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„Den gestreckten Arm eines Despoten beugen“

Bericht vom 134. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Die 134. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) am 26. Dezember wurde von der Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche eröffnet, die betonte, wir sähen gegenwärtig keine Kombination einzelner Krisen auf der Welt, sondern einen „absolut epochalen Wandel“, weil die 500-jährige Ära des Kolonialismus nun zu Ende gehe.

Die Behauptung der Neokonservativen, die russische Invasion der Ukraine 2022 sei völlig unprovoziert und ohne jede Vorgeschichte aus heiterem Himmel gekommen, sei unhaltbar geworden. Die kürzlich freigegebenen Gespräche zwischen den Präsidenten Putin und George W. Bush unterstrichen, daß dieser Krieg vermeidbar gewesen wäre. Der Westen habe offensichtlich gewußt, daß er mit der Stationierung atomwaffenfähiger Raketen nahe der russischen Grenzen eine rote Linie überschritt.

Die Vorstellung, Aufrüstung sei eine Lösung für den wirtschaftlichen Zusammenbruch Europas, sei „volkswirtschaftliche Dummheit”. Die Meinungs- und Gedankenfreiheit in Europa werde angegriffen, wie man an den Sanktionen gegen den moderaten und angesehenen Analysten Jacques Baud sehe.

In Südwestasien gebe es in der israelischen Presse dringende Warnungen vor einem neuen Krieg, weil Ministerpräsident Netanjahu sich bei seinem USA-Besuch am 29. Dezember grünes Licht für eine erneute Aggression erhoffe.

Zepp-LaRouche schloß: „Wir müssen die westlichen Regierungen davon überzeugen, daß sie ihre arrogante Vorstellung aufgeben“, sie müßten die Welt beherrschen. Wir bräuchten Kooperation statt Konfrontation, und dabei werde 2026 ein „Jahr der Entscheidung“ sein.

Rachel Clark, Dolmetscherin, Beraterin und internationale Koordinatorin zwischen Japan und den Vereinigten Staaten, ist seit langem Aktivistin bei den Veterans for Peace. Sie erinnerte daran, daß der Krieg in der Ukraine spätestens 2014 mit dem Angriff des Kiewer Regimes auf die Ostukraine begann, bei dem 14.000 Menschen starben.

Vor diesem Hintergrund berichtete sie, die Remilitarisierung Japans entgegen der Nachkriegsverfassung des Landes sei auf Druck der USA während der Kriege in Korea und Vietnam erfolgt. Das US-Militär sei praktisch eine Besatzungsmacht. Artikel 9 der Verfassung, der Krieg und Anwendung von Gewalt zur Beilegung internationaler Streitigkeiten grundsätzlich verbietet, sei gegen den Protest der Bevölkerung außer Kraft gesetzt worden. Der Gemeinsame Amerikanisch-Japanische Ausschuß habe so viel Macht, daß das gewählte Parlament, der Diet, nur Kabuki-Theater sei. In Japan, mit einer Landfläche wie Kalifornien, hätten die USA über 350 Militärstützpunkte. Das Land könne wie die Ukraine als Schachfigur Opfer eines Stellvertreterkrieges werden. Japan sei heute ein „Paradefall der Operation Mockingbird“, dem CIA-Projekt zur Platzierung von Propaganda in den Nachrichtenmedien. Die japanischen Konzernmedien berichten nicht über die Provokationen der USA gegen China, sondern täten immer so, als wären Chinas Reaktionen unprovoziert.

Anschließend wurde ein Video mit Höhepunkten der jüngsten Jugendkonferenz des Schiller-Instituts vorgeführt. Beiträge darin kamen von Helga Zepp-LaRouche, der ehemaligen südafrikanischen Außenministerin Naledi Pandor, Südafrikas Botschafterin in Mexiko Beryl Sisulu, dem ehemaligen Stabschef der senegalesischen Luftwaffe Alain Charlemagne Pereira sowie jugendlichen Aktivisten aus zahlreichen Ländern, u.a. in Afrika und Südwestasien.

Larry Johnson, ehemaliger CIA-Mitarbeiter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), sagte voraus, es werde vorerst keine Einigung zur Ukraine geben, weil die Forderungen der Ukrainer und Europäer im Widerspruch zu Rußlands Bedingungen für Friedensverhandlungen stünden – nämlich, daß der Westen die ehemals ostukrainischen Gebiete als Teil der Russischen Föderation anerkennt und daß keine NATO-Soldaten in der Ukraine stationiert werden. Die zu Anfang erklärten Ziele der russischen Sonderoperation – Entmilitarisierung und Entnazifizierung – seien nach wie vor gültig und nicht verhandelbar.

Der Ukraine-Krieg werde auf dem Schlachtfeld entschieden, und Europa sei jetzt „irrelevant“, betonte Johnson. Europa sei nicht mehr das Zentrum der Wissenschaft und der industriellen Produktion, es habe nichts zu bieten, was andere Länder brauchen. Die Russen „sitzen mit einer großen Tüte Popcorn auf dem Sofa und schauen zu, wie sich die USA und Europa streiten“.

In Bezug auf Venezuela erinnerte Johnson daran, daß es dreimal so groß ist wie Vietnam; die USA hätten nicht die nötigen militärischen Kapazitäten, um es zu erobern und zu beherrschen. „Es ist mir schleierhaft, warum wir Venezuela als den sprichwörtlichen Hügel ausgewählt haben, auf dem wir sterben wollen.“ Die USA könnten ihre Ziele nicht mit militärischer Gewalt erreichen.

Dialog

Zepp-LaRouche dankte Clark und betonte, wir müßten erreichen, daß jungen Menschen die wahre Geschichte des Zweiten Weltkriegs vermittelt wird.

Johnson erinnerte daran, daß Japan und Deutschland, die heute wieder aufrüsten, die Achsenmächte des Zweiten Weltkriegs waren. Unsere Regierungen stellten Rußland und China als imperialistische Aggressoren dar, in Wirklichkeit habe der Westen selbst durch unzählige von ihm ausgelöste Konflikte Blut an den Händen. Präsident Trump prahle mit seinem neuen Plan für riesige Kriegsschiffe der „Trump-Klasse“, aber „offenbar hat er noch nichts von Hyperschallraketen gehört“. Die US-Marine habe sich nicht einmal gegen die Huthis im Jemen behaupten können, wie solle sie dann China herausfordern?

Zepp-LaRouche betonte, sie werde niemals akzeptieren, daß Deutschland als Nation in die Geschichte eingeht, „die gescheitert ist wie die Inkas oder Mayas”. Johnson ergänzte, er habe noch nie eine so große Diskrepanz gesehen zwischen dem Willen der Bevölkerung in Europa und den USA und dem, was ihre Regierungen tun.

Der New Yorker Kongreßkandidat José Vega zeigte das Video seiner jüngsten Intervention gegen seinen Gegner, den amtierenden Abgeordneten Ritchie Torres, das von rund zwei Millionen Menschen auf verschiedenen Plattformen angesehen wurde. „Diese Leute sind keine Autoritäten, sie sind Clowns, und so sollte man sie auch behandeln“, sagte Vega dazu.

Offene Diskussion

John Steinbach, ein regelmäßiger Teilnehmer der IPC-Treffen, erinnerte an seine langjährige Zusammenarbeit mit Rachel Clark und stellte fest, Japan habe einen der weltweit größten Plutoniumvorräte und könne in relativ kurzer Zeit Atomwaffen bauen.

Clark schlug vor, daß Hafenstädte auf der ganzen Welt gemeinsam beschließen, Kriegsschiffe mit Atomwaffen aus ihren Häfen zu verbannen.

Ein Online-Zuschauer fragte: „Wie kann man die Armut im Kapitalismus beenden?“ Zepp-LaRouche antwortete, weder in Europa noch in Amerika gebe es ein Programm zur Beseitigung der Armut, anders als in China mit seinem erfolgreichen Programm. China allein mache 60% der Armutsbekämpfung weltweit aus. Der Co-Moderator Dennis Small ergänzte später, es sei wichtig, zu definieren, was man unter „Kapitalismus“ versteht – ob schädliche Finanzspekulation oder vielmehr den Ansatz des Amerikanischen Systems von Alexander Hamilton, der Chinas heutigen Methoden sehr ähnlich sei?

Clark forderte, Unternehmen, die vom Krieg profitieren, zu stigmatisieren und Konzerne wie Raytheon oder Lockheed Martin zu drängen, auf zivile Produktion umzustellen. Ein Teil des riesigen Militärbudgets der USA sollte verwendet werden, um Schülern die Möglichkeit zu geben, die Welt außerhalb der USA zu besuchen, das sei eine unschätzbare Bildungserfahrung.

Clark sagte, dieses Treffen habe sie optimistisch gestimmt, und wir müßten die jüngeren Generationen inspirieren, den Kampf für den Frieden anzuführen. Zepp-LaRouche erzählte, wie schockiert sie bei ihrem ersten Besuch in den USA darüber war, wie Deutsche in Serien wie Hogan’s Heroes dargestellt wurden. Sie schlug ein großes Projekt für junge Menschen vor, bei dem sie selbst historische Archive besuchen, anstatt sich auf die Narrative der populären Medien zu verlassen. Wir müßten den Bürgern deutlich machen, daß sie selbst für die Veränderung der Politik ihrer Länder verantwortlich sind. Wie Schiller in seiner Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande schrieb, könne „ein herzhafter Widerstand auch den gestreckten Arm eines Despoten beugen“.    

