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Austritt aus der NATO! Neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA erfordert neue Sicherheitsarchitektur

Die folgende Erklärung wurde vom Schiller-Institut zur sofortigen internationalen Verbreitung veröffentlicht. Sie wurde als Aufruf zum Handeln in diesen Zeiten des Wandels und neuer strategischer Möglichkeiten verfasst, und Einzelpersonen werden aufgefordert, sich ihr anzuschließen. Darüber hinaus werden Webseitenbetreiber und Zeitschriften aufgefordert, diesen Artikel ganz oder teilweise unter Angabe der Quelle „Schiller-Institut“ zu veröffentlichen.

Von Helga Zepp-LaRouche, 8. Dezember 2025

Obwohl die kürzlich veröffentlichte Nationale Sicherheitsstrategie (NSS) der USA von einigen führenden Kreisen in Europa mit einer Mischung aus Zähneknirschen, Wutanfällen und Verzweiflung aufgenommen wurde, sollte sie unter den gegebenen Umständen als nützlicher Auslöser einer längst überfälligen Krise betrachtet werden. Sie stellt einen Bruch mit der Sicherheitsdoktrin der Biden-Regierung hinsichtlich der Führungsrolle der USA in einer unipolaren Weltordnung zugunsten einer ausgewogeneren Politik gegenüber Russland dar. Gleichzeitig befürwortet sie jedoch die zum Scheitern verurteilte Strategie, China einzudämmen und insbesondere seine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern des Globalen Südens, vor allem in der westlichen Hemisphäre, zu unterbinden. Angesichts der heutigen Bedingungen einer finanziellen Kernschmelze des transatlantischen Systems hat das neue Dokument die Möglichkeit geschaffen, die eigenen Sicherheitsinteressen rational neu zu bewerten und die internationale Sicherheitsarchitektur neu zu gestalten.

Das Dokument verbietet ausdrücklich die weitere Expansion der NATO – damit ist ein Beitritt der Ukraine zur NATO faktisch vom Tisch, da die sogenannte „Koalition der Willigen“ eine solche Mitgliedschaft gegen den Willen der USA nicht durchsetzen kann. Damit ist im Prinzip auch das Konzept einer „Globalen NATO“ beendet, ebenso wie die diesbezügliche „Interoperabilität“ der EU mit dieser Globalen NATO natürlich entfällt.

Anstatt sich nur darüber zu echauffieren, daß man keinen „Rat von außen“ benötige, so Außenminister Wadephul, sollten die Europäer lieber den zugegebenermaßen unsanften Weckruf des NSS-Papiers ernst nehmen, daß der europäische Kontinent in 20 Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein werde, wenn sich die gegenwärtigen Trends des wirtschaftlichen Niedergangs fortsetzen. Es warnt sogar vor einer „zivilisatorischen Auslöschung“.

Der größte Fehler, den wir in Europa jetzt machen könnten, wäre eine arrogante Zurückweisung dieser Warnung, indem wir sie nur als weiteren Beweis der Unberechenbarkeit von Präsident Trump abqualifizieren. Denn die „zivilisatorische Auslöschung“ Europas droht nicht nur bei einer Fortsetzung der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik – massive Austerität in allen sozialen Bereichen zugunsten einer gewissenlosen Rüstungsindustrie -, diese Auslöschung droht sogar kurzfristiger bei dem absolut ebenso verantwortungslosen wie aussichtslosen Versuch, Rußland eine „strategische Niederlage“ beizufügen.

Die neue US-NSS bietet die dringend benötigte Gelegenheit, aus der NATO auszutreten, denn diese verfolgt eine Strategie, die mit den fundamentalen Sicherheitsinteressen Deutschlands schon seit geraumer Zeit nicht mehr übereinstimmt. Die NATO hat sich seit dem Ende des Kalten Krieges, als sie sich eigentlich genauso wie der Warschauer Pakt 1991 zugunsten einer damals absolut möglichen Friedensordnung für das 21. Jahrhundert hätte auflösen müssen, von einem vormals defensiven Verteidigungsbündnis in eine offensive Allianz verwandelt.

Das Faß zum Überlaufen brachte nun eine Ankündigung des ranghöchsten NATO-Militärs, dem Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses Admiral Giuseppe Cavo Dragone, als er in einem Interview eine „aggressivere Reaktion der NATO auf den Krieg in der Ukraine“ forderte. Denkbar sei auch ein „Präventivschlag“ der NATO gegen Rußland, der natürlich als „Verteidigungsmaßnahme“ zu verstehen sei. George Orwell läßt grüßen: „Angriff ist Verteidigung, Krieg ist Frieden!“

Präsident Putin antwortete mit unmißverständlicher Deutlichkeit: Rußland habe keinerlei Absicht, einen Krieg mit Europa zu beginnen; das habe er bereits hunderte Male betont. Sollte Europa allerdings selbst einen solchen Krieg auslösen, sei Rußland „sofort bereit“, und ein solcher Konflikt würde sehr schnell zugunsten Rußlands beendet, anders als bei dem „chirurgischen“ Vorgehen in der Ukraine. Noch direkter war der russische Politikwissenschaftler Sergej Karaganow in einem Interview mit Eva Peli am 30. Oktober in Moskau, in dem er konstatierte, wenn es in Europa zu einem großen Krieg kommt, werde Europa aufhören zu existieren.

Während zwischen der amerikanischen und der russischen Regierung ernsthafte Anstrengungen unternommen werden, den Krieg in der Ukraine auf dem Verhandlungsweg zu beenden, setzt die europäische „Koalition der Willigen“, bestehend aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen, den baltischen Staaten und der EU-Kommission, weiterhin darauf, Rußland eine „strategische Niederlage“ zuzufügen. Es muß jedem denkenden Menschen klar sein, daß dies gegenüber der inzwischen stärksten Nuklearmacht der Welt unmöglich ist, wenn man nicht zugleich das Ende der Menschheit in Kauf nehmen will.

Der ungarische Außenminister Szijjarto beschuldigt diese europäischen Kräfte nach dem jüngsten Treffen der NATO-Außenminister in Brüssel, sie versuchten, die Friedensbemühungen zu verhindern und Europa in einen Krieg mit Rußland hineinzuziehen. Der ungarische Ministerpräsident Orban warnte am Samstag in Kecskemet sogar, europäische Spitzenpolitiker hätten bereits beschlossen, gegen Rußland in den Krieg zu ziehen. Eine große ungarische Delegation werde in den kommenden Tagen Moskau besuchen.

Ungeachtet der Tatsache, daß man in Deutschland bei jeder Aussage über den Ukraine-Krieg das Mantra wiederholen muß, es handle sich um einen „unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Putins“, wenn man nicht als dessen Marionette bezeichnet werden will, besteht überall in den Staaten des Globalen Südens und unter amerikanischen Experten wie Jeffrey Sachs, John Mearsheimer, Ray McGovern, Chas Freeman und vielen anderen mehr die uneingeschränkte Auffassung, daß es die fünffache Ostausdehnung der NATO um 1000 km war – entgegen dem Versprechen am Ende des Kalten Krieges, die NATO „keinen Zoll“ nach Osten auszudehnen -, die den Krieg ausgelöst hat. Anfang 2022 war mit offensiven Waffensystemen in der Nähe der russischen Grenze faktisch eine umgekehrte Kuba-Krise entstanden, und Putins Appelle nach rechtlich bindenden Sicherheitsgarantien wurden schlichtweg ignoriert.

Der Krieg hätte schon im März 2022 mit dem Istanbul-Abkommen zwischen Putin und Selenskyj zu Ende kommen können, was bekanntermaßen von Boris Johnson sabotiert wurde. Jetzt nach fast vier Jahren zermürbendem Krieg und dem Verlust von Millionen Menschen ist nicht mehr zu leugnen, was der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Harald Kujat, mehrfach betont hat: daß die Ukraine zu keinem Zeitpunkt in der Lage gewesen sei, die strategische Lage zu wenden – und jetzt schon gar nicht, wo ganze Frontabschnitte zusammenbrechen, Frontsoldaten und zwangsrekrutierte Ukrainer scharenweise desertieren und international Militärexperten darüber offen diskutieren, daß der Krieg verloren ist. Wenn der ranghöchste NATO-Offizier jetzt von Präventivschlägen spricht, ist dies im höchsten Maße verantwortungslos und kommt einem Aufruf zum kollektiven Selbstmord gleich.

In den beinahe vier Jahren, in denen dieser Zermürbungskrieg stattfindet, haben weder die EU-Kommission noch die europäischen Staatschefs auch nur ein einziges Mal den Versuch unternommen, den Krieg auf dem Verhandlungsweg zu beenden. Im Gegenteil, als eine diplomatische Lösung zwischen Putin und Selenskyj im März 2022 mit der Istanbul-Vereinbarung praktisch schon vereinbart war, haben Europa, und damals natürlich Biden, kommentarlos zugesehen, wie diese Chance von Boris Johnson hintertrieben wurde. Und jetzt, wo die berechtigte Aussicht besteht, daß der Krieg von Trump und Putin beendet und das Verhältnis zwischen den beiden größten Atommächten normalisiert werden kann, redet die NATO von Präventivschlägen!

