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BRICS-Gipfel gründet Neue Entwicklungsbank

Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten – Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika – haben nach ihrem Treffen am 15. Juli in Fortaleza/Brasilien die Erklärung von Fortaleza veröffentlicht, die in 72 Punkten die Vereinbarungen beim 6. BRICS-Gipfel zusammenfaßt. Dazu gehört auch die Ankündigung, daß man übereingekommen sei, dieNeue Entwicklungsbank (NDB) zur Finanzierung von Infrastruktur- und anderen Entwicklungsprojekten zu gründen. Diese neue Bank wird ihren Sitz in Schanghai/China haben, die rotierende Präsidentschaft wird zunächst Indien innehaben. Die NDB wird zunächst mit umgerechnet 50 Mrd. Dollar an Kapital ausgestattet sein, wobei alle Länder den gleichen Beitrag leisten.

Die Erklärung von Fortaleza gab auch die Schaffung eines BRICS-Reserve-Arrangements für Notfälle (CRA) im Umfang von zunächst 100 Mrd. Dollar bekannt, um „zu helfen, kurzfristigen Liquiditätsdruck abzuwehren“. Die wichtigsten drei Abschnitte der Erklärung lauten:

      „11. BRICS sowie andere aufstrebende Marktwirtschaften und Entwicklungsländer (EMDC) stehen weiterhin vor bedeutenden finanziellen Engpässen im Umgang mit Infrastrukturlücken und dem Bedarf nachhaltiger Entwicklung. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, die Unterzeichnung einer Vereinbarung über die Gründung der

Neuen Entwicklungsbank

      (NDB) bekanntzugeben, mit dem Zweck, Mittel für Infrastruktur- und nachhaltige Entwicklungsprojekte in den BRICS-Staaten und anderen aufstrebenden und Entwicklungsländern zu mobilisieren. Auf der Grundlage solider Bankprinzipien wird die NDB die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern stärken und die Bemühungen der multilateralen und regionalen Finanzinstitute für globale Entwicklung zu ergänzen, und so zu unserer kollektiven Entschlossenheit mit dem Ziel starken, nachhaltigen und ausgewogenen Wachstums beitragen.

12. Die Bank wird zunächst ein autorisiertes Kapital von 100 Mrd. Dollar haben. Das anfänglich gezeichnete Kapital wird 50 Mrd. Dollar betragen, mit gleichen Anteilen unter den Gründungsmitgliedern. Der erste Vorsitzende des Gouverneursrates wird aus Rußland kommen. Der erste Vorsitzende der Geschäftsführung wird aus Brasilien kommen. Der erste Präsident der Bank wird aus Indien kommen. Der Sitz der Bank wird in Shanghai sein. Gleichzeitig mit dem Hauptquartier wird das Regionalzentrum der Neuen Entwicklungsbank für Afrika in Südafrika errichtet. Wir weisen unsere Finanzminister an, die Modalitäten der Umsetzung auszuarbeiten.

13. Wir freuen uns, die Unterzeichnung des Vertrags zur Schaffung eines BRICS-Reserve-Arrangements für Notfälle (CRA) mit einem Volumen von zunächst 100 Mrd. Dollar bekanntzugeben. Dieses Arrangement wird eine positive vorbeugende Wirkung haben und Ländern helfen, kurzfristigen Liquiditätsdruck abzuwehren, eine weitere Zusammenarbeit der BRICS-Staaten fördern, das globale finanzielle Sicherheitsnetz stärken und bestehende internationale Arrangements ergänzen. Die Vereinbarung ist ein Rahmen für die Bereitstellung von Liquidität durch Devisenswaps als Reaktion auf tatsächlichen oder möglichen kurzfristigen Zahlungsbilanz-Druck.“

An anderer Stelle kritisiert die Erklärung von Fortaleza die fehlende Reaktion des IWF auf die Wirtschaftskrise und sagt: „Wir fordern eine internationale Finanzarchitektur, die geeigneter ist, um die Herausforderungen der Entwicklung zu meistern. Wir haben mit unserer multilateralen Koordinierung und unseren Initiativen zur finanziellen Zusammenarbeit aktiv zur Verbesserung der internationalen Finanzarchitektur beigetragen, die in ergänzender Weise die Vielseitigkeit und Verfügbarkeit von Mitteln zur Förderung von Entwicklung und Sicherung von Stabilität in der globalen Wirtschaft vergrößern werden.“

In dem Dokument wird jedoch auch festgestellt: „Wir werden unsere fruchtbare Koordinierung und unsere Entwicklungsziele innerhalb des internationalen Wirtschaftssystems und der Finanzarchitektur weiterverfolgen.“ Die Erklärung verteilt außerdem scharf einseitige militärische Interventionen und Wirtschaftssanktionen:

    „27. Wir betonen unsere Entschlossenheit zur nachhaltigen und friedlichen Beilegung von Disputen auf der Grundlage der Prinzipien und Absichten der UN-Charta. Wir verurteilen unilaterale, militärische Interventionen und Wirtschaftssanktionen, die einen Verstoß gegen das Völkerrecht und die universell anerkannten Normen der internationalen Beziehungen darstellen. Vor diesem Hintergrund betonen wir die einzigartige Bedeutung der unteilbaren Natur der Sicherheit, und daß kein Staat seine Sicherheit auf Kosten der Sicherheit anderer stärken sollte.“

 


China: Ganz Afrika durch Hochgeschwindigkeitsbahnen verbinden!

Chinas Premierminister Li Kequiang verbreitete bei seinem Besuch in vier afrikanischen Staaten, der am 4. Mai in Äthiopien begann und am 11. Mai in Kenia endete, die optimistische Vision einer von China unterstützten industriellen und infrastrukturellen Entwicklung des afrikanischen Kontinents. Außerdem besuchte er Nigeria, den drittgrößten Handelspartner Chinas in Afrika und Angola, seinen größten afrikanischen Handelspartner. Bevor Li seine Reise antrat, zitierten die chinesischen Medien einen Sprecher der Regierung, die Reise werde breit angelegt sein, u.a. gehe es auch um Abkommen über finanzielle Hilfen zur Entwicklung. Lis Reise erfolge 50 Jahre nach dem Besuch des damaligen chinesischen Premierministers Zhou Enlai, der im Dezember 1963 und Januar 1964 zehn afrikanische Staaten besucht hatte. Präsident Xi Jinping hatte im März 2013 seine erste Auslandsreise nach Afrika gemacht, wo er für den Zeitraum 2013-2015 Kredite über 20 Mrd.$ anbot.

