{"id":92780,"date":"2022-11-13T03:06:04","date_gmt":"2022-11-13T08:06:04","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=92780"},"modified":"2022-11-13T03:23:51","modified_gmt":"2022-11-13T08:23:51","slug":"aussichten-fuer-eine-auf-fusionsenergie-basierende-wirtschaft-fuer-die-brics-staaten-und-ihre-partner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/13\/aussichten-fuer-eine-auf-fusionsenergie-basierende-wirtschaft-fuer-die-brics-staaten-und-ihre-partner\/","title":{"rendered":"Aussichten f\u00fcr eine auf Fusionsenergie basierende Wirtschaft f\u00fcr die BRICS-Staaten und ihre Partner"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Von Richard A. Black<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard A. Black ist der Vertreter des Schiller-Instituts bei den Vereinten Nationen in New York. Die folgende Rede hielt er auf der \u201eInternationalen wissenschaftlichen und praktischen Konferenz: Wissenschaftlich-technologische und innovative Zusammenarbeit der BRICS-L\u00e4nder\u201c, die am 25. und 26. Oktober 2022 vom Nationalen Komitee f\u00fcr BRICS-Forschung aus Moskau ausgerichtet wurde. Der Text wurde leicht \u00fcberarbeitet und aus dem Englischen \u00fcbersetzt. <\/strong><a href=\"https:\/\/youtu.be\/B0m5-v0etmE?t=8153\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/youtu.be\/B0m5-v0etmE?t=8153\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Das Video des Vortrags ist hier verf\u00fcgbar<\/strong>.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte dem Nationalen Komitee f\u00fcr BRICS-Forschung in Ru\u00dfland f\u00fcr die Einladung des Schiller-Instituts zur Teilnahme an dieser historischen Konferenz danken.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf einem Technologieseminar im September 2022 in Peking sagte Prof. Peng Xianjue von der Chinesischen Akademie f\u00fcr Technische Physik: <\/p>\n\n\n<p><blockquote>\u201eDie Fusionsz\u00fcndung ist das Juwel in der Krone der Wissenschaft und Technologie in der heutigen Welt. Die Freisetzung von Fusionsenergie im Energiema\u00dfstab wird der wichtigste Meilenstein sein auf dem Weg zur Fusionsenergie f\u00fcr die Menschheit.\u201c<\/blockquote><\/p>\n\n\n<p>Professor Peng k\u00fcndigte an, da\u00df China bis 2028 kontinuierliche Fusionsenergie zur Verwendung in einem hybriden Spaltungs-\/Fusions-Kraftwerk erzeugen wird. Sch\u00e4tzungen zufolge werden die Reaktoren bis 2035 in der Lage sein, aus dem Fusionsproze\u00df direkt Energie f\u00fcr das Stromnetz zu erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>In einer Rede vor 3300 hochrangigen russischen Unternehmensvertretern und internationalen Delegierten auf einem russischen Industrialisierungsgipfel im Jahr 2019 berichtete Pr\u00e4sident Putin:<\/p>\n\n\n<p><blockquote>\u201eDie thermonukleare Fusionsenergie, die tats\u00e4chlich der Art und Weise \u00e4hnelt, wie W\u00e4rme und Licht tief im Inneren unseres Sterns, der Sonne, erzeugt werden, ist ein Beispiel f\u00fcr eine solche natur\u00e4hnliche Technologie. Potentiell k\u00f6nnen wir damit eine riesige, unersch\u00f6pfliche und sichere Energiequelle erschlie\u00dfen.\u201c<\/blockquote><\/p>\n\n\n<p>Pr\u00e4sident Putin betonte, da\u00df Ru\u00dfland bereit ist, eine \u201eexpansive und gleichberechtigte Zusammenarbeit\u201c mit Nationen auf der ganzen Welt einzugehen, um die Durchbr\u00fcche in Wissenschaft und Technik zu erzielen, die erforderlich sind, um riesige Mengen an Strom f\u00fcr den weltweiten Bedarf zu erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das globale Energiedefizit<\/h3>\n\n\n\n<p>Die laufenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die darauf abzielen, die Kernfusion in naher Zukunft in Betrieb zu nehmen \u2013 durch und f\u00fcr die BRICS-Staaten und -Partner \u2013, machen diesen Bereich zu einem zentralen Thema der heutigen Konferenz: wissenschaftliche, technische und innovative Zusammenarbeit. Nimmt man die f\u00fchrende Arbeit Indiens bei der Entwicklung eines mit Thorium betriebenen Reaktors und die historische Rolle S\u00fcdafrikas