{"id":86540,"date":"2022-04-01T11:18:07","date_gmt":"2022-04-01T15:18:07","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=86540"},"modified":"2022-04-30T09:55:42","modified_gmt":"2022-04-30T13:55:42","slug":"der-larouche-plan-fuer-eine-neue-internationale-wirtschaftsarchitektur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/04\/01\/der-larouche-plan-fuer-eine-neue-internationale-wirtschaftsarchitektur\/","title":{"rendered":"Der LaRouche-Plan f\u00fcr eine neue internationale Wirtschaftsarchitektur"},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>Mit dem LaRoucheplan aus der globalen Existenzkrise<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Als Beitrag zu der dringend notwendigen internationalen Debatte \u00fcber eine zuk\u00fcnftige Wirtschaftsarchitektur f\u00fcr globale Entwicklung und Fortschritt hat ein Rechercheteam der von Lyndon LaRouche gegr\u00fcndeten Nachrichtenagentur Executive Intelligence Review ein ausf\u00fchrliches programmatisches Papier, basierend auf LaRouches \u00f6konomischen Prinzipien, ausgearbeitet und ver\u00f6ffentlicht. Darin geht es auch um den Wiederaufbau der Ukraine als Teil gesamteurasischer Entwicklung. Der Plan wurde auch in Vorbereitung der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 9. April f\u00fcr eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur verfa\u00dft. (Anmeldung hier: https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/03\/18\/internet-konferenz-am-9-april-2022-die-schaffung-einer-neuen-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur-fuer-alle-nationen\/)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eine solche umfassende Diskussion \u00fcber die neuen Prinzipien einer Wirtschaftspolitik, die den Menschen und nicht den Spekulanten dient und dauerhaft Frieden schafft, ist offensichtlich auch in Deutschland au\u00dferordentlich wichtig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einleitung: Zusammenfassung des Aktionsplans<sup>1<\/sup><\/h3>\n\n\n\n<p>Die bisherigen Entwicklungen des Jahres 2022 haben \u00fcberdeutlich gemacht, da\u00df Lyndon LaRouches Vorhersagen aus dem letzten halben Jahrhundert \u00fcber den unvermeidlichen Zusammenbruch des Finanzsystems nach dem Bretton-Woods-Abkommen erschreckend richtig waren. Die Weltproduktion von materiellen Wirtschaftsg\u00fctern sinkt rapide, die Hyperinflation der Finanzaggregate hat die Preise f\u00fcr Konsum- und Produktionsg\u00fcter in die H\u00f6he schnellen lassen, so da\u00df sie f\u00fcr einen gro\u00dfen Teil der Menschheit unerschwinglich geworden sind, unter dem Deckmantel von Sanktionen sind weltweit Handelskriege ausgebrochen, und Pandemien alter und neuer Krankheiten haben bereits direkt und indirekt etwa 18 Millionen Menschen das Leben gekostet. Es droht eine weltweite Hungersnot.<\/p>\n\n\n\n<p>Die politischen F\u00fchrer und die Massenmedien im Westen geben Wladimir Putin die Schuld f\u00fcr all dies &#8211; und noch mehr. Doch die eigentliche Ursache ist der jahrzehntelange Einbruch der \u201epotentiellen relativen Bev\u00f6lkerungsdichte\u201c der gesamten Menschheit &#8211; LaRouches Ma\u00df f\u00fcr die F\u00e4higkeit einer Gesellschaft, sich auf immer h\u00f6herem Niveau des Wohlstands, der Wissenschaft und der klassischen Kultur f\u00fcr eine wachsende Bev\u00f6lkerung zu reproduzieren. Dieser Zusammenbruch ist das Ergebnis der Sparpolitik, die ein halbes Jahrhundert lang von der Londoner City und der Wall Street betrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mechanismus, durch