{"id":92636,"date":"2022-11-06T10:23:09","date_gmt":"2022-11-06T15:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=92636"},"modified":"2022-11-06T10:23:11","modified_gmt":"2022-11-06T15:23:11","slug":"helga-zepp-larouche-aeussert-sich-in-der-chinaplus-sendung-world-today-zum-besuch-von-kanzler-scholz-in-beijing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/06\/helga-zepp-larouche-aeussert-sich-in-der-chinaplus-sendung-world-today-zum-besuch-von-kanzler-scholz-in-beijing\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche \u00e4u\u00dfert sich in der ChinaPlus-Sendung \u201eWorld Today\u201c zum Besuch von Kanzler Scholz in Beijing"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Es folgt die \u00fcbersetzte Abschrift von Helga Zepp-LaRouches \u00c4u\u00dferungen bei einer Podiumsdiskussion zum Thema \u201eDie Perspektive der chinesischen Au\u00dfenpolitik der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre\u201c. Die Diskussion in der ChinaPlus-Sendung \u201eWorld Today\u201c fand am 4. November 2022 statt und kann hier im <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/resezfm.meldingcloud.com\/ueditor\/audio\/2211\/1067568052582.mp3\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/resezfm.meldingcloud.com\/ueditor\/audio\/2211\/1067568052582.mp3\" target=\"_blank\">englischen Original <\/a><\/em> <em>in voller L\u00e4nge<\/em> <em>angeh\u00f6rt werden.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>In der Beschreibung zu dem Podcast hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p>Chinas diplomatische Bem\u00fchungen sind nach Abschlu\u00df des 20. nationalen Kongresses der Kommunistischen Partei Chinas mit einer ersten Runde von Besuchen ausl\u00e4ndischer Staatsoberh\u00e4upter in vollem Gange. Nach dem Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei Vietnams, Nguyen Phu Trong, dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif und der tansanischen Pr\u00e4sidentin Samia Suluhu Hassan besuchte Bundeskanzler Olaf Scholz als erster EU-Staatschef seit Beginn der Pandemie China. Was sagt dies \u00fcber die Aussichten der chinesischen Au\u00dfenpolitik nach dem Parteitag aus? Zu Gast bei Ge Anna sind Helga Zepp-LaRouche, Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts; Dr. Rong Ying, Vizepr\u00e4sidentin und Senior Research Fellow, China Institute of International Studies; Hamzah Rifaat Hussain, Nachrichtensprecher, Indus News, Islamabad, Pakistan.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA:<\/strong> Chinas diplomatische Bem\u00fchungen sind mit der ersten Besuchsrunde ausl\u00e4ndischer Staatsoberh\u00e4upter seit dem Abschlu\u00df des 20. nationalen Kongre\u00dfes der Kommunistischen Partei Chinas in vollem Gange. Was sagt dies \u00fcber die Perspektiven der chinesischen Au\u00dfenpolitik nach dem Parteitag aus? Willkommen bei <em>World Today<\/em>, der Podiumsdiskussion mit Ge Anna. Wir melden uns aus unserem Studio in Beijing mit einer anderen Perspektive.<\/p>\n\n\n\n<p>Der chinesische Staatspr\u00e4sident Xi Jinping hat sich in Beijing mit Bundeskanzler Olaf Scholz getroffen. Angesichts der komplexen internationalen Lage betonte der chinesische Pr\u00e4sident, da\u00df China und Deutschland &#8211; zwei wichtige L\u00e4nder mit gro\u00dfem Einflu\u00df &#8211; in Zeiten des Wandels und der Instabilit\u00e4t zusammenarbeiten und einen gr\u00f6\u00dferen Beitrag zu Frieden und Entwicklung in der Welt leisten m\u00fcssen. Der Besuch von Scholz in China ist der erste Besuch eines europ\u00e4ischen Staatsoberhaupts nach dem 20. Nationalkongre\u00df der KPCh und folgt auf die Besuche des Generalsekret\u00e4rs der Kommunistischen Partei Vietnams, Nguyen Phu Trong, des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif und der tansanischen Pr\u00e4sidentin Samia Suluhu Hassan.<\/p>\n\n\n\n<p>Was sagen also Chinas intensive diplomatische Bem\u00fchungen \u00fcber die Aussichten der chinesischen Au\u00dfenpolitik nach dem Parteitag aus, da China sich bem\u00fcht, seine Visionen in die Realit\u00e4t umzusetzen? Was k\u00f6nnen die \u00fcbrigen Industrie- und Entwicklungsl\u00e4nder der Welt von dem rasanten Wachstum des Landes erwarten?