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Internationale Friedenskoalition #122, 03. Oktober 2025, 17.00 Uhr MEZ

Wir sind eine Menschheit, Wir haben eine Zukunft: Wir schwimmen oder versinken gemeinsam

122. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Wir sind eine Menschheit, Wir haben eine Zukunft: Wir schwimmen oder versinken gemeinsam

03. Oktober 2025
17.00 Uhr

Wir sind eine Menschheit; wir haben eine Zukunft, die entweder das Neue Paradigma und friedliche Beziehungen zwischen allen Nationen auf dem Planeten sein wird, oder wir werden uns in einem thermonuklearen Krieg zerstören, den niemand überleben wird. Schließen Sie sich am Freitag der Internationalen Friedenskoalition an und sprechen Sie mit Jonathan Kuttab, Exekutivdirektor von Friends of Sabeel North America und Mitbegründer von Nonviolence International; Prof. Lier Pires Ferreira, Professor, Leiter von Nu-BRICS; Prof. Steve Starr, Professor an der Universität von Missouri, ehemaliger Direktor des MU-Programms für klinische Laborwissenschaften.
Bitte senden Sie Berichte und Initiativen für die Tagesordnung so schnell wie möglich.

Zur Anmeldung

Eine neue und andere Weltordnung entsteht, die sich grundlegend von dem geopolitischen, neokolonialen System unterscheidet, das die Welt während eines Großteils ihrer Geschichte beherrscht hat. Diese unbestreitbare und unaufhaltsame Tatsache wurde allen Teilnehmern der kürzlich zu Ende gegangenen hochrangigen Debatte der Generalversammlung der Vereinten Nationen deutlich. Dort sprachen die Staats- und Regierungschefs eines Landes nach dem anderen über das souveräne Recht jedes Landes auf Entwicklung, über das Prinzip der souveränen Gleichheit der Nationen und über die Tatsache, dass der Wunsch einiger weniger, der „goldenen Milliarde“, die Interessen der vielen zu dominieren, nicht mehr den tatsächlichen Machtverhältnissen der Welt entspricht.

Diese Nationen des Globalen Südens „sind dabei, ein neues Wirtschaftssystem zu organisieren, das auf einer Win-Win-Kooperation basiert, auf dem Vorteil des anderen“, sagte Helga Zepp-LaRouche in ihrem internationalen Webcast vom 1. Oktober. „So ermöglichen sie den ehemals kolonialisierten Ländern, sich nicht mehr als Rohstoffproduzenten zu sehen und zu fühlen, sondern die Wertschöpfungskette in ihren eigenen Ländern zu entwickeln und einen ernsthaften Weg zu ihrer eigenen Entwicklung und Industrialisierung einzuschlagen … Ich denke, dass dies eine Realität ist, die nicht verschwinden wird.“

Während für vernünftige und moralische Menschen die Aussicht auf ein endgültiges Ende des Kolonialismus unglaublich optimistisch ist, sieht das nicht jeder so. Sechsundzwanzig Regierungschefs aus der EU trafen sich am Mittwoch, dem 1. Oktober, in Kopenhagen, um zu beraten, wie der Krieg in der Ukraine und gegen Russland weitergeführt werden kann, trotz der immer höheren ukrainischen Verluste. Offenbar geblendet von perverser Ideologie und oligarchischer Loyalität erklärte der ehemalige britische Verteidigungsminister Ben Wallace am 1. Oktober auf dem Warschauer Sicherheitsforum, der Westen müsse „die Krim erdrosseln“ und sie „unbewohnbar“ machen. Er forderte einen Angriff auf die Kertsch-Brücke, um Eindruck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu machen.

Wie Helga Zepp-LaRouche schon oft betont hat, ist es dem Überleben der Menschheit nicht gerade zuträglich, die größte Atommacht der Welt zu einem Krieg herauszufordern.

In Südwestasien richtet sich die Aufmerksamkeit darauf, ob die Hamas den Gaza-Friedensplan akzeptieren wird, der am 29. September auf der Pressekonferenz von Trump und Netanjahu im Weißen Haus vorgestellt wurde. Es gibt viele Debatten über die Durchführbarkeit und Legitimität des Plans, darüber, ob er tatsächlich der palästinensischen Bevölkerung zugute kommen wird und ob Netanjahu ihn sabotieren wird.

Abgesehen von der offensichtlichen Notwendigkeit, Sir Tony Blair, den Helga Zepp-LaRouche als „späte Inkarnation des Britischen Empire, das in erster Linie für den Konflikt im Nahen Osten verantwortlich ist“ bezeichnet hat, so weit wie möglich aus Gaza fernzuhalten, besteht die dringendste Aufgabe nicht darin, zu analysieren, was der Plan ist oder nicht ist, sondern zu mobilisieren, um sicherzustellen, dass das eintritt, was sein soll: „Wir müssen unsere Bemühungen verdoppeln, um den Oasis-Plan auf die Tagesordnung zu setzen“, betonte Zepp-LaRouche. „Nur wenn es einen umfassenden Wandel gibt, wirtschaftlich gesehen, also Entwicklung, werden die Menschen in Gaza, die dringend eine solche Vision für die Zukunft brauchen … Hoffnung haben können. Entwicklung ist der neue Name für Frieden“.

Während diejenigen, die in der Geopolitik feststecken, lieber Operationen unter falscher Flagge inszenieren würden, um einen Krieg zu provozieren, als sich der Aussicht auf Frieden zu stellen, schafft die Globale Mehrheit ein neues System – mit neuen wirtschaftlichen Mechanismen, neuen Sicherheitsvorkehrungen, neuen Technologie- und Handelsabkommen –, das nicht unter der Kontrolle der globalen Elite steht. Und diese Zusammenarbeit ist für alle Nationen offen – auch denen im Westen!

„Wenn man wirklich darüber nachdenkt, ist es ganz klar, dass wir alle im selben Boot sitzen“, sagte Zepp-LaRouche am 30. September bei einem internationalen Jugendtreffen. „Wir sind eine Menschheit; wir haben eine Zukunft, die entweder das Neue Paradigma und friedliche Beziehungen zwischen allen Nationen auf dem Planeten sein wird, oder wir werden uns selbst in einem thermonuklearen Krieg zerstören, den niemand überleben wird. Eine solche Situation gibt es das erste Mal in der Geschichte… In der Vergangenheit war es möglich, dass ein Teil der Welt prosperierte, während ein anderer Teil zusammenbrach. Zum ersten Mal in der menschlichen Geschichte sitzen wir alle in einem Boot. Und entweder lösen wir unsere Probleme gemeinsam, oder es wird niemanden von uns gelingen.“

Wir sind eine Menschheit; wir haben eine Zukunft, die entweder das Neue Paradigma und friedliche Beziehungen zwischen allen Nationen auf dem Planeten sein wird, oder wir werden uns in einem thermonuklearen Krieg zerstören, den niemand überleben wird. Schließen Sie sich am Freitag der Internationalen Friedenskoalition an und sprechen Sie mit Jonathan Kuttab, Exekutivdirektor von Friends of Sabeel North America und Mitbegründer von Nonviolence International; Prof. Lier Pires Ferreira, Professor, Leiter von Nu-BRICS; Prof. Steve Starr, Professor an der Universität von Missouri, ehemaliger Direktor des MU-Programms für klinische Laborwissenschaften.

Bitte senden Sie Berichte und Initiativen für die Tagesordnung so schnell wie möglich.


Helga Zepp-LaRouche spricht auf dem Kulturforum 2025 in Peking

Am 23. und 24. September fand in der chinesischen Hauptstadt das Beijing Culture Forum, eine Konferenz zum Thema „Austausch und gegenseitiges Lernen: Respekt vor der Vielfalt der Zivilisationen”, statt, die von der China International Communications Group (CICG) und der Akademie für zeitgenössische China- und Weltstudien organisiert wurde. Hunderte von Delegierten und hochrangigen Persönlichkeiten aus China und der ganzen Welt, darunter auch die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, nahmen daran teil und führten angeregte Diskussionen über Geschichte, Kultur und gegenseitiges Lernen.

Yu Yingfu, Vizepräsident der CICG, führte in seiner Grundsatzrede historische Beispiele für den friedlichen Austausch von Ideen zwischen Zivilisationen an und nannte beispielsweise Zhang Qians Expedition (138-126 v. Chr.) in den Westen, die bis nach Xinjiang und später nach Baktrien (Nordafghanistan) führte und mit der er den Grundstein für die Entstehung der Seidenstraßen-Handelswege legte, die nicht nur eine Route für den Handel waren, sondern auch zu einer Austauschroute für Wissenschaft und Kultur wurden. Er erwähnte auch die sieben Reisen von Zhang He in die westlichen Ozeane bis nach Ostafrika sowie die Verbreitung des Buddhismus von Indien nach China. Yu Yingfu betonte auch die heutige Notwendigkeit des Austauschs und des gegenseitigen Lernens im Hinblick auf eine gemeinsame Vision, um die Menschheit voranzubringen.

