{"id":97565,"date":"2023-07-14T08:54:59","date_gmt":"2023-07-14T12:54:59","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=97565"},"modified":"2023-07-14T09:03:41","modified_gmt":"2023-07-14T13:03:41","slug":"schiller-institut-konferenz-in-strasbourg-die-europaeischen-nationen-muessen-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/07\/14\/schiller-institut-konferenz-in-strasbourg-die-europaeischen-nationen-muessen-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren\/","title":{"rendered":"Schiller-Institut Konferenz in Stra\u00dfburg: Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren!"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Alexander Hartmann<\/p>\n\n\n\n<p>Am 8. Juli 2023 fand erstmals nach der COVID-Krise wieder eine zweit\u00e4gige internationale Pr\u00e4senzkonferenz des Schiller-Instituts statt, in einem historischen Saal in Stra\u00dfburg, mit 31 Rednern aus 16 L\u00e4ndern und mehr als 200 Zuh\u00f6rern. Sie trug den Titel: \u201eAm Rande eines neuen Weltkriegs: Die europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren!\u201c Das Kolloquium bot eine Gelegenheit f\u00fcr Vertreter von V\u00f6lkern aller Kontinente, zusammenzukommen, um dar\u00fcber nachzudenken, wie man eine Zukunft in Frieden und Wohlstand f\u00fcr die ganze Menschheit schaffen kann. Die Diskussionen deckten ein breites Spektrum an wesentlichen wirtschaftlichen, strategischen und kulturellen Themen ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Er\u00f6ffnet wurde die Veranstaltung mit dem ber\u00fchmten <em>Adagio cantabile<\/em> aus Beethovens Klaviersonate c-Moll Path\u00e9tique, gespielt von Werner Hartmann vom Schiller-Institut. Dann begann die erste Sitzung zum Thema: \u201eFrieden in der Welt durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur f\u00fcr jedes einzelne Land\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong><\/em>, die Gr\u00fcnderin und Leiterin des Schiller-Instituts, er\u00f6ffnete die Konferenz mit dem Vortrag \u201eLa\u00dft einen Garten von Millionen G\u00e4rten bl\u00fchen!\u201c. Darin zeigte sie die tragischen Folgen des Zusammenbruchs der transatlantischen \u201eregelbasierten Ordnung\u201c auf, die verzweifelt versuche, ihre Hegemonie aufrechtzuerhalten. Dem stehen die aufstrebenden Nationen des Globalen S\u00fcdens gegen\u00fcber, die sich aus jahrhundertelanger kolonialer Knechtschaft befreien und ihr Recht auf wirtschaftliche Entwicklung einfordern.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl wir uns angesichts der Gefahr eines thermonuklearen Krieges \u201eim gef\u00e4hrlichsten Moment befinden, den die menschliche Gattung je erlebt hat\u201c, gebe es dennoch Hoffnung! G\u00e4ben die arroganten westlichen Staatsf\u00fchrungen ihr selbstm\u00f6rderisches Streben nach Weltherrschaft auf und schl\u00f6ssen sie sich mit den Nationen des Globalen S\u00fcdens zu einer neuen Epoche der Entwicklung zusammen, best\u00fcnde die M\u00f6glichkeit, ein wunderbares neues Paradigma f\u00fcr die Zukunft der Menschheit zu schaffen. Zepp-LaRouche betonte: \u201eWir werden das Beste, was die europ\u00e4ische Kultur hervorgebracht hat, wiederbeleben &#8230; und wir werden es in die Gestaltung des Neuen Paradigmas einbringen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der chinesische Botschafter in Frankreich, <em><strong>Lu Shaye<\/strong><\/em>, sprach \u00fcber \u201eChinas Rolle f\u00fcr Frieden und Entwicklung\u201c. Es vollz\u00f6gen sich Ver\u00e4nderungen wie seit hundert Jahren nicht mehr, und der Krieg in der Ukraine sei f\u00fcr alle friedliebenden Menschen auf der Welt ein Grund zur Sorge. In der Weltpolitik gebe es zwei gegens\u00e4tzliche Auffassungen &#8211; diejenigen, die f\u00fcr Friedensgespr\u00e4che und eine f\u00fcr alle Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit sind, und auf der anderen Seite diejenigen, die auf Krieg und Konfrontation setzen und den USA und der NATO in ihrer Fixierung darauf folgen, Ru\u00dfland in die Enge zu treiben und China im indopazifischen Raum einzukreisen. Europa m\u00fcsse sich entscheiden, ob es weiterhin ein Schlachtfeld sein und unter dem Schlagwort \u201eDe-Risking\u201c die Zusammenarbeit mit China bremsen will, oder ob es die chinesischen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Kooperation auf der Grundlage von Respekt, Souver\u00e4nit\u00e4t und Engagement f\u00fcr eine echte Entwicklung unterst\u00fctzt. Es gebe enorme M\u00f6glichkeiten f\u00fcr solche Kooperation in der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative, der Globalen Sicherheits-Initiative und der Globalen Zivilisations-Initiative, so der chinesische Botschafter.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Ilia Subbotin,<\/strong><\/em> Gesandter-Botschaftsrat an der russischen Botschaft in Frankreich, beantwortete die Frage: \u201eWas will Ru\u00dfland in seinen Beziehungen zu Europa wirklich &#8211; Frieden oder Krieg?