Die NATO ist kein atlantisches Verteidigungsbündnis mehr, sondern versteht sich als militärischer Arm, um die nach dem Ende des Kalten Krieges angestrebte unipolare Weltordnung zu verteidigen. Doch diese ist längst abgelöst durch die Partnerschaft zwischen den Staaten des Globalen Südens, die sich nicht länger den imperialen und kolonialen Strukturen des kollektiven Westens unterwerfen wollen, sondern mit ihren Organisationen BRICS und SCO eine neue Weltwirtschaftsordnung bauen, die auf Souveränität und gegenseitige gleichberechtigte Entwicklung aufgebaut ist. Wir dürfen diese neue Weltordnung, die 500 Jahre Kolonialzeit zu Ende bringt und es den Nationen der Globalen Mehrheit zum ersten Mal erlaubt, Armut und Unterentwicklung zu überwinden, nicht bekämpfen, sondern wir müssen mit diesen Staaten kooperieren und damit ein neues Kapitel in der Menschheitsgeschichte aufschlagen!

In diesen Zeiten eines epochalen Wandels haben mehrere regionale Krisen das Potential, zu einem großen Krieg zu eskalieren. Zu der nach wie vor andauernden Katastrophe im Nahen Osten ist seit kurzem noch eine neue, hochgradig gefährliche Eskalation zwischen Japan und China dazugekommen. Nachdem jetzt Premierministerin Takaichi die völkerrechtlich unbestreitbare Ein-China-Politik in Frage und sogar eine militärische Intervention Japans in Taiwan in den Raum gestellt hat, wächst im gesamten indopazifischen Raum die Sorge vor dem erneut erwachten Militarismus in Japan, der dem in Europa ganz genau gleicht und die furchtbarsten Erinnerungen an das gemeinsame Vorgehen der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg wachruft, das 27 Millionen Tote in der Sowjetunion und 35 Millionen Tote in China zu verantworten hat.

Wenn wir auch nur irgendetwas aus den beiden Weltkriegen gelernt haben, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, da anzuknüpfen, wo wir am Ende des Kalten Krieges die falsche Abzweigung genommen haben.

Damals gab es keinen Gegner mehr, man hätte also sehr einfach eine neue internationale Friedensordnung errichten können. Heute, 35 Jahre später, ist der völlige Irrtum der ebenso arroganten wie kurzlebigen Prognose des „Endes der Geschichte“ unübersehbar, ebenso wie der enorme Bumerangeffekt, den der Versuch hatte, eine unipolare Weltordnung zu errichten.

Deutschland muß seinen Austritt aus der NATO bekanntmachen und gleichzeitig eine neue Konferenz in der Tradition des Westfälischen Friedens einberufen, bei der eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur erarbeitet wird, die die Interessen einer jeden Nation auf diesem Planeten berücksichtigen muß.

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat mit seiner Globalen Governance-Initiative bereits einen ähnlichen Ansatz vorgeschlagen. Ebenso hat Präsident Putin die Idee einer eurasischen Sicherheitsarchitektur ins Gespräch gebracht. Hoffnung gibt auch, daß in Deutschland junge Menschen an einem Schulstreik gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht teilnehmen, weil sie weder Lust haben, in einem Krieg als Kanonenfutter zu dienen, noch auf Menschen in fremden Ländern zu schießen.

Wir sind an einem Punkt in der Universalgeschichte der Menschheit angekommen, an dem wir nicht nur ein halbes Jahrtausend Kolonialismus hinter uns lassen müssen, sondern auch die Geisteshaltung, der wir zwei Weltkriege im 20. Jahrhundert zu verdanken haben: die Geopolitik. Wir müssen die barbarische Vorstellung, wir bräuchten immer einen Feind und der Mensch sei des Menschen Wolf, wie Thomas Hobbes als Ideologe des Britischen Empire behauptete, ein für alle Mal hinter uns lassen. Genau dieses barbarische Menschenbild kommt in dem Werbevideo der NATO From Foresight to Warfight zum Ausdruck, in dem es heißt: „Krieg wird immer eine wesentliche menschliche Bestrebung bleiben, die Manipulation der Emotionen und des Verständnisses wird genauso wichtig wie die militärische Verhinderung des Zugangs zu unseren Territorien, der menschliche Geist an sich wird das eigentliche Schlachtfeld sein…“

Wer dieses Video anschaut und nicht dieser kranken Weltanschauung eine Absage erteilen will, der hat den Kampf um seinen eigenen Geist bereits verloren. Wir sind die einzige bekannte Gattung im Universum, die mit kreativer Vernunft ausgestattet ist, und die gilt es jetzt einzusetzen, indem wir die Idee der einen Menschheit voranstellen, wenn wir uns eine neue Ordnung geben.

zepp-larouche@eir.de


Internationale Friedenskoalition #131, 05.12.2025, 17.00 Uhr

Ein neues System im Einklang mit den Naturgesetzen

131. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Ein neues System im Einklang mit den Naturgesetzen

05. Dezember 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Lassen Sie uns Krieg zu einem überholten Gedanken der Vergangenheit machen. Schliessen Sie sich diesen Freitag, 17.00 Uhr der Internationalen Friedenskoalition mit führenden Friedensaktivisten aus der ganzen Welt an.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Der neunte Punkt von Helga Zepp-LaRouches Zehn Prinzipien lautet: „Um die Konflikte zu überwinden, die sich aus den Meinungsverschiedenheiten ergeben, mit denen die Imperien die Kontrolle über ihre Untergebenen aufrechterhalten haben, muss die wirtschaftliche, soziale und politische Ordnung mit der Gesetzmäßigkeit des physischen Universums in Einklang gebracht werden. In der europäischen Philosophie wurde dies als das Sein im Einklang mit dem Naturrecht diskutiert, in der indischen Philosophie als Kosmologie, und in anderen Kulturen lassen sich entsprechende Begriffe finden.“

Gerade weil es nicht im Einklang mit dem Naturgesetz steht, bricht das System der Geopolitik zusammen – einschließlich seines parasitären militärisch-industriellen Komplexes, seines zerfallenden Finanzsystems und seines menschenfeindlichen Bedürfnisses nach einem Feindbild. Dies zeigte sich am 3. Dezember beim Treffen der NATO-Außenminister in Brüssel. Dort überboten sich die Führer der europäischen „Koalition der Willigen“ darin, Wladimir Putin als Gegner des Friedens anzuprangern und zu beklagen, dass der durchgesickerte Friedensplan der Vereinigten Staaten „frustrierend“ sei (so der finnische Präsident Alexander Stubb). Gleichzeitig versprachen sie, die Ukraine auf dem Schlachtfeld bis zum letzten Ukrainer zu unterstützen.

„Sie sind immer noch besessen von der Idee, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen“, bemerkte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dazu. 15 der 19 EU-Mitgliedstaaten haben gerade noch mehr Geld für Waffen für die Ukraine zugesagt – finanziert durch Kredite – und einen selbstmörderischen Plan aufgestellt, um die russischen Gasimporte bis 2027 vollständig zu beenden. „Dies wird nur den Prozess der letzten Jahre beschleunigen, nämlich dass die europäische Wirtschaft ihr Führungspotenzial verliert“, so Peskow.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat geradeveröffentlicht, der eine Wirtschaft im freien Fall beschreibt. „Der Wirtschaftsstandort befindet sich in seiner historisch tiefsten Krise seit Bestehen der Bundesrepublik, doch die Bundesregierung reagiert nicht entschlossen genug“, schrieb BDI-Präsidenet Peter Leibinger. „Die deutsche Industrie steht am Ende des Jahres 2025 vor einem dramatischen Tiefpunkt.“

Der stellvertretende Vorsitzende der russischen Staatsduma, Michail Scheremet, brachte es auf den Punkt: „Es ist höchste Zeit, dass die NATO ihre rücksichtslosen Drohgebärden einstellt und aufhört, den verarmenden europäischen Steuerzahlern Milliarden aus der Tasche zu ziehen.“

Unterdessen nehmen die Spannungen in Ostasien zu. Eine Karikatur in der Global Times zeigt die japanische Premierministerin Sanae Takaichi, wie sie ein Bündel Dynamit mit der Aufschrift „NATO-isierung des asiatisch-pazifischen Raums“ in Richtung Asien schiebt. In einer Erklärung des chinesischen Außenministeriums zur 20. Runde der strategischen Sicherheitskonsultationen zwischen China und Russland am Dienstag wird auf den „hohen Grad an Übereinstimmung“ zwischen den beiden Ländern „in Fragen, die Japan betreffen“ hingewiesen und erklärt, dass beide Seiten sich darin einig sind, „den Versuchen des Faschismus und des japanischen Militarismus, ein Comeback zu feiern, entschlossen entgegenzutreten“.