Li schlug am 8. Mai in einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum für Afrika in Abuja/Nigeria vor, mit chinesischer Finanzierung – und ohne politische Vorbedingungen – alle Hauptstädte Afrikas durch Hochgeschwindigkeitsbahnen zu verbinden. Er kündigte an, daß China und die afrikanischen Länder gemeinsam Forschungs- und Entwicklungszentren für die Technologie der Hochgeschwindigkeitsbahnen aufbauen und bei der Planung, beim Bau und beim Betrieb dieser Bahnen zusammenarbeiten werden. China werde auch helfen, Autobahnen und Flughäfen in Afrika zu bauen. Dafür werde China – zusätzlich zu den schon jetzt bereitgestellten 20 Mrd.$ – eine 10-Mrd.$-Kreditlinie für Afrika schaffen, und es werde auch den China-Afrika-Entwicklungsfonds um 2 Mrd.$ auf dann 5 Mrd.$ aufstocken.

Am 5. Mai schlug Li in seiner Rede im Hauptquartier der Afrikanischen Union den Bau eines gesamtafrikanischen Eisenbahnnetzes vor. Am selben Tag unterzeichnete die China Railway Construction Corp. – wie People’s Daily am 10. Mai berichtete – ein 13,1 Mrd.-$-Abkommen mit dem nigerianischen Verkehrsministerium über den Bau einer Geschwindigkeitsbahn entlang der nigerianischen Küste, eines der größten Eisenbahnprojekte im Ausland, die China jemals vereinbart hat. Die Zeitung zitiert den Leiter des Eisenbahnamtes in Nigeria, der sagte, das Unternehmen werde eine 1385 km lange einspurige Strecke für Züge mit einer Geschwindigkeit bis 120 km/h bauen. „Die Küstenbahn wird den Export der nigerianischen Ölprodukte fördern. Außerdem wird es, als ein wichtiger Teil des westafrikanischen Eisenbahnnetzes, die regionale wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben.“

Beim Bau dieser Strecke werden die chinesischen Standards gelten, anstelle der britischen kolonialen Standards, die bei den meisten Infrastrukturprojekten in Nigeria verwendet wurden. Nach Angaben Cao Baogangs, dem stellv. Geschäftsführer der China Civic Engineering Construction Corp., ist dies nicht nur ein Beleg für die erfolgreiche Ansiedelung chinesischer Unternehmen, sondern auch für die wachsende nationale Stärke Chinas. „Wenn Unternehmen in den entwickelten Ländern in einen aufstrebenden Markt einsteigen wollen, dann müssen sie sie sich auf die Vorzugskredite stützen, die ihnen ihre Regierung gibt. Da Chinas nationale Stärke wächst, werden die Kredite der Exim-Bank Chinas bei den Verhandlungen ein Hebel sein, um chinesische Standards zu exportieren“, sagte Cao.

Das Projekt der nigerianischen Küstenbahn wird Arbeitsplätze für die örtliche Bevölkerung schaffen. „Dies ist ein Projekt, bei dem beide Seiten gewinnen. Es bietet China ein 4-Mrd.$-Geschäfte für den Export von Ausrüstung. Gleichzeitig wird es unmittelbar 50.000 Arbeitsplätze und indirekt 150.000 Arbeitsplätze auf dem lokalen Markt schaffen, was für Nigeria wichtig ist, weil die Arbeitslosigkeit hoch ist“, sagte Zhang Zongyan, der Präsident der China Railway Construction Corp.


Der Kampf für die „Neue Seidenstraße“

Ein geschichtlicher Rückblick

Die von der heutigen chinesischen Regierung unter Präsident Xi Jinping verfolgte Politik der „Neuen Seidenstraße“ wurde schon Anfang der 1990er Jahre von Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche und ihren Mitarbeitern als Konzept entwickelt und in zahllosen Publikationen und Veranstaltungen propagiert. Hier eine Auswahl der wichtigsten Aktivitäten.

