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Presseerklärung

28. Juni 2016 – Auf der zweitägigen internationalen Konferenz des Schiller-Instituts in Berlin versammelten sich mehr als 300 Gäste aus 24 Nationen und vier Kontinenten zu einem intensiven und fundierten Dialog darüber, wie die unmittelbare Weltkriegsgefahr gestoppt und statt dessen ein neues Paradigma weltweiter Zusammenarbeit und Entwicklung auf Grundlage eines Dialogs der Zivilisationen und der einzigartigen menschlichen Kreativität geschaffen werden kann. Die Konferenzteilnehmer waren extrem besorgt über die eskalierende geopolitische Konfrontation des Westens gegen Rußland und China und die daraus resultierende Gefahr eines thermonuklearen Krieges. In einer Resolution forderten sie ein sofortiges Ende der Sanktionen gegen Rußland und Syrien. Die Beendigung des Krieges in Syrien und der Wiederaufbau dieses kriegszerrütteten Landes wie auch der Gesamtregion Südwestasiens war einer der Schwerpunkte der Konferenz. Sehr eindringlich äußerte sich hierzu per Videobotschaft Frau Dr. Bouthaina Shaaban, Beraterin und Sprecherin der Präsidentschaft der Syrischen Arabischen Republik, die anschließend per Livestream Fragen aus dem Publikum beantwortete.

Die Konferenzteilnehmer waren auch zu einem gemeinsam von NICE e.V. und dem Schiller-Institut ausgerichteten „Musikalischen Dialog der Kulturen“ eingeladen, der als Konzert mit freiem Eintritt in einer Gemeindekirche stattfand. Vor fast 500 Zuhörern führten die Camerata Geminiani, der Chor des internationalen Schiller-Instituts und andere Musiker klassische Werke in der Verdi-Stimmung auf, und zwei weitere Chöre präsentierten Volkslieder aus Rußland, der Ukraine und China. Es wurde deutlich, daß nur durch die Schaffung eines neuen Paradigmas für die Menschheit, eine Renaissance des Schönen, mit der die kulturellen Höhepunkte der jeweiligen Zivilisationen bekannt gemacht und gefördert werden, die Menschheit vor dem Abgrund gerettet werden kann.

Die Konferenz-Panels

Das erste von fünf Panels „Die strategische Krise ist gefährlicher als auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges“ wurde eingeleitet von Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin des Schiller-Instituts. Weitere Redner waren Chas Freeman, ehemaliger US-Botschafter in Saudi-Arabien, Oberst i.R. Alain Corvez, ehemaliger Berater des französischen Verteidigungs- und Innenministeriums, OTL a.D. Ulrich Scholz, ehemaliger Luftwaffenoffizier, NATO-Planer und Dozent über Luftkampfführung, sowie der amerikanische Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche.

Sprecher des zweiten Panels „Die Krise des transatlantischen Finanzsystems und ihre Lösung“ waren Jacques Cheminade, französischer Präsidentschaftskandidat, Marco Zanni, Leiter der M5S-Delegation im Ausschuß des Europaparlaments für Wirtschafts- und Währungsfragen, Daisuke Kotegawa vom Canon Institute und ehemaliger Vertreter Japans beim Weltwährungsfonds, und Leonidas Chrysanthopoulos, ehemaliger Botschafter Griechenlands in Polen, Kanada und Armenien und ehemaliger Generalsekretär der Organisation für Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation.

Im dritten Panel „Die Neue Seidenstraße – Inbegriff des neuen Paradigma“ sprachen Dr. Ren Lin von der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CSS) mit der „Ein Gürtel, eine Straße“-Politik Chinas als Forschungsschwerpunkt, S.E. Hamid Sidig, Botschafter und Außerordentlicher Repräsentant der Islamischen Republik Afghanistan in Deutschland, und Egbert Drews, Vorstandsmitglied der Marwiko AG, Berlin.

Die Konferenzberatungen am Sonntag setzten das Panel über die Neue Seidenstraße fort, mit besonderer Betonung der Syrien-Krise und der Notwendigkeit, die geopolitische Konfrontation und

den vom Ausland finanzierten Terrorismus zu beenden. Nach einem vorbereiteten Videobeitrag über die Lage in Syrien von Frau Dr. Bouthaina Shaaban hatten die Teilnehmer Gelegenheit zu einem bewegenden 30minütigen Livedialog direkt aus Damaskus mit Frau Dr. Shaaban, die dazu aufrief, statt Krieg und Zerstörung ein neues Paradigma kreativer menschlicher Entwicklung („eine intellektuelle Seidenstraße“) zu schaffen.

Michel Raimbaud (ehemaliger französischer Botschafter in der arabischen Welt, Afrika und Lateinamerika und ehemaliger Direktor des Französischen Amts für den Schutz von Flüchtlingen und Staatenlosen) hatte zuvor das Panel mit einem leidenschaftlichen Appell eröffnet, den Frieden in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht wiederherzustellen – in Syrien und überall sonst. Hussein Askary, Arabien-Korrespondent von EIR, präsentierte ein Video über den Wiederaufbau von Aleppo im Kontext der Neuen Seidenstraße, gefolgt von einem Beitrag von Prof. Talal Moualla, Aufsichtsrat des Syrischen Entwicklungsfonds und Vorstandsdirektor des Projekts „Transformation des syrischen kulturellen Erbes“ im syrischen Kultusministerium. Abgeschlossen wurde die Vortragsrunde von Bereket Simon, Vorsitzender der Commercial Bank of Ethopia und Berater des äthiopischen Premierministers, und einer Videobotschaft von Fouad Al-Ghaffari, Vorsitzender des Beratenden Komitees für die Koordinierung mit den BRICS-Staaten aus dem kriegsgeschüttelten Jemen.

Sprecher des vierten Panels „Die Pioniergebiete der Wissenschaft: Die neue Wirtschaftsplattform auf der Grundlage der Kernfusion und die Zukunft der Menschheit im Weltraum“ waren Adeline Djeutie, ehemalige Mitarbeiterin der IAEA und jetzt selbständige Beraterin in Wien, Alain Gachet, Vorsitzender von Radar Technologies International aus Frankreich, und Rainer Sandau, Technischer Direktor für Satelliten und Weltraumanwendungen der Internationalen Akademie der Astronautik (IAA).

Nach einer musikalischen Einleitung mit klassischer Musik erläuterte der Geiger Gian Marco Sanna, Gründer und künstlerischer Leiter des Camerata-Projekts in London, im letzten Panel die Bedeutung der wissenschaftlichen Stimmung von A=432 Hz („Verdi-Stimmung“), für die sich das Schiller-Institut seit Jahrzehnten einsetzt. Hussein Askary präsentierte die „Elefantenuhr“ als Beispiel der Schönheit der islamischen Renaissance und deren Beziehung zur alten Seidenstraße. Danach kamen die Podiumsredner mit Frau Zepp-LaRouche und Lyndon LaRouche zu einer abschließenden Diskussionsrunde darüber zusammen, wie eine globale Zusammenarbeit für die gemeinsamen Ziele der Menschheit erreicht werden kann. Die Hauptaussage dabei war, daß die derzeitige tödliche Gefahr für die Zivilisation nur abgewendet werden kann, wenn das schöpferische Potential in jedem einzelnen Menschen gefördert wird.

Für weitere Informationen:

Frau Leona Meyer-Kasai, Schiller-Institut, Berlin, mail: konferenz2016@schiller-institut.de

Konferenzprogramm PDF

 


TASS-Interview mit Zepp-LaRouche: USA und Europa brauchen Neue Seidenstraße dringender als Asien

Die Gründerin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche – in China als „Seidenstraßen-Lady“ bekannt, da sie sich zusammen mit ihrem Ehemann Lyndon LaRouche als erste in Europa für die Politik der Neuen Seidenstraße eingesetzt hat -, gab am 31. Mai der offiziellen russischen Nachrichtenagentur TASS ein Interview. In der Einleitung zu dem Interview heißt es: „Eine wachsende Zahl von Ländern und anderen Kräften weltweit erkennt, daß die Sanktionen [gegen Rußland] keine Zukunft haben und daß eine globale Kooperation notwendig ist. Helga Zepp-LaRouche, die Präsidentin des Schiller-Instituts, äußerte diese Meinung in einem Interview mit TASS.“


TASS: Wie bewerten Sie die gegenwärtige internationale Lage?

Zepp-LaRouche: Es gibt derzeit zwei vollkommen entgegensetzte Dynamiken auf der Erde. Auf der einen Seite konvergieren Putins sehr erfolgreiche militärische Flankenaktionen, wie seine Intervention in Syrien, die das Potential für einen Frieden geschaffen hat, mit seinen verschiedenen diplomatischen Interventionen in Asien, die den chinesischen Seidenstraßen-Initiativen parallel laufen. Diese Bemühungen bedeuten eine Win-Win-Perspektive für jetzt schon mehr als 70 teilnehmende Länder.

Auf der anderen Seite betreiben die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die EU und die NATO eine extrem gefährliche Konfrontation gegen Rußland und China, was die Welt in eine vielschichtige Krise gestürzt hat, die gefährlicher ist als auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges.

TASS: In welchen Bereichen ist dies besonders aktiv, und in welchen nicht?

Zepp-LaRouche: Im Falle Syriens sind die Kooperation zwischen Außenminister Lawrow und US-Außenminister Kerry sowie die Kooperation zwischen Rußland und den USA in Genf sehr positiv. Aber solange die USA ihre Politik des Regimewechsels nicht aufgeben, bleibt die Situation gefährlich. Präsident Putin hat sich als ein brillanter Stratege erwiesen. Dies macht zuversichtlich, daß es den Kriegstreibern in der NATO nicht gelingen wird, Rußland in eine Falle zu locken und ihnen einen Vorwand für einen präventiven Angriff zu liefern.

TASS: In welchen Bereichen muß die Kooperation zwischen dem Westen und Rußland verstärkt werden? Und warum?

Zepp-LaRouche: Die Realität ist, daß der gesamte transatlantische Sektor bankrott ist und kurz vor einem noch größeren Kollaps steht als 2008. Nach seinem sehr wichtigen Besuch in Rußland hat Japans Ministerpräsident Abe beim jüngsten G7-Gipfel nachdrücklich auf diesen Umstand hingewiesen, aber Präsident Obama hat ihm widersprochen und betont, daß der „Aufschwung voranschreitet“, was angesichts der Negativzinsen der Zentralbanken und der Debatte über das „Helikoptergeld“ absurd ist.

Deshalb braucht der Westen noch mehr als Asien eine wirtschaftliche Zusammenarbeit nach Art der Politik „Ein Gürtel, eine Straße“ und der Eurasischen Wirtschaftsunion, die Eurasien von Wladiwostok bis Lissabon eint, aber auch die Vereinigten Staaten einlädt, sich an dieser Perspektive zu beteiligen. Eine Katastrophe kann nur vermieden werden, wenn es uns gelingt, die Geopolitik zu überwinden und ein neues Paradigma auf Grundlage einer globalen Entwicklungspartnerschaft und den gemeinsamen Zielen der Menschheit zu erreichen.

TASS: Warum behindert der Westen, trotz der offensichtlichen Bedrohung durch Terrorismus, Cyberkriminalität und andere internationale Herausforderungen, die Kooperation mit Rußland?

