{"id":98822,"date":"2023-09-06T11:52:06","date_gmt":"2023-09-06T15:52:06","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=98822"},"modified":"2023-09-06T11:52:10","modified_gmt":"2023-09-06T15:52:10","slug":"ein-notfallprogramm-zur-rettung-argentiniens-des-juengsten-brics-mitglieds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/09\/06\/ein-notfallprogramm-zur-rettung-argentiniens-des-juengsten-brics-mitglieds\/","title":{"rendered":"Ein Notfallprogramm zur Rettung Argentiniens, des j\u00fcngsten BRICS-Mitglieds"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt bestimmte K\u00e4mpfe, die nicht vermieden werden k\u00f6nnen und gewonnen werden m\u00fcssen. Einer davon ist der Kampf, die Vereinigten Staaten und Westeuropa dazu zu bringen, ihren derzeitigen geopolitischen Konfrontationskurs mit Ru\u00dfland und China zu \u00e4ndern, einen Kurs, der das bankrotte transatlantische Finanzsystem und seine unipolare Weltordnung aufrechterhalten soll. Die Alternative zum Sieg in diesem Kampf ist ein wahrscheinlicher thermonuklearer Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Grund sind die bevorstehenden Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Argentinien am 22. Oktober, die sich als unmittelbares, erstes Schlachtfeld zwischen dem neu erweiterten BRICS-11-Proze\u00df und eben jenem bankrotten transatlantischen System abzeichnen &#8211; einem System, das in der Angst lebt, von der Flutwelle der Nationen, die sich den BRICS, der entstehenden globalen Mehrheit, anschlie\u00dfen, hinweggefegt zu werden. Der Ausgang dieses Kr\u00e4ftemessens wird mit Sicherheit die Zukunft Argentiniens f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte bestimmen; es k\u00f6nnte aber auch \u00fcber das Schicksal der BRICS entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Argentinien ist eines der sechs L\u00e4nder, die sich auf dem BRICS-Gipfel vom 22. bis 24. August im s\u00fcdafrikanischen Johannesburg den BRICS angeschlossen haben, trotz der Drohungen und des Drucks, dies nicht zu tun. Jetzt gibt es weitere 20-30 L\u00e4nder, die diesem Beispiel folgen und sich der globalen Mehrheit beim Aufbau einer neuen Entwicklungs- und Sicherheitsarchitektur f\u00fcr ihre L\u00e4nder und die Welt anschlie\u00dfen wollen. Die Londoner City und die Wall Street f\u00fchlen sich gen\u00f6tigt, an Argentinien ein blutiges Exempel zu statuieren und versuchen zu verhindern, da\u00df das Land am 1. Januar 2024 den BRICS beitritt, indem sie die Wirtschaft des Landes durch Schuldeneintreibung und Kapitalflucht in blutige St\u00fccke zerschlagen und auf diese Weise die derzeitige Regierung Alberto Fern\u00e1ndez und ihren Kandidaten, den gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftsminister Sergio Massa, vollst\u00e4ndig diskreditieren und den Sieg dem psychisch labilen Javier Milei \u00fcberlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der von den Bankern favorisierte Milei, den manche als \u201eArgentiniens Zelenskj\u201c bezeichnen, hat bereits geschworen, da\u00df im Falle seines Wahlsieges Argentinien noch vor dem BRICS-Beitritt aus diesem Prozess austreten wird, er die argentinische W\u00e4hrung (und damit die Souver\u00e4nit\u00e4t des Landes) abschaffen und durch den Dollar der Spekulanten ersetzen werde, er die Beziehungen zu China, Ru\u00dfland und den meisten iberoamerikanischen Nachbarn Argentiniens abbrechen und ansonsten eine extreme neoliberale Politik umsetzen werde, die der Wirtschaft des Landes den Gnadensto\u00df versetzen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaftskrise in Argentinien ist bereits so gravierend, da\u00df Massa, der derzeit f\u00fcr die Verhandlungen mit den IWF-M\u00f6rdern zust\u00e4ndig ist, bei den Pr\u00e4sidentschaftsvorwahlen im letzten Monat eine herbe Niederlage einstecken mu\u00dfte. Die drei f\u00fchrenden Kandidaten (Massa, Milei und die neoliberale Patricia Bullrich) erhielten jeweils etwa ein Drittel der Stimmen &#8211; ein schockierender R\u00fcckschlag f\u00fcr Massa, der mit einem viel st\u00e4rkeren Ergebnis gerechnet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Argentinien befindet sich derzeit im W\u00fcrgegriff des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) und der von ihm vertretenen transatlantischen Banken. Diese Banken haben das Land unter der vorherigen Macri-Regierung zwangsverschuldet, so wie ein aggressiver Drogendealer seinem Opfer Fentanyl in den Rachen schiebt. Infolgedessen ist Argentinien heute mit 46 Milliarden US-Dollar bei