    • August 1990: Das Schiller-Institut veröffentlicht noch vor der Wiedervereinigung Deutschlands ein Sofortprogramm für den wirtschaftlichen Aufbau Ost- und Westeuropas, das unter dem Stichwort „Produktives Dreieck Paris-Berlin-Wien“ bekannt wird. Es wird in alle osteuropäischen Sprachen übersetzt und auf zahllosen Konferenzen und Foren in vielen Ländern Europas vorgestellt und diskutiert.
    • November 1991: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wird das Konzept des „Produktiven Dreiecks“ zur Idee der wirtschaftlichen Integration Eurasiens durch große Infrastrukturkorridore erweitert. In Berlin findet die internationale Konferenz „Das Produktive Dreieck: Mittelpunkt eines gesamteurasischen Infrastrukturprogramms und Lokomotive einer neuen, gerechten Weltwirtschaftsordnung“ statt.
    • März 1992: Parlamentarier und Vertreter verschiedener politischer Parteien aus Polen, der Ukraine, Ungarn, Deutschland, Italien und Frankreich kommen in Deutschland zu einer Arbeitstagung des Schiller-Instituts unter dem Thema „Frieden heißt Entwicklung. Die Notwendigkeit eines eurasischen Infrastruktur-Aufbauplans“ zusammen.
    • 1993: Die erste Informationsschrift über das Schiller-Institut in chinesischer Sprache erscheint.
    • März 1995: In Duisburg findet die Konferenz „Eine moderne Seidenstraße als Brücke zum Weltfrieden“ statt. Hauptredner ist der frühere Präsident Ugandas, Godfrey Binaisa.
    • Mai 1996: Eine Delegation des Schiller-Instituts unter Leitung von Helga Zepp-LaRouche ist zu einem Internationalen Symposium über die „Wirtschaftliche Entwicklung der Regionen entlang der neuen Eurasischen Landbrücke“ in China eingeladen, an dem 400 Delegierte aus 34 Ländern und Vertreter von 13 internationalen Organisationen teilnehmen.
    • November 1996: Wesentliche Beiträge der Konferenz werden in der EIRNA-Studie „Die eurasische Landbrücke: Die ,neue Seidenstraße’ als Motor weltweiter wirtschaftlicher Entwicklung – Alternative zu Globalisierung und ,nachindustrieller’ Arbeitslosigkeit“ veröffentlicht.
    • Februar 1998: EIRNA veröffentlicht die Studie „Die Neue Seidenstraße – Der Aufbau Eurasiens und eine radikale Reform des Weltfinanzsystems als Schlüssel zu weltweitem Wirtschaftswachstum“.
    • Oktober 1998: Vom 27. Oktober bis zum 1. November 1998 ist Helga Zepp-LaRouche für das Schiller-Institut Ehrengast und Hauptrednerin eines sechstägigen „Reisesymposiums“ über die Eurasische Landbrücke, das nacheinander in vier chinesischen Städten abgehalten wird. Veranstalter sind die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften und die Provinzregierungen von Jiangsu und Hebei.
    • November 1998: Am 14. November 1998 entsteht die Initiative „Frauen für die Seidenstraße“. Der Gründungsaufruf ist u.a. unterzeichnet von Helga Zepp-LaRouche; Livia Turco, Kabinettsministerin für soziale Solidarität, Rom, Italien; Amelia Boynton Robinson, Bürgerrechtlerin, USA; Prof. Dr. Natalja Witrenko, Wirtschaftswissenschaftlerin und Abgeordnete des Ukrainischen Parlaments.
    • Mai 1999: Am 26. Mai kommen in Paris 150 Politiker, Gewerkschafter, Akademiker, Diplomaten, Medienvertreter und Bürger zu einer Konferenz des Schiller-Instituts über „Die Eurasische Landbrücke für Frieden: Frankreich als Katalysator zwischen Ost und West“ zusammen.
    • September 2007: Die Idee der „Eurasischen Landbrücke“ wird durch Verbindung zahlreicher Infrastrukturprojekte in aller Welt zum Konzept der „Weltlandbrücke“ erweitert. In Kiedrich findet eine internationale Konferenz des Schiller-Instituts zum Thema: „Die Weltlandbrücke wird Realität – Der Wiederaufbau nach dem Finanzkrach“ statt . Mehrere Reden beschäftigen sich mit Teilprojekten zur Weltlandbrücke, z.B. einer detaillierten Darstellung der Beringstraßen-Verbindung und einem Tunnelprojekt zwischen Sizilien und Tunesien.
    • Februar 2009: In Rüsselsheim findet eine internationale Konferenz des Instituts mit 320 Teilnehmern aus 34 Ländern statt. Im Zentrum stehen ein neuer LaRouche-Vorschlag zur Bildung einer Viermächte-Allianz von USA, Rußland, China und Indien zur Neugründung des Weltwirtschafts- und -währungssystems.
    • 2010: Das Schiller-Institut erarbeitet eine Videodokumentation über die Projekte der „Weltlandbrücke“
    • November 2012: Helga Zepp-LaRouche initiiert die Konferenzreihe „Ein neues Paradigma für das Überleben der Zivilisation“, deren Ziel es ist, die derzeitige Ausrichtung der Weltpolitik auf eine geopolitische Konfrontation zwischen dem Westen einerseits und Rußland und China andererseits durch eine Kooperation im Interesse der gemeinsamen Ziele der Menschheit zu ersetzen.
    • Oktober 2013: Chinas Präsident Xi Jinping verkündet beim APEC-Gipfel seine Politik der „neuen Seidenstraße“ – die Schaffung eines Netzes von Verbindungen zur Unterstützung des Baus von „Wirtschaftskorridoren“ in verschiedenen Subregionen.
    • Februar 2014: Eine von Helga Zepp-LaRouche angeführte Delegation des Schiller-Instituts, besucht China. Frau Zepp-LaRouche war in ihrer Funktion als Präsidentin des internationalen Schiller-Instituts zu Vorträgen in mehr als einem Dutzend Denkfabriken und Universitätsinstituten eingeladen, über das Projekt der Neuen Seidenstraße zu referieren.
    • November 2014: EIR veröffentlicht den umfangreichen 400 Seiten-Bericht „The New Silk Road Becomes the World Land-Bridge” mit detaillierten Projekten und Vorschlägen zur Finanzierung der Weltlandbrücke.
    • September 2015:  Bei einer Pressekonferenz mit dem Chongyang Institute for Financial Studies an der Renmin-Universität in Beijing stellt Helga Zepp-LaRouche die chinesische Ausgabe des EIR-Berichtes „The New Silk Road Becomes the World Land-Bridge” vor.
    • März 2016: Der ägyptische Verkehrsminister Dr. Saad El Geyoushi unterstützt mit einer Veranstaltung im ägyptischen Verkehrsministerium in Kairo die Veröffentlichung der arabischen Ausgabe des EIR-Berichtes „The New Silk Road Becomes the World Land-Bridge”.
    • Juni 2016: Das Schiller-Institut organisierte in Berlin die Konferenz „Für eine gemeinsame Zukunft der Menschheit und eine Renaissance der klassischen Kulturen“, an der über 300 Gäste aus 24 Nationen und vier Kontinenten teilnahmen.
    • Mai 2017: Helga Zepp-LaRouche wurde zum Seidenstraßen-Forum in Beijing eingeladen und sprach dort beim 5. Global Think Tank Summit zum Thema „Die Neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke“.
    • Juni 2017: EIR veröffentlicht den überarbeiteten deutschen Bericht „Die Neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke“.
    • November 2017: Die Studie „Extending the New Silk Road to West Asia and Africa”, worin der Aufbau des Nahen Ostens und Afrikas im Mittelpunkt steht, wird bei der Konferenz des Schiller-Instituts am 25./26.11.2017 in Bad Soden vorgestellt.
    • Juni 2018: das Schiller-Institut veröffentlicht den englischsprachigen zweiten Band „The New Silk Road Becomes the World Land-Bridge: A Shared Future for Humanity”, in dem auf die Fortschritte der Belt&Road-Initiative Chinas in den letzten Jahren, Region für Region, eingegangen und in vielen Karten dokumentiert wird.
    • Am 24. Oktober 2018 sprach Helga Zepp-LaRouche in Moskau bei einer Konferenz zum Thema „China, die chinesische Zivilisation und die Welt: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, die vom Institut für Fernoststudien der Russischen Akademie der Wissenschaften und vom Akademischen Rat für umfassende Studien des zeitgenössischen China veranstaltet wurde.

 

 


Unsterblichkeit im Präsidentenamt

Das Schiller-Institut veranstaltete am 19. Januar ein Konzert zum Gedenken an US-Präsident John F. Kennedy in der Bostoner Heilig-Kreuz-Kathedrale.

