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Zepp-LaRouche-Artikel in CGTN präsentiert Alternative zu Trumps Zöllen

7. April 2025 (EIRNS) – CGTN veröffentlichte heute einen Artikel von Helga Zepp-LaRouche vom 7. April, in dem sie beschreibt, wie eine Alternative zu Donald Trumps Importzöllen aussehen sollte.

Unter Berufung auf die Erklärung des Weißen Hauses zu den Zöllen schrieb Zepp-LaRouche, darin würden „sehr unterschiedliche Fälle in einen Topf geworfen. Während China fast 850 Millionen seiner eigenen Bürger aus der Armut befreit, die absolute Armut beseitigt, eine Mittelschicht von 400 Millionen Menschen mit einer enormen Kaufkraft geschaffen hat und darüber hinaus zum Entwicklungsmotor für den globalen Süden geworden ist, sieht die Situation in Deutschland ganz anders aus.

„Die Einführung der Eurozone im Jahr 1999 wurde damals heftig kritisiert, weil sie sehr unterschiedlich entwickelte Volkswirtschaften in eine Währungszone integrierte, die keine ,optimale Währungszone‘ war. Als Gerhard Schröder Anfang der 2000er Jahre als deutscher Bundeskanzler die ,Agenda 2010‘, eine Reihe von Reformen, umsetzte, wurden die inländischen Löhne gedrückt und auf diese Weise die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber den weniger industrialisierten Ländern der Eurozone erhöht. Dadurch wurde das Gewicht der deutschen Wirtschaft auf Kosten der anderen europäischen Länder erhöht, da diese ihre Währungen nicht mehr abwerten konnten.

Infolgedessen wurde Deutschland für eine Weile zum ,Exportweltmeister‘, aber viele inländische Investitionen, wie die Erneuerung der Basisinfrastruktur, wurden vernachlässigt und die Kaufkraft des Binnenmarktes wurde relativ geschwächt. Natürlich wurde all dies von späteren Entwicklungen überschattet, wie dem Verlust des Zugangs zu billigem russischem Gas und dem Verlust des russischen Marktes aus geopolitischen Gründen. Theoretisch könnten die Trump-Zölle ein Weckruf für Deutschland sein, sein eigenes Haus in Ordnung zu bringen.“

Globalisierung und Outsourcing hatten in den USA ähnliche Auswirkungen, und Trump möchte dies rückgängig machen. Anstatt jedoch auf seine Ideologen des freien Marktes zu hören, sollte er „zu soliden Prinzipien der physischen Wirtschaft zurückkehren: Investitionen in wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt, internationale Zusammenarbeit im Weltraum und Innovation im Allgemeinen. Das bedeutet, dass die Bildungssysteme der USA und der europäischen Nationen neu organisiert werden müssen, um dieser Ausrichtung zu dienen, und dass Anreize geschaffen werden müssen, um hochqualifizierte Arbeitskräfte für diesen Zweck auszubilden.“

Die Alternative zu einseitigen Maßnahmen zur Zerstörung der alten Ordnung „ist ein kooperativer Ansatz, bei dem echte Entwicklungsperspektiven für Afrika, Asien, Amerika und Europa auf die Tagesordnung für Joint Ventures und kooperative Investitionen in Infrastruktur, Industrie, Landwirtschaft, Wissenschaft, Gesundheit und Bildungssysteme gesetzt werden, die durch produktive Kredite finanziert werden.

Die Handelsungleichgewichte werden beseitigt, indem der Kuchen vergrößert wird, wobei die unterschiedlichen Merkmale und Entwicklungsstufen der einzelnen Volkswirtschaften in einer fairen Arbeitsteilung berücksichtigt werden. ,Menschheit zuerst‘ wird zu einem Win-Win-Ergebnis für alle führen.“


Wird ein Krieg gegen den Iran die Trump-Administration „enthaupten“?

Bericht vom 96. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Gründerin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche eröffnete das 96. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 4. April mit einer Warnung an die Trump-Regierung vor einem Angriff auf den Iran: Das sei eine Falle der Kriegsfraktion für Präsident Trump. Ein solcher Krieg könnte zu dramatisch höheren Ölpreisen führen und einen Finanzkollaps auslösen. Das wäre dann kein Schlag zur „Enthauptung“ des Iran, wie behauptet wird, sondern eine „Enthauptung“ Trumps. Viele seiner Anhänger hätten aufgrund seiner Wahlversprechen ein Ende der „endlosen Kriege“ erhofft und seien jetzt desillusioniert und wütend über den Krieg gegen Jemen und vielleicht auch gegen den Iran. Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß der Iran wie jedes souveräne Land das Recht auf ein Atomprogramm für friedliche Zwecke hat.

Zur Lage in Europa sagte sie, die EU beweise immer wieder, daß US-Vizepräsident Vance mit seinem Vorwurf bei der Münchner Sicherheitskonferenz, Europa sei nicht mehr demokratisch, Recht hatte. Der jüngste Beweis sei das Gerichtsurteil, das Marine Le Pen von der Teilnahme an der französischen Präsidentschaftswahl ausschließt. Le Pen wurde der Veruntreuung von Geldern für schuldig befunden, und Zepp-LaRouche verglich ihren Fall mit dem der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, die der Veruntreuung eines viel größeren Betrages für schuldig befunden, aber wegen ihres „internationalen Ansehens“ nicht bestraft worden war. Hier sehe man „Doppelmoral in Reinkultur“.

Zepp-LaRouche betonte auch die Bedeutung des „atemberaubend schockierenden“ jüngsten Artikels zum Ukrainekrieg in der New York Times. Dieser widerlege eindeutig die Darstellung der Neokonservativen, es sei ein „unprovozierter Angriffskrieg“ Rußlands gewesen, und „bestätigt, daß die russische Darstellung des Geschehens die richtige war“. Amerikanische Militär- und CIA-Agenten in Wiesbaden waren dem Artikel zufolge während des gesamten Krieges ununterbrochen mit der Planung und technischen Unterstützung der Ukrainer beschäftigt. Die Biden-Regierung habe die Genehmigung für bestimmte Operationen offiziell verweigert, sie aber insgeheim erteilt. Es sei von Anfang an ein Stellvertreterkrieg gewesen. Zepp-LaRouche forderte die Teilnehmer auf, von ihren Politikern zu verlangen, ihre Aussagen zu diesem Thema zu korrigieren.

Prof. Steven Starr, Professor an der Universität von Missouri und führender Kernwaffenspezialist, präsentierte Videoausschnitte von mehreren seiner Kollegen, die er selbst kommentierte. Einer war der Journalist und Analyst Patrick Henningsen, der feststellte, daß der Iran nicht der einzige Staat ist, der an der Schwelle zur Atommacht steht, aber Trump die anderen Staaten nicht bedroht. Starr erinnerte daran, daß Israel über 200 bis 300 Atomwaffen verfügt. In einem anderen Videoausschnitt warf der frühere UN-Waffeninspektor Scott Ritter dem Iran vor, Trump sinnlos zu provozieren, und sagte, die Folge könnte eine umfassende Luftkampagne gegen den Iran sein, auch mit Atomwaffen. Der Iran verfüge über zu 60% angereichertes Uran, das schnell zu Waffen verarbeitet werden könnte.

Während Ritter von einem regional begrenzten Krieg ausgeht, sagte sein Kollege, der frühere CIA-Analyst Larry Johnson, in demselben Videointerview, er glaube nicht, daß die Russen einen Angriff auf den Iran einfach ignorieren könnten. Zepp-LaRouche warf ein, Ritter übersehe „das größere Spiel“: Der Nahe Osten sei nur eine Front der anglo-amerikanischen geopolitischen Ambitionen. Die Tatsache, daß Putin und Trump einen Dialog begonnen haben, sei das Motiv für die Kriegsvorbereitungen, sowohl dort als auch in Europa. Starr fügte hinzu, Trump täusche sich, wenn er glaubt, er könne seine Beziehung zu Rußland von einem Krieg gegen den Iran trennen.

Er warnte auch, in Trumps Kabinett gebe es christliche Zionisten, die nicht rational sind, weil ihre Politik auf fundamentalistischen religiösen Überzeugungen beruht; als Beispiel nannte er Außenminister Marco Rubio.

Hillel Schenker, ein langjähriger israelischer Friedensaktivist und Mitherausgeber des Palestine-Israel Journal, berichtete, daß Ministerpräsident Netanjahu in großen Schwierigkeiten steckt, weil jeden Tag ein neuer Skandal aufgedeckt wird. Eine klare Mehrheit der Israelis sei jetzt gegen Netanjahu. In politischen Umfragen wünsche die Mehrheit eine Rückkehr zum Waffenstillstand und lehne die Regierung Netanjahu klar ab. Allerdings verfüge Netanjahu trotzdem noch über eine Mehrheit im Parlament.

Schenker forderte eine globale Allianz für eine Zweistaatenlösung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Er sei optimistisch in Bezug auf die Saudis, die faktisch die Führung der arabischen Welt innehätten und gute Beziehungen zu den USA und Israel bräuchten, um eine moderne Wirtschaft für die Ära nach dem Öl aufzubauen. Saudi-Arabien werde solche Beziehungen begrüßen, vorausgesetzt, es gibt einen Weg zu einem palästinensischen Staat.

Gershon Baskin ist ein israelischer Kolumnist, sozialer und politischer Aktivist und Forscher des israelisch-palästinensischen Konflikts und Friedensprozesses. In einem Videointerview mit Gerald Belsky von EIR sagte er, Netanjahu behaupte zwar, der erneute militärische Druck auf Gaza solle helfen, die verbliebenen Geiseln zu befreien, aber man wisse aus Erfahrung, daß es in Wirklichkeit ein Hindernis ist und daß Netanjahu ganz andere Motive hat. Baskin ging auf die anhaltenden Bemühungen um eine Zweistaatenlösung ein und sagte, man müsse den Stillstand überwinden, wo beide Seiten überzeugt sind, auf der anderen Seite gebe es keinen Partner für den Frieden.

