{"id":97668,"date":"2023-07-18T10:49:36","date_gmt":"2023-07-18T14:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=97668"},"modified":"2023-07-30T13:49:14","modified_gmt":"2023-07-30T17:49:14","slug":"am-rande-eines-neuen-weltkriegs-die-europaeischen-nationen-muessen-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/07\/18\/am-rande-eines-neuen-weltkriegs-die-europaeischen-nationen-muessen-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren\/","title":{"rendered":"Am Rande eines neuen Weltkriegs: Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren!"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Konferenz des Schiller-Instituts, 8.-9. Juli 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Am Rande eines neuen Weltkriegs:<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"has-text-align-center has-black-color has-white-background-color has-text-color has-background wp-block-heading\"><strong>Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>In der Rednerliste finden Sie Links zu den separaten Beitr\u00e4gen und die Redetranskripte. Die Konferenz wurde <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2023\/07\/20\/conference-on-the-verge-of-a-new-world-war-european-nations-must-cooperate-with-the-global-south\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2023\/07\/20\/conference-on-the-verge-of-a-new-world-war-european-nations-must-cooperate-with-the-global-south\/\" target=\"_blank\">hier auf englisch ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Einen zusammenfassenden Artikel finden Sie <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/07\/14\/schiller-institut-konferenz-in-strasbourg-die-europaeischen-nationen-muessen-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/07\/14\/schiller-institut-konferenz-in-strasbourg-die-europaeischen-nationen-muessen-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>PROGRAMM<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>SAMSTAG, 8. JULI<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>10:00-12:30 Uhr &#8211; Panel I<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren (Panel 1)\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/JYhUz9UAGqE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Frieden in der Welt durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur f\u00fcr jedes einzelne Land &#8211; Die unverzichtbare strategische Autonomie der europ\u00e4ischen L\u00e4nder.<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Musikalische Er\u00f6ffnung: Werner Hartmann: <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=0s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=0s\" target=\"_blank\">Adagio cantabile aus Beethovens Klaviersonate c-Moll Path\u00e9tique<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Harley Schlanger (Moderator): <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=342s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=342s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Einleitung<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>, Gr\u00fcnderin und Leiterin des Schiller-Instituts: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=dd6oJyq5O7Q\"><em>Er\u00f6ffnungsrede<\/em>: <em>La\u00dft einen Garten von Millionen G\u00e4rten bl\u00fchen<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Exzellenzen, sehr verehrte G\u00e4ste, liebe Freunde des Schiller Instituts!<\/p>\n<p>Welche eine Freude ist es, Menschen von so vielen Nationen hier in Stra\u00dfburg pers\u00f6nlich begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen, nachdem die Umst\u00e4nde uns f\u00fcr \u00fcber drei Jahre gezwungen haben, unsere Schiller-Konferenzen nur virtuell abzuhalten! Aber wir haben diese Zeit gut genutzt, indem wir so viele neue Kr\u00e4fte weltweit zusammengebracht haben, damit wir jetzt in diesem entscheidenden Moment der Weltgeschichte zusammen intervenieren k\u00f6nnen, um ein neues Paradigma f\u00fcr die Zukunft der Menschheit zu schaffen!<\/p>\n<p>Um es gleich vorauszuschicken: Auch wenn sich unser Kontinent in einer existentiellen Krise befindet, wir werden seinen Untergang nicht zulassen, sondern das Beste, was die europ\u00e4ische Kultur hervorgebracht hat und was jetzt hinter den Sprechblasen einer dekadenten Gegenkultur und der Barbarei des Ewig Gestrigen versch\u00fcttet ist, lebendig machen und in die Gestaltung des Neuen Paradigmas mit einbringen!<\/p>\n<p>Wir befinden uns zweifellos im gef\u00e4hrlichsten Moment, dem die menschliche Gattung je ausgesetzt war. Denn wir stehen kurz, extrem kurz davor, uns als Gattung auf diesem Planeten auszul\u00f6schen, was die Konsequenz eines globalen Nuklearkrieges sein w\u00fcrde. Und im Gegensatz zur Propaganda der transatlantischen Mainstream-Medien ist die Gefahr nicht eine Konsequenz des \u201eunprovozierten Aggressionskrieg Ru\u00dflands\u201c noch des \u201eimmer aggressiver auftretenden imperialen Machtanspruchs Chinas\u201c, sondern des skrupellosen Spiels mit dem atomaren Feuer seitens der transatlantischen Kr\u00e4fte, die mit allen Mitteln versuchen, die unipolare Dominanz \u00fcber die Welt auszu\u00fcben, zu einem Zeitpunkt, wo sich die Welt l\u00e4ngstens in eine multipolare Richtung entwickelt hat.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Mainstream-Medien unisono jeden als \u201ePutin-Versteher\u201c verunglimpfen, der wagt zu denken, da\u00df die Geschichte nicht erst am 24. Februar 2022 begonnen hat und die NATO und die US-Regierung Organisationen finanzieren, die Menschen auf Listen setzen, die lebensgef\u00e4hrlich sind, haben sich die Nationen des Globalen S\u00fcdens sehr wohl eine unabh\u00e4ngige Sicht der Dinge errungen. Die trotz gegenteiliger Versprechen sechsfach ausgef\u00fchrte Ostausweitung der NATO \u00fcber 1000 km an die Grenzen Ru\u00dflands heran lie\u00df sich ebensowenig verheimlichen wie die Anstrengungen des Nord-\u201e<em>Atlantischen<\/em>\u201c Verteidigungsb\u00fcndnisses, sich nunmehr im Indopazifischen Raum als Globale NATO auszubreiten. Vor allem aber mit den immer unverhohleneren und arroganteren Appellen, mit denen die Vertreter der \u201eregel-basierten Ordnung\u201c verlangen, da\u00df sich die ganze Welt ihren Intrigen und neumodischen Abla\u00df-H\u00e4ndeln, wie einer Carbon-Steuer oder einem CO<sub>2<\/sub>-Emissionshandel, unterwerfen soll, mittels derer sie die Existenz eines hoffnungslos bankrotten neoliberalen Finanzsystem wenigstens noch etwas zu verl\u00e4ngern hoffen, haben sie den Rubikon \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Wir erleben derzeit einen Epochenwechsel, allerdings nicht von der Art, von der Bundeskanzler Scholz am 24. Februar 2022 sprach, der auf die Militarisierung Europas als Protektorat der USA hinausl\u00e4uft, sondern wir sehen das Ende der 500 Jahre andauernden Kolonialzeit, die die Staaten des Globalen S\u00fcdens mit der Hilfe Chinas und der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (BRI) endg\u00fcltig abzusch\u00fctteln entschlossen sind.<\/p>\n<p>So verlangte Pr\u00e4sident Ramaphosa k\u00fcrzlich in Paris beim Internationalen Finanz-Gipfel, da\u00df die internationale Gemeinschaft die Finanzierung des Inga-Damm zur Verf\u00fcgung stellen sollte; Zitat: \u201eLa\u00dft uns das verwirklichen, und dann glauben wir Euch, da\u00df Ihr es ernst meint mit den Versprechungen, die Ihr macht\u2026 Sch\u00e4tzungsweise w\u00fcrde der Damm 80 Milliarden kosten und mindestens 42 Gigawatt Elektrizit\u00e4t erzeugen, was einen absolut revolution\u00e4ren Effekt auf die Energieversorgung des gesamten Kontinent und seine \u00d6konomie h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber 30 Nationen haben einen Mitgliedsantrag bei den BRICS gestellt, zu denen dann die bev\u00f6lkerungsreichsten Staaten der Welt geh\u00f6ren werden. Der haupts\u00e4chlich von den USA und Gro\u00dfbritannien ausgehende Versuch, sich von China \u201eabzukoppeln\u201c oder zu \u201ede-risken\u201c, wie diese alberne Formulierung inzwischen hei\u00dft \u2013 von China, mit dem alle diese Staaten inzwischen eng verbunden sind -, kann nur zu einem wirtschaftlichen Selbstmord oder zu einer ebenso selbstm\u00f6rderischen geopolitischen Blockbildung f\u00fchren, die ebenso die Saat f\u00fcr einen Weltkrieg in sich tr\u00fcge.<\/p>\n<p>Angesichts dieser tektonischen Machtverschiebung, wie sie h\u00f6chstens ein oder zweimal in einem Jahrtausend stattfindet, m\u00fcssen sich die europ\u00e4ischen Nationen, aber auch Amerika, entscheiden, ob sie mit dieser neu entstehenden Weltordnung produktiv kooperieren wollen, oder ob sie mit der NATO, den USA und Gro\u00dfbritannien auf die totale Konfrontation und den Versuch der Unterdr\u00fcckung der gro\u00dfen Mehrheit der Menschheit zusteuern wollen.<\/p>\n<p>Mit der Entscheidung zwischen diesen beiden Optionen wird zugleich unsere moralische \u00dcberlebensf\u00e4higkeit getestet: Sind wir als vernunftbegabte Wesen in der Lage, uns gemeinsam mit den Staaten des Globalen S\u00fcdens eine Ordnung zu geben, die unser aller Zusammenleben garantiert und wie Leibniz es ausdr\u00fccken w\u00fcrde, die Gl\u00fcckseligkeit kommender Generationen erm\u00f6glicht? Oder sind wir seelenlose menschliche Maschinengewehre, die nur ha\u00dferf\u00fcllt auf die Vernichtung des vermeintlichen Gegners gerichtet sind?<\/p>\n<p>Die NATO und die Ukraine<\/p>\n<p>Da\u00df dies keine akademische Frage ist, wird nicht zuletzt in vier Tagen bei dem j\u00e4hrlich stattfindenden NATO-Gipfel in Vilnius deutlich werden, zu dem die ungarische Regierung dankenswerter Weise insistiert hat, da\u00df eine Aufnahme der Ukraine in die NATO au\u00dfer Frage steht, solange der Krieg andauert, was eigentlich selbstevident sein sollte.<\/p>\n<p>Nun gibt es aber aktuelle Stellungnahmen der beiden f\u00fchrenden, regierungsnahen Berliner Denkfabriken, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik (DGAP), die sich zu m\u00f6glichen Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine jenseits einer formalen NATO-Mitgliedschaft \u00e4u\u00dfern. Auch wenn es sich dabei nur um \u00dcberlegungen von Denkfabriken und nicht unbedingt die Politik der Berliner Regierung handelt, so verdienen diese Papiere dennoch gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit, denn ihre Autoren sind typisch f\u00fcr die sogenannten \u201eExperten\u201c, die nonstop in den Talkshows zu Worte kommen, um die Sichtweise der Bev\u00f6lkerung auf diese Weise zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Nicht nur in Frankreich macht man sich in der letzten Zeit gro\u00dfe Sorge \u00fcber den anscheinend vollst\u00e4ndigen Verlust jeglicher Souver\u00e4nit\u00e4t Deutschlands (um die es noch nie gut bestellt war), wie er in der fehlenden Reaktion der deutschen Regierung auf die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines zum Ausdruck kam.<\/p>\n<p>Nun mu\u00df man in Betracht ziehen, da\u00df die SWP, die u.a. die Regierung, den Bundestag, EU, NATO und UN ber\u00e4t, auf die Initiative des Bundesnachrichtendienstes (BND) zur\u00fcckgeht, der bei seiner Gr\u00fcndung unter der \u00c4gide der amerikanischen Besatzungsmacht 1962 Personal aus dem milit\u00e4rischen Nachrichtendienst Fremde Heere Ost, einer Nazi-Organisation, und der Gehlen-Organisation aufnahm. Die SWP hatte zun\u00e4chst ihren Sitz in Ebenhausen, einem Nachbarort von Pullach, dem Sitz des BND. Die sehr viel gr\u00f6\u00dfere DGAP mit 2800 Mitgliedern wurde bereits 1955 in Zusammenarbeit mit und nach dem Vorbild des amerikanischen Council on Foreign Relation und des britischen Royal Institute for International Affairs, dem sogenannten \u201eChatham House\u201c gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>In einem SWP -Papier vom 29.6.2023 hei\u00dft unter dem Titel \u201eVon Ad-hoc-Unterst\u00fctzung zu langfristigen Sicherheitsgarantien als NATO-Mitglied\u201c, da\u00df es au\u00dfer einer vollen Aufnahme in die NATO f\u00fcr die Ukraine zwei Optionen g\u00e4be, die Kiew wirklich Sicherheit gew\u00e4hrten. Die erste sei eine \u201eDemilitarisierung\u201c Ru\u00dflands durch eine Reduzierung der Streitkr\u00e4fte und der R\u00fcstungsindustrie auf ein Ma\u00df, das keine \u201eOffensivoperationen\u201c mehr erlaube. Dies sei nur m\u00f6glich \u00fcber \u201eexterne Schocks\u201c, eine eindeutige Niederlage der Armee, einen Verzicht der F\u00fchrung auf ihr \u201eneoimperiales Rollenverst\u00e4ndnis\u201c, was einen Regimewechsel erfordere, und die gleichzeitige Denuklearisierung des russischen Milit\u00e4rpotentials.<\/p>\n<p>Die reden vom Dritten Weltkrieg! Ru\u00dfland ist die gr\u00f6\u00dfte Nuklearmacht der Welt, es wird sich nicht einfach \u201edenuklearisieren\u201c lassen. Sie sagen dann, diese Option sei aber \u201ezur Zeit unrealistisch\u201c \u2013 aber alleine, da\u00df man so denkt, ist Wahnsinn.<\/p>\n<p>Die zweite Option best\u00fcnde darin, da\u00df die Ukraine selber ein Atomwaffenarsenal aufbaut. F\u00fcr alle F\u00e4lle lieferte die DGAP noch eine weitere Option, die unter dem Stichwort \u201eIgel\u201c zirkuliert, als Sinnbild f\u00fcr eine so massive Aufr\u00fcstung der Ukraine, als Super-Waffenschmiede sozusagen, die alle k\u00fcnftigen Angriffe abschrecken solle. Dazu geh\u00f6rt auch die vom Vorsitzenden des britischen Verteidigungsausschusses, Tobias Ellwood, vorgeschlagene Variante, die die Unterst\u00fctzung durch eine Koalition der Willigen und eine schlagfertige Einsatztruppe, eine \u201eJoint European Defense Initiative\u201c (JEDI) vorsieht.<\/p>\n<p>Der deutsche Rheinmetall-Konzern hat schon angek\u00fcndigt, in der Ukraine eine moderne Panzerfabrik und andere Waffenschmieden zu bauen. Derweil finanzierten die amerikanischen R\u00fcstungsfirmen Grumman, Raytheon und Lockheed Martin Sektempf\u00e4nge in der ukrainischen Botschaft in Washington, nicht zuletzt wohl um das MoU zu feiern, das der gr\u00f6\u00dfte Finanzdienstleister der Welt, BlackRock, der eine Verm\u00f6gensmasse von 10 Billionen Dollar verwaltet, mit der ukrainischen Regierung an Land gezogen hatte, f\u00fcr den gesamten Wiederaufbau der Ukraine.<\/p>\n<p>JEDI soll also nur \u00fcberbr\u00fccken helfen, langfristig sei ein NATO-Beitritt unverzichtbar. Ziel sei es, die Ukraine unwiderruflich in den euro-atlantischen Strukturen zu verankern. Vorrangig sei deshalb, den eigenen Bev\u00f6lkerungen \u201eSinn, Zweck und Ziele\u201c eines ukrainischen Nato-Beitritts proaktiv zu vermitteln und gegen Einrichtungen vorzugehen, die sich als zivilgesellschaftlich ausgeben \u2013 Organisationen wie das Schiller-Institut -, aber de facto \u201evom russischen Staat kontrolliert sind\u201c. Sind wir nicht, f\u00fcr\u2019s Protokoll!<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Alptraum! Die weitgehend zerst\u00f6rte Ukraine soll in ein waffenstarrendes Land verwandelt werden, einen \u201eIgel\u201c, der an einen permanenten Goldesel f\u00fcr den Milit\u00e4risch-Industriellen Komplex auf beiden Seiten des Atlantiks erinnert. Die Ukraine soll zu einem \u201eeingefrorenen\u201c Konflikt werden, der jederzeit aktiviert werden kann, als permanente \u00dcberschreitung der roten Linien Ru\u00dflands, das in der Zwischenzeit \u201eruiniert\u201c werden soll (Baerbock) oder dauerhaft geschw\u00e4cht (Austin, RUSI, Stoltenberg etc.).<\/p>\n<p>Keinen einzigen Gedanken an ein Ende des Krieges durch Diplomatie, keine Friedensverhandlungen, keine positive Vision f\u00fcr die ukrainische Bev\u00f6lkerung, und schon gar nicht eine Friedensordnung f\u00fcr die Welt als Ganze! Welch\u2018 ein h\u00e4\u00dflicher, destruktiver Geist pr\u00e4sentiert sich hier, keine menschliche Regung beeinflu\u00dft das Denken, kalt wie ein Roboter, der von einem wurmstichigen Algorithmus gelenkt wird!<\/p>\n<p>Dazu pa\u00dft, da\u00df die amerikanische Regierung gerade beschlossen hat, Streubomben in der Ukraine einzusetzen, was selbst Frau Baerbock dazu veranla\u00dfte, die USA zu kritisieren \u2013 immerhin.<\/p>\n<p>Arroganz macht blind f\u00fcr die Realit\u00e4t<\/p>\n<p>Aber die Arroganz, da\u00df man ja zum Lager der \u201eGuten\u201c geh\u00f6rt und deshalb ungestraft die furchtbarsten Dinge vorschlagen kann, macht eben auch blind. Die Realit\u00e4t ist ja keineswegs, da\u00df die russische Wirtschaft kollabiert, ganz im Gegenteil. Das Wirtschaftswachstum betrug im Mai 5,4%, w\u00e4hrend sich Deutschland offiziell in einer Rezession befindet, und gezwungen durch die Sanktionen mu\u00dfte Ru\u00dfland zu seinem eigenen Vorteil viele Produktionszweige im eigenen Land aufbauen und den vom Westen abgeschnittenen Handel nach Asien umlenken, wo ohnehin die Musik der Weltwirtschaft spielt. Der transatlantische Finanzsektor hingegen sitzt auf einer Blase von 2 Billiarden $ ausstehender Derivatkontrakte \u2013 das ist eine 2 mit 15 Nullen -, die letztlich eine hoffnungslose Verschuldung des Systems bedeuten. Die Zentralbanken wanken in anscheinender Orientierungslosigkeit zwischen <em>quantitative easing<\/em> (QE) und <em>quantitative tapering<\/em> (QT) hin und her.<\/p>\n<p>Den Vogel abgeschossen hat aber Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU f\u00fcr Au\u00dfenpolitik, der auf einem ganz hohen Ro\u00df sa\u00df, als er in einer Rede in der Europ\u00e4isch-Diplomatischen Akademie in Br\u00fcgge k\u00fcrzlich meinte, Europa sei ein Garten, der gr\u00f6\u00dfte Teil der restlichen Welt hingegen ein Dschungel, der in diesen Garten eindringen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Mit dieser Sichtweise werden sich weder die z.T. 5000 Jahre alten Kulturv\u00f6lker Asiens anfreunden k\u00f6nnen, die zusammen mit den anderen Staaten des Globalen S\u00fcdens l\u00e4ngst dabei sind, eine Neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen \u2013 und wo Herr Borrell inzwischen als Humorist gilt, den man aber nicht unbedingt mehr einladen mu\u00df, wie gerade von China -, noch die fast 50 Prozent der deutschen Unternehmen, die aufgrund des Mi\u00dfmanagements der deutschen Regierung und der nicht mehr bezahlbaren Energiepreise fluchtartig das Land verlassen.<\/p>\n<p>Bei Borrells deplaziertem Gartenvergleich wird man an den 10. Auftritt im Zweiten Akt in Schillers Schauspiel <em>Don Carlos<\/em> erinnert, als der Marquis von Posa, der sich als Weltb\u00fcrger versteht und die Befreiung Flanderns vom spanischen Joch im Herzen tr\u00e4gt, K\u00f6nig Philipp II gegen\u00fcber tritt, dem absoluten Herrscher von Spanien, dem Reich, von damals gesagt wurde, da\u00df in ihm \u201edie Sonne nie untergeht\u201c. Philipp sagt hier ganz \u00e4hnlich:<\/p>\n<p>\u201e<em>Sehet in meinem Spanien Euch um. Hier bl\u00fcht des B\u00fcrgers Gl\u00fcck in nie bew\u00f6lktem Frieden; und diese Ruhe g\u00f6nn ich den Flam\u00e4ndern.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Und Posa antwortet:<\/p>\n<p>\u201e<em>Die Ruhe eines Kirchhofs,<\/em><\/p>\n<p><em>Und Sie hoffen\u2026den allgemeinen Fr\u00fchling aufzuhalten,<\/em><\/p>\n<p><em>der die Gestalt der Welt verj\u00fcngt? SIE wollen \u2013<\/em><\/p>\n<p><em>Allein in ganz Europa \u2013 sich dem Rade<\/em><\/p>\n<p><em>des Weltverh\u00e4ngnisses, das unaufhaltsam<\/em><\/p>\n<p><em>in vollem Laufe rollt, entgegenwerfen?<\/em><\/p>\n<p><em>Sie werden nicht!..\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die absolute Mehrheit in Deutschland z.B. hat kein Vertrauen mehr in die Regierung, und laut j\u00fcngsten Umfragen sind 79% nicht zufrieden mit der Politik der Regierung. Hier in Frankreich haben wir j\u00fcngst gesehen, wie es mit dem sozialen Gef\u00fcge im \u201eGarten\u201c bestellt ist.<\/p>\n<p>Keine Mauer k\u00f6nne hoch genug sein, um den Garten zu sch\u00fctzen, meint Borrell? Nun, wir sehen an den Au\u00dfengrenzen der EU, wie diese Mauern aussehen. Papst Franziskus bezeichnete die Auffanglager f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge in den Anrainerstaaten Europas treffenderweise als KZs, die von hohen, mit NATO-Draht gesch\u00fctzten Mauern umgeben sind, und deren demonstrierte Schrecklichkeit die Menschen davon abhalten soll, sich in kleinen Booten aufs Mittelmeer zu wagen, das l\u00e4ngst zu einem grauenhaften Massengrab geworden ist.<\/p>\n<p>Nein Herr Borrell, dieses Europa ist kein Garten. Es ist ein Kontinent, den f\u00e4hige Politiker wie Charles de Gaulle und Konrad Adenauer aus dem Tr\u00fcmmerhaufen des Zweiten Weltkrieges in eine bessere Zukunft f\u00fchren wollten, und den eine durch und durch dekadente politische Kaste, die ihre Friedenspflicht ad acta gelegt hat, heute dabei ist, in eine erneute Katastrophe zu f\u00fchren, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs bei weitem zu \u00fcbertreffen droht.<\/p>\n<p>Und wenn weite Teile der Welt au\u00dferhalb Europas vielleicht an einen Dschungel erinnern, dann deshalb, weil Europa in den vergangenen Jahrhunderten Afrika nicht entwickelt hat, sondern bekannte Familien in der transatlantischen Welt ihre Verm\u00f6gen auf dem Sklavenhandel aufgebaut, vom Opium-Handel profitiert haben, oder Profit ziehen aus dem modernen Nachfolger des Kolonialismus, der Casino-Wirtschaft, in der die Regeln bestimmt werden in unserer ach so phantastisch organisierten, regelbasierten Ordnung.<\/p>\n<p>Oder vielleicht sind andere Regionen ein Dschungel, weil die transatlantischen Interventionsarmeen darin gehaust haben, wie die NATO 20 Jahre in Afghanistan, eine Zeit, in der nichts aufgebaut wurde, nur um ein Land in Schutt und Asche zu hinterlassen. Oder wie im Irak, der von einem ins Moderne aufsteigenden Land zur\u00fcckgebombt wurde in das Steinzeitalter, und bei dem Madeleine Albright den Tod von 500.000 irakischen Kindern einen angemessenen Preis f\u00fcr das Recht fand, das Land weiter zu ruinieren. Man k\u00f6nnte die Liste noch um einiges fortsetzen, warum einige L\u00e4nder dieser Erde keine G\u00e4rten sind, Syrien, Jemen, Libyen, Haiti usw.<\/p>\n<p>Der Globale S\u00fcden er\u00f6ffnet einen Ausweg<\/p>\n<p>Doch es gibt einen Ausweg. Die Nationen des Globalen S\u00fcdens, deren Existenz von der G7 gerade erst entdeckt wurde, n\u00e4mlich bei ihrem Gipfeltreffen in Hiroshima, und die die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Menschheit repr\u00e4sentieren, sind l\u00e4ngst dabei, die Fesseln des modernen Kolonialismus abzusch\u00fctteln und eine neue internationale W\u00e4hrung, neue Entwicklungsbanken und ein neues Kreditsystem zu schaffen. \u00dcber 30 Staaten haben Mitgliedschaft bei den BRICS-Plus beantragt, die SCO, AU, ASEAN, EAEU, Mercosur und andere Organisation sind dazu \u00fcbergegangen, ihren Handel in nationalen W\u00e4hrungen abzuwickeln. 151 Staaten arbeiten mit Chinas Belt &amp; Road-Initiative zusammen, die dieses Jahr ihr zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um feiert und es in diesem Jahrzehnt geschafft hat, da\u00df der Name \u201eEntwicklungsl\u00e4nder\u201c auf die Staaten des Globalen S\u00fcdens wieder zutrifft.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen in Europa, ja auch in Amerika den ohnehin zum Scheitern verurteilten Versuch aufgeben, den Aufstieg dieser L\u00e4nder durch eine Abkopplung oder \u201eDe-risking\u201c einzud\u00e4mmen, sondern wir m\u00fcssen Konfrontation, die ohnehin nur dem Milit\u00e4risch-Industriellen Komplex n\u00fctzt, durch Kooperation ersetzen. Deutschland, Frankreich, Italien, und alle anderen europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen Teil des neuen Paradigmas bei den internationalen Beziehungen werden.<\/p>\n<p>Unser Mittelstand, der jetzt unter dem alten Paradigma bankrott geht, kann nicht nur helfen, den Inga-Damm zu bauen, sondern auch das Transaqua-Projekt zu verwirklichen, das zw\u00f6lf weitere Staaten in Afrika Elektrizit\u00e4t geben w\u00fcrde. Wir k\u00f6nnen mit China kooperieren, den ganzen Globalen S\u00fcden mit einem Schnellbahnsystem ausstatten, H\u00e4fen, Wasserwege bauen, W\u00fcsten durch die gro\u00dfangelegte Entsalzung von Meereswasser begr\u00fcnen, neue St\u00e4dte bauen.<\/p>\n<p>Ja, und wo wir schon einmal dabei sind, k\u00f6nnen wir auch unsere eigene Infrastruktur, die marode ist, erneuern, anstatt die R\u00fcstungsindustrie reich und die Bev\u00f6lkerung arm zu machen, Schulen reparieren, das Gesundheitssystem wieder funktionsf\u00e4hig machen. Wir k\u00f6nnen die internationale Kooperation bei dem Fusionsprojekt ITER zu einem Crash-Programm intensivieren, um die kommerzielle Nutzung der Fusionsenergie schneller zu erreichen, und uns die ganze Umweltverschmutzung und Landschaftszerst\u00f6rung mit diesen uns\u00e4glichen Windr\u00e4dern sparen. Und wir k\u00f6nnen die Ukraine als Br\u00fccke zwischen Mitteleuropa und Ru\u00dfland als Teil der Neuen Seidenstra\u00dfe wieder aufbauen.<\/p>\n<p>Europa und Amerika auf diesen Kurs zu bringen: dazu verpflichten wir uns. Und erinnern wir uns, was Posa weiter zu K\u00f6nig Phillipp sagt, und was wir den vielen Borrells heute mit Schiller sagen:<\/p>\n<p>\u201e<em>Geben Sie die unnat\u00fcrliche Verg\u00f6ttrung auf,<\/em><\/p>\n<p><em>die uns vernichtet!\u2026<\/em><\/p>\n<p><em>Sie wollen pflanzen f\u00fcr die Ewigkeit,<\/em><\/p>\n<p><em>Und s\u00e4en Tod? Ein so erzwungnes Werk<\/em><\/p>\n<p><em>Wird seines Sch\u00f6pfers Geist nicht \u00fcberdauern\u2026<\/em><\/p>\n<p><em>Geben Sie,<\/em><\/p>\n<p><em>Was Sie uns nahmen wieder! Lassen Sie,<\/em><\/p>\n<p><em>Gro\u00dfm\u00fctig, wie der Starke, Menschengl\u00fcck<\/em><\/p>\n<p><em>Aus Ihrem F\u00fcllhorn str\u00f6men \u2013 Geister reifen<\/em><\/p>\n<p><em>In Ihrem Weltgeb\u00e4ude, Geben Sie,<\/em><\/p>\n<p><em>Was Sie uns nahmen, wieder. Werden Sie,<\/em><\/p>\n<p><em>von Millionen K\u00f6nigen, ein K\u00f6nig!<\/em><\/p>\n<p>Nun, wir brauchen heute keine K\u00f6nige mehr, aber in Abwandlung on Posas Worten la\u00dft uns sagen:<\/p>\n<p><em>La\u00dft einen Garten von Millionen G\u00e4rten bl\u00fchen!<\/em><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>H.E.M. Lu Shaye<\/strong>, Botschafter der VR China in Frankreich: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=2037s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=2037s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Chinas Rolle f\u00fcr Frieden und Entwicklung<\/em>\u201c<\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Chinas Rolle f\u00fcr Frieden und Entwicklung<\/p>\n<p class=\"western\">Von S.E. Botschafter Lu Shaye<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Lu Shaye ist Botschafter der Volksrepublik China in Frankreich. Auf der Stra\u00dfburger Konferenz des Schiller-Instituts sagte am 8. Juli 2023 folgendes (\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Frau Pr\u00e4sidentin Helga Zepp-LaRouche, meine Damen und Herren,<\/p>\n<p class=\"western\">zun\u00e4chst m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut daf\u00fcr danken, da\u00df es mich nach Stra\u00dfburg, der \u201ezweiten Hauptstadt Europas\u201c, eingeladen hat, um meine Gedanken zur internationalen Lage mit Ihnen zu teilen.