Von Dennis Speed

„Ich war 23 Jahre alt, als das neue Jahrhundert anbrach. Es war eine Zeit großer Hoffnungen. Eine neue Epoche stehe unmittelbar bevor, so glaubten viele, die Jahrhundertwende werde sich als Wende der Menschheitsgeschichte erweisen. Man berief sich auf die jüngsten Errungenschaften der Naturwissenschaften und prophezeite, daß die Zukunft auch in sozialer Hinsicht große Fortschritte bringen werde. Die Zeiten, da Armut und Hunger endgültig verschwunden wären, würden nun nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wie die Leute sonst beim Beginn eines neuen Jahres Besserung geloben, so schien diesmal alle Welt entschlossen zu sein, auch den Weg in ein neues Jahrhundert mit guten Vorsätzen zu pflastern. Wer hätte damals voraussehen können, daß die kommenden Jahrzehnte die unvorstellbaren Schrecken zweier Weltkriege mit sich bringen würden mit ihren Konzentrationslagern und ihren Atombomben?“
Pablo Casals, „Licht und Schatten auf einem langen Weg“
Wer sich darin hineinversetzt, wird von diesen so wahren Beobachtungen des großen Musikers ergriffen sein. Wenn unsere Zivilisation überleben soll, dann brauchen wir Voraussicht, dann ist es unsere Pflicht, die Zukunft zu gestalten, und daher auch, sie zu kennen. Frei nach den Worten von Abraham Lincoln, der wie John F. Kennedy ermordet wurde, in seiner unsterblichen Ansprache von Gettysburg: Wir führen einen 150jährigen Krieg, der auf die Probe stellt, ob eine Nation wie die Vereinigten Staaten oder irgendeine andere auf den gleichen Grundsätzen gegründete Nation dauerhaft Bestand haben kann. Die Ermordung von Amerikas Präsidenten und Staatsmännern war die bevorzugte kriminelle Methode der Gegner der Vereinigten Staaten, um sie als positives Vorbild zu zerstören. So war es bei John F. Kennedy, so war es bei dessen Bruder Robert und so war es bei Martin Luther King.
Das Schiller-Institut hat sich die Herausforderung, die Fähigkeit der Vorausschau für das kurz- und langfristige Überleben der Zivilisation zu wecken und auszuweiten, zu seiner besonderen Aufgabe gemacht. Diese Mission führte am 19. Januar nach Boston. Der Chor des Schiller-Instituts, verstärkt durch zusätzliche Sänger und ein Orchester, das vor allem aus Freiwilligen des New England Conservatory of Music bestand, führte in der Bostoner Heilig-Kreuz-Kathedrale vor etwa 1200 Gästen Mozarts Requiem auf – auf den Tag genau 50 Jahre nach der feierlichen Totenmesse, die 1964 auf besonderen Wunsch der Familie John F. Kennedys zum Gedenken an den ermordeten Präsidenten an gleicher Stelle zelebriert worden war.
Ein Jahr, nachdem er sich im Oktober 1962 in der Kubakrise gegen die finsteren Mächte wie Lord Bertrand Russell durchgesetzt hatte, die einen Atomkrieg gegen die Sowjetunion führen und „gewinnen“ wollten, wurde John F. Kennedy in Dallas ermordet. Dieser Mord, zusammen mit denen an seinem Bruder Robert und an Martin Luther King, wirkt noch heute wie ein böser Geist auf Amerika. Vier Generationen ist es nicht gelungen, die Folgen dieser Morde zu überwinden. Denn dazu gibt es nur einen einzigen verläßlichen Weg: Man muß die Menschen über ihre vorgefaßten und beschränkenden Erwartungen erheben. Die Menschen brauchen keine „Fakten“ über das, „was geschehen ist“, sie brauchen das Feuer der Erkenntnis, nur das kann Amerikas Trauma heilen. Keine Predigten, Slogans und Verwünschungen werden einem verschreckten Volk Mut geben. Nur wenn es seine eigene Stimme im Spiegel in einer großen künstlerischen Aufführung erlebt, können die Verzweifelnden auf eine höhere Ebene aufsteigen, wo sie zur eigenen Überraschung ihre Seele finden.
John Sigerson, der Dirigent und Musikdirektor des Schiller-Instituts, wurde in einem Interview mit der Zeitschrift der Bostoner Diözese The Pilot gefragt, ob er glaube, daß „klassische Musik eine Änderung unserer Kultur bewirken kann?“ Sigersons Antwort lautete: Nein, es sei vielmehr die Gegenüberstellung des „Musikalischen“ mit dem „Nichtmusikalischen“ – in diesem Falle die Auszüge aus Reden Kennedys, die an ausgewählten Stellen zwischen den Sätzen des Requiem vorgeführt wurden, die den Zuhörer provozieren, sein Denken zu verändern und die Musik dann anders zu erleben.
Nach der Aufführung in Virginia am 22. November, dem Jahrestag der Ermordung des Präsidenten, nutzte das Schiller-Institut damit zum zweiten Male die geistige und therapeutische Kraft von Mozarts Requiem, um den Amerikanern ihre Erkenntnisfähigkeit zurückzugeben. Die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, sagte dazu in ihren Bemerkungen, eine solche Wiederbelebung der Klassik sei notwendig, um die Amerikaner zu inspirieren, Kennedys Mission wiederaufzugreifen, in einer Situation, in der die Welt wieder am Rande eines thermonuklearen Krieges steht.