José Vega, politischer Aktivist und Kongreßkandidat im New Yorker Stadtteil Bronx, berichtete über die Aktivitäten in ganz New York City im Rahmen seiner Kampagne.

Der ehemalige Präsident von Guyana, Donald Ramotar, kritisierte die Konzernmedien, die nicht über das wahre Ausmaß der Tragödie in Gaza berichten wollen, und die Trump-Regierung, die jede Kritik am Vorgehen der Israelis zum Schweigen bringen will. Er stimmte Zepp-LaRouche zu, daß der Artikel der New York Times zum Ukrainekrieg weit verbreitet werden sollte. Ramotar schloß sich der Sorge anderer Redner vor einem Krieg gegen den Iran an und lobte den Mut der Huthis im Jemen, die versuchen, gegen den Völkermord in Gaza zu kämpfen. Er bemerkte auch, die US-Regierung versuche, internationale Institutionen, darunter die UNO, zu diskreditieren, und untergrabe den Internationalen Strafgerichtshof und den Internationalen Gerichtshof.

Co-Moderator Dennis Speed zitierte Martin Luther Kings Reaktion auf den Sechstagekrieg: Man brauche „Sicherheit für Israel und Entwicklung für die Araber“. Zepp-LaRouche sagte, man könne King deshalb implizit als Unterstützer des Oasenplans1 betrachten.

Diskussion

Co-Moderator Dennis Small antwortete auf eine Frage zu den neuen US-Zöllen, sie könnten den totalen Zusammenbruch des globalen Finanzsystems auslösen. Es sei, als würde jemand in einem Raum voller Dynamit ein Streichholz anzünden.

Ein Teilnehmer, der mehrere Bücher über Atomwaffen verfaßt hat, sagte zu Scott Ritters Aussagen, der Iran habe erst dann Uran zu 60% angereichert, nachdem Trump dem Land den Zugang zu medizinischen Isotopen blockiert hatte. Ein Angriff auf den Iran würde nicht nur zu einem regionalen Krieg, sondern zu einem Weltkrieg führen.

In ihren abschließenden Bemerkungen sagte Zepp-LaRouche, die europäischen Regierungen „verdienen eine klinische Untersuchung“. In europäischen Ländern werde schon an den Schulen versucht, 17jährige für den Militärdienst zu rekrutieren. Am Ende kam sie auf ein Thema zurück, das bei den IPC-Treffen immer wieder angesprochen wird, nämlich ihren Vorschlag der „Zehn Prinzipien einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“,2 den ein Teilnehmer während der Diskussion leidenschaftlich unterstützt hatte.

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Anmerkungen

1. Der Oasenplan: LaRouches Vision für Südwestasien, Video, Schiller-Institut, und
    The Oasis Plan – The LaRouche Solution for Southwest Asia, Internetseite des Schiller-Instituts (englisch).

2. Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, Helga Zepp-LaRouche, Schiller-Institut.


Internationale Friedenskoalition #96, 4.4.2025, 17.00 Uhr MEZ

Vom Regen in die Traufe?

96. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Vom Regen in die Traufe?

4.4.25

17.00 Uhr

Schließen Sie sich diesen Freitag, 17.00 Uhr der Internationalen Friedenskoalition mit dem Nuklearexperten Prof. Steve Starr, einem israelischen Friedensaktivisten und einem Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde an. Weitere Informationen werden in Kürze bekannt gegeben.

Zur Anmeldung

Donald Trump wusste die wachsende Wut der amerikanischen Bevölkerung über die „ewigen Kriege“ des Washingtoner Establishments und den damit verbundenen Zusammenbruch der Wirtschaft zu nutzen, um 2025 ins Weiße Haus einzuziehen. Er nahm schnell direkten Kontakt mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, um sich für Frieden in der Ukraine einzusetzen, und bremste Bidens starrsinnigen Vormarsch in den Dritten Weltkrieg gegen Russland. Trump weigerte sich, Neokonservative wie Mike Pompeo und John Bolton in seine Regierung aufzunehmen, mit dem berechtigten Argument, dass sie das Land zu oft in Kriege gestürzt hätten. Und er hat sogar damit begonnen, die von London gelenkte permanente Bürokratie der Geheimdienste – von manchen als „deep state“ bezeichnet – abzuschaffen und stattdessen vertrauenswürdige Experten wie Tulsi Gabbard als Direktorin der nationalen Geheimdienste und Kash Patel als FBI-Direktor einzusetzen.

Aber ist der gewiefte Donald Trump nun so dumm – oder so manipulierbar durch die besserwisserischen Briten und ihre israelischen Juniorpartner – dass er ernsthaft erwägt, die amerikanischen Angriffe auf die Huthis im Jemen zu einem umfassenden Schlag gegen den Iran auszuweiten? Ein Schlag, der den Versuch einschließen würde, dem gut abgeschirmten iranischen Atomprogramm den Todesstoß zu versetzen, was dazu führen könnte, dass die gesamte südwestasiatische Region in eine radioaktive Wolke gehüllt würde, selbst wenn ein größerer Krieg irgendwie vermieden werden könnte?

Trumps eigene eskalierende Rhetorik gegenüber dem Iran deutet in diese Richtung. Noch bedeutsamer als die Rhetorik ist jedoch die Verlegung von einem halben Dutzend B2-Tarnkappen-Bombern auf den US-amerikanischen und britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean, in Reichweite des Iran. Es gibt Berichte über die Stationierung eines hochentwickelten THAAD-Raketenabwehrsystems auf Diego Garcia, das ansonsten weitgehend ungeschützt gegen Luftangriffe ist. Es gibt Berichte über die Entsendung einer zweiten Flugzeugträger-Angriffsgruppe, der USS Vinson, die sich der USS Truman im Roten Meer anschließen soll.

Haben es die Israelis und Briten geschafft, Trump davon zu überzeugen, dass der Iran unter einem solchen „Enthauptungsschlag“ zusammenbrechen würde? War sein eigener Nachrichtenstab, der vielleicht noch unter dem von den Briten inszenierten SignalGate-Skandal leidet, nicht in der Lage, die tatsächlichen Geheimdienstinformationen zu liefern, die das Gegenteil beweisen?

Am 1. April warnte einer der besonnensten russischen Spitzendiplomaten, Vizeaußenminister Sergej Rjabkow, vor einem solchen amerikanischen Angriff auf den Iran: „Drohungen sind in der Tat zu hören, Ultimaten sind zu hören. … Die Folgen, insbesondere wenn die Angriffe auf die nukleare Infrastruktur abzielen, könnten für die gesamte Region katastrophal sein.“ Rjabkow bot Russlands Hilfe bei der Entschärfung der Krise an: „Solange noch Zeit ist und der Zug noch nicht abgefahren ist, müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um eine Einigung auf einer vernünftigen Grundlage zu erreichen. Russland ist bereit, seine Vermittlungsdienste Washington, Teheran und allen anderen Interessenten anzubieten“, sagte er.

Eine solche Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten, Russland, China und anderen ist unerlässlich, um die Kriegsgefahr zu entschärfen, die derzeit in verschiedenen Regionen droht – in Südwestasien, in der Taiwanstraße und natürlich in der Ukraine – und um Gespräche über die umfassendere Frage einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur in Gang zu bringen. Es ist die alte Architektur, die einen Krieg nach dem anderen, wirtschaftliche Ausplünderung und finanziellen Zusammenbruch hervorbringt.

Trumps Zollkrieg ist sicherlich der falsche Ansatz. Da das gesamte globale Finanz- und Wirtschaftssystem derzeit nur noch an einem seidenen Faden hängt, ist es durchaus möglich, dass dies eine Kettenreaktion auslöst, mit der niemand gerechnet hat, und das gesamte transatlantische Finanzsystem zum Einsturz bringt. Selbst wenn es nicht so weit kommt, wird es mit Sicherheit dazu führen, dass immer mehr Nationen der globalen Mehrheit alternative Handelsabkommen anstreben und die Vereinigten Staaten umgehen, ähnlich wie es als Reaktion auf die amerikanischen Sanktionen gegen Russland und andere Nationen geschehen ist. Auf diese Weise wird aus „America First“ schnell „America Last“.

Was Europa und die Aufrüstungsbemühungen zur Vorbereitung eines Krieges gegen Russland betrifft – mit dem falschen Argument, Russland habe 2022 einen „unprovozierten Angriff auf die Ukraine“ gestartet –,  hat die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in ihrem Webcast vom 2. April daran scharfe Kritik geübt.

„Die deutsche Elite oder das Establishment und viele andere in Europa scheinen zu einer Haltung zurückgekehrt zu sein, die wir vor mehr als 80 Jahren hatten. Ich weiß, es fällt mir schwer, das zu sagen, aber es gibt keine andere Erklärung [für das, was geschieht]. Wie kann es sein, dass die überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung eine völlig andere Sicht auf Russland hat … … [und] sich völlig weigert, die Darstellung zu glauben, dass der Krieg in der Ukraine durch eine ‚unprovozierte Aggression‘ Russlands verursacht wurde?“

Zepp-LaRouche erinnerte ihre Zuhörer daran, dass „die New York Times vor zwei oder drei Tagen einen 13.000 Wörter langen Artikel veröffentlicht hat, der das Ergebnis einer einjährigen Untersuchung war, in der 300 verschiedene Personen aus vielen verschiedenen Ländern über die Umstände des Ausbruchs des Krieges gegen die Ukraine befragt wurden. Was sie eindeutig herausgefunden haben, ist, dass die NATO von Anfang an in den Krieg verwickelt war, ihn vorbereitet und angezettelt hat, und das ist jetzt offiziell bekannt.”

Zepp-LaRouche fuhr fort: „Man sollte meinen, diese Leute aus dem Establishment würden sagen: ,Unsere Darstellung ist nicht mehr haltbar, wir können sie nicht länger aufrechterhalten.‘ Aber nein! Sie zeigen nicht die geringste Einsicht, dass ihre Lügen aufgedeckt wurden.”