den diese Politik heute zu ihrer \u201eendg\u00fcltigen L\u00f6sung\u201c gef\u00fchrt wird, ist eine radikale Entkopplung der Weltwirtschaft in zwei erbittert antagonistische Bl\u00f6cke &#8211; einen militarisierten NATO-Dollar-Block und den Belt and Road-Block -, die beide in ein Inferno von Entv\u00f6lkerung und Krieg, sehr wahrscheinlich einschlie\u00dflich eines thermonuklearen Krieges, gest\u00fcrzt werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist besonders bezeichnend und schrecklich, da\u00df die florierenden G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Eisenbahnverbindungen, die sich von China \u00fcber Ru\u00dfland bis nach Europa erstrecken, durch die anhaltenden Sanktionen und den Krieg fast vollst\u00e4ndig unterbrochen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist jetzt an der Zeit, da\u00df Lyndon LaRouches programmatische L\u00f6sung f\u00fcr diese Krise weltweit klar gemacht und umgesetzt wird &#8211; solange noch Zeit daf\u00fcr ist. Im Gegensatz zu Londons malthusianischer Entkopplung der Weltwirtschaft m\u00fcssen die Nationen der Welt stattdessen um ein Programm f\u00fcr wirtschaftliches Wachstum und Sicherheit f\u00fcr jeden und alle, eine neue internationale Architektur f\u00fcr Sicherheit und Entwicklung, herum neu verbunden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grundz\u00fcge dieser programmatischen Politik hat LaRouche in seinen \u201eVier neuen Gesetzen\u201c<sup>2<\/sup> von 2014 dargelegt, die heute noch genauso g\u00fcltig sind wie vor acht Jahren, als sie erstmals formuliert wurden. Unter den heutigen Umst\u00e4nden des offenen \u201etotalen Krieges\u201c, den das Finanzestablishment gegen Ru\u00dfland (und bald auch gegen China) f\u00fchrt, der im Grunde die gleichen Ergebnisse hervorbringt wie strategische Fl\u00e4chenbombardements auf feindliches Gebiet, ist ein sofortiger Aktionsplan erforderlich, der sich auf diese vier Gesetze st\u00fctzt:<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>1. Physische Wirtschaft:<\/strong><\/em> Ru\u00dfland hat bereits kriegswirtschaftliche Ma\u00dfnahmen ergriffen, um seine grundlegende nationale Kapazit\u00e4t zu verteidigen und die Selbstversorgung mit den wichtigsten wirtschaftlichen G\u00fctern zu gew\u00e4hrleisten. Das \u201eStrategische Dreieck\u201c aus Ru\u00dfland, Indien und China (RIC) wird jedoch noch effektiver in der Lage sein, die grundlegenden physisch-wirtschaftlichen Bed\u00fcrfnisse ihrer Bev\u00f6lkerung, die zusammen 38% der Weltbev\u00f6lkerung ausmacht, zu befriedigen, wenn sie zusammenarbeiten. Diese RIC-Kombination &#8211; der urspr\u00fcngliche Kern der sp\u00e4teren BRICS &#8211; produziert 43% des weltweiten Weizens, 23% des Erdgases, 66% des Stahls und enorme Mengen an wichtigen Mineralien. Au\u00dferdem verf\u00fcgt sie \u00fcber Weltklasse-F\u00e4higkeiten in den Bereichen Kernenergie, Eisenbahnbau und andere Infrastrukturen, Weltraumforschung und andere fortschrittliche Technologien (siehe <em>Tabelle 1<\/em>).<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Tabelle 1<\/p>\n\n\n\n<p>Ru\u00dfland-Indien-China (RIC), Realwirtschaft, ausgew\u00e4hlte Parameter<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>2020<\/td><td>Einheiten<\/td><td>Ru\u00dfland<\/td><td>Indien<\/td><td>China<\/td><td>RIC<\/td><td>Welt<\/td><td>Anteil RIC<\/td><\/tr><tr><td>Bev\u00f6lkerung<\/td><td>Mio.