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Internationale Friedenskoalition #93, 14.3.2025, 16.00 Uhr MEZ

Gute Absichten reichen nicht aus, um Krieg zu vermeiden – wahre Staatskunst ist gefragt

93. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Gute Absichten reichen nicht aus, um Krieg zu vermeiden – wahre Staatskunst ist gefragt

14.3.2025

16.00 Uhr (MEZ)

Bitte beachten Sie die geänderte Zeit für Europa

Die globale strategische Situation erfordert unser Eingreifen, sei es in der Ukraine, Israel oder Syrien. Nehmen Sie diesen Freitag um 16 Uhr MEZ gemeinsam mit Oberst a.D. Richard Black, Graham Fuller, Ray McGovern und Mossi Raz und anderen Friedensstiftern an den Beratungen der Internationalen Friedenskoalition teil.

Zur Anmeldung

12. März 2025 (EIRNS) – Die Welt blickt auf das Treffen zwischen ukrainischen und amerikanischen Vertretern am 11. März in Dschidda, Saudi-Arabien, bei dem eine 30-tägige Waffenruhe vereinbart wurde. Aber wer hat eigentlich die Fäden in der Hand? Überall heisst es, nun sei Russland am Zuge. Der ehemalige britische Premierminister und notorische Friedensgegner Boris Johnson sagte am 12. März: „Die Ukrainer haben bewiesen, dass sie Frieden schließen können. Jetzt ist es am Kreml, sich dem Trump-Plan anzuschließen – oder die Konsequenzen zu tragen. Wenn Putin sich weigert, wissen wir, dass er es mit dem Frieden nicht ernst meint und es nie ernst gemeint hat.“

Dieses Thema wurde in den letzten zwei Tagen von vielen der schlimmsten transatlantischen Kriegstreiber aufgegriffen, die gebetsmühlenartig wiederholen, dass Putin nun in die Enge getrieben sei und den Waffenstillstands Vorschlag akzeptieren müsse. Nach dem massiven Drohnenangriff der Ukraine am Montagabend, den Russland als Terroranschlag bezeichnete und für den es Vergeltung schwor, sowie nach der Rückeroberung Russlands in Kursk, womit die einzigen Geländegewinne der Ukraine zunichte gemacht wurden, scheint dies aber eher unwahrscheinlich. Der Besuch von Präsident Putin in den befreiten Gebieten in Kursk am Mittwoch, wo er in Militärkleidung auftrat, spricht für sich.

Steve Witkoff, der Nahost-Gesandte von Präsident Trump, ist auf dem Weg nach Moskau, um sich mit Präsident Putin zu treffen. Der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz hat am Mittwoch mit seinem Amtskollegen in Russland über den Vorschlag gesprochen. Waltz bestätigte, dass die USA die militärische und nachrichtendienstliche Unterstützung für die Ukraine wieder aufgenommen haben, nachdem diese dem Vorschlag zugestimmt hatte.

Bei diesen vielfältigen Aktivitäten ist es wichtig, den Überblick zu behalten.

Die erklärte Absicht der Trump-Administration, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren, hat die Verteidiger der heutigen unipolaren Ordnung in Panik versetzt. Sie konzentrieren sich voll und ganz darauf, Trumps Bemühungen zu vereiteln. Die BBC berichtete am 12. März: „In der vergangenen Woche gab es eine konzertierte europäische Anstrengung unter der Leitung von Sir Keir Starmer, um die USA wieder gegenüber der Ukraine positiv zu stimmen“. Man wolle „sicherstellen, dass jetzt Russland im Rampenlicht steht“. Ob dies nun eine Rolle in dem Dschidda-Vorschlag spielte oder nicht – die Briten agieren höchst manipulativ, um mit im Boot zu bleiben und sich ihre Einflussmöglichkeiten zu sichern.

Versteht Donald Trump, dessen Handlungen oft kontraproduktiv und widersprüchlich sind, diese Zusammenhänge? Reichen seine guten Absichten aus, um den Hindernisparcours zu bewältigen, der in der Ukraine für ihn aufgebaut worden zu sein scheint? Wir wissen es nicht. Aber wir müssen die Zusammenhänge verstehen und entsprechend handeln, um eine Präsidentschaft zu gestalten, die eindeutig gezeigt hat, dass sie das Potenzial hat, die alten Axiome dieses gescheiterten Systems zu stürzen.

Helga Zepp-LaRouche sagte in ihrem wöchentlichen Webcast: „Der einzige Weg, um in dieser sich sehr schnell entwickelnden Situation Ordnung zu schaffen, besteht darin, zu einem völlig neuen Paradigma überzugehen: Nämlich die Idee, dass wir eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur brauchen, die all diese Probleme auf einmal angeht, indem wir ein neues System schaffen, in dem die Interessen aller berücksichtigt werden. Und das beste Beispiel dafür ist natürlich der Westfälische Frieden von 1648, bei dem sich die Kriegsparteien zunächst auf Prinzipien einigten und dann die Details ausarbeiteten. Ich denke, ein solcher Ansatz ist genau das, was wir heute brauchen.“

Die globale strategische Situation erfordert unser Eingreifen, sei es in der Ukraine, Israel oder Syrien. Nehmen Sie diesen Freitag um 16 Uhr MEZ gemeinsam mit Oberst a.D.  Richard Black, Graham Fuller, Ray McGovern und Mossi Raz und anderen Friedensstiftern an den Beratungen der Internationalen Friedenskoalition teil.


Live Dialog mit Helga Zepp-LaRouche, 12. März, 18.30 Uhr

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Stehen Sie für Prinzipien ein:  Intervenieren Sie für eine neue globale Sicherheitsarchitektur

Tag für Tag gibt es Veränderungen in alle Richtungen in der strategischen Weltlage und im täglichen Leben der Menschen. Ein historisches Muster, mit dem man rechnen muss, ist die Feindseligkeit zwischen den USA und Europa. Das Dramatische daran ist der rasende Militarisierungsprozess in Europa – im Namen der Verteidigung der Ukraine und der Vorbereitung auf die Verteidigung in einem Krieg gegen Russland.

