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Dialog der Kulturen in München

Dialog der Kulturen in München

Das Chinesische Generalkonsulat in München und das Schiller-Institut veranstalteten am 4. August ein Symposium über Chinas „Vier Initiativen“.

Eine zukunftsorientierte offene Diskussion zu den existentiellen Themen der Gegenwart wird heute in Deutschland von vielen vermißt, umso größer war die Begeisterung von etwa 70 Teilnehmern eines Symposiums über „Die Umsetzung der vier großen globalen Initiativen und zum Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit“, das am 4. August in München stattfand und das gemeinsam vom Chinesischen Generalkonsulat und dem Schiller-Institut Deutschland veranstaltet wurde.

präsentierte Generalkonsul Qiu Xuejun
Moderator Konsul Guo Jiaqi, Generalkonsul Qiu Xuejun,  Helga Zepp-LaRouche und Prof. Dr. Guo Qinglin

Eine zukunftsorientierte offene Diskussion zu den existentiellen Themen der Gegenwart wird heute in Deutschland von vielen vermißt, umso größer war die Begeisterung von etwa 70 Teilnehmern eines Symposiums über „Die Umsetzung der vier großen globalen Initiativen und zum Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit“, das am 4. August in München stattfand und das gemeinsam vom Chinesischen Generalkonsulat und dem Schiller-Institut Deutschland veranstaltet wurde.

In seiner Grundsatzrede1 beschrieb Generalkonsul Qiu Xuejun die politische Perspektive der chinesischen Regierung, die mit ihren vier globalen Initiativen – der Globalen Sicherheitsinitiative, der Globalen Entwicklungsinitiative, der Globalen Zivilisationsinitiative und der Globalen Governance-Initiative – ein umfassendes Konzept für die Stabilisierung der internationalen Beziehungen vorgelegt hat. Die Welt erlebe derzeit Umwälzungen wie seit über hundert Jahren nicht mehr. Er zitierte Präsident Xi: „Die Länder der Welt sitzen nicht in mehr als 190 kleinen Booten, sondern in einem großen Schiff, auf dem sie ein gemeinsames Schicksal teilen. Kleine Boote halten Wind und Wellen nicht stand – nur ein großes Schiff kann den gewaltigen Stürmen trotzen.“ Die geteilte Zukunft der Menschheit müsse die Richtung der Politik bestimmen, betonte der Generalkonsul.

China biete der Welt sein erfolgreiches Entwicklungsmodell an, das Millionen von Menschen aus der Armut befreit hat, und China habe in die Gürtel- und Straßen-Initiative (BRI) in den letzten Jahren 1,92 Billionen Dollar investiert. Der Handel zwischen den Ländern habe dadurch massiv zugenommen. China habe trotz seiner Größe nie nach Macht gestrebt, und er hoffe, daß die beiden größten Volkswirtschaften in Europa und Asien – Deutschland und China – sich nicht durch einige Stimmen aus Europa von einer Zusammenarbeit abhalten lassen werden. In dieser Hinsicht könne das gemeinsame Symposium mit dem Schiller-Institut auch einen positiven Beitrag zur Zukunft der Menschheit leisten.

Als zweit- und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und größte Industrieländer auf dem eurasischen Kontinent hätten China und Deutschland eine besondere historische Mission für die Zukunft der Menschheit. Die Geschichte habe immer wieder bewiesen, daß die Zusammenarbeit zwischen den philosophischen Strömungen Chinas und Deutschlands „über Berge und Meere hinweg“ Funken der Weisheit entzündeten, die die Welt erleuchten.

Nach Generalkonsul Qiu sprach Helga Zepp-LaRouche. Die Vorsitzende des Schiller-Instituts bedankte sich für die Gastfreundschaft des chinesischen Generalkonsulats, in seinen Räumen dieses gemeinsame Symposium durchführen zu können. Sie sprach die extrem kritische strategische Lage der beiden militärischen aktuellen Konflikte in der Ukraine und im Iran an, die beide das Potential hätten, sich zu einem globalen Krieg auszuweiten. Sie zitierte General a.D. Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, der die heutige Lage in mehreren Veröffentlichungen mit der Lage im August 1914 unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg verglichen hat. Der Unterscheid zu damals sei, daß die Welt heute über Nuklearwaffen verfügt, die die gesamte Menschheit auslöschen und durch einen nachfolgenden 50jährigen nuklearen Winter das Leben insgesamt auf der Erde beenden könnten.

