{"id":98417,"date":"2023-08-14T19:14:28","date_gmt":"2023-08-14T23:14:28","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=98417"},"modified":"2023-10-15T10:04:15","modified_gmt":"2023-10-15T14:04:15","slug":"konferenzeinladung-lasst-uns-gemeinsam-mit-der-globalen-mehrheit-ein-neues-kapitel-der-weltgeschichte-aufschlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/08\/14\/konferenzeinladung-lasst-uns-gemeinsam-mit-der-globalen-mehrheit-ein-neues-kapitel-der-weltgeschichte-aufschlagen\/","title":{"rendered":"Internationale Internetkonferenz des Schiller-Instituts : La\u00dft uns gemeinsam mit der globalen Mehrheit ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufschlagen!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>Die Aufzeichnung des englischen Livestreams f\u00fcr <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=A7sx7BUvdK4\" target=\"_blank\">Panel 1 finden Sie hier<\/a> und den f\u00fcr <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=V3N9_8B44Xc\" target=\"_blank\">Panel 2 hier<\/a>.<\/p><p>Die deutsche Simultan\u00fcbersetzung wird in K\u00fcrze ver\u00f6ffenlicht und in der Rednerliste verlinkt<\/p><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p><em><strong>Panel 1: Die strategische Lage nach dem historischen BRICS-Gipfel<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag, 9. September, 15.00 Uhr MESZ<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Moderator: <strong>Dennis Speed<\/strong>, Schiller-Institut (USA): <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ye_t0OSrWXI\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ye_t0OSrWXI\" target=\"_blank\">\u00dcberwindet den Neoklonialismus mit dem Bau tausender neuer St\u00e4dte<\/a><\/em> <\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Videoausschnitt von Lyndon LaRouche zum Nachlesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">\u201eWir werden Hunderte von St\u00e4dten exportieren\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Von Lyndon LaRouche<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Die Konferenz wurde er\u00f6ffnet mit dem folgenden Auszug aus einem Vortrag von Lyndon LaRouche (1922-2019) von 1978 im Rahmen des US-Pr\u00e4sidentschaftsvorwahlkampfes.<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Wissen Sie, was wir tun werden? Wir werden Nuplexe bauen. Wir m\u00fcssen das den Leuten erkl\u00e4ren: Wie baut man einen Nuplex? Man hebt einen gro\u00dfen Krater aus. Man legt ein gro\u00dfes Fundament &#8211; es sei denn, man hat eine Felssohle. Es ist Ihnen egal, wie das Gel\u00e4nde beschaffen ist, das macht keinen Unterschied. Wo auch immer man ist, man sprengt es aus, man erzeugt einen Krater. Man erzeugt einen Krater, der die Gr\u00f6\u00dfe einer Stadt hat, einer Stadt mit einer halben Million Menschen oder 100.000 Menschen. Jedenfalls baut man einen Krater f\u00fcr eine Industriestadt neuen Typs, sechs, sieben oder acht Stockwerke tief unter der Oberfl\u00e4che. Man baut sie auf bis zur Oberfl\u00e4che.<\/p>\n<p class=\"western\">Oben drauf setzt man zwei Kernkraftwerke mit jeweils eineinhalb bis zwei Gigawatt Leistung, um eine ausgeglichene Last zu erhalten. Darum herum baut man wie ein Armband Industriebetriebe, die diese Energie nutzen, um sich niedrige Betriebskosten zu sichern. Man baut dort eine chemische Industrie auf, Entsalzungsanlagen und so weiter, und man nutzt die Abw\u00e4rme und den Strom. Man baut Wohnungen f\u00fcr die Familien, moderne Wohnungen, die hundert Jahre halten, f\u00fcr die Familien der Menschen, die die Bauarbeiten ausf\u00fchren, die innerhalb von 4-6 Jahren abgeschlossen sein werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Man entwickelt kulturelle Programme vor Ort: Schulen, Universit\u00e4ten, Fachschulen. Alles, was eine Stadt braucht. Und wenn das Projekt nach sechs Jahren abgeschlossen ist, arbeiten diese Menschen in den Fabriken, weil sie dazu ausgebildet wurden. Und die Europ\u00e4er und andere, die hinzugezogen wurden, werden nach und nach bis auf ein paar wichtige Techniker wieder abgezogen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Stadt wird gebaut. Sie ist modular. Man kann sie ver\u00e4ndern. Man kann sie ohne gro\u00dfe Kosten weiterentwickeln. Ihre Transportsysteme sind eingebaut und f\u00fcr die n\u00e4chsten hundert Jahre modular, und f\u00fcr alle technologischen Verbesserungen ger\u00fcstet, die in den n\u00e4chsten hundert Jahren von Bedeutung sein werden. Nach 4-6 Jahren ist die Stadt voll funktionsf\u00e4hig. Wir werden in den n\u00e4chsten 25 Jahren Hunderte davon bauen. Hunderte! Hunderte von neuen St\u00e4dten in der ganzen Welt, vor allem in den Entwicklungsl\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese St\u00e4dte werden miteinander verbunden sein. Sie werden ein Netz von Hochtechnologiekulturen bilden, die mitten in die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung gepflanzt werden. Ausgehend von diesen St\u00e4dten und ihren Universit\u00e4ten, Technischen Hochschulen und technischen Dienstleistungen f\u00fcr die umliegenden Gebiete werden wir eine ganze Generation der Menschheit aus der Barbarei und Unterdr\u00fcckung in das moderne Leben erheben.<\/p>\n<p class=\"western\">In den folgenden 25 Jahren werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Und in 50 Jahren wird sich die Menschheit so selbst ver\u00e4ndert haben, wie wir St\u00e4dtebauer es vorhaben. Wir werden alle existierenden, lebensf\u00e4higen Industrien mobilisieren, und alle, die aufgebaut werden k\u00f6nnen, um das zu erreichen. Wir exportieren nicht ein paar zus\u00e4tzliche Ausfuhren im Wert von 10 oder 20 Milliarden Dollar, wir exportieren Hunderte von St\u00e4dten!<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong> (Deutschland), Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, Grundsatzrede: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OiVGQsLTHfI\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OiVGQsLTHfI\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Ein gr\u00f6\u00dfere Ver\u00e4nderung als das Ende des Kalten Krieges\u201c<\/em><\/a>  &#8211;&gt; <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/09\/12\/brics-eine-groessere-veraenderung-als-das-ende-des-kalten-krieges\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/09\/12\/brics-eine-groessere-veraenderung-als-das-ende-des-kalten-krieges\/\" target=\"_blank\">Rede im Wortlaut lesen<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> <strong>S.E. Donald Ramotar<\/strong> (Guyana), ehemaliger Pr\u00e4sident von Guyana:<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=y8Hhp0KBegQ\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=y8Hhp0KBegQ\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> <em>\u201eDer Globale S\u00fcden ist die neue Globale Mehrheit\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Aussichten und Herausforderungen nach dem BRICS-Gipfel<\/p>\n<p class=\"western\">Von Donald Ramotar<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Donald Ramotar war Staatspr\u00e4sident (2011-15) sowie Abgeordneter des Parlaments von Guyana. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, die Zwischen\u00fcberschrift wurde hinzugef\u00fcgt.)<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Die gerade beendete BRICS-Konferenz in S\u00fcdafrika wird sicherlich als historisches Ereignis in die Geschichte eingehen. Denn sie k\u00f6nnte sehr wohl der Anfang vom Ende des Neokolonialismus und der Beginn einer neuen \u00c4ra der wirtschaftlichen Befreiung sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Das ist etwas, was patriotische Staatsf\u00fchrer des Globalen S\u00fcdens herbeigesehnt haben. Es war etwas, wor\u00fcber viele L\u00e4nder und progressive Politiker lange nachgedacht hatten. Wir haben viel zu lange unter der massiven Manipulation internationaler Institutionen wie Weltbank und IWF gelitten, die zu Werkzeugen der Unterdr\u00fcckung durch die USA wurden. Auch die Vereinten Nationen wurden bekannterma\u00dfen mehrfach mi\u00dfbraucht, z.B. bei der Ermordung von Patrice Lumumba und sp\u00e4ter bei der Invasion im Irak und in Libyen.<\/p>\n<p class=\"western\">Doch was die USA notwendig machte, war die Verwendung des Dollars als Hauptw\u00e4hrung im Welthandel. Das verlieh den US-Institutionen enorme Macht und Einflu\u00df in der Weltwirtschaft. Die Vereinigten Staaten nutzten ihre Stellung in der Weltwirtschaft, um anderen L\u00e4ndern ihre Positionen aufzuzwingen. Wenn sie mit der Politik eines Staates nicht einverstanden waren, verh\u00e4ngten sie schnell Sanktionen gegen ihn.<\/p>\n<p class=\"western\">Die l\u00e4ngsten Sanktionen sind gegen Kuba verh\u00e4ngt. Das bringt f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung der Insel gro\u00dfe H\u00e4rten mit sich. Die Sanktionen sollen vor allem sicherzustellen, da\u00df Kubas sozialistisches System nicht erfolgreich ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Im Laufe der Jahre wurde das zu einer m\u00e4chtigen Waffe in den H\u00e4nden der USA. Die Menschen in Venezuela und Nikaragua leiden unter harten Sanktionen. Der Irak wurde zu Saddam Husseins Zeit mit harten Sanktionen belegt, die dem Land sehr schadeten. Mehr als eine halbe Million Kinder wurden Opfer dieser Sanktionen. US-Au\u00dfenministerin Madeleine Albright sagte damals, das sei es ihr wert gewesen, u.a. alle diese Kinder zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p class=\"western\">Sie haben dem Iran, Afghanistan und vielen anderen Staaten Milliarden von Dollar genommen. Sie haben den Dollar zur Waffe gemacht und benutzen ihn, um andere Staaten und sogar Einzelpersonen auszurauben.<\/p>\n<p class=\"western\">Sie waren sich ihrer F\u00e4higkeit, L\u00e4nder zu ruinieren oder ihnen schweren Schaden zuzuf\u00fcgen, so sicher, da\u00df sie das in ihre Pl\u00e4ne zur Vernichtung Ru\u00dflands einbezogen. Als sie die Ukraine dr\u00e4ngten, Ru\u00dfland in einen Konflikt zu verwickeln, verlie\u00dfen sie sich nicht nur auf ihre milit\u00e4rische Macht, sondern auch auf ihre Sanktionen.<\/p>\n<p class=\"western\">Man erinnere sich an Pr\u00e4sident Bidens Prahlerei \u00fcber die Verh\u00e4ngung der \u201eMutter aller Sanktionen\u201c gegen Ru\u00dfland. Sie dachten, da\u00df Ru\u00dfland so umfassenden Sanktionen, bis hin zum Diebstahl russischer Gelder in US-Banken, nicht standhalten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"western\">Ru\u00dflands Reaktion zeigt, da\u00df die Sanktionen \u00fcberwunden werden konnten. Meiner Ansicht nach trug Ru\u00dflands Forderung, f\u00fcr sein \u00d6l und andere Rohstoffe in Rubel zu bezahlen, am meisten dazu bei, die Sanktionen unwirksam zu machen. Ru\u00dfland begann, mit anderen L\u00e4ndern unter Verwendung ihrer Landesw\u00e4hrungen zu handeln. Das System funktioniert. Au\u00dferdem bietet es allen L\u00e4ndern ein gr\u00f6\u00dferes Ma\u00df an wirtschaftlicher Freiheit.<\/p>\n<p class=\"western\">Andere L\u00e4nder, darunter auch Verb\u00fcndete der USA, haben das erkannt und wissen dieses System zu sch\u00e4tzen. Zur gr\u00f6\u00dferen Unabh\u00e4ngigkeit kommt die Erkenntnis hinzu, da\u00df die USA die in US-Banken deponierten Ersparnisse aller L\u00e4nder beschlagnahmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Handel in ihren eigenen W\u00e4hrungen und schlie\u00dflich die Schaffung einer neuen W\u00e4hrung f\u00fcr den Au\u00dfenhandel zwischen den BRICS und anderen Staaten erweist sich als sehr praktikabel. Diese Bewegung hat gro\u00dfe M\u00f6glichkeiten und wird sich wahrscheinlich weiter ausbreiten.<\/p>\n<p class=\"western\">Es werden andere Systeme eingef\u00fchrt, die diese \u201eUnabh\u00e4ngigkeitsbewegung\u201c erleichtern werden. Dazu geh\u00f6rt auch die Suche nach Alternativen zum SWIFT-System und anderen Banken-Arrangements. Die BRICS-Bank kann neuartige Beziehungen zwischen allen L\u00e4ndern anbieten. Das ist besonders attraktiv f\u00fcr den Globalen S\u00fcden.<\/p>\n<p class=\"western\">Einige Schwachstellen<\/p>\n<p class=\"western\">Doch auch wenn wir das Potential der BRICS-Vereinbarungen erkennen, d\u00fcrfen wir uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wir d\u00fcrfen nicht glauben, da\u00df es ein Kinderspiel wird. Wenn wir uns einig sind, da\u00df es ein Kampf ist, dann m\u00fcssen wir die Schwachstellen der BRICS pr\u00fcfen und uns darauf einstellen, da\u00df die USA und ihre NATO-Verb\u00fcndeten alles daran setzen werden, diese Bewegung zu sabotieren und zu besiegen. Wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber im klaren sein, da\u00df Einigkeit innerhalb der Gruppe, selbst bei begrenzten Zielen, von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung ist. Zweifellos wird die NATO-Gruppe jede Schwachstelle nutzen, die sie finden kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Vor allem sehe ich, da\u00df man an Indien arbeiten sollte. Das liegt am Grenzstreit zwischen China und Indien. Es war ziemlich entt\u00e4uschend, da\u00df gerade als die gl\u00e4nzenden M\u00f6glichkeiten der BRICS angek\u00fcndigt wurden, die Spannungen zwischen beiden L\u00e4ndern zunahmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Hauptproblem ist die Lage im S\u00fcdchinesischen Meer. Die USA sorgen daf\u00fcr, da\u00df L\u00e4nder zusammenkommen, um die Angelegenheit zu besprechen. Sogar ein Land wie Vietnam schwankt in seiner Position zwischen China und den USA.<\/p>\n<p class=\"western\">Die USA suchen nach jedem Land, das Probleme mit China und Ru\u00dfland hat, und bieten ihm Unterst\u00fctzung an. Zur Zeit arbeiten sie mit Armenien, einem Verb\u00fcndeten Ru\u00dflands, wegen der Spannungen mit Turkmenien.<\/p>\n<p class=\"western\">In Lateinamerika ist mit massiven offenen und verdeckten US-Aktionen zu rechnen, um in vielen L\u00e4ndern einen Regimewechsel herbeizuf\u00fchren. Es sei daran erinnert, da\u00df Mexiko die BRICS-Initiative schon fr\u00fch nachdr\u00fccklich unterst\u00fctzt hat, aber nichts daraus wurde.<\/p>\n<p class=\"western\">Argentinien hat gro\u00dfe interne Probleme. Die USA haben gro\u00dfen Einflu\u00df auf das Milit\u00e4r der meisten L\u00e4nder der Region. Sie haben starke Verbindungen in den L\u00e4ndern, auch zu den politischen Parteien. Argentiniens Regierung ist in einer sehr schwachen Position; Sie k\u00f6nnen Ihren letzten Dollar darauf verwetten, da\u00df die USA ihre Kontakte aktivieren werden, um dort einen Regimewechsel herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"western\">In Brasilien ist die Lage etwas besser, aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, da\u00df Lulas Sieg sehr knapp war. Auch hier m\u00fcssen wir mit einer US-Einmischung rechnen, um Lula zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das sind einige der Bereiche, die sie nutzen k\u00f6nnten, um die vom BRICS-Gipfel in S\u00fcdafrika ausgel\u00f6ste Flut einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Unsere erste Aufgabe besteht darin, die Probleme in und zwischen den BRICS-Staaten zu minimieren. Wir sollten allen Einflu\u00df, den wir haben, vor allem darauf richten, Hindernisse f\u00fcr den Fortschritt der BRICS-Staaten auszur\u00e4umen.<\/p>\n<p class=\"western\">Meiner Meinung nach sind die Grenzfragen die gef\u00e4hrlichsten. Wir sollten Gespr\u00e4che der BRICS-Staaten anregen, um die Streitfragen zwischen den Mitgliedern zu l\u00f6sen. Wenn es uns gelingt, diese Hindernisse aus dem Weg zu r\u00e4umen, werden wir zu der Einheit der Bewegung beitragen, die f\u00fcr den Erfolg so wichtig ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit!<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Prof. Georgy Toloraya<\/strong> (Ru\u00dfland), hochrangiger Diplomat im Ruhestand, Rang eines Minister-Beraters; Stellv. Direktor des Russischen Nationalkomitees f\u00fcr BRICS-Forschung:<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Bm57ZpFCDVM\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Bm57ZpFCDVM\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> <em>\u201eBRICS: Eine Medizin zur Kriegsverh\u00fctung\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">BRICS: Eine Medizin zur Kriegsverh\u00fctung<\/p>\n<p class=\"western\">Von Prof. Georgij Toloraja<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Professor Toloraja ist ein hochrangiger russischer Diplomat im Ruhestand mit dem Rang eines Gesandten-Botschaftsrats und stellvertretender Vorsitzender des Russischen Nationalen Komitees f\u00fcr BRICS-Forschung. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen.)<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Guten Morgen. Es ist mir eine gro\u00dfe Ehre, an der Konferenz \u201eLa\u00dft uns gemeinsam mit der globalen Mehrheit ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufschlagen!\u201c teilzunehmen. Ich besch\u00e4ftige mich schon seit 13 Jahren mit den BRICS. Und ich habe schon lange erwartet, da\u00df dieser Tag kommen w\u00fcrde, der Tag, an dem die BRICS zu einem echten Akteur in der Weltpolitik werden w\u00fcrden. Aber ich war wirklich erstaunt, da\u00df dieser Tag jetzt so schnell gekommen ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich w\u00fcrde sagen, da\u00df der j\u00fcngste Gipfel Ende August in Johannesburg wirklich ein historisches Ereignis war. Er wird als historisch in die Geschichte eingehen, auch aus technischen Gr\u00fcnden, denn es war das Datum und der Gipfel, an dem sich die Mitgliederzahl der BRICS verdoppelt hat, was niemand, auch ich nicht, erwartet hat. Dar\u00fcber hinaus ist es im wesentlichen ein historischer Gipfel, weil die BRICS zum ersten Mal erkl\u00e4rt haben, da\u00df sie auf dem Weg und in der Lage sind, eine neue Weltordnung zu schaffen: Das ist eine wirklich gro\u00dfe Ver\u00e4nderung. Jetzt sind 20 bis 40 L\u00e4nder daran interessiert, den BRICS in der einen oder anderen Form beizutreten, und das ist etwas, womit niemand gerechnet hat, auch ich nicht.<\/p>\n<p class=\"western\">Was ist passiert? Ich denke, die Antwort liegt in der offenen Konfrontation, die im Februar 2022 mit Ru\u00dflands Milit\u00e4rischer Sonderoperation in der Ukraine begann und die das eigentliche neue Kapitel der Geschichte einl\u00e4utete, als die westlichen L\u00e4nder versuchten, die neuen Machtzentren mit aller Gewalt unter Druck zu setzen, um das Entstehen einer neuen Weltordnung zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist ein turbulenter Moment der Geschichte. Aber das Ergebnis war, da\u00df die Mehrheit der L\u00e4nder, die globalen Mehrheiten, diese Bem\u00fchungen des Westens nicht unterst\u00fctzten, auch wenn viele L\u00e4nder auf dem Papier und in Erkl\u00e4rungen, u.a. in den Vereinten Nationen, Ru\u00dfland Aggression vorwarfen. Trotzdem sind sie nicht mit der Politik des Westens einverstanden, der versucht, seine Dominanz in den globalen Angelegenheiten aufrechtzuerhalten und die Regeln festzulegen, denen alle anderen zu gehorchen haben.<\/p>\n<p class=\"western\">Es gibt also eine neue Situation, in der die globale Mehrheit ein neues Modell will, ein neues Modell der internationalen Beziehungen, das nicht auf dem traditionellen Modell nach dem Zweiten Weltkrieg basiert, als die gro\u00dfen L\u00e4nder, die \u201eHerren der Welt\u201c, den anderen diktierten, was sie zu tun haben. Und jetzt wollen die L\u00e4nder eine gleichberechtigte Partnerschaft, viele, vielleicht sogar konkurrierende Machtzentren, die jeweils ihre eigene Rolle spielen, mit ihrem eigenen Kopf denken und ihre eigene Politik machen.<\/p>\n<p class=\"western\">Auf lange Sicht erinnert das vielleicht ein wenig an das System des Westf\u00e4lischen Friedens in der europ\u00e4ischen Geschichte, das auf der Souver\u00e4nit\u00e4t der Nationalstaaten beruhte, der Gleichheit, der Nichteinmischung und dem Versuch, die Interessen der Partner zu ber\u00fccksichtigen. Vielleicht sind wir also auf dem Weg zu einem globalen westf\u00e4lischen System.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir sollten jedoch nicht vergessen, da\u00df das westf\u00e4lische System das Ergebnis des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges war &#8211; und vielleicht sind wir gerade dabei, einen solchen Krieg zu f\u00fchren, und die Ukraine ist erst der Anfang. Es kann sein, da\u00df wir noch weitere 30 Jahre oder mehrere Jahrzehnte mit Kriegen in verschiedenen Teilen der Welt zu tun haben werden, bevor sich ein solches System herausbildet. Das w\u00e4re ein schlechtes Szenario.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber vielleicht dauert der Krieg auch nicht 30 Jahre. Er k\u00f6nnte auch nur 30 Minuten dauern, wenn die gro\u00dfen Weltm\u00e4chte einfach ihre Atomraketen starten w\u00fcrden. Dann w\u00e4re der Krieg in 30 Minuten vorbei: Es w\u00e4re das Ende der Welt.<\/p>\n<p class=\"western\">Dem sollten wir nat\u00fcrlich nicht zustimmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Der einzige Weg ist also, einen Weg zu finden, um zu verhandeln, um zu versuchen, eine L\u00f6sung zu finden, bevor es so weit kommt. Und daf\u00fcr, denke ich, ist die \u00c4nderung der westlichen Politik das Entscheidende. Die globale Mehrheit will die Politik der Dominanz nicht akzeptieren &#8211; der Diktatur, der Sanktionen, der Einmischung in innere Angelegenheiten, des faktischen Raubes, wenn das Nationalverm\u00f6gen eigenm\u00e4chtig und einseitig beschlagnahmt wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Es sind also nicht Ru\u00dfland und China, die isoliert sind, wie ich oft in verschiedenen vom Westen veranstalteten Foren h\u00f6re, es sind vielmehr die westlichen L\u00e4nder, die isoliert sind.