{"id":97553,"date":"2023-07-14T08:46:47","date_gmt":"2023-07-14T12:46:47","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=97553"},"modified":"2023-07-14T08:46:50","modified_gmt":"2023-07-14T12:46:50","slug":"helga-zepp-larouche-lasst-einen-garten-von-millionen-gaerten-bluehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/07\/14\/helga-zepp-larouche-lasst-einen-garten-von-millionen-gaerten-bluehen\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche: Lasst einen Garten von Millionen G\u00e4rten bl\u00fchen!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Helga Zepp-LaRouche er\u00f6ffnete die Stra\u00dfburger Konferenz des Schiller-Instituts am 8.7. 2023 mit dem folgenden Vortrag.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Helga Zepp-LaRouche: Lasst einen Garten von Millionen G\u00e4rten bl\u00fchen!\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/dd6oJyq5O7Q?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Exzellenzen, sehr verehrte G\u00e4ste, liebe Freunde des Schiller Instituts!<\/p>\n\n\n\n<p>Welche eine Freude ist es, Menschen von so vielen Nationen hier in Stra\u00dfburg pers\u00f6nlich begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen, nachdem die Umst\u00e4nde uns f\u00fcr \u00fcber drei Jahre gezwungen haben, unsere Schiller-Konferenzen nur virtuell abzuhalten! Aber wir haben diese Zeit gut genutzt, indem wir so viele neue Kr\u00e4fte weltweit zusammengebracht haben, damit wir jetzt in diesem entscheidenden Moment der Weltgeschichte zusammen intervenieren k\u00f6nnen, um ein neues Paradigma f\u00fcr die Zukunft der Menschheit zu schaffen!<\/p>\n\n\n\n<p>Um es gleich vorauszuschicken: Auch wenn sich unser Kontinent in einer existentiellen Krise befindet, wir werden seinen Untergang nicht zulassen, sondern das Beste, was die europ\u00e4ische Kultur hervorgebracht hat und was jetzt hinter den Sprechblasen einer dekadenten Gegenkultur und der Barbarei des Ewig Gestrigen versch\u00fcttet ist, lebendig machen und in die Gestaltung des Neuen Paradigmas mit einbringen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir befinden uns zweifellos im gef\u00e4hrlichsten Moment, dem die menschliche Gattung je ausgesetzt war. Denn wir stehen kurz, extrem kurz davor, uns als Gattung auf diesem Planeten auszul\u00f6schen, was die Konsequenz eines globalen Nuklearkrieges sein w\u00fcrde. Und im Gegensatz zur Propaganda der transatlantischen Mainstream-Medien ist die Gefahr nicht eine Konsequenz des \u201eunprovozierten Aggressionskrieg Ru\u00dflands\u201c noch des \u201eimmer aggressiver auftretenden imperialen Machtanspruchs Chinas\u201c, sondern des skrupellosen Spiels mit dem atomaren Feuer seitens der transatlantischen Kr\u00e4fte, die mit allen Mitteln versuchen, die unipolare Dominanz \u00fcber die Welt auszu\u00fcben, zu einem Zeitpunkt, wo sich die Welt l\u00e4ngstens in eine multipolare Richtung entwickelt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Mainstream-Medien unisono jeden als \u201ePutin-Versteher\u201c verunglimpfen, der wagt zu denken, da\u00df die Geschichte nicht erst am 24. Februar 2022 begonnen hat und die NATO und die US-Regierung Organisationen finanzieren, die Menschen auf Listen setzen, die lebensgef\u00e4hrlich sind, haben sich die Nationen des Globalen S\u00fcdens sehr wohl eine unabh\u00e4ngige Sicht der Dinge errungen. Die trotz gegenteiliger Versprechen sechsfach ausgef\u00fchrte Ostausweitung der NATO \u00fcber 1000 km an die Grenzen Ru\u00dflands heran lie\u00df sich ebensowenig verheimlichen wie die Anstrengungen des Nord-\u201e<em>Atlantischen<\/em>\u201c