<\/p>\n\n\n\n<p>Um dies und mehr zu ergr\u00fcnden, treffen wir uns mit: Helga Zepp-LaRouche, Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, einer politischen und wirtschaftlichen Denkfabrik mit Sitz in Deutschland; Dr. Rong Ying, Vizepr\u00e4sidentin und Senior Research Fellow, China Institute of International Studies; Hamzah Rifaat Hussain, Nachrichtensprecher von Indus News, Islamabad, Pakistan. Danke, da\u00df Sie heute bei uns sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Helga Zepp-LaRouche on China Plus \u2018World Today\u2019 Program on Scholz\u2019s Beijing Visit\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-4dx9cUv4Nk?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Frau Zepp-LaRouche, der gerade zu Ende gegangene 20. Nationale Kongre\u00df der KPCh hat einen neuen Plan f\u00fcr Chinas zuk\u00fcnftige Entwicklung entworfen, der auch die Richtung seines Engagements in der Welt vorgibt. Welche Botschaften sendet Chinas aktive Diplomatie in dieser Woche, kurz nach dem Parteitag, vor diesem Hintergrund aus?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>HELGA ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Ich denke, dies ist eine wichtige neue Initiative f\u00fcr eine harmonische Entwicklung in der Welt. Ich halte das f\u00fcr einen sehr wichtigen Schritt, denn die Welt steckt in gro\u00dfen Schwierigkeiten. Wir stehen vor unglaublichen Herausforderungen, wie Pr\u00e4sident Xi Jinping immer wieder betont hat; Herausforderungen, die es seit 100 Jahren nicht mehr gegeben hat. Wir sind mit der Gefahr eines Atomkriegs konfrontiert; wir haben eine au\u00dfer Kontrolle geratene Inflation in vielen L\u00e4ndern des transatlantischen Sektors. Ich denke, da\u00df China einen v\u00f6llig anderen Ansatz in diese Welt bringt. Ich denke, da\u00df das Potential der Kombination aus der Belt and Road Initiative, der globalen Entwicklungsinitiative und der globalen Sicherheitsinitiative allesamt Konzepte sind, die ein v\u00f6llig anderes Paradigma in die Weltlage bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ge stellt Fragen an andere G\u00e4ste.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA:<\/strong> Wenn wir \u00fcber den Zweck und die Ziele der chinesischen Au\u00dfenpolitik sprechen, also die Erhaltung des Weltfriedens, die F\u00f6rderung der gemeinsamen Entwicklung und den Blick auf eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit, Helga, wie lesen Sie diese Ziele der chinesischen Au\u00dfenpolitik? Vor allem, wenn viele glauben, da\u00df wir in einer Welt leben, in der verschiedene Kr\u00e4fte darauf bedacht sind, ideologische Grenzen zu ziehen und eine Konfrontation zwischen den Lagern zu provozieren?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Nun, ich denke, die Idee einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit ist sehr wichtig, denn sie soll die Menschen daran erinnern, da\u00df wir in einem Boot sitzen. Und gerade in Zeiten, in denen die Gefahr eines globalen Atomkrieges droht, halte ich es f\u00fcr ein sehr n\u00fctzliches Konzept, die Menschen daran zu erinnern, da\u00df, wenn es jemals dazu kommen sollte, niemand einen solchen Krieg \u00fcberleben w\u00fcrde. Und gleichzeitig ist es auch ein zukunftsweisendes Konzept f\u00fcr das Neue Paradigma, denn ich denke, wir haben den Punkt eines epochalen Wandels in der Geschichte der Menschheit erreicht, bei dem wir das geopolitische Denken \u00fcberwinden m\u00fcssen. Geopolitisches Denken war die Ursache f\u00fcr zwei Weltkriege im 20. Jahrhundert, und wenn wir weiterhin in Bl\u00f6cken denken, kann das furchtbar schief gehen. Die Idee der gemeinsamen Gemeinschaft f\u00fcr die Zukunft der Menschheit ist also die Idee, da\u00df wir zuerst an die eine Menschheit denken m\u00fcssen; da\u00df es kein nationales Interesse oder das Interesse einer Gruppe von Nationen geben kann, das im Widerspruch zu der einen Menschheit stehen w\u00fcrde. Ich halte dies f\u00fcr ein sehr wichtiges Konzept, und ich denke, es w\u00e4re sehr gut, wenn die westlichen L\u00e4nder es nicht einfach beiseite schieben, sondern anerkennen w\u00fcrden, da\u00df dies eine philosophische Idee ist, die ein Konzept daf\u00fcr liefert, wie wir eine Zukunft aufbauen k\u00f6nnen, in der die gesamte Menschheit gedeihen und \u00fcberleben kann.