Der Globale Süden habe bestürzt erkannt, daß Diplomatie als Methode der Konfliktlösung für die Europäer nicht mehr existiert. Deshalb müsse die UN-Charta durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gestärkt werden, wie sie Chinas Globaler Governance-Initiative2 zum Ausdruck komme. Das Schiller-Institut habe nach dem Beginn der von Rußland so bezeichneten Militärischen Sonderoperation die prinzipiell gleiche Idee in einem Aufruf für eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zum Ausdruck gebracht und dazu Zehn Prinzipien3 formuliert, wie eine solche Architektur aussehen könnte.

Weil die Mainstream-Medien über Chinas vier Initiativen absolutes Stillschweigen bewahrten, gebe es in der Öffentlichkeit kein Wissen und folglich auch keine Diskussion darüber. Durch diese Initiativen und die BRI ließen sich die Wirtschaftsprobleme nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas lösen. Auch das Flüchtlingsproblem könne nur durch wirtschaftliche Entwicklung der Heimatländer der Menschen gelöst werden, die vor Hunger, Armut und Krieg flüchten. Papst Leo XIV. habe dies in seinen Reden auf einer Reise nach Spanien Anfang Juni leidenschaftlich zum Thema gemacht: Jeder Flüchtling habe das Recht, in seiner Heimat eine sichere Zukunft zu haben.

Dies lasse sich durch den Aufbau dieser Länder durch eine Zusammenarbeit des Westens mit China und den BRICS-Staaten erreichen. Das Schiller-Institut habe seit Jahrzehnten Entwicklungsprogramme für den Globalen Süden ausgearbeitet, die jetzt durch diese Kooperation umgesetzt werden müßten, um Frieden und Wohlstand für die gesamte Menschheit zu sichern. Deshalb müsse die Globale Governance-Initiative im September bei der UN-Vollversammlung auf die Tagesordnung gesetzt werden. Zepp-LaRouche betonte, die Ideen des deutschen Kardinals Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert, der in dem Einen eine höhere Mächtigkeit als dem Vielen erkannt habe, seien sehr verwandt mit der Auffassung von Präsident Xi Jinping, der die Aufgabe der Menschheit darin sehe, eine gemeinsame Zukunft für die gesamte Menschheit zu schaffen.

Proffessor Zhang Wei via Zoom

Nicht Feinde, sondern potentielle Freunde

Nach Helga Zepp-LaRouche sprach online Prof. Zhang Weiwei, Direktor des China-Instituts der Fudan-Universität in Shanghai. Er stellte auf seine anschauliche Weise die vier globalen Initiativen von Präsident Xi Jinping vor. Die globale Entwicklungs-Initiative solle die Lebensgrundlage für alle Völker der Welt legen. Die Sicherheits-Initiative solle eine friedliche Umgebung schaffen, in der erst globale Entwicklung möglich sei. Die zivilisatorische Initiative bedeute, daß jede Kultur von der anderen Kultur lernen müsse, statt einem Kampf der Kulturen zu folgen. Die Governance-Initiative schaffe die Grundlage für eine friedliche Entwicklung zwischen den Staaten der Welt. Er ging dann auf den Unterschied im Menschenbild und in der Arbeitsweise Chinas und der Länder des Westens ein. In China seien Wissen und Aktion eins, während sie im Westen getrennt seien. Deshalb gebe es in Europa zu viel Bürokratie, die das Handeln behindere. In den USA und Europa würde man dauernd über die westlichen Werte reden, während für China die Frage des Friedens die wichtigste Aufgabe sei. Man müsse zusammen diskutieren und zusammen profitieren. Der wichtigste Unterschied sei aber das Menschenbild. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2025 sei das Thema Lose-Lose gewesen, also alle seien Verlierer. So teile man im Westen die Welt in Freunde und Feinde ein, während es für China nur Freunde oder potentielle Freunde gebe.