Darauf wies Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin und Leiterin des Schiller-Instituts, heute hin. Sie bezeichnete den Bruch zwischen den USA und Europa als „besorgniserregend und gefährlich“. Aber sie sagte dies nicht, um eine Rückkehr zur Konformität zwischen den Nationen auf beiden Seiten des Atlantiks zu empfehlen, die seit Jahrzehnten unter der schrecklichen britischen Geopolitik besteht, sondern vielmehr mit der Perspektive, diese endgültig zu beenden. Am 8. März veröffentlichte Zepp-LaRouche über das Schiller-Institut eine Erklärung zu Grundsätzen und Maßnahmen mit dem Titel „Statt Aufrüstung für den großen Krieg: Schafft eine globale Sicherheitsarchitektur!“ In ihrem Appell warnt sie die Nationen Europas, sie machten „eine katastrophale historische Fehlentscheidung. Wenn sie dann zusätzlich noch versuchen, den enormen Rückstand in der militärischen Stärke durch Geldschöpfung außerhalb der regulären Haushalte zu finanzieren, dann wiederholen sie damit Hjalmar Schachts Politik der Mefo-Wechsel aus den 30er Jahren.“

Zepp-LaRouches Erklärung schloss mit acht Maßnahmen, beginnend mit: „Wir fordern die europäischen Politiker auf, zur Vernunft zu kommen! Wiederholen Sie nicht die Fehler der 1930er Jahre!“

Europäische Kreise auf dem Kriegspfad übertreffen selbst die wildesten wissenschaftlichen und soziologischen Fiktionen. Morgen treffen in Straßburg die EU-Funktionäre Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, und Antonio Costa, Präsident des Europäischen Rates, mit dem Europäischen Parlament zusammen, um zu versuchen, sie für den verrückten EU-Plan „Rearm Europe“ („Europa aufrüsten“) zu begeistern, der 860 Milliarden Dollar an neuen Rüstungsgeldern für Europa und die Ukraine vorsieht, um sich gegen Russland zu behaupten. Am 20. und 21. März werden die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder in Brüssel zu ihrem zweiten Treffen über diese milliardenschwere Verpflichtung zusammenkommen, wahrscheinlich in Anwesenheit von Wolodymyr Selenskyj, dem amtierenden Präsidenten der Ukraine.

Dieser Vorstoß erfolgt genau zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Lage der ukrainischen Streitkräfte vor Ort rapide verschlechtert. In der Region Kursk haben russische Streitkräfte etwa 6.000 bis 10.000 ukrainische Soldaten, die in das Gebiet eingedrungen waren, nahe der Stadt Sudscha in einem „Kessel“ eingekreist. Die Russen drangen überraschend durch neun Meilen ungenutzte unterirdische Gaspipelines ein.

Am 11. März findet in Dschidda, Saudi-Arabien, ein Treffen zwischen ukrainischen und US-amerikanischen Delegationen statt. US-Außenminister Marco Rubio führt die Amerikaner an. Der ukrainische Präsident Selenskyj wird von Andrij Jermak, dem Leiter des Präsidialamtes, begleitet.

Die vom Schiller-Institut veröffentlichte Erklärung von Zepp-LaRouche vom 8. März zur „Globalen Sicherheitsarchitektur“ enthält eine Unterschriftenseite für Unterstützer und begrüßt auch alle anderen Initiativen, die im gleichen Geist verfasst sind und nach den gleichen Grundsätzen handeln. So wurde beispielsweise am 9. März in Frankreich eine Erklärung von ehemaligen Militäroffizieren und Souveränisten veröffentlicht, die sich gegen die von Präsident Macron vorgeschlagene Ausweitung und gemeinsame Nutzung der französischen Atomstreitkräfte aussprechen. Ihre Erklärung trägt den Titel: „Nukleare Abschreckung ist im Wesentlichen Ausdruck eines nationalen Willens und kann nicht geteilt werden.“

Das Schiller-Institut stellt die Erklärung von Frau LaRouche als „zur sofortigen und weiten internationalen Verbreitung und Unterstützung“ vor. „Sie wird zu einer Zeit veröffentlicht, in der Europa an einem historischen Scheideweg steht, an dem dringend eine andere Alternative auf den Tisch gelegt werden muß, wenn eine Katastrophe vermieden werden soll. Wir ermutigen alle Menschen aus allen Lebensbereichen, diese Erklärung zu unterzeichnen, um dieses Thema so schnell wie möglich in die öffentliche Debatte zu bringen.“

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.


Den Kreislauf der Gewalt endgültig überwinden

Bericht vom 92. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das 92. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 7. März wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, mit einem Blick auf Europa und die Ukraine eröffnet, wo „die Dinge völlig aus dem Ruder laufen“. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, habe einen Aufrüstungsplan angekündigt, Re-Arm Europe, der 800 Milliarden Euro kosten soll. Der voraussichtliche neue Bundeskanzler Friedrich Merz habe angekündigt, für ein Militärbudget von 400 Milliarden Euro die „Schuldenbremse“ aufzuheben, und damit eines seiner wichtigsten Wahlversprechen schon wenige Tage nach der Wahl gebrochen. Ein historischer Präzedenzfall für das Vorhaben seien die „Mefo-Wechsel“ des Nazi-Finanzministers Hjalmar Schacht, die 1933 eingeführt wurden, um Käufe bei Rüstungskonzernen außerhalb des Staatshaushalts zu finanzieren.

Präsident Trumps jüngste Äußerungen hätten massive Auswirkungen, u.a. möglicherweise ein Ende des Informationsaustauschs der USA mit dem britisch dominierten Geheimdienstkartell der Five Eyes („Fünf Augen“ = USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland). Außer Frankreich seien alle westlichen Staaten für den Einsatz von Atomwaffen auf die technische Unterstützung der USA angewiesen. Es könne hundert Jahre dauern, bis Deutschland wieder sein Niveau an Rüstung, Militärproduktion und Truppen von vor 20 Jahren erreicht.

Die europäischen Regierungen seien an die Litanei „Wir müssen Rußland ruinieren“ gewöhnt und könnten sich nicht auf Trumps beginnende Friedensinitiative einstellen. Wenn die Europäer klug wären, würden sie darüber nachdenken, wie Trumps Wahlsieg den Widerstand der Bevölkerung gegen 35 Jahre gescheiterte neokonservative Politik für eine „unipolare Weltordnung“ widerspiegelt.

In Südwestasien sei Ägyptens Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens „ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“ des Oasenplans.1 „Man kann keine Zweistaatenlösung erreichen, wenn man nicht die gesamte Dynamik der Region verändert“, betonte Zepp-LaRouche.

Dr. Mohammed S. Dajani Daoudi ist Gründer der Wasatia-Bewegung Palästina und Direktor des Wasatia Graduate Academic Institute. Er beschrieb, wie er als Palästinenser in Jerusalem aufwuchs und im Laufe der Zeit von der Haltung „entweder wir oder sie“ wegkam, weil er „die menschliche Seite meines Feindes sah“, wenn israelische Ärzte palästinensische Patienten behandelten. Das Problem sei heute, daß beide Seiten einen Staat „From the river to the sea“ – „vom Fluß [Jordan] bis zum [Mittel-]Meer“ – wie es in einem Lied heißt, für sich allein haben wollen, aber das sei eine Illusion. Man brauche dringend ein Bündnis von Israelis und Palästinensern für den Frieden. Sein Ziel ist eine Kultur der „Mäßigung“, das ist die Bedeutung des Wortes Wasatia.

