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August 7, 2026

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Die Flüchtlingskrise durch Entwicklung lösen: Die strategische Bedeutung der neuen Enzyklika

Helga Zepp-LaRouche eröffnete das EIR-Krisenforum „Die Einwanderungskrise durch Entwicklung lösen: Was Sie über die strategische Bedeutung der Enzyklika von Papst Leo wissen müssen“ am 31. Juli 2026 mit dem folgenden Vortrag. (Übersetzung aus dem Englischen, Zwischentitel wurden hinzugefügt.)

Hallo an Sie alle auf allen Kontinenten, wo auch immer Sie gerade zuschauen mögen. Was uns hier zusammenbringt, um darüber nachzudenken, was zu tun ist, ist das Bewußtsein, daß die Welt tatsächlich vor einer beispiellosen politischen, militärischen, wirtschaftlichen, sozialen und, würde ich sagen, vor allem moralischen Krise steht, für die es ganz klar Lösungen gibt. Aber um der sich eindeutig abzeichnenden Katastrophe zu entkommen, brauchen wir einen grundlegenden politischen Kurswechsel. Und der muß genau so kommen, wie Lyndon LaRouche es in seiner Rede in Sao Paulo gesagt hat (die zu Beginn des Forums gezeigt wurde): Er muß außerhalb der Regeln des etablierten Denkens stattfinden, und außerhalb der Axiome, die uns in diese Krise geführt haben. Um einen solch radikalen Umdenkprozeß anzustoßen, veranstalten wir dieses gemeinsame Forum der Internationalen Friedenskoalition und von EIR.

Gestern drangen fast 50.000 Flüchtlinge in die spanische Exklave Ceuta in Marokko ein. Die meisten von ihnen waren die Küste entlang geschwommen. Einige berichteten, daß sie zwei Stunden schwimmen mußten, offensichtlich handelten sie aus völliger Verzweiflung.
Es gibt Berichte, wonach dies durch die jüngste Entscheidung der spanischen Regierung ausgelöst wurde, 500.000 Einwanderer zu legalisieren, was vollkommen im Einklang mit der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 steht. Tatsächlich ist Spanien ein leuchtendes Beispiel für die Einhaltung dieser Genfer Flüchtlingskonvention, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa.

Es könnte auch durch eine neue Entscheidung des Verfassungsgerichts ausgelöst worden sein, wonach Migranten, die Ceuta auf dem Seeweg erreichen, nicht automatisch abgewiesen werden dürfen. Einige Helfer von Nichtregierungsorganisationen sagten jedoch, daß die Menschen, die dort hingeschwommen sind, davon nichts wußten.
Jedenfalls ist Ceuta eine Stadt mit etwas mehr als 80.000 Einwohnern und verfügt offensichtlich über keinerlei Infrastruktur, um 50.000 Flüchtlinge aufzunehmen.
Doch damit war es noch nicht vorbei. Letzte Nacht wurde eine zweite spanische Exklave in Marokko, Melilla, praktisch von weiteren 400 bis 500 Migranten gestürmt, und an der Grenze versuchen es noch Tausende weitere. Sie werden gerade von den Sicherheitskräften zurückgedrängt.
Wenn wir nun auf die Vereinigten Staaten blicken: Die Trump-Regierung hat angeordnet, daß ab dem 3. August 300.000 Haitianer, die unter einem vorübergehenden Schutzstatus in den Vereinigten Staaten leben und arbeiten, nach Haiti zurückkehren müssen. Sie arbeiten in Pflegeheimen, Gesundheitseinrichtungen, im Hotelgewerbe, Baugewerbe und so weiter.
Der republikanische Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, sagte dazu, Trump mache einen großen Fehler, weil die Wirtschaft von Ohio ohne die Hilfe dieser haitianischen Arbeitskräfte nicht funktionieren werde.
Generalleutnant Russel Honoré schrieb in einem Gastbeitrag in der New York Times: „Das ist nicht das Amerika, für das ich gekämpft habe.“
Vilès Dorsainvil, der Leiter des „Ohio Haitian Community Help and Support Center“, sagte, er und andere seien durchaus bereit, nach Haiti zurückzukehren – nur gäbe es kein Land mehr, in das sie zurückkehren könnten. Wie Sie alle wissen, herrschen in Haiti völliges Chaos, Kriminalität, Bandenkriege und Verbrechen, es ist einfach unerträglich, dort zu leben. Nun hat das US-Heimatschutzministerium eine neue Fluggesellschaft für Abschiebungen ins Leben gerufen, die von nun an rund um die Uhr im Einsatz ist, um mit sieben Boeing 737 und zwei großen Gulfstream-Jets Migranten abzuschieben.
Der Charakter der Vereinigten Staaten verändert sich also gerade grundlegend. John F. Kennedy sagte noch, Amerika sei ein Einwanderungsland, aber das ist es nicht mehr. Präsident Reagan sagte damals, die Vereinigten Staaten seien eine „leuchtende Stadt“, in die Menschen aus der ganzen Welt kommen.
Nun ist die Migrationskrise nur eines, aber eines der offensichtlichsten Symptome des völligen Scheiterns der Politik der politischen Ordnung, die gerade vor unseren Augen zusammenbricht. Ich möchte diese Krise und die verfügbaren Lösungen in den richtigen strategischen Kontext einordnen.
Seit Jahrzehnten warnte Lyndon LaRouche, daß es so kommen würde. Seit Präsident Nixon am 15. August 1971 von festen zu flexiblen Wechselkursen überging, warnte LaRouche, wenn diese Geldpolitik des westlichen Systems der liberalen Wirtschaft fortgesetzt würde, dann werde sie zu einer neuen Depression, einem neuen Faschismus und sogar zu einem neuen Weltkrieg führen. Er hat diese Prognose viele, viele Male aktualisiert. Jedesmal, wenn sich die Lage zum Schlechteren änderte – an einem Scheideweg, an dem der liberale Charakter des Wirtschaftssystems durch Deregulierung der Märkte und noch mehr Begünstigung der Spekulanten verstärkt wurde -, hat er mit absoluter Klarheit auf diese Folgen hingewiesen.
Und gerade weil er so unverblümt war, wurde er juristisch verfolgt, verleumdet und verteufelt. Ramsey Clark, der ehemalige Justizminister der Johnson-Regierung, der sich für LaRouche einsetzte, sagte, das sei der schlimmste Fall politischer Beeinflussung des Justizsystems in den Vereinigten Staaten, den er in seiner gesamten Laufbahn erlebt habe. Denn LaRouche wagte es, in Hunderten und Aberhunderten von Artikeln, Reden, Interviews und so weiter auf die Folgen dieser Politik hinzuweisen. Wie Sie gerade im Video gehört haben, befaßte er sich mit den zugrunde liegenden Denkweisen, die dazu führen, daß Menschen diese falschen Vorstellungen haben, und mit Lösungen, um daraus herauszukommen.
Heute bewahrheiten sich seine Prognosen auf erschreckende Weise und deuten auf die Möglichkeit eines vollständigen Zusammenbruchs der Zivilisation hin.