Der nächste Redner war der Präsident der Dunhuang-Akademie aus China, Guo Qinglin, der mit einer Delegation seine Reise in Deutschland mit der Teilnahme am Seminar begann. Er präsentierte die Arbeit der Akademie bei der Restaurierung und Erhaltung der über 700 buddhistischen Höhlentempel in Dunhuang, die zum UNESCO-Welterbe gehören und eines der großartigsten Beispiele für die Integration chinesischer und buddhistischer Tradition entlang der alten Seidenstraße darstellen. Vor allem durch die Digitalisierung wolle man das historische Erbe auch der gesamten Menschheit zur Verfügung stellen. Auch er betonte, dass jedes Land die Souveränität aller Staaten akzeptieren müsse und die Sicherheitsinteressen aller Staaten zu berücksichtigen habe. Durch die Zusammenarbeit mit Freunden könne man alle Krisen der Welt lösen. Die äußerst anregende Präsentation, bei der viele Bilder der Grotten gezeigt wurden, stieß auf große Begeisterung beim Publikum, das auf diese Weise einen seltenen Einblick in eine der bedeutendsten Schnittstellen verschiedener alter Kulturen erhielt.

Beispiele der Dunhuang-Grotten, vorgestellt von Prof. Dr. Guo Qinglin, dem Präsidenten der Dunhuang-Akademie aus China.

Eine gemeinsame Zukunft der Menschheit aufbauen

Der folgende Redner, der sächsische Landtagsabgeordnete Eric Recke (BSW), mußte ebenfalls online sprechen, da er durch die bekannte Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn an einer Teilnahme vor Ort in München gehindert wurde. Recke hat seit 2024 öfters Shenzhen und Nanjing besucht und sagte, er habe dort den Erfolg der vier globalen Initiativen sehen können. BSW setze sich dafür ein, daß Regierungen aus Experten aller Parteien gebildet werden, die im Gegensatz zu der Praxis in Deutschland eine Fachkompetenz aufweisen müßten. Deutschland habe sich durch seine Praxis von den Entwicklungen der Welt abgekoppelt. Durch den beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie, Gas, Öl und dem Verbrennungsmotor hätten wir unsere Wirtschaft großen Schaden zugefügt. In der Zukunft sei unsere Energieversorgung nicht mehr sichergestellt. Unser Bahnnetzwerk werde immer unzuverlässiger und auch bei den Flughäfen falle man zurück. Als Folge stiegen die Preise, und der Staat müsse zunehmend die Verluste der Bürger und Firmen durch immer mehr Schulden kompensieren, die dann nicht mehr für Investitionen zur Verfügung stehen. Daraus folge dann Armut und höhere Arbeitslosigkeit. Deshalb fordere BSW einen Ausstieg aus der NATO und die Zusammenarbeit mit den BRICS, um Deutschland wiederzubeleben.

BSW will das Bahnnetzwerk in Sachsen mit der Neuen Seidenstraße (BRI) verbinden und hofft, daß chinesische Investitionen in Sachsen die angeschlagenen Firmen retten können. Am 1. Juli wurde ein Antrag von ihm im Stadtrat von Leipzig für eine Zusammenarbeit mit China in Kultur und Sport von allen im Bundestag vertretenen Parteien unterstützt. Im Februar 2027 werde er für das Amt des Leipziger Oberbürgermeisters kandidieren, und bei einem Erfolg könne er dann dies auch direkt umsetzen. Die Deutschen wollten wie die Chinesen im Wohlstand leben. Für das Wohl aller Menschen müßten wir deshalb alle für den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit arbeiten. Er selber habe dieser Aufgabe sein Leben gewidmet.