Die Lage in der Karibik ist nicht besser, obwohl der Druck auf US-Kriegsminister Pete Hegseth von allen Seiten wächst, was den möglicherweise als Kriegsverbrechen zu wertenden Doppelangriff betrifft, bei dem Überlebende eines Angriffs auf ein mutmaßliches Drogenboot am 2. September getötet wurden. Die Kriegsplanung geht weiter, nachdem US-Präsident Donald Trump in einer Kabinettssitzung am 2. Dezember verkündet hat, dass Landoperationen in Venezuela und möglicherweise Kolumbien „sehr bald“ beginnen würden.

Diese beiden schwelenden Konflikte, die jeden Moment ausbrechen könnten, offenbaren die Strategie des Imperiums: Wenn der eine Krieg zu Ende zu gehen droht, schürt man die Flammen der anderen. Keiner dieser Konflikte ist eine Sache für sich. „Man kann diese Krisen nicht einzeln betrachten“, sagte Zepp-LaRouche in ihrem internationalen Webcast vom 3. Dezember. „Man muss über die zugrunde liegenden Axiome nachdenken und diese Denkfehler korrigieren, wenn man eine Katastrophe vermeiden will.“

Es gibt also nur einen Ansatz, um nicht nur einen Konflikt, sondern alle Konflikte zu beenden: „Ich denke, wir brauchen ein anderes Konzept. Deshalb habe ich seit Beginn der sogenannten Sondermilitäroperation in der Ukraine die Idee vorangetrieben, dass wir eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur brauchen, die unbedingt die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten berücksichtigen muss. Deshalb hat der Westfälische Frieden funktioniert; deshalb hat Versailles nicht funktioniert, weil in den Verhandlungen von Versailles und im Pariser Vertrag von 1919 die Sowjetunion, China und Deutschland ausgeschlossen wurden und es daher nur ein Sprungbrett zum Zweiten Weltkrieg war. Wenn wir etwas aus der Geschichte gelernt haben, dann sollten wir verstehen, dass es nur eine inklusive Sicherheit für alle geben kann, oder es wird für niemanden Sicherheit geben.“

Hier können Sie den aktuellen deutschsprachigen webcast mit Helga Zepp-LaRouche sehen: BDI warnt – deutsche Industrie im freien Fall

Lassen Sie uns Krieg zu einem überholten Gedanken der Vergangenheit machen. Schliessen Sie sich diesen Freitag, 17.00 Uhr der Internationalen Friedenskoalition mit führenden Friedensaktivisten aus der ganzen Welt an.


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Aufrüstung wird die kollabierenden EU-Wirtschaften nicht retten, 03.12.2025, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Heute Nachmittag soll der Sonderbeauftrage des US-Präsidenten Steve Witkoff in Moskau mit Präsident Wladimir Putin zusammentreffen, um Bedingungen zu bestätigen, die als Grundlage für eine Beilegung des Ukraine-Konflikts dienen können. Dies folgt auf das gestrige vierstündige Treffen zwischen US-Führungskräften und der ukrainischen Delegation unter der Leitung von Rustem Umerow, dem Vorsitzenden des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, das in Witkoffs Golf- und Wohnclub in Florida stattfand. Es gibt noch keine endgültige Entscheidung oder Lösung für den Erfolg oder Misserfolg dieses Prozesses der US-Beteiligung an den Gesprächen, aber der Prozess ist wertvoll, und die Realität hat eine Art, einzugreifen. …

Es hat keinen Sinn, Prognosen darüber anzustellen, wann genau und was zu einem bestimmten Zeitpunkt in diesem diplomatischen Prozess geschehen wird, der dennoch nützlich ist, vor allem wegen des sich durchsetzenden Realitätskontexts. Die Ukraine kann die tödlichen Verluste, die sie erleidet, weil sie von den westlichen geopolitischen Interessen als Stellvertreter gegen Russland benutzt wird, nicht weiter hinnehmen. Das ist die Realität. Von der Ukraine zu verlangen, den Krieg fortzusetzen, wenn eine Lösung gefunden werden kann, ist unmoralischer Wahnsinn.

Genau das wurde heute in Brüssel auf der Tagung des EU-Rates für Auswärtige Angelegenheiten (Verteidigung) gezeigt: unmoralischer Wahnsinn. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, hielt eine verrückte Rede darüber, dass Europa die Ukraine weiterhin mit aller Kraft unterstützen und darüber hinaus selbst weiter aufrüsten und sich gegen Russland wappnen müsse. Sie prahlte, Europa habe bereits 187 Milliarden Dollar für die Ukraine bereitgestellt und müsse diese Unterstützung fortsetzen. Sie rühmte die Niederlande dafür, dass sie den Bau eines Waffenproduktions-Zentrums in der Ukraine angekündigt haben. Sie lobte die spezifischen Kriegsvorbereitungs -Programme der EU, die „Roadmap zur Verteidigungsbereitschaft“ und das „Militärische Mobilitätspaket“.

Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone (Italien), ging sogar noch weiter. In einem Interview mit der Londoner Financial Times am 1. Dezember sagte Admiral Dragone, dass sogar ein Präventivschlag gegen Russland zu den vielen Dingen gehört, über die die NATO nachdenkt. Obwohl er als Finte sagte, ein solcher Schlag sei „weiter von unserer normalen Denk- und Verhaltensweise entfernt“, stellte Dragone diese Möglichkeit dennoch eindeutig als eine günstige Option dar.

Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller-Instituts, verurteilte heute diesen Wahnsinn unter den „europäischen Spitzenpolitikern“ und erklärte: „Wir werden von Verrückten regiert.“ Sie charakterisierte die Weltlage mit den Worten: „Wir haben ein strategisches Bild von maximaler Spannung, Gefahren und Potenzialen“, und die Situation „erfordert unser Eingreifen“.

Die Aktionen der NATO kann man als „institutionalisierten Wahnsinn“ bezeichnen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte traf sich heute anlässlich des Treffens der EU-Außenminister mit Kallas und unterstützte ihre wahnwitzigen Äußerungen. Darüber hinaus sprach Rutte am 1. Dezember in einem 20-minütigen Telefonat mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi und versprach eine globale Erweiterung der NATO. Takaichis Büro veröffentlichte anschließend eine Erklärung, in der es hieß: „Takaichi betonte, die Sicherheit des euro-atlantischen Raums und des indopazifischen Raums seien untrennbar miteinander verbunden und die Zusammenarbeit zwischen Japan und der NATO sowie zwischen der NATO und der IP4 (Japan, Australien, Neuseeland, Republik Korea) sei von strategischer Bedeutung. Generalsekretär Rutte unterstützte diese Ansichten, und beide Politiker kamen überein, gemeinsam daran zu arbeiten, unsere Kooperationsbeziehungen durch konkrete Zusammenarbeit auf eine neue Ebene zu heben …“

Zepp-LaRouche ging in einem Interview mit der China Media Group, das am 1. Dezember auf CGTN ausgestrahlt wurde, hart mit der NATO ins Gericht. Sie identifizierte die Erweiterung der NATO als die grundlegende Ursache für den Ukraine-Konflikt und zeichnete dann ein umfassendes Bild. „Obwohl die NATO behauptet, ihre ursprüngliche Absicht sei friedlich gewesen, wird das sogenannte ,friedliche Verhalten‘ der NATO nach den militärischen Interventionen in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen und anderen Ländern unhaltbar.“

Sie wies auf die Lösung hin, die sich an Europa richtete, aber universell anwendbar ist. „Insgesamt denke ich, dass wir in Europa einen Wandel in der Denkweise erreichen müssen. Denn wo immer man hinschaut, ob in Venezuela, im Nahen Osten oder in der Ukraine – alle diese Konflikte wären viel leichter zu lösen, wenn die westlichen Länder ihre Denkweise ändern, sich der Zusammenarbeit mit den Ländern des Globalen Südens und der globalen Mehrheit zuwenden und zur Diplomatie zurückkehren würden.“

Beachten Sie, dass zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels heute Abend eine Sitzung im Weißen Haus stattfindet, die von Präsident Donald Trump einberufen wurde, um ihm „Optionen“ für weitere Maßnahmen in der Karibik gegen Venezuela vorzulegen. Angesichts der bekannten Haltung seiner Berater, die auf brutale Gewalt setzen, sind die Aussichten düster.

Es ist an der Zeit, alle Arten von Interventionen zugunsten von Vernunft und Diplomatie auszuweiten, nicht zugunsten von Krieg. Das wöchentliche Treffen der Internationalen Friedenskoalition, das der internationalen Zusammenarbeit dient, findet am 5. Dezember 17.00 Uhr statt.