\u201c Er gab einen \u00dcberblick \u00fcber die konstruktiven Vorschl\u00e4ge, die Ru\u00dfland in den 23 Jahren seines diplomatischen Dienstes gemacht hat &#8211; von Gorbatschows Rede in Stra\u00dfburg im Juni 1989 \u00fcber Putins M\u00fcnchner Rede im Februar 2007 bis hin zu Putins Vorschlag vom Oktober 2021. Nichts davon habe der Westen akzeptiert, stattdessen gab es den NATO-Krieg gegen Jugoslawien 1999, den Maidan-Putsch in Kiew 2014 und die aktive Vorbereitung eines Krieges auf ukrainischer Seite 2021. Europa habe die Minsker Vereinbarungen nicht ernstgenommen, sondern nur als Trick benutzt, um der Ukraine bei der Aufr\u00fcstung gegen Ru\u00dfland zu helfen. Die Existenz des Schiller-Instituts sei ein Hoffnungsschimmer, ebenso wie die zahlreichen Friedensinitiativen in der Welt, und es bestehe die Hoffnung, da\u00df Ru\u00dfland alle Herausforderungen meistern werde, so wie es seit 1812 alle Herausforderungen seiner Existenz gemeistert habe, so Subbotin. (<em>Wir dokumentieren diese ersten drei Vortr\u00e4ge in dieser Ausgabe.<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Redner, der Autor und Journalist <em><strong>Mrutyuanjai Mishra <\/strong><\/em>aus Indien, behandelte \u201eIndiens Rolle als Friedensvermittler in diesen kritischen Zeiten\u201c und ging auf die \u00fcberholte Auffassung ein, es g\u00e4be so etwas wie die Erste Welt, die Zweite Welt und die Dritte Welt. Es gebe zwar noch den alten Block der westlichen L\u00e4nder, aber eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle spielten zunehmend die blockfreien Staaten, und Indien habe die wichtige Funktion, sich als gro\u00dfes Land als Vermittler zwischen dem Westen und dem S\u00fcden anzubieten. Allein die Kaufkraft der BRICS-Staaten \u00fcbersteige bereits die der G7-Staaten, und die BRICS h\u00e4tten eine Agenda f\u00fcr Stabilit\u00e4t, Entwicklung und Armutsbek\u00e4mpfung f\u00fcr zwei Drittel des Globus, im Gegensatz zur westlichen \u201eAgenda des Chaos\u201c. Europa m\u00fcsse endlich begreifen, da\u00df seine eigenen, selbstgemachten Probleme nicht die Probleme der Welt sind, sondern da\u00df es die Probleme der Welt auch als seine eigenen betrachten sollte.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Michele Geraci<\/strong><\/em>, ehemaliger Unterstaatssekret\u00e4r im italienischen Entwicklungsministerium, sprach als n\u00e4chstes \u00fcber die strategisch wichtige Absichtserkl\u00e4rung (MOU), die Italien 2019 mit China \u00fcber die BRI-Kooperation unterzeichnete &#8211; und die in anderen westlichen L\u00e4ndern sofort angegriffen wurde. Italien war zwar das einzige G7-Land, das ein solches MOU mit China schlo\u00df, aber bei weitem nicht das einzige Land der G20, der EU oder der NATO, und die Hysterie der G7 war keineswegs repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Meinung vieler anderer L\u00e4nder. Die italienische Absichtserkl\u00e4rung biete eine Zusammenarbeit mit China auf der Grundlage von Standards an, die von beiden Seiten akzeptiert wurden und f\u00fcr das \u00fcbrige Europa ein Vorbild sein k\u00f6nnten, wenn es das akzeptieren w\u00fcrde. Geraci betonte auch die Bedeutung der Zusammenarbeit mit China f\u00fcr die Entwicklung Afrikas, das sei eine \u201eWin-Win-Situation f\u00fcr alle drei Seiten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Oberst a.D. <em><strong>Hans-Joachim Lemke<\/strong><\/em>, Redakteur von <em>Kompass, Zeitschrift f\u00fcr Traditionspflege der Nationalen Volksarmee der DDR<\/em>, pr\u00e4sentierte \u201eFriedensgedanken aus der Sicht eines Ostdeutschen\u201c. Ostdeutsche w\u00fcnschten eine L\u00f6sung der Ukraine-Frage durch Gespr\u00e4che, so auch f\u00fchrende Gener\u00e4le und Offiziere der ehemaligen DDR-Armee 2015 in einem \u00f6ffentlichen \u201eAufruf zum Frieden\u201c, der keine einseitigen Verurteilungen Ru\u00dflands zul\u00e4\u00dft, sondern auf der Verpflichtung zur Friedenssicherung beruht. Chinas 12-Punkte-Friedensvorschlag zur L\u00f6sung dieses Konflikts sei wichtig, sagte Lemke. Er basiere auf den Grunds\u00e4tzen des gegenseitigen Respekts, der Zusammenarbeit und der Sicherheitsinteressen jedes Landes sowie auf der Schaffung einer Globalen Plattform f\u00fcr den Dialog. Das k\u00f6nne gelingen, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Der Westf\u00e4lische Friede von 1648 habe gezeigt, da\u00df selbst nach einem barbarischen Krieg ein konstruktiver Neubeginn m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Oberst a.D. <em><strong>Alain Corvez<\/strong><\/em>, ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Innenministeriums und Berater f\u00fcr internationale Angelegenheiten, schlo\u00df die Vortragsrunde ab. Die Geopolitiker der USA, erl\u00e4uterte Corvez, s\u00e4hen in der Zusammenarbeit Westeuropas mit seinen Nachbarn im Osten und in Asien eine Bedrohung f\u00fcr ihr eigenes Bestreben, die Welt zu beherrschen, weshalb sie nie eine konstruktive Antwort auf die russischen Vorschl\u00e4ge zur