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Internationale Friedenskoalition #134, 26.12.2025, 17.00 Uhr

Vernunft, Unsterblichkeit und die Weigerung, klein zu sein

134. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Vernunft, Unsterblichkeit und die Weigerung, klein zu sein

26. Dezember 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Nehmen Sie diese Woche an der International Peace Coalition u.a. mit Rachel Clark, Dolmetscherin, Beraterin und internationale Koordinatorin zwischen Japan und den Vereinigten Staaten und Larry Johnson, ehemaliger CIA-Geheimdienstmitarbeiter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) teil.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Wenn Sanktionen ohne Gerichtsverfahren verhängt, Bankkonten ohne Erklärung geschlossen und politische Äußerungen als Gefahr für die Öffentlichkeit behandelt werden, geht es nicht mehr um diesen oder jenen politischen Streit. Es geht darum, ob die Vernunft selbst noch existieren darf. Ideen, die auf den ersten Blick keine physische Kraft zu haben scheinen, können dennoch Berge versetzen, Imperien zu Fall bringen und völlig neue Wissenschaftsbereiche schaffen, denn der menschliche Geist ist in der Lage, Prinzipien zu entdecken, nach denen das Universum regiert wird. Diese Kohärenz zwischen dem kreativen Denken des Menschen und der Realität unseres sich entwickelnden Universums ist die wahre Quelle der Macht.

Eine Gesellschaft, die diese Fähigkeit bekämpft, kann nicht lange überleben. Man kann die Demokratie nicht verteidigen, indem man erklärt, dass das bloße Anhören der Worte eines politischen Kontrahenten „ernsthaften Schaden” verursachen könnte. Ebenso wenig kann man sich zur Meinungsfreiheit bekennen und gleichzeitig ideologischen Gehorsam durch Reiseverbote, Sanktionen und finanzielle Ausgrenzung erzwingen. Solche Maßnahmen sind keine Stärke, sondern das Eingeständnis einer intellektuellen Bankrotterklärung.

Was wir derzeit – insbesondere in Europa – beobachten, geht weit über Heuchelei hinaus. Es zeigt das Fehlen jeglicher moralischer Orientierung. Politiker, die sich gegen ihnen auferlegte Beschränkungen wehren, befürworten freudig weitaus härtere Strafen gegen Journalisten, Richter, UN-Beamte und politische Gegner. Die Schließung von Bankkonten in Deutschland, die Parteien und Reportern gehören, ist keine rein technische Angelegenheit. Sie signalisiert, dass die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben davon abhängt, die „richtigen” Einstellungen zu haben.

Genau diese Art der Degeneration hat Lyndon LaRouche angesprochen, als er vom Konzept der Unsterblichkeit sprach – nicht als körperliche Unsterblichkeit, sondern als Maßstab für ein Leben, das für die Zukunft der Menschheit gelebt wird:

„Alle großen Persönlichkeiten haben sich der Unsterblichkeit verschrieben. Nicht Unsterblichkeit im biologischen Sinne, sondern im Sinne der Frage: ‘Wie soll ich mein Leben verbringen?’ Indem wir die Gesellschaft verbessern, erlangen wir eine gewisse Unsterblichkeit.”

Er stellte diese Sichtweise der vorherrschenden Mentalität in der modernen Politik gegenüber:

„Dem typischen Politiker fehlt das. Er will seine sofortige Befriedigung. Er will den Erfolg seiner Parteifraktion. Er will das Beste für sein Land, aber er will es, ohne seinen eigenen Erfolg aufgeben zu müssen.”

LaRouche identifizierte die grundlegendere Gefahr als eine Verkümmerung des menschlichen Geistes:

„Wie kann man von Menschen erwarten, die mit den Sorgen um die unmittelbaren Interessen ihrer Familien, ihren eigenen Unsicherheiten und ihren alltäglichen Problemen beschäftigt sind, dass sie über sich hinauswachsen, wenn die Führungsschicht sich selbst wie kleine Menschen verhält? Sich wie kleine Schaufensterpuppen verhalten?”

Dieser moralischen Kleinheit stellte er einen höheren Maßstab entgegen:

„Was wir brauchen, sind wahre Helden. Nicht Heldentum mit dem Schwert, sondern Heldentum mit dem Geist. Es braucht eine Kombination aus Mut, wie den von Jeanne d’Arc, aber auch die damit einhergehende Weisheit der Seele.”

In diesem Licht muss auch das Zusammentreffen der Internationalen Friedenskoalition am 26. Dezember verstanden werden. Es verkörpert die Weigerung, eine von Angst, Sanktionen, Zensur und permanentem Krieg beherrschte Welt zu akzeptieren. In einem Moment der Geschichte, in dem militärische Eskalation zur Normalität geworden ist, wirtschaftliche Strangulierung als Form der Diplomatie gilt und trotz wissenschaftlicher Durchbrüche wie der Laserfusion immer noch endlose Konflikte gefordert werden, stellt sich die Frage, ob endlich wieder Vernunft die Politik leiten wird.

Unsterblichkeit ist in diesem Sinne keine abstrakte philosophische Frage.

Sie ist das praktische Maß dafür, ob Führungskräfte und Bürger gleichermaßen zum Wohle zukünftiger Generationen handeln. Eine Zivilisation, die die Vernunft unterdrückt, verurteilt sich selbst zum Niedergang. Eine Zivilisation, die die Vernunft jedoch schätzt, entscheidet sich dafür, in der Zukunft zu leben.


Internationale Jugendbewegung entsteht: eine neue strategische Flanke für das Gute

Von Daniel Burke und Alexander Hartmann

Für alle Kräfte, die eine neue, gerechte Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur für die Welt fordern, entsteht jetzt eine wichtige neue strategische Flanke: eine internationale Jugendbewegung, die sich den gemeinsamen Interessen der Menschheit verschrieben hat. In der Pariser Konferenz von Solidarité et Progrès und dem Schiller-Institut am 8.-9. November hatte die Gründerin des Instituts, Helga Zepp-LaRouche, zum Aufbau einer solchen Bewegung aufgerufen („Eine weltweite Jugendbewegung für Frieden und Entwicklung”). Diese Jugendbewegung wächst nun schnell an. Am 14. Dezember beteiligten sich mehr als 200 Jugendliche aus fast 40 Ländern aller fünf Kontinente an einer internationalen Online-Konferenz unter dem Motto „Junge Menschen der Welt, vereinigt euch!“, um über die Herausforderungen zu sprechen, mit denen die Jugend weltweit konfrontiert ist, wenn sie eine Zukunft haben will. Vertreten waren: Afghanistan, Algerien, Argentinien, Äthiopien, Australien, Bangladesch, Brasilien, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Dänemark, DR Kongo, Deutschland, Frankreich, Gambia, Ghana, Indien, Iran, Italien, Japan, Jemen, Kamerun, Kanada, Kenia, Madagaskar, Mali, Mexiko, Niederlande, Niger, Nigeria, Palästina, St. Lucia, Senegal, Simbabwe, Sudan, Südafrika, Tansania, Tschad, Uganda und die USA.

Sie wurden dabei beraten von erfahrenen internationalen Persönlichkeiten: neben Helga Zepp-LaRouche Dr. Naledi Pandor, Vorsitzende der Nelson-Mandela-Stiftung und ehemalige südafrikanische Außenministerin, Jacques Cheminade, Präsident der französischen Partei Solidarité & Progrès, Beryl Sisulu, Botschafterin Südafrikas in Mexiko, sowie Alain Charlemagne Pereira, Botschafter a.D. und ehemaliger Stabschef der senegalesischen Luftwaffe. Sie stellten sich im ersten Konferenzabschnitt dem Dialog mit den jungen Menschen.

Zepp-LaRouche stellte in ihrem Vortrag die einzigartige Bedeutung und Geschichte der LaRouche-Bewegung vor. Diese Bewegung schaffe die Grundlage dafür, die Welt aus dem gegenwärtigen Wahnsinn zu befreien, und eröffne die Möglichkeit, die Welt „vollständig zu einem besseren System zu verändern, in dem jedes Land das Recht auf Entwicklung hat“.

Vor mehr als einem halben Jahrhundert hätten Lyndon LaRouche und seine Bewegung mutig die Schrecken des Faschismus, die Tragödie des Völkermords im Zweiten Weltkrieg und die unvermeidlichen mörderischen Folgen eines Systems angesprochen, das auf billigen Arbeitskräften und Abwertung souveräner Währungen beruht. Zepp-LaRouche betonte:

„Wir haben uns seit Lyndon LaRouches Prognose im Jahr 1971 darauf vorbereitet, daß wir auf eine neue Gefahr von Faschismus, Krieg und Depression stoßen würden, aber auch auf das Potential für die neue Weltwirtschaftsordnung, an der wir seit einem halben Jahrhundert in Form von konkreten Programmen arbeiten. Dieser Moment ist jetzt gekommen, und das mit einer solchen Gewalt, daß die meisten Menschen, die sich nicht mit den inhärenten Fehlern des gegenwärtigen Finanzsystems auseinandergesetzt haben, völlig überrascht sind. Sie verstehen nicht recht, wie die Dinge so aus dem Ruder laufen können.