Zwei Kriege verschmelzen zu einem

Wir sehen derzeit zwei regionale Kriege, in der Ukraine und im Iran, und nun verschmelzen beide Kriege miteinander. In den letzten Tagen gab es einen Angriff der Ukraine auf Bandar Anzali, den größten iranischen Hafen am Kaspischen Meer und einen Knotenpunkt für den Handel mit Rußland. Der indische pensionierte Diplomat und Kommentator Bhadrakumar erklärte dazu: „Das ist kein Einzelfall, es könnte durchaus von Washington inszeniert worden sein.“ Eine ähnliche Analyse stammt von der iranischen Nachrichtenagentur IRNA, die dem iranischen Sicherheitsrat nahesteht. Dort heißt es, all die verschiedenen Ereignisse – von den aktuellen Geschehnissen im Jemen über den Libanon bis hin zur Ukraine – seien miteinander verbundene Teile eines Gesamtplans.
Was nun die Lage in der Ukraine betrifft, wo die NATO seit 2014, also seit zwölf Jahren, gegen Rußland kämpft, warnte der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, vor einigen Tagen, die gegenwärtige Lage habe erschreckende Parallelen zum August 1914.
All das ist das Ergebnis des Versuchs, nach dem Ende des Kalten Krieges eine unipolare Welt zu schaffen, als – wie wir oft geschrieben haben – die große historische Chance von 1989, als die Berliner Mauer fiel und die Möglichkeit bestand, eine Friedensordnung zu schaffen, auf schreckliche Weise verpaßt wurde. Was folgte, war das gebrochene Versprechen, die NATO keinen Zoll nach Osten zu erweitern, gefolgt von zahlreichen „Farbrevolutionen“, versuchten Regimewechseln, Interventionskriegen und einseitigen Sanktionen. Und insbesondere die NATO-Erweiterung nach Osten führte schließlich dazu, daß offensive Waffensysteme nahe der russischen Grenze stationiert wurden, was eine umgekehrte Kubakrise schuf. Und in letzter Zeit setzt die Ukraine mit Hilfe der NATO und der USA Langstreckenwaffen ein, tief in das russische Territorium hinein.
Inzwischen dauert dieser Krieg, der immer als „Militärische Sonderoperation“ bezeichnet wurde, schon viereinhalb Jahre. Aber vor etwa einem Monat sagte der Sprecher der russischen Regierung, Peskow: „Wir befinden uns nicht mehr in einer Militärischen Sonderoperation, wir befinden uns im Krieg.“ Und es ist offensichtlich, daß Rußland beginnt, auf diese Eskalationen der NATO zu reagieren, mit der sichtlichen Entschlossenheit, diesen Krieg mit militärischen Mitteln zu beenden. Ein Aspekt davon ist, daß sie Odessa vom Meer abschneiden und die Ukraine damit praktisch zu einem Binnenstaat machen.
Wenn man sich nun den Iran ansieht: Anders als im Falle Rußlands handelt es sich hier um einen unprovozierten Angriffskrieg, das Versprechen, auf diplomatischem Wege zu handeln, wurde zweimal gebrochen. Hinzu kam die grundlose Aufkündigung des am 17. Juni unterzeichneten Memorandum of Understanding. Nun flammt dieser Krieg erneut auf. Nach drei Tagen vermeintlicher Pause weitet er sich nun aus. Erstmals fand auch ein Drohnenangriff in Ägypten statt. Da sind die Angriffe der USA und Saudi-Arabiens auf Milizen im Irak. Da ist die Blockade des Roten Meeres durch die Huthi. Es besteht die Gefahr, daß all dies zu einem allgemeinen regionalen Krieg eskaliert.