Beilegung von Interessenkonflikten gegeben h\u00e4tten. Leider m\u00fcsse man damit rechnen, da\u00df die ungebremsten Waffenlieferungen in die Ukraine und die Eskalation des Konflikts bis zu den US-Wahlen 2024 andauern werden, was uns n\u00e4her an die nukleare Schwelle und deren \u00dcberschreiten bringe. Ein nuklearer Austausch w\u00e4re jedoch nicht auf das Gebiet Europas beschr\u00e4nkt, wie manche in den USA sich einbilden. Die vern\u00fcnftige Welt m\u00fcsse sich mobilisieren, um einen Atomkrieg zu verhindern, und w\u00e4hrend die USA derzeit alle Friedensvorschl\u00e4ge ablehnen, m\u00fcsse sich Europa mit Lateinamerika, Afrika und Asien f\u00fcr den Frieden verb\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Globalen S\u00fcden zusammenarbeiten<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWarum es im strategischen Interesse der europ\u00e4ischen Nationen ist, mit dem Globalen S\u00fcden zusammenzuarbeiten\u201c, lautete das Thema des zweiten Konferenzabschnitts.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jacques Cheminade<\/strong>, Pr\u00e4sident der Partei Solidarit\u00e9 &amp; Progr\u00e8s und mehrfacher Pr\u00e4sidentschaftskandidat in Frankreich, er\u00f6ffnete die Runde mit dem Vortrag \u201eDer Aufstieg des Globalen S\u00fcdens gegen geopolitische Bl\u00f6cke\u201c. Die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens h\u00e4tten klar erkannt, da\u00df der \u201eLiberalismus\u201c des Washingtoner Konsenses nicht mehr gilt, sobald es darum geht, mit \u00f6ffentlichen Geldern den Besitz der Finanzoligarchie zu retten oder willk\u00fcrlich Verm\u00f6genswerte von Staaten zu beschlagnahmen, die sich ihr widersetzen. Sie h\u00e4tten begriffen, da\u00df der ihnen zugef\u00fcgte Schaden, der Abbau ihrer sozialen Dienste und \u00f6ffentlichen Sektoren, nicht aus Versehen oder Unachtsamkeit erfolgte, sondern mit dem bewu\u00dften Ziel, sie auszubeuten. Sie w\u00fc\u00dften, da\u00df sie Opfer einer manipulierten Wirtschaft sind, wo der Dollar militarisiert und als Waffe auf sie gerichtet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Um einen k\u00fcnftigen Krieg zwischen den Bl\u00f6cken zu vermeiden, betonte Cheminade, \u201em\u00fcssen wir die wirtschaftliche, politische und kulturelle Ausrichtung aller L\u00e4nder der atlantischen Welt \u00e4ndern. Indem wir unseren Menschen begreiflich machen, da\u00df sie in unseren Staaten den gleichen Schaden erleiden wie die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens, aus dem diese sich zu befreien versuchen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Julio Miguel De Vido<\/strong><\/em>, ehemaliger argentinischer Bundesminister f\u00fcr Planung, \u00f6ffentliche Investitionen und Dienstleistungen in den Regierungen von Nestor Kirchner und Cristina Fern\u00e1ndez de Kirchner, sprach zum Thema \u201ePlanung f\u00fcr Integration und Wachstum mit den BRICS: inmitten von Risiken einen Kurs finden\u201c. Erstens m\u00fcsse der Globale S\u00fcden gemeinsame Positionen in Bezug auf das politische und wirtschaftliche Funktionieren der Welt festlegen, um ein Gegengewicht zu einer G7 zu schaffen, deren L\u00e4nder sich aufgrund der Unterwerfung unter das Diktat der multilateralen Kreditinstitute offenbar in einer politischen und wirtschaftlichen Krise befinden. Zweitens m\u00fcsse der Globale S\u00fcden dringend die gemeinsamen Schwachstellen der Volkswirtschaften des Globalen S\u00fcdens anpacken. Kurzfristig m\u00fcsse die BRICS als Plattform den Mitgliedsl\u00e4ndern dabei helfen, ihre Schulden bei den multilateralen Kreditinstituten zu begleichen, indem sie das Wachstum jedes Landes, die Schaffung produktiver Arbeitspl\u00e4tze und die Verbesserung der Lebensbedingungen unterst\u00fctzt. Langfristig m\u00fcsse man neue Finanzierungsmechanismen au\u00dferhalb dieser Institutionen und der Mandate der Vereinigten Staaten und ihrer Verb\u00fcndeten schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Dr. Do\u011fu Perin\u00e7ek<\/strong><\/em>, Vorsitzender der t\u00fcrkischen Vatan-Partei, \u00fcbermittelte eine Videobotschaft an die Konferenz, \u201eDie entscheidende Bedeutung der Allianz zwischen der T\u00fcrkei, Ru\u00dfland, dem Iran und China an der Schwelle zur eurasischen \u00c4ra\u201c. Er erl\u00e4uterte darin den Inhalt einer Erkl\u00e4rung seiner Partei, in der er unter anderem die konstruktive Arbeit Chinas f\u00fcr den Frieden begr\u00fc\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Patricia Lalonde<\/strong><\/em>, ehemaliges Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments und assoziierte Forscherin am Institut Prospective et S\u00e9curit\u00e9 en Europe (IPSE), Frankreich, sprach \u00fcber \u201eSyrien, Gr\u00fcnde zur Hoffnung\u201c. Sie war gerade von einer Reise nach Damaskus und in die umliegende Region zur\u00fcckgekehrt, die von der Franz\u00f6sisch-Syrischen Vereinigung organisiert worden war. Sieben Jahre lang habe sich Syrien unter seinem Pr\u00e4sidenten Baschar al-Assad einem Angriffskrieg widersetzt, der von den drei westlichen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates inszeniert wurde. Das syrische Volk sei in der Tat unglaublich widerstandsf\u00e4hig und stolz darauf, Widerstand geleistet und gewonnen zu haben. \u201eJetzt ist Damaskus komplett wieder aufgebaut: die Umayyaden-Moschee, die Kirchen, das Museum von Damaskus &#8211; und auch Palmyra. Syrien hat die Kontrolle \u00fcber sein Schicksal zur\u00fcckgewonnen.