<\/p>\n<p class=\"western\">Und die BRICS haben auf diesem Gipfeltreffen gezeigt, da\u00df sie dem Westen entgegenkommen wollen. Die BRICS sind nicht antiwestlich. Sie sind nicht gegen die Vereinigten Staaten als Land. Sie sind nicht gegen die westliche Zivilisation. Sie sind nicht gegen Europa. Die BRICS sind bereit, mit diesen L\u00e4ndern zusammenzuarbeiten und sie einzubeziehen: BRICS ist eine inklusive Struktur. Sie sind offen f\u00fcr Dialog und Zusammenarbeit, aber nicht im Sinne von \u201eHerr und Knecht\u201c, sondern auf Augenh\u00f6he. Darauf sollten wir alle hinarbeiten.<\/p>\n<p class=\"western\">Und vor allem glaube ich, da\u00df die USA in diesem Bereich wichtig sind: Die USA sind ein Land mit einer reichen Geschichte, mit gro\u00dfen nat\u00fcrlichen Ressourcen, Technologie, Finanzen und einer regen Bev\u00f6lkerung. Und nat\u00fcrlich spielt dieses Land eine wichtige Rolle in dieser Welt und kann f\u00fcr die Zukunft der Menschheit sehr wichtig sein: Aber auf Augenh\u00f6he, in Zusammenarbeit mit der neu entstehenden BRICS-Union und der globalen Mehrheit.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich w\u00fcnschte, ich w\u00fcrde das erleben. Ich warte seit 13 Jahren darauf, da\u00df die BRICS zu einer echten Kraft in den internationalen Beziehungen werden. Ich hoffe, da\u00df der n\u00e4chste Schritt, n\u00e4mlich die Einbeziehung des Westens in diesen Proze\u00df, schon fr\u00fcher erfolgen kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich w\u00fcnsche uns allen viel Gl\u00fcck. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Dr. Harry J. Bury<\/strong>, katholischer Priester und <strong>Robert Cushing<\/strong> (USA), Verband der katholischen Priester der USA: <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Z8YGhhukFuk\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Z8YGhhukFuk\" target=\"_blank\">\u201eEine Politik des Friedens\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Reden lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p><strong data-rich-text-format-boundary=\"true\">Dr. Harry J. Bury<\/strong><\/p>\n<p>Guten Tag! Mein Name ist Harry Bury, ich bin Priester in der Erzdi\u00f6zese St. Paul in Minneapolis, in Minnesota in den Vereinigten Staaten.<br>Ich bin, wie gesagt, ein katholischer Priester, und ich glaube fest daran, dass Gott, der Vater, seinen Sohn Jesus in die Welt gesandt hat, um den Menschen zu offenbaren, dass es Gottes Wille ist, dass wir aufh\u00f6ren, uns gegenseitig umzubringen. Das ist der Grund, warum Jesus Christus in die Welt gekommen ist, und das ist meine Motivation, mich dem Krieg zu widersetzen. Gott hat uns diese Offenbarung, so glaube ich, durch Wort und Beispiel gegeben. Jesus hat uns diese Offenbarung durch Wort und Beispiel gegeben. In Worten sagte Jesus: &#8222;Liebt eure Feinde. Tut denen Gutes, die euch hassen. Tut denen Gutes, die euch Schaden zuf\u00fcgen wollen. Keine Ausnahmen.&#8220; Das bedeutet, da\u00df der dreieinige Gott will, dass die Amerikaner die Russen lieben, die Chinesen lieben und umgekehrt. Liebt die Koreaner und umgekehrt. Und andere: Jeden, der uns schaden will, damit wir ihm helfen, das zu bekommen, was er braucht. Versucht, ihre Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, nicht mit ihnen zu konkurrieren, sondern mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wenn wir das tun, wird das zum Frieden in unserer Welt f\u00fchren.<\/p>\n<p>Zweitens ist Jesus nicht nur gekommen, um uns das zu sagen, sondern ich glaube, er hat es uns durch sein eigenes Beispiel gezeigt. In der Nacht vor seiner Ermordung, als sie kamen, um ihn zu verhaften, zog sein Mitarbeiter Petrus sein Schwert und hieb dem Diener des Hohepriesters das Ohr ab. Jesus sagte zu Petrus: &#8222;Stecke dein Schwert ein. Wer das Schwert gebraucht, wird durch das Schwert umkommen.&#8220; Dann tat er Gutes und heilte den Menschen, der von Petrus geschlagen worden war. Sp\u00e4ter, als er vor Pilatus stand, sagte er ihm, dass er, wenn Gott es wolle, wenn sein Vater es wolle, seine Engel schicken w\u00fcrde, um ihn zu sch\u00fctzen. Sein Reich, sagte Jesus, sei nicht von dieser Welt. Also lie\u00df er sich verhaften und wurde zum Sterben ans Kreuz geschickt. Er hat sich nicht gewehrt; er hat sich nicht selbst verteidigt. Er ging zum Kreuz und betete f\u00fcr die Menschen, die ihn t\u00f6teten. &#8222;Vater&#8220;, betete er, &#8222;vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun&#8220;.<br>Ich glaube also, dass Gott uns Menschen, die wir Nachfolger Jesu sind, diese Botschaft an die Welt weitergeben will: Dass wir unsere Feinde lieben sollen. Nur wenn wir sie lieben und ihnen helfen, das zu bekommen, was sie brauchen, werden wir Frieden in der Welt haben.<br>Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><br><\/span><\/span><\/p>\n<p><strong>ROBERT CUSHING:<\/strong><\/p>\n<p>Mein Name ist Bob Cushing. Ich bin Priester im Ruhestand, ein ausgeschiedener Priester in Georgia. Es f\u00e4llt mir schwer, die gegenw\u00e4rtige Situation in den Nachrichten und in dem, was ich lese oder nicht lese, zu verstehen. Als ich 1962 hier in Georgia aufwuchs, geh\u00f6rte mein Vater zur Luftwaffe und spielte eine f\u00fchrende Rolle in der Kubakrise, in der milit\u00e4rischen Reaktion darauf. Ich erinnere mich sehr deutlich daran, und wenn ich sehe, was im Moment vor sich geht, wie wir \u00fcberall um Ru\u00dfland Raketen aufgestellt haben, und wie die NATO seit 1991 aufr\u00fcstet, dann haben wir l\u00e4ngst rote Linie \u00fcberschritten, als James Baker versprochen hatte, dass wir uns keinen Zentimeter nach Osten bewegen w\u00fcrden. Wir haben uns nicht nur einen Zentimeter bewegt, wir sind von Land zu Land gegangen, um Russland mit L\u00e4ndern zu umgeben, die NATO-Waffen und Raketen einsetzen, die auf Russland gerichtet sind. Ich wei\u00df noch, wie ich mich bei den Atomkriegs-\u00dcbungen in den 1950er Jahren gef\u00fchlt habe und Angst hatte, dass es zu einer nuklearen Katastrophe kommen k\u00f6nnte. Ich glaube, wir sind heute n\u00e4her dran als je zuvor. Ich denke also: &#8222;Was kann ein Mensch tun, der die Nachrichten sieht und nicht \u00fcber das Offensichtliche spricht?&#8220; Das Offensichtliche ist, dass dieser \u201eunprovozierte\u201c Angriff dadurch provoziert wurde, dass wir den russischen B\u00e4ren gereizt haben.<\/p>\n<p>Putin geh\u00f6rt zwar nicht zu meinen Lieblingsmenschen, aber wir haben ihm das Gesicht eines Monsters verpa\u00dft, und so wurde der russische B\u00e4r st\u00e4ndig angegriffen. Wir sind diejenigen, die ihn provozieren, so dass er schlie\u00dflich in die Ukraine eindringt, ein Land, das schon so lange instabil ist \u2013 ein Land, das er als Pufferzone zu beanspruchen versucht, wie es scheint. Ich denke, wir m\u00fcssen darauf hinweisen, dass wir diesen Krieg selbst verschuldet haben. Wir m\u00fcssen unsere Stimme erheben. Ich w\u00fc\u00dfte keinen anderen Weg als diesen, um gegen Dinge wie Streubomben und abgereichertes Uran zu sprechen; Dinge, die hochgradig unmoralisch und nicht Teil einer rechtm\u00e4\u00dfigen Kriegsmethode sind. Wir stecken in einer sehr ungerechten Situation, und wir m\u00fcssen unsere Stimme erheben. Denn unsere Medien arbeiten mit dem Milit\u00e4r zusammen und kooperieren mit dem industriellen Komplex, der, wie es scheint, eine Menge Geld damit verdient, all seine neuen Spielzeuge in diesem Krieg auszuprobieren, der ein Fleischwolf ist und bereits eine halbe Million Menschen ausgel\u00f6scht hat.<br>Als besorgter B\u00fcrger m\u00f6chte ich meine Stimme erheben und mich mit anderen zusammenschlie\u00dfen, die ihre Stimme erheben m\u00f6chten, um etwas zu tun, um etwas zu sagen, um gegen diese schreckliche Situation aufzustehen, die das Leben auf unserem Planeten bedroht. Wir befinden uns in gro\u00dfen Schwierigkeiten, und wir m\u00fcssen sehen, was wir tun k\u00f6nnen, um zu sagen: &#8222;Stopp! Stopp, um Gottes Willen!&#8220; Wir m\u00fcssen einen Weg finden, um f\u00fcr den Frieden zu arbeiten und nicht f\u00fcr diese Kriegsmaschine, die unaufhaltsam zu sein scheint. Wir m\u00fcssen sagen: &#8222;Stopp!&#8220; Und genau das tun wir heute. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Raymond McGovern<\/strong> (USA), ehemaliger leitender Analytiker, U.S. Central Intelligence Agency (CIA); Gr\u00fcndungsmitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS, Geheimdienstveteranen f\u00fcr Vernunft): <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=q1rkQgYet80\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=q1rkQgYet80\" target=\"_blank\">\u201eJFK und Ru\u00dfland, einen Wandel hin zur Vernunft am Rande der Ausl\u00f6schung erzeugen\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>JFK und Ru\u00dfland<\/h2>\n<h3>Einen Wandel hin zur Vernunft am Rande der Ausl\u00f6schung erzeugen<\/h3>\n<p class=\"autor\">Von Raymond McGovern<\/p>\n<p class=\"vor\">Ray McGovern war leitender Analytiker der U.S. Central Intelligence Agency (CIA) und ist Gr\u00fcndungsmitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS, Geheimdienstveteranen f\u00fcr Vernunft). In der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9. September sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Zu Beginn m\u00f6chte ich etwas zu dem ersten Lied sagen, das gerade aufgef\u00fchrt wurde: \u201eI don\u2019t feel no ways tired\u201d. \u2013 \u201eIch bin \u00fcberhaupt nicht m\u00fcde.\u201c Ich denke, die Inspiration dieser Gruppe, dieser Versammlung heute ist so f\u00f6rderlich f\u00fcr den Weltfrieden und so hoffnungsvoll, wenn man bedenkt, was auf der BRICS-Konferenz und anderen Veranstaltungen geschehen ist, da\u00df man wirklich ein Recht hat, sich nicht mehr m\u00fcde zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich auf den Mann zur\u00fcckkommen, der mich urspr\u00fcnglich nach Washington geholt hat. Sein Name ist Pr\u00e4sident John F. Kennedy. Er forderte alle, die unserem Land in besonderer Weise dienen konnten, dazu auf, hierher zu kommen und es zu tun.<\/p>\n<p>Als John Kennedy am 20. September 1963 vor den Vereinten Nationen sprach, dachte er an diese Themen. Er sprach davon, da\u00df die Vereinten Nationen ihrer Verantwortung gerecht werden m\u00fcssen, Spannungen abzubauen und gegen die Dunkelheit zu k\u00e4mpfen. \u201eIch bin gekommen, um die Vereinten Nationen zu gr\u00fc\u00dfen\u201c, sagte John Kennedy, \u201eund um die Unterst\u00fctzung des amerikanischen Volkes f\u00fcr Ihre t\u00e4glichen Beratungen zu bekunden.\u201c Wow!<\/p>\n<p>Nun, ich denke, den meisten Menschen ist klar, da\u00df die UNO in einen Zustand des Niedergangs geraten ist. Der Einflu\u00df der westlichen M\u00e4chte, der Kolonialm\u00e4chte, wenn man so will, ist selbst in UN-Organen wie der IAEO, der Internationalen Atomenergie-Organisation, oder der Organisation f\u00fcr das Verbot Chemischer Waffen so stark, da\u00df sie aufgrund des Drucks, den sie von diesen M\u00e4chten versp\u00fcren, nicht ehrlich handeln k\u00f6nnen. Das sind aktuelle Beispiele.<\/p>\n<p>Im Jahr 2003, als die USA den Irak unter falschem Vorwand angreifen und dort einmarschieren wollten, schickte der Leiter unseres Abh\u00f6rdienstes, der National Security Agency (NSA), eine E-Mail an sein britisches Pendant GCHQ und sagte: \u201eWir m\u00fcssen die Leute im UN-Sicherheitsrat \u00fcberwachen, wir m\u00fcssen etwas \u00fcber sie herausfinden, denn sie werden diese Eskapade in den Irak nicht genehmigen. Wir m\u00fcssen etwas \u00fcber sie in Erfahrung bringen, damit wir sie davon \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, es zu genehmigen.\u201c<\/p>\n<p>Das galt nat\u00fcrlich nicht nur f\u00fcr die st\u00e4ndigen Mitglieder, sondern auch f\u00fcr diejenigen, die damals im Sicherheitsrat vertreten waren. Diese E-Mail war vor dem Krieg durchgesickert, und dennoch begann der Krieg. Es hat dann zwar ein paar Jahre gedauert, aber schlie\u00dflich hat der UN-Generalsekret\u00e4r gesagt, da\u00df dieser Krieg illegal ist. Aber hallo, nat\u00fcrlich war er illegal!<\/p>\n<p>Was noch? Nun, ich w\u00fcrde einfach sagen, da\u00df heute niemand mehr damit durchkommen kann, zu sagen: \u201eWir machen eine Koalition der Willigen. Es macht nichts, wenn der Sicherheitsrat nicht mitmacht, wir machen es einfach selbst. Vielleicht Polen, Litauen, vielleicht auch die Ukraine.\u201c Das wird nicht mehr funktionieren, weil die BRICS gewachsen sind, weil sie m\u00e4chtiger geworden sind und weil die BRICS die Mehrheit der Menschheit repr\u00e4sentieren. Das ist eine gro\u00dfe Sache; das war fr\u00fcher nicht der Fall.<\/p>\n<h3>Vorbild John F. Kennedy<\/h3>\n<p>Es gibt also einige Hoffnungsschimmer in diesem Bereich, und ich m\u00f6chte nur ein paar Dinge von John Kennedy hinzuf\u00fcgen. Auf der UN-Vollversammlung am 20. September 1963 sprach er \u00fcber die Notwendigkeit des Friedens. Er sagte, es sei nie zu sp\u00e4t. \u201eEs ist h\u00f6chste Zeit, da\u00df &#8230; Streitigkeiten &#8230; von der Tagesordnung genommen und auf den Verhandlungstisch gelegt werden.\u201c<\/p>\n<p>Nun, das trifft heute in hohem Ma\u00dfe auf die Situation in der Ukraine zu. Man mu\u00df die Rhetorik und den Streit \u00fcberwinden und an den Verhandlungstisch kommen, bevor alle jungen ukrainischen M\u00e4nner auf dem Schlachtfeld fallen \u2013 und die russischen M\u00e4nner auch. Es ist also ganz klar, was passieren mu\u00df, und die BRICS k\u00f6nnen ein Gegengewicht schaffen.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen sie daf\u00fcr \u00fcber die UNO arbeiten? Ich w\u00fcrde sagen, Ru\u00dfland und China haben die UNO nicht einfach beiseite geschoben, trotz all der Hindernisse, trotz der Tatsache, da\u00df sie zum Beispiel get\u00e4uscht wurden, als sie gebeten wurden, sich bei einer Resolution f\u00fcr eine Flugverbotszone in Libyen zu enthalten. Sie wurden get\u00e4uscht, Sie wissen, was mit Libyen passiert ist. Trotzdem sehen sie in der UNO immer noch eine legitime Organisation, trotz der Probleme und allem, was dort vor sich geht.<\/p>\n<p>In seiner Rede sprach John Kennedy auch die Frage einer gemeinsamen Erkundung des Mondes an. Mit anderen Worten, hier bei der UNO sagte er (sinngem\u00e4\u00df): \u201eSchauen Sie, das ist nichts, was ein Gremium oder ein Land allein tun sollte. Wir sollten uns zusammentun und unsere Energien und unser Fachwissen b\u00fcndeln. Es gibt keinen Grund, warum wir unsere wissenschaftlichen Anstrengungen hier duplizieren sollten, la\u00dft uns gemeinsam zum Mond fliegen.\u201c<\/p>\n<p>Nun, das hat nicht funktioniert. Wir wissen, da\u00df die USA allein auf dem Mond waren.<\/p>\n<p>Unsere Themen heute morgen sind schwere Kost, verst\u00e4ndlicherweise. Deshalb m\u00f6chte ich diese schwere Kost nur kurz mit einer apokryphen Geschichte unterbrechen, da wir in letzter Zeit h\u00f6ren, da\u00df es Weltraumfl\u00fcge zur Sonne geben wird. Ein Komiker sagte: \u201eIch hoffe, es ist nicht beabsichtigt, da\u00df Menschen auf der Sonne landen.\u201c Ein anderer sagte: \u201eAch, keine Sorge, sie werden nachts landen.\u201c<\/p>\n<p>Damit gut mit den lahmen Scherzen, zur\u00fcck zur Ernsthaftigkeit.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen einander die Hand reichen und wir m\u00fcssen der Sache Zeit geben. Wir m\u00fcssen geduldig sein. Es wurde deutlich gemacht, da\u00df die BRICS seit 30 Jahren im Entstehen begriffen sind; sie sind auch jetzt noch im Entstehen. Geben Sie der Sache Zeit. Sorgen Sie daf\u00fcr, da\u00df die Menschen in der Welt begreifen, da\u00df es nicht darum geht, Ru\u00dfland oder China oder Ru\u00dfland und China zu isolieren, sondern da\u00df es der Westen ist, der sich selbst isoliert hat. Und der kommende Winter wird in Westeuropa sehr kalt werden. Die Menschen dort werden endlich aufwachen und merken, was man mit ihnen gemacht hat.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte betonen, da\u00df wir in diesen Dingen zusammenarbeiten m\u00fcssen, so wie es John Kennedy damals angeboten hat. John Kennedy ist in meinem Bewu\u00dftsein noch sehr lebendig. Ich denke, seine Ideen haben kein Verfallsdatum. Ich denke, wir m\u00fcssen es weiter versuchen.<\/p>\n<p>In jeder Glaubenstradition gibt es ein Sprichwort, da\u00df man seine Feinde lieben soll, und ich m\u00f6chte Pater Bury daf\u00fcr loben, da\u00df er dies deutlich gemacht hat. Das alte Sprichwort, das auf Konfuzius zur\u00fcckgeht, lautet: \u201eWas du nicht willst, das man dir tu&#8216;, das f\u00fcg&#8216; auch keinem andern zu.\u201c Wir m\u00fcssen uns also die H\u00e4nde reichen und nicht aufgeben, insbesondere angesichts des Wachstums der BRICS und anderer heilsamer Entwicklungen, die wir heraufziehen sehen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich noch etwas hinzuf\u00fcgen, was ich am Ende eines Briefings, das ich im Februar \u2013 ich glaube, es war der 21. Februar \u2013 vor dem UN-Sicherheitsrat hielt, angeh\u00e4ngt habe. Ich bezog mich auf den erbitterten Kampf zwischen Schwarzen und Wei\u00dfen in unserem Land und darauf, wie sich sehr begabte schwarze F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten der Situation stellten und durch die von Schwarzen gef\u00fchrte afroamerikanische Kirchenbefreiungsbewegung eine gewisse Gerechtigkeit erreichten \u2013 zwar noch keine vollst\u00e4ndige Gerechtigkeit, aber doch Gerechtigkeit in gro\u00dfem Ma\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie wir das in unserem Land und international tun, ist, uns die H\u00e4nde zu reichen und das alte Lied zu singen: \u201eWe&#8217;re going to keep on lovin&#8216; our enemies.\u201c \u201eWir werden unsere Feinde weiter lieben. Und niemals einen R\u00fcckzieher machen.\u201c Wir sollten uns also anstrengen, verstehen Sie?<\/p>\n<p>Es gibt ein Wort, das die Chinesen st\u00e4ndig verwenden, das lautet: \u201eLa\u00dft uns eine Win-Win-Situation schaffen.\u201c Es gibt auf dieser Welt genug f\u00fcr alle, das wir teilen k\u00f6nnen. Warum schaffen wir nicht eine Win-Win-Situation? Damit w\u00fcrden wir unsere Feinde bis zum \u00e4u\u00dfersten lieben. Lassen Sie uns die Hoffnung nicht aufgeben, da\u00df wir das tun k\u00f6nnen, und mit der R\u00fcckendeckung so vieler Menschen in der BRICS-Bewegung und au\u00dferhalb davon k\u00f6nnen wir eine andere Welt erreichen \u2013 eine andere Welt als die \u201eregelbasierte\u201c internationale Ordnung.<\/p>\n<p>Ein letzter Gedanke: Vor zwei Tagen stand Jens Stoltenberg, der Chef der NATO, vor dem EU-Parlament. Er sagte, was er immer sagt: \u201eWir m\u00fcssen uns gegen die b\u00f6sen M\u00e4chte des Ostens durchsetzen, und wir m\u00fcssen sicherstellen, da\u00df die Ukraine diesen Krieg gewinnt.\u201c Einer der Parlamentarier, ein irischer Abgeordneter, hob seine Hand. Er sagte folgendes: \u201eHerr Stoltenberg, auf dem [NATO]-Gipfel in Vilnius wurde behauptet, da\u00df die Chinesen versuchen, die regelbasierte internationale Ordnung zu untergraben. Er kritisierte China, seine Strategie und seine Absichten seien undurchsichtig. Meine erste Frage lautet: Wie kann man eine Ordnung untergraben, die keinerlei Grundlage im internationalen Recht hat?\u201c<\/p>\n<p>Ich mu\u00df sagen, da\u00df ich mich mit dieser Frage identifizieren kann. Die Frage, die heutzutage gestellt wird, lautet: Man darf nichts einfach erfinden. Diese internationale regelbasierte Ordnung \u2013 wer macht die Regeln? Nun, wir wissen, wer die Regeln macht. Wir m\u00fcssen offen sein, wir m\u00fcssen unsere N\u00e4chsten lieben, aber wir m\u00fcssen ihre Doppelz\u00fcngigkeit sehr direkt aufdecken, wenn wir auf dem Weg zum Frieden voranschreiten, wenn wir einander die H\u00e4nde reichen und versuchen, diese Welt besser zu machen.<\/p>\n<p>Vielen Dank, da\u00df Sie mir zugeh\u00f6rt haben.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Diane Sare<\/strong> (USA), LaRouche-Independent Kandidatin f\u00fcr den US-Senat 2024: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CZeIxxQQdKo\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CZeIxxQQdKo\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8222;Das Britische Imperium f\u00fcrchtet das wahre Amerika&#8220;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede nachlesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Das Britische Imperium f\u00fcrchtet das wahre Amerika<\/p>\n<p>Vielen Dank, Dennis, und danke, Helga, da\u00df Du diese Konferenz einberufen hast. Als ich k\u00fcrzlich auf der NY State Fair in Syracuse war, erfuhr ich, da\u00df der Bau des Eriekanals zu einem 40-fachen Anstieg der Bev\u00f6lkerung von Syracuse f\u00fchrte. Stellen Sie sich das vor. Innerhalb von zehn Jahren zogen vierzigmal mehr Menschen in die Stadt Syracuse. Und dieser 40-fache Anstieg machte die Bev\u00f6lkerung durch den vielf\u00e4ltigen Markt, den der Kanal er\u00f6ffnete und der den Transport von Waren zwischen New York City und Buffalo erm\u00f6glichte, immer wohlhabender.<\/p>\n<p>Man vergleiche die Entwicklung in Syracuse mit der Aussage des B\u00fcrgermeisters von New York City, Eric Adams, der Anfang dieser Woche \u00fcber die 110.000 Migranten, die seit April letzten Jahres in New York City angekommen sind, sagte: \u201eIch habe noch nie in meinem Leben ein Problem gehabt, f\u00fcr das ich keine L\u00f6sung gesehen habe, und ich sehe keine L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem. Dieses Problem wird New York City zerst\u00f6ren.\u201c Ich sage es Ihnen nur ungern, B\u00fcrgermeister Adams, aber New York City ist bereits zerst\u00f6rt. Es wurde 1975 durch die Municipal Assistance Corporation zerst\u00f6rt, genau wie Lyndon LaRouche gewarnt hat. Deshalb kann eine Stadt mit \u00fcber 8 Millionen Einwohnern heute keine 100.000 Menschen mehr aufnehmen. Die Stadt kann nicht einmal ihre eigene Bev\u00f6lkerung versorgen. Im Jahr 2018 gab es 100.000 obdachlose Kinder in den \u00f6ffentlichen Schulen von New York City, und ein New Yorker P\u00e4dagoge sagte mir gerade, da\u00df schon vor dem Zustrom von Migranten &#8211; 19.000 von ihnen werden in die \u00f6ffentlichen Schulen kommen und sprechen meist kein Englisch &#8211; in vielen Klassenzimmern von New York City bis zu 40 Sch\u00fcler auf einen Lehrer kommen. Wollen wir denn ein Land von Dummk\u00f6pfen, Verwahrlosten und Drogenabh\u00e4ngigen hervorbringen? Das w\u00e4re ein guter Weg, um das zu erreichen.