen Gefahren, die von einer unachtsamen oder böswilligen Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) ausgehen, wurden gerade auf dramatischste Weise deutlich. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) veröffentlichte am 12. Juni eine Resolution, in der sie erklärte, sie könnten der erneuten Behauptung des Iran, seine Urananreicherung diene ausschließlich friedlichen Zwecken, keinen Glauben schenken.
Der ehemalige britische Diplomat und Analyst Alastair Crooke berichtete am 20. Juni im „Conflict Forum“ auf Substack, daß diese Resolution der IAEO nicht auf von Menschen beschafften Geheimdienstinformationen beruhte, sondern aus einer von der IAEO verwendeten Software stammte, nämlich der „Mosaic“-Plattform von Palantir, einem KI-System, das nukleare Bedrohungen vorhersagt.
Das Modell wiederholte auf der Grundlage seiner Algorithmen Behauptungen, die seit Jahren immer wieder aufgestellt und immer wieder widerlegt wurden, und verwies auf „Anomalien“ in Fordow und Lavizan-Shian. Der Algorithmus untersucht Metadaten, Verhaltensmuster und Signalverkehr und postuliert auf dieser Grundlage, was Verdächtige denken oder planen könnten – keine Fakten. Dieser Bericht wurde dann von Medien und Politikern in den USA und Europa als Rechtfertigung für Israels umfassenden Angriff auf den Iran zwei Tage später zitiert.
IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi korrigierte die Einschätzung am 17. Juni in CNN, aber da war es zu spät. Die tragischen Ereignisse waren schon passiert, darunter die Zurückweisung der Erkenntnisse von DNI Tulsi Gabbard, daß der Iran keine Atomwaffen anstrebe, durch Präsident Trump und sein anschließender Befehl an die US-Streitkräfte, Atomanlagen im Iran zu bombardieren. So könnten wir aufgrund des unbedachten oder böswilligen Einsatzes von KI auf dem besten Weg in den Dritten Weltkrieg sein.
Künstliche Intelligenz hat in gewisser Weise das Fenster zu einem völlig neuen Kapitel in der Weltgeschichte der Menschheit geöffnet: Zum einen ist eine disruptive Technologie, die die Wirksamkeit des menschlichen Handelns im Universum um ein Vielfaches erhöht. Andererseits wirft sie moralische Fragen auf, die nicht ganz neu sind, nämlich die Frage nach der Beziehung zwischen dem Menschen und den von ihm geschaffenen Objekten. In Literatur und Kunst gibt es mehrere Beispiele, die den Traum des Menschen darstellen, etwas zu schaffen, das die Merkmale seiner eigenen Kreativität aufweist, beispielsweise in Ovids Metamorphosen oder mit dem jüdischen „Golem“, einer aus Lehm geformten Figur, die durch Magie zum Leben erweckt wird, und natürlich Mary Shelleys Frankensteins Monster.
Der Mensch unterscheidet sich von allen anderen Lebewesen durch seine schöpferische Vernunft, die es ihm ermöglicht, immer wieder axiomatisch-revolutionäre Verbesserungen im Wissen über die physikalischen Prinzipien, die unser Universum regieren, zu entdecken. Der menschliche Verstand ist die Kapazität, wo die schöpferische Hypothesenbildung stattfindet.
KI ist keine Entdeckung eines solchen revolutionären, neuen physikalischen Prinzips, sondern ein zusätzliches Instrument, das Daten mit quasi Lichtgeschwindigkeit sammeln kann, entweder durch Deduktion auf der Grundlage vergangener Erfahrungen, um zu einem neuen Konzept zu gelangen, oder durch „generative Intelligenz“, die zu einer neuen Konzeption gelangt, aber innerhalb des Rahmens zuvor festgelegter Regeln. Die oft gestellte Frage, ob KI jemals die menschliche Kreativität übertreffen wird, kann daher eindeutig verneint werden.
Der Nutzen der KI liegt darin, daß sie den Menschen zunehmend von aller repetitiven Arbeit befreit und unser erweitertes Sensorium erweitert, um in Bereichen zu arbeiten, die dem Menschen derzeit noch unzugänglich sind – wie beispielsweise Aufgaben im Zusammenhang mit der Raumfahrt –, und so dem Menschen die freie Energie für axiomatische neue Entdeckungen ermöglicht, ohne sie selbst zu inspirieren.
Ob sie zum Wohle der Menschheit eingesetzt wird oder nicht, hängt auch hier, wie bei allen anderen Technologien, ganz von der moralischen und ästhetischen Qualität des Menschen ab, der sie anwendet. Der oben erwähnte Mißbrauch der KI, der die Menschheit an den Rand der Selbstzerstörung gebracht hat, unterstreicht die Dringlichkeit, daß wir als Gattung viel mehr Sorgfalt in die ästhetische Erziehung zur Schönheit des menschlichen Charakters investieren müssen.
Wir sollten das Konzept der „schönen Seele“, das Friedrich Schiller als höchstes Ideal des Menschen etablierte, zum Gegenstand eines Dialogs zwischen den Zivilisationen machen, für den Präsident Xis Globale Zivilisations-Initiative einen perfekten Rahmen bieten würde.
Eine schöne Seele ist nach Friedrich Schiller ein Mensch, für den Freiheit und Notwendigkeit, Pflicht und Leidenschaft eins geworden sind und der seine Gefühle soweit zur Vernunft erzogen hat, daß er ihnen blind vertrauen kann, weil sie niemals etwas von ihm verlangen würden, was nicht der Vernunft entspricht. Die schöne Seele ist offensichtlich auch ein Mensch, der das, was Schiller als wichtigste Voraussetzung seiner Zeit bezeichnet, sein Empfindungsvermögen, seine allumfassende Empathie, voll entwickelt hat. Wie sehr brauchen wir heute eine leidenschaftliche oder vielleicht zärtliche Liebe zur Menschheit! Und diese Liebe, Chinesisch ren, kann nach Konfuzius und Schiller durch den Willen verwirklicht werden.
Internationale Konferenz des Schiller-Instituts am 24.-25. Mai 2025 Präsenz- und Onlinekonferenz in New York City
Die deutsche Übersetzung der einzelnen Panel wird in Kürze veröffentlicht.
Konferenzeinladung
Die strategische Situation durchläuft derzeit nicht nur eine, sondern mehrere tektonische Veränderungen. Diese Veränderungen begraben die unipolare Ordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg und dann in neuer Form nach dem Ende des Kalten Krieges entstanden ist, praktisch unter sich. Francis Fukuyamas These vom „Ende der Geschichte“, womit er die Weltherrschaft des westlich-liberalen Demokratiemodells meinte, erwies sich als eine der kurzlebigsten „Epochen“ der Geschichte.
Nach der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Weiße Haus zerbrachen die transatlantischen Beziehungen sehr schnell und mit ohrenbetäubendem Lärm. „Die USA sind jetzt der Feind des Westens“, schrie die Londoner Financial Times auf der Titelseite und kam zu dem Schluß: „Der Westen ist tot.“ Die Sonderbeziehung zwischen den USA und Großbritannien, die die Säule der unipolaren Ordnung war, ist zerbrochen und wird nie wiederhergestellt werden.