<\/p>\n<p class=\"western\">Gegenw\u00e4rtig vollziehen sich in einem rasanten Tempo Ver\u00e4nderungen, wie wir sie seit einem Jahrhundert nicht mehr gesehen haben, die unsere Welt, unsere Zeit und unsere Geschichte in nie dagewesener Weise umgestalten. Der anhaltende Konflikt auf dem europ\u00e4ischen Kontinent erregt weltweite Aufmerksamkeit. Mehr als ein Jahr nach Beginn des russisch-ukrainischen Konflikts stellt sich die Frage: Wie wird er ausgehen? Die Antwort auf diese Frage suchen nicht nur die am Konflikt beteiligten L\u00e4nder und die europ\u00e4ischen L\u00e4nder, sondern auch friedliebende Menschen auf der ganzen Welt mit gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n<p class=\"western\">Je nach den Positionen und Interessen der verschiedenen Parteien gibt es zwei diametral entgegengesetzte Optionen: Die erste besteht darin, die Feindseligkeiten so lange fortzusetzen, bis eine Seite \u00fcber die andere siegt; die zweite besteht darin, Friedensgespr\u00e4che zu f\u00f6rdern, um eine f\u00fcr beide Kontrahenten annehmbare L\u00f6sung zu finden.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Welt ist also in zwei Lager gespalten: das Lager der Kriegsbef\u00fcrworter, angef\u00fchrt von den Vereinigten Staaten, die unter dem Deckmantel der Verteidigung der Gerechtigkeit den Krieg verl\u00e4ngern, indem sie st\u00e4ndig Waffen und andere Formen der milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung an die Ukraine liefern, und die Gruppe der Friedensbef\u00fcrworter, die sich aktiv an der Pendeldiplomatie zugunsten von Vers\u00f6hnungs- und Friedensgespr\u00e4chen beteiligt.<\/p>\n<p class=\"western\">Der russisch-ukrainische Konflikt wirft ein Schlaglicht auf zwei Denkweisen in der heutigen Welt, bei der zwei strategische Optionen gegeneinander stehen: die der Konfrontation und des Konflikts gegen\u00fcber der des Dialogs und der Zusammenarbeit beziehungsweise die des Nullsummenspiels gegen die des gegenseitigen Nutzens und der Win-Win-Strategie.<\/p>\n<p class=\"western\">Dar\u00fcber hinaus ist der Konflikt zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine selbst die katastrophale Folge von Amerikas Fixierung auf die Logik der Blockkonfrontation nach dem Ende des Kalten Krieges, die sich in der fortgesetzten Osterweiterung der NATO widerspiegelt, um Ru\u00dflands strategischen Raum einzuschr\u00e4nken und es in die Enge zu treiben.<\/p>\n<p class=\"western\">Und heute versuchen die USA, einen \u201eneuen Kalten Krieg\u201c gegen China zu f\u00fchren. An der politischen Front kleben sie anderen L\u00e4ndern ideologische Etiketten auf, nennen China eine \u201eautorit\u00e4re Diktatur\u201c und versammeln \u201eWerteverb\u00fcndete\u201c unter dem Banner der \u201eVerteidigung der Demokratie\u201c, um einen \u201eneuen Kreuzzug\u201c gegen China zu starten. An der milit\u00e4rischen und sicherheitspolitischen Front sind die USA damit besch\u00e4ftigt, \u201ekleine Clans\u201c zu schaffen: von bilateralen Milit\u00e4rb\u00fcndnissen bis zur trilateralen Partnerschaft (AUKUS), vom vierseitigen Dialog (Quad) bis zur Five-Eyes-Allianz sowie der \u201eindo-pazifischen Version der NATO\u201c.<sup>1<\/sup> Im Bereich von Wirtschaft, Handel und Technologie projizieren die USA ihr eigenes Modell auf China, indem sie davon ausgehen, da\u00df jede Gro\u00dfmacht Hegemonie aus\u00fcbt, und bauen \u201ekleine H\u00f6fe, die von hohen Mauern umgeben sind\u201c, und sie versuchen, Lieferketten zu entkoppeln und zu unterbrechen, um umfassend, sektor\u00fcbergreifend, intensiv und kontinuierlich gegen Chinas High-Tech-Unternehmen und kritische Industrien wie die Halbleiterindustrie vorzugehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die europ\u00e4ischen L\u00e4nder werden gezwungen, sich f\u00fcr eine Seite zu entscheiden. In der russisch-ukrainischen Frage, von der Beteiligung an den Sanktionen bis zur aktuellen Entsendung von Kampfjets und der Ausbildung von Piloten, wird Europa von Tag zu Tag st\u00e4rker in den Konflikt verwickelt, w\u00e4hrend die Aussichten auf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Ru\u00dfland und den Wiederaufbau einer neuen europ\u00e4ischen Sicherheitsarchitektur immer geringer werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Was die Beziehungen zu China betrifft, so werfen die Vereinigten Staaten China bewu\u00dft mit Ru\u00dfland in einen Topf und spielen mit dem falschen Narrativ \u201eheute die Ukraine, morgen Taiwan\u201c, um antichinesischen Ha\u00df in Europa zu sch\u00fcren und die europ\u00e4isch-chinesischen Beziehungen zu vergiften.<\/p>\n<p class=\"western\">Vor diesem Hintergrund ist es erw\u00e4hnenswert, da\u00df einige europ\u00e4ische L\u00e4nder ein st\u00e4rkeres Engagement f\u00fcr strategische Autonomie zeigen und sich weigern, sich zwischen China und den USA f\u00fcr eine Seite zu entscheiden. Sie betonen die Notwendigkeit, ihre strategische und wirtschaftliche Souver\u00e4nit\u00e4t auf der Grundlage ihrer eigenen Interessen zu verteidigen, Kan\u00e4le f\u00fcr den Dialog aufrechtzuerhalten und eine Rolle als ausgleichende Kraft zwischen China und den Vereinigten Staaten zu spielen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Entwicklungsl\u00e4nder weigern sich ebenfalls weitgehend, in die logischen Stereotypen und diskursiven Fallen der Blockpolitik und der Konfrontation der Lager zu verfallen. Sie lehnen die blinde Welle der Verurteilung und Sanktionen gegen Ru\u00dfland ab und verfolgen eine Politik der Freundschaft mit China. Frieden und Zusammenarbeit bleiben das Bestreben der V\u00f6lker und der allgemeine Trend.<\/p>\n<p class=\"western\">Gleichzeitig sind Verwirrung und Unruhe auf allen Seiten noch lange nicht vorbei. Einige L\u00e4nder, die eine Eskalation der Konfrontation und einen \u201eeventuellen Krieg\u201c zwischen China und den USA vorhersehen, setzen geopolitisch auf beide Seiten, und wirtschaftlich errichten sie Handelsschranken und praktizieren Investitionsscreening, Industrieverlagerung und Blockierung kritischer Technologien gegen\u00fcber China, wobei sie auf \u201eAbh\u00e4ngigkeitsreduzierung\u201c und \u201eDe-Risking\u201c bestehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Chinas Initiativen<\/p>\n<p class=\"western\">In einer turbulenten Welt bleibt China so klarsichtig und entschlossen wie eh und je. Vor zehn Jahren hat Pr\u00e4sident Xi Jinping auf innovative Weise die Vision einer Zukunftsgemeinschaft der Menschheit und die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfeninitiative vorgestellt, und seit 2021 pr\u00e4sentierte er nacheinander die Globale Entwicklungsinitiative, die Globale Sicherheitsinitiative und die Globale Zivilisationsinitiative. Dies sind chinesische Vorschl\u00e4ge zur L\u00f6sung globaler Entwicklungsprobleme, zur Bew\u00e4ltigung internationaler Sicherheitsherausforderungen und zur F\u00f6rderung der gegenseitigen Befruchtung zwischen den Zivilisationen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein afrikanisches Sprichwort sagt: \u201eAllein kommt man schneller voran, gemeinsam kommt man weiter.\u201c Wer die Interessen anderer ignoriert, kommt nicht weit, wer sich nur auf seine eigene St\u00e4rke verlassen will, indem er andere ausschaltet, lebt in einer Illusion, und wer nur daran denkt, die Entwicklung anderer zu blockieren, wird seine eigenen Probleme nicht grundlegend l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Bei der Vorstellung der Globalen Entwicklungsinitiative pl\u00e4diert China f\u00fcr Solidarit\u00e4t und Zusammenarbeit. Die Initiative, die auf eine rasche Umsetzung der UN-Agenda 2030 f\u00fcr nachhaltige Entwicklung abzielt, nennt acht Schl\u00fcsselbereiche der Zusammenarbeit, darunter Armutsbek\u00e4mpfung, Ern\u00e4hrungssicherheit, Entwicklungsfinanzierung und die digitale Wirtschaft. Sie wird von \u00fcber hundert L\u00e4ndern sowie den Vereinten Nationen und anderen internationalen und regionalen Organisationen unterst\u00fctzt, da sie den umfassenden gemeinsamen Interessen der internationalen Gemeinschaft entspricht.<\/p>\n<p class=\"western\">Dank der gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten kann die Globale Entwicklungsinitiative sehr gut umgesetzt werden, und es wurden bereits zahlreiche Ergebnisse erzielt, die den verschiedenen V\u00f6lkern zugute kommen; zum Beispiel Mechanismen wie die \u201eSonderaktion zur F\u00f6rderung der Nahrungsmittelproduktion\u201c, die Globale Allianz f\u00fcr die Entwicklung der technischen und beruflichen Bildung, das International Kooperationsnetzwerk von NGOs zur Armutsreduzierung, die China-Afrika-Allianz f\u00fcr Armutsreduzierung, das Zentrum f\u00fcr die Kooperation Chinas und der pazifischen Inselstaaten f\u00fcr Klimaaktion und das Zentrum f\u00fcr die F\u00f6rderung der globalen Entwicklung. Mehr als hundert konkrete Kooperationsprojekte stehen auf der Projektliste der Initiative, sie kommen fast 40 Entwicklungsl\u00e4ndern zugute und bieten mehr als 20.000 Ausbildungspl\u00e4tze im Rahmen von 1000 Projekten zum Kapazit\u00e4tsaufbau. China hat den ersten wissenschaftlichen Satelliten der Welt gestartet, der der Agenda 2030 gewidmet ist, teilt seine Daten mit dem Rest der Welt und stellt den Vereinten Nationen mehrere Datenprodukte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p class=\"western\">Im Rahmen der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative wurden mehr als 3000 Kooperationsprojekte unterzeichnet, die Investitionen in H\u00f6he von fast 1000 Milliarden US-Dollar generierten, 420.000 Arbeitspl\u00e4tze schufen und fast 40 Millionen Menschen aus der Armut halfen. Die Fakten beweisen, da\u00df die Welt keine \u201eEntkopplung\u201c oder \u201eunterbrochene Lieferketten\u201c braucht, sondern eine offene, integrative Zusammenarbeit, von der alle Seiten profitieren. China ist bereit, die Entwicklungschancen mit Europa und anderen L\u00e4ndern auf der ganzen Welt weiter zu teilen, um den gemeinsamen Wohlstand zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p class=\"western\">Die chinesische Nation ist seit der Antike dem Primat des Friedens und der Eintracht zwischen allen Staaten verpflichtet und hat keine Gene f\u00fcr Aggression oder Hegemonie im Blut; im Gegenteil, sie hat immer Frieden, Harmonie und Eintracht angestrebt. Angesichts einer sich tiefgreifend ver\u00e4ndernden internationalen Landschaft und komplexer sicherheitspolitischer Herausforderungen setzt sich China f\u00fcr ein gemeinsames, integriertes, kooperatives und nachhaltiges Sicherheitskonzept ein und verfolgt einen neuen sicherheitspolitischen Weg, der auf Dialog statt Konfrontation, Partnerschaft statt Allianz und Win-Win-Situation statt Nullsummenspiel basiert.<\/p>\n<p class=\"western\">Im Februar dieses Jahres ver\u00f6ffentlichte China das Konzeptpapier zur Globalen Sicherheitsinitiative, in dem 20 Priorit\u00e4ten f\u00fcr die Zusammenarbeit aufgelistet sind, darunter die entschlossene Unterst\u00fctzung der zentralen Rolle der Vereinten Nationen bei der Sicherheitssteuerung, die F\u00f6rderung von Konsultationen und gesunder Interaktion zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten, die aktive F\u00f6rderung der friedlichen L\u00f6sung brennender Fragen durch Dialog, die wirksame Bew\u00e4ltigung konventioneller und unkonventioneller Sicherheitsherausforderungen, die kontinuierliche St\u00e4rkung des weltweiten Systems der Sicherheitssteuerung und der Kapazit\u00e4tsentwicklung.<\/p>\n<p class=\"western\">Was die Frage der chinesisch-amerikanischen Beziehungen betrifft, so haben wir weder die Absicht, die Vereinigten Staaten herauszufordern oder zu verdr\u00e4ngen, noch zu neuen Vereinigten Staaten zu werden, noch einen \u201eneuen Kalten Krieg\u201c der Blockkonfrontation zu f\u00fchren. K\u00fcrzlich betonte der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping beim Empfang des US-Au\u00dfenministers Antony Blinken, da\u00df \u201edie ganze Welt stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen braucht\u201c, und da\u00df er \u201ezuversichtlich ist, da\u00df die beiden Gro\u00dfm\u00e4chte alle Schwierigkeiten \u00fcberwinden k\u00f6nnen, um den richtigen Weg zu finden, um in gegenseitigem Respekt, friedlicher Koexistenz und Win-Win-Kooperation miteinander auszukommen\u201c, um \u201edie chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu stabilisieren und zu verbessern\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Was die Beziehungen zwischen China und der EU betrifft, so haben China und Europa keinen grundlegenden Interessenkonflikt. Im Gegenteil, wir profitieren beide von der Entwicklung des jeweils anderen, beide bef\u00fcrworten strategische Autonomie und Multilateralismus, und wir haben einen breiten Konsens in globalen Fragen wie dem Kampf gegen den Klimawandel. China und Europa sollten das gegenseitige Vertrauen st\u00e4rken, Zweifel durch eine fruchtbare Zusammenarbeit ausr\u00e4umen und Hand in Hand arbeiten, um der Welt Stabilit\u00e4t, Sicherheit und positive Energie zu verleihen.<\/p>\n<p class=\"western\">Was die Ukraine betrifft, so hat China in dem Dokument mit dem Titel <i>Chinas Position zur politischen L\u00f6sung der Ukraine-Krise<\/i>, das im Februar dieses Jahres ver\u00f6ffentlicht wurde, 12 Punkte vorgeschlagen, darunter die Achtung der Souver\u00e4nit\u00e4t aller L\u00e4nder, die Ablehnung der Mentalit\u00e4t des Kalten Krieges, die Einstellung der Feindseligkeiten und die Aufnahme von Friedensgespr\u00e4chen. Diese Vorschl\u00e4ge tragen den Anliegen aller Parteien Rechnung und k\u00f6nnen den gr\u00f6\u00dften gemeinsamen Nenner f\u00fcr Verhandlungen bilden.<\/p>\n<p class=\"western\">China bem\u00fcht sich auch konkret um gute Dienste, um Vers\u00f6hnung und Friedensgespr\u00e4che zu f\u00f6rdern. Wir sind davon \u00fcberzeugt, da\u00df es in einem bewaffneten Konflikt keinen Gewinner gibt und da\u00df Dialog und Verhandlungen der einzig gangbare Weg aus der Krise sind. Wir hoffen, da\u00df die EU mit uns zusammenarbeiten wird, um die fr\u00fchestm\u00f6gliche Aufnahme von Verhandlungen zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine zu f\u00f6rdern, damit der Frieden auf dem europ\u00e4ischen Kontinent so schnell wie m\u00f6glich wiederhergestellt werden kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein chinesisches Sprichwort sagt: \u201eDas Geheimnis eines guten Gerichts ist, da\u00df man wei\u00df, wie man die Aromen kombiniert.\u201c Die Sch\u00f6nheit unserer Welt liegt in der gegenseitigen Bereicherung der Zivilisationen. China ist gegen den Schwarz-Wei\u00df-Dualismus und die Unterscheidung zwischen \u00fcberlegenen und unterlegenen Zivilisationen. Mit der Globalen Zivilisationsinitiative treten wir f\u00fcr die Achtung der Vielfalt der Zivilisationen, die F\u00f6rderung der gemeinsamen Werte der Menschheit, das Engagement f\u00fcr die Weitergabe und Innovation der Zivilisationen und die St\u00e4rkung des interkulturellen Austauschs und der Zusammenarbeit ein. Wir respektieren alle Zivilisationen in ihren Unterschieden und unterst\u00fctzen ihr Recht auf Entwicklung. Wir sind davon \u00fcberzeugt, da\u00df die einzelnen L\u00e4nder ihre eigenen Entwicklungswege und institutionellen Modelle finden k\u00f6nnen, die an ihre nationalen Bedingungen angepa\u00dft sind, und da\u00df durch menschlichen und kulturellen Austausch und Zusammenarbeit die Strahlkraft aller Zivilisationen eine gro\u00dfartige Symphonie des Glanzes hervorbringen wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren! Die Menschheit ist eine Schicksalsgemeinschaft, die gute wie schlechte Zeiten teilt. Mehr denn je sind die Nationen miteinander verbunden und voneinander abh\u00e4ngig, und mehr denn je sind sie aufgerufen, zusammenzuarbeiten, um Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen und Fortschritte zu erzielen.<\/p>\n<p class=\"western\">Europa war der Hauptkriegsschauplatz der beiden Weltkriege und ist der Schauplatz des aktuellen Konflikts. Europa sollte daher \u00fcber eine direktere Erfahrung und ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bedeutung von Frieden und Entwicklung verf\u00fcgen. Da wir an einem kritischen neuen Scheideweg in der Geschichte stehen, hoffe ich, da\u00df Europas weitsichtige F\u00fchrer tiefgreifende \u00dcberlegungen anstellen, aktiv ihren Teil dazu beitragen und ihre Weisheit und St\u00e4rke einbringen werden, um ihre jeweiligen L\u00e4nder und die gesamte Menschheit zu einer richtigen Entscheidung zu f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"western\">Anmerkung:<\/p>\n<p class=\"western\">1. AUKUS = Australien, Gro\u00dfbritannien und USA, Quad = USA, Australien, Japan und Indien, Five-Eyes-Allianz = USA, Gro\u00dfbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>H.E.M. Ilia Subbotin<\/strong>, Gesandter-Botschaftsrat der Botschaft der Russischen F\u00f6deration in Frankreich: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=3380s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=3380s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Was will Ru\u00dfland wirklich in seinen Beziehungen zu Europa \u2013 Frieden oder Krieg?<\/em>\u201c<\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Was Ru\u00dfland wirklich will in seinen Beziehungen zu Europa &#8211; Frieden oder Krieg?<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"it-IT\">Von S.E. Ilia Subbotin<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><i>Ilia Subbotin ist <\/i><i>Gesandter-Botschaftsrat an der Botschaft der Russischen F\u00f6deration in Frankreich. Vor der Stra\u00dfburger Konferenz hielt er am 8. Juli den folgenden Vortrag. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen.)<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Sehr geehrte Teilnehmer der heutigen internationalen Konferenz, die vom Schiller-Institut veranstaltet wird, sehr geehrte Frau Zepp-LaRouche, sehr geehrter Herr Cheminade, liebe Freunde:<\/p>\n<p class=\"western\">Ich betone bewu\u00dft das Wort <i>Freunde<\/i>, weil ich wirklich hoffe, da\u00df ich heute vormittag vor Menschen spreche, die mindestens bereit sind, zuzuh\u00f6ren und die keine vorgefertigte Meinung der internationalen Realit\u00e4t haben, wie sie von den westlichen Mainstream-Medien verbreitet wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Aus dem, was ich in offen zug\u00e4nglichen Quellen \u00fcber das Schiller-Institut und seinen Gr\u00fcnder Lyndon LaRouche finden konnte, schlie\u00dfe ich, da\u00df dieses Publikum kritisch denken und seine eigenen Schl\u00fcsse ziehen kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Thema des heutigen Panels lautet \u201eFrieden in der Welt durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur f\u00fcr jedes Land\u201c. Ich werde Ihnen eine Sichtweise vorstellen, die auf der offiziellen Positionierung meines Landes und auf meiner eigenen Erfahrung basiert, die 23 Jahre im diplomatischen Dienst umfa\u00dft.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich erinnere mich noch lebhaft an die ersten Kontakte zu US-amerikanischen Oberstufensch\u00fclern 1990-91 w\u00e4hrend der letzten Jahre der Existenz der Sowjetunion. Damals gab es ein Programm namens \u201eFreundschafts-Karawane\u201c, welches jungen Amerikanern den Besuch sowjetischer Schulen erm\u00f6glichte, sie wohnten dann mehrere Tage bei russischen Familien. Nach Jahrzehnten des Kalten Krieges war das eine Brise frischen Windes. Wir waren begeistert, neue Freunde zu finden. Die Zukunft erschien strahlend und fantastisch.<\/p>\n<p class=\"western\">Im Juli 1989 besuchte der damalige Staatschef der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, Stra\u00dfburg und sprach vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (Parliamentary Assembly of the Council of Europe, PACE). In dieser historischen Rede stellte er die Idee vom \u201eGemeinsamen Haus Europa\u201c vor und rief dazu auf, \u201edas geopolitische Gleichgewicht durch ein Gleichgewicht der Interessen\u201c zu ersetzen, um damit den weiten Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok zu schaffen. <i>Hierin sehe ich die Verbindung zu Helgas \u201eZehn Prinzipien einer zuk\u00fcnftigen Welt\u201c.<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Das war der Wendepunkt russischer Au\u00dfenpolitik. 30 Jahre lang sparte mein Land keine Anstrengung, um einen gemeinsamen humanit\u00e4ren, rechtlichen und wirtschaftlichen Raum zu erschaffen, der Gro\u00df-Europa einbeziehen sollte. Ru\u00dflands Mitgliedschaft im Europarat ab 1996 bis M\u00e4rz 2022 war der sichtbarste Beweis dieses Kurses.<\/p>\n<p class=\"western\">Bevor ich meine Nachzeichnung der europ\u00e4ischen Integration fortsetze, erlauben Sie mir, Ihre Aufmerksamkeit auf einen Umstand zu lenken, der entscheidend f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der weiteren Entwicklungen ist. Nach dem gescheiterten Staatsstreich im August 1991 wurde die Sowjetunion im Dezember desselben Jahres friedlich aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich die beiden unterschiedlichen Versionen dessen hervorheben, was damals passierte: Die amerikanische F\u00fchrung (namentlich Pr\u00e4sident Bush Senior) begann bereits im Wahlkampf 1992 vom \u201eSieg\u201c im Kalten Krieg und den Kollaps der Sowjetunion wegen dieses \u201eSieges\u201c zu sprechen. F\u00fcr uns in der ehemaligen Sowjetunion sah die Wahrnehmung der Ereignisse total anders aus. Wir hatten nie den Eindruck, den Kalten Krieg verloren zu haben. Tats\u00e4chlich war es unser Pr\u00e4sident gewesen, der ihn beendet hatte.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Aufl\u00f6sung der UdSSR wurde zu einer Art \u201eKollateralschaden\u201c des gigantischen Wandels russischer Politik. Und glauben Sie mir, als das passierte, verstand so gut wie niemand, was genau passierte. Die meisten V\u00f6lker in den fr\u00fcheren Sowjetrepubliken, mit Ausnahme der Balten und Georgien, wollten weiter zusammenleben. Und ich kann mich noch sehr gut an das Gef\u00fchl w\u00e4hrend der ersten Monate von 1992 erinnern, da\u00df bald eine Art neue Union dieser Republiken entstehen w\u00fcrde. Die Realit\u00e4t stellte sich allerdings ungl\u00fccklicherweise anders heraus: eine schwere Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Kriminalit\u00e4t, interethnische Konflikte in einer Reihe post-sowjetischer Republiken.<\/p>\n<p class=\"western\">Trotz all dieser Schwierigkeiten war Ru\u00dfland weiterhin fest davon \u00fcberzeugt, ein Teil der westlichen Welt zu werden. 1996 traten wir dem Europ\u00e4ischen Rat mit seinem Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte und vielen anderen Institutionen und Instrumenten bei. 2002 wurde der NATO-Ru\u00dfland-Rat gegr\u00fcndet. Von 2003 an kamen wir mit der Europ\u00e4ischen Union darin \u00fcberein, da\u00df vier gemeinsame R\u00e4ume geschaffen werden sollten, die wirtschaftliche Fragen, Fragen von Freiheit, Sicherheit und Justiz, \u00e4u\u00dfere Sicherheit, sowie schlie\u00dflich Forschung und Bildung einschlie\u00dfen sollten.<\/p>\n<p class=\"western\">Mittlerweise hatte ich im Jahr 2000 die Abschlu\u00dfpr\u00fcfungen an der MGIMO-Universit\u00e4t &#8211; der bekannten russischen Diplomaten-Hochschule &#8211; absolviert und wurde auf meinen ersten diplomatischen Posten nach Chile berufen.<\/p>\n<p class=\"western\">An dieser Stelle w\u00fcrde ich gerne noch ein weiteres pers\u00f6nliches Erlebnis aus den sp\u00e4ten 90ern darstellen. Im Fr\u00fchjahr 1999 machte ich meinen Master in internationalen Beziehungen in Madrid in Spanien. Ich lebte damals in einer Gemeinschaftsunterkunft mit anderen Studenten, u.a. einem Yankee-Boy, der Stephen hie\u00df. Wir kamen ganz gut miteinander aus &#8211; bis die NATO begann, Jugoslawien zu bombardieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Das ist f\u00fcr mich ein weiterer Wendepunkt der europ\u00e4ischen Geschichte der letzten 30 Jahre. Ru\u00dfland wird heute vorgeworfen, es bringe wieder den Krieg nach Europa. Als ob die Aggression gegen Jugoslawien nie stattgefunden h\u00e4tte! In der Nacht, als russische Fallschirmj\u00e4ger die Kontrolle \u00fcber den Flughafen von Pristina \u00fcbernahmen, kam es zu Handgreiflichkeiten mit meinem amerikanischen Zimmernachbarn. Er fing an und rief dabei etwas \u00fcber \u201erussische Schweine\u201c. Die USA waren vielleicht erfolgreich in Jugoslawien, aber nicht in dem Madrider Wohnheim\u2026<\/p>\n<p class=\"western\">In Hinsicht auf die Beziehungen zwischen dem Westen und Ru\u00dfland ist die Kosovo-Krise bekannt durch die Umkehr des Flugzeugs von Ministerpr\u00e4sident Primakow \u00fcber dem Atlantik (am 24. M\u00e4rz 1999) und der damit beginnenden Wende der russischen Au\u00dfenpolitik. Allerdings brauchte mein Land, wie wir heute wissen, weitere 20 Jahre dazu, um diese Wende zu vollenden. Der fr\u00fchere Ministerpr\u00e4sident und Au\u00dfenminister Primakow war ein wahrer Verfechter des Konzepts einer multipolaren Welt. In seinen aktiven Jahren in der Politik setzte er sich f\u00fcr ein multipolares System ein, das nun vor unseren Augen zur Realit\u00e4t wird.<\/p>\n<p class=\"western\">2007 wurde ich zum ersten Mal nach Stra\u00dfburg versetzt, zur st\u00e4ndigen Vertretung Ru\u00dflands beim Europ\u00e4ischen Rat (ER). Seitdem habe ich in unterschiedlichen Funktionen mit der ER-Akte zu tun. Am 10. Februar 2007 hielt Pr\u00e4sident Putin seine historische M\u00fcnchner Rede. Er sprach \u00fcber die Unteilbarkeit der Sicherheit, \u00fcber das Scheitern der unipolaren Welt (vielleicht war das seinerzeit zu fr\u00fch, aber vom heutigen Standpunkt betrachtet war dies die richtige Schlu\u00dffolgerung), \u00fcber die exzessive Gewaltanwendung seitens der USA und der NATO\u2026<\/p>\n<p class=\"western\">Im R\u00fcckblick auf die Ereignisse Ende der 80er Jahre betonte Pr\u00e4sident Putin: \u201eDer Fall der Berliner Mauer wurde m\u00f6glich durch die historische Wahl des russischen Volkes, sich f\u00fcr Demokratie, Freiheit, Offenheit und ehrliche Partnerschaft mit allen Mitgliedern der europ\u00e4ischen Familie zu entscheiden.