Zepp-LaRouche schloss mit der Forderung nach einem guten, traditionellen öffentlichen Widerruf der von ihnen verbreiteten Lügen, da sich nun herausgestellt habe, dass nichts von dem, was sie erzählt hätten, wahr gewesen sei. Dies sei notwendig, um den Weg für eine neue Politik des Friedens durch Entwicklung frei zu machen.

Wir befinden uns an einem Wendepunkt in der Weltpolitik, an dem wir die britische Verwicklung in die Kontrolle der Weltgeschehnisse aufdecken müssen. Alles Anständige, von dem wir erwarten, dass es entsteht, muss von den guten Menschen, die diese Nachricht lesen, organisiert werden. Schließen Sie sich diesen Freitag um 11 Uhr ET/ 17 Uhr MEZ der Internationalen Friedenskoalition an, mit dem Nuklearexperten Steve Starr, einem israelischen Friedensaktivisten und einem Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde. Weiteres wird in Kürze bekannt gegeben.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Aufrüstung stoppen, Schuldenbombe entschärfen! (02.04.25, 18.30 Uhr)

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Im Kontext der Eskalation und der Gefahr eines direkten Militärschlags und Krieges gegen den Iran durch die Vereinigten Staaten unter Beteiligung Großbritanniens sprach Helga Zepp-LaRouche, Leiterin des Schiller-Instituts, heute von diesen Entwicklungen als einer Verdunkelung der „Kriegswolken“.

Sie warnte vor dieser Eskalation, die auf ein Chaos in der gesamten Region hinausläuft, und wies auch auf den größeren Kontext und die Auswirkungen hin.

Die Konfrontation mit dem Iran ist Teil der Fallen, die Präsident Trump gestellt werden, um Schlüsselfiguren in seiner neuen Regierung zu Fall zu bringen und vor allem die von ihm eingeleitete für die Welt wichtige Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Russland zu beenden. Diesem Zweck dient auch das „SignalGate“

Der EU-Plan „RearmEurope“ und der deutsche Aufrüstungsplan werden offiziell mit zwei Notlagen begründet: der militärischen Bedrohung durch Rußland und Donald Trumps Absicht, Europa den amerikanischen Nuklearschirm zu entziehen. Glauben Sie das nicht. In Wirklichkeit ist der Vorstoß für eine Kriegswirtschaft die neueste Phase der Rettung des internationalen Finanzsystems, deren letzte Stufe etwa 2017-19 begann. Als die Zentralbanken erkannten, daß das System, das sie 2008 mit Steuergeldern gerettet hatten, erneut kurz vor dem Kollaps stand, starteten sie eine neue Rettungsaktion in Form der „grünen“ Blase. Der Vorwand war, daß eine Notlage, die Klimakrise, eine massive Zufuhr von Staatsgeldern in grüne Vermögenswerte erfordere. Dazu gründete eine Gruppe von Zentralbankern unter dem damaligen Gouverneur der Bank von England, Mark Carney, im Dezember 2017 ein Netzwerk für ein grünes Finanzsystem (NGFS). Die Märkte jubelten: „Grün ist das neue Gold“, lautete die Botschaft an die Investoren.

Das Vorhaben wurde nach dem Zentralbanktreffen in Jackson Hole (Wyoming) vom 22.-24. August 2019 intensiviert, wo Spitzenvertreter von BlackRock einen Plan für eine vollständige diktatorische Kontrolle der Zentralbanken über das Finanzsystems vorstellten – ähnlich dem, was Hitlers Zentralbanker Hjalmar Schacht 1933 umgesetzt hatte. …

… Als Donald Trump am 5. November 2024 zum US-Präsidenten gewählt wurde, kam eine neue Notlage hinzu: ein Europa ohne die USA. Nach dem ersten Telefonat der Präsidenten Trump und Putin und den Bemühungen der EU, deren Verhandlungen zu sabotieren, stellte von der Leyen am 4. März 2025 „RearmEurope“ vor, das Investitionen von 800 Mrd.€ vorsieht. Sie sagte, die Ukraine solle zum „eisernen Stachelschwein“ gegen Rußland werden. Am selben Tag kündigte Friedrich Merz einen Verteidigungs-Sonderfonds von einer halben Billion Euro für Deutschland an. Am nächsten Tag titelte Politico: „Die Märkte sind hungrig nach Kriegsanleihen“.

Schließen Sie sich morgen dem wöchentlichen Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche an und diskutieren Sie mit ihr die nächsten gemeinsamen Schritte, um die „Kriegswolken“ zu vertreiben und mit dem LaRouche-Plan Frieden durch Entwicklung zu schaffen.

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.


Karel Vereycken vom Schiller-Institut präsentierte ‚Wasser für den Frieden‘ an der Pariser Akademie für Geopolitik

31. März 2025 (EIRNS) – Heute hat die Akademie für Geopolitik in Paris das Video und die Transkripte ihrer Konferenz vom 28. März 2025 mit dem Titel „Bericht – Welches Schicksal für Palästina?“ veröffentlicht.

Zu den Rednern gehörte Karel Vereycken, Forscher am Schiller-Institut Frankreich, dessen Vortrag den Titel „Wasser im Nahen Osten: ein permanenter casus belli oder ein Eckpfeiler für dauerhaften Frieden?“ trug. In seinem 33-minütigen Vortrag behandelte er die politische Geschichte der Region sowie die physische Ökonomie und Technologie, einschließlich LaRouches Oasis-Plan, der der Gruppe bereits Anfang März von Jacques Cheminade vorgestellt worden war.

An der Veranstaltung nahmen acht Redner teil, deren Ziel es laut Beschreibung der Akademie war, „alle geopolitischen und diplomatischen Themen und Fragen im Zusammenhang mit der Entwicklung der Palästinafrage zu überprüfen, über die Verschärfung der aktuellen Krise hinauszuschauen und die Frage ihrer friedlichen Lösung zu erörtern“.


Stoppt die Remilitarisierung Europas –für eine weltweite Friedensbewegung!

Bericht vom 95. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das 95. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. März hatte Redner aus Deutschland, Frankreich, dem Iran, Argentinien und Mexiko sowie Teilnehmer aus vielen weiteren Ländern. Die Vorsitzende des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche eröffnete die Sitzung mit einer Warnung: Die Bemühungen der Präsidenten Trump und Putin um eine Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Rußland und den USA und eine Beendigung des Krieges in Europa seien gefährdet durch die Versuche, die USA in einen Krieg gegen den Iran zu treiben, und durch die von der EU-Führung betriebene massive Aufrüstung unter dem verlogenen Vorwand, Rußland wolle Europa militärisch überfallen.

Zepp-LaRouche betonte, ein Krieg gegen den Iran würde ein wirtschaftliches, militärisches und politisches Chaos auslösen und könnte zu einem Weltkrieg führen. Die von Präsident Macron, Premierminister Starmer und anderen geförderte „Koalition der Willigen“ habe diese Woche bei einem Treffen von 30 Ländern (erfolglos) versucht, sich auf eine einheitliche europäische Politik für den Einsatz westlicher Truppen in der Ukraine zu einigen – etwas, was mit Sicherheit einen großen Krieg mit Rußland verursachen würde. Die deutsche Bevölkerung sei entsetzt darüber, daß hunderte von Milliarden für Aufrüstung ausgegeben werden sollen, während die Volkswirtschaften in ganz Europa vor dem Zusammenbruch stehen. Die USA seien in Bezug auf die Kriegspolitik gegen den Jemen und die Drohungen gegen den Iran gespalten, auch Donald Trumps eigene Partei, weil Trump immer damit geworben hat, mit den „endlosen Kriegen“ Schluß zu machen.

Der erste Gastredner war der ehemalige iranische Botschafter in Deutschland, Seyed Hossein Mousavian. Er sagte, in Bezug auf die Politik gegenüber dem Iran gebe es „zwei Trumps“: Der eine Trump habe vor der Wahl Frieden mit dem Iran angestrebt und gesagt, die einzige Bedingung dafür wäre, daß der Iran keine Atomwaffen baut, und habe sich für ein neues Abkommen zwischen beiden Ländern eingesetzt, worauf der Iran positiv reagiert habe. Aber nach der Wahl und dem Amtsantritt sei Trump eher der zionistischen Lobby gefolgt und habe eine Rückkehr zur „Politik des maximalen Drucks“ aus seiner ersten Amtszeit angekündigt, gerade als Israels Regierungschef Netanjahu bei ihm in Washington war. Trump habe die Forderungen an den Iran verschärft und über seinen Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz einen kompletten Rückbau des iranischen Atomprogramms gefordert, was aber nicht möglich sei. Trumps Brief an die iranische Führung enthalte wieder alle Kernpunkte der anti-iranischen Politik aus dessen erster Amtszeit, sagte Mousavian. Weder Trump noch der iranische Staatschef Ali Chamenei wollten Krieg, aber Trumps Problem sei, daß seine Regierung uneinig ist.

Mehrere jüngere Schritte der USA ließen auf Kriegsvorbereitung schließen – u.a. der Krieg im Jemen, Waffenlieferungen an Israel, die Entsendung von Flugzeugträgern an den Golf und von B-2-Bombern nach Diego Garcia sowie Israels Bruch des Waffenstillstands im Gazastreifen mit Zustimmung der USA. Um einen Krieg zu verhindern und Frieden zu schaffen, brauche man „gegenseitigen Respekt“ auf der Grundlage der Achtung des Völkerrechts, wirtschaftliche Zusammenarbeit und persönlichen Austausch der Menschen. Amerika und der Iran seien nie Feinde gewesen und sollten Freunde sein.

Oberst a.D. Alain Corvez aus Frankreich war Berater für internationale Beziehungen im französischen Außenministerium und hat bereits mehrfach bei IPC-Treffen gesprochen. Seiner Ansicht nach sind die Drohungen amerikanischer Politiker gegen den Iran nur Propaganda, denn der Iran besitze keine Atomwaffen und wolle sie auch nicht, habe aber ein mächtiges Raketenarsenal, wie das erfolgreiche Durchbrechen der israelischen Verteidigung bei den wechselseitigen Angriffen im April 2024 bewiesen habe. Der Iran habe gezeigt, daß er über eine Abschreckungskapazität gegen Israel und die USA verfügt, und die gemeinsamen Militärübungen von Iran, Rußland und China zeigten, daß der Iran im Falle einer Invasion wahrscheinlich Unterstützung von Rußland und von China erhalten würde.