weitem der gr\u00f6\u00dfte Schuldner des IWF. Massive Kapitalflucht, von denselben Banken orchestriert, hat das Land ausgeblutet; der Peso auf dem Parallelmarkt ist innerhalb eines Jahres von 200 auf 600 zum Dollar gefallen; die Zinss\u00e4tze liegen heute bei 118 %, mit einer vom IWF prognostizierten diesj\u00e4hrigen Inflation von 108 %, was wesentlich dazu beigetragen hat, da\u00df etwa die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung in die Armut getrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Argentinien von den Bankern erledigt werden kann, wird sein Nachbar und Verb\u00fcndeter Brasilien &#8211; eines der f\u00fcnf Gr\u00fcndungsmitglieder der BRICS &#8211; als n\u00e4chstes dran sein. Und die Botschaft an die Welt wird lauten: \u201eVersucht, mit unserem System zu brechen, und wir werden euch finanziell &#8218;waterboarden&#8216; und von der Landkarte beseitigen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Botschaft ist dieselbe, die der arrogante Henry Kissinger, damals Nationaler Sicherheitsberater von Pr\u00e4sident Nixon, 1969 gegen\u00fcber dem chilenischen Au\u00dfenminister Gabriel Vald\u00e9s \u00e4u\u00dferte: \u201eAus dem S\u00fcden kann nichts Wichtiges kommen. Geschichte wurde noch nie im S\u00fcden gemacht. Die Achse der Geschichte beginnt in Moskau, geht nach Bonn, geht \u00fcber nach Washington und dann nach Tokio. Was im S\u00fcden passiert, ist unwichtig. Sie verschwenden Ihre Zeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die BRICS beweisen ihm jetzt das Gegenteil.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden wird das vom Schiller-Institut vorgeschlagene Notfallprogramm f\u00fcr Argentinien und die BRICS vorgestellt, mit dem dieser Kampf gewonnen werden soll. Darin werden die unmittelbaren Schritte aufgef\u00fchrt, die von der Regierung Alberto Fern\u00e1ndez und dem Kandidaten Sergio Massa von der Regierungskoalition Uni\u00f3n por la Patria noch vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen am 22. Oktober ergriffen werden m\u00fcssen, damit die Auswirkungen bereits am Wahltag sp\u00fcrbar sind. Auf der Grundlage von Lyndon LaRouches Arbeit in der Wissenschaft der physischen \u00d6konomie schlagen wir neun konkrete Ma\u00dfnahmen vor, die sich in drei gro\u00dfe Bereiche einteilen lassen und die f\u00fcr Argentinien und als Beispiel f\u00fcr die \u00fcbrige Welt angenommen werden sollten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>A. Den Aderla\u00df stoppen: Die Menschen stehen an erster Stelle<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>1) Erkl\u00e4rung eines sofortigen Schuldenmoratoriums<\/strong> auf die Bedienung der Auslandsschulden, einschlie\u00dflich der 46 Milliarden Dollar, die Argentinien dem IWF schuldet \u2013 was das Land zum gr\u00f6\u00dften Schuldner des Internationalen W\u00e4hrungsfonds macht. Einseitiger Abbruch aller Verhandlungen mit dem IWF.<br><strong>2) Einf\u00fchrung von Kapital- und Devisenkontrollen<\/strong> sowie die obligatorische Umwandlung aller Exporteinnahmen in Pesos zur Einzahlung in argentinische Banken. Diese Ma\u00dfnahmen werden der freien Konvertierbarkeit von Pesos in Dollar und der dadurch gef\u00f6rderten Spekulation und Kapitalflucht ein Ende setzen.<br><strong>3) Einf\u00fchrung einer festen Parit\u00e4t zwischen dem Peso und dem Dollar<\/strong>, die von der argentinischen Regierung souver\u00e4n festgelegt wird, f\u00fcr den genehmigten internationalen Handel, den Reiseverkehr und andere Verwendungszwecke von Devisen. Spekulative internationale Banktransaktionen fallen nicht in die genehmigte Kategorie.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>B. Dringende Transfusion von Produktivkrediten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>4) Einrichtung von staatlichen Soforthilfen und Subventionen f\u00fcr die \u00e4rmsten Argentinier<\/strong> (die H\u00e4lfte lebt heute in Armut) und f\u00fcr Unternehmen, die sonst auf den Bankrott zusteuern. Massa hat bereits Ma\u00dfnahmen in dieser Richtung angek\u00fcndigt, aber was die Regierung heute verteilt, wird den Argentiniern am n\u00e4chsten Tag gestohlen, weil die Banker Argentinien eine Inflation von 108% und Zinss\u00e4tze von 118% verordnet haben und eine massive Kapitalflucht stattfindet.<br><strong>5) Verstaatlichung der &#8222;autonomen&#8220; Zentralbank (BCRA<\/strong>) und Wiedergr\u00fcndung einer Nationalbank, die Peso-Produktivkredite zu Zinss\u00e4tzen von 1-2% ausgibt.