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, nahm an einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Forums zum Thema „Förderung des Weltfriedens und der Entwicklung durch Austausch und gegenseitiges Lernen zwischen den Zivilisationen“ teil. In ihrer Rede forderte sie gemeinsame Anstrengungen, um den Westen aus seiner selbstverschuldeten Isolation von der globalen Mehrheit zu befreien. Der Westen müsse sich an einem Dialog der Zivilisationen für ein neues Entwicklungsparadigma beteiligen.

Chinas ehemaliger stellvertretender Außenminister Le Yucheng forderte den Einsatz digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz, um kulturelles Wissen für die Bevölkerung zugänglicher zu machen. Während der Konferenz wurden mehrere solcher Projekte vorgestellt, darunter eines der Nationalbibliothek Chinas, das mit Hilfe von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz 143.000 Bände alter chinesischer Bücher der Öffentlichkeit zugänglich macht. Die chinesische Föderation für Literatur und Kunst stellte ihre Bemühungen vor, alle alten Mythen, Lieder, Balladen, Epen und Legenden zu sammeln, die nach ihrer Fertigstellung die weltweit größte Datenbank für Volksliteratur darstellen werden. Hervorgehoben wurde auch das Ziel Chinas, eine digitale Bibliothek für Technologie und Wissenschaft aufzubauen, um wissenschaftliche Kenntnisse zu fördern und China zu einer technologischen Großmacht zu machen.

Auf dem Forum wurde auch die Zusammenarbeit des Shanghai Museum mit dem Obersten Rat für Altertümer (SCA) in Ägypten vorgestellt, in deren Rahmen die größte Auslandsausstellung antiker ägyptischer Artefakte der letzten Jahrzehnte mit dem Titel „On Top of the Pyramid: Civilization of the Ancient Egypt” (An der Spitze der Pyramide: Zivilisation des alten Ägypten) organisiert wurde, die insgesamt 2,77 Millionen Besucher in Shanghai und weitere 30 Milliarden Aufrufe im Internet verzeichnete. Das Interesse an der Ausstellung war so groß, daß das Shanghai Museum in den letzten Tagen der Ausstellung seine Öffnungszeiten auf 24 Stunden pro Tag verlängerte. Das Shanghai Museum arbeitet nun mit ägyptischen Archäologen bei gemeinsamen Ausgrabungsprojekten zusammen.

Diese Betonung der Förderung der Klassiker wurde auch von David Gosset, dem Gründer der China-Europe-America Global Initiative, aufgegriffen, der die Bedeutung der Werke von Platon, Konfuzius und Dante für die Schaffung einer Kultur mit Tiefgang hervorhob. Er betonte: „Weisheit entsteht nicht aus Codes. Sie wird durch Reflexion, durch die Auseinandersetzung mit Geschichte, Ethik, Literatur und Kunst – durch die Geisteswissenschaften – kultiviert.“ Er betonte, der letztendliche Zweck der KI-Technologie müsse die Verbesserung der Menschheit als Ganzes sein.

Vergleicht man diese Diskussionsebene mit der vorherrschenden liberalen Werteideologie des Westens, wo es keine rationalen Maßstäbe mehr für das Gute, Schöne und Wahre gibt, und die enormen Anstrengungen sieht, die China und andere Länder des Globalen Südens in die Förderung ihrer größten philosophischen und kulturellen Traditionen stecken, wird deutlich, welcher Teil der Welt sich im Niedergang befindet und welcher im Aufstieg begriffen ist.

Es ist an der Zeit, daß der Westen seine oberflächlichen Vorstellungen über die Kulturen der Länder des Globalen Südens hinter sich läßt – Vorstellungen, die in vielerlei Hinsicht Relikte der kolonialen und neokolonialen Ära sind, die nun ihrem historischen Ende entgegengeht.

Die Förderung der kreativen Aspekte der menschlichen Seele muß wieder das einzige Ziel der Bildung sein. Im Bereich der Kreativität wird es keinen Platz für nationalen Chauvinismus geben; die Entdeckungen eines Genies werden eine ewige Bereicherung für die gesamte Menschheit sein.

Die Nationen des Westens sind zu Gesellschaften ohne historische und philosophische Grundlagen geworden, die von ihrem eigenen besseren historischen Erbe abgekoppelt sind. Alle Bürger guten Willens sollten ihr Möglichstes tun, um dies hinter sich zu lassen und sicherzustellen, daß beim nächsten Kulturforum in Peking eine bedeutende Vertretung von Regierungen und Institutionen des Globalen Nordens anwesend ist, um sich dieser globalen zivilisatorischen Initiative anzuschließen.

            Tobias Faku


Ein Test für die moralische Überlebensfähigkeit der Welt

Bericht vom 121. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das 121. Online-Forum der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am Freitag, dem 26. September, statt. Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, sagte zu Beginn, die moralische Überlebensfähigkeit der Welt werde jetzt auf die Probe gestellt. Zur gleichen Zeit rede der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor der UN-Vollversammlung, aber sein Auftritt habe sich verzögert, weil sehr viele Delegierten aus Protest den Saal verließen und es Unruhe gab, als er sprechen wollte. Israel bringe jetzt in New York Plakate mit der Aufschrift „Denkt an den 7. Oktober“ an, was nahelegen soll, Netanjahu wäre als Rache zu jeglicher Greueltat berechtigt. Die Bedingungen in Gaza seien unbeschreiblich, die Menschen in Gaza-Stadt würden zur Evakuierung gezwungen, obwohl die meisten keine Transportmittel, Lebensmittel, Wasser oder Medikamente haben. Tausende würden fliehen, wüßten aber nicht, wohin, weil alle Gebäude, auch Schulen, Krankenhäuser, Moscheen usw., bombardiert werden. Später wandte sich Zepp-LaRouche strikt gegen den Vorschlag, daß der britische Ex-Premier Tony Blair „Übergangsgouverneur“ von Gaza wird.

Sie fuhr fort, Netanjahu wolle wieder ein Treffen mit Präsident Trump, um die Zustimmung für einen weiteren Militärschlag gegen den Iran zu erhalten, aber die Stimmung in Amerika wende sich immer mehr gegen Netanjahus endloses Kriegstreiben. Auch nehme der Widerstand dagegen international zu, so erhalte der Iran mehr militärische Hilfe von Rußland und China, und die arabischen Nationen seien insbesondere nach dem israelischen Angriff auf Katar entschlossener geworden.

Trumps jüngste Äußerungen zur Unterstützung der Ukraine würden von vielen Medien als „Kehrtwende“ hervorgehoben, aber Zepp-LaRouche glaubt eher, daß Trump das Problem nur auf die Europäer abwälzen will. Es sei jedoch sehr fraglich, ob Europa trotz seiner massiven Aufrüstung „diese Lücke füllen kann“. Die Ukraine verliere den Krieg, mit wahrscheinlich schon 1,7 Millionen Opfern, aber einige hielten sie für „systemrelevant“ wie eine Bank, die man nicht untergehen lassen kann.

Ganz Europa und besonders auch Deutschland sei derzeit einer psychologischen Kriegsführung ausgesetzt, um die Bevölkerung in eine antirussische Hysterie zu versetzen. So werde jetzt viel Theater um angebliche Verletzungen des NATO-Luftraums gemacht, worauf Rußland antworte, daß sein eigener Luftraum ständig verletzt werde. EU-Präsidentin Ursula von der Leyen habe sogar gesagt, daß ein Abschuß russischer Flugzeuge in Erwägung gezogen wird. Gerade fänden in Hamburg große Militärübungen statt, während Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, der Sozialstaat müsse abgebaut werden, um 83 Milliarden Euro für Panzer, Artillerie und Kampfjets auszugeben. Zepp-LaRouche warnte jedoch, ein Krieg gegen Rußland würde schnell zu einem Atomkrieg, und all diese Waffen würden schnell vernichtet. Sie rief alle auf, für die Friedensdemonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart zu werben und daran teilzunehmen, um den wahnsinnigen Marsch in den Krieg zu stoppen, ähnlich wie bei den erfolgreichen Massendemonstrationen in den 1980er Jahren. Deutschlands Existenz hänge davon ab. Die tiefere Ursache der Hysterie der westlichen Geopolitiker sei deren Angst vor dem Aufstieg des Globalen Südens.

Berichte aus Mexiko und Indien

Als nächster sprach ein führendes Mitglied des Schiller-Instituts in Mexiko, Alberto Vizcarra; er berichtete über eine gerade beendete Konferenz an der Wirtschaftsfakultät der Nationalen Autonomen Universität in Mexiko-Stadt mit Bauernvertretern aus neun Bundesstaaten des Landes. Zu den Teilnehmern gehörten der 91jährige ehemalige Präsidentschaftskandidat Cuauhtémoc Cárdenas, führende Persönlichkeiten der Fakultät und sehr viele junge Leute. Die Bauernaktivisten hätten die schwere Wirtschaftskrise für die Landwirtschaft durch die Freihandelsabkommen geschildert. Ein Höhepunkt der Konferenz sei die Verlesung eines Unterstützungsschreibens von Bauernvertretern aus den USA gewesen, die unter derselben Politik leiden und die sich gegen die globalen Banken und Lebensmittelkartelle wandten, die Landwirte auf der ganzen Welt ruinieren. Vizcarra sagte, wenn Mexiko sich den BRICS und anderen wirtschaftlichen Initiativen des Globalen Südens anschlösse, wäre das kein Grund, mit den Vereinigten Staaten zu brechen.