Der bekannte progressive US-Radio- und Fernsehmoderator Garland Nixon begann mit den Worten: „Die NATO, kann man sagen, ist ein imperialistisches Projekt.“ Er sprach über einige Hintergründe in Europa. So sei der britische Geheimdienst MI6 gut darin, nach dem Prinzip „Teile und herrsche“ vorzugehen und Marionettenregierungen einzusetzen. Der ukrainische Präsident Selenskyj sei ein solches MI6-Projekt. „Als er von Trump etwas grob behandelt wurde, fuhr er sofort nach London und wurde mit offenen Armen empfangen.“

Nixon erwähnte einige neue Entwicklungen, die Friedensaktivisten nutzen können. Elon Musk habe damit angefangen, Videos über die brutalen Methoden der Zwangsrekrutierung in der Ukraine zu veröffentlichen. Musk verbreite auch ein Video des Kongreßabgeordneten Chris Murphy, in dem dieser damit prahlt, daß die USA hinter dem Maidan-Putsch steckten. Man könne auch feststellen, daß Trump eine Mitschuld eingestanden hat, weil er der Ukraine Javelin-Panzerabwehrwaffen lieferte, und Außenminister Rubio gebe zu, daß es sich um einen Stellvertreterkrieg handelt. Die Realität des Ukrainekrieges sei komplex und nicht so simpel, daß der „böse Biden“ das Problem geschaffen hat und der „gute Trump“ es lösen wird.

Miguel Cabrera aus der Dominikanischen Republik, Journalist, Autor und ehemaliger Universitätsprofessor, ist Moderator der wöchentlichen Fernsehsendung Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft. Er ist langjähriger Unterstützer des Schiller-Instituts und lobte sowohl Trumps Initiative für Frieden in der Ukraine als auch den Oasenplan der LaRouche-Bewegung für Südwestasien. Trumps Präsidentschaft sei ein „Licht am Ende des Tunnels“, weil er bereit ist, mit Rußland zu sprechen. Cabrera betonte, dies sei kein Krieg zwischen Rußland und der Ukraine, sondern zwischen Rußland und der NATO. Er verurteilte auch Israels Massaker an der palästinensischen Bevölkerung.

Anschließend wurden Auszüge aus einem Interview des EIR-Redakteurs Mike Billington mit dem pensionierten indischen Diplomaten M.K. Bhadrakumar gesendet, der führende Positionen im Außenministerium innehatte und in der indischen Botschaft in der Sowjetunion tätig war. Bhadrakumar prangerte die „mutwilligen Akte grundloser Böswilligkeit und Überheblichkeit“ des Westens an. Auf eine Frage Billingtons zur Rolle der Briten antwortete er, es gelinge den Briten immer wieder, die Amerikaner glauben zu machen, etwas sei ihre eigene Idee. Die ukrainischen Angriffe auf russische Ziele würden vom britischen Geheimdienst geplant, und ukrainische Politiker, die jetzt davon sprechen, Trump zu ermorden, seien vom MI6 ausgebildet worden. Bhadrakumar vertrat die ungewöhnliche Ansicht, daß der Iran Amerikas natürlicher Verbündeter in der Region wäre, die iranische Elite sei prowestlich eingestellt. Eine Zusammenarbeit der USA mit dem Iran könnte ebenso bedeutsam sein wie die Normalisierung der Beziehungen zu Rußland.

Ein kurzfristig zugeschalteter Gast war Kurt Wiebe, ein ehemaliger hochrangiger US-Geheimdienstmitarbeiter der National Security Agency (NSA) und Whistleblower. Er sagte, die jüngsten Ereignisse hätten die Voraussetzungen für die Verwirklichung von Helga Zepp-LaRouches „Neuer Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ geschaffen.2 Kein Land verfüge heute noch über die Voraussetzungen, um einen Krieg zu führen, weil alle Ressourcen überstrapaziert sind. So hätten die USA einen Schuldenberg von 36 Billionen Dollar. Daher sieht Wiebe die Möglichkeit, durch Verhandlungen Frieden zu schaffen.

Zepp-LaRouche ergänzte, es werde nicht Wochen und Monate, sondern eher Jahre dauern, bis Europa für einen Krieg bereit sei. Und anders als die neokonservative Propaganda behauptet, gebe es keinen Beweis dafür, daß Rußland einen Krieg gegen Europa will.

Ein Teilnehmer fragte Dr. Dajani, wie sein Appell zur Zusammenarbeit funktionieren könne, solange die Israelis nicht in gutem Glauben handeln und keine Zugeständnisse machen. Er antwortete, es gebe auf beiden Seiten Gemäßigte und Extremisten, und wir müßten unsere Kinder so erziehen, daß sie „kein Herz aus Stein, sondern ein Herz aus Fleisch und Blut“ haben.

Diskussion: das Erbe des Kolonialismus überwinden

Zepp-LaRouche sagte, man müsse untersuchen, inwieweit die westliche Sichtweise immer noch kolonial geprägt ist. Die Rolle der Briten in der Hinsicht werde nun allmählich unter die Lupe genommen. Hinter dem Ukrainekrieg steckten dieselben Mächte, die nach dem Ersten Weltkrieg in Südwestasien den Sykes-Picot-Vertrag organisierten.

Nixon sagte, die geopolitische Fixierung auf Rußland resultiere aus dem Kolonialismus: Eine Kolonialmacht mit einer parasitären Grundhaltung verliere mit der Zeit alle Gastgeber auf der Welt, und Rußland sei jetzt für diese Mächte besonders begehrt wegen seiner riesigen Ressourcen.

Ein Teilnehmer fragte, ob die Friedenskampagne in bestimmten Situationen mit den Bestrebungen kolonisierter Völker in Konflikt geraten könnte, und nannte als Beispiele Kamerun und die Demokratische Republik Kongo. Nixon antwortete, er glaube nicht, daß ein solcher Konflikt nötig ist, man müsse sich die beteiligten äußeren Mächte ansehen und dabei die Geschichte des Kolonialismus im Auge behalten.

Der ehemalige Präsident von Guyana, Donald Ramotar, erregte Aufsehen mit einem provokativen Beitrag. Er sagte: „Biden und Trump vertreten eine ähnliche Position, nur einen unterschiedlichen Ansatz.“ Biden wolle mit Europa zusammenarbeiten, um die schwindende „unipolare“ Macht des Westens zu stärken, während Trump einen Alleingang anstrebe und Europa bloß als „Ballast“ betrachte, der seine Position schwächt. Trump sei es egal, wenn er die USA auf Kosten Europas wieder stärkt.

Der Vorsitzende der amerikanischen Friedensgruppe Veterans for Peace, Jack Gilroy, lobte den Oasenplan als Modell für ähnliche Lösungen auf der ganzen Welt. Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß das Schiller-Institut 2014 die „Weltlandbrücke“ als Blaupause für den Aufbau und Wiederaufbau der Welt veröffentlicht hat.3

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Anmerkungen

1. Der Oasenplan: LaRouches Vision für Südwestasien, Video, Schiller-Institut.

2. Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, Helga Zepp-LaRouche, Schiller-Institut.

3. Die Neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke, PDF E-Book, E.I.R. Verlag – siehe auch:
    Deutschlands Chancen mit der Neuen Seidenstraße, Sonderbericht 2017, Mitschrift einer Schiller-Institut-Konferenz in Essen.