Corvez stimmt mit Mousavian darin überein, daß die Trump-Regierung gespalten ist. Das Durchsickern der Kriegspläne gegen Jemen an den Chefredakteur der Zeitschrift The Atlantic, Jeffrey Goldberg, das sogenannte „Signal-Gate“, werde vom Tiefen Staat gesteuert, um Trump zu untergraben. Corvez lobte auch, daß US-Vizepräsident Vance seine Verachtung der Europäischen Union offen äußerte: „Ich teile diese Verachtung.“ Das Britische Empire sei geschwächt, aber die Briten hätten weiterhin die Macht über die globale Geldwirtschaft, und die Finanzoligarchie beherrsche die Medien und füttere die Bevölkerung mit Lügenpropaganda gegen Rußland, China und den Iran.

Carolina Domínguez, führendes Mitglied der LaRouche-Jugendbewegung in Mexiko, berichtete über drei Foren an mexikanischen Universitäten mit über 400 Studenten und Professoren über die Beteiligung an einer internationalen Friedensbewegung. „Die Jugend will keinen Krieg“, das hätten diese Treffen bewiesen. Es gab große Resonanz und großes Interesse an dem Aufruf an die Jugend, sich der IPC anzuschließen, an dem kommenden Internettreffen mit Helga Zepp-LaRouche am 22. April mit jungen Leuten aus aller Welt und an der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am letzten Maiwochenende.

Cliff Kiracofe war Mitarbeiter des Nachrichtenstabes der Republikaner im US-Senat und hat ein Buch über den christlichen Zionismus verfaßt. Er stimmte Zepp-LaRouche zu, daß es in der Republikanischen Partei eine Spaltung gibt, auch innerhalb des Trump-Teams. Vizepräsident J.D. Vance, DNI Tulsi Gabbard, FBI-Chef Kash Patel und CIA-Chef John Ratcliffe stünden fest in Trumps Lager, aber der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz und sein Assistent Alex Wong gehörten nicht dazu. Es sei Wong gewesen, der das Treffen organisierte, das an Jeffrey Goldberg vom Atlantic durchgestochen wurde. Waltz und Wong hätten als Teil der neokonservativen Bewegung gegen Trump Wahlkampf für Mitt Romney gemacht, und Wong habe für den extrem neokonservativen Senator Tom Cotton gearbeitet. Goldberg seinerseits sei ein enthusiastischer Zionist, der im israelischen Militär gedient hat.

Alberto Portugheis ist ein argentinischer Pianist, der als Solist in den großen Konzerthallen der Welt aufgetreten ist und sich gleichzeitig für den Weltfrieden einsetzt. Er sagte, die Kriege würden nicht aufhören, solange der Militärisch-Industrielle Komplex weiter existiert. Präsident Franklin Roosevelt habe völlig richtig gesagt: „Krieg ist kein Zufall.“ Der Militärisch-Industrielle Komplex zerstöre ganze Länder und die Umwelt und müsse abgeschafft werden.

Zum Schluß gab es eine lebhafte Diskussion über weitere Aktivitäten, um die IPC auszuweiten.

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Internationale Friedenskoalition #95, 28.3.2025, 16.00 Uhr MEZ

Tappen Sie nicht in die britische Falle

95. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Tappen Sie nicht in die britische Falle

28.3.2025

16.00 Uhr (MEZ)

Bitte beachten Sie die geänderte Zeit für Europa

Lassen Sie uns aus der Geschichte lernen – fallen Sie nicht auf die britischen Tricks herein, mit denen man Sie gegen Ihren Nachbarn ausspielen will. Schließen Sie sich diesen Freitag um 16 Uhr (MEZ) der Internationalen Friedenskoalition mit führenden Vertretern aus Mexiko und anderen Ländern, die noch bekannt gegeben werden, an.

Zur Anmeldung

Liebe Friendensfreunde,

in Washington werden die Forderungen an die Trump-Administration immer lauter, die jüngsten US-Luftangriffe gegen die Huthis im Jemen als Auftakt und Übung für einen K.o.-Schlag gegen den Iran zu nutzen. Der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz drohte am 23. März, der Iran müsse seine Außenpolitik ändern und „sein Atomprogramm vollständig aufgeben“, andernfalls werde es „Konsequenzen geben“. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu soll der Trump-Administration zu verstehen gegeben haben, dass der Iran ohne einen umfassenden Krieg „enthauptet“ werden könne, so wie die israelische Armee die Hisbollah enthauptet und die Assad-Regierung in Syrien gestürzt habe.

Das ist Wahnsinn – atomarer Wahnsinn.

Der US-amerikanische Flugzeugträger USS Carl Vinson ist auf dem Weg nach Südwestasien. Zwei weitere US-Flugzeugträger – die USS Nimitz und die USS Gerald R. Ford – bereiten sich auf ihren Einsatz vor, wobei ihr Ziel noch nicht bekannt gegeben wurde. Gleichzeitig gibt es glaubwürdige Medienberichte, wonach die USA gerade zwischen fünf und sieben B-2 Stealth-Bomber von der Whiteman Air Force Base in Missouri auf die Insel Diego Garcia mitten im Indischen Ozean verlegt haben, zusammen mit den dazugehörigen Luftbetankungsflugzeugen. Militärexperten wiesen darauf hin, dass es sich um eine sehr große und höchst ungewöhnliche Verlegung handelt, die offenbar mit einer bevorstehenden Militäroperation in Verbindung steht.

Doch Präsident Trump selbst hatte sich eigentlich klar ausgedrückt: „Wir glauben, dass es nicht die Aufgabe des US-Militärs ist, endlose Regime-Change-Kriege auf der ganzen Welt zu führen, sinnlose Kriege“, das war in einer Rede im Mai 2024.

Damals hatte er Recht, jetzt sollte er auf sich selbst hören.

Ein Angriff auf den Iran würde nicht nur den gesamten Nahen Osten in die Luft jagen, sondern auch die wichtigen Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zerstören, die nicht nur der Ukraine Frieden bringen könnten, sondern auch die Tür zu einer dringend benötigten neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur öffnen – in dieser Region und sogar weltweit.

Wer in aller Welt würde die vielversprechenden Trump-Putin-Verhandlungen zum Scheitern bringen wollen? Na wer wohl? – die Briten. Dieselben Briten, die alles in ihrer Macht stehende tun, um den Frieden in der Ukraine zu verhindern und ihr finanzielles und politisches Imperium weltweit aufrechtzuerhalten.

Erinnern Sie sich an den verhängnisvollen Bericht des Sonderausschusses für internationale Beziehungen des britischen Oberhauses vom 18. Dezember 2018 mit dem Titel „Die Außenpolitik des Vereinigten Königreichs in einer sich wandelnden Weltordnung“? Die Lords erklärten damals, dass Präsident Donald Trump ihr weltweit größtes Problem sei, und bekannten ganz offen, dass seine Absetzung für ihre Interessen von entscheidender Bedeutung sei. Vor allem müsse eine zweite Präsidentschaft Trumps um jeden Preis vermieden werden, um die „Sonderbeziehung“ zwischen den USA und Großbritannien zu bewahren, durch die sie die Welt weiterhin regieren wollten:

„Die US-Regierung [Trump] hat eine Reihe hochkarätiger einseitiger außenpolitischer Entscheidungen getroffen, die den Interessen des Vereinigten Königreichs zuwiderlaufen. Wie schädlich dies für die bisher wichtigste internationale Beziehung des Vereinigten Königreichs sein wird, hängt davon ab, ob der derzeitige Ansatz ein anhaltender Trend ist. Sollte Präsident Trump eine zweite Amtszeit gewinnen oder eine ähnliche Regierung seine Nachfolge antreten, wird der Schaden für die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA länger anhalten.“

Was hat nun aber der „Signalgate“-Skandal, der diese Woche scheinbar aus dem Nichts auf der politischen Bühne explodierte, damit zu tun?

Genau das ist die Frage, die gestellt, untersucht und beantwortet werden sollte. Einige grundlegende Fakten sind bereits bekannt:

1) Das primäre politische Ziel des Skandals ist eindeutig das von Präsident Trump ausgewählte Geheimdienstteam: DNI Tulsi Gabbard, CIA-Direktor John Ratcliffe, FBI-Chef Kash Patel und andere.

2) Das von den Briten geführte „Liars‘ Bureau“ (Lügner-Büro) hat alles in seiner Macht Stehende getan, um die Bestätigung dieser Geheimdienstchefs durch den Senat zu verhindern – vergeblich.

3) Wenn man Präsident Trump eine strategische Falle stellen will, um ihn dazu zu bringen, seine eigene Politik zu untergraben – zum Beispiel durch einen törichten „Enthauptungsschlag“ gegen den Iran –, muss man ihn zunächst blenden, damit er keine genauen strategischen Informationen erhält.

So wie General Michael Flynn als Sicherheitsberater der ersten Trump-Administration nach nur 22 Tagen aus dem Amt gedrängt wurde – eine von John Bolton, Mike Pompeo und anderen eingefädelte Operation –, versuchen dieselben Netzwerke unter britischer Führung dasselbe Spiel ein zweites Mal.