Zepp-LaRouche: Fast alle wichtigen Konflikte beruhen auf dem Versuch des anglo-amerikanischen Empire, eine unipolare Welt zu erhalten, obwohl es diese schon gar nicht mehr gibt. Immer mehr Kräfte auf der Welt erkennen, daß sie existentielle Entscheidungen treffen müssen, und daß dem Interesse ihrer Länder weit besser gedient ist, wenn die Sanktionen und die Konfrontation gegen Rußland und China beendet werden. Die Tatsache, daß Rußland und China eine starke strategische Partnerschaft – mit Indien als drittem Partner – geschlossen haben, hat das strategische Gleichgewicht der Welt verändert. Immer mehr Länder sehen es als vorteilhafter an, für ihre Entwicklung zusammenzuarbeiten, als unter dem Joch militärischer Konfrontation zu stehen. Wir stehen an einer Wegscheide der Geschichte, und in solchen Momenten kommt es auf die Führung an, wie wir sie bei Präsident Putin sehen.

Quelle: http://tass.ru/mezhdunarodnaya-panorama/3325807

 

 

 


Frankfurter Seminar: „Pessimist zu sein, ist zu einfach“

„Die Wirtschafts- und Flüchtlingskrisen mit der Neuen Seidenstraße lösen!“ – Unter diesem Titel fand am 23. März ein halbtägiges Seminar statt, das vom Wiesbadener Verlag EIR in Zusammenarbeit mit dem äthiopischen Generalkonsulat in Frankfurt veranstaltet wurde.

Das Publikum setzte sich zu einem guten Drittel aus Angehörigen diplomatischer Vertretungen in Frankfurt zusammen, insgesamt waren – dem Thema des Seminars angemessen – mit allen Teilnehmern etwa 20 Nationen präsent. Mit Ausnahme des äthiopischen Generalkonsuls waren die Redner von weither angereist – aus Italien, aus Schweden, aus dem Tschad, und Hussein Askary kam direkt aus Kairo, wo er wenige Tage zuvor im Beisein des ägyptischen Verkehrsministers die erste arabischsprachige Übersetzung des EIR-Berichts über die Weltlandbrücke der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Parallel zum Frankfurter Seminar fand übrigens auch in Jemen ein Seminar zum selben arabischsprachigen Bericht statt – quasi unter dem Bombenhagel saudischer Luftangriffe auf jemenitische Städte.

Das Seminar wurde eröffnet mit einer Grundsatzrede von Helga Zepp-LaRouche, der Vorsitzenden des internationalen Schiller-Instituts und Bundesvorsitzende der BüSo, gefolgt von Hussein Askary, dem Arabien-Redakteur von EIR in Stockholm, danach sprach Mehreteab Mulugeta Haile, Generalkonsul der Föderalen Demokratischen Republik Äthiopien. Reden von Marcello Vichi und Andrea Mangano, beide führend beteiligt am Transaqua-Projekt, schlossen den ersten Teil des Seminars ab. Mohamad Bila vom Vorstand der Tschadsee-Kommission und Ulf Sandmark vom Schiller-Institut in Stockholm eröffneten den zweiten Teil, dem dann über zwei Stunden intensive Diskussionen folgten. Das gesamte Seminar wurde moderiert von Claudio Celani vom EIR-Verlag.

Eingeleitet wurde der Diskussionsteil mit Ausführungen Helga Zepp-LaRouches zur anhaltenden Rolle des Britischen Empires im globalen Finanzsektor und vor allem in führenden Institutionen der internationalen „Umweltbewegung” wie dem Club of Rome und dem World Wildlife Fund, die vehement große Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte wie Transaqua bekämpfen. Das stark wankende transatlantische Finanz- und Wirtschaftssystem mit London im Zentrum ist in seinem Versuch, die nicht länger zu haltende globale Vorrangstellung selbst durch Kriege und sogar einen neuen Weltkrieg zu behaupten, eine Bedrohung der gesamten Menschheit im Zeichen der atomaren Überrüstung! Dazu passe, daß der Umwelt-Guru von Bundeskanzlerin Merkel, Joachim Schellnhuber (Träger des Ordens „Commander of British Empire”) eine maximale Weltbevölkerung von einer Milliarde anstrebe. Die Alternativen liegen auf dem Tisch, betonte Helga Zepp-LaRouche, wie im Falle des ersten, 1976 veröffentlichten Afrika-Programms einer Arbeitsgruppe um Lyndon LaRouche schon seit 40 Jahren; Wenn man wirklich wolle, könnten der Hunger in Afrika in einem halben Jahr und die Armut auf dem Kontinent innerhalb von fünf Jahren beseitigt und in 10-20 Jahren ein würdiger Lebensstandard für alle Afrikaner erreicht werden, sagte Helga Zepp-LaRouche.

In seiner Antwort auf eine Frage aus dem Publikum nach seiner Ägyptenreise sagte Hussein Askary dann, es gebe ganz klar eine neue Dynamik in der internationalen Politik, und die Entwicklungen in Ägypten seien Teil der sich ausbreitenden Revolte gegen das westliche System. Wenn man 25 Jahre zurückblicke, als die Idee der „Neuen Seidenstraße” von Helga Zepp-LaRouche in die Diskussion gebracht wurde, und mittlerweile die offizielle chinesische Politik hinter demselben Konzept sehe, werde diese neue Dynamik sichtbar.

Ägypten selbst, so erläuterte er weiter, stehe unter Bedrohung durch Terrorismus von innen und durch finanzielle Kriegsführung von außen, habe deshalb auch enorme Probleme, die es aber bisher im Griff hat, weil die Ägypter eine Vision des Fortschritts haben und sich nicht abhängig machen von äußeren Finanzquellen. Immerhin gebe es 400,000 Ingenieure im Lande, das Potential für eine breite wirtschaftliche Entwicklung sei also vorhanden.

Mohamad Bila erwähnte auf eine Frage zum Stand des Tschadsee-Projekts die vielen Widerstände, auf die das Transaqua-Konzept in den letzten 30 Jahren auch in Afrika selbst gestoßen sei, erläuterte dann aber, daß es bei diesem Konzept nicht nur um Wasser für den Tschadsee gehe, sondern um ein umfassendes Entwicklungsprojekt für gesamt Zentralafrika. Die Region habe keine nennenswerte Infrastruktur – weder Straßen noch Strom, andererseits sei Wasser im Kongo und seinen Zuflüssen reichlich vorhanden. Das Wasserprojekt sei Teil eines größeren Programms für die gesamte Region, nur so könne man es verwirklichen, sagte Bila.

Claudio Celani wies in diesem Zusammenhang auf die zerstörerische Rolle der Terroristen von Boko Haram in der Region um den Tschadsee hin, wo sie für lange Zeit die wichtigsten Verkehrsverbindungen unterbrochen hatten, jetzt aber durch die unter nigerianischer Führung stehende militärische Eingreiftruppe von sechs afrikanischen Staaten niedergekämpft wurden, so daß die Sicherheitslage wieder unter Kontrolle und somit eine der wichtigsten Bedingungen für die Verwirklichung des Transaqua-Projekts erfüllt sei.

Der äthiopische Generalkonsul demontierte in einem Diskussionsbeitrag die westliche Propaganda über die angebliche Rohstoffgier der Chinesen in Afrika mit dem nüchternen Hinweis, sein Land besäße gar kein Öl und kein Gas, auf das China scharf sein könne, sondern unterstütze das Land als Entwicklungspartner ohne Vorbedingungen.

Ulf Sandmark berichtete in der Diskussion über seine erste Reise nach Syrien 2014, die darauf folgende Arbeit am Phönix-Aufbauplan für das Land und das große Interesse, das dieser Plan während des zweiten Syrien-Besuchs auch in den Landesmedien fand. Dieser Plan wie auch der Landbrückenbericht von EIR in englischer und jetzt auch arabischer Sprache müsse, so Sandmark, gewissermaßen zum Lehrbuch für alle werden, die eine neues Paradigma schaffen wollen; überall müßten sich Arbeitsgruppen bilden und regelmäßig zusammentreffen, und vor allem müsse der Druck auf die politischen Eliten massiv erhöht werden, damit sich die Dinge zum Besseren ändern.
Kamil Maqsou verlas als Vertreter der syrisch-orthodoxen Gemeinde in der Schweiz eine Erklärung, in der er darauf hinwies, daß ein erheblicher Teil der syrischen Flüchtlinge Christen sind, die ihr Land verlassen, um der Verfolgung durch den Islamischen Staat zu entgehen.

Gegen Ende der Diskussion kam aus dem Publikum die Frage, wieviel Zeit noch bleibe zur Umsetzung der vorgestellten Programme; die akute Gefährlichkeit der Krise sei ja nicht zu übersehen, die Ereignisse von Brüssel machten die Dringlichkeit nur noch deutlicher. Hierauf antwortete Helga Zepp-LaRouche, in der Tat gehe es ja nicht nur um die Seidenstraßenpläne, da sei ja schon viel auf dem Wege, es gehe eben auch um den Ausstieg aus dem unhaltbaren westlichen Finanz- und Wirtschaftssystem, das Bankenwesen müsse sich gemäß dem Glass-Steagall-Standard umorientieren, ehe alles in sich zusammenbreche und möglicherweise in Chaos und Krieg münde. Die Alternativen zum transatlantischen System müsse man jetzt aus den Schubladen herausholen und verwirklichen – niemand könne unbeteiligter Beobachter bleiben, weil wir alle eben auf einem Pulverfaß säßen, das jede Sekunde explodieren könne. Optimistisch könne man nur in die Zukunft blicken, wenn man von diesen Alternativen ausgehe, sagte Helga Zepp-LaRouche.

Dem schloß sich Marcello Vichi an, indem er sagte, man müsse Optimist sein, denn Pessimist zu sein, sei wirklich zu einfach, zumal heutzutage. In seiner Firma Bonifica (die den Transaqua-Plan erstellt hat) habe er seine Mitarbeiter jedenfalls immer daran erinnert, sie würden für Optimismus bezahlt und nicht für Pessimismus.

Im Schlußwort des Seminars, bei dem es viel Applaus für die Redebeiträge gegeben hatte, richtete Helga Zepp-LaRouche einen Appell an alle Teilnehmer, mitzuwirken an einer neuen Renaissance, an einer Massenbewegung für Entwicklung, wobei das Beste jeder Kultur, die deutsche und europäische Klassik ebenso wie der chinesische Konfuzianismus, die Gupta- und Vedenperioden Indiens, und die besten Traditionen Persiens und Afrikas eingebracht würden. Schließlich sage man ja, die gesamte menschliche Entwicklung komme letztendlich aus Äthiopien. Wenn man all das mobilisiere, werde man die barbarische Kultur von heute überwinden.


Landbrücken-Konferenz des Schiller-Instituts in New York

„Der Bau einer Weltlandbrücke – die wahre Humanität der Menschheit verwirklichen“ war das Thema der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts, die am 7. April in New York City stattfand. Sie zeigte das Potential der Vereinigten Staaten, sich aus der verheerenden Geopolitik und dem Wirtschaftskollaps zu befreien und zu ihrer traditionellen Identität als produktive Nation zurückzukehren. An der 15 Stunden langen Konferenz nahmen 300 Gäste aus vielen Teilen der USA sowie einem Dutzend Ländern aus Asien, Afrika und Europa teil.

Helga Zepp-LaRouche hielt zur Eröffnung eine umfassende und inspirierende Rede, worin die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit für die gemeinsamen Ziele der Menschheit im Mittelpunkt stand. Sie ging in viele Details, besonders zur Flüchtlingskrise in Südwestasien, Nordafrika und Europa und der Notwendigkeit für einen „Marshall-Plan der Seidenstraße“. Lyndon LaRouche, der die Kampagne für einen solchen Paradigmenwechsel seit Jahrzehnten anführt, betonte die Bedeutung des individuellen menschlichen Geistes, der Prinzipien entdecken könne, die der Menschheit Fortschritte ermöglichen. Albert Einstein sei ein ideales Beispiel für eine Persönlichkeit in der Gesellschaft, die zu solchen Entdeckungen fähig ist.