Internationale Friedenskoalition #92, 7.3.2025, 17.00 Uhr

Wir werden den Teufelskreis der Gewalt endgültig durchbrechen

92. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Wir werden den Teufelskreis der Gewalt endgültig durchbrechen

7.3.2025

17.00 Uhr (MEZ)

Wir laden Sie diesen Freitag zur Internationalen Friedenskoalition mit Universitätsprofessor, Journalist und Autor im Ruhestand, Miguel Cabrera, sowie weiteren führenden Friedensstiftern, die noch bekannt gegeben werden, ein. Bitte bringen Sie Ihre Ideen, Vorschläge und Berichte zu dieser wichtigen Diskussion mit.

Zur Anmeldung

in einem Gespräch mit Kollegen am 3. März sagte Helga Zepp-LaRouche: „Die Welt erlebt derzeit jeden Tag ein Erdbeben, [aber] die Erschütterung der alten Ordnung und die Geburtswehen der neuen Ordnung – es ist noch nicht ganz klar, wie das ablaufen wird.“ Gleichzeitig sei „das Potenzial für eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur eindeutig vorhanden.“

Das zeigte sich bereits diese Woche, als Präsident Trump ankündigte, der Ukraine die Militärhilfe zu streichen. „Das ist eine Entscheidung, die das Regime in Kiew wirklich zu einem Friedensprozess drängen kann,“ sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, sehr zum Ärger derer, die versuchen, den Krieg am Laufen zu halten. Anstatt ihre gescheiterte Politik aufzugeben, verdoppeln viele europäische Regierungen ihre Entschlossenheit, einen ewigen Krieg gegen Russland zu führen. Die Europäer, zusammen mit Selenskij, koordinieren offensichtlich die Versuche, Trump von seinem Friedenskurs abzubringen und die Lunte für weitere Konflikte in der Ukraine zu legen, wie die neue, lächerliche „Koalition der Willigen“ zeigt. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, forderte bereits 800 Milliarden Euro für die „Aufrüstung Europas“. Und in Deutschland soll ein neues Sondervermögen im dreistelligen Milliardenbereich für die Bundeswehr aufgelegt werden. Ob das alles funktioniert, bleibt abzuwarten.

Am meisten in Panik sind in dieser Woche jedoch die Briten, die seit langem führend darin sind, die Großmächte gegeneinander auszuspielen. Auch wenn die Pläne von Premierminister Starmer bisher eher erbärmlich sind, könnten die Briten immer noch erheblichen Schaden anrichten – vor allem bei einer Trump-Regierung mit ihren zahlreichen Schwächen.

Tatsächlich könnte sich das Finanzsystem als Trumps größte Achillesferse erweisen, insbesondere sein Eifer, sich Hals über Kopf in den Kryptowährungswahnsinn zu stürzen. Auch wenn vieles an seiner angekündigten „strategischen Kryptowährungsreserve“ noch unklar ist, wird dies das Finanzsystem und die Finanzmärkte nur noch instabiler machen und könnte leicht die nächste Finanzkrise auslösen.

Am Dienstag fand in Kairo ein Krisengipfel der arabischen Staaten statt, bei dem die Teilnehmer den ägyptischen Plan für den Wiederaufbau des Gazastreifens unterstützten. Der Vorschlag sieht einen massiven Wiederaufbau des Gazastreifens vor, mit der Aussicht auf ein wachsendes und wohlhabendes Land – als Teil einer Zwei-Staaten-Lösung zwischen Palästina und Israel. Auch wenn der Vorschlag durch den LaRouche-Oasenplan für massive Wasserentsalzung und Wüstenbegrünung noch erheblich verbessert werden könnte, ist er ein großer Schritt in die richtige Richtung und zeigt das Potenzial für historische Veränderungen in der Region und darüber hinaus.

Zepp-LaRouche stellte weiter fest, dass die Politik der unipolaren Ordnung nach dem Kalten Krieg völlig nach hinten losgegangen sei. „Alle Elemente dieser unipolaren Welt – Regimewechsel, Farbrevolutionen, Interventionskriege, der Einsatz des Dollars als Waffe – haben zu einem gigantischen Rückschlag geführt und uns an den Rand des Dritten Weltkriegs gebracht,“ sagte sie. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Russland könnte jetzt einen „Neuanfang“ für eine Welt einleiten, die bisher von der britischen Geopolitik dominiert wurde.

Wenn der Zusammenbruch des alten imperialen Systems den Weg für eine neue kooperative Beziehung zwischen den USA, Russland und China ebnet, könnte dies die Welt als Ganzes verändern. Dies ist die wichtigste strategische Frage unserer Zeit und der Ausgangspunkt für die Lösung aller anderen globalen Probleme.

Wir laden Sie diesen Freitag zur Internationalen Friedenskoalition mit Universitätsprofessor, Journalist und Autor im Ruhestand, Miguel Cabrera, sowie weiteren führenden Friedensstiftern, die noch bekannt gegeben werden, ein. Bitte bringen Sie Ihre Ideen, Vorschläge und Berichte zu dieser wichtigen Diskussion mit.


Live Dialog mit Helga Zepp-LaRouche, 5. März, 18.30 Uhr

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Tektonische Veränderungen öffnen Tür für LaRouche-Programm


Präsident Donald Trump hat mehreren Presseberichten zufolge die Lieferung jeglicher militärischer Hilfe der USA an die Ukraine ausgesetzt.

Diese Entscheidung kommt, während Selenskyj weiterhin Greta Thunberg imitiert und sich wie ein schimpfendes, finster dreinblickendes Gör aufführt. Am 2. März behauptete er in London nach dem Treffen einer von Großbritannien ausgerichteten „Koalition der Willigen“, die die Zerstörung des Landes, das Selenskyj angeblich vertritt, unterstützen soll, die Ukraine könne weiterhin mit der Unterstützung der USA rechnen. Und Selenskyj sagte, er würde diese „Unterstützung“ sinnvoll einsetzen – indem er den Krieg verlängert, der die Ukraine absolut verwüstet. Ein Frieden mit Russland sei „sehr, sehr weit entfernt“, sagte er.

Trump war wütend. „Das ist die schlimmste Aussage, die Selenskyj hätte machen können, und Amerika wird sich das nicht mehr lange gefallen lassen!“, donnerte er am 3. März. „Genau das habe ich gesagt, dieser Kerl will keinen Frieden, solange er Amerikas Rückendeckung hat“, fuhr Trump fort. „Europa hat bei dem Treffen mit Selenskyj klipp und klar gesagt, dass es ohne die USA nicht auskommt – wahrscheinlich keine gute Aussage, wenn es darum geht, Stärke gegenüber Russland zu zeigen. Was denken die sich dabei?“

Als weitere Schritte zur Beendigung des katastrophal gefährlichen Konflikts zwischen der NATO und Russland in der Ukraine wies Trump-Berater Mike Waltz darauf hin, wie absurd es ist, über die Art der Sicherheitsgarantien in der Ukraine zu debattieren, wenn es nicht einmal einen Weg zum Frieden gibt, und Verteidigungsminister Pete Hegseth ordnete einen Stopp der Cyberangriffe gegen Russland an.