Dr. Apurba Kumar Bardalai, pensionierter Generalmajor der indischen Armee, sprach über seine Erfahrungen als Leiter der UN-Friedensmission im Libanon, UNIFIL. Er warb für den Geist der antikolonialen, auf Entwicklung ausgerichteten Bandung-Konferenz von 1955 und kritisierte die Heuchelei der Entscheidungsträger der UNO. Die UN-Charta beruhe zwar auf dem Völkerrecht und den Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648, aber Winston Churchill habe das umgedreht in seiner Besessenheit, eine weltweite Opposition gegen Rußland aufzubauen. Die UNO sei zum Spielball einiger weniger Länder, der „Ständigen Fünf“, geworden. Man könne Frieden erreichen, wenn die mächtigen Länder beschließen, einen Krieg zu verhindern, so wie in der Suezkrise 1956. Andere Kriege seien für sie jedoch „akzeptabel“, das habe seine Erfahrung im Libanon gezeigt. Er lobte das Engagement des Schiller-Instituts für wirtschaftliche Entwicklung als Weg zum Frieden und warnte, wenn wir beim Frieden scheitern, würden uns die Auswirkungen „ein Leben lang verfolgen”.

Was ist mit Trump los?

Danach wurde ein Ausschnitt aus einem Videointerview mit dem pensionierten US-Oberst Douglas Macgregor gezeigt, in dem er den „Erfolg” der Trump-Regierung in Frage stellt und sagt, sie sei eine „zweite Biden-Regierung“. Die falsche Wirtschaftspolitik führe zu Krieg, zum Kollaps des US-Dollars und zum wirtschaftlichen Bankrott. Aber ein Großteil der Welt gehe erfolgreich in eine andere Richtung. Die USA sollten nach einem Weg suchen, den bevorstehenden Bankrott so zu bewältigen, daß es der Bevölkerung nicht schadet, aber leider sei Trump von Wall-Street-Milliardären umgeben und sehe keine anderen Optionen.

Anschließend sprach die US-Armeeveteranin und Leiterin des Eisenhower Media Network Josephine Gilbeau und betonte, wie wichtig es sei, daß die Bürger der Welt trotz aller möglichen Meinungsverschiedenheiten gemeinsam für den Frieden arbeiten. Sie habe sich 13 Stunden lang die Reden vor der UN-Vollversammlung angesehen und sei enttäuscht gewesen. Sie sprach auch über die Freedom Flotilla für Gaza und Israels Drohungen dagegen.

Ilko Dimov, Aktivist des Schiller-Instituts in Kanada, rief dazu auf, die klassische Kultur zu nutzen, um den Menschen eine höhere Identität zu geben und eine Gesellschaft nach den Prinzipien der Renaissance zu schaffen. Wenn Präsident Trump von John Locke und Thomas Hobbes spreche wie beim Staatsbesuch in England, dann müßten wir im Gegenteil von Schiller und von Schönheit sprechen. Nur damit könne man Widerstand gegen die moralische Krise in der Bevölkerung leisten. Das Thema kam später erneut auf, als gefragt wurde, ob Präsident Trump zu unberechenbar sei und wegen Amtsunfähigkeit abgesetzt werden sollte. Der Co-Moderator Dennis Small antwortete, Trump sei zwar in letzter Zeit extrem schwankend, aber ein größeres Problem sei die Identität und die Denkfaulheit der amerikanischen Öffentlichkeit. Die Amerikaner müßten mehr denken wie John Quincy Adams. Zepp-LaRouche sagte, die große Frage sei doch, wer dann Trump ersetzt. Das dringlichste Problem sei die Gefahr eines Dritten Weltkriegs, das habe für sie oberste Priorität.

Einen Ausweg zeigen

Ein ehemaliges Mitglied des Europaparlaments aus Lettland sprach die Gefahr eines Konflikts in Moldawien an. Es sei beunruhigend, daß der britische Ex-Premier Boris Johnson in diesem Teil Europas aktiv ist. Eine wichtige Frage kam aus Venezuela zu Trumps Drohungen gegen das Land. Ideologen wie Evan Ellis behaupteten, ein Krieg gegen Venezuela wäre „ein Kinderspiel”. Small antwortete, das sei typisch für das „Gesetz des Dschungels”, und das Ziel sei, die iberoamerikanischen Länder davon abzuhalten, mit China oder den Entwicklungsplänen der Gürtel- und Straßen-Initiative zusammenzuarbeiten. Dieselbe Fraktion wolle auch die Regierung Lula in Brasilien stürzen.

Zepp-LaRouche warnte vor der Gefahr eines neuen Faschismus, der die Öffentlichkeit mit Zensur und Kontrolle über alle Daten manipuliert. So vertrete der Tech-Milliardär Peter Thiel in einem Artikel („The Straussian Moment“) die Idee, seit dem Angriff vom 11. September 2001 gebe es für die Menschen nur Sicherheit, wenn sie ihre Freiheit aufgeben.

Sie betonte aber, es reiche nicht aus, die Probleme der Welt aufzudecken, man müsse den Menschen auch einen Ausweg zeigen. Der Globale Süden würde den Westen mit offenen Armen empfangen, wenn der sich in einem Geist der Zusammenarbeit engagieren würde. Unsere größte Aufgabe sei es, die westlichen Länder aufzuklären und zu mobilisieren, um dieses neue Paradigma zu schaffen.

Steve Carr


Internationale Friedenskoalition #121, 26. September 2025, 17.00 Uhr MEZ

Die Welt braucht Führung und Struktur für eine neue Ordnung

121. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die Welt braucht Führung und Struktur für eine neue Ordnung

26. September 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Als Reaktion auf die jüngsten Weltereignisse laden wir Sie und Ihre Organisationen zur Internationalen Friedenskoalition ein, um an einer wichtigen Diskussion mit Generalmajor a.D. Dr. AK Bardalai, der 36 Jahre lang in der indischen Armee diente, als UN-Friedenstruppe im Libanon eingesetzt war, stellvertretender Missionsleiter und stellvertretender Kommandeur der UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) in Indien war und einen Videobeitrag von Oberst a.D. Douglas Macgregor, Oberst a.D. der US-Armee und ehemaliger Regierungsbeamter; Berichten von Aktivisten aus der ganzen Welt und anderen Teilnehmern, die noch bekannt gegeben werden, teilzunehmen.
Bitte senden Sie Berichte und Initiativen für die Tagesordnung so schnell wie möglich.

Zur Anmeldung

Die Generaldebatte der Vereinten Nationen geht weiter. Immer mehr Stimmen erheben sich gegen den Völkermord in Gaza. Gleichzeitig gibt es gefährlich konfrontative Diskussionen über Russland, angeführt von Europa.

Im Mittelmeer meldete eine zivile Flotte auf dem Weg nach Gaza über Nacht Drohnenangriffe. Daraufhin beschlossen Italien und Spanien, Kriegsschiffe zur Flotte zu entsenden – nicht um zu kämpfen, sondern um im Notfall Hilfe zu leisten.

Diese vorsichtige Formulierung sagt viel aus. Suchen diese Länder nach Möglichkeiten, ihre Unterstützung zu zeigen, ohne einen Kampf zu beginnen, den sie ihrer Meinung nach nicht gewinnen können?

Israel hat nun den einzigen Grenzübergang vom Westjordanland nach Jordanien geschlossen, was bedeutet, dass Palästinenser nur über Israel ins Ausland reisen oder Waren versenden und empfangen können. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu hat klar gemacht, dass er die Gründung eines palästinensischen Staates entschieden ablehnt. Seine Maßnahmen zur weiteren Zerstörung, Isolierung und Zersplitterung der palästinensischen Gemeinden im Westjordanland zielen darauf ab, mehr „Freiwillige” für die von ihm geförderte „freiwillige Auswanderung” zu gewinnen und gleichzeitig die Gründung eines palästinensischen Staates noch schwieriger zu machen.

In Europa führten Berichte über Drohnen in der Nähe großer Flughäfen zur Einstellung des Flugverkehrs in Kopenhagen und Oslo, während die NATO Moskau wegen angeblicher Luftraumverletzungen in Estland warnte. NATO-Vertreter betonen, dass sie jeden Zentimeter des Bündnisgebiets verteidigen werden, sagen jedoch nicht, welche Schritte sie dazu unternehmen würden.