Jetzt kommt ans Licht, daß die pro-europäischen Kräfte in Europa mit demselben „tiefen Staat“, manchmal auch als „permanente Bürokratie“ bezeichnet, verbündet waren, der von der Trump-Regierung angegriffen wird. Die Äußerungen von Vizepräsident J.D. Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz über den Mangel an demokratischen Praktiken in Europa trafen einen wunden Punkt in der europäischen „permanenten Bürokratie“.
Wenn es Präsident Trump nicht nur gelingt, den Ukraine-Krieg zu beenden, sondern auch den unsere Gattung bedrohenden Einsatz von Atomwaffen durch einen Prozeß der Zusammenarbeit und des Dialogs mit Rußland und China dauerhaft zu verbieten, hat er einen Platz auf dem Mount Rushmore verdient. Dies würde nichts weniger bedeuten, als die Praxis der geopolitischen Konfrontation gegen die BRICS-Staaten und den globalen Süden durch eine Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen aller zu ersetzen.
Die zweite tektonische Veränderung ist durch den Prozeß gekennzeichnet, in dem die Nationen des globalen Südens derzeit mit Hilfe Chinas 500 Jahre Kolonialismus überwinden und sich in naher Zukunft zu Ländern mit mittlerem Einkommen entwickeln. Anstatt diese Entwicklung als Bedrohung zu betrachten, sollten die europäischen Nationen und die Vereinigten Staaten die Beseitigung der drückenden Armut für Milliarden von Menschen, die nun befreit werden, um ihr volles Potential zu entfalten, freudig begrüßen. Die Gefahr eines globalen Atomkriegs und der anschließenden Vernichtung der menschlichen Spezies kann nur durch Zusammenarbeit mit der Globalen Mehrheit überwunden werden.
Die Konferenz wird auch das Lebenswerk von Lyndon LaRouche reflektieren. Die LaRouche Legacy Foundation (LLF) wird zahlreiche Belege dafür vorlegen, daß Lyndon LaRouche bereits in den 1960er Jahren die gegenwärtige Krise des liberalen Systems mit erstaunlicher Genauigkeit vorhergesagt hat. Hätte die Welt auf LaRouches Analyse und seine Warnung vor Nixons Zerstörung des alten Bretton-Woods-Systems durch die Einführung flexibler Wechselkurse gehört, wäre die Welt nie in die gegenwärtige existentielle Krise geraten – eine Krise, die durch eine wachsende spekulative Finanzblase, eine zusammenbrechende Realwirtschaft und einen unstillbaren Drang nach Krieg und die damit verbundene Schacht’sche Militarisierung der Wirtschaft gekennzeichnet ist.
Die wissenschaftliche Methode von LaRouches physischer Ökonomie wird heute am ehesten von China angewandt, weshalb dieses Land so enorm erfolgreich ist – ein Erfolg, der von jeder Nation wiederholt werden kann, die sich dafür entscheidet.
Die größte Herausforderung, vor der die Welt als Ganzes steht, besteht darin, endlich eine gerechte, neue Weltwirtschaftsordnung zu schaffen und das Konzept des Friedens durch Entwicklung umzusetzen. Auf der Konferenz wird es eine wichtige Diskussion über die Kampagne des Schiller-Instituts geben, den von LaRouche erstmals 1975 vorgeschlagenen Oasen-Plan auf die Tagesordnung für ganz Südwestasien zu setzen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf einem Entwicklungsplan für den afrikanischen Kontinent liegen, der mit der Agenda 2063 der Afrikanischen Union übereinstimmt, die den Geist des Oasen-Plans teilt.
Wir müssen die ganze Welt aus dem gegenwärtigen Elend der geopolitischen Konfrontation herauskatapultieren, aus der barbarischen Vorstellung, daß alles ein Nullsummenspiel ist und daß man immer einen Feind braucht. Wir sind an einem Punkt in der Geschichte angelangt, an dem wir unbedingt ein neues Paradigma erreichen müssen, das von der Idee ausgeht, daß es zuerst die eine Menschheit gibt, und dann die Interessen aller Nationen mit denen der einen Menschheit in Einklang bringt. Wir müssen ein neues Zeitalter in der Geschichte der Menschheit einleiten, das auf völlig neuen Axiomen beruht, nicht auf denen der alten Ordnung, die gerade implodiert ist.
Dafür brauchen wir eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die existentiellen Interessen jeder einzelnen Nation auf dem Planeten berücksichtigt. Es ist die Qualität einer herabgesetzten oder erhabenen Kultur, die bestimmt, wie wir denken. Das erforderliche neue Paradigma erfordert, daß wir die gegenwärtige Ignoranz, Gleichgültigkeit und den völligen Chauvinismus gegenüber anderen Kulturen durch Neugier, Interesse, Wissen und sogar Liebe für die verschiedenen Kulturen des Planeten ersetzen. Die Konferenz des Schiller-Instituts wird einen Dialog der Kulturen und Zivilisationen ermöglichen, bei dem die Einzigartigkeit sowie die universellen Prinzipien, die die Kunst vereinen, hervorgehoben werden.
Die Menschheit steht an einem der wichtigsten Wendepunkte ihrer Geschichte. Wenn wir weiterhin wie Barbaren handeln, werden wir das Schicksal der Dinosaurier und Höhlenmenschen erleiden. Aber wir haben auch Hoffnung, denn der Mensch ist zur grenzenlosen Vervollkommnung seiner Vernunft und Schönheit seines Charakters fähig. Dies muß unsere Vision von der Zukunft prägen.
Samstag, 24. Mai
16:00-19:00 Uhr MEZ (10:00-13:00 Uhr Ortszeit New York):
Panel 1: Strategische Herausforderungen und die entstehende neue Weltordnung
Musik: Johann Sebastian Bach: Präludium und Fuge 3 Cis-Dur, BWV 872, Dura Jun, Klavier
Video: Lyndon LaRouche
Moderator: Dennis Speed, Schiller-Institut (USA)
Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin des Schiller-Instituts: Es gibt kein Problem, das die menschliche Kreativität nicht lösen kann! Transkript — Video
Naledi Pandor (Südafrika), ehemalige südafrikanische Ministerin für Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit: Am Abgrund der alten Welt Transkript — Video
Prof. Zhang Weiwei, Professor Internationale Beziehungen, Fudan University, China: Von einer unipolaren Ordnung zu einer besseren, multipolaren internationalen Ordnung Transkript — Video
Prof. Dmitrij Trenin (Rußland), Direktor des Instituts für Weltwirtschaft und Strategie an der Wirtschafts-Hochschule (HSE) (Moskau)
Donald Ramotar (Guyana), ehemaliger Präsident von Guyana
Botschafter a.D. Jack Matlock (USA), ehemaliger Botschafter der Vereinigten Staaten in der Sowjetunion, 1987–1991: Die Geschichte wird die NATO für den Ukraine-Konflikt verurteilen Transkript — Video
Botschafter a.D. Chas Freeman (USA), ehemaliger stellvertretender US-Verteidigungsminister für internationale Sicherheitsfragen, 1993–1994
Ray McGovern (USA), ehemaliger leitender Analyst der Central Intelligence Agency (CIA), Gründungsmitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS)
Scott Ritter (USA), ehemaliger UN-Waffeninspekteur in Irak
Seine Exzellenz Dmitrij Tschumakow, Botschafter und stellvertretender Ständiger Vertreter der Mission der Russischen Föderation bei den Vereinten Nationen: Die Zukunft gehört souveränen Nationen und gemeinsamer Entwicklung Transkript
20:00-23:00 Uhr MEZ (14:00-17:00 Uhr Ortszeit New York):
Panel 2: Die Schönheit der kulturellen Vielfalt
Moderation: Jen Pearl (US) Schiller Institute
Video: Lyndon LaRouche über „Jesu, Meine Freude“
Musik: Jesu, Meine Freude BWV 227 von J.S. Bach. Festivalchor des Schiller-Instituts, Leitung: John Sigerson.