Verteidigungsb\u00fcndnisses, sich nunmehr im Indopazifischen Raum als Globale NATO auszubreiten. Vor allem aber mit den immer unverhohleneren und arroganteren Appellen, mit denen die Vertreter der \u201eregel-basierten Ordnung\u201c verlangen, da\u00df sich die ganze Welt ihren Intrigen und neumodischen Abla\u00df-H\u00e4ndeln, wie einer Carbon-Steuer oder einem CO<sub>2<\/sub>-Emissionshandel, unterwerfen soll, mittels derer sie die Existenz eines hoffnungslos bankrotten neoliberalen Finanzsystem wenigstens noch etwas zu verl\u00e4ngern hoffen, haben sie den Rubikon \u00fcberschritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben derzeit einen Epochenwechsel, allerdings nicht von der Art, von der Bundeskanzler Scholz am 24. Februar 2022 sprach, der auf die Militarisierung Europas als Protektorat der USA hinausl\u00e4uft, sondern wir sehen das Ende der 500 Jahre andauernden Kolonialzeit, die die Staaten des Globalen S\u00fcdens mit der Hilfe Chinas und der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (BRI) endg\u00fcltig abzusch\u00fctteln entschlossen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>So verlangte Pr\u00e4sident Ramaphosa k\u00fcrzlich in Paris beim Internationalen Finanz-Gipfel, da\u00df die internationale Gemeinschaft die Finanzierung des Inga-Damm zur Verf\u00fcgung stellen sollte; Zitat: \u201eLa\u00dft uns das verwirklichen, und dann glauben wir Euch, da\u00df Ihr es ernst meint mit den Versprechungen, die Ihr macht&#8230; Sch\u00e4tzungsweise w\u00fcrde der Damm 80 Milliarden kosten und mindestens 42 Gigawatt Elektrizit\u00e4t erzeugen, was einen absolut revolution\u00e4ren Effekt auf die Energieversorgung des gesamten Kontinent und seine \u00d6konomie h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber 30 Nationen haben einen Mitgliedsantrag bei den BRICS gestellt, zu denen dann die bev\u00f6lkerungsreichsten Staaten der Welt geh\u00f6ren werden. Der haupts\u00e4chlich von den USA und Gro\u00dfbritannien ausgehende Versuch, sich von China \u201eabzukoppeln\u201c oder zu \u201ede-risken\u201c, wie diese alberne Formulierung inzwischen hei\u00dft &#8211; von China, mit dem alle diese Staaten inzwischen eng verbunden sind -, kann nur zu einem wirtschaftlichen Selbstmord oder zu einer ebenso selbstm\u00f6rderischen geopolitischen Blockbildung f\u00fchren, die ebenso die Saat f\u00fcr einen Weltkrieg in sich tr\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser tektonischen Machtverschiebung, wie sie h\u00f6chstens ein oder zweimal in einem Jahrtausend stattfindet, m\u00fcssen sich die europ\u00e4ischen Nationen, aber auch Amerika, entscheiden, ob sie mit dieser neu entstehenden Weltordnung produktiv kooperieren wollen, oder ob sie mit der NATO, den USA und Gro\u00dfbritannien auf die totale Konfrontation und den Versuch der Unterdr\u00fcckung der gro\u00dfen Mehrheit der Menschheit zusteuern wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Entscheidung zwischen diesen beiden Optionen wird zugleich unsere moralische \u00dcberlebensf\u00e4higkeit getestet: Sind wir als vernunftbegabte Wesen in der Lage, uns gemeinsam mit den Staaten des Globalen S\u00fcdens eine Ordnung zu geben, die unser aller Zusammenleben garantiert und wie Leibniz es ausdr\u00fccken w\u00fcrde, die Gl\u00fcckseligkeit kommender Generationen erm\u00f6glicht? Oder sind wir seelenlose menschliche Maschinengewehre, die nur ha\u00dferf\u00fcllt auf die Vernichtung des vermeintlichen Gegners gerichtet sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Die NATO und die Ukraine<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df dies keine