<\/p>\n<p>Aber brauchen wir \u00fcberhaupt Schulen? Unser Land ist doch v\u00f6llig unt\u00e4tig! Ich m\u00f6chte Sie daran erinnern, da\u00df die Vereinigten Staaten im Jahr 1907 pro Kopf dreimal so viele Einwanderer aufgenommen haben wie heute, selbst wenn man legale und illegale Einwanderer zusammenz\u00e4hlt. Was hat unser Land getan? Wie haben wir uns &#8211; weitgehend &#8211; vom Britischen Empire befreit?<br>Lyndon LaRouche, der gr\u00f6\u00dfte Amerikaner aller Zeiten, verwies auf die Arbeit des jungen Abk\u00f6mmlings aus der Karibik, Alexander Hamilton. Nachdem er die Schrecken der Sklaverei auf den Zuckerplantagen von Nevis miterlebt hatte, wo die Sklaven nur ein paar Monate lebten, nachdem sie her\u00fcbergebracht worden waren, war er ein entschiedener Gegner der Sklaverei.<\/p>\n<p>Nachdem die Revolution gegen das Britische Empire gewonnen war, wurde Hamilton unser erster Finanzminister. Er schrieb vier Papiere, die LaRouche oft zitiert und die jedem amerikanischen Patrioten als Leitfaden dienen sollten: das Papier \u201e\u00dcber die Manufacturen\u201c; \u201e\u00dcber den \u00f6ffentlichen Kredit\u201c; <span lang=\"de-DE\">\u201e<\/span>\u00dcber die Nationalbank\u201c; und dann, als gegen die Bank vorgegangen wurde, \u201e\u00dcber die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Nationalbank.\u201c Ich vermute, da<span lang=\"de-DE\">\u00df<\/span> in keiner einzigen High School in diesem Land \u00fcber diese Papiere informiert wird, die f\u00fcr die Gr\u00fcndung der Vereinigten Staaten so entscheidend waren.<\/p>\n<p>Hamilton verschaffte uns die Mittel, mit denen die menschliche Kreativit\u00e4t das Niveau der menschlichen Wirtschaft anheben kann. Bestimmte Dinge waren von entscheidender Bedeutung: vor allem Transport und Energie. Stellen Sie sich vor, wie Alexander Hamilton, George Washington und der Marquis de Lafayette inmitten der Revolution in Paterson, New Jersey, zusammenkamen und auf die Gro\u00dfen Wasserf\u00e4lle blickten. Sie planten, diese zu nutzen, um Energie f\u00fcr eine moderne Industriestadt zu erzeugen &#8211; Paterson, New Jersey, die Stadt, die heute nur noch ein Scherbenhaufen ist, voller Verbrechen und Morde, wo elf der Flugzeugentf\u00fchrer vom 11. September lebten.<\/p>\n<p>Aber was haben wir noch erreicht? Wir haben die Transkontinentale Eisenbahn mit vielen chinesischen Arbeitern gebaut, trotz des Rassismus, der gegen sie gerichtet wurde. Sie waren klug genug, Tee zu trinken und nicht nur Wasser, egal woher es kam. Das Wasser wurde abgekocht, sie blieben gesund und waren ein wichtiger Bestandteil des Bauprojekts. Die Eisenbahn wurde trotz des von den Briten inszenierten sogenannten \u201eB\u00fcrgerkriegs\u201c gebaut. Die Fertigstellung der Eisenbahn und die Hundertjahrfeier in Philadelphia 1876, begeisterten sogar noch nach der Ermordung von Pr\u00e4sident Lincoln durch pro-britische Agenten, die Welt. Amerikanische B\u00fcrgerkriegsveteranen gingen nach \u00c4gypten, um eine Armee aufzustellen und den Suezkanal zu bauen. Verdi schrieb eine Oper zur Feier der Fertigstellung dieses Kanals.<\/p>\n<p>Ging es dabei nur darum, \u00c4gypten zu pl\u00fcndern? Wurde der Panamakanal gebaut, damit wir Panama auspl\u00fcndern konnten? Der Punkt ist, die Amerikaner wu\u00dften, da\u00df wir uns immer noch in einem Krieg gegen das britische Kolonialsystem befanden und da\u00df der Schl\u00fcssel dazu darin lag, die Armut auf der ganzen Welt auszurotten und mehr Republiken zum Bl\u00fchen zu bringen, und zwar nicht, indem wir in ihre L\u00e4nder einmarschieren und die Regierungen st\u00fcrzen, sondern indem wir ihnen die M\u00f6glichkeit geben, das zu entwickeln, was LaRouche eine vollwertige Wirtschaft nennen w\u00fcrde. Dies w\u00fcrde es dem Britischen Empire erschweren, seinen destabilisierende Drogen- und Sklavenhandel zu betreiben. Man sagt, die Briten h\u00e4tten als erste die Sklaverei abgeschafft? Doch was ist mit der Britischen Ostindien-Kompanie?<\/p>\n<p>Wir wurden Opfer weiterer Attentate: Garfield und McKinley; beide waren \u00fcberzeugte Bef\u00fcrworter der Entwicklung der transkontinentalen Eisenbahn nach Iberoamerika. Ihre Pl\u00e4ne h\u00e4tten es niemals zugelassen, da\u00df die L\u00e4nder s\u00fcdlich unserer Grenze zu Drogenproduzenten f\u00fcr das Britische Empire werden, das in bestimmten Gegenden der Vereinigten Staaten immer noch florierte &#8211; vor allem an der Wall Street und bei den Bostoner Brahmanen.<\/p>\n<p>Mit FDR kehrten wir dann zu den Prinzipien von Alexander Hamilton zur\u00fcck &#8211; und das war kein Zufall, denn einer der Vorfahren von Franklin Roosevelt, Isaac Roosevelt, war schon Generationen zuvor ein Mitarbeiter Hamiltons gewesen. Da es ihm nicht gelang, gegen die verfassungswidrige Federal Reserve vorzugehen, nutzte FDR die Reconstruction Finance Corporation, um Milliarden von Dollar an Krediten f\u00fcr den Bau von Tausenden von neuen Schulen, Stra\u00dfen, Br\u00fccken, Kraftwerken, Post\u00e4mtern, Kl\u00e4ranlagen, Krankenh\u00e4usern und anderen Gro\u00dfprojekten zu vergeben. Besonders hervorzuheben ist die Tennessee Valley Authority, die einen der \u00e4rmsten, malariaverseuchten und r\u00fcckst\u00e4ndigsten Teil der Nation in einen der produktivsten Teile der Vereinigten Staaten verwandelte. Wie schon nach dem B\u00fcrgerkrieg, so kamen auch nach dem Zweiten Weltkrieg Delegationen aus aller Welt, um die mehr als 16 neuen D\u00e4mme zu besichtigen, die von der TVA gebaut worden waren und die billigen Strom im \u00dcberfluss erzeugten, verbunden mit Durchbr\u00fcchen bei D\u00fcngemitteln und dem Hochwasserschutz, wodurch die Produktion von Nahrungsmitteln und anderen G\u00fctern in der Region um Gr\u00f6\u00dfenordnungen gesteigert wurde. Eine Delegation kam sogar aus China. Der Erfolg der TVA inspirierte ihre Pl\u00e4ne zum Bau des Drei-Schluchten-Damms. Selbst in Afghanistan entstand die Helmand Water Authority nach dem Vorbild der Tennessee Valley Authority.<\/p>\n<p>Aber die Briten hatten daf\u00fcr gesorgt, da\u00df der Zweite Weltkrieg in die L\u00e4nge gezogen wurde, so da\u00df Franklin Roosevelt nicht mehr leben w\u00fcrde, um das Ende des Krieges und das Ende des Kolonialismus einzuleiten, wie er es beabsichtigt hatte. Franklin Roosevelt h\u00e4tte niemals zwei Atombomben auf Japan abgeworfen. Das FBI und die McCarthy-Hexenjagd dominierten die politische B\u00fchne, wobei Pr\u00e4sident Eisenhower nur eine willkommene Atempause bildete. Dann wurde John F. Kennedy Pr\u00e4sident, den Eleanor Roosevelt unterst\u00fctzte und ihm Ratschl\u00e4ge gab. Pr\u00e4sident John F. Kennedy belebte die Hamiltonischen Prinzipien neu. Wir begannen wieder zu bauen. Er wollte auch die Armut weltweit beseitigen und war ein Freund von Patrice Lumumba, der 1961, kurz nach Kennedys Wahl, ermordet wurde.<\/p>\n<p>Dann wurde Kennedy selbst ermordet; Malcolm X, Martin Luther King und Robert Kennedy wurden alle innerhalb von f\u00fcnf Jahren get\u00f6tet. Der Vietnamkrieg, den Kennedy eigentlich beenden wollte, wurde mit voller Wucht ausgeweitet; das nachindustrielle, gr\u00fcne, menschenfeindliche Blumenkinderprojekt des britischen Tavistock-Instituts und der CIA wurde zu unserer Kultur, und wir verloren den Verstand.<\/p>\n<p>Genau zu dieser Zeit begann Lyndon LaRouche, einen harten Kern moralischer intellektueller Eliten an amerikanischen Universit\u00e4ten und sp\u00e4ter international zu rekrutieren. 1976 beschloss er, f\u00fcr das Amt des US-Pr\u00e4sidenten zu kandidieren, und 1983 fungierte er als Ronald Reagans geheimer Gespr\u00e4chskanal zur Sowjetunion in der Frage der strategischen Verteidigung. Die Sowjets lehnten LaRouches und Reagans Vorschlag ab, gemeinsam Laserwaffen gegen Atomraketen zu entwickeln, und die Sowjetunion brach deshalb wirtschaftlich zusammen, genau wie LaRouche es prophezeit hatte.<\/p>\n<p>Ende der 1980er Jahre versammelten die Geheimdienste und ihre Propagandaorgane in der New York Times und anderswo, die alle von Wall-Street-Gaunern finanziert wurden, die Get-LaRouche-Taskforce, die nicht nur LaRouches Fusion Energy Foundation, sein Anti-Drogen-Magazin Krieg dem Rauschgift und seine Zeitung zum Schweigen brachte, sondern ihn und mehr als ein Dutzend seiner Mitarbeiter inhaftierte. Der ehemalige US-Justizminister Ramsey Clark bezeichnete dieses Vorgehen als die am l\u00e4ngsten andauernde und am weitesten reichende Operation, mit der ein f\u00fchrender Politiker seiner Zeit seines Wissens \u201ekaltgestellt\u201c wurde. Vielleicht ist das der Grund, warum die Amerikaner ihren Weg verloren haben, w\u00e4hrend die F\u00fchrer Ru\u00dflands, Chinas, Brasiliens, S\u00fcdafrikas, Indiens und so vieler anderer Nationen endlich das Joch des britischen \u201eTeile und Herrsche\u201c-Spiels absch\u00fctteln.<\/p>\n<p>Wenn wir bei Verstand w\u00e4ren, w\u00fcrden wir uns \u00fcber diese l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Erf\u00fcllung der Prinzipien der Amerikanischen Revolution freuen. Stattdessen lassen wir uns von der Wut und Frustration \u00fcber unsere selbstverschuldete Unterdr\u00fcckung so sehr beugen, da\u00df wir die Realit\u00e4t nicht mehr sehen.<\/p>\n<p>Aber gl\u00fccklicherweise sind wir eine Nation von Einwanderern, und die L\u00fcgner und Verr\u00e4ter in den Mainstream-Medien und in unseren Regierungsbeh\u00f6rden werden nicht in der Lage sein, die Nachrichten f\u00fcr immer zu unterdr\u00fccken. Die Wahrheit \u00fcber die \u00dcberwindung des Kolonialismus sickert durch, und ich bin optimistisch, da\u00df der Feind nicht in der Lage sein wird, sie aufzuhalten. Meine gr\u00f6\u00dfte Bef\u00fcrchtung &#8211; abgesehen davon, da\u00df wir einen Atomkrieg anzetteln k\u00f6nnten, um den Fortschritt zu stoppen &#8211; ist, da\u00df die Amerikaner, wenn das alte stinkende Monster zusammenbricht, nur auf ihre schmutzigen Socken schauen und nicht in die Sterne, denn das w\u00e4re unser Weg, den wir zusammen mit unseren Br\u00fcdern und Schwestern der gesamten menschlichen Gattung weltweit gehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Scott Ritter <\/strong>(USA), ehemaliger UN-Waffeninspektor im Irak: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sI0sTsvxnJo\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sI0sTsvxnJo\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDas Weltbild der NATO st\u00f6\u00dft mit der Realit\u00e4t zusammen\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Das Weltbild der NATO st\u00f6\u00dft mit der Realit\u00e4t zusammen<\/p>\n<p class=\"western\">Von Scott Ritter<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Scott Ritter war UN-Waffeninspekteur im Irak. F\u00fcr die Konferenz des Schiller-Instituts am 9. September \u00fcbermittelte er den folgenden Videobeitrag. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Ich gr\u00fc\u00dfe Sie aus Bethlehem, New York. Ich m\u00f6chte Helga Zepp-LaRouche und dem Schiller-Institut daf\u00fcr danken, da\u00df sie mir die Gelegenheit geben, zu Ihnen zu sprechen. Das Thema, \u00fcber das ich reden werde, ist der gegenw\u00e4rtige Kurs der NATO. Welche Auswirkungen hat die derzeitige Haltung der NATO auf die geopolitischen Realit\u00e4ten der Welt?<\/p>\n<p class=\"western\">Um diese Frage zu beantworten, m\u00fcssen wir zun\u00e4chst dar\u00fcber nachdenken, warum die NATO \u00fcberhaupt existiert. Die NATO wurde von den westeurop\u00e4ischen M\u00e4chten, sozusagen als transatlantische Gemeinschaft, nach dem Zweiten Weltkrieg gegr\u00fcndet, um sich gegen die Bedrohung durch die Sowjetunion zu sch\u00fctzen, insbesondere gegen ihre dauerhafte Pr\u00e4senz in Osteuropa. Man war besorgt, da\u00df sich in Westeuropa in den durch jahrelange Konflikte geschw\u00e4chten Volkswirtschaften und sozialen und politischen Strukturen der Kommunismus ausbreiten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"western\">Die NATO wurde daher nicht nur als Bollwerk gegen die Ausdehnung der sowjetischen Macht gesehen, sondern auch als Instrument zur St\u00e4rkung der demokratischen Institutionen in Europa. Lord Hastings, der erste Generalsekret\u00e4r der NATO, sagte einmal im Scherz, der Zweck der NATO sei es, \u201edie Amerikaner drinnen, die Deutschen drunten und die Russen drau\u00dfen zu halten\u201c. Gehen wir einmal davon aus, da\u00df er genau das wiedergegeben hat, was die NATO urspr\u00fcnglich bewirken sollte.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber Jahrzehnte sp\u00e4ter, mit dem Fall der Berliner Mauer, der Wiedervereinigung Deutschlands und schlie\u00dflich dem Zusammenbruch der Sowjetunion, verlor die NATO ihre Existenzberechtigung. Die Russen waren raus, die Deutschen waren nicht mehr am Boden, sondern richteten sich auf. Und ehrlich gesagt, gab es f\u00fcr die Vereinigten Staaten keinen Grund mehr, in der NATO zu bleiben. Die NATO hatte ihre Schuldigkeit getan, sie hatte dem sowjetischen Druck standgehalten und die sowjetische Expansion verhindert. Sie hatte ihre Aufgabe gut erf\u00fcllt; es war Zeit f\u00fcr die NATO, abzutreten.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber die NATO weigerte sich abzutreten, denn sie war nicht nur ein Milit\u00e4rb\u00fcndnis, sondern auch eine politische Institution. Eine politische Institution, die eng mit der Entstehung und Erweiterung der Europ\u00e4ischen Union und mit der amerikanischen Hegemonie verbunden ist. Die NATO ist eine Erweiterung der amerikanischen nationalen Sicherheits- und Au\u00dfenpolitik. Sie ist ein Instrument, das von den Amerikanern eingesetzt wird, und die Amerikaner hatten nicht vor, dieses Instrument einfach aufzugeben. Nein, sie versuchten, aus dem Verteidigungsb\u00fcndnis NATO ein Element der amerikanischen \u201eTrickkiste\u201c zu machen, wenn es darum ging, Macht nicht nur regional, sondern global zu projizieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir haben erlebt, wie die NATO 1999 in einen offensiven Angriffskrieg gegen Serbien verwickelt wurde; wir haben erlebt, wie die NATO 2011 in einen offensiven Angriffskrieg gegen Libyen verwickelt wurde, um einen Regimewechsel herbeizuf\u00fchren. Wir haben erlebt, wie sich die NATO nach den Terroranschl\u00e4gen vom September 2001 in Amerika an Bem\u00fchungen um \u201eNationenaufbau\u201c in Afghanistan beteiligt hat; dazu NATO-Ausbildungsmissionen im Irak und NATO-Ausbildungsmissionen in Syrien. Wir sehen, da\u00df die NATO versucht, in den Persischen Golf zu expandieren, und in j\u00fcngster Zeit sehen wir, wie die NATO &#8211; ein transatlantisches B\u00fcndnis &#8211; versucht, ihre Pr\u00e4senz in den Pazifik auszuweiten. Das alles geschieht nicht, weil die NATO oder Europa es brauchen, sondern weil die Vereinigten Staaten es so wollen.<\/p>\n<p class=\"western\">Auch hier spiegelt sich die Realit\u00e4t wider, da\u00df die NATO eine Erweiterung der amerikanischen Macht ist, nicht mehr und nicht weniger. Sie vertritt nicht die legitimen nationalen Sicherheitsinteressen Europas. Das k\u00f6nnte sie auch gar nicht, denn sonst w\u00e4re sie nicht in den laufenden Konflikt gegen Ru\u00dfland in der Ukraine verwickelt.<\/p>\n<p class=\"western\">Europas Wirtschaft wird demontiert<\/p>\n<p class=\"western\">Werfen wir einen Blick auf den wirtschaftlichen Wohlstand Europas, wie er sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Europa erholte sich vom Zweiten Weltkrieg, es baute seine Wirtschaft wieder auf. Die Volkswirtschaften erm\u00f6glichten es, effektive Gesundheitsversorgung, Sozialprogramme, Rentenleistungen und vieles mehr zu finanzieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Und warum? Ehrlich gesagt nur aus einem einzigen Grund &#8211; billige russische Energie. Dank der Verf\u00fcgbarkeit von russischem Gas und russischem \u00d6l in gro\u00dfen Mengen zu erschwinglichen Preisen war Europa in der Lage, im Laufe der Jahrzehnte Hunderte von Milliarden, wenn nicht gar Billionen an nationalen Ressourcen zu sammeln, die an anderer Stelle investiert werden konnten. H\u00e4tten sie statt dessen f\u00fcr die von ihnen verbrauchte Energie den Marktwert bezahlen m\u00fcssen, so h\u00e4tten das Wachstum der europ\u00e4ischen Industrie und die Anh\u00e4ufung von Reichtum, den die europ\u00e4ischen Staaten zum Nutzen ihrer Bev\u00f6lkerung verteilen konnten, nicht stattgefunden.<\/p>\n<p class=\"western\">Doch f\u00fcr die Vereinigten Staaten war das inakzeptabel. Wenn die Vereinigten Staaten die Interessen Europas im Auge h\u00e4tten, h\u00e4tten sie einen Weg gefunden, um Europa die M\u00f6glichkeit zu geben, die Verbindung mit Ru\u00dfland im Energiebereich aufrechtzuerhalten. Aber genau das haben wir nicht getan. Statt dessen haben wir versucht, Europa von der russischen Energie abzuschneiden, und damit haben wir die europ\u00e4ische Wirtschaft zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"western\">Heute sehen wir die deutsche Industrie im freien Fall. Die Deindustrialisierung findet statt, w\u00e4hrend wir hier sprechen. Das gleiche gilt f\u00fcr Frankreich, Gro\u00dfbritannien und andere europ\u00e4ische L\u00e4nder. Indem diese NATO-Staaten sich an die amerikanische Politik ketten, zerst\u00f6ren sie die eigenen Nationalstaaten, aus denen sich die NATO zusammensetzt.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Mythos der Einigkeit der NATO<\/p>\n<p class=\"western\">Ein weiterer Mythos ist, da\u00df die gesamte NATO \u201emit einer Stimme spricht\u201c. In vielerlei Hinsicht tut sie das auch, denn die einzige Stimme, die die NATO jemals zum Ausdruck bringen kann, ist die amerikanische. Sie kann einen norwegischen Akzent haben, so wie derzeit bei ihrem Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg. Sie kann auch einen belgischen oder deutschen Akzent haben, aber es ist eine amerikanische Stimme, dar\u00fcber sollte sich niemand Illusionen machen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die amerikanische Stimme mu\u00df den Eindruck erwecken, da\u00df die NATO eine erfolgreiche Organisation ist. Aber wenn Sie sich die NATO ansehen, werden Sie verstehen, da\u00df die amerikanische Rhetorik &#8211; ob mit norwegischem Akzent oder nicht -, wonach die NATO noch nie so geeint und so stark war wie heute, leere Worte sind.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie kann eine Organisation behaupten, geeint zu sein, wenn der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld an einem der kritischsten Punkte ihrer modernen Auspr\u00e4gung &#8211; n\u00e4mlich 2002, am Vorabend der US-gef\u00fchrten Invasion im Irak &#8211; vom \u201ealten\u201c und \u201eneuen\u201c Europa spricht? Schon damals haben wir einen Bruch, einen Trennungspunkt in Europa erzeugt, wonach es diejenigen gibt, die \u201ef\u00fcr\u201c uns sind, in diesem Fall das Neue Europa &#8211; Polen, die baltischen Staaten, die anderen osteurop\u00e4ischen Nationen, die fr\u00fcher Teil des Sowjetblocks waren &#8211; und diejenigen, die \u201egegen\u201c uns sind. Das sind Frankreich, Deutschland, Italien, die Nationen, die damals nicht mit unserer Politik im Irak einverstanden waren. Wir haben diese Kluft geschaffen, und diese Kluft besteht auch heute noch.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber es gibt noch weitere Gr\u00e4ben. Wie kann man von der Einheit der NATO sprechen, wenn ein Land wie die T\u00fcrkei, ein NATO-Mitglied, sich der NATO-Erweiterung durch Schweden und Finnland widersetzt, weil deren Politik mit den nationalen Sicherheitszielen der T\u00fcrkei unvereinbar ist, insbesondere im Hinblick auf die Unterst\u00fctzung kurdischer Separatistengruppen? Die NATO soll ein gemeinsames B\u00fcndnis sein, aber ein Land &#8211; die T\u00fcrkei &#8211; hat erkl\u00e4rt, da\u00df es eine existentielle Bedrohung f\u00fcr ihr \u00dcberleben gibt, die von den NATO-Beitrittskandidaten unterst\u00fctzt wird. Sie lehnt dies also ab. Ist das Einigkeit?<\/p>\n<p class=\"western\">Auch wenn die T\u00fcrkei in der Frage Finnlands nachgegeben hat, mu\u00df sie noch Schweden zustimmen. Und selbst wenn sie das tut, dann nur unter Zwang oder durch Bestechung. Einigen Presseberichten zufolge wurde der T\u00fcrkei von den Vereinigten Staaten der Zugang zu F-16-Kampfflugzeugen angeboten, wenn sie Schweden den Beitritt zur NATO gestatten.<\/p>\n<p class=\"western\">Doch dann stellte sich heraus, da\u00df der US-Kongre\u00df dagegen ist. Der Kongre\u00df ist der Ansicht, da\u00df die T\u00fcrkei, wenn sie F-16-Kampfflugzeuge erh\u00e4lt, diese in einem Krieg in der \u00c4g\u00e4is gegen Griechenland einsetzen k\u00f6nnte. Griechenland ist ein NATO-Mitglied! Die T\u00fcrkei ist ein NATO-Mitglied! Wie kann man von Einheit sprechen, wenn man bef\u00fcrchtet, da\u00df ein NATO-Mitglied, wenn man ihm Waffen liefert, diese in einem bewaffneten Konflikt gegen ein anderes Mitglied einsetzen k\u00f6nnte? Die NATO ist nicht geeint.