{"id":86581,"date":"2022-04-03T04:34:08","date_gmt":"2022-04-03T08:34:08","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=86581"},"modified":"2022-04-03T11:00:52","modified_gmt":"2022-04-03T15:00:52","slug":"helga-zepp-larouche-in-der-cgtn-sendung-the-dialogue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/04\/03\/helga-zepp-larouche-in-der-cgtn-sendung-the-dialogue\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche in der CGTN-Sendung &#8222;The Dialogue&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Helga Zepp-LaRouche wurde am 2. April in der CGTN-Sendung &#8222;The Dialogue&#8220; mit dem Moderator Xu Qinduo interviewt. Das Gespr\u00e4ch drehte sich um die Videokonferenz zwischen der EU und China, an der Pr\u00e4sident Xi Jinping sowie EU-Ratspr\u00e4sident Charles Michel und die EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen teilnahmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"What was on the agenda of the 23rd leaders&#039; meeting between China and EU?\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/9DJZGZa3jWE?start=396&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>XU: Helga, was denken Sie, welche Rolle die Ukraine-Frage in den Beziehungen zwischen China und der Europ\u00e4ischen Union spielt? Gibt es einen Weg, wie beide Seiten mit dem Thema umgehen k\u00f6nnten? Beeinflusst das ihre Beziehungen?<\/p>\n\n\n\n<p>HELGA ZEPP-LAROUCHE: Offensichtlich. Die EU hatte im Vorfeld auf ihrer Webseite erkl\u00e4rt, da\u00df sie die Ukraine-Frage praktisch als einziges Thema behandeln m\u00f6chte. Sie wollen, da\u00df China vermittelt und Einfluss auf Ru\u00dfland nimmt. Aber ich denke, es ist ganz klar, da\u00df sich China auf keine Seite stellen will. Angesichts der Tatsache, da\u00df sich die EU-Wirtschaft im freien Fall befindet, d.h. angesichts des massiven COVID-Problems und der Sanktionen ist Europa in keiner starken Position. Ich denke, China hat ein Konzept, das sich f\u00fcr eine Vermittlerrolle eignet, und zwar die Idee von Pr\u00e4sident Xi Jinping von einer gemeinsamen Zukunft f\u00fcr eine gemeinsame Menschheit. Ich denke, das ist im Moment das wichtigste Konzept, da wir uns in einer strategisch gef\u00e4hrlicheren Situation befinden als w\u00e4hrend der Kubakrise.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir also wirklich brauchen \u2013 und ich denke, China ist hierf\u00fcr in einzigartiger Weise in der Lage \u2013, ist eine neue internationale Sicherheitsarchitektur, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten ber\u00fccksichtigt. Denn der Grund f\u00fcr die Ukraine-Krise ist die seit 30 Jahren anhaltende NATO-Osterweiterung, \u00fcber die der Westen nicht einmal mehr diskutieren will. Aber die Frage ist, wie kommen wir da wieder raus? Wir brauchen eine neue Sicherheitsarchitektur, und ich habe vorgeschlagen, da\u00df sie auf die Tradition des Westf\u00e4lischen Friedens zur\u00fcckgehen sollte, der 150 Jahre Religionskriege in Europa beendete. Die Situation heute ist angesichts der Gefahr eines Atomkrieges viel gef\u00e4hrlicher als damals.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, die Europ\u00e4er ignorieren v\u00f6llig die Tatsache, da\u00df ein neues System im Entstehen begriffen ist, das auf der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit und der BRICS, dem Zusammenschluss von Ru\u00dfland, Indien und China, basiert. Indien hat sich geweigert, sich f\u00fcr die Vereinigten Staaten vereinnahmen zu lassen, will aber auch neutral bleiben. Wir werden nur dann aus dieser Situation herauskommen, wenn die Europ\u00e4er \u2013 und letztlich auch die Vereinigten Staaten \u2013 verstehen, da\u00df es in ihrem besten Interesse ist, mit der Belt and Road Initiative zusammenzuarbeiten, um die wirklichen Probleme anzugehen, die die gesamte Menschheit betreffen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, und es herrscht eine Hungerkrise. Ein chinesischer Wirtschaftswissenschaftler sagte k\u00fcrzlich, da\u00df aufgrund der Sanktionen gegen Ru\u00dfland 1 Milliarde Menschen in diesem Jahr an Hunger zu sterben drohen. Ich denke also, wenn China eine Vermittlerrolle spielen und sagen w\u00fcrde, da\u00df all diese Probleme gleichzeitig angegangen werden m\u00fcssen, dann k\u00f6nnte die Ukraine kein geopolitischer Spielball zwischen der EU und Ru\u00dfland mehr sein, sondern zu einer Br\u00fccke f\u00fcr die Zusammenarbeit auf dem eurasischen Kontinent werden.