Zepp-LaRouche kritisiert im Interview mit China Media Group die NATO und fordert Zusammenarbeit zwischen Europa und dem globalen Süden

1. Dezember 2025 (EIRNS) – In einem Interview mit der China Media Group bezeichnete Helga Zepp-LaRouche die Erweiterung der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) als die grundlegende Ursache für den Konflikt.

„Denen ist vollkommen klar, dass der Ukraine-Krieg das Resultat der Osterausweitung der NATO und der Installation von offensiven Waffensystemen an der Grenze von Russland war, so dass die Warnzeit sich vielleicht bis auf fünf Minuten reduziert. Und das ist – das hat Russland immer wieder gesagt – von ihrem nationalen Sicherheitsinteresse her inakzeptabel“, sagte Zepp-LaRouche.

Sie erklärte, der Ausbruch des Konflikts hänge mit tiefgreifenden Faktoren wie Geopolitik, Sicherheitsbedenken sowie historischer und kultureller Identität zusammen. Die Osterweiterung der NATO, die sich allmählich Russland nähert, hat die Sicherheitsbedenken Russlands verstärkt, insbesondere angesichts der Aktionen der NATO in Regionen wie dem Nahen Osten in den letzten Jahrzehnten, die viele Länder in Unruhen gestürzt haben.

Obwohl die NATO behaupte, ihre ursprüngliche Absicht sei friedlich gewesen, müsse man diese sogenannten „friedlichen Absichten“ nach den militärischen Interventionen in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen und anderen Ländern bezweifeln. „So friedlich war die NATO ja wiederum nicht“, sagte Zepp-LaRouche.

Europa müsse seine Denkweise ändern und den Russland-Ukraine-Konflikt auf diplomatischem Wege lösen, anstatt wie derzeit die militärische und finanzielle Unterstützung für die Ukraine kontinuierlich zu erhöhen, was nicht zur Lösung des Konflikts beitrage.

„Generell denke ich, wir müssen es schaffen, in Europa ein Umdenken zu erreichen, denn alle Konflikte – egal, wo man hinschaut, ob in Venezuela, im Nahen Osten oder in der Ukraine –, all diese Konflikte wären sehr einfach zu lösen, wenn es im Westen ein Umdenken gäbe, mit den Staaten des Globalen Südens und der globalen Mehrheit zu kooperieren und zur Diplomatie zurückzukehren“, sagte sie.


Internationale Jugendkonferenz des Schiller-Instituts, 14. Dezember 2025

Junge Menschen der Welt, vereinigt euch!


Internationale Online-Jugendkonferenz
Sonntag, 14. Dezember 2025
Auf Zoom
Panel 1 15:00 – 17:30 Uhr
Panel 2 18:30–21:00 Uhr


Anmeldung am Ende der Seite

Am 8. November 2025 versammelten sich engagierte Bürger und junge Menschen aus aller Welt zu einer Konferenz in Paris, um ihre Vision von der Zukunft der Welt und ihre Lösungen für den Frieden darzulegen und den Stimmen Afrikas, der Länder der Globalen Mehrheit und aller anderen Nationen Gehör zu verschaffen, die für die wahre Emanzipation der Völker, für Frieden, Solidarität und Fortschritt für alle kämpfen.

Junge Menschen aus Südafrika, der Elfenbeinküste, Niger, der Demokratischen Republik Kongo, Kenia, Uganda, Nigeria, Brasilien, Mexiko, den Vereinigten Staaten und ganz Europa haben somit ihre Stimmen vereint, um eine internationale Bewegung ins Leben zu rufen, die eine neue Entwicklungs- und Sicherheitsarchitektur etabliert. Hier können Sie sich die gesamte Konferenz ansehen.

Finanzspekulation muss durch eine produktive Wirtschaft, Krieg durch eine für alle Seiten vorteilhafte Entwicklung und der Kampf der Kulturen durch einen Dialog der Kulturen ersetzt werden, in dem jeder das Beste seiner Geschichte und Kultur mit anderen teilt.

Während die NATO und der militärisch-finanzielle Komplex die Welt mit einem dritten Weltkrieg bedroht, wird in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, in Palästina und anderswo Blut vergossen. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leben von weniger als 2 Dollar pro Tag, ohne Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Wasser oder Strom.

Es ist an der Zeit, Großprojekte zur Entwicklung der Welt zu starten, wie es das Schiller-Institut mit seinem Weltlandbrücken-Projekt vorschlägt, das alle Kontinente durch Entwicklungskorridore miteinander verbindet, die es jedem Land und jedem Menschen auf diesem Planeten ermöglichen, in Würde zu leben.

• Das Transaqua-Projekt zur Rettung des Tschadsees, indem ein großer Kanal aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo durch die gesamte zentralafrikanische Region gebaut wird und dadurch einen großen Entwicklungsschub bewirkt.
• Das Projekt „Agenda 2063” der Afrikanischen Union, das u.a. vorsieht, alle afrikanischen Hauptstädte mit Hochgeschwindigkeitszügen zu verbinden.
• Das Projekt „Bi-Ozeanischer Korridor” in Iberoamerika, von dem sieben der zwölf Länder Südamerikas profitieren werden.
• Der Beringstraßentunnel, der Russland mit den Vereinigten Staaten verbindet, wurde kürzlich diskutiert und könnte die Spannungen zwischen den beiden Ländern beenden.


Und viele andere Projekte.

Junge Menschen auf der ganzen Welt fordern eine solche Entwicklungspolitik, fordern ein Ende des Neokolonialismus und wollen eine bessere Welt. Wie der Dichter Shelley sagte: „In solchen Zeiten kommt es zu einer Häufung der Fähigkeit, leidenschaftliche Gedanken über Mensch und Natur aufzunehmen und mitzuteilen…”

Am 14. Dezember findet eine neue internationale Konferenz über Zoom statt. Noch mehr junge Menschen aus aller Welt werden daran teilnehmen und jeder kann dazu beitragen, die Voraussetzungen für dieses neue Paradigma zu schaffen. Melden Sie sich zur Teilnahme an!
Junge Menschen der Welt, vereinigt euch!


Optimismus ist das Gesetz des Universums

Bericht vom 130. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC).

Am 28. November fand die 130. wöchentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, eröffnete sie mit einem Überblick über die weltweiten Turbulenzen in Konfliktgebieten wie der Ukraine, Gaza, Venezuela sowie dem sich abzeichnenden Konflikt zwischen Japan und China. Sie begrüßte, daß der pensionierte deutsche General Harald Kujat Großbritannien, Frankreich und Deutschland aufgefordert hat, den amerikanischen 28-Punkte-Vorschlag zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu unterstützen. Präsident Trumps Regierung sei gespalten: Der Sonderbeauftragte Steve Witkoff sei für Diplomatie, Außenminister Marco Rubio lehne den Friedensvorschlag ab. Diejenigen, die auf einen Regimewechsel in Rußland setzen, „sollten sich das zweimal überlegen“, denn Präsident Putin genieße die Unterstützung der Bevölkerung und sei ein „unglaublich geduldiger und diplomatisch orientierter“ Mensch, den man als Verhandlungspartner bevorzugen sollte.

In Bezug auf Gaza sei die Politik der USA weiterhin katastrophal, auch wenn elf Senatoren nun eine Untersuchung der israelischen Kriegsverbrechen fordern.

Zepp-LaRouche verurteilte einige der jüngsten Schritte Trumps, darunter sein Vorhaben nach dem Angriff auf zwei Nationalgardisten in Washington, die Einwanderung aus allen Ländern der Dritten Welt dauerhaft auszusetzen, sowie seine haltlosen Behauptungen über die „Verfolgung von Weißen“ in Südafrika, weshalb das Land nicht zum G20-Gipfel 2026 in Miami eingeladen werde. Trump hat auch das Visum für die ehemalige südafrikanische Außenministerin Naledi Pandor widerrufen, die bei Veranstaltungen der IPC und des Schiller-Instituts gesprochen hat.

Grund zur Hoffnung sei Präsident Putins Initiative für eine neue strategische Architektur, die er nicht als Herausforderung für den Westen verstehe, sondern als Blaupause für eine polyzentrische Weltordnung, die auf Ausgewogenheit beruht und in Organisationen wie der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und den BRICS verankert ist. Putins Formulierung stimme im wesentlichen mit ihrem eigenen Vorschlag1 für eine neue strategische Architektur und mit Xi Jinpings Initiativen für Globale Sicherheit und Globale Governance überein.