Das britische Establishment hat in einem Artikel im Londoner Magazin „The Economist“ vom 26. März, in dem zwei namentlich nicht genannte US-Verteidigungsbeamte zitiert werden, deutlich gemacht, wie das Ergebnis von „Signalgate“ ihrer Meinung nach aussehen sollte: „Sie bringen Menschen in Gefahr. Hätte einer von uns dasselbe getan, wäre unsere Karriere im besten Fall vorbei und wir müssten im schlimmsten Fall mit einer Gefängnisstrafe rechnen.“

Die Amerikaner sollten nicht in diese britische Falle tappen, und sie sollten sicherstellen, dass ihr Präsident es auch nicht tut. Die tragfähige alternative Politik, die von den Briten so sehr verachtet wird, besteht darin, die Organisation einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur voranzutreiben, an der die USA, Russland, China und die Nationen des globalen Südens im Allgemeinen beteiligt sind.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Der LaRouche-Plan für Frieden & Wohlstand (26.03.25, 18.30 Uhr)

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Die von den Präsidenten Trump und Putin geführten Gespräche zwischen den USA und Russland haben die Welt vom Rand einer unmittelbaren nuklearen Konfrontation weggeführt und auf den Weg zu normalisierten Beziehungen zwischen den beiden größten Atommächten der Welt gebracht – eine unabdingbare Voraussetzung für eine lebenswerte und friedliche Zukunft der gesamten Menschheit. In diesem Zusammenhang werden Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts in der Ukraine geführt, die nach Ansicht verschiedener Quellen, darunter des US-Sondergesandten Steve Witkoff, wahrscheinlich Neuwahlen in der Ukraine beinhalten werden.

Andererseits hängt die Situation in Südwestasien an einem sehr dünnen Faden, da Gaza erneut und mit offensichtlicher Billigung von Präsident Trump durch einen israelischen Angriff in ein Kriegsgebiet verwandelt wurde. Mit der Wiederaufnahme der direkten militärischen Angriffe sind die humanitären Lieferungen nach Gaza völlig zum Erliegen gekommen, und die Vorräte an Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten gehen rapide zur Neige. Die Zahl der Toten und Verletzten, vor allem unter Kindern, Frauen und älteren Menschen, nimmt wieder zu.

Es wird behauptet, dass die Hamas nun bereit sein könnte, die angebotenen Bedingungen zu akzeptieren, ohne auch nur zu erwähnen, dass es Israel unter Netanjahu war, das das Waffenstillstandsabkommen gebrochen hat, indem es sich weigerte, über die versprochene Phase 2 zu verhandeln. Aber die historischen Dynamiken, die unter der Oberfläche wirken – die Kräfte hinter Netanjahu in Israel, der transatlantische militärisch-industrielle Komplex und darüber hinaus die historische Rolle der britischen und amerikanischen Geheimdienste bei der Manipulation von Konflikten in der Region – erzählen eine komplexere Geschichte, die nicht durch Reaktionen auf aktuelle Ereignisse überwunden werden kann.

Der Konflikt in Südwestasien hat nicht nur keine rein lokale Ursache, er kann auch nicht mit einem rein lokalen Ansatz gelöst werden. Der einzig gangbare Weg ist der von Helga Zepp-LaRouche geforderte: Wir müssen jetzt eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur schaffen, die die Interessen aller Länder berücksichtigt.

Für jemanden, der die kranken Ideen der Geopolitik vertritt, nach denen alle Nationen ihre Interessen gegen die Interessen aller anderen Nationen verteidigen müssen, würde ein solches neues System niemals funktionieren; für jemanden, der die Ideen eines vernünftig denkenden Menschen vertritt, ist ein solches vorgeschlagenes System der natürliche nächste Evolutionsschritt der menschlichen Gesellschaft, da wir die Geopolitik überwinden und eine neue Denkweise über menschliche Beziehungen annehmen, in der die Interessen der Menschheit als Ganzes an erster Stelle stehen.

Ein Beispiel für die praktische Umsetzung dieses Prinzips ist der LaRouche-Vorschlag des Oasenplans für Südwestasien. Dieser Plan wurde am 18. März vom Präsidenten von Solidarité & Progrès, Jacques Cheminade, auf einer Tagung der Académie de Géopolitique in Paris vorgestellt. Er sagte zu Recht: „Wenn wir wirklich Frieden erreichen wollen, gibt es keine andere Wahl, als ein Abkommen zu schließen, das für alle Beteiligten von Vorteil ist. Nur eine Dynamik gegenseitiger Entwicklung kann eine Dynamik des Krieges überwinden. Das ist die Methode des Oasenplans. Er hat spezifische Merkmale für diese Region der Welt, aber um dauerhaft erfolgreich zu sein, muss er in den Kontext einer internationalen Architektur des gegenseitigen Friedens und der Sicherheit über diese Region hinaus gestellt werden. Der einzige Krieg, den es zu gewinnen lohnt, ist der Krieg gegen die Wüste.“

Frieden in einem Teil der Welt muss zu Frieden in allen Teilen der Welt führen. Auch wenn die Situation in Bezug auf den Krieg in der Ukraine Anlass zur Hoffnung gibt, müssen wir schnell handeln, um sicherzustellen, dass nicht andernorts die Situation eskaliert wird. Alle betroffenen Bürger der Welt müssen ihren Teil dazu beitragen, dass die Friedensdynamik, wie sie im Oasenplan zum Ausdruck kommt, zur vereinbarten Grundlage eines neuen Weltsystems wird. Bis dahin ist unsere Arbeit nicht getan.

Nehmen Sie Helga Zepp-LaRouches Bemerkung auf dem 94. Treffen der Internationalen Friedenskoalition als Leitbild: „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir eine Katastrophe nur durch einen vollständigen Paradigmenwechsel vermeiden können.“

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Wir können und müssen das geopolitische Denken überwinden

Von Helga Zepp-LaRouche

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Ko-Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition (IPC), eröffnete am 11. März mit den folgenden Ausführungen eine Online-Diskussion mit jungen politischen Aktivisten aus aller Welt. Die Rede wurde aus dem Englischen übersetzt, Zwischenüberschriften hinzugefügt.

Hallo euch allen. Es ist mir eine Freude, mit vielen jungen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zu sprechen, denn wir brauchen eine weltweite Anstrengung, um diese Welt in Ordnung zu bringen. Mit dieser Diskussion möchten wir euch und hoffentlich viele andere junge Menschen aus der ganzen Welt ermutigen, zu verstehen, was für ein außergewöhnlicher Moment dies in der Geschichte ist. Die Jugend als treibende Kraft der Zukunft hat das Recht und vielleicht sogar die Pflicht, sich in die Gestaltung dieser außergewöhnlichen Periode der Geschichte einzumischen.

Normalerweise würde man sagen: „Wie kann ich, ein Mensch in Nigeria, Deutschland oder Peru, die Geschichte verändern und beeinflussen?“ Ich denke, es ist sehr wichtig, daß ihr den Moment, in dem wir uns befinden, einordnet, um zu verstehen, daß hier tektonische Veränderungen stattfinden.

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat oft gesagt, das sei eine Veränderung, wie sie nur einmal in hundert Jahren stattfindet. Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, es ist eine Veränderung, wie sie vielleicht einmal in einem Jahrtausend stattfindet. In diesem Fall handelt es sich um das Ende der Kolonialzeit und den Beginn einer neuen Ära, die aber noch nicht ausgestaltet ist.

Viele Menschen sehen nur Chaos und Unordnung, aber das ist nicht ganz richtig. Wie in vielen solchen Übergangsphasen der Geschichte kann man den Keim der neuen Ordnung schon erkennen. Wenn man im Frühling die Erde anschaut, bevor Blumen wie Tulpen oder andere Pflanzen austreiben und blühen, sieht man schon kleine Veränderungen. Dann treibt irgendwann die Zwiebel aus, und schließlich wächst die Blume. Ich denke, das Entstehen der neuen Weltordnung ist genau wie eine solche Erfahrung im Frühling.

Warum sage ich das? Nun, viele Menschen auf der ganzen Welt beobachten, was in den Vereinigten Staaten passiert. Trump ist erst seit sieben Wochen im Weißen Haus. Ich würde sagen, er hat nicht nur die Vereinigten Staaten polarisiert, sondern die ganze Welt, und das auf eine Weise, die schon an und für sich bemerkenswert ist. Viele Menschen hassen Trump, sie leiden unter dem „Trump-Wahn-Syndrom“, schon bei der bloßen Erwähnung des Namens Trump drehen sie durch.

Aber ich muß sagen: Obwohl ich alles andere als eine kritiklose Unterstützerin von Trump bin, tut er gerade etwas, das von enormer strategischer und historischer Bedeutung ist. Er unternimmt nämlich sehr ernsthafte Anstrengungen, um die Beziehungen zu Rußland wieder in Ordnung zu bringen.

Euch ist wahrscheinlich klar, daß wir in den letzten Tagen und Wochen der Biden-Regierung der Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes furchtbar nahe gekommen sind. Die Politik der Briten und der Vereinigten Staaten, immer leistungsfähigere Waffen [an die Ukraine] zu liefern – die ATACMS, die HIMARS und schließlich Waffen, die tief in das Gebiet Rußlands eindringen und nur mit technischer Hilfe der USA eingesetzt werden konnten – bedeutete, daß wir kurz vor einem direkten Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland standen.

Die Russen haben darauf ganz deutlich reagiert. Putin trat mehrmals im Fernsehen auf und demonstrierte sogar die Oreschnik, eine neue Rakete, die sehr schnell ist; ich glaube, sie kann Mach 11 erreichen. Es ist eine erstaunlich schnelle Rakete. Er führte sie vor, um zu zeigen, daß es keine Verteidigung dagegen gibt.

Ich möchte jetzt nicht weiter darauf eingehen, wir können bei Bedarf darüber diskutieren, jedenfalls waren wir sehr nah an der Gefahr eines Atomkrieges. Macht euch nichts vor: Wenn es jemals zu einem Atomkrieg kommt, dann bedeutet das die Vernichtung der gesamten Menschheit, den Globalen Süden eingeschlossen. Wie Ministerpräsident Nehru und Präsident Sukarno auf der Bandung-Konferenz 1955 sagten: Im Falle eines Atomkriegs sterben die Länder des Globalen Südens vielleicht ein paar Wochen später, aber auch sie werden sterben.