In den Vereinigten Staaten warnen Hunderte von Ärzten und Gesundheitspersonal, dass Kürzungen und Personalabbau die Versorgung von US-Veteranen aushöhlen. YouTube, das unter politischer Beobachtung steht, sagt, dass es jahrelange Löschungen von Inhalten aus der Pandemie- und Wahlzeit zurücknehmen wird.

Während die Planer des Pentagon über die Kontrolle des Weltraums sprechen, fragen sich viele Amerikaner, wer sich um die dringenden Bedürfnisse näher an der Heimat kümmert, wer über die wirtschaftliche Zukunft ihres Landes und des Planeten nachdenkt.

Unterdessen wartet der Globale Süden nicht untätig auf die Erlaubnis, zu handeln. Führende Politiker aus Brasilien, China, Nigeria, Südafrika, der Türkei, dem Iran, Jordanien, Saudi-Arabien, Pakistan und anderen Ländern koordinieren sich immer offener – bei Friedensgesprächen, beim Thema Entwicklung, bei der Frage, wie sie ihre Unabhängigkeit in einer Welt bewahren können, in der die angloamerikanische NATO von ihnen verlangt, sich für eine Seite zu entscheiden.

Tag für Tag diesen Spagat machen zu müssen, verschärft das Risiko.

Deshalb ist eine Veränderung der strategischen Geometrie notwendig – die Welt braucht eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur. Es ist an der Zeit, dass sich der sogenannte „Westen” den Bestrebungen dafür anschließt und einen produktiven Beitrag zum unaufhaltsam voranschreitenden neuen Paradigma leistet.

„Es liegt im grundlegenden Eigeninteresse der Nationen des kollektiven Westens – der nicht mehr wirklich vereint ist –, mit den Staaten der globalen Mehrheit zusammenzuarbeiten und gemeinsam die großen Herausforderungen anzugehen, vor denen die Menschheit steht: die Überwindung von Armut und Unterentwicklung, die Sicherung eines dauerhaften Weltfriedens und die Gewährleistung des Rechts jedes Menschen auf diesem Planeten, sein Potenzial zu entfalten“, schreibt Helga Zepp-LaRouche in ihrem jüngsten Aufruf .

Schliessen Sie sich diesen Bestrebungen an!


„Wir sitzen auf einem Vulkan“

Das 120. wöchentliche Online-Forum der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 19. September begann mit einem Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche. Die USA hätten im UN-Sicherheitsrat in den letzten zwei Jahren sechs Waffenstillstandsresolutionen zu Gaza mit ihrem Veto verhindert und damit diese Institution lahmgelegt. Die Frage sei nun, welches Land in der UNO den Mut hat, die UN-Resolution 377 einzubringen, wonach die Generalversammlung Maßnahmen ergreifen kann, wenn der Sicherheitsrat handlungsunfähig ist. Israel habe die zwölfmonatige Frist der UNO zur Beendigung seiner illegalen Besetzung von Westjordanland und Gazastreifen, die am 18. September 2025 ablief, ignoriert, und eine UN-Kommission habe diese Woche offiziell festgestellt, daß Israel Völkermord begeht. Israels Finanzminister Bezalel Smotrich habe derweil auf einer Konferenz schon einen internationalen „Immobilienboom“ in Gaza angekündigt.

Über Donald Trumps jüngsten zweiten Staatsbesuch in Großbritannien sagte Zepp-LaRouche: „Aus historischer Sicht war das eine Ungeheuerlichkeit. Präsident Trump hat offenbar vergessen, worum es bei der Amerikanischen Revolution eigentlich ging.“

Gleichzeitig gebe es eine „neue tektonische Verschiebung“: Pakistan und Saudi-Arabien hätten eine strategische Allianz geschlossen, wobei Pakistan Saudi-Arabien seinen atomaren Schutzschild zur Verfügung stellt. Nach Israels Angriff auf Katar vertrauten die amerikanischen Verbündeten nicht mehr auf den Schutz der USA. Der ägyptische Außenminister habe der neuen Allianz gratuliert, das beweise eine komplette Neuausrichtung.

„Wir sitzen auf einem Vulkan“, weil das westliche Finanzsystem hoffnungslos bankrott sei, betonte Zepp-LaRouche. Die Globale Governance Initiative1 des chinesischen Präsidenten Xi sei in dieser Lage ein Anker der Stabilität, das dürfe man nicht außer Acht lassen.

Purnima Anand, Präsidentin des BRICS International Forum,2 beschrieb die Geschichte der BRICS von 2009 bis heute. In den letzten 80 Jahren habe Europa immer getan, was es wollte, und Amerika sei gefolgt. Die gegenwärtige Weltlage sei wie ein „realer Horrorfilm“. Die Regierungen und Denkfabriken des Westens würden angesichts der Gräueltaten in Gaza schweigen. Das mache die BRICS um so notwendiger. Die Unabhängigkeitsbewegung Indiens sei ein Vorbild dafür, wie man Ziele friedlich ohne Waffen erreichen kann. Die sozialen Medien seien eine Hilfe, weil sie uns einen Einblick in das Geschehen in Konfliktgebieten geben, während „neokolonialistische“ Regierungen wie die in Israel und der Ukraine Journalisten aussperren.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der VIPS (Veteran Intelligence Professionals for Sanity), warnte, die Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk in den USA sei Gegenstand einer großangelegten Desinformationskampagne einer ausländischen Geheimdienstorganisation. Ein Artikel des Enthüllungsjournalisten Max Blumenthal3 liefere Beweise dafür, daß Kirk zuletzt eine Metamorphose durchlief und kein Ultra-Zionist mehr war. So habe Kirk in seiner Sendung Turning Point eine Debatte moderiert, an der auch der antizionistische Jude Dave Smith teilnahm. Kirk sei kürzlich zum Abendessen bei dem zionistischen Milliardär und Hedgefonds-Mogul Bill Ackman gewesen und habe später gesagt, während dieses Gesprächs habe er sich physisch bedroht gefühlt. Die Behauptungen des FBI über den angeblichen Mörder „weist einige echte Lücken auf“, so Johnson. FBI-Direktor Kash Patel selbst sei leider Teil einer Kampagne zum Schutz Israels.

Johnson erklärte weiter, Israels Angriff auf Doha habe eine beispiellose Annäherung in der arabisch-islamischen Welt ausgelöst. Selbst der König von Jordanien, sonst ein Speichellecker der USA, habe sich bei dem arabisch-islamischen Sondergipfel am 15. September in Doha gegen Israel ausgesprochen. Schiitische und sunnitische Muslime, die oft im Streit liegen, hätten bei dieser Konferenz zusammengearbeitet. Der Angriff auf Doha hätte ohne das Wissen oder sogar konkrete Unterstützung der USA niemals stattfinden können. Donald Trump habe unfreiwillig die Zusammenführung der ganzen islamischen und arabischen Welt bewerkstelligt.

Da der Iran Mitglied der BRICS sei, kämen ihm nun seine BRICS-Verbündeten zu Hilfe, wenn der Westen mit dem sog. „Snapback” wieder Sanktionen verhängt, weil der Iran sich weigert, dessen Forderungen nachzukommen. Trumps Versuch, Indien zu zwingen, kein russisches Öl mehr zu kaufen, sei nach hinten losgegangen. „Indien würde unmöglich wirtschaftlichen Selbstmord begehen, nur weil die USA das wollen”, so Johnson.

Die Moderatorin Anastasia Battle berichtete, daß Trump kürzlich Präsident Xi angerufen und zugesagt habe, am bevorstehenden APEC-Gipfel teilzunehmen.

Zepp-LaRouche bemerkte, die Blockbildung habe zwei Weltkriege verursacht, statt dessen bräuchten wir eine alternative Politik der Blockfreiheit. Sie meinte scherzhaft, Trump verdiene den Friedensnobelpreis, weil seine Torheiten die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Blockfreiheit gelenkt hätten. Die Welt habe sich verändert, und nun bleibe den westlichen Ländern nur noch, sich für Kooperation statt Konfrontation zu entscheiden.

Aktivitäten

Sébastien Drochon berichtete aus Frankreich über die jüngsten Literaturverteilungen bei öffentlichen Veranstaltungen. Die Stimmung in der Bevölkerung wende sich zunehmend gegen Israel. Er und seine Kollegen hätten an einer großen Gewerkschaftsdemonstration teilgenommen, deren Teilnehmerzahl auf 800.000 bis eine Million geschätzt wurde.

Der US-Kongreßkandidat José Vega beschrieb eine Kundgebung vor den Vereinten Nationen in New York, wo er sprach, um die UN-Resolution 377 zu unterstützen. Er zählte die namhaften Redner auf, die dort sprachen, darunter Oberst a.D. Aguilar, Josephine Guilbau, Garland Nixon und Pater Bury.

Gerardo Castilleja berichtete aus Mexiko, wo kürzlich der 215. Jahrestag der Unabhängigkeit gefeiert wurde. Er sprach über die Tradition von Präsident Benito Juarez, einem Verbündeten von US-Präsident Abraham Lincoln gegen das Britische Empire. Das Empire sei die heimliche Macht hinter der Konföderation in Amerika und dem französischen Kaiserreich gewesen, gegen die Mexiko damals kämpfte. Er berichtete, mexikanische Studenten seien überrascht, wenn sie erfahren, was die BRICS schon erreicht haben, und sie fragten, warum Mexiko noch kein Mitglied ist.