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Andere Redner in der Vormittagssitzung waren der frühere US-Justizminister unter Präsident Johnson, Ramsey Clark, der ein leidenschaftliches Plädoyer gegen den Krieg hielt, der chinesische Journalistikprofessor Li Xiguang von der Universität Tsinghua, der mit zahlreichen Abbildungen die weiten Gebiete von Chinas Seidenstraßenprojekt „Gürtel und Straße“ beschrieb, sowie der ägyptische Generalkonsul in New York, Ahmed Farouk. Dieser schilderte enthusiastisch den Bau des Neuen Suezkanals, der von den Ägyptern selbst finanziert in Rekordzeit bewältigt wurde, und die geplanten drei Entwicklungszonen. Das erinnerte viele im Publikum an frühere Großprojekte in den USA – wie den Hoover-Damm oder die TVA.

In der zweiten Sitzung rief Kesha Rogers von der amerikanischen LaRouche-Bewegung alle dazu auf, aktiv dafür zu arbeiten, daß auch die USA wieder zu ihrer Pionierrolle für Fortschritt zurückkehrt , vor allem, indem die NASA wieder an ihre größten Zeiten anknüpft. Dazu sprachen zwei frühere NASA-Mitarbeiter, Tom Wysmuller zum Thema „Warum bemannte Raumfahrt?“ und Dr. Feng Hsu über Sonnenforschung.

Die abschließende Sitzung war ein außergewöhnlicher Dialog großer Kulturen mit musikalischen Beiträgen (italienische Belcanto-Gesangsstücke und deutsche Kunstlieder, ein gesungenes Gedicht des Bengalen Rabindranath Tagore und klassische chinesische Musik auf alten Saiteninstrumenten). Hinzu kamen zwei Vorträge – von Prof. Ben Wang vomChina Institute über „Die Einheit von Kalligraphie, Dichtung, Malerei und Musik in der chinesischen Kunst“ sowie der bekannten italienisch-amerikanischen Gesangspädagogin Carmela Altamura über „Verdis Opern und Italiens Risorgimento-Bewegung“.

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Die Konferenz wurde vor allem in der chinesischen und russischen Presse prominent aufgegriffen. Die amtliche russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlichte am 8. April Auszüge aus einem Interview mit Helga Zepp-LaRouche. Die Meldung erschien in mehreren großen russischen Medien, darunter die Webseite des VerteidigungsministeriumsZvezda-TV, Federal News Agency, sowie bei RT auf Spanisch.

Die Videos der Konferenzbeiträge finden Sie hier.


Ägyptisches Verkehrsministerium unterstützt Veröffentlichung der arabischen Ausgabe des EIR-Reports zur Weltlandbrücke

Mit einer Veranstaltung zur Veröffentlichung der arabischen Ausgabe des EIR-Sonderberichts Die neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke am Sitz des ägyptischen Verkehrsministeriums in Kairo zeigte sich heute die Unterstützung führender ägyptischer Kreise für dieses Projekt. Verkehrsminister Dr. Saad El Geyoushi persönlich leitete das Seminar und stellte Hussein Askary als EIR-Spezialisten für Südwestasien und Repräsentanten des Schiller-Instituts vor. Sowohl in seinen einleitenden Worten als auch in seinem Kommentar zu Askarys Vortrag ließ Dr. El Geyoushi keinen Zweifel an seiner völligen Übereinstimmung mit der Idee der neuen Seidenstraße und den Plänen der ägyptischen Regierung aufkommen, Ägyptens Verkehrsnetz in die Dynamik der neuen Seidenstraße zu integrieren.

Er verkündete außerdem die Absicht der ägyptischen Regierung, 1 Billion ägyptische Pfund (100 Mrd.$) in Straßen und Eisenbahnlinien zu investieren – nicht nur, um das Verkehrsnetz des Landes zu entwickeln, sondern auch, um eine entsprechende Verbindung zu Asien und – noch wichtiger – nach Süden zum übrigen Afrika herzustellen.

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Zur Linken des Ministers Hussein Askary, Südwestasienexperte der Nachrichtenagentur EIR ( Executive Intelligence Review) und Repräsentant des Schiller-Instituts
Quelle: soutalomma.com

Die Räumlichkeiten waren überfüllt mit Top-Experten und Beratern des Ministeriums, sowie Vertretern anderer Institutionen und verschiedener ägyptischer Fernsehsender und Zeitungen. Der chinesisch-arabische Fernsehsender CCTV-Arabic war anwesend und machte ein Interview mit Askary, der auch von zwei weiteren Fernsehsendern interviewt wurde.

Berichte über die Veranstaltung in den Medien sind heute, einen Tag danach, noch spärlich, da das Treffen am Vorabend sich bis in die späten Abendstunden hinzog.

In den kommenden Tagen sind weitere Seminare und Fernsehtermine geplant. Ein vollständiger Bericht wird nachgereicht.

 

EIR-Sonderberichts Die neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke

Der EIR-Sonderbericht Die neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke ist hier erhältlich >>


Programm zum Wiederaufbau Südwestasiens und zur Entfesselung der Kreativität

Die arabische Fassung des EIR-Berichts über die Neue Seidenstraße und Weltlandbrücke, der von Hussein Askary übersetzt wurde, wird ab Mitte März in gedruckter Form vorliegen und kann im EIR-Webshop (eirshop.de) erworben werden. Der Bericht enthält ein zusätzliches Kapitel über den Wiederaufbau Südwestasiens und ein spezielles Vorwort von Helga Zepp-LaRouche, datiert vom 26. Februar 2016. Wir zitieren es im Wortlaut:

„Es mag ein erfreulicher Zufall oder eine göttliche Fügung sein, daß die arabische Übersetzung des Buches über die Weltlandbrücke zu dem Zeitpunkt erscheint, an dem die Aussicht auf eine Waffenruhe in Syrien Realität wird. Die Einigung zwischen US-Außenminister John Kerry und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow hat das Potential, einen fünf Jahre andauernden Krieg, der Hunderttausende Menschenleben kostete, zu beenden. Angesichts der enormen Unwägbarkeiten der Region sollte aber auch klar sein, daß ein bloßer Vertrag über die Einstellung der Kämpfe zu anfällig sein wird, um Bestand zu haben und neue Provokationen der für den Krieg verantwortlichen Kräfte zu überstehen.

Der einzige Weg, einen dauerhaften Frieden zu garantieren, ist der, sofort mit einem umfassenden Entwicklungsplan für ganz Südwestasien zu beginnen, mit einem integrierten Plan für Infrastrukturentwicklung, der nicht nur die kriegszerstörten Städte und Dörfer wieder aufbaut, sondern eine grundsätzlichere Herangehensweise wählt, um diese Region, die eine der Wiegen der menschlichen Zivilisation war und zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte die entwickeltsten Kulturen der Zeit beherbergte, wieder zu einer der fortschrittlichsten Regionen der Welt zu machen. Das Ziel muß sein, die Kreativität der Menschen der Region zu entfesseln und ihre Produktivität auf die Ebene Europas, der Vereinigten Staaten oder Chinas anzuheben.

Das ist absolut möglich, insbesondere durch Mitwirkung Rußlands, Chinas und Indiens, der starken Nachbarn, die zusammen mit den Ländern der Region diese Entwicklung bewerkstelligen können. Wenn die in diesem Bericht vorgeschlagenen Entwicklungsprojekte umgesetzt werden und man damit buchstäblich morgen anfängt, damit diese Friedensdividende in der Region für alle Seiten sichtbar wird, dann kann der Waffenstillstand in Syrien und die Umsetzung eines, wie man es nennen könnte, „Seidenstraßen-Marshallplans“ – doch ohne irgendwelche Anklänge an einen Kalten Krieg – eine Wende für die ganze Welt schaffen.

In einem Augenblick, in dem aus der Flüchtlingskrise eine beispiellose humanitäre Krise zu werden droht, welche den Zusammenhalt und vielleicht sogar die Existenz der Europäischen Union sprengt, ist eine Vision der Hoffnung auf die Entwicklung Südwestasiens und Afrikas der einzige Ausweg, um die Lage zu wenden. In einem Augenblick, in dem das Finanzsystem der transatlantischen Welt kurz vor dem Zusammenbruch steht, ist die Entwicklungsperspektive für den Wiederaufbau des Nahen und Mittleren Ostens, der zur Brücke zwischen Asien, Europa und Afrika wird, der einzige wirtschaftliche Wachstumsmotor, der verhindern kann, daß Europa und die USA im Chaos versinken.

Das Schicksal der Menschheit hängt also von der Realisierung dieses Programms ab.“

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„Das allerwichtigste ist die Beschäftigung mit der menschlichen Kreativität“

Die Vorsitzende des Schiller-Instituts hielt vor dem Kultur- und Businessforum „Ost-West-Dialog“ in Baden-Baden am 24. April die folgende Rede.

Auch wenn das vielleicht nicht so offensichtlich ist: Wir haben es strategisch mit zwei vollkommen unterschiedlichen Systemen zu tun.

Das eine System basiert auf geopolitischer Expansion, auf Monetarismus, auf Profitmaximierung einiger weniger. Wenn dieses System sich durchsetzen sollte, dann kann das zur Auslöschung der menschlichen Gattung führen.

Zum Glück gibt es ein völlig anderes System, von dem Sie sicher einiges wissen, aber Sie kennen vielleicht nicht die volle Dimension: daß nämlich seit dem letzten Juli ein völlig paralleles Wirtschafts- und Finanzsystem am Entstehen ist, das zwar auch nicht ohne Probleme ist, das aber eine ganz andere Orientierung hat. Es basiert auf der Zukunft und auf der Kreativität der Menschen.

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Abb. 1: Die fünf Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten

Dieses Bild (Abbildung 1) ist vom Fortaleza-Gipfel der BRICS-Staaten in Brasilien letztes Jahr, und Sie sehen an der zweiten Stelle, neben Präsident Putin, Narendra Modi, den Premierminister von Indien. Dieser sagte: Die BRICS sind die erste Allianz in der Geschichte der Menschheit, die nicht auf der Basis der gegenwärtigen Kapazitäten definiert ist, sondern in Bezug auf das zukünftige Potential all dieser Nationen.

Insbesondere durch die Initiativen des chinesischen Präsidenten Xi Jinping sind die Neue Seidenstraße und die Maritime Seidenstraße des 21. Jahrhunderts der Rahmen eines neuen Wirtschafts- und Finanzsystems, das sich rapide entwickelt.

Dazu gehört vor allem ein neues Finanzsystem. Das besteht aus der AIIB, der New Development Bank, der Bank der Shanghai Cooperation Organization, der Bank der SAARC-Staaten, dem New Silkroad Development Fund, dem Maritime Silkroad Fund. Diese Banken repräsentieren einen fundamentalen Bruch mit der Kasinowirtschaft der Wall Street und der City of London, denn diese Banken sind ausschließlich auf die Entwicklung der Realwirtschaft, der Infrastruktur und des Gemeinwohls ihrer Staaten orientiert.

Xi Jinping hat wiederholt betont: Diese neue Finanzarchitektur ist keine chinesische imperiale Konkurrenz zur amerikanischen imperialen Struktur, sondern sie ist ein inklusives Konzept, bei dem alle Nationen mitmachen sollen – Amerika, die Europäer. Das ist eine „Win-Win-Idee“, zum gegenseitigen Vorteil von allen, die sich beteiligen.

Ich behaupte, daß unsere zukünftige Existenz als menschliche Gattung davon abhängen wird, ob es uns gelingen wird, Amerika und Europa zu gewinnen, mit diesen BRICS-Staaten zu kooperieren.

