{"id":93213,"date":"2022-12-01T13:36:02","date_gmt":"2022-12-01T18:36:02","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=93213"},"modified":"2022-12-01T13:36:05","modified_gmt":"2022-12-01T18:36:05","slug":"ehemalige-kolonisatoren-jetzt-kolonisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/12\/01\/ehemalige-kolonisatoren-jetzt-kolonisiert\/","title":{"rendered":"Ehemalige Kolonisatoren jetzt kolonisiert"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Ex-Pr\u00e4sident Donald Ramotar<\/p>\n\n\n\n<p>Die milit\u00e4rischen Operationen Ru\u00dflands in der Ukraine bringen viele Dinge ans Licht, die den meisten V\u00f6lkern der Welt verborgen geblieben sind. Eines davon ist der wahre Grund, warum die Vereinigten Staaten die Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) nicht aufgel\u00f6st haben, als der Kalte Krieg zu Ende war und keine milit\u00e4rische Bedrohung mehr bestand.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grund ist, da\u00df die NATO das Instrument ist, mit dem die Vereinigten Staaten die Politik und Wirtschaft Europas kontrollieren. Diese Kontrolle ist so allgegenw\u00e4rtig, da\u00df wir zu dem Schlu\u00df kommen k\u00f6nnen, da\u00df die europ\u00e4ischen L\u00e4nder zu Kolonien der Vereinigten Staaten geworden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die europ\u00e4ischen L\u00e4nder sind sich bewu\u00dft, da\u00df Ru\u00dfland echte Sicherheitsbedenken bez\u00fcglich der NATO-St\u00fctzpunkte hatte und hat. Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wandte sich gegen Pr\u00e4sident Bush, der die NATO bis an die Grenzen Ru\u00dflands ausdehnte. Sie warnte, da\u00df dies zu einem Krieg f\u00fchren k\u00f6nnte. Trotzdem beugte sie sich dem Druck der USA und stimmte gegen ihren Willen der Erweiterung zu. Mit dieser Entscheidung wurde der Grundstein f\u00fcr einen Krieg in Europa gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Ukraine Ru\u00dfland weiterhin bedrohte und die russische Bev\u00f6lkerung in der Ostukraine unaufh\u00f6rlich bombardierte, erkannten Deutschland und Frankreich die Gefahren und unternahmen Schritte, um die mit Sicherheit bevorstehende Konfrontation abzuwenden. Sie arbeiteten mit Ru\u00dfland und der Ukraine zusammen, um ein Abkommen zur Vermeidung eines Krieges auszuhandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>So kam es zum Minsker Abkommen, das der \u00fcberw\u00e4ltigenden russischen Bev\u00f6lkerung im Donba\u00df und in Luhansk mehr Autonomie einr\u00e4umen sollte. Das h\u00e4tte es diesen Menschen erm\u00f6glicht, ihre Muttersprache, Russisch, zu verwenden. Es h\u00e4tte diesen Orten erlaubt, ukrainisch zu bleiben. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident und die deutsche Bundeskanzlerin verpflichteten ihre L\u00e4nder, als Garanten f\u00fcr die Umsetzung dieser Vereinbarung zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das pa\u00dfte nicht zu den Pl\u00e4nen der USA, Ru\u00dfland in einen Krieg zu treiben. K\u00fcrzlich enth\u00fcllte NATO-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg, da\u00df sich die NATO seit 2014 auf einen Krieg mit Ru\u00dfland vorbereitete. Deshalb mu\u00dften die USA\/NATO das Minsker Abkommen zerst\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Amerikaner dr\u00e4ngten die Ukraine zun\u00e4chst, das von ihr unterzeichnete Abkommen aufzugeben. Dann forderten sie Frankreich und Deutschland auf, sich zur\u00fcckzuziehen. Deshalb haben diese beiden ehemals m\u00e4chtigen Staaten auch ihre eigenen Verpflichtungen mi\u00dfachtet und damit das Abkommen zerst\u00f6rt. Sie haben nicht den Willen gezeigt, ihre eigenen Verpflichtungen einzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Druck der USA weigerten sie sich, Ru\u00dfland Sicherheitsgarantien zu geben, obwohl sie sich seit 1990 verpflichtet hatten, die NATO nach der Wiedervereinigung Deutschlands nicht einen Zentimeter in Richtung Ru\u00dfland zu erweitern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die europ\u00e4ischen Staaten wurden auf Dr\u00e4ngen der USA zu diesem Schritt gezwungen, wohl wissend, da\u00df sie damit einen Krieg vor ihre Haust\u00fcr bringen. Die Vereinigten Staaten sind durch zwei riesige Ozeane sehr gut gesch\u00fctzt, aber die Europ\u00e4er befinden sich an der Frontlinie. Die USA scheinen also bereit f\u00fcr einen Krieg auf Kosten der Ukraine und ihrer Vasallen in Europa zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die imperialen Pl\u00e4ne der USA haben auch einen wirtschaftlichen Aspekt. Lange Zeit dr\u00e4ngten die USA Europa, kein billiges \u00d6l und Gas mehr aus Ru\u00dfland zu beziehen. Sie wollten diesen Markt f\u00fcr sich selbst. Sie zwangen Deutschland, die North-Stream-2-Pipeline aufzugeben, die russisches Gas direkt nach Deutschland leiten sollte. Dies geschah, nachdem die Deutschen selbst Millionen von Euro f\u00fcr den Bau der Pipeline ausgegeben hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Indem man Ru\u00dfland zu Milit\u00e4roperationen zwang, um zu verhindern, da\u00df die Ukraine zu einem milit\u00e4rischen Au\u00dfenposten der NATO wird, und um die in der Ostukraine lebende russische Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen, wurde ein perfekter Vorwand geschaffen, um den Kauf russischer Energie zu stoppen. Das bedeutet, da\u00df die Europ\u00e4er gezwungen w\u00e4ren, amerikanisches Gas und \u00d6l zu kaufen, das viel teurer ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies w\u00fcrde nat\u00fcrlich die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der europ\u00e4ischen Industrie beeintr\u00e4chtigen und die Abh\u00e4ngigkeit von den Vereinigten Staaten erh\u00f6hen. Doch die Europ\u00e4er machen das kleinlaut mit. All das ist gegen die Interessen der eigenen Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist \u00e4hnlich wie in der klassischen Kolonialzeit, als die Kolonien gezwungen waren, teurere Waren aus dem \u201eMutterland\u201c zu kaufen, w\u00e4hrend sie ihre Waren billiger an die Kolonisatoren verkaufen mu\u00dften.