Jonathan Thron berichtete aus Deutschland. Er und seine Kollegen verteilten Flugblätter bei der Friedensdemonstration vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit 20.000 Teilnehmern in Berlin. Die Menschen in Deutschland seien für Frieden, wüßten aber nicht, wie man das erreichen kann, deshalb müßten wir Aufklärungsarbeit leisten. Drei junge Kontakte hätten beim Flugblattverteilen geholfen. Wir seien dort die einzigen gewesen, die zur Zusammenarbeit mit den BRICS aufrufen. Eine Friedensdemonstration dieser Größe sei eine hoffnungsvolle Abkehr vom Klima der Angst in Deutschland.

Anastasia Battle aus den USA, die kürzlich einige Zeit in Deutschland mitorganisiert hatte, war begeistert von der Größe der Demonstration. Zepp-LaRouche war skeptischer und sagte: „Ich halte diese Mobilisierung für völlig unzureichend.“ Die ernste Lage müsse eigentlich Hunderttausende oder Millionen auf die Straße treiben.

Diskussion

José Vega und Dennis Small sprachen über die antikoloniale Tradition in den USA und insbesondere über die Rolle von Lyndon LaRouche. Vega erinnerte an die Rede von Präsident Sukarno4 auf der Bandung-Konferenz 1955, in der dieser die Amerikanische Revolution als erste erfolgreiche antikoloniale Rebellion hervorhob. Small fügte hinzu: „Es wäre sehr, sehr hilfreich, wenn Präsident Trump seine Nase aus dem Hintern des Britischen Empire herausnehmen würde.“

Zepp-LaRouche teilte die Hoffnung eines Fragestellers, daß die USA den BRICS beitreten könnten: „Präsident Trump hat bewiesen, daß er fähig ist, seine Meinung mehrmals täglich zu ändern.“

Abschließend sagte sie, eine wesentliche Frage sei „der Unterschied zwischen Demokratie und Wahrheit“. Schon Platon habe festgestellt, daß die Kehrseite der Demokratie Tyrannei ist. Man müsse die Meinung anderer Menschen respektieren, aber man müsse auch erkennen, daß es eine objektive Wahrheit gibt, die über bloßen Meinungen steht, und der sokratische Dialog biete einen Weg, diese Wahrheit herauszufinden. Sie rief dann alle Teilnehmer dazu auf, bei der Vorbereitung der Friedensdemonstrationen am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart mitzuhelfen.

Anmerkungen

1. https://www.globaltimes.cn/page/202509/1342284.shtml

2. https://www.bricsforum.in/index

3. https://thegrayzone.com/2025/09/12/charlie-kirk-netanyahu-israel-assassination/

Deutsch: https://anti-spiegel.ru/2025/the-grayzone-berichtet-dass-kirk-vor-seiner-ermordung-drohungen-aus-israel-bekommen-hat/

4. https://transperiphery.com/Sukarno-Speech-in-Bandung

Auszüge auf Deutsch: https://www.bueso.de/dokumentation-rede-indonesischen-praesidenten-sukarno-bandung-konferenz-1955


Internationale Friedenskoalition #120, 19. September 2025, 17.00 Uhr MEZ

Haben wir die Grenzen des Rechts überschritten?

120. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Haben wir die Grenzen des Rechts überschritten?

19. September 2025
17.00 Uhr

Als Reaktion auf die jüngsten Weltereignisse rufen wir Sie und Ihre Organisationen auf, sich an der Internationalen Friedenskoalition und ihrer wichtigen Diskussion zu beteiligen. Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung.

Zur Anmeldung

Was sind Ihre Pläne für das Mittagessen am Freitag?

In Gaza-Stadt ist für die nächsten 48 Stunden ein Völkermord an den 1 Million Einwohnern angekündigt. Reuters berichtete am 17. September: „Das israelische Militär erklärte am Mittwoch, es werde für 48 Stunden eine zusätzliche Route öffnen, über die Palästinenser Gaza-Stadt verlassen könnten … In Flugblättern, die über Gaza-Stadt abgeworfen wurden, erklärte das Militär, Palästinenser könnten die neu wiedereröffnete Salah-al-Din-Straße nutzen, um in Richtung Süden zu fliehen, und sie hätten bis Freitagmittag dafür Zeit.“

Einige versuchen, aus Gaza zu fliehen. Aber die überwiegende Mehrheit wird dazu nicht in der Lage sein. Sie werden durch den vorrückenden Land- und Luftangriff der israelischen Streitkräfte, der darauf abzielt, Gaza dem Erdboden gleichzumachen, umkommen. Hochhäuser werden bereits gesprengt und zerstört, was auf makabre Weise an den 11. September in New York City erinnert.

„Wenn die ganze Welt und ihre Institutionen – einschließlich der UNO – nicht in der Lage sind, dieses öffentliche Grauen zu stoppen“, warnte die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, heute in ihrem wöchentlichen internationalen Webcast, „dann sind wir in eine neue Ära eingetreten – und keine schöne.“ „Wir sind in tödlicher Gefahr, dass unsere Zivilisation zusammenbricht. Das ist nicht unvermeidlich, aber wir müssen handeln, um es zu verhindern.“

Das Völkerrecht wird rapide dekonstruiert, sodass nichts als das Gesetz des Dschungels übrig bleibt. Zusätzlich zu den 2 Millionen Menschen in Gaza, den direkten Opfern des andauernden Völkermords, wird die Menschheit selbst einer massiven Gehirnwäsche unterzogen: „Seht ihr? Ihr könnt das nicht aufhalten. Ihr seid nichts als Bestien, also könnt ihr genauso gut lernen, nach dem Gesetz des Dschungels zu leben (und zu sterben).“

Das gleiche Projekt, nur in anderer Aufmachung, läuft derzeit gegen das Verfassungsrecht in den Vereinigten Staaten und anderen Nationen. Die öffentliche Hinrichtung der politischen Persönlichkeit Charlie Kirk vor einem entsetzten Publikum von 3.000 überwiegend jungen Menschen hat die Büchse der Pandora geöffnet, mit Forderungen nach gewaltsamer Vergeltung auf beiden Seiten des politischen Spektrums sowie der Forderung, sogenannte „Hassreden“ – also die freie Meinungsäußerung – als Straftat zu verfolgen.

Beide Entwicklungen – der Völkermord in Gaza und die Ermordung von Kirk – gehören zu einer umfassenderen internationalen Strategie der Spannung, die von der in London ansässigen Finanzelite betrieben wird, einer oligarchischen Kraft, die bereit ist, alles zu tun, um die Welt davon abzuhalten, eine Alternative zu ihrem bankrotten System anzunehmen. Sie orientieren sich dabei an den jahrzehntelangen bösartigen Forschungen von William Sargent, Kurt Lewin und Eric Trist am Londoner Tavistock Institute darüber, wie Terror und Chaos gezielt eingesetzt werden können, um Menschen suggestibler und formbarer für politische Maßnahmen zu machen, die sie ansonsten sofort ablehnen würden.

Worum es bei dieser Strategie der Spannung geht, wurde mehrfach zutreffend beschrieben: „Es handelt sich um eine politische Strategie, die gewalttätige Kämpfe fördert, um ein Klima der Angst und Unsicherheit zu schaffen, das die Öffentlichkeit dazu veranlasst, Sicherheit in einem starken nationalen Sicherheitsstaat zu suchen. Dazu gehört der Einsatz staatlicher oder nichtstaatlicher Akteure, um Gewalt und Chaos zu fördern und so die öffentliche Wahrnehmung und politische Ergebnisse zu manipulieren“, heißt es in einem Wikipedia-Eintrag.

Andere haben über das „Wie“ oder die Mechanismen solcher Operationen berichtet, wie beispielsweise der russische FSB-Experte Oberstleutnant (a. D.) Andrey Popov gegenüber Sputnik. Er sagt, dass Kirks Attentäter „nicht unbedingt ein Profi war, sondern möglicherweise ein gewöhnlicher Amerikaner mit Erfahrung im Umgang mit Schusswaffen, der entweder von parteiischen Medien oder sogar Sicherheitsdiensten dazu gebracht und manipuliert wurde, ein williger Mörder zu werden. Es ist bekannt, dass die US-Sicherheitsbehörden eine ganze Kohorte informeller ,Agenten‘ betreiben, die im Voraus identifiziert, angeleitet, kontrolliert und mit der Möglichkeit ausgestattet werden, ihre Verbrechen zu begehen, woraufhin sie liquidiert werden oder verschwinden dürfen.“

Aber nur Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche haben die Frage beantwortet, die sich nur wenige überhaupt stellen, wenn es um die Strategie der Spannung geht: „Warum?“ Was ist die Absicht dieser Politik? Nur wenn diese Frage gestellt und beantwortet wird, gibt es Hoffnung auf eine Lösung, um den Sturz in den Abgrund zu stoppen.