Nun befürchten manche Menschen in Rußland, daß China zuviel Einfluß in dieser Entwicklung hat, weil es natürlich eine großartige wirtschaftliche Entwicklung in den letzten 30 Jahren hingelegt hat. Aber ich möchte ganz kurz aufzeigen, daß auch Rußlands ideenmäßiger Anteil am Zustandekommen dieses neuen Modells beachtlich ist.

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Abb. 2: Der Vorschlag der Eurasischen Landbrücke von 1991

Dies (Abbildung 2) ist ein Plan für die Eurasische Landbrücke, den wir – das Schiller-Institut – 1991 vorgeschlagen haben, als die Sowjetunion sich aufgelöst hat. Das war gedacht als Friedensordnung für das 21. Jahrhundert, indem man Infrastrukturkorridore von Europa nach Asien baut.

Bekanntermaßen wurde das nicht verwirklicht, weil damals Margaret Thatcher und Bush senior Rußland von einer Supermacht in ein Rohstoffe produzierendes Land reduzieren wollten, indem die Schocktherapie angewandt wurde.

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Abb. 3: Forum in Rußland mit Lyndon LaRouche im April 1996

Aber Herr Lyndon LaRouche – meine Ehemann – und ich waren oftmals in Rußland und haben diese Ideen präsentiert. Dies (Abbildung 3) war ein Forum 1996 mit dem ehemaligen sowjetischen Premierminister Walentin Pawlow sowie den Ökonomen und Akademiemitgliedern Gennadij Ossipow und Leonid Abalkin.

Dies ist ein Bericht über die Eurasische Landbrücke, der von dem Akademiemitglied Wladimir Miasnikow geschrieben wurde – 1997 war das -, und russische Wissenschaftler haben dieses Konzept bereits 1997 diskutiert.

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Abb. 4: Konferenz mit Lyndon LaRouche in Moskau zu Ehren des verstorbenen Akademiemitglieds Pobisk Kusnezow 2001

Dies (Abbildung 4) war eine Konferenz 2001 zu Ehren von Pobisk Kusnezow, und da ging es darum, warum die Ideen von Wladimir Wernadskij die zukünftige eurasische Ordnung beherrschen müssen.

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Abb. 5: Alexander Granberg, Akademiemitglied und Initiator des geplanten Beringstraßen-Tunnels

Das ist (Abbildung 5) Alexander Granberg, Akademiemitglied und Vater der Beringstraßen-Verbindung – das ist die Idee, die Eurasische Landbrücke durch einen Tunnel durch die Beringstraße mit Alaska zu verbinden. Das ist wichtig zur Erschließung des Fernen Ostens Rußlands, wo die größten Rohstoffvorkommen der Welt unerschlossen unter Permafrost liegen, und es ist notwendig, Bedingungen zu schaffen, damit die Menschen, die dort arbeiten, dort auch wohnen können.

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Abb. 6: Modell der geplanten Wissenschaftsstadt Umka

Deshalb ist z.B. eine solche arktische Stadt – Umka – als Modell geplant (Abbildung 6), und das ist dann auch eine Stufe für die Erschließung des Weltraums. Denn diese überdachten Städte in Sibirien können das Modell sein für überdachte Städte auf dem Mond oder später auch auf anderen Himmelskörpern.

Dmitrij Rogosin hat gerade darauf hingewiesen, daß die BRICS-Staaten allesamt Raumfahrtnationen und kosmische Staaten sind, und deshalb wird die Zukunft der Menschheit sehr stark bestimmt sein vom Wissen über das Sonnensystem und unsere Galaxis.

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Abb. 7: Vom Atlantik über Nordafrika, Südwest- und Zentralasien bis in die Mongolei zieht sich ein gigantischer Wüstengürtel um die Erde

Sie sehen hier (Abbildung 7) ein Bild von den Wüsten, die sich weltweit im Augenblick enorm schnell ausbreiten, und zwar von der Atlantikküste Afrikas bis nach China, und in Kalifornien und im Westen Amerikas.

Das oligarchische Modell – das System, das ich am Anfang genannt hatte – spekuliert darauf, daß das Wasser immer knapper und privatisiert wird, und daß man größtmöglichen Profit machen kann mit knappem Wasser. Die Wall Street hat in den letzten zehn Jahres weltweit alles aufgekauft, was mit Wasser zu tun hat: Seen, Aquifere, Chemikalien, um Wasser zu behandeln, einfach alles.

China auf der anderen Seite ist das einzige Land, das großangelegte Wassermanagementprogramme durchgeführt hat: den Dreischluchtendamm, der jetzt 22,5 GW Wasserkraft erzeugt und vielen Menschen das Leben rettet, und die Umleitung des Wassers vom Quellensystem der Jangtsekiang in den Norden, wo Wüste ist.

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Abb. 8: Unser Sonnensystem bewegt sich in einem 32-Millionen-Jahre-Zyklus gegenüber der Ebene der Galaxis auf und ab

Aber um die knappe Wasserversorgung der Menschen wirklich zu beheben, müssen wir uns die Vorkommnisse in der Galaxis und im Sonnensystem nutzbar machen, um mehr Wasser zu erzeugen. Sie sehen hier (Abbildung 8) eine Darstellung der 32 Millionen Jahre, in denen unser Sonnensystem sich in einer zyklischen Bewegung gegenüber der Ebene der Milchstraße auf und ab bewegt. Das hat einen enormen Effekt auf die kosmische Strahlung, die zur Wolkenbildung führt und durch Ionisierung der Feuchtigkeit in der Atmosphäre die ganzen Niederschläge herbeiführt. Die Beherrschung des Weltraums wird also zukünftig enorm wichtig sein für die Beherrschung der Probleme auf der Erde.

Tatsächlich wird die Neue Seidenstraße die letzte Phase der Infrastrukturentwicklung auf unserem Planeten abschließen, und die nächste Stufe wird die Erschließung des erdnahen Weltraums sein. Und genau wie die alte Seidenstraße Wohlfahrt und Kulturaustausch und Technologien zu allen Völkern gebracht hat, die sich beteiligt haben, so werden auch die Neue Seidenstraße und die Weltlandbrücke dieselbe wohltuende Wirkung haben für das Zusammenleben der Völker.

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bb. 9: Projekte der Weltlandbrücke

Sie sehen hier (Abbildung 9) die Projekte, die die Weltlandbrücke als einheitliche Völkergemeinschaft verbinden werden. Und die neue Ordnung, die dann entstehen wird, wird bzw. muß von dem Gedanken von Wladimir Wernadskij bestimmt sein, daß die Noosphäre, der Teil der geistigen Kräfte und Tätigkeit des Menschen, immer mehr dominiert gegenüber der reinen Biosphäre, d.h., daß die menschliche Gattung sich wirklich zur Vernunft entwickelt. Das ist die Voraussetzung dafür, daß wir als menschliche Gattung, als kreative Gattung, überleben können.

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Abb. 10: Künstlerische Darstellung einer zukünftigen Mondsiedlung

Sie sehen hier (Abbildung 10) eine künstlerische Darstellung einer zukünftigen Mondsiedlung. China arbeitet darauf hin, Helium-3 auf dem Mond abzubauen für die zukünftige Kernfusionsökonomie auf der Erde. Wenn wir die Kernfusion erreicht haben, haben wir Energiesicherheit, denn das Helium-3 auf dem Mond reicht für einige zehntausend Jahre, und Rohstoffsicherheit, weil man dann die Rohstoffe durch das Torch-Verfahren in Ionen verwandeln kann, die sich dann zu neuen Rohstoffen zusammensetzen lassen.

Die Beschäftigung mit der menschlichen Kreativität ist das allerwichtigste, denn alles wird davon abhängen, ob wir den Sprung schaffen von einer Menschheit, die mehrheitlich noch im oligarchischen Denken gefangen ist – also bestimmt von Gier, Monetarismus, Habenwollen -, zu einer in ihrer Identität verwandelten kreativen Menschheit.

Die Menschen sind die einzigen Wesen, die immer wieder Neues denken können, was noch nie gedacht worden ist, und die die Identität der Menschheit im Kosmos neu definieren können. Und das ist die Voraussetzung dafür, daß wir die gegenwärtigen Gefahren überwinden können. Ich danke Ihnen sehr, wenn Sie sich um diese Frage der Kreativität kümmern, denn davon hängt unser aller Leben ab.


Ost-West-Dialog für den Aufbau der gemeinsamen Zukunft!

Ein Bericht vom diesjährigen russisch-deutschen Kultur- und Business-Forum in Baden Baden.

„Ost-West-Dialog“ – so lautete das diesjährige Thema des von der Agentur Art-Assemblee organisierten IV. Kultur- und Business-Forums. Zu der hochrangigen Veranstaltung vom 24.-26. April 2015 in Baden-Baden waren Politiker, Unternehmer, Experten, Wissenschaftler, Künstler und Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen, darunter Helga Zepp-LaRouche, die Vorsitzende des Schiller-Instituts. Ihre prominenten Redebeiträge, in denen sie eindringlich vor einer strategischen nuklearen Eskalation gegen Rußland und einem neuen Faschismus als Folge der Zusammenbruchskrise des transatlantischen westlichen Finanzsystems warnte, stießen auf große Resonanz, weil sie genau das ungeschminkt aussprach, was viele Teilnehmer dachten. Aber vor allem ihre Darstellung der neuen BRICS-Entwicklungsallianz als konstruktiver Ausweg aus der Krise für Europa und die USA setzte einen klaren Bezugrahmen für die Zukunft, eine optimistische Vision, die in Europa bislang überhaupt noch nicht in ihrem vollen strategischen Potential als existierender Lösungsweg verstanden wird.

Die Veranstaltung wurde von der russischen Regierung, der Bundesversammlung der Russischen Föderation, deutschen und russischen Industrie- und Unternehmerverbänden und IHKs sowie der interparlamentarischen Versammlung der GUS-Staaten und weiteren Institutionen unterstützt. Während bei früheren Konferenzen vor allem die deutsch-russischen Beziehungen im Vordergrund standen, war diesmal der Blick geweitet auf die eurasische Perspektive. Darüber hinaus hat Rußland im April den Vorsitz der BRICS-Nationen übernommen und richtet den BRICS-Gipfel in Ufa im Juli aus.

Mit Prof. Shi Ze, Direktor für strategische Energieforschung am Chinesischen Institut für Internationale Studien (CIIS) in Beijing, der im vergangenen Oktober bei der Jubiläumskonferenz des Schiller-Instituts in Frankfurt sprach, nahm erstmals ein prominenter Vertreter der BRICS-Staaten an der Baden-Badener Konferenz teil. Er stellte das Konzept der chinesischen Entwicklungsperspektive „Ein Gürtel, eine Straße“ dar. Diese erweitere die bisherige Zusammenarbeit in der Shanghai Cooperation Organisation. Shi Ze betonte, daß die chinesische Regierung diese „Neue Seidenstraße“ als eine kosmopolitische „win-win“-Kooperation für alle Staaten anbietet. China verfolge damit keine geopolitischen Interessen und versuche nicht, sich Einflußsphären aufzubauen. Es sei eine offene Politik gegenseitiger Kooperation und symbiotischer Beziehungen zum gegenseitigen Nutzen. Das jeweilige politische System der beteiligten Nationen spiele dabei keine Rolle, sondern werde respektiert.

Rußlands Außenminister Lawrow übermittelte eine Grußbotschaft an die Konferenz, in der er die Bedeutung des Forums als „Plattform zur Diskussion von Themen der Zusammenarbeit in Europa“ all derer würdigte, die „an einer Festigung des Vertrauens und der gegenseitigen Verständigung interessiert“ sind. In einer „schwierigeren Weltsituation“ seien „die Projekte besonders wichtig, die auf die Erweiterung der gleichberechtigten und vom gegenseitigen Respekt geprägten Partnerschaft gerichtet sind“ und zum gegenseitigen Vorteil das gemeinsame Wohlergehen befördern.