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ge stellt anderen G\u00e4sten Fragen.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA: <\/strong>Helga, was ist Ihre Meinung? Was halten Sie von dem Zentralisierungs-Vorwurf gegen China?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Ich denke, wenn man von den Worten absieht und sich die Substanz ansieht, steckt hinter all dem die Tatsache, da\u00df die westlichen L\u00e4nder ein neoliberales Wirtschaftsmodell verfolgt haben, das gerade zusammenbricht. Ich w\u00fcrde sogar sagen, da\u00df wir uns in der Endphase eines hyperinflation\u00e4ren Zusammenbruchs des transatlantischen Systems befinden. Aus diesem Grund wird de Aufstieg Chinas als eine systemische Bedrohung betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>China tut nichts, was man als Bedrohung ansehen k\u00f6nnte, aber ich glaube, es ist die Vorstellung, da\u00df man nur dann, wenn man den Aufstieg Chinas eind\u00e4mmt, wenn man sich von Ru\u00dfland und China abkoppelt, irgendwie das aufrechterhalten kann, was man die \u201eregelbasierte Ordnung\u201c nennt. Was diese regelbasierte Ordnung ist, wei\u00df niemand genau. Es ist auch nicht so klar, wer diese Regeln aufstellt. Es gibt die UN-Charta, die der Ma\u00dfstab f\u00fcr internationales Recht sein sollte, aber ich denke, die Idee, da\u00df China ein Systemrivale w\u00e4re, entspricht nicht der Meinung der Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung. Ich denke, mehr als 150 L\u00e4nder, die mit China im Rahmen der Belt and Road Initiative zusammenarbeiten, sehen China nicht als Systemrivalen, sondern sie sehen China als das Land, das ihnen hilft, die Relikte des Kolonialismus, der Armut und der Unterentwicklung zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde es daher wirklich tragisch, da\u00df die westlichen Medien so absolut gleichgeschaltet sind, da\u00df sie keine wahrheitsgem\u00e4\u00dfe Berichterstattung mehr zulassen. Denn wenn die Menschen in Europa und den Vereinigten Staaten w\u00fc\u00dften, welche enormen Fortschritte China gemacht hat, w\u00fcrden sie die Geschichte von der Systemrivalit\u00e4t nicht glauben, denn China hat schon oft gesagt, da\u00df es absolut Platz f\u00fcr alle gibt. Xi Jinping hat viele Male Angebote gemacht, insbesondere an die Vereinigten Staaten, in denen er sagte, da\u00df es ein neues Konzept f\u00fcr die Beziehungen zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten gibt; da\u00df die beiden st\u00e4rksten Volkswirtschaften der Welt zusammenarbeiten m\u00fcssen. Ich denke, da\u00df die Idee einer Win-Win-Kooperation der einzige Weg ist, wie wir aus diesen vielen Katastrophen, in denen sich die Welt derzeit befindet, herauskommen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA:<\/strong> Frau Zepp-LaRouche, noch eine Frage zu dem, wor\u00fcber Sie gerade gesprochen haben, denn China hat wiederholt erkl\u00e4rt, da\u00df es niemals ein Nullsummenspiel oder das Gesetz des Dschungels akzeptieren wird. Viele Experten sind jedoch der Meinung, da\u00df dies eine Herausforderung an die westlichen Werte darstellt. Was sagen Sie zu solchen Vorw\u00fcrfen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Dahinter steckt, da\u00df seit etwa 2017 vor allem in britischen, aber auch in US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsdoktrinen damit begonnen wurde, China als systemischen Rivalen, als Konkurrenten und mit noch sch\u00e4rferen Aussagen zu belegen. In gewissem Sinne verfolgt China eine Politik der harmonischen Entwicklung. Ich kenne &#8211; und ich bin wirklich ein genauer Beobachter der Politik &#8211; kein einziges Land des Entwicklungssektors, des Globalen S\u00fcdens, gesehen, das sich dar\u00fcber beschwert h\u00e4tte, von China gen\u00f6tigt worden zu sein. Diese Anschuldigungen kommen nur von den westlichen Medien. Ich denke, da\u00df China auf der anderen Seite die Lektion aus seiner langen Geschichte gelernt hat, aus dem Jahrhundert der Dem\u00fctigung, den enormen K\u00e4mpfen des 20. Jahrhunderts. Jetzt, wo China endlich stark genug ist, um nicht mehr &#8230; [die Sendung geht in die Werbepause w\u00e4hrend Zepp-LaRouche noch spricht].