Megan Dobrodt (USA), Präsidentin des Schiller-Instituts USA
Elvira Green (USA) Mezzosoprano, ehemals an der New Yorker Metropolitan Opera
Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin des Schiller-Instituts
Feride Istogu Sopranistin, Schiller-Institut und Gründerin des Lola-Gjoka-Projekts, „Little Halit“ und „Sara“ (albanische Volkslieder, arrangiert von Lola Aleksi Gjoka), Martin Kaptein, Klavier
Nader Majd, Direktor des Zentrums für klassische persische Musik, und Alireza Analouei (Iran) Gründer des SAMA-Musikensembles
Ruijia Dong (China) Mezzosopran; Louis Arques, Klarinette; Dura Jun, Klavier. Wolfgang Amadeus Mozart, „Parto, ma tu ben mio,“ (Ich gehe, aber du, mein Schatz“ Arie aus {La Clemenza di Tito}).
Yulin Wang (China) Tenor, Dura Jun, Klavier. Konfuzius: „在水一方“ („Am Wasser“) „Auf der anderen Seite des Flusses“ – „O wie ängstlich, o wie feurig,“ Belmontes Arie aus Mozarts {Die Entführung aus dem Serail})
Everett Suttle (U.S.), international bekannter Opern- und Konzerttenor, Dura Jun, Klavier: Jayme Rujas de Aragón y Ovalle: „Vai, azulão“ („Flieg weg, blauer Vogel“), Op. 21; Everett Suttle, Tenor; Dura Jun, Klavier: Sergej Rachmaninow (Aleksander Puschkin): „Не пой, красавица“ („Sing nicht, meine Hübsche“), Op. 4, Nr. 4. Michelle Erin, Sopran; Everett Suttle, Tenor; Dura Jun, Klavier: Johannes Brahms: „Schwesterlein“, WoO 33, Vol. 3, Nr. 15.
Wolfgang Amadeus Mozart, Motette Ave Verum corpus (Gegrüßet seist du, wahrer Leib) Vortrag von John Sigerson (Musikdirektor, Schiller-Institut) Ave Verum Corpus von Mozart
Diskussionsrunde
1:00-4:00 Uhr MEZ (19:00-22:00 Uhr Ortszeit New York):
Panel 3: Der LaRouche-Oasenplan: Treiber für das LaRouche-Programm für 3 Milliarden neue produktive Arbeitsplätze
Moderatorin: Anastasia Battle
Musik: John Sigerson, Tenor, und Dura Jun (Piano): Drei Vertonungen von Ludwig Uhlands Gedicht “Frühlingsglaube” von (a) Conradin Kreutzer (1780–1849), (b) Franz Schubert (1797–1828), und (c) Josephine Lang (1815–1880)
Harley Schlanger (USA), Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes des Schiller-Instituts
Jason Ross (USA), wissenschaftlicher Berater des Schiller-Instituts: Kreativität: Die Grundlage der physischen Wirtschaft Transkript — Video
Sergei Glazyev (Russland), Staatssekretär der Russisch-Weißrussischen Union; Akademiker der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAS): „Wiederaufbau nach dem Finanzcrash“ (Videobeitrag 2001, Schiller-Institut)
Paul Gallagher (USA), Economics Co-Editor, Executive Intelligence Review
William DeOreo (USA), Bauingenieur
Robert Baker (USA), Landwirtschaftskommission des Schiller-Instituts; Joe Maxwell (USA) Landwirt und ehemaliger Vizegouverneur von Missouri sowie Abgeordneter des Bundesstaates, Mitbegründer von Farm Action Mike Callicrate (USA) Viehzüchter aus Kansas und Gründer von Ranch Foods Direct, Colorado; Alberto Vizcarra (Mexiko), Sprecher der Nationalen Front zur Rettung des mexikanischen ländlichen Raums. Gemeinsames Thema: Grundsätze für eine sichere Ernährung und Landwirtschaft
Diskussionsrunde
Sonntag, 25. Mai
15:00-18:00 Uhr MEZ (9:00-12:00 Uhr Ortszeit New York):
Panel 4: Die LaRouche Legacy Foundation über die Aktualität von LaRouches Ideen
Musik: Schubert, Sonate in B-Dur für Klavier, 1. Satz, Martin Kaptein, Klavier
Moderator: Dennis Small (USA), LaRouche Legacy Foundation
Diane Sare (USA), Präsidentin der LaRouche-Organisation, ehemalige unabhängige Kandidatin für den US-Senat in New York: Lyndon LaRouche: Die Macht des Individuums in einer Republik
Lyndon LaRouche, Videoausschnitte
Helga Zepp-LaRouche (Deutschland), Gründerin des Schiller-Instituts
Diskussionsrunde
19:00-22:00 Uhr MEZ (13:00-16:00 Uhr Ortszeit New York):
Panel 5: Die nächsten 50 Jahre der Erde gestalten
Musik: Schubert Impromptu in G-Dur, Martin Kaptein
Jose Vega (USA), führendes Mitglied der LaRouche-Jugendbewegung, unabhängiger Kongresskandidat, Bronx, New York
Jason Ross (USA), wissenschaftlicher Berater des Schiller-Instituts
Diskussionsrunde
22:00 – 00:30 Uhr MEZ (16:00-18:30 Uhr Ortszeit New York):
Arbeitsgruppen und Diskussion für junge Teilnehmer
00:15-3:30 Uhr MEZ (18:30-21:30 Uhr Ortszeit New York):
Panel 6: Die Macht der Vernunft zur Veränderung des Universums
Musik: Ludwig van Beethoven Trio Nr. 4 Opus 11, Dura Jun, Klavier; Jungwon Yoon, Geige und Sam Chung, Cello
Video: Lyndon LaRouche
Moderator: Dennis Speed (USA), Schiller-Institut
Jacques Cheminade (Frankreich), ehemaliger Präsidentschaftskandidat, Präsident von Solidarité et Progrès
Kelvin Kemm (Südafrika), Kernphysiker, ehemaliger Vorsitzender der South African Nuclear Energy Corporation
William Happer (USA), emeritierter Professor für Physik, Princeton University; ehemaliges Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats der USA und des US-Energieministeriums
Steve Durst (USA), International Lunar Observatory Association
Jason Ross (USA), wissenschaftlicher Berater des Schiller-Instituts
Bericht vom 109. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 109. Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 4. Juli entwickelte sich zu einer Diskussion über den drohenden Untergang des Völkerrechts nach den jüngsten dreisten Verstößen Israels und der USA. Die Frage lautete: Gibt es noch Hoffnung, es wiederherzustellen, oder müssen wir uns an eine neue Realität gewöhnen, in der Staaten mit entsprechender Militärmacht ungestraft gegen das Völkerrecht verstoßen können?
Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin, berichtete, daß der Iran nach der korrupten Zusammenarbeit der Führung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit der neokonservativen Kriegspartei die Zusammenarbeit mit der IAEA ausgesetzt hat, ohne jedoch aus dem Atomwaffensperrvertrag auszutreten. US-Präsident Trump strebe einen 60-tägigen Waffenstillstand mit der Hamas an, die sich zu Verhandlungen bereit erklärt habe, aber Israels Regierungschef Netanjahu lehne jede Unterbrechung seiner Angriffe auf die Bevölkerung im Gazastreifen ab. Trump habe Druckmittel, um sich gegen Netanjahu durchzusetzen, tue dies aber bisher nicht. Die USA hätten nun die Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesetzt, bis eine Bestandsaufnahme der US-Lagerbestände erfolgt ist. Der französische Präsident Macron habe nach dreijähriger Pause mit Präsident Putin gesprochen, Zepp-LaRouche nannte dies einen „Babyschritt in Richtung Diplomatie“. Der chinesische Außenminister Wang Yi habe sich mit der außenpolitischen Vertreterin der EU, Kaja Kallas, getroffen und ihr unverblümt gesagt, wenn Rußland in der Ukraine besiegt werde, wäre China das nächste Ziel.
Zepp-LaRouche berichtete dann über Deutschland. CDU-Fraktionschef Jens Spahn fordere, daß Deutschland sich atomar bewaffnet. Die deutschen Behörden hätten den Journalisten Thomas Röper und Alina Lipp (beide deutsche Staatsbürger!) die Wiedereinreise nach Deutschland verboten, nur weil ihre Berichterstattung der Kriegspartei nicht gefällt. Röper habe einen Vergleich der Rhetorik der heutigen deutschen Führung mit jener der Nazis angestellt.1 Hitler habe gefordert, Deutschland müsse „kriegsfähig“ werden, Verteidigungsminister Boris Pistorius bevorzuge den Begriff „kriegstüchtig“.
Hoffnungsvoll stimme, daß am 6. Juli in Rio de Janeiro der jährliche BRICS-Gipfel beginnt, auf dem Vorschläge für eine neue Investitionsplattform zur Kanalisierung von Krediten in Entwicklung statt in Spekulation vorgelegt werden sollen. Präsident Trump sollte dies nicht als Bedrohung betrachten.
Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der Geheimdienstveteranen für Vernunft (VIPS), erklärte, er packe gerade die Koffer und freue sich darauf, in einer Woche an der Berliner Konferenz des Schiller-Instituts teilzunehmen. Dann bat er um 30 Sekunden Schweigen für die Opfer des Völkermords in Gaza. McGovern beklagte den Abstieg in die Gesetzlosigkeit mit den Aktivitäten der USA und Israels, begrüßte aber, daß der Dialog zwischen den USA und Rußland trotz der verschiedenen jüngsten Ereignisse andauere. So habe Putins Sprecher Dmitrij Peskow trotz des illegalen Krieges gegen den Iran erklärt, man strebe bessere Beziehungen zu den USA an. Zu Putins Gespräch mit Macron sagte McGovern, weder er noch Putin würden Macron nach so vielen gebrochenen Vereinbarungen noch vertrauen. Umfragen in Rußland zeigten, daß für die Russen Deutschland inzwischen die USA als Hauptfeind abgelöst hat. McGovern kritisierte auch, daß man wegen des Fehlverhaltens der IAEA jetzt nicht mehr in der Lage sei, das iranische Atomprogramm richtig zu überwachen.
Zepp-LaRouche antwortete, sie sehe auch den Schaden für das Völkerrecht, aber das Abkommen zwischen Putin und Xi vom 4. Februar 2022 während der Olympischen Winterspiele in Peking unterstreiche die neue strategische Realität einer dauerhaften Partnerschaft zwischen beiden Nationen.
Der Friedensaktivist Jonathan Kuttab, Geschäftsführer von North American Friends of Sabeel und Mitbegründer von Nonviolence International, sagte, es gebe Hinweise darauf, daß China eine wichtigere Rolle in Südwestasien spielen könnte. Die USA und ihre NATO-Verbündeten klammerten sich an die alte internationale Ordnung, „obwohl sie bröckelt und zusammenbricht“. Die USA und Israel hätten gezeigt, daß sie ungestraft gegen das Völkerrecht verstoßen können. Daß ein Land Richtern internationaler Tribunale und sogar deren Familienangehörigen offen droht, sei beispiellos. Zu den in den sozialen Medien weitverbreiteten Bildern des Völkermords in Gaza sagte er: „Hier sieht man es jeden Tag…, anders als den Holocaust in Deutschland, der im Verborgenen stattfand.“
Zepp-LaRouche ergänzte zur Frage des Völkerrechts, in Bezug auf Gaza habe nur die mutige Rolle Südafrikas die Ehre der Menschheit gerettet. McGovern merkte an, daß Rußland und China die UNO immer noch respektieren und daß Umfragen in den USA zeigen, daß sich die öffentliche Meinung gegen „Netanjahu und seinen Chef Trump“ wendet.
Juan Carrero, Präsident der S’Olivar-Stiftung in Spanien, lobte die Arbeit der IPC und des Schiller-Instituts im Kampf gegen Völkermord und verurteilte die Greueltaten in Afrika und in Gaza. Er zeigte eine Videobotschaft des Nobelpreisträgers von 1980, Adolfo Perez Esquivel, und erinnerte daran, daß der Iran der „siebente und letzte geplante Regimewechsel“ im Nahen Osten sei.2 Aber der Iran „hat etwas Mächtigeres als Atomwaffen – nämlich Würde“. In dem Video appelliert Perez Esquivel aus Argentinien an die Weltgemeinschaft und insbesondere an Israels Verbündete, Maßnahmen zu ergreifen, um die Lethargie der UNO zu überwinden und den Völkermord in Gaza zu beenden. Er verurteilte die „Verachtung der Menschheit und der Werte“ durch den Westen.
Co-Moderator Dennis Small beschrieb anschließend das außerordentliche Treffen des brasilianischen Präsidenten Lula mit der ehemaligen Präsidentin Argentiniens, Cristina Fernandez de Kirchner, die unschuldig zu sechs Jahren Hausarrest verurteilt wurde, und wies darauf hin, daß Perez Esquivel und Lula sich während Lulas Besuchs in Argentinien ebenfalls trafen.
Es folgte eine Videoerklärung von Dr. Georgij D. Toloraja, Exekutivdirektor des Russischen Nationalkomitees für BRICS-Forschung und Direktor des Asien-Strategie-Zentrums am Institut für Wirtschaftswissenschaften sowie Chefforscher des Instituts für China und das zeitgenössische Asien der Russischen Akademie der Wissenschaften. Toloraja betont darin, er habe das Gefühl, daß Diplomaten umgangen werden und Vereinbarungen statt dessen von Unbekannten hinter den Kulissen getroffen werden. Israel habe „gegen alle möglichen Regeln verstoßen“, dennoch habe der Iran nur sehr begrenzt reagiert. Daher habe man den Eindruck, daß eine gewisse Absprache getroffen wurde. Wie würden sich die internationalen Beziehungen nun entwickeln, da es keine Regeln mehr gibt und alles erlaubt ist? Der Westen, vertreten durch die NATO, wolle sich an den ehemaligen Kolonien bereichern. Wenn der Westen versuche, alle Gegner zu eliminieren, könne das zu einem Atomkrieg führen.