akademische Frage ist, wird nicht zuletzt in vier Tagen bei dem j\u00e4hrlich stattfindenden NATO-Gipfel in Vilnius deutlich werden, zu dem die ungarische Regierung dankenswerter Weise insistiert hat, da\u00df eine Aufnahme der Ukraine in die NATO au\u00dfer Frage steht, solange der Krieg andauert, was eigentlich selbstevident sein sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun gibt es aber aktuelle Stellungnahmen der beiden f\u00fchrenden, regierungsnahen Berliner Denkfabriken, Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ausw\u00e4rtige Politik (DGAP), die sich zu m\u00f6glichen Sicherheitsgarantien f\u00fcr die Ukraine jenseits einer formalen NATO-Mitgliedschaft \u00e4u\u00dfern. Auch wenn es sich dabei nur um \u00dcberlegungen von Denkfabriken und nicht unbedingt die Politik der Berliner Regierung handelt, so verdienen diese Papiere dennoch gr\u00f6\u00dfte Aufmerksamkeit, denn ihre Autoren sind typisch f\u00fcr die sogenannten \u201eExperten\u201c, die nonstop in den Talkshows zu Worte kommen, um die Sichtweise der Bev\u00f6lkerung auf diese Weise zu beeinflussen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur in Frankreich macht man sich in der letzten Zeit gro\u00dfe Sorge \u00fcber den anscheinend vollst\u00e4ndigen Verlust jeglicher Souver\u00e4nit\u00e4t Deutschlands (um die es noch nie gut bestellt war), wie er in der fehlenden Reaktion der deutschen Regierung auf die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines zum Ausdruck kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun mu\u00df man in Betracht ziehen, da\u00df die SWP, die u.a. die Regierung, den Bundestag, EU, NATO und UN ber\u00e4t, auf die Initiative des Bundesnachrichtendienstes (BND) zur\u00fcckgeht, der bei seiner Gr\u00fcndung unter der \u00c4gide der amerikanischen Besatzungsmacht 1962 Personal aus dem milit\u00e4rischen Nachrichtendienst Fremde Heere Ost, einer Nazi-Organisation, und der Gehlen-Organisation aufnahm. Die SWP hatte zun\u00e4chst ihren Sitz in Ebenhausen, einem Nachbarort von Pullach, dem Sitz des BND. Die sehr viel gr\u00f6\u00dfere DGAP mit 2800 Mitgliedern wurde bereits 1955 in Zusammenarbeit mit und nach dem Vorbild des amerikanischen Council on Foreign Relation und des britischen Royal Institute for International Affairs, dem sogenannten \u201eChatham House\u201c gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem SWP -Papier vom 29.6.2023 hei\u00dft unter dem Titel \u201eVon Ad-hoc-Unterst\u00fctzung zu langfristigen Sicherheitsgarantien als NATO-Mitglied\u201c, da\u00df es au\u00dfer einer vollen Aufnahme in die NATO f\u00fcr die Ukraine zwei Optionen g\u00e4be, die Kiew wirklich Sicherheit gew\u00e4hrten. Die erste sei eine \u201eDemilitarisierung\u201c Ru\u00dflands durch eine Reduzierung der Streitkr\u00e4fte und der R\u00fcstungsindustrie auf ein Ma\u00df, das keine \u201eOffensivoperationen\u201c mehr erlaube. Dies sei nur m\u00f6glich \u00fcber \u201eexterne Schocks\u201c, eine eindeutige Niederlage der Armee, einen Verzicht der F\u00fchrung auf ihr \u201eneoimperiales Rollenverst\u00e4ndnis\u201c, was einen Regimewechsel erfordere, und die gleichzeitige Denuklearisierung des russischen Milit\u00e4rpotentials.