<\/td><td>144<\/td><td>1380<\/td><td>1411<\/td><td>2935<\/td><td>7762<\/td><td>38%<\/td><\/tr><tr><td>Weizen<\/td><td>Mio. t<\/td><td>85<\/td><td>108<\/td><td>134<\/td><td>327<\/td><td>769<\/td><td>42%<\/td><\/tr><tr><td>NPK-D\u00fcnger (2019)<\/td><td>Mio. t<\/td><td>24<\/td><td>19<\/td><td>52<\/td><td>94<\/td><td>210<\/td><td>45%<\/td><\/tr><tr><td>Erd\u00f6l<\/td><td>Mio. Barrel\/Tag<\/td><td>9,9<\/td><td>0,6<\/td><td>3,9<\/td><td>14,4<\/td><td>88,4<\/td><td>16%<\/td><\/tr><tr><td>Erdgas<\/td><td>Mrd. m\u00b3<\/td><td>705<\/td><td>27<\/td><td>195<\/td><td>927<\/td><td>4.000<\/td><td>23%<\/td><\/tr><tr><td>Kernkraft (Erzeugung)<\/td><td>TWh<\/td><td>202<\/td><td>40<\/td><td>345<\/td><td>587<\/td><td>2.553<\/td><td>23%<\/td><\/tr><tr><td>Neue Kernkraftkapazit\u00e4t<\/td><td>GWe<\/td><td>3,8<\/td><td>4,2<\/td><td>16,0<\/td><td>23,9<\/td><td>53,6<\/td><td>45%<\/td><\/tr><tr><td>Steinkohle<\/td><td>Mio. t<\/td><td>400<\/td><td>757<\/td><td>3.902<\/td><td>5.059<\/td><td>7.742<\/td><td>65%<\/td><\/tr><tr><td>Eisenerz (2019)<\/td><td>1000 t<\/td><td>99<\/td><td>210<\/td><td>350<\/td><td>659<\/td><td>2.500<\/td><td>26%<\/td><\/tr><tr><td>Stahl<\/td><td>Mio. t<\/td><td>72<\/td><td>100<\/td><td>1.065<\/td><td>1.237<\/td><td>1.878<\/td><td>66%<\/td><\/tr><tr><td>Elektrifiziertes Schienennetz<\/td><td>1000 km<\/td><td>44<\/td><td>45<\/td><td>100<\/td><td>189<\/td><td>344<\/td><td>55%<\/td><\/tr><tr><td>Warenhandelssaldo<\/td><td>Mrd. $<\/td><td>94<\/td><td>-95<\/td><td>515<\/td><td>514<\/td><td>NA<\/td><td>NA<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p>(Quellen: FAO, WB, IAEA, Statista)<\/p>\n\n\n\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Defizite in bestimmten Wirtschaftsbereichen (Werkzeugmaschinen und andere Investitionsg\u00fcter, Pharmazeutika, Flugzeuge usw.) sind die RICs in Bezug auf die physische Wirtschaft gut positioniert, um einen \u201eregionalen Block zu schaffen, der entweder au\u00dferhalb oder parallel zum bestehenden IWF-System operiert\u201c, wie Lyndon LaRouche vor Jahren empfahl. Das B\u00fcndnis von Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfeninitiative (BRI) mit der von Ru\u00dfland gef\u00fchrten Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) ist bereits ein operativer Eckpfeiler einer solchen neuen Vereinbarung.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>2. Ein System fester Wechselkurse:<\/strong><\/em> Der Handel und die produktiven Investitionen innerhalb eines solchen Blocks werden durch die Schaffung eines festen Wechselkursverh\u00e4ltnisses zwischen ihren W\u00e4hrungen erfolgen, mit einem kleinen W\u00e4hrungsband f\u00fcr vor\u00fcbergehende Schwankungen. Durch diese Regelung wird jedes Eindringen spekulativer Finanzstr\u00f6me in Dollar oder damit zusammenh\u00e4ngende Finanzstr\u00f6me unterbunden. Die Parit\u00e4ten zwischen ihren jeweiligen W\u00e4hrungen haben dann nichts mehr mit dem spekulativen System des schwankenden Dollars zu tun, sondern werden direkt durch Vereinbarungen zwischen den Regierungen und nicht durch den manipulierten spekulativen \u201eMarkt\u201c festgelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird auch \u00fcber eine regionale gemeinsame W\u00e4hrung verhandelt werden, um den internationalen Handel, die Investitionen und die Abrechnung zu erleichtern &#8211; wobei ein goldgest\u00fctzter Renminbi eine f\u00fchrende Option ist. Dies wird die \u201eAushandlung einer Reihe von langfristigen protektionistischen Vertr\u00e4gen \u00fcber Kredite, Z\u00f6lle und Handel zwischen einer Reihe f\u00fchrender Nationen\u201c erm\u00f6glichen, wie LaRouche 2004 schrieb.