<\/p>\n\n\n\n<p>XU: Das ist ein guter Punkt, Helga. China hat sehr viel Wert auf Zusammenarbeit gelegt, von der alle profitieren. China ist auch stolz darauf, eine Quelle von Frieden und Stabilit\u00e4t zu sein. Wenn es um die Zusammenarbeit zwischen China und der EU geht, wissen wir, da\u00df beide Seiten gro\u00dfe Zivilisationen sind, sie sind zwei der gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften. Sie repr\u00e4sentieren die beiden gr\u00f6\u00dften M\u00e4rkte. Betrachtet man also ihre Zusammenarbeit vor dem Hintergrund wachsender Spannungen, ja sogar eines aufkommenden Kalten Krieges, wie wichtig ist es, Helga, da\u00df die EU und China in verschiedenen Bereichen weiter zusammenarbeiten?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, f\u00fcr die EU ist diese Frage viel existentieller, als sie zugibt, denn es gibt zwei M\u00f6glichkeiten. Entweder findet die EU einen Weg, mit China zusammenzuarbeiten, und auf diese Weise kann der Konflikt gel\u00f6st werden, oder es setzen sich diejenigen Leute im Westen durch \u2013 vor allem in Gro\u00dfbritannien und in den Vereinigten Staaten \u2013, die eine vollst\u00e4ndige Entkopplung des Westens von den sogenannten \u201eautorit\u00e4ren Regimen\u201c wollen. In diesem Fall w\u00fcrde der Westen meiner Meinung nach erheblich in Mitleidenschaft gezogen, denn seine Werte beruhen viel st\u00e4rker auf monetaristischen Werten als zum Beispiel in China und den L\u00e4ndern, die mit der BRI zusammenarbeiten, weil diese sich viel st\u00e4rker auf die physische Wirtschaft konzentrieren. Wenn der Westen also eine vollst\u00e4ndige Abkopplung anstrebt, w\u00fcrde er darunter sehr leiden. Hoffentlich begreift die Europ\u00e4ische Union, da\u00df es nicht in ihrem Interesse ist, diesen Weg zu gehen, auch wenn Victoria Nuland gerade hier war und Europa aufgefordert hat, sich ganz auf die Seite der USA zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke also, da\u00df viel von den Initiativen abh\u00e4ngt, die China vorgeschlagen hat, denn China vertritt im Moment die einzige Politik, die einen Ausweg bietet: Und das ist die gemeinsame Zukunft der einen Menschheit. Ich denke, immer mehr Menschen erkennen das.<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>XU: Helga, zur weiteren Zusammenarbeit: Wir wissen, da\u00df es ein sehr wichtiges Handelsabkommen, ein umfassendes Investitionsabkommen zwischen China und der EU gibt. Werden wir also w\u00e4hrend des Gipfels oder danach irgendwelche Fortschritte sehen? Sollten wir diese Art der Zusammenarbeit vielleicht wiederbeleben?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, dieses Abkommen w\u00e4re f\u00fcr beide Seiten von Vorteil und sollte deshalb vorangetrieben werden. Aber angesichts der derzeitigen geopolitischen Spannungen bin ich nicht sehr zuversichtlich, da\u00df dies auf diesem Gipfel erreicht werden kann. Meines Erachtens wird das transatlantische Finanzsystem zusammenbrechen \u2013 man denke nur an die Hyperinflation, die schon lange vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise eingesetzte hatte. Daher sollte die Frage eines neuen Finanzsystems, eines neuen Kreditsystems in der Tradition des Bretton-Woods-Systems auf die Tagesordnung gesetzt werden, denn es besteht die Gefahr einer Wiederholung der Krise von 2008, nur in einem viel gr\u00f6\u00dferen Ausma\u00df. Die US-Notenbank wagt es aufgrund der Verschuldung des gesamten Systems nicht, die Zinsen zu erh\u00f6hen, um die Inflation zu bek\u00e4mpfen. Daher sollte eine neue Kreditpolitik auf die Tagesordnung gesetzt werden, und in diesem Zusammenhang l\u00e4\u00dft sich dann das Handelsabkommen zwischen der EU und China ausweiten. Aber ich denke, das Problem ist viel grundlegender, als da\u00df es durch ein einzelnes Abkommen angegangen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>XU: Vielen Dank an Sie, Helga.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche wurde am 2. 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