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Eine neue Architektur für Sicherheit, Entwicklung und Kultur – oder ein neuer Krieg mit dem Iran?

Eine neue Architektur für Sicherheit, Entwicklung und Kultur – oder ein neuer Krieg mit dem Iran?

Bericht vom 142. Treffen der Internationalen Friedenskoalition

Im Mittelpunkt der 142. wöchentlichen Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) am 20. Februar stand der Gegensatz zwischen dem Verfall der Welt in sexuelle Perversion, Kriege und wirtschaftliche Plünderung einerseits und auf der anderen Seite dem Ziel der IPC und des Schiller-Instituts, die Menschheit zu einer höheren Vision auf der Grundlage unserer menschlichen Schöpferkraft zu erheben. Ein Großteil der Diskussion drehte sich um die extreme Gefahr, daß US-Präsident Trump einen Krieg gegen den Iran entfesselt, der sich wahrscheinlich auf die gesamte Region oder sogar weltweit ausweiten würde, sowie um die Auswirkungen der Aufdeckung des Phänomens der „Epstein-Klasse“, wie zuletzt mit der Verhaftung des ehemaligen Prinzen Andrew, welche den überfälligen Untergang des britischen Königshauses einläuten könnte.

Es wurde darauf hingewiesen, daß die Mentalität Jeffrey Epsteins und seiner Kreise vom britischen Radikalismus herstammt, wie Jeremy Bentham, der in seinen Schriften Päderastie und Wucher ausdrücklich verteidigte. Beides beruhe auf derselben Mentalität, nämlich einer Herabwürdigung der Menschheit zu etwas, das nicht mehr menschlich ist. Das charakterisiere die Epstein-Klasse als Kult der sexuellen Perversion und gleichzeitig als zentraler Bestandteil der spekulativen Perversion in der westlichen Welt, die die produktive Wirtschaft ruiniert. Der Co-Moderator Dennis Speed stellte fest, die Kombination von sexueller Ausbeutung mit Finanzspekulation und wirtschaftlicher Plünderung sei typisch für eine „räuberische Mentalität”.

Die Gründerin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche schickte ein Video zur Weltlage, in dem sie auf die Gefahr eines Krieges im Iran und auf die Folgen des Epstein-Skandals einging. Sie verurteilte das wahnsinnige Denken von US-Außenminister Marco Rubio, der in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz nicht nur die Rolling Stones auf eine Stufe mit Beethoven stellte, sondern auch 500 Jahre Kolonialismus als großes Geschenk der westlichen Zivilisation an die Menschheitsgeschichte lobte!

Steven Starr, Direktor des Programms für klinische Laborwissenschaft an der Universität von Missouri und leitender Wissenschaftler bei Physicians for Social Responsibility, zeichnete ein beängstigendes Bild vom Ausmaß eines möglichen Krieges mit dem Iran. Er begann mit einem kurzen Video des früheren UN-Waffeninspektors Scott Ritter, in dem dieser die massive Militärpräsenz der USA in der Region beschreibt. Starr sagte, die iranische Raketenkapazität sei sehr fortgeschritten und könne als Antwort im Falle eines Angriffs der USA und/oder Israels massiven Schaden anrichten. Dem ehemaligen britischen MI6-Offizier Alastair Crooke zufolge habe China dem Iran ein Radarsystem geliefert, das Stealth-Kampfflugzeuge identifizieren kann, womit die Vorstellung, solche US-Flugzeuge könnten die iranische Raketenabwehr leicht ausschalten, falsch wäre. Der Iran verfüge über viele hundert Raketen, darunter Hyperschallraketen, in unterirdischen, befestigten Höhlen und Silos im ganzen Land. Rußland, China und der Iran hätten im Januar ein gegenseitiges Sicherheitsabkommen geschlossen. Sollte der Iran mit dem Einsatz seiner Raketen gegen Israel und US-Militärstützpunkte reagieren, wären die Zerstörungen erheblich. In Israel sei die Bevölkerung stark auf drei Großstädte konzentriert. Starr zeigte eine Karte einer solchen Stadt und der Auswirkungen eines Raketenangriffs, der buchstäblich die gesamte Bevölkerung treffen würde. Die große Gefahr sei dann, daß Israel beschließen könnte, seine Atomwaffen einzusetzen. Möglicherweise könnte der Iran auch einen US-Flugzeugträger mit 5000 Amerikanern an Bord versenken – würde Trump dann eine Atomwaffe einsetzen? Das seien beängstigende Fragen, aber leider reale Möglichkeiten.