Dann formulierte Lawrow erneut das russische Angebot an Deutschland und Westeuropa, sich an der neuen Platform gesamteurasischer Entwicklung zu beteiligen: „Wir sind überzeugt, daß, um die Zusammenarbeit auf dem Kontinent auf ein prinzipiell neues Niveau zu verlagern, die Harmonisierung der europäischen und der eurasischen Integrationsprozesse zur Formierung eines einheitlichen humanitären und Wirtschaftsraumes vom Atlantik bis zum Pazifischen Ozean vorangehen soll.“

Dieses Konzept eines Wirtschaftsraumes „von Lissabon nach Wladiwostok“ unterstrich auch der Direktor der Abteilung für Europäische Kooperation im russischen Außenministerium, Iwan D. Soltanowskij, in seiner Ansprache zur Konferenzeröffnung. Er warnte vor einer Freund-Feind-Dynamik, die schlimmer sei als selbst zu Zeiten des Kalten Krieges, als ein sehr viel aktiverer Dialog zwischen Ost und West stattgefunden habe. Die EU habe sich als strategischer Partner Rußlands durch ihr Verhalten in der Ukrainefrage diskreditiert.

Rußlands Maßnahmen in der Krise

Rußland will mit Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Partnern weiter zusammenarbeiten, ist aber fest entschlossen, die eurasische Entwicklung voranzubringen. Das Land setzt, vor allem seit Beginn der illegitimen Sanktionen, in diesem Kontext auch auf die Mobilisierung und Entwicklung seiner eigenen Wirtschaftsressourcen. Die strategische Bedeutung von Energiewirtschaft und Kooperation wurde u.a. von dem Politologen Witalij W. Naumkin, Direktor des Instituts für Orientalistik an der Russischen Akademie der Wissenschaften, dargestellt.

Aleksandr V. Murytschew,  Vizepräsident der Russischen Unternehmer- und Industriellen-Union, der auch den Koordinierungsrat des Finanz- und Bankenverbandes der Mitgliedstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) leitet, ging zunächst auf die Fortschritte im Zahlungsverkehr der Eurasischen Union ein und schilderte dann die gegenwärtige Lage der Wirtschaft in Rußland. Die unmittelbar durch die Sanktionen entstandenen Engpässe bei Nahrungs- und Arzneimitteln seien mittlerweile überwunden. Nun stünden vor allem die Ankurbelung der Industrieproduktion und die Mobilmachung intellektueller und materieller Ressourcen im Vordergrund. Bereiche wie Atomenergie und Weltraumfahrt würden vorangetrieben, ebenso wie die Infrastruktur, der zu Sowjetzeiten bedeutende Werkzeug- und Schwermaschinenbau, Schiffsbau und die Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Rußland befinde sich auf einem Weg der wirtschaftlichen Transformation und Strukturveränderung, und seiner Prognose nach werde 2016 die Talsohle durchschritten sein. Gold- und Devisenreserven seien in ausreichender Menge vorhanden und auch die Verfügbarkeit von Industriekrediten bessere sich, obwohl die immer noch hohen Zinsen der Zentralbank weiterhin ein Problem darstellten.

Andere Sprecher gingen auf verschiedene Initiativen der russischen Regierung ein, um besonders im Bereich Bau und Energie das Finanzwesen dem Bedarf der Realwirtschaft anzupassen, sowie für den Schutz der Bevölkerung vor dubiosen Finanzpraktiken zu sorgen.

Sanktionen treffen Deutschland

Natürlich sind dabei die deutsche Wirtschaft und vor allem der Mittelstand weiterhin sehr gefragt, und den über Jahrzehnten entwickelten deutsch-russischen Beziehungen kommt gerade jetzt in Zeiten von Sanktionen und einer Verschärfung der strategischen Krise eine besonders wichtige Rolle zu. Diese Zusammenarbeit muß dringend gestärkt werden, denn es läßt sich nicht länger vertuschen, daß die westliche Konfrontationspolitik gegen Rußland und die Sanktionen eine verheerende Wirkung haben – und zwar vor allem für die europäische und deutsche Wirtschaft! Die Tatsache, daß Deutschlands Exporte nach Rußland in den ersten zwei Monaten dieses Jahres aufgrund der Sanktionen um 35% eingebrochen sind, während gleichzeitig die USA ihre Exporte im selben Zeitraum um 20% steigern konnten, wie Prof. Klaus Mangold, Honorarkonsul der Russischen  Föderation in Baden-Württemberg und langjähriger Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, in seiner Konferenzrede ausführte, zeigt am prägnantesten, wie selbstmörderisch es für Deutschland und Europa ist, dem EU- und US-Kurs geopolitischer Konfrontation gegen Rußland weiter zu folgen. Mangold verurteilte die Sanktionen und die Einstellung offizieller Gesprächskanäle zwischen Europa und Rußland ebenso wie die neuen Provokationen der EU-Kommission gegen Gazprom. Dringend sei ein offizieller Dialog zwischen der EU und der Eurasischen Wirtschaftsunion erforderlich, auch wenn sich einige in der EU, wie die baltischen Staaten und Polen, dem widersetzen. Er forderte die Fortsetzung und Erweiterung der strategischen Partnerschaft zwischen Deutschland und Rußland.

Gefährlichkeit der Lage wurde deutlich

Daß wirklich Eile und vor allem politischer Mut, das Ruder herumzureißen, geboten ist, wurde vor allem deutschen Industrievertretern und Unternehmern bei diesem Forum sehr deutlich. Für sie war es extrem wichtig, hautnah zu erfahren, wie strategisch bedrohlich die Entwicklungen in der Ukraine und die NATO-Ostausweitung in Rußland wahrgenommen werden, statt weiter auf die Propaganda der angeblich objektiven deutschen Medien hereinzufallen. So berichtete der frühere ukrainische Ministerpräsident Asarow bei einem privat organisierten Business-Frühstück per Video über die zunehmende Gesetzlosigkeit  in der Ukraine, über die man hierzulande praktisch nichts erfährt, während die Forderung nach der Freilassung von Julia Timoschenko damals die Schlagzeilen und Fernsehnachrichten beherrschte. Politiker und Journalisten würden in Serie umgebracht, es gebe willkürliche Enteignungen von Unternehmern, einen immer stärkeren Einfluß von Nazis in der Armee und eine dramatische Zerstörung der Wirtschaft des Landes seit dem Maidan-Putsch. Dieser Prozeß muß gestoppt werden, bevor ganz Europa destabilisiert wird und ein großer Krieg daraus erwächst.

Während der Konferenz erinnerte die Vorsitzende des Organisationskomitees des Baden-Badener Forums, Alla G. Gryaznova, Präsidentin der Finanzuniversität der Russischen Föderation, mehrfach in bewegender Weise an die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges, dessen Ende sich am 8. Mai 2015 zum 70. Male jährt. Sie selbst hatte den Krieg miterlebt. Krieg sei das allerschrecklichste und müsse unbedingt durch Dialog und Kooperation verhindert werden, sagte sie. Frau Gryaznova unterstützte Helga Zepp-LaRouches Warnungen vor einem neuen Faschismus und der Gefahr des Weltkrieges und dankte ihr zugleich für die grundsätzlich positive Herangehensweise, daß die Probleme unseres zerbrechlichen Planeten zum Wohle der Menschheit durch Kreativität und guten Willen gelöst werden können.

Auch eine Fotoausstellung „Schriftsteller im Krieg“ aus dem Archiv der Literaturnaja Gazeta (der von Puschkin 1830 mitgegründeten ältesten periodischen Zeitschrift Rußlands) in den Konferenzräumen spannte den Bogen zwischen damals und heute. Eine weitere Ausstellung zum 70. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges, die europaweit mit Unterstützung von Art-Assemblee gezeigt werden wird, ist dem Denker, Dichter und Maler Alexander Sinowjew gewidmet, einem Bürger Rußlands und Deutschlands. Seine Frau, die Philosophin Olga Sinowjewa, Leiterin des Internationalen MSU Sinowjew Zentrum an der Staatlichen Lomonossow-Universität in Moskau, sprach ebenfalls bei der Konferenz und ihre jüngste Tochter und ausgezeichnete Pianistin Xenia wirkte beim abendlichen Festkonzert mit. Polina Sinowjewa, ihre Schwester, schuf das Libretto und das Bühnenbild des Balletts „Der Schrei“, das am 15. Mai 2014 im umkämpften Odessa aufgeführt wurde.

Die Bedeutung der Kultur als Manifestation der Menschlichkeit statt Zerstörung und Häßlichkeit stand bei der Konferenz ganz oben auf der Tagesordnung. Stellvertretend für das sehr vielfältige Programm soll hier nur das Prague Festival Orchestra unter Leitung von Igor Rasumowski und die hervorragenden  jungen Opernsänger Sergej Murawjew (Tenor), Swjatoslaw Grabowski (Baß) und die Sopranistin Anna Zolotova genannt werden, denn es ist unmöglich, hier alle mitwirkenden Künstler, darunter bekannte russische Theaterschaupieler, Regisseure  und Dichter, zu würdigen.

Beim Konzert im Kurhaus und im Rahmen der Konferenz traten auch Kinderchöre auf, wie das Kindervolkskunstensemble Guselki. Es wurde 2006 gegründet und besteht aus Schülern im Alter von 7-15 Jahren.

Mit der Notwendigkeit, durch Kultur, Bildung, Fortschritte in der Medizin und karitative Aktivitäten das menschliche Potential in den Mittelpunkt der Schaffung einer humanistischen Gesellschaft zu stellen, beschäftigte sich auch die letzte Podiumsdiskussion der Konferenz unter dem Titel: Investition in die Zukunft. Helga Zepp-LaRouche zeigte mit ihrer Rede über die BRICS-Initiativen und die Rolle Rußlands, wie diese Zukunft aussehen kann. Sie unterstrich die menschliche Kreativität als entscheidenden Faktor für die Weiterentwicklung unseres Planeten und unseres Universums und zitierte die Aussage des stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Rogosin, die BRICS-Nationen seien allesamt Weltraum-Nationen. Hier liege, so Zepp-LaRouche, der Weg in die Zukunft, um die großen Herausforderungen meistern zu können und die Bestimmung der Menschheit zu erfüllen. (Den Wortlauf ihrer Ausführungen finden Sie in dieser Ausgabe).

Elke Fimmen


Krieg verhindern mit Wirtschaftsaufbau und kultureller Renaissance

Helga Zepp-LaRouche hat auf einem EIR-Forum im National Press Club in Washington am 26. Januar (wir berichteten) die folgenden Ausführungen gemacht. Ihr Vorredner war Thomas Wysmuller, früherer NASA-Meteorologe und Aktivist von „The Right Climate Stuff“, einem Zusammenschluß ehemaliger Astronauten, Wissenschaftler und Ingenieuren der NASA, die gegen den Schwindel des menschengemachten Klimawandels kämpfen.

Ich versuche, mich kurz zu fassen, was mir allerdings schwer fällt, denn es stellt sich ja die Frage, warum die Dinge [der Klimaschwindel], die mein Vorredner [Thomas Wysmuller] angesprochen hat, überhaupt möglich sind. Was ist das Motiv dahinter? Warum macht man sich die Mühe, Daten zu fälschen, um eine ehrliche Debatte unter Wissenschaftlern zu unterbinden? Wenn man diese Frage bis zum Ende verfolgt, wird man zu der Schlußfolgerung meines Vortrags gelangen, die ich nun an den Anfang stellen will: daß nämlich die gesamte transatlantische Region – und ich bin mir voll darüber bewußt, wo ich dies sage, nämlich in der amerikanischen Hauptstadt Washington – von einer sehr destruktiven Politik und sehr destruktiven Kräften beherrscht ist.