Strategische Lage hat sich verändert

Nun hat dieser Krieg die strategische Lage bereits unwiderruflich verändert, denn die Vereinigten Staaten, die stärkste Militärmacht der Welt, haben zusammen mit einer weiteren sehr starken Militärmacht, nämlich Israel, diesen Krieg verloren. Sie konnten nicht gewinnen, weil der Iran eine unglaublich starke Widerstandskraft bewies. Es gab keinen Regimewechsel. Ein mittelgroßes Land konnte nicht besiegt werden. Das bedeutet jedoch nicht, daß der Iran gewonnen hat, er erleidet enorme Schäden und Verluste.
Im Grunde genommen kam es zu einem Neustart des Krieges, 13 Nächte lang wurden iranische Ziele unerbittlich angegriffen. Dann hörte es auf. Es wird allgemein berichtet – und es klingt sehr glaubwürdig -, daß das Pentagon Trump zu dem Zeitpunkt mitteilte, die Vereinigten Staaten hätten nur noch sehr wenige Munitionsvorräte, insbesondere bei Raketenabwehrsystemen wie den Patriots, THAADS und so weiter.
Die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, in anderen Teilen der Welt militärisch präsent zu sein, ist also stark eingeschränkt. Es wird berichtet, Trump sei verzweifelt, weil er offensichtlich in Netanjahus Falle getappt ist und keinen Ausweg sieht.

Ein neuer Weltkrieg?

Nun hat die Gesamtlage alle Anzeichen eines neuen Weltkriegs. Denn die Vorstellung, man könnte Rußland eine strategische Niederlage zufügen, ist absoluter Wahnsinn. Rußland ist die stärkste Atommacht auf dem Planeten. Und man beobachtet dort eine Militarisierung Europas, wie es sie seit 85 oder 90 Jahren nicht mehr gegeben hat. In Rußland wird darüber diskutiert, daß der Nationalsozialismus zurückkehrt. Putin hat in einem kürzlich erschienenen Artikel im Grunde gesagt, dieses Neuaufleben des Nationalsozialismus sei das Ergebnis der westlichen Politik nach dem Zweiten Weltkrieg. Denn die Vereinigten Staaten und Großbritannien haben viele alte nationalsozialistische Netzwerke integriert, was kein Geheimnis ist; darunter den Antibolschewistischen Block, die Organisation Gehlen und viele andere Operationen, in denen diese nationalsozialistischen Netzwerke erhalten blieben und offensichtlich in neuer Form weiterfunktionierten.
Wir stehen also vor einer äußerst ernsten Situation. Denn wenn Rußland davon überzeugt ist, daß der Nationalsozialismus zurückkehrt oder bereits zurückgekehrt ist, dann ruft das die Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg wach und an das, was dieser an Verlusten mit sich brachte. 27 Millionen Menschen in der Sowjetunion kamen dabei ums Leben, und das hat ungeheure Auswirkungen auf die Mentalität in Rußland.

Hungerkatastrophe droht

Sollte nun die Straße von Hormus nicht bald wieder geöffnet werden, und das Rote Meer, das kürzlich von den Huthi gesperrt wurde, ebenfalls nicht, wird dies enorme Folgen für die Energiepreise und die Hungerkrise haben. Eine große Hungersnot ist schon vorprogrammiert. Die UNO hat gerade ihren neuesten Welternährungsbericht The State of Food Security and Nutrition in the World (SOFI) veröffentlicht und darin absolut schockierende Zahlen genannt: 80% aller Babys in Afrika im Alter zwischen 6 und 23 Monaten sind unterernährt. Achtzig Prozent! 2025 litt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Afrika unter mittlerer bis schwerer Ernährungsunsicherheit. Das bedeutet, daß jeder fünfte Afrikaner hungert. Im vergangenen Jahr litten 7,8% der Weltbevölkerung an Hunger. Aber das ist völlig unnötig, weil wir problemlos alle benötigten Nahrungsmittel produzieren könnten.
Wenn diese Engpässe nicht beseitigt werden, droht die Welt in eine umfassende Depression zu stürzen, die schlimmer ist als die der 1930er Jahre, mit Hunger und sozialen Unruhen.