Doch dann kam Trump ins Weiße Haus. Schon nach wenigen Tagen kam ein Beben nach dem anderen:

  • Das erste war eine Rede von Verteidigungsminister Hegseth in Brüssel, die die Europäer schockierte.
  • Dann reiste Vizepräsident JD Vance zur Münchner Sicherheitskonferenz. Er sprach nicht über Sicherheitsfragen als solche, sondern kritisierte die europäische Führung scharf und sagte, die Demokratie in Europa sei ernsthaft in Gefahr. Die Menschen hätten nicht mehr das Recht, frei ihre Meinung zu äußern, es gäbe keine Redefreiheit mehr. Da waren alle völlig aus dem Häuschen, Macron, Starmer, Scholz und die Massenmedien drehten völlig durch.
  • Dann kam es noch dicker, nachdem Putin und Trump ein Telefongespräch geführt hatten, das beide Seiten als sehr produktiv bezeichneten.
  • Noch schlimmer wurde es, als sich der russische Außenminister Lawrow und US-Außenminister Marco Rubio in Riad trafen und ein langes, sehr produktives Gespräch führten. Sie bereiten jetzt ein Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin vor.

Worum geht es hier? Trump sagt, er wolle die Beziehungen zu Rußland normalisieren. Das ist den Vorstellungen der Europäer diametral entgegengesetzt. Während des gesamten Ukraine-Krieges – die Russen nennen es eine „besondere Militäroperation“ – hatten sich die Europäer Biden und den aufeinanderfolgenden britischen Premierministern angeschlossen und erklärt, sie wollten Rußland ruinieren; sie wollten Rußland unbedingt auf dem Schlachtfeld besiegen; die Ukraine müsse gewinnen. Einige sagten sogar, Rußland müsse in viele Einzelteile aufgespalten werden.

Das war die Politik. Und Trump und sein Team wollen mit dem, was ich gerade beschrieben habe, die Beziehungen zu Rußland normalisieren, und das stellt die bisherige kriegerische Haltung völlig auf den Kopf.

Wie sieht nun die Reaktion aus? Warum sollte irgend jemand auf diesem Planeten, der bei klarem Verstand ist, nicht extrem glücklich darüber sein, wenn die Gefahr eines Atomkriegs massiv reduziert wird? – Zumindest an diesem Schlachtfeld in der Ukraine, der Nahe Osten ist ein anderer Fall. – Jeder Mensch, der nicht in seinem Innersten ein Idiot oder ein Krimineller ist, sollte doch froh sein, daß die menschliche Gattung von dieser tödlichen Gefahr der nuklearen Auslöschung befreit wird. Aber wie reagieren die Europäer? Sie geraten in Raserei und wollen nun die Europäische Union militarisieren.

Von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, hielt eine heftige Rede, in der sie sagte, daß wir nun ein Militärbudget von 800 Milliarden Euro haben werden, um die mangelnde Verläßlichkeit der USA auszugleichen. Friedrich Merz, der Kanzlerkandidat der CDU, der wahrscheinlich Kanzler werden wird – hoffentlich nicht, aber wahrscheinlich wird er es –, sagte: 400 Milliarden Euro für Verteidigung, 500 Milliarden Euro für Infrastruktur. Und die Schuldenbremse, die Teil der deutschen Verfassung ist, würde aufgehoben, es werde grenzenlose Ausgaben geben, „Whatever it takes“.

Sie drohen mit denselben Methoden wie damals Hjalmar Schacht, Hitlers Reichsbankpräsident. Der schuf die sogenannten „Mefo-Wechsel“, die nicht im Staatshaushalt waren und nicht durch eine physische Produktion oder Werte gedeckt waren, sondern Geld, das ausschließlich für die Aufrüstung für den Zweiten Weltkrieg ausgegeben wurde. Das ist eigentlich die Tradition, in der diese Leute stehen, ob sie es wissen oder nicht. Einige von ihnen wissen es vielleicht.

Das ist die aktuelle Situation. Zur Lage im Nahen Osten möchte ich jetzt nicht mehr sagen, außer daß sie leider immer noch viel schlimmer aussieht. Der unglaubliche Völkermord in Gaza, und bis zu einem gewissen Grad auch im Westjordanland, ist noch nicht gestoppt. Es ist immer noch eine schreckliche Situation. Es gibt Hoffnung, denn die ägyptische Regierung hat mit Unterstützung der anderen arabischen Staaten einen Wiederaufbauplan für Gaza erstellt, was ein Schritt in die richtige Richtung ist. Wenn ihr es wünscht, können wir noch darüber sprechen.

Wir haben dafür einen völlig anderen Ansatz vorgeschlagen, nämlich den „Oasenplan“. Einige haben vielleicht schon davon gehört. Das geht darum, die Wüste in der gesamten Region Südwestasien, von Indien bis zum Mittelmeer, vom Kaukasus bis zu den Golfstaaten, zu begrünen. Das ist ein viel umfassenderer Ansatz. Wir kämpfen sehr dafür, daß das beim Wiederaufbau des Gazastreifens zusätzlich zur Zweistaatenlösung umgesetzt wird.

Wie sind wir an diesen Punkt gekommen?

Aber werfen wir nun einen kurzen Blick darauf, wie wir an diesen ungeheuerlichen Punkt gekommen sind, an dem die Europäer sich im Kriegsmodus befinden und sagen, der Krieg mit Rußland werde mit Sicherheit kommen, spätestens 2029 werde es einen großen Krieg zwischen Europa und Rußland geben. Das ist lächerlich! Wenn man sich die europäischen Armeen ansieht: Die sind nicht in der Lage, irgendeinen Krieg zu führen, geschweige denn gegen Rußland, die größte Atommacht der Welt.

Aber wie sind wir soweit gekommen und wie können wir es ändern? Das letzte Mal, als es ein ähnlich außergewöhnliches Zusammentreffen von Ereignissen gab wie das jetzige, war beim Ende der Sowjetunion, zwischen 1989 und 1991. Nur sehr wenige Menschen hatten vorausgesehen – so wie mein seither verstorbener Ehemann Lyndon LaRouche fünf Jahre zuvor –, daß die Sowjetunion zusammenbrechen würde, wenn sie an ihrer damaligen Wirtschaftspolitik festhielt. Für die meisten Menschen kamen das Ende der Sowjetunion und der Fall der Berliner Mauer völlig überraschend. Wir hingegen hatten einen Plan, den wir damals vorschlugen, die Eurasische Landbrücke.

Wie war die Lage? 1989 war klar, daß die wirtschaftlichen Probleme der Sowjetunion soweit zugenommen hatten, daß es nicht mehr möglich war, die COMECON-Länder zusammenzuhalten. Zu dieser Zeit gingen die Menschen in der DDR auf die Straße und demonstrierten und riefen: „Wir sind das Volk, wir sind das Volk.“ Damals nahmen 1–2 Millionen Menschen an diesen Demonstrationen teil, und die Sicherheitsbehörden der DDR konnten nichts mehr tun, um sie zu unterdrücken. Es gibt eine Regel, daß der Staat machtlos ist, wenn Millionen Menschen auf der Straße sind, weil zu viele Menschen Brüder und Schwestern bei der Polizei haben, sodaß es nicht mehr funktioniert, sie zur Unterdrückung einzusetzen.

So kam es zum friedlichen Fall der Berliner Mauer. Es gab eine Zeit unglaublicher Chancen; wir nannten es die „historische Chance von 1989“, denn zu dieser Zeit hätte man eine Friedensordnung durchsetzen können, weil es keinen Feind mehr gab. Augenzeugen dieser Zeit wie Jack Matlock, der damals US-Botschafter in Moskau war, sagen sogar, daß die Sowjetunion schon zwei Jahre vorher keine Bedrohung mehr für den Westen war. Daher war die Idee einer internationalen Friedensordnung, einer eurasischen Ordnung von Lissabon bis Wladiwostok, durchaus möglich.

Wir schlugen sofort ein Programm vor, wir nannten es das „Produktive Dreieck Paris-Berlin-Wien“. Als 1991 die Sowjetunion zusammenbrach, erweiterten wir das zur Eurasischen Landbrücke, um Europa und Asien durch Entwicklungskorridore als wirtschaftliche Grundlage für eine Friedensordnung für das 21. Jahrhundert zu verbinden.

Das wäre durchaus möglich gewesen; es hätte alle Probleme gelöst. Wir hätten die Volkswirtschaften des COMECON, die fähige Volkswirtschaften, aber nicht mit dem Weltmarkt kompatibel waren, mit westlichen Technologien in modernisierte zivile Volkswirtschaften umgewandelt, und alles hätte sehr gut funktioniert.

Die verpaßte Chance

Aber damals gab es eine Gegenreaktion gegen eine solche Option. Das ging besonders von Margaret Thatcher aus, von den Neokonservativen in Amerika und von Mitterrand in Frankreich, die alle fest entschlossen waren, Deutschland bei der Gestaltung dieser Ordnung keine Rolle zu geben.

Zu der Zeit behaupteten die Neokonservativen, sie hätten „den Kalten Krieg gewonnen“. US-Außenminister James Baker versprach Gorbatschow im Februar 1990 – und es gibt Augenzeugen, Genscher war einer, Matlock ein anderer, Teltschik –, sie alle schwören, daß der Sowjetunion versprochen wurde, die NATO werde sich keinen Zentimeter nach Osten ausweiten. Doch die Neokonservativen hatten nie die Absicht, dieses Versprechen zu halten, sie waren wie im Rausch und sagten: „Wir haben den Kalten Krieg gewonnen. Wir können tun, was wir wollen. Wir können Regimewechsel organisieren, wir können eine unipolare Welt schaffen.“

Der Historiker Francis Fukuyama sagte damals, das sei „das Ende der Geschichte“, damit meinte er, die ganze Welt werde das neoliberale westliche Demokratiemodell übernehmen, und jede Regierung, die sich dem widersetze, könne gestürzt werden, durch einen Regimewechsel, eine Farbrevolution und später sogar militärische Interventionskriege wie in Afghanistan, im Irak, in Syrien, Libyen und vielen anderen Ländern auf der ganzen Welt.