Berichte über Aktivitäten
Friedensaktivisten aus aller Welt berichteten über ihre Aktivitäten, beginnend mit der jüngsten Konferenz zum Oasenplan3 auf dem Iztapalapa-Campus der Autonomen Universität Mexikos (UAM) in Mexiko-Stadt, an der auch die südafrikanische Botschafterin Sisulu teilnahm.
Es folgte ein Bericht über die „John Quincy Adams-Brigade“, eine Gruppe junger Amerikaner, die derzeit in Berlin ist, um die Konferenz des Schiller-Instituts vorzubereiten. Weitere Berichte kamen von Aktiven aus Frankreich, Spanien, Kolumbien und Boston/USA.
Eine Anführerin der LaRouche-Jugendbewegung aus Mexiko richtete eine Frage an Zepp-LaRouche, in der sie näher auf den Kontrast zwischen Optimismus und Verzweiflung in der aktuellen strategischen Krise einging. Sie fragte, ob Nikolaus von Kues‘ Schrift De Pace Fidei („Vom Frieden im Glauben“)4 den richtigen Rahmen für die Diskussion bieten könne. Zepp-LaRouche antwortete, dieses Dokument helfe den Menschen, ihr Denken auf die philosophische Ebene zu heben. In diesem Dialog bitten 17 Vertreter verschiedener Religionen und Kulturen Gott um Rat, weil „wir uns alle in Deinem Namen gegenseitig umbringen“, und Gott zeigt, wie aus der höheren Perspektive der Philosophie die verschiedenen Religionen übereinstimmen.
Zepp-LaRouche sagte, eine häufige Reaktion auf den Oasenplan sei: „Können wir mit wirtschaftlicher Entwicklung beginnen, ohne zuvor Gerechtigkeit zu schaffen?“ Dies sei keine einfache Frage, aber es gebe noch eine andere Dimension, die durch den Westfälischen Frieden verkörpert werde, der auf der Vergebung vergangener Verfehlungen beruhte. „Um des Friedens willen muß man Haß durch Liebe ersetzen.“
Abschließend sagte sie, Beethovens Vertonung der Worte Schillers „Alle Menschen werden Brüder“ in seiner Neunten Sinfonie sollte uns inspirieren. Dieses einzigartige Kunstwerk schütze uns vor „sehr negativen Emotionen wie Haß, Wut und Zorn“, die „uns etwas von unserer Seele nehmen“. Das sei der zugänglichste Weg, um zu der höheren Perspektive zu gelangen, die wir brauchen.
109. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die wahre internationale Verschwörung erneuern
4. Juli 2025
17.00 Uhr
Wir ermutigen alle Mitglieder der Menschheit, die sich wahren Frieden wünschen, an diesem Freitag um 17 Uhr MEZ mit Jonathan Kuttab, Juan Carrero und Berichten von der weltweiten Mobilisierung an der 108. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition teilzunehmen. Schicken Sie Berichte und Initiativen für die Tagesordnung so schnell wie möglich.
An diesem Freitag, dem 4. Juli, beginnt eine einjährige Gedenk- und Erinnerungsphase zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika. Der ehemalige Kongreßabgeordnete und Präsidentschaftskandidat (2004, 2008) Dennis Kucinich veröffentlichte am 1. Juli eine Erklärung mit der Überschrift „4. Juli 2025: Die Entweihung der Unabhängigkeitserklärung und ein Aufruf zur Erneuerung“. Das Dokument beginnt mit dem Aufruf: „Wenn Amerika das bleiben soll, was die Revolution 1776 angestrebt – eine rechtsstaatliche Nation – dann müssen wir, das Volk, unsere Stimme erheben, wir müssen handeln und diese Vision verteidigen.“
Das Schiller-Institut wurde 1984 mit einer „Erklärung der unveräußerlichen Rechte des Menschen“ gegründet, die fast identisch mit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung ist. Helga Zepp-LaRouche schlug damals wie heute vor, dass die Nationen des Globalen Südens – die erweiterte Gruppe der Nationen, die sich vor 70 Jahren in Bandung zur Bewegung der Blockfreien Staaten zusammengeschlossen hatten – die Unabhängigkeitserklärung übernehmen sollten. Diese wurde in der Zwischenzeit von den Vereinigten Staaten selbst zwar politisch aufgegeben, ist aber nach wie vor universell gültig. Der Grundsatz, dass „alle Menschen gleich geschaffen sind; dass sie von ihrem Schöpfer mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind; dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit gehören“, ist kein Dekret, sondern ein Gesetz der menschlichen Natur. Es gibt unveräußerliche Rechte, die keinem Menschen genommen werden können, weil sie universell und nicht staatlich bestimmt sind. Diese Bestrebungen finden ihren Ausdruck in der Politik der BRICS-Staaten – eine Politik, die unter anderem im EIR-Sonderbericht 2014 „Die neue Seidenstrasse wird zur Weltlandbrücke“ konkretisiert wurde.
In den von Helga Zepp-LaRouches formulierten „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ heißt es im zehnten Prinzip: „Die Grundannahme des neuen Paradigmas ist, dass der Mensch grundsätzlich gut ist und fähig, die Kreativität seines Geistes und die Schönheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen, und dass er die am weitesten entwickelte geologische Kraft im Universum ist, was beweist, dass die Gesetzmäßigkeit des Geistes und die des physischen Universums in Übereinstimmung und Kohäsion stehen und dass alles Böse das Ergebnis eines Mangels an Entwicklung ist und daher überwunden werden kann.“
Es gibt Leute im Silicon Valley und in der Londoner City, die dem vehement widersprechen. Das sind die „neuen Eugeniker“, die glauben, sie könnten eine „transhumanistische“ Ethnie nach ihrem Bilde erschaffen. Die „Untauglichen“, insbesondere die Armen, würden dann einfach aus der menschlichen Ethnie gestrichen. „Einst aufgrund der Gräueltaten der Nazis abgelehnt, wird die Eugenik heute sowohl von der Linken als auch von der Rechten befürwortet. Doch ihr schlagendes Herz liegt nicht in der Politik, sondern in technikgetriebenen Ansätzen,“ schreibt der Autor Joel Kotkin. „Ein großer Unterschied zur Eugenik des 20. Jahrhunderts besteht darin, dass die heutigen Bemühungen eine weitgehend private Angelegenheit sind, die nicht vom Staat, sondern von der technokratischen Elite gestaltet wird- zumindest bis jetzt. Was sich abzeichnet, ist eine moderne Version von Johannes Calvins protestantischen ‚Auserwählten‘.“ Sind sie – die Kreaturen von INCUTEL, Palantir usw.- eine „neue Rasse“ antichristlicher Soldaten, die die Menschheit in den Krieg führen will?
Wer hat zum Beispiel entschieden, dass die Vereinigten Staaten von „der Kriegspartei“ regiert wird? Nicht die Menschen in den Vereinigten Staaten. Sie sind gegen die derzeitige Kriegspolitik und haben für einen Präsidenten gestimmt, der sich gegen „ewige Kriege“ ausgesprochen hat – und trotzdem hat der Krieg stattgefunden. Warum führen die Vereinigten Staaten ständig Kriege gegen den Willen des Volkes, ganz gleich, wen es wählt, obwohl die Wirtschaft und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung immer schneller kollabieren?