<\/p>\n<p class=\"western\">Es gibt Ger\u00fcchte \u00fcber eine NATO-Erweiterung. In der NATO war die Rede davon, in den Pazifik vorzusto\u00dfen. Aber das wurde von Frankreich abgelehnt, dessen Regierungschef Emmanuel Macron sagte, die NATO sei eine Organisation des Nordatlantikvertrags und es gebe keinen Grund, ein Verbindungsb\u00fcro im Pazifik zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Auch hier geht es um interne Streitigkeiten in diesem sogenannten \u201eeinigen\u201c B\u00fcndnis. Es hei\u00dft, aufgrund des Konflikts in der Ukraine sei die NATO st\u00e4rker als je zuvor; im Zuge des Gipfels von Vilnius wurde davon gesprochen, die milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten der NATO zu erweitern und eine 300.000 Mann starke Schnelle Eingreiftruppe zu schaffen. Aber diese Truppe existiert nur in den K\u00f6pfen von Jens Stoltenberg und seinen amerikanischen Herren. Sie existiert nur auf dem Papier. Und es stellt sich die Frage, ob die scheiternden Volkswirtschaften der europ\u00e4ischen NATO-Mitglieder die Kosten f\u00fcr den Aufbau dieser Streitkr\u00e4fte, die wir laut Jens Stoltenberg wegen der russischen Bedrohung brauchen, \u00fcberhaupt tragen und aufrechterhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das f\u00fchrt uns zu dem Konflikt in der Ukraine. Die NATO hat der Ukraine ihre Unterst\u00fctzung zugesagt. Nicht direkt, es gibt keine Truppen vor Ort, aber die NATO hat ihre Waffenarsenale entbl\u00f6\u00dft, um die Ukraine zu unterst\u00fctzen; sie leert ihre Schatzkammern, um die Ukraine zu unterst\u00fctzen. Die NATO hat gesagt, ein russischer Sieg in der Ukraine w\u00e4re ein Sieg \u00fcber die NATO und deshalb d\u00fcrfe die NATO niemals zulassen, da\u00df Ru\u00dfland gewinnt. Aber Ru\u00dfland gewinnt und die NATO kann nichts dagegen tun.<\/p>\n<p class=\"western\">Tatsache ist, da\u00df die NATO ein gescheitertes und scheiterndes B\u00fcndnis ist. Sie hat eine begrenzte Lebensdauer. Die Vorstellung, da\u00df die NATO weitere 75 Jahre \u00fcberleben wird, ist l\u00e4cherlich. Die NATO kann von Gl\u00fcck sagen, wenn sie noch f\u00fcnf, h\u00f6chstens zehn Jahre \u00fcberlebt. Die NATO ist eine Organisation, die ihre Existenzberechtigung verloren hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Au\u00dferdem wird den europ\u00e4ischen Mitgliedern allm\u00e4hlich klar, da\u00df, wenn sie in der NATO bleiben, ihre nationalen Sicherheitsinteressen &#8211; ob legitim oder nicht &#8211; immer den nationalen Sicherheitsinteressen der USA untergeordnet sein werden, die nicht das Wohl Europas im Sinn haben. Ich m\u00f6chte die Europ\u00e4er noch einmal daran erinnern, da\u00df das, was mit ihrer Wirtschaft passiert ist, nicht an Ru\u00dfland liegt, sondern an den Vereinigten Staaten. Die NATO hat Mitglieder auf der einen Seite des Atlantiks und auf der anderen Seite. Die Mitglieder auf der einen Seite des Atlantiks &#8211; die Vereinigten Staaten und Kanada &#8211; scheren sich nicht um Europa. Europa ist f\u00fcr sie nicht dazu da, um als enger Verb\u00fcndeter behandelt zu werden; es ist dazu da, um zum eigenen Vorteil ausgenutzt zu werden, insbesondere zum Vorteil der Vereinigten Staaten. Es ist an der Zeit, da\u00df die europ\u00e4ischen Mitglieder der NATO das erkennen und sich f\u00fcr einen europ\u00e4ischen Sicherheitsrahmen mit Ru\u00dfland einsetzen, der die legitimen nationalen Sicherheitsinteressen Europas und Ru\u00dflands respektiert, um sicherzustellen, da\u00df die beiden Seiten nie wieder in einen Konflikt verwickelt werden, sei es direkt oder durch Stellvertreter. Beide Seiten werden davon profitieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Nat\u00fcrlich werden die Vereinigten Staaten dies ablehnen, so da\u00df der wahre Kampf f\u00fcr die NATO in Zukunft der interne politische Kampf zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den Vereinigten Staaten sein wird, w\u00e4hrend sie mit konkurrierenden Visionen dar\u00fcber ringen, wie Europa an einer sich ver\u00e4ndernden globalen Dynamik teilnehmen sollte. Das Zeitalter des amerikanischen Hegemons ist vorbei. Der Aufstieg der multipolaren Realit\u00e4t hat uns eingeholt. Es ist an der Zeit, da\u00df Europa sich entscheidet, ob es Teil eines Gewinnerteams sein will, und das ist nat\u00fcrlich die Multipolarit\u00e4t, oder ob es mit der Titanic in Form der amerikanischen Singularit\u00e4t untergehen will?<\/p>\n<p class=\"western\">Ich danke Ihnen, da\u00df Sie mir die Gelegenheit zu diesem Beitrag gegeben haben, und ich w\u00fcnsche Ihnen, Helga, dem Schiller-Institut und allen Teilnehmern dieser Konferenz alles Gute.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Diskussionsrunde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Panel 2: Ein neues Paradigma in der Geschichte der Menschheit nimmt Gestalt an<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Samstag, 9. September, 19:00 Uhr MESZ<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Moderator: <strong>Stephan Ossenkopp<\/strong>, Schiller-Institut (Deutschland) und <strong>Lyndon LaRouche<\/strong> (U.S.), Wissenschaftler und \u00d6konom (1922-2019), Video-Pr\u00e4sentation: <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=70zDwy806vQ&amp;t=403s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=70zDwy806vQ&amp;t=403s\" target=\"_blank\">Das Ende der Globalisierung &#8211; Das Zeitalter der \u201eIdee\u201d beginnt<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Beitrag von Lyndon LaRouche lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Neue Alternativen angesichts des Endes der Globalisierung<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Lyndon LaRouche<\/p>\n<p class=\"vor\">Zu Beginn der zweiten Sitzung der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9. September wurden Ausz\u00fcge aus dem Videomitschnitt einer Rede gezeigt, die Lyndon LaRouche am 5. Nov. 2002 an der Autonomen Universit\u00e4t des mexikanischen Bundesstaates Coahuila in Saltillo gehalten hat. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>In S\u00fcdamerika sehen wir, da\u00df Argentinien zerst\u00f6rt wurde, insbesondere seit 1982. Wir sehen, da\u00df Bolivien jetzt Gefahr l\u00e4uft, wieder in eine Drogendiktatur zur\u00fcckzufallen. Wir sehen \u00e4hnliche Krisen an den Grenzen mit Brasilien und Argentinien, Paraguay und Uruguay. Wir sehen den Verlust der Souver\u00e4nit\u00e4t Perus durch einen Putsch, der unter der Leitung von Pr\u00e4sident Clinton organisiert wurde&#8230;<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig hat es Brasilien mit einer ungeheuren Last zu tun. Es gibt keine M\u00f6glichkeit, da\u00df Brasilien die Schulden tragen kann, die ihm jetzt auferlegt werden. Diese Schulden sind nicht wirklich selbst verschuldet. Die Schulden wurden dem Land von internationalen Institutionen auferlegt unter starkem Druck der Vereinigten Staaten, einschlie\u00dflich der Dollarisierung der brasilianischen Schulden im Jahr 1989, was eine Trag\u00f6die war.<\/p>\n<p>Es gibt keine M\u00f6glichkeit, diese Schulden unter diesen Bedingungen zu bezahlen. Der IWF verlangt, da\u00df Brasilien Zugest\u00e4ndnisse gegen\u00fcber allen Anforderungen der M\u00e4rkte macht, die im Wesentlichen korrupt sind. J.P. Morgan, Chase und Citibank sind im Grunde bankrott, und ohne die Macht der Vereinigten Staaten als physische Macht, w\u00e4ren sie tats\u00e4chlich bankrott. Es gibt f\u00fcr sie keine Hoffnung f\u00fcr die Zukunft, unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen.<\/p>\n<p>Dies gilt auch f\u00fcr das Bankensystem der Vereinigten Staaten im Allgemeinen. Das Federal Reserve System der Vereinigten Staaten ist heute bankrott und wird nur durch die politische Macht der Vereinigten Staaten aufrechterhalten. Die Bankensysteme in Europa sind bankrott. Die Zentralbankensysteme sind bankrott, und das ist der Zustand in weiten Teilen der Welt.<\/p>\n<p>Der IWF \u2013 der zusammen mit der Weltbank f\u00fcr diesen Bankrott verantwortlich ist, der sich im Laufe der Jahre entwickelt hat \u2013 kommt jetzt nach Brasilien und sagt: \u201eBrasilien, ihr seid schlecht. Ihr seid schlecht. Ihr m\u00fc\u00dft unsere Vormundschaft akzeptieren. Wir, die euch ruiniert haben, sind gekommen, um euch zu helfen, indem wir euch noch mehr ruinieren.\u201c<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde passieren, wenn Brasilien vor dem IWF kapitulierte, und alles akzeptierte, das den Forderungen \u00e4hnelt, die der IWF an das Land stellt? Brasilien w\u00fcrde sterben! Es w\u00fcrde sich aufl\u00f6sen, und zwar schnell. Nicht \u00fcber mehrere Jahre, sondern \u00fcber Monate!<\/p>\n<p>Sehen Sie sich die Zahlen an. Nehmen Sie die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse. Nehmen Sie die Kosten f\u00fcr den Schuldendienst. Nehmen Sie die Auswirkungen dieser Bedingungen und den Zusammenbruch der brasilianischen Wirtschaft. Schauen Sie, was mit Argentinien passiert, und sehen Sie, da\u00df das, was in Argentinien passiert ist, jetzt mit voller Wucht auf Brasilien \u00fcbergreift&#8230;<\/p>\n<p>Wenn Brasilien Widerstand leistet und sich nicht unterwirft, k\u00f6nnte es \u00fcberleben. Wenn der durchschnittliche Zinssatz in Brasilien unter 10% gehalten und geeignete Bedingungen f\u00fcr die Refinanzierung der Schulden geschaffen w\u00fcrden, k\u00f6nnte Brasilien \u00fcberleben und Teil einer Erholungsperspektive f\u00fcr die Hemisph\u00e4re sein. Aber wenn Brasilien unter diesen Bedingungen \u00fcberlebte, w\u00fcrde der IWF bankrott gehen. Unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden k\u00f6nnte er diese Art der finanziellen Umstrukturierung nicht verkraften.<\/p>\n<p>So oder so, der IWF ist in seiner jetzigen Form tot. Wenn er sich durchsetzt, stirbt er. Wenn er scheitert, stirbt er. Dies gibt Ihnen einen Hinweis auf das, was wir als systemische Krise bezeichnet haben, im Gegensatz zu den Leuten, die lediglich das statistische Ph\u00e4nomen der Boom-Bust-Zyklen studieren. Das ist kein zyklisches Ph\u00e4nomen&#8230;<\/p>\n<h3>Es gibt L\u00f6sungen<\/h3>\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich L\u00f6sungen. Ich habe mich f\u00fcr solche L\u00f6sungen eingesetzt. Vor kurzem wurde in der italienischen Abgeordnetenkammer mehrheitlich f\u00fcr einen Vorschlag gestimmt, den ich vorgelegt hatte. Die italienische Regierung hat sich mit diesem Votum implizit verpflichtet, mit anderen Regierungen zusammenzuarbeiten, um das Weltw\u00e4hrungssystem zu reorganisieren, um zu einer Bretton-Woods-Formel der Art zur\u00fcckzukehren, die wir von 1945 bis 1964 hatten. Dieses Modell soll verwendet werden: feste Wechselkurse, ein protektionistisches System zur F\u00f6rderung der Produktion und \u00e4hnliche Programme, um sicherzustellen, da\u00df wir wieder auf einen Wachstumspfad zur\u00fcckkehren. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen die Welt einer Konkurssanierung unterziehen, so wie man es bei jedem Konkurs tut&#8230;<\/p>\n<p>Wir, als Staaten, m\u00fcssen den Kredit erzeugen \u2013 Kredit f\u00fcr gro\u00dfangelegte Infrastrukturprogramme und zur F\u00f6rderung privater Investitionen. Dieser Kredit wird langfristig, d.h. \u00fcber 25 Jahre oder mehr in der Regel zu einfachen Zinss\u00e4tzen von 1-2%&nbsp; als staatlicher Kredit f\u00fcr gro\u00dfe Infrastrukturen verwendet; zur F\u00f6rderung der Besch\u00e4ftigung, zum Bau von Eisenbahnen, f\u00fcr die Wasserversorgung, die Energieversorgung und so weiter, die f\u00fcr die Gesellschaft notwendig sind. Dies wird die private Besch\u00e4ftigung anregen.<\/p>\n<p>Wir werden auch Kredite in kreditw\u00fcrdige Bereiche privater Investitionen stecken, um die Landwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe zu f\u00f6rdern, um andere notwendige Dinge aufzubauen, und wir werden aus diesem Schlamassel herauskommen&#8230;<\/p>\n<p>Ich schlage vor, da\u00df wir die Welt mit dem Blick auf bestimmte L\u00e4nder betrachten, die technologisch gesehen Quellen der Entwicklung sind. In anderen L\u00e4ndern, einschlie\u00dflich China und Indien \u2013 die relativ gesehen keine wohlhabenden L\u00e4nder sind \u2013 gibt es auch Quellen des technologischen Fortschritts. Sie haben bestimmte Industrien, bestimmte Techniken, aber nicht genug, um den Gesamtbedarf ihrer Bev\u00f6lkerung zu decken.<\/p>\n<p>Unser Vorschlag lautete: Man nehme die Gebiete Eurasiens, baue Quellen des technologischen Fortschritts auf, um langfristig technologisch notwendiges Kapital in Gebiete mit geringem Technologiepotential zu \u00fcbertragen. Und genauso nimmt man Gebiete wie das Landesinnere Chinas (im Gegensatz zu den K\u00fcstenregionen) und andere L\u00e4nder, und man beginnt, ihre Produktivit\u00e4t \u00fcber eine Generation oder l\u00e4nger aufzubauen.<\/p>\n<p>Auf dieser Grundlage kann man durch langfristige Kredite mit einer Laufzeit von 25 Jahren oder in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung Kredite schaffen und ausgeben, um den Flu\u00df von Hochtechnologieexporten aus den Gebieten zu finanzieren, die Quellen der Technologie sind, in L\u00e4nder, die diese Technologie dringend ben\u00f6tigen. Wir k\u00f6nnten es so organisieren, da\u00df sie in diesen 25 Jahren in der Lage sind, sich von dem freizukaufen, was wir ihnen als Kredit gegeben haben.<\/p>\n<p>Ich habe das 1992 vorgeschlagen, und diese L\u00e4nder haben akzeptiert, was ich die Eurasische Landbr\u00fccke nenne&#8230;<\/p>\n<p>Aber heute haben wir neue Technologien. Was ich vorschlage, ist die Schaffung von Entwicklungskorridoren, von Gebieten wie Rotterdam in Europa, bis zu Orten wie Pusan an der Spitze Koreas, auf der anderen Seite Asiens. Diese Entwicklungskorridore verlaufen auch durch den n\u00f6rdlichen Teil Ru\u00dflands und Kasachstans bis nach China und Zentralasien, und der s\u00fcdliche Teil verl\u00e4uft entlang der K\u00fcste des Indischen Ozeans, nach Indien und so weiter, nach Indochina und \u00fcber andere Routen.<\/p>\n<p>Diese Entwicklungskorridore h\u00e4tten eine Breite von 50-100 Kilometern, d.h. sie umfassen die Hauptverkehrswege, Wasserleitungen, Energieerzeugungs- und -verteilungszentren, um so die Industrie- und landwirtschaftliche Zentren in Gebieten zu versorgen, die heute weitgehend unterentwickeltes oder brachliegendes Land sind. Und indem sie Gebiete durchkreuzen, die gr\u00f6\u00dftenteils \u00d6dland sind, das aber die gr\u00f6\u00dfte Konzentration an Bodensch\u00e4tzen auf diesem Planeten hat, w\u00fcrden wir dieses Gebiet in eine Wachstumsregion f\u00fcr ganz Asien verwandeln.<\/p>\n<p>Dieses Programm wird nun schrittweise und allm\u00e4hlich in die Tat umgesetzt. Die Bem\u00fchungen unter anderem Chinas und Ru\u00dflands, den Bau einer Eisenbahnverbindung zwischen Nord- und S\u00fcdkorea zu forcieren, bedeuten eigentlich die Schaffung einer Eisenbahnverbindung von Pusan nach Rotterdam, durch China und durch Ru\u00dfland. Und das ist bereits in Gange&#8230;<\/p>\n<h3>Die Regierungen m\u00fcssen ein neues System schaffen<\/h3>\n<p>Das Problem besteht darin, die Menschen und insbesondere die Regierungen dazu zu bringen, zu akzeptieren, da\u00df dieses System hoffnungslos bankrott ist. Man versuche nicht, sich dem System anzupassen, sondern das System mu\u00df ersetzt werden.<\/p>\n<p>Wie kann das gehen? Das geht mit der Autorit\u00e4t der Regierung, einer souver\u00e4nen Regierung, einer Gruppe von souver\u00e4nen Regierungen, die ihre Bankensysteme eine Konkurssanierung unterziehen, ein neues System von Nationalbanken unter einer nationalen Regierung schaffen, Kredite mobilisieren, das Gemeinwohl sch\u00fctzen, Stabilit\u00e4t erhalten, Vollbesch\u00e4ftigung f\u00f6rdern, Wachstumsbereiche finden, in denen Kredite konzentriert werden k\u00f6nnen, sowohl im \u00f6ffentlichen Sektor, in der Infrastruktur, als auch im Privatsektor. Nur die Regierungen k\u00f6nnen das tun. Das ist die souver\u00e4ne Macht der Regierung als echter Souver\u00e4n&#8230;<\/p>\n<p>Deshalb mu\u00df die Basis der Wirtschaft aufgebaut werden. Und 50% einer jeden modernen Wirtschaft, die kompetent konzipiert ist, sind Investitionen in die Infrastruktur, nicht in die Produktion: Transport, Stromerzeugung und -verteilung, Wasserversorgung und -management, Abwasserentsorgung, Gesundheitssysteme, Bildungssysteme, das sind die Grundpfeiler einer Wirtschaft. Der Zugang zu Bibliotheken und solchen Dingen ist ein wesentlicher Teil der Produktivkraft der Arbeit. Die F\u00e4higkeit, Waren effizient und schnell zu transportieren, in gro\u00dfem Umfang \u00fcberall hin zu transportieren, von einem Ort zum anderen zu gelangen, das ist entscheidend. Das haben wir aus den Augen verloren.<\/p>\n<p>Mein Spezialgebiet, auf das ich mich all die Jahre konzentriert habe, ist die physische Wirtschaft. Finanzwirtschaft? Das ist nichts. Buchhaltung? Das ist nichts. Das bedeutet nur, einzelne Punkte miteinander zu verbinden; das erfordert keinerlei F\u00e4higkeiten. Wir m\u00fcssen verstehen, wie wir investieren, und zwar in eine Kombination aus Infrastruktur und anderen Dingen, um einen generationen\u00fcbergreifenden Fortschritt zu erzielen und die Produktivkraft der Arbeit zu erh\u00f6hen&#8230;<\/p>\n<h3>Wie entwickelt sich Kultur?<\/h3>\n<p>Mein Anliegen ist also, Studenten ein Verst\u00e4ndnis zu vermitteln, was eine Idee im Sinne von Platon ist \u2013 Entdeckung, Hypothese, experimenteller Beweis, die Methode von Kepler. Sobald man wei\u00df, was eine Idee ist, ist man zu physikalisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen f\u00e4hig.<\/p>\n<p>Das l\u00e4\u00dft sich sehr leicht demonstrieren. Dann fragt man sich: \u201eWie entwickelt sich Kultur?\u201c Sie entwickelt sich auf der Grundlage der Weitergabe von Ideen, die solchen Entdeckungen entsprechen, von einer Generation zur n\u00e4chsten Generation. Das ist Geschichte! Archimedes, Eratosthenes, Platon und Archytas, das sind die Quellen der antiken wissenschaftlichen Methode. Sie leben heute in unserer Gesellschaft, weil die Wissenschaftler diese Entdeckungen nachgeahmt und auf das Verst\u00e4ndnis der modernen Wissenschaft heute angewandt haben.<\/p>\n<p>Die Weitergabe von Kultur \u00fcber Tausende von Jahren bis in die Gegenwart ist das Ergebnis der Erkenntnis, was eine Idee ist und wie wichtig es ist, diese Idee durch Bildungs- und \u00e4hnliche Prozesse von einer Generation zur n\u00e4chsten weiterzugeben, mit dem Ergebnis, da\u00df eine Generation entsteht, die pro Kopf mehr Macht \u00fcber das Universum hat als die vorherige Generation. Das ist Kultur! Ideen des klassischen Dramas, die Einsichten dar\u00fcber vermitteln, wie sich Menschen verhalten und wie sie sich falsch verhalten. Wie kann man das erreichen? Das ist, was wir brauchen.<\/p>\n<p>Buchhaltung ist simpel. Mit Mathematik zu spielen, zu addieren und subtrahieren und so weiter, das ist simpel. Aber das ist nicht Wirtschaft. Wirtschaft basiert auf dem Menschen, der kein Affe ist. Nur Menschen haben die F\u00e4higkeit, Ideen zu generieren, zu assimilieren, Ideen zu replizieren.<\/p>\n<p>Der Zweck von Ideen ist, zu wissen, da\u00df wir alle sterben werden. Wie verwenden wir also unser Talent im Leben? Was bedeutet unser Leben, nachdem wir nicht mehr sind? Was haben wir f\u00fcr die kommenden Generationen erfunden, das uns einen festen Platz im Spektrum der Raum-Zeit gibt? Das ist menschlich. Wir m\u00fcssen versuchen, Wissen in jedem m\u00f6glichen Bereich zu erlangen, den wir erreichen k\u00f6nnen, um die wundervollen Entdeckungen der Menschen vor uns zu entdecken, und sie an andere weiterzugeben, um eine Gesellschaft zu entwickeln, in der dies zum&nbsp; Standard wird \u2013 das ist Wirtschaft.<\/p>\n<p>Wirtschaft ist das, was eine Generation zum Nutzen der n\u00e4chsten zwei Generationen zu tun vermag.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen vielmals.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Dennis Small<\/strong> (Vereinigte Staaten), Schiller-Institut (USA): <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kYoXWT_2hc0&amp;t=252s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=kYoXWT_2hc0&amp;t=252s\" target=\"_blank\">\u201eEin Notfallprogramm zur Rettung Argentiniens, des j\u00fcngsten BRICS-Mitglieds\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Ein Notprogramm zur Rettung Argentiniens, <br>des j\u00fcngsten Mitglieds der BRICS<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Dennis Small, <br>Schiller-Institut<\/p>\n<p>Manchmal schreitet die Geschichte viel schneller voran, als die Menschen erwarten \u2013 auch die Menschen, die selbst die Hauptakteure in der Entwicklung dieser Geschichte sind. Und manchmal geht es schneller, als die Menschen es sich w\u00fcnschen. Die Geschehnisse auf dem BRICS-Gipfel zeigen, wie sich die Entwicklungen auf strategischer Ebene in einer Weise beschleunigen, die von den meisten Menschen nicht vorhergesehen wurde.<\/p>\n<p>Jetzt haben wir eine Entwicklung, bei der in weniger als zwei Monaten nach Abschlu\u00df dieses Gipfels die Existenz der BRICS und die Zukunft des Globalen S\u00fcdens und der globalen Mehrheit bei den Wahlen in Argentinien, den Pr\u00e4sidentschaftswahlen am 22. Oktober, tats\u00e4chlich in Frage gestellt wird.<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr ist folgender: Es gibt drei Kandidaten, die [bei den Vorwahlen] jeweils etwa ein Drittel der Stimmen erhalten haben. Zwei der drei \u2013 ich spreche von Javier Milei und Patricia Bullrich \u2013 sprechen sich beide offen daf\u00fcr aus, da\u00df Argentinien aus den BRICS austritt, noch bevor es am 1. Januar 2024 formell beitreten soll. Der dritte Kandidat, Sergio Massa, der auch Wirtschaftsminister der derzeitigen Regierung ist, w\u00fcrde ungeachtet seiner sonstigen Unzul\u00e4nglichkeiten wenigstens in den BRICS bleiben.<\/p>\n<p>Der IWF, die internationalen Banken, die Londoner City und die Wall Street haben mit ihren Wirtschaftskillern einen Finanzkrieg vom Zaun gebrochen, um Argentinien zu ruinieren und tun dazu verschiedene Dinge. Um es f\u00fcr jeden, der mit der amtierenden Regierung verbunden ist, unm\u00f6glich zu machen, die Wahlen zu gewinnen, haben sie eine hohe Inflation, extrem hohe Zinss\u00e4tze \u2013 120% \u2013, massive Kapitalflucht und enorme Armut in der Bev\u00f6lkerung verursacht.