<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA:<\/strong> Lassen Sie uns zum j\u00fcngsten Besuch des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz kommen. Dies ist der erste Besuch eines Staatsoberhauptes eines Landes der Europ\u00e4ischen Union seit Beginn der Pandemie und der erste Besuch von Scholz seit seinem Amtsantritt als deutscher Bundeskanzler. Auch diese Reise fand gro\u00dfe Beachtung in den Medien. Helga Zepp-LaRouche, was, glauben Sie, macht dieses Treffen so bedeutsam f\u00fcr China und Deutschland im besonderen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Ich halte das Treffen f\u00fcr \u00e4u\u00dferst wichtig, weil es die zweit- und viertgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften der Welt zusammenbringt. Offensichtlich ist ihre Zusammenarbeit extrem wichtig, um die Probleme in der Welt zu l\u00f6sen. Es ist auch sehr bemerkenswert, da\u00df Scholz diese Reise trotz des enormen Drucks unternommen hat, keine guten Beziehungen zu China zu haben. Er wird von den USA, von den Briten und den Atlantikern in Deutschland massiv unter Druck gesetzt. In der Tat ist die Haltung der deutschen Au\u00dfenministerin Baerbock zu den Beziehungen zu China v\u00f6llig unvern\u00fcnftig. Deshalb halte ich es f\u00fcr sehr wichtig, da\u00df Scholz gefahren ist, insbesondere weil sich die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Deutschland im letzten Monat zum 50. Mal j\u00e4hrte. Offensichtlich hat Deutschland von dem enormen Aufstieg Chinas ungemein profitiert, und viel von dem Lebensstandard in Deutschland hat durch die starke Integration der beiden Volkswirtschaften gewonnen. Ich denke also, da\u00df der Besuch extrem wichtig ist, und ich bin eigentlich froh dar\u00fcber, weil ich hoffe, da\u00df dies ein Signal f\u00fcr alle anderen europ\u00e4ischen L\u00e4nder sein wird, und es ist zumindest eine kleine Demonstration von Souver\u00e4nit\u00e4t von Seiten Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA:<\/strong> Aber in den deutschen Medien erscheinen seit Tagen haufenweise Kommentare dar\u00fcber, ob Scholz mit seinem Besuch in China Schw\u00e4che gegen\u00fcber Beijing zeigt oder ob er damit nur Zeit gewinnen will, Deutschland aus seiner Abh\u00e4ngigkeit von China zu l\u00f6sen. Was denken Sie \u00fcber diese Perspektive? Welche Bedeutung hat Ihrer Meinung nach die Reise von Scholz nach China?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Scholz hat in einem l\u00e4ngeren Gastbeitrag in der<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/olaf-scholz-erklaert-seine-china-reise-offener-und-klarer-austausch-18431634.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/olaf-scholz-erklaert-seine-china-reise-offener-und-klarer-austausch-18431634.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> <em>FAZ<\/em> <\/a>geschrieben, er wolle die Abh\u00e4ngigkeiten von bestimmten Lieferketten reduzieren. Das macht durchaus Sinn, denn wie wir bei der Pandemie gesehen haben, kann es in Krisenzeiten verheerend sein, wenn es keine Sicherheit in Bezug auf lebenswichtige G\u00fcter gibt. Aber das ist etwas anderes, als zu sagen, da\u00df Deutschland sich abkoppeln sollte. Wenn Deutschland sich jetzt abkoppeln w\u00fcrde, [w\u00e4re das verheerend,]denn die Beziehung zu Ru\u00dfland sind aufgrund des atlantischen Drucks bereits vollst\u00e4ndig abgebrochen. Im Moment gibt es keine Beziehungen mehr zwischen Ru\u00dfland und Deutschland. Dies sind die Worte des russischen Au\u00dfenministers Lawrow. Ich denke, wenn Deutschland diesem Druck nachgeben und sich auch von China abkoppeln w\u00fcrde, w\u00e4re das das Ende Deutschlands als Industrienation. Wir stehen im kommenden Herbst und Winter vor einer enorm schwierigen Zeit wegen der Energiepreise, der