\u201c Und nat\u00fcrlich setzte er sich f\u00fcr ein ausgewogeneres System der Sicherheit ein <i>(Punkt 1 von Helgas Prinzipien &#8211; internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur als Partnerschaft zwischen souver\u00e4nen Nationalstaaten)<\/i>.<\/p>\n<p class=\"western\">Wurde mein Pr\u00e4sident in M\u00fcnchen geh\u00f6rt? Nach den Ereignissen zu schlie\u00dfen, die darauf folgten, sicherlich nicht. Im August 2008 lie\u00df der georgische Staatsf\u00fchrer Saakaschwili Zivilisten und russische Blauhelmsoldaten in Zchinwali (S\u00fcdossetien) angreifen. Zusammen mit meinen Kollegen verbrachte ich lange Stunden mit Diskussionen im Minister-Komitee damit, das Offensichtliche zu beweisen &#8211; da\u00df die Attacke von der georgischen Seite kam. Eine internationale Untersuchungskommission unter Vorsitz der Schweizer Botschafterin Heidi Tagliavini kam zu derselben Schlu\u00dffolgerung. Allerdings konnte keine dieser Schlu\u00dffolgerungen verhindern, da\u00df ein bewaffneter Konflikt zwischen der russischen Armee und US-amerikanisch trainierten und ausgestatteten georgischen Kampfverb\u00e4nden stattfand. Gl\u00fccklicherweise dauerte der Krieg nur ein paar Tage an und wurde, wie wir heute sehen k\u00f6nnen, zu einem ziemlich guten Impfstoff f\u00fcr die georgische Gesellschaft und F\u00fchrung gegen jeden zuk\u00fcnftigen Versuch, einen bewaffneten Konflikt mit Ru\u00dfland zu beginnen.<\/p>\n<p class=\"western\">2009 feierten wir das 60. Jubil\u00e4um des Europ\u00e4ischen Rates. Ex-Pr\u00e4sident Gorbatschow wurde eingeladen, zu diesem feierlichen Anla\u00df die Hauptrede zu halten. Bei dieser Gelegenheit hatte ich das Gl\u00fcck, drei Tage mit dem Mann zu verbringen, der die Geschichte ver\u00e4ndert hat. Er wird in meinem Land oft als zu pro-europ\u00e4isch eingesch\u00e4tzt, aber erlauben Sie mir, einige Schl\u00fcssel-Botschaften seiner Rede von 2009 zu zitieren: \u201eEuropa hat die Schl\u00fcsselfrage immer noch nicht beantwortet, n\u00e4mlich die Schaffung einer soliden Basis f\u00fcr den Frieden durch eine neue Sicherheitsarchitektur.\u201c Das sagte Pr\u00e4sident Gorbatschow, nicht Putin, 2009\u2026 Ein weiteres Zitat: \u201eDie Wurzeln der tats\u00e4chlichen Probleme liegen in der falschen Einsch\u00e4tzung der Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Entschuldigen Sie bitte den langen Ausflug in die Zeitgeschichte, aber ich bin fest davon \u00fcberzeugt, da\u00df wir die heutige Realit\u00e4t nur dann verstehen k\u00f6nnen, wenn wir einen klaren Blick darauf werfen, was gestern passiert ist.<\/p>\n<p class=\"western\">2012-15 arbeitete ich als abgeordneter politischer Berater des Br\u00fcsseler B\u00fcros des Europ\u00e4ischen Rates. Das war eine einzigartige Gelegenheit, die \u201eBr\u00fcsseler Blase\u201c kennenzulernen. Dar\u00fcber hinaus war es eine Periode, in der die Grundz\u00fcge der gegenw\u00e4rtigen Ukrainekrise geschaffen wurden.<\/p>\n<p class=\"western\">Sie werden sich vielleicht daran erinnern, da\u00df die EU und die Ukraine damals \u00fcber ein Assoziierungsabkommen mit einer Freihandelszone verhandelten, welches mit der bereits bestehenden Freihandelszone zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine in Widerspruch geraten w\u00fcrde. Mein enger Kollege und Freund war unter den Top-Unterh\u00e4ndlern auf unserer Seite der EU-Ru\u00dfland-Gespr\u00e4che, um einen Weg aus der Sackgasse herauszufinden. Seiner Aussage nach gab es auf der EU-Seite keine Bereitschaft, in diesen Gespr\u00e4chen zu einer f\u00fcr beide Seiten vorteilhaften \u00dcbereinstimmung zu kommen. Als Pr\u00e4sident Janukowitsch es ablehnte, das Assoziierungsabkommen zu unterzeichnen, wurde dies dazu benutzt, den Maidan-Putsch zu entfachen, der zu dem B\u00fcrgerkrieg in der Ukraine f\u00fchrte. Und wiederum wurden wir Zeuge des Unwillens der westlichen F\u00fchrungen, das Minsker Abkommen umzusetzen, das die offenen Feindseligkeiten zwischen 2015 und 2022 stoppte.<\/p>\n<p class=\"western\">Inzwischen haben wir alle die Gest\u00e4ndnisse von Herrn Hollande und Frau Merkel geh\u00f6rt, da\u00df sie keinerlei Absicht hatten, das Minsk-Paket umzusetzen, und das einzige Ziel dieses Deals darin bestand, der Ukraine mehr Zeit zu geben, sich wieder zu bewaffnen und die Rebellen-Regionen mit Gewalt zu erobern.<\/p>\n<p class=\"western\">Was war die Absicht der russischen F\u00fchrung? F\u00fcr mich ist die Antwort darauf ziemlich klar. Mein Pr\u00e4sident, unterst\u00fctzt von der politischen Klasse, wollte einen ernstgemeinten Friedensvertrag, nat\u00fcrlich unter angemessenen Bedingungen, deren Schl\u00fcssel die Anerkennung von Ru\u00dflands ma\u00dfgeblicher Rolle bei der Bereitstellung von Sicherheit in Europa darstellt. Die Jungs in Washington sahen offenbar keine derartige Rolle f\u00fcr mein Land vor. Zu einem gro\u00dfen Teil erkl\u00e4rt dies, warum wir uns immer noch im offenen Konflikt befinden.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich auf 2017 zur\u00fcckkommen. Ich \u00fcbernahm den Posten des Vizedirektors im Au\u00dfenministerium Ru\u00dflands, verantwortlich f\u00fcr den Bereich Europ\u00e4ischer Rat. Am meisten Kopfschmerzen bereitete mir die institutionelle Krise. Die russische Delegation im PACE war ihrer wichtigsten Rechte beraubt, weshalb meine Vorgesetzten entschieden, die Zahlung unseres Beitrags zum Budget des Europ\u00e4ischen Rates zu stoppen, bis diese Rechte vollumf\u00e4nglich wiederhergestellt werden. Im Sommer 2019 waren wir in enger Zusammenarbeit mit dem Generalsekret\u00e4r Jagland und dem vern\u00fcnftigen Teil der Mitglieder des PACE in der Lage, dieses Problem zu l\u00f6sen. Die russische Delegation kehrte mit ihren vollen Rechten in die Versammlung zur\u00fcck. Der russische Beitrag zum ER-Budget wurde vollst\u00e4ndig bezahlt. W\u00e4re all dies m\u00f6glich ohne das ernsthafte Verlangen meines Pr\u00e4sidenten und unserer politischen Klasse, da\u00df Ru\u00dfland Teil des gr\u00f6\u00dferen Europa bleibt? Definitiv nicht! Zudem hatten wir das Gl\u00fcck, in diesem historischen Moment die verantwortliche und unabh\u00e4ngige F\u00fchrung im ER (Jagland) zu haben.<\/p>\n<p class=\"western\">Was passierte dann? Ru\u00dfland erkannte, da\u00df die Vereinigten Staaten in der Ukraine das schlimmste Szenario vorbereiteten. Wir unternahmen die letzte Anstrengung &#8211; die \u201ediplomatische Offensive\u201c im Dezember 2021 und Januar 2022. Es kam so, da\u00df ich diese Ereignisse pers\u00f6nlich mit zwei Hauptgesandten Ru\u00dflands diskutieren konnte &#8211; Vizeminister Rjabkow (er arbeitete mit den USA) und Vizeminister Gruschko (er k\u00fcmmerte sich um die NATO-Seite). Die parallele Schlu\u00dffolgerung beider angesehener Kollegen war: Es gab keine Bereitschaft von Seiten der USA und NATO, irgendeinen Kompromi\u00df mit Ru\u00dfland zu suchen.<\/p>\n<p class=\"western\">Unter diesen Umst\u00e4nden wurde die Milit\u00e4rische Spezialoperation der gerechte und alternativlose Schritt, um Ru\u00dflands Sicherheit zu garantieren und russische Menschen zu sch\u00fctzen, denen das Kiewer Regime ihre Sprache, Religion, Kultur und Werte vorenthalten wollte.<\/p>\n<p class=\"western\">Was war die Reaktion des Westens? Ha\u00df und das Mantra, die einzige L\u00f6sung sei eine \u201estrategische Niederlage Ru\u00dflands auf dem Schlachtfeld\u201c. Und keine Anstrengung wird unterlassen, um dieses Ziel zu erreichen &#8211; laut offen zug\u00e4nglichen Quellen wurden bereits mehr als 150 Mrd. Dollar f\u00fcr die Bewaffnung der Ukraine ausgegeben. \u00dcbrigens hat die G20 vor ein paar Jahren beschlossen, 100 Mrd. Dollar zusammenzutragen, um den Entwicklungsl\u00e4ndern bei der gr\u00fcnen Wende zu helfen, und diese Zusage wurde nie umgesetzt!<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich betonen, da\u00df es nicht Ru\u00dfland war, welches die Beziehungen mit Europa abbrach (dies war auch exakt der Fall bei unserem R\u00fcckzug aus dem Europ\u00e4ischen Rat). Der Bruch kam auf Initiative der westlichen Staaten <i>(der zweite Teil des Titels unserer Sitzung &#8211; \u201eDie unverzichtbare strategische Autonomie der europ\u00e4ischen L\u00e4nder\u201c)<\/i>. Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich behaupte, da\u00df derzeit keinerlei derartige Autonomie besteht und da\u00df die europ\u00e4ische politische Klasse beinahe vollst\u00e4ndig von den USA kontrolliert wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Kann diese Situation ver\u00e4ndert werden? Ich hoffe es, und die Tatsache, da\u00df eine Organisation wie das Schiller-Institut existiert, best\u00e4rkt diese Hoffnung.<\/p>\n<p class=\"western\">Die multipolare Welt ist am Entstehen. Das ist eine Tatsache, mit der man leben mu\u00df. Es gibt neue wirtschaftliche Wachstumszentren &#8211; China, Indien, Brasilien, T\u00fcrkei, die Golfstaaten. Ihre Finanzkraft und ihr politischer Einflu\u00df gehen mit dem wirtschaftlichen Erfolg Hand in Hand einher. Der Anteil der G7 am Welt-BIP ist bereits kleiner als jener der BRICS.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Hegemon, der seine Dominanz verliert, reagiert b\u00f6sartig, durch die Ingangsetzung interner Konflikte und Kriege zwischen Brudernationen, wie denjenigen im ehemaligen Jugoslawien und der Sowjetunion. Wird Washington den Lauf der Geschichte aufhalten? Ich denke nicht. Ich bin mir sicher, da\u00df die meisten Politiker im Westen dies verstehen. Die offene Frage ist: Wann wird Europa &#8211; vor allem Deutschland und Frankreich &#8211; aufwachen und sich von den Fesseln US-amerikanischer Kontrolle befreien? Sobald und wenn dies geschieht, wird Ru\u00dfland zu einem f\u00fcr alle Seiten vorteilhaften Dialog unter Gleichen bereit sein, auf der Basis unserer fundamentalen Interessen; wir wollen keine Selbstisolation.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Mrutyuanjai Mishra<\/strong>, Autor und Journalist, Indien:<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=4551s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=4551s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> \u201e<em>Indiens Rolle als Friedensvermittler in diesen kritischen Zeiten\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">\u201eIndiens Rolle als Friedensvermittler in diesen kritischen Zeiten\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">UT: Kann Indien eine konstruktive Rolle bei der Schaffung von Frieden und der Verringerung der Kluft zwischen dem globalen Norden und dem globalen S\u00fcden spielen?<\/p>\n<p class=\"western\">Von Mrutyuanjai Mishra<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Mrutyuanjai Mishra ist Autor und Journalist aus Indien. (\u00dcbersetzung nach dem englischen Redemanuskript.)<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Wir alle haben gelernt, den Begriff \u201eL\u00e4nder der Ersten Welt\u201c zu verwenden, der aus dem franz\u00f6sischen anthropologischen Denken abgeleitet wurde und auf der Unterteilung der Gesellschaft in drei vorherrschende Schichten beruht, n\u00e4mlich den Adel, den Klerus und die Bourgeoisie. Indien, das Land, aus dem ich stamme, wurde lange Zeit als \u201eDritte-Welt-Land\u201c bezeichnet, weil es w\u00e4hrend des Kalten Krieges nicht mit den kapitalistischen NATO-L\u00e4ndern und auch nicht direkt mit dem kommunistischen Sowjetblock verb\u00fcndet war. Die L\u00e4nder des Sowjetblocks wurden als L\u00e4nder der \u201eZweiten Welt\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"western\">Seltsamerweise hat Indien erfolgreich mit beiden Bl\u00f6cken zusammengearbeitet und sich einen unabh\u00e4ngigen Ansatz in seiner Au\u00dfenpolitik bewahrt. Als kritisches Denken im 21. Jahrhundert entscheidend wurde, wurde der Begriff \u201eDritte Welt\u201c obsolet, da es als neokolonialistisch angesehen wurde, von den so genannten r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern zu erwarten, da\u00df sie sich modernisieren und liberalisieren und wie die L\u00e4nder der \u201eErsten Welt\u201c werden, die durch die 31 Mitglieder und bald 32 Mitglieder vertreten werden, wenn Schweden in etwa einem Monat dem NATO-B\u00fcndnis beitritt.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir m\u00fcssen uns also an den Begriff \u201eGlobaler S\u00fcden\u201c gew\u00f6hnen, der f\u00fcr die beiden bev\u00f6lkerungsreichsten L\u00e4nder der Welt, Indien und China, und die meisten armen L\u00e4nder der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re steht. Indien und China liegen nicht unbedingt in der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re, aber die meisten der armen L\u00e4nder der Welt und der L\u00e4nder mit mittlerem Einkommen in Asien, Lateinamerika und Afrika liegen in der \u201es\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Kaufkraft des globalen S\u00fcdens nimmt zu, und die sogenannten BRICS-L\u00e4nder machen heute einen erheblichen Teil der Weltwirtschaft aus, w\u00e4hrend der Anteil der so genannten \u201eErsten Welt\u201c an der Weltwirtschaft allm\u00e4hlich abnimmt. Eine neue Weltordnung ist im Entstehen begriffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Es gibt Kr\u00e4fte in der Welt, die einen friedlichen Aufstieg des globalen S\u00fcdens nicht sehen wollen und dem Planeten st\u00e4ndig einen Kriegszustand aufzwingen wollen, der den armen S\u00fcden dazu zwingt, einen gr\u00f6\u00dferen Teil seiner Ressourcen in den Verteidigungssektor zu stecken und oft eine destabilisierte Nachbarschaft erleben mu\u00df. Auch wenn Indien ein solides Wirtschaftswachstum erlebt, ist es von L\u00e4ndern umgeben, die in wirtschaftlicher Hinsicht unterdurchschnittlich abschneiden. Beispiele hierf\u00fcr sind Pakistan und Sri Lanka.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber allm\u00e4hlich werden wir sehen, da\u00df der Globale S\u00fcden versuchen wird, seinen Einflu\u00df geltend zu machen, und wenn er organisiert und klug ist, wird er in der Lage sein, eine Agenda der politischen Stabilit\u00e4t und der Entwicklung aller seiner B\u00fcrger auf der globalen B\u00fchne aufzustellen.<\/p>\n<p class=\"western\">Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Trotz des st\u00e4ndigen Drucks der westlichen L\u00e4nder leben zwei Drittel der Weltbev\u00f6lkerung immer noch in L\u00e4ndern, die neutral sind oder Ru\u00dfland im Krieg in der Ukraine direkt unterst\u00fctzen. Sie machen sich mehr Sorgen um Fragen der Armut und der Ern\u00e4hrungssicherheit und wollen den Lebensstandard f\u00fcr ihre Millionen von B\u00fcrgern verbessern.<\/p>\n<p class=\"western\">Der von den USA und der Europ\u00e4ischen Union gef\u00fchrte Block, zu dem alle NATO-L\u00e4nder geh\u00f6ren, repr\u00e4sentiert etwa 36% der Weltbev\u00f6lkerung, und sie sind sich in erster Linie einig und konsequent in ihrer milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine und haben Wirtschaftssanktionen gegen Ru\u00dfland beschlossen.<\/p>\n<p class=\"western\">Inzwischen lebt fast ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung in einem Land, das sich bisher neutral verhalten hat. Angef\u00fchrt von Indien werden diese blockfreien Staaten &#8211; darunter Brasilien, Saudi-Arabien, S\u00fcdafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate &#8211; alles daran setzen, sich nicht auf eine Seite zu schlagen und politische und wirtschaftliche Instabilit\u00e4t zu verhindern.<\/p>\n<p class=\"western\">Prognosen zufolge werden bis 2030 drei der vier gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften &#8211; in der Reihenfolge China, Indien, die Vereinigten Staaten und Indonesien &#8211; im Globalen S\u00fcden liegen. Schon jetzt \u00fcbertrifft das BIP der vom Globalen S\u00fcden dominierten BRICS-Staaten &#8211; Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China und S\u00fcdafrika &#8211; in Bezug auf die Kaufkraft, das der Gruppe der Sieben (G-7) des Globalen Nordens.<\/p>\n<p class=\"western\">Dr. Jaishankar, der indische Minister f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten, sagte k\u00fcrzlich: \u201eEuropa mu\u00df aus der Denkweise herauswachsen, da\u00df seine Probleme die Probleme der Welt sind, aber die Probleme der Welt nicht die Probleme Europas sind.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Die deutlichen Worte Jaishankars fielen in eine Zeit, in der die europ\u00e4ischen L\u00e4nder hartn\u00e4ckig versuchten, Indien zu einer harten Haltung gegen\u00fcber dem russischen Einmarsch in der Ukraine zu bewegen.<\/p>\n<p class=\"western\">Sehen wir uns einige Fakten an. Ein Drittel der Frauen in Indien sind immer noch Analphabeten, und obwohl Millionen von Indern und Chinesen die Armut \u00fcberwunden haben, kann noch viel getan werden, um den Lebensstandard von Millionen anderer Menschen sowohl in Indien als auch in China und im \u00fcbrigen globalen S\u00fcden zu verbessern. Daher brauchen wir eine neue Vision von einer Welt ohne Kriege und einer Welt, in der Kooperation anstelle von Wettbewerb zu einer tragenden S\u00e4ule der sozialen Interaktion wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Wer wei\u00df, wenn es die st\u00e4ndige NATO-Erweiterung und die Einkreisung Ru\u00dflands nicht gegeben h\u00e4tte, h\u00e4tten wir wahrscheinlich auch Frieden in Europa gehabt. Anstatt immer mehr L\u00e4nder in ein privilegiertes Milit\u00e4rb\u00fcndnis einzubinden, k\u00f6nnten wir ein B\u00fcndnis f\u00fcr wirtschaftliche Stabilit\u00e4t und friedliches Wachstum schaffen. Diese Agenda braucht jetzt weltweite Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=5616s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=5616s\" target=\"_blank\">Michele Geraci<\/a><\/strong>, Ehemaliger Unterstaatssekret\u00e4r, Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung &#8211; Republik Italien; Ritter der Republik Italien; Professor f\u00fcr Wirtschaftspolitik an der Universit\u00e4t Nottingham, Ningbo; Honorarprofessor an der Universit\u00e4t Peking, School of Economics; au\u00dferordentlicher Professor f\u00fcr Finanzen an der New York University, Shanghai; En-ROADS-Klimabotschafter &#8211; Climate Interactive\/MIT, Italien<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Lieber G\u00fcrtel und Stra\u00dfe als eine Stra\u00dfe der Panzer<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Michele Geraci<\/p>\n<p class=\"vor\">Michele Geraci, ehemaliger Staatssekret\u00e4r im italienischen Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung, Professor f\u00fcr praktische Wirtschaftspolitik an der Nottingham University in Ningbo, Ehrenprofessor an der School of Economics der Beijing University, au\u00dferordentlicher Professor f\u00fcr Finanzen der New York University in Shanghai sowie En-ROADS-Klimabotschafter von Climate Interactive\/MIT in Italien, hielt in der Stra\u00dfburger Konferenz des Schiller-Instituts am 8. Juli den folgenden Vortrag (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Hallo, ich bin sehr froh, hier zu sein. Ich m\u00f6chte mich bei Helga f\u00fcr die sehr freundliche Einladung bedanken. Ich freue mich, hier bei netten Freunden zu sein.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen einen kleinen \u00dcberblick \u00fcber die Geschehnisse rund um die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (Belt and Road Initiative, BRI) geben und Ihnen hoffentlich einen etwas anderen Blickwinkel darauf geben, warum Italien der BRI beigetreten ist, zu der Kritik, die wir erhalten haben, und warum ich denke, da\u00df die BRI meiner Meinung nach tats\u00e4chlich ein Weg ist, um der Welt Frieden zu bringen.<\/p>\n<p>Ich bin einerseits Professor an verschiedenen Universit\u00e4ten. Ich habe das Gl\u00fcck, in China in Shanghai f\u00fcr eine amerikanische Universit\u00e4t, die New York University, und in einer anderen Universit\u00e4t, Ningbo, f\u00fcr eine britische Universit\u00e4t zu arbeiten, wenn ich in China bin. Ich hatte auch das Gl\u00fcck und die Ehre, mit Pr\u00e4sident Modi, Pr\u00e4sident Xi und mit Pr\u00e4sident Putin, Lawrow und anderen zusammenzukommen. Ich bin also halb Politiker und halb Wirtschaftswissenschaftler.<\/p>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 p16 i\">\n<div class=\"fr w600 p12 r n\">\u00a9 Michele Geraci<\/div>\n<img decoding=\"async\" class=\"w600 b1 aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/geraci-xi.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 p16 i\"><em>Abb. 1: Michele Geraci (links) begleitete Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping und dessen Ehefrau (rechts) bei einem Besuch in Rom und Palermo 2019 anl\u00e4\u00dflich der Unterzeichnung des italienisch-chinesischen Memorandums \u00fcber die Kooperation im Rahmen der Belt-and-Road-Initiative.<\/em><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<p>Ich komme jetzt zu den praktischen Dingen. Ich m\u00f6chte das Bild von mir und Pr\u00e4sident Xi zeigen (<i>Abb. 1<\/i>). Das war bei der Unterzeichnung des BRI-Memoran\u00addums durch Italien im M\u00e4rz 2019 in Rom.<\/p>\n<p>Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie wichtig die Beziehungen zwischen Italien und China sind und wie wichtig die Unterzeichnung dieser Absichtserkl\u00e4rung ist, erz\u00e4hle ich Ihnen, was mit meinen Freunden in Rom und in der italienischen Regierung passiert. Ich sage es sehr diplomatisch: Nicht jeder versteht die Bedeutung von G\u00fcrtel und Stra\u00dfe. Sie verstehen, was ich meine.<\/p>\n<p>Als Zeichen der Freundschaft kam Xi Jinping auch in meine Heimatstadt Palermo auf Sizilien. Wir verbrachten also einen Tag in Rom und einen Tag in Palermo als Touristen, zusammen mit der First Lady.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Treffens sagte er h\u00f6flich, dies sei eine sehr sch\u00f6ne Stadt, er hoffe, da\u00df viele chinesische Touristen nach Sizilien kommen werden, es sei ein sch\u00f6ner Ort, er mag den Strand, seine Frau mag die Oper, wir gingen ins Theater und so weiter.<\/p>\n<p>Kurz danach, einige Wochen sp\u00e4ter, unterzeichneten wir eine Vereinbarung mit einem der gr\u00f6\u00dften Reiseb\u00fcros in China, Ctrip, mit der Idee, die Zahl der Fl\u00fcge zwischen Italien und China zu erh\u00f6hen. Mein Traum war ein Direktflug von Wenzhou nach Palermo, denn 90% der Chinesen, die in Italien leben, kommen aus dieser Stadt in China. Und im Gegenzug Touristen, die nach China reisen.<\/p>\n<p>Die Bedeutung dieses Ereignisses liegt in einer Wirtschaft in China, wo der Staat sehr pr\u00e4sent ist und die Aktivit\u00e4ten der Unternehmen lenkt. Als Pr\u00e4sident Xi sagte, dies sei ein sch\u00f6ner Ort und er hoffe, da\u00df viele chinesische Touristen kommen werden, erhielt ich sofort einen Anruf von Ctrip, damit sie uns sagten, was wir wissen m\u00fcssen und tun m\u00fcssen, um mehr Chinesen nach Italien und Sizilien zu bringen. \u201eLa\u00dft uns mit den Fluggesellschaften, mit den Hotels usw. reden.\u201c Es gab also sofort eine Kaskade positiver Impulse, und dar\u00fcber hinaus wurde das Image Italiens in den K\u00f6pfen der chinesischen Verbraucher sofort auf ein h\u00f6heres Niveau gehoben.<\/p>\n<h3>Heftige Kritik<\/h3>\n<p>Nach der Unterzeichnung der Absichtserkl\u00e4rung zur BRI wurden wir jedoch heftig kritisiert, und das ist auch in Ordnung so, denn es ist unsere Aufgabe, zu analysieren und dann Entscheidungen zu treffen, <i>nachdem<\/i> wir die Analyse durchgef\u00fchrt haben \u2013 und nicht vorher, wie es jetzt in der EU geschieht.<\/p>\n<p>Eine der ersten Kritiken war: \u201eOh, ihr seid das erste G7-Land in der EU, das die Absichtserkl\u00e4rung unterzeichnet, und das ist schlecht!\u201c<\/p>\n<p>Darauf habe ich geantwortet, da\u00df wir nicht das erste G20-Land sind, das diese Vereinbarung unterzeichnet, nicht einmal das einzige NATO-Mitglied, das der Vereinbarung beigetreten ist, und nicht das einzige EU-Land, das der Vereinbarung beigetreten ist.<\/p>\n<p>Ich erz\u00e4hle Ihnen das, weil das Ganze etwas seltsam ist: Es gibt 13 oder 14 L\u00e4nder, die an der BRI beteiligt sind und in der NATO wie auch in der EU und nat\u00fcrlich in der G20 sind. Aber worauf bezogen sich die Kritiker? Sie bezogen sich darauf, da\u00df Italien das einzige solche Land in der G7 ist, die neben der G20, der EU und der NATO meiner Meinung nach die Organisation mit der geringsten Bedeutung ist \u2013 weil sie keinen rechtlichen Rahmen hat, weniger wichtig als die G20, die integrativ ist, weniger wichtig als die NATO, die Kriege f\u00fchrt, oder die EU, die Politik macht.<\/p>\n<p>Die Behauptung, man d\u00fcrfe nicht mit den Vereinigten Staaten verb\u00fcndet sein oder mit der EU zusammenh\u00e4ngen oder man m\u00fcsse unsere westlichen Werte opfern, um an der BRI teilzunehmen, halte ich f\u00fcr v\u00f6lligen Unsinn. Denn sie wird durch die Tatsache widerlegt, da\u00df es weitere 13 L\u00e4nder gibt, die sowohl in der NATO sind und verb\u00fcndet sind, aber auch an der BRI teilnehmen.<\/p>\n<p>Die andere Kritik war, Italien w\u00fcrde in die Schuldenfalle tappen. Ich habe 30 Jahre lang Finanz- und Wirtschaftswissenschaften studiert, und von daher wei\u00df ich \u2013 das ist eine Analyse, die wir zuvor durchgef\u00fchrt haben -, da\u00df Schuldenfallen nicht in den G7-L\u00e4ndern auftreten, den \u201eZwei-Billionen-Dollar-Volkswirtschaften\u201c. Eine Schuldenfalle kann in L\u00e4ndern wie Sri Lanka oder Malaysia auftreten, wo das Niveau der Kreditvergabe und das Niveau der Auslandsverschuldung im Verh\u00e4ltnis zum BIP gegen\u00fcber einem einzelnen Kreditgeber \u2013 das kann China sein, der IWF oder die Weltbank \u2013 hoch ist.<\/p>\n<p>Aber im Falle Italiens, auch ein G7-Land, mit einer Wirtschaftsleistung von zwei Billionen Dollar, sind wir selbst dann, wenn China 10, 20, 30, 50 Milliarden investiert h\u00e4tte, weit davon entfernt, auch nur in ann\u00e4hernd an die Schwelle einer Schuldenfalle zu kommen.<\/p>\n<p>Die Kritiker haben also Probleme, die andere L\u00e4nder hatten, aus Gr\u00fcnden, die mit der Art und Weise zusammenh\u00e4ngen, wie dort intern gewirtschaftet wurde, wie z.B. Sri Lanka, aufgegriffen und diese Probleme auf gr\u00f6\u00dfere Volkswirtschaften \u00fcbertragen. Das ist ein logischer Fehler.<\/p>\n<p>Aber das ist das Narrativ, an das man sich gew\u00f6hnen mu\u00df. Denn die Argumente sehen anfangs vern\u00fcnftig aus, aber dann werden sie extrapoliert und werden unlogisch, so wie bei der Schuldenfalle.