<\/p>\n<p>Ihre Absicht ist es, an Argentinien ein blutiges Exempel zu statuieren. Erstens soll das Land geschw\u00e4cht werden, damit es nicht den BRICS beitritt. Das w\u00fcrde dann auch eine Flanke gegen seinen Nachbarn Brasilien \u00f6ffnen, eines der f\u00fcnf Gr\u00fcndungsmitglieder der BRICS. Und es soll ein blutiges Exempel f\u00fcr die ganze Welt sein, um alle die 30 weiteren L\u00e4nder, die derzeit \u00fcber einen Beitritt zu den BRICS nachdenken, zu warnen: \u201eWenn ihr versucht, unser bankrottes System zu verlassen oder mit ihm zu brechen, werden wir euch von der Landkarte tilgen.\u201c<\/p>\n<h3>Es ist an der Zeit, ein neues System zu schaffen<\/h3>\n<p>Daher wird der Kampf um Argentinien schnell zum Kampf um die BRICS. Sie haben gerade die Rede von Lyndon LaRouche geh\u00f6rt, die er 2002 in Saltillo in Mexiko gehalten hat, und er hat darin darauf hingewiesen, da\u00df es jetzt an der Zeit sei, dieses System zu \u00e4ndern, Und er hatte recht.<\/p>\n<p>20 Jahre zuvor, am 1. Oktober 1982, hatte der damalige mexikanische Pr\u00e4sident Jos\u00e9 L\u00f3pez Portillo vor der UN-Vollversammlung gesprochen und erkl\u00e4rt, es sei der rechte Ort und die rechte Zeit, um das Abgleiten in ein neues mittelalterliches finsteres Zeitalter zu stoppen und es durch ein neues Paradigma abzul\u00f6sen. Sie hatten beide recht!<\/p>\n<p>Lyndon LaRouche hat immer wieder betont, da\u00df in einer Krise der Schl\u00fcssel zum Sieg darin liegt, gen\u00fcgend Menschen zu gewinnen, die wirklich denken und Politik planen k\u00f6nnen, damit sie die erforderlichen Konzepte verinnerlicht haben, wenn der sprichw\u00f6rtliche Tropfen das Fa\u00df zum \u00dcberlaufen bringt, so wie es jetzt der Fall ist. LaRouche hat das 1982 in seinem Meisterwerk <i>Conceptual Outlines of Modern Economic Science<\/i> (\u201eKonzeptioneller Grundri\u00df der modernen Wirtschaftswissenschaft\u201c) mit gro\u00dfer Klarheit erkl\u00e4rt. Hier ist ein Auszug aus dieser Erkl\u00e4rung:<\/p>\n<p>\u201eJede dieser Krisen stellt eine Art Verzweigungspunkt in der Geschichte dar. An solchen Punkten m\u00fcssen sich die V\u00f6lker entscheiden, ob sie in den Ruin getrieben werden wollen, indem sie sich weigern, fr\u00fchere Tendenzen in der Politik radikal zu \u00e4ndern, oder ob sie durch geeignete Ver\u00e4nderungen in der Politik und in den Institutionen bewirken wollen, da\u00df es mit der Menschheit wieder aufw\u00e4rts geht&#8230;<\/p>\n<p>Es waren immer nur eine relative Handvoll, die diese Hingabe f\u00fcr ein h\u00f6heres, weitreichendes Ziel aufbrachte und so f\u00fcr ihr Volk im allgemeinen die F\u00fchrungsqualit\u00e4ten boten, die die Menschen brauchten&#8230; Wenn ich dabei helfen kann, eine solche F\u00fchrung innerhalb der Entwicklungsl\u00e4nder zu st\u00e4rken&#8230;, k\u00f6nnen wir alle, die wir gleichzeitig Patrioten und Weltb\u00fcrger sind, als eine Prinzipiengemeinschaft zusammenarbeiten, um dabei zu helfen, unsere jeweiligen Nationen f\u00fcr gemeinsame Anstrengungen zu vereinen.\u201c<\/p>\n<p>Der Zusammenbruch des gesamten transatlantischen Finanzsystems in Verbindung mit dem BRICS-Gipfel, der das Tempo der Entwicklungen radikal verschoben hat, hat also Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte von Entwicklungen in einen sehr kurzen Zeitraum zusammengeschoben. Deshalb sage ich: \u201eDie Zeit ist jetzt!\u201c<\/p>\n<h3>Die Bilanz des BRICS-Treffens<\/h3>\n<p>Lassen wir die Argentinien-Frage einen Moment beiseite und wenden uns einem anderen Kampf zu, der im Gange ist und im Zusammenhang mit den Entwicklungen auf dem BRICS-Treffen steht. Denn wenn man eine Bilanz der Ereignisse auf dem BRICS-Treffen zieht, dann sieht man folgendes:<\/p>\n<p>Erstens: Der Handel in nationalen W\u00e4hrungen \u2013 die Entdollarisierung \u2013 schreitet sehr schnell voran. Das breitet sich weltweit aus, und es gibt praktisch keine M\u00f6glichkeit, es zu stoppen. Wir haben eine Situation, die von Ru\u00dflands f\u00fchrendem Wirtschaftswissenschaftler, Sergej Glasjew, k\u00fcrzlich folgenderma\u00dfen beschrieben wurde: \u201eDer \u00dcbergang zu den nationalen W\u00e4hrungen mu\u00dfte schwindelerregend schnell erfolgen, aber an sich ist der \u00dcbergang zu Abrechnungen in nationalen W\u00e4hrungen nur ein kleines Element der Wirtschaftst\u00e4tigkeit und der wirtschaftlichen Sicherheit.\u201c<\/p>\n<p>Da hat er recht.<\/p>\n<p>Zweitens: Aus den BRICS-5 wurden bei diesem Treffen die BRICS-11: 47% der Weltbev\u00f6lkerung, was ziemlich wichtig ist; 36% des BIP (ein v\u00f6llig bedeutungsloses Ma\u00df f\u00fcr die reale Wirtschaftst\u00e4tigkeit, aber wie dem auch sei); 80% der weltweiten \u00d6lvorkommen werden jetzt von den BRICS-11 kontrolliert, dazu etwa 72% aller Seltenen Erden.<\/p>\n<p>Eine dritte Entwicklung: Die Neue Entwicklungsbank (NDB) der BRICS-Staaten hat damit begonnen, in erheblichem Umfang Kredite an BRICS-Mitgliedsl\u00e4nder f\u00fcr Infrastrukturprojekte in deren Landesw\u00e4hrung zu vergeben, und sie haben auch angek\u00fcndigt, da\u00df sie den Proze\u00df, Kapital au\u00dferhalb des Dollar-Markts aufzunehmen, fortsetzen und ausweiten werden.<\/p>\n<p>Das ist \u00e4u\u00dferst wichtig, denn der Dollarmarkt ist ein Kolo\u00df von zwei Billiarden Dollar an Spekulationsgesch\u00e4ften und ein Krebsgeschw\u00fcr, das bisher die Funktionsf\u00e4higkeit der Neuen Entwicklungsbank behindert. Jetzt haben sie damit begonnen, Anleihen aufzulegen, um sich Kapital in China in Renminbi und in S\u00fcdafrika in Rand zu besorgen. Demn\u00e4chst werden sie dies auch in Indien in Rupien und in Brasilien in Reals tun. Sie m\u00fcssen ihre Kreditvergabe um mindestens das Hundertfache erh\u00f6hen, um den Bedarf an umfangreichen Infrastrukturinvestitionen in der n\u00e4chsten Zeit zu decken.<\/p>\n<p>Dies sind also einige der Fortschritte, die bereits erzielt wurden. Aber was ist mit einer neuen W\u00e4hrung? Diese Frage ist wiederholt in den Medien aufgetaucht, aber die meisten bringen nur sehr wenig Licht in diese Angelegenheit. Die Frage ist: Wird es f\u00fcnf oder zehn Jahre dauern, sie zu entwickeln und alle technischen Einzelheiten auszuarbeiten, bis man vielleicht zu einer Einigung kommt? Nein, daf\u00fcr haben wir keine Zeit, und es wird auch nicht so lange dauern.<\/p>\n<h3>Was Argentinien jetzt tun mu\u00df<\/h3>\n<p>Mit all diesen \u00dcberlegungen und LaRouches Konzepten zum Verst\u00e4ndnis der Krise und der notwendigen Ma\u00dfnahmen im Hinterkopf wollen wir nun kurz auf Argentinien und das Notfallprogramm des Schiller-Instituts zu dieser Situation zur\u00fcckkommen. Argentinien ist das j\u00fcngste Mitglied der BRICS.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00fcssen eine Reihe von Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um den Aderla\u00df zu stoppen. Das mu\u00df einfach gestoppt werden, das Wohl der Menschen steht an erster Stelle.<\/p>\n<p>Erstens mu\u00df man ein Moratorium auf die Zahlungen der Auslandsschulden verk\u00fcnden; es geht um Hunderte von Milliarden Dollar. Allein 46 Milliarden Dollar sind Schulden beim IWF; Argentinien ist der gr\u00f6\u00dfte Schuldner des IWF. Argentinien hat l\u00e4ngst ein Vielfaches seiner Schulden bezahlt, und es gibt keinen Grund, kein Schuldenmoratorium zu verh\u00e4ngen. Man darf sich nicht weiter auspl\u00fcndern lassen.<\/p>\n<p>Zweitens mu\u00df die Kapitalflucht durch Kapital- und Devisenkontrollen gestoppt werden, im Falle Argentiniens auch durch sehr strenge Exportkontrollen, so da\u00df alle Exporteinnahmen nach Argentinien zur\u00fcckflie\u00dfen und nicht Kapitalflucht und Spekulationen im Ausland dienen.<\/p>\n<p>Drittens mu\u00df ein festes Parit\u00e4tsverh\u00e4ltnis zwischen dem argentinischen Peso und dem US-Dollar hergestellt werden, so da\u00df der Peso nicht st\u00e4ndig durch Marktspekulationen abgewertet wird. Die Regierung kontrolliert dann genau, wieviel Geld von Pesos in Dollar f\u00fcr erlaubte Verwendungszwecke der W\u00e4hrung umgetauscht wird, nicht f\u00fcr spekulative Zwecke. Das ist der erste Bereich.<\/p>\n<p>Der zweite Bereich ist die Ausgabe produktiver Kredite, die dringend ben\u00f6tigt werden, um die Menschen aus der Armut zu holen und die Wirtschaft zu entwickeln. Zun\u00e4chst m\u00fcssen staatliche Notfonds ausgegeben werden, wie es Massa als Wirtschaftsminister zu tun versucht. Dazu geh\u00f6ren Zinssenkungen, Zinssubventionen und so weiter. Das ist in Ordnung, das ist ein erster Schritt. Aber das Problem ist, da\u00df das, was die Regierung heute am Montag ausgibt, am Dienstag durch Kapitalflucht und Spekulation gestohlen wird. Das bekommt man mit der erw\u00e4hnten ersten Gruppe von Ma\u00dfnahmen in den Griff.<\/p>\n<p>Die zweite Ma\u00dfnahme zur Bereitstellung dringend ben\u00f6tigter Kredite ist die Verstaatlichung der argentinischen Zentralbank \u2013 die heute eine von Bankern gef\u00fchrte autonome Bank ist \u2013, so wie damals mit Hamiltons Erster Nationalbank der Vereinigten Staaten, um Kredite f\u00fcr Vorhaben zu vergeben, die dem Gemeinwohl dienen.<\/p>\n<p>Dann mu\u00df es strenge Preiskontrollen geben. Damit wird der unglaublichen, unkontrollierbaren Inflation von 120% pro Jahr, die heute durch Abwertung usw. entsteht, die Grundlage entzogen. Aber man braucht strenge Preiskontrollen. Ganz einfach: Wer dagegen verst\u00f6\u00dft oder versucht, illegal mit Zinsen oder Devisen zu spekulieren, wird vor Gericht gestellt und sehr hart mit Gef\u00e4ngnis bestraft.<\/p>\n<p>Allein die Drohung damit bringt, wie schon Franklin Delano Roosevelt w\u00e4hrend seiner Pr\u00e4sidentschaft bewiesen hat, ein erstaunliches Ma\u00df an Rationalit\u00e4t in das Denken der Banker, das sonst v\u00f6llig fehlt.<\/p>\n<p>Um die Wirtschaft mit den notwendigen Devisen und Investitionen zu versorgen, nachdem der Aderla\u00df gestoppt wurde, mu\u00df Argentinien den Handel in nationalen W\u00e4hrungen mit anderen BRICS-Mitgliedern fortsetzen und ausweiten und die Neue Entwicklungsbank nutzen, um Investitionskredite nach Argentinien und in andere L\u00e4nder zu holen.<\/p>\n<p>Und damit kommen wir zum letzten und wichtigsten Punkt, der erforderlich ist. Man mu\u00df gro\u00dfe Infrastrukturprojekte f\u00fcr Argentinien und f\u00fcr die Region auf den Weg bringen. Das wird die Arbeitsproduktivkraft erh\u00f6hen. Es gibt keine gr\u00f6\u00dfere Ursache f\u00fcr Armut als mangelnde Besch\u00e4ftigung in solchen produktiven T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<p>Wir haben zwei konkrete Vorschl\u00e4ge gemacht, um das in die Wege zu leiten, insbesondere in Zusammenarbeit mit China und seiner G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative.<\/p>\n<p>Der eine ist der Bau einer bi-ozeanischen Eisenbahnlinie vom Atlantik zum Pazifik. Eine Strecke f\u00fchrt von Brasilien nach Peru, eine andere von Brasilien \u00fcber Bolivien nach Peru, eine dritte von Argentinien nach Bolivien und weiter zur Westk\u00fcste Perus. Und so weiter. Das wird eine \u00e4hnliche Entwicklung erm\u00f6glichen wie die Transkontinentale Eisenbahn in den Vereinigten Staaten oder der Bau der Transsibirischen Eisenbahn in Ru\u00dfland. Solche Infrastrukturprojekte werden dringend gebraucht. China bietet das an \u2013 man sollte es einfach machen. Das ist es, was die BRICS tun sollten, was Argentinien tun sollte.<\/p>\n<p>Ein zweites gro\u00dfes Projekt besteht darin, da\u00df Argentinien mit anderen L\u00e4ndern zusammenarbeitet, um seine bereits vorhandenen, betr\u00e4chtlichen F\u00e4higkeiten im Bereich der Weltraumwissenschaften und der Raketentechnik auszubauen. Es gibt eine Startbasis in Alc\u00e2ntara in Brasilien, ganz in der N\u00e4he des \u00c4quators; es ist die dem \u00c4quator am n\u00e4chsten gelegene Startbasis der Welt, was gro\u00dfe Vorteile hat.<\/p>\n<p>Argentinien und Brasilien haben in der Vergangenheit viele Jahre lang im Bereich der Weltraumforschung zusammengearbeitet. Argentinien verf\u00fcgt \u00fcber enorme F\u00e4higkeiten, und jetzt haben wir diese enorme Leistung gesehen, da\u00df Indien einen Rover auf dem S\u00fcdpol des Mondes gelandet hat, und das mitten w\u00e4hrend des BRICS-Treffens \u2013 als ob es ein Ausrufezeichen hinter den eigentlichen Inhalt des Neuen Paradigmas setzen sollte, jener neuen Wirtschaftsarchitektur, die n\u00f6tig ist, um die gesamte globale Mehrheit aus der Armut und in eine fortgeschrittene wissenschaftliche Entwicklung zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich mu\u00df man sich ansehen, was der Rest der Welt tut, wenn er auf die Teile der Welt blickt, wo solche Fortschritte erzielt wurden und werden. L\u00e4nder sehen ihre eigene Armut, und dann sehen sie China und die 850 Millionen Menschen, die dort innerhalb von 40 Jahren aus der Armut herausgeholt wurden. Und die Menschen im Globalen S\u00fcden sagen: \u201eWenn China das kann, warum nicht auch wir?\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit den wissenschaftlichen Errungenschaften: Man sieht den Mangel an Technologie, die fehlende Konzentration auf die eigenen F\u00e4higkeiten in Bildung und Wissenschaft, und dann sieht man, was Indien geschafft hat. Mit hundert Schulen, wo die Kinder lernen, wie Raketen starten, und lernen, welche Entwicklungen in der Raketentechnik erreicht wurden, um diesen Rover auf dem Mond zu landen. Und mit der gleichen Stimme und im gleichen Atemzug sagt der Globale S\u00fcden jetzt: \u201eWenn Indien das kann, warum nicht auch wir?\u201c In der Tat.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Kiran Karnik<\/strong> (Indien), ehemaliger Pr\u00e4sident der National Association of Software and Service Companies (NASSCOM); 20 Jahre bei der Indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO): <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZieNOiMBkuY\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZieNOiMBkuY\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eIndien und Chandrayaan-3: Der globale S\u00fcden als Protagonist\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Indien und Chandrayaan-3: Der Globale S\u00fcden als Protagonist<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Kiran Karnik<\/p>\n<p class=\"vor\">Kiran Karnik ist ehemaliger Pr\u00e4sident der National Association of Software and Service Companies (NASSCOM) in Indien und war 20 Jahre bei der indischen Weltraumbeh\u00f6rde ISRO t\u00e4tig. Im zweiten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9.9.2023 sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Guten Abend, ich gr\u00fc\u00dfe Sie aus Gurgaon, einem Vorort von Neu-Delhi, von wo aus ich heute zu Ihnen spreche. Ich m\u00f6chte etwas sehr Ehrgeiziges versuchen: Ich werde versuchen, Ihnen die Weite des Weltraums \u2013 sowohl im w\u00f6rtlichen als auch im \u00fcbertragenen Sinne \u2013 zu vermitteln, in einem 12- oder 13-min\u00fctigen Beitrag, in dem ich kurz \u00fcber das indische Raumfahrtprogramm, seine Anf\u00e4nge und seine Entwicklung spreche. Aber noch wichtiger ist die Frage, wohin sich das ganze Weltraumabenteuer entwickelt.<\/p>\n<p>Vieles davon, insbesondere das j\u00fcngste Interesse, vor allem in Indien, aber auch in der ganzen Welt, wurde ausgel\u00f6st durch die \u201eR\u00fcckkehr zum Mond\u201c, wie man es nennen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>In der spannenden Zeit der 60er und 70er Jahre, als die damalige Sowjetunion und die Vereinigten Staaten im Wettlauf zum Mond waren, um dort zu landen und \u201eFlagge zu zeigen\u201c, war der Kalte Krieg ein entscheidender Faktor, wie wir alle wissen. Aber es gab viel Begeisterung f\u00fcr den Weltraum und neue Entdeckungen und es wurde viel Wissenschaft betrieben.<\/p>\n<p>Danach folgte einige Jahre lang eine Pause, der Mond und der Weltraum waren in der \u00d6ffentlichkeit nicht mehr so pr\u00e4sent und die Menschen waren nicht mehr so enthusiastisch \u00fcber die Ereignisse. Aber in den letzten Jahren ist das wieder im Kommen, aus mehreren Gr\u00fcnden, auf die ich noch eingehen werde.<\/p>\n<p>Wie gesagt haben wir in j\u00fcngster Zeit in Indien ein aktives Raumfahrtprogramm, das vor einigen Wochen mit der sanften Landung einer indischen Landef\u00e4hre auf dem Mond endete, und wie viele von Ihnen wissen, ist ein Rover auf der Mondoberfl\u00e4che gelandet, hat Bilder gemacht und wissenschaftliche Experimente durchgef\u00fchrt. Jetzt ist er gewisserma\u00dfen \u201eeingeschlafen\u201c und wartet darauf, da\u00df das Sonnenlicht wieder erscheint. Danach wissen wir nicht, ob der Rover weiterarbeitet oder nicht: Er ist nicht f\u00fcr mehr als einen Mondtag ausgelegt, der auf der Erde etwa 14 Tage dauert. Danach gibt es aufgrund der fehlenden direkten Sonneneinstrahlung keine ausreichende Energiequelle mehr. Aber wir werden sehen, was passiert. Inzwischen hat er eine Menge Daten und viele wissenschaftliche Erkenntnisse \u00fcber das, was dort passiert ist, gesammelt.<\/p>\n<h3>Der Charakter des indischen Raumfahrtprogramms<\/h3>\n<p>Aber zur\u00fcck zu den Anf\u00e4ngen der Mission: Das indische Raumfahrtprogramm begann Anfang der 60er Jahre mit einem echten Interesse an der Erforschung des Weltraums. Es wurde von Menschen vorangetrieben, die sich f\u00fcr die Beobachtung der kosmischen Strahlung und f\u00fcr den Weltraum \u00fcberhaupt interessierten. Es war ein ehrgeiziges Programm f\u00fcr ein Land von Indiens wirtschaftlicher Gr\u00f6\u00dfe, besonders zu jener Zeit. Es war f\u00fcr den Start von Raketensonden ausgelegt, und da Indien auf dem magnetischen \u00c4quator liegt, hatte das aus wissenschaftlicher Sicht besondere Vorteile. Viele dieser Raketen sammelten unsch\u00e4tzbare wissenschaftliche Daten, die in viele Forschungsarbeiten eingeflossen sind, und andere haben sp\u00e4ter darauf aufgebaut.<\/p>\n<p>Doch schon bald nahm das Programm eine andere Form an, angetrieben von einer Haltung, die sich ebenfalls von der vieler anderer Programme unterschied. Wie gesagt, war der Motor der Raumfahrt damals die Rivalit\u00e4t zwischen dem Westen und der Sowjetunion im Kalten Krieg. Und die Weltraumtechnologie wurde fast vollst\u00e4ndig aus der milit\u00e4rischen Nutzung abgeleitet. Sie stammte von den Raketen, die im Zweiten Weltkrieg in geringem Umfang entstanden waren, und entwickelte sich dann weiter, als die Raketen gr\u00f6\u00dfer wurden. Es entstanden Raketen, die Satelliten ins All bringen konnten. Und ja, es gab viel Wissenschaft, viel Interesse, Erforschung, aber die eigentliche treibende Kraft war etwas anderes.<\/p>\n<p>In Indien war die treibende Kraft von Anfang an die Frage, wie man den Weltraum nutzen kann, um dem Land in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zu helfen. Das war zus\u00e4tzlich zu den erw\u00e4hnten wissenschaftlichen Unternehmungen, die schon fr\u00fcher begonnen hatten. Man k\u00f6nnte also sagen, da\u00df das Ganze auf zwei Beinen stand: zum einen die wissenschaftliche Erforschung, auf kontinuierlicher Basis, die Untersuchung der vielen Unbekannten und der Versuch, alle die Dinge herauszufinden, die der Weltraum sozusagen verbirgt und uns erst enth\u00fcllt, wenn wir dort oben sind. Und dann vor allem: Wie k\u00f6nnen wir den Raumfahrt und die Weltraumtechnologie nutzen, um Dinge zu tun, die den Menschen auf der Erde zugute kommen?<\/p>\n<p>Dies wurde in vielerlei Hinsicht sehr gut von jemandem zusammengefa\u00dft und artikuliert, der seit langem als Begr\u00fcnder des indischen Raumfahrtprogramms gilt: Dr. Vikram Sarabhai. Er sagte unter anderem, und ich zitiere jetzt:<\/p>\n<p>\u201eWir sind davon \u00fcberzeugt, da\u00df wir, wenn wir auf nationaler Ebene und in der Gemeinschaft der Nationen eine bedeutende Rolle spielen wollen, bei der Anwendung fortschrittlicher Technologien auf die realen Probleme von Mensch und Gesellschaft un\u00fcbertroffen sein m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Das war sein Schwerpunkt und der Schwerpunkt des Raumfahrtprogramms: Was m\u00fcssen wir tun, um den Menschen und der Gesellschaft zu helfen? Und er sagte auch, gewisserma\u00dfen als Kontrapunkt dazu, das indische Raumfahrtprogramm und das, was wir damit anstreben \u201eist nicht damit zu verwechseln, da\u00df wir uns in grandiose Pl\u00e4ne st\u00fcrzen, die in erster Linie der Show dienen, statt dem Fortschritt, der sich in realen wirtschaftlichen und sozialen Begriffen mi\u00dft\u201c.<\/p>\n<p>Er war sich also dar\u00fcber im Klaren, da\u00df es bei dem Programm um den wirtschaftlichen und sozialen Nutzen vor Ort geht und nicht um Eitelkeitsprojekte oder darum, wer als Erster am Ziel ist.<\/p>\n<p>Die Zeiten haben sich ge\u00e4ndert: Die Wettbewerbsf\u00e4higkeit hat sich ge\u00e4ndert, Indien hat sich ge\u00e4ndert, die Welt hat sich ge\u00e4ndert. Kommen wir kurz darauf zur\u00fcck, wo wir angefangen haben. Am Anfang hat sich das Programm wirklich mit den Anwendungen der Weltraumtechnologie befa\u00dft. Wir haben mit der Kommunikation begonnen; dann wandten wir uns der Fernerkundung zu, die f\u00fcr alle m\u00f6glichen Anwendungen genutzt wird; dann f\u00fcr die Landwirtschaft, die f\u00fcr Indien sehr wichtig ist; f\u00fcr die Landnutzung, die Kartierung, den Boden, das Wasser, die Betrachtung der Berge. Und dann f\u00fcr die Wettervorhersage, ebenfalls ein sehr kritischer Faktor in Indien, wo wir auch heute noch, aber mehr noch vor einigen Jahrzehnten, sehr stark vom Monsunregen abh\u00e4ngig sind und daher das Wetter sehr genau kennen m\u00fcssen, um vorherzusagen, was passieren wird und was getan werden mu\u00df.<\/p>\n<p>Diese Faktoren haben das Programm sehr stark gepr\u00e4gt. Und so hat es sich entwickelt. Man kann die Spuren der wissenschaftlichen Erkundung in vielerlei Hinsicht aufzeigen: Bei Chandrayaan oder der Mondlandung geht es darum, neue Dinge au\u00dferhalb der Erde zu erforschen und zu versuchen, die Wissenschaft voranzubringen und besser zu verstehen, was die fr\u00fche Entstehung des Universums angetrieben hat, was existiert und was nicht, was sich au\u00dferhalb befindet, um vielleicht ein wissenschaftliches Ph\u00e4nomen zu untersuchen.