Sie erkennen nur, daß die alte Ordnung verschwunden ist – speziell die sogenannte unipolare Ordnung, die nach dem Ende des Kalten Krieges etabliert werden sollte. Sie ist am Ende. Es gibt nicht nur eine riesige Kluft zwischen dem sogenannten Globalen Westen und dem Globalen Süden, sondern auch einen großen Bruch in den transatlantischen Beziehungen.“

Wir seien in einem „unglaublich machtvollen Moment der Geschichte, denn es geht nicht nur um die Jugendbewegung. Die Mehrheit der Länder – die BRICS-Staaten, die SCO und viele andere Organisationen – kämpfen heute für ein System, in dem jedes Land auf dem Planeten die gleichen Rechte auf wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand für seine Bürger hat.“

Die große Aufgabe bestehe nun darin, zu verhindern, daß die Neokonservativen in Amerika und die Kriegspartei in Europa, die immer noch im Krieg ein Mittel zur Konfliktlösung sehen, ihre Ziele erreichen. „Dafür brauchen wir unbedingt viele junge Menschen, die die Botschaft vermitteln, daß die Zukunft ihnen gehört.“

Intensiver Dialog junger Aktivisten aus aller Welt

Auf den Dialog mit den erfahrenen politischen Führungspersönlichkeiten folgten in einer zweiten Sitzung 17 aufgezeichnete Videobeiträge junger Menschen aus Nigeria, der Elfenbeinküste, dem Jemen, Mexiko, den Niederlanden, Rußland, dem Sudan, Kamerun, Japan, den Vereinigten Staaten, Mali, Kenia, Uganda und Brasilien, dazu ein Dutzend Live-Statements junger Führungskräfte aus der Demokratischen Republik Kongo, Niger und vielen anderen Ländern. Die Beiträge behandelten unterschiedliche Themen, die aber alle für die Zukunft wichtig sind, darunter:

  • der Einsatz von Künstlicher Intelligenz gegen Mykotoxin-Kontamination (Schimmelpilze) von Lebensmitteln in Afrika,
  • Mobilisierung der Bevölkerung Mexikos für Zusammenarbeit mit den BRICS,
  • Gedenken an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki,
  • der 255. Geburtstag Ludwig van Beethovens aus der Sicht eines jungen Jemeniten,
  • dringend notwendige Aktivitäten, um die mörderischen Krisen in der DR Kongo und im Gazastreifen zu beenden,
  • der rechtliche Kampf um die wirtschaftliche und politische Souveränität Malis,
  • die Forderung nach einem gerechten System für die Weltlandwirtschaft aus der Sicht eines US-Viehzüchters,
  • und die Bedeutung von fossilen Brennstoffen und Großprojekten für die Überwindung der Armut in Afrika und der Welt.

Auf diese Beiträge folgte eine weitere Diskussion der jungen Aktivisten mit Zepp-LaRouche und Cheminade. Dabei ging es insbesondere darum, was heute und in der Zukunft zu tun ist, um einen neuen, diesmal globalen Faschismus zu verhindern, der mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, Kryptowährungen und dem Militärisch-Industriellen Komplex die Konsolidierung eines neuen, gerechten Paradigmas für die Menschheit verhindern soll.

„Lösungen für jedes menschengemachte Problem“

Als Beispiel für diese Machenschaften wurde auf ein perverses neues Propagandavideo der NATO verwiesen, im dem ganz offen ausgesprochen wird, daß der Krieg in die Gehirne der Menschen getragen werden soll.1 Vor diesem Hintergrund sei die Frage, wie sich diese weltweite Jugendkooperation engagieren muß. Zepp-LaRouche forderte die künftigen Führungspersönlichkeiten heraus:

„Wir sind keine Barbaren. Wir sind nicht wie dieses Menschenbild der NATO. Wir sind eine schöpferische Gattung, wir können Lösungen für jedes menschengemachte Problem finden. Und Krieg ist ein menschengemachtes Problem.

Deshalb halte ich eine starke internationale Jugendbewegung für den Schlüssel zur Lösung der gegenwärtigen Situation in der Geschichte der Menschheit. Nur wenn wir junge Menschen auf allen Kontinenten haben – in Afrika, Lateinamerika, Asien, und dann hoffentlich auch in den Vereinigten Staaten und Europa –, die für ein neues Wirtschaftssystem, eine neue Weltwirtschaftsordnung und ein Ende des Krieges kämpfen, kann diese Tragödie, die auf die Menschheit zukommen kann, vermieden werden.“

Sie sei sehr optimistisch, daß wir „über alle Mittel verfügen, um ein neues Kapitel der Menschheit aufzuschlagen. Wir können diese gegenwärtige Periode, diese Ära des Imperialismus und Kolonialismus, hinter uns lassen und in eine neue Phase der Menschheit eintreten, in der die Länder miteinander umgehen wie Mitglieder einer Familie, wo jeder das Beste für den anderen will und umgekehrt.“

In einer solchen Zukunft werde die Menschheit „ihre Energien darauf verwenden, wie wir die Fusionsenergie nutzen, wie wir bisher unheilbare Krankheiten besiegen, wie wir zum Mond reisen und die Voraussetzungen für interstellare Raumfahrt schaffen“. Es wäre „eine glänzende Zukunft, in der die eine Menschheit zur gemeinsamen Identität aller wird“.

Die begeisterten Reaktionen der jungen Konferenzteilnehmer zeigen, daß viele bereit und willens sind, diese Bewegung mit aufzubauen und dabei Zepp-LaRouches Aufruf zu folgen, die Methode des „Zusammenfalls der Gegensätze“ zu meistern, die Kardinal Nikolaus von Kues im 15. Jahrhundert als Mittel zur Lösung scheinbar unlösbarer Probleme erfunden hat, indem man solche Probleme von einer höheren Ebene aus angeht.

Die Mitschnitte der beiden Sitzungen (im englischen Original) finden Sie auf der Internetseite des Schiller-Instituts.


Anmerkung

1. „From Foresight to Warfight!“, Propaganda-Video von NATO Allied Command.


Junge Menschen der Welt, vereinigt euch!

Bericht vom 133. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Das 133. wöchentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) fand am 19. Dezember statt, die Präsidentin des Schiller-Instituts und IPC-Mitgründerin Helga Zepp-LaRouche eröffnete es mit einer detaillierten Darstellung der turbulenten jüngsten Zeit. Die Europäische Union sei mit ihren Plänen zur Finanzierung des Krieges gegen Rußland in der Ukraine gescheitert. Die Notlösung der EU bestehe nun darin, auf Kosten der Steuerzahler 90 Milliarden Euro zu leihen und das Geld wiederum der Ukraine zu leihen, damit das Land die 45 Milliarden Euro, die es der EU bereits schuldet, zurückzahlen kann. Dieses gigantische Schneeballsystem werde am Krieg nichts ändern, weil die Ukraine keine Soldaten mehr habe, um weiterzukämpfen.

Doch die noch verbliebene Einheit in der EU werde zerstört, weil Länder wie Ungarn, Tschechien, Österreich und andere sich diesem Wahnsinn widersetzen. Allein die Drohung der EU, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu stehlen, bringe das gesamte Finanzsystem in Gefahr. Der jüngste 16-stündige EU-Gipfel sei ein Ausdruck höchster Verzweiflung – die Staats- und Regierungschefs wurden gezwungen, so lange zu bleiben, bis ein Plan vereinbart war. Dabei hätten Medienberichte bestätigt, daß es nie zum Krieg in der Ukraine gekommen wäre, wenn das Land 2020 eingewilligt hätte, auf einen NATO-Beitritt zu verzichten.

Zepp-LaRouche sprach dann von der Gefahr eines Krieges der USA gegen Venezuela, was „eine Katastrophe“ wäre. Dieser Wahnsinn spalte Präsident Trumps Basis, weil er immer versprochen hatte, keine Kriege mehr zu führen.

Sie erwähnte auch die Sanktionen der EU gegen den Schweizer Offizier und Autor Jacques Baud wegen des „Verbrechens”, der offiziellen Linie zum Ukrainekrieg zu widersprechen. Diese Verletzung der Meinungsfreiheit stehe im Widerspruch zur UN-Charta, EU-Recht und der US-Verfassung. Vielleicht werde EU noch versuchen, Sanktionen gegen Papst Leo zu verhängen, weil er sich gegen den Krieg ausspricht.

Zepp-LaRouche verurteilte die gefährlichen Äußerungen des Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, für einen „Präventivschlag” gegen Rußland, und Behauptungen aus der NATO, der Krieg liege „in der Natur des Menschen“. Sie rief alle Teilnehmer auf, ihre Forderung nach einer Auflösung der NATO zu unterstützen. Die Jugend der Welt müsse sich zusammenzuschließen, um den Krieg zu beenden und ein neues Paradigma für Entwicklung zu schaffen. Das herrschende Establishment habe nicht das Recht, der Menschheit ihre Zukunft zu stehlen.

Gegen die „Händler des Todes“

Jack Gilroy sprach dann über seine Theologie des Widerstands; er ist seit Jahrzehnten bei Veterans for Peace und Pax Christi in den USA aktiv. Gilroy gab einen Überblick über die Nachkriegsgeschichte der Geopolitik, angefangen mit seinen Erfahrungen 1955 als NATO-Soldat an der Grenze zur Tschechoslowakei, wo er und seine Kameraden genau wußten, daß sie im Ernstfall alle nur „Opferlämmer” wären. In der Kubakrise 1962 hätten dann die Verhandlungen zwischen Kennedy und Chruschtschow mit der Hilfe von Papst Johannes XXIII. einen Weltkrieg verhindert. Im Juni und September 1963 habe Kennedy an der American University in Washington und später vor der UNO über Abrüstung gesprochen, und bei einer anderen Gelegenheit gesagt, er wolle die CIA „in tausend Stücke zerschlagen“.

Nachdem 1989 die Berliner Mauer fiel, sei viel von einer Umstellung der Rüstungsindustrie auf friedliche Zwecke die Rede gewesen, aber die „Händler des Todes” wollten Rußland unbedingt als Feind behalten. 2014 habe die CIA die gewählte Regierung in der Ukraine gestürzt, um Krieg gegen Rußland zu schüren. Als Rußland 2022 in die Ukraine einmarschierte, seien die Aktien der Händler des Todes sprunghaft angestiegen. 2024 habe dann die NATO durch die Lieferung von Langstreckenraketen an die Ukraine die Welt in eine neue Kubakrise gestürzt.

Es sei an der Zeit, sich von der Lüge zu verabschieden, Militarismus gäbe uns Sicherheit. Die einzige wahre Sicherheit komme von Entwicklung und Gerechtigkeit. Gilroy betonte, in der Zukunft werde man Kennedy, Papst Johannes XXIII. und Lyndon LaRouche als die wahren Helden dieser Zeit betrachten. In der Diskussion sprach Gilroy auch über seine Theatergruppe „Rising Together Theater“, die sich mit Fragen von Frieden und Gerechtigkeit befaßt.