<\/p>\n\n\n\n<p>Die reden vom Dritten Weltkrieg! Ru\u00dfland ist die gr\u00f6\u00dfte Nuklearmacht der Welt, es wird sich nicht einfach \u201edenuklearisieren\u201c lassen. Sie sagen dann, diese Option sei aber \u201ezur Zeit unrealistisch\u201c &#8211; aber alleine, da\u00df man so denkt, ist Wahnsinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Option best\u00fcnde darin, da\u00df die Ukraine selber ein Atomwaffenarsenal aufbaut. F\u00fcr alle F\u00e4lle lieferte die DGAP noch eine weitere Option, die unter dem Stichwort \u201eIgel\u201c zirkuliert, als Sinnbild f\u00fcr eine so massive Aufr\u00fcstung der Ukraine, als Super-Waffenschmiede sozusagen, die alle k\u00fcnftigen Angriffe abschrecken solle. Dazu geh\u00f6rt auch die vom Vorsitzenden des britischen Verteidigungsausschusses, Tobias Ellwood, vorgeschlagene Variante, die die Unterst\u00fctzung durch eine Koalition der Willigen und eine schlagfertige Einsatztruppe, eine \u201eJoint European Defense Initiative\u201c (JEDI) vorsieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der deutsche Rheinmetall-Konzern hat schon angek\u00fcndigt, in der Ukraine eine moderne Panzerfabrik und andere Waffenschmieden zu bauen. Derweil finanzierten die amerikanischen R\u00fcstungsfirmen Grumman, Raytheon und Lockheed Martin Sektempf\u00e4nge in der ukrainischen Botschaft in Washington, nicht zuletzt wohl um das MoU zu feiern, das der gr\u00f6\u00dfte Finanzdienstleister der Welt, BlackRock, der eine Verm\u00f6gensmasse von 10 Billionen Dollar verwaltet, mit der ukrainischen Regierung an Land gezogen hatte, f\u00fcr den gesamten Wiederaufbau der Ukraine.<\/p>\n\n\n\n<p>JEDI soll also nur \u00fcberbr\u00fccken helfen, langfristig sei ein NATO-Beitritt unverzichtbar. Ziel sei es, die Ukraine unwiderruflich in den euro-atlantischen Strukturen zu verankern. Vorrangig sei deshalb, den eigenen Bev\u00f6lkerungen \u201eSinn, Zweck und Ziele\u201c eines ukrainischen Nato-Beitritts proaktiv zu vermitteln und gegen Einrichtungen vorzugehen, die sich als zivilgesellschaftlich ausgeben &#8211; Organisationen wie das Schiller-Institut -, aber de facto \u201evom russischen Staat kontrolliert sind\u201c. Sind wir nicht, f\u00fcr&#8217;s Protokoll!<\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr ein Alptraum! Die weitgehend zerst\u00f6rte Ukraine soll in ein waffenstarrendes Land verwandelt werden, einen \u201eIgel\u201c, der an einen permanenten Goldesel f\u00fcr den Milit\u00e4risch-Industriellen Komplex auf beiden Seiten des Atlantiks erinnert. Die Ukraine soll zu einem \u201eeingefrorenen\u201c Konflikt werden, der jederzeit aktiviert werden kann, als permanente \u00dcberschreitung der roten Linien Ru\u00dflands, das in der Zwischenzeit \u201eruiniert\u201c werden soll (Baerbock) oder dauerhaft geschw\u00e4cht (Austin, RUSI, Stoltenberg etc.).<\/p>\n\n\n\n<p>Keinen einzigen Gedanken an ein Ende des Krieges durch Diplomatie, keine Friedensverhandlungen, keine positive Vision f\u00fcr die ukrainische Bev\u00f6lkerung, und schon gar nicht eine Friedensordnung f\u00fcr die Welt als Ganze! Welch\u2018 ein h\u00e4\u00dflicher, destruktiver Geist pr\u00e4sentiert sich hier, keine menschliche Regung beeinflu\u00dft das Denken, kalt wie ein Roboter, der von einem wurmstichigen Algorithmus gelenkt wird!<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu pa\u00dft, da\u00df die amerikanische Regierung gerade beschlossen hat, Streubomben in der Ukraine einzusetzen, was selbst Frau Baerbock dazu veranla\u00dfte, die USA zu kritisieren &#8211; immerhin.