Doch es geht nicht nur um Krieg. Vor drei Wochen, am 19. Juni, „beschleunigte eine chinesische Magnetschwebebahn mit einem 1,1 Tonnen schweren Testschlitten und einem elektromagnetischen Antriebssystem nach einer Strecke von nur 600 Metern auf eine Geschwindigkeit von 650 Kilometern pro Stunde – die höchste Geschwindigkeit, die je von einer Magnetschwebebahn erreicht wurde – und bremste dann innerhalb von 220 Metern zum Stillstand ab.“ Dabei hatten die amerikanischen Physiker James Powell und Gordon Danby von den Brookhaven National Laboratories auf Long Island, New York, bereits vor fast 60 Jahren ein erstes Patent für das Design einer Magnetschwebebahn erhalten. Hat die Kommunistische Partei Chinas die Vereinigten Staaten in den letzten 60 Jahren daran gehindert, eigene Magnetschwebebahnen oder Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen – oder war es die Kriegspartei? Warum wurde die NASA, das Herzstück des amerikanischen Raumfahrtprogramms, in der gerade im US-Senat verabschiedeten „Big Ugly Bill“ auf das Finanzierungsniveau von vor Kennedys Mondlandung zurückgestuft – einschließlich des gesamten Artemis-Mondprogramms, das im Wesentlichen eingestellt wurde?
Sind die Leute, die diese Entscheidungen getroffen haben, dieselben, die beschlossen haben, dass die Vereinigten Staaten in einen weiteren aussichtslosen Krieg gegen den Iran verwickelt werden, einen Krieg, der seit 2001 geplant ist? Mehrere Kommentatoren, von Scott Ritter bis Jeffrey Sachs, haben in den letzten 48 Stunden die Möglichkeit erörtert, dass Israels Ministerpräsident Netanjahu – oder unter bestimmten Umständen sogar die Vereinigten Staaten – thermonukleare Waffen einsetzen würden, da der Iran offiziell beschlossen hat, der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) derzeit keine weiteren Kontrollbesuche zu erlauben.
Und das aus gutem Grund. Der Journalist Kit Klarenberg hat gerade in einem Artikel „Den Iran ausspionieren: Wie der MI6 die IAEO infiltrierte“ in The Grayzone auf den Fall des britischen MI6-Agenten Nicholas Langman aufmerksam gemacht, dessen Name und Selbstbeschreibung in „einer Reihe von durchgesickerten Papieren entdeckt wurde, in denen die Aktivitäten von Torchlight, einem produktiven britischen Geheimdienst-Cutout, beschrieben werden“. Langman sagt, dass er „an der Verhinderung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen durch … Unterstützung der [IAEO] und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen [OPCW] und durch hochrangige internationale Partnerschaften gearbeitet hat“. Zudem behauptet er, den „großen diplomatischen Erfolg des iranischen Atom- und Sanktionsabkommens ermöglicht zu haben.“
Klarenberg schreibt: „Der Einfluß, den Langman angeblich auf die IAEO ausgeübt hat, verleiht den iranischen Behauptungen Gewicht, dass die internationale Atomaufsichtsbehörde mit dem Westen und Israel zusammenarbeitet, um die Souveränität des Landes zu untergraben. Die iranische Regierung hat behauptet, dass die IAEO die Identitäten ihrer Top-Atomwissenschaftler an den israelischen Geheimdienst weitergegeben und so deren Ermordung ermöglicht hat und dass sie den USA und Israel wichtige Informationen über die Atomanlagen lieferte, die sie bei ihrem Militärschlag im Juni dieses Jahres bombardiert haben.“
Wie weit ist es mit den Vereinigten Staaten am Vorabend ihres 250-jährigen Bestehens gekommen? Schlimmer noch als die Rolle als „Kanonenboot im Kielwasser des britischen Kriegsschiffs“: Werden die massiven militärischen Kräfte der Vereinigten Staaten nicht für das allgemeine Wohl des amerikanischen Volkes, sondern für einen totalen Krieg mit Rußland eingesetzt, wie er von britischer Seite in der Ukraine und Südwestasien betrieben wird? Wenn sich Benjamin Netanjahu und Donald Trump nächste Woche in Washington treffen, mit welchen britischen Agenten haben sie sich jeweils vorher getroffen? Wie unabhängig ist die US-Regierung – oder das Volk der Vereinigten Staaten – tatsächlich, 250 Jahre nach ihrer Gründung?
Kucinich schließt seine Erklärung vom 4. Juli 2025 mit folgenden Worten ab: „Wenn Amerika das bleiben soll, was die Revolution von 1776 anstrebte- eine Nation, die von Gesetzen regiert wird –, dann müssen wir, das Volk, unsere Stimme erheben. Wir müssen handeln und diese Vision verteidigen. Unsere Freiheit hängt letztlich von aufgeklärten, aktiven Bürgern ab. Andernfalls verraten wir die Vergangenheit, geben die Zukunft auf und die Nation scheitert.“ Unter Bürgern müssen wir jedoch inzwischen alle Bürger der Welt meinen, die sich nicht in erster Linie als Parteien oder Nationalitäten, sondern nach ihrer Absicht verstehen.
Wenn die Welt nicht nur überleben, sondern auch wachsen und sich entwickeln soll, sollten die Bürger, insbesondere die jungen Menschen aus aller Welt, zunächst die „Erklärung der unveräußerlichen Rechte des Menschen“ und die „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ des Schiller-Instituts lesen und dann persönlich oder online an der Konferenz vom 12. bis 13. Juli „Der Mensch ist nicht des Menschen Wolf – Für ein neues Paradigma in den internationalen Beziehungen!“ in Berlin, teilnehmen. Helfen Sie außerdem, insbesondere am kommenden Wochenende des 4. Juli, wo auch immer Sie sind, die Erklärung „Wird es am vierten Juli ein thermonukleares Feuerwerk geben?“ auf der Straße und online zu verbreiten.
Die Bombe ist nicht im Iran, sondern im Finanzsystem!
In einer Zeit wachsender Spannungen und blank liegender Nerven, in der jede weitere Provokation einen zivilisationszerstörenden Weltkrieg auszulösen droht, ist es überlebenswichtig, den Kriegsfanatikern der Oligarchie einen Schritt voraus zu sein. Jede Woche gibt Helga Zepp-LaRouche einen präzisen Überblick über die Veränderungen in der strategischen Gesamtdynamik, die Auswirkungen dieser Veränderungen und aktualisiert die Strategie, um diejenigen auszuflankieren, die die internationale Kriegspartei anführen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.
Während die westlichen Medien gefüllt sind mit Gerüchten und Gegenberichten über den Verbleib von über 400 kg angereichertem Uran und darüber, ob die iranischen Zentrifugen zur Anreicherung zerstört wurden oder nicht, wird immer deutlicher, dass das niemanden wirklich interessiert hat. Wäre dies der Fall gewesen, wären die Verhandlungen fortgesetzt worden, und die Vereinigten Staaten hätten wahrscheinlich unter Vermittlung Russlands ein Abkommen („Deal“) mit dem Iran geschlossen, das dem Iran die friedliche Entwicklung der Kernenergie unter Gewährleistung der Sicherheit Israels erlaubt hätte.