Die Vorbereitung des Publikums

Matthew Ogden bereitete das Publikum als Moderator auf die Musik vor, verschiedene Kurzbeiträge von Rednern, Grußbotschaften und Zitate dienten dazu, das Publikum auf die tiefere Bedeutung dieser Aufführung vorzubereiten – „nicht in der Zeit, sondern in der Idee“, wie der Philosoph Nikolaus von Kues sagte. Zweieinhalb Stunden lang wurde die virtuelle Realität der üblichen Gehirnwäsche durch eine Popkultur, in der im Sinne Nietzsches „alles erlaubt“ ist, durchbrochen. Wieder einmal wurden jene widerlegt, die gegen das Programm eingewendet hatten, das Publikum könne sich nicht so lange konzentrieren. Es mußte erst auf das Hörerlebnis vorbereitet werden. Aber warum?
Wie der große Dirigent Wilhelm Furtwängler sagte: Um ein richtiges Urteil fällen zu können, braucht man vor allem genug Zeit. Diese notwendige Voraussetzung war erfüllt, bevor der erste Ton erklang, und deshalb konnte das Publikum auf einer höheren Ebene reagieren, als es sonst selbst bei der besten Aufführung möglich gewesen wäre.
Zur Vorbereitung des Publikums sollte man aber noch mehr sagen. Sie war insgesamt eine gründliche und konsequente politische Intervention, sogar ein politischer Kampf. In den sechs Wochen vor der Aufführung wurde in der gesamten Region Boston intensiv dafür mobilisiert. Ein Teil des Publikums war durch Anzeigen im Boston Globe und anderen Medien aufmerksam geworden. Viele hatten auch durch die Zeitung der katholischen Diözese, The Pilot, von dem Konzert erfahren. Mehrere Bostoner Schulen und Hochschulen waren vertreten, ebenso verschiedene Seniorenzentren und Bürgerorganisationen. Flugblätter und Plakate in chinesischer, vietnamesischer, spanischer, portugiesischer, englischer und französischer Sprache hatten für das Konzert geworben. Mehrere Konsulate waren unter den Gästen vertreten, ebenso mehrere Landtagsabgeordnete aus Maine und Rhode Island. Grußbotschaften übersandten der irische Staatspräsident Michael D. Higgins, der Bostoner Stadtrat Steven Murphy und der Tenor Nicholas Di Virgilio, der einzige noch lebende Solist der Requiem-Aufführung vor 50 Jahren.
Etliche Zuhörer konnten sich noch an diese Aufführung erinnern – die Heiligkreuz-Kathedrale ist im mehrheitlich katholischen Boston für viele Menschen „ihre“ Kirche. Der frühere Bostoner Bürgermeister Ray Flynn, der auch zeitweise amerikanischer Botschafter beim Vatikan war und ebenfalls bei der Aufführung von 1964 im Publikum gewesen war, brachte in einem Grußwort seine Freude und Dankbarkeit als Bostoner Bürger zum Ausdruck, daß diese Aufführung an jenes historische Ereignis erinnerte.

Die Frage der Stimmung

Der Chor des Schiller-Instituts, die Solisten Nataly Wickham (Sopran), Heather Gallagher (Mezzosopran), William Ferguson (Tenor), Ron Williams (Bariton) sowie das vor allem aus Freiwilligen vom New England Conservatory of Music bestehende Orchester meisterten ihre Aufgabe bravourös und präsentierten Mozarts Requiem als eine einheitliche Gesamtidee. Dank dieser einheitlichen Gesamtwirkung der Aufführung flossen die Worte Präsident Kennedys mit Mozarts Idee von Unsterblichkeit, in die sie eingefügt waren, zu einem Dialog über den Triumph dieser Unsterblichkeit über den Tod zusammen, in den auch das Publikum mit einbezogen war.
Das Werk wurde in der bei den Aufführungen des Schiller-Instituts üblichen wissenschaftlichen Stimmung (c’=256 Hz bzw. a’=427-432 Hz) aufgeführt. Das ist fast ein Viertelton tiefer ist als die heute verbreitete Stimmung (440-448 Hz). Manche nennen das die „tiefe“ Stimmung, das ist jedoch nicht ganz richtig, denn die heute verwendete, höhere Stimmung ist schlicht falsch. Mozarts Requiem wurde in der niedrigeren Stimmung und für sie komponiert.
Der Dirigent Anthony Morss, ein Unterstützer des Schiller-Instituts, der bei verschiedenen Experimenten zur Demonstration der notwendigen Rückkehr zu dieser sog. „Verdi-Stimmung“ mitgewirkt und dirigiert hat, verfaßte für das Programmheft der Aufführung einen Aufsatz zu diesem Thema.

Kunst als Notwendigkeit

Die Frage, warum der Mensch die Kunst braucht – nicht nur moralisch, sondern auch ganz real -, stand im Mittelpunkt der kurzen Bemerkungen von Helga Zepp-LaRouche an das Publikum: „Es ist dringend notwendig, heute der Aufführung von Mozarts Requiem für John F. Kennedy vor 50 Jahren in dieser Kathedrale zu gedenken. Wir müssen dringend den Geist der göttlichen Schönheit von Mozarts Werk wieder hervorrufen, damit wir wieder den Zugang zu der besseren Welt finden, die Kennedy und Mozart verkörpern.“
Wie Mozart, Beethoven und Beethoven verkörpere der „Dichter der Freiheit“ Friedrich Schiller, nach dem das von ihr vor 30 Jahren gegründete Institut benannt ist, den Sieg der Unsterblichkeit über den Tod, genauso wie Kennedys Apollo-Projekt. Dank Kennedys Optimismus konnten alle Amerikaner und mit der erfolgreichen Mondlandung alle Menschen auf der Welt wissen, daß der menschliche Geist – anders als der Körper, in dem er eingeschlossen ist – keine Grenzen kennt.
Es war gesetzmäßig, daß diese Aufführung den „Zugang zur besseren Welt“ öffnete, von dem Helga Zepp-LaRouche sprach. Es konnte nicht anders sein, schließlich gehörte für John F. Kennedy die Wertschätzung und Förderung der klassischen Kunst und Künstler zu den Grundlagen seiner Präsidentschaft, auch wenn man das in den seither vergangenen Jahrzehnten oft übersehen hat. Wer kennt beispielsweise die folgenden Worte Kennedys, mit denen er am 26. Oktober 1963, knapp einen Monat vor seinem Tod, an den in jenem Jahr verstorbenen Dichter Robert Frost erinnerte?
„Unsere nationale Stärke ist wichtig, aber der Geist, der unsere Stärke inspiriert und lenkt, ist genauso wichtig. Darin liegt die besondere Bedeutung von Robert Frost… Es ist kein Zufall, daß Robert Frost Dichtung und Macht miteinander in Verbindung brachte, denn er sah in der Dichtung das Mittel, die Macht vor sich selbst zu schützen. Wenn Macht den Menschen zur Arroganz führt, erinnert ihn die Dichtkunst an seine Grenzen. Wenn Macht die Grenzen seiner Rücksichten einschränkt, erinnert ihn die Dichtkunst an den Reichtum und die Vielfalt seiner Existenz. Wenn Macht korrumpiert, läutert die Dichtkunst. Denn die Kunst formuliert die grundlegenden menschlichen Wahrheiten, die als Prüfstein unseres Urteils dienen müssen.“