LaRouche schrieb im März 2004 über zwei Terroranschläge, die damals gerade stattgefunden hatten:

„Beide Anschläge waren Teil einer globalen ‚Strategie der Spannung‘, die darauf abzielte, weltweit Chaos und Unregierbarkeit zu schaffen. Von oben betrachtet stellen diese Vorfälle eine systematische Kampagne der synarchistischen Bankenkreise dar, die Welt in die Luft zu sprengen, anstatt souveränen Nationalstaaten zu erlauben, das zum Scheitern verurteilte System der flexiblen Wechselkurse nach Bretton Woods neu zu organisieren.“

Helga Zepp-LaRouche sagte dazu am 17. September in ihrem Webcast:

„Die Strategie der Spannung ist eine Methode, mit der oligarchische Regierungen Terrorismus, Attentate, Destabilisierungen, groß angelegte, angezettelte Demonstrationen und alle möglichen anderen Maßnahmen einsetzen, um die Aufmerksamkeit von dem abzulenken, was das eigentliche Problem ist … [nämlich dass die globale Mehrheit] ganz klar in Richtung des Aufbaus eines neuen Systems geht … gegen die Mentalität des Schnellen Geldes der Wall Street, der City of London, des Silicon Valley und ähnlicher Finanzzentren.“

Wie können wir also die Strategie der Spannung besiegen? Zunächst einmal, indem wir das Thema wieder auf die zentrale Frage zurückführen, mit der die Menschheit konfrontiert ist: das bösartige, bankrotte System der Wall Street und der City of London durch ein System zu ersetzen, das der Würde des Menschen gerecht wird. Und wir müssen dafür sorgen, dass sich die Nationen des Westens dem neuen Paradigma anschließen, das sich bereits unter den Nationen der Globalen Mehrheit abzeichnet.

Die Mobilisierung im Vorfeld der bevorstehenden Generalversammlung der Vereinten Nationen und auf den Straßen aller Nationen der Welt, um ein Ende des Völkermords in Gaza zu erzwingen, ist ein äußerst wichtiger Schritt auf diesem Weg zum Erfolg.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Wird die Menschheit die moralische Prüfung bestehen?, 17.9.2025, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

„Nur eine direkte Zusammenarbeit mit den Arabern kann ein würdiges und sicheres Leben schaffen. Wenn die Juden dies nicht begreifen, wird die gesamte Position der Juden in den arabischen Ländern Schritt für Schritt unhaltbar werden. Was mich traurig macht, ist weniger die Tatsache, dass die Juden nicht klug genug sind, dies zu verstehen, sondern vielmehr, dass sie nicht gerecht genug sind, um es zu wollen.“

So schrieb Albert Einstein im Zusammenhang mit der Gründung des Staates Israel, dessen Präsidentschaft ihm angeboten wurde, die er jedoch ablehnte.

Als Reaktion auf die empörenden Angriffe Israels in Doha, Katar, die sich gegen die dortigen Vertreter der Hamas richteten, die mit ihren israelischen Amtskollegen verhandeln wollten, fand am 15. September ein Notgipfel der Liga der Arabischen Staaten und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit statt. Der israelische Angriff richtete sich gegen die Verhandlungen selbst. Der Gipfel veröffentlichte ein Abschlusskommuniqué, in dem er den israelischen Angriff auf Katar, die barbarische Zerstörung des Gazastreifens, die Siedlungen im Westjordanland und die israelischen Angriffe auf den Libanon, Syrien und den Iran verurteilte und zu internationalen Maßnahmen aufrief.

Die versammelten Staats- und Regierungschefs forderten die internationale Gemeinschaft auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Israels Kurs zu ändern. Konkret forderten sie alle Nationen auf, „alle möglichen rechtlichen und wirksamen Maßnahmen zu ergreifen, um Israel daran zu hindern, seine Aktionen [gegen das palästinensische Volk] fortzusetzen“, darunter die Unterstützung von Bemühungen, seine Straffreiheit zu beenden, es für seine Verstöße und Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, Sanktionen gegen es zu verhängen, die Lieferung, den Transfer oder den Transit von Waffen, Munition und militärischem Material – einschließlich Gütern mit doppeltem Verwendungszweck – auszusetzen, die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu ihm zu überprüfen und rechtliche Schritte gegen es einzuleiten. sowie die Suspendierung Israels aus den Vereinten Nationen.

In Madrid stoppte eine Menschenmenge von etwa 100.000 Menschen die letzte Etappe der Spanienrundfahrt. Der Ministerpräsident bekundete seine Unterstützung für die Demonstranten und forderte, israelische Teams von allen internationalen Wettbewerben auszuschließen, wie es mit russischen Teams geschehen ist.

Unterdessen warnt Moskau die NATO weiterhin, dass sie sich bereits im Krieg mit Russland befindet, was verheerende Folgen haben könnte. Der jüngste Drohnenschwarm, der in Polen eindrang, wird als bewusste Provokation derjenigen angesehen, die eine Fortsetzung der Kämpfe anstreben, die die Ukraine zerstören.

Während Trump möglicherweise versucht hat, sich aus dem Ukraine-Konflikt herauszuziehen, indem er unerfüllbare Forderungen an die Europäer stellte, treibt er den Konflikt in Amerika mit einem weiteren Angriff auf ein venezolanisches Schiff weiter voran und setzt seine kriegerischen Äußerungen über Gaza fort.

Was wir brauchen, ist der Erfolg einer internationalen Kampagne für ein neues Paradigma der wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Beziehungen – die Kampagne, die seit Jahrzehnten von der von Lyndon LaRouche gegründeten Bewegung geführt wird. Wir brauchen Taten, und zwar jetzt!

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Der Westen muß seine Arroganz aufgeben und mit der Globalen Mehrheit zusammenarbeiten

Bericht vom 119. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 119. wöchentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 12. September begann mit einem Lageüberblick der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche. Sie sagte: „Die Welt ist völlig aus den Fugen geraten“ und zählte die jüngsten Eruptionen auf: der Aufruhr um angebliche russische Drohnen über Polen, der israelische Angriff auf Katar, die Ermordung von Charlie Kirk in den USA und andere. Kirks Ermordung könnte eine Warnung an Präsident Trump gewesen sein, und die Bombardierung Katars sei ein weiterer Ausdruck vom „Gesetz des Dschungels“, was den Friedensverhandlungen den endgültigen Todesstoß versetzen könnte. Der einzige Pluspunkt sei, daß zum ersten Mal alle fünf Mitglieder des UN-Sicherheitsrates den Angriff auf Katar verurteilten, ohne daß die USA ihr Veto einlegten.

Der gemeinsame Nenner dieser Gewalt überall auf der Welt sei, daß sie alle eine Reaktion auf die sich abzeichnende neue Weltwirtschaftsordnung darstellen (siehe unseren Leitartikel). Eine neue Entwicklung von höchster Bedeutung für die entstehende Ordnung sei die Globale Governance-Initiative des chinesischen Präsidenten Xi1, die ihre eigenen „Zehn Prinzipien einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ widerspiegele.2

Donald Ramotar, ehemaliger Staatspräsident von Guyana, konzentrierte sich auf die Spannungen in der Karibik. Er wies Venezuelas Ansprüche auf zwei Drittel des Territoriums von Guyana zurück, erinnerte jedoch auch an die Angriffe der USA auf die Souveränität Guyanas 1962, die ähnlich gewesen seien wie der heutige Versuch, einen Regimewechsel in Venezuela zu erzwingen. In der Karibik sei die Angst vor Sanktionen der USA ein wichtiger Faktor, nachdem alle gesehen haben, was mit Kuba und Venezuela passiert. Die US-Sanktionen gegen einen brasilianischen Richter seien eine beispiellose Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines südamerikanischen Landes.

Zu Trumps fadenscheiniger Rechtfertigung seines Angriffs auf Venezuela, dessen Regierung sei angeblich ein Drogenkartell, erinnerte Ramotar daran, daß der frühere Leiter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), Pino Arlacchi, Venezuelas Kooperation bei der Drogenbekämpfung als vorbildlich gelobt hat. Es gehe hier nicht um Drogen, sondern um Öl, so Ramotar. Seit US-Präsident Nixon in den 1970er Jahren den „Krieg gegen die Drogen“ erklärt habe, habe sich die Drogenplage nur noch erheblich verschlimmert, der Einsatz des Militärs zur Bekämpfung dieser Plage sei gescheitert.

Die von Zepp-LaRouche beschriebene weltweite Zunahme von Gewalt sei „ein klares Zeichen der Verzweiflung und einer neuen Aggressivität seitens der NATO-Staaten… Gaza wird benutzt, um internationales Recht und internationale Institutionen zu zerstören.“ Und der Krieg in der Ukraine sei ein gescheiterter Versuch, Rußland zu destabilisieren.