bei der Entwicklung von Spaltreaktoren hinzu, so wird deutlich, da\u00df die BRICS und der Globale S\u00fcden heute an der Spitze der weltweiten Wissenschaft stehen, um die globale Energiearmut zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Bericht werde ich kurz das Ausma\u00df der weltweiten Energiedefizite er\u00f6rtern, einige Schl\u00fcsselprinzipien der physikalischen \u00d6konomie des amerikanischen Wissenschaftlers Lyndon LaRouche vorstellen, das Wesen und die Herkunft des Fusionsbrennstoffs er\u00f6rtern und schlie\u00dflich den verlogenen Charakter der in der akademischen Welt und bei den Regierungen des Westens verbreiteten Ideologie der \u201eGrenzen des Wachstums\u201c oder der angeblichen \u201eRessourcenknappheit\u201c entlarven.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Kollege bei <em>Executive Intelligence Review<\/em>, der physische \u00d6konom Richard Freeman, hat berechnet, wie hoch die immensen aktuellen Energiedefizite im Globalen S\u00fcden sind, und was erforderlich ist, um diese Teile der Welt rasch auf den Standard des Pro-Kopf-Energieverbrauchs in den USA zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Betrachten Sie <em>Tabelle 1<\/em>: Der derzeitige Pro-Kopf-Energieverbrauch in Asien (ohne Japan) ist nur ein Viertel so hoch wie in den USA, in Lateinamerika ein F\u00fcnftel und in Afrika ein Zwanzigstel. Dieses technologische Defizit ist die Ursache f\u00fcr Hungersn\u00f6te, unkontrollierte Krankheiten und Pandemien sowie sozialen Zerfall.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Tab. 1: Enormes Defizit des Stromverbrauchs<br>in den Entwicklungsl\u00e4ndern<\/strong><br>(Stromverbrauch in kWh pro Person und Jahr)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Vorgeschlagener Standard: USA<\/strong><\/td><td><strong>11.731<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Derzeitiger Verbrauch: Afrika<\/strong><\/td><td><strong>559<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Mali<\/td><td>153<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Sierra Leone<\/td><td>42<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Tschad<\/td><td>12<\/td><\/tr><tr><td><strong>Derzeitiger Verbrauch: Iberoamerika<\/strong><\/td><td><strong>2096<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Peru<\/td><td>1398<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Guatemala<\/td><td>589<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Haiti<\/td><td>37<\/td><\/tr><tr><td><strong>Derzeitiger Verbrauch: Asien (ohne Japan)<\/strong><\/td><td><strong>2540<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Indonesien<\/td><td>799<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Myanmar<\/td><td>269<\/td><\/tr><tr><td>&nbsp;<\/td><td>\u2013 Jemen<\/td><td>123<\/td><\/tr><tr><td>Quelle: EIR, US Department of Energy, Energy Information Agency,<br>International Energy Agency (IEA)<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Grundlegende Prinzipien der physischen \u00d6konomie<\/h3>\n\n\n\n<p>In <em>Tabelle 2<\/em> sehen wir den tats\u00e4chlichen, modernen Energiebedarf der Entwicklungsl\u00e4nder. Die Entwicklungsl\u00e4nder als Ganzes ben\u00f6tigen 57,4 PWh j\u00e4hrlich an zus\u00e4tzlichem Stromverbrauch. Ein Blick auf die untere Zeile dieses Diagramms zeigt, da\u00df der unterentwickelte Sektor seine Stromproduktion verf\u00fcnffachen mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Tabelle 2: Die Entwicklungsl\u00e4nder ben\u00f6tigen<br>57,4 PWh Wattstunden an erh\u00f6htem Elektrizit\u00e4tsverbrauch<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Kontinent<\/strong><\/td><td><strong>Derzeitiger Netto-Stromverbrauch (TWh)<\/strong><\/td><td><strong>Notwendige Steigerung des Netto-Stromverbrauchs zum Erreichen des<br>US-Standards (TWh)<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Afrika<\/td><td>638<\/td><td>13.768<\/td><\/tr><tr><td>Iberoamerika<\/td><td>1315<\/td><td>6108<\/td><\/tr><tr><td>Asien<br>(ohne Japan)<\/td><td>10.219<\/td><td>37.485<\/td><\/tr><tr><td>Entwicklungs-<br>l\u00e4nder insg.