Heute und damals

Es gab ein paar wichtige Unterschiede zwischen der Aufführung 1964 und der von heute. Eine Besonderheit war, daß Mozarts Requiem 1964 in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal überhaupt im Rahmen eines katholischen Hochamtes aufgeführt wurde.
Und ein weiterer wichtiger Unterschied: Das Gedächtniskonzert 2014 stellte besonders hohe Ansprüche an die Musiker, das Werk einsichtsvoll dazustellen, weil das Denkvermögen der Bevölkerung in diesen letzten 50 Jahren immer mehr unterhöhlt wurde – insbesondere durch die obszönen Kakophonien der „Unterhaltungskultur“ (die letzten Regierungen eingeschlossen).
In dem Zusammenhang muß man darauf hinweisen, daß der Chor aus Laienmusikern des Schiller-Instituts bestand, deren tägliche Arbeit meistens im Einsatz für die politischen Ziele der LaRouche-Bewegung besteht. Zunächst hatten auch etliche halbprofessionelle und professionelle Sänger aus Boston ihre freiwillige Mitwirkung zugesagt, viele ließen sich davon jedoch durch eine Verleumdungskampagne einiger örtlicher Politiker gegen das Schiller-Institut wieder abbringen. Aber andere ließen sich davon nicht beeindrucken und sangen trotzdem mit.
Dabei verhehlten die Organisatoren bei den Vorbreitungen zu der Aufführung keineswegs, „wer sie sind“, sondern betonten immer wieder ausdrücklich, warum gerade das Schiller-Institut und Lyndon und Helga LaRouche dieses Gedächtniskonzert unbedingt veranstalten wollten – und warum kein anderer im heutigen Amerika auf diese Idee kommt.
Um diese Frage zu beantworten, muß man eine zweite stellen, die auf den ersten Blick gar nichts damit zu tun hat, die aber im Grunde dieselbe ist: Warum haben viele scharfe, manchmal sogar gnadenlose Beobachter des menschlichen Charakters wie Charles de Gaulle, Douglas MacArthur und Eleanor Roosevelt in Kennedy trotz seiner Schwächen einen so außergewöhnlichen Menschen erkannt? Warum sahen solche anspruchsvollen Kritiker des menschlichen Charakters, aber genauso auch unzählige „einfache“ Amerikaner in Kennedy einen amerikanischen Präsidenten, der in hervorragender Weise geeignet war, den Fortschritt nicht nur der Vereinigten Staaten, sondern der ganzen Menschheit zu fördern?
Kennedy hat in seiner Rede zu seiner Amtseinführung am 20. Januar 1961 diese Frage praktisch selbst beantwortet. Man erkennt an ihr, was ihn von allen Präsidenten unterscheidet, die nach ihm kamen. Er beschreibt die Aufgaben, die er mit seiner Regierung bewältigen will, so „die Bürde eines langen Kampfes in der Dämmerung, Jahr für Jahr, fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Bedrängnis…, gegen die gemeinsamen Feinde aller Menschen: Tyrannei, Armut, Krankheit und der Krieg an sich“. Dann sagt er:
„All das wird nicht in den ersten hundert Tagen vollendet werden. Es wird auch nicht in den ersten tausend Tagen vollendet werden, auch nicht in der Amtszeit dieser Regierung, vielleicht auch nicht zu unserer aller Lebenszeit. Aber laßt uns anfangen.“
Kennedy sah dem Schicksal ins Auge und handelte danach. Auch wenn es so vieles gab, dessen Verwirklichung er nicht mehr selbst erleben konnte, konnte Kennedy in den tausend Tagen seiner Regierung die Welt vor der atomaren Vernichtung retten und die Menschheit zum Mond führen. Diese Fähigkeit, aus den revolutionären Prinzipien der Amerikanischen Verfassung und Unabhängigkeitserklärung die richtigen Ziele und Beiträge für den Fortschritt des Landes abzuleiten, wie es Lincoln und Kennedy mit ihren Regierungen taten, war bei den Nachfolgern seit Kennedys Ermordung einfach nicht vorhanden, und die Vision fehlte.
Die Regierung Obama betreibt heute, genauso wie die Regierung Bush vor ihr, sogar genau das Gegenteil. Die Amerikaner müssen dafür sorgen, daß ihr Land zu diesen Prinzipien zurückkehrt, und man muß die Bevölkerung kulturell dazu in die Lage versetzen.
Das ist der Grund, warum das Schiller-Institut ganz besonders dazu berufen war, diese Konzerte vom 22. November 2013 und vom 19. Januar 2014 zur Erinnerung an Präsident John F. Kennedy vorzuschlagen, zu organisieren und aufzuführen. Sein Vorbild darf nicht verschwinden. Mut und Intelligenz hängen miteinander zusammen. Kennedy wurde seinem eigenen Maßstab des Mutes in der Not gerecht – streben wir ihm nach!

Dringender Appell an die Vollversammlung der UN

Der folgende Aufruf wurde in New York bei der Eröffnung der UN-Vollversammlung verteilt.

Von Helga Zepp-LaRouche
Präsidentin des Schiller-Instituts

Wir alle wissen, daß die gegenwärtige ökonomische Ordnung dieser Welt einem sehr kleinen Teil der Menschen ein Leben in Saus und Braus ermöglicht, daß nur ein relativ kleiner Teil in angemessenem Wohlstand lebt, dagegen aber viele Menschen in menschenunwürdiger Armut darben und es sogar in großem Umfang das gibt, was Papst Franziskus kürzlich „versteckte Euthanasie“ genannt hat.

Nur wenige wissen, daß die Menschheit vor einigen Wochen um Haaresbreite der Gefahr der Auslöschung durch einen thermonuklearen Weltkrieg entkommen ist, denn genau das hätte die Konsequenz einer Eskalation nach einem Militärschlag gegen Syrien sein können.

Diese beiden existenzbedrohenden Gefahren für die menschliche Gattung sind letztlich das Resultat des ökonomischen Systems der Globalisierung, in dem „anonyme Entscheidungen“ – man könnte auch sagen, die Unterschriften der „Schreibtischtäter“- dazu führen, daß die einzigartige Würde und das Leben der Menschen dem Gott Mammon aufgeopfert wird.