Der Kampf um Iberoamerika

Der EIR-Iberoamerika-Redakteur Dennis Small informierte über den Machtkampf im Weißen Haus in Bezug auf einen Krieg gegen Venezuela. Anführer der Kriegsfraktion seien der bösartige Vize-Stabschef des Weißen Hauses Stephen Miller und der extrem ehrgeizige Außenminister Marco Rubio, die Trump in diese Falle drängen.

Small kontrastierte dann die Politik imperialistischer Kriege und kolonialer Ausbeutung in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) der USA mit der Politik für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit in Chinas jüngster Erklärung zu Lateinamerika und der Karibik. Die NSS besage, die USA müßten die Welt dominieren und kein Land oder Ländergruppe dürfe stark genug werden, um das zu gefährden. China dagegen spreche von „universeller Sicherheit”, gemeinsamen Zielen und Zusammenarbeit. China verwende auch den Begriff „trilaterale Entwicklung”, womit es die USA einlädt, sich an der Entwicklung Lateinamerikas zu beteiligen. Die NSS lehne das jedoch ab und bestehe darauf, daß die USA alleinigen Zugang zu den Ressourcen der Region haben und alle anderen Länder verdrängen. Small listete die wichtigsten Großprojekte in Süd- und Mittelamerika auf, die China organisiert hat oder die es vorhat, die aber von den USA sabotiert werden.

Professor Eduardo Siqueira von der University of Massachusetts in Boston sagte, der Fokus der Politik liege immer zu sehr auf Krieg statt auf Frieden. Die NSS halte nur schriftlich fest, was viele Regierungen in Iberoamerika längst wüßten, nämlich, daß die USA eine „Kanonenboot-Diplomatie“ vorhaben. Die USA wollten Länder zwingen, gegen das eigene Interesse zu handeln, so auch in Venezuela, seit Hugo Chávez an die Macht kam. Um zu versuchen, Chávez und seine Anhänger zu stürzen, hätten die USA einen Putschversuch organisiert, Militärführer bestochen, Söldner in Kolumbien eingesetzt und künstliche Gegenkandidaten wie Juan Guaidó und María Machado finanziert. Während die Trump-Regierung Maduro wegen angeblicher „Verbindungen zum Drogenhandel“ mit einer Invasion drohe, habe sie gleichzeitig den honduranischen Ex-Präsidenten und berüchtigten Drogenhändler Juan Hernández begnadigt.

Die USA benutzten die CIA und Organisation wie NED (National Endowment for Democracy), um Marionettenregime einzusetzen, das eigentliche Angriffsziel sei aber Brasilien. Stephen Miller ändere jeden Tag seine Argumentation mit neuen Lügen, aber das Ziel sei immer, den Einfluß Chinas und der BRICS zu stoppen. Siqueira betonte, ein Imperium handele immer verzweifelter, wenn es im Niedergang begriffen ist. Gilroy ergänzte, er habe Venezuela mehrmals besucht und sei beeindruckt von den kubanischen Ärzten, die sich dort in den Armenvierteln um die „vergessenen Menschen“ kümmern.

Die Jugend ist entscheidend

Mehrere junge Redner berichteten dann von den beiden Jugendkonferenzen des Schiller-Instituts im November in Paris und online am 14. Dezember. Tim aus Uganda rief alle jungen Menschen der Welt auf, gemeinsam für Entwicklung zu kämpfen, um die Kriege zu beenden. Wenn Afrika frei sei, werde auch die Welt frei sein. Estevao aus Brasilien betonte, um Frieden zu schaffen, müsse man die Prinzipien des Westfälischen Friedens von 1648 anwenden und die „Interessen der anderen“ berücksichtigen. Estevao war einer der Teilnehmer der Konferenz vom 14. Dezember mit 200 Teilnehmern aus 39 Ländern, auf der über Themen wie die Glass-Steagall-Bankentrennung diskutiert wurde, die Kredit in Produktion statt in Spekulation lenken kann. Carla aus der Bronx (New York City) sprach über ihr Organisieren von Studentengruppen für Großprojekte wie den Beringstraßentunnel und den Oasenplan, die Frieden durch Entwicklung bringen können, was auf begeisterte Resonanz stoße.

In der Diskussion schlugen einige Teilnehmer vor, jeder solle sich eine Leseliste für die Ferienzeit aussuchen, aber Dennis Small wies darauf hin, daß mehrere der genannten Bücher nicht das höhere Prinzip der „einen Menschheit” behandeln. Um so effektiv wie möglich zu organisieren, müsse man die Werke von Lyndon LaRouche kennen und verstehen. Auf die Frage, wie man die USA positiv verändern könne, antwortete Zepp-LaRouche, die Amerikaner müßten ihre „Vorgeschichte” kennen, die mindestens bis zu Paolo Toscanelli zurückreicht. Es gebe eine Universalgeschichte der Menschheit, und eine Verschiebung zu einer chauvinistischen Sichtweise sei immer sehr besorgniserregend. Die amerikanische Elite habe die britische Kolonialpolitik übernommen, wie man an H.G. Wells‘ Buch Die offene Verschwörung sehen könne. Zepp-LaRouche schloß mit dem Aufruf, Unterstützung für ihre Erklärung zum Austritt aus der NATO zu sammeln und Lyndon LaRouches Werke zu lesen, wie z.B. „Der wahre Staatsmann – das historische Individuum“.1

Steve Carr


Anmerkung

1. Siehe: „Der wahre Staatsmann”, Lyndon LaRouche, Ibykus 4/2002, PDF, E.I.R. Online-Shop.


Internationale Friedenskoalition #133, 19.12.2025, 17.00 Uhr

Jugend der Welt, vereinigt euch!

133. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Jugend der Welt, vereinigt euch!

19. Dezember 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Diese Woche werden wir von sowohl Jugendlichen aus aller Welt, die über die erfolgreiche internationale Jugendkonferenz vom 14. Dezember berichten, als auch Jack Gilroy von Veterans for Peace, Pax Christi – Upstate NY, Pax Christi International und anderen begleitet.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Versetzen Sie sich für einen Moment in die Lage eines Präsidenten, eines Kabinettsministers oder einer anderen bedeutenden führenden Persönlichkeit einer Nation aus dem Globalen Süden, der die Mehrheit der Menschheit repräsentiert – entweder eines derzeitigen oder eines zukünftigen Führers, wie beispielsweise die rund 150 jungen Erwachsenen aus etwa 37 Ländern aller Kontinente, die am 14. Dezember am internationalen Jugenddialog (englisch) mit der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, teilgenommen haben.

Was sehen Sie?

Sie sehen, dass die Vereinigten Staaten eine wichtige Rolle dabei spielen, eine Lösung für den Krieg in der Ukraine zu finden, die die Sicherheitsinteressen aller Parteien berücksichtigt. Aber Sie sehen auch, dass die Trump-Regierung im Begriff ist, einen militärischen Angriff auf Venezuela zu starten, und offen erklärt, sie beabsichtige, dessen Öl zu stehlen – und damit bereits begonnen hat, indem sie Schiffe auf hoher See beschlagnahmt –, obwohl sie gewählt wurde, um „nie wieder“ einen solchen Eroberungskrieg zu führen.

Sie lesen das Dokument zur Nationalen Sicherheitsstrategie derselben Regierung, das am 4. Dezember 2025 veröffentlicht wurde und in dem die Absicht verkündet wird, China und seine Belt and Road Initiative aus der westlichen Hemisphäre zu vertreiben – als ersten Schritt. „Wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, um ausländische Unternehmen, die in der Region Infrastruktur aufbauen, zu verdrängen“, heißt es in dem Dokument unverblümt, „indem wir den Einfluss der USA in den Bereichen Finanzen und Technologie nutzen, um Länder dazu zu bewegen, solche Hilfe abzulehnen“, während wir die militärische, politische und finanzielle Macht der USA einsetzen, um „den Zugang der USA zu wichtigen Mineralien und Materialien zu erweitern“.

Ihnen ist klar, dass, wenn diese Trump-Schlussfolgerung des Kolonialismus britischer Prägung in der westlichen Hemisphäre Bestand hat, Afrika, der Nahe Osten und Asien als Nächstes an der Reihe sein werden.

Um sicherzugehen, schauen Sie sich um, welche großen Infrastrukturprojekte die Vereinigten Staaten in den letzten 20 Jahren in Lateinamerika und der Karibik mit aufgebaut haben.

Es gibt keine.

Aber Ihr Blick richtet sich auch auf eine andere Wirtschafts- und Sicherheitspolitik, die von China und anderen Nationen der BRICS und der SCO ausgeht. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass China in 40 Jahren 850 Millionen Menschen aus der Armut befreit hat, und Sie haben sich gefragt: „Wenn China das kann, warum können wir das nicht auch?“ Und am 10. Dezember 2025 veröffentlichte die chinesische Regierung ein Strategiepapier zu Lateinamerika und der Karibik, das „die Planung und den Bau von Infrastruktur in lateinamerikanischen und karibischen Ländern (LAC) vorsieht, um die regionale Infrastrukturkonnektivität zu verbessern“.

Darin heißt es, dass China dazu beitragen wird, „die Weltraumtechnologie sinnvoll zu nutzen, um die wissenschaftliche, technologische und industrielle Entwicklung der LAC-Länder voranzutreiben“, und „die aktive Beteiligung der LAC-Länder am bemannten Weltraumprogramm Chinas sowie an Mond- und Weltraumerkundungsmissionen“ anbietet. Es wird betont, dass „junge Wissenschaftler besonders unterstützt werden“ und dass die Armutsbekämpfung ein zentrales Ziel aller chinesischen Aktivitäten in der Region sein wird. Es wird betont, dass „China den LAC-Ländern weiterhin Entwicklungshilfe ohne politische Bedingungen leisten wird“ (weit entfernt von dem, was der IWF und die Wall Street derzeit tun), und es wird sogar angeboten, „eine trilaterale Entwicklungszusammenarbeit in den LAC-Ländern mit relevanten Ländern außerhalb der Region durchzuführen“ – ein direktes Angebot an die Vereinigten Staaten und Europa, sich diesen Win-Win-Politiken anzuschließen.