Lassen Sie mich mit einer Tatsache beginnen, über die sich jeder, der sein natürliches Lebensende erreichen möchte, die größten Sorgen machen müßte: nämlich, daß wir am Rande eines thermonuklearen Krieges stehen. Anders als auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges während der Kubakrise, als sich die Menschen bewußt waren, daß die Auslöschung der Zivilisation drohte, herrscht heute, wo wir dieser Gefahr noch viel näher sind, kaum ein öffentliches Bewußtsein darüber. Es findet keine öffentliche Debatte über dieses Thema statt. Nur einige wenige, wie der frühere US-Verteidigungsminister William Perry oder der Kernwaffenspezialist Hans Kristensen, warnen vor der Möglichkeit, daß ein Weltkrieg ausbrechen kann. Wenn man nicht von bösen Absichten ausgeht, könnte man sagen, daß die Gefahr eines Kriegs „aus Versehen“ extrem hoch ist, einfach weil die üblichen Prozeduren für solche Fälle, die es sogar zwischen Kennedy und Chruschtschow noch gab, heute nicht mehr vorhanden sind. Nach dem Ausbruch der Ukraine-Krise wurden die Konsultationen zwischen der NATO und Rußland eingestellt; ein Gremium, das man für Krisenzeiten eingerichtet hatte, wurde aufgegeben.

Ich möchte aber noch einen Schritt weiter gehen und auf die Veränderung der NATO-Militärdoktrin hinweisen: von der Gegenseitig Zugesicherten Zerstörung (MAD) hin zu der Vorstellung eines gewinnbaren Erstschlags. Das steckt hinter dem Raketenabwehrsystem, das die USA derzeit weltweit aufbauen, hinter der Doktrin des „Prompt Global Strike“ und auch hinter der Doktrin des „Air-Sea Battle“ gegen China, und auch hinter der Modernisierung der Kernwaffen in Europa. Alles das deutet in die Richtung einer solchen Möglichkeit.

Allerdings haben Rußland und China daraus ihre Schlußfolgerungen gezogen und stocken ebenfalls ihre Arsenale auf. William Perry hat erst vor ein paar Tagen im Boston Globe gemahnt, das Wettrüsten mit Kernwaffen sei bereits weit fortgeschritten. Präsident Obama will in den kommenden 30 Jahren dafür eine Billion Dollar ausgeben. Das hört sich angesichts des Zustands des Weltfinanzsystems zwar ein wenig grotesk an, aber die Gefahr ist offensichtlich.

Sollte es zum Krieg kommen – sei es absichtlich, weil einige Leute meinen, man könne einen Nuklearkrieg gewinnen, oder aus Versehen -, dann wird die Zivilisation vielleicht innerhalb von Minuten, Stunden oder bestenfalls Wochen nicht mehr existieren. Ein nuklearer Winter setzte ein, und das wäre das endgültige Ende der Menschheit. Alles Schöne, was die Menschheit jemals hervorgebracht hat, wäre umsonst gewesen. Es gäbe niemanden mehr, der noch darüber berichten könnte, keinen Historiker, keinen Archivar, auch kein Museum. Das ist die eine Gefahr.

Die andere Gefahr, die damit direkt verbunden ist, ist der Umstand, daß das transatlantische Finanzsystem noch viel massiver abzustürzen droht als in der Krise 2007-08. Wie Sie wissen, hat soeben das Weltwirtschaftsforum in Davos stattgefunden, wo die üblichen Unterhaltungen über ein Sammelsurium von Themen stattfanden, aber hinter verschlossenen Türen oder privat im kleinen Kreis herrschte dort absolute Panik. Öffentlich hat sich dazu der frühere Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, William White, in einem Interview mit dem Daily Telegraph geäußert: Da seit 2008 nichts getan worden sei, um das Bankensystem neu aufzustellen, sagte er, sei die Verschuldung der Welt jetzt so hoch, daß diese Schulden weder zurückgezahlt noch bedient werden könnten. Wer meine, in dieser virtuellen Finanzwelt eine Menge Geld zu besitzen, der solle sich auf sehr unangenehme Überraschungen gefaßt machen, es könnte sich nämlich von einer Minute zur nächsten in Luft auflösen.

Was waren denn die Maßnahmen, woraus bestand der sogenannte „Werkzeugkasten“, den die Finanzinstitutionen nach der Lehman Brothers/AIG-Krise 2008 herausgeholt haben? Das waren „Quantitative Lockerung“, Bail-outs und verschiedene Maßnahmen, um private Zockerschulden in öffentliche Staatsschulden zu verwandeln. Deswegen haben wir heute eine Krise der Staatsverschuldung. Die jüngsten Veränderungen, die in den USA mit dem Dodd-Frank-Gesetz und mit entsprechenden Verfügungen der EU-Kommission für ein Bail-in durchgesetzt wurden, orientieren sich an dem sogenannten Zypernmodell. Vor drei Jahren waren auf Zypern Banken pleite gegangen, woraufhin Geld von den Bankkunden und den Aktionären konfisziert wurde. Sie wurden im wesentlichen zu 50% enteignet.

Der damalige holländische Finanzminister Dijsselbloem, heute Chef der Eurogruppe, sagte dazu, dieses Zypernmodell sei die Vorlage für die gesamte Eurozone. Entsprechende Gesetze wurden dann verabschiedet. Wie schon erwähnt, enthält Artikel 2 des Dodd-Frank-Gesetzes in den Vereinigten Staaten eine solche Bestimmung, und auch alle europäischen Regierungen haben inzwischen entsprechende Gesetze erlassen.

Das Problem dabei ist nur – das erklärte kürzlich auch der Vizechef der [Einlagenversicherung] FDIC, Thomas Hoenig, in den USA und ähnlich auch ein ungenannter EU-Beamter in einem Reuters-Interview vor drei Tagen -, daß der Bail-in nicht funktioniert: Die Banken wurden dafür nicht mit genug frischem Kapital ausgestattet, sie sind also nicht vorbereitet. Und selbst wenn man einen Bail-in bei allen Geschäfts- und Privatkonten und zusätzlich noch Bail-out-Maßnahmen machte, dann käme man nur auf etwa 18-20 Bio.$, aber die ausstehenden Derivateschulden belaufen sich auf etwa 2 Billiarden $.

William White hat also recht, wenn er sagt, daß diese Schulden nie zurückgezahlt werden können, und er fordert ein „Ablaßjahr“, indem er daran erinnert, daß es während der letzten 5000 Jahre in allen großen Religionen von Zeit zu Zeit Schuldenstreichungen gegeben hat, wenn deutlich wurde, daß die Schulden nicht mehr bezahlbar waren. White ist heute ein hochrangiges Mitglied der OECD und war zuvor Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Man kann es Ablaßjahr nennen, man kann es auch eine Schuldenkonferenz zur Streichung der Schulden nennen, oder man kann es auch Glass-Steagall nennen.

Kollaps der westlichen Zivilisation

Das sind nur zwei Aspekte der Lage. Aber wir bewegen uns in der transatlantischen Zivilisation auf die Bruchstelle zu. Ich möchte noch zwei weitere Aspekte hervorheben, warum wir uns in den Vereinigten Staaten und in Europa in einer zerfallenden, destruktiven Gesellschaft befinden. Neben dem verheerenden Niedergang der Realwirtschaft grassiert in den USA eine Drogenepidemie, auf die in den letzten Wochen in mehreren Artikeln in der New York Times besonders hingewiesen wurde, denen eine Studie der Universtität Princeton und eine der [US-Gesundheitsbehörde] CDC zugrunde liegen. Daraus geht hervor, daß in den Vereinigten Staaten die Sterblichkeit für weiße Männer in allen Altersgruppen dermaßen angestiegen ist, daß es den medizinischen Fortschritt überwiegt und zunichte macht. In der Altersgruppe weißer Amerikaner – nicht schwarzer oder hispanischer, sondern weißer Amerikaner – zwischen 24 und 35 ist die Sterblichkeit durch Selbstmorde, Alkohol und Drogen um 500% angestiegen. In allen 3007 Landkreisen der USA hat sich die Selbstmordrate erhöht, verdoppelt oder vervierfacht. Jeden Tag begehen 125 Menschen Selbstmord oder sterben an einer Überdosis Drogen. Das sind fünf Menschen in der Stunde oder einer alle zwölf Minuten. Das ist ein klares Zeichen für eine sterbende Gesellschaft. Die Zunahme setzte 2001 ein, und jeder weiß selbst, welche Präsidenten in der Zeit im Amt gewesen sind. Allein an diesen Zahlen kann man feststellen, daß die Vereinigten Staaten schlecht regiert werden.

In Europa ist das Problem ein wenig anders gelagert. Im Vordergrund steht hier die Flüchtlingskrise, an der EU auseinanderbricht. Wie Sie wissen, sind im letzten Jahr fast eine Million Flüchtlinge vor allem aus Syrien und dem Irak angekommen; inzwischen kommen auch viele aus Afghanistan und Nordafrika. Der Gründer der Davos-Konferenz, Klaus Schwab, hat sogar gesagt, wenn der Verfall des Ölpreises nicht gestoppt werde, dann würden seiner Einschätzung nach bald eine Milliarde Flüchtlinge vor den Toren Europas stehen. Und ich halte das keineswegs für übertrieben.

Die Ursache der Flüchtlingskrise ist offensichtlich die gescheiterte Politik der Briten und der USA: die mit Lügen begründeten, katastrophal ausgegangenen Kriege im Irak, in Afghanistan und in Libyen, der Versuch, Assad in Syrien zu stürzen, und der Krieg im Jemen. Haben diese Kriege den Interessen der Vereinigten Staaten gedient? Ich denke nicht. Ich denke, sie haben dem Ansehen der Vereinigten Staaten auf der ganzen Welt geschadet.

Bundeskanzlerin Merkel hat in dieser Situation etwas richtiges getan, sie sagte, wir müßten die Flüchtlinge aufnehmen. Dafür muß sie viel Kritik einstecken. In dem Augenblick, als sie das sagte, gab es aber gar keine andere Wahl, denn Zehntausende Menschen saßen auf dem Balkan zwischen Mazedonien, Kroatien und Ungarn fest. Ungarn begann sogar, eine Mauer an seiner Grenze zu errichten. Es herrschte also eine humanitäre Krise unvorstellbaren Ausmaßes, und es gibt nun einmal ein Recht auf Asyl, das in der Genfer Menschenrechtskonvention und der UN-Charta festgelegt ist. In der Flüchtlingsfrage hat Frau Merkel also richtig gehandelt, aber man muß natürlich auch die ganze Politik ändern, wenn man die Flüchtlinge beherbergen will.

In der EU fehlt jede Solidarität, ganz Osteuropa weigert sich, auch nur einen Flüchtling aufzunehmen. Der österreichische Außenminister machte vor kurzem Griechenland Vorwürfe, es tue nicht genug für die Sicherheit an den Außengrenzen der EU. Und die griechische Regierung antwortete ganz richtig: „Was sollen wir denn machen? Sollen wir auf die Flüchtlinge in den Booten schießen und sie zurück aufs Meer treiben?“

Sie alle haben die schrecklichen Bilder gesehen, auf denen kleine Kinder zwischen Soldaten und Stacheldraht eingezwängt sind. Wenn sich das nicht auf humane Weise lösen läßt, dann wäre es das moralische Ende Europas. Jeder halbwegs anständige Mensch wird das verstehen.