Damit wurde die historische Chance von 1989 verpaßt und zunichte gemacht. Bald wurde klar, daß die NATO sich erweiterte: die erste Runde, die zweite Runde. Es gab viele Versuche, Regierungen zu stürzen und Farbrevolutionen zu entfachen: eine „Rosenrevolution“ in Georgien, eine Orangene Revolution 2004 in der Ukraine, eine versuchte Weiße Revolution in Rußland, eine versuchte Gelbe Revolution in Hongkong gegen China. Der Arabische Frühling war in Wirklichkeit Teil dieser Farbrevolutionen, um jede Regierung loszuwerden, die sich der Idee einer unipolaren Welt nicht fügen wollte.

Die Methoden, mit denen man das machte, waren natürlich nicht so schön. Es gab Sanktionen, viele Menschen wurden in diesen Kriegen getötet. Denken Sie nur daran, wie viele Menschen in den Kriegen im Irak, in Afghanistan und so weiter starben, Millionen von Menschen.

Der Globale Süden reagiert

Deshalb gab es eine enorme Gegenreaktion, denn die Länder des Globalen Südens erkannten: „Moment mal, das ist nicht zu unserem Vorteil.“ Sie betrachteten es aus der Perspektive ihrer eigenen Kolonialgeschichte und ihres antikolonialen Kampfes.

So kam es zum Aufstieg Chinas, der das Ergebnis einer unglaublichen Transformation war, bei der China zunächst 850 Millionen Chinesen aus der Armut befreite. 2013 kündigte Präsident Xi Jinping dann die Neue Seidenstraße an, die Belt and Road Initiative (BRI), die zum Vehikel wurde, mit dem China den Ländern in Afrika, Lateinamerika und Asien dabei hilft, die Entwicklung von Infrastruktur, Industrieparks, Schnellzügen und anderen Projekten in Gang zu bringen.

Im Grunde entwickelte sich mit den BRICS eine Gegenbewegung. Es gibt jetzt elf BRICS-Staaten und insgesamt 22 Mitglied- und Partnerstaaten, und etwa 40 weitere haben einen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt. Der Globale Süden, der selbst nach Schätzungen westlicher Denkfabriken 85% der Weltbevölkerung ausmacht, ist nun entschlossen, eine neue Weltwirtschaftsordnung zu schaffen, die auf der Tradition der Bewegung der Blockfreien Staaten basiert. Sie wollen nicht mehr nur Rohstoffproduzenten sein, sondern bestehen auf einer Wertschöpfungskette in ihren eigenen Ländern, mit dem Ziel, in naher Zukunft mit Hilfe der BRICS-Staaten Länder mit mittlerem Einkommen zu werden.

Man sollte meinen, daß das die Menschen sehr glücklich macht. Wenn die Armut und Unterentwicklung der Mehrheit der Weltbevölkerung beendet wird, sollte jeder, der kein Idiot ist, sehr froh sein. Leider ist das nicht der Fall. Die Leute, die auf einer „unipolaren Welt“ bestehen, sehen im Aufstieg Chinas im besonderen, aber auch des Globalen Südens allgemein eine Bedrohung für ihre unipolare Weltordnung.

Das geopolitische Denken muß überwunden werden

Ich persönlich bin schon seit sehr langer Zeit davon überzeugt und engagiere mich entsprechend den größten Teil meines Lebens – und das ist nicht so kurz –, daß wir nur dann nicht in einem atomaren Weltkrieg enden werden, wenn wir die Geopolitik überwinden: diese Idee, ein Land oder eine Gruppe von Ländern hätte das Recht, auf der Durchsetzung ihrer Interessen zu bestehen – wenn nötig, auch mit militärischen Mitteln –, auch wenn es die Verwirklichung der Interessen eines anderen Landes oder einer anderen Gruppe von Ländern beeinträchtigt.

Dieses geopolitische Denken ist überall verbreitet. Trump hat es ganz sicher mit seinem „Make America Great Again“, denn das schließt andere Länder aus. In der Europäischen Union ist es sicher, denn sie sagen, wir müssen jetzt die Europäische Union als Gegenpol zu den Vereinigten Staaten, Rußland und China aufbauen.

Ich glaube aber nicht, daß es in China genauso ist, denn China versucht nicht, sein System zu exportieren; es versucht nicht, das chinesische Modell zu missionieren. Es ist wertfrei und sagt: „Wenn ihr eine Win-Win-Kooperation mit uns wollt, ist das in Ordnung; aber wir werden euch nicht zwingen, unsere Methoden zu übernehmen, wenn ihr das nicht wollt.“ Tatsächlich folgen die Chinesen sehr stark den Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz, die Grundlage der Bewegung der Blockfreien Staaten. Ob das auch für Rußland gilt, das ist eine strittige Frage.

Aber wir müssen diese Gelegenheit unbedingt nutzen und betonen, daß wir einen Punkt in der Geschichte erreicht haben, an dem es wahrscheinlich ist, wenn wir weiter die Geopolitik betreiben, die uns die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert beschert hat, daß wir, wenn wir uns nicht wegen der Ukraine gegenseitig umbringen, es wegen des Nahen Ostens tun werden. Denn wenn es zu einem Krieg zwischen Israel und dem Iran kommt, dann kann das am Ende zum Einsatz von Atomwaffen und zum Dritten Weltkrieg führen. Und wenn wir den Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China nicht beilegen, besteht ebenfalls die potentielle Gefahr einer Eskalation zu einem globalen Atomkrieg. Wir müssen diese Gefahr ein für allemal überwinden.

Die gemeinsame Zukunft der Menschheit

Ich denke, die Möglichkeit dazu besteht durchaus, denn Xi Jinping argumentiert schon seit geraumer Zeit, daß wir eine Zukunftsgemeinschaft der Menschheit brauchen. Eine gemeinsame Zukunft – ich denke, das ist ziemlich offensichtlich. Aufgrund der Existenz von Atomwaffen, des Internets, von Pandemien und der Tatsache, daß man an einem Tag um die Welt fliegen kann, haben wir einen Punkt in der Geschichte erreicht, an dem unsere Schicksale so miteinander verwoben sind, daß man die Probleme der Welt nicht lösen kann, indem man nur einige löst und andere nicht.

In der Geschichte gab es immer wieder Zeiten, in denen Zivilisationen untergingen, wie das Römische Reich, aber die Menschen in anderen Teilen der Welt wie Indien davon nichts mitbekamen. Es dauerte damals ein oder zwei Jahre, bis die Informationen weitergegeben wurden, und bis die Menschen von solchen Reisen zurückkehrten, war viel passiert. Es gab also Kulturen, die untergingen, und andere, die aufstiegen, aber es gab immer eine gewisse Dynamik nach vorne. Aber in der Gegenwart gilt zum ersten Mal: Entweder lösen wir unsere Probleme gemeinsam, oder wir sterben alle gemeinsam.

Die Ideen von Xi Jinping – eine Globale Sicherheitsinitiative, eine Globale Entwicklungsinitiative und eine Globale Zivilisationsinitiative – sind die chinesische Art, die Notwendigkeit einer internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zum Ausdruck zu bringen. Ich habe eine solche internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine vorgeschlagen, weil mir klar war, daß dieser Krieg völlig außer Kontrolle geraten könnte.

Inzwischen denke ich, daß man die gesamte internationale Debatte, die Beziehungen zwischen den Nationen auf eine völlig andere Ebene heben muß, indem man von der Menschheit als Einheit ausgeht. Dann geht man weiter und löst alle Probleme in Bezug auf Territorium, Ethnizität, Religion und regionale Konflikte. Aber man beginnt immer mit der Idee, was das Interesse der ganzen menschlichen Gattung ist; dann kann man alle Probleme auf der unteren Ebene lösen.

Präsident Putin hat vor etwa zwei Wochen bei seinem Treffen mit dem FSB, dem russischen Inlandsgeheimdienst, die erstaunliche Aussage gemacht, er glaube aufgrund des russischen Sieges auf dem Schlachtfeld in der Ukraine, daß es jetzt die Möglichkeit für ein europäisches und sogar globales Sicherheitssystem gibt. Ich persönlich denke, daß dies absolut der Fall ist.

Wenn also die Gespräche zwischen Trump und Putin jetzt gut verlaufen – und wegen der engen strategischen Beziehung zwischen Putin und Xi halte ich jeden Versuch, beide auseinanderzubringen, was einige immer noch für möglich halten, für völlig sinnlos, das wird nicht passieren. Wenn also die Vereinigten Staaten, Rußland und China und damit implizit die BRICS-Staaten, also die Mehrheit der Länder des Globalen Südens, sich alle einig sind, daß es ein neues Sicherheitssystem geben muß, dann ist das absolut machbar.

Ich habe einen Appell an die europäischen Regierungen und an die führenden Staats- und Regierungschefs der Welt geschrieben, sich unbedingt dafür einzusetzen, eine solche internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf den Tisch zu bringen, so wie mit dem Westfälischen Frieden von 1648, der 150 Jahre Religionskrieg in Europa beendete. Das war hauptsächlich ein Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken, an dem alle europäischen Nationen beteiligt waren. Sie erkannten, daß es, wenn sie weiterkämpfen würden, niemanden mehr geben würde, der den Sieg genießen könnte, weil sie alle tot wären. Ich denke, im Zeitalter der thermonuklearen Waffen ist dies um so mehr der Fall.

Ich möchte euch und andere Organisationen, aber vor allem die Jugend der Welt bitten, diesen Appell aufzugreifen und sich dieses Thema zu Herzen zu nehmen. Sorgt dafür, daß wir eine Massenbewegung organisieren, um die Geopolitik zu beenden und zur nächsten Stufe der Zivilisation einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur überzugehen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigen muß. Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um Sicherheit, sondern auch um Entwicklung. Deshalb habe ich zehn Prinzipen entworfen, die Grundprinzipien dessen, was getan werden muß, um eine solche gerechte neue Weltwirtschaftsordnung zu erreichen.

Ich denke, wenn wir einen großen Teil der Jugend der Welt dafür gewinnen können, das von ihren Regierungen zu fordern, dann können wir es schaffen.


