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Die Welt nach der Einigung zwischen USA und Iran

Die Welt nach der Einigung zwischen USA und Iran

Die 159. wöchentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 19. Juni fand am Ende einer historischen Woche statt, zwei Tage nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Helga Zepp-LaRouche erklärte: „Es ist eine große Erleichterung, daß die Absichtserklärung unterzeichnet wurde“, doch es gebe immer noch viele mögliche Fallstricke. „Was wird Trump tun, wenn Israel sich nicht an das Abkommen hält?“ Sie bekräftigte ihren Lösungsvorschlag: Notwendig sei eine Entwicklungsstrategie entlang des „Oasenplans“, um eine dauerhafte Grundlage für echten Frieden zu schaffen.

Die von der Anglosphäre dominierte „unipolare Welt“ der Neokonservativen sei gescheitert, so Zepp-LaRouche. Die Nationen des Globalen Südens seien nicht mehr von den Kolonialmächten abhängig, Chinas Aufstieg biete ihnen eine andere Option für wirtschaftliche Beziehungen. „Das chinesische Experiment ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte.“ Sie betonte die Bedeutung der neuen Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV., die zu einer „Zivilisation der Liebe“ aufrufe, und erinnerte an das Wort von Konfuzius: „Man kann sich bewußt entscheiden, Liebe zu empfinden.“ Zepp-LaRouche hat gerade eine neue Erklärung veröffentlicht: „Dringender Appell von Papst Leo XIV.: Haltet ein! Kehrt um! Bevor es zu spät ist! Der neue Name für Frieden ist Entwicklung!“

Dr. Abdullah Ahsan ist Professor für vergleichende Zivilisationsforschung und hat in Malaysia und der Türkei gelehrt. Er sagte, nach der Lektüre der Erklärungen des Papstes stelle sich die Frage: „Ist eine Zivilisation der Liebe überhaupt möglich?“ Er glaube es. Aber dafür brauche man Vertrauen auf der Grundlage der Menschenwürde, und das sei nicht leicht zu erreichen. So habe Israel die amerikanisch-iranische Einigung schon nach wenigen Stunden in Frage gestellt, indem es den Libanon bombardierte. Ahsan machte auch auf die unfaire Behandlung der iranischen Fußball-Nationalmannschaft aufmerksam, die an der Weltmeisterschaft in den USA teilnimmt, aber das Land nach jedem Spiel sofort verlassen und sich in Tijuana in Mexiko einquartieren muß, womit ihr die nötige Ruhezeit vorenthalten wird.

Anschließend wurde ein Auszug aus einem Videointerview von Gerald Belsky von EIR mit Dr. Mohammad Toor gezeigt, dem Kuratoriumsvorsitzenden des Pakistanisch-Amerikanischen Kongresses und Präsidenten einer Organisation amerikanisch-pakistanischer Ärzte für Gerechtigkeit und Demokratie. Toor erörterte die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit für die wirtschaftliche Entwicklung, um die Grundlagen für Frieden zu schaffen. Er verwies konkret auf die Möglichkeit, die Iranisch-Pakistanische Gaspipeline durch ganz Pakistan und sogar bis ins benachbarte Indien zu verlängern.

Ein Wendepunkt für Brasilien

Luiz Erthal, Chefredakteur der brasilianischen Zeitung Toda Palavra, nannte den jüngsten G7-Gipfel in Frankreich einen „Wendepunkt der brasilianischen Außenpolitik“. Präsident Lula sei zu dem Treffen gereist, um den größten Volkswirtschaften der Welt klarzumachen, daß sie die Entwicklungsbedürfnisse des Globalen Südens nicht ignorieren dürfen. Lula habe sich US-Präsident Trump widersetzt, nachdem der die Kandidatur des Rechtsextremen Flávio Bolsonaro unterstützt hatte – wobei Trump ihn auch noch mit dessen Bruder Eduardo verwechselt hatte, beides Söhne des inhaftierten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Trump habe Lula auf der gesamten Konferenz gemieden. Lula habe in Frankreich deutlich gemacht, daß Brasilien keine ausländische Einmischung in seine inneren Angelegenheiten duldet. Lula habe gesagt, Trump „redet zu viel“, und jetzt müsse er „zuhören“. Die Länder des Globalen Südens würden es nicht hinnehmen, von China isoliert zu werden – einem Land, das ihnen eine echte Chance auf wirtschaftliche Entwicklung bietet.