<\/p>\n<p>Der andere Bereich, der auch heute noch sehr wichtig ist, betrifft Aspekte des t\u00e4glichen Gebrauchs, sei es f\u00fcr die Kommunikation oder f\u00fcr Weltraumbilder f\u00fcr eine ganze Reihe von Anwendungen oder f\u00fcr die Wettervorhersage, Positionsbestimmung, Katastrophenwarnung und eine ganze Reihe anderer Bereiche.<\/p>\n<p>\u00dcber das indische Programm m\u00f6chte ich nicht mehr viel sagen. Ich war mehr als zwei Jahrzehnte lang daran beteiligt, habe aber seit fast ebenso langer Zeit keinen Kontakt mehr. Ich halte mich auf dem Laufenden, aber ich bin kein Experte f\u00fcr das, was aktuell geschieht.<\/p>\n<p>Um mit dem indischen Programm abzuschlie\u00dfen: Vor kurzem wurde eine neue Sonde gestartet, ein Satellit, der die Erde am sogenannten Lagrange-Punkt, einem stabilen Punkt, umkreisen wird, um die Sonne zu untersuchen. Diese Sonde wird die bereits von der ESA und insbesondere von den USA \u2013 der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation und der NASA \u2013 durchgef\u00fchrten Untersuchungen der Sonne erg\u00e4nzen und weitere interessante Daten liefern.<\/p>\n<h3>Wichtige Weltraumvertr\u00e4ge<\/h3>\n<p>Wenden wir uns nun einem entfernteren Aspekt des Weltraums zu, auch daf\u00fcr m\u00f6chte ich mir etwas Zeit nehmen, um einige Gedanken dazu zu hinterlassen. In den fr\u00fchen Jahren, als das indische Programm noch im Entstehen begriffen war, nahm Indien sehr aktiv an den Vereinten Nationen teil und war ein sehr wichtiger Akteur bei dem Versuch, eine Reihe von Vertr\u00e4gen und Konventionen auszuarbeiten. Es ist ein sehr gutes Zeichen, da\u00df selbst auf dem H\u00f6hepunkt des Kalten Krieges die Russen, die damalige Sowjetunion, und der Westen zusammengearbeitet haben und in der Lage waren, einige sehr spannende Gespr\u00e4che und Vertr\u00e4ge abzuschlie\u00dfen, wie den Weltraumvertrag und den Mondvertrag, die beide sehr wichtig sind, weil sie zwei oder drei wichtige Dinge regeln.<\/p>\n<p>Erstens: Sie verbieten die Nutzung des Weltraums f\u00fcr die Stationierung von Massenvernichtungswaffen. Im Nachhinein k\u00f6nnte man sagen, da\u00df es schade ist, da\u00df es nur Massenvernichtungswaffen und keine anderen Waffen betrifft, dennoch war das an sich schon ein Fortschritt. Die Stationierung von Massenvernichtungswaffen im Weltraum ist also verboten.<\/p>\n<p>Zweitens wurde das Konzept des gemeinsamen Erbes der Menschheit eingef\u00fchrt, das gleiche Konzept, das auch f\u00fcr die offenen Meere und die Antarktis verwendet wird. Dieses Konzept kann \u2013 meiner Meinung nach leider \u2013 unterschiedlich interpretiert werden, aber grunds\u00e4tzlich erkennt es an, da\u00df der Weltraum und die Planeten, der Mond eingeschlossen, gewisserma\u00dfen ein gemeinsames Erbe der Menschheit sind, und da\u00df alles, was dort getan wird, der Menschheit als Ganzes zugute kommen mu\u00df. Es ist in gewisser Weise Teil dessen, was man als \u201eglobales Gemeingut\u201c bezeichnen k\u00f6nnte, und genau dieses Konzept des globalen Gemeinguts und des gemeinsamen Erbes der Menschheit ist dort verankert. Aber wie gesagt, es gibt unterschiedliche Interpretationen, und dazu gleich noch ein paar Anmerkungen.<\/p>\n<p>Aber diese Vertr\u00e4ge waren wichtig, und sie haben die Zusammenarbeit zwischen den Nationen im Weltraum in Bezug auf eine ganze Reihe wissenschaftlicher und anderer Faktoren vorangetrieben, trotz des anhaltenden Wettbewerbs insbesondere im milit\u00e4rischen Bereich.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat diese Art der Zusammenarbeit stark abgenommen. Ich habe vorhin \u00fcber den Mond und das Auslaufen der wissenschaftlichen Missionen auf dem Mond gesprochen, und Sie wissen, da\u00df sich bereits jetzt zwei parallele Gruppen oder Lager herausbilden, wenn Sie so wollen. Es gibt ein Artemis-Abkommen, das die USA initiiert haben und das von einer Reihe von L\u00e4ndern, haupts\u00e4chlich westlichen L\u00e4ndern, unterzeichnet wurde. Indien ist diesem Abkommen k\u00fcrzlich beigetreten. Das andere ist ein haupts\u00e4chlich von Ru\u00dfland und China betriebener Versuch, die sogenannte Internationale Mondstation. Auch hier geht es um eine kooperative Raumstation auf dem Mond, die der Erforschung und Wissenschaft dienen soll.<\/p>\n<p>Anders als in der Vergangenheit, wo Dinge wie die Internationale Raumstation herausragende Beispiele f\u00fcr internationale Zusammenarbeit waren, was heute fortgesetzt wird, indem sich Russen und Amerikaner abstimmen (es gab in letzter Zeit einige Probleme, aber sie besteht trotzdem weiter), scheinen diese Dinge zunehmend auf der Strecke zu bleiben, und ein viel st\u00e4rkerer Wettbewerbsgeist gewinnt die Oberhand, man beginnt sogar in der Wissenschaft zu konkurrieren.<\/p>\n<h3>Zusammenarbeit verst\u00e4rken<\/h3>\n<p>Eine positive Entwicklung in diesem Bereich war vor kurzem das BRICS-Treffen in Johannesburg, bei dem es einige Diskussionen \u00fcber die Raumfahrt gab und bei dem Indien das Konzept eines m\u00f6glichen Konsortiums f\u00fcr die Erforschung des Weltraums vorstellte, das mit einer BRICS-Kooperation beginnen, aber hoffentlich noch viel weiter reichen wird. Wie viele von Ihnen wissen, expandieren die BRICS \u00fcber die f\u00fcnf L\u00e4nder hinaus, deren Initialen ihnen den Namen geben. Es sind bereits sechs weitere L\u00e4nder hinzugekommen, viele weitere warten auf ihren Beitritt. Es kann also etwas Substantielles daraus werden, indem ein Konsortium zur Erforschung des Weltraums wieder zu einer wirklich globalen Anstrengung wird.<\/p>\n<p>Und das ist etwas, das ich sehr spannend finde. Es gibt noch andere Versuche, die Kooperation und Zusammenarbeit zu verst\u00e4rken, aber wir m\u00fcssen abwarten, wohin sie f\u00fchren.<\/p>\n<p>Besorgniserregend ist jedoch die zunehmende Nutzung des Weltraums und der sogenannten \u201eWeltraumressourcen\u201c f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke. Im Ukraine-Krieg haben wir gesehen, da\u00df die Weltraumtechnologie in gro\u00dfem Umfang f\u00fcr alle m\u00f6glichen Dinge eingesetzt wird \u2013 \u00fcber manche wird berichtet, \u00fcber andere nicht, manche zitieren Quellen von hier und dort. Aber es ist ein Problem, dem wir uns stellen m\u00fcssen, wenn wir weitermachen.<\/p>\n<p>Der andere Punkt, auf den ich hinweisen m\u00f6chte (und in Anbetracht der Zeit wird dies mein letzter Hauptpunkt sein), ist die zunehmende Rolle des Privatsektors. In mancher Hinsicht ist das sehr zu begr\u00fc\u00dfen. Der Privatsektor hat eine Menge \u00fcbernommen \u2013 er entwickelt sogar Systeme f\u00fcr den Weltraum.<\/p>\n<p>Besorgniserregend ist jedoch, da\u00df sehr gro\u00dfe Unternehmen, insbesondere gro\u00dfe Technologieunternehmen, auch im Weltraum eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen, und da\u00df die Rolle der staatlichen Raumfahrtbeh\u00f6rden in gewisser Weise abnimmt. Diese privaten Stellen werden zweifelsohne ein Interesse daran haben, schon fr\u00fch auf dem Mond Bergbau zu betreiben und auf Asteroiden nach Mineralien zu suchen. Weltraumtourismus mag ja sch\u00f6n und gut sein, aber wenn man dar\u00fcber hinausgeht und Dinge auf dem Mond oder auf Asteroiden abbaut, dann stellt sich die Frage, wohin uns das f\u00fchren wird, wenn man den Kontext betrachtet, den ich bereits erw\u00e4hnt habe, n\u00e4mlich dem Weltraum als gemeinsames Erbe der Menschheit. Wohin wird uns das f\u00fchren? Und welche Art von Sicherheitsvorkehrungen k\u00f6nnte es geben, um die Beteiligung des privaten Sektors an der Bereitstellung milit\u00e4rischer Unterst\u00fctzung f\u00fcr das eine oder andere Land zu verhindern oder Richtlinien daf\u00fcr aufzustellen, wenn sich L\u00e4nder im Krieg befinden?<\/p>\n<p>Wie wir wissen, ist der Weltraum inzwischen zu einem wichtigen Streitpunkt geworden. Wie gesagt handelt es sich um zwei neue Bereiche, den Cyberspace und den Weltraum, und beide sind zu sehr m\u00e4chtigen und sehr umstrittenen Instrumenten geworden. Und in beiden Bereichen spielen Unternehmen und der private Sektor eine immer wichtigere Rolle. Und das k\u00f6nnte sehr besorgniserregend sein, denn man spricht heute manchmal von \u201eSchurkenstaaten\u201c &#8211; und jedes Land hat nat\u00fcrlich seine eigene Definition, wer ein \u201eSchurkenstaat\u201c ist \u2013, aber wir k\u00f6nnten sehr bald auch \u201eSchurken-Unternehmen\u201c haben! Und diese k\u00f6nnten weitaus schwieriger zu kontrollieren, zu behindern und sogar mit Sanktionen zu belegen sein als Schurkenstaaten, und das m\u00fcssen wir im Auge behalten.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich zum Schlu\u00df noch einmal an dem Punkt ankn\u00fcpfen, an dem ich begonnen habe, mit dem Menschen und seinem Abenteuer im Weltraum. Wissen Sie, seit \u00c4onen, man k\u00f6nnte sagen seit den Anf\u00e4ngen der Menschheit, haben die Menschen in den Weltraum geblickt und sich gefragt: \u201eWas ist dort?\u201c \u201eWas ist da drau\u00dfen?\u201c \u201eWie gelange ich dorthin? Oder kann ich das nicht?\u201c Wir haben diese Grenze \u00fcberschritten. Jetzt sind wir dort drau\u00dfen, wir beginnen zu sehen, was dort ist, wir beginnen zu wissen, was dort ist. Inwieweit k\u00f6nnen wir kooperativ und als Menschheit, als eine menschliche Gattung zusammenarbeiten? Was k\u00f6nnen wir gemeinsam tun, um das gro\u00dfe Abenteuer zu bestehen, etwas zu verstehen, das jenseits von uns liegt, um zu verstehen, was uns das kostet, um zu verstehen, was in vielerlei Hinsicht der Anfang des Universums und seine Entstehung war? Welche gro\u00dfen wissenschaftlichen Dinge gibt es da drau\u00dfen zu entdecken?<\/p>\n<p>Ich hoffe, da\u00df die Menschen und die Nationen anfangen werden, diese Richtung einzuschlagen, indem wir zusammenarbeiten und kooperieren, anstatt den Weltraum als einen weiteren Bereich f\u00fcr milit\u00e4rische Unternehmungen zu nutzen.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich an dieser Stelle enden. Vielleicht gibt es sp\u00e4ter noch einige Diskussionen und Fragen, die wir beantworten k\u00f6nnen. Ich danke Ihnen vielmals.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Jacques Cheminade<\/strong> (Frankreich), Vorsitzender der Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s; ehemaliger franz\u00f6sischer Pr\u00e4sidentschaftskandidat: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KZ8WLg48tLk\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KZ8WLg48tLk\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>\u201eDie Win-Win-Politik der BRICS und die Rolle Argentiniens\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die Win-Win-Politik der BRICS und die Rolle von Asien, Afrika und Argentinien<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Jacques Cheminade<\/p>\n<p class=\"vor\">Jacques Cheminade ist Vorsitzender der Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s und ehemaliger franz\u00f6sischer Pr\u00e4sidentschaftskandidat. Im zweiten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9.9.2023 sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englische4n, Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>In einem Interview mit dem <i>Press Trust of India<\/i> sagte Narendra Modi k\u00fcrzlich:<\/p>\n<p>\u201eEine Sichtweise der Welt, in der die Wirtschaft im Mittelpunkt steht, wandelt sich nun zu einer, in der der Mensch im Mittelpunkt steht. So wie nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Weltordnung entstanden ist, nimmt auch nach COVID eine neue Weltordnung Gestalt an&#8230; Lange Zeit wurde Indien als ein Land mit \u00fcber einer Milliarde hungriger M\u00e4gen wahrgenommen. Aber jetzt sieht man in Indien eine Nation mit \u00fcber einer Milliarde aufstrebenden K\u00f6pfen, mehr als zwei Milliarden geschickten H\u00e4nden und Hunderten von Millionen junger Menschen&#8230; Die Inder, die in diesem Zeitalter leben, haben die gro\u00dfe Chance, ein Fundament f\u00fcr ein Wachstum zu legen, an das man sich noch die n\u00e4chsten tausend Jahre erinnern wird.\u201c<\/p>\n<p>Er betonte auch, da\u00df der Erfolg der Mondsonde <i>Chandrayaan 3<\/i> nicht nur ein Erfolg f\u00fcr Indien, sondern f\u00fcr ganze gesamte Menschheit ist.<\/p>\n<p>Ich gehe von dieser sehr optimistischen menschlichen, wirtschaftlichen und sozialen Sichtweise aus, als ein Beispiel f\u00fcr den Geist der BRICS, der selbst vom Geist der Bewegung der Blockfreien von Bandung inspiriert ist, aber jetzt viel weiter geht, als ein s\u00e4kularer, tausendj\u00e4hriger Proze\u00df des Wandels. Wenn wir an die Fortschritte denken, die in den letzten 30 Jahren insbesondere in China und Indien gemacht wurden \u2013 zwei L\u00e4ndern, deren Politik mit dem von Lyndon LaRouche entwickelten Konzept der physischen \u00d6konomie \u00fcbereinstimmt \u2013, dann k\u00f6nnen wir prognostizieren, da\u00df ein solcher Fortschritt unaufhaltsam ist, weil er von so vielen geteilt wird. Das ist unaufhaltsam, au\u00dfer wenn ein Weltkrieg die Menschheit ausl\u00f6scht, denn die BRICS baut ihr eigenes Wirtschaftssystem auf, das die Entwicklung aller erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Werfen wir einen Blick auf die bisherige Bilanz, die sich st\u00e4ndig beschleunigt:<\/p>\n<p><\/p>\n<ul>\n<li><b>16. Juni 2009:<\/b> erstes Treffen der BRIC in Jekaterinburg in Ru\u00dfland.<\/li>\n<li><b>24. Dezember 2010:<\/b> S\u00fcdafrika schlie\u00dft sich den vier Gr\u00fcndungsmitgliedern an, offiziell eingeladen von China.<\/li>\n<li><b>7. September 2013:<\/b> der Start von Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative, heute ist der 10. Jahrestag;<\/li>\n<li>Jetzt ist der 15. BRICS-Gipfel gerade zu Ende gegangen, mit sechs neuen Mitgliedern und etwa 40 weiteren L\u00e4ndern in Wartestellung.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich wird n\u00e4chstes Jahr das 16. entscheidende Treffen in Kasan stattfinden, der Hauptstadt der Republik Tatarstan der Russischen F\u00f6deration.\n<p><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um die Bedeutung der Erweiterung um die sechs neuen Mitglieder, die die neuen BRICS plus bilden, zu verstehen, m\u00fcssen wir uns ein besseres Bild von diesem Proze\u00df machen. Zun\u00e4chst einmal sind drei erd\u00f6lproduzierende L\u00e4nder beigetreten: Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie werden der Neuen Entwicklungsbank (NDB) unter der Leitung von Dilma Rousseff, einer ehemaligen revolution\u00e4ren K\u00e4mpferin, brasilianischen Pr\u00e4sidentin und engen Verb\u00fcndeten des heutigen Pr\u00e4sidenten Lula, eine wichtige St\u00fctze sein. Dann haben wir \u00c4gypten, mit seiner wichtigen historischen Verbindung zwischen S\u00fcdwestasien und Afrika und mit dem ersten afrikanischen Atomkraftwerk mit drei Reaktoren in El-Dabaa. Dann \u00c4thiopien mit seinem Zugang zu ganz Ostafrika \u00fcber die von China gebaute Eisenbahnlinie Dschibuti-Addis Abeba und deren Verl\u00e4ngerung vom Roten Meer zum Indischen Ozean. Dann Argentinien, um Brasilien im Rahmen der iberoamerikanischen Union zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eine sehr gut durchdachte Kombination, die sich auf die ganze Welt erstreckt.<\/p>\n<h3>\u00c4thiopien und Argentinien<\/h3>\n<p>Betrachten wir nun n\u00e4her die Lage in Afrika und in Argentinien. \u00c4thiopien gilt im Westen als hoffnungsloser Fall, mit einem ethnischen Krieg im eigenen Land und einem \u201eunl\u00f6sbaren\u201c historischen Krieg mit Eritrea in der Region. Durch die chinesische Vermittlung und die Einbindung in die BRICS wurde die Hoffnung auf eine integrative, verbindende Zukunft wiederhergestellt. Die Erkl\u00e4rung des eritreischen Pr\u00e4sidenten Isaias Afwerki auf dem j\u00fcngsten Ru\u00dfland-Afrika-Gipfel in St. Petersburg zeugt von der Entschlossenheit zur gemeinsamen Entwicklung und Zusammenarbeit. Ich bin davon \u00fcberzeugt, da\u00df die Situation der ehemaligen franz\u00f6sischen Kolonien in Westafrika in einem \u00e4hnlichen Rahmen und mit einer \u00e4hnlichen Geisteshaltung gel\u00f6st werden kann \u2013 in einem panafrikanischen Kontext und nat\u00fcrlich durch ein Umdenken und anderes Handeln in Frankreich selbst, weg vom Tal der ahnungslosen Kolonisten.<\/p>\n<p>Betrachten wir nun die Rolle Argentiniens. Lyndon LaRouche hatte 1982 in seiner \u201eOperation Juarez\u201c auf Wunsch von Pr\u00e4sident Lopez Portillo eine Entwicklungsplattform f\u00fcr ganz Iberoamerika, ausgehend von Mexiko, definiert. Seine Politik, die damals von den Vereinten Nationen als \u201eSchuldenbombe\u201c bezeichnet wurde, entgleiste unter dem Druck der US-Banken und dem von den Briten angezettelten Malwinenkrieg. Heute sind es dieselben Kr\u00e4fte, die die argentinische Regierung strangulieren, sowohl von au\u00dfen, durch die Schulden des IWF, als auch von innen, durch die F\u00f6rderung von Pr\u00e4sidentschaftskandidaten des korrupten Liberalismus der Marke Bolsonaro oder Selenskyj.<\/p>\n<p>Dennis Small hat uns gerade das \u201eNotprogramm zur Rettung Argentiniens, dem neuesten Mitglied der BRICS\u201c des Schiller-Instituts vorgestellt, das von <i>Operation Juarez<\/i> inspiriert ist (vgl. <i>Neue Solidarit\u00e4t<\/i> 39\/2023). Da ich selbst in Argentinien geboren bin, m\u00f6chte ich an dieser Stelle betonen, da\u00df dies nicht etwas altes, wiederaufgew\u00e4rmtes ist. Allein die Tatsache, da\u00df Argentinien in die BRICS aufgenommen wurde, \u00e4ndert die Spielregeln v\u00f6llig, vorausgesetzt, wir mobilisieren unsere Kr\u00e4fte f\u00fcr die Sache der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t und der W\u00fcrde des Landes. Wir befinden uns nicht im Jahr 1982, sondern im Jahr 2023.<\/p>\n<p>Au\u00dfer den Vereinigten Staaten und Ru\u00dfland haben nur zwei weitere L\u00e4nder erfolgreich einen Rover auf dem Mond gelandet: China und jetzt Indien. Trotz der Kompetenz ihrer Wissenschaftler ist die Europ\u00e4ische Raumfahrtbeh\u00f6rde gescheitert, und zwar wegen des gierigen Egoismus der \u201evereinigten\u201c europ\u00e4ischen Politiker. China hat bei seinem ersten Versuch einen Rover auf dem Mars abgesetzt, nachdem es ihm nicht nur gelungen ist, 900 Millionen Menschen aus der extremen Armut zu befreien, sondern auch eine durchschnittliche Lebenserwartung erreicht hat, die h\u00f6her ist als die in den Vereinigten Staaten. Argentinien kann sein Dilemma nicht allein l\u00f6sen, aber als Teil der neuen Weltordnung, die von den BRICS definiert wird, kann es sich aus dem zerst\u00f6rerischen finanziellen Griff befreien.<\/p>\n<h3>Aussichten f\u00fcr die BRICS<\/h3>\n<p>Lassen Sie mich nun drei wichtige Punkte ansprechen.<\/p>\n<p>Erstens behauptet der \u201eglobale Norden\u201c, da\u00df die BRICS keine Einheit sind, da\u00df China und Indien Grenzkonflikte haben und einander nicht trauen. Bei dem G20-Gipfel, der an diesem Wochenende stattfindet, kommentieren die westlichen Medien und Politiker die Tatsache, da\u00df Putin und Xi Jinping unter Modis Pr\u00e4sidentschaft nicht teilnehmen werden. Was China und Indien betrifft, so haben sie \u2013 wenn man sich anschaut, was Modi und Xi Jinping sagen, und nicht, was die westlichen Medien verbreiten \u2013 ein gemeinsames Interesse an ihrer jeweiligen Entwicklung. Keine einheitliche, formale Allianz, sondern eine Interessen- und Kooperationsgemeinschaft sowie eine gemeinsame absolute Ablehnung der kolonialen und neokolonialen imperialen Ordnung.<\/p>\n<p>Wie Sergej Glasjew, der russische Minister f\u00fcr Integration und Makro\u00f6konomie der Eurasischen Wirtschaftsunion, bemerkte, sind die beiden hocherfolgreichen L\u00e4nder der letzten Zeit, Indien und China, beide den wirtschaftlichen Konzepten von Lyndon LaRouche gefolgt. Was sie also gemeinsam haben, n\u00e4mlich die menschliche und materielle Entwicklung, geht \u00fcber den Bereich der konfrontativen Geopolitik hinaus.<\/p>\n<p>Die drei von Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping definierten Globalen Initiativen \u2013 Sicherheit, Entwicklung und Zivilisation \u2013 bilden die Grundlage f\u00fcr eine Zusammenarbeit ohne Gleichmacherei f\u00fcr alle BRICS-L\u00e4nder. Was die Abwesenheit von Xi Jinping beim G20-Gipfel betrifft, so kann man dies aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Aus guten Gr\u00fcnden k\u00f6nnte Beijing ein Treffen mit Joe Biden, einem handlungsunf\u00e4higen und feindseligen Pr\u00e4sidenten, f\u00fcr verfr\u00fcht halten und dabei auch die Abwesenheit Putins ber\u00fccksichtigen. Xi Jinping mag der Ansicht sein, da\u00df es wichtigere Treffen gibt, an denen er teilnehmen kann.<\/p>\n<p>Ich mu\u00df jedoch hinzuf\u00fcgen, da\u00df die n\u00e4chsten beiden Pr\u00e4sidentschaften der G20 Brasilien im Jahr 2024 und S\u00fcdafrika im Jahr 2025 sind. So viel zum Anspruch des Globalen Nordens, \u201ezu teilen und herrschen\u201c, abgesehen von der Tatsache, da\u00df Ru\u00dfland inzwischen sehr enge Beziehungen sowohl zu China als auch zu Indien unterh\u00e4lt. Noch wichtiger ist die Tatsache, da\u00df die offene und undiplomatische Forderung des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron, nach Johannesburg eingeladen zu werden, rundheraus abgelehnt wurde.<\/p>\n<h3>Handel ohne den Dollar<\/h3>\n<p>Zweitens: Eine ganze Reihe von politischen und wirtschaftlichen Experten, darunter Sergej Glasjew, untersuchen und pr\u00fcfen, wie der Handel in nationalen W\u00e4hrungen abgewickelt werden kann. Ein Gro\u00dfteil des Handels findet bereits in chinesischen Renminbis, aber auch in russischen Rubeln und indischen Rupien statt.<\/p>\n<p>Das ist ein Proze\u00df der Entdollarisierung, der nat\u00fcrlich noch begrenzt, aber nichtsdestotrotz bedeutsam ist. Umso mehr, als die Neue Entwicklungsbank bereits Renminbi-Anleihen zur Finanzierung von Infrastruktur und nachhaltiger Entwicklung in den Mitgliedsl\u00e4ndern der Bank ausgibt.