Eine dauerhafte Lösung für Südwestasien

Richard Falk, emeritierter Professor für internationales Recht an der Princeton University, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und 2008-14 UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in den Palästinensischen Gebieten, betonte zunächst, Zepp-LaRouches Ausführungen „stimmen sehr gut mit meiner eigenen Weltanschauung überein“. Falk berichtete über die Tätigkeit des Gaza-Tribunals2, eine „wichtige Initiative der Zivilgesellschaft“ als Reaktion auf das Versagen der UNO und internationaler Organisationen, die Urteile des Internationalen Gerichtshofs (IGH) nicht umsetzen. Diese Organisationen könnten sich gegen die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs nicht durchsetzen, deshalb seien Organisationen wie die UNO gelähmt. Das Vetorecht gewähre den mächtigsten Staaten eine Ausnahme vom Völkerrecht, und das „hat das Versprechen ‚Nie wieder‘ nach dem Holocaust ad absurdum geführt“. Die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrats zu Gaza beweise eine schockierende Gleichgültigkeit gegenüber allem, was den Palästinensern angetan wurde, es sei „eine Täuschung der Geopolitik und rohen Machtpolitik“. Ähnliche Verachtung äußerte er für Trumps Friedensplan für Gaza.

Botschafter Abdullah Schawesch von der Botschaft des Palästinensischen Staates in Neu-Delhi erklärte, Sympathie für die Palästinenser sei gut, aber „wir müssen die Realität vor Ort verändern… Jeder auf der Welt kann etwas bewegen.“ So könnten Einzelpersonen den Boykott israelischer Unternehmen und Institutionen unterstützen.

Zepp-LaRouche antwortete, wir müßten weiter für den wirtschaftlichen Aufbau Südwestasiens mit dem Oasenplan3 kämpfen und ein internationales Publikum dafür gewinnen. Um die Menschen zu bewegen, müsse man eine hoffnungsvolle Vision für die Zukunft vorstellen. Alle Krisen, über die wir diskutieren, „sind nur Symptome des Zusammenbruchs der Ordnung der letzten 500 Jahre“, deshalb könnten die regionalen Krisen ohne eine neue strategische Architektur für die Welt nicht gelöst werden.

John Steinbach, Koordinator des Hiroshima-Nagasaki-Friedenskomitees aus Washington, lobte Prof. Falks Rolle in der Geschichte. Einige US-Neokonservative forderten den Einsatz taktischer Atomwaffen, das sei eine verantwortungslose, wahnsinnige Politik. Steinbach schloß sich Falks Ablehnung von Trumps sogenanntem Friedensplan an, das sei ein Plan für ein „isoliertes Konzentrationslager innerhalb eines großen Konzentrationslagers“. Die israelische Politik werde heute von den Anhängern der Rechtsextremen Meir Kahane und Baruch Goldstein gelenkt.

Falk stimmte in seiner Antwort auf Steinbach und Zepp-LaRouche zu, daß wir einen neuen Rahmen für die globale Sicherheit, eine „neue Architektur” brauchen.

Rückkehr zur Bankentrennung

Der Iberoamerika-Redakteur von EIR, Dennis Small, hatte eine gute Nachricht: „Es gibt einen klaren wirtschaftlichen Weg zur Lösung der zugrunde liegenden Probleme.” Diese Lösung sei die Rückkehr zur Bankentrennung, dem Glass-Steagall-Standard von 1933. In den USA entfalle heute der Großteil der Finanzderivate auf nur vier Großbanken. Die Federal Reserve rette diese Banken durch Liquiditätspumpen (Quantitative Lockerung), ohne nützliche Bankaktivitäten zu fördern. Ihre Einlagen seien weit größer als die von den Banken vergebenen Kredite, und die wenigen Kredite, die tatsächlich vergeben werden, flössen nicht in die produktive Wirtschaft, sondern in immer mehr Derivatspekulation.

Small beschrieb, wie das mexikanische Bankensystem von der Wall Street und der Londoner City gesteuert wird und wie die Chicagoer Warenbörse als globales Nervenzentrum für den Derivathandel dient. Im Gegensatz dazu reguliere die chinesische Regierung den Finanzsektor, um sicherzustellen, daß fast sämtlicher Kredit in die reale Produktion fließt. Er schloß mit der Feststellung, zur Rettung unseres Bankensystems müßten wir Derivate im Wert von über 2 Billiarden Dollar abschreiben.

Alberto Vizcarra aus Mexiko, Berater der Nationalen Front zur Rettung der Mexikanischen Landwirtschaft, analysierte die Auswirkungen der Finanzspekulation auf den mexikanischen Agrarsektor. Proteste und Aktionen der Landwirte, wie die Blockade wichtiger Autobahnen in 17 Bundesstaaten Mexikos, hätten die Regierung dazu bewegt, mit Veränderungen der Mechanismen zu beginnen, die die mexikanischen Bauern unterdrücken. Die BRICS-Gruppe schlage als Alternative zur Macht der Chicagoer Warenbörse eine internationale Zusammenarbeit der Erzeuger vor.

Diskussion

Ein Teilnehmer aus Nigeria fragte Zepp-LaRouche, was man in Afrika gegen den Schmuggel von Material für den Bau von Atomwaffen tun könne, und stellte auch die allgemeinere Frage, wie man die globale Krise lösen kann. Zepp-LaRouche antwortete, die Bekämpfung des Schmuggels sei Sache der Regierungen, vielleicht könnten diese ein regionales Sicherheitsabkommen schließen, um das Problem zu lösen. Zu der allgemeineren Frage wiederholte sie, wir befänden uns in einer Übergangsphase von der zusammenbrechenden alten Ordnung zu etwas Neuem, und „wir müssen viel mehr über die Prinzipien der neuen Ordnung diskutieren“.

Small kam auf die Frage zurück, wie man sich eine bessere Zukunft vorstellen und aufbauen kann, indem man die menschliche Kreativität nutzt, die mit einer natürlichen Entwicklung hin zu höheren Ordnungsprinzipien im Einklang steht. „Optimismus ist das Gesetz des Universums!“ Er verwies dazu auf Lyndon LaRouches „Vier Gesetze“.4 Es gebe einen Ausweg aus den heutigen Turbulenzen, und wir müßten unsere Mitbürger überzeugen, sich für diesen Ausweg zu entscheiden.

            eir

Anmerkungen

1. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/

2. https://gazatribunal.com/

3. https://schillerinstitute.com/de/blog/2024/02/14/petition-unterstuetzung-des-larouche-oasenplans-fuer-frieden-und-entwicklung-in-suedwestasien/

4. https://www.solidaritaet.com/neuesol/2014/25/larouche-gesetze.htm


Internationale Friedenskoalition #130, 28.11.2025, 17.00 Uhr

Geschichte ist kein Zuschauersport

130. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Geschichte ist kein Zuschauersport

28. November 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Schliessen Sie sich die Freitag der Internationalen Friedenskoalition mit Richard Falk, emeritierter Professor für internationales Recht an der Princeton University, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten von 2008 bis 2014; Dr. Alexander Bobrov aus Russland (Doktor der Geschichte, Leiter der Abteilung für Diplomatische Studien am Institut für Strategische Studien und Prognosen der RUDN-Universität), der bei unserem Rundtischgespräch zur Beringstraße gesprochen hat; Alberto Vizcarra aus Mexiko (Berater der Nationalen Front zur Rettung der mexikanischen Landwirtschaft); Dennis Small (EIR-Redakteur für Iberoamerika) an.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

„Je näher wir dem Frieden kommen, desto verzweifelter werden die Kriegstreiber“, kommentierte der russische Sonderbeauftragte Kirill Dmitrijew die zunehmende Panik unter den von Großbritannien angeführten kriegswütigen Narren, die lieber die Welt in die Luft jagen würden, als ihren Krieg in der Ukraine zu verlieren.

„Der Grad der Panik in Europa ist ein guter Indikator dafür“, sagte Helga Zepp-LaRouche in ihrem wöchentlichen Webcast vom 26. November, „dass … die Realitäten auf dem Schlachtfeld die Notwendigkeit erzwingen, diesen Krieg zu beenden.“

Vertreter der europäischen „Koalition der Willigen“ hatten sich am 23. November in Genf mit dem neokonservativen US-Außenminister Marco Rubio und dem in Ungnade gefallenen ukrainischen Präsidentenberater Andrii Jermak getroffen, um den Eindruck zu erwecken, dass sie noch immer eine gewisse Kontrolle über den Ausgang des Krieges hätten.

Unmittelbar nach der Ankündigung von Präsident Trump, dass der nächste Schritt in seinen Friedensbemühungen die Entsendung des Sonderbeauftragten Steve Witkoff nach Moskau und von Armeeminister Dan Driscoll nach Kiew sein werde, anstatt sich mit Selenskij in Washington zu treffen, veröffentlichte Bloomberg einen Artikel, der angeblich die Abschrift eines durchgesickerten Telefongesprächs vom 14. Oktober zwischen dem Witkoff und dem Kreml-Berater Juri Uschakow war. Darin hätten, so Bloomberg, die beiden einen möglichen 20-Punkte-Friedensplan und die Frage diskutiert, wie man US-Präsident Donald Trump dafür gewinnen könnte. Die westlichen Medien schrien sofort unisono, dieses mitgehörte Gespräch beweise Russlands Kontrolle über die US-Verhandlungen und zeige, dass Witkoff ein russischer Handlanger sei.

