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Zepp-LaRouche stellt chinesische Weltlandbrücken-Studie vor

Zepp-LaRouche stellt chinesische Weltlandbrücken-Studie vor

Die chinesische Ausgabe der EIR-Studie The New Silk Road Becomes The World Land-Bridge („Die Neue Seidenstraße wird zur Weltlandbrücke“) wurde am 29. September von der Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, bei einem Symposium in Beijing, das vom Chongyang Institute for Financial Studies der Renmin-Universität veranstaltet wurde, offiziell vorgestellt. Das Chongyang-Institut ist auch Mitherausgeber der chinesischen Ausgabe der Studie.

Das Chongyang-Institut wurde vor einigen Jahren von Absolventen der Renmin-Universität gegründet und betrachtet sich als eine Denkfabrik jener neuen Art, wie sie Präsident Xi Jinping kürzlich gefordert hat, der damit sicherstellen will, daß er die besten Analysen über die gegenwärtige Weltlage und wichtige politische Empfehlungen erhält, während China und die Welt in eine neue Ära der internationalen Beziehungen eintreten. Wang Wen, der Dekan des Chongyang-Instituts, und Fu Jianming, der Vizepräsident der Phoenix Publishing & Media Group, die die chinesische Ausgabe des Berichtes verlegt hat, eröffneten die Veranstaltung, an der etwa 70 Gäste teilnahmen, darunter mindestens 15 Journalisten.

Die Entstehung eines neuen Paradigmas

Zepp-LaRouche erläuterte ihre eigene Rolle bei der Entstehung der Idee, die heute in China unter dem Begriff „Ein Gürtel, eine Straße“ bekannt ist. Sie berichtete, wie sie und ihr Ehemann, der Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche, nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion die Serie von Entwicklungsprogrammen, an denen sie bereits seit Jahrzehnten gearbeitet hatten, zu einem Programm erweiterten, das den gesamten eurasischen Kontinent miteinander verbinden würde.

Dies sollte geschehen durch ein System von Hochgeschwindigkeitsbahnen, die die landeingeschlossenen und gerade erst unabhängig gewordenen Nationen Zentralasiens sowie die unterbevölkerten und unterentwickelten Regionen Zentralrußlands in den internationalen Handel einbinden würden. Auf diese Weise entstünde ein Landkorridor für den Handel und wirtschaftliche Entwicklung zwischen Europa und Asien. Diesen Korridor bezeichneten die LaRouches damals als die „Eurasische Landbrücke“.

Diskussionen mit Vertretern der chinesischen Regierung Anfang der 1990er Jahre führten schließlich zu einer Konferenz in Beijing, die 1996 vom chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie veranstaltet wurde, berichtete Frau Zepp-LaRouche. An dieser Konferenz nahmen führende Experten aus China und 34 weiteren Ländern teil. Auch sie selbst habe damals einen Vortrag über die Umsetzung dieses Projektes gehalten. Die asiatische Finanzkrise 1997 und die Rubelkrise 1998 hätten aber damals weitere Schritte zur Verwirklichung verhindert. Erst im September 2013 habe Chinas Präsident Xi Jinping die Idee in seiner berühmten Rede an der Nasarbajew-Universität in Kasachstan wieder aufgegriffen, in der er die Schaffung eines Wirtschaftsgürtels der Seidenstraße forderte, um Europa und Asien zu einen.

Das Konzept der Neuen Seidenstraße weise in die Richtung eines neuen Paradigmas für die Menschheit, erklärte Frau Zepp-LaRouche ihren Hörern, und führe weg von der Geopolitik, die im vergangenen Jahrhundert bereits zwei Weltkriege herbeigeführt habe. Diese müsse ersetzt werden durch die Idee der gemeinsamen Ziele der Menschheit, was sich in Xi Jinpings „Win-win-Politik“ widerspiegele. Auch wenn heute der Ausdruck „Ein Gürtel, eine Straße“ die gängige Bezeichnung des chinesischen Projektes sei, hob Frau LaRouche die Bedeutung des Vorbildes der Seidenstraße hervor: „Wir sollten bei dem Ausdruck Neue Seidenstraße bleiben“, sagte sie, da er diese kulturelle Vision der Kooperation ausdrücke, die sich in der alten Seidenstraße manifestierte.

Sie ging dann auf die Krise im Nahen Osten und den massiven Strom von Flüchtlingen aus den vom Krieg zerstörten Ländern nach Europa ein, der durch die US-Politik unter Bush und Obama erzeugt wurde. Erst in jüngster Zeit hätten viele europäische Nationen erkannt, daß die Politik geändert werden muß und die Ursachen der Flüchtlingskrise beseitigt werden müssen. Es reiche nicht aus, die islamistischen Extremisten militärisch zu bekämpfen, man müsse auch einen wirklichen wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region in Gang bringen, die jetzt vollkommen zerstört sei vom Krieg, um den jungen Menschen, die jetzt zum gewalttätigen Dschihad verleitet werden, eine Zukunft zu bieten.