Eine andere Welt

Zum Glück ist das aber nicht das ganze Bild, denn derzeit gibt es zwei sehr unterschiedliche Welten: Auf der einen Seite ist die kollabierende transatlantische Welt, aber auf der anderen Seite entsteht, hauptsächlich von China ausgehend, ein völlig anderes politisches System. Glauben Sie nicht der Stimmungsmache gegen China, die Sie in der Washington Post oder New York Times lesen. Ich beschäftige mich schon seit über 45 Jahren mit China, und ich kann Ihnen versichern, in China spielt sich derzeit nicht nur ein Wirtschaftswunder ab. Die Nachricht, der Sturz der chinesischen Börse habe all die Probleme in der atlantischen Welt ausgelöst, ist kompletter Unsinn, denn Chinas Realwirtschaft ist in bester Verfassung, und man wird in der zweiten Jahreshälfte von 2016 sehen, daß sich all die vielen Investitionen in die Realwirtschaft auszahlen werden.

Präsident Xi Jinping war gerade im Nahen Osten; er besuchte Saudi-Arabien, Iran und Ägypten. Der Gesamtumfang der Investitionen allein in diesen drei Ländern beläuft sich auf 55-100 Mrd. Dollar. Und wenn man sich die umfangreichen Investitionen ansieht, die China in vielen, vielen Ländern gemacht hat – in Lateinamerika, in Asien, in Afrika und Osteuropa -, dann ist zu erwarten, daß daraus ein Wirtschaftsmotor entsteht, der in den nächsten Jahren noch stärker wird.

Aber noch wichtiger ist, daß China vor etwas mehr als zwei Jahren ein ganz neues Vorhaben begonnen hat: die Neue Seidenstraße. Hinter der Neuen Seidenstraße steht die gleiche Idee wie bei der antiken Seidenstraße unter der Han-Dynastie vor 2000 Jahren, nämlich, die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit, den Austausch wissenschaftlicher Ideen und die infrastrukturelle Integration der ganzen Erde zu fördern. Ich denke, dies hat auch die Politik der BRICS-Staaten beeinflußt. Das entwickelt sich jetzt sehr schnell. Es gibt inzwischen eine strategische Partnerschaft zwischen China, Rußland, Indien und vielen weiteren Ländern, die eng miteinander kooperieren – wie zum Beispiel jetzt China und der Iran. Es gibt entlang dieser Routen zunehmende Aktivitäten zwischen vielen Ländern, etwa zwischen China und Griechenland. Osteuropäische Länder haben sich an China gewandt, damit China ihnen beim Bau von Schnellbahnen hilft. Und China investiert in vielen afrikanischen Ländern und anderen Gegenden der Welt.

Soll man darin eine Bedrohung der Vereinigten Staaten sehen? Nur wenn, man die einzige Option darin sieht, an einer unipolaren Welt festzuhalten – an einem Punkt, wo eine multipolare Welt längst Realität ist. Die Vorstellung, es müßte eine unipolare Welt geben und man müßte alle Regierungen auf der Welt, die sich einer solchen Ordnung nicht unterwerfen, durch Regimewechsel beseitigen, hätte unausweichlich zur Folge, daß wir uns als Zivilisation selbst auslöschen. Chinas Angebot auch an die USA steht. Xi Jinping hat auf dem APEC-Treffen 2014 in Beijing zu Präsident Obama gesagt: Wir bieten den Vereinigten Staaten und anderen Großmächten eine „Win-Win-Kooperation“ an, um die Weltwirtschaft auf eine ganz neue Ebene zu heben.

Soweit ich weiß, hat Obama darauf nicht geantwortet. Doch eine solche Zusammenarbeit wird jetzt eine immer realistischere Möglichkeit, nachdem wir unseren Bericht Die Neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke veröffentlicht haben. Wir arbeiten schon seit dem Zerfall der Sowjetunion an der Idee einer Neuen Seidenstraße. Das war unsere Antwort auf den Fall der Berliner Mauer. Schon 1991 schlugen wir vor, Europa und Asien durch sog. „Infrastrukturkorridore“ zu verbinden. Seit 25 Jahren setzen wir uns für diese Politik ein, und deshalb waren wir natürlich sehr glücklich, als Xi Jinping 2013 sagte, die Neue Seidenstraße sei jetzt die chinesische Politik. Wir waren überglücklich und sagten, das ist genau der Weg, aus dieser Misere herauszukommen.

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Abb. 1: Die Infrastrukturkorridore der Weltlandbrücke

Wir begannen dann mit der Erstellung unseres Berichts. Sie sehen hier eine Karte mit all den Korridoren, Brücken und Tunneln, die letztlich alle Kontinente dieser Erde miteinander verbinden und eine Einheit für alle unterschiedlichen Entwicklungsgebiete auf unserem Planeten schaffen werden (Abbildung 1). Spätestens seit 2012 haben wir gesagt, daß dies der einzige Weg ist, um den Terrorismus im Nahen Osten zu beenden und dieser geschundenen Region der Welt Frieden zu bringen.

Ich nenne dies nur ungern einen „Marshallplan“, weil der Marshallplan immer einen Beigeschmack vom Kalten Krieg hat, aber ich benutze diesen Begriff dennoch, nur um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, daß es schon einmal Beispiele für einen erfolgreichen Wiederaufbau kriegszerstörter Regionen gegeben hat. Ich selbst spreche lieber von einer Erweiterung der Neuen Seidenstraße in den Nahen Osten. Die Neue Seidenstraße vereint schon jetzt Zentralasien; sie wird nach Südasien ausgebaut. Es entsteht bereits ein Korridor von China durch Pakistan bis zum Persischen Golf.

2012 veranstalteten wir in Frankfurt eine Konferenz, auf der wir einen Seidenstraßen-Marshallplan für Südwestasien, den Mittleren und Nahen Osten, und für Afrika als einzigen Weg zur Überwindung des Terrorismus vorschlugen.

Wie Sie wissen, ist der Terrorismus eine wirkliche Bedrohung geworden, wir haben das in Paris im letzten Jahr zweimal gesehen: erst dasCharlie-Hebdo-Massaker und dann das schreckliche Blutbad später im Jahr. Es gibt Terroranschläge in fast allen Ländern der Welt. Läßt sich dieser Horror stoppen, indem man den Islamischen Staat oder Al-Kaida bombardiert? Natürlich muß man etwas unternehmen. In meinen Augen ist der beste Ansatz derzeit aber das, was US-Außenminister Kerry zusammen mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow bei der Syrien-Konferenz in Wien zustandebrachte, als es ihnen gelang, Saudi-Arabien, Iran, die Türkei und andere Parteien des Nahen Ostens an einen Tisch zu bringen. Die Fortführung dieser Konferenz hat sich verzögert, weil es immer noch einige Spannungen gibt: Saudi-Arabien will bestimmte Oppositionsgruppen aus Syrien nicht, die Türken wollen die Kurden nicht, usw.

Aber es wäre viel erreicht, wenn sich Rußland, die Vereinigten Staaten, China und andere Großmächte zusammentun und sagen: „Wir werden ISIS militärisch ausschalten, aber man muß noch mehr tun.“ Wir brauchen nämlich ein Wiederaufbauprogramm, das den Menschen im Nahen Osten die reale Hoffnung gibt, daß das soziale Umfeld, aus dem Al-Kaida, Al-Nusra, ISIS usw. ihre Kämpfer rekrutieren, ausgetrocknet wird. Nur wenn man einen Seidenstraßen-Marshallplan in der Region umsetzt, läßt sich das erreichen.

Alle Länder, Rußland, China, Indien, Iran, Ägypten, Deutschland, Italien, Frankreich und die Vereinigten Staaten müssen dabei zusammenarbeiten und sagen: Wir betrachten die gesamte Region vom Kaukasus bis zum Persischen Golf, von Afghanistan bis zum Mittelmeer als eine Region und beginnen sie realwirtschaftlich zu entwickeln. Wir erklären der Wüste den Krieg; wir erzeugen mehr Wasser. Wenn Sie einmal über diese Region geflogen sind, sehen Sie dort nur Wüste; nicht einmal kleine Oasen gibt es dort. Es müssen also große Mengen Meerwasser entsalzt werden, was nur mit Hilfe der Kernenergie möglich ist. Man muß die Feuchtigkeit in der Atmosphäre durch Ionisation anzapfen. Man kann unterirdische Wasseradern erschließen und andere Methoden nutzen. Dadurch lassen sich die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft entwickeln. Die Infrastruktur muß aufgebaut werden, und zwar so dicht wie in Deutschland, das in bezug auf Infrastruktur ein hoch entwickeltes Land ist. Dann kann man neue Städte und Industrieanlagen bauen.

Damit gibt man den Menschen in der Region neue Hoffnung – eine Hoffnung, daß es wieder eine Zukunft gibt. Daß sie Ingenieure werden können, daß sie Wissenschaftler werden können und daß es sich lohnt, eine Familie zu gründen. So bringt man Frieden in den Nahen Osten und nach Afrika.

Ich habe mich dafür in vielen Vorträgen ausgesprochen, und man sagte mir, das sei alles völlig utopisch. „Wer soll das bezahlen?“ Ich bin jedoch der Meinung, daß man, wenn ein altes Paradigma zusammenbricht und man einen guten Plan hat, trotzdem erfolgreich sein kann, einfach weil man als einziger die richtige Idee hat.

Ich bin ziemlich sprachlos und völlig überrascht, aber ich muß Ihnen mitteilen, daß in Deutschland ausgerechnet jemand, der ganz bestimmt nicht zu meinen Lieblingen zählt, Wolfgang Schäuble, jetzt zu einem Marshallplan für den Nahen Osten aufgerufen hat! Er machte diese Äußerung in einer Rede in Davos, in der er zur Überraschung aller sagte: Europa soll Milliarden in die Hand nehmen, um die Lebensbedingungen in den Herkunfts- und Nachbarländern zu verbessern. Laßt uns eine „Koalition der Willigen“ machen“ – eine herrliche Umkehrung von Bushs Koalition der Willigen, der damit zum Krieg aufgerufen hatte. Ausgerechnet Schäuble fordert nun also eine Koalition der Willigen, um den Nahen Osten wiederaufzubauen. In vielen deutschen Zeitungen wird inzwischen darüber berichtet.

Ich habe oft gesagt, wenn es keine Vernunft mehr gibt, an die man appellieren kann, dann ist das einzige, das eine politische Änderung bewirken kann, der „brennende Kittel“, wie ich es nenne. Das heißt, Leute setzen sich erst in Bewegung, wenn sie merken, daß es ihnen am Hintern etwas zu heiß wird. Ich kann Ihnen versichern, die aktuelle Flüchtlingskrise ist genau das, denn die EU steht dadurch vor dem Aus. Wenn alle Länder wieder ihre Grenzen schließen, ist das Schengen-Abkommen aus dem Fenster. Und es hat bereits eine offene Debatte darüber eingesetzt, daß wenn es kein Schengen mehr gibt, dann auch die Europäische Währungsunion keinen Sinn mehr hat. Dann fällt die Eurozone auseinander – und wahrscheinlich auch die gesamte EU, weil es keine Existenzberechtigung für das von Maastricht bis Lissabon entwickelte Bündnis mehr gibt.

Das Paradigma ändern

Ich denke, die heutige Lage ist äußerst spannend. Was wir brauchen, ist eine Änderung des Paradigmas. Die Menschen sollten erkennen – Sie mögen vielleicht nicht glauben, was ich sage, aber Sie sollten einmal darüber nachdenken -, daß wir, wenn wir in dem alten Paradigma geopolitischer Konfrontation mit Rußland und China bleiben, sehr wahrscheinlich als Zivilisation nicht fortbestehen werden.