Shakeel Ramay, Volkswirtschaftler und Leiter des Asian Institute of Eco-Civilization Research and Development, sprach über den jüngsten Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Dieser sei ein Schritt hin zu einer multipolaren Welt anstelle einer gespaltenen Welt mit mehreren Blöcken. Im Gegensatz zu Blöcken wie der NATO habe die SCO die Lösung von Konflikten tatsächlich gefördert. Die geplante neue SCO-Entwicklungsbank werde die Bemühungen anderer Organisationen des Globalen Südens ergänzen. Präsident Xis Globale Governance Initiative ziele darauf ab, die Reste der Mentalität des Kalten Krieges zu überwinden. China respektiere in seiner eigenen Gesellschaft die Vielfalt und stelle bei seiner Politik die Menschen in den Mittelpunkt, denselben Ansatz könne man weltweit verfolgen.

Prof. Fernando Garzon, Architekt, Stadtplaner und Vorsitzender der Ecuadorianisch-Palästinensischen Union, bezog sich auf Ramotars Warnungen vor regionalen Spannungen und wies darauf hin, daß es allein in der Karibik 25-30 US-amerikanische und europäische Militärstützpunkte gibt, die eine Bedrohung darstellten.

Zur Palästinafrage sagte er, alle UN-Mitglieder sollten den palästinensischen Staat anerkennen und ihn zum Vollmitglied machen. Er forderte die Verlegung der UN-Sitzungen nach Genf, um palästinensische Vertreter einzubeziehen, und erklärte, Unternehmen, die an Verbrechen in Gaza beteiligt sind, sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Die UN-Sonderbeauftragte Francesca Albanese habe dazu wichtige Studien durchgeführt. Man sollte erwägen, die UN-Resolution 377 umzusetzen und Streitkräfte nach Gaza zu entsenden, um Frieden zu schaffen.

Jacques Cheminade, Vorsitzender der Partei Solidarité et Progrès (SP) in Frankreich, analysierte die ebenso verwirrende wie ohnmächtige Außenpolitik seines Landes. Präsident Macrons Idee, Soldaten in die Ukraine zu entsenden, würde diese nur zur Zielscheibe für russische Raketen machen; die französische Bevölkerung sei dagegen. „Frankreich hat für das, was es zu wollen vorgibt, weder das Geld noch die Waffen.“

Es folgte ein Videointerview von Gerald Belsky von EIR mit dem Friedensaktivisten Jonathan Kuttab, Mitbegründer von Non-Violence International und Leiter von Friends of Sabeel North America. Kuttab begann: „Auf palästinensischer Seite herrscht ein starkes Gefühl der Hilflosigkeit, aber nicht der Hoffnungslosigkeit.“ Die Israelis wüßten, daß ihr Verhalten für die Welt inakzeptabel ist, aber ihre Haltung sei: „Na und? Wir können tun, was wir wollen.“ In Israel herrsche jetzt ein Gefühl der Straffreiheit. Auf eine Frage Belskys antwortete er: „Die Briten stecken hinter allem Bösen, das in der Welt geschieht… Viele Menschen glauben, daß sie sogar die Vereinigten Staaten manipulieren.“

„Wir brauchen wirklich internationales Recht“, sagte Kuttab, das gelte auch für Israel. Die Israelis seien sehr kurzsichtig, wenn sie meinen, internationale Normen ignorieren zu können. Die Bürger müßten jetzt Druck auf ihre Regierungen machen, die UN-Resolution 377 zu unterstützen.

Zepp-LaRouche ergänzte, wenn die palästinensischen UN-Delegierten keine Visa für die USA erhalten, sollte die IPC dafür mobilisieren, die Vollversammlung nach Genf zu verlegen. Die linke US-Abgeordnete Ocasio-Cortez habe nach Kirks Ermordung einen Auftritt in North Carolina aus Sicherheitsgründen abgesagt. „Die Rolle der britischen Subversion der amerikanischen Republik muß thematisiert werden“, denn dies sei die Ursache für die destruktive Kampagne für eine „unipolare Welt“. Zepp-LaRouche forderte alle auf, die neue Erklärung des Schiller-Instituts (siehe „Die Nationen des Westens müssen mit der neuen Weltwirtschaftsordnung kooperieren!”) zu unterzeichnen.3

Ramotar erklärte, die BRICS böten eine tragfähige Alternative zum zusammenbrechenden Kolonialsystem. Die ständige Aggression und Sabotage ziele darauf ab, das Völkerrecht zu zerstören und durch das Recht des Stärkeren zu ersetzen, bei dem die Kolonialmächte hoffen, die Oberhand zu gewinnen.

Diskussionsrunde

Auf eine Frage hin bat Co-Moderator Dennis Speed Zepp-LaRouche, das zehnte ihrer Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur näher zu erläutern, nämlich daß der Mensch von seinem Wesen her gut ist. Sie antwortete: „Wenn man mit einem großen Übel konfrontiert ist, braucht man Menschenliebe, und das ist das Schwierigste.“ Ohne diese Menschenliebe könne man keine Lösung finden, denn Wut setze die Vernunft außer Kraft. Der Mensch habe eine Fähigkeit zur unendlichen Selbstvervollkommnung, nicht nur des Geistes, sondern auch des Charakters.

Cheminade warf ein, die Resolution 377 werde oft mißverstanden als ein Mittel, um eine militärische Intervention auszulösen. Ihre eigentliche Wirksamkeit bestehe darin, einen Konsens der Weltgemeinschaft zu präsentieren und Israel zu isolieren, was zu Boykotten und einem Stopp der Waffenverkäufe führen und das Gewissen der Israelis berühren soll.

Ein Teilnehmer fragte, ob die Anerkennung eines palästinensischen Staates Israel abschrecken würde, da es bereits zahlreiche souveräne Staaten angegriffen habe. Speed betonte, wie wichtig es sei, auf die Vertreter bei der UN-Vollversammlung einzuwirken; das Schiller-Institut und die LaRouche-Organisation würden dort regelmäßig vertreten sein. Ramotar war sich sicher, daß Israel von seinem Handeln nicht ablassen werde, weil es die Chance sehe, mit Zustimmung der USA den Traum vom Großisrael zu verwirklichen. Er geißelte die Passivität der Regierungen der arabischen Länder: „Wir müssen sie beschämen!“

In ihren abschließenden Bemerkungen forderte Zepp-LaRouche alle auf, im Zusammenhang mit der UN-Vollversammlung Druck auf ihre Regierungen auszuüben. Die SCO-Konferenz habe ein neues Selbstbewußtsein des Globalen Südens gezeigt, und wir müßten die Bürger des Globalen Nordens und Westens davon überzeugen, endlich ihre Arroganz aufzugeben und mit der Globalen Mehrheit zusammenzuarbeiten.


Anmerkungen

1. https://english.www.gov.cn/news/202509/01/content_WS68b584acc6d0868f4e8f53c8.html

2. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/

3. https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/09/06/petition-die-nationen-des-westens-muessen-mit-der-neuen-weltordnung-kooperieren/


Internationale Friedenskoalition #119, 12. September 2025, 17.00 Uhr MEZ

Das jetzt erforderliche klare Denken

119. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das jetzt erforderliche klare Denken

12. September 2025
17.00 Uhr

Als Reaktion auf die jüngsten Weltereignisse rufen wir Sie und Ihre Organisationen auf, sich der Internationalen Friedenskoalition in einer wichtigen Diskussion anzuschließen.
Nehmen Sie teil mit Präsident Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana; Shakeel Ramay, politischer Ökonom und CEO des Asian Institute of Eco-civilization Research and Development; Prof. Fernando Garzon, Architekt, Stadtplaner und Vorsitzender der ecuadorianisch-palästinensischen Union; Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei Solidarität und Fortschritt (SP); Jonathan Kuttab, Mitbegründer von Non-violence International und Geschäftsführer von Friends of Sabeel North America; und Organisatoren aus der ganzen Welt, während wir auf unsere gemeinsame Mission hinarbeiten.
Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung.

Zur Anmeldung

In einer Situation extremer politischer Turbulenzen wie heute, in der die Welt zwei unterschiedliche Perspektiven hat und die Zivilisation selbst auf dem Spiel steht, ist es möglich, nicht nur zu überleben, sondern auch zu prosperieren – aber nur, wenn man klar denkt.

„Extreme Ereignisse“ wie die der letzten fünf Tage sollten nicht unbedingt auf separate Ursachen zurückgeführt werden. Gibt es beispielsweise eine zugrundeliegende Dynamik der folgenden Ereignisse: a) dem Versuch Israels, scheinbar ohne Wissen von US-Präsident Donald Trump, die Hamas-Unterhändler in Doha zu töten; b) dem Versuch, ohne Beweise zu behaupten, dass Russland Polen mit Drohnen angegriffen habe, und c) dem Versuch, durch die Ermordung eines Verbündeten Trumps, des Gründers und Vorsitzenden von Turning Point International, Charlie Kirk, die USA ins Chaos eines „Bürgerkriegs“ zu stürzen?