Einschränkungen der Bürger- und Menschenrechte

Man kann sich des Verdachts nicht erwehren, daß all die Maßnahmen, die wir derzeit beobachten – die Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Beschneidung von Bürger- und Menschenrechten, wie wir sie in den Vereinigten Staaten und in Europa sehen -, in Vorwegnahme der kommenden Unruhen durch die Behörden passieren, denn die können nicht die Augen davor verschließen, daß sie eintreten werden.
Es gibt noch eine weitere Ebene: das Denken der Malthusianer, für eine Entvölkerung. John D. Rockefeller sprach damals von der „Bevölkerungsbombe“, der Überbevölkerung, und Schellnhuber, der ehemalige Leiter des Potsdamer Klimainstituts, sagte in vielen Reden, seiner Meinung könne nach die Welt nur ein bis zwei Milliarden Menschen ernähren, wobei er nichts dazu sagte, was mit allen anderen passieren soll.
In diesem Zusammenhang sollte man das sogenannte „Projekt für die 1980er Jahre“ des Council on Foreign Relations nicht vergessen, das einen kontrollierten Zerfall der Weltwirtschaft forderte. Und Sie sollten sich das folgende Zitat anhören:
„Schlechte Zeiten sind Ausnahmezustände und können mit außergewöhnlichen Methoden bewältigt werden. Dies traf während der Blütezeit des Industrialismus mehr oder weniger zu, wird aber nicht länger zutreffen, es sei denn, das Bevölkerungswachstum kann drastisch eingedämmt werden. Derzeit wächst die Bevölkerung um etwa 58.000 Menschen pro Tag. Kriege hatten bislang keinen großen Einfluß auf dieses Wachstum, das sich durch alle Weltkriege hindurch fortsetzte.
Der Krieg hat sich bisher, wie bemerkt, als enttäuschender Versager erwiesen, aber vielleicht ist der bakteriologische Krieg wirkungsvoller. Würde man in jeder Generation einmal den Schwarzen Tod über die Welt schicken, dann dürften die Überlebenden fröhlich weiterzeugen, ohne die Welt allzu eng zu machen… Es würden sich zwar etwas unangenehme Zustände entwickeln, aber was macht das schon? Die in Wahrheit hochherzigen Leute sind gegen das Glück immun, vor allem, wenn es das Glück anderer ist.“
Dies schrieb Bertrand Russell 1953 in The Impact of Science on Society (dt: Wissenschaft wandelt das Leben).
Wir schlagen einen radikal entgegengesetzten Ansatz vor, nämlich, daß wir die Grundsätze der Unabhängigkeitserklärung – schließlich feiern wir in diesem Jahr den 250. Jahrestag der Gründung Amerikas – grundsätzlich als für die gesamte Bevölkerung der ganzen Welt gültig betrachten. Nämlich, daß „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“ das unveräußerliche Recht jedes Menschen auf diesem Planeten sind.
Die Unabhängigkeitserklärung ist deshalb eigentlich das Gründungsdokument des Schiller-Instituts. Als wir es gründeten, habe ich die Unabhängigkeitserklärung nur um etwa sechs Wörter abgeändert, um sie auf die ganze Welt anwendbar zu machen. Der Grund dafür ist, daß jedes neugeborene Kind potentiell ein Genie ist, das grundlegende Prinzipien des physikalischen Universums entdecken kann und auf diese Weise die relative potentielle Bevölkerungsdichte der Erde und darüber hinaus erhöht und so die Entwicklung des Universums vorantreibt, dessen fortgeschrittenster Ausdruck der Mensch ist.

Unsere Aufbaupläne

Um die Flüchtlingskrise zu bewältigen, ist es im wesentlichen erforderlich, in diesen Ländern und Kontinenten – in Afrika, Asien, Lateinamerika, den ärmeren Teilen der Vereinigten Staaten, von denen viele wie ein Gebiet der Dritten Welt aussehen, und in den armen Regionen Europas – eine grundlegende Infrastruktur aufzubauen und diese Gebiete zu industrialisieren. Afrika wird 2050 2,5 Milliarden Menschen zählen. Davon werden eine Milliarde unter 24 Jahre alt sein. Das bedeutet, daß wir allein in Afrika in den nächsten 24 Jahren etwa eine Milliarde neue produktive Arbeitsplätze benötigen.
Das bedeutet, daß wir eine grundlegende Infrastruktur aufbauen müssen: integrierte kontinentale Verkehrsnetze, die Autobahnen, Hochgeschwindigkeitsbahnen, Wasserstraßen, Energieerzeugung und -verteilung sowie Kommunikation kombinieren, sowie bahnbrechende Projekte wie den Großen Äthiopischen Renaissance-Damm (GERD), das TransAqua-Projekt, das Wasser vom Kongobecken zum Tschadsee leitet, die beiden Inga-Staudämme im Kongo und andere derartige Projekte.
Für Südwestasien brauchen wir den „Oasenplan“, der die gesamte Region vernetzt, von Indien bis zum Mittelmeer, vom Kaukasus bis zum Persischen Golf – eine Region, die im wesentlichen aus Wüste besteht. Wir können dabei Chinas enormen Erfolg bei der Begrünung der Wüsten anwenden, den es in Xinjiang und in Nordwestchina bewiesen hat, indem es Gebiete von der Größe Deutschlands begrünt hat. Wir müssen dort Kanäle anlegen, wir sollten Grundwasserleiter erschließen, wir können mit Hilfe der Weltraumtechnologie unterirdische Seen ausfindig machen, wir können die Feuchtigkeit in der Atmosphäre ionisieren usw., und könne auf diese Weise die Wüsten in Gärten, Wälder und Ackerland verwandeln.
Das sollten wir mit dem Ausbau bestehender Entwicklungskorridore verbinden, wie dem CPEC (China-Pakistan-Wirtschaftskorridor), dem Nord-Süd-Transportkorridor von St. Petersburg nach Indien; einem weiteren Korridor, der Iran, Irak, Jordanien, Israel, Palästina und Ägypten miteinander verbindet; sowie einem weiteren Korridor von Indien über die Türkei nach Europa. Auf diese Weise können wir diese Region wieder zum Knotenpunkt des Verkehrs und des Austauschs von Kultur und Ideen zwischen Asien, Afrika und Europa machen, so wie zu Zeiten der alten Seidenstraße.