Statt dessen hat Präsident Trump offenbar die Welt angelogen und vorgegeben, er habe Bibi Netanjahu aufgefordert, während der laufenden Verhandlungen von einem Bombenangriff auf den Iran abzusehen, nur um Israel einen Überraschungsangriff zu ermöglichen, bei dem Dutzende iranischer Wissenschaftler und Militärführer zusammen mit ihren Familien in ihren Betten getötet wurden. Darüber hinaus gab die „neutrale“ Atomaufsichtsbehörde IAEO nach den israelischen Angriffen (und VOR den US-Angriffen) zu, dass der Iran tatsächlich keine Bombe gebaut habe, obwohl die IAEO nur wenige Tage zuvor behauptet hatte, der Iran habe bestimmte Bestimmungen „verletzt“ – gerade rechtzeitig, um einen Vorwand für den Angriff Israels zu schaffen.
All dieser Wirbel um den Iran hat nichts damit zu tun, warum bestimmte Kräfte auf einen Krieg drängen. Wie die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, ihren internationalen Mitarbeitern am 30. Juni sagte, geht es um „den systemischen Bankrott des transatlantischen Systems und den Unwillen der Establishment-Vertreter, ihre Politik zu korrigieren, sowie um ihr Beharren darauf, ihre dominante Position in der Welt zu behalten“.
Daher besteht der einzige Weg, um sicherzustellen, dass wir dem Abgrund eines Atomkrieges – sei es im Nahen Osten oder anderswo – entkommen, darin, die Ursache des Konflikts zu beseitigen, indem eine neue Wirtschafts- und Sicherheitsarchitektur geschaffen wird, die das Recht jeder Nation auf Sicherheit und Wohlstand anerkennt. Dies erfordert eine Insolvenzsanierung des transatlantischen Systems und das Eingeständnis, dass die 2 Billiarden Dollar schwere Alleskönner-Blase einfach nicht zu retten ist.
Während die Welt davon besessen ist, ob Trump die iranischen Atomanlagen vollständig, teilweise oder gar nicht zerstört hat, gewinnt Russland auf dem Schlachtfeld in der Ukraine unaufhaltsam den Krieg gegen die NATO. Russland hat gerade bekannt gegeben, dass Lugansk „vollständig befreit“ von der pro-nazistischen Plage ist. Keine noch so große Menge an Waffen aus den bankrotten europäischen Ländern wird das Regime von Selenskyj retten können.
Über 5 Milliarden Menschen auf der Erde leben in Nationen, die das britische Imperium zurückgewiesen haben und eine neue Ordnung schaffen wollen, die nicht auf dem Prinzip „Der Sieger bekommt alles“ oder auf Herrschaftsverhältnissen basiert, sondern, wie der russische Präsident Putin es ausdrückte, eher wie ein Symphonieorchester, in dem jede einzelne Stimme zur Harmonie des Ganzen beiträgt.
Da wir uns dem amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli nähern, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um daran zu erinnern, dass wir seit mehr als 250 Jahren in einem andauernden Kampf gegen das britische Imperium stehen. LaRouche drückte es in einer Rede aus dem Jahr 2004 mit dem Titel „Ich stehe neben dem Sterbebett eines dem Untergang geweihten Imperiums“ so aus:
„Wir wurden wiederholt fast vernichtet. Die Absicht Großbritanniens war es, uns zu vernichten. Das war die fortwährende Politik der Briten gegenüber den Vereinigten Staaten und die Politik der wichtigsten Verräter innerhalb der Vereinigten Staaten: wie Gallatin, wie Aaron Burr, wie die Führung vieler politischer Parteien. Die Drahtzieher hinter den Agenten, wie Andrew Jackson, Martin Van Buren, Polk, Pierce, Buchanan, die Agenten des Feindes waren, waren entschlossen, uns zu vernichten.
In diesem Prozess erlebte die amerikanische patriotische Tradition eine Wiederbelebung: rund um die Tradition von Lafayette, rund um die Persönlichkeit von John Quincy Adams und mit einem sehr bedeutenden, von John Quincy Adams rekrutierten Neuzugang für die Sache durch John Quincy Adams, dem Whig Abraham Lincoln, der Quincy Adams‘ Stimme im Kongress war, als er die Polk-Präsidentschaft wegen des Krieges gegen Mexiko in dieser Zeit anprangerte. Und dieser Präsident Lincoln führte später die Vereinigten Staaten zurück zu sich selbst als Nation.“
Es ist an der Zeit, dass die Vereinigten Staaten zu sich selbst zurückkehren und aufhören, sich an den Gräueltaten des britischen Imperialismus zu beteiligen. Ihre Nachbarn und die Welt würden ihnen das danken.
In einer Zeit wachsender Spannungen und blank liegender Nerven, in der jede weitere Provokation einen zivilisationszerstörenden Weltkrieg auszulösen droht, ist es überlebenswichtig, den Kriegsfanatikern der Oligarchie einen Schritt voraus zu sein. Jede Woche gibt Helga Zepp-LaRouche einen präzisen Überblick über die Veränderungen in der strategischen Gesamtdynamik, die Auswirkungen dieser Veränderungen und aktualisiert die Strategie, um diejenigen auszuflankieren, die die internationale Kriegspartei anführen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.
Bericht von der 108. Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC)
Die 108. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 27. Juni wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnet, die über den aktuellen Stand des Krieges im Iran berichtete. Sie stellte die triumphalen Erfolgsbekundungen von Präsident Trump in Frage. Es sei sehr wahrscheinlich, daß die Iraner voraussahen, was geschehen würde, und Ausrüstung und Materialien aus den angegriffenen Anlagen entfernten, bevor sie bombardiert wurden. Die Internationale Atomenergie-Organisation habe fürs erste „jegliche Glaubwürdigkeit verloren“, weil sie ein Umfeld schaffen half, das denjenigen in die Hände spielte, die einen Angriff auf den Iran wollten.
In diesem Zusammenhang brauche man auch eine Untersuchung zu Palantir und dem Einsatz von KI. Und am schlimmsten sei der Schaden für das Völkerrecht durch einen unprovozierten Angriffskrieg, der die Hemmschwelle für ähnliche Handlungen anderer Länder senke. Zepp-LaRouche verglich die Aufregung um Rußlands Invasion in der Ukraine mit Trumps Prahlerei über seinen unprovozierten Angriff auf den Iran: „Es ist für die ganze Welt offensichtlich, daß diese Doppelmoral existiert… Es herrscht jetzt Gesetzlosigkeit.“
Sie zeigte sich entsetzt über die Aussage von Bundeskanzler Merz, Israel mache „die Drecksarbeit für uns alle“. „Das offenbart die koloniale oder neokoloniale Denkweise von Merz “, bemerkte Zepp-LaRouche. Abschließend betonte sie, die Forderung des russischen Außenministers Sergej Lawrow nach einer neuen internationalen strategischen Architektur sei von entscheidender Bedeutung.
Der ehemalige US-Kongreßabgeordnete und Präsidentschaftskandidat Dennis Kucinich stimmte dem nachdrücklich zu und sagte: „Wir müssen erkennen, daß die derzeitige Sicherheitsarchitektur zerstört ist.“ Der Drang der Neokonservativen nach einem Regimewechsel im Iran sei eine Fantasie, weil dies eine Invasion mit zwei Millionen Soldaten und die Wiedereinführung der Wehrpflicht in den USA erfordern würde. „Der ungebremste Einsatz des Militärs ist heute eine Herausforderung für die Vereinigten Staaten.“ Er stimmte Zepp-LaRouche zu, daß „der Westen immer noch seine alten kolonialen Tricks anwendet“. Kucinich beschrieb die Situation als sehr gefährlich, aber voller großem Potential für Gutes.