Aber betrachten wir einmal den längeren Bogen der Evolution, dann sieht man, daß es die Menschheit erst seit sehr kurzer Zeit gibt, seit einigen Millionen Jahren. Schriftzeugnisse und andere lesbare Artefakte sind seit etwa 10.000 Jahren bekannt. Denken Sie nur daran, welche ungeheure Entwicklung die Menschheit in diesen 10.000 Jahren seit der Steinzeit durchgemacht hat! Damals konnte man seinen Nachbarn mit einem Steinbrocken erschlagen, heute kann man mit einem Smartphone der gleichen Größe internationale Konferenzen abhalten und mit Menschen auf der ganzen Welt telefonieren. Und in weiteren 10.000 Jahren werden die Menschen sagen: „Ach je, damals dachten die Leute, ihre Smartphones wären ein großer Fortschritt“, denn sie werden dann zwischen mehreren Galaxien miteinander kommunizieren, und sie werden auf unsere Zeit als die „Steinzeit“ zurückblicken.

Die heutige Menschheit braucht viel mehr Optimismus! Schließlich ist die Menschheit ist einzige Gattung, die immer wieder ihr Wissen über das reale Universum umkrempeln und neue Entdeckungen machen kann. Ich denke, die Menschheit hat eine unendliche Fähigkeit, sich intellektuell und moralisch zu verbessern. Die Menschen müssen nicht so bösartig bleiben, wie sie es heute sind. Ich halte die Drogenkultur in all ihrer Abscheulichkeit der Menschheit nicht würdig. Wenn wir einen wirtschaftlichen Wiederaufbau mit einer kulturellen Renaissance verbinden, dann werden wir nach meiner festen Überzeugung in eine neue Ära der Zivilisation eintreten, in der der Mensch wirklich Mensch sein wird! Wahre Schönheit!

Wir haben für unseren Landbrückenbericht einen Zusatz ausgearbeitet, er heißt: „Die Vereinigten Staaten schließen sich der Seidenstraße an“. Darin wird dazu aufgerufen, daß die Neue Seidenstraße nicht nur in Asien und Afrika entsteht, sondern daß auch die Vereinigten Staaten dringend eine Seidenstraßen-Entwicklung brauchen. Gibt es in den USA ein Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz? Ich glaube nicht. Haben die USA einen gut funktionierenden Luftverkehr? Ich denke, er ist ziemlich heruntergekommen und alt.

Warum also nicht zwischen Ost- und Westküste, zwischen Nord und Süd 50.000 km Hochgeschwindigkeitstrassen für Magnetbahnen oder andere Schnellbahnen bauen? Warum nicht einige Städte, die heute zerfallen, wieder aufbauen? Ein paar wirklich schöne Städte für den Süden der USA! Inspirieren wir junge Menschen, wieder zum Mond zu fliegen, die NASA wiederaufzubauen und zum Mars zu fliegen, um herauszufinden, warum und wie das Universum so aufgebaut ist, wie es ist.

Auch gibt es ein Problem mit der Sonne, denn in zwei Milliarden Jahren wird die Sonne auf unserem Planeten Erde nicht mehr so angenehm scheinen wie jetzt. Deswegen müssen wir uns als Gattung darüber Gedanken machen, wie wir anderswo in der Galaxie oder jenseits davon weiterleben können.

Ich meine, wir brauchen eine ehrliche, angstfreie Diskussion über ein neues Paradigma. Wir sollten uns auch darüber bewußt werden, daß zur Staatskunst auch eine schöne Kultur gehört, die die Menschen erhebt. Ich habe das Schiller-Institut nach Friedrich Schiller benannt, weil Schillers Menschenbild das schönste ist, das ich auf dieser Welt gefunden habe. Schiller war der Überzeugung, daß Kunst nur dann Kunst ist, wenn sie schön ist und die Menschen veredelt.

Deshalb müssen wir den wirtschaftlichen Wiederaufbau mit einer Renaissance der klassischen Kultur verbinden und dann einen Dialog über die Hochphasen sämtlicher Kulturen in Gang setzen. Vor allem mit dem Konfuzianismus in China, der dort glücklicherweise im Augenblick eine Renaissance erlebt und das ganze Land in Begeisterung versetzt. Die Menschen in China sind sehr optimistisch, sie vertrauen ihrer Regierung. Können Sie sich das vorstellen, daß jemand seiner Regierung vertraut? Sie stehen gut da. China brachte wunderschöne Poesie und Malerei, Menzius und andere große neukonfuzianische Denker hervor.

Auch Indien hat viele Höhepunkte hervorgebracht, etwa die Gupta-Periode. Die arabische Welt war einmal in einem sehr viel besseren Zustand, während der Abbassiden-Dynastie, als Bagdad die Kulturhauptstadt der Welt war. Es gab die italienische Renaissance und die andalusische Renaissance. Wenn wir alle diese Höhepunkte der Kultur wiederbeleben, bin ich absolut sicher, daß wir eine neue Renaissance der menschlichen Zivilisation erschaffen können, diesmal auf völlig anderen Axiomen als in der heutigen zerfallenden transatlantischen Welt.

Ich möchte damit schließen, aber bedenken Sie, daß wir uns nahe am Rande einer unvorstellbaren Katastrophe befinden. Aber wir können das herumdrehen, wenn wir zu einem Glass-Steagall-Trennbankensystem übergehen, die Wall Street dicht machen, ein neues Kreditsystem schaffen und die Produktion wieder ankurbeln. Dann wird es ganz einfach sein.

 


Helga Zepp-LaRouche spricht vor japanischen Wirtschaftslenkern

Auch in Japan erkennen führende Kreise, daß Japan nicht einen Konflikt mit China suchen sollte, sondern Anschluß an die Neue Seidenstraße.

Die Präsidentin des Schiller-Instituts und Bundesvorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo), Helga Zepp-LaRouche, sprach am 2. Dezember auf zwei Konferenzen in Tokio vor rund 400 führenden japanischen Unternehmern über das Konzept der Weltlandbrücke als die einzige Alternative zur Geopolitik, die für die derzeitige Krise im Nahen Osten und für die akute Weltkriegsgefahr verantwortlich ist.

Am Vormittag hielt sie eine Rede vor dem 7. jährlichen Innovationsforum Asien, das von 300 japanischen Jungunternehmern besucht wurde. Das Innovationsforum Asien wird vom ehemaligen Sony-Vorstandschef Nobuyuki Idei geleitet, der außerdem Gründer und Vorsitzender von Quantum Leaps und Gründer der Asiatischen Innovations-Initiative ist.

Im weiteren Verlauf des Tages hielt Zepp-LaRouche einen ähnlichen Vortrag am Canon Institute for Global Studies vor einer kleineren Gruppe von Unternehmern und Managern. (Den Text ihrer Ausführungen finden Sie auf den folgenden Seiten.)

Im Rückblick auf die Veranstaltungen bemerkte Zepp-LaRouche, sie hätten gezeigt, daß es in Japan eine Minderheit gebe, die erkennt, daß es das langfristige, fundamentale Interesse ihres Landes ist, sich nicht in einen Konflikt mit China hineinziehen zu lassen, wie es die amerikanischen Kriegstreiber versuchen, sondern Anschluß an die Weltlandbrücke und Chinas Neue Seidenstraße zu suchen.

In ihrem umfassenden Vortrag beim Innovationsforum warnte Zepp-LaRouche, die immer zahlreicheren regionalen militärischen Konflikte könnten leicht in eine globale Katastrophe münden und zu einem Krieg der Supermächte führen. Die einzige Möglichkeit, den Lauf der Geschichte zu ändern, sei eine grundlegende Veränderung der vorherrschenden Denkstrukturen, die zu dieser Krise geführt haben.

Anschließend präsentierte sie detailliert die Projekte der Weltlandbrücke, die zu einer Transformation der Weltwirtschaft führen werden. Chinas Strategie der Neuen Seidenstraße könne zum Kern einer neuen, weltweiten Renaissance werden.

Nachdem Zepp-LaRouche die unmittelbar realisierbaren Großprojekte vorgestellt hatte, entwickelte sie die Idee, daß die Menschheit eine einzigartige, zu kreativen Entdeckungen fähige Spezies sei, die durch diese Entdeckungen ihre Zukunft gestalte. Sie sprach über Aspekte des Amerikanischen Systems der politischen Ökonomie, wie es von Alexander Hamilton, Matthew und Henry Carey vertreten wurde. Schließlich beschrieb sie, wie sich diese Ideen im 19. Jahrhundert weltweit verbreiteten, so daß in Deutschland unter Kanzler Bismarck und in Japan unter der Meiji Restauration moderne Nationen entstanden. Genau diese Ideen bilden auch die Grundlage des Projekts der Neuen Seidenstraße bzw. der Weltlandbrücke, das derzeit im Gang ist.

Neben Zepp-LaRouche sprachen der ehemalige IWF-Vorsitzende Dominique Strauss-Kahn, der ehemalige Leiter der Russischen Eisenbahn und Gründer des Rhodos-Forums „Dialog der Zivilisationen“ Dr. Wladimir Jakunin sowie der ehemalige brasilianische IWF-Direktor Paulo Nogueira Batista jun., heute Vizevorsitzender der von den BRICS-Staaten ins Leben gerufenen Neuen Entwicklungsbank (NDB) in Shanghai. Die Diskussion moderierte Daisuke Kotegawa, ein ehemaliger hochrangiger Beamter des japanischen Finanzministeriums und japanischer IWF-Direktor zur Zeit der Finanzkrise 2007-09.

In seinem Vortrag unterstütze Dr. Jakunin ausdrücklich Zepp-LaRouches Vorschlag der Weltlandbrücke. Rußlands „eurasische Entwicklungskorridore“ und Chinas Politik des Wirtschaftsgürtels Neue Seidenstraße seien bestens miteinander vereinbar. Beides gemeinsam repräsentiere ein „Neues Paradigma“ des Denkens, das dringend notwendig sei, um Kriege zu verhindern, die durch das gescheiterte System des Neoliberalismus in Gang gesetzt werden. Jakunin machte deutlich, daß die Präsidenten Putin und Xi sich ganz dem Erfolg der russisch-chinesischen Kooperation zur Verwirklichung der Eurasischen Infrastrukturverbindungen verschrieben haben.

Strauss-Kahn beschrieb in seiner Eröffnungsrede der Sitzung im Detail die weiter voranschreitende Krise des Weltfinanzsystems und gab zu, daß die Politik der Haushaltskürzungen ein Fehlschlag war und durch ein Wachstumsprogramm ersetzt werden müßte. Für den notwendigen Kurswechsel der Politik gebe es aber keine Unterstützung innerhalb der heute herrschenden Weltfinanzinstitutionen, fügte Strauss-Kahn hinzu.

Am Nachmittag hielt Frau Zepp-LaRouche eine Rede auf einer gesonderten Veranstaltung, die vom Canon Institut für Globale Studien (CIGS) vorbereitet worden war. Rund hundert Vorstandsmitglieder aus führenden japanischen Industrie- und Finanzunternehmen sowie staatlichen Organisationen für Auslandsinvestitionen hörten ihre Ausführungen über die Weltlandbrücke als einzigem Ausweg aus Weltkrieg und Chaos. Moderator der Veranstaltung war auch hier Daisuke Kotegawa, der Forschungsdirektor des Instituts.

Jeffrey Steinberg, leitender Redakteur der Nachrichtenagentur Executive Intelligence Review (EIR), hatte ebenfalls Gelegenheit, vor diesem hochkarätigen Publikum zu sprechen. Er zeichnete das wahre Bild des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruchs der Vereinigten Staaten. Nogueira Batista sprach ausführlich über die Fortschritte beim Aufbau der NDB und deren Pläne, ab April 2016 die ersten Entwicklungskredite zu vergeben. Er gab einen Überblick über die Gründungsgeschichte der Bank als Reaktion darauf, daß der IWF und die Weltbank nach dem Kollaps des Weltfinanzsystems 2008 völlig unfähig waren, sich selbst zu reformieren.

js


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