Bericht über das 169. wöchentliche Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die 169. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. August begann mit einer Einführung der IPC-Initiatorin und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Sie räumte ein, daß die Gefahr eines Weltkriegs nach 169 Wochen nicht geringer ist, sondern wächst, betonte jedoch auch, daß es Lösungen gibt und wir den politischen Kampf um deren Umsetzung gewinnen müssen.
Der Konflikt in der Ukraine werde durch Großbritannien und Frankreich eskaliert, indem sie mehr Hightech-Waffen liefern, womit das Risiko zunehme, daß Rußland beide und insbesondere Großbritannien als direkte Konfliktparteien betrachtet, wie die Sprecherin des Außenministeriums Maria Sacharowa diese Woche bereits warnte.
Im Iran-Krieg seien die Vereinigten Staaten aufgrund der Erschöpfung ihres Waffenarsenals in eine Sackgasse geraten. Die Bedeutung der neuen „Mekka-Allianz“ – des trilateralen Verteidigungspakts, der am 7. August in Mekka vom saudischen Kronprinzen bin Salman, dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem pakistanischen Premierminister Scharif geschlossen wurde – lasse sich noch nicht endgültig beurteilen, aber sie könnte möglicherweise einen Weg für erfolgreiche Verhandlungen und eine neue regionale Sicherheitsarchitektur ebnen, wenn es mit einer Perspektive wirtschaftlicher Entwicklung wie dem „Oasenplan“ verbunden werde.
Die westlichen Volkswirtschaften seien in einer verzweifelten Lage, und die Aufrüstungspolitik in Europa sei „einfach nur verrückt“, zumal der Schwerpunkt auf der Massenproduktion von Waffen liege, die technologisch veraltet sind. Und obwohl die Vereinigten Staaten einen gigantischen Militärhaushalt haben, zahlten sie mittlerweile mehr Zinsen für ihre Staatsschulden als dafür.
Co-Moderator Dennis Small, der Iberoamerika-Direktor von Executive Intelligence Review, stellte zunächst fest, die Realität habe sämtliche Versprechen und Vorhersagen von Präsident Trump widerlegt, und er zitierte Lyndon LaRouches Warnung, wie verrückt es sei, eine gescheiterte Wirtschaftspolitik immer weiter fortzusetzen.
Der heutige US-Finanzminister Scott Bessent habe schon 1992 eine Schlüsselrolle bei George Soros’ Manöver gegen das britische Pfund gespielt. Small erläuterte Bessents jüngsten Schachzug, den Billionen Dollar großen „Notfallfonds“ des Finanzministeriums zum Rückkauf von US-Staatsanleihen zu nutzen, und die Reaktion der Finanzwelt, die sich davon nicht beeindrucken läßt. Wir hätten den Punkt erreicht, wo sowohl die Staatsverschuldung als auch die Zinssätze steigen. Indem Bessent langfristige Schulden mit kurzfristigen Krediten zurückkauft, rase man nur noch schneller auf den Abgrund zu. Small erwähnte auch Bessents extreme Forderung, daß alle Länder der Welt den Handel mit dem Iran einstellen, was höchstwahrscheinlich alle wichtigen Handelspartner des Iran zurückweisen würden. Diese Taktik werde den Aufbau einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Vorherrschaft der USA ablöst, nur noch beschleunigen.
Peter Kuznick, Professor für Geschichte und Direktor des Nuclear Studies Institute an der American University in Washington, stellte ein Video zur Verfügung, worin er die Ziele seines Offenen Briefes erläutert, in dem er Papst Leo XIV. ersucht, einen Notfallgipfel einzuberufen, um einen Atomkrieg zu verhindern. Kuznick befürchtet, daß Trumps „pathologischer Narzißmus“ ihn anfällig für Druck aus seinem Umfeld macht, das Tabu des Atomwaffeneinsatzes zu brechen.
Zepp-LaRouche erinnerte daran, daß die Aufrüstung durch Kürzungen bei den Sozialleistungen finanziert wird, was das verbreitete Elend noch verstärke; dies werde dann Regierungen dazu veranlassen, noch mehr auf Krieg zu setzen, um davon abzulenken – genau wie in Deutschland unter den Nazis.