Executive Intelligence Review zeichnet sich dadurch aus, dass es über das „Sammeln von Informationen“ hinausgeht und „Intelligenz“ anwendet, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, unabhängig von Vorurteilen oder bestimmenden „analytischen Institutionen“. Schon der amerikanische Autor Edgar Allan Poe illustrierte in seiner Erzählung „A Descent Into the Maelstrom“ (Der Abstieg in den Maelstrom), wie wichtig es ist, sein Urteilsvermögen nicht in Einzelheiten untergehen zu lassen. Auf den ersten Blick vielleicht unzusammenhängende Ereignisse müssen als Ausdruck zugrunde liegender Prozesse untersucht werden. Nur das Verständnis der Vielfalt der zugrunde liegenden Prozesse kann die Mittel zur Aufdeckung der Wahrheit liefern.

Die Erklärung von Helga Zepp-LaRouche unter dem Titel: „Die Nationen des Westens müssen mit der neuen Weltwirtschaftsordnung kooperieren!“ für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur beschreibt, wie die zahlreichen Konferenzen der letzten Woche in Asien eine zunehmend konsolidierte neue Weltwirtschaftsrealität hervorgebracht haben – fokussiert auf den Pazifischen Ozean und potenziell die Arktis, und nicht mehr am transatlantischen NATO-System.

Indien, Russland und China mit insgesamt 3 Milliarden Einwohnern und einer weltweit einzigartigen Ressourcenkonzentration bilden den Dreh- und Angelpunkt (einschließlich Südkorea, Japan und Indonesien) der weltweit qualifiziertesten Arbeitskräfte und fortschrittlichsten Technologien. Wenn sich die Vereinigten Staaten diesem Prozess anschließen und das Kriegführen aufgeben, kann dies zum größten Zeitalter des Wohlstands in der Geschichte der Welt führen.

Auf eine andere, ernüchternde Weise verdeutlichte die Pekinger Militärparade zum Sieg über den Faschismus in Asien, der nicht durch die Atombombe errungen wurde, sondern durch das große Leid der 35 Millionen Chinesen und 27 Millionen Russen, die im Krieg starben, dieselbe Entschlossenheit, niemals wieder vor Faschismus zu kapitulieren.

Angesichts dieser neuen vielversprechenden Realität greift ein sterbendes Imperium zu Enthauptungsschlägen (Jemen, Libanon, Iran), Farbrevolutionen (Serbien, Republika Srpska, Georgien) und Sanktionen, einschließlich Zöllen. Die „besondere Beziehung“ zwischen Großbritannien und den USA könnte aber enden, wenn Trump eine neue Beziehung zu Russland und China verfolgt, und damit an Abraham Lincolns Politik des konstruktiven Engagements mit beiden Nationen als Verbündete gegen den Imperialismus anknüpft – im Gegensatz zu Churchills Politik von rassistischem, fortwährenden Krieg.

In diesem Sinne müssen Fragen zu zwei aktuellen „Extremereignissen“ untersucht werden:

Karoline Leavitt, Pressesprecherin von US-Präsident Trump, berichtete in Bezug auf den illegalen Angriff Israels auf Doha, dass die Vereinigten Staaten ihren Verbündeten Katar angerufen hätten, um das Land vor einem bevorstehenden Angriff Israels zu warnen: „Präsident Trump wies Sonderbeauftragten Witkoff sofort an, die Katarer über den bevorstehenden Angriff zu informieren, was dieser auch tat.“ Sie wurde jedoch schnell vom katarischen Premierminister Muhammed bin Abdulrahman Al Thani korrigiert: „Der Angriff erfolgte um 15:46 Uhr. Der erste Anruf eines amerikanischen Beamten erhielten wir um 15:56 Uhr, also 10 Minuten nach dem Angriff. Danach sprach Präsident Trump mit Seiner Hoheit dem Emir und erklärte, dass er den Angriff verurteile.“ Daraufhin veröffentlichte Trump folgenden Beitrag:

„Heute Morgen wurde die Trump-Regierung vom US-Militär darüber informiert, dass Israel die Hamas angreift, die sich leider in einem Teil von Doha, der Hauptstadt Katars, aufhält. Diese Entscheidung wurde von Premierminister Netanjahu getroffen, nicht von mir. Einseitige Bombardierungen in Katar, einem souveränen Staat und engen Verbündeten der Vereinigten Staaten, der sich sehr engagiert und mutig mit uns für den Frieden einsetzt, bringen weder Israel noch Amerika ihren Zielen näher.“

Der Wirtschaftsprofessor Jeffrey Sachs erklärte in einem Interview mit Judge Andrew Napolitano, dass die Israelis wie beim Angriff auf den Iran versuchten, die Verhandlungsführer zu töten, weil sonst Frieden ausbrechen könnte. Trump behauptet, er wusste nichts von dem, was über Wochen geplant werden musste – und es ist sehr gut möglich, dass er wirklich nichts davon wusste. Aber, stimmt das?

Als Reaktion auf die jüngsten Weltereignisse rufen wir Sie und Ihre Organisationen auf, sich der Internationalen Friedenskoalition in einer wichtigen Diskussion anzuschließen.
Nehmen Sie teil mit Präsident Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana; Shakeel Ramay, politischer Ökonom und CEO des Asian Institute of Eco-civilization Research and Development; Prof. Fernando Garzon, Architekt, Stadtplaner und Vorsitzender der ecuadorianisch-palästinensischen Union; Jacques Cheminade, Vorsitzender der französischen Partei Solidarität und Fortschritt (SP); Jonathan Kuttab, Mitbegründer von Non-violence International und Geschäftsführer von Friends of Sabeel North America; und Organisatoren aus der ganzen Welt, während wir auf unsere gemeinsame Mission hinarbeiten.
Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung.


Konkrete Maßnahmen für eine neue Ära

Nach den außergewöhnlichen Beschlüssen des SCO-Gipfels und den tiefgreifenden Schritten hin zu einem Paradigma des Friedens durch wirtschaftliche Entwicklung tritt die Welt in eine neue Zivilisationsära ein. Diese Veränderungen bieten den Menschen weltweit eine wertvolle Gelegenheit, auf die Schaffung einer neuen gerechten Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zu reagieren, damit jedes menschliche Leben mit Würde und Respekt behandelt wird. In diesem globalen Kontext skizzierte Professor Jeffrey Sachs in einem Artikel der Consortium News vom 6. September konkrete Maßnahmen, mit denen Führungskräfte, Organisationen und Vertreter eingreifen können, um den Völkermord zu beenden. Diese Forderungen sind im Folgenden zusammengefasst:

  • Beendigung aller wirtschaftlichen Handels-, Schifffahrts- und Flugverbindungen mit Israel, wie es kürzlich die Türkei getan hat.
  • Alle UN-Mitgliedstaaten, die dies noch nicht getan haben, sollten den Staat Palästina anerkennen.
  • Die arabischen Unterzeichnerstaaten des Abraham-Abkommens, Bahrain, Marokko, Sudan und die Vereinigten Arabischen Emirate, sollten ihre diplomatischen Beziehungen zu Israel aussetzen, bis die Belagerung des Gazastreifens beendet ist und der Staat Palästina in die UN aufgenommen wird.
  • Israel sollte aus der UN-Generalversammlung ausgeschlossen werden, wie es im Fall des südafrikanischen Apartheid-Regimes geschehen ist.
  • Die UN-Mitgliedstaaten sollten den Export aller technologischen Dienstleistungen, die den Krieg unterstützen (Amazon, Microsoft), einstellen, bis die Belagerung des Gazastreifens beendet ist und die Mitgliedschaft Palästinas in den Vereinten Nationen vom UN-Sicherheitsrat angenommen wird.
  • Gemäß der Resolution 377 „Uniting for Peace” sollte eine UN-Schutzmacht nach Gaza und in das Westjordanland entsandt werden. Sachs schreibt: „Normalerweise wäre es Aufgabe des UN-Sicherheitsrats, eine Schutzmacht zu entsenden, aber in diesem Fall werden die USA den Sicherheitsrat mit ihrem Veto blockieren. Es gibt einen anderen Weg.“

Darüber hinaus muss es einen Plan für den Wiederaufbau der gesamten Region geben, der reichlich Energie und Süßwasser erfordert. Der Oasenplan von Lyndon LaRouche aus dem Jahr 1975 wäre ein gutes Modell und würde zu einer realen Möglichkeit werden, wenn der Westen sein destruktives, kurzsichtiges Streben nach globaler Vorherrschaft aufgeben und mit der Globalen Mehrheit zusammenarbeiten würde, wie es im Appell des Schiller-Instituts auf der anderen Seite dieses Flugblatts vorgeschlagen wird. Wir ermutigen alle Organisationen, Führungskräfte und Vertreter, diese sofortigen Maßnahmen zu befolgen. Bitte schließen Sie sich dem internationalen Chor an, um eine Ära zu schaffen, in der wir wahren Frieden und Wohlstand für alle Menschen erreichen können.


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