<\/p>\n\n\n\n<p>Arroganz macht blind f\u00fcr die Realit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Arroganz, da\u00df man ja zum Lager der \u201eGuten\u201c geh\u00f6rt und deshalb ungestraft die furchtbarsten Dinge vorschlagen kann, macht eben auch blind. Die Realit\u00e4t ist ja keineswegs, da\u00df die russische Wirtschaft kollabiert, ganz im Gegenteil. Das Wirtschaftswachstum betrug im Mai 5,4%, w\u00e4hrend sich Deutschland offiziell in einer Rezession befindet, und gezwungen durch die Sanktionen mu\u00dfte Ru\u00dfland zu seinem eigenen Vorteil viele Produktionszweige im eigenen Land aufbauen und den vom Westen abgeschnittenen Handel nach Asien umlenken, wo ohnehin die Musik der Weltwirtschaft spielt. Der transatlantische Finanzsektor hingegen sitzt auf einer Blase von 2 Billiarden $ ausstehender Derivatkontrakte &#8211; das ist eine 2 mit 15 Nullen -, die letztlich eine hoffnungslose Verschuldung des Systems bedeuten. Die Zentralbanken wanken in anscheinender Orientierungslosigkeit zwischen <em>quantitative easing<\/em> (QE) und <em>quantitative tapering<\/em> (QT) hin und her.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Vogel abgeschossen hat aber Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU f\u00fcr Au\u00dfenpolitik, der auf einem ganz hohen Ro\u00df sa\u00df, als er in einer Rede in der Europ\u00e4isch-Diplomatischen Akademie in Br\u00fcgge k\u00fcrzlich meinte, Europa sei ein Garten, der gr\u00f6\u00dfte Teil der restlichen Welt hingegen ein Dschungel, der in diesen Garten eindringen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser Sichtweise werden sich weder die z.T. 5000 Jahre alten Kulturv\u00f6lker Asiens anfreunden k\u00f6nnen, die zusammen mit den anderen Staaten des Globalen S\u00fcdens l\u00e4ngst dabei sind, eine Neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen &#8211; und wo Herr Borrell inzwischen als Humorist gilt, den man aber nicht unbedingt mehr einladen mu\u00df, wie gerade von China -, noch die fast 50 Prozent der deutschen Unternehmen, die aufgrund des Mi\u00dfmanagements der deutschen Regierung und der nicht mehr bezahlbaren Energiepreise fluchtartig das Land verlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Borrells deplaziertem Gartenvergleich wird man an den 10. Auftritt im Zweiten Akt in Schillers Schauspiel <em>Don Carlos<\/em> erinnert, als der Marquis von Posa, der sich als Weltb\u00fcrger versteht und die Befreiung Flanderns vom spanischen Joch im Herzen tr\u00e4gt, K\u00f6nig Philipp II gegen\u00fcber tritt, dem absoluten Herrscher von Spanien, dem Reich, von damals gesagt wurde, da\u00df in ihm \u201edie Sonne nie untergeht\u201c. Philipp sagt hier ganz \u00e4hnlich:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Sehet in meinem Spanien Euch um. Hier bl\u00fcht des B\u00fcrgers Gl\u00fcck in nie bew\u00f6lktem Frieden; und diese Ruhe g\u00f6nn ich den Flam\u00e4ndern.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Und Posa antwortet:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Die Ruhe eines Kirchhofs,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und Sie hoffen&#8230;den allgemeinen Fr\u00fchling aufzuhalten,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>der die Gestalt der Welt verj\u00fcngt? SIE wollen &#8211;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Allein in ganz Europa &#8211; sich dem Rade<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>des Weltverh\u00e4ngnisses, das unaufhaltsam<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>in vollem Laufe rollt, entgegenwerfen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie werden nicht!..