Co-Moderator Dennis Speed wies darauf hin, daß die Zinszahlungen der US-Regierung heute höher sind als der gesamte US-Staatshaushalt im Jahr 1987. Anschließend stellte er Larry Johnson vor, einen ehemaligen CIA-Beamten und Mitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS). Johnson sagte, die Korruption in den USA und bei Trump persönlich „läßt die Korruption in der Ukraine im Vergleich dazu harmlos aussehen“. Bessents groß angekündigte sogenannte „D-Day-Sanktionen“ gegen den Iran seien ein „völliger Witz“, weil der Iran ohnehin gerade dabei sei, sich aus dem US-dominierten Finanzsystem zurückzuziehen. Johnson spottete über Trumps Behauptung, die Straße von Hormus sei „offen“, und ging sprach über die kommende Krise, wenn der Welt der Dieselkraftstoff, „das wirtschaftliche Herz der Volkswirtschaften“, ausgeht.
Diskussion
Zepp-LaRouche betonte erneut, die Lage sei ernst, aber das Problem sei lösbar, und dazu könnten wir auf historische Traditionen wie den Konfuzianismus in China und den Westfälischen Frieden in Europa zurückgreifen. Diese Traditionen habe sie bei der Formulierung ihrer „Zehn Prinzipien für eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur“ berücksichtigt.
Small sagte, es gebe nur einen einzigen Grund, warum es ein Problem mit Renten und anderen Sozialleistungen gibt, nämlich daß die Wall Street sich anmaßt, daß ihre Wünsche Vorrang vor dem Wohlergehen und sogar dem Überleben der amerikanischen Bevölkerung haben. Small erwähnte die persönliche Korruption Trumps, dessen Familie im vergangenen Jahr 2 Milliarden Dollar durch Spekulation mit Kryptowährung verdiente, warnte jedoch vor der simplen Annahme, dies sei die Wurzel des Problems. Solche Korruption sei nur ein Symptom der aufgeblähten und im Niedergang begriffenen Finanzstruktur. Small forderte, wie LaRouche früher, eine Rückkehr zu einem Währungssystem mit festen Wechselkursen – Vorhersehbarkeit sei gut für den Handel mit Gütern und schlecht für die Spekulation.
Dennis Speed zitierte Hannah Arendt zu den Folgen einer Medienlandschaft voller Lügen: Die Bevölkerung werde handlungsunfähig, weil sie gar nichts mehr glaubt. Zepp-LaRouche ergänzte, schon die Verwendung des Begriffs „Narrativ“ sei ein Hinweis darauf, daß die Wahrheit in der Berichterstattung kein Faktor mehr ist. Stattdessen gebe „konkurrierende Märchen“, die verschiedene Fraktionen erfinden, um ihre jeweiligen Ziele voranzutreiben.
Während des gesamten Treffens bezogen sich verschiedene Redner darauf, daß es weithin Spekulationen über die jüngsten Besuche von CIA-Chef John Ratcliffe und Erzbischof Paul Gallagher in Rußland gibt. Dennis Speed fragte Johnson nach seiner Meinung dazu, und Johnson antwortete, der Großteil der hitzigen Debatten darüber sei „ein Haufen Unsinn“. Er vertrat die Ansicht, daß das Überleben der Ukraine als Nation nun sehr fraglich sei und sie möglicherweise nicht einmal mehr bis zum Jahresende bestehen bleibt.
Eine deutsche Teilnehmerin beklagte den Verlust der intellektuellen Tradition Deutschlands als „Land der Dichter und Denker“. Zepp-LaRouche antwortete optimistisch, Deutschland habe sich mehr als einmal von schrecklichen finsteren Zeiten erholt, und das könne wieder passieren. „Die Europäer ließen sich von ihren eigenen kulturellen Traditionen entwurzeln“, anders als asiatische Nationen, die sich durch die positiven Elemente ihrer 5000-jährigen Geschichte stärken. Small kommentierte dazu mit Sarkasmus die kulturelle Entwicklung Trumps und der heutigen USA.
Zepp-LaRouche kam in ihren abschließenden Bemerkungen auf dieses Thema zurück und betonte, jeder Mensch müsse seine Emotionen mobilisieren, um den depressiven Auswirkungen der „Kontrolle des Narrativs“ und des kulturellen Verfalls zu widerstehen. Der Schlüssel zum Erfolg in diesem Kampf sei die Liebe zur Menschheit.