Die diplomatische Initiative um Syrien weckt die Hoffnung, daß die Gefahr eines regionalen und vielleicht sogar weltweiten Krieges noch einmal abgewendet worden ist. Aber so dringend nötig Kriegsvermeidung ist, sie ist nicht genug. Wenn wir als Menschheit überhaupt eine Zukunft haben wollen, brauchen wir eine wirkliche Perspektive für den Frieden, ein völlig neues Paradigma, das die Geometrie der Konfliktlösung durch Krieg ein für allemal hinter sich läßt und durch die Definition der gemeinsamen Ziele der Menschheit ersetzt.

Ist es nicht im Interesse aller Menschen auf diesem Planeten, so schnell wie möglich Energie- und Rohstoffsicherheit zu erlangen und damit eine wesentliche Quelle für Hunger und Kriegsgefahr zu überwinden? Ist es deshalb nicht im Interesse aller Menschen und Nationen, gemeinsam das bestmögliche Crash-Programm für die Nutzung der thermonukleare Kernfusion in Gang zu setzen, vergleichbar dem „Manhattan Projekt“ während des Zweiten Weltkriegs zur Entwicklung der Atombombe, aber diesmal zu friedlichen Zwecken und zum Wohle aller Menschen?

Es ist ebenso allerhöchste Zeit, die berechtigte Forderung der Blockfreien Bewegung nach einer gerechten Weltwirtschaftsordnung wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Die Initiative des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping anläßlich der jüngsten Konferenz der SCO, den Ausbau der neuen Seidenstraße als Basis der friedlichen Zusammenarbeit aller Nachbarländer entlang dieser Route vorzuschlagen, kann der Beginn einer solchen neuen Ordnung sein. Der Vorschlag entspricht auch völlig dem Geist des Vorschlags der Eurasischen Landbrücke, mit dem das Schiller-Institut 1991 auf die Desintegration der Sowjetunion reagiert hatte und der inzwischen als Idee der völkerverbindenden Weltlandbrücke viele Freunde und Unterstützer in der ganzen Welt gefunden hat. Durch dieses weltumspannende Infrastruktur- und Entwicklungsprogramm würde die nächsthöhere ökonomische Plattform verwirklicht, die Hunger und Unterentwicklung für immer verschwinden lassen würde.

Wenn die in der UN-Vollversammlung vereinten Nationen beschließen, das zutiefst unmoralische und ungerechte System der Globalisierung durch eine Ordnung zu ersetzen, in der eine Allianz souveräner Republiken in der Tradition von John Quincy Adams im gemeinsamen Interesse der Menschheit zusammenarbeitet, dann kann die Zivilisation bewußt in die nächste Phase der Evolution eintreten.

Und warum sollte dies nicht möglich sein? Wir sind die einzigen Lebewesen, die aufgrund der Kreativität des Menschen die Existenzgrundlagen unserer Gattung immer wieder durch wissenschaftliche und technologische Erneuerungen bewußt verbessern und damit den Lebensstandard und die Lebenserwartung anheben können. Wir sind auch die einzige Gattung, die wissenschaftlich präzise bestimmen kann, wo die nächsthöhere Stufe der Erforschung der physischen Schöpfungsordnung liegen muß, damit wir als Gattung dauerhaft in unserem Universum existieren können.

Denn die Erde ist kein entropisches geschlossenes System, in dem die Ressourcen endlich wären, sondern unser Sonnensystem und unsere Galaxie sind nur ein winziger Teil des Universums, das sich antientropisch weiterentwickelt. Das Wunderbare unserer Schöpfungsordnung besteht gerade darin, daß es eine nachweisliche Übereinstimmung der Gesetze des Makrokosmos -des Universums – und des Mikrokosmos – unserer kreativen Vernunft – gibt, die sich in der physischen Macht der immateriellen Idee äußert.

Was wir heute mehr als alles andere brauchen, ist eine zärtliche Liebe zur Menschheit, eine kühne Vision von der Zukunft, die den Planeten aus der Perspektive der Astronauten und Kosmonauten betrachtet, die keine Grenzen, sondern eine Menschheit sehen, und die gleichzeitig den Blick auf die Sterne gerichtet haben.

Friedrich Schiller hat es gedichtet, und Ludwig van Beethoven in seiner 9. Sinfonie komponiert:

Alle Menschen werden Brüder,

Diesen Kuß der ganzen Welt,

Brüder überm Sternenzelt

Muß ein lieber Vater wohnen.

Die gequälte Menschheit braucht jetzt mutige Führer, die sich der Mission verschreiben, die Welt aus der Gefahrenzone der Zerstörung in die bessere Zukunft zu führen, die zum Greifen nahe ist!

 


Frankfurter Resolution: „Glass-Steagall oder Chaos und Völkermord“

Die folgende Resolution wurde am 14.4.2013 von den Teilnehmern der zweitägigen Konferenz des Schiller-Instituts „Für ein Neues Paradigma der Zivilisation“ verabschiedet.

„Wir, die hier versammelten Repräsentanten von Nationen aller Kontinente, erklären unsere volle Unterstützung für die sofortige Verabschiedung eines Glass-Steagall-Gesetzes im Repräsentantenhaus und Senat der Vereinigten Staaten, wie es die Gesetzesvorlage HR 129 („Return to Prudent Banking Act“) von Marcy Kaptur und Walter Jones vorsieht.

Wir alle sind überzeugt, daß dies eine Überlebensfrage ist. Nur ein Glass-Steagall-Gesetz in den Vereinigten Staaten kann die völkermörderische Politik beenden, wie sie vom internationalen monetaristischen System ausgeht. Glass-Steagall ist eine unerläßliche Waffe, um die Fesseln des Britischen Empire abzuschütteln. Um es in einem Satz zusammenzufassen: Entweder Glass-Steagall, oder Chaos und Völkermord.

Wir sind entschlossen, für das Glass-Steagall-Prinzip zu kämpfen – sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in jedem der Länder, aus denen wir kommen. Glass-Steagall ist jedoch nur der erste Schritt. Wir müssen auch das gegenwärtige monetäre System mit einem System staatlicher Kreditschöpfung durch Nationalbanken in der Tradition Alexander Hamiltons ersetzen, um den Wiederaufbau der Weltwirtschaft zu finanzieren. Das beinhaltet auch die Souveränität über die eigene Währung.

Wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll, dann müssen wir die gegenwärtige Politik der ‚Konfliktlösung durch Krieg‘ beenden und uns auf die gemeinsamen Ziele der Menschheit einigen – wie die Überwindung der Armut auf der Erde und die Verteidigung unseres Planeten gegen die sehr realen Gefahren aus dem Weltraum durch eine Politik der Strategischen Verteidigung der Erde (SDE).