Kooperation statt Konfrontation

Wir brauchen wirtschaftliche Kooperation statt geopolitischer Konfrontation! Statt an Bertrand Russells bestialischem Menschenbild müssen wir uns an dem erhabenen Menschenbild orientieren, das Papst Leo XIV. in seiner Enzyklika Magnifica Humanitas zum Ausdruck bringt, wo er beschreibt, daß jeder Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist – wie Cusanus sagen würde, sogar ein Imago Viva Dei, denn Nikolaus von Cusa erklärte, daß die Schöpfung durch die Kreativität des Menschen fortbesteht.
Dabei muß auch den Ursachen der Migrationsproblematik Rechnung getragen werden, worauf der Papst in vielen Ansprachen hingewiesen hat, als er Anfang Juni in Spanien war. Er sagte dort, wir müßten die Migranten nicht nur unter Wahrung ihrer Würde integrieren, die jedem Menschen gleichermaßen zusteht – sondern wir müssen auch die Voraussetzungen dafür schaffen, daß sie in ihren Heimatländern bleiben können. Denn jeder möchte viel lieber in seinem Heimatland bleiben, als das Risiko einzugehen, in der Sahara zu verdursten, im Mittelmeer zu ertrinken oder in einem „Konzentrationslager“ rund um das Mittelmeer zu landen – das ist eine Formulierung des Papstes, der ich voll und ganz zustimme.
Wir uns müssen dringend der Tatsache bewußt werden, daß eine Eskalation der gegenwärtigen geopolitischen Konfrontation zu einem Weltkrieg führen wird – und das bedeutet mit fast hundertprozentiger Sicherheit die Vernichtung der Menschheit und von allem, was alle bisherigen Generationen geschaffen haben, denn die Folge wäre 50jähriger nuklearer Winter, in dem alles Leben auf dem Planeten verschwindet.
Wir müssen die strategische und historische Situation betrachten, in der wir uns befinden, und uns entschlossen dazu verpflichten, die 500jährige Ära des Kolonialismus zu beenden.
Wir müssen unsere Anstrengungen der Idee widmen, daß „der neue Name für Frieden Entwicklung ist“ und daß wir eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur schaffen werden, die das Interesse jedes Landes auf dem Planeten umsetzt.
Das ist also die große Herausforderung, die vor uns liegt. Aber ich bin absolut zuversichtlich, daß wir Erfolg haben und verhindern können, daß wir als Zivilisation aufhören zu existieren, wenn es uns gelingt, bei genügend Menschen auf der ganzen Welt die Leidenschaft zu wecken, dafür zu kämpfen.


EIR-Krisenforum zur Krise der Zwangsmigration

14 Redner aus aller Welt sprachen am 31. Juli darüber, wie man die Ursachen der unfreiwilligen Migration beheben kann.

von Daniel Platt

Am 31. Juli trafen sich Diplomaten, Wissenschaftler und Aktivisten online, um die Ursachen und Lösungen für die massiven Wellen der Zwangsmigration zu erörtern, die weltweit stattfinden. Das EIR-Krisenforum „Die Einwanderungskrise durch Entwicklung lösen: Was Sie über die strategische Bedeutung der Enzyklika von Papst Leo wissen müssen“ knüpfte an die Dynamik von 164 wöchentlichen Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) an. Allen Beteiligten war zunehmend klar geworden, daß der Ruin der von London dominierten „Kasinowirtschaft“ die treibenden Kraft sowohl hinter der Kriegspolitik als auch hinter der Krise der Zwangsmigration ist, weil die anglophilen Mächte in einem letzten verzweifelten Versuch, ihr sterbendes Imperium zu retten, immer mehr auf unverhüllten Kolonialismus zurückgreifen.

Die Politik dieses Kolonialismus ist bekannt: Aneignung von Rohstoffen, kombiniert mit brutaler Austerität für gefügige Länder und „Regimewechsel“ oder Bomben für Länder, die sich nicht fügen wollen. Beides führt zu Migrationswellen von Menschen, die verzweifelt um ihr Überleben kämpfen. Doch wie Helga Zepp-LaRouche, die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, immer wieder betont, hat die 500jährige Ära des Kolonialismus ihr Ende erreicht, und wie viele Länder diese Mächte auch bombardieren mögen, nichts wird ihr Imperium retten.

Entwicklung oder Weltkrieg

Dennis Speed setzte als Moderator den Ton für die Veranstaltung, indem er ein Video von Lyndon LaRouche zeigte, als er am 11. Juni 2002 in Brasilien sprach und vorausschauend die mißliche Lage kommentierte, in der sich die Welt heute aufgrund fehlgeleiteter oder sogar krimineller Politik befindet.