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt ein milit\u00e4rischer Aspekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Europ\u00e4er sind nun gezwungen, angesichts der so genannten \u201erussischen Bedrohung\u201c mehr f\u00fcr ihr Milit\u00e4r auszugeben. Dieses Geld wird ausgegeben, um Waffen von den USA zu kaufen und so ihren milit\u00e4risch-industriellen Komplex zu bereichern. Der Hauptgrund ist die Versorgung der NATO-Aggression in der ganzen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man bedenkt, da\u00df der Milit\u00e4rhaushalt der USA mindestens zehnmal gr\u00f6\u00dfer ist als der Ru\u00dflands, und wenn man die Milit\u00e4rausgaben der NATO-L\u00e4nder hinzurechnet, geben diese wahrscheinlich 15-mal mehr f\u00fcr ihr Milit\u00e4r aus als Ru\u00dfland. Daher mu\u00df man sich fragen, wer wen bedroht, denn dieses Argument ist eindeutig nicht stichhaltig.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann haben wir nat\u00fcrlich die Sanktionen. Diese Sanktionen wurden schon Monate vorher vorbereitet, da die USA\/NATO Ru\u00dfland keine andere M\u00f6glichkeit lie\u00dfen, als sein Milit\u00e4r in der Ukraine einzusetzen. Die harten Ma\u00dfnahmen wurden in der Absicht ausgearbeitet, Ru\u00dflands Wirtschaft zu zerst\u00f6ren und einen Regimewechsel in Moskau zu erzwingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie br\u00fcsteten sich mit der \u201eMutter aller Sanktionen\u201c und damit, den russischen Rubel zu Fall zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Sanktionen, die Ru\u00dfland zweifellos schaden, hatten jedoch auch einen Bumerang-Effekt. Indem sie versuchen, Ru\u00dflands Wirtschaft zu zerst\u00f6ren, schaden die USA auch der europ\u00e4ischen Wirtschaft. Sie schaden sogar sich selbst; ihre Experten, die die Sanktionen entworfen haben, scheinen ihre Strategie nicht durchdacht zu haben und sich der Auswirkungen auf die NATO-L\u00e4nder nicht bewu\u00dft gewesen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Was dieser Krieg dem russischen Volk auch deutlich gemacht hat, ist der Ha\u00df und die Verachtung, die der Westen ihm entgegenbringt. In der Vergangenheit wurde der Welt vorgegaukelt, die Feindseligkeit gegen\u00fcber Ru\u00dfland sei ideologisch begr\u00fcndet. Es war ein Wettstreit zwischen zwei Systemen, dem Kapitalismus und dem Sozialismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber ist Ru\u00dfland kapitalistisch, wahrscheinlich hat es ein reineres kapitalistisches System als die USA und ihre Verb\u00fcndeten. Daher scheint der Ha\u00df auf einer Form von Rassismus zu beruhen, da Ru\u00dfland als euro-asiatisch angesehen wird. Der Westen sieht auf sie herab.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus ihren Erkl\u00e4rungen geht hervor, da\u00df die russische F\u00fchrung dies erkannt zu haben scheint. Sie bereiten sich eindeutig darauf vor, ihre Beziehungen zu den USA und Europa drastisch zu reduzieren. Ihr Augenmerk richtet sich jetzt auf Asien.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die USA und Europa also glauben, da\u00df sie Ru\u00dfland vom Westen isolieren werden, distanzieren sich die Russen freiwillig und bewegen sich nach Osten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei all dem ist klar, da\u00df die Europ\u00e4er ihre Souver\u00e4nit\u00e4t verloren haben. Alle ihre Handlungen sind gegen ihre eigenen Interessen gerichtet. Eines der Hauptziele der Vereinigten Staaten ist es, Europa zu kontrollieren und es ihrem Willen zu unterwerfen. Das ist ihnen gelungen. Das ist Kolonialismus in allem au\u00dfer dem Namen!<\/p>\n\n\n\n<p><em>(Donald Ramotar war Pr\u00e4sident von Guyana (2011-2015) und Mitglied des Parlaments.)<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Ex-Pr\u00e4sident Donald Ramotar Die milit\u00e4rischen Operationen Ru\u00dflands in der Ukraine bringen viele Dinge ans Licht, die den meisten V\u00f6lkern der Welt verborgen geblieben sind. Eines davon ist der wahre Grund, warum die Vereinigten Staaten die Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) nicht aufgel\u00f6st haben, als der Kalte Krieg&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":93214,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-93213","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/Government-Information-Agency-Guyana-GINA.png","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=93213"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":93224,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/93213\/revisions\/93224"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/93214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=93213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=93213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=93213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}