\u201c W\u00e4hrend die L\u00e4nder der Arabischen Liga und China beim Wiederaufbau des Landes helfen, wolle die Europ\u00e4ische Union sicherstellen, da\u00df humanit\u00e4re Hilfe nicht \u00fcber die syrische Regierung l\u00e4uft, und ihre Absprachen mit der islamistischen HTC (Hayat Tahir al Sham) in der Provinz Idlib fortsetzen. Die Sanktionen, die seit Beginn des Krieges gegen Syrien verh\u00e4ngt wurden und die sogar trotz des Erdbebens fortbestehen, h\u00e4tten sehr negative Auswirkungen f\u00fcr die syrische Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Dora Muanda<\/strong><\/em>, Lehrerin und Biologin aus der Demokratischen Republik Kongo, sprach zum Thema \u201eDie Menschheit und Afrika brauchen Wissenschaft\u201c. Sie sprach \u00fcber ihre Arbeit mit der \u201eWissenschafts- und Technologie-Woche Kinshasa\u201c, einem Wissenschaftsfestival, an dem inzwischen 60.000 Kinder an Experimenten teilgenommen haben, um komplexe Prinzipien mit einfachen Ideen zu verstehen. Schulklassen werden zu Experimenten eingeladen, die sich beispielsweise mit der Funktionsweise der Galaxien befassen. Kinder werden ermutigt, ein lokales Problem zu finden, das mit Hilfe der Wissenschaft gel\u00f6st werden kann, und diese werden mit landesweit verbreiteten Postern pr\u00e4sentiert. Wissenschaftler aus ihren Labors herauszuholen, Menschen zu treffen und Familien mit der Wissenschaft vertraut zu machen, sei wesentlich, um das Interesse der Politiker an der Finanzierung der Wissenschaft zu wecken und der Nation Kraft f\u00fcr ihre Entwicklung zu geben.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Herv\u00e9 Machenaud,<\/strong><\/em> ehemaliger Exekutivdirektor (f\u00fcr Technik und Erzeugung)<\/p>\n\n\n\n<p>des franz\u00f6sischen Stromversorgers EDF, sprach \u00fcber \u201eDie Geschichte der Beziehungen zwischen Frankreich und China am Beispiel der Kernenergie\u201c. Dies sei das vielleicht beste Kooperationsprojekt der internationalen Industriegeschichte. Die Zusammenarbeit begann Anfang der 1980er Jahre, als Frankreich von China ausgew\u00e4hlt wurde, um das Land beim Start seines Atomprogramms zu unterst\u00fctzen. Diese Zusammenarbeit zwischen den Betreibern der 56 franz\u00f6sischen Reaktoren und der 36 chinesischen Reaktoren der gleichen Technologie wird heute fortgesetzt. Die industrielle Allianz zwischen Frankreich, das \u00fcber die weltweit gr\u00f6\u00dfte Betriebserfahrung verf\u00fcgt, und China, das das gr\u00f6\u00dfte Atomprogramm der Geschichte aufbaut, sei ein Gewinn f\u00fcr beide L\u00e4nder und dar\u00fcber hinaus f\u00fcr die Sicherheit und den Fortschritt der Kernenergie weltweit.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Alain Gachet,<\/strong><\/em> franz\u00f6sischer Wasserspezialist, Pr\u00e4sident von Radar Technologies International (RTI) und Erfinder des Watex-Verfahrens (Water Exploration) zur Ortung von Grundwasserleitern per Satellit, \u00fcbermittelte eine Videobotschaft zum Thema \u201eWasser f\u00fcr Frieden und Entwicklung\u201c. Gachet hat nach langj\u00e4hriger Erfahrung in der \u00d6l- und Wasserexploration ein Instrument entwickelt, um mit Hilfe der Fernerkundung durch Satelliten Grundwasser zu finden. Sein Unternehmen hat 250 Bohrungen im Tschad und 1700 Bohrungen im Sudan vorbereitet, und in Kenia wurde der gesamte Turkana-Aquifer mit 250 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Seit seiner Erfindung 2004 wird das Verfahren zur Erkundung von trinkbaren und erneuerbaren Grundwasserressourcen eingesetzt. Weltweit wurden dabei fast 2700 Brunnen gebohrt, die Erfolgsquote der Satellitenerkundung sei 98%.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedensbewegung weltweit \u00fcber Parteigrenzen hinweg<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Harley Schlanger<\/strong><\/em>, der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats des Schiller-Instituts in den USA, hielt die Grundsatzrede des dritten Konferenzabschnitts. Zu Beginn seines Vortrags spielte er die ersten vier Minuten der \u201eFriedensrede\u201c von Pr\u00e4sident John F. Kennedy vom 10. Juni 1963 an der American University ab.