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>3. Umfassende Kapital- und Devisenkontrollen sowie gezielte Kreditvergabe:<\/strong><\/em> Jedes der L\u00e4nder wird ein vollst\u00e4ndig gesch\u00fctztes nationales W\u00e4hrungs- und Bankensystem einrichten, das Folgendes erfordert:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Umfassende Kapital- und Devisenkontrollen,<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; einen festen Wechselkurs gegen\u00fcber anderen W\u00e4hrungen (wie in Punkt 2 oben angegeben) und<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; die Vergabe von gezielten, produktiven Krediten zu niedrigen Zinss\u00e4tzen f\u00fcr vorrangige Projekte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Falle Ru\u00dflands w\u00fcrde ein goldgest\u00fctzter Rubel (oder ein neuer \u201eschwerer Rubel\u201c) diese Anforderungen in vorbildlicher Weise erf\u00fcllen; goldgest\u00fctzte W\u00e4hrungen k\u00f6nnten auch in China und Indien eingef\u00fchrt werden, und dies k\u00f6nnte auf die gemeinsame W\u00e4hrung ausgedehnt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00c4ra der hohen Zinsen, mit denen spekulative Finanzstr\u00f6me aus dem Ausland angelockt werden sollen, wird ein j\u00e4hes Ende finden. In einem Entwicklungsland erf\u00fcllt eine solche strikte Trennung zwischen der gesch\u00fctzten produktionsbasierten nationalen W\u00e4hrung und dem spekulativen, von London aus gesteuerten internationalen Dollar die gleiche Funktion wie die Glass-Steagall-Bankentrennung in den Vereinigten Staaten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist die Voraussetzung f\u00fcr die Einrichtung einer \u201eHamiltonischen\u201c Nationalbank, die die Ausgabe neuer, zinsg\u00fcnstiger Produktivkredite an die Hochtechnologiesektoren der physischen Wirtschaft des Landes organisiert &#8211; \u201eeine massive Erg\u00e4nzung langfristiger Kredite f\u00fcr die Kapitalbildung, mit anf\u00e4nglichem Schwerpunkt auf der Kapitalbildung in der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur\u201c, wie LaRouche sagt.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>4. RIC+:<\/strong><\/em> Die RIC-Nationen werden den Kern einer neuen internationalen Architektur bilden, die allen Nationen offensteht, die bereit sind, sich auf der Grundlage dieser soliden physisch-\u00f6konomischen Prinzipien zu beteiligen. Es besteht kaum ein Zweifel daran, da\u00df die meisten Nationen im Entwicklungssektor diese neue Architektur f\u00fcr ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse als weitaus vorteilhafter empfinden werden als die Verw\u00fcstungen, die ihnen derzeit durch das bankrotte transatlantische Finanzsystem auferlegt werden, und da\u00df sie sich schnell an solchen Bem\u00fchungen orientieren werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein m\u00f6glicher unmittelbarer Baustein ist die Schanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SOZ &#8211; Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan, Tadschikistan und Usbekistan, zus\u00e4tzlich zu Ru\u00dfland, Indien und China), die von einigen f\u00fchrenden Experten als ausreichend gro\u00df eingesch\u00e4tzt wird, um als Option f\u00fcr die Einf\u00fchrung eines neuen goldgedeckten, nicht auf dem Dollar basierenden W\u00e4hrungssystems zu fungieren, das auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen den Initiatorenl\u00e4ndern beruht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der