Bericht vom 168. Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die Internationale Friedenskoalition (IPC) hielt am 21. August ihre 168. wöchentliche Online-Sitzung ab – laut Helga Zepp-LaRouche, der Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, möglicherweise die bisher wichtigste Sitzung überhaupt. Zwei regionale Kriege drohten außer Kontrolle zu geraten, und inzwischen werde sogar wie beiläufig über den Einsatz taktischer Atomwaffen diskutiert. So betonte kürzlich die US-Kongreßabgeordnete Marjorie Taylor Greene, wenn sie sage, daß es im Pentagon bzw. in der Regierung von Donald Trump eine offene Diskussion über den Einsatz taktischer Atomwaffen gebe, sei das keine Spekulation, sie wisse es aus direkter Quelle. Der „Staatssekretär für Kriegspolitik“ Elbridge Colby habe öffentlich bestätigt, daß das Pentagon die Richtlinien zum Atomwaffeneinsatz überprüft, um dem Präsidenten in einem regionalen Konflikt mit Rußland oder China, „rationale nukleare Optionen“ an die Hand zu geben. Colby beharre sogar darauf, daß das im Gegensatz zu den aktualisierten Nuklearstrategien (Nuclear Posture Reviews) weder vom Kongreß genehmigt noch überhaupt veröffentlicht werden müsse.
Eigentlich müßte Präsident Trump zugeben, daß er den Krieg im Iran verloren hat, sagte Zepp-LaRouche, stattdessen schwanke er zwischen Aussagen, er führe Gespräche mit den Iranern, und der Behauptung, es gebe keine Gespräche, und zuletzt habe er mit vernichtenden Sanktionen gegen den Iran und jedes Land, das mit ihm zusammenarbeitet, gedroht. Der Iran habe jedoch 47 Jahre Sanktionen überstanden, und es seien im Gegenteil die Vereinigten Staaten, die bankrott sind, da ihr Haushaltsdefizit die 40-Billionen-Dollar-Marke überschritten hat. Medienberichten zufolge drohten iranische Regierungsvertreter mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Europa, falls die USA den Krieg eskalieren. Israel setze den Völkermord im Gazastreifen fort und begehe im Westjordanland ähnliche Gräueltaten. Präsident Trump sei jedoch nicht fähig oder willens, Israels Ministerpräsident Netanjahu in Schach zu halten. Gleichzeitig eskalierten auch die Kämpfe in der Ukraine.
Alle diese Kriege seien eine Folge der Wirtschaftskrise des „Westens“ und seines Bestrebens, das 500 Jahre alte koloniale System der Ausbeutung aufrechtzuerhalten. Es sei besonders dringlich, den neuen Appell an Papst Leo XIV. zu verbreiten, worin er gebeten wird, ein Gipfeltreffen der Regierungen über Frieden und nukleare Abrüstung einzuberufen.
Mindestens zwei ehemalige Staatschefs haben diesen Brief bereits unterzeichnet.
Ray McGovern, pensionierter CIA-Analyst und Gründungsmitglied der „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS), sagte, er habe den heutigen Morgen so begonnen wie jeden Morgen – mit dem Lesen der EIR-Nachrichten. Er empfahl den Lesern nachdrücklich einen neuen Überblicksbeitrag darin . McGovern fragte, wie Elbridge Colby überhaupt davon sprechen könne, offizielle Nukleardoktrinen zu ändern, ohne zuvor Rücksprache mit den Russen zu halten. McGovern sagte, er beobachte die Russen und zuvor die Sowjets seit über sechs Jahrzehnten, und Russland sei ein „offenes Buch“, was seine Nuklearpolitik betrifft. Colby sei noch „grün hinter den Ohren“, habe keine Erfahrung und wisse nicht, was Krieg bedeutet. McGovern hatte früher Colbys Vater, als der CIA-Chef war, über die Russen informiert. Elbridge Colby wolle nach eigener Aussage „nukleare Überlegenheit“, aber das sei unmöglich, niemand werde in einem Atomkrieg überlegen sein – daher komme der Ausdruck „Gegenseitig Garantierte Vernichtung“.
Präsident Trump sei weder körperlich noch psychisch in guter Verfassung und könnte die Welt absichtlich, versehentlich oder als Reaktion auf eine israelische Provokation unter falscher Flagge in einen Atomkrieg stürzen. Durch eine solche israelische Provokation habe Trump schon den Iran-Krieg begonnen. Der Iran habe die Straße von Hormus unter seiner Kontrolle, was dem Besitz einer Atomwaffe gleichkomme. Würde Trump mit einer Atomwaffe reagieren? Oberst Lawrence Wilkerson habe kürzlich im Podcast „Judging Freedom“ erklärt, die Führung des US-Militärs würde nicht zulassen, dass Trump Atomwaffen einsetzt. Er bete dafür, daß Wilkerson Recht behält, aber dafür gebe es keine Garantie.