<sup>1<\/sup> Anschlie\u00dfend gab Schlanger einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte von Kennedys Pr\u00e4sidentschaft als ein st\u00e4ndiges Ringen mit den Kriegstreibern innerhalb und au\u00dferhalb seiner Regierung. Eine ebenso gro\u00dfe Herausforderung sei es gewesen, die Massengehirnw\u00e4sche der amerikanischen Bev\u00f6lkerung zu \u00fcberwinden, die glaubte, \u201elieber tot als rot\u201c zu sein. All seine Bem\u00fchungen endeten leider am 22. November 1963, als der Pr\u00e4sident in Dallas, Texas, ermordet wurde. Danach gab Schlanger einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber die antiimperialistische Geschichte der Vereinigten Staaten, von den amerikanischen Gr\u00fcnderv\u00e4tern bis zu Franklin D. Roosevelt und Lyndon LaRouche. Er kontrastierte diese antiimperialistische Tradition mit den heutigen Verteidigern der \u201eregelbasierten Ordnung\u201c wie dem gl\u00fccklosen Au\u00dfenminister Antony Blinken.<\/p>\n\n\n\n<p>S.E.<em><strong> Donald Ramotar<\/strong><\/em>, ehemaliger Pr\u00e4sident von Guyana (2011-15), ehemaliger Parlamentsabgeordneter (1992-2011), Generalsekret\u00e4r der People\u2018s Progressive Party (PPP) und Gewerkschaftler, sprach zum Thema \u201eDie Menschen der Welt m\u00fcssen ihre Stimme erheben\u201c. Der wahre Grund f\u00fcr den Ukraine-Krieg sei das Bestreben der mit der NATO verb\u00fcndeten imperialistischen Staaten, jedes Land zu vernichten, das sich weigert, ihrem Diktat zu folgen. Die Beziehungen der USA zum Globalen S\u00fcden beruhten auf einer neokolonialen Sichtweise. Sogar innerhalb der NATO seien die Beziehungen nicht auf Augenh\u00f6he, er habe den Eindruck, da\u00df die europ\u00e4ischen Regierungen zulassen, da\u00df ihre L\u00e4nder halbe Kolonien der Vereinigten Staaten werden. Nun sehe man eine neue Entschlossenheit des Globalen S\u00fcdens. Die Interessen des Globalen S\u00fcdens und der Menschen in Europa stimmten \u00fcberein. \u201eWir m\u00fcssen unsere Stimmen h\u00f6ren lassen. Wir m\u00fcssen mobilisieren und unseren Kampf organisieren und ihm einen Fokus geben. Das ist heute dringend notwendig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Diane Sare,<\/strong><\/em> Kandidatin f\u00fcr den US-Senat im Bundesstaat New York, forderte in ihrem Vortrag: \u201eMacht die Vereinigten Staaten zu einer Kraft f\u00fcr das Gute\u201c. Sie erinnerte daran, da\u00df Lyndon LaRouche 1976 mit seinem Vorschlag f\u00fcr eine \u201eInternationale Entwicklungsbank\u201c einen Weg f\u00fcr eine neue Ordnung aufgezeigt hat, in der jedes Land die M\u00f6glichkeit h\u00e4tte, seine volle Unabh\u00e4ngigkeit zu erlangen. Es gebe eine starke Dynamik unter vielen gro\u00dfen Nationen, die sich in verschiedenen Gruppen zusammenschlie\u00dfen, wie den BRICS, der SCO, der Eurasischen Wirtschaftsunion oder der Afrikanischen Union. Die gro\u00dfe Gefahr bestehe darin, da\u00df der wahnhafte Westen glaube, er k\u00f6nne sechs Milliarden Menschen erpressen und bedrohen. Sie betonte: \u201eWir m\u00fcssen uns also m\u00e4\u00dfigen. Wir m\u00fcssen uns an bestimmte grundlegende universelle Prinzipien erinnern, damit wir im Einklang \u2026 mit dem Universum handeln k\u00f6nnen, das unsere Stimmen verst\u00e4rken wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Hussein Askary<\/strong><\/em>, Vizepr\u00e4sident des schwedischen Belt and Road Institute (BRIX) und S\u00fcdwestasien-Koordinator des Schiller-Instituts, sprach \u00fcber \u201eDie revolution\u00e4ren Ver\u00e4nderungen in S\u00fcdwestasien\u201c.Er verwies auf die von China vermittelte Ann\u00e4herung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran nach 20 Jahre langen Konflikten und erinnerte an eine Rede Lyndon LaRouches vor dem Zayed Center in Abu Dhabi vor 20 Jahren, wo er den arabischen Nationen geraten hatte, ihren \u00d6lreichtum zum Aufbau industrieller Volkswirtschaften zu nutzen. \u201eZwischen diesen beiden Bildern liegen 20 Jahre, in denen Westasien und die Welt unz\u00e4hlige Entwicklungschancen, Millionen von Menschenleben und Billionen von Dollar vergeudet haben.\u201c Doch nun gebe es die Chance, den Wirtschaftsaufbau endlich zu beginnen: \u201eEs ist besser, heute einen Baum zu pflanzen, als sich \u00fcber die verpa\u00dften Chancen der letzten 20 Jahre zu gr\u00e4men.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Alessia Ruggieri,<\/strong><\/em> italienische Gewerkschafterin, und Mitglied der Internationalen Koalition f\u00fcr den Frieden, sprach \u00fcber das Thema \u201eItalien und der Krieg: ein wichtiges Referendum, um die Waffenlieferungen an die Ukraine zu stoppen\u201c. Sie berichtete \u00fcber die Initiative, in Italien 500.000 Unterschriften f\u00fcr ein Volksbegehren gegen die Waffenlieferungen zu sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jens J\u00f8rgen Nielsen,<\/strong> d\u00e4nischer Historiker und Autor, ehemaliger Moskau-Korrespondent der Zeitung <em>Politiken<\/em> und Vertreter des Russisch-D\u00e4nischen Dialogs, beklagte in seinem Vortrag \u201eDas Fehlen einer Strategie der westlichen L\u00e4nder zur Vermeidung eines Atomkriegs\u201c. Die bin\u00e4re Einteilung der Welt in rein Gut und rein B\u00f6se, gepaart mit starken Emotionen und einem Mangel an konkretem Wissen \u00fcber die komplexe Lage in der Ukraine und Ru\u00dfland, mache Verhandlungen und Kompromisse unm\u00f6glich und verhindere jeglichen Kontakt mit der Gegenpartei. Das ebne letztlich den Weg f\u00fcr eine m\u00f6gliche gegenseitige Zerst\u00f6rung. Nielsen formulierte vier Anforderungen an eine neue europ\u00e4ische Politik: 1. Sie mu\u00df auf der Realit\u00e4t basieren, anstatt auf absolutistischen, vereinfachenden Schwarz-Wei\u00df-Narrativen. 