Als Nächster sprach der Sinologe Werner Müller. Er betonte, dass China bereits seit den 50er Jahren die Globale Governance-Initiative verfolge. 1955 beim Treffen der Blockfreien in Bandung in Indonesien hätten Zhou Enlai und andere Vertreter des Globalen Südens die Forderungen nach Einhaltung der nationalen Souveränität, der territorialen Integrität, der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und der friedlichen Koexistenz vertreten. China habe diesen Weg stetig verfolgt und sei ohne Kriege und koloniale Abenteuer zur größten Wirtschaftsmacht und zweitgrößten Macht der Erde aufgestiegen. Mit den vier globalen Initiativen habe China neue außenpolitische Akzente gesetzt. Dahinter könnten sich alle Staaten versammeln. Warum werde hier in Deutschland darüber im Bundestag nicht diskutiert? Das Problem für Deutschland liege vielleicht darin, dass die vier globalen Initiativen eine Reform der internationalen Institutionen nötig machten, was auch notwendig sei. Die Interessen der Mehrheit der Menschheit müssten endlich berücksichtigt werden. Sie bedeuten auch eine Abkehr vom Prinzip des Rechts des Stärkeren. Dieses Recht des Stärkeren habe man in der Sprengung von Nord Stream 2, in der Bombardierung des Iran, im Gaza-Überfall und in der Zerstörung der palästinensischen Siedlungen im Westjordanland gesehen. Nach den vier globalen Initiativen sollten alle Staaten, ob groß oder klein, gleiche Rechte haben, um solche Taten zu verhindern. Dies heiße internationale Demokratie. Man müsse sich dafür schämen, dass in Deutschland darüber nicht diskutiert werde. Stattdessen werde in Deutschland nur über die Kritik der USA an den Initiativen berichtet. Die USA befürchteten, China wolle damit die globale Balance verändern, was auch notwendig sei. Die Interessen des Globalen Südens müssten endlich ebenfalls berücksichtigt werden. Es sei nötig, dass Deutschland und Europa nicht länger die Interessengehilfen der USA seien, sondern endlich eine eigenständige Politik verfolgten. Deshalb müsse die Globale Governance-Initiative mehr bekannt gemacht werden, und dafür sei das heutige Symposium ein guter Anfang gewesen.

Als letzte Rednerin sprach Alexandra Motschmann, Schriftstellerin aus Starnberg. Sie betonte, daß es im 5. Jahrhundert vor Christus an verschiedenen Orten der Welt wichtige Philosophen mit ähnlichen Ideen gegeben habe. Sie nannte Konfuzius und Laotse aus China, Buddha aus Indien sowie Sokrates und Plato in Griechenland. Die NATO befinde sich noch in einer Zeit vor diesen großen Philosophen und stehe für Krieg. Dann zitierte sie ein von ihr verfasstes Gedicht „Krieg und Frieden“, das bereits in einer früheren Ausgabe der NS abgedruckt wurde. Die Welt sei mehr denn je verbunden, trotzdem gebe es ein falsches Verständnis zwischen den Kulturen. Der Amerikaner Marshall Rosenberg habe gefordert: „Das Wichtigste sei friedliche Kommunikation.“ Freundschaft zwischen Staaten heiße nicht, daß man in allem übereinstimme, sondern daß man dem anderen mit Respekt begegne, auf den anderen höre und den Willen habe, den anderen zu verstehen. Jede Kultur sei einzigartig. Sie wolle keine Weltregierung, sondern ein Weltverständnis von allen für alle. Alle Politiker müssten für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. So habe Herr Merz den ersten Angriff auf den Iran verteidigt, aber der habe die UN-Charta verletzt. Frieden sei das Wichtigste.

Nach den Vorträgen gab es eine lebhafte Diskussion, in der viele Gäste die Politik der Bundesregierung kritisierten und die Frage stellten, wie diese zu verändern sei. Ein Biolandwirt aus dem Kreis Rosenheim betonte, daß die EU-Politik ihn gezwungen habe, seine Produktion von Biomilch einzustellen. Das Problem in Deutschland sei, daß ein Beruf keine Berufung mehr sei, sondern ein Job. Eine buddhistische Chinesin, die in der Krankenpflege tätig ist, wies auch darauf hin, daß man nicht mehr den Menschen sehe, sondern nur noch seine Arbeit mache, um Geld zu verdienen. Die meisten Teilnehmer an der Veranstaltung drückten nach der Veranstaltung ihre Begeisterung über den freien Dialog auf höchstem Niveau aus, den man leider derzeit in Deutschland sehr vermissen müsse. Sie drückten ihre Hoffnung auf weitere solche Möglichkeiten der Diskussion zwischen den Kulturen der Welt in der Zukunft aus.

Governance-Initiative folgt der Tradition von Bandung

Als nächster sprach der Sinologe Werner Müller. Er betonte, China verfolge die Globale Governance-Initiative bereits seit den 50er Jahren. 1955 beim Treffen der Blockfreien in Bandung in Indonesien hätten Zhou Enlai und andere Vertreter des Globalen Südens die Forderungen nach Einhaltung der nationalen Souveränität, der territorialen Integrität, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Staaten und die friedliche Koexistenz vertreten. China habe diesen Weg stetig verfolgt und sei ohne Kriege und koloniale Abenteuer zur größten Wirtschaftsmacht und zweitgrößten Macht der Erde aufgestiegen. Mit den vier globalen Initiativen habe China neue außenpolitische Akzente gesetzt. Dahinter könnten sich alle Staaten versammeln.