Aber können diese beiden Länder trotz der sich auftauenden Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten allein ein friedliches Ergebnis erzielen?

„Das Regime in Kiew und Selenskyj wollen keinen Frieden“, urteilte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. „Sie wollen, dass der Krieg weitergeht. In dieser Situation werden natürlich die Bemühungen Washingtons und die Bereitschaft Moskaus allein nicht ausreichen.“

Es gibt weiterhin eine offensichtliche englisch-französische Allianz für einen Krieg gegen Russland, eine Allianz, deren physische Mittel für diesen Krieg aber bei weitem nicht ausreichen.

Welche Rolle kann die Welt spielen, um die Kriegsabsichten zu verhindern, die vor allem vom Vereinigten Königreich, Frankreich und den baltischen Staaten geäußert werden?

Unterdessen lassen sich Trumps nützliche Instinkte in Bezug auf die Ukraine eindeutig nicht auf die Wirtschaft übertragen. Er erhebt und erhöht Zölle gegenüber Kanada, Mexiko und China. Und er plant, staatliche Ressourcen für Krypto-Spekulationen zu verschwenden, indem er am Wochenende die Schaffung einer „Strategischen Krypto-Reserve“ ankündigte. Die Ankündigung ließ die Bitcoin-Preise um etwa 10 % steigen, ein Gewinn, der sich bis Montagabend vollständig verflüchtigt hatte. Ähnliche Veränderungen gab es bei den Preisen, die die Menschen bereit sind, für andere Krypto-„Vermögenswerte“ zu zahlen.

Wird Trump aus den Krypto-Kapriolen des verrückten argentinischen Präsidenten Javier Milei eine Lehre ziehen?

Wenn Sie an der „Effizienz der Regierung“ arbeiten wollen, dann lassen Sie diesen Krypto-Unsinn und machen Sie sich an die Arbeit, um die Infrastruktur und Produktivität der USA aufzubauen! Nur eine Wirtschaft, die tatsächlich wächst, sowohl in ihrem Umfang als auch in ihrem technologischen Fortschritt, kann die Grundlage für eine starke Währung und ein Mittel zur Bedienung der explodierenden Staatsverschuldung bilden.

Einen umfassenden Blick auf die Welt, wie sie sein könnte, bietet das Interview von Helga Zepp-LaRouche mit Diplomacy Talkin China.

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.


Zepp-LaRouche spricht in der chinesischen Sendung „Diplomacy Talk“

Ein Zentrum für „Chinas Diplomatie in der neuen Ära“ veröffentlichte am 3.3. ein Interview mit der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, das während ihrer Chinareise im November 2024 entstanden war.

In dem Programm Diplomacy Talk beschreibt Zepp-LaRouche ihre Motivation für die Gründung des Schiller-Instituts im Jahr 1984 und betont, man brauche in der Außenpolitik einen neuen Ansatz, der auf Gerechtigkeit und eine neue Wirtschaftsordnung abzielt. „Wenn jede Nation und jede Zivilisation zu ihrer besten Tradition zurückkehrt und eine klassische Renaissance erlebt, dann entsteht ein Dialog zwischen diesen besten Traditionen, und Kommunikation und Freundschaft sind sehr einfach“, erklärte sie. Ihre Vision sei von Anfang nicht nur gewesen, eine gerechte Weltwirtschaftsordnung zu schaffen, sondern auch der übermäßigen „Amerikanisierung“ oder „Homogenisierung“ der globalen Kultur entgegenzuwirken, indem man einen Austausch im Rahmen eines Dialogs zwischen den höchsten kulturellen Errungenschaften in den Ländern der Welt fördert.

Zepp-LaRouche betonte, Samuel Huntingtons Theorie vom „Kampf der Kulturen“ sei reine Propaganda. „Die Vorstellung, eine Gruppe von Nationen habe das Recht, einer anderen Gruppe von Nationen ihren Willen aufzuzwingen…, diese geopolitische Sichtweise hat zwei Weltkriege verursacht.“ Statt dessen forderte sie ein neues Paradigma auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit und erklärte, die Einbeziehung verschiedener kultureller Traditionen könne zu einer harmonischeren Weltordnung führen.

Das Schiller-Institut versuche, „die Länder des Westens davon zu überzeugen, daß es in ihrem Interesse wie im Interesse der ganzen Welt liegt, mit China zusammenzuarbeiten“.


Eine philosophische Diskussion für den Frieden

Bericht vom 91. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das 91. wöchentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. Februar entwickelte sich zu einer tiefgreifenden philosophischen Diskussion über die wahre Bedeutung von Politik und Diplomatie, und wie diese gestaltet werden müssen, um das Abrutschen in einen Weltkrieg zu verhindern und die höchst dynamischen Veränderungen im Zuge der Wahl Donald Trumps und seiner energischen Intervention zur Beendigung des Stellvertreterkriegs gegen Rußland in der Ukraine mitzugestalten.

Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Gastgeberin Helga Zepp-LaRouche sprach zur Eröffnung über die gegenwärtigen tektonischen Verschiebungen, da der kollektive Westen, der seit dem Ende der Sowjetunion die „unipolare Welt“ regierte, jetzt zusammenbricht, was „sich nie wieder repariert läßt“. Der Krieg in der Ukraine sei verloren, aber die Europäer wollten nicht aufhören und bereiteten sich auf einen Krieg vor, den sie nicht gewinnen können und den sie sich nicht leisten können. In ihrem Zustand der Realitätsverweigerung hätten sie Macron, Starmer, Kallas und Selenskyj nach Washington geschickt, um Trump zur Fortsetzung des Krieges zu drängen, seien aber rundum gescheitert.

Die Arroganz der Macht der europäischen Führung habe mit dem Lissaboner Vertrag angefangen, der der EU auch das Recht zuspricht, Kriege zu führen. Nachdem die sogenannte europäische Verfassung für eine solche Regeländerung 2005 an Referenden in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war, sei sie mit minimalen Änderungen in einen „Vertrag“ umbenannt worden, über den nicht abgestimmt werden mußte.

Präsident Putin habe gerade erklärt, daß die Gespräche mit der Trump-Regierung gut laufen und daß die Absicht dabei sei, globale Sicherheit für alle Länder zu schaffen. Das sei ganz im Sinne der Absicht des IPC und des Schiller-Instituts, eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für alle Länder zu schaffen, sagte Zepp-LaRouche. Sie warnte allerdings, die Lage im Nahen Osten sei immer noch tückisch, und unsere Aufgabe, Frieden zu schaffen, sei erst erfüllt, wenn alle solche Gefahren beseitigt sind.