Auf der Seite der Menschheit stehen

Bericht vom 94. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Zur Eröffnung des 94. wöchentlichen Online-Treffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 21. März sagte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, der 18. März sei wegen zweier Ereignisse ein schicksalhafter Tag gewesen:

Erstens: das Telefonat zwischen Trump und Putin als eine Rückkehr zur Diplomatie. „Jeder vernünftige Mensch sollte über dieses Ereignis hocherfreut sein“, aber die europäischen Eliten seien überhaupt nicht glücklich.

Zweitens: die historische Abstimmung in Berlin im Bundestag zur Lockerung der „Schuldenbremse“ – nicht für produktive Zwecke, sondern um „die Schleusen für eine militärische Aufrüstung zu öffnen“. Das habe man mit dem dubiosen Trick gemacht, die Abstimmung in letzter Minute im alten Bundestag anzusetzen, weil klar war, daß der neue nicht zustimmen würde.

Zepp-LaRouche entlarvte verschiedene neokonservative falsche Darstellungen. Rußland könnte laut Militärexperten nur 1,5 Millionen Soldaten mobilisieren, was nicht ausreichen würde, um Europa anzugreifen, falls das jemals die Absicht wäre. Zu Widerlegung der Behauptung vom „unprovozierten Angriffskrieg“ gegen die Ukraine zitierte sie Augenzeugenberichte, u.a. vom früheren US-Botschafter in Rußland Jack Matlock, als einen von vielen, die auf das gebrochene Versprechen hinweisen, die NATO nicht nach Osten zu erweitern.

Israel habe seine völkermörderische Militärkampagne wieder aufgenommen, aber das könne einen Rückschlag geben. „Wir sitzen auf einer Zeitbombe, nämlich dem bevorstehenden Finanzkollaps“, und in einem Krieg mit dem Iran würden die USA verlieren, nicht aus militärischen Gründen, sondern weil er diesen Kollaps auslösen würde.

Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der Geheimdienstveteranen für Vernunft (VIPS), erinnerte die Zuschauer an den Grund für die Gründung der NATO: „Rußland draußen halten, Amerika drinnen und Deutschland drunten“. Zur neuen deutschen Aufrüstung gegen Rußland sagte er: „Die Russen kennen das, das haben sie schon einmal erledigt.“ Die USA und Rußland hätten ein gemeinsames Interesse daran, daß die Situation nicht außer Kontrolle gerät.

McGovern sprach dann über die Frage des Vertrauens zwischen Nationen. Putin habe Präsident Obama nach dem Chemiewaffenangriff unter falscher Flagge in Syrien aus der Patsche geholfen, aber nach dem Maidan-Putsch und dem Betrug der Minsker Abkommen sei das Vertrauen eingebrochen. McGovern zeigte stolz seinen Button „Putin-Versteher“ – diese Bezeichnung sei jetzt nicht mehr so negativ.

Dennis Fritz, Direktor des Eisenhower Media Network und Command Chief Master Sergeant a.D. der US-Luftwaffe, verwies zum Thema Vertrauen und zu Zepp-LaRouches Erwähnung von Jack Matlock auf eine Anzeige seines Netzwerks.1 Das Schiller-Institut und viele in den Sozialen Medien hätten Erfolge damit, der verheerenden Propaganda für Israel in den USA entgegenzuwirken.

Wasser für den Frieden

Zwei palästinensische Experten sprachen über den unverzichtbaren Wiederaufbau in Gaza. Der Botschafter der Palästinensischen Autonomiebehörde in Dänemark, Prof. Manuel Hassassian, äußerte sich in einem Videointerview mit Tim Rush von EIR. Er betonte, es gebe keine militärische Lösung für den Konflikt und man müsse nach einer gemeinsamen Basis für wirtschaftliche Lösungen suchen, um den Chauvinismus der Politik zu überwinden. Die Wiederaufbaupläne der Palästinenserbehörde und Ägyptens seien kompatibel, vor allem aber sei Lyndon LaRouches Oasenplan2 ein Schritt in die richtige Richtung.

Fernando Garzón ist Geschäftsführer der Ecuadorianisch-Palästinensischen Union, Professor an Universitäten in Ecuador und Berater für Entwicklung und Raumplanung für internationale Organisationen. Er erklärte, der Wiederaufbau von Gaza müsse im Rahmen der regionalen Entwicklung stattfinden, und er erfordere eine von den UN anerkannte souveräne Regierung für Palästina.

Die Vereinten Nationen hätten Informationen über das Ausmaß der Zerstörung in Gaza veröffentlicht: 73% der Gebäude und 92% der Wohneinheiten wurden zerstört, 68% der Straßen sind unpassierbar. Der Begriff hierfür sei „Terrazid“ – die völlige Zerstörung von Land und Natur. 95% des Wassers seien nicht trinkbar, und 90% unterstünden der Kontrolle eines israelischen Privatunternehmens. Die Palästinenser verfügten über Erdgasreserven im Wert von Milliarden Dollar, was für den Wiederaufbau wesentlich sein werde. Beim Aufbau solle statt des entwicklungsfeindlichen IWF besser die Neue Entwicklungsbank der BRICS mitwirken. Präsident Trumps Vorschlag für Umsiedlung der Palästinenser und eine „zweite Riviera“ sei eine Beleidigung des gesunden Menschenverstands.

Die EIR-Landwirtschaftsexpertin Marcia Merry Baker hielt einen Vortrag über die Entwicklung von Wasserressourcen, beginnend mit einem Satellitenfoto von Ägypten mit dem grünen Nildelta und der riesigen Wüste um es herum. Ägypten habe erforscht, wie man die Wüste mit Wasser und Landwirtschaft begrünen kann und bei Alexandria das größte Klärwerk der Welt gebaut. Sie berichtete weiter über „Präzisionslandwirtschaft“ in Tunesien, die trotz Wassermangels Ertrag bringt, und über die Terraformung der Wüsten östlich des Aralsees durch den Bau von Kanälen in Afghanistan. China habe gegen die Wüstenbildung das Konzept eines Schutzgürtels aus Bäumen und Grasland entwickelt und züchte Pflanzensorten, die dem Wüstenklima standhalten. So habe China unter Beteiligung seiner Streitkräfte ein Gebiet von der Größe Portugals begrünt.

Zepp-LaRouche kommentierte, Merry Bakers Vortrag zeige die Möglichkeit einer positiven Rolle des Militärs auf. Sie stellte die imperialistische Auffassung der Neokonservativen vom Soldaten als Tötungsmaschine – wie in einem Buch von Samuel Huntington (The Soldier and the State) – den entgegengesetzten Vorstellungen Scharnhorsts und der preußischen Reformer gegenüber. Man müsse den Militärisch-Industriellen Komplex für friedliche Wiederaufbauzwecke umgestalten und dem Militär eine rein defensive Rolle zuweisen – weg von der verrückten Welt, wo Menschen glauben, sie müßten sich gegenseitig umbringen.

Anschließend wurde die Diskussion über Wasserentwicklung für den Frieden vertieft. Co-Moderator Dennis Small berichtete über einen Vortrag über die Vorschläge des Schiller-Instituts dazu für Konfliktgebiete auf der ganzen Welt vor einer großen Versammlung von Wasserbau-Studenten in Mexiko. Das könne ein Auftakt für die bevorstehende Konferenz des Schiller-Instituts im Mai sein.

Garzon ergänzte, bei der Planung müsse man neben Landesgrenzen auch die Grenzen von Ökosystemen berücksichtigen.

Marcia Merry Baker beantwortete zwei Fragen zu dem Thema:

  1. Warum sieht der Oasenplan keine Solarenergie vor? Solarenergie sei gut für abgelegene Regionen ohne ausreichende Infrastruktur für energiedichte Kraftquellen, aber für eine echte Entwicklung seien energiedichte Quellen unverzichtbar.
  2. Was ist von Gaddafis Wasserplan für Libyen und vom Assuan-Staudamm in Ägypten zu halten? Merry Baker befürwortete beides ausdrücklich.

Co-Moderator Dennis Speed erinnerte an Lyndon LaRouches zutreffende Warnung, daß die Osloer Friedensabkommen zwischen Israel und Palästina scheitern würden, wenn nicht sofort die Bagger loslegten.

Der New Yorker Kongreßkandidat José Vega sagte, in dem Streit zwischen Äthiopien und Ägypten über die Nutzung des Nilwassers könne man beide Seiten verstehen. Merry Baker entgegnete, Grenzstreitigkeiten über Wasser seien eigentlich niemals gerechtfertigt, weil es mit einem entsprechenden Infrastrukturaufbau immer mehr als genug Wasser gibt. Sie erinnerte an das Jonglei-Kanalprojekt für den Weißen Nil im Sudan, das von Umweltschützern verhindert wurde.

Zepp-LaRouche schloß dann die Sitzung mit einigen philosophischen Bemerkungen: „Die große Herausforderung für die Menschheit in dieser Zeit ist, wie wir ästhetische Bildung nutzen können, um immer mehr Menschen dazu zu bringen, sich auf die Seite der Menschheit zu stellen.“ Man dürfe nicht mehr alles als selbstverständlich betrachten, sondern müsse die Welt mit neuen Augen sehen. In der Steinzeit habe man Steine als primitives Werkzeug und Waffe benutzt – heute wisse man, daß derselbe Stein wertvolles Eisenerz oder Seltene Erden enthält. Und heute könnte z.B. KI für Böses oder Gutes eingesetzt werden – etwa um den Menschen lebenslanges Lernen zu ermöglichen, anstatt „wie die Maultiere zu schuften“. Jede neue Entdeckung sei eine Bereicherung für die ganze Menschheit. „Wir werden uns nicht für immer abplagen müssen.“


Anmerkungen

1. The U.S. Should Be a Force for Peace in the World, Internetseite des Eisenhower Media Network (englisch).

2. The Oasis Plan – The LaRouche Solution for Southwest Asia, Schiller-Institut (englisch), oder auch
    in deutscher Sprache: Der Oasenplan: Die LaRouche-Lösung für Frieden durch Entwicklung,
   


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