<\/p>\n<p>Einer der Kritikpunkte an der EU war auch, Italien w\u00fcrde alle seine H\u00e4fen an China verkaufen. Das ist erstens rechtlich gar nicht m\u00f6glich, denn in Italien kann man H\u00e4fen nicht verkaufen, sie sind keine Aktiengesellschaften, anders als z.B. Pir\u00e4us in Griechenland oder ein Terminal im Hamburger Hafen, das tats\u00e4chlich zu 25% an COSCO verkauft wurde.<\/p>\n<p>Es ist also rechtlich unm\u00f6glich. Und zudem vergessen die Kritiker, da\u00df China Investitionen in Griechenland hat, in \u00c4gypten, Israel, Frankreich \u2013 Le Havre, Marseille \u2013, Spanien \u2013 Bilbao, Valencia \u2013, in Marokko, in Belgien Zeebrugge, in Holland Rotterdam, in Hamburg, im Vereinigten K\u00f6nigreich und auf Malta, im Grunde \u00fcberall.<\/p>\n<p>Warum sollte Italien das einzige Land sein, das den Strom von Containern nicht zu seinen eigenen H\u00e4fen im Mittelmeer leiten kann? Denn seien wir ehrlich, die europ\u00e4ischen H\u00e4fen konkurrieren untereinander. Eine Ladung, ein Container, der aus China oder einem anderen asiatischen Land kommt und den Suezkanal passiert, hat zwei einfache M\u00f6glichkeiten: Entweder er landet in einem Mittelmeerhafen, z.B. in Griechenland oder Italien, s\u00fcdlichen H\u00e4fen, die dem Suezkanal am n\u00e4chsten liegen. Oder sie fahren weiter an Gibraltar vorbei in die Nordsee.<\/p>\n<p>Insofern verstehe ich vollkommen, warum die deutsche, die franz\u00f6sische und die niederl\u00e4ndische Regierung gegen uns waren. Denn sie wu\u00dften, ein Container mehr im Hafen von Triest oder Genua bedeutet einen Container weniger in Rotterdam. Es ist ein Nullsummenspiel, man kann zwar kooperieren, um den Gesamtwert zu erh\u00f6hen, aber kurzfristig, im partiellen Gleichgewicht, ist es ein Nullsummenspiel, und wir konkurrieren miteinander, genau wie beim Exportwettbewerb. Eine Flasche franz\u00f6sischer Wein mehr, die nach China geht, bedeutet eine Flasche italienischen Wein weniger, die nach China exportiert wird.<\/p>\n<h3>Warum Italien der BRI beigetreten ist<\/h3>\n<p>Ich habe Ihnen von der NATO und den anderen L\u00e4ndern erz\u00e4hlt. Nun aber zu dem Grund, warum wir uns so entschieden haben: Der besteht darin, da\u00df wir im speziellen Fall Italiens eine gro\u00dfe, aber sehr zersplitterte Wirtschaft sind, die aus sehr kleinen Unternehmen besteht, aus vielen kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen (KMU) mit vielleicht 5, 6, 9, 10 oder 15 Mitarbeitern. Es gab etwa vier Millionen davon, zumindest vor COVID, jetzt immer noch mehr als 3 Millionen.<\/p>\n<p>Diese KMU sind also nicht Siemens, Airbus, BASF, VW, Air France, Carrefour. Sie brauchen die Hilfe der Regierung, sie brauchen einen Schutzschirm, der sie \u00fcber das Risiko informiert, in den chinesischen Markt einzutreten, der in der Tat sehr schwierig und komplex ist, weil sich die Zugangsregeln st\u00e4ndig \u00e4ndern, und weil es nicht einfach ist, mit den gro\u00dfen, staatlichen chinesischen Unternehmen zu konkurrieren, und weil es ein kulturelles und Sprachproblem gibt.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir und ich pers\u00f6nlich Italien in die BRI hineingef\u00fchrt, um meinen Unternehmen solchen Schutz zu bieten. Ich wei\u00df, da\u00df es riskant ist, in China Gesch\u00e4fte zu machen, ich wei\u00df, da\u00df die Leute Angst haben, ich wei\u00df, da\u00df es viele Erfolgsgeschichten, aber auch viele Mi\u00dferfolge gibt. Und meine Pflicht als Regierungsmitglied war es, das Gesch\u00e4ftsrisiko zu senken und die M\u00f6glichkeit zu erh\u00f6hen, Geld zu verdienen.<\/p>\n<p>Eine weitere Kritik war irgendwie lustig, bitte lachen Sie nicht: \u201eWenn Italien die Vereinbarung unterzeichnet, bedeutet das, da\u00df die italienische Regierung kommunistisch wird!\u201c Nun, das ist nat\u00fcrlich nicht so. Das Memorandum besagt nicht, da\u00df die italienische Regierung kommunistisch werden soll. So oder so, die Menschen k\u00f6nnen ihre Ansichten haben. Aber im Wortlaut dieses Abkommens, das wir ausgehandelt haben \u2013 ich habe viel pers\u00f6nlich mit meinem Kollegen in China verhandelt \u2013, finden sich Formulierungen, die unseren \u201eeurop\u00e4ischen\u201c Werten sehr nahe kommen: Klimaschutz, Arbeitsschutz usw. So haben wir China gewisserma\u00dfen auf den \u201ewestlichen\u201c Stil gebracht, indem wir erfolgreich mit China verhandelt und uns auf diese Begriffe geeinigt haben.<\/p>\n<h3>Italiens BRI-Vereinbarung als Modell<\/h3>\n<p>In meinem Traumszenario war diese Absichtserkl\u00e4rung zur G\u00fcrtel-und-Stra\u00dfen-Initiative, die Italien unterzeichnet hat, nicht der letzte Schritt, sondern der erste Schritt einer umfassenden Strategie, die ich im Sinn hatte, um sicherzustellen, da\u00df Italien nur das erste G7-Land sein w\u00fcrde. Es gibt weitere 15 europ\u00e4ische BRI-L\u00e4nder, aber ich wollte diese Absichtserkl\u00e4rung auch allen anderen Partnern zur Verf\u00fcgung stellen \u2013 Deutschland, Frankreich \u2013, damit auch sie von den Bem\u00fchungen und den m\u00fchsamen Verhandlungen profitieren konnten, die ich gef\u00fchrt habe, um sicherzustellen, da\u00df China diese Dinge in die Absichtserkl\u00e4rung einbringt und sie auch auf EU-Ebene umsetzen kann.<\/p>\n<p>Ich bin sogar nach Washington gereist und sagte dem US-Kollegen im Handelsministerium halb im Scherz und halb im Ernst \u2013 man wei\u00df ja nie, ob man Gl\u00fcck hat: \u201eIhr solltet auch der BRI beitreten \u2013 schlie\u00dflich gibt es ein Abkommen der ersten Phase, und wenn ihr eine zweite Phase wollt, dann k\u00f6nnt ihr das im Rahmen der BRI tun. In Asien und Afrika ist genug Platz f\u00fcr alle.\u201c<\/p>\n<p>Ich hatte nicht das Gl\u00fcck, da\u00df die gesamte EU die Absichtserkl\u00e4rung unterzeichnet hat, aber zwei wichtige L\u00e4nder haben sich Italien angeschlossen: die Schweiz und Luxemburg. Unterschiedliche L\u00e4nder, unterschiedliche Volkswirtschaften, aber es hat politisch geholfen, da\u00df ein Gr\u00fcndungsmitglied der EU, Luxemburg, und eine \u201eoffene liberale Demokratie\u201c wie die Schweiz die Absichtserkl\u00e4rung unterzeichnet haben. Das bot uns etwas politische Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Vor vier Jahren wu\u00dften wir noch nicht, da\u00df die Migrationskrise von Afrika nach Europa ein Problem ist, bei dem es nicht nur um hunderttausend Migranten geht, die jetzt in Italien ankommen. Es geht auch nicht darum, wie wir diese Migranten unter Deutschland, Frankreich und den anderen L\u00e4ndern aufteilen. Das Migrationsproblem besteht darin, da\u00df sich z.B. die Bev\u00f6lkerung Nigerias bis zum Ende des Jahrhunderts auf 400 Millionen verdoppeln wird, und die ganz Afrikas auf fast 3,8 Milliarden, so da\u00df die einzige L\u00f6sung f\u00fcr uns \u00d6konomen darin besteht, Afrika wirtschaftliche und soziale Stabilit\u00e4t zu verschaffen.<\/p>\n<p>Man mu\u00df es nicht m\u00f6gen, mit wem man Gesch\u00e4fte macht. Wir wissen, da\u00df China, wie jedes Land, seine eigenen Interessen hat. China ist nicht der Weihnachtsmann, genausowenig wie Italien oder Amerika. Sie engagieren sich nicht in Afrika, um selbstlos zu helfen, sondern weil sie verstanden haben, da\u00df man eine doppelte Grundlage braucht, wenn man einem Land dabei hilft, sich wirtschaftlich zu entwickeln: Einerseits tut man es aus ethischen Gr\u00fcnden, aber man mu\u00df auch Geld verdienen, sonst geht der ethische Aspekt sehr schnell verloren. Und das ist der Grund, warum China so klug ist, in Afrika zu investieren, mit einem Gesamtvolumen von 425 Milliarden Dollar an ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen in Afrika.<\/p>\n<p>Ich versuche jetzt, meiner Ministerpr\u00e4sidentin Georgia Meloni und anderen in der Regierung zu erkl\u00e4ren: \u201eGeorgia, wenn Sie die Migrationskrise wirklich l\u00f6sen wollen, m\u00fcssen Sie weiter mit China in Afrika zusammenarbeiten.\u201c Ich denke, es ist eine Kombination von Dingen, schlie\u00dflich ist nichts perfekt auf der Welt. Aber ich stelle mir vor, wie Italien und vielleicht \u2013 hier komme ich auf meinen Traum zur\u00fcck \u2013 mehr europ\u00e4ische L\u00e4nder wie Frankreich und Deutschland mit China kooperieren. China bringt Geld mit, Fachwissen im Bauwesen, in der Infrastruktur und sogar bei der Migration vom Land in die Stadt. Chinas wirtschaftlicher Erfolg beruht auf drei S\u00e4ulen: Migration, Infrastruktur und Verkehr f\u00fcr die Entwicklung. Wir unsererseits bringen ein wenig das Image des \u201eGuten\u201c in Afrika mit, wir gleichen es aus, und ich denke, das k\u00f6nnte f\u00fcr beide Seiten ein erfolgreiches Spiel sein.<\/p>\n<h3>Ein praktisches Beispiel<\/h3>\n<p>Ich schlie\u00dfe mit einem praktischen Beispiel, denn ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler blo\u00df auf dem Papier, sondern versuche, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Ich m\u00f6chte Ihnen eine Reise zeigen, die ich letzte Woche zu einem realen BRI-Projekt unternommen habe. Es ging mit dem Zug von Shanghai zur Grenze zwischen China und Laos, dann zur Grenze zwischen Laos und Thailand und dann von der Grenze hinunter nach Bangkok. Ich habe also mit eigenen Augen gesehen, welche Vorteile die Entwicklung der Infrastruktur von G\u00fcrtel und Stra\u00dfe tats\u00e4chlich mit sich bringt.<\/p>\n<p><a name=\"Bahnreise\"><\/a>\u00a0<\/p>\n<div class=\"fr w600 mt20 mb20 ml20 bfff frameblue2 i pad\">\n<h2>Mit der Bahn von Shanghai nach Bangkok und zur\u00fcck<\/h2>\nNach der Er\u00f6ffnung der neuen, mit chinesischer Hilfe gebauten Eisenbahnstrecke durch Laos fuhr Michele Geraci die 3500 km lange Strecke mit der Bahn von Shanghai nach Bangkok. Seine mit dem Smartphone aufgenommenen Videos erm\u00f6glichen einen Vergleich der unterschiedlichen Standards.\n<div class=\"fr w600 mt20 p12 r n\">\u00a9 alle Bilder Michele Geraci<\/div>\n<img decoding=\"async\" class=\"w600 b1 aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/geraci-verlauf-bahnstrecke.jpg\" vspace=\"3\" \/>\n<div class=\"fl w600 ml10 p14 l i\" style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 2: Verlauf der befahrenen Strecke.<\/em><\/div>\n<div class=\"box fl w600 mt20 bo\"><img decoding=\"async\" class=\"fr w430 b1 aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/geraci-verlauf-thailand.jpg\" vspace=\"3\" \/>\n<div class=\"boxa w160 p14 i bo\" style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 3a: Zug Vientiane-Bangkok (Thailand): keine Klimaanlage, alte Sitze, Durch\u00adschnitts\u00adgeschwin\u00addigkeit 50\u00a0km\/h.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"box fl w600 mt20 bo\"><img decoding=\"async\" class=\"fr w430 b1 aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/geraci-verlauf-laos.jpg\" vspace=\"3\" \/>\n<div class=\"boxa w160 p14 i bo\" style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 3b: Zug Kunming-Vientiane (Laos), hoher Komfort, Durch\u00adschnitts\u00adgeschwindigkeit 120\u00a0km\/h.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"box fl w600 mt20 bo\"><em><img decoding=\"async\" class=\"fr w430 b1 aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/geraci-verlauf-china.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/em>\n<div class=\"boxa w160 p14 i bo\" style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 3c: Zug Shanghai-Kunming (China), hoher Komfort, Durch\u00adschnitts\u00adgeschwindigkeit 240\u00a0km\/h.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<img decoding=\"async\" class=\"w600 mt20 b1 aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/geraci-wartehalle.jpg\" vspace=\"3\" \/>\n<div class=\"fl w600 ml10 p14 i\" style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 4: Wartehalle des neugebauten Bahnhofs von Vientiane.<\/em><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<\/div>\n<p><i>(Geraci zeigte dann ein kurzes Video, einen Vergleich zwischen dem thail\u00e4ndischen Zug ohne Klimaanlage und mit alten Sitzen von Bangkok bis zur Grenze zwischen Thailand und Laos und dem neuen, hochmodernen und komfortablen Belt-and-Road-Zug mit Klimaanlage und Computer-Ladevorrichtungen sowie sehr gro\u00dfen, modernen, sauberen und sicheren Bahnh\u00f6fen, siehe nebenstehenden Kasten.)<\/i><\/p>\n<p>Von Shanghai bis zur Grenze mit Laos bei Kunming sind es 2400 km. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betr\u00e4gt dort 240 km\/h, es sind etwa neun Stunden.<\/p>\n<p>Wenn man in Thailand von der laoti\u00adschen Grenze nach Bangkok f\u00e4hrt, f\u00fchlt man sich 50 Jahre zur\u00fcck\u00adver\u00adsetzt. Der Zug f\u00e4hrt 50 km\/h, f\u00fcr 500 km braucht er zehn Stunden, es gibt keine Klimaanlage, es ist hei\u00df.<\/p>\n<p>Und dazwischen gibt es diese Magie: Da ist Laos, ein landeingeschlossenes Land, das sonst von der Entwicklung vergessen w\u00fcrde, dessen Pro-Kopf-BIP in der Gr\u00f6\u00dfenordnung zwischen ein paar hundert und tausend Dollar pro Kopf liegt. Jetzt gibt es diesen Zug, der von China nach Thailand f\u00e4hrt und dabei Laos durchquert. Die Geschwin\u00addigkeit ist dort nicht so hoch wie die in China, nicht bis zu 300 km\/h, sondern etwa die H\u00e4lfte, 150 km\/h, durch\u00adschnitt\u00adlich 120 km\/h. Das ist die H\u00e4lfte dessen, was China bereits erreicht hat, aber das Doppelte dessen, was Thailand heute erreicht.<\/p>\n<p>Und ich habe gesehen, da\u00df der Aus\u00adbau der Infrastruktur jetzt Touristen aus China nach Laos bringt, mich eingeschlossen, mehr Entwicklung in der lokalen Wirtschaft, mehr Exporte, weil der Zug auch f\u00fcr den Transport von Waren nach China genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Das ist es, was ich zu tun versuche: eine Analyse aus theoretischer Sicht durchzuf\u00fchren, um Fragen zu beant\u00adworten, anstatt das den Akademikern und der Regierung zu \u00fcberlassen, damit wir den politischen Ent\u00adschei\u00addungstr\u00e4gern Zahlen auf den Tisch legen k\u00f6nnen. Sie verstehen sonst nicht, was vor sich geht.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Helga (Zepp-LaRouche) und andere hier einladen, einige Exkursionen zu organisieren, an denen alle Interessierten, Unter\u00adnehmen und Regierungen in Europa, teilnehmen k\u00f6nnen. Denn wir k\u00f6nnen zwar all diese Analysen auf dem Papier machen und sagen, da\u00df die BRI gut ist. Aber glauben Sie mir, wenn man dorthin geht, sieht man selbst, wie die Menschen gl\u00fccklich sind, es ver\u00e4ndert v\u00f6llig die Gesellschaft und die Art, wie die Menschen leben. Es ist nicht nur die \u201eHardware\u201c, die Infrastruktur, sondern auch die \u201eSoftware\u201c: Das Denken \u00e4ndert sich, der Lebensstandard und die Art, wie die Menschen ihre Aktivit\u00e4ten ausf\u00fchren, \u00e4ndert sich. Das kann man nur verstehen, wenn man es selbst erlebt.<\/p>\n<p>Das ist eine Initiative, die ich ins Leben gerufen habe: Reisen, die von europ\u00e4ischen Regierungen, Medien, Denkfabriken, Universit\u00e4ten, allen Schichten unserer Gesellschaften organisiert werden, um in diese BRI-L\u00e4nder zu reisen, um zu sehen, was dort wirklich passiert.<\/p>\n<p>Und hier ende ich mit einem Slogan \u2013 erlauben Sie mir das, schlie\u00dflich bin ich auch Politiker: <i>Lieber G\u00fcrtel und Stra\u00dfe als eine Stra\u00dfe der Panzer.<\/i> Und in diesen Zeiten von Krieg und Zerst\u00f6rung brauchen wir wirklich Frieden, und ich w\u00fcnsche unserem russischen Freund, da\u00df er sich unserer Gemeinschaft in einer friedlichen Welt wieder anschlie\u00dft.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Dr. Hans-Joachim Lemke,<\/strong> Oberst (a.D.), Redakteur <em>Kompass<\/em>, Zeitschrift des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=7119s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=7119s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Friedensgedanken aus der Sicht eines Ostdeutschen<\/em>\u201c<\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Friedensgedanken aus der Sicht eines Ostdeutschen<\/p>\n<p class=\"western\">Von Oberst a.D. Dr. Hans-Joachim Lemke<\/p>\n<p class=\"western\">Dr. Lemke ist Redakteur von <i>Kompass<\/i>, der Zeitschrift des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR.<\/p>\n<p class=\"western\">Sehr geehrte Teilnehmer dieser in der heutigen Zeit so n\u00f6tigen Beratung.<\/p>\n<p class=\"western\">Ausgangspunkt meiner Gedanken zu diesem Thema sind die Grundthesen der Konferenz des Ostdeutschen Kuratoriums von Verb\u00e4nden mit den Grundaussagen: Frieden mit Ru\u00dfland &#8211; Dialog statt Waffen &#8211; Friedensinitiativen nur \u00fcberparteilich erfolgreich.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir erleben in diesen Tagen das Ende der \u201eregelbasierte Ordnung\u201c, einer \u201eWerte basierenden Au\u00dfenpolitik\u201c, \u201eregelbasierten unipolaren Weltordnung\u201c, bei der Vertreter des Westens, insbesondere der NATO-Staaten, dem \u201eRest der Welt\u201c vorschreiben wollen, wie sie zu leben, sich zu organisieren haben, wer ihr Freund sein darf und wer nat\u00fcrlich ihr Feind ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Begleitet wird diese Politik von Wirtschafts-, Finanz- und Medienkriegen, rechtswidrigen Sanktionen und Falschinformationen, dem Verh\u00e4ngen von Maulk\u00f6rben f\u00fcr jeden, der anderes \u00e4u\u00dfern will. Die Medien sind im vorauseilenden Gehorsam gegen\u00fcber dieser Politik \u201ebeispielgebend\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie viele andere in Ostdeutschland hatte ich die M\u00f6glichkeit, in Ru\u00dfland mit meiner Familie zu leben, dort zu studieren und zu promovieren. Acht Jahre waren eine lange Zeit, zumal wenn man nicht isoliert in einer Blase wohnt, sondern mitten in einem Moskauer Wohngebiet, um die Menschen, ihr Denken und ihre Gef\u00fchle kennenzulernen und zu begreifen, was sie bewegt.<\/p>\n<p class=\"western\">Durch das Leben in der DDR gepr\u00e4gt, lehnt auch heute die Mehrheit der ostdeutschen Bev\u00f6lkerung Waffenlieferungen in die Ukraine ab und fordert diplomatische L\u00f6sungen. Der Ministerpr\u00e4sident Sachsens, Michael Kretschmer, ist einer der wenigen Politiker in Deutschland, der lautstark eine ver\u00e4nderte Politik gegen\u00fcber Ru\u00dfland verlangt und als L\u00f6sung des Konfliktes und als ersten Schritt dabei das \u201eEinfrieren des Konfliktes\u201c fordert.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese Haltung wird auch von vielen Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen der ehemaligen DDR geteilt. So sind f\u00fchrende Gener\u00e4le und Offiziere der DDR-Armee bereits 2015 im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag der Zerschlagung des Faschismus mit dem \u201eAufruf Soldaten f\u00fcr den Frieden\u201c an die \u00d6ffentlichkeit getreten. Erst neulich haben erneut zwei Gener\u00e4le der ehemaligen NVA, Manfred Gr\u00e4tz und Sebald Daum, mit einem offenen Brief zu ihrer \u00dcberzeugung von der Notwendigkeit, den Frieden zu sichern und dabei keine einseitigen Verurteilungen Ru\u00dflands zuzulassen, f\u00fcr Aufsehen gesorgt.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie k\u00f6nnte eine neue Sicherheitspolitik unter diesem Aspekt aussehen?<\/p>\n<p class=\"western\">Viele Konzepte liegen dazu auf dem Tisch, ein Ringen um L\u00f6sungsans\u00e4tze hat eingesetzt, das gar nicht n\u00f6tig w\u00e4re, w\u00e4re die Vereinbarung zwischen der Ukraine und Ru\u00dfland vom M\u00e4rz\/April 2022 umgesetzt und nicht durch das Eingreifen von Boris Johnson, dem damaligen Premierminister Gro\u00dfbritanniens, im Auftrag der NATO-F\u00fchrung verhindert worden.<\/p>\n<p class=\"western\">Aus meiner Sicht sind folgende Ans\u00e4tze besonders vielversprechend, die bereits neben anderen Punkten am 22. November 2022 von Helga Zepp-LaRouche dargelegt wurden:<\/p>\n<p>1. Partnerschaft souver\u00e4ner Nationalstaaten,<\/p>\n<p>2. Umgestaltung des Finanzsystems,<\/p>\n<p>3. Beendigung des Blocksystems in der Weltpolitik und Milit\u00e4rpolitik, wenn wir politische, wirtschaftliche und milit\u00e4rische Aspekte geb\u00fcndelt sehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Konflikt in und um die Ukraine erweist sich aus meiner Sicht dabei immer mehr als Katalysator eines Prozesses der Abkehr der fr\u00fcher sp\u00f6ttisch \u201eDritte Welt\u201c genannten Staaten und Nationen vom Diktat der westlichen Industriel\u00e4nder und ihren milit\u00e4rischen, finanziellen und politischen Armen &#8211; wie Weltbank, Weltw\u00e4hrungsfonds, NATO, EU, etc.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Versuch, Ru\u00dfland von der Weltb\u00fchne zu verdr\u00e4ngen oder es zumindestens handlungsunf\u00e4hig zu machen, um Potential f\u00fcr die Auseinandersetzung mit dem neuen Feind &#8211; China &#8211; frei zu machen, wird uns wahrscheinlich noch einige Zeit besch\u00e4ftigen, weil damit auch der Kessel des US-amerikanischen Wahlkampfes angeheizt wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Mit Sorge sehe ich, da\u00df unter der neuen Mannschaft in Berlin die Bundesrepublik Deutschland sich immer mehr als Kriegspartei etabliert. Waffenlieferungen, Geld, milit\u00e4rische Ausbildung sind davon nur ein Teil. Nach der Unterst\u00fctzung des \u00dcberfalls der NATO auf Jugoslawien, der Heraustrennung des Kosovo aus dem Staatsverbund Serbiens, haben die gleichen Politiker den n\u00e4chsten Schritt der Eskalation getan.<\/p>\n<p class=\"western\">Man kann Ru\u00dfland und der russischen F\u00fchrung vieles im Zusammenhang mit den milit\u00e4rischen Aktivit\u00e4ten in der Ukraine und besonders im Donba\u00df vorwerfen, aber nicht, da\u00df dar\u00fcber nicht offen gesprochen wurde. Nach dem Putsch auf dem Maidan, dem offenen Ausbruch der Russophobie der staatlichen ukrainischen Einrichtungen, warnte Ru\u00dfland mehrmals, da\u00df milit\u00e4rische Aktionen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte gegen die beiden selbsternannten \u201eVolksrepubliken\u201c bevorstehen w\u00fcrden, und da\u00df man gezwungen sei, zu reagieren. Das V\u00f6lkerrecht verurteilt einen pr\u00e4ventiv gef\u00fchrten Angriffskrieg, das V\u00f6lkerrecht kennt aber auch einen \u201epr\u00e4emptiv\u201c gef\u00fchrten Angriffskrieg, dieser ist den OECD-Beobachtern dann tats\u00e4chlich auch gemeldet worden, die sich ja an der Konfliktlinie Ukraine &#8211; abtr\u00fcnnige Landesteile befanden. Dort hatten ja von 2014 bis 2021 14.000 Einwohner des Donba\u00df ihr Leben durch den Einsatz der ukrainischen Armee verloren und die Ukraine hatte bis zu 300.000 Mann zusammengezogen, um diese \u201eVolksrepubliken\u201c zu liquidieren. Ein Thema, das in unseren Medien nicht gerade ausgew\u00e4lzt wurde.<\/p>\n<p class=\"western\">Unter diesem Aspekt der Verh\u00e4rtung der Positionen der Ukrainer und Ru\u00dflands ist es interessant, sich die Vorschl\u00e4ge der Volksrepublik China anzusehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Bei allen in ihnen enthaltenen H\u00f6flichkeiten des verbalen Ausdrucks lassen die am 24. Februar dieses Jahres publizierten 12 Punkte sich wie folgt zusammenfassen:<\/p>\n<p>1. Keine zweierlei Standards im internationalen Recht anwenden,<\/p>\n<p>2. Beachtung der Sicherheitsinteressen jedes einzelnen Landes,<\/p>\n<p>3. Beendigung der Kampfhandlungen und R\u00fcckkehr zum Dialog,<\/p>\n<p>4. Die Weltgemeinschaft soll dazu eine Plattform f\u00fcr Dialoge schaffen,<\/p>\n<p>5. Beendigung der Sanktionspolitik des Westens.<\/p>\n<p class=\"western\">Da\u00df aus chinesischer Sicht dazu auch die Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit der Kernwaffen und ihrer Tr\u00e4germittel geh\u00f6rt, versteht sich von allein.<\/p>\n<p class=\"western\">Positiv ist zu bewerten, da\u00df aus dem Kreis der BRICS-Staaten Initiativen kommen, den Konflikt um die Ukraine diplomatisch l\u00f6sen zu wollen, auch andere Staaten suchen nach L\u00f6sungen, wie die Konferenz in Kopenhagen vor wenigen Tagen zeigte. Vertreter westlicher Staaten, aber auch aus China, Indien, Brasilien und S\u00fcdafrika, Teilnehmer der BRICS-Vereinbarungen, haben hier auf diplomatische L\u00f6sungen, beruhend auf grundlegenden Kompromissen, gedr\u00e4ngt, wie zu h\u00f6ren war.<\/p>\n<p class=\"western\">Dabei wurde deutlich auf die Sicherheitsinteressen Ru\u00dflands verwiesen.<\/p>\n<p class=\"western\">Dem vorausgegangen war die Studie \u201eAvoiding a Long War\u201c der Rand-Corporation, in der die Ukraine dringend aufgefordert wurde, mit Ru\u00dfland zu verhandeln. Dabei sehen auch die Amerikaner keine andere M\u00f6glichkeit einer Friedensl\u00f6sung, als den russischen Truppen und damit der Russischen F\u00f6deration die Territorien zu \u00fcberlassen, die sie bereits besitzt. Interessant ist f\u00fcr uns ja auch die Tatsache, da\u00df sogar die Biden-Administration von diesen 20% ukrainischen Territoriums als Tribut f\u00fcr einen Frieden sprach, bevor dieser Vorschlag blitzartig wieder aus den Massenmedien verschwand.<\/p>\n<p class=\"western\">Der dort enthaltene Gedanken eines Waffenstillstandes pa\u00dft nat\u00fcrlich einigen nicht in den Kram, da er ein \u201eEinfrieren\u201c des Konfliktes eine Demarkationslinie \u00e0 la der zwischen Nord- und S\u00fcdkorea bedeutet und der Frieden damit ein De-facto-Zustand w\u00fcrde, bei dem man nichts verdient.<\/p>\n<p class=\"western\">Auf russischer Seite bedeutet das auf andere Weise, sich von den Gedanken des \u201eBrudervolkes\u201c, des Panslawismus zu trennen und die Realit\u00e4ten einer ver\u00e4nderten Welt vor ihrer Haust\u00fcr anzuerkennen. Kritisch und wahrscheinlich nicht verhandelbar scheint mir f\u00fcr die Russische F\u00f6deration und ihre F\u00fchrung die Frage der B\u00fcndnisneutralit\u00e4t der Ukraine und ihrer Nichtzugeh\u00f6rigkeit zu NATO zu sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Da alle Regimewechsel-Konzepte in Bezug auf Ru\u00dfland und Pr\u00e4sident Putin nicht aufzugehen scheinen, wird man wohl mit ihm verhandeln m\u00fcssen, wie die S\u00fcdafrikaner gerade erst meiner Au\u00dfenministerin verst\u00e4ndlich gemacht haben.