<\/td><td>12.217<\/td><td>57.361<\/td><\/tr><tr><td>Quelle: EIR, US Dept. of Energy, Energy Information Agency,<br>Nationales Statistisches Amt-China, International Energy Agency<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Betrachten wir nur zwei Prinzipien der physischen \u00d6konomie im Hinblick auf die Energieerzeugung und ihren Einsatz in der Gesellschaft: 1. die Energieflu\u00dfdichte und 2. den Energieverbrauch im Verh\u00e4ltnis zum BIP pro Kopf. Die Energieflu\u00dfdichte wird nach der Definition des amerikanischen Wissenschaftlers und \u00d6konomen Lyndon LaRouche als die Intensit\u00e4t der Energie gemessen, die am Ort der Erzeugung oder Anwendung eingesetzt wird. Man denke an die Energie, die in einem Laserstrahl f\u00fcr die Metallzerspanung konzentriert ist, verglichen mit der Energie, die eine Wasserm\u00fchle des 18. Jahrhunderts erzeugt. Betrachten Sie dazu die vergleichende Energiedichte verschiedener Brennstoffe in <em>Tabelle 3<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Tabelle 3: Die Energiedichte von Brennstoffen<\/strong><\/td><\/tr><tr><td><strong>Energiequelle<\/strong><\/td><td><strong>Energiedichte (Joules\/Gramm)<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Steinkohle<\/td><td>2,7 x 10<sup>4<\/sup><\/td><\/tr><tr><td>Typischer Kernbrennstoff<\/td><td>3,7 x 10<sup>9<\/sup><\/td><\/tr><tr><td>Deuterium-Tritium-Fusion<\/td><td>3,2 x 10<sup>11<\/sup><\/td><\/tr><tr><td>Quelle: EIR, 21st Century Science &amp; Technology<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>Man beachte, da\u00df die verf\u00fcgbare Energie aus der Deuterium-Tritium-Fusionsreaktion im Vergleich zur modernen Kohleverbrennung nicht nur um ein Vielfaches h\u00f6her ist, sondern sogar um sieben Gr\u00f6\u00dfenordnungen zunimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>In allen L\u00e4ndern korreliert der Anstieg des Pro-Kopf-Stromverbrauchs eng mit dem Anstieg des BIP. Die stark ausgeweitete Stromproduktion einer auf Kernspaltung basierenden Wirtschaft ist eine Voraussetzung f\u00fcr moderne Arbeitskr\u00e4fte, die den Fortschritt einer Nation erm\u00f6glichen. Doch obwohl die massive Ausweitung der Energieerzeugung auf der Grundlage von Kohlenwasserstoffen und Kernspaltung von entscheidender Bedeutung ist \u2013 und das f\u00fcr den Globalen S\u00fcden sofort, bis innerhalb von etwa 15 Jahren die Fusionsenergie in Betrieb genommen wird \u2013, liefert nur die Fusionsenergie die gesamte Energiemenge, die erforderlich ist, um die Weltgemeinschaft, einschlie\u00dflich ganz Afrikas, langfristig auf das erforderliche h\u00f6here Niveau zu bringen. Historiker werden feststellen, da\u00df der senegalesische Kernchemiker, Historiker und politische Vision\u00e4r Cheikh Anta Diop bereits 1960 eine solche Energiepolitik f\u00fcr den afrikanischen Kontinent vorgab, er sprach von der \u201eeffektiven Kontrolle thermonuklearer Reaktionen &#8230; in Anlagen, die Tokamaks genannt werden\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>Der derzeitige Bau des Kernspaltungs\u00adkomplexes der Generation III+ mit vier Bl\u00f6cken im \u00e4gyptischen El Dabaa \u2013 eine Kooperation zwischen der Russischen F\u00f6deration und \u00c4gypten \u2013 ist ein Beispiel daf\u00fcr, was erforderlich ist. Welche Aussichten h\u00e4tte dann erst der von China entworfene Spaltungs-\/Fusions-Hybridreaktor als Br\u00fccke zur fusionsbasierten Energieversorgung in Afrika?<\/p>\n\n\n\n<p><em>Abbildung 1<\/em> zeigt die Korrelation zwischen dem Stromverbrauch und dem Pro-Kopf-BIP in den einzelnen L\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: EIRNS\/Jason Ross, Daten der World DataBank (2010) <\/p>\n\n\n\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images25\/black1.jpg\"> <\/p>\n\n\n\n<p><em>Abb. 1: Stromverbrauch im Vergleich zum Pro-Kopf-BIP.