2. Sie sollte in der Lage sein, nationale Interessen zu definieren. Das Wohl der Menschen, einschlie\u00dflich der Wirtschaft, des Gemeinwohls und der Sicherheit, mu\u00df oberste Priorit\u00e4t haben. 3. Die EU-L\u00e4nder m\u00fcssen ihre \u00fcberlegenes Gehabe aufgeben und sich mit anderen Zivilisationen auseinandersetzen, unter anderem in Asien, Afrika und dem Nahen Osten. 4. Die EU-L\u00e4nder sollten einsehen, da\u00df ein bedingungsloses Bekenntnis zur US-Au\u00dfenpolitik eine Sackgasse ist. Die EU habe ein grunds\u00e4tzliches Interesse daran, insbesondere mit Ru\u00dfland &#8211; aber auch mit anderen nichtwestlichen L\u00e4ndern &#8211; auf Augenh\u00f6he zusammenzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Dr. Matthias Werner,<\/strong><\/em> Pr\u00e4sident des Ostdeutschen Kuratoriums von Verb\u00e4nden e.V., \u00fcbermittelte auch im Namen von Generalleutnant a.D. Manfred Gr\u00e4tz und Generalmajor a.D. Sebald Daum &#8211; die sich in Offenen Briefen gegen den Krieg in der Ukraine und gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ge\u00e4u\u00dfert haben &#8211; eine Gru\u00dfbotschaft, in der sie der Konferenz \u201evon Herzen viel Erfolg\u201c w\u00fcnschten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschlu\u00df des Tages: klassische Sch\u00f6nheit<\/p>\n\n\n\n<p>Den Abschlu\u00df des ersten Tages bildete ein sehr sch\u00f6nes klassisches Konzert. Viele Teilnehmer kommentierten, da\u00df das eine erhebende Abwechslung zu der t\u00e4glichen, wahnsinnigen H\u00e4\u00dflichkeit der Musik der \u201ezeitgen\u00f6ssischen Kultur\u201c war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden K\u00fcnstlerinnen waren die albanische Pianistin Dhurata Lazo und die schwedische Sopranistin Leena Malkki. Lazo begann mit vier Kompositionen f\u00fcr Klavier solo, einer <em>Romanze<\/em> des albanischen Komponisten Tonin Harapi (1926-1992) und drei St\u00fccken von Fr\u00e9d\u00e9ric Chopin: <em>Mazurka<\/em> op. 67, <em>Scherzo<\/em> op. 31 und <em>Andante spianato et grande polonaise brillante<\/em> op. 22. Anschlie\u00dfend begleitete sie Malkki bei Vokalkompositionen: eine Arie aus Mozarts Oper <em>La Clemenza di Tito<\/em>; Schuberts Lieder <em>Nacht und Tr<\/em><em>\u04d3<\/em><em>ume<\/em> und <em>Auf dem Wasser zu singen<\/em>; sowie Verdis \u201eAve Maria\u201c aus <em>Otello<\/em> und \u201ePace, pace mio Dio\u201c aus <em>La Forza del Destino<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die sch\u00f6pferischen F\u00e4higkeiten eines jeden Menschen freisetzen<\/p>\n\n\n\n<p>Die vierte Sitzung am Sonntagmorgen trug den Titel \u201eEine Kultur, die die kreativen F\u00e4higkeiten jedes Menschen emanzipiert und ausbaut. Ein Dialog zwischen Kulturen und Zivilisationen\u201c. Das Hauptthema des Panels war, da\u00df die Anhebung des kulturellen Niveaus und der Dialog zwischen den Kulturen von entscheidender Bedeutung sind, um die gegenw\u00e4rtige Weltkrise zu l\u00f6sen und eine gl\u00e4nzende Zukunft f\u00fcr die gesamte Menschheit zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Europ\u00e4ische Chor des Schiller-Instituts er\u00f6ffnete das Kulturpanel mit drei Liedern: <em>Die Gedanken sind frei<\/em>, <em>Arirang<\/em> (die inoffizielle gesamtkoreanische Hymne) und das Negro Spiritual <em>Soon I Will Be Done with the Troubles of the World<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof.<em><strong> Luc Reychler<\/strong><\/em>, emeritierter Professor f\u00fcr internationale Beziehungen an der Universit\u00e4t L\u00f6wen und ehemaliger Direktor des Zentrums f\u00fcr Friedensforschung und strategische Studien (CPRS), stellte die Frage: \u201eWas w\u00fcrde Erasmus zum Frieden in der Ukraine sagen?\u201c Reychler pr\u00e4sentierte eine Analyse des aktuellen Krieges in Europa und stellte \u00dcberlegungen an, wie der gro\u00dfe niederl\u00e4ndische Renaissance-Philosoph Desiderius Erasmus (1466-1536) darauf reagieren w\u00fcrde; dabei st\u00fctzte er sich auf dessen Schriften wie <em>Das Lob der Torheit<\/em> und <em>Die Klage des Frieden<\/em>s. Erasmus w\u00fcrde die Rechtfertigungen f\u00fcr den Krieg in der Ukraine kritisieren und sie l\u00e4cherlich machen. \u201eEr w\u00fcrde sich auch mit der Propaganda auf beiden Seiten auseinandersetzen. Vor allem aber w\u00fcrde er auf die Dummheit des Krieges und die Hybris und Mittelm\u00e4\u00dfigkeit der Kriegstreiber hinweisen\u201c und diese beim Namen nennen. \u201eNur weise Menschen schaffen nachhaltigen Frieden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Liliana Gorini<\/strong><\/em>, Vorsitzende von Movisol, der LaRouche-Bewegung in Italien, \u00fcbermittelte die Botschaft \u201ePacem in Terris und die Zivilisation der Liebe\u201c, und zitierte darin den Komponisten Giuseppe Verdi und Papst Johannes XXIII., dessen Enzyklika <em>Pacem in Terris<\/em> (Friede auf Erden) von 1963 der Schl\u00fcssel zum Friedensproze\u00df zwischen Kennedy in Amerika und Chruschtschow in der Sowjetunion war.