„Wir können die Seidenstraße in den Nahen Osten verlängern“, sagte sie, „und Zentren der Entwicklung schaffen. Wir können die Wüsten zum Blühen bringen und neue Städte bauen. Die Neue Seidenstraße kann eine Friedensordnung für das 20. Jahrhundert werden. Wenn uns das gelingt, dann wird dies ein neues Zeitalter der Zivilisation einleiten – und wenn es scheitert, werden wir in ein neues finsteres Zeitalter eintreten.“

40 katastrophale Jahre rückgängig machen

Der Leiter des EIR-Büros in Washington, Bill Jones, beschrieb dann die erstaunlichen Chancen, die sich der Welt – einschließlich den Vereinigten Staaten – durch die Umsetzung des Projekts der Neuen Seidenstraße eröffnen. Er erinnerte daran, daß Lyndon LaRouche schon 1975 die Gründung einer Internationalen Entwicklungsbank gefordert hatte, um Entwicklungsprojekte in der Dritten Welt zu finanzieren, und daß der damalige Außenminister Guyanas, Fred Wills, gemeinsam mit LaRouche 1976 einen Aufruf an die UN-Vollversammlung veröffentlicht hatte, in dem sie eine Neue Gerechte Weltwirtschaftsordnung und ein Schuldenmoratorium für die Entwicklungsländer forderten.

„Aber es gab weder eine neue Weltwirtschaftsordnung noch ein Schuldenmoratorium“, sagte Jones. Statt dessen sei die Welt in eine Phase der inflationären Expansion des Weltfinanzsystems eingetreten, das nun einen Umfang von mehr als zwei Billiarden Dollar an – unbezahlbaren – Schulden akkumuliert habe. „Präsident Xis Initiative einer Seidenstraße zu Land und zur See bietet nun die Möglichkeit, diesen gefährlichen Trend umzukehren.“

Jones fuhr fort: „ Die Welt steht erstaunt vor Chinas Entwicklung der letzten Jahrzehnte, und nun bietet China der übrigen Welt eine vergleichbare Entwicklung an.“

Jones wies auch darauf hin, daß die US-Administration zwar keineswegs begeistert sei über dieses Projekt, es aber doch ein wachsendes Verständnis in den Vereinigten Staaten gebe, insbesondere auf der Ebene der Bundesstaaten und der Kommunen sowie in industriellen Kreisen, die schwer unter der Wirkung der Finanzkrise leiden, daß das, was China tut und der übrigen Welt anbietet, einen Hoffnungsstrahl in einer ansonsten verheerenden wirtschaftlichen Lage biete.

Anerkennung der Experten

Auf diese beiden Vorträge folgten Bemerkungen von acht führenden chinesischen Gelehrten, die den Bericht studiert hatten. Sie waren absolut begeistert. Prof. Bao Shixiu, ein ehemaliger Professor für Militärstrategie an der Akademie der Militärwissenschaften der Volksbefreiungsarmee, sagte, es sei die Aufgabe des Tages, die Länder der Region durch die Initiative der Neuen Seidenstraße zu einem Prozeß der regionalen Entwicklung zusammenzuführen. „Das hängt auch mit der Idee der verantwortungsbewußten Regierungsführung [good governance] zu tun“, sagte Prof. Bao, „und wir alle haben ein gutes Gefühl bei diesem Konzept. Wir werden dadurch eine gute Nachbarschaft herstellen und anfangen, eine gemeinsame eurasische Bestimmung aufzubauen.“ Das sei auch schon die Idee gewesen, die dem Vorschlag der Eurasischen Landbrücke zugrunde lag, die das Schiller-Institut in den 1990er Jahren vorgeschlagen hatte, sagte er.

Ding Yifan, der frühere stellv. Direktor des Instituts für Weltentwicklung des Staatsrats der Volksrepublik China hob die Bedeutung der wirtschaftlichen Konzepte LaRouches hervor, die der Studie zugrunde liegen. „Ich kenne das Schiller-Institut nun schon seit vielen Jahren und habe sehr viel von den Ideen gelernt. Das Institut vertritt spezielle Ideen zur Wirtschaft, welche die physikalische Ökonomie betonen. Um die Gesetze einer gesunden Wirtschaft darzustellen, hat Lyndon LaRouche den Begriff der Negentropie entwickelt“, sagte Ding Yifan.