Ray McGovern, Mitbegründer der „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ (VIPS), befaßte sich mit der Frage, ob die Europäer Trumps Friedensbemühungen stoppen können. Er warnte, die Medien seien eine wichtige Waffe gegen den Frieden, und „Frieden ist schlecht fürs Geschäft“. So hätten der frühere US-Präsidentschaftskandidat Dennis Kucinich und seine Frau in einem neuen Artikel darauf hingewiesen, daß mit dem Beginn der Friedensgespräche die Aktienkurse der Rüstungsindustrie in den USA stark fielen, während sie in Europa, wo die Regierungen ihre Länder aufrüsten wollen, nach oben schnellen. McGovern machte sich über die antirussische Hysterie lustig und fragte: „Sind Rachmaninow und Tschaikowsky nur Tankstellenwärter an einer russischen Tankstelle?“ (Eine Anspielung auf Politiker, die Rußland als „Tankstelle mit Atomwaffen“ bezeichnen.) Trump sage nicht nur „Schluß mit dem Krieg in der Ukraine“, sondern auch „Schluß mit der NATO“. Europa könne sich jetzt nicht mehr auf die USA verlassen, so McGovern. Aber die Gefahr im Nahen Osten sei weiterhin groß, und wir sollten uns daran erinnern, was sein Freund, der Friedensaktivist Daniel Barigan, gesagt hat: „Der Unterschied zwischen etwas tun und nichts tun ist alles.“

Dr. Jerome Ravenet, Professor für Philosophie in Frankreich, Sinologe und Autor einer Dissertation über Präsident Xi Jinping, erinnerte zunächst an die bösartige Rede des britischen Premierministers Tony Blair in Chicago 1999, in der er offen für imperiale Interventionen in anderen Ländern warb. Diese Rede sei zur Grundlage und Rechtfertigung für die vielen Regimewechselkriege geworden, die Großbritannien und die USA in den folgenden Jahren führten. Sanktionen und Militärinterventionen würden Konflikte aber nicht lösen, sondern nur eskalieren, so Ravenet. Er fragte: „Sind die verrückt, oder glauben sie wirklich, daß eine militärische Intervention gegen ein vermeintliches Übel nötig ist?“ Der Westen habe seine Macht mit Farbrevolutionen und Hybris aufgebraucht.

Anschließend sprach Ravenet über die großen Philosophen der westlichen Zivilisation und ihre Gedanken zur Gerechtigkeit. Spinoza habe zwischen Macht und Inklusivität unterschieden und gezeigt, daß Macht sich am Ende als ohnmächtig erweist (wie beim Scheitern von Sanktionen und Regimewechselkriegen, die nur Chaos verursachen), während Chinas Neue Seidenstraße die Vorteile der Inklusivität beweise. China werde im Westen verteufelt, und es werde geleugnet, daß eine sozialistische Demokratie überhaupt möglich ist. Im Gegensatz zur Wolfowitz-Doktrin der westlichen Überlegenheit und Hegemonie betonten die großen Philosophen den gesunden Menschenverstand und eine multipolare Welt, in der Widersprüche nicht bedeuten, andere zu Feinden zu erklären. In der Hinsicht verwies er auf das Konzept des „Zusammenfalls der Gegensätze“ des Nikolaus von Kues, und er lobte Chinas Idee einer „Win-Win“-Politik und De Gaulles Vorstellung eines dritten Weges zwischen Kommunismus und Kapitalismus.

Zepp-LaRouche freute sich über Dr. Ravenets „aufgeklärten“ Vortrag und stimmte zu, daß das chinesische Konzept der „sozialistischen Demokratie“ ein besserer Ansatz sei als der westliche. „Die Demokratie in Europa ist tot“, das sehe man daran, daß die Wahl in Rumänien annulliert wurde, deren Sieger gegen den Ukrainekrieg war und jetzt sogar verhaftet wurde, damit er nicht wieder kandidieren kann. Europa sei eng mit dem „Tiefen Staat“ in den USA verbunden. Sie brachte auch den Begriff der „Synarchie“ ins Spiel – die Vorstellung, daß die Oligarchie und die Bankeninteressen die Macht über den Willen der Massen haben müssen. Ein Beispiel dafür sei Hillary Clintons Aussage, die Menschen, die sie nicht wählen, seien „erbärmlich“.

McGovern dankte Dr. Ravenet und sagte, er fühle sich „wie damals in der Schule, als ich mitschrieb“. Er ergänzte, man müsse auch die Rolle des Rassismus im Denken der Oligarchie berücksichtigen. Er habe die Klassiker studiert und gelernt, daß es im Griechischen zwei Wörter für „Macht“ gibt: eines bedeute Hegemonie, das andere beschreibe ein Verhältnis, bei dem die Interessen des Anderen ernst genommen werden. Jesus habe den letzteren Begriff verwendet.

Ravenet fügte hinzu, Montesquieu habe den Begriff des „orientalischen Despotismus“ eingeführt, obwohl er gar nichts über China wußte. Das habe sich gegen Leibniz gerichtet, der mit den in China tätigen Jesuiten zusammenarbeitete. Ravenet stimmte McGovern zu, daß Jesus das Konzept von Macht als Hegemonie ablehnte.

Mubarack Awad, der palästinensisch-amerikanische Leiter der Friedensgruppe Non-Violence International, unterstützte in einem Videogespräch mit Gerald Belsky vom Schiller-Institut besonders LaRouches Oasenplan. Die Palästinenser seien „weniger daran interessiert, ob es einen oder zwei Staaten gibt, aber ohne Wasser können die Menschen nicht leben“. Israel nutze Wasser als Waffe und habe im Gazakrieg die Wasserversorgung unterbrochen. Die Palästinenser könnten dem Westen nicht trauen, weil zwar immer wieder von „Frieden“ und „Zweistaatenlösung“ die Rede ist, aber kein einziger US-Präsident das durchgesetzt hat, sondern alles nur Israel überläßt. Andere Länder müßten in die Planungen einbezogen werden, wie die Türkei, Indien und afrikanische Länder, nicht nur die Europäer, die früheren Kolonialherren der Region.

In der Diskussion antwortete Zepp-LaRouche auf eine Frage, welche Führung Europa jetzt braucht: „Nicht die Leute, die gegen das Gemeinwohl sind.“ Sie verwies auf Chinas Konzept der „Menschheitsgemeinschaft“. Führungspersönlichkeiten müßten die Menschen inspirieren, und das setze auch eine Liebe zur Poesie und Musik voraus. Als historische Beispiele nannte sie de Gaulle, Schiller, Humboldt und die preußischen Reformer, die Anführer der Bandung-Konferenz 1955, Konfuzius und Jeanne d’Arc. „Wir brauchen Diskussionen über diese Ideen“ statt der üblichen Slogans und Textnachrichten.

Dr. Ravenet brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, daß es das Schiller-Institut gibt, um über solche Themen zu diskutieren. Er habe jahrelang Chinesisch unterrichtet, aber heute werde in Frankreich versucht, Unterricht in Chinesisch und anderen Sprachen abzuschaffen. Zepp-LaRouche sagte, es sei unverzichtbar, andere Sprachen und Kulturen zu kennen, wenn wir eine Welt schaffen wollen, die allen Nationen und Völkern würdig ist.