Wenn man sich dann ansieht, welche großen Infrastrukturprojekte die Chinesen in Lateinamerika und der Karibik gebaut oder angeboten haben, sieht man den Megahafen Chancay in Peru, der jetzt in Betrieb ist, den geplanten bi-ozeanischen Eisenbahnkorridor, der den Atlantik und den Pazifik von Peru bis Brasilien verbindet, den Eisenerz- und Stahlkomplex Mutún in Bolivien. Es gibt die Vorschläge zum Bau des Interozeanischen Großkanals in Nicaragua und zum Bau von Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken durch ganz Mittelamerika. Man sieht die chinesischen Vorschläge zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahn in Mexiko – von Mexiko-Stadt nach Querétaro und über die Landenge von Tehuantepec –, die aufgrund des Drucks von Wall Street und Washington gestrichen wurden.

Diese jungen Menschen mit dieser Vision sind Amerikas beste Verbündete beim gemeinsamen Aufbau einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, während wir uns auf das Jahr 2026 zubewegen – das Jahr des 250. Jahrestags der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten.


Live mit Helga Zepp-LaRouche: Globale Jugend, vereinigt Euch. Lehnt Geopolitik ab!, 17.12.2025, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

„Die NATO hat ihre Legitimität definitiv überlebt. Wir müssen sie dringend durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur ersetzen, die diesmal die Sicherheits- und Entwicklungsinteressen jedes einzelnen Landes auf diesem Planeten berücksichtigt“, sagte Helga Zepp-LaRouche am Sonntag, dem 14. Dezember, vor einer internationalen Jugendkonferenz. „Ich denke, das ist der einzig mögliche Weg aus dieser Krise.“

Die Spannung zwischen zwei gleichzeitigen und gegensätzlichen Entwicklungen in der Welt unterstreicht diese weisen Worte: Auf der einen Seite sehen wir eine Welt der Globalen Mehrheit, die sich auf den Weg macht, um Beziehungen der Zusammenarbeit, des gegenseitigen Respekts und Win-Win-Vereinbarungen für die Entwicklung zu festigen; auf der anderen Seite sehen wir eine völlig hysterische Panikreaktion einer zunehmend irrelevanten, aber dennoch atomar bewaffneten Eliteklasse, die alles tun würde, um den Frieden in der Ukraine zu verhindern – oder um irgendwo anders auf der Welt einen neuen Konflikt zu schüren.

Nehmen wir die jüngste Flut diplomatischer Aktivitäten seitens der BRICS-Staaten. Allein in der vergangenen Woche trafen sich Staats- und Regierungschefs aus China, Indien, Russland, Brasilien, Iran, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Jordanien in verschiedenen Konstellationen, um über die Stärkung der bilateralen Beziehungen, Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung und die Stärkung der Rolle der BRICS und der SCO bei der Gestaltung einer stabilen und prosperierenden Weltordnung zu diskutieren.

Im Gegensatz dazu steht die E3-Koalition der Staatschefs Starmer, Merz und Macron, die entschlossen sind, die Bemühungen um Frieden in der Ukraine zu sabotieren – koste es, was es wolle. Diese drei trafen sich am 15. Dezember in Berlin und schlossen sich den Delegationen der USA und der Ukraine an, die gerade zwei Tage lang über ein mögliches Friedensabkommen diskutiert hatten, um herauszufinden, wie man, mit den Worten des russischen Senators Wladimir Dschabarow, „alle Anstrengungen zu unternehmen, um den Friedensplan zu verzögern und zu torpedieren“, obwohl eine strategische Niederlage Russlands – der größten Atommacht der Welt – unmöglich ist.

Aber selbst wenn ein Konflikt beigelegt wird, wie es im Falle der Ukraine bald der Fall sein könnte, ist das bröckelnde System der Geopolitik noch nicht abgeschafft, und wie Helga Zepp-LaRouche wiederholt gewarnt hat, ist zu erwarten, dass dann alsbald andere Krisen ausgelöst werden. Im Iran wächst die Angst, dass die psychotische Regierung Netanjahu in Israel den jüngsten tragischen Massenmord an Juden in Australien als Vorwand für neue Angriffe auf den Iran nutzen wird.

In der westlichen Hemisphäre, die durch die jüngste „Trump-Interpretation“ der Monroe-Doktrin zur Einflusszone der USA erklärt wurde, bleibt die Lage in der Karibik äußerst angespannt: Am Freitag, dem 12. Dezember, wurde eine Kollision in der Luft nur 40 Meilen vor der venezolanischen Küste nur knapp vermieden, weil ein aufmerksamer Pilot einer kommerziellen Fluggesellschaft ein Tankflugzeug der US-Luftwaffe entdeckte, das ohne eingeschalteten Transponder in Richtung Venezuela flog – gerade noch rechtzeitig, um eine Katastrophe zu verhindern. Anderswo in Iberoamerika werden Staatschefs eingesetzt – durch Wahlen oder auf andere Weise, sehr zur Freude von „Narco“ Rubio –, die versprechen, ihre Beziehungen zu Chinas Belt and Road Initiative zu schwächen oder aufzugeben und sich den westlichen Finanzinteressen anzuschließen. Die Wahl des Pinochet-Bewunderers und Ultra-Monetaristen José Antonio Kast in Chile am 14. Dezember sowie die Versprechen des bolivianischen Außenministers, chinesische Bergbauunternehmen in seinem Land durch amerikanische zu ersetzen, sind aktuelle Beispiele dafür.

Deswegen gibt es nur eine Lösung: Das gesamte System muss geändert werden. „Wenn man eine Welt hat, die in einem solchen Chaos steckt, kann man nicht versuchen, diese Probleme einzeln zu lösen“, sagte Zepp-LaRouche in ihrer Ansprache an die Jugend. „Auch wenn sie ihre historischen und faktischen Besonderheiten haben – jede Krise hat ihre eigenen Gründe und ihre eigene Dynamik –, sind sie alle Teil dieser Gesamtentwicklung, in der das 500 Jahre alte System des Kolonialismus zu Ende geht und ein neues System entsteht, in dem die Länder der Globalen Mehrheit versuchen, ein neues, gerechteres System zu schaffen. Dieser Konflikt ist der tiefere Grund für all diese regionalen Konfliktäußerungen. Deshalb muss man versuchen, dies in seiner Gesamtheit zu lösen.“

Helga Zepp-LaRouches Aufruf „Austritt aus der NATO! Neue nationale Sicherheitsstrategie erfordert neue Sicherheitsarchitektur“ sollte von allen gelesen, unterstützt und verbreitet werden, denen eine solche Lösung ernsthaft am Herzen liegt.


Ein neues System für die Menschheit kann alle Probleme lösen, Bericht vom 132. Treffen der Internationale Friedenskoalition

Die Internationale Friedenskoalition (IPC) traf sich am 12. Dezember zu ihrer 132. wöchentlichen Online-Sitzung. Sie entwickelte sich zu einer dramatischen Diskussion über den Wendepunkt in der Geschichte durch die Veröffentlichung der Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) der Trump-Regierung vom November, die, wie ein Teilnehmer sagte, „das ganze Schachbrett über den Haufen geworfen hat“. Die Eröffnungsreden hielten die Vorsitzende des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche, der britische Diplomat Alastaire Crooke, der fast 30 Jahre lang beim MI6 war, Graham Fuller aus den USA, der 20 Jahre lang bei der CIA u.a. als Vizechef des National Intelligence Council war, der ehemalige Präsident von Guyana Donald Ramotar sowie der Iberoamerika-Redakteur von EIR, Dennis Small. Crooke und Fuller hatten früher im Rahmen ihrer Tätigkeiten in der arabischen Welt zusammengearbeitet.

Zepp-LaRouche sprach eingangs über die Hysterie, die die NSS besonders in Europa ausgelöst hat. Diese Strategie habe zwar problematische Punkte, breche aber mit den bisherigen Annahmen darüber, wie die USA Europa, die NATO und andere militärisch und außenpolitisch unterstützen werden. Sie legte nahe, dazu ihren Artikel „Austritt aus der NATO!“ vom 8. Dezember zu lesen und zu verbreiten.1

US-Zölle sind „Erpressung“

Alastair Crooke merkte an, die neue NSS markiere eine Abkehr der USA von der Fokussierung auf China sowie den Krieg in der Ukraine und greife die Politik der Europäer und der NATO offen an. Die USA müßten sich eingestehen, daß ihre Sanktionspolitik in Bezug auf das Ziel, China und Rußland aus ihrer Führungsrolle in der Weltpolitik zu verdrängen, völlig gescheitert ist.

Präsident Trump behaupte zwar, er nutze Zölle im Sinne der Politik des ersten US-Finanzministers Alexander Hamilton für die jungen Vereinigten Staaten, in Wirklichkeit benutze er sie jedoch als Mittel zur Erpressung, um Länder zu zwingen, in den USA zu investieren oder US-Schulden zu kaufen. Aber wegen des massiven Anwachsens der US-Schuldenblase werde das nicht funktionieren.

Hinsichtlich des Krieges in der Ukraine ist Crooke besorgt, daß Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner weder den US-Kongreß noch andere Institutionen vertreten, sondern der eine ein Freund aus der Immobilienbranche und der andere ein Familienmitglied Trumps ist. Das hänge damit zusammen, daß Trump die Beziehungen zu Rußland und der Ukraine unter dem Gesichtspunkt des Geldes betrachtet: „Wer das Geld bekommt, BlackRock oder die EU“, die russische Staatsgelder in Beschlag nimmt. Die Europäer seien mit ihrer völlig falschen Idee, sie könnten „Rußland besiegen“, psychotisch geworden.