\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die absolute Mehrheit in Deutschland z.B. hat kein Vertrauen mehr in die Regierung, und laut j\u00fcngsten Umfragen sind 79% nicht zufrieden mit der Politik der Regierung. Hier in Frankreich haben wir j\u00fcngst gesehen, wie es mit dem sozialen Gef\u00fcge im \u201eGarten\u201c bestellt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine Mauer k\u00f6nne hoch genug sein, um den Garten zu sch\u00fctzen, meint Borrell? Nun, wir sehen an den Au\u00dfengrenzen der EU, wie diese Mauern aussehen. Papst Franziskus bezeichnete die Auffanglager f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge in den Anrainerstaaten Europas treffenderweise als KZs, die von hohen, mit NATO-Draht gesch\u00fctzten Mauern umgeben sind, und deren demonstrierte Schrecklichkeit die Menschen davon abhalten soll, sich in kleinen Booten aufs Mittelmeer zu wagen, das l\u00e4ngst zu einem grauenhaften Massengrab geworden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein Herr Borrell, dieses Europa ist kein Garten. Es ist ein Kontinent, den f\u00e4hige Politiker wie Charles de Gaulle und Konrad Adenauer aus dem Tr\u00fcmmerhaufen des Zweiten Weltkrieges in eine bessere Zukunft f\u00fchren wollten, und den eine durch und durch dekadente politische Kaste, die ihre Friedenspflicht ad acta gelegt hat, heute dabei ist, in eine erneute Katastrophe zu f\u00fchren, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs bei weitem zu \u00fcbertreffen droht.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn weite Teile der Welt au\u00dferhalb Europas vielleicht an einen Dschungel erinnern, dann deshalb, weil Europa in den vergangenen Jahrhunderten Afrika nicht entwickelt hat, sondern bekannte Familien in der transatlantischen Welt ihre Verm\u00f6gen auf dem Sklavenhandel aufgebaut, vom Opium-Handel profitiert haben, oder Profit ziehen aus dem modernen Nachfolger des Kolonialismus, der Casino-Wirtschaft, in der die Regeln bestimmt werden in unserer ach so phantastisch organisierten, regelbasierten Ordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder vielleicht sind andere Regionen ein Dschungel, weil die transatlantischen Interventionsarmeen darin gehaust haben, wie die NATO 20 Jahre in Afghanistan, eine Zeit, in der nichts aufgebaut wurde, nur um ein Land in Schutt und Asche zu hinterlassen. Oder wie im Irak, der von einem ins Moderne aufsteigenden Land zur\u00fcckgebombt wurde in das Steinzeitalter, und bei dem Madeleine Albright den Tod von 500.000 irakischen Kindern einen angemessenen Preis f\u00fcr das Recht fand, das Land weiter zu ruinieren. Man k\u00f6nnte die Liste noch um einiges fortsetzen, warum einige L\u00e4nder dieser Erde keine G\u00e4rten sind, Syrien, Jemen, Libyen, Haiti usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Globale S\u00fcden er\u00f6ffnet einen Ausweg<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es gibt einen Ausweg. Die Nationen des Globalen S\u00fcdens, deren Existenz von der G7 gerade erst entdeckt wurde, n\u00e4mlich bei ihrem Gipfeltreffen in Hiroshima, und die die \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit der Menschheit repr\u00e4sentieren, sind l\u00e4ngst dabei, die Fesseln des modernen Kolonialismus abzusch\u00fctteln und eine neue internationale W\u00e4hrung, neue Entwicklungsbanken und ein neues Kreditsystem zu schaffen. \u00dcber 30 Staaten haben Mitgliedschaft bei den BRICS-Plus beantragt, die SCO, AU, ASEAN, EAEU, Mercosur und andere Organisation sind dazu \u00fcbergegangen, ihren Handel in nationalen W\u00e4hrungen abzuwickeln. 