<\/p>\n<p class=\"western\">Die unterschiedliche Position der Vertreter des Globalen S\u00fcdens h\u00e4ngt vor allem davon ab, da\u00df sie diesen Konflikt als etwas betrachten, das durch die Osterweiterung der NATO, die Einmischung des Westens in den Ru\u00dfland-Ukraine-Konflikt, entstanden ist, ein Problem, das nur diplomatisch und nicht durch immer neue Waffen gel\u00f6st werden kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie k\u00f6nnte eine L\u00f6sung aus meiner Sicht aussehen? Ich will drei Punkte benennen:<\/p>\n<p class=\"western\">1. Schaffung einer Waffenstillstandslinie, nach dem Muster der Demarkationslinie zwischen Nord- und S\u00fcdkorea oder vergleichbar mit der Situation an der innerdeutschen Grenze bis zur Wiedervereinigung. Keiner anerkennt diese Grenze v\u00f6lkerrechtlich, alle respektieren sie aber!<\/p>\n<p class=\"western\">2. Die Krim und alle gegenw\u00e4rtig besetzten Gebiete verbleiben bei der Russischen F\u00f6deration, die sich aber von allen Panslawischen Illusionen verabschiedet und den Bestand der Ukraine als Staat garantiert, im Verbund mit anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"western\">3. Die Ukraine bestimmt ihre gesellschaftlichen Strukturen autonom, ohne Druck von au\u00dfen, wird kein NATO-Mitglied, bleibt aber vor der Gefahr der Zerschlagung zu einer \u201eRestukraine\u201c bewahrt. Ich denke hier an die Gedankenspiele in polnischen, slowakischen, ungarischen und rum\u00e4nischen Amtsstuben, unter dem Vorwand des Schutzes ihrer B\u00fcrger sich territorial an der Restukraine zu bedienen. Auch das m\u00fc\u00dfte international durch Vertr\u00e4ge mit den Anrainerstaaten abgesichert werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Sagen Sie bitte nicht: Das geht ja nun gar nicht! Es geht, wie uns die Geschichte belehrt.<\/p>\n<p class=\"western\">Nach 30 Jahren blutigem Krieg aller M\u00e4chte &#8211; Jeder gegen Jeden &#8211; wurde 1648 der Westf\u00e4lische Frieden besiegelt durch einen diplomatischen Trick. Der Kaiser schlo\u00df einen Friedensvertrag mit Frankreich, zugleich einen mit Schweden, beide Dokumente wurden aber als ein g\u00fcltiger Vertrag von den drei Vertragsparteien dann als ein Dokument unterzeichnet.<\/p>\n<p class=\"western\">Zur Wahrheit geh\u00f6rt aber auch, da\u00df er nur zustande kam unter zwei in der Diplomatie neuen Bedingungen:<\/p>\n<p>1. Verzicht auf die Aufrechnung aller Kriegsverbrechen, die alle beteiligten Seiten begangen hatten, und<\/p>\n<p>2. Anerkennung der Souver\u00e4nit\u00e4t, der Unabh\u00e4ngigkeit jeden Staates.<\/p>\n<p class=\"western\">Vielleicht sollten unsere Diplomaten und Politiker mal wieder in das Lehrbuch der Geschichte sehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Danke f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit!<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Alain Corvez<\/strong>, Oberst (a.D.), Berater f\u00fcr internationale Angelegenheiten, ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Innenministeriums, Frankreich; <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=8157s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JYhUz9UAGqE&amp;t=8157s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Werden die USA nach ihrem milit\u00e4rischen Scheitern gegen Ru\u00dfland in der Ukraine die atomare Schwelle \u00fcberschreiten?<\/em>\u201c<\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Werden die USA nach ihrem milit\u00e4rischen Scheitern gegen Ru\u00dfland in der Ukraine die atomare Schwelle \u00fcberschreiten?<\/p>\n<p class=\"western\">Von Alain Corvez<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><i>Oberst a.D. Alain Corvez ist Berater f\u00fcr internationale Angelegenheiten und ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Innenministeriums.<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Pr\u00e4ambel<\/p>\n<p class=\"western\">Mit der Einladung der anderen G7-L\u00e4nder (Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Vereinigtes K\u00f6nigreich und Vereinigte Staaten) in die M\u00e4rtyrerstadt Hiroshima vom 19. bis 21. Mai 2023 wollte Japan die Aufmerksamkeit der Welt auf die nukleare Bedrohung lenken, die durch den Krieg in der Ukraine noch versch\u00e4rft wurde. Diese historische Initiative folgte auf den ehrgeizigen Plan zur nuklearen Abr\u00fcstung, den Japan auf der Konferenz zur \u00dcberpr\u00fcfung des Atomwaffensperrvertrags (NVV) im August 2022 vorgestellt hatte. Aber die schlie\u00dflich von der G7 verabschiedete Erkl\u00e4rung zur Nichtverbreitung von Kernwaffen und zur nuklearen Abr\u00fcstung enth\u00e4lt keine neuen Initiativen, sondern bekr\u00e4ftigt lediglich abgedroschene Dogmen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Allerdings bekr\u00e4ftigt sie die von den f\u00fcnf NVV-Atomwaffenstaaten im Januar 2022 abgegebene Erkl\u00e4rung, da\u00df \u201eein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann und niemals gef\u00fchrt werden darf\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Alles in allem hat der Gipfel ein endloses Kommuniqu\u00e9 hervorgebracht, das die \u00fcbliche Heuchelei der von den USA angef\u00fchrten westlichen M\u00e4chte illustriert, die zwar Friedenserkl\u00e4rungen abgeben, aber Kriege entfesseln, um L\u00e4nder zu zerst\u00f6ren, die sich ihren Vorstellungen nicht unterwerfen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Der Krieg der NATO gegen Ru\u00dfland in der Ukraine<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Heute will dieser Westen auf dem Territorium der ungl\u00fccklichen Ukraine Ru\u00dfland zerst\u00f6ren oder demontieren und damit eine enge Zusammenarbeit zwischen Westeuropa und seinem gro\u00dfen europ\u00e4ischen und asiatischen Nachbarn, in der die Amerikaner eine Bedrohung ihrer Vorherrschaft auf dem Kontinent sehen, verhindern. Wie Youssef Hindi in seinem j\u00fcngsten Buch erkl\u00e4rt, erreicht die tragische Blindheit der Europ\u00e4er, die sich weigern, \u201eAmerikas Krieg gegen Europa\u201c zu sehen, ein unerh\u00f6rtes Ausma\u00df an Heuchelei und sogar Absurdit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Ru\u00dfland hatte wiederholt darauf hingewiesen, da\u00df es nicht l\u00e4nger mit der st\u00e4ndigen Bedrohung durch strategische US-Atomraketen leben k\u00f6nne, die nur wenige Kilometer von seinen Grenzen entfernt stationiert sind, und da\u00df es Ma\u00dfnahmen ergreifen werde, um diese Situation zu \u00e4ndern. In den Jahren 2020 und 2021 vervielfachte Ru\u00dfland seine Vorschl\u00e4ge an den Westen, diese Bedrohung zu beseitigen, und als es keine Antwort erhielt, schlug es schlie\u00dflich im Dezember 2021, als seine Geduld am Ende war, den Vereinigten Staaten und der NATO den Entwurf eines strategischen Vertrags vor, in dem sich beide Seiten verpflichten w\u00fcrden, die jeweils andere Seite nicht mit strategischen Atomwaffen zu bedrohen, die in einem Nachbarland installiert sind. (Eine Anspielung auf die Kubakrise von 1962 zwischen Kennedy und Chruschtschow.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Wieder erhielt Ru\u00dfland keine Antwort, und es k\u00fcndigte am 20. Januar 2022 an, da\u00df es technisch-milit\u00e4rische Ma\u00dfnahmen ergreifen m\u00fcsse, um die Bedrohung zu beseitigen, \u00fcber die die NATO nicht zu diskutieren bereit sei.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Das ist es, was Ru\u00dfland in der Ukraine tut, wo die Vereinigten Staaten und ihre blinden Verb\u00fcndeten einer m\u00e4chtigen Atommacht gegen\u00fcberstehen, die sich auf diese Konfrontation vorbereitet hat und vor Ort zeigt, da\u00df der Westen nicht siegen kann, selbst auf Kosten der \u201eletzten Ukrainer\u201c, die zu Tausenden auf dem Schlachtfeld dezimiert werden. Die Weigerung der Amerikaner, diese Realit\u00e4t anzuerkennen, ist wirklich unrecht, denn sie f\u00fchren dort m\u00f6rderische Operationen durch und sabotieren alle Versuche einer Verhandlungsl\u00f6sung des Konflikts, die von der T\u00fcrkei, Israel, China und Afrika vorgeschlagen wurden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Die Eskalation der Waffenlieferungen l\u00e4\u00dft vermuten, da\u00df die Vereinigten Staaten, die diesen makabren Tanz anf\u00fchren, damit nicht vor den US-Wahlen 2024 aufh\u00f6ren werden, was uns n\u00e4her an die nukleare Schwelle bringt, wo sie nur noch aus Angst vor der Zerst\u00f6rung ihres Landes und des restlichen Planeten aufh\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Die tragische Konfrontation findet weit weg vom amerikanischen Kontinent statt, wo sie sich sicher f\u00fchlen, und bisher wurden nur ein paar S\u00f6ldner get\u00f6tet. Man k\u00f6nnte meinen, da\u00df das \u00dcberschreiten der atomaren Schwelle nur den europ\u00e4ischen Kontinent betreffen w\u00fcrde. Aber das ist nicht der Fall. Diese t\u00f6dliche Waffe f\u00fchrt ebenso wie ihr physischer Proze\u00df faktisch zu einer Spirale der Zerst\u00f6rungskraft, die nicht mehr umkehrbar ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Es hat eine Reihe von Initiativen gegeben, um den Konflikt zu beenden, indem die Aufnahme von Verhandlungen vorgeschlagen wurde &#8211; darunter der Vorschlag von Helga Zepp-LaRouche, den Vatikan als unparteiischen Vermittler zu unterst\u00fctzen. Die spirituelle Autorit\u00e4t des Papstes in der Welt kann die Nationen der Welt dazu bringen, sich auf einen Ansatz zu einigen, der darauf abzielt, in diesen Konflikt, der global geworden ist, etwas Menschlichkeit zu bringen. Diese Initiative ist ebenso ungeh\u00f6rt verhallt wie diejenige Chinas oder j\u00fcngst diejenige der Afrikaner, die vom s\u00fcdafrikanischen Pr\u00e4sidenten vorgestellt wurde. Denn die Vereinigten Staaten verfolgen ihren verr\u00fcckten Traum, die Welt weiterhin zu beherrschen und den Dollar als Weltw\u00e4hrung zu erhalten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Eine neue Geometrie der Machtbeziehungen<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Die Welt organisiert sich jedoch zunehmend, um eine neue Geometrie der Machtbeziehungen aufzubauen, wie eine internationale Konferenz in Teheran am 10. und 11. Mai gezeigt hat, an der Vertreter aus \u00fcber 40 L\u00e4ndern teilnahmen. Die multipolare Welt, die sich herausbildet, respektiert die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t der Staaten und kann eine freie Zusammenarbeit zwischen ihnen aufbauen, jenseits jeglicher Blockideologie, was sie nicht daran hindert, Vereinbarungen zu treffen, die auf gegenseitigen Interessen beruhen, wie die <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">&#8211; chinesische G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative, die 2013 von Pr\u00e4sident Xi Jinping in Kasachstan ins Leben gerufen wurde; <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">&#8211; die BRICS (Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China, S\u00fcdafrika), ein B\u00fcndnis von Schwellenl\u00e4ndern, deren Beitrag zum weltweiten BIP mit 31,5% heute gr\u00f6\u00dfer ist als jener der G7, 30,7% (seit dem Beginn des Ukraine-Krieges sind 25 neue L\u00e4nder BRICS-Beitrittskandidaten geworden); <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">&#8211; die Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SOZ), die auch strategische Aspekte hat; <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">&#8211; und die Eurasische Wirtschaftsunion (EAEU), um nur die wichtigsten zu nennen. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">In diesen Organisationen behalten die Nationen ihre volle Souver\u00e4nit\u00e4t, im Gegensatz zur Europ\u00e4ischen Union, die zu einer Organisation geworden ist, die von Br\u00fcssel aus von nicht gew\u00e4hlten Technokraten gelenkt wird und vom Willen der Bev\u00f6lkerung abgekoppelt ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Welt, gemessen an der Fl\u00e4che, der Bev\u00f6lkerung und den Energieressourcen, organisiert sich gegen die westliche F\u00fchrung der Welt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">In dieser tektonischen Bewegung zur Neugestaltung der Welt k\u00f6nnte Europa eine herausragende Rolle spielen, aber es schlie\u00dft sich selbst aus, indem es sich freiwillig dem Imperium der Vereinigten Staaten unterwirft, wie es der franz\u00f6sische Schriftsteller Etienne de La Bo\u00e9tie in seinem \u201eDiskurs \u00fcber die freiwillige Knechtschaft\u201c aus dem 16. Jahrhundert beschreibt. Als Wiege einer der gr\u00f6\u00dften Zivilisationen der Welt wurde Europa aufgrund seiner christlichen Grundlagen zu einem Leuchtturm der Spiritualit\u00e4t, der philosophischen Aufkl\u00e4rung, der Wissenschaft und der Technologie. Malraux erkl\u00e4rte, da\u00df diese Zivilisation, \u201edie gr\u00f6\u00dfte, die die Menschheit je gekannt hat, auf christlicher Transzendenz aufgebaut war\u201c, sich nun aber in materialistischer Technologie aufgel\u00f6st hat.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Ist eine Wiederbelebung Europas m\u00f6glich?<\/p>\n<p class=\"western\">Dazu m\u00fcssen die Nationen ihre Souver\u00e4nit\u00e4t zur\u00fcckgewinnen, die der einzige legitime Ausdruck des Willens ihrer V\u00f6lker ist, das Fundament, auf dem sie im Laufe der Jahrhunderte aufgebaut wurden, angef\u00fchrt von inspirierten und emblematischen F\u00fchrern, die sie zum Erfolg gef\u00fchrt haben. Diese souver\u00e4nen Staaten k\u00f6nnten sich dann organisieren, um mit ihrem riesigen \u00f6stlichen Nachbarn, der so reich an Ressourcen ist, zusammenzuarbeiten, was ihnen auch eine \u00d6ffnung gegen\u00fcber Asien und insbesondere China bieten w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Aber die geopolitische Logik ist nicht das Vorrecht der Europ\u00e4ischen Union, die von den Vereinigten Staaten k\u00fcnstlich geschaffen wurde, um zun\u00e4chst ein antisowjetisches und dann ein antirussisches Glacis auf dem Kontinent zu sein, dessen erkl\u00e4rtes Ziel es ist, die Nationen in ein seelenloses technokratisches Ganzes aufzul\u00f6sen. Sie kann nicht der Akteur dieses Aufschwungs sein, im Gegenteil, sie ist sein eigentliches Hindernis. Der US-Dollar und der Materialismus eroberten die vom Zweiten Weltkrieg verw\u00fcsteten Westeurop\u00e4er, die in den Vereinigten Staaten den Meister der Weltfreiheit und des wirtschaftlichen Wohlstands sahen, unter dessen Vormundschaft sie sich gerne stellten, und nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Kommunismus \u00fcbte er auf \u201edie L\u00e4nder Osteuropas\u201c die gleiche Faszination aus.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Jetzt hat die falsche amerikanische Kultur mit ihren sozialen Perversionen, die die Familie, das kulturelle Fundament der Gesellschaft, zerst\u00f6ren, den gesamten Kontinent erobert.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Die Bem\u00fchungen von Pr\u00e4sident Macron, eine Wende herbeizuf\u00fchren, wie k\u00fcrzlich in Beijing, sind zwar lobenswert, aber zum Scheitern verurteilt. Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen das Wesen ihrer Souver\u00e4nit\u00e4t wiederentdecken, die sie nicht daran hindert, sich auf Projekte von gemeinsamem Interesse zu einigen &#8211; ganz im Gegenteil.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Es liegt im Interesse der europ\u00e4ischen Nationen und speziell Frankreichs, sich mit den gro\u00dfen Nationen der Welt auf der Grundlage gegenseitiger Interessen abzustimmen und zusammenzuarbeiten, angefangen mit Ru\u00dfland, dessen Energieressourcen f\u00fcr Europa unverzichtbar sind, und mit China, das zur Werkstatt der Welt geworden ist und eine wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit anbietet, die vern\u00fcnftig abgewogen werden mu\u00df. Europa sollte sich den Vereinigten Staaten nicht in dem Krieg anschlie\u00dfen, den die USA gegen China planen, einem Krieg, der nicht der unsere ist und der unseren Interessen schaden w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Gerade Frankreich hat wichtige Interessen im indopazifischen Raum, und wir m\u00fcssen mit China \u00fcber eine gerechte Verteilung unserer Einfl\u00fcsse verhandeln und sogar an gemeinsamen Projekten in der Region arbeiten. China ist dazu bereit, aber nicht die EU. Deshalb hat Pr\u00e4sident Xi Jinping Pr\u00e4sident Macron eingeladen und Ursula van der Leyen, deren Anwesenheit er neben dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten hatte akzeptieren m\u00fcssen, mit traditioneller chinesischer Finesse und Delikatesse gezeigt, da\u00df er nicht an der EU interessiert ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Dank unserer zahlreichen Hochseeterritorien und der damit verbundenen Ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszonen (AWZ) verf\u00fcgen wir Franzosen mit \u00fcber 11 Millionen km<\/span><sup><span lang=\"de-DE\">2<\/span><\/sup><span lang=\"de-DE\"> \u00fcber das gr\u00f6\u00dfte maritime Gebiet der Welt, noch vor den Vereinigten Staaten, und wir m\u00fcssen \u00fcber eine Marine verf\u00fcgen, die in der Lage ist, unsere Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber dieses riesige Gebiet durchzusetzen. Wir m\u00fcssen uns also mit China einigen, um die Grenzen unserer wirtschaftlichen Interessen in den Zonen festzulegen, in denen es legitimerweise von unserer Nachbarschaft betroffen ist. Es hat keinen Sinn, unsere Fregatten ins Chinesische Meer und in die Stra\u00dfe von Taiwan zu schicken, wo wir nichts zu beanspruchen haben, au\u00dfer China unn\u00f6tig zu provozieren, um den Vereinigten Staaten zu gefallen, die ihrerseits hinter unserem R\u00fccken verfahren, wie bei Antony Blinkens \u00c4u\u00dferungen in Peking. Die brutale Aufk\u00fcndigung unserer industriellen und strategischen Abkommen mit Australien im Sommer 2021, ohne Absprache, zugunsten eines strategischen AUKUS-Abkommens zwischen dem Vereinigten K\u00f6nigreich, den Vereinigten Staaten und Australien, sollte uns vor Augen gef\u00fchrt haben, da\u00df ein souver\u00e4nes Frankreich solchen \u201eVerb\u00fcndeten\u201c nicht das geringste Vertrauen entgegenbringen kann.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Verlassen wir uns nicht darauf, da\u00df die EU unsere \u00dcbersee-Interessen verteidigt, die bei den Antipoden bedroht sind.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Schlu\u00dffolgerung<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Das Zentrum der Welt verlagert sich unaufhaltsam nach Osten, und die aufstrebenden M\u00e4chte des Ostens, Afrikas und Lateinamerikas organisieren sich, um ihre internationalen Beziehungen auszubalancieren in einer Welt, in der die Vereinigten Staaten, obwohl sie weiter eine Gro\u00dfmacht sind und zweifellos bleiben werden, nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Vorherrschaft durchzusetzen, sondern die Interessen aller Seiten respektieren m\u00fcssen. Es ist nun klar, da\u00df die Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung &#8211; ob sichtbar oder im Verborgenen &#8211; Ru\u00dfland in seinem Kampf gegen die NATO unterst\u00fctzt, und da\u00df Nationen, die unter der gleichen Feindseligkeit leiden wie Ru\u00dfland, wie insbesondere China, Iran, Syrien und Jemen, die Konsequenzen aus dieser Schw\u00e4chung ziehen, ebenso wie diejenigen, die die Seiten gewechselt haben, wie Saudi-Arabien und mehrere BRICS-L\u00e4nder, wobei Indien und die T\u00fcrkei beide Seiten zu ihrem Vorteil ausspielen, aber mit Ru\u00dfland freundschaftlich verkehren.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Die Welt strebt nach Frieden, auch wenn die Streitigkeiten zwischen den Nationen nicht verschwinden werden, sondern durch Diplomatie und gegenseitige Achtung der Interessen der Konfliktparteien beigelegt werden m\u00fcssen. Die brutalen Kriege der Vereinigten Staaten, die bereits viele L\u00e4nder verw\u00fcstet haben und die Welt weiterhin mit ihren 800 Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten bedrohen, m\u00fcssen aufh\u00f6ren. Der j\u00fcngste Konflikt, den sie in der Ukraine gegen Ru\u00dfland provoziert haben &#8211; indem sie es seit 1997 \u00fcber die NATO-Stationierungen belogen und 2014 mit den falschen Minsker Vereinbarungen erneut belogen haben, mit dem erkl\u00e4rten Ziel, es zu zerst\u00f6ren oder zumindest zu schw\u00e4chen, auf jeden Fall aber von Westeuropa abzuschneiden -, l\u00e4\u00dft darauf schlie\u00dfen, da\u00df sie, wenn sie an der milit\u00e4rischen Front nicht gewinnen k\u00f6nnen, einen Atomkonflikt provozieren wollen, von dem sie f\u00e4lschlicherweise glauben, da\u00df sie ihn auf den europ\u00e4ischen Kontinent beschr\u00e4nken k\u00f6nnen. Wie ich bereits sagte, f\u00fchrt der Einsatz von taktischen Atomwaffen automatisch zu einem thermonuklearen Konflikt, der den Planeten zerst\u00f6ren w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">In einer offiziellen Verlautbarung hatte Putin, der das Risiko dieser Eskalation kennt, als Antwort auf die amerikanischen Erkl\u00e4rungen \u00fcber den m\u00f6glichen Ersteinsatz taktischer Atomwaffen gesagt, er w\u00e4ge diese Bedrohung ab, und auch Ru\u00dfland k\u00f6nne taktische Atomwaffen einsetzen, \u00fcber die es in gr\u00f6\u00dferer Zahl als der Westen verf\u00fcge, er sehe aber keine Notwendigkeit, dies als erster zu tun, und er pr\u00e4zisierte, Atomwaffen seien nur die ultimative Waffe f\u00fcr den Fall, wenn die Existenz des Landes bedroht ist. Westliche Journalisten haben seine Worte, obwohl sie klar waren, absichtlich verzerrt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">Die vern\u00fcnftige Welt mu\u00df sich mobilisieren, um einen Atomkrieg zu verhindern, der automatisch global w\u00e4re. Alle Friedensinitiativen sind bisher von den Vereinigten Staaten abgelehnt worden. Ja, die europ\u00e4ischen L\u00e4nder m\u00fcssen sich mit Lateinamerika, Afrika und Asien zusammentun, um diesem Konflikt ein Ende zu setzen, indem sie seine Ursachen bek\u00e4mpfen. Das ist die Zukunft der Welt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"fr-FR\"><span lang=\"de-DE\">In diesem Zusammenhang scheint die moralische und geistliche Autorit\u00e4t des Papstes, wie von Helga Zepp-LaRouche vorgeschlagen, der beste Vektor zu sein, um diese Friedensbewegung der internationalen Gemeinschaft zu f\u00f6rdern und zu unterst\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>12:30 Uhr &#8211; Mittagspause<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>14:00-16:00 Uhr &#8211; Panel II<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren(Panel2)\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/0QK3ahwH_uU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum es im strategischen Interesse der europ\u00e4ischen Nationen ist, mit dem globalen S\u00fcden zusammenzuarbeiten<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>MODERATOR: Elke Fimmen<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Jacques Cheminade<\/strong>, Pr\u00e4sident Solidarite &amp; Progres: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=0s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=0s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Der Aufstieg des globalen S\u00fcdens gegen geopolitische Bl\u00f6cke\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Der Aufstieg des Globalen S\u00fcdens gegen geopolitische Bl\u00f6cke<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Von Jacques Cheminade<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\"><i>Jacques Cheminade ist Pr\u00e4sident der Partei Solidarit\u00e9 &amp; Progr\u00e8s und kandidierte dreimal f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt in Frankreich. (\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen.)<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Wir sind hier in Stra\u00dfburg versammelt angesichts der Gefahr eines Weltenbrandes, der Gefahr, da\u00df \u201e<\/span><span lang=\"de-DE\"><i>die Menschheit sich eines Tages in einer monstr\u00f6sen Zerst\u00f6rung selbst vernichten wird<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c. Heute erleben wir die ersten Anzeichen eines solchen Brandes in Europa und insbesondere in meinem Heimatland Frankreich.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Razvan Orendovici (Flickr\/cc-by-sa 2.0)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Das 1844 geschaffene Stra\u00dfburger Gutenberg-Denkmal. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">(Gutenberg_Denkmal-Strasbourg)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Gerade in solch tragischen Momenten ist es wichtig, die Hoffnung wiederherzustellen. Deshalb m\u00f6chte ich Ihnen zun\u00e4chst die vier Flachreliefs am Sockel der Gutenberg-Statue zeigen (siehe Abbildung), die nur wenige Gehminuten von hier entfernt (in Stra\u00dfburg) steht. Dieses 1844 geschaffene Werk tr\u00e4gt den Impetus der sozialen Emanzipation f\u00fcr alle V\u00f6lker der Welt in sich. Sie werden Europa, Asien, Afrika und Amerika sehen, \u00fcberall werden wir unserem Anteil an der Menschheit gerecht. Sie werden Schiller und Franklin finden, Konfuzius und R\u00e2m Mohan Roy, Erasmus von Rotterdam, Mahmud II. und Abb\u00e9 Gr\u00e8goire. R\u00e2m Mohan Roys politischer und geistiger Erbe war die aus dem indischen Bengalen stammende Familie Tagore, und im 20. Jahrhundert ist Rab\u00eendran\u00e2th Tagore der vollendetste Ausdruck dieses Erbes. Xi Jinping zitierte in seiner Rede auf dem 23. Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SOZ) am 4. Juli \u201e<\/span><span lang=\"de-DE\"><i>den gro\u00dfen indischen Dichter Rab\u00eendran\u00e2th Tagore: ,Der Ozean der Gefahr, des Zweifels und der Verleugnung, der die kleine Insel der Gewi\u00dfheit des Menschen umgibt, fordert ihn heraus, das Unbekannte zu wagen. Wir m\u00fcssen dem Ruf unserer Zeit zum Handeln folgen<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">.\u2018\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Inmitten des Sturms, hier und jetzt, ist dies der Aufruf, den wir von den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens und Ostens h\u00f6ren. An dem 23. SOZ-Gipfel nahmen Modi, Xi Jinping und Putin, Vertreter ostasiatischer L\u00e4nder, Pakistan und das neue SOZ-Mitglied Iran per Videokonferenz teil. Im Mittelpunkt der Gespr\u00e4che standen die Sicherheit, die Achtung der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t und der Wunsch, den Handel schrittweise in nationalen W\u00e4hrungen statt in Dollar abzuwickeln.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Insgesamt waren Vertreter von \u00fcber 40% der Weltbev\u00f6lkerung anwesend. Nimmt man die Mitglieder der BRICS+ hinzu, so handelt es sich um mehr als 66% der Weltbev\u00f6lkerung und, gemessen am Sozialprodukt in Kaufkraftparit\u00e4t, praktisch um den gleichen Prozentsatz in Bezug auf die Produktion von Sachg\u00fctern. Offensichtlich sind die westlichen L\u00e4nder proportional in der Minderheit. Dieses Umkippen der Welt ist kein partielles oder vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen, sondern eine globale Entwicklung.