Lebensmittelpreise, der Inflation; wir stehen vor einer m\u00f6glichen Deindustrialisierung Deutschlands. Viele f\u00fchrende Vertreter der deutschen Industrie haben das sehr deutlich gesagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher denke ich, da\u00df die Beziehungen zu China unbedingt ein Eckpfeiler f\u00fcr Deutschland als Industrienation sein m\u00fcssen. Aber ich bin optimistisch, da\u00df die Industrief\u00fchrer, die Scholz auf dieser Reise begleiten, sehr deutlich gesagt haben, da\u00df sie die Zukunft der deutschen Wirtschaft sehr eng mit der Chinas verkn\u00fcpft sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es wird ein Kampf werden, denn ich erwarte, da\u00df vor allem von den USA und Gro\u00dfbritannien weiterer Druck ausgehen wird; es wird also darum gehen, ob Deutschland seine Souver\u00e4nit\u00e4t und seine eigenen Interessen durchsetzen kann. Wenn das geschieht, ist die Zukunft rosig. Ich habe schon oft gesagt, da\u00df sich inzwischen ein neues Wirtschaftssystem zwischen den L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens entwickelt \u2013 die BRICS, die SCO, die Eurasische Wirtschaftsunion. Diese L\u00e4nder bauen alle ein neues Wirtschaftssystem auf. Es w\u00e4re im grundlegenden Interesse Deutschlands als Exportnation, mit ihnen zu kooperieren. Wenn Deutschland in diese Richtung geht, werden hoffentlich auch viele andere europ\u00e4ische L\u00e4nder den Nutzen f\u00fcr sich erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ge stellt Fragen an andere G\u00e4ste.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA:<\/strong> Frau Zepp-LaRouche, abgesehen von den Differenzen zwischen China und Deutschland sind sowohl China als auch Deutschland Nutznie\u00dfer der Globalisierung und streben nach einer gerechteren internationalen Ordnung mit weniger politischen Gewinnen, Sanktionen und Konfrontationen. Glauben Sie, da\u00df beide Seiten in diesen turbulenten Zeiten die gleiche Vision haben, wie Dr. Rong vorschl\u00e4gt? In welchen Bereichen kann die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen China und Deutschland den Multilateralismus in der Welt besser sichern?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Wenn man kleinkariert denkt, denkt man nat\u00fcrlich, die Welt bestehe nur aus Konkurrenten. Wenn man aber kreativ denkt und der Meinung ist, da\u00df wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt die Wirtschaft voranbringen, dann war das lange Zeit die Philosophie Deutschlands und ist es jetzt die Philosophie Chinas mit der kontinuierlichen Anwendung von Innovation. Wenn diese beiden L\u00e4nder ihre kreativen Anstrengungen bei der Entdeckung neuer grundlegender physikalischer Prinzipien und des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts b\u00fcndeln und zusammenarbeiten w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie zu einer starken Lokomotive der Weltwirtschaft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Deutschland und China zum Beispiel auf dem Gebiet der k\u00fcnstlichen Intelligenz, der Digitalisierung und der bemannten Raumfahrt zusammenarbeiten, w\u00fcrde dies eine ganze Reihe neuer Technologien er\u00f6ffnen \u2013 echte fundamentale Durchbr\u00fcche im Zusammenhang mit der Weltraumforschung und der Raumfahrt. Daraus k\u00f6nnte ein Wissenschaftsmotor f\u00fcr die ganze Welt entstehen. Es bleibt zu hoffen, da\u00df die Teile der deutschen Wirtschaft, die noch im traditionellen Sinne deutsch sind und nicht vom \u201egr\u00fcnen Wahn\u201c, wie sich der fr\u00fchere tschechische Pr\u00e4sident Vaclav Klaus ausdr\u00fcckte, angesteckt sind, dann k\u00f6nnten beide L\u00e4nder zum Nutzen der ganzen Welt eng zusammenarbeiten. Denn die Industriekapazit\u00e4ten der gesamten Weltwirtschaft liegen derzeit unter dem Wert, der erforderlich ist, um gen\u00fcgend Nahrung und Entwicklung f\u00fcr alle L\u00e4nder zu schaffen. Das ist der Grund f\u00fcr den weltweiten Hunger, den Mangel an sauberem Wasser und all diese Probleme.