Helga Zepp-LaRouche, die Chefredakteurin des Nachrichtenmagazins EIR, führte als Einleitung zu ihrem Vortrags ein Video vor, das die 50.000 oder mehr verzweifelten Migranten zeigte, die am Tag zuvor nach Ceuta strömten, der spanischen Exklave an der Grenze zu Marokko gegenüber von Gibraltar. Sie ging auf ähnliche Situationen in den Vereinigten Staaten ein und beschrieb anschließend die drakonische Reaktion der Regierung von Donald Trump. Dann befaßte sie sich damit, wie die Kriege in der Ukraine und im Iran immer mehr zu einem umfassenden Weltkrieg verschmelzen, was die Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von Atomwaffen dramatisch erhöht. Sie untersuchte die wirtschaftlichen Hintergründe der Kriegsgefahr, wie die „absolut unnötige“ Hungerkrise rund um den Globus, und warnte, die jüngsten Angriffe auf die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte in den westlichen Ländern seien eine Vorbereitung auf einen baldigen wirtschaftlichen Zusammenbruch, der soziale Unruhen hervorrufen wird.

Sie erinnerte zudem an den radikalen Malthusianismus, den die Oligarchie durch Sprecher wie Bertrand Russell zum Ausdruck gebracht hat, und stellte dem die Sichtweise der LaRouche-Bewegung gegenüber, daß „jedes neugeborene Kind potentiell ein Genie ist“.

Abschließend ging sie auf die erforderliche Infrastruktur für die nahe Zukunft Afrikas ein, wo die Bevölkerung weiter wächst, und beschrieb, wie diese in ein globales Infrastrukturnetz integriert werden sollte. Das sei eine echte Strategie zur Kriegsvermeidung.

Liu Chang, Sprecher der chinesischen Botschaft in den Vereinigten Staaten, beschrieb einige der Beiträge Chinas zur Lösung der Nahrungsmittelkrise und zur Förderung eines Friedens durch Entwicklung. Um Chinas außen- und wirtschaftspolitische Absichten deutlich zu machen, verwies er auf Chinas Globale Sicherheitsinitiative von 2022.

Rostam Adabinia, Gesandter an der iranischen Botschaft in Mexiko, ging auf den Zusammenhang zwischen schlechter, ungerechter Wirtschaftspolitik und der Krise der „Zwangsmigration“ ein. Die Industrieländer hätten die ethische Verantwortung, die Entwicklung zu fördern, und das sei im Endeffekt auch für beide Seiten von Vorteil.

Richard Falk, emeritierter Professor für Völkerrecht an der Princeton University, eröffnete seinen Beitrag mit den Worten: „Es ist ein großes Verdienst des Schiller-Instituts und von EIR, daß sie in dieser Zeit der Krise und großen Gefahr diesen Runden Tisch einberufen haben.“ Wir bräuchten eine Strategie für einen schnellen Übergang, weil wir uns die Geduld, die für einen langsamen, organischen Wandel zu einer nicht-kolonialen Welt nötig wäre, „nicht leisten können“. Es müsse zu einer Konfrontation mit der „strukturellen Dominanz“ kommen. Die Enzyklika Magnifica Humanitas von Papst Leo XIV. sei ein wichtiges Beispiel dafür, was jetzt erforderlich ist. Die Gegenseite gehe davon aus, daß militärische Macht das Hauptinstrument des historischen Wandels ist. Diese Mentalität müsse überwunden werden, denn sie sei die Ursache der Migrationskrise und bringe die schlimmsten Aspekte des Ethnozentrismus in den entwickelten Ländern des Nordens zum Vorschein.

Rémi Lebrun vom Schiller-Institut in Frankreich präsentierte sein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Video, das die Kernpunkte von Lyndon LaRouches „Oasenplan“ zur Entwicklung Südwestasiens vermittelt.

Timothy Ninsiima aus Uganda sprach über die Bedeutung der Jugendarbeit des Schiller-Instituts für das Ziel der wirtschaftlichen Gerechtigkeit und betonte, jedes Land habe das Recht auf Entwicklung.

Jack Gilroy aus den USA von den „Veteranen für Frieden“ und Pax Christi erklärte: „Diplomatie funktioniert zwar manchmal, aber wie wir alle wissen, kann es äußerst schwierig sein, diplomatische Bemühungen überhaupt erst in Gang zu bringen.“ Er schilderte, wie in der Kubakrise Norman Cousins und andere Papst Johannes XXIII. dazu bewogen, einzugreifen, um die Krise zu entschärfen, und er beschrieb den Offenen Brief seiner Organisation an Erzbischof John Wester von Santa Fe.

Pater Harry Bury, ein regelmäßiger Teilnehmer an den wöchentlichen Treffen der Internationalen Friedenskoalition, vertritt Twin Cities Nonviolent und ist Mitglied der US-Vereinigung katholischer Priester. Er unterstützte die Bemühungen von Papst Leo XIV., des Schiller-Instituts und der BRICS-Staaten gegen die Kriegsgefahr. Er sagte, die Bedrohungen für die Entwicklung kämen nicht von Rußland und China, sondern von Milliardären, Oligarchen und der „Epstein-Klasse“. Diese Fraktionen förderten aus ihrer malthusianischen Weltsicht heraus Krieg, Hunger und Seuchen.

Liu Chang bekräftigte in abschließenden Bemerkungen, China sei bereit, Länder auf der ganzen Welt bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. Prof. Falk wies darauf hin, daß die UNO, die zur Förderung von Frieden und Gerechtigkeit gegründet, aber von den dominierenden Mächten untergraben wurde, bisher noch nicht zur Sprache kam. Mit der „Strategie des Übergangs“, von der er redete, habe er die Wiederherstellung einer institutionellen Förderung von Frieden und Entwicklung gemeint.