<\/p>\n<p>Dieser Proze\u00df wird sich beschleunigen, da die verschiedenen L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens erkannt haben, da\u00df ihre Dollar-Guthaben \u201eeingefroren\u201c werden k\u00f6nnten, wie es mit den 9 Milliarden Dollar Reserven Afghanistans und den \u00fcber 300 Milliarden Dollar Reserven Ru\u00dflands geschehen ist. Der Bumerang-Effekt der westlichen Sanktionen hat eine neue Welt von L\u00e4ndern geschaffen, die versuchen, mit ihren eigenen W\u00e4hrungen anstelle des US-Dollars zu handeln.<\/p>\n<p>Das Ziel dieses ersten Schrittes ist es, ein paralleles System zu schaffen, und nicht, den Dollar sofort zu ersetzen, was einen systemischen Zusammenbruch der Weltwirtschaft zur Folge h\u00e4tte. Der Punkt ist, da\u00df die schrittweise Zunahme von Handelsabkommen zwischen anderen nationalen W\u00e4hrungen die Grundlage f\u00fcr einen zweiten Schritt schaffen wird.<\/p>\n<p>Es wird viel \u00fcber eine neue Handelsw\u00e4hrung diskutiert, die an einen W\u00e4hrungsindex der teilnehmenden L\u00e4nder gekoppelt ist, oder \u00fcber eine neue Rechnungseinheit, die auf einem W\u00e4hrungskorb basiert, der an den Wert strategischer neuer Rohstoffe gebunden ist. Wladimir Putin erkl\u00e4rte anl\u00e4\u00dflich des 14. BRICS-Gipfels: \u201eWir pr\u00fcfen die M\u00f6glichkeit, eine internationale Reservew\u00e4hrung auf der Grundlage des BRICS-W\u00e4hrungskorbs zu schaffen.\u201c<\/p>\n<p>Das Problem bei diesem Ansatz ist erstens, da\u00df er immer noch in einem monetaristischen Universum stattfindet und zweitens, da\u00df er die Welt in zwei Bl\u00f6cke teilen w\u00fcrde, die zwangsl\u00e4ufig dazu verdammt sind, miteinander zu konkurrieren und in einen geopolitischen Kriegszustand zu verfallen. Au\u00dferdem ist ein geldbasiertes System von Natur aus anf\u00e4llig f\u00fcr spekulative Angriffe, wie es 1992 der Fall war, als das Pfund Sterling und die italienische Lira von dem ber\u00fcchtigten George Soros destabilisiert wurden. Ein W\u00e4hrungssystem vom Typ des ECU ist dazu verdammt, sich selbst in den Schwanz zu bei\u00dfen.<\/p>\n<p>Der neue Ausgangspunkt sollte nicht das Geld an sich sein, sondern die sch\u00f6pferische Kraft der Menschen. Energie ist ein erster Ansatzpunkt als Quelle der wirtschaftlichen St\u00e4rke, aber wie LaRouche 1979 in einer Rede mit dem Titel \u201eDer Mythos der Gleichgewichts\u00f6konomie\u201c sagte, geht es um etwas Tieferes:<\/p>\n<p>\u201eEs gibt etwas Tiefgr\u00fcndigeres als blo\u00dfe Energiekalorien, was eine erfolgreiche kulturelle Entwicklung bewirkt. Die Quelle der neuen Energie sind die sch\u00f6pferischen M\u00f6glichkeiten des menschlichen Geistes. In den Entwicklungsprozessen der Technologien, die wir insgesamt als Fortschritt in der wissenschaftlichen Erkenntnis begreifen, steigert der Mensch seine wissende, willentliche Beherrschung der gesetzm\u00e4\u00dfigen Organisation unseres Universums.\u201c<\/p>\n<p>Geld sollte daher der Diener unserer geistigen sch\u00f6pferischen F\u00e4higkeiten sein, die sich in der kontinuierlichen Dynamik der nichtlinearen Entwicklung neuer physikalischer Prinzipien ausdr\u00fccken, deren technische Anwendungen die Bedingungen f\u00fcr eine wachsende Tragf\u00e4higkeit des Universums f\u00fcr die Menschheit schaffen.<\/p>\n<p>Jedes Land sollte daher seine eigene W\u00e4hrung behalten, die seine nationale Souver\u00e4nit\u00e4t zum Ausdruck bringt, und gleichzeitig braucht es im Austausch mit den W\u00e4hrungen anderer L\u00e4nder eine Gemeinsamkeit, die mit der menschlichen F\u00e4higkeit zur Verbesserung des Universums zusammenh\u00e4ngt: eine \u00dcbereinkunft zur L\u00f6sung der Probleme von \u00dcbersch\u00fcssen und Defiziten unter Bezugnahme auf einen Korb strategischer Materialien, die f\u00fcr die wirtschaftliche Wertsch\u00f6pfung ben\u00f6tigt werden. Dabei geht es nicht um die Bestandteile des Warenkorbs an sich, sondern um die potentielle menschliche Sch\u00f6pferkraft statt um blo\u00dfe Geldkonten.<\/p>\n<h3>Die L\u00f6sung f\u00fcr den \u201eNorden\u201c<\/h3>\n<p>Dies mu\u00df gesagt werden, um zu unserem dritten Punkt zu gelangen: den Vereinigten Staaten und Europa. Beide sollten sich bereit erkl\u00e4ren, in den Proze\u00df integriert zu werden, an dem die BRICS \u2013 der Globale S\u00fcden \u2013 beteiligt sind. Das ist unser Aufruf an den Globalen Norden: Es gibt reichlich Raum f\u00fcr Zusammenarbeit und f\u00fcr Durchbr\u00fcche bei gemeinsamen Unternehmungen, sei es im Weltraum oder auf der Erde. LaRouche dr\u00fcckte es unverbl\u00fcmt aus: \u201eMan kann das Problem nicht l\u00f6sen, indem man die Vereinigten Staaten ausschaltet&#8230; Daher besteht die L\u00f6sung meines Erachtens darin, die Haltung der Vereinigten Staaten, der Regierung der Vereinigten Staaten, zu \u00e4ndern.\u201c Und das gleiche gilt f\u00fcr Westeuropa.<\/p>\n<p>Um das Dilemma zu l\u00f6sen, m\u00fcssen wir heute, wie LaRouche in den fr\u00fchen 80er und sogar schon in den 70er Jahren sagte, China, Indien, Ru\u00dfland und die Vereinigten Staaten zusammenbringen \u2013 die vier L\u00e4nder, die es geschafft haben, einen Rover auf dem Mond zu landen \u2013, um genug Macht zu schaffen, um die zerst\u00f6rerischen Axiome der Anglosph\u00e4re zu \u00fcberwinden. Ohne das wird es nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Es geht darum, ein Niveau der Wahrhaftigkeit zu erreichen, das tats\u00e4chlich das Prinzip des \u201eVorteils des anderen\u201c repr\u00e4sentiert. Das Prinzip der menschlichen Unsterblichkeit ist nicht individuell physisch, wie einige transhumanistische Dummk\u00f6pfe glauben, sondern ein Menschheitsproze\u00df, der sich \u00fcber die Jahrhunderte hinweg manifestiert, die Einheit der Menschheit, die sich in verschiedenen Formen ausdr\u00fcckt. F\u00fcr uns, die wir in der j\u00fcdisch-christlichen Tradition stehen, ist das Naturrecht eine \u00dcbereinstimmung des Menschen mit den Gesetzen des Kosmos, so wie in der indischen vedischen Tradition oder wie das Mandat des Himmels im konfuzianischen und vorkonfuzianischen China \u2013 unsere gemeinsame Geschichte der von den Fesseln der k\u00f6rperlichen und geistigen Sklaverei befreiten Menschheit.<\/p>\n<p>Diese Konferenz des Schiller-Instituts ist ein Treffen der K\u00f6pfe, um f\u00fcr die Menschheit eine Zukunft zu schaffen, \u00fcberall auf der Welt, in jedem unserer L\u00e4nder und in jedem eigenen Kopf, indem wir den Fortschritt des anderen mit der edelsten Freude begr\u00fc\u00dfen und jeden sch\u00e4ndlichen Neid ablehnen.<\/p>\n<p>Sich dieser Herausforderung in Frankreich und Argentinien zu stellen \u2013 zwei L\u00e4nder, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Opfern geh\u00f6rten und sich selbst zum Opfer machten, weil sie sich feige den Feinden der Souver\u00e4nit\u00e4t unterworfen haben \u2013, ist eine gro\u00dfe Aufgabe, die wir innerhalb der BRICS und auch in Frankreich angehen m\u00fcssen, indem wir uns von unserer freien franz\u00f6sischen Tradition und der Tradition der Befreier Amerikas inspirieren lassen. In unseren beiden L\u00e4ndern geht es bergab: Mehr als 40% der Argentinier leben unter der Armutsgrenze und 35% der Franzosen k\u00f6nnen sich keine drei Mahlzeiten am Tag leisten. Wir sind im Schlachtfeld mittendrin. Angesichts der Epidemien von W\u00e4hrungsabwertungen und kolonialen Wahnvorstellungen haben wir keine Ausrede mehr: Wir d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger ignorieren, da\u00df das Geld ein Idiot ist und seine Knechte Kriminelle sind!<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Prof. David Monyae<\/strong> (S\u00fcdafrika), Direktor des Zentrums f\u00fcr Afrika-China-Studien (CACS), Universit\u00e4t von Johannesburg, S\u00fcdafrika: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EETuLYiOH98\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EETuLYiOH98\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDie Zukunft von Afrika, China und den BRICS\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die Zukunft von Afrika, China und den BRICS<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Prof. David Monyae<\/p>\n<p class=\"vor\">Prof. David Monyae ist Direktor des Zentrums f\u00fcr Afrika-China-Studien an der Universit\u00e4t von Johannesburg in S\u00fcdafrika. Im zweiten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9.9.2023 sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Es ist mir eine gro\u00dfe Freude, zu Ihnen allen zu sto\u00dfen, und ich m\u00f6chte die Gelegenheit nutzen, den Veranstaltern f\u00fcr die Organisation dieses wunderbaren Seminars zu danken. Wir freuen uns auf die Diskussionen. Mein Name ist Professor David Monyae, ich bin Direktor des Zentrums f\u00fcr Afrika-China-Studien an der Universit\u00e4t von Johannesburg in S\u00fcdafrika.<\/p>\n<p>Mein Schwerpunkt wird die Frage sein: Warum die BRICS? Warum brauchen wir sie? Was ist der Schwerpunkt der BRICS? Und dann werde ich mich darauf konzentrieren, wohin sich die BRICS entwickeln und wie sie die globalen Beziehungen beeinflussen. Angesichts der Tatsache, da\u00df China das gr\u00f6\u00dfte BRICS-Mitglied ist und fast 60-70 % des gesamten BIP der BRICS ausmacht, werde ich auf China und mein eigenes Land S\u00fcdafrika fokussieren, sowie auf die Beziehungen Afrikas zu China. In diesem Teil werde ich mich mehr auf die voraussichtliche Entwicklung und die Beziehungen zu anderen Industriel\u00e4ndern beziehen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00fcssen wir unser Verst\u00e4ndnis der BRICS in einen Kontext stellen. Die Weltordnung nach 1945 war eine Ordnung, die von den Vereinigten Staaten und den westlichen L\u00e4ndern definiert wurde, und die meisten afrikanischen L\u00e4nder mit Ausnahme S\u00fcdafrikas waren an der Entstehung dieser Ordnung nicht beteiligt. Sie waren Nachz\u00fcgler, und deshalb sind sie nur Verwalter der Regeln und nicht Gestalter der Regeln. Alles wurde so eingerichtet, da\u00df es die westlichen L\u00e4nder beg\u00fcnstigte.<\/p>\n<p>1955 fand das erste Treffen der Entwicklungsl\u00e4nder, der afrikanischen und asiatischen L\u00e4nder, in Indonesien statt \u2013 die Konferenz von Bandung 1955. Ich glaube, dort kamen zum allerersten Mal die Beschwerden der Entwicklungsl\u00e4nder zur Sprache. Was waren ihre Beschwerden? Ihre Anliegen waren sehr einfach: Sie wollten eine Reform der internationalen Ordnung, in der diese Entwicklungsl\u00e4nder ernst genommen werden, eine gerechte Verteilung der Ressourcen, Zusammenarbeit, Technologietransfer sowie verschiedene zwischenmenschliche Fragen, die im Kommuniqu\u00e9 der Bandung-Konferenz von 1955 angesprochen wurden.<\/p>\n<p>Dies waren also die wichtigsten Gr\u00fcnde, warum die Entwicklungsl\u00e4nder der Meinung waren, da\u00df die internationale Ordnung zu dieser Zeit, zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, ver\u00e4ndert werden mu\u00dfte. Sie sollten sich aktiv an dieser Ordnung beteiligen und sie demokratischer und transparenter gestalten und in gewisser Weise alle Kontinente vertreten. Doch wie wir wissen, gab es seit 1955 keine Bewegung in den Industriel\u00e4ndern, die den Entwicklungsl\u00e4ndern die Hand gereicht h\u00e4tten, um sie zu verstehen und ihnen entgegenzukommen.<\/p>\n<p>Wir haben den Aufstieg einer weiteren Gruppierung erlebt, die sehr wichtig ist. Damit wir einen klareren Kontext haben: Woher kommen die BRICS? 1961 wurde die Bewegung der Blockfreien Staaten im gleichen Kontext gegr\u00fcndet, n\u00e4mlich nach dem Ende des Kalten Krieges, als Vertretung der L\u00e4nder, die nicht in einen Kalten Krieg zugunsten der Vereinigten Staaten oder der damaligen Sowjetunion verwickelt werden wollten. Und die meisten dieser L\u00e4nder waren Entwicklungsl\u00e4nder. Man kann \u00c4hnlichkeiten zwischen der Bandung-Bewegung und der Bewegung der Blockfreien Staaten von 1961 erkennen, was die Beschwerden der Entwicklungsl\u00e4nder betrifft. Eine dritte Formation ist die Gruppe der 77 (plus China) innerhalb der Vereinten Nationen. Sie war sehr stark und brachte mehr oder weniger \u00e4hnliche Themen zur Sprache.<\/p>\n<p>Doch im Jahr 2010 wurde der Aufstieg der BRICS-Staaten deutlich. Sie wurden 2009 offiziell gegr\u00fcndet, und 2010 trat S\u00fcdafrika bei: Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China und dann S\u00fcdafrika. Diese L\u00e4nder kamen ebenfalls aus dem Globalen S\u00fcden, und ihre Hauptprobleme mit der globalen Ordnung waren \u00e4hnlich wie die, die ich bereits dargelegt habe. Was die BRICS jedoch von der Bandung-Konferenz, der Bewegung der Blockfreien Staaten oder der Gruppe der 77 unterscheidet, ist, da\u00df die BRICS von 2009 eher ein Vorschlag von Jim O&#8217;Neill waren, einem Mann der Wall Street. Das war der Vorschlag, da\u00df es Schwellenl\u00e4nder gibt und man das Wachstum dieser L\u00e4nder im Hinblick auf die Gr\u00f6\u00dfe ihrer Volkswirtschaften und ihren Beitrag zur Entwicklung des Kapitalismus und der M\u00e4rkte betrachten sollte. So wurde es im neoliberalen Ansatz gesehen.<\/p>\n<h3>BRICS: mehr als nur Wirtschaft<\/h3>\n<p>Doch mit der Aufnahme S\u00fcdafrikas und besonders mit dem BRICS-Gipfel 2023, der im Stadtzentrum von Johannesburg stattfand, wurde der neoliberale Ansatz aufgegeben. W\u00e4hrend Jim O&#8217;Neills Konzept sehr viel st\u00e4rker auf den Westen und die Wall Street ausgerichtet war und von M\u00e4rkten, individualistischen westlichen Normen und Marktwerten ausging, sind die BRICS, die sich jetzt herausbilden, ein Gebilde, das dem entgegengesetzt ist. Diese BRICS gehen weit \u00fcber die St\u00e4rke der Wirtschaft hinaus. Ja, f\u00fcr eine Mitgliedschaft bei den BRICS ist die Gr\u00f6\u00dfe der Wirtschaft wichtig, aber es geht auch um die Beziehungen zwischen Menschen. Es geht um Fragen der Entwicklung. Es geht um Gr\u00f6\u00dfenordnungen, um Entwicklung, um die Aufnahme von Menschen, um Fragen der Demokratisierung und der Vertretung. Es ist eine direkte Antwort auf eben diese Beschwerden der Entwicklungsl\u00e4nder, da\u00df diese L\u00e4nder sich selbst organisiert haben, und sie agieren, da sie auch Mitglieder der G-20 sind, mit dem Treffen, das jetzt in Indien stattfindet, mit den Gipfeltreffen zum Klimawandel, COP28; das steht an. Und vom 18. bis 26. September wird die Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York tagen.<\/p>\n<p>Wir sehen bereits, da\u00df die BRICS-L\u00e4nder zunehmend an Macht gewinnen. Sie haben sechs weitere L\u00e4nder aufgenommen: Iran, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, \u00c4gypten, \u00c4thiopien und Argentinien. Das allein ver\u00e4ndert schon die gesamte St\u00e4rke und Legitimit\u00e4t der BRICS; sie sind viel st\u00e4rker geworden. Sie haben die G-7 in Bezug auf ihre Wirtschaftskraft bereits \u00fcberholt. Die Zukunft der kapitalistischen Welt liegt eher in den Entwicklungsl\u00e4ndern, und die BRICS-L\u00e4nder werden zunehmend an Macht gewinnen.<\/p>\n<p>Wir werden auch Ver\u00e4nderungen erleben, vor allem in Bezug auf China, dem wichtigsten Land in Bezug auf die Gr\u00f6\u00dfe seiner Wirtschaft und die Rolle, die es zunehmend beim Ausbau der Infrastruktur spielt, in einer Zeit, wo der Westen das Gef\u00fchl hat, an Raum, Legitimit\u00e4t und Einflu\u00df zu verlieren \u2013 vor allem in Afrika \u2013, ist China dort bei der Entwicklung der Infrastruktur und einer Reihe anderer Themen auf dem Vormarsch. Wir werden die \u201eAnti-China-Bewegung\u201c erleben, der es um Entkopplung geht, und das andere, was die entwickelten L\u00e4nder betreiben wollen, die Risikominderung (<i>de-risking<\/i>).<\/p>\n<p>Das wird enorme Auswirkungen haben, nicht nur f\u00fcr die Vereinigten Staaten, sondern auch f\u00fcr Europa, da die Kolonialm\u00e4chte Afrikas aus Europa stammen. In den letzten Wochen und Monaten haben wir in Westafrika endlose Putsche erlebt: Burkina Faso, Zentralafrikanische Republik, Sudan, Gabun, Mali, dazu Terroranschl\u00e4ge. Frieden und Sicherheit werden immer wichtiger.<\/p>\n<p>Der Ressourcennationalismus ist also auf dem Vormarsch, und diese L\u00e4nder in Afrika argumentieren, da\u00df sie mehr Unterst\u00fctzung und Zusammenarbeit bei der Infrastrukturentwicklung brauchen. Aber noch wichtiger ist, da\u00df sie nicht nur Rohstoffe verkaufen wollen, sondern auch die Veredelung der Rohstoffe fordern. Einige der kritischen Mineralien f\u00fcr die industrielle Revolution, wie Lithium und Uran, sind im Zuge des wirtschaftlichen Wandels von gro\u00dfer Bedeutung. Diese Ressourcen sind haupts\u00e4chlich in Afrika zu finden. Afrika wird also ein wichtiger Akteur werden, und der Wettbewerb zwischen den Industriel\u00e4ndern, vor allem mit China und Ru\u00dfland, wird zunehmen.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit Ru\u00dfland und dem Ukraine-Krieg hat sich die Situation verschlechtert, und es ist die Rede vom Einsatz der S\u00f6ldnertruppe Wagner auf dem afrikanischen Kontinent. Es wird eine fr\u00fche Phase eines neuen Kalten Krieges geben, der auf uns zukommt und die Lage verschlimmern wird, wenn die Vereinigten Staaten Afrika weiterhin durch die Linse der Sicherheit statt durch die der Entwicklung betrachten.<\/p>\n<p>Dies sind also einige der Themen, bei denen die Afrikaner daf\u00fcr pl\u00e4dieren, da\u00df wir viel mehr Entwicklung brauchen. Man kann Entwicklung und Sicherheit nicht voneinander trennen. Daher sind die Ans\u00e4tze von Pr\u00e4sident Xi Jinping mit der Globalen Sicherheitsinitiative, der Globalen Entwicklungsinitiative und der Globalen Zivilisationsinitiative wichtige Konzepte, die mehr afrikanische L\u00e4nder und die Entwicklungsl\u00e4nder ansprechen, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.<\/p>\n<h3>Br\u00fccken bauen<\/h3>\n<p>Meine Damen und Herren, abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich darauf hinweisen, da\u00df es Raum f\u00fcr Zusammenarbeit und f\u00fcr den Bau von Br\u00fccken gibt. Wenn wir \u00fcber die BRICS sprechen, dann sehen wir die BRICS nicht als Gegner der Industriel\u00e4nder. Ich denke, wir werden eine erg\u00e4nzende Rolle spielen, und deshalb gibt es f\u00fcr den Globalen S\u00fcden mehr Raum, um den Industriel\u00e4ndern auf halbem Weg entgegenzukommen. Wir m\u00fcssen Wege finden, dies auf friedlichere Weise zu tun; wir m\u00fcssen Kriege vermeiden; wir m\u00fcssen verhindern, da\u00df Waffen in diesen afrikanischen L\u00e4ndern abgeladen werden. Die Korruption mu\u00df in Afrika und \u00fcberall sonst bek\u00e4mpft werden. Wir brauchen eine gute Regierungsf\u00fchrung, wir brauchen gute Regierung und Demokratie, nicht nur auf dem afrikanischen Kontinent.<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df Afrika und die meisten Entwicklungsl\u00e4nder die Demokratie als die Spitze der Institutionen der Weltordnungspolitik sehen wollen, insbesondere bei den Vereinten Nationen. Diese m\u00fcssen umgestaltet und reformiert werden, und zwar so, da\u00df die Entwicklungsl\u00e4nder einbezogen werden. Das wird einige der Probleme wie Klima, Ungleichheit der Geschlechter, Armut, Krankheit und fehlende Chancen f\u00fcr alle l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte diese Gelegenheit nutzen, um Ihnen allen noch einmal zu danken. Ich freue mich darauf, einige von Ihnen pers\u00f6nlich zu treffen, wenn es die Zeit erlaubt. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Rub\u00e9n Guzzetti<\/strong> (Argentinien), Analyst f\u00fcr Au\u00dfenpolitik, Argentinisches Institut f\u00fcr Geopolitische Studien (IADEG): <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jStNhRXEHf4\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jStNhRXEHf4\" target=\"_blank\">\u201eArgentinien in den BRICS; eine historische Chance\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Argentinien in der BRICS-Gruppe, eine historische Chance<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Rub\u00e9n Dar\u00edo Guzzetti<\/p>\n<p class=\"vor\">Rub\u00e9n Guzzetti ist Analyst f\u00fcr Au\u00dfenpolitik am Argentinischen Institut f\u00fcr Geopolitische Studien (IADEG). In der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9. September sagte er folgendes (\u00dcbersetzung aus dem Spanischen).<\/p>\n<p>Guten Tag. Mein Name ist Rub\u00e9n Guzzetti, und ich spreche zu Ihnen aus dem s\u00fcdlichen Teil des Globalen S\u00fcdens, vom Argentinischen Institut f\u00fcr Geopolitische Studien (IADEG). Ich danke dem Schiller-Institut und der LaRouche-Bewegung f\u00fcr die Einladung zur Teilnahme an dieser Veranstaltung. Wir vom IADEG schlie\u00dfen uns dem Kampf des [Schiller-]Instituts und anderer Organisationen an, die sich der Verantwortung bewu\u00dft sind, die wir derzeit haben, da wir einen zivilisatorischen \u00dcbergang von historischer Tragweite erleben.<\/p>\n<p>Wir, die heutige Generation, haben das Gef\u00fchl, da\u00df wir eine enorme Verantwortung tragen, aber da\u00df wir auch eine privilegierte Generation sind, insbesondere diejenigen von uns, die in den 1950er Jahren des 20. Jahrhunderts geboren wurden. Wir waren Protagonisten in einem breiten Spektrum von Ver\u00e4nderungen \u2013 dem endg\u00fcltigen Sterben des Wohlfahrtsstaates, dem Proze\u00df der Entkolonialisierung, der \u00c4ra der sozialen Revolutionen, des Kalten Krieges, der Unipolarit\u00e4t der USA und Gro\u00dfbritanniens und nun dieser neuen \u00c4ra, die von Schwellenl\u00e4ndern angef\u00fchrt wird, die sich auf die Erfahrungen Chinas und den Mut des russischen Volkes st\u00fctzen, das sich der NATO, dem bewaffneten Fl\u00fcgel der internationalen Finanzmacht, entgegenstellt.