McGovern erwähnte mehreren Fälle, in denen es beinahe zum Atomkrieg kam – so als 1983 das Radar der Sowjetunion einen Raketenangriff anzeigte, aber der verantwortliche Offizier, Oberstleutnant Petrow, eigenmächtig handelte und keinen Gegenangriff auslöste, weil er wußte, daß ein technisches Problem mit dem Radarsystem vorlag und der Alarm falsch war. Eine weitere Krise wurde im November 1983 abgewendet, als der CIA-Beamte Mel Goodman – mit dem McGovern zur sowjetischen Außenpolitik „stolz zusammenarbeitete“ – alle Vorgesetzten umging und CIA-Direktor Bill Casey persönlich warnte, das Weiße Haus müsse die laufenden westlichen Militärmanöver einstellen, weil man sie in Moskau als Beginn eines Angriffs auf die Sowjetunion interpretiere. Ein dritter Zwischenfall ereignete sich, als US-Präsident Nixon betrunken war und sein Berater Henry Kissinger die Militärführung warnte, falls Nixon den Befehl zum Atomangriff erteile, müßten sie erst ihn fragen. McGovern betonte, heute sei die Gefahr so groß wie seit der Kubakrise 1962 nicht mehr, und er äußerte erneut größte Besorgnis über Trumps psychischen Zustand.
Jack Gilroy, ein führender Vertreter von Pax Christi, sprach über die zunehmende Verbreitung des Schreibens, in dem Papst Leo XIV. aufgefordert wird, die Staats- und Regierungschefs der Welt zusammenzubringen, um die Notwendigkeit von Frieden und nuklearer Abrüstung anzugehen. Der Papst gelte als moralische Autorität und werde von Menschen aller Glaubensrichtungen respektiert. Früher habe er öfter seinen gewählten Kongreßabgeordneten getroffen, doch in letzter Zeit habe der das immer wieder mit Ausreden vermieden. Das letzte Mal wurde ein Treffen abgesagt, weil der Abgeordnete auf einer Israelreise war.
Garland Nixon, Medienpersönlichkeit und politischer Analyst, sagte, die europäische Oligarchie sei der fanatischste Kriegstreiber, weil sie angesichts des Endes von 500 Jahren Kolonialismus und Plünderung in Hysterie verfalle. Die Briten hätten schon versucht, alle Meeresengen zu beherrschen, aber heute hätte die Huthi mehr Kontrolle als die britische Marine. Diese Oligarchen reagierten auf den Zusammenbruch ihrer kolonialen Hierarchie wütend, rasend und irrational. Fast jeder, der in seiner Sendung anruft, wolle wissen, wie er helfen kann.
Der Co-Moderator Dennis Small sagte, die 500 Jahre kolonialer Ausbeutung und die Kampagne für einen Atomkrieg seien ein und dasselbe Problem. Elbridge Colby sei mit der Brasilianerin Susana Cordeiro Guerra verheiratet, die bei der Weltbank als Vizepräsidentin für Lateinamerika und die Karibik tätig ist. In Brasilien sei Guerra eine Protegé von Paulo Guedes, dem Finanzminister unter Präsident Jair Bolsonaro und Schüler des berüchtigten radikalen Monetaristen Milton Friedman.
Donald Ramotar, ehemaliger Präsident von Guyana, kommentierte, mehrere westliche Länder versuchten verzweifelt, „die Uhr zurückzudrehen“, um die 500 Jahre Kolonialismus fortzusetzen.
Jose Vega sprach über seine unabhängige Kongreßkandidatur im New Yorker Stadtteil Bronx und über die Website TheTorresFile.com, die die Korruption des dort amtierenden Kongreßabgeordneten Ritchie Torres dokumentiert.
Die Co-Moderatorin Anastasia Battle berichtete von einer geplanten Kreuzzug-artigen gewaltsamen Konfrontation in Dearborn in Michigan zwischen christlichen Nationalisten und der großen arabischen Gemeinde dort. Zum Glück träten Aktivisten und Glaubensführer vieler Konfessionen auf den Plan, um die Gemeinschaft und das friedliche Zusammenleben zu verteidigen.
Zepp-LaRouche betonte zum Abschluß der Veranstaltung: „Wir sitzen alle im selben Boot“ – wir sind „eine Menschheit“. Die Aktiven müßten jetzt den „Erweiterten Oasenplan“ für Wirtschaftsentwicklung in Westasien vorantreiben, um den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung über die Gefahren und Lösungen aufklären. Der Westen müsse sich der Globalen Mehrheit anschließen. Die Welt wolle keine Kriege und keinen Völkermord, sondern Frieden und Stabilität. Wichtige Militärs warnten, wir seien dabei, ähnlich wie 1914 schlafwandelnd in einen großen Krieg zu schlittern. Der Appell an den Papst müsse an alle Institutionen und an alle denkenden Menschen weitergeleitet werden.