Die russischen Reaktionen auf den Artikel spiegeln Außenminister Sergej Lawrows Kommentar vor einigen Tagen wider: „Diejenigen, die diese Aufregung inszenieren, machen keinen Hehl aus ihrem Wunsch, Trumps [Friedens-]Bemühungen zu untergraben und seinen Plan nach ihren Vorstellungen zu ändern.“ Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bemerkte zudem: „Wahrscheinlich zielen die Forderungen nach Witkoffs Entlassung in erster Linie darauf ab, die laufenden Bemühungen um eine Friedenslösung zu sabotieren. Natürlich werden viele Menschen vor nichts zurückschrecken, um diesen Prozess zu stören.“

In seinem Buch „War Is a Racket“ (Krieg ist ein Geschäft) von 1935 schrieb US-Generalmajor Smedley Butler: „Ich habe 33 Jahre und vier Monate im aktiven Militärdienst verbracht, und während dieser Zeit war ich die meiste Zeit als hochkarätiger Muskelprotz für Großunternehmen, für die Wall Street und die Banker tätig. Kurz gesagt, ich war ein Schacherer, ein Gangster für den Kapitalismus.“

Was Butler aus erster Hand erlebte, war die Usurpation des globalen Finanzsystems, gepaart mit nationaler Militärmacht, um das Kolonialsystem zu stützen. Helga Zepp-LaRouche wies darauf hin, wie dies heute funktioniert: „Die kontinuierliche Flut von immer neuen Waffensystemen, kombiniert mit der KI-, Bitcoin- und Stablecoin-Blase, ist derzeit der einzige Bereich im Westen, in dem noch echte Gewinne erzielt werden. Aber all das basiert auf der Zerstörung der Realwirtschaft … In der heutigen globalen Wirtschaft steigen die Aktienkurse, wenn ein Unternehmen 10.000 Leute entlässt. Warum? Weil dadurch die sogenannte Rentabilität des Unternehmens steigt. Aber die Realwirtschaft wird zerstört, Arbeitsplätze werden vernichtet. Mit den Rüstungsausgaben zerstört man ebenso tatsächliche physische Werte, die anderswo fehlen. Man muss sich nur in den Vereinigten Staaten oder in Europa umsehen, wie es um die zusammenbrechende Infrastruktur, die kaputten Schulen und die fehlende günstige Energie steht.“

Ein Bericht der US-Notenbank vom 5. November zeigt einen Teil dieses Bildes: Die Gesamtverschuldung der US-Haushalte stieg im dritten Quartal 2025 auf einen Rekordwert von 18,6 Billionen Dollar, während die Zahlungsrückstände bei Kreditkarten, Autokrediten, Studentenkrediten und Hypotheken in alarmierendem Tempo wachsen. Die Menschen werden von einem auf Krieg und Spekulation basierenden Finanzsystem aufgefressen, das kurz vor der Explosion steht.

Wo liegt der Ausweg? Es ist eine Tatsache, dass in Zeiten, die so intensiv sind wie die, die wir gerade durchleben – in denen die Gefahr eines Atomkrieges so groß ist wie der Sieg über den Krieg selbst –, grosse paradigmatische Veränderungen möglich sind. Die Mehrheit der Menschen auf der Welt ist nicht mehr bereit, sich mit einem bösartigen und zerfallenden imperialen System abzufinden. Deshalb können Lösungen wie die Umstrukturierung des gesamten Finanzsystems nach dem Glass-Steagall-Konkursrecht, wie es Lyndon LaRouche in seinem 2014 erschienenen Artikel „Vier neue Gesetze, um die USA zu retten” fordert, umgesetzt werden – ein entscheidender Schritt, um das Bankensystem wieder in den Dienst der legitimen Interessen der Menschheit zu stellen.

„Ich glaube, wir sind noch nicht über den Berg“, warnte Zepp-LaRouche, „und deshalb müssen wir meiner Meinung nach unsere Aktivitäten unbedingt verstärken. Ich appelliere an alle, die dies auch so sehen: Dies ist kein Moment in der Geschichte, in dem man sich einfach zurücklehnen und zuschauen kann. Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, um die Menschen davon zu überzeugen, dass wir die Geopolitik überwinden müssen. Wir sind an einem Punkt in der Geschichte angelangt, an dem die Vorstellung, dass man seinen Gegner ständig schwächen muss, weil man einen Feind haben muss … oder dass es zwangsläufig ein Nullsummenspiel gibt, bei dem einer gewinnt und der andere verliert, wirklich überholt und veraltet ist. Sie muss durch ein neues Denken ersetzt werden, bei dem die gemeinsamen Interessen der Menschheit an erster Stelle stehen. Wenn man sich darauf einigt, kann man sich daran machen, die verbleibenden Probleme zu lösen. Wir müssen zur Diplomatie als Mechanismus zur Konfliktlösung zurückkehren, denn in Zeiten von Atomwaffen sollte jedem klar sein, dass Krieg als Mittel zur Konfliktlösung für immer ad acta gelegt werden muss.“


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRoche: Die Roosevelt-LaRouche-Lösung, 26.11.2025, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Welche Art von Wahnsinn könnte Menschen dazu veranlassen, angesichts des Zusammenbruchs fast aller globalen Rüstungskontroll- und Verifizierungsverträge – heute bleibt nur noch New START, bis auch dieser im Februar 2026 ausläuft – ausdrücklich und öffentlich vorzuschlagen, die Atombewaffnung auch auf Deutschland, Japan und Kanada auszudehnen? Wie verrückt ist doch das Argument, dass dies „die globale Ordnung stärken“ und „zuverlässigen Schutz vor den Bedrohungen regionaler Feinde wie China und Russland“ bieten würde?

Der Wahnsinn derjenigen, die für das bankrotte Finanzestablishment von London und New York sprechen, ist offensichtlich, einschließlich ihrer politischen Sprachrohre wie das Magazin Foreign Affairs des New Yorker Council of Relations.

Welche Art von Wahnsinn veranlasst sie dazu, Deutschland, das sich unter Kanzler Friedrich Merz innerhalb weniger Jahre auf einen Krieg gegen Russland vorbereiten will, Atomwaffen zu geben? Und zu argumentieren, dass Atomwaffen unter der Kontrolle einer Takaichi-Regierung in Japan stehen sollten, die gerade angekündigt hat, militärische Maßnahmen gegen China zu ergreifen, um Taiwan zu verteidigen?

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat die Folgen eines solchen Wahnsinns offen ausgesprochen: „Wir wissen, wie der japanische Militarismus geendet ist. Es wäre gut, wenn die Politiker, die Japan regieren, sich daran erinnern, und verstehen, wohin unverantwortliche Äußerungen führen, und davon Abstand nehmen würden.“

Derselbe Wahnsinn versetzt London und seine europäischen Verbündeten in Rage angesichts der jüngsten Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, die Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Ukraine wieder auf den Kurs zu bringen, auf den sich beide Seiten beim Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin am 15. August in Anchorage, Alaska, geeinigt hatten. Die Kriegstreiber bezeichnen diese Bemühungen als „widerwärtig“, „schlimmer als wir dachten“ und als „Albtraum“ – und das alles, weil Trump und Putin sich darauf geeinigt haben, dass die Probleme, die den Krieg überhaupt erst verursacht haben, angegangen werden müssen.

Es ist auch der Wahnsinn, der hinter der Besessenheit von US-Außenminister Marco Rubio steckt, die Maduro-Regierung in Venezuela zu stürzen und Trump damit in einen weiteren blutigen und endlosen Krieg zu verwickeln, den dieser niemals führen wollte.

Dieser Wahnsinn kommt auch aus der Verzweiflung der Besitzer des bankrotten Finanzsystems zum Ausdruck, die versuchen, ihr System durch Kriege und wirtschaftliche Plünderungen am Leben zu erhalten – obwohl jeder weiß, dass dies völlig unmöglich ist.

Die Lösung für das Problem liegt auf der Hand. Lyndon LaRouches Schrift von 2014 Vier neue Gesetze, um die USA jetzt zu retten! Keine Option: Eine unmittelbare Notwendigkeit beginnt mit der deutlichen Feststellung:

„Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika und der gesamten transatlantischen Region befindet sich in der unmittelbaren, tödlichen Gefahr einer allgemeinen realwirtschaftlichen Zusammenbruchskrise.“

Der von LaRouche beschriebene Weg zur Neuordnung der globalen physischen Wirtschaft auf der Grundlage wissenschaftlicher Spitzenbereiche wie Fusionsenergie und Weltraumkolonisierung beginnt mit einer Rückkehr zum Glass-Steagall-Trennbankengesetz von FDR aus dem Jahr 1933. Dies würde die zwei Billionen Dollar an spekulativen Vermögenswerten, die das westliche Finanzsystem derzeit ersticken, durch eine Insolvenzsanierung beseitigen und den Weg für die Vergabe produktiver Kredite in erforderlicher Höhe ebnen. So könnten physische Wirtschaftsbedingungen geschaffen werden, die der Würde der über acht Milliarden Menschen angemessen sind.