<br>Die Korrelation zwischen dem Pro-Kopf-Stromverbrauch und dem BIP ist bemerkenswert deutlich. Wer darauf besteht, da\u00df Entwicklungsl\u00e4nder \u201eangepa\u00dfte Technologien\u201c einsetzen, der besteht darauf, da\u00df sie auf ewig arm bleiben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Mond: Eine praktische Quelle f\u00fcr Fusionsbrennstoff<\/h3>\n\n\n\n<p>Aus Zeitgr\u00fcnden k\u00f6nnen wir nicht ausf\u00fchrlich darauf eingehen, aber der beste Fusionsbrennstoff ist das Heliumisotop He<sup>3<\/sup>. Auf der Erde kommt es \u00e4u\u00dferst selten vor, aber eine nahegelegene Quelle, der Mond, enth\u00e4lt enorme Mengen dieses Brennstoffs in seinem Boden, dem Regolith. In einer echten Demonstration der \u201eSonnenenergie\u201c produziert die Sonne He<sup>3<\/sup> als einen der Bestandteile des \u201eSonnenwindes\u201c, den sie st\u00e4ndig in unser Sonnensystem ausstrahlt. Da der Mond nicht \u00fcber das sch\u00fctzende Magnetfeld der Erde verf\u00fcgt, speichert er gro\u00dfe Mengen an He<sup>3<\/sup> von der Sonne. Gegenw\u00e4rtig sch\u00e4tzt man, da\u00df der Mondboden zwischen einer und f\u00fcnf Millionen Tonnen He<sup>3<\/sup> enth\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Ouyang Ziyuan, renommierter Geochemiker und Kosmochemiker und leitender Wissenschaftler des chinesischen Monderkundungsprogramms (CLEP), sagte dazu, der Mond sei so reich an He<sup>3<\/sup>, da\u00df diese Quelle \u201eden Energiebedarf der Menschheit f\u00fcr mindestens 10.000 Jahre decken\u201c k\u00f6nne. Ein Teil der Mission von Chinas Chang&#8217;e-Mondsonden besteht darin, He<sup>3<\/sup>-Vorkommen auf dem Mond aufzusp\u00fcren. Professor Ouyang pl\u00e4diert seit langem daf\u00fcr, da\u00df dieses Gro\u00dfprojekt eine Zusammenarbeit vieler Nationen sein sollte, um \u201eden Energiebedarf der Menschheit zu l\u00f6sen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">W.I. Wernadskij und die Zukunft der Menschheit<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Ansichten und Arbeiten von Professor Ouyang spiegeln heute in beispielhafter Weise die immensen konzeptionellen Beitr\u00e4ge des Biogeochemikers Wladimir I. Wernadskij aus dem 20. Jahrhunderts wider. Wernadskijs Beitr\u00e4ge definierten Prinzipien des menschlichen Fortschritts im Universum, die uns ein tieferes Verst\u00e4ndnis der nat\u00fcrlichen Entwicklung erm\u00f6glichen, die in allen aktuellen Arbeiten auf dem Weg zu einer auf Fusionsenergie basierenden Wirtschaft zum Ausdruck kommt. 1938 schrieb Wernadskij in seinem Werk <em>Probleme der Biogeochemie II: \u00dcber die grundlegende materiell-energetische Unterscheidung zwischen lebenden und nicht lebenden nat\u00fcrlichen K\u00f6rpern der Biosph\u00e4re<\/em>:<\/p>\n\n\n<p><blockquote><\/p>\n<p>\u201eWir leben in einer ganz neuen, strahlenden geologischen Epoche. Der Mensch ver\u00e4ndert durch seine Arbeit \u2013 und seine bewu\u00dfte Beziehung zum Leben \u2013 die H\u00fclle der Erde, die geologische Region des Lebens, die Biosph\u00e4re. Der Mensch versetzt sie in einen neuen geologischen Zustand: Durch seine Arbeit und sein Bewu\u00dftsein befindet sich die Biosph\u00e4re in einem Proze\u00df des \u00dcbergangs zur Noosph\u00e4re. Der Mensch schafft neue biogeochemische Prozesse, die es vorher nicht gab&#8230;<\/p>\n<p>Das Gesicht der Erde ver\u00e4ndert sich tiefgreifend. Das Stadium der Noosph\u00e4re ist im Entstehen begriffen. In der Biosph\u00e4re der Erde ist eine intensive Bl\u00fcte im Gange, deren weitere Geschichte, so scheint es uns, grandios sein wird. In diesem geologischen Proze\u00df \u2013 der im wesentlichen biogeochemisch ist \u2013 kann eine einzelne individuelle Einheit aus der Gesamtheit der Menschheit \u2013 eine gro\u00dfe Pers\u00f6nlichkeit, sei es ein Wissenschaftler, ein Erfinder oder ein Staatsmann \u2013 von grundlegender, entscheidender, lenkender Bedeutung sein und sich als geologische Kraft manifestieren. Diese Art der Manifestation von Individualit\u00e4t in Prozessen von enormer biogeochemischer Bedeutung ist ein neues planetarisches Ph\u00e4nomen.