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Maurizio Abbate<\/strong><\/em>, Vorsitzender des italienischen ENAC (Nationales Institut f\u00fcr kulturelle Aktivit\u00e4ten), konstatierte: \u201eKultur ist der Schl\u00fcssel zum Frieden\u201c. Wenn die Europ\u00e4ische Union Waffenlieferungen als \u201eWerkzeuge f\u00fcr den Frieden\u201c bezeichne, sei ein Beispiel f\u00fcr den kulturellen und moralischen Niedergang von Institutionen und Medien. Es m\u00fcsse eine neue soziale und kulturelle Renaissance eingeleitet werden. Dazu sei ein neues Paradigma f\u00fcr unsere westlichen Gemeinschaften dringend erforderlich, welches das materielle Prinzip der Wirtschaft als Herzst\u00fcck der Gesellschaft aufgibt und den Menschen mit seiner materiellen und geistigen Komplexit\u00e4t wieder in den Mittelpunkt stellt.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Tatjana Zdanoka<\/strong><\/em>, Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments der Partei Russische Union Lettlands, berichtete \u201e\u00dcber die D\u00e4monisierung der russischen Kultur\u201c in Lettland. Sie beschrieb die zunehmenden Ma\u00dfnahmen zur Unterdr\u00fcckung der Sprache und der B\u00fcrgerrechte der gro\u00dfen russischsprachigen Minderheit in Lettland, die seit Beginn des Krieges in der Ukraine eskalieren. Unterschriften werden gesammelt f\u00fcr eine Petition f\u00fcr die Ausweisung angeblich \u201eilloyaler B\u00fcrger\u201c und den Entzug ihrer lettischen Staatsb\u00fcrgerschaft sowie f\u00fcr eine Petition f\u00fcr ein Verbot ihrer Partei, der Lettisch-Russischen Union, die sich f\u00fcr die Rechte der russischsprachigen Minderheit einsetzt. Denkm\u00e4ler zur Erinnerung an die Befreiung Lettlands vom Faschismus werden abgerissen und Schulunterricht in russischer Sprache wird abgeschafft, obwohl rund 25% der lettischen Staatsb\u00fcrger Russisch sprechen. Sie zitierte Yehudi Menuhin: \u201eEntweder wird Europa zum Europa der Kulturen, oder Europa wird sterben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Liz Augustat<\/strong><\/em>, Pr\u00e4sidentin der Organisation Frieden durch Kultur e.V., Deutschland, sprach \u00fcber den \u201eWeltfrieden auf der Grundlage universeller Ethik\u201c. Sie stellte die Arbeit ihrer Organisation vor, deren Hauptziel darin besteht, Br\u00fccken zwischen Ethnien, L\u00e4ndern, Religionen, Traditionen und unterschiedlichen Weltanschauungen zu bauen, wof\u00fcr sie u.a. Konferenzen organisiert. Sie forderte die Einrichtung von Ethikr\u00e4ten, u.a. international auf der Ebene der Vereinten Nationen, um \u201eEinheit in Vielfalt und universelle ethische Prinzipien wie Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Gleichheit, Freiheit, Gemeinschaft, Philanthropie usw.\u201c zu verk\u00fcnden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wissenschaft contra Klima-Hysterie<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abschlu\u00dfsitzung der Konferenz trug den Titel \u201eWissenschaftliche \u00d6kologie und Bewertung klimatischer Herausforderungen &#8211; Die Beseitigung von Armut und Hunger in der Welt hat Priorit\u00e4t.\u201c In mehreren Vortr\u00e4gen wurde die malthusianische Ideologie hinter der gesamten Klimadebatte offengelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Christian L\u00e9v\u00eaque<\/strong><\/em> ist emeritierter Forschungsdirektor des franz\u00f6sischen Entwicklungsforschungsinstituts IRD, Ehrenpr\u00e4sident der Landwirtschaftsakademie Frankreichs und Autor eines kritischen Buchs zur \u00d6kologie (\u201eDas doppelte Gesicht der Biodiversit\u00e4t: Die Natur ist kein Garten Eden\u201c). Er entlarvte das etablierte militante Umweltnetzwerk von NGOs wie dem WWF als eine vom Westen dominierte Bewegung, die insbesondere den Globalen S\u00fcden dazu verlocken soll, 30% der Landwirtschaft stillzulegen, um angeblich die Artenvielfalt und die Natur zu sch\u00fctzen. Diese gef\u00e4hrliche Politik basiere auf einer falschen Vorstellung von der guten Natur und dem b\u00f6sen Menschen, w\u00e4hrend die Natur in Wirklichkeit grausam gegen\u00fcber Tieren und Menschen sei, daher sei auch die Verehrung f\u00fcr die Mutterg\u00f6ttin Gaia, wie der \u201eTag der Mutter Erde\u201c der Vereinten Nationen, falsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Redner, Dr.