Ist die Menschheit moralisch überlebensfähig?

Die Moderatorin des zweiten Konferenzabschnitts, Anastasia Battle, gab bekannt, daß Vertreter aus 14 Ländern an dem Krisenforum teilnahmen.

Dennis Small, Iberoamerika-Direktor bei EIR, erläuterte zunächst Lyndon LaRouches Konzept der „potentiellen relativen Bevölkerungsdichte“ als wahren Maßstab für „Tragfähigkeit“, d.h., wie viele Menschen in einem bestimmten Gebiet versorgt werden können. „Der Zusammenbruch dieser potentiellen relativen Bevölkerungsdichte ist unter anderem die unmittelbare Ursache für das, was man als ‚Migrationskrise‘ bezeichnet, und es ist auch der einzige Bereich, in dem es eine Lösung gibt“, sagte Small.

Die Trump-Regierung verfolge die Agenda, die der Malthusianer William Paddock in den 1970er Jahren verkündet hatte – eine Agenda, die potentielle relative Bevölkerungsdichte von Nationen durch Hungersnöte, Krieg und Krankheiten absichtlich zu senken. Als Alternative schlug Small eine Strategie mit großen Entwicklungsprojekten vor, um die Länder des Globalen Südens so lebenswert zu machen, daß Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Er führte als Beispiel an, wie China über einen Zeitraum von 40 bis 45 Jahren 850 Millionen Menschen aus der Armut befreit hat. Das sei ein Fall einer Politik, die die potentielle relative Bevölkerungsdichte erhöht. Er schloß mit einem Auszug aus einem Videointerview, das er kürzlich mit Celso Amorim, dem Sonderberater des brasilianischen Präsidenten Lula, geführt hatte.

Die westliche Hemisphäre

Mário Maurici, Abgeordneter und Erster Sekretär des Landtags des brasilianischen Bundesstaates Sao Paulo, beschrieb den Schaden für sein Land durch die von den Vereinigten Staaten verhängten Strafzölle. Brasilien werde darauf mit einer Diversifizierung seiner Märkte reagieren. Die BRICS-Plus-Gruppe verkörpere mittlerweile 46% der Weltbevölkerung und 28% des globalen BIP, und die Neue Entwicklungsbank der BRICS könne eine Antwort auf den Wirtschaftskrieg sein, vom dem die Zölle ein Teil sind, aber dies sei bisher noch unvollständig umgesetzt. Es gebe innerhalb der Organisation Konflikte, die einer erfolgreichen koordinierten Verteidigung im Wege stehen.

Maurici nannte Alexander Hamilton, Franklin Roosevelt und Getúlio Vargas als Vorbilder von Staatsmännern, deren Wirtschaftspolitik Entwicklung ermöglichte.

Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana (2011-15), erklärte zunächst, das imperiale System, das die letzten Jahrhunderte geprägt hat, habe sich überlebt und sei nun zu einem Hindernis für die Entwicklung geworden, das die gesamte Menschheit gefährdet. Er verurteilte die Wirtschaftsblockade der USA gegen Kuba als „völkermörderisch“. Die USA verhinderten gerade, daß 7000 Container mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe nach Kuba gelangen. Ramotar zählte beeindruckende Errungenschaften der kubanischen Nation auf, die damit angegriffen würden – nicht, weil es die USA bedrohen würde, sondern weil es eine Alternative zu Washingtons Modell biete. China werde von den USA kritisiert und angegriffen, weil es das einzige Land ist, das die Entwicklung der Länder des Südens aktiv unterstützt. Internationale Institutionen wie die UNO würden gezielt zerstört, wenn sie die von den USA gewünschte Politik nicht mittragen.

María de los Ángeles Huerta del Río,ehemalige mexikanische Kongreßabgeordnete, warnte, die mexikanischen Einwanderer in den Vereinigten Staaten seien einem beispiellosen institutionellen Angriff ausgesetzt. Die Menschheit habe sehr wohl die moralische Fähigkeit zum Überleben, aber die Behörden dort unterdrückten dies, indem sie die Rechtsordnung über die Menschenwürde stellen. In den Haftanstalten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) werde das Recht auf Gesundheit und das Recht auf Leben nur wegen des Migrantenstatus einer Person außer Kraft gesetzt. Migranten werde der Zugang zu ihren Bankkonten verwehrt, um sie aus der Gesellschaft zu tilgen, das sei institutionalisierte Grausamkeit. „Die Migrationskrise ist der Spiegel, in dem sich die Menschheit selbst betrachtet und ihr wahres Gesicht entdeckt… Ein System, das Kinder einsperrt, das Wasser in der Wüste verweigert, das ehrliche Arbeit kriminalisiert, das ist ein Imperium, das auf dem Sterbebett liegt.“

Diane Sare, die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin aus der LaRouche-Bewegung, ging auf die Migrationskrise in den USA ein und verurteilte scharf den Entzug des vorübergehenden Schutzstatus für bis zu einer halben Million Haitianer und Syrer. Wir müßten „die Vereinigten Staaten wieder zu den besseren Seiten unserer Natur zurückführen“.