Warum werde hier in Deutschland darüber im Bundestag nicht diskutiert? Das Problem für Deutschland liege vielleicht darin, daß die vier globalen Initiativen eine Reform der internationalen Institutionen nötig mache – was auch notwendig sei, denn die Interessen der Mehrheit der Menschheit müßten endlich berücksichtigt werden.

Die Initiativen bedeuteten auch eine Abkehr vom Prinzip des „Rechts des Stärkeren“. Dieses Recht des Stärkeren habe man in der Sprengung von NordStream 2, der Bombardierung des Iran, dem Überfall auf Gaza und der Zerstörung der palästinensischen Siedlungen im Westjordanland gesehen. Gemäß den vier globalen Initiativen sollten alle Staaten, ob groß oder klein, gleiche Rechte haben, um solche Taten zu verhindern. Dies heiße „internationale Demokratie“.

Man müsse sich dafür schämen, daß in Deutschland darüber nicht diskutiert werde, stattdessen werde in Deutschland nur über die Kritik der USA an den Initiativen berichtet. Die USA befürchteten, China wolle damit die Balance verändern. Deutschland und Europa dürften nicht länger die Interessengehilfen der USA seien, sondern müßten endlich eine eigenständige Politik verfolgten. Deshalb müsse die Globale Governance-Initiative mehr bekannt gemacht werden, und dafür sei das heutige Symposium ein guter Anfang.

Als letzte Rednerin sprach Alexandra Motschmann, Schriftstellerin aus Starnberg. Sie betonte, im 5. Jahrhundert vor Christus habe es an verschiedenen Orten der Welt wichtige Philosophen mit ähnlichen Ideen gegeben: Konfuzius und Laotse aus China, Buddha aus Indien und Sokrates und Plato aus Griechenland. Die NATO lebe noch in einer Zeit vor diesen großen Philosophen und stehe für Krieg. Dann rezitierte sie ein von ihr verfaßtes Gedicht „Krieg und Frieden“. Die Welt sei mehr denn je verbunden, trotzdem gebe es ein falsches Verständnis zwischen den Kulturen. Der Amerikaner Marshall Rosenberg habe gefordert: „Das wichtigste ist friedliche Kommunikation.“ Freundschaft zwischen Staaten heiße nicht, daß man in allem übereinstimmt, sondern den anderen mit Respekt begegnet, auf den anderen hört und gewillt ist, ihn zu verstehen. Jede Kultur sei einzigartig. Sie wolle keine Weltregierung, sondern ein „Weltverständnis von Allen für Alle“. Politiker müßten für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. So habe Herr Merz den ersten Angriff auf den Iran verteidigt, obwohl der die UN-Charta verletzte. Frieden sei das wichtigste Gut.

Nach den Vorträgen gab es eine lebhafte Diskussion, in der viele Gäste die Politik der Bundesregierung kritisierten und die Frage stellten, wie man sie verändern kann. Ein Biolandwirt aus dem Kreis Rosenheim betonte, die EU-Politik habe ihn gezwungen, seine Produktion von Biomilch einzustellen. Das Problem in Deutschland sei, daß ein Beruf keine Berufung mehr sei, sondern nur ein „Job“. Eine buddhistische Chinesin, die im der Krankenpflege tätig ist, wies auch darauf hin, daß man nicht mehr den Menschen sehe, sondern nur noch arbeitet, um Geld zu verdienen.

Die meisten Teilnehmer drückten nach der Veranstaltung ihre Begeisterung über diesen freien Dialog auf höchstem Niveau aus, den man leider derzeit in Deutschland sehr vermisse. Sie äußerten ihre Hoffnung auf weitere solche Möglichkeiten der Diskussion zwischen den Kulturen der Welt in der Zukunft.

            wz/hzl

Anmerkungen:

1. https://munich.china-consulate.gov.cn/ger/lszl/202608/t20260811_12002389.htm
2. http://english.scio.gov.cn/whitepapers/2026-06/17/content_118552858.html
3. https://schillerinstitute.com/de/blog/2022/11/30/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur/
4. https://idp.bl.uk/discover/collection-categories/dunhuang-academy/

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