<br><strong>6) Weitere Eind\u00e4mmung der galoppierenden Inflation, indem strenge Preiskontrollen f\u00fcr wichtige Konsum- und Produktionsg\u00fcter eingef\u00fchrt werden.<\/strong><br><strong>7) Die neue Mitgliedschaft Argentiniens in den BRICS und der Zugang zur Neuen Entwicklungsbank (NEB) m\u00fcssen genutzt werden<\/strong>,<strong> um den Handel in nationalen W\u00e4hrungen mit den BRICS-Mitgliedern und befreundeten Nationen auszuweiten<\/strong> und sich dar\u00fcber Nicht-Dollar-Kreditlinien zu sichern. Die BRICS-Staaten m\u00fcssen reagieren, als ob ihre eigene Existenz davon abhinge.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>C. Einleitung gro\u00dfer Infrastrukturprojekte<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>8) Die bi-ozeanischen Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnkorridore, die die Atlantik- und Pazifikk\u00fcste S\u00fcdamerikas verbinden, m\u00fcssen gebaut werden.<\/strong> Einberufung einer internationalen Konferenz, die Mitte Oktober in Buenos Aires stattfinden soll, um die Projekte schnell zu genehmigen und auf den Weg zu bringen. Daran sollten hochrangige Regierungsvertreter zumindest aus Brasilien, Peru, Bolivien und China teilnehmen (dem Land, das \u00fcber die erforderliche Eisenbahntechnologie verf\u00fcgt und seit Jahren angeboten hat, solche Projekte im Rahmen seiner Belt and Road Initiative zu bauen).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"855\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/south_america_rr_map-lg-855x1024.jpg?x67618\" alt=\"\" class=\"wp-image-98701\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/south_america_rr_map-lg-855x1024.jpg 855w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/south_america_rr_map-lg-250x300.jpg 250w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/south_america_rr_map-lg-768x920.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/south_america_rr_map-lg.jpg 980w\" sizes=\"auto, (max-width: 855px) 100vw, 855px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><br><strong>9) Argentinien mu\u00df sich den Raumfahrtnationen der Welt anschlie\u00dfen<\/strong>, wie es Indien gerade mit seiner spektakul\u00e4ren Mondlandung gelungen ist. Das brasilianische Alcantara-Raumfahrtzentrum in der N\u00e4he des \u00c4quators ist der perfekte Ort f\u00fcr eine s\u00fcdamerikanische Zusammenarbeit, zusammen mit internationalen Verb\u00fcndeten aus den BRICS-Staaten und anderen. Dies kann auf der gleichen internationalen Konferenz Mitte Oktober er\u00f6rtert werden, mit der entscheidenden Erg\u00e4nzung durch Indien als teilnehmende Nation.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"687\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/caribbean-basin-belt-road-1024x687.png?x67618\" alt=\"\" class=\"wp-image-98723\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/caribbean-basin-belt-road-1024x687.png 1024w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/caribbean-basin-belt-road-300x201.png 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/caribbean-basin-belt-road-768x515.png 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/caribbean-basin-belt-road.png 1193w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ein solches Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel kann Argentinien davor bewahren, zu einem \u201egescheiterten Staat\u201c zu werden, und die Rolle der BRICS-Staaten f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen K\u00e4mpfe strategisch st\u00e4rken. Argentinien wird ohne die BRICS nicht \u00fcberleben, aber auch die BRICS k\u00f6nnen ohne Argentinien nicht \u00fcberleben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie der brasilianische Pr\u00e4sident Lula k\u00fcrzlich erkl\u00e4rte: &#8222;Ich kann nicht akzeptieren, da\u00df es normal ist, da\u00df ein B\u00fcrger arm geboren wird und arm stirbt, da\u00df seine Kinder arm geboren werden und arm sterben, da\u00df seine Enkelkinder arm geboren werden und arm sterben&#8230; Wir haben nicht das Recht, arm zu bleiben&#8230;. Wir haben nicht das Recht, weiterhin als Dritte Welt bezeichnet zu werden.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Dennis Small<br><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"mailto:DennisSmall@Verizon.net\" target=\"_blank\">DennisSmall@Verizon.net<\/a> (englisch \/spanisch)<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt bestimmte K\u00e4mpfe, die nicht vermieden werden k\u00f6nnen und gewonnen werden m\u00fcssen. 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