Das ist Vernunft.


Vernunft in Zeiten der Krise

Bericht vom 129. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

In der 129. wöchentlichen Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 21. November sprach Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin, zunächst über das wichtige EIR-Seminar vom Vortag zu der Kriegsgefahr um Venezuela – „Präsident Trump, tun Sie das nicht!“ –, in dem alle Vorwände für einen Krieg als falsch entlarvt worden waren (siehe Video des Seminars1). Das Magazin Foreign Affairs habe über das wahre Ziel des Konflikts mit Venezuela „aus dem Nähkästchen geplaudert“, nämlich zu verhindern, daß Südamerika mit den BRICS und besonders mit China bei der wirtschaftlichen Entwicklung zusammenarbeitet.

Dann kam Zepp-LaRouche auf die Ukraine und den von den USA beworbenen 28-Punkte-Friedensplan zu sprechen, der zunächst vom ukrainischen Präsidenten Selenskyj und der „Koalition der Willigen“ abgelehnt worden war. Einige behaupten, der Plan sei eine Kapitulation, tatsächlich habe die Ukraine aber zu wenig Soldaten, um den Krieg fortzusetzen. In Umfragen wünschten 69% der Ukrainer ein Ende des Krieges, nur 29% wollten weiterkämpfen. Sie spottete über die europäischen Regierungen, die ihre Bevölkerung auffordern, sich darauf vorzubereiten, ihre Kinder im Krieg zu opfern, und sagen, ganz Europa müsse „schon heute abend“ für den Krieg bereit sein. Aber die Bevölkerung könne sich gegen die Kriegstreiber durchsetzen, so habe sie kürzlich erreicht, daß ein Krankenhaus weiter der Gemeinde anstatt für Kriegsvorbereitungen dient. Militärexperten warnten, die Ukraine dürfe kein zweites Afghanistan mit jahrzehntelangem Krieg werden.

Die zahlreichen Kriege und Krisenherde könne man nur von einer höheren Ebene lösen, man dürfe sie nicht als Einzelprobleme behandeln. Die Geopolitik müsse enden, der Westen müsse mit dem Globalen Süden zusammenarbeiten. Präsident Trumps Anhänger von der MAGA-Bewegung („Amerika wieder groß machen“) wollten, daß er die endlosen Kriege beendet, und seien gegen einen Krieg mit Venezuela.

Der nächste Redner war Diego Sequera von der Publikation Mision Verdad in Venezuela. Er äußerte die Hoffnung auf einen Dialog zwischen den USA und Venezuela, mahnte jedoch, beide Seiten müßten dabei gleichberechtigt sein. Die USA drohten auch Nigeria wegen der Ermordung von Christen, Tatsache sei aber, daß die Terroristen dort unterschiedslos alle töten. Beide Länder seien Ölstaaten mit großem Potential. Die Hauptschuld an dem Konflikt mit Venezuela trügen US-Außenminister Marco Rubio und eine befreundete Denkfabrik in Miami, deren Leiter Jesus Romero beim US-Marinegeheimdienst war und eng mit dem Militärisch-Industriellen Komplex verbunden ist. Romero behaupte in Berichten über die venezolanische Luftabwehr, ein Sieg der USA wäre ein Kinderspiel. Aber der Bericht beruhe auf veralteten Informationen und Angaben der venezolanischen Opposition, was problematisch sei. Andere Militärexperten warnten vor den großen Risiken einer langfristigen Besetzung des Landes. Ein Redner der Denkfabrik CSIS habe vorgeschlagen, daß die USA sich auf Langstreckenangriffe beschränken.

Der Co-Moderator Dennis Small ergänzte, der Vergleich mit Nigeria sei wichtig, aber im Grunde gehe es bei der Kriegsgefahr um keines der Länder an sich. Die westlichen Eliten seien wegen ihres zusammenbrechenden Finanzsystems verzweifelt und sähen keine andere Lösung als Krieg. In Venezuela gehe es darum, China aus Südamerika fernzuhalten und jede Zusammenarbeit mit den BRICS zu verhindern. Diese Konflikte könne man nur mit einem höheren Prinzip lösen, wie beim Westfälischen Frieden. So sei es erfreulich, daß sich Guyana und Brasilien trotz ihrer Differenzen mit Venezuela auf ein höheres Prinzip geeinigt hätten. Small zitierte dann Lyndon LaRouche, der während eines Besuchs in Sao Paulo 2002 gesagt hatte, auch die USA befänden sich in einer Krise: „Entweder wir segeln gemeinsam, oder wir gehen gemeinsam unter.“ Das sei ein Gedanke des Nikolaus von Kues, der auch dem Geist der Diskussion vom 20. November entspreche. Mit Schulden und finanziellen Verpflichtungen von mehr als 2 Billiarden Dollar seien unsere Feinde höchst verzweifelt.

Co-Moderator Dennis Speed sagte, Nigeria werde in 25 Jahren voraussichtlich das bevölkerungsreichste Land der Welt sein, mit einer sehr jungen Bevölkerung. Nigeria sei ein Ziel der Entvölkerungspolitik, die Kissinger, Brzezinski und andere begonnen hatten. Sequera erinnerte an Kissingers Memorandum zur Entvölkerung, NSSM-200. Venezuela werde durch Migration entvölkert. Das Land habe eine führende Rolle im antikolonialen Kampf gespielt, u.a. im Zusammenhang mit Simon Bolivars Aufruf zum Amphiktyonischen Kongreß in Panama 1826. In den letzten 100 Jahren seien immer mehr Menschen nach Venezuela eingewandert, es sei etwas ganz Neues, daß in den letzten fünf Jahren 5-7 Millionen auswanderten. US-Denkfabriken wie die Brookings Institution sähen in dieser Massenmigration billige Arbeitskräfte, und die Diaspora werde als Waffe gegen Venezuela eingesetzt. In den letzten Jahren habe das Land große wirtschaftliche Schwierigkeiten gehabt, aber jetzt gehöre seine Wirtschaft zu den am schnellsten wachsenden der Welt.

Zepp-LaRouche merkte an, wenn man Menschen in Europa frage, ob sie Rassisten oder kolonialistisch seien, würden sie alle Nein sagen, trotzdem werde die Herabwürdigung ganzer Nationen einfach so akzeptiert. Diesen Fehler sehe man auch in der Friedensbewegung, und die Lösung sei ein Dialog der Kulturen. Nun sei „der Geist aus der Flasche“, 500 Jahre Kolonialismus seien vorbei. Keinem Land könne jemals noch das Recht verweigert werden, sein Potential voll auszuschöpfen, und China sei dabei Partner.

Harley Schlanger von der LaRouche-Organisation sprach über Jeffrey Epstein als Beispiel für die Verzweiflung, die das zusammenbrechende Finanzsystem auslöst. Während die Massenmedien die Aufmerksamkeit auf den Epstein-Skandal lenken, gebe es einen wirtschaftlichen „Neustart“ – weg von produktiver Wirtschaft hin zur Spekulation. Schlanger skizzierte die Abwärtsspirale von der Geldwäsche aus Drogengeschäften über öffentlich-private Partnerschaften bis hin zum Überwachungsstaat und der Metadatenerfassung. Die mächtigen Kreise, die Epstein jahrelang schützten, seien dieselben gewesen, die damals Lyndon LaRouche angriffen.

Small sagte, die Krise in Venezuela könne gelöst werden, wenn Amerika und Rußland zum kooperativen Ansatz des Gipfeltreffens von Alaska zurückkehren. Das würde die Kriegspartei abschrecken, sonst werde Trump sich weiter selbst zerstören. Der russische Außenminister habe sich in dem Interview, das die Zeitung Corriere della Sera nicht veröffentlichen wollte, entsprechend geäußert. Die Führer beider Seiten seien für Zusammenarbeit, aber die britische Regierung und die britischen Medien wollen die USA und Rußland unbedingt gespalten halten.

Zepp-LaRouche ergänzte, der britische Telegraph werbe für einen Krieg gegen Venezuela mit dem Argument, danach könne man den Weltmarkt mit billigem Öl überschwemmen und Rußland ruinieren. Trump habe versprochen, die endlosen Kriege zu beenden, aber weil er sich nicht daran hält, sähen die Neokonservativen eine Chance, eine unipolare Welt unter der anglo-amerikanischen Sonderbeziehung durchzusetzen, u.a. auch in Asien. Um Trumps Schwächen auszunutzen, sei er gedrängt worden, König Charles zu besuchen. Vertreter der MAGA-Bewegung sollten an den IPC-Treffen teilnehmen und verhindern, daß Trump im „venezolanischen Sumpf“ untergeht.