In Bezug auf Venezuela merkte Crooke an, Präsident Nicolas Maduro habe praktisch angeboten, die natürlichen Reichtümer des Landes US-amerikanischen Öl- und Bergbaukonzernen zu überlassen, aber Trump habe abgelehnt. „Warum sollte er das ablehnen?“, fragte Crooke. Man müsse das im Zusammenhang mit dem Gegenangebot Chinas während der Expo in Shanghai im November sehen, Zollfreiheit einzuführen und direkt in Venezuelas Ölsektor und Bergbau zu investieren, ohne die Bedingungen der USA, „Verbündeter“ zu sein und die Hegemonie des Dollars aufrechtzuerhalten. Die USA wollten nun eine Art Blockade errichten, um China und andere fernzuhalten. Crooke bezweifelt jedoch, daß China dies einfach so akzeptieren wird.

Graham Fuller sagte, er sei schockiert über die NSS als größte Veränderung in der Weltpolitik seit dem Fall der Sowjetunion. Es habe nirgendwo eine Vorwarnung dazu gegeben, weder in der Presse noch von den Experten. Er war auch erstaunt darüber, daß Europa offenbar sein Geschichtsbewußtsein verloren habe und die dramatischen Veränderungen in Asien ignoriert. Er fragte Crooke nach seiner Meinung.

Die „Davos-Werte” haben die NATO übernommen

Crooke antwortete, all dies habe damit begonnen, daß die NATO 1999 ohne Billigung der Vereinten Nationen Belgrad bombardierte. Das habe dazu geführt, daß sich die NATO von einer militärischen Verteidigungsmacht in eine Offensivmacht auf der Grundlage politischer Kriterien verwandelte – „liberale Werte, die Davoser Werte”. Das sei dann zur ständigen Praxis geworden, weil alle Anführer der NATO und der westlichen Länder aus derselben Clique stammten. Verstärkt habe dies die „manichäische” Rede von US-Präsident Joe Biden, gefolgt von einer fast wortgleichen Rede der EU-Anführerin Ursula von der Leyen. Damit sei das Meme „Gut gegen Böse“, „Autokratie gegen Freiheit“ zum standardmäßigen Ersatz für ernsthafte Geheimdienstarbeit und Diplomatie geworden, zu einem Hebel für einen Konflikt mit Rußland. Das sei „irrational und gefährlich“. Die Ironie dabei sei, daß es in Europa mittlerweile überhaupt keine Demokratie mehr gibt, auch die Führung der EU-Kommission sei nicht gewählt.

Crooke berichtete, er sei in den letzten Wochen nach Rußland und nach China gereist, und dort wisse man über den Westen Bescheid. Die Russen wüßten, daß Europa weder das Geld noch die Waffen noch das Personal hat, um einen Krieg gegen Rußland zu führen, aber dennoch ständig dafür geworben wird. Die Europäer allein könnten keinen solchen Krieg führen, „aber sie können einen provozieren“, selbst durch so kleine Länder wie Estland. Die Absicht ähnele der von Winston Churchill, der den japanischen Angriff auf Pearl Harbor nutzte, um die USA in den Krieg gegen Deutschland hineinzuholen. Die Bevölkerung in Europa sei nicht bereit für einen Krieg, „die interessiert sich mehr für Urlaub und Designerschuhe“. Die Voraussetzungen für eine Lösung seien beseitigt worden, Europa sei jetzt selbst die Autokratie, über die es sich beschwert.

Zepp-LaRouche stimmte Crooke und Fuller zu. Europa leide unter dem neoliberalen System, das immer schlimmer werde. So gebe es Angriffe auf die Klassiker, gegen Wahrheit und Schönheit, stattdessen werde die Aufmerksamkeit auf Nebensächlichkeiten gelenkt, die irgendwie „interessant“ sind. Der Westen werde „immer verrückter und pornografischer“. Sie verwies auf eine Äußerung des russischen Außenministers Lawrow, der Westen habe sich gegen die Moral seiner eigenen Großeltern gewandt und eine „postchristliche Ideologie“ angenommen. Die großen Dichter und Wissenschaftler seien verschwunden. Unsere Freunde im Globalen Süden „können nicht verstehen, warum der Westen sich selbst zerstört“. Wir müßten uns mehr an Asien orientieren, das für eine neue kulturelle Ära auf seine besten (u.a. konfuzianischen) Traditionen zurückgreift. „Wir müssen auf die italienische Renaissance und die deutsche Hochkultur zurückblicken, um unsere früheren Beiträge zur Menschheit wiederzuentdecken.“

Gefahr durch die USA in der Karibik

Guyana ehemaliger Präsident Donald Ramotar sprach anschließend über die große Gefahr mit dem neuen NSS-Konzept, wonach die USA das Völkerrecht außer Kraft setzen und drohen, ganz Südamerika und die Karibik zu übernehmen. Die Regierungen dort hätten Angst und wagten aus Furcht vor wirtschaftlichen oder militärischen Angriffen der USA nicht, offen zu widersprechen. „Das Schweigen ist ohrenbetäubend.“ Das Ziel der USA sei es, China von dort zu verdrängen, obwohl gerade China „die Infrastruktur aufbaut, die uns so lange verwehrt geblieben ist“. Man habe den Eindruck, daß die Politik in Washington von den Öl- und Bergbaukonzernen diktiert wird. Trumps Haltung gegenüber Rußland sei zu bewundern, er bezweifle aber, daß ein zukünftiger US-Präsident sie beibehalten werde. Er habe auch Verständnis für die Sorgen wegen der Migration, „aber sie müssen verstehen, daß sie das selbst verursacht haben“.

Dennis Small von EIR sagte, der Vorteil der NSS sei, daß sie „das Schachbrett umwirft“ und den Marsch in einen Atomkrieg aufhält. Es fehle aber jede Idee, „wie man alles wieder zusammenbauen kann“. Er bezog sich auf Crookes Äußerung zur Schuldenkrise und gab einen Überblick über seine eigenen Studien zu den massiven Schulden der USA und weltweit – zusätzlich zu 2 Billiarden Dollar an Derivat-Schulden. Das westliche Finanzsystem sei bankrott, und entweder dies werde durch eine Insolvenzsanierung geordnet geregelt, oder es werde zum Zusammenbruch und Krieg führen. Das sei der Hintergrund des Angriffs auf Venezuela: Das eigentliche Ziel in Südamerika seien Brasilien und die BRICS.

Crooke merkte an, China und andere suchten nach Wegen, mit dem Westen bei der Bewältigung dieser Schuldenkrise zusammenzuarbeiten, fänden aber keine Öffnung für Gespräche. Wenn die US-Blase platze, werde dies weltweit zu einer politischen und wirtschaftlichen Krise führen. Bis dahin müßten Rußland und China überlegen, wie sie sich davor schützen können. „Ich habe in China gesehen, daß sie ihr erfolgreiches System der Entwicklung leicht zum Nutzen aller auf den Rest Eurasiens ausweiten könnten, aber der Westen antwortet bloß, damit würden sie den Dollar angreifen.“ Es sei schwierig, mit Trump zusammenzuarbeiten, weil der jeden Tag seine Meinung ändere.

In der Diskussion beantwortete Zepp-LaRouche Fragen zu Nikolaus von Kues und zu ihren Zehn Prinzipien.2 Abschließend betonte sie, auf 150 Jahre Krieg und allgemeines Chaos sei der Westfälische Frieden gefolgt, als alle erkannten, daß es aufhören mußte, weil sonst niemand mehr übrig bleibt. Diese Gefahr sei heute im Atomzeitalter umso realer. „Putins Geduld wird irgendwann zu Ende sein.“ Wenn der Westen sich mit Rußland und China zusammentun würde, könnten alle Probleme der Welt gelöst werden. Zur Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise forderte sie eine weltweite Politik der Bankentrennung wie mit dem früheren Glass-Steagall-Gesetz in den USA.

Anmerkungen:

1. https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/12/08/austritt-aus-der-nato-neue-nationale-sicherheitsstrategie-der-usa-erfordert-neue-sicherheitsarchitektur/

2. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/


Internationale Friedenskoalition #132, 12.12.2025, 17.00 Uhr

Ein neues System für die gesamte Menschheit kann alle Probleme lösen

132. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Ein neues System für die gesamte Menschheit kann alle Probleme lösen

12. Dezember 2025
17.00 Uhr

Bitte mobilisieren Sie Ihre Organisationen.

Diese Woche begrüßen wir als besonderen Gast Alastair Crooke, ehemaliger britischer Diplomat, Gründer und Direktor des in Beirut ansäßigen Conflicts Forum und Graham Fuller, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, sowie weitere führende Persönlichkeiten aus aller Welt.

Bitte senden Sie uns so schnell wie möglich Berichte und Initiativen für die Tagesordnung zu.

Zur Anmeldung

Die NATO und westliche Kriegstreiber sind weiter erschüttert von der Veröffentlichung der Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) der USA, die trotz ihrer problematischen Elemente, wie die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, sagte, „eine längst überfällige Krise sinnvoll provoziert hat“. In ihrer Erklärung „Raus aus der NATO! Neue nationale Sicherheitsstrategie erfordert neue Sicherheitsarchitektur“ schreibt Zepp-LaRouche: „Angesichts der heutigen Bedingungen einer finanziellen Kernschmelze des transatlantischen Systems hat das neue Dokument die Möglichkeit geschaffen, die eigenen Sicherheitsinteressen rational neu zu bewerten und die internationale Sicherheitsarchitektur neu zu gestalten.“

Nur eine solche Neugestaltung der gesamten globalen Sicherheitsarchitektur kann die verschiedenen Krisen bewältigen – vom Zusammenbruch des Finanzsystems über den Krieg in der Ukraine bis hin zu den Gräueltaten, die in Gaza begangen werden. In einer Diskussion mit Kollegen am 10. Dezember betonte Zepp-LaRouche, dass es keine Teillösungen für die einzelnen Krisen gebe, da sie alle durch den Zusammenbruch und die Verzweiflung derjenigen angetrieben werden, die sich der unipolaren Weltordnung verschrieben haben.