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, philosophisch gesehen m\u00fcssen wir zum Geist von Gottfried Wilhelm Leibniz zur\u00fcckkehren, einem Philosophen des 17. und 18. Jahrhunderts, der 1697 das wunderbare Buch <em>Novissima Sinica <\/em>(Neues aus China) schrieb. Er warb damals daf\u00fcr, da\u00df Deutschland und ganz Europa mit China zusammenarbeiten und sich die Hand reichen sollten, um alle L\u00e4nder der Erde zu entwickeln. Ich denke, das w\u00e4re die gemeinsame Mission f\u00fcr China und Deutschland in der besten Tradition der Leibnizschen Weltanschauung, die die fortschrittlichste philosophische Konzeption war, die Deutschland hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>(Ge stellt Fragen an andere G\u00e4ste.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GE ANNA:<\/strong> Helga, was halten Sie davon, da\u00df China die Nachbarschaftsdiplomatie zur obersten Priorit\u00e4t seiner Au\u00dfenbeziehungen erkl\u00e4rt hat?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Ich denke, der Erfolg dieser Perspektive ist ziemlich offensichtlich, denn wenn man sich zum Beispiel die Regionale Umfassende Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) anschaut, die Anfang dieses Jahres gegr\u00fcndet wurde, ist sie inzwischen zur gr\u00f6\u00dften Freihandelszone der Welt geworden. In der ASEAN gibt es eine \u00e4hnlich gute Zusammenarbeit. Und all die anderen wirtschaftlichen und politischen B\u00fcndnisse und Partnerschaften, die China unterh\u00e4lt, die BRICS zum Beispiel \u2013 das sind nicht alle Nachbarn, aber trotzdem \u2013, und die SCO, all das sind Beispiele f\u00fcr extrem gut funktionierende Beziehungen zwischen China und seinen Nachbarn. Ich denke, der Erfolg dieser Beziehungen zeigt sich darin, da\u00df sich die wirtschaftliche Dynamik in der Welt eindeutig nach Asien verlagert hat. Ich denke, da\u00df die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Asien, nicht nur in China, sondern auch in vielen anderen asiatischen L\u00e4ndern, zum Motor der Weltwirtschaft geworden ist. Ich denke, das ist f\u00fcr die Zukunft sehr wichtig, denn wir befinden uns in einer \u00dcbergangsphase. Es ist ganz klar, da\u00df das alte System der geopolitischen Kontrolle und der Blockbildung f\u00fcr die Zukunft nicht geeignet ist und ein neues Modell f\u00fcr die Zusammenarbeit gefunden werden mu\u00df. Und ich denke, da\u00df das, was China mit dieser neuen Art von diplomatischen Beziehungen getan hat, tats\u00e4chlich ein Vorbild f\u00fcr viele Teile der Welt sein kann, das auf Souver\u00e4nit\u00e4t, Nichteinmischung und der Akzeptanz eines anderen Gesellschaftsmodells beruht. F\u00fcr andere L\u00e4nder w\u00e4re es sehr n\u00fctzlich, diese Ideen zu studieren.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt die \u00fcbersetzte Abschrift von Helga Zepp-LaRouches \u00c4u\u00dferungen bei einer Podiumsdiskussion zum Thema \u201eDie Perspektive der chinesischen Au\u00dfenpolitik der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre\u201c. Die Diskussion in der ChinaPlus-Sendung \u201eWorld Today\u201c fand am 4. November 2022 statt und kann hier im englischen Original in voller L\u00e4nge&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":92629,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[539,537,438],"tags":[],"class_list":["post-92636","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-hzl-coverage-de","category-hzl-video-de","category-helga-zepp-larouche-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Helga-Zepp-LaRouche-on-China-Plus-\u2018World-Today-Program-on-Scholzs-Beijing-Visit.png","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92636","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92636"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92636\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":92637,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92636\/revisions\/92637"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92629"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92636"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92636"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92636"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}