Der Friedensaktivist John Steinbach sprach von der Verzweiflung der westlichen Eliten aufgrund der Derivat-Blase. Er erinnerte daran, daß die Monroe-Doktrin ursprünglich ein antikoloniales Dokument war, das nun aber in falscher Weise gegen China eingesetzt werde. Sequera sagte, ein großer Teil der US-Industrie brauche venezolanisches Schweröl, aber der Ölkonzern Citgo sei zur Finanzierung des Oppositionsführers Juan Guaidó mißbraucht worden.

Speed sagte zum Epstein-Skandal, dieser führe zurück zu Roy Cohn und dessen Verbindungen zu Geldwäsche, organisierter Kriminalität, Kuba, Trump und der Kampagne gegen LaRouche. Schlanger fügte hinzu, all dies führe auch zur CIA, dem Iran-Contra-Skandal, Drogen- und Waffenschmuggel, Terrorismus etc.

Ein deutscher Teilnehmer sagte, alle Menschen der Welt müßten das IPC-Video mit Ted Postol sehen, das vor der Atomkriegsgefahr warnt.2 Zepp-LaRouche stimmte zu und bat darum, zu helfen, das Video in alle Sprachen zu übersetzen.

Small warnte vor der moralischen Degeneration der Bevölkerung, wenn Völkermord oder Bombardierung von Schiffen einfach akzeptiert werden. Wir dürften nicht zulassen, daß die ganze Welt zu einem zweiten Gaza wird. Nur das Konzept, daß „alle Menschen Brüder sind“, könne Völkermord verhindern.

Abschließend sagte Zepp-LaRouche, das Ende des Kalten Krieges sei eine Sternstunde gewesen, als etwas Neues möglich war. Doch einige wollten statt dessen eine unipolare Welt schaffen, mit Regimewechseln, Farbrevolutionen, Mißbrauch der Währung als Waffe, usw. Aber der damalige Papst habe schon die „Strukturen der Sünde” auf beiden Seiten verurteilt. Die Sowjetunion sei friedlich untergegangen, um zu versuchen etwas Besseres zu schaffen, und heute stehe der Westen vor einem ähnlichen Zusammenbruch. Die IPC brauche einen Dialog der Zivilisationen, und ohne Entwicklung könne man niemals die Kriegsursachen beseitigen.

eir


Anmerkungen

1. https://www.youtube.com/watch?v=fpLl-9Ba8tw

2. https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/11/18/ted-postol-die-verhaengnisvolle-gefahr-der-atomwaffe/


Internationale Friedenskoalition #129, 21.11.2025, 17.00 Uhr

Vernunft in Zeiten der Krise

129. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Vernunft in Zeiten der Krise

21. November 2025
17.00 Uhr

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Nehmen Sie diesen Freitag an der Internationalen Friedenskoalition teil mit Richard Falk, emeritierter Professor für internationales Recht an der Princeton University, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in den palästinensischen Gebieten von 2008 bis 2014; Graham Fuller, ehemaliger Planungsexperte der CIA und Wissenschaftler für Arabistik; Harley Schlanger, Präsident der LaRouche-Organisation; Dennis Small, Leiter des Ibero-Amerika-Referats der Executive Intelligence Review. Bitte senden Sie Berichte und Initiativen für die Tagesordnung so schnell wie möglich.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

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„Wenn es zu irgendeiner Art von militärischer Operation kommen sollte, wären die Folgen unvorstellbar“, so Helga Zepp-LaRouche angesichts der Kriegsvorbereitungen in der Karibik. „Es gibt dort ein sehr großes Marinekontingent: die U.S.S. Gerald Ford, den größten Flugzeugträger der USA, und eine ganze Armada anderer Kriegsschiffe. 15.000 Soldaten sind im Einsatz … Das kann kein gutes Ende nehmen.“

Ein militärisches Vorgehen der USA gegen Venezuela und dann vielleicht auch gegen andere Nationen in der von Pete Hegseth rabiat als „Amerikas Umgebung“ bezeichneten westlichen Hemisphäre, wird dazu führen, dass Trump, der selbsternannte „Präsident des Friedens“, in einen weiteren endlosen Krieg hineingezogen wird, dann allerdings in viel größerem Umfang als jemals zuvor.

Am 20. November hat Executive Intelligence Review eine Diskussionsrunde zum Thema „Präsident Trump: Tun Sie das nicht! Eine alternative amerikanische Politik für die Karibik“ abgehalten. Die Experten haben nicht nur die Auswirkungen auf Venezuela und die Karibik diskutiert, sondern auch die weiterreichenden globalen Konsequenzen dieser Krise. „Angesichts der Tatsache, dass Rubio und andere bereits versuchen, eine rechte Allianz auf dem gesamten Kontinent zu schmieden, lässt dies furchtbare Entwicklungen befürchten,“ sagte Zepp-LaRouche.

Die Frage, die viele Menschen weltweit beschäftigt, lautet: Wird Trump weiter die Selbstzerstörung seiner Regierung und damit auch der USA vorantreiben? Wird er eine Politik verfolgen, die die Annäherung zwischen den USA und Russland gefährdet? Wird er eine fatale Entscheidung in Bezug auf Venezuela treffen?

Oder wird er, im Falle des Ukraine-Konflikts, zu den Prinzipien zurückkehren, auf die er und der russische Präsident Wladimir Putin sich bei ihrem Treffen im August in Alaska geeinigt haben?

Berichte über erneute Kontakte zwischen dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und dem russischen Kreml-Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew zur Ausarbeitung eines Entwurfs für einen Plan zur Beendigung des Ukraine-Konflikts machen derzeit die Runde. Die Russen, darunter Außenminister Sergej Lawrow, haben klargestellt, dass sie auf der Grundlage der Prinzipien handeln, auf die sich Trump und Putin bei ihrem Treffen in Alaska geeinigt haben. Dmitrijew sagte, dass er und Witkoff an einem Vorschlag arbeiten, „um den Ukraine-Konflikt anzugehen, aber auch um die Beziehungen zwischen den USA und Russland wiederherzustellen [und] die Sicherheitsbedenken Russlands anzusprechen.“ Er fügte hinzu: „Es handelt sich eigentlich um einen viel umfassenderen Rahmen, bei dem es im Grunde genommen um die Frage geht: ‚Wie können wir endlich dauerhafte Sicherheit in Europa schaffen, nicht nur in der Ukraine?‘“

Diese Rückkehr zum Rahmenwerk von Alaska und das Potenzial für eine Zusammenarbeit in der Entwicklung zeigen den Weg aus der Kriegsfalle. Die Kooperation zwischen Russland und den USA beim Bau des Beringstraßen-Tunnels, für die sich EIR und das Schiller-Institut seit Jahrzehnten einsetzen und die kürzlich von Dmitrijew wieder in die Diskussion gebracht wurde, wäre der effizienteste Weg, um die Konfrontationspolitik der Neokonservativen um Marco Rubio, die derzeit die Trump-Regierung beherrschen, zu überwinden.

Ähnliche Lösungen gibt es für alle Teile der Welt, würden die Vereinigten Staaten beschließen, mit China bei Infrastrukturprojekten zusammenzuarbeiten. Zepp-LaRouche nannte als Beispiele das Bi-Ozeanische Eisenbahnprojekt sowie den Tiefseehafen Chancay in Peru, der den gesamten Kontinent für weitere Infrastrukturentwicklungen öffnen könnte. „Dies ist etwas, das seit der Zeit von Alexander von Humboldt im 19. Jahrhundert gefordert wird und heute dringend realisiert werden muss,“ sagte sie.

Dazu muss jedoch der sich beschleunigende Zusammenbruch des Finanzsystems bewältigt werden. Die US-Notenbank bereitet sich auf Schocks vor und aktiviert verschiedene Mechanismen zur Geldschöpfung, um die Liquidität im System aufrechtzuerhalten, während der Zusammenbruch der KI-Blase droht. Dieses wahnwitzige Verhalten wird das System nicht retten; wie Lyndon LaRouche im Juli 2007 sagte: „Es gibt keine Möglichkeit, dass es nicht zusammenbricht. Keine!“ Die einzige Lösung ist das, was LaRouche in seinem Artikel „Die vier neuen Gesetze, um die USA jetzt zu retten!“ aus dem Jahr 2014 dargelegt hat. Die erste und dringendste Maßnahme ist die Wiedereinführung der Glass-Steagall-Bankentrennung und eine Insolvenzsanierung.

Machen Sie den ersten Schritt und schauen Sie sich die EIR-Diskussionsrunde und verbreiten Sie die Aufnahme. Helfen Sie mit, dass die Vernunft siegt.


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