Zur Frage einer humanen Behandlung von Migranten berichtete Erthal, Brasilien habe mehr als zwei Millionen Einwanderer aus Ländern wie Venezuela und Kuba aufgenommen und bearbeite eine wachsende Zahl von Asylanträgen. „Glücklicherweise steht Brasilien diesen Menschen offen gegenüber.“

Tim Rush von der amerikanischen LaRouche-Organisation TLO berichtete von Besuchen bei Kongreßbüros in Washington, wo er und sein Team gegen die im Entwurf des neuen US-Militärhaushalts geplante Fusion der Verteidigungs- und Geheimdienstapparate der USA, Israels und Großbritanniens sprachen. „Das ist ein Teil von etwas viel Größerem als Israel an sich“, sagte Rush. Die jungen Kongreßmitarbeiter, mit denen sie sich trafen, seien erstaunt über die Diskussion um Infrastruktur-Großprojekte gewesen, weil dies an eine Zeit in der amerikanischen Geschichte erinnert, von der sie nichts wußten.

Auf diesen Bericht folgte ein Videoausschnitt aus einem pakistanischen Fernsehinterview mit Zepp-LaRouche. Darin sagt sie, Trump selbst habe zugegeben, daß er Frieden mit dem Iran schließen müsse, um eine weltweite Wirtschaftskatastrophe abzuwenden. Auf die Frage eines Interviewers hin erläutert sie noch einmal den „Erweiterten Oasenplan“.

Zum Abschluß der Vorträge erinnerte Zepp-LaRouche daran, daß die USA 2,2 Billionen Dollar an Steuergeldern für den Afghanistankrieg ausgegeben haben, aber die Ergebnisse erbärmlich seien. Wenn man nur einen Bruchteil davon für Entwicklungshilfe ausgegeben hätte, hätte man Afghanistan in ein „blühendes Land“ verwandeln können.

Höhepunkte der Diskussion

Aktivisten aus aller Welt berichteten über ihre Erfahrungen bei der Organisation von Friedensaktionen. John Steinbach, langjähriger Anti-Atomwaffen-Aktivist und Mitbegründer des Hiroshima-Nagasaki-Friedenskomitees in Washington, berichtete über die jüngste Mahnwache seiner Organisation.

Ein spanischer Aktivist des Schiller-Instituts berichtete über eine Kampagne im Zusammenhang mit dem jüngsten Besuch des Papstes in dem Land, Briefe an alle Bischöfe in Spanien zu schicken, damit sie die Friedensvorschläge des Schiller-Instituts unterstützen.

Ein Teilnehmer fragte Erthal danach, wie man am besten den Drogenhandel bekämpfen und dabei anders als die USA die nationale Souveränität respektieren könne. Erthal antwortete, Brasiliens Bundespolizei sei bei der Drogenbekämpfung sehr erfolgreich, und die USA sollten den „Krieg gegen die Drogen“ nicht als Vorwand für politische Zwecke nutzen, die die Souveränität anderer Länder verletzen. Stattdessen sollten die USA hart gegen die Geldwäsche vorgehen. In seinen abschließenden Bemerkungen würdigte Erthal den 250. Jahrestag der Amerikanischen Revolution, die als Inspiration für die brasilianische Unabhängigkeit gedient habe.

Zepp-LaRouche antwortete auf eine Frage aus Deutschland zu der Diskrepanz zwischen technischem Fortschritt und moralischer Entwicklung. Sie erinnerte an die Beiträge des verstorbenen Weltraumpioniers Krafft Ehricke, der im Vorstand des Schiller-Instituts war, und betonte die Bedeutung von Friedrich Schillers Konzept der ästhetischen Erziehung.

Anschließend verglich sie die Einschätzung ihres verstorbenen Ehemanns Lyndon LaRouche zu den Anschlägen vom 11. September 2001 – der schon während sie liefen, in einer Sendung warnte, es müsse eine Insider-Komponente geben – mit den jüngsten Äußerungen von Palantir-Chef Peter Thiel, der diese Katastrophe als „Straussischen Moment“ (nach Leo Strauss) lobte. Das sei eine Anspielung auf Thiels gleichnamigen Aufsatz von 2003, worin Thiel betont, solche „Momente“ seien eine Übergangsphase, in der westliche Eliten verdeckte Macht einsetzen könnten, um die Welt zu beherrschen. Zepp-LaRouche warnte, diese Eliten wollten ständig Krisen, die sie ausnutzen, um die Kontrolle zu behalten. Diese Vorgehensweise müsse man für einen erfolgreichen Kampf für dauerhaften Frieden kennen.

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