Bericht vom 146. Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition
Die Gründerin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition (IPC), Helga Zepp-LaRouche, rief zu Beginn des 146. wöchentlichen IPC-Treffen am 20. März dazu auf, die gefährliche Abwärtsspirale des Irankriegs in Chaos und die reale Gefahr eines Atomkriegs zu stoppen. Der Iran wehre sich mit Angriffen auf Ölfelder und Infrastruktur, und der Ölpreisschock gefährde das gesamte Weltfinanzsystem. Die USA verlegen Bodentruppen in die Region, möglicherweise um auf Inseln vor der Küste des Iran und der Vereinigten Arabischen Emirate zu landen; Saudi-Arabien droht mit einem Kriegseintritt. Die Ziele der drei Hauptakteure seien aber völlig unvereinbar: Die USA wollten einen Regimewechsel, Israel die totale Zerstörung des Iran, und der Iran wolle, daß die USA aus der Region abziehen und Reparationen für die Schäden durch den Krieg und die jahrelangen Sanktionen zahlen.
Hoffnung gebe nur der jüngste Aufruf des Außenministers von Oman zu einem Treffen aller Länder der Region. Man müsse eine neue Ordnung durch Verhandlungen, Frieden durch Entwicklung und friedliche Nutzung der Kernenergie schaffen. China habe einen Sondergesandten in der Region, der sich ebenfalls für ein schnelles Ende der Kämpfe und für wirtschaftliche Entwicklung einsetzt. Die Europäer zögerten mit einer Beteiligung an dem Krieg und böten nur an, nach Beendigung der Kämpfe Kriegsschiffe in die Straße von Hormus zu entsenden.
Zepp-LaRouche merkte an, daß der iranische Botschafter in Deutschland nach der Nutzung des US-Luftwaffenstützpunkts Ramstein für den Krieg gefragt hat, womit er andeutete, daß Deutschland mitschuldig am Krieg sei. US-Präsident Trump habe beim Besuch der japanischen Ministerpräsidentin im Weißen Haus am 19. März einen grausamen Scherz gemacht: Als ein Reporter fragte, warum die USA Japan nicht vorab über den Irankrieg informiert hätten, antwortete er, die Japaner hätten vor ihrem Angriff auf Pearl Harbor die USA ja auch nicht gewarnt.
Der zurückgetretene Leiter der US-Terrorbekämpfung, Joseph Kent, habe beklagt, daß das FBI Ermittlungen zum Tod des Aktivisten Charlie Kirk und zum Attentat auf Präsident Trump blockiert. Kent warne auch, möglicherweise gebe es aktive Attentatspläne gegen den Präsidenten. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums habe den Vorstoß der USA zur Militarisierung des Weltraums als gefährliche Eskalation verurteilt.
Alle diese Entwicklungen könnten leicht außer Kontrolle geraten, betonte Zepp-LaRouche, statt dessen bräuchten wir Verhandlungen, Entwicklung und einen Dialog der Zivilisationen. Sie erinnerte auch daran, daß der Papst Amerikaner ist und in einer einzigartigen Position sei, um andere religiöse Führer zusammenzubringen und so einen Abstieg in die Barbarei zu verhindern.
Die nächste Rednerin war Josephine Guilbeau vom Eisenhower Media Network, die 17 Jahre lang in der US-Armee als Expertin für Cyberkrieg diente. Sie sprach über ihre Teilnahme an einer Veranstaltung von Katholiken in Washington, bei der Joseph Kent sprach und mehrfach Ovationen erhielt.
Sie betonte, die USS Tripoli mit über 2000 Landetruppen sei nur noch wenige Tage vom Kriegsgebiet entfernt, und die US-Bürger müßten jetzt handeln, um einen katastrophalen Bodenkrieg zu verhindern. Sie sollten ihre Abgeordneten kontaktieren, Leserbriefe schicken usw. Sie dürften nicht zulassen, daß Israel Amerika schon wieder in ein Blutbad hineinzieht. Zepp-LaRouche betonte, es sei sehr wichtig, Katholiken auf der ganzen Welt zu mobilisieren, um sich im Widerstand gegen den Krieg zu vereinen. Guilbeau kündigte eine Pressekonferenz am 26. März im Nationalen Presseclub in Washington an, in der es darum gehen wird, wie illegale Kriege mit Lügen gerechtfertigt werden.
Als nächster sprach Bassam el Hachem, Soziologe und Professor an der Universität des Libanon. Die USA hätten die Illusion gehabt, sie könnten einen Krieg gegen den Iran durch einen Enthauptungsschlag innerhalb von vier oder fünf Tagen gewinnen. Dieses Abenteuer sei gescheitert, nun habe der Iran alle Trümpfe in der Hand. Er habe die wichtigsten US-Radaranlagen in der Region ausgeschaltet, die beiden US-Flugzeugträger zum Rückzug gezwungen und 20% der weltweiten Ölexporte gestoppt. Ohne modernes Radar seien die USA „blind“, und die iranischen Raketen richten großen Schaden an. Präsident Trump bitte nun dieselben Verbündeten um Hilfe, denen er sonst mit drakonischen Zöllen droht.