\u201c<\/p>\n<p><\/blockquote><\/p>\n\n\n<p>So wurde der Betrug des \u201eneomalthusianischen Wirtschaftsliberalismus\u201c, wie LaRouche ihn nannte, der in den letzten Jahrzehnten vom Club of Rome von David Rockefeller und Aurelio Peccei mit ihrem vielgelesenen Buch <em>Die Grenzen des Wachstums<\/em> verbreitet wurde, von Wernadskij schon Jahrzehnte vor dessen Ver\u00f6ffentlichung diskreditiert. Wernadskij hat durch rigorose wissenschaftliche Arbeit gezeigt, da\u00df das Universum \u2013 wie es im klassischen Griechenland verstanden wurde \u2013 ein axiomatisch hylozoisches Universum ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Intensivierung der BRICS-Aktivit\u00e4ten und ihre Erweiterung um neue Mitglieder und Partner sowie \u00e4hnliche Prozesse, an denen die Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SOZ), die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) und andere f\u00fcr alle offene multinationale Organisationen beteiligt sind, bringen die Aussichten auf eine fusionsbasierte Wirtschaft sowie auch f\u00fcr ein neues Paradigma der schnellen, gerechten und fortschrittlichen Entwicklung f\u00fcr alle Nationen auf eine neue, hoffnungsvolle Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schlie\u00dfe mit einer Grafik, die das Schiller-Institut 2018 ver\u00f6ffentlicht hat (<em>Abbildung 2<\/em>). Links sehen Sie eine aktuelle Satelliten\u00adaufnahme des energiearmen Afrikas bei Nacht; rechts sehen Sie eine k\u00fcnstlerische Projektion eines \u201eelektrifizierten\u201c Afrikas bei Nacht im Jahr 2058.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Chance McGee, Hussein Askary\/Schiller-Institute, 2017 <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images25\/black2.jpg\"> <\/p>\n\n\n\n<p>Abb. 2: Afrika bei Nacht, 2018\/2058<\/p>\n\n\n\n<p>Wir danken Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit. Kommentare und Fragen sind willkommen; senden Sie sie an das Schiller-Institut unter <a href=\"mailto:richardblack1776@gmail.com\">richardblack1776@gmail.com<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Lyndon H. LaRouche, Jr.: <em>Was Sie schon immer \u00fcber Wirtschaft wissen wollten<\/em>, 1984.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Lyndon H. LaRouche, Jr., \u201eThe Legacy of Mendeleyev and Vernadsky: The Spirit of Russia\u2019s Science\u201d (Das Verm\u00e4chtnis von Mendelejew und Wernadskij: Der Geist der russischen Wissenschaft), <em>Executive Intelligence Review<\/em>, Bd. 28, Nr. 47, 7. Dezember 2001, S. 23-45.<\/p>\n\n\n\n<p>3. Richard Freeman, \u201eClean Coal Can Electrify the World\u201c (Saubere Kohle kann die Welt elektrisieren), <em>Executive Intelligence Review<\/em>, Bd. 48, Nr. 31, 6. August 2021, S. 38-44.<\/p>\n\n\n\n<p>4. EIR-Sonderbericht, <em>The New Silk Road Becomes the World Land-Bridge<\/em> (Die Neue Seidenstra\u00dfe wird zur Weltlandbr\u00fccke), 2014.<\/p>\n\n\n\n<p>5. Hussein Askary und Jason Ross: <em>Extending the New Silk Road to West Asia and Africa<\/em>, Schiller Institute Strategic Report, Nov. 2017.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Richard A. Black Richard A. Black ist der Vertreter des Schiller-Instituts bei den Vereinten Nationen in New York. Die folgende Rede hielt er auf der \u201eInternationalen wissenschaftlichen und praktischen Konferenz: Wissenschaftlich-technologische und innovative Zusammenarbeit der BRICS-L\u00e4nder\u201c, die am 25. und 26. Oktober 2022 vom&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":92784,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37,367,180,527,565,529],"tags":[],"class_list":["post-92780","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de","category-brics-de-2","category-brics-de","category-location-nyc-de","category-studies-science-de","category-location-usa-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/1310140714_16295904899351n.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92780"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92780\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92783,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92780\/revisions\/92783"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92784"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}