Sie erinnerte die Teilnehmer daran, daß Lyndon LaRouche das Problem stets als Entscheidung zwischen zwei gegensätzlichen Menschenbildern dargestellt habe: Ist der Mensch nur ein Vieh, ein Lasttier, oder definiert sich der Mensch durch eine unsichtbare, innere Fähigkeit zur Kreativität nach dem Abbild des Schöpfers? Ersteres sei die Weltsicht der Klasse von Milliardärs-Oligarchen, die sich das Recht anmaßen, „die Herde zu keulen“. Die Vereinigten Staaten von Amerika hätten vor 250 Jahren ihre Unabhängigkeit ausdrücklich mit dem Ziel erklärt, diese Fraktion und ihre Weltanschauung zu besiegen.

Sare nannte Beispiele aus der Vergangenheit, in denen die USA anderen Nationen tatsächlich beim Aufbau wesentlicher Infrastruktur halfen, und sie legte eine Agenda mit Projekten für die Zukunft vor, bei denen eine Beteiligung der USA von entscheidender Bedeutung sein kann.

Afrika

Es folgte eine Reihe von Rednern, die sich auf die Lage auf dem afrikanischen Kontinent konzentrierten. Claudio Celani, Mitherausgeber des EIR Strategic Alert Service, kündigte an, er rede über „eine schreckliche Ungerechtigkeit der Natur, zu deren Behebung die Menschheit aufgerufen ist“. Gemeint sei die ungleiche Verteilung von Wasser auf dem afrikanischen Kontinent. Anschließend beschrieb er ausführlich das Transaqua-Projekt zur großangelegten Wasserumleitung, das wesentlich zur Lösung dieses Problems beitragen würde.

S.E. Josef Abissalah, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Republik Tschad in der Bundesrepublik Deutschland, gab eine detaillierte Darstellung des Migrationsproblems in Afrika und forderte einen Marshall-Plan, um das Problem durch wirtschaftliche Entwicklung zu lösen.

Adama Coulibaly, ehemaliger Stabschef des Kommunikationsministeriums von Burkina Faso, schloß sich der Darstellung des Problems durch seinen Kollegen aus dem Tschad an und beschrieb einige der Hindernisse für eine Lösung, unter anderem die Korruption einiger Staatsführer.

Diskussion

Small bekräftigte noch einmal, daß hinter der Migrationskrise weitgehend eine malthusianische Politik stehe. Schuld an der katastrophalen Lage sei keine gutgemeinte, aber gescheiterte Politik, sondern der Erfolg einer bösartigen, menschenfeindlichen Politik.

Abissalah betonte, die afrikanischen Staaten müßten mit ihren Nachbarn zusammenarbeiten, um eine Lösung aus dem Inneren des Kontinents heraus zu finden. IWF und Weltbank „werden das Problem nicht lösen“.

Celani wandte sich gegen die malthusianisch-ökologische These, der Mensch sei eine Art Fremdling, der das „Gleichgewicht“ in der Natur störe. Im Gegenteil komme es oft zu Katastrophen, wenn man die Natur sich selbst überläßt.

Sare betonte, wenn alle Länder der heutigen Redner zusammenarbeiten würden, dann würde diese Gemeinschaft „diese Anglo-Epstein-Milliardärsklasse, die dieses schreckliche Geschäft betreibt, zahlenmäßig bei weitem übertreffen… Das Böse ist nicht intelligent, es ist nicht kreativ… Sie handeln aus Schwäche und aus dem Wissen heraus, daß sie nur sehr wenige sind.“

Machen Sie mit!

Zepp-LaRouche forderte mehrmals die Menschen in aller Welt auf, aktiv mitzuhelfen. So lautete ihr Schlußwort am Ende der ersten Sitzung:

„Ich bitte alle, die zuhören: Machen Sie mit! Stellen Sie etwas von Ihrer Zeit zur Verfügung; wir brauchen Menschen, die diesen Prozeß unterstützen…

Wenn man an diese unglaubliche Spannung denkt: einerseits die potentielle Zerstörung von allem, was diese wunderschöne Menschheit jemals geschaffen hat – die Musik, die Kompositionen Beethovens, die Gedichte in allen Sprachen der Welt -, all das könnte verschwinden, es wäre niemand übrig, der auch nur untersuchen könnte, warum es zusammengebrochen ist.

Andererseits: Wenn wir uns jetzt zusammenreißen, sehe ich, daß wir den Hunger in einem halben Jahr beseitigen könnten. Wenn alle Nationen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam handeln würden, könnten wir Rekordernten erzielen, wir könnten eine Massenmobilisierung zur Produktion großer Mengen an Nahrungsmitteln starten. Wir könnten die Armut in fünf Jahren beenden; wir könnten in weit weniger als einer Generation angemessene Lebensbedingungen für jeden Menschen auf diesem Planeten schaffen. Und wenn wir dann die nächsten wissenschaftlichen Durchbrüche erzielen, wie z.B. die Nutzung der Kernfusion als Energiequelle, dann hätten wir Energiesicherheit für Zehntausende von Jahren, wenn nicht länger, und eine der Hauptursachen für Kriege würde verschwinden.

Die Milliardäre dürften in ihren Häusern bleiben. Wir würden ihnen das Recht auf Überleben gewähren, aber sie dürften die Welt nicht mehr beherrschen… Wenn Sie auch nur einen Funken Menschlichkeit in sich haben, helfen Sie uns und helfen Sie sich selbst jetzt. Es ist der größte Kampf der Zivilisation aller Zeiten.“