So beklagte der ehemalige EU-Kommissionspräsident Romano Prodi in einem Interview mit Rai 3 TV am Mittwoch, dass die NSS der USA „die NATO zu nichts reduziert“. Prodi und seine geopolitischen Mitstreiter könnten noch weiter aus der Fassung geraten, wenn sie erfahren, dass am 10. Dezember der Abgeordnete Thomas Massie im US-Kongress einen Gesetzentwurf zum Austritt der USA aus der NATO einbrachte, die er als „Relikt des Kalten Krieges“ bezeichnete. In einer Erklärung zu dem Gesetzentwurf erklärte er: „Die NATO wurde gegründet, um der Sowjetunion entgegenzuwirken, die vor über dreißig Jahren zusammengebrochen ist. Seitdem hat die Beteiligung der USA die Steuerzahler Billionen von Dollar gekostet und birgt weiterhin das Risiko, dass die USA in Kriege im Ausland verwickelt werden.“

Die NATO ist mehr als ein Relikt, wie Zepp-LaRouche treffend bemerkte: „Sie ist nicht mehr ein atlantisches Verteidigungsbündnis, sondern versteht sich als militärischer Arm zur Verteidigung der unipolaren Weltordnung.“

Als wolle er ihre These bestätigen, plapperte der Erste Seelord der britischen Royal Navy, General Sir Gwyn Jenkins, am 8. Dezember darüber, dass Großbritannien gegen die russische Bedrohung „vorgehen“ müsse, um nicht „den Vorteil zu verlieren, den wir seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Atlantik genießen.“

Die Panik der Kriegstreiber angesichts des Zusammenbruchs ihres Systems wurde vom russischen Außenminister Sergej Lawrow angesprochen. Er stellte in einer Rede vor dem Föderationsrat der Russischen Föderation am 10. Dezember fest, dass das von den westlichen Ländern geförderte System der Globalisierung „dahinschwinde“. Aufgrund des Zusammenbruchs der europäischen Volkswirtschaften hätten diese – „abgesehen davon, dass sie Russland ausrauben und unsere Gold- und Währungsreserven unter Verletzung aller denkbaren Normen des Völker- und Handelsrechts beschlagnahmen, keine anderen Quellen zur Finanzierung des Krieges [in der Ukraine]“.

Wo liegt die Lösung?

„Wir sind an einem Punkt in der Universalgeschichte der Menschheit angelangt“, heißt es in der Erklärung von Zepp-LaRouche, „an dem wir nicht nur ein halbes Jahrtausend Kolonialismus hinter uns lassen müssen, sondern auch die Geisteshaltung, der wir zwei Weltkriege im 20. Jahrhundert zu verdanken haben: die Geopolitik. Wir müssen die barbarische Vorstellung, wir bräuchten immer einen Feind und der Mensch sei des Menschen Wolf, wie Thomas Hobbes als Ideologe des Britischen Empire behauptete, ein für alle Mal hinter uns lassen. … Wir sind die einzige bekannte Gattung im Universum, die mit kreativer Vernunft ausgestattet ist, und die gilt es jetzt einzusetzen, indem wir die Idee der einen Menschheit voranstellen, wenn wir uns eine neue Ordnung geben.“


Live-Dialog mit Helga Zepp-LaRouche: Globales Glass-Steagall, nicht Globale NATO, 10.12.2025, 18.30 Uhr

Schließen Sie sich Helga Zepp-LaRouche in ihrem Live-Dialog an und diskutieren Sie die Themen und Lösungen, die die Welt und die Menschen bewegen. Senden Sie Ihre Fragen, Kommentare und Berichte an fragen@bueso.de oder stellen Sie diese im nächsten Live-Stream.

Wenn Wasser zu Eis wird, ändert sich weder seine chemische Zusammensetzung noch seine Substanz. Dennoch verwandelt der Phasenwechsel dasselbe Material in einen neuen und völlig anderen Zustand. Genau das ist heute der Fall, da die Akteure auf der Weltbühne mit dem Wahnsinn der derzeitigen Kriegspolitik konfrontiert sind und – bewusst oder unbewusst – zu Veränderungen gezwungen werden.

Der jüngste Auslöser dafür war die neue Nationale Sicherheitsstrategie (NSS) der Trump-Regierung, die Europa und die NATO faktisch zu Feinden der USA erklärt hat, die für die Zukunft nicht überlebensfähig sind. Die Veröffentlichung des Dokuments vor vier Tagen hat in ganz Europa eine beispiellose Hysterie ausgelöst und könnte sogar den Anfang vom Ende der NATO bedeuten.

Es gibt viel, was an der neuen Doktrin kritisiert werden kann und sollte, insbesondere die Tatsache, dass sie eine Rückkehr zu Thrasymachos‘ Definition von Gerechtigkeit als „Vorteil des Stärkeren“ definiert. Gleichzeitig bedeutet sie jedoch einen vollständigen Bruch mit dem System, das am Ende des Kalten Krieges entstanden ist und die Welt näher an einen Atomkrieg gebracht hat als jemals zuvor. Daher bietet ihr Niedergang die Chance, ein neues System zu schaffen, das gerechter ist als sein Vorgänger und die Interessen anderer legitim berücksichtigt.

Der ehemalige russische Präsident und derzeitige stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitrij Medwedjew, bemerkte: „Es fühlt sich eher wie ein Versuch an, ein riesiges Schiff zu steuern, das seit Ewigkeiten aus Gewohnheit in die gleiche Richtung fährt und sich schließlich entschlossen hat, den Kurs zu ändern. Zum ersten Mal seit vielen Jahren spricht Washington offen über die Wiederherstellung der ,strategischen Stabilität‘ in Eurasien und den Wiederaufbau der Beziehungen zu Russland.“

Als Beispiel für den Wahnsinn des alten Systems und offenbar immun gegen Trumps Kritik trafen sich die Führer der „Koalition der Willigen“ aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland am 8. Dezember in London mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj, um ihre nächsten Schritte zur Fortsetzung des Krieges gegen Russland zu planen. Trump scheint jedoch die Geduld mit diesen Possen zu verlieren, und die Europäer verlieren fast jegliche Unterstützung innerhalb ihrer eigenen Nationen. „Ich bin ein wenig enttäuscht“ von Selenskyj, sagte Trump am 7. Dezember. „Russland ist damit einverstanden… aber ich bin mir nicht sicher, ob Selenskyj damit einverstanden ist.“

Gleichzeitig werden Warnungen vor einem Angriff auf Venezuela laut. Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist Berichten zufolge besorgt, dass ein Angriff der USA unmittelbar bevorsteht, und arbeitet mit Hochdruck daran, dies zu verhindern. Das US-Militär hat Berichten zufolge den Einsatz eines Hochleistungsradars in Trinidad und Tobago bestätigt, das sich in Reichweite der venezolanischen Küste befindet. Wenn es den Neokonservativen in der Trump-Regierung gelingt, einen Angriff zu initiieren, „wäre das unweigerlich nicht nur ein Krieg zwischen den USA und Venezuela“, sagte Celso Amorim, der Chefberater für Außenpolitik von Präsident Lula da Silva. „Es würde letztendlich zu einer globalen Beteiligung kommen.“

In einer Diskussion mit Mitarbeitern am 8. Dezember sagte Helga Zepp-LaRouche, die neue NSS der USA und die Reaktion darauf „haben einen Moment des äußersten Bruchs in einer Ordnung geschaffen, die in der Zeit nach dem Kalten Krieg existierte“. Zepp-LaRouche wiederholte ihre Forderung nach einer Abschaffung der NATO, jedoch nicht als isolierte Maßnahme. Stattdessen müssen wir die Erkenntnis durchsetzen, dass „alle Bemühungen, nach dem Ende des Kalten Krieges eine unipolare Welt zu schaffen, gewaltig nach hinten losgegangen sind“; Die Kriege zum Herbeiführen von Regimewechseln, die einseitigen Sanktionen, die unfairen Handelsbeziehungen – all dies hat zu einer Gegenreaktion in den Ländern des Globalen Südens geführt, die den Westen zunehmend als Vollstrecker des Neokolonialismus betrachten und beispielsweise in China eine Chance sehen, dies endlich zu überwinden. „Daher ist der einzige vernünftige Weg, wie die Welt aus dieser Krise herauskommen kann, dieses engstirnige Denken in geopolitischen Eigeninteressen zu beenden und dieses Denken zu ersetzen, das nur zu neuen Konflikten und möglicherweise sogar zur Vernichtung der Zivilisation führt. Deshalb sollten wir mit einer konzertierten Aktion eingreifen, um die gesamte Debatte auf die notwendige Ebene eines neuen Paradigmas, einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zu katapultieren, die jedes Land auf dem Planeten berücksichtigen muss. Andernfalls wird es nicht funktionieren.“


Die Ursache liegt in der Geopolitik

Bericht vom 131. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)

Die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition Helga Zepp-LaRouche eröffnete die 131. wöchentliche Online-Sitzung der IPC am 5. Dezember mit Nachrichten über ermutigende Entwicklungen, allen voran Präsident Putins Staatsbesuch in Indien. Die Seele des verstorbenen russischen Ministerpräsidenten Jewgeni Primakow müsse jetzt glücklich sein, weil die Beziehungen zwischen China, Indien und Rußland florieren, trotz aller Bemühungen der imperialen Kräfte der Welt, sie zu spalten. Das sei ein großer Rückschlag für die Globale NATO.