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Es ist eine Frage von Leben und Tod &#8211; der Kampf zwischen der malthusianischen, herrschs\u00fcchtigen Finanzoligarchie, die unsere westlichen L\u00e4nder besetzt h\u00e4lt, und denjenigen, die \u00fcberzeugt sind, da\u00df die menschliche Gattung ein Recht auf Entwicklung hat, das von Lazare Carnot proklamierte Recht, \u201e<\/span><span lang=\"de-DE\"><i>alle Individuen der menschlichen Gattung zur W\u00fcrde des Menschen zu erheben<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens haben klar erkannt, da\u00df das Dumping von Falschgeld durch die Zentralbanken der G7-Staaten zur Anh\u00e4ufung von fiktivem Kapital in Form von Schulden und Finanztiteln gef\u00fchrt hat, zum Nachteil ihrer V\u00f6lker und Produzenten. Sie haben verstanden, da\u00df dieser Neoliberalismus, der mit milit\u00e4rischen Mitteln und physischen Drohungen organisiert und gesch\u00fctzt wird, sie in die Falle der st\u00e4ndigen Verschuldung lockt. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Sie haben begriffen, da\u00df der \u201eLiberalismus\u201c des Washingtoner Konsenses, der ihnen die Freiheit der Finanzf\u00fcchse in ihren immer kleineren St\u00e4llen auferlegt, nicht mehr gilt, sobald es notwendig ist, \u00f6ffentliche Gelder abzuzweigen, um die Besitzt\u00fcmer der Finanzoligarchie zu retten oder willk\u00fcrlich die Verm\u00f6genswerte derjenigen einzufrieren, die sich ihr widersetzen. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Sie haben begriffen, da\u00df der ihnen zugef\u00fcgte Schaden, der Abbau ihrer sozialen Dienste und \u00f6ffentlichen Sektoren, nicht aus Versehen oder Unachtsamkeit erfolgte, sondern mit dem bewu\u00dften Ziel, sie auszubeuten. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Sie haben verstanden, da\u00df sie Opfer einer manipulierten Wirtschaft sind, in der der Dollar militarisiert und als Kriegswaffe auf sie gerichtet ist. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Daher ist es nicht verwunderlich, da\u00df sie besorgt sind, und Wladimir Putin auf dem St. Petersburger Forum, das gerade vom 14. bis 17. Juni stattfand, sagt: \u201e<\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Heute werden rund 90% des Handels innerhalb der Mitgliedsl\u00e4nder der Eurasischen Wirtschaftsunion in Rubel abgewickelt, und 86% des Handels mit China wird in Rubel und Yuan abgewickelt. Das bedeutet, da\u00df das sch\u00e4dliche neokoloniale internationale System nicht mehr existiert.<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Es sollte nicht \u00fcberraschen, da\u00df ihnen das russisch-chinesische B\u00fcndnis, das am 4. Februar 2022 eingeweiht wurde, als positive Option und als Chance erscheint, der transatlantischen Zwangsjacke zu entkommen. Und wenn Xi Jinping von der <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201egemeinsamen Zukunft der Menschheit\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> spricht, sehen sie, da\u00df China, ohne ihnen mehr oder weniger heuchlerische Moralpredigten zu halten, Br\u00fccken, Eisenbahnen, D\u00e4mme oder H\u00e4fen baut, und sehen so, da\u00df den Worten Taten folgen. Selbst wenn das Erreichte unvollkommen ist, ist es f\u00fcr sie besser, etwas zu haben als das \u201ewestliche\u201c Fast-Nichts.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">In diesem Sinne wandten sich der s\u00fcdafrikanische Pr\u00e4sident Cyril Ramaphosa, der brasilianische Pr\u00e4sident Lula und der chinesische Premier Li Qiang auf dem Gipfel f\u00fcr einen Neuen globalen Finanzpakt, der am 22. Juni 2023 in Paris stattfand, jeweils an Emmanuel Macron und kritisierten die bestehenden Finanzinstitutionen und die \u00dcberreste der Bretton-Woods-Ordnung. Lula zerri\u00df seine vorbereitete Rede, verurteilte die <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eUngleichheiten<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c in der F\u00fchrung der internationalen Finanzinstitutionen und forderte eine neue Ordnung, die \u201e<\/span><span lang=\"de-DE\"><i>den Bestrebungen der Welt entspricht<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Diese L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens, so wird uns gesagt, seien nicht vereint und h\u00e4tten kein gemeinsames Projekt. Zweifellos, aber sie haben eine gemeinsame Ablehnung. Sie haben verstanden, da\u00df die westlichen Regierungen der Entwicklung Chinas mi\u00dftrauisch gegen\u00fcberstehen, weil sie in geopolitischen Kategorien von Freund und Feind denken und diejenigen f\u00fcrchten, die ihre Privilegien in Frage stellen. Bei der wachsenden Zahl internationaler Treffen, \u00fcber die die westlichen Medien so wenig berichten, werden Verbindungen au\u00dferhalb des Dollarsystems organisiert, das nicht einmal mehr eine amerikanische W\u00e4hrung ist, sondern das einer Finanzoligarchie, die \u00fcber eine Marktwirtschaft ohne Markt herrscht. Das Schiller-Institut begr\u00fc\u00dft diese Entwicklung als einen grundlegenden Schritt auf dem Weg zum Frieden durch gemeinsame Entwicklung.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">F\u00fcr diejenigen unter Ihnen, die es nicht wissen, weil es von der Art ist, \u00fcber die westliche Medien nicht berichten, erkl\u00e4rte der russische Wirtschaftswissenschaftler Sergej Glasjew, Integrationsminister der Eurasischen Wirtschaftsunion, der jetzt die Umsetzung der Entdollarisierung organisiert, am 8. September 2022: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eEs sind die von Lyndon LaRouche verfochtenen Prinzipien der physischen \u00d6konomie, die heute das chinesische Wirtschaftswunder untermauern und die Grundlage der indischen Wirtschaftsentwicklungspolitik bilden.\u201c<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">F\u00fcr diejenigen, die es nicht wissen: Helga Zepp-LaRouche, Pr\u00e4sidentin und Gr\u00fcnderin des Internationalen Schiller-Instituts, ist Lyndon LaRouches Ehefrau. Das bedeutet, da\u00df der lange Kampf, den wir gef\u00fchrt haben und weiter f\u00fchren, im Namen von LaRouches Konzept einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik gef\u00fchrt wird: die Erh\u00f6hung des Potentials f\u00fcr eine relative wirtschaftliche Dichte, eine begr\u00fc\u00dfenswerte Politik, die im Prinzip antimalthusianisch ist. LaRouches Konzept, das auf der menschlichen F\u00e4higkeit beruht, neue physikalische Prinzipien zu erkennen, die angewandt werden in Form von Technologien, die mit weniger physischem Aufwand mehr produzieren, geht hinaus \u00fcber die kurzfristigen Erscheinungen jener <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eSinnesorgane, denen die F\u00e4higkeit zu denken fehlt und die sich von \u00e4u\u00dferen Dingen besessen machen lassen\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">, wie Mencius, der geistige Erbe des Konfuzius, betont. Er f\u00fcgt hinzu: \u201eSolange wir beginnen, das Gro\u00dfe zu bauen, wird die Kleinheit in uns nicht \u00fcberwiegen.\u201c <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Das setzt nat\u00fcrlich die langfristige Vision voraus, die uns heute in unserer \u201eWelt des Geldes\u201c, der W\u00e4hrung und des unmittelbaren Scheins fehlt. H\u00f6ren wir auf Tagore in seiner Religion des Menschen, vor oder vielleicht auch nach seinem Dialog mit Einstein: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eVon allen Gesch\u00f6pfen lebt nur der Mensch in einer grenzenlosen Zukunft. Unsere Gegenwart ist nur ein Teil von ihr. Ideen, die noch nicht geboren sind, Gedanken, die noch nicht geformt sind, regen unsere Vorstellungskraft mit einer Beharrlichkeit an, die sie f\u00fcr unsere Intelligenz noch realer macht als die Dinge um uns herum.\u201c<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Vor diesem Hintergrund haben sieben afrikanische L\u00e4nder ihre Delegation von Vermittlern im Ukraine-Konflikt zusammengestellt. <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eWir sind nicht als Bittsteller hier, wir werden nicht den einen oder anderen Kriegsteilnehmer um einen Gefallen bitten\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">, erkl\u00e4rte Cyril Ramaphosa, <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201ewir wollen wichtige Akteure auf der Weltb\u00fchne sein.\u201c<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Der \u201eS\u00fcden\u201c mischt sich also direkt und unabh\u00e4ngig in die Angelegenheiten des \u201eNordens\u201c ein, au\u00dferhalb der NATO. Unter der Schirmherrschaft Chinas erneuern Saudi-Arabien und der Iran ihre diplomatischen Beziehungen, am 26. und 27. Juli findet in St. Petersburg ein afrikanisch-russisches Gipfeltreffen statt, Indien verwendet chinesische Yuan und sogar VAE-Dirham, um \u00d6l von Ru\u00dfland zu kaufen, und selbst [der franz\u00f6sische \u00d6lkonzern] Total schlie\u00dft einen Vertrag zwischen den Emiraten und China ebenfalls in Yuan ab. Emmanuel Macron bem\u00fcht sich um eine Einladung zum 15. BRICS-Gipfel, der vom 22. bis 24. August in Johannesburg stattfinden wird, aber das Mitgliedsland Ru\u00dfland ist der Meinung, da\u00df er dort als <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eAnh\u00e4nger der NATO-Linie\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> nichts zu suchen hat. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Der Aufstieg des Globalen S\u00fcdens ist eine Chance f\u00fcr den Frieden<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Die Welt ver\u00e4ndert sich und wird multilateral. Die f\u00fchrenden Politiker des Westens werden sich dieser Tatsache langsam bewu\u00dft. Von ihnen ist kein Schritt in Richtung Frieden in der Welt zu erwarten, denn seine Grundlagen zu akzeptieren, hie\u00dfe der Vorherrschaft der Oligarchie, der sie dienen, ein Ende zu setzen. Es ist also der Aufstieg des Globalen S\u00fcdens, der eine Chance f\u00fcr den Frieden au\u00dferhalb der Logik der Bl\u00f6cke bietet. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Wir haben gesehen, wie sich dies entwickelt, und wie notwendig es f\u00fcr uns Europ\u00e4er ist, diesen Aufstieg zu verfolgen und seine Ursachen zu verstehen. Aber das ist nat\u00fcrlich nicht genug. Wir m\u00fcssen unsere eigene nationale Souver\u00e4nit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit wiederentdecken, gest\u00e4rkt durch dieses Beispiel. Dies ist das erste der Zehn Prinzipien, die die Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts f\u00fcr unsere \u00dcberlegungen vorschl\u00e4gt. Es erfordert nicht nur einen Richtungswechsel in der Politik unserer L\u00e4nder, sondern auch einen Wandel in uns selbst. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Frankreich, ja sogar die europ\u00e4ischen L\u00e4nder allein k\u00f6nnen die Richtung einer Welt nicht \u00e4ndern, die sich unter Bergen von Falschgeld und immer zerst\u00f6rerischeren Waffen selbst zerst\u00f6rt. Wir m\u00fcssen uns auf diesen planetarischen S\u00fcden st\u00fctzen, damit wir nicht l\u00e4nger die Lieblinge einer tragischen Fratze bleiben und eine \u201eKriegswirtschaft\u201c uns erst zum Krieg f\u00fchrt &#8211; ein Krieg, der die nukleare Schwelle unserer Selbstzerst\u00f6rung \u00fcberschreiten wird, wenn wir die Wurzeln, die zu ihm f\u00fchren, nicht ausrotten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Das bedeutet, da\u00df wir gemeinsam die neue Architektur des Friedens durch gegenseitige Sicherheit und Entwicklung definieren m\u00fcssen, die die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens zu Recht fordern. Das ist eine Kraft, ohne die wir angesichts der ineinandergreifenden Produktions- und Wertsch\u00f6pfungsketten der heutigen westlichen L\u00e4nder die Richtung nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen. Diese Stimme sollte mein Land [Frankreich] zusammen mit China, der SCO und den BRICS in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen tragen! Wir haben weniger Ausreden als andere, denn wir sind das einzige Land in Westeuropa, das keine amerikanischen St\u00fctzpunkte hat und noch einige Zeit \u00fcber eine unabh\u00e4ngige milit\u00e4rische und zivile Nuklearindustrie verf\u00fcgen wird. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Um einen k\u00fcnftigen Krieg zwischen den Bl\u00f6cken zu vermeiden, selbst wenn wir der gegenw\u00e4rtigen Bedrohung entgehen, m\u00fcssen wir die wirtschaftliche, politische und kulturelle Ausrichtung aller L\u00e4nder der atlantischen Welt \u00e4ndern: indem wir unseren V\u00f6lkern begreiflich machen, da\u00df sie in unseren Staaten den gleichen Schaden erleiden wie den, aus dem die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens sich zu befreien versuchen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Weltb\u00fcrger, vereinigt euch! Dies setzt jedoch voraus, da\u00df wir uns bem\u00fchen, unsere Neugier und unsere Vorstellungskraft anzuregen, um das Unbekannte zu erforschen, ohne die Faszination von Gewalt oder Unterwerfung: die F\u00e4higkeit eines jeden B\u00fcrgers, dem kollektiven Interesse Vorrang vor dem pers\u00f6nlichen Interesse einzur\u00e4umen, damit die Fortschritte im Weltwissen, die Ausdruck unserer Souver\u00e4nit\u00e4t sind, zu einer h\u00f6heren Ebene f\u00fchren k\u00f6nnen, auf der das Zusammenfallen von Gegens\u00e4tzen zur Aufl\u00f6sung der Dissonanzen wird. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">Das ist es, was ich dachte, als ich, hin und her gerissen zwischen der franz\u00f6sischen und der argentinischen Kultur, in meiner Kindheit auf das [Sternbild] Kreuz des S\u00fcdens blickte, um ein Jenseits zu finden, das beide umfa\u00dft, ohne eine von beiden zu verraten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\">La\u00dft uns das Unbekannte wagen, damit die Sch\u00f6nheit der Welt nicht zerst\u00f6rt wird! <\/span><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Julio Miguel de Vido<\/strong>, ehemaliger Minister f\u00fcr Bundesplanung, \u00f6ffentliche Investitionen und Dienstleistungen (2003-2015) w\u00e4hrend der Regierungen von Nestor und Cristina Kirchner, Argentinien: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=1343s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=1343s\" target=\"_blank\">\u201e<em>Planung f\u00fcr Integration, Zusammenarbeit und Wachstum mit den BRICS: Fehltritte und Risiken\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Planung f\u00fcr Integration, Zusammenarbeit und Wachstum mit den BRICS: <br \/>Fehler und Risiken<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Julio Miguel de Vido<\/p>\n<p class=\"vor\">Julio de Vido war Bundesminister f\u00fcr Planung, \u00f6ffentliche Investitionen und Dienstleistungen (2003-2015) in Argentinien in den Regierungen von Nestor und Cristina Kirchner.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte meinen Vortrag mit dem Titel \u201ePlanung f\u00fcr Integration, Zusammenarbeit und Wachstum mit den BRICS: Fehltritte und Risiken\u201c beginnen, indem ich zun\u00e4chst dem Schiller-Institut, Helga Zepp-LaRouche und Dennis Small f\u00fcr die Ehre danke, zu dieser Konferenz eingeladen worden zu sein.<\/p>\n<p>Ich habe mir einige Gedanken gemacht \u00fcber das Arbeitspapier von Dennis Small und Mary Jane Freeman mit dem Titel \u201eEinige grundlegende Lehren von Lyndon LaRouche f\u00fcr den \u00dcbergang zu einem neuen Weltfinanzsystem\u201c.<sup>1<\/sup> Hier ist mein Beitrag zu diesen \u00dcberlegungen.<\/p>\n<p>Das Verschwinden des globalen Finanzsystems, wie wir es heute kennen, h\u00e4ngt vom Erfolg der BRICS ab, die als M\u00f6glichkeit gedacht sind, eine Plattform f\u00fcr die interkontinentale Integration von Volkswirtschaften zu schaffen, die paradoxerweise als Vorteil gro\u00dfe nat\u00fcrliche Ressourcenreserven und eine entscheidende Rolle in der globalen Versorgungskette (Energie, Nahrungsmittel, Wasser und Artenvielfalt) haben; und als Nachteil, da\u00df sie real oder potentiell sehr m\u00e4chtige Volkswirtschaften zusammenbringen, aber sehr ungleiche. Ein einfacher Blick auf die soziale Landschaft vieler dieser L\u00e4nder liefert den Beweis f\u00fcr diese Asymmetrien.<\/p>\n<p>Daher bin ich der Ansicht, da\u00df es neben der Agenda, ehrlich zu sein und zum Krieg zwischen der Ukraine und Ru\u00dfland Stellung zu beziehen, und der Agenda der Vorherrschaft selbst, die die Abh\u00e4ngigkeit vom Weltfinanzsystem (dank Organisationen wie der NATO) aufrechterh\u00e4lt, notwendig ist, diese Plattform f\u00fcr die Integration, die die BRICS darstellen, mit Blick auf und unter Ber\u00fccksichtigung der souver\u00e4nen Ansichten dieser L\u00e4nder aufzubauen und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit, zu Handelsbeziehungen und Definitionen in au\u00dfenpolitischen Fragen, die damit einhergehen, zu verbinden.<\/p>\n<p>Wir befinden uns heute in einem \u201eempfindlichen Gleichgewicht\u201c.<\/p>\n<p>Es gibt viele unter uns, die der Notwendigkeit einer neuen Art der Beteiligung an den Institutionen der Global Governance zustimmen, insbesondere unter den L\u00e4ndern, die eine gemeinsame Geschichte des Kampfes gegen Imperialismus, Kolonialismus, Ausbeutung und Unterentwicklung teilen. Aber es gibt viele Fehltritte und Risiken, wenn die Au\u00dfenpolitik und die Eingliederungsstrategien in ihrer Charakterisierung nicht klar und unberechenbar sind. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen die Vereinbarungen und Verpflichtungen zur Vertretung des sogenannten \u201eGlobalen S\u00fcdens\u201c innerhalb der einzelnen L\u00e4nder \u2013 derjenigen, die heute die BRICS bilden, und derjenigen, die wie Argentinien diesem Block beitreten wollen \u2013 ausgewogen und fest sein.<\/p>\n<p>Der historische Moment und der Kontext sollten uns heute ermutigen.<\/p>\n<p>Dennis Small schreibt: \u201eDie einzige M\u00f6glichkeit, den Konflikt von Argentinien, Brasilien und den BRICS mit dem IWF dauerhaft zu l\u00f6sen, besteht darin, Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative in der Region aktiv voranzutreiben. \u201eDie Bagger m\u00fcssen loslegen\u201c und mit dem Bau des langerwarteten Biozeanischen Eisenbahnkorridors quer durch den Kontinent beginnen, und das auf der Grundlage milliardenschwerer Kreditlinien, die nicht in Dollar ausgestellt sind.\u201c<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier daran erinnern, da\u00df Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Uruguay und Venezuela \u2013 damals unter der F\u00fchrung von N\u00e9stor Kirchner, Evo Morales, Lula da Silva, Rafael Correa, Nicanor Duarte Frutos, Tabar\u00e9 V\u00e1zquez und Hugo Ch\u00e1vez \u2013 im Jahr 2007 die Gr\u00fcndungsurkunde der Banco del Sur (Bank des S\u00fcdens) unterzeichnet haben, deren Ziel es ist, die wirtschaftliche und soziale Integration der Mitgliedsl\u00e4nder der UNASUR (Union S\u00fcdamerikanischer Nationen) zu entwickeln, zu f\u00f6rdern und zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung dieser Bank des S\u00fcdens war Teil der gemeinsamen Verpflichtung, eine neue regionale Finanzarchitektur zu schaffen. Es war eine M\u00f6glichkeit, zu verhindern, da\u00df nationale Ersparnisse in h\u00f6her entwickelte Volkswirtschaften abflie\u00dfen, anstatt in regionale Projekte investiert zu werden. In gewisser Weise war es f\u00fcr uns ein erster Schritt, um aus der damaligen Finanz- und Handelsglobalisierung auszusteigen und um Investitionen wiederzubeleben, Asymmetrien zu korrigieren und eine integrierende Infrastruktur zu entwickeln. Kurz gesagt: Das Ziel war es, die Verwundbarkeit unserer Region gegen\u00fcber dem Ausland zu mildern.<\/p>\n<p>Leider m\u00fcssen wir heute feststellen, da\u00df der regionale Block UNASUR gescheitert ist. Der nicht kooperative technisch-administrative \u00dcberbau in den ersten Jahren des Bestehens von UNASUR hat mit seinem Z\u00f6gern die T\u00fcr f\u00fcr eine Neuordnung der Kr\u00e4fte ge\u00f6ffnet, die sich bis 2011 aufgrund der politischen Ver\u00e4nderungen in der Region auf den Integrationsproze\u00df und nat\u00fcrlich auf das Projekt der Bank auswirkte.<\/p>\n<p>Die Bem\u00fchungen und der politische Wille vieler von uns, die \u00fcber Erfahrungen in der Regierungsverwaltung verf\u00fcgen, die Hegemonie der USA zu brechen und sich voll und ganz auf den Multilateralismus und eine Ver\u00e4nderung der internationalen Ordnung einzulassen, m\u00fcssen darauf abzielen:<\/p>\n<p><b><i>Erstens: Definieren, was wir unter dem Globalen S\u00fcden verstehen.<\/i><\/b> Ich halte es f\u00fcr notwendig, das Thema anzusprechen. Heute kennen wir das Potenzial der G7, deren Anteil an der Weltbev\u00f6lkerung gering ist (10%) und deren wirtschaftliche Gr\u00f6\u00dfe 31% des weltweiten BIP betr\u00e4gt. Wir kennen das Potenzial der BRICS, die einen hohen Bev\u00f6lkerungsanteil (40% der Weltbev\u00f6lkerung) und eine wirtschaftliche Gr\u00f6\u00dfe von 24% (gemessen am Welt-BIP) aufweisen. Die offene Frage ist, wie ihr geopolitisches Gewicht einzusch\u00e4tzen ist, um gemeinsame Positionen in Bezug auf das Funktionieren der Weltpolitik und der Weltwirtschaft festzulegen, um zu der G7, die heute die Industriel\u00e4nder umfa\u00dft, durch die BRICS, die sich aus L\u00e4ndern zusammensetzt, die sich aufgrund der Unterwerfung unter die \u201eVorschriften\u201c der multilateralen Kreditinstitute in einer politischen und wirtschaftlichen Krise zu befinden scheinen, ein Gegengewicht zu schaffen.<\/p>\n<p><b><i>Zweitens: Dringend die gemeinsamen Schwachstellen der Volkswirtschaften des globalen S\u00fcdens angehen.<\/i><\/b> Wir haben gesehen, da\u00df die sogenannte Agenda 2030, die die Vereinten Nationen als Teil der Weltordnung auferlegt haben, in diesen L\u00e4ndern als Fehlschlag gewertet wird. Ich spreche von Armut, Ungleichheit und Klimawandel. Wie in der Agenda dargestellt, wurde die \u201enachhaltige Entwicklung\u201c \u00fcbertrieben. Infolgedessen und um ein Beispiel zu nennen: Der Extraktivismus als grundlegendes Instrument f\u00fcr die Konzentration von Reichtum, der die Entwicklung einschr\u00e4nkt, und auch f\u00fcr den Export nat\u00fcrlicher Ressourcen, der in meinem Land ein Weg ist, Dollar zu erhalten, um die Schulden beim IWF zu bezahlen, sind eindeutig sehr gef\u00e4hrliche Handlungsweisen unter Mi\u00dfachtung der nachhaltigen Entwicklung (\u00f6kologisch und sozial).<\/p>\n<p>Diese Anerkennung der Realit\u00e4t innerhalb der L\u00e4nder sollte die Plattform sein, von der aus die BRICS auf den globalen wirtschaftlichen Aufschwung hinarbeiten, den wir von dort aus anf\u00fchren wollen, um diese aufstrebenden Volkswirtschaften auf den Weg der Entwicklung und der Selbstversorgung zu bringen. Zusammen mit der Art von Vorschl\u00e4gen, die in diesem Forum analysiert werden, wird uns dies die Definition einer Neuen Weltordnung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ein solcher Vorschlag lautet \u2013 um Small und Freeman zu zitieren, wenn sie die Notwendigkeit einer neuen W\u00e4hrung aufzeigen:<\/p>\n<p>\u201eIn der neuen W\u00e4hrung m\u00fcssen produktive Kredite ausgegeben werden, um gro\u00dfe Entwicklungsprojekte in und zwischen den teilnehmenden L\u00e4ndern zu finanzieren, wobei der Schwerpunkt auf Wissenschaft und fortgeschrittenen Technologien liegen mu\u00df, um die physischen Volkswirtschaften schnell anzukurbeln und damit die einzig m\u00f6gliche solide Grundlage f\u00fcr den Wert und die Stabilit\u00e4t der neuen W\u00e4hrung zu schaffen.\u201c<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund m\u00fcssen wir eine neue internationale Ordnung ins Leben rufen, die wirklich inklusiv, gerecht, fair und nachhaltig ist; die es erm\u00f6glicht, Reformen in den Bereichen Energie, Verkehr und Infrastruktur zu vereinbaren und zu planen, die gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Investitionen der BRICS in die Volkswirtschaften ihrer Partnerl\u00e4nder zu t\u00e4tigen, um das Wachstum der lokalen Industrie in jedem von ihnen zu erm\u00f6glichen, sowie eine echte Verbesserung der Indikatoren der Leitlinien der Agenda 2030 und eine kontinuierliche Verbesserung des Au\u00dfenhandels und des Marktzugangs.<\/p>\n<p>Kurzfristig mu\u00df die BRICS-Plattform den Mitgliedsl\u00e4ndern dabei helfen, ihre Schulden bei den multilateralen Kreditinstituten zu begleichen, indem sie das Wachstum jedes einzelnen Landes, die Schaffung echter Arbeitspl\u00e4tze und die Verbesserung der Lebensbedingungen ihrer Einwohner unterst\u00fctzt; und langfristig m\u00fcssen neue Finanzierungsmechanismen au\u00dferhalb dieser Institutionen und der Mandate der Vereinigten Staaten und ihrer Verb\u00fcndeten geschaffen werden.<\/p>\n<p>Meines Erachtens ist dies der Weg, um die neue Weltwirtschaftsagenda auf den Weg zu bringen, so da\u00df das Weltfinanzsystem, wie wir es heute kennen, verschwindet und die BRICS ein Gegengewicht in der globalen Geopolitik unter den Bedingungen des Respekts des Westens f\u00fcr den sogenannten \u201eGlobalen S\u00fcden\u201c schaffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p>1. Siehe <a href=\"https:\/\/solidaritaet.com\/neuesol\/2023\/28\/weltfinanzsystem.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEinige grundlegende Lehren von Lyndon LaRouche f\u00fcr den \u00dcbergang zu einem neuen Weltfinanzsystem\u201c<\/a>, <i>Neue Solidarit\u00e4t<\/i> 28\/2023.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Dr. Do\u011fu Perin\u00e7ek<\/strong>, Vorsitzender der Vatan-Partei, T\u00fcrkiye: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=1966s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=1966s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8222;Die entscheidende Bedeutung der<br>Allianz zwischen der T\u00fcrkei, Russland, dem Iran und China am Rande des Eintritts in die eurasische \u00c4ra &#8222;<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Patricia Lalonde<\/strong>, ehemalige Abgeordnete des Europ\u00e4ischen Parlaments, assoziierte Forscherin am Institut Prospective et S\u00e9curit\u00e9 en Europe (IPSE): <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=2642s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=2642s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Syrien, Grund zur Hoffnung\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Syrien, Grund zur Hoffnung&#8230;<\/p>\n<p class=\"western\">Von Patricia Lalonde<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-US\"><span lang=\"de-DE\"><i>Patricia Lalonde ist ehemaliges Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments, Vizepr\u00e4sidentin von Geopragma und Forscherin am <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Institut Prospective et S\u00e9curit\u00e9 en Europe <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i>(IPSE).