Jacques Cheminade, der Vorsitzende der französischen Partei Solidarité et Progrès (SP), betonte, echte Führungspersönlichkeiten müßten sich von den „fixen Regeln des Diskurses“ lösen, um die Wahrheit zu suchen.

eir


Internationale Friedenskoalition #91, 28. Feb., 17.00 Uhr

Eine höhere Ebene der Staatskunst kultivieren

91. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Eine höhere Ebene der Staatskunst kultivieren

Freitag, 28.Februar 2025

17.00 Uhr (MEZ)

Nie war es wichtiger als in diesem Augenblick, die weltweiten Friedenskräfte zu bündeln. Das Imperium flippt bei dem Gedanken, seine geopolitische Kontrolle über die globale Mehrheit und die Vereinigten Staaten zu verlieren, deutlich aus.

Schließen Sie sich diesen Freitag um 17.00 Uhr MEZ der Internationalen Friedenskoalition mit Friedensaktivisten aus der ganzen Welt an.

Zur Anmeldung

Dies ist „eine Welt, in der sich alles verändert hat“. Das waren die Worte, die ein offensichtlich konsternierter und nervöser britischer Premierminister Sir Keir Starmer in einer Rede vor dem Unterhaus am 25. Februar wählte. In diesem Punkt kann man ihm nur zustimmen.

Sir Keir Starmer kommt am 27. Februar nach Washington, um US-Präsident Donald Trump zu treffen. Als Vertreter der britischen Monarchie ist es ihm um jeden Preis darum zu tun, die „britisch-amerikanische Sonderbeziehung“ im Sinne Churchills zu retten. Damit hatte die City of London und die Wall Street seit dem Tod von Franklin D. Roosevelt ihre Kontrolle über eine bankrotte unipolare Weltordnung aufrechterhalten.

Starmer will in Washington dafür sorgen, dass in der Ukraine kein Frieden „ausbricht“ und dass es Trump und Putin nicht gelingt, das Gemetzel zu beenden.

Die Welt hat sich jedoch nach dem Telefongespräch zwischen Trump und Putin am 12. Februar, gefolgt von hochrangigen diplomatischen Gesprächen zwischen ihren Vertretern in Riad am 18. Februar, drastisch verändert. Beide Seiten sind nicht nur entschlossen, ihre Beziehungen zu normalisieren und einen Frieden zu erarbeiten, der die Ursachen des Krieges beseitigt. Beide Nationen haben sogar begonnen, über eine mögliche wirtschaftliche Zusammenarbeit bei Projekten zu sprechen, die für beide Seiten von Vorteil sind.

„Die USA sind jetzt der Feind des Westens“, verkündete der Chefkommentator für Wirtschaftsfragen der Financial Times, Commander of the British Empire (CBE) Martin Wolf. Der Londoner Economist blies in dasselbe Horn: „Angesichts des Zusammenbruchs des transatlantischen Bündnisses begannen die fassungslosen europäischen Staats- und Regierungschefs diese Woche mit diplomatischen Bemühungen, um zu retten, was noch zu retten ist.“

Zepp-LaRouche fasste die Situation zusammen: „Ich habe das Gefühl, dass die europäischen Eliten schon so lange den Bezug zur Realität verloren haben, dass sie sich gar nicht mehr an eine sich verändernde strategische Situation anpassen können… Wenn jemand jeglichen Bezug zur Realität verloren hat, bezeichnet man ihn normalerweise als wahnsinnig.“

„Wenn wir nicht eine höhere Ebene der Staatskunst kultivieren“, warnte Zepp-LaRouche, „kommen wir nicht aus der Grube heraus.“


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche, 26. Februar, 18.30 Uhr

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Helga Zepp-LaRouche: Wenn die Wahl-Blase platzt

Die Vorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo) und Gründerin des Schiller-Instituts,
Helga Zepp-LaRouche, gab am 23.2. nach Bekanntwerden der Ergebnisse der Bundestagswahl die
folgende Erklärung ab.


Das Ergebnis der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 spiegelt voll und ganz die Tatsache wider,
daß dieser Wahlkampf in einer beispiellosen Blase geführt wurde, die von den meisten Parteien und den Mainstream-Medien im Sinne des NATO-Narrativs ermöglicht wurde. Die ganze Welt lacht nun
über die völlige Unfähigkeit des deutschen pro-atlantischen Establishments, deutsche Interessen
auch nur annähernd zu verteidigen. Sowohl die Merkel-Regierung als auch die sogenannte Ampel-
Regierung haben es sträflich zugelassen, daß Deutschland in einen NATO-Krieg gegen Rußland
hineingezogen wurde, der die deutsche Wirtschaft weitgehend ruiniert hat.

Während sich Angela Merkel auf dem NATO-Gipfel in Bukarest 2008 noch strikt gegen eine
schnelle Aufnahme der Ukraine aussprach, hat sie mit ihrer doppelzüngigen Haltung zum Minsk-II-
Prozeß dazu beigetragen, daß es zum Ukraine-Krieg kam und das Vertrauen zwischen Rußland und
Deutschland nachhaltig zerstört wurde.

Entgegen seiner früheren Äußerungen über die Gefahr eines Weltkriegs hat sich Bundeskanzler
Scholz bewußt dem NATO-Narrativ unterworfen, indem er weiterhin immer mehr Waffen an die
Ukraine liefert, ohne daß es eine öffentliche Debatte über die Folgen davon für Deutschland gibt.
Zur Aufklärung des größten Terroranschlags auf die für die deutsche Infrastruktur wichtige Nord-
Stream-Pipeline hat die Ampel nichts beigetragen. Die deutsche Wirtschaft befindet sich im freien
Fall. Das alles war kein Thema im Wahlkampf.

Falls es Friedrich Merz gelingt, relativ zeitnah eine Regierung zu bilden, wird er sich entscheiden
müssen, ob er sich positiv auf den neuen diplomatischen Prozeß zwischen der Trump-
Administration und Präsident Putin bezieht, oder dem Deutschland gefährdenden Militarismus der
britischen Regierung und der Brüsseler Bürokratie folgt.

Auf jeden Fall wird die Blase, in der dieser Wahlkampf stattgefunden hat, in Kürze platzen, denn in
den tektonischen Veränderungen, die sich gerade in der Welt abspielen, ist die Halbwertzeit von
Blasen extrem kurz. Wenn Merz dem nicht Rechnung trägt, wird keine wie auch immer geartete
Koalition von langer Dauer sein.

Der Ausweg für Deutschland liegt in der Kooperation mit den BRICS-Staaten und damit der
Globalen Mehrheit. Es liegt an Merz, einen wirklichen politischen Wechsel vorzunehmen, aber es
kann sein, daß ihn die Industrie dazu zwingen muß.

Die Bundesbürger sollten sich darauf einstellen, daß sie wesentlich aktiver werden müssen, wenn
Deutschlands Zukunft gesichert werden soll.

Diskutieren Sie mit Helga Zepp-LaRouche über die Verwirklichung des Neuen Paradigmas für Frieden und echte wirtschaftliche Entwicklung. Senden Sie Ihre Fragen an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.