Ende 2024 hätten Israel und der Libanon ein Ende der Kämpfe ausgehandelt, aber Israel habe sich nie daran gehalten, und die USA hätten mitten in den Verhandlungen mit dem Iran den Krieg begonnen. Die USA sorgten dafür, daß der Libanon schwach bleibt, deshalb sei die Hisbollah dort die einzige Kraft vor Ort, die reagieren kann, fuhr el Hachem fort. Israel bereite seit drei Tagen eine Bodeninvasion im Libanon vor und lasse der Hisbollah damit keine andere Wahl als zu kämpfen. Frankreich bemühe sich um eine Verhandlungslösung, doch er rechne nicht damit, daß das gelingt.
Die letzte Rednerin war die unabhängige US-Präsidentschaftskandidatin Diane Sare, die sagte, man könne die vielen Kriege nur beenden, wenn man Amerika grundlegend verändert. Laut der Verfassung könne nicht der Präsident, sondern nur der Kongreß den Krieg erklären, aber der Kongreß habe schändlich versagt. Sare rief Whistleblower und unabhängig denkende Kandidaten auf, gemeinsam die Gehirnwäsche durch die milliardenschwere Elite zu durchbrechen, die die Bevölkerung verdummt und jeden Optimismus ausschalten will. Die Friedensbewegung müsse für wirtschaftliche Entwicklung kämpfen: Armut beseitigen, sauberes Trinkwasser für die Welt bereitstellen und Kernenergie für eine wachsende Welt aufbauen. Sie müsse für die „eine Menschheit“ handeln und einen Dialog der Kulturen fördern.
Videobeiträge und Diskussion
Chandra Muzaffar, prominenter malaysischer Menschenrechtsaktivist, Autor und Präsident der Internationalen Bewegung für eine gerechte Welt (JUST), rief in einem Video dazu auf, jegliches Hegemoniestreben zu beenden. Gläubige Führungspersönlichkeiten wie Mahatma Gandhi oder Lyndon LaRouche seien wichtig; Menschen, die oft nicht in die Rituale institutioneller religiöser Strukturen passen, die uns aber vor die Frage stellen, was unserem Leben Sinn verleiht. Das sei in Krisenzeiten die spirituelle Perspektive, die wir brauchen.
Zepp-LaRouche wies darauf hin, daß die Eliten bedenkenlos kostbare Menschenleben als Kollateralschaden opfern. So behaupte Präsident Trump einfach, er könne mit Kuba machen, was er will. Wir befänden uns bereits in einem „finsteren Zeitalter“, und es sei zu befürchten, daß wir in die Barbarei abrutschen. Sie wiederholte eine häufige Frage ihres verstorbenen Mannes: „Sind wir moralisch qualifiziert, zu überleben?“ Die Geschichte zeige, daß Arroganz immer in Zerstörung endet, und ein nukleares Armageddon würden wir nicht überleben.
Sare fügte hinzu, der Mensch sei von Natur aus gut und man sehe Anzeichen von Widerstand gegen die Barbarei – etwa Schulen, die Smartphones im Unterricht verbieten und mehr Lesen statt Bildschirmzeit fördern. El Hachem fügte hinzu, Studenten aller Glaubensrichtungen setzten sich gegen Krieg ein. Es sei entscheidend, daß „wir jungen Menschen Hoffnung geben“.
In der Fragerunde warnte Sare vor Provokationen unter falscher Flagge, die den Krieg ausweiten sollen. Präsident Trump habe im Jemen und in Minneapolis nachgegeben und die Niederlagen dort als Siege dargestellt – sie wäre froh, wenn er im Irankrieg dasselbe täte.
In einem kurzen Video erläuterte der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson, nicht die US-Atombombe habe den Zweiten Weltkrieg beendet, sondern der sowjetische Kriegseintritt gegen Japan. Auch heute würden Atomwaffen die Konflikte nicht beenden. Zepp-LaRouche warnte, daß Kriege niemals verlaufen wie geplant. Sie verwies auf die Gefahr der 2,4 Billiarden Dollar schweren Finanzblase. Der einzige Ausweg sei wirtschaftliche Entwicklung, aber die USA beharrten darauf, die Welt zu dominieren, obwohl sie nur einen Bruchteil der Weltbevölkerung darstellen. Der Globale Süden mache 90% der Welt aus, fordere Gleichberechtigung und werde keine untergeordnete Position mehr akzeptieren.
Die Golfstaaten hätten gezeigt, was inmitten der Wüste alles möglich ist, aber statt mehr Luxushotels müßten sich diese Länder auf eine Entwicklungsstrategie wie den „Oasenplan“ einigen. China habe zwei trostlose Wüstengebiete von der Größe Deutschlands in üppige Gärten verwandelt. Es gebe also nirgendwo auf der Welt einen Grund für Tod und Elend.
Das Amerikanische System der Wirtschaft zeige, daß Kredit für die Produktion immer mehr Wert schafft als die Investition und die Summe der einzelnen Komponenten. Friedrich List, der dieses System vertrat, sei in China ein äußerst beliebter Ökonom. Im Gegensatz dazu ziele das britisch-imperiale Wirtschaftsmodell nur auf Gewinne aus Handel. Zepp-LaRouche forderte die Vereinigten Staaten auf, nicht mehr „im Ausland nach Monstern zu suchen, die man töten soll“, wie schon John Quincy Adams kritisierte, sondern wieder ein „Leuchtfeuer der Hoffnung“ für die Welt zu werden.