151 Staaten arbeiten mit Chinas Belt &amp; Road-Initiative zusammen, die dieses Jahr ihr zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um feiert und es in diesem Jahrzehnt geschafft hat, da\u00df der Name \u201eEntwicklungsl\u00e4nder\u201c auf die Staaten des Globalen S\u00fcdens wieder zutrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen in Europa, ja auch in Amerika den ohnehin zum Scheitern verurteilten Versuch aufgeben, den Aufstieg dieser L\u00e4nder durch eine Abkopplung oder \u201eDe-risking\u201c einzud\u00e4mmen, sondern wir m\u00fcssen Konfrontation, die ohnehin nur dem Milit\u00e4risch-Industriellen Komplex n\u00fctzt, durch Kooperation ersetzen. Deutschland, Frankreich, Italien, und alle anderen europ\u00e4ischen Nationen m\u00fcssen Teil des neuen Paradigmas bei den internationalen Beziehungen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Mittelstand, der jetzt unter dem alten Paradigma bankrott geht, kann nicht nur helfen, den Inga-Damm zu bauen, sondern auch das Transaqua-Projekt zu verwirklichen, das zw\u00f6lf weitere Staaten in Afrika Elektrizit\u00e4t geben w\u00fcrde. Wir k\u00f6nnen mit China kooperieren, den ganzen Globalen S\u00fcden mit einem Schnellbahnsystem ausstatten, H\u00e4fen, Wasserwege bauen, W\u00fcsten durch die gro\u00dfangelegte Entsalzung von Meereswasser begr\u00fcnen, neue St\u00e4dte bauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, und wo wir schon einmal dabei sind, k\u00f6nnen wir auch unsere eigene Infrastruktur, die marode ist, erneuern, anstatt die R\u00fcstungsindustrie reich und die Bev\u00f6lkerung arm zu machen, Schulen reparieren, das Gesundheitssystem wieder funktionsf\u00e4hig machen. Wir k\u00f6nnen die internationale Kooperation bei dem Fusionsprojekt ITER zu einem Crash-Programm intensivieren, um die kommerzielle Nutzung der Fusionsenergie schneller zu erreichen, und uns die ganze Umweltverschmutzung und Landschaftszerst\u00f6rung mit diesen uns\u00e4glichen Windr\u00e4dern sparen. Und wir k\u00f6nnen die Ukraine als Br\u00fccke zwischen Mitteleuropa und Ru\u00dfland als Teil der Neuen Seidenstra\u00dfe wieder aufbauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Europa und Amerika auf diesen Kurs zu bringen: dazu verpflichten wir uns. Und erinnern wir uns, was Posa weiter zu K\u00f6nig Phillipp sagt, und was wir den vielen Borrells heute mit Schiller sagen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Geben Sie die unnat\u00fcrliche Verg\u00f6ttrung auf,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>die uns vernichtet!&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie wollen pflanzen f\u00fcr die Ewigkeit,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Und s\u00e4en Tod? Ein so erzwungnes Werk<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Wird seines Sch\u00f6pfers Geist nicht \u00fcberdauern&#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Geben Sie,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Was Sie uns nahmen wieder! Lassen Sie,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gro\u00dfm\u00fctig, wie der Starke, Menschengl\u00fcck<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Aus Ihrem F\u00fcllhorn str\u00f6men &#8211; Geister reifen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>In Ihrem Weltgeb\u00e4ude, Geben Sie,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Was Sie uns nahmen, wieder. Werden Sie,<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>von Millionen K\u00f6nigen, ein K\u00f6nig!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nun, wir brauchen heute keine K\u00f6nige mehr, aber in Abwandlung on Posas Worten la\u00dft uns sagen:<\/p>\n\n\n\n<p><em>La\u00dft einen Garten von Millionen G\u00e4rten bl\u00fchen!<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche er\u00f6ffnete die Stra\u00dfburger Konferenz des Schiller-Instituts am 8.7. 2023 mit dem folgenden Vortrag. Exzellenzen, sehr verehrte G\u00e4ste, liebe Freunde des Schiller Instituts! 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