<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Seit sieben Jahren steht das syrische Volk hinter seinem Pr\u00e4sidenten Baschar el Assad und sieht sich einem Angriffskrieg gegen\u00fcber, der von den drei westlichen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats inszeniert und von einer Koalition unterst\u00fctzt wird, die sich \u201eFreunde Syriens\u201c nennt (120 Mitglieder im Jahr 2001, ein Dutzend im April 2012).<\/p>\n<p class=\"western\">Es war ein uneingestandenes, aber voll und ganz akzeptiertes B\u00fcndnis mit den Islamisten. 400.000 mehr oder weniger gem\u00e4\u00dfigte Dschihadisten str\u00f6mten aus allen Ecken herbei, um als \u201eStellvertreter\u201c des Westens an diesem \u201eheiligen Krieg\u201c teilzunehmen&#8230; All das nat\u00fcrlich im Namen der \u201eMenschenrechte\u201c im Gefolge des Arabischen Fr\u00fchlings, der im Wahn des \u201eRegimewechsels\u201c Demokratie bringen sollte&#8230;<\/p>\n<p class=\"western\">Die syrische Armee hat viereinhalb Jahre lang tapfer durchgehalten, nat\u00fcrlich mit Hilfe ihrer regionalen Verb\u00fcndeten und der von der syrischen Regierung geforderten Intervention Ru\u00dflands, die die Situation umkehrte und im September 2015 den Beginn des R\u00fcckzugs dieser islamistischen bewaffneten Banden markierte.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Jahr 2018 sollte den politischen und milit\u00e4rischen Sieg von Baschar el Assad markieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese unglaubliche Niederlage des Westens gegen die syrische Armee hat dazu gef\u00fchrt, da\u00df sich das syrische Volk hinter seinen Pr\u00e4sidenten gestellt hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich bin gerade von einer Reise nach Damaskus und Umgebung zur\u00fcckgekehrt, die von der Vereinigung France Syria organisiert wurde und bei der wir mit zivilen und religi\u00f6sen Beh\u00f6rden, Diplomaten, dem Kulturminister, humanit\u00e4ren Helfern und Journalisten zusammengetroffen sind. Alles, was wir gesehen und geh\u00f6rt haben, erregte bei uns einerseits Emp\u00f6rung \u00fcber das Leid des syrischen Volkes, andererseits volle Bewunderung f\u00fcr dieses stolze Volk.<\/p>\n<p class=\"western\">Das syrische Volk ist in der Tat unglaublich widerstandsf\u00e4hig und stolz darauf, Widerstand geleistet und gesiegt zu haben. Die M\u00e4nner und Frauen, die wir treffen konnten, waren alle von h\u00f6chster Qualit\u00e4t und Kompetenz und haben offen ihre Meinung gesagt.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir waren beeindruckt von ihrer religi\u00f6sen Toleranz. Denn das syrische Volk hat gelitten: 500.000 Tote, zwei Millionen Verwundete und Kr\u00fcppel, sechs Millionen Vertriebene, die auf die Stra\u00dfe geworfen wurden. Und nat\u00fcrlich nicht zu vergessen die Opfer des Erdbebens vom Januar dieses Jahres.<\/p>\n<p class=\"western\">Damaskus wurde komplett wieder aufgebaut: die Umayyaden-Moschee, die Kirchen, das Damaskus-Museum &#8211; alles wurde neu gestaltet und l\u00e4\u00dft uns den Terror vergessen, den die von den Islamisten gejagten Christen erlebt haben.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese armen Nonnen, die mehrere Monate lang von Daesh (ISIS) entf\u00fchrt worden waren und sich in Maloola trafen, waren Zeugen davon. Die Stadt ist sauber. In den Stra\u00dfen machen viele Generatoren den Stromausfall wett.<\/p>\n<p class=\"western\">Syrien ist wieder der Herr seines Schicksals.<\/p>\n<p class=\"western\">Italien und Griechenland haben ihre Botschaften wieder er\u00f6ffnet, und mit Deutschland und Spanien sind Gespr\u00e4che im Gange. Es ist zu hoffen, da\u00df Frankreich diesem Beispiel folgen wird, denn der Weg nach Damaskus k\u00f6nnte f\u00fcr unsere k\u00fcnftigen Beziehungen zum Nahen Osten unverzichtbar und notwendig werden. Die Wiederaufnahme des Landes in die Arabische Liga, trotz des anf\u00e4nglichen Widerwillens einiger L\u00e4nder wie Katar, markiert den Beginn einer neuen \u00c4ra f\u00fcr Syrien, ob es dem Westen gef\u00e4llt oder nicht.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Europ\u00e4ische Union, ein schlechter Verlierer, zuckte zusammen, und unsere franz\u00f6sische Au\u00dfenministerin Catherine Colonna wagte es, eine Erkl\u00e4rung abzugeben, in der sie die Entscheidung anprangerte&#8230; aber niemand schenkte ihr noch Beachtung. Das historische Abkommen zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Saudi-Arabien unter der Schirmherrschaft Pekings war ein weiterer Schock f\u00fcr den Westen.<\/p>\n<p class=\"western\">Seitdem haben sich die Ereignisse \u00fcberschlagen: Unmittelbar danach wurde eine chinesische Delegation in Damaskus empfangen, um \u00fcber den Wiederaufbau zu sprechen; im Oman wurden Geheimverhandlungen zwischen Syrern und Amerikanern aufgenommen, ein Beweis f\u00fcr die Verwirrung der Amerikaner und ihre Angst, im Nahen Osten abgel\u00f6st zu werden. Der Abzug der ausl\u00e4ndischen und vor allem der amerikanischen Truppen steht zweifellos im Mittelpunkt der Verhandlungen.<\/p>\n<p class=\"western\">Iran, Ru\u00dfland und die Arabische Liga dr\u00e4ngen der Region nun ihre Agenda auf. Auch im benachbarten Libanon \u00fcberschlagen sich die Ereignisse. Die Hisbollah, mit der man inzwischen rechnen mu\u00df, verhandelt mit Saudi-Arabien \u00fcber die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Wahl von Sleiman Franjie, einem Kandidaten f\u00fcr die bevorstehenden Wahlen, der sich f\u00fcr eine dringend ben\u00f6tigte Auss\u00f6hnung mit dem syrischen Regime einsetzt.<\/p>\n<p class=\"western\">Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident war zun\u00e4chst daf\u00fcr, aber es scheint, da\u00df er unter Druck geraten ist. Und die Entsendung unseres ehemaligen Au\u00dfenministers Jean-Yves Le Drian d\u00fcrfte die Lage auch nicht gerade erleichtern. Aber ohne die Wahl eines neuen Pr\u00e4sidenten im Libanon abzuwarten, versuchen Damaskus und Beirut die Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Beweis daf\u00fcr ist das Treffen zwischen dem f\u00fcr syrische Vertriebene zust\u00e4ndigen Minister und seinem libanesischen Amtskollegen, der f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zust\u00e4ndig ist, in Damaskus. Sie einigten sich darauf, zu versuchen, die durch syrische Fl\u00fcchtlinge verursachte schwere Krise in Libanon zu \u00fcberwinden. Es wurde vereinbart, eine erste Welle von 180.000 Fl\u00fcchtlingen so schnell wie m\u00f6glich zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Europ\u00e4ische Union hatte sich unnachgiebig bem\u00fcht, die R\u00fcckkehr der Syrer in ihr Heimatland zu verhindern, und es vorgezogen, ihnen im Libanon Hilfe zu leisten.<\/p>\n<p class=\"western\">W\u00e4hrend die L\u00e4nder der Arabischen Liga und China beim Wiederaufbau des Landes helfen werden, geht die Europ\u00e4ische Union z\u00f6gernd vor, um sicherzustellen, da\u00df die humanit\u00e4re Hilfe nicht \u00fcber das syrische Regime l\u00e4uft, und zieht es vor, ihren \u201eDeal\u201c mit der islamistischen HTC (Hayat Tahir al Sham) in der Provinz Idlib fortzusetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Der UN-Sonderbeauftragte f\u00fcr Syrien, Martin Griffith, der (nebenbei bemerkt) auch Sonderbeauftragter f\u00fcr den Jemen war, als der unter einer der schlimmsten humanit\u00e4ren Krisen litt, k\u00e4mpft bei der UNO daf\u00fcr, da\u00df diese Hilfe \u00fcber die T\u00fcrkei in den Nordwesten Syriens gelangt, ohne \u00fcber die Beh\u00f6rden in Damaskus zu laufen. Dabei leben die meisten<\/p>\n<p class=\"western\">Syrer in den Regionen, f\u00fcr die diese zust\u00e4ndig ist, und brauchen Hilfe.<\/p>\n<p class=\"western\">\u201eHumanit\u00e4re\u201c Heuchelei!<\/p>\n<p class=\"western\">Die Sanktionen, die seit Beginn des Krieges gegen Syrien verh\u00e4ngt wurden und trotz des Erdbebens fortbestehen, wirken sich auf die syrische Bev\u00f6lkerung aus. China fordert eine Verst\u00e4rkung der humanit\u00e4ren Hilfe und die Aufhebung der illegalen Sanktionen gegen Syrien. Wir hatten Gelegenheit, in Damaskus einen jungen Amerikaner zu treffen, der Leiter einer NRO ist, deren Ziel es ist, die Sanktionen zu umgehen und das Geld direkt an die syrischen Beh\u00f6rden weiterzuleiten.<\/p>\n<p class=\"western\">Einige L\u00e4nder, wie Italien und Griechenland, haben sich nicht an die europ\u00e4ischen Anweisungen gehalten.<\/p>\n<p class=\"western\">Arch\u00e4ologen stehen bereit, um dieses unglaubliche Erbe wieder zum Leben zu erwecken. Palmyra wurde wiederaufgebaut. Eine Delegation australischer Bisch\u00f6fe besucht derzeit Gottesh\u00e4user und arch\u00e4ologische St\u00e4tten in Aleppo.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df die europ\u00e4ischen L\u00e4nder in ihrer Haltung zu Syrien gespalten sein werden, w\u00e4hrend gute Beziehungen zu Syrien das Tor zu den Beziehungen zum Nahen Osten und zum Globalen S\u00fcden sind.<\/p>\n<p class=\"western\">Von Frankreich hoffen wir, da\u00df es sich pl\u00f6tzlich der Fehler bewu\u00dft wird, die es gemacht hat, und der Zeit, die es verschwendet hat. Die syrischen Offiziellen, die wir getroffen haben, waren sich einig: Sie wollen keine Rache f\u00fcr unsere Zur\u00fcckweisung.<\/p>\n<p class=\"western\">Das syrische Volk will, da\u00df die Tortur ein Ende hat; es will sein Land wieder aufbauen.<\/p>\n<p class=\"western\">Einige europ\u00e4ische L\u00e4nder sowie L\u00e4nder der arabischen Welt er\u00f6ffnen wieder ihre Vertretungen in Damaskus und richten Kooperationsbudgets ein, w\u00e4hrend Frankreich nur noch einen franz\u00f6sischen Vertreter f\u00fcr Syrien hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir d\u00fcrfen uns nicht taub und blind stellen, wenn sich im regionalen Umfeld des Landes alles ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Die internationale Gemeinschaft hat sich in zwei Gruppen von Feinden gespalten, die sich gegenseitig \u201eaussp\u00e4hen\u201c und sich in einer globalen Konfrontation miteinander messen: der Westen, dominant und selbstbewu\u00dft, eine sehr kleine Minderheit, und auf der anderen Seite der Rest des Planeten, die gro\u00dfe Mehrheit der V\u00f6lkergemeinschaft, die versucht, ihren rechtm\u00e4\u00dfigen Platz einzunehmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Syrien hat sich einen Platz im Feld der Sieger erobert und wird sich f\u00fcr den Wiederaufbau in erster Linie an sie wenden, aber auch an die reuigen arabischen L\u00e4nder und einige europ\u00e4ische L\u00e4nder, die ihre Beziehungen nicht abgebrochen haben: die Tschechische Republik, Rum\u00e4nien, Bulgarien, Ungarn, Zypern, Italien und Griechenland.<\/p>\n<p class=\"western\">Frankreichs Beziehungen zu Damaskus und zum Nahen Osten k\u00f6nnten uns davor bewahren, im Lager der Arroganz zu verharren, in einer Zeit, in der die Welt mehr denn je Bescheidenheit und Solidarit\u00e4t braucht, um die zahlreichen Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, die sich aus der weltweiten Armut und den durch den Klimawandel verursachten Umw\u00e4lzungen ergeben.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Zeit l\u00e4uft ab, und Syrien, das nach dem Ersten Weltkrieg, als das Osmanische Reich zerfiel, unter franz\u00f6sischem Mandat stand, ist im Begriff, zum Dreh- und Angelpunkt des Nahen Ostens und der arabischen Welt zu werden. Es wird endlich in der Lage sein, seinen Platz im Herzen der Geschichte einzunehmen. Lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen, uns wieder mit ihr zu verbinden.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Dora Muanda<\/strong>, Lehrerin, Biologin, wissenschaftliche Leiterin der Kinshasa Science and Technology Week, Demokratische Republik Kongo: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=3482s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=3482s\" target=\"_blank\">\u201e<em>Die Menschheit und Afrika brauchen die Wissenschaft\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die Menschheit und Afrika brauchen die Wissenschaft<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Dora Muanda<\/p>\n<p class=\"vor\">Dora Muanda ist Lehrerin und Biologin sowie wissenschaftliche Leiterin der Kinshasa Science and Technology Week in der Demokratischen Republik Kongo.<\/p>\n<p>Die Menschheit braucht Afrika, Afrika braucht die Wissenschaft, und ich m\u00f6chte hinzuf\u00fcgen: die Wissenschaft braucht Frauen.<\/p>\n<p>Nicht, da\u00df es in Afrika keine Wissenschaft g\u00e4be; nicht, da\u00df es keine Frauen in der Wissenschaft g\u00e4be. Aber in beiden F\u00e4llen gibt es nicht genug von ihnen, und in beiden F\u00e4llen mangelt es an Sichtbarkeit. Der Beweis ist, da\u00df weniger als ein Prozent aller wissenschaftlichen Produktionen und Ver\u00f6ffentlichungen weltweit aus afrikanischen L\u00e4ndern stammen.<\/p>\n<div class=\"fr w400 mb20 ml20 i\">\u00a0<\/div>\n<p>Aber die Gesundheits-, Umwelt- und Klimakrise zeigen deutlich, wie komplex und miteinander verbunden die Herausforderungen sind. Unabh\u00e4ngig davon, wie gro\u00df die Herausforderung f\u00fcr die Menschheit ist, brauchen wir alle Perspektiven m\u00f6glicher L\u00f6sungen. Auf die Erfahrung, das Wissen und das Know-how des s\u00fcdlichen Teils des Planeten zu verzichten, ist ein Luxus, den wir uns einfach nicht mehr leisten k\u00f6nnen, wenn wir nachhaltige L\u00f6sungen schaffen wollen, in der sich alle Menschen entwickeln k\u00f6nnen. Wenn wir die Vision haben, die sich hinter dem Wort \u201eEntwicklung\u201c verbirgt, m\u00fcssen wir erkennen, da\u00df Wissenschaft und Technologie nach wie vor ein m\u00e4chtiger Hebel f\u00fcr den Aufstieg einer Nation sind. Im Jahr 2023 wird sich jede Nation, die ihre Technologien nicht beherrscht, selbst ins Bein schie\u00dfen.<\/p>\n<p>Was kann man konkret tun, insbesondere, wenn man zu der dreifachen Minderheit geh\u00f6rt, n\u00e4mlich Afrikanerin, Schwarze und Wissenschaftlerin zu sein?<\/p>\n<p>Mein Name ist Dora Muanda, und ich leite die Wissenschafts- und Technologiewoche in der Demokratischen Republik Kongo. Dies hier (<i>Abb. 1<\/i>) ist das Logo der Veranstaltung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"w400 bo aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/logo-wissenschaft-technologie.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<p>Wir haben diese Veranstaltung zusammen mit meiner Kollegin Raissa Malu gegr\u00fcndet, einer der wenigen kongolesischen Physikerinnen. Wir beschlossen, die Wissenschafts- und Technologiewoche der DRK ins Leben zu rufen, weil wir von dort kommen. Wir trafen uns in Belgien, wo ich aufgewachsen bin. Ich wurde im Kongo geboren und kehre f\u00fcr das Wissenschaftsfestival regelm\u00e4\u00dfig dorthin zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Idee wurde aus einer simplen Beobachtung heraus geboren: Wissenschaftsunterricht im Kongo ist auf allen Ebenen immer noch \u00fcberwiegend vortragsbasiert. Daher mu\u00dften wir einen Weg finden, die Sch\u00fcler zum Hantieren und Experimentieren zu bringen. Hier sind ein paar Bilder, wie wir das in Kinshasa tun (<i>Abb. 2, 3<\/i>).<\/p>\n<p><div class=\"one-half\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"w400 mt20 mb10 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/muanda2-schueler.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<p><\/div><br \/><div class=\"one-half last\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"w400 mt10 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/muanda3-schueler.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<p><\/div><div class=\"clearfix\"><\/div><\/p>\n<p>Das Ziel der Wissenschaftswoche ist es, eine wissenschaftliche Kultur unter der kongolesischen Jugend zu schaffen und den Abstand zu den Welten der Wissenschaft, der akademischen Welt und der Unternehmen zu \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p>Das Format eines Wissenschaftsfestivals ist ganz praktisch angelegt, weil es nicht nur diejenigen erreicht, die noch zur Schule gehen. Die Lehrer k\u00f6nnen ihre Sch\u00fcler mitbringen, und wir versorgen sie mit Materialien. Wir bringen sie dazu, Experimente zu machen, und wir besch\u00e4ftigen uns nicht nur mit Wissenschaft.<\/p>\n<p>Um ehrlich zu sein. Wissenschaftler werden oft daf\u00fcr kritisiert, da\u00df sie nicht wissen, wie sie ihre Arbeit vermitteln k\u00f6nnen. Deshalb bringen wir ihnen einerseits bei, wie man wissenschaftliche Experimente aufbaut, doch dann m\u00fcssen sie ein wissenschaftliches Poster erstellen und in der Lage sein, ein komplexes Prinzip auf einfache Weise und in kurzer Zeit zu erkl\u00e4ren \u2013 und das f\u00fcr verschiedene Zielgruppen, denn wir haben Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Universit\u00e4t, die das Wissenschaftsdorf besuchen. Die Sch\u00fcler, die wir ausbilden, m\u00fcssen also mehr k\u00f6nnen als nur an Experimenten zu hantieren, sie m\u00fcssen auch an ihren \u201eweichen F\u00e4higkeiten&#8220; (<i>Soft Skills)<\/i> in der Kommunikation arbeiten.<\/p>\n<p>Die Idee dieses Wissenschaftsfestivals ist es, das schulische Lernen und die Qualit\u00e4t des Unterrichts zu st\u00e4rken. Und zweitens war es f\u00fcr uns wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem Wissenschaftler aus ihren Labors herauskommen und \u00fcber ihre Arbeit sprechen k\u00f6nnen. Denn solange kongolesische Wissenschaftler, von denen es einige gibt, nicht kommunizieren und ver\u00f6ffentlichen, k\u00f6nnen wir nicht wissen und verstehen, da\u00df es sie gibt und was sie tun.<\/p>\n<p>Es ist sehr kompliziert, staatliche F\u00f6rdermittel f\u00fcr Forschung und Innovation zu erhalten, wenn Wissenschaftler keine R\u00e4ume, keine \u201eFenster\u201c haben, um den B\u00fcrgern und Politikern zu kommunizieren, was sie tun, und wenn es keine M\u00f6glichkeiten gibt, Br\u00fccken zur Wirtschaft zu bauen, wird es f\u00fcr die Politik noch schwieriger, stark in diese Bereiche zu investieren.<\/p>\n<p>Es war daher sehr wichtig f\u00fcr uns, einen Raum f\u00fcr Experimente f\u00fcr Sch\u00fcler und deren Lehrer und gleichzeitig einen Raum f\u00fcr Kommunikation und Information f\u00fcr unsere Wissenschaftler anzubieten.<\/p>\n<p>In den zehn Jahren unserer T\u00e4tigkeit haben wir fast 60.000 Besucher empfangen. Diese Zahlen konnten wir erreichen, weil wir mit dem Ministerium f\u00fcr Primar-, Sekundar- und Technische Bildung sowie mit dem kongolesischen Forschungsministerium zusammenarbeiten. Auf diese Weise k\u00f6nnen sie die Schulen so organisieren, da\u00df sie zu festgelegten Stunden zum Wissenschaftsdorf kommen, soda\u00df wir den Besucherstrom reibungslos steuern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unser Modell sieht vor, da\u00df wir jedes Jahr eine Gruppe von mindestens 50 Studenten ausbilden, und w\u00e4hrend der Veranstaltung bilden diese von uns ausgebildeten Studenten ihrerseits die Gastsch\u00fcler aus. Denn wir glauben an unser Label \u201eTeaching by doing\u201c (Lehren, indem man es tut). Wir glauben, da\u00df wir mehr bewirken k\u00f6nnen, wenn die Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, die mit ihren Lehrern und Lehrerinnen ins Wissenschaftsdorf kommen, selbst sehen, da\u00df es Kinder aus ihrer Generation sind, Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen wie sie, die Wissenschaft betreiben, sie meistern und Spa\u00df daran haben. Das entmystifiziert die Vorstellung, Wissenschaft sei etwas weit Entferntes und Elit\u00e4res. Jeder kann Zugang zu ihr haben. Und es hilft dabei, \u201eVorbilder\u201c zu schaffen. Man kann nicht werden, was man nicht visualisieren kann. Wenn man ins Internet geht, sieht man, da\u00df die meisten Videos von Wissenschaftlern von Wei\u00dfen stammen, es gibt mehr wei\u00dfe M\u00e4nner, die Wissenschaft erkl\u00e4ren, als Frauen. Schwarze Frauen, die auf <i>YouTube<\/i> Wissenschaft erkl\u00e4ren, sind eine Seltenheit. Es ist also wichtig, diese Vorbilder zu schaffen, damit unsere Kinder sehen k\u00f6nnen, da\u00df die Wissenschaft eine Gemeinschaft ist, zu der sie Zugang haben. Sie k\u00f6nnen dazugeh\u00f6ren, sie haben ein Recht darauf.<\/p>\n<h3>Fernsehen und Radio<\/h3>\n<p>Apropos Repr\u00e4sentativit\u00e4t: W\u00e4hrend der COVID-Pandemie mu\u00dften wir unser Modell \u00fcberdenken. Wir konnten keine Wissenschaftswoche in Anwesenheit veranstalten, deshalb produzierten wir popul\u00e4rwissenschaftliche Videos, um weiter wissenschaftliche Inhalte zu verbreiten. Also produzierten wir diese Videoclips und stellten sie auf unseren <i>Youtube<\/i>-Kanal,<sup>1<\/sup> um die Sichtbarkeit schwarzer Forscher im Internet zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Als es soweit war, stellten wir fest, da\u00df ein weiteres Problem darin bestand, da\u00df man eine Internetverbindung braucht, um diese Videos auf <i>Youtube<\/i> anzusehen \u2013 und Internetanschl\u00fcsse sind sehr teuer. Um dieses Problem zu umgehen, haben wir uns wieder mit dem Bildungsministerium zusammengetan, damit unsere Clips tags\u00fcber im Fernsehen ausgestrahlt wurden, wenn die Sch\u00fcler zu Hause waren.<\/p>\n<p>Als wir das organisiert hatten, stellten wir fest, da\u00df es auch nicht unbedingt in jedem Haus einen Fernseher gab. Wir konnten also ein bestimmtes Milieu nicht erreichen. Von da an versuchten wir, Unterricht in Form von Podcasts zu produzieren. Das waren kleine Wissenschaftsgeschichten, die im Radio gesendet wurden. Denn in jeder Gemeinde, selbst in der \u00e4rmsten, gibt es mindestens ein Radio. So konnten wir auch die schw\u00e4chsten Gemeinschaften mit wissenschaftlichen Sendungen erreichen.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Zahlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir haben rund 60.000 Besucher empfangen.<\/li>\n<li>Wir haben 400 Studenten ausgebildet. Das sind die Zahlen vom letzten Jahr. Im April fand gerade unsere zehnte Veranstaltungsrunde statt. Der Bericht ist noch nicht online, wird aber in K\u00fcrze erscheinen, die Zahlen sind also inzwischen noch h\u00f6her.<\/li>\n<li>Jedes Jahr haben wir 17 Ausbilder, die wir im Vorfeld schulen und die uns dann bei der Betreuung der Sch\u00fcler helfen, die an der Wissenschaftswoche teilnehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir haben etwa hundert Aussteller eingeladen. Mit anderen Worten: Unternehmer, Leute, die in Kinshasa ihr eigenes Gesch\u00e4ft haben, aber manchmal wei\u00df niemand davon. Es mag seltsam klingen, aber wenn man hier (in Europa) etwas braucht, kann man es in die <i>Google<\/i>-Suchmaschine eingeben. In Kinshasa gibt es absolut alles, nur wei\u00df niemand, wo! Es ist Mundpropaganda, entweder man wei\u00df es oder nicht, aber es ist nicht so einfach, alles zu finden, was man sucht. Das Wissenschaftsfestival bietet daher ein Fenster zum Privatsektor.<\/p>\n<p>Wir haben internationale Redner eingeladen, um unsere Wissenschaftler mit Wissenschaftlern aus anderen L\u00e4ndern ins Gespr\u00e4ch zu bringen, und wir haben drei landesweite Wettbewerbe organisiert. Die Idee ist, die Kreativit\u00e4t unserer Sch\u00fcler, unserer Kinder, unserer Jugend zu f\u00f6rdern, indem wir sie dazu bringen, Wissenschaft und Technologie zu nutzen.<\/p>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 i\">\n<div class=\"fr w600 p12 r n\">\u00a9 Investing In People ASBL<\/div>\n<img decoding=\"async\" class=\"w600 bo aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/muanda4-posterwettbewerb.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 i\" style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 4: Eingereichte Beitr\u00e4ge des Posterwettbewerbs, davor die Organisatorinnen Raissa Malu (links) und Dora Muanda<\/em><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 i\">.<\/div>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 i\"><img decoding=\"async\" class=\"w600 mt20 bo aligncenter\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images26\/muanda5-teilnehmer.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 i\" style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 5: Teilnehmer der Wissenschafts- und Technologiewoche.<\/em><\/div>\n<p>Der erste Wettbewerb, den wir veran\u00adstaltet haben, war ein wissenschaftlicher Posterwettbewerb. Alle Provinzen des Kongo wurden aufgefordert, ein wissenschaftliches Poster zu erstellen. Sie konnten sich mit einem lokalen Problem befassen, einem Problem, das sie in ihrer Umgebung sahen, z.B. Bodernerosion oder Plastik oder die Bewirtschaftung des Kivu-Sees, und eine L\u00f6sung vorschlagen und diese in Form eines wissenschaftlichen Posters aufschreiben. Sie mu\u00dften ihre Ideen begr\u00fcnden, und wir hatten Banken als Sponsoren, so da\u00df wir die Ideen der jungen Leute zu einem lokalen Problem und die L\u00f6sungen, die sie daf\u00fcr finden wollten, unterst\u00fctzen konnten. Das ist ein Beispiel f\u00fcr einen von uns organisierten Wettbewerb (<i>Abbildung 4<\/i>).<\/p>\n<p>In diesem Jahr haben zw\u00f6lf der 26 Pro\u00advin\u00adzen teilgenommen. In diesen zw\u00f6lf Pro\u00advin\u00adzen erkl\u00e4rten sich die jungen Leute bereit, in ihren Gemeinden wissen\u00adschaft\u00adliche Aktivit\u00e4ten zu organisieren. Da wir uns nicht vervielf\u00e4ltigen k\u00f6nnen, orga\u00adni\u00adsieren wir das von Kinshasa aus. So schaffen wir eine Gemeinschaft junger Menschen, die in ihren eigenen Gemein\u00adden die Wissenschaft verbreiten und die wissenschaftliche Kultur f\u00f6rdern (<i>Abbildung 5<\/i>).<\/p>\n<p>Junge Menschen f\u00fcr die Wissenschaft zu begeistern, bedeutet, da\u00df wir die Chance haben, innovationsf\u00e4hige B\u00fcrger hervorzubringen. Wer w\u00e4re besser geeignet als Afrikaner und generell Einheimische, um innovative L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme zu finden, mit denen sie als erste konfrontiert werden?