Münchner Friedenskundgebung hört von Zepp-LaRouche, Ritter und McGovern

Nach dem Auftritt von US-Vizepräsident Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz sollte jedem klar sein, daß die Einheit der NATO und des Westens zur Verteidigung der neoliberalen unipolaren Weltordnung gegen die angeblich autokratischen Regime nicht mehr existiert. Damit gibt es nun Hoffnung – nicht nur auf die Beendigung des Ukrainekrieges, sondern auch auf eine offene Debatte über die Möglichkeit einer globalen Zusammenarbeit, wie sie von den BRICS-plus allen Staaten zum Aufbau der sogenannten Dritten Welt angeboten wurde.

Die Reaktionen der Unterstützer der ständigen Kriege der britischen Geopolitik in der NATO zeigen, wie wichtig die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten für die Beendigung der permanenten Kriege ist und wie fanatisch einige der westlichen Regierungschefs weiter ihren gefährlichen konfrontativen Kurs gegen Rußland und China verteidigen, der uns in den Dritten Weltkrieg führen würde.

Gespalten ist aber auch die Friedensbewegung in Deutschland, was die NATO-Vertreter sicher erfreut. So gab es in München am 15. Februar 2025 auch wieder einige Demonstrationen.

Eine zur Unterstützung des NATO-Kurses der weiteren Lieferung von auch weitreichenden Waffen an die Ukraine wurde von Ukrainern organisiert. Auf dem Odeonsplatz sprachen dort auch die wichtigsten Befürworter einer aggressiven NATO-Politik aus Deutschland: Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Roderich Kiesewetter (CDU) und Anton Hofreiter (Grüne).

Bei den Gegendemonstrationen steht leider immer noch die Brandmauer zwischen dem Münchner Friedensbündnis und der Bewegung „München steht auf“. Das Friedensbündnis verweigert mit ideologischen Begründungen weiter die Zusammenarbeit mit dem aus den Anti-Corona-Aktionen hervorgegangenen Bündnis „München steht auf“.

Die von „München steht auf“ organisierte Kundgebung auf dem Königsplatz mit anschließendem Demonstrationszug durch München stand unter dem Motto „Macht Frieden“. Dort sprachen in der Auftaktveranstaltung Redner wie Dr. Ingrid Pfanzelt aus München, die in der Vergangenheit im Münchner Friedensbündnis für eine Allianz mit „München steht auf“ geworben hatte und deshalb ausgegrenzt wurde.

Es sprachen auch der Europaabgeordnete Dr. med. Friedrich Pürner, der sich vom BSW getrennt, aber sein Mandat im Europaparlament behalten hat, weiter die Publizistin Prof. Ulrike Guerot. Sie alle betonten die Notwendigkeit, endlich das Sterben in der Ukraine zu beenden und Friedensverhandlungen mit Rußland zu beginnen. Sie erwähnten auch die Rede von Vizepräsident Vance aus den USA vom Vortage, der die Errichtung von Brandmauern kritisiert hatte und die Europäer daran erinnerte, daß die Gefahr nicht von Rußland und China für Europa ausgehe, sondern vom Verbot anderer Meinungen und Nicht-Akzeptieren von Wahlen, die dem herrschenden System der globalen Finanzmafia nicht gefallen, wie in Rumänien geschehen, wo die Wahl eines Rußland-freundlichen Kandidaten deshalb gerichtlich annulliert wurde.

Höhepunkt waren jedoch die Beiträge der per Zoom aus den USA und Deutschland live zugeschalteten Vorsitzenden des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, des früheren UN-Waffeninspekteurs Scott Ritter und des ehemaligen CIA-Mitarbeiters Ray McGovern. Ritter und McGovern hatten beide nach dem mit Lügen begonnenen Irakkrieg 2003 ihren Dienst quittiert und gründeten die Whistleblower-Gruppe „Geheimdienstveteranen für Vernunft“ (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, VIPS). Sie antworteten auf die Fragen der Moderatorin Dr. Mona Aranea vom Friedensbündnis NRW zu der Perspektive einer zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Rußland und Deutschland, und ob es mit der neuen Administration in den USA unter Trump eine Chance für den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gebe.

Zur ersten Frage betonten alle drei, daß wegen der geographischen Lage beider Länder in Europa eine zukünftige Zusammenarbeit sicher wieder kommen werde. Helga Zepp-LaRouche betonte auch, daß Rußland nicht, wie im Westen behauptet, isoliert sei, sondern mit den BRICS-Staaten mittlerweile die Unterstützung der Mehrheit der Menschheit habe. Sie forderte, daß Deutschland auch aus Eigeninteresse mit den BRICS-Staaten zusammenarbeiten müsse, um aus dem jetzigen Kurs der Deindustrialisierung herauszukommen. Ray McGovern erinnerte die Deutschen an den Widerstand der Weißen Rose in München und erklärte, daß Sophie Scholl im Jahre 1942 mit einer Flöte vor dem Gericht, in dem gegen ihren Vater wegen dessen Widerstands gegen Hitler verhandelt wurde, das bekannte Lied „Die Gedanken sind frei“ gespielt habe. Er selber begann dann dieses Lied zu singen, und einige der Zuschauer stimmten auch mit ihm in dieses Freiheitslied ein.

Zur Frage eines möglichen Abzugs der amerikanischen Streitkräfte aus Deutschland erklärte Scott Ritter, dies werde wahrscheinlich kommen, da Deutschland in der Trump-Administration nicht mehr als verläßlicher Partner angesehen werde. Man werde wahrscheinlich aber nicht alle Truppen abziehen, sondern den Großteil nur nach Polen verlegen, was für Europa keine Änderung der Lage bedeute.

Zepp-LaRouche machte klar, daß 1991, nach dem Ende der Sowjetunion und des Warschauer Paktes, auch die NATO hätte aufgelöst werden müssen, wofür sie lauten Applaus aus dem Publikum bekam. Man brauche endlich eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Interessen aller Nationen berücksichtige und jedem Land das Recht auf Entwicklung zugestehe. Sie machte auch die Internet-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) bekannt, die jeden Freitag um 17 Uhr Vertreter aus über 50 Nationen zusammenbringe, um Aktionen für eine friedliche gerechte Welt zu besprechen.

Ray McGovern rief die Deutschen auf, „endlich erwachsen zu werden“ und die Politik der Regierung gegen das Gemeinwohl zu beenden.

Die Bekanntheit des Schiller-Instituts unter den Demonstranten zeigte sich auch darin, daß das Flugblatt, das Helga Zepp-LaRouche für die Demonstration geschrieben hatte, vor dem Veranstaltungsbeginn in kürzester Zeit an die meisten der Demonstranten verteilt wurde, von denen etliche erklärten, daß sie regelmäßig Helga Zepp-LaRouche auf den Webseiten des Schiller-Instituts und der BüSo verfolgen. Am Abend wurde in der „Rundschau“ des Bayerischen Rundfunks berichtet, es habe mehrere Kundgebungen in München im Zusammenhang mit der MSC Konferenz gegeben. Berichtet wurde aber nur über die beiden anderen, nicht über die größte am Königsplatz von „Macht Frieden“.

Werner Zuse


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