„Helga Zepp-LaRouche hat das Konzept der Eurasischen Landbrücke als Kriegsvermeidungskonzept vorgeschlagen“, fügte Ding hinzu. „Das neue Konzept ,ein Gürtel, eine Straße’ hat in der ganzen Welt große Aufmerksamkeit gefunden… Wir dürfen nicht zulassen, daß alles vom Kapital bestimmt wird, wir müssen das Kapital kontrollieren.“

Shi Ze vom Chinesischen Institut für Internationale Studien erklärte, wie die Probleme der heutigen Welt vom geopolitischen Denken hervorgerufen werden. „Die Geopolitik hat uns in die gefährliche Lage geführt, in der wir uns heute befinden. Das Ziel dieses Berichtes ist es, ein Konzept zu entwickeln, das an die Stelle der Geopolitik treten kann. Und ich habe ein solches Konzept in diesem Buch gefunden“, sagte Shi. „Andererseits haben wir den wirtschaftlichen Aspekt dieses Berichtes, der die Schaffung von Infrastruktur betont. Wir müssen den Infrastrukturbedarf der anderen Länder betrachten“, sagte er. „Ich bin zuversichtlich in Bezug auf die Entwicklung der Landbrücke, und ich glaube, daß Frau LaRouche in ihren Ideen große Fortschritte gemacht hat.“

Tao Qingmei von der Beijing Long Way Foundation wies darauf hin, daß der Bericht auch die Frage einer neuen Ordnung und neuer Beziehungen zwischen den Nationen anspricht. „Dieses Buch reflektiert die Ansichten amerikanischer Experten, die ich wirklich respektiere. Wir sollten über eine Welt auf der Basis der neuen Beziehung zwischen den Nationen nachdenken.“

Wang Xiangsui, der Direktor des Zentrums für Strategische Studien der Beijinger Universität für Luft- und Raumfahrt bezeichnete die Studie als „einen Weg in die Zukunft“ und sagte: „Wir müssen heute von einer regionalen Perspektive ausgehen, die Wirtschaft, Politik und Kultur umfaßt. China lernt von den anderen Ländern. Und dieses Buch ist in dieser Hinsicht sehr wichtig.“

Zhang Jianping, der Direktor der Abteilung für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission, unterstrich den Aspekt der Zusammenarbeit in der Seidenstraßen-Initiative und ihre Offenheit für alle Länder. Auch wenn es von amerikanischer Seite Skeptizismus in Bezug auf das Seidenstraßenprojekt gebe, sehe er eine gewisse Änderung in der amerikanischen Haltung gegenüber der AIIB. Europa hingegen sei absolut enthusiastisch über das Projekt. Nach Zhangs Einschätzung ist der EIR-Bericht, der, wie er hervorhob, das Ergebnis von 20 Jahren Arbeit ist, ein wichtiges Element bei der Förderung der Idee der Neuen Seidenstraße in den Vereinigten Staaten.

Zhao Changhui von der China Export-Import Bank lobte den Verlag dafür, daß er die Studie veröffentlicht hat. Das Projekt der Seidenstraße sei eine „Jahrtausend-Initiative… Wenn wir den Bericht lesen, müssen wir uns fragen, was wir dazu beitragen können. Er veranlaßt uns, über unsere eigenen Pflichten nachzudenken.“ Die Gelehrten müßten eine langfristige Sicht entwickeln, wie sie in diesem Bericht enthalten sei.

Lui Ying, der Direktor der Abteilung für Kooperative Forschung des Chongyang-Instituts, wies darauf hin, daß der Bericht aus einer globalen Perspektive verfaßt wurde – einer modernen globalen Perspektive, zu der auch eine Weltraumperspektive gehöre. „Bei diesem Bericht geht es mehr darum, die Zukunft vorherzusagen, als bloß die Vergangenheit zu erklären“, sagte Liu.

Alle Teilnehmer der Veranstaltung erhielten ein Exemplar der Studie. Das Chongyang-Institut hat bereits tausend Exemplare für Mitarbeiter und zum Verbreiten in Wissenschaftskreisen in ganz China erworben.

Es gab zahlreiche und ausführliche Berichte in der Wirtschaftspresse über die Konferenz, in denen hervorgehoben wurde, daß dies die erste Analyse des chinesischen Projektes durch „amerikanische Gelehrte“ sei. Allgemein anerkannt wurde in diesen chinesischen Berichten die Rolle von Helga Zepp-LaRouche und des Schiller-Instituts als wesentliche Initiatoren des Projekts in den 1990er Jahren.

Die Teilnahme von acht hochrangigen chinesischen Gelehrten an der Konferenz sowie die Förderung durch das Chongyang-Institut für Finanzstudien unterstreichen die Tatsache, daß die EIR-Studie in China nun allgemein anerkannt ist als eine maßgebliche Quelle für chinesische Gelehrte bei der Arbeit am Projekt „Ein Gürtel, eine Straße“. Die Wirtschaftkonzepte, für die sich Lyndon LaRouche seit inzwischen mehr als 50 Jahren eingesetzt hat, gehören nun zum „Handwerkszeug“ der intellektuellen Kreise dieses bevölkerungsreichsten Landes der Welt.

William Jones