<\/p>\n<p>Wenn wir wollen, da\u00df die Demokratische Republik Kongo eines Tages eine Rolle auf der Weltb\u00fchne spielt, dann wird das nicht zuf\u00e4llig geschehen. Es ist eine Aufgabe, die wir als Gesellschaft, als Nation, mit einer langfristigen Vision organisieren m\u00fcssen. Es ist ein Plan, der bewu\u00dft erstellt werden mu\u00df, durch den \u00f6ffentlichen Sektor, den privaten Sektor und nat\u00fcrlich auf politischer Ebene.<\/p>\n<p>Die Menschheit braucht Afrika, und damit meine ich nicht nur den afrikanischen Kontinent mit seinen Bodensch\u00e4tzen. Die Menschheit braucht Afrika: Ich spreche von den Afrikanern. Die Menschheit braucht die Afrikaner und ihre Perspektiven f\u00fcr die globalen Herausforderungen.<\/p>\n<p>Die Afrikaner m\u00fcssen durch Bildung, Wissenschaft und Technologie in sich selbst investieren, und verzeihen Sie, wenn ich darauf bestehe \u2013 die Wissenschaft braucht die Perspektiven der Frauen \u2013 damit die Welt von morgen nicht weiter f\u00fcr die n\u00f6rdliche H\u00e4lfte gerechter ist als f\u00fcr die s\u00fcdliche, sondern gerecht f\u00fcr die ganze Menschheit auf der ganzen Erde.<\/p>\n<h3>Eine Hausaufgabe<\/h3>\n<p>Ich bin Lehrerin, und ich verlasse Sie nicht ohne eine kleine Hausaufgabe. Die erste Zelle der Menschheit sind Ihre Familien. Wenn Sie Gro\u00dfeltern sind und manchmal Probleme mit irgend etwas haben, das einen Bildschirm oder ein Pa\u00dfwort hat, dann rufen Sie nicht einfach nur Ihren Enkel, damit er kommt und das Problem l\u00f6st, wenn es geht \u2013 beziehen Sie auch Ihre Enkelin mit ein! Denn wenn Sie sich nur an die Jungen wenden, um Probleme mit Routern, Wifi, Tablets usw. zu beheben, sendet das unbewu\u00dft die Botschaft an die M\u00e4dchen, da\u00df sie f\u00fcr diese Gemeinschaft technikbegeisterter Forscher \u201enicht geeignet\u201c sind. Z\u00f6gern Sie also nicht, Ihre T\u00f6chter und Enkelinnen einzubeziehen, wenn es um kleine technische Probleme geht.<\/p>\n<p>Wenn Sie Eltern von Kindern im schulpflichtigen Alter sind, die oft Hausaufgaben, Recherchen und Pr\u00e4sentationen machen m\u00fcssen, z\u00f6gern Sie nicht, sie zu ermutigen, aus ihrer Komfortzone herauszutreten. Haben Sie schon einmal daran gedacht, eine afrikanische Pers\u00f6nlichkeit vorzustellen? Eine afrikanische Forscherin oder einen afrikanischen Forscher? Das ist eine \u00dcbung, die ich gerne in meinen Klassen durchf\u00fchre, die in Belgien oft buntgemischt sind, und jedes Mal, wenn ich sie zum Beispiel auffordere, eine Arbeit \u00fcber einen Wissenschaftler aus dem Land ihrer Eltern anzufertigen, bekomme ich immer die gleiche Antwort: \u201eMadame, in meinem Land gibt es keine Wissenschaft.\u201c Was f\u00fcr eine traurige Aussage!<\/p>\n<p>Der Weg, die Sichtweise der Welt zu \u00e4ndern, besteht also darin, unsere Kinder zu ermutigen, ein wenig \u00fcber die wissenschaftlichen Inhalte hinauszublicken, die sie in der Schule lernen. Das ist eine Pflicht, die beginnt, sobald man nach Hause kommt.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p>1. Siehe <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/@InvestingInPeopleASBL\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/@InvestingInPeopleASBL<\/a><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Herve Machenaud<\/strong>, ehemaliger Exekutivdirektor der EDF-Gruppe (Technik und Erzeugung) und ehemaliger Direktor der Niederlassung Asien-Pazifik, Frankreich: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=4530s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=4530s\" target=\"_blank\">\u201e<em>Die Geschichte der franz\u00f6sisch-chinesischen Zusammenarbeit am Beispiel der Kernenergie\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Franz\u00f6sisch-chinesische Zusammenarbeit f\u00fcr den Frieden: <br \/>das Beispiel der Kernkraft<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Herv\u00e9 Machenaud<\/p>\n<p class=\"vor\">Herv\u00e9 Machenaud war Produktionsleiter des franz\u00f6sischen Stromversorgers \u00c9lectricit\u00e9 de France (EDF). Er \u00fcbermittelte die folgende Videobotschaft. (\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen).<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Botschafter, sehr geehrte Frau Pr\u00e4sidentin, sehr geehrte Vorsitzende, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,<\/p>\n<p>ich bin besonders erfreut und dankbar, vom Schiller-Institut eingeladen worden zu sein, um \u00fcber ein Projekt zu sprechen, das ich, bei aller Objektivit\u00e4t, f\u00fcr eines oder sogar das beste Kooperationsprojekt der internationalen Industriegeschichte halte. Ich spreche von der Zusammenarbeit zwischen Frankreich und China auf dem Gebiet der zivilen Kernkraft.<\/p>\n<p>In den fr\u00fchen 1980er Jahren wurde Frankreich von China ausgew\u00e4hlt, um dem Land beim Start seines Atomprogramms zu helfen. Der 1986 unterzeichnete Vertrag \u00fcber den Bau des Daya-Bay-Kraftwerks war ein Pakt des Vertrauens zwischen Frankreich und China, zwischen EDF und GNPJVC, der zu diesem Zweck gegr\u00fcndeten Guangdong Nuclear Corporation.<\/p>\n<p>Ein Pakt des Vertrauens, denn neben der Ausbildung dutzender chinesischer Ingenieure, die nach Frankreich kamen, um in den EDF-Kraftwerken zu arbeiten, hat China die EDF gebeten, das Projekt zu leiten und seinen erfolgreichen Abschlu\u00df zu garantieren. Ich bin stolz darauf, der erste technische Leiter des chinesischen Unternehmens gewesen zu sein.<\/p>\n<p>Ein Pakt des Vertrauens, denn sehr schnell wurden die etwa hundert hochqualifizierten chinesischen Ingenieure, die unsere Praktiken beobachten, \u00fcberwachen und hinterfragen sollten, auf ihren Wunsch hin in die Ingenieurteams von EDF integriert. Wir waren nicht mehr unter Beobachtung, sondern Partner, ein wirklich integriertes Team.<\/p>\n<p>Ein Pakt des Vertrauens, denn wenn die EDF nach zehn Jahren Betrieb des Kraftwerks Gravelines, der Referenzanlage von Daya, Nachr\u00fcstungen vorgenommen hat, bietet sie der GNPJVC ohne zu z\u00f6gern an, die 110 Modifikationen zu \u00fcbernehmen \u2013 die unsch\u00e4tzbare Frucht des in Hunderten von Jahren erworbenen Know-hows. China wird diese Geste zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n<p>Als weiteren Akt des Vertrauens hat GNPJVC kurz vor der Inbetriebnahme von Daya Bay die EDF gebeten, die Verantwortung f\u00fcr die ersten Betriebsjahre zu \u00fcbernehmen. EDF schickte daraufhin etwa sechzig Mitarbeiter, um die Anlage in Betrieb zu nehmen und die chinesischen Teams zu schulen, die innerhalb weniger Jahre die Leitung ihrer Anlage \u00fcbernehmen sollten.<\/p>\n<p>1995, gerade als Daya Bay in Betrieb ging, bestellte die CGNPC eine zweite Anlage nach franz\u00f6sischem Vorbild am selben Standort. Die EDF sollte technische Hilfe leisten und franz\u00f6sische Unternehmen sollten als Zulieferer auftreten, aber Ling Ao wird ein chinesisches Kraftwerk sein, das unter chinesischer Verantwortung von chinesischen Unternehmen gebaut wird. China hat seine Autonomie in diesem Bereich erlangt.<\/p>\n<p>Dies wird einer engen Zusammenarbeit zwischen franz\u00f6sischen und chinesischen Betreibern nicht im Wege stehen: Erfahrungsaustausch, Ersatzteile, Unterst\u00fctzung bei Zwischenf\u00e4llen&#8230; Daya Bay und Ling Ao nehmen an Leistungswettbewerben f\u00fcr franz\u00f6sische Kraftwerke teil und gewinnen h\u00e4ufig den ersten Preis. Diese Zusammenarbeit zwischen den Betreibern der 56 franz\u00f6sischen Reaktoren und der 36 chinesischen Reaktoren der gleichen Technologie wird noch heute fortgesetzt.<\/p>\n<p>Im Jahr 2007 lud CGN Frankreich ein, zwei EPR-Reaktoren am Standort Taishan zu bauen, und die EDF sollte weitere Investitionen vornehmen. Diese in der Geschichte Chinas einzigartige Vereinbarung wurde f\u00fcr die f\u00fcnfzigj\u00e4hrige Lebensdauer der Anlage unterzeichnet.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt war 2013 die Verpflichtung von CGN gegen\u00fcber EDF, zwei EPRs in Hinkley Point im Vereinigten K\u00f6nigreich zu bauen und zu betreiben, mit der Aussicht, zwei weitere Anlagen in Sizewell und zwei HPRs, das chinesische Hualong-Modell, in Bradwell zu bauen.<\/p>\n<p>Diese Zusammenarbeit wird ein Jahrhundert dauern.<\/p>\n<p>Die Partnerschaft zwischen Frankreich und China gipfelte in der Reise von Premier Li Keqiang nach Frankreich Ende Juni 2015, bei der die gemeinsame Erkl\u00e4rung zur Vertiefung der franz\u00f6sisch-chinesischen Zusammenarbeit im Bereich der zivilen Kernenergie bekr\u00e4ftigt wurde. Sie sieht eine umfassende Zusammenarbeit \u201evom Bergbau bis zur Wiederaufbereitung\u201c in allen Betriebsbereichen, die Konzeption neuer Mittel- und Hochleistungsreaktoren, deren Bau in China, Frankreich und Drittl\u00e4ndern, die Vereinigung von Industriellen aus beiden L\u00e4ndern und den Bau einer Wiederaufbereitungsanlage in China vor. Alle franz\u00f6sischen Unternehmen, angefangen mit AREVA und Alstom, und die rund hundert Mitglieder des Verbandes Partenariat France Chine Electricit\u00e9 (PFCE) sind an diesem Abkommen beteiligt, das immense Perspektiven er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Das gegenseitige Vertrauen hat seinen H\u00f6hepunkt erreicht.<\/p>\n<p>Die industrielle Allianz zwischen Frankreich, das \u00fcber die weltweit gr\u00f6\u00dfte Betriebserfahrung mit KKWs verf\u00fcgt, und China, das das gr\u00f6\u00dfte Atomprogramm der Geschichte aufbauen wird, ist ein Gewinn f\u00fcr beide L\u00e4nder und dar\u00fcber hinaus f\u00fcr die Sicherheit und den Fortschritt der Atomenergie weltweit.<\/p>\n<p>Diese historische Partnerschaft ist das Ergebnis der Arbeit von M\u00e4nnern und Frauen, die auf ein gemeinsames Projekt gesetzt und sich gegenseitig ihr Vertrauen geschenkt haben. Heute sind sie durch freundschaftliche Bande verbunden.<\/p>\n<p>In einem so strategischen Bereich wie der Kernenergie ist eine solche Partnerschaft ein Grundstein f\u00fcr die Zusammenarbeit und den Frieden zwischen V\u00f6lkern und Nationen.<\/p>\n<p>Und wenn diese Zusammenarbeit heute unter dem Einfluss verschiedener negativer Einfl\u00fcsse etwas geschw\u00e4cht ist, so hoffen wir, dass sie wiederbelebt wird. Ihre Grundlagen sind nach wie vor intakt, und sie ist sicherlich nicht nur im gegenseitigen Interesse unserer beiden L\u00e4nder, sondern auch ein Beitrag zu Fortschritt und Frieden in der Welt.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p>&#8211; <strong>Alain Gachet<\/strong>, Wasserspezialist, Pr\u00e4sident von Radar Technologies International (RTI), Erfinder des Watex-Verfahrens (Water Exploration) zur Lokalisierung von Grundwasserleitern per Satellit: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=5076s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=0QK3ahwH_uU&amp;t=5076s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Wasser f\u00fcr Frieden und Entwicklung\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong> Panel III<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren(Panel3)\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/c4C5q7x227k?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Friedensbewegung weltweit \u00fcber Parteigrenzen hinweg. Der besondere Fall der Vereinigten Staaten. Die Rolle des Vatikans und des globalen S\u00fcdens<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>MODERATOR: Claudio Celani<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Harley Schlanger<\/strong>, Stellv. Ratsvorsitzender des Schiller-Instituts, USA: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=0s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=0s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Kennedys Vision des Friedens\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8211; <\/em><strong>S. E. M. Donald Ramotar<\/strong>, ehemaliger Pr\u00e4sident von Guyana (2011-2015), ehemaliger Parlamentsabgeordneter (1992-2011) und Generalsekret\u00e4r der People&#8217;s Progressive Party (PPP), Gewerkschaftler: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=1234s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=1234s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Die Menschen der Welt m\u00fcssen ihre Stimme erheben&#8220;<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Diane Sare<\/strong>, Kandidatin f\u00fcr den US-Senat, USA: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=1780s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=1780s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Macht die Vereinigten Staaten zu einer Kraft f\u00fcr das Gute\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Hussein Askary<\/strong>, Vizepr\u00e4sident BRIX Instittut und S\u00fcdwestasien-Koordinator Schiller-Institut, Schweden: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=3099s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=3099s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Die revolution\u00e4ren Ver\u00e4nderungen in S\u00fcdwestasien\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Alessia Ruggieri<\/strong>, Gewerkschafterin, Mitglied der Internationalen Koalition f\u00fcr den Frieden, Italien:<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=4210s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=4210s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> \u201e<em>Italien und der Krieg: ein wichtiges Referendum, um die Waffenlieferungen an die Ukraine zu stoppen\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Jens J\u00f8rgen Nielsen<\/strong>, Historiker, Autor, ehemaliger Moskau-Korrespondent von Politiken, Vertreter des russisch-d\u00e4nischen Dialogs, D\u00e4nemark: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=5068s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=5068s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Das Fehlen einer Strategie der westlichen L\u00e4nder zur Vermeidung eines Atomkriegs\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <em><strong>Dr. Matthias Werner,<\/strong><\/em> Pr\u00e4sident des Ostdeutschen Kuratoriums von Verb\u00e4nden e.V.: <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=6459s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c4C5q7x227k&amp;t=6459s\" target=\"_blank\">Gru\u00dfbotschaft<\/a><\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Gesamte Gru\u00dfbotschaft lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p><em>Aus zeitlichen Gr\u00fcnden wurde eine gek\u00fcrzte Fassung der Gru\u00dfbotschaft verlesen. Hier finden Sie den vollst\u00e4ndigen Text. <\/em><\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>im Namen des Pr\u00e4sidiums des Ostdeutschen Kuratoriums von Verb\u00e4nden e.V. \u00fcbermittele ich an die Teilnehmer der Konferenz des Schiller-Instituts in Stra\u00dfburg herzliche Gr\u00fc\u00dfe.<\/p>\n<p>Ich spreche auch im Namen von Generalleutnant a.D. Manfred Gr\u00e4tz und Generalmajor a.D. Sebald Daum, f\u00fchrende Milit\u00e4rs des ersten deutschen Friedensstaates, der DDR, die sich in Briefen zum Krieg in der Ukraine und zu Waffenlieferungen an die Ukraine ge\u00e4u\u00dfert haben. Sie baten ausdr\u00fccklich darum den Anwesenden dieser heutigen hochkar\u00e4tigen Zusammenkunft mitzuteilen, sie stehen mehr denn je zu ihrem in den Briefen ge\u00e4u\u00dferten Standpunkt und w\u00fcnschen von Herzen der Konferenz viel Erfolg.<\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine begann f\u00fcr die meisten Politiker der \u201ewestlichen Wertegemeinschaft\u201c am 24. Februar 2022. Mit dieser Sichtweise kann und soll nach dem Willen der USA kein Weg zum Frieden gefunden werden, Russland soll mit den Worten der deutschen Au\u00dfenministerin \u201eruiniert\u201c werden und die USA will bis zum letzten Ukrainer k\u00e4mpfen. Diese Entwicklung wurde langfristig, systematisch und aktiv von au\u00dfen verfolgt, geplant und gelenkt.<\/p>\n<p>In einem Strategiepapier des Pentagon stand bereits 1992 kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion: \u201eUnser erstes Ziel ist, den (Wieder-)Aufstieg eines neuen Rivalen zu verh\u00fcten, sei es auf dem Gebiet der fr\u00fcheren Sowjetunion oder sonst wo, der eine Bedrohung der Gr\u00f6\u00dfenordnung darstellt, wie fr\u00fcher die Sowjetunion. \u2026 Wir m\u00fcssen versuchen zu verh\u00fcten, dass irgendeine feindliche Macht eine Region dominiert, deren Ressourcen \u2013 unter gefestigter Kontrolle \u2013 ausreichen w\u00fcrden, eine Weltmachtposition zu schaffen. Solche Regionen sind Westeuropa, Ostasien, das Gebiet der fr\u00fcheren Sowjetunion und S\u00fcdwestasien.\u201c<\/p>\n<p>Damit keine Irrt\u00fcmer aufkommen, Russland in Europa und China in Asien werden durch die kriegsl\u00fcsterne Meute der imperialistischen Hauptkr\u00e4fte der USA und ihrer Vasallen in der NATO zum Hauptfeind stilisiert.<\/p>\n<p>Die USA und die EU-M\u00e4chte betrieben eine Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine, f\u00f6rderten die faschistischen Bandera-Gruppen und betrieben die Politik der Osterweiterung der NATO direkt bis an die russischen Grenzen. Ihr erkl\u00e4rtes Ziel ist Regime-Change in Russland. Dazu wurde in aller \u00d6ffentlichkeit ein Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland durch intensive Aufr\u00fcstung der Ukraine vorbereitet.<\/p>\n<p>Es wurde schlie\u00dflich ein Kulminationspunkt erreicht, an dem die Existenz Russlands in aktueller Gestalt akut gef\u00e4hrdet ist.<\/p>\n<p>Die Vorg\u00e4nge werden durch die Ideologen des Wertewestens isoliert und gewollt einseitig dargestellt, betrachtet, damit entstellt. Es wird unterschlagen, dass die Auseinandersetzungen in der Ukraine Bestandteil der aktuellen geopolitischen \u2013 aber auch der sozialen und \u00f6konomischen weltweiten Prozesse sind.<\/p>\n<p>Es wird ein Bild vermittelt, wonach die USA und diejenigen, die sich ihnen beugen, die Guten sind. Alle anderen sind die B\u00f6sen. Und Russland sowie die VR China sind die Inkarnation des Teufels!<\/p>\n<p>Dieses Bild wurde von bezahlten Denkfabriken und NGOs auf Bestellung erarbeitet und wird von den Medien massenhaft verbreitet.<\/p>\n<p>Zu den Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine haben wir unsere Meinung ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Deshalb fordern wir:<\/p>\n<p>\u2022 Verst\u00e4ndigung, Frieden und gegenseitige vorteilhafte Zusammenarbeit mit Russland und zwischen allen V\u00f6lkern und Staaten<\/p>\n<p>\u2022 Wir fordern die Anerkennung der Legitimit\u00e4t der Sicherheitsinteressen Russlands, weil das mit den Interessen der anderen Staaten und V\u00f6lker \u00fcbereinstimmt und dazu beitr\u00e4gt, g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr Frieden, Sicherheit und gleichberechtigte Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil zu schaffen<\/p>\n<p>\u2022 Von der deutschen Regierung fordern wir eine Politik, die diesem humanistischen Anliegen dient und die Verwirklichung der hegemonialen Ziele der USA vereitelt<\/p>\n<p>\u2022 Stopp und R\u00fcckbau der wortbr\u00fcchigen NATO-Osterweiterung<\/p>\n<p>\u2022 Beendigung der Militarisierung der L\u00e4nder Osteuropas<\/p>\n<p>\u2022 Lasst uns ein gemeinsames Programm der Friedenswilligen in Deutschland und e i n Aktionsprogramm zu seiner Verwirklichung erarbeiten und umsetzen! Nie wieder Faschismus nie wieder Krieg<\/p>\n<p>\u2022 Alles zu tun gegen imperialistische Machtpolitik und jede Form von faschistischen Tendenzen in der Politik.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ist die Beteiligung und Mitwirkung des OKV an all den Initiativen, die zur Friedenssicherung allerorten und zur Gegenwehr gegen neoliberalen Sozialabbau in Europa organisiert und durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche der Konferenz einen guten Verlauf. M\u00f6gen ihre Ergebnisse ein weiterer Schritt in Richtung Frieden und Verst\u00e4ndigung zwischen den V\u00f6lkern sein.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident des OKV<\/p>\n<p>Dr. Matthias Werner<\/p>\n<p><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>19.30 Uhr &#8211; Konzert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>SONNTAG, 9. <\/strong><strong>JULI<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Musikalische Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>10:00-12:00 Uhr Panel IV<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren(Panel4)\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/n1jr1lh0KU8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Eine Kultur, die die sch\u00f6pferischen F\u00e4higkeiten eines jeden Menschen emanzipiert und erweitert. Ein Dialog zwischen den Kulturen und Zivilisationen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>MODERATOR: Karel Vereycken<\/p>\n\n\n\n<p><strong>-Musikalische Einleitung<\/strong>: <em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=0s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=0s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Gedanken sind frei, Arirang (koreanisches Volkslied, Satz: Werner Hartmann),  Soon Ah Will Be Done (African-American Spiritual) <\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Prof. Luc Reychler<\/strong>, (PhD Harvard, 1976), emeritierter Professor f\u00fcr internationale Beziehungen an der Universit\u00e4t L\u00f6wen und ehemaliger Direktor des Zentrums f\u00fcr Friedensforschung und strategische Studien (CPRS), Belgien: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=633s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=633s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Europ\u00e4ische humanistische Werte versus Kriegskultur, Was w\u00fcrde Erasmus zum Frieden in der Ukraine sagen?\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Liliana Gorini<\/strong>, Pr\u00e4sidentin von Movisol, Italien: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=1958s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=1958s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Pacem in Terris und die Zivilisation der Liebe\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Maurizio Abbate<\/strong>, Italien, Nationales Institut f\u00fcr kulturelle Aktivit\u00e4ten, angeschlossen an das Kulturministerium, Italien: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=2456s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=2456s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Kultur, der Schl\u00fcssel zum Frieden\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Tatjana Zdanoka<\/strong>, Europaabgeordnete, Mitglied der Russischen Union Lettlands, Lettland: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=3177s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=3177s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>\u00dcber die D\u00e4monisierung der russischen Kultur\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Liz Augustat<\/strong>, Erste Vizepr\u00e4sidentin der Internationalen Vereinigung \u201eFrieden durch Kultur. Europa\u201c, \u00d6sterreich: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=4253s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=n1jr1lh0KU8&amp;t=4253s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Weltfrieden auf der Grundlage gemeinsamer Ethik und Werte<\/em>\u201c<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>12.00 Uhr &#8211; Mittagspause<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>14.00-16.00 Uhr &#8211; Panel V:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-left wp-block-heading\"><strong>Wissenschaftliche \u00d6kologie und Bewertung der klimatischen Herausforderung. Die Beseitigung von Armut und Hunger in der Welt ist die Priorit\u00e4t<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren(Panel5)\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/VVb3sJwDLpo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>MODERATOR: Stefan Ossenkopp<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Christian L\u00e9v\u00eaque<\/strong>, emeritierter Forschungsdirektor am Institut de recherche pour le d\u00e9veloppement (IRD) und Spezialist f\u00fcr aquatische \u00d6kosysteme. Ehrenpr\u00e4sident der Acad\u00e9mie d&#8217;agriculture de France und Mitglied der Acad\u00e9mie des sciences d&#8217;Outre-mer, Frankreich: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=230s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=230s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Die wissenschaftliche \u00d6kologie wird durch magisches Denken instrumentalisiert\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Dr.-Ing. Hans-Bernd Pillkahn<\/strong>, Ingenieur, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von PROASSORT, Metallurgie, Deutschland: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=1250s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=1250s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Die EU-Klimapolitik: Eine Katastrophe f\u00fcr die energieintensive Produktion\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Frank Bornschein<\/strong>, Stadtrat Schwedt\/Oder, Beauftragter f\u00fcr Frieden-Freiheit-Souver\u00e4nit\u00e4t: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=3162s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=3162s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Deindustrialisierung &#8211; nicht Zufall sondern Absicht. Das Beispiel des PCK Schwedt<\/em>\u201c<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Prof. Alberto Prestininzi<\/strong>, Geologe, Universit\u00e4t Sapienza in Rom, Direktor des Forschungszentrums CERI: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=3908s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=3908s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Klima: zwischen Notfall und Wissen\u201c<\/em><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; <strong>Prof. Carl-Otto Weiss,<\/strong> Berater des Europ\u00e4ischen Klima- und Energieinstituts und ehemaliger Pr\u00e4sident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, Deutschland: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=5754s\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=VVb3sJwDLpo&amp;t=5754s\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201e<em>Wie die Sonnenzyklen das Klima der Erde bestimmen\u201c<\/em><\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konferenz des Schiller-Instituts, 8.-9. Juli 2023 Am Rande eines neuen Weltkriegs: Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren! In der Rednerliste finden Sie Links zu den separaten Beitr\u00e4gen und die Redetranskripte. Die Konferenz wurde hier auf englisch ver\u00f6ffentlicht. 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