Eduardo Gabriel Fernandez aus Argentinien, Absolvent des Fortgeschrittenenkurses in Nationaler Verteidigung und Mitglied des „Argentinischen Zentrums General Jorge Edgar Leal zur Wahrung der Souveränität“, beschrieb die anhaltende Zerstörung seines Landes, besonders unter Präsident Javier Milei. Diese bewußte, geplante Zerstörung mache die Politik des früheren Präsidenten Juan Peron zunichte. (Peron und Lyndon LaRouche seien ähnliche Denker und Staatsmänner gewesen, wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten.) Seit Beginn der Pandemie sei die Produktion im Land um 60% geschrumpft, 20.000 Unternehmen mußten schließen. Es herrsche beträchtliche Nahrungsmittelknappheit, die Rindfleischproduktion sei um die Hälfte zurückgegangen und der Brotpreis drastisch gestiegen. Fast jeder Zehnte lebe in extremer Armut. Unter Milei regiere die Epstein-Mentalität und die Schocktherapie. Das sei auch nicht die erste Krise für Argentinien, so erinnerte Fernandez an frühere Diktaturen und den Malwinenkrieg mit Großbritannien. Die einzige Lösung sei eine Rückkehr zur Souveränität, dabei sei das Schiller-Institut eine wichtige treibende Kraft.

Co-Moderator Dennis Small, EIR-Direktor für Iberoamerika, sagte ergänzend, die Krise in Argentinien sei für die ganze Welt von Bedeutung. Unter Peron und auch unter den beiden Kirchner-Präsidenten sei das Land eine große Industriemacht gewesen, aber die Milei-Regierung habe das im Dienste der Wall Street zerstört. Inzwischen bestätige sich, wovor EIR nach der US-Invasion in Venezuela am 3. Januar warnte: Es markiere einen globalen Phasenwechsel, mit dem ein malthusianischer Völkermord eingeführt werden soll. Man sehe das jetzt u.a. an dem von den USA manipulierten Putsch gegen den peruanischen Präsidenten Jose Jeri wegen des „Verbrechens“, mit China beim Bau des Hafens von Chancai und der Planung einer Transozeanischen Eisenbahn zusammenzuarbeiten, sowie an der geplanten erzwungenen Einführung des US-Dollars als Währung in südamerikanischen Ländern.

Jose Vega vom Schiller-Institut, der im New Yorker Stadtteil Bronx für den US-Kongreß kandidiert, zeigte ein neues Video von ihm zur Gefahr der israelischen Atomwaffen und zur Unterwürfigkeit seines Wahlgegners Ritchie Torres gegenüber der zionistischen Lobby. Zur Gefahr eines Krieges gegen den Iran fragte Vega: „Wo bleibt der US-Kongreß?“

Starr wurde nach der Geisteshaltung hinter einer möglichen Entscheidung für einen Irankrieg gefragt. Er antwortete, das Problem sei „Hybris“. Die Überzeugung der USA, sie seien die einzige Supermacht, und die Überzeugung Israels, es sei die einzige Atommacht in der Region, führten beide zur Sünde der Hybris, sie könnten bedenkenlos in Gaza Völkermord begehen und Krieg gegen den Iran führen.

Karel Vereycken, Mitglied des Schiller-Instituts in Frankreich und Künstler, sprach über die Entmenschlichung in der westlichen Welt und die notwendige „Re-Humanisierung“. Die Renaissance sei damals gezielt von Regierungen vorangetrieben worden, die Wettbewerbe veranstalteten und Menschen zu Musikkompositionen, Gedichten und architektonischen Entwürfen anregten. Wir sollten das gleiche tun, mit Konferenzen und Wettbewerben zu Kunstwerken, Musik, Gedichten usw. Seine Frau Christine Bierre habe die chinesische Provinz Xinjiang nach einer Serie von Terroranschlägen besucht und Chinas Ansatz für die Menschen beobachtet, die in solche radikalen Kreise hineingezogen worden waren: Sie erhielten Unterricht in Musik und Malerei, um ihre Lebenseinstellung zu verbessern. Vereycken warnte auch vor einer Neuauflage der Eugenik der Nazis durch die Kreise um Jeffrey Epstein.

Er verlas eine Petition von Bürgern Frankreichs und Belgiens „Für eine sofortige Reaktivierung der UN-Charta zur Unterstützung des Multilateralismus”. Darin werden die Amerikaner und andere aufgefordert, „Nein zum Krieg” zu sagen und sich für eine Reform der UNO einzusetzen, damit jedes Land die gleiche Stimme hat und allen das Recht auf Sicherheit und Entwicklung gewährt wird. Ein Zuhörer aus Peru fragte: „Welche realen Alternativen gibt es zu der Krise, mit der die Zivilisation heute konfrontiert ist?” Dennis Small antwortete, das komme darauf an, was man unter „real“ versteht. Wenn man damit „praktische” Lösungen meint, gebe es tatsächlich gar keine Alternative, und die Zivilisation wäre dem Untergang geweiht. Entscheidend sei, die Denkweise der Bevölkerung zu ändern, um den Einfluß des radikalen britischen Liberalismus von Bentham, Locke und Hume zu brechen. Nikolaus von Kues biete einen Weg dahin mit dem Konzept vom „Zusammenfall der Gegensätze“, wonach immer eine höhere Ebene existiert, auf der Widersprüche aufgelöst werden können. Solche Sprünge auf eine höhere Ebene habe es in der Geschichte mehrfach gegeben, wie die Renaissance. Heute müsse man am Werk des verstorbenen Lyndon LaRouche anknüpfen, dazu lade EIR am 2. März zu einer historischen Onlinekonferenz ein.

Michael BIllington, EIR

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