-Ing. <em><strong>Hans-Bernd Pillkahn<\/strong><\/em>, Manager des Metallurgieunternehmens PROASSORT, kritisierte die Klimapolitik der Europ\u00e4ischen Union als eine einzige gro\u00dfe Katastrophe, die insbesondere in Deutschland der energieintensiven Industrieproduktion die Grundlage entziehe, so da\u00df Aluminium-, Kupfer- und Chemieunternehmen zur Abwanderung gezwungen werden. Das Problem sei, da\u00df die EU sich nicht um dokumentierte Fakten schere, sondern falsche Kausalzusammenh\u00e4nge konstruiere. So gebe es in seiner Heimatregion in Deutschland etwa genauso viele St\u00f6rche wie Neugeborene. \u201eAber gibt es einen kausalen Zusammenhang? Nicht einmal ein Gr\u00fcnen-W\u00e4hler w\u00fcrde es wagen, das zu behaupten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte<em><strong> Frank Bornschein<\/strong><\/em>, Stadtrat von Schwedt\/Oder, einem wichtigen petrochemischen Industriestandort im Nordosten Deutschlands, der auch Koordinator der lokalen Aktionsgruppe \u201eFrieden-Freiheit-Souver\u00e4nit\u00e4t\u201c ist. Die Sanktionen gegen russisches Roh\u00f6l, das seit 1965 von der Raffinerie PCK importiert und verarbeitet wurde, h\u00e4tten nichts mit der Ukraine zu tun, das Ziel habe man schon lange vor Ausbruch des Ukraine-Krieges im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung festgehalten. Schon die Vorg\u00e4ngerregierung habe 2019 ihre Absicht verk\u00fcndet, die fossilen Brennstoffe bis 2030 auf 40% und bis 2050 auf 10% im Vergleich zum Niveau von 2018 zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt h\u00e4tten die energieintensiven Industrien im Jahr 2020 bereits 55.000 ihrer 800.000 Besch\u00e4ftigten verloren, die Deindustrialisierung hat begonnen. Die Produktion von PCK wurde auf 55% der Kapazit\u00e4t reduziert, w\u00e4hrend die Gewinnschwelle bei 70% liegt. Dagegen werde die \u00f6rtliche Aktionsgruppe Schwedt weiter k\u00e4mpfen, Ende August werde es dort ein Friedensfest geben, k\u00fcndigte Bornschein an.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. <em><strong>Alberto Prestininzi<\/strong><\/em>, Geologe an der Universit\u00e4t Sapienza in Rom und Direktor des Forschungszentrums CERI sowie Mitglied von CLINTEL (Climate Intelligence), einer internationalen Stiftung f\u00fcr wissenschaftliche Klimaforschung mit 1500 Mitgliedern, sprach \u00fcber das Thema \u201eKlima: Zwischen Notstand und Wissen\u201c. Echte Klimaforscher st\u00fctzten ihre Schlu\u00dffolgerungen auf Fakten, die in realen Ma\u00dfstationen gesammelt wurden, die Daten liefern. Dagegen basiere die heutige Klimapolitik gew\u00f6hnlich auf Extrapolationen von \u00d6konomen, die sich nicht auf reale Daten st\u00fctzen und von nie bewiesenen Annahmen ausgehen. Keine dieser Annahmen spiegele reale Daten wider, diese zeigen eine andere Realit\u00e4t: Es gebe keinen Klimanotstand. All dies h\u00e4tten er und seine italienischen Kollegen bei CLINTEL in einem Buch dokumentiert, das international verbreitet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Der letzte Redner der Sitzung war <em><strong>Prof. Carl-Otto Weiss<\/strong><\/em>, ehemaliger Pr\u00e4sident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. In seinem Vortrag \u201eWie Sonnenzyklen das Klima der Erde bestimmen\u201c warf er den Autoren der \u201eklima-alarmistischen\u201c Publikationen vor, sie h\u00e4tten nicht die Aufgabe erf\u00fcllt, die sie eigentlich gehabt h\u00e4tten, n\u00e4mlich eine fundierte Analyse der Entwicklung der Klimabedingungen durchzuf\u00fchren. So sei es eine bekannte, aber weithin ignorierte Tatsache, da\u00df die letzten 2000 Jahre der Klimageschichte wechselnde, jeweils etwa 200-300 Jahre lange Warm- und Kaltperioden aufweisen, wobei das Muster, das sie zeigen, f\u00fcr die Zeitr\u00e4ume vor wie auch nach der Industrialisierung identisch ist. Das h\u00e4tte man leicht herausfinden k\u00f6nnen, wenn die angeblichen Klimaspezialisten die Fourier-Analyse praktiziert h\u00e4tten, was sie jedoch nicht taten. Es gebe keinen einzigen Beweis daf\u00fcr, da\u00df CO\u2082 die globale Erw\u00e4rmung verursacht hat, aber viele eindeutige Beweise daf\u00fcr, da\u00df das Klima von solaren Zyklen gesteuert wird. Der riesige Magnetfeldgenerator der Sonne habe massive Auswirkungen, wie sie die vergleichsweise winzige Aktivit\u00e4t der Menschheit definitiv nicht verursachen k\u00f6nnte, so Weiss. S\u00e4mtliche anderen Interpretationen seien nur plumpe Propaganda.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschlu\u00df der Konferenz rief Helga Zepp-LaRouche alle Teilnehmer auf, das Schiller-Institut und seine Arbeit aktiv zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkung:<\/p>\n\n\n\n<p>1. <em>https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fA_kjj2c0Qc<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Alexander Hartmann Am 8. Juli 2023 fand erstmals nach der COVID-Krise wieder eine zweit\u00e4gige internationale Pr\u00e4senzkonferenz des Schiller-Instituts statt, in einem historischen Saal in Stra\u00dfburg, mit 31 Rednern aus 16 L\u00e4ndern und mehr als 200 Zuh\u00f6rern. 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