Graham Fuller, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, präsentierte seine Einschätzung des Krieges gegen den Iran: Dieser sei eine schwere Niederlage für Israel. Israel behaupte seit 25 Jahren, daß der Iran „kurz vor der Atombombe“ stehe, aber jetzt „wird Netanjahu nicht mehr in der Lage sein, mit diesem Thema wieder Angst zu schüren“. Israel habe gemeint, ungestraft handeln zu können, und habe nicht mit so erfolgreichen Vergeltungsmaßnahmen des Iran gerechnet. „Die Vorstellung von der Unverwundbarkeit Israels wurde in Frage gestellt.“ Auch „die Vorstellung von Israel „als unsinkbarem Flugzeugträger für die Vereinigten Staaten wurde zerschlagen“.
Die USA hätten versucht, die Konflikte zwischen Sunniten und Schiiten auszunutzen, seien jedoch von der chinesischen Diplomatie zur Versöhnung zwischen dem Iran und Saudi-Arabien überflügelt worden. Die gesamte Golfregion habe den Iran in diesem Krieg unterstützt. Die Reaktion des Iran auf den brutalen Angriff der USA sei außerordentlich zurückhaltend gewesen, was Anlaß zu Optimismus gebe. Fuller sagte: „Trump hat seine Männlichkeit bewiesen…, vielleicht hat er jetzt das Gefühl, daß er einen Gang zurückschalten und Diplomatie versuchen kann, um eine Annäherung an den Iran zu erreichen.“ Ein weiterer Grund für Optimismus sei der Sieg des Israel-Kritikers Zohran Mamdani bei der Vorwahl der Demokraten für das Bürgermeisteramt in New York. Dort sähen wir vielleicht Anzeichen für „eine Welt, die nicht mehr vom Siedlerkolonialismus dominiert wird“.
Mossi Raz, ehemaliges Mitglied der israelischen Knesset und ehemaliger Generaldirektor von Peace Now, meinte, wir wüßten die Ergebnisse des Krieges gegen den Iran nicht wirklich, aber das sei auch nicht so wichtig. Wichtig sei eine politische Einigung für einen dauerhaften Frieden. Wir bräuchten eine Zweistaatenlösung, denn „die Israelis werden keine Sicherheit haben, wenn die Palästinenser keine Sicherheit haben“.
Er berichtete über eine wichtige Vorbesprechung, an der er vor dem nun bald neu angesetzten UN-Treffen zur Zwei-Staaten-Lösung für Palästina teilgenommen hatte. Raz beschrieb, daß Hunderte Palästinenser und Israelis zusammengekommen waren, um über die Zwei-Staaten-Lösung zu diskutieren.
Zepp-LaRouche äußerte daraufhin ihre Besorgnis darüber, was passieren werde, wenn die Ereignisse Trumps Erfolgsbehauptung widerlegen. Sie befürchte, daß die Neokonservativen auf eine Wiederaufnahme des Krieges drängen werden. Sie warnte vor dem unkontrollierten Einsatz von KI für militärische Zwecke, der unvorhersehbare Folgen haben könnte. Später fügte sie hinzu, KI sei eine Technologie wie jede andere, die für Gutes wie Böses eingesetzt werden kann. Entscheidend sei der moralische Charakter derjenigen, die sie einsetzen. Wir müssen die politische Führung in den USA und Europa davon überzeugen, sich der Globalen Mehrheit anzuschließen und die geopolitische Idee der Dominanz zu beenden.
Aktivistenberichte aus aller Welt
Carolina Dominguez von der mexikanischen LaRouche-Bewegung beschrieb eine geplante Konferenz an einer wichtigen Universität, wo der Oasenplan und unsere Perspektive für Frieden durch Entwicklung diskutiert werden sollen. Sie beschrieb ihre „Hörsaal-Methode“, wobei Aktivisten Hörsäle besuchen und den Dozenten um eine Minute Zeit bitten, um die Studenten über die strategische Krise zu informieren, und sich anschließend mit ihnen draußen zu ausführlichen Diskussionen treffen. Bei der Konferenz werde auch eine Aufführung klassischer Werke ihres Chores präsentiert, weil wir „die Seele der Bevölkerung adeln“ müssen, um Frieden zu erreichen.
Kynan Thistlethwaite berichtete aus Frankreich und Anastasia Battle aus Deutschland über die Aktivitäten der „John Quincy Adams-Brigade“, eine Gruppe junger Amerikaner, die derzeit in Europa hilft, die Berliner Konferenz des Schiller-Instituts am 12./13. Juli vorzubereiten. Tim Rush und José Vega berichteten über die Aktivitäten in den USA. Es gab auch Berichte aus Dänemark, Schweden und anderen Ländern.
Diskussion
Eine ungewöhnliche Frage wurde an die Podiumsteilnehmer gerichtet: Wenn in Israel die Strafanzeige gegen Netanjahu zurückgezogen würde, wie Präsident Trump es fordert, würde das Netanjahus Motivation für die Auslösung regionaler Kriege verringern? Co-Moderator Dennis Small sagte, wir müßten auf die Hintermänner achten, die typischerweise mit dem Plan „Clean Break” (Sauberer Bruch)1 verbunden seien, der 1996 von US-Neokonservativen an den neu gewählten Premierminister Netanjahu nach der Ermordung von Jitzhak Rabin ausgegeben wurde. Fuller fügte hinzu, wer die Situation genauer verfolge, der wisse, daß Netanjahu nicht einmal der mörderischste Politiker im israelischen Establishment ist.
Zepp-LaRouche berichtete über ihre jüngste Teilnahme an einer Konferenz in Spanien, die sich durch eine ermutigende Beteiligung junger Menschen und Vertreter vieler Nationen und Kulturen ausgezeichnet habe. Auf die Frage nach den wirtschaftlichen Motiven für den Krieg antwortete sie: „Solange die Menschen versuchen, ihre Schulden durch Kriege loszuwerden, sind wir auf einem Weg in die Katastrophe.“
Eric Rubin, Sprecher von People Against Genocide Everywhere2, berichtete über die Aktivitäten seiner Gruppe zur Aktivierung der UN-Resolution 377 (United for Peace), um das Veto der USA im Sicherheitsrat zu umgehen. Der einzige Weg, den israelischen Völkermord zu stoppen, sei die Entsendung von UN-Friedenstruppen in die besetzten Gebiete.
Abschließend sagte Zepp-LaRouche: „Ich bin absolut sicher, daß wir nur dann aus dieser wirklich bedauerlichen Situation herauskommen, wenn wir die besseren Visionen dessen, was die Menschheit sein kann, mobilisieren.“ Auf der Konferenz in Madrid hätten Menschen mit völlig unterschiedlichem Hintergrund übereinstimmend gesagt, daß wir „Liebe für die Menschheit“ brauchen. Schillers Idee, daß Menschen „schöne Seelen“ werden können, sei die natürliche Bestimmung des Menschen. Das letzte und möglicherweise umstrittenste ihrer „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“3 laute, daß der Mensch „von Natur aus gut ist“. Wir sollten Mitleid mit den armseligen, elenden Geschöpfen haben, die glauben, Kriege wären notwendig.