Die sofortige Einführung von Glass-Steagall ist jedoch der absolut unverzichtbare, notwendige erste Schritt, ohne den es keine Chance gibt, eines der übrigen Ziele zu erreichen.

Unsere gemeinsame Entwicklung ist der neue Name für Frieden und die einzige Alternative zu thermonuklearem Krieg.“


Offener Brief von Lynn Yen an klassische Künstler überall auf der Welt!

Friedrich Schiller hat einmal geschrieben, daß „es die Schönheit ist, durch welche man zur Freiheit wandert”. Er spricht hier nicht nur von bloßer äußerer Schönheit, sondern von der tieferen Schönheit des Geistes, eines Geistes, der schöner wird durch seine Fähigkeit, sich selbst zu erkennen und gleichzeitig seine inneren, edelsten Absichten auszudrücken. Das ist das Geschenk und das Recht, das wir jungen Menschen auf der ganzen Welt, die die Zukunft der Menschheit sind, geben müssen. Das schulden wir ihnen, genauso wie den Dichtern in allen Formen von Kunst und Wissenschaft, die für uns die klassische Kultur geschaffen haben, nicht als Sammlung von Regeln, sondern als Prinzipien des Denkens, welche die Menschheit in ein besseres, produktiveres, glücklicheres Leben führen.

Am 13. Mai 2012 gab der Meisterpianist Tian Jiang ein Konzert im Stern-Auditorium der Carnegie Hall. Mehr als 1700 Schüler, Eltern und Lehrer aus über 80 öffentlichen Schulen aus New York City und Umgebung, von denen die meisten noch nie zuvor in der Carnegie Hall gewesen waren und viele vielleicht auch noch nie zuvor klassische Musik gehört hatten, teilten die Freude, die der Geist empfindet, wenn die Schönheit menschlicher Emotion und menschlichen Intellekts eins werden. In einem Programm mit Bach, Mozart, Beethoven, Brahms und Chopin, das fast zwei Jahrhunderte Komposition und fast zweieinhalb Stunden Aufführung umfaßte, gab es gebanntes Schweigen, langandauernden Applaus und stehende Ovationen eines Publikums, das nach der heute gängigen Meinung vermeintlich „unfähig ist, klassische Musik zu verstehen oder sich dafür zu interessieren.“ Selbst zwei- und dreijährige Kleinkinder lauschten aufmerksam während der gesamten Aufführung von Mozarts Fantasie in c-moll, Beethovens „Appassionata“ und Brahms’ Händel-Variationen.

Nach diesem Konzert erhielten wir zahlreiche Briefe von Lehrern, Eltern und Schülern, die um mehr Gelegenheiten zu solcher Nahrung für Geist und Seele baten. Daher dachten wir uns: Warum verwirklichen wir nicht den Wunsch und die Absicht, die Dr. Martin Luther King in seiner Rede bei der Entgegennahme des Nobelpreises so ausdrückte: „Ich habe die Kühnheit, daran zu glauben, daß Völker überall auf der Welt drei Mahlzeiten täglich für ihren Körper, Bildung und Kultur für ihren Geist und Würde, Gleichheit und Freiheit für ihre Seele haben können.“

Die Stiftung für die Wiederbelebung der klassischen Kultur ruft alle klassischen und klassisch ausgebildeten Musiker auf der Welt auf, ihre Zeit einzubringen und sich zusammen mit uns daran zu beteiligen, der Jugend der Welt große klassische Kompositionen nach der strengen platonischen Ästhetik und besten Schillerschen Empfindung aufzuführen und zu lehren. Laßt uns in allen großen Städten Amerikas und darüber hinaus die Ausübung der klassischen Kultur wiederbeleben, zur Veredelung der Menschheit und aus Liebe zu unseren eigenen Kindern und zu allen Kindern.

— Lynn Yen
(Executive Director, Foundation for the Revival of Classical Culture, New York)

Leitbild

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Die gesamte Zivilisation droht diese schlimmste Krise der Neuzeit nicht zu überleben: Wir erleben eine anhaltende Desintegration der Weltwirtschaft, welche eine militärischen Konfrontation zwischen den Nuklearmächten immer wahrscheinlicher werden lässt, was wiederum durch den Zerfall der Kultur noch verstärkt wird.

Zum Jahresbeginn 2013 hat das Schiller-Institut nun eine neue, mehrsprachige Internetpräsenz eröffnet, worin vor allem die erfolgreiche jüngste Konferenz des Schiller-Instituts in Flörsheim am Main mit dem Titel Ein neues Paradigma für das Überleben der Zivilisation dokumentiert wird.

Diese Internetseite ist unter newparadigm.schillerinstitute.com abrufbar.

Darunter finden sich Beiträge zu den Themen:

  • Großraum Nahost: Auslöser für einen Dritten Weltkrieg oder für den Beginn einer neuen Ära?
  • Raumfahrt und die gemeinsamen Ziele der Menschheit
  • Die Alternative zu Weltkrieg und Chaos
  • Es gibt ein Leben nach dem Euro! Was für ein Europa wollen wir?
  • Eine Renaissance der klassischen Kultur in Europa

Ein weiteres Kernstück dieser Konferenz ist ebenfalls verfügbar: ein klassisches Konzert mit Werken von Ignaz Lachner, Giuseppe Verdi und Ludwig van Beethoven, aufgeführt von Musikern des Schiller-Instituts.

Diese Internetseite soll darüber hinaus als Plattform für den nötigen Ideenaustausch dienen, um so dem Paradigmenwandel eine reale Gestalt zu geben.

Alle Bereiche der Gesellschaft müssen in dieser Krisenzeit zusammenwirken – die wissenschaftliche Forschung, die Ingenieurskunst, die Landwirtschaft und die klassische Kunst. Nur so kann ein drohender Weltkrieg abgewendet sowie Armut und Hunger in der Welt überwunden werden. Der Mensch kann sich so darauf konzentrieren, den Weltraum zu erobern und die Jugendgeneration durch Werke der Schönheit zu inspirieren. Dafür sind alle Talente gefragt!

Nehmen Sie sich bitte die Zeit, um die Beiträge dieser Konferenz auf der neuen Internetseite anzusehen. Sie finden dort auch verschiedene Möglichkeiten für die Diskussion, Verbreitung und Vertiefung der Inhalte.


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