<\/p>\n<p>Wir sind davon \u00fcberzeugt, da\u00df wir uns jetzt auf einem unumkehrbaren Weg zu einer neuen polyzentrischen und multikulturellen Welt der Entwicklung und Zusammenarbeit befinden. Aber wir wissen auch, da\u00df wir ein gro\u00dfes Risiko eingehen. Die Blindheit des Egoismus und die innewohnenden Gr\u00fcnde eines ersch\u00f6pften Kapitalismus k\u00f6nnten einen totalen Krieg ausl\u00f6sen, der zu einem Atomkrieg werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die internationale Finanzmacht, die Investmentfonds, die Ratingagenturen und die Gro\u00dfbanken haben die Institutionen der westlichen Gro\u00dfm\u00e4chte \u00fcbernommen. Die Befehle und wichtigen Entscheidungen, die aus dem Wei\u00dfen Haus und der Downing Street 10 kommen, stammen in Wirklichkeit von der Wall Street und der Londoner City. Deshalb unterst\u00fctzen wir von unserem Institut und von vielen anderen Seiten die Initiativen, die darauf abzielen, das Bewu\u00dftsein f\u00fcr den Moment zu erweitern, in dem wir leben, und die Notwendigkeit, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Frieden mit Entwicklung zu verbinden, um das m\u00f6gliche Aussterben der Spezies zu verhindern, entweder durch Atomwaffen oder durch \u00fcberm\u00e4\u00dfige Aggression gegen die Natur.<\/p>\n<p>Wir halten es f\u00fcr absolut notwendig, Fortschritte in Richtung einer neuen Finanzarchitektur zu machen, die auf der Produktion von materiellen G\u00fctern und der Steigerung der Produktivit\u00e4t zugunsten des Fortschritts in Wissenschaft und Technik ausgerichtet sind. Au\u00dferdem ist ein neues kollektives Sicherheitsabkommen zwischen den Staaten dringend erforderlich, in dem kein Staat die Rechte der anderen verletzt.<\/p>\n<p>Heute haben wir einen gro\u00dfen Vorteil. Laut UN-Statistiken reicht seit 1990 die Produktion von G\u00fctern und Dienstleistungen weltweit aus, um der Weltbev\u00f6lkerung ein Leben in W\u00fcrde zu erm\u00f6glichen. Das hei\u00dft, es ist genug f\u00fcr alle da, so da\u00df Kriege ums \u00dcberleben, wie sie in der Geschichte \u00fcblich waren, nicht mehr notwendig sind. Jetzt ist es nur noch ein Problem der Verteilung.<\/p>\n<p>Zusammen mit f\u00fcnf anderen L\u00e4ndern wird Argentinien ab dem 1. Januar 2024 den BRICS beitreten und wahrscheinlich auch der Neuen Entwicklungsbank, und wenn diese ihre Statuten \u00e4ndert, werden wir Zugang zu g\u00fcnstigen Krediten f\u00fcr die Produktion haben. Ebenso wird das Land Teil des Contingency Reserve Arrangement werden, was uns die M\u00f6glichkeit geben wird, eines der immer wiederkehrenden Probleme unserer Wirtschaft zu l\u00f6sen, die so genannte externe Beschr\u00e4nkung oder Dollarknappheit.<\/p>\n<p>Die Nationen des globalen S\u00fcdens, verk\u00f6rpert durch die BRICS-Staaten, haben dem Rad der Geschichte in Johannesburg einen gro\u00dfen Impuls gegeben. Unserem Land er\u00f6ffnen sich nun eine Reihe von M\u00f6glichkeiten, dem IWF die zerst\u00f6rerische Vormundschaft mit seinen wiederkehrenden Sparpl\u00e4nen und wiederholten Abwertungen zu entziehen und die strukturellen Probleme zu l\u00f6sen, die uns seit Beginn unserer Geschichte heruntergezogen haben.<\/p>\n<p>Ein einziges Beispiel gen\u00fcgt: Unsere herrschenden Klassen konnten oder wollten nicht tun, was die USA vor 200 Jahren getan haben \u2013 eine Agrarreform, um die Produktion eines Landes zu vervielfachen, die Produktion eines an G\u00fctern und menschlicher Qualit\u00e4t absolut reichen Landes zu steigern.<\/p>\n<p>Wir werden auch die M\u00f6glichkeit haben, uns in neue globale Wertsch\u00f6pfungsketten einzubinden, gemeinsame Entwicklungen in wissenschaftlichen und technologischen Bereichen zu planen und mit der Erfahrung von L\u00e4ndern wie China die Aquakultur und die Schweineindustrie zu entwickeln. Wir k\u00f6nnen auch unser Talent und unseren Fortschritt in Bereichen wie neue landwirtschaftliche Technologien einbringen, um die Produktion in L\u00e4ndern wie \u00c4thiopien und \u00c4gypten zu steigern.<\/p>\n<p>In Argentinien sind wir uns in den fortschrittlichen Sektoren bewu\u00dft, da\u00df die Fortschritte und Errungenschaften der aufstrebenden Nationen, die in Organisationen wie der SCO, ASEAN, der Eurasischen Wirtschaftsunion (EUAU) und den BRICS zusammengeschlossen sind und die die Verlagerung des Schwerpunkts der Welt vom Westen zum Osten best\u00e4tigen, uns eine historische Chance bieten.<\/p>\n<p>Es ist auch klar, da\u00df die M\u00f6glichkeit, sich diesem zivilisatorischen Wandel anzuschlie\u00dfen, jetzt von uns abh\u00e4ngt. Das bedeutet erstens, die erste H\u00fcrde zu nehmen und es in die Stichwahl am 22. Oktober zu schaffen und zweitens die Niederlage der extremen Rechten am 14. November zu erreichen.<\/p>\n<p>Die Aufgabe ist nicht einfach, denn die derzeitige Regierungskoalition ist keine Garantie daf\u00fcr und es gibt viel zu tun, um die Volksorganisationen zu vereinen und die neue Regierung zu zwingen, diesem echten Wandel beizutreten, der derzeit passiert. Regierungen und V\u00f6lker wie das brasilianische blicken besorgt auf unsere Zukunft. Zweifellos wird ein unabh\u00e4ngiges Argentinien einen enormen Beitrag zum Projekt des Globalen S\u00fcdens und zur regionalen Integration leisten, die f\u00fcr das Gl\u00fcck der Nationen s\u00fcdlich des Rio Grande entscheidend sind.<\/p>\n<p>Wir werden alles tun, um Teil einer neuen Welt zu werden, in der Zusammenarbeit, Konnektivit\u00e4t und Br\u00fcderlichkeit die Norm und nicht die Ausnahme sind. Lassen Sie uns den auf dieser Konferenz vorgezeichneten Weg zu einer Welt in Frieden, Entwicklung und Integration fortsetzen.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Prof. Franco Battaglia<\/strong> (Italien), Professor f\u00fcr chemische Physik, Universit\u00e4t Modena, Italien: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fy8K91PY4GI\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fy8K91PY4GI\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eDie eiskalte Wahrheit \u00fcber Globale Erw\u00e4rmung\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diskussionsteilnehmer:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Akiko Mikamo <\/strong>(Japan), Autorin, <em>\u201e8:15 &#8211; Eine Geschichte des \u00dcberlebens und der Vergebung aus Hiroshima\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Diskussionsbeitrag lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>8:15 \u2013 Eine Geschichte von \u00dcberleben und Vergebung aus Hiroshima<\/h2>\n<p class=\"vor\">Dr. Akiko Mikamo ist Autorin und Produzentin des Films \u201e8:15\u201c, der den Atombombenabwurf auf Hiroshima aus der Sicht von \u00dcberlebenden des Angriffs \u2013 ihrer eigenen Eltern \u2013 schildert. Dr. Mikamo kam in der abschlie\u00dfenden Diskussionsrunde der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9.9. zu Wort und sagte folgendes (\u00dcbersetzung aus dem Englischen).<\/p>\n<p><b><i>Dr. Mikamo:<\/i><\/b> Ich danke Ihnen f\u00fcr die Einladung zu dieser sehr wichtigen Konferenz. Ich bin ausgebildete Psychologin und arbeite als medizinische Psychologin und als Coach f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte, als Autorin und auch Produzentin des Films, der gerade erw\u00e4hnt wurde. Meine Eltern waren beide bei der Explosion am 6. August 1945 dabei. Mein Buch- und Filmtitel <i>8:15<\/i> bezieht sich auf den Zeitpunkt der Explosion in Japan, die erste Atombombe, die gegen Menschen eingesetzt wurde.<\/p>\n<p>In Hiroshima lebten zu diesem Zeitpunkt 350.000 Menschen, \u00fcberwiegend Zivilisten. Mein Vater war nur etwa 1200 Meter vom Epizentrum entfernt. Er befand sich auf dem Dach seines Hauses, hatte also nichts, was ihn sch\u00fctzte. So war er mehreren Tausend Grad Hitze und Explosionen ausgesetzt, und nat\u00fcrlich auch der Strahlung. Meine Mutter war etwa 720 Meter vom Epizentrum entfernt. Nat\u00fcrlich wurden beide schwer verletzt, verbrannt und verstrahlt. Wie durch ein Wunder haben sie \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Ich bin eine ihrer drei T\u00f6chter. Heute lebe ich in San Diego in Kalifornien und arbeite weltweit daran, die Menschen zu einem friedlicheren und harmonischeren Denken zu erziehen.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach standen Menschen schon immer miteinander in Konkurrenz; Wettbewerb wurde gef\u00f6rdert, Wettbewerb wurde wertgesch\u00e4tzt. Aber das Konkurrenzdenken hat zu Ungleichheit gef\u00fchrt. Die ressourcenst\u00e4rkeren L\u00e4nder und Regionen versuchen, die weniger ressourcenstarken Regionen und L\u00e4nder zu ihrem Vorteil auszunutzen. Und ich bin fest davon \u00fcberzeugt, da\u00df wir von der konkurrenzorientierten Bildung und Gesellschaft zu einer auf Zusammenarbeit ausgerichteten Gesellschaft \u00fcbergehen m\u00fcssen. Das ist die einzige L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Wenn ich \u00fcber die Erfahrungen meines Vaters und meiner Mutter spreche, betrifft uns das alle als Menschheitsfamilie auf dieser Erde. Es gibt viele Bedrohungen. Die Bedrohung durch einen Atomkrieg ist keine Science-Fiction-Geschichte oder etwas, das man nur im Kino sieht. Er droht unmittelbar. Und die globale Zerst\u00f6rung, die Klimaproblematik usw. \u2013 es gibt so vieles, da\u00df ich denke, dies ist nicht die Zeit, da\u00df wir uns um L\u00e4ndereien, Ressourcen oder Macht streiten. Wir m\u00fcssen uns wirklich zusammentun, um \u00fcber das menschliche Zusammenleben nachzudenken und dar\u00fcber, wie wir diese Krise \u00fcberleben, wie wir ges\u00fcnder leben und wie wir mehr Menschen zu Wohlstand verhelfen k\u00f6nnen. Das ist also mein Punkt.<\/p>\n<p>Kann ich den Trailer zu meinem Film zeigen?<\/p>\n<p><b><i>Moderator:<\/i><\/b> Ich werde die Techniker fragen, aber in der Zwischenzeit m\u00f6chte ich Sie bitten, uns zu sagen, welche Reaktionen Sie vom amerikanischen Publikum auf Ihren Film erhalten haben und ob er dort zu sehen ist. Und wird er auch in Europa oder online zu sehen sein?<\/p>\n<p><b><i>Dr. Mikamo:<\/i><\/b> Ich erhalte jetzt Reaktionen, er wird auf \u00f6ffentlichen Sendern in ganz Amerika ausgestrahlt. Ich habe einige Vorf\u00fchrungen in New York und Kalifornien gemacht.<\/p>\n<p>Die Reaktionen kommen haupts\u00e4chlich von der j\u00fcngeren Generation, und sie sind wirklich positiv. Sie sagen mir, da\u00df sie nicht wu\u00dften, wie die Menschen unter dem Atompilz \u00fcberlebt haben.<\/p>\n<p>Sonst sehen sich die Leute die Bilder aus dem Flugzeug an, und sie sehen den Atompilz, und Politikwissenschaftler und Politiker und viele andere diskutieren dar\u00fcber, ob nukleare Abschreckung der richtige Weg w\u00e4re oder besser ein Verbot von Atomwaffen, oder wie wir mit dem Thema Atomwaffen umgehen sollten. Aber nicht sehr viele Menschen haben den Bericht aus erster Hand gesehen, der zeigt, was tats\u00e4chlich unter dem Atompilz geschah.<\/p>\n<p>Deshalb kommt aus dem Publikum oft der Kommentar, da\u00df die ganze Welt das sehen mu\u00df. Jeder sollte es sehen. Die Menschen m\u00fcssen daran erinnert werden, da\u00df es nie wieder einen Atomkrieg geben darf. Auch die Leute, die den Film <i>Oppenheimer<\/i> gesehen haben, haben mir gesagt, da\u00df man den Film <i>8:15<\/i> zusammen mit <i>Oppenheimer<\/i> sehen sollte, um ein Gesamtbild zu erhalten. Das sind die Kommentare, die ich erhalten habe.<\/p>\n<p><b><i>Moderator:<\/i><\/b> \u2026 Jetzt k\u00f6nnen wir den Trailer ansehen. (Den Trailer zu dem Film <i>8:15<\/i> finden Sie im Internet unter: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SNBYRnpE92s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SNBYRnpE92s<\/a>)<\/p>\n<p><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Alejandro Yaya <\/strong>(Argentinien), Vizepr\u00e4sident, Ziviles Institut f\u00fcr Raumfahrttechnik, Leiter der Abteilung f\u00fcr Technologie- und Innovationsbeziehungen, Nationale Verteidigungsuniversit\u00e4t<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Beitrag lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Warum Entwicklungsl\u00e4nder die Raumfahrt brauchen<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Prof. Alejandro Yaya<\/p>\n<p class=\"vor\">Prof. Alejandro Yaya ist Vizepr\u00e4sident des Zivilen Instituts f\u00fcr Raumfahrttechnik in Argentinien und Leiter der Abteilung f\u00fcr Technologie- und Innovationsbeziehungen an der Nationalen Verteidigungsuniversit\u00e4t Argentiniens. In der Diskussionsrunde der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 9.9. sagte er folgendes (\u00dcbersetzung aus dem Spanischen).<\/p>\n<p>Mit Dr. Karniks Erlaubnis m\u00f6chte ich gerne den Gr\u00fcnder des indischen Raumfahrtprogramms, Vikram Sarabhai, zitieren. Ich werde es sinngem\u00e4\u00df wiedergeben, aber ich bitte Sie dabei, es nicht so zu verstehen, da\u00df es sich nur auf Indien bezieht, sondern auf die BRICS \u2013 wenn er von der indischen Nation spricht, denken Sie an die ganze Menschheit:<\/p>\n<p>\u201eEs gibt Leute, die die Relevanz von Raumfahrtaktivit\u00e4ten in einem Entwicklungsland in Frage stellen. F\u00fcr uns gibt es keine Zweideutigkeit bei der Zielsetzung. Es kommt uns nicht in den Sinn, mit den wirtschaftlich fortgeschrittenen Nationen bei der Erforschung des Mondes oder der Planeten oder der bemannten Raumfahrt zu konkurrieren.<\/p>\n<p>Aber wir sind \u00fcberzeugt, da\u00df wir, wenn wir auf nationaler Ebene und in der Gemeinschaft der Nationen eine bedeutende Rolle spielen wollen, bei der Anwendung fortgeschrittener Technologien auf die realen Probleme von Mensch und Gesellschaft un\u00fcbertroffen sein m\u00fcssen&#8230; Und wir sollten beachten, da\u00df man die Anwendung hochentwickelter Technologien und Analysemethoden auf unsere Probleme nicht mit grandiosen Pl\u00e4nen verwechseln darf, die in erster Linie der Show dienen statt dem Fortschritt, den man in realen wirtschaftlichen und sozialen Begriffen mi\u00dft.\u201c<\/p>\n<p>Und jetzt zitiere ich den ehemaligen indischen Pr\u00e4sidenten Abdul Kalam:<\/p>\n<p>\u201eViele Menschen mit kurzsichtigen Zukunftsvorstellungen zweifelten an der Relevanz von Weltraumaktivit\u00e4ten in einer gerade unabh\u00e4ngig gewordenen Nation, die Schwierigkeiten hatte, ihre Bev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren. Die Vision war klar: Wenn die Inder eine bedeutsame Rolle in der Gemeinschaft der Nationen spielen wollen, dann m\u00fcssen sie bei der Anwendung fortschrittlicher Technologien auf ihre realen Probleme un\u00fcbertroffen sein. Es ist also kein Mittel zur Machtdemonstration. Die Erforschung des Weltraums ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit f\u00fcr die weitere Entwicklung Indiens.\u201c<\/p>\n<p>Und um die Frage zu beantworten, hat Dr. Karnik erw\u00e4hnt, da\u00df man nur wenige Tage nach der Ankunft [der indischen Sonde] auf dem Mond eine weitere Mission zu Me\u00dfzwecken entsandt hat, und da\u00df das Raumschiff in K\u00fcrze den Lagrange-Punkt erreichen wird, wo man Messungen an der Sonne vornehmen und die Sonne untersuchen wird.<\/p>\n<p>Was wird Indien an der Sonne untersuchen? Die Eigenschaften der Troposph\u00e4re und der Ionosph\u00e4re \u2013 alles, was mit der Sonnenoberfl\u00e4che zu tun hat, was gro\u00dfe Auswirkungen auf das Klima und die Klimastudien hat. Denn wenn es in Indien eine D\u00fcrre gibt, wenn Entwicklungsl\u00e4nder D\u00fcrren oder Klimaprobleme haben, sind Hunderte von Millionen Menschen davon betroffen. Ein besseres Verst\u00e4ndnis des Klimas und seiner Bedingungen \u2013 und der einzige Ort im Universum, an dem man das erforschen kann, ist der Weltraum \u2013 wird uns helfen, uns weiterzuentwickeln und die Katastrophen zu vermeiden, die die Natur manchmal hervorbringt und die wir nicht verhindern k\u00f6nnen. Dieses bessere Verst\u00e4ndnis des Weltraums wird uns helfen, eine bessere Lebensqualit\u00e4t hier auf der Erde zu erreichen \u2013 und auch auf dem Mond!<\/p>\n<p>Was ist nun das besondere an den gemeinsamen Anstrengungen Indiens und Chinas? Die einzigartigen Eigenschaften unseres nat\u00fcrlichen Satelliten erm\u00f6glichen die Entwicklung der Nutzung bestimmter Materialien, sowohl f\u00fcr die pharmazeutische Industrie als auch f\u00fcr die Fertigung von Dingen, deren Herstellung auf der Erde unm\u00f6glich oder extrem kostspielig ist. Das hei\u00dft, die M\u00f6glichkeit einer gemeinsamen Basis im Weltraum und insbesondere auf dem Mond wird me\u00dfbare Fortschritte bei der Entwicklung neuer Materialien erm\u00f6glichen \u2013 Materialien dieses Jahrhunderts, nicht vergangener Jahrhunderte -, was von Bedeutung f\u00fcr Sensoren, Elektronik, Pharmazeutika usw. sein wird.<\/p>\n<p>Ich stimme voll und ganz mit Dr. Karnik \u00fcberein, da\u00df wir im Geiste des Antarktisvertrages weitermachen sollten bzw. die internationalen Rechte im Weltraum respektieren sollten, und da\u00df dies das Erbe der ganzen Menschheit ist. Wir sollten kein Anti-Artemis-Programm schaffen und wieder eine polarisierte Welt haben, die zu einem sinnlosen neuen Kalten Krieg f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Denn so arrogant die Menschen auch sein m\u00f6gen, im Weltraum ist jede Nation sehr verwundbar. Die einzige M\u00f6glichkeit, dort zu bestehen, ist Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n<p><div class=\"hr\"><hr \/><\/div><\/p>\n<p><strong>Konferenzeinladung: La\u00dft uns gemeinsam mit der globalen Mehrheit ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufschlagen!<\/strong><\/p>\n\n\n<p>Die Welt befindet sich derzeit in einem Umbruch, wie er nur einmal in tausend Jahren vorkommt: Das Zeitalter des Kolonialismus, das im 16. Jahrhundert begann und fast 600 Jahre gedauert hat, neigt sich dem Ende zu. Die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens, die bei weitem die Mehrheit der Menschheit stellen, entledigen sich gerade der \u00dcberreste der kolonialen Unterdr\u00fcckung, wie sie in Form von internationaler Kontrolle \u00fcber ihre Ressourcen, unfairen Handelsbedingungen und finanzieller Unterwerfung und Auspl\u00fcnderung durch die City of London und die Wall Street immer noch besteht. Die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens machen ihr Recht geltend, ihre eigenen Rohstoffe zu verarbeiten und h\u00f6herwertige G\u00fcter zu produzieren, um in absehbarer Zeit durch hochtechnologische Industrialisierung zu Gesellschaften mit mittlerem Einkommen aufzusteigen. Lyndon LaRouche hat jahrzehntelang die notwendigen realwirtschaftlichen Konzepte und Ma\u00dfnahmen beschrieben, um diesen \u00dcbergang zu beschleunigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist zu erwarten, da\u00df der Gipfel der BRICS-L\u00e4nder, der vom 22. bis 24. August stattfindet, die derzeitige tektonische Verschiebung widerspiegelt: Dreiundzwanzig L\u00e4nder haben formell die Mitgliedschaft in dieser Organisation beantragt, mehr als zwanzig informell. Anstatt diesen Proze\u00df als Bedrohung f\u00fcr den Westen zu betrachten, sollten die Nationen Europas und sogar die USA das Angebot zur Zusammenarbeit annehmen. Wenn die L\u00e4nder des Globalen Nordens ihre erkl\u00e4rte Absicht weiterverfolgen, sich von China, dem gr\u00f6\u00dften Handelspartner vieler L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens, \u201eabzukoppeln\u201c oder \u201eRisiken abzubauen\u201c, wird sich dies besonders verheerend auf die europ\u00e4ischen Volkswirtschaften auswirken, die sich bereits in einem Proze\u00df der Deindustrialisierung befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch grundlegender: Wenn der Westen an seiner Politik der geopolitischen Konfrontation mit Ru\u00dfland und China festh\u00e4lt und versucht, mit Hilfe einer globalen NATO eine unipolare Welt zu erhalten, besteht die Gefahr, da\u00df der Konflikt um die Ukraine und bald auch um Taiwan zu einem dritten, diesmal thermonuklearen Weltkrieg eskalieren k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df es der alten Ordnung nicht gelungen ist, die Probleme von Armut, Hunger und Unterentwicklung von Milliarden von Menschen in den Entwicklungsl\u00e4ndern zu l\u00f6sen, wird an der schrecklichen Migrantenkrise deutlich, in der sich Abertausende von verzweifelten Menschen an den nationalen Grenzen versammeln &#8211; sei es zwischen den USA und Mexiko oder entlang des Mittelmeers, das bereits zu einem Massengrab geworden ist. Anstatt Menschen mit grausamen und inhumanen Methoden zur\u00fcckzuhalten, sollten wir uns mit China und anderen Schwellenl\u00e4ndern zusammentun, um den L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens bei der Industrialisierung zu helfen. Es gibt keinen Grund f\u00fcr Rivalit\u00e4t; es gibt f\u00fcr alle so viel zu tun, um die existentiellen Bed\u00fcrfnisse der jetzt leidenden Menschen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welchen Weg wir einschlagen, wird h\u00f6chstwahrscheinlich dar\u00fcber entscheiden, ob wir in einem Weltkrieg enden, der zur Ausl\u00f6schung der menschlichen Gattung f\u00fchrt, oder unsere Menschlichkeit bewahren und ein neues, sch\u00f6neres Kapitel in der Geschichte der Menschheit aufschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten ber\u00fccksichtigt. Die verfeindeten Seiten des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges konnten 1648 den Westf\u00e4lischen Frieden schlie\u00dfen, weil sie erkannten, da\u00df niemand \u00fcbrigbleiben w\u00fcrde, der sich an dem Sieg freuen k\u00f6nnte, wenn die K\u00e4mpfe weitergingen. Wir sollten zumindest ebenso klug sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen die sch\u00f6nsten Traditionen unserer Kulturen wiederbeleben, vor allem in der klassischen Kunst, und zu einem Bild des Menschen als sch\u00f6pferischem Wesen zur\u00fcckkehren, um so eine Vision f\u00fcr einen dauerhaften Frieden f\u00fcr die gesamte Menschheit zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aufzeichnung des englischen Livestreams f\u00fcr Panel 1 finden Sie hier und den f\u00fcr Panel 2 hier. 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