Dagegen sei die „empörendste und berüchtigtste Entwicklung“ der letzten Tage ein Vorstoß der Londoner Financial Times, die Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges zu sabotieren, indem sie ein Interview mit dem italienischen Vizeadmiral Giuseppe Cavo Dragone veröffentlichte, in dem er über einen Präventivschlag gegen Rußland sinnierte.

Weitere Krisenherde kämen hinzu: So könnte Rußland Venezuela auf Anfrage militärische Unterstützung leisten, während US-Außenminister Rubio darüber schimpft, daß Venezuela Beziehungen zur Hisbollah habe. Der Konflikt zwischen China und Japan spitze sich zu, und der israelische Angriff auf Gaza sei eindeutig noch nicht vorbei. Alle diese Konflikte seien äußerst besorgniserregend, und das unterstreiche nur, wie wichtig es sei, mit den Ideen ihrer Zehn Prinzipien einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur1 „die Geopolitik ein für allemal abzuschaffen“.

Ray McGovern, ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegründer der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (Geheimdienst-Veteranen für Vernunft, VIPS), hatte für den aggressiven Vizeadmiral Dragone einen Witz parat: „Italien hat jetzt einen neuen Panzer mit fünf Gängen: vier Rückwärtsgänge und ein Vorwärtsgang – für den Fall eines Angriffs von hinten.“ Er sagte, der Krieg in der Ukraine sei im wesentlichen vorbei; die Ukrainer könnten zwar weitermachen und weitere 50.000 Soldaten verlieren, aber das Ergebnis werde dasselbe bleiben. McGovern hofft, daß Präsident Trump das erkannt hat. Er kommentierte auch den Narzißmus, der in Trumps wiederholter Forderung nach dem Friedensnobelpreis zum Ausdruck kommt. Es sei „eine große Sache“, daß Putin in Indien ein Interview gab und darin sagte, sein Treffen mit Modi habe fünf Stunden gedauert, und es sei „ein bedeutungsvolles, substanzielles und äußerst produktives Gespräch“ gewesen.

Anschließend wurde ein KI-Video gezeigt, das der Chef des Russischen Direktinvestitionsfonds und Putin-Vertraute Kirill Dmitrijew geteilt hat2 und das, wie die Moderatorin Anastasia Battle sagte, „einen Riesenspaß macht“. Es zeigt einen imaginären Dialog zwischen Dmitri Mendelejew und Thomas Edison über den vorgeschlagenen „Putin-Trump-Tunnel“ unter der Beringstraße und dessen mögliche globale Auswirkungen.

Es folgte ein Ausschnitt aus einem Videointerview von Harley Schlanger vom Schiller-Institut mit Avi Shlaim, Professor an der Universität Oxford, Historiker und Buchautor.3 Shlaim sagt darin, er habe lange gezögert, das Wort „Völkermord“ zu verwenden, um Israels Vorgehen in Gaza zu beschreiben, aber der Wendepunkt für ihn sei gekommen, als Israel die gesamte humanitäre Hilfe für die Bewohner Gazas blockierte. Präsident Trumps Plan sei „kein Friedensplan“, auch wenn die Initiative positiv sei, sondern im wesentlichen „ein kolonialer Plan zur Kontrolle des Gazastreifens“, bei dem Ausländer mit Unterstützung palästinensischer „Quislings“ die Entscheidungen treffen sollen. Wahlen oder Demokratie seien darin gar nicht vorgesehen. Mit Blick auf die vergangenen Jahrzehnte sagte Shlaim: „Mit der Ermordung Rabins starb die Hoffnung, und es gab nichts, was sie ersetzen konnte.“

Zepp-LaRouche äußerte daraufhin die Hoffnung, Trumps kommender Besuch beim chinesischen Präsidenten Xi könnte zu einer Einigung über die Umsetzung des Oasenplans4 führen. In diesem Fall „verdient Trump nicht nur einen, sondern zwei Friedensnobelpreise“. Sie forderte die USA einmal mehr auf, sich für Kooperation statt Konfrontation mit China zu entscheiden.

McGovern sagte, die Beteiligung Jared Kushners an den Verhandlungen in der Ukraine sei eine „heilsame Entwicklung“, weil dies darauf hindeuten könnte, daß Trump die wirtschaftlichen Vorteile eines Verhandlungsfriedens erkannt hat. Rußland und China seien „einig wie nie zuvor“. Da Trump eine militärische Eroberung Chinas realistisch gesehen nicht in Betracht ziehen könne, könnte ein Angriff auf Venezuela eine gesichtswahrende Demonstration der militärischen Macht der USA sein, ähnlich wie Reagans Invasion der Insel Grenada.

Ein Teilnehmer schickte eine Frage ein: Würde die IPC in Betracht ziehen, den Beringstraßen-Tunnel zu einer regionalen Entwicklungszone, einem „transkontinentalen Welthandelsdorf“ auszubauen? Co-Moderator Dennis Small rekapitulierte die Geschichte der Vorschläge des Schiller-Instituts für die „Weltlandbrücke“, die in Verbindung mit dem Ausbau des Schienennetzes weltweit solche Entwicklungszonen schaffen würde.5 Man könne dafür die Konfliktherde überall auf der Welt „nutzen“, weil wirtschaftliche Entwicklung eine notwendige Voraussetzung für echten Frieden ist. Zepp-LaRouche entwickelte das Konzept ihres verstorbenen Mannes Lyndon LaRouche vom „Entwicklungskorridor“ weiter. Die Zeit sei ein immer wichtigerer Faktor in der Wirtschaft, und bessere Verkehrsinfrastruktur beschleunige den Handel enorm.

Aktivitäten

Alan Rivera präsentierte Bilder von den Einsätzen der mexikanischen Organisation vor Ort und zeigte eine Weltkarte, in der statt des Atlantiks, wie üblich, der Pazifik in der Mitte liegt. Die Darstellung wirbt für die BRICS-Staaten und zeigt die Möglichkeiten für große Entwicklungsprojekte auf.

Purnima Anand, Präsidentin des BRICS International Forum in Neu-Delhi, berichtete über den Besuch Putins in ihrem Land und sein erfolgreiches Treffen mit Modi. Fast 10.000 junge Leute hätten am Jugendforum teilgenommen. Sie versprach eine Zusammenarbeit ihrer Organisation mit dem Schiller-Institut und der IPC. Zepp-LaRouche antwortete erfreut, wenn junge Menschen aus aller Welt zusammenkommen, „ist kein Berg zu hoch“. Sie lud Anand und alle anderen ein, an der Online-Jugendkonferenz des Schiller-Instituts am 14. Dezember teilzunehmen.6

Christoph Mohs beschrieb die Mobilisierung junger Menschen in Deutschland gegen die geplante Wehrpflicht und zeigte Bilder von den Protesten mit vielen tausend Schülern. In 90 Städten in ganz Deutschland gab es Proteste. Leider habe dort aber noch eine positive Zukunftsvision gefehlt.

Diskussion

Der regelmäßige IPC-Teilnehmer John Steinbach beklagte die Finanzialisierung der US-Wirtschaft seit der Aufhebung der Glass-Steagall-Bankentrennung unter Präsident Clinton. Wir müßten wieder mehr Wert darauf legen, „Dinge zu produzieren, statt Geld zu machen“. Zepp-LaRouche stimmte in ihrer Antwort zu, der Zusammenbruch des Finanzsystems sei nur noch eine Frage des „Wann“ und nicht des „Ob“. Die Lösung erfordere Lyndon LaRouches Vier Gesetze,7 einschließlich der Wiedereinführung des Glass-Steagall-Gesetzes.

Ein ehemaliger AfD-Abgeordneter verurteilte die Kriegspropaganda in Deutschland und erinnerte seine Landsleute an die Opfer, die Rußland im Zweiten Weltkrieg gebracht hat. Er beschrieb, wie er sich öffentlich dazu geäußert hatte und damit in den Mittelpunkt einer Kontroverse geriet. Zepp-LaRouche gratulierte ihm zu seiner Äußerung und merkte an, erst das Schweigen der Bürger habe den Nazis die Machtübernahme in Deutschland ermöglicht.

Ein Aktivist der Libertarian Party im US-Staat Oregon beschrieb eine Anti-Kriegs-Koalition, die er in diesem Bundesstaat aufbaut, und wie sie erfolgreich einen Kriegstreiber bei den Republikanern nach nur einer Amtszeit als Kongreßabgeordneter aus dem Rennen schlagen konnten.

Auf eine weitere Frage hin verwies Zepp-LaRouche auf den bevorstehenden 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. Sie forderte eine zweite Amerikanische Revolution, damit die Vereinigten Staaten „zu ihren eigenen Ideen zurückfinden“.

Abschließend warnte Zepp-LaRouche, trotz der guten Nachrichten über das Treffen zwischen Putin und Modi gehe in Europa die Kriegstreiberei weiter, und es werde keine Lösung geben, solange wir nicht die eigentliche Ursache, nämlich die Geopolitik, beseitigen.


Anmerkungen

1. Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur,
    Helga Zepp-LaRouche, Schiller-Institut.

2. KI-Video geteilt vom Chef des Russischen Direktinvestitionsfonds und Putin-Vertrauter Kirill Dmitrijew,
    Dialog Dmitri Mendelejew und Thomas Edison über den vorgeschlagenen „Putin-Trump-Tunnel” unter der Beringstraße.

3. Trump’s „Peace Plan“ Will Not Lead to Sustainable Peace – Renowned Historian Avi Shlaim in Interview to EIR.

4. Petition: Unterstützung des LaRouche-Oasenplans für Frieden und Entwicklung in Südwestasien, Schiller-Institut.

5. Die Neue Seidenstraße wird zur WeltlandbrückeEIR-Bericht, 384 Seiten, PDF oder Printausgabe.

6. Schiller Institute International Youth Conference, December 14, 2025.

7. Vier neue Gesetze, um die USA zu rettenNeue Solidarität, Nr. 25, 18.06.2014.


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