massive Export von Investitionsg\u00fctern in Entwicklungsl\u00e4nder wird f\u00fcr die produktive Expansion des RIC-Blocks von zentraler Bedeutung sein. Gro\u00dfe Infrastrukturprojekte in diesen L\u00e4ndern werden ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs sein. Langfristige, zinsg\u00fcnstige Kredite f\u00fcr solche Aktivit\u00e4ten werden in der neuen gemeinsamen RIC-W\u00e4hrung ausgegeben werden, \u00e4hnlich wie der Renminbi bereits heute von der BRI verwendet wird, nur in einem viel gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab. Kredite, die f\u00fcr produktive Wirtschaftst\u00e4tigkeiten im Bereich der Spitzentechnologie &#8211; im Gegensatz zu spekulativen T\u00e4tigkeiten &#8211; geschaffen werden, sind nicht inflation\u00e4r und sind durch die Produktivit\u00e4tssteigerung, die solche Investitionen nach sich ziehen, leicht r\u00fcckzahlbar.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>5. Die USA und Europa m\u00fcssen sich dem G\u00fcrtel und der Stra\u00dfe-Initiative anschlie\u00dfen:<\/strong><\/em> Es wird von besonderer Bedeutung sein, die Vereinigten Staaten selbst sowie die europ\u00e4ischen Nationen in diese neuen internationalen Vereinbarungen einzubeziehen. Den Menschen in den USA und Europa und ihren Volkswirtschaften wird es im Verbund mit der RIC und der Belt and Road Initiative viel besser gehen als unter dem Regime der Deindustrialisierung und Entv\u00f6lkerung, dem sie unter dem derzeitigen bankrotten System unter britischer F\u00fchrung ausgesetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Lyndon LaRouche bezeichnete diese Politik als ein Vier-M\u00e4chte-B\u00fcndnis (Ru\u00dfland, Indien, China und die Vereinigten Staaten), das allein die n\u00f6tige Macht h\u00e4tte, das britische Empire ein f\u00fcr alle Mal zu beenden. Voraussetzung daf\u00fcr ist, da\u00df die USA zu ihren verfassungsm\u00e4\u00dfigen Zielen zur\u00fcckkehren, einschlie\u00dflich des von Alexander Hamilton geschaffenen amerikanischen Wirtschaftssystems, und da\u00df die souver\u00e4nen Nationen Europas \u00e4hnlich handeln.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>6. Wiederaufbau der Ukraine durch Ost-West-Kooperation:<\/strong><\/em> Der unmittelbare Schwerpunkt einer solchen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zum Nutzen aller wird die Ukraine sein. Was heute ein blutiges Schlachtfeld ist, wird zu einem Modell der Ost-West-Kooperation. Die einst m\u00e4chtige ukrainische Wirtschaft, die nach der Unabh\u00e4ngigkeit durch 20 Jahre Wirtschaftsliberalismus zerst\u00f6rt wurde &#8211; was nach dem vom Westen angef\u00fchrten Putsch auf dem Maidan im Jahr 2014 noch weiter versch\u00e4rft wurde &#8211; und nun vom Krieg verw\u00fcstet wird, kann durch gemeinsame Anstrengungen wieder aufgebaut und wiederbelebt werden. Die Ukraine wird zum Knotenpunkt des \u201eG\u00fcrtel- und Stra\u00dfen\u201c-Transits von China nach ganz Europa werden und die einst m\u00e4chtigen wissenschaftlichen, schwerindustriellen und landwirtschaftlichen Sektoren der Ukraine aufbauen, was der ganzen Welt zugute kommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den oben genannten sechs Ma\u00dfnahmen handelt es sich nicht um eine langfristige Strategie und auch nicht um einen mittelfristigen Vorschlag. Sie sind ein kurzfristiger Aktionsplan, der erforderlich ist, um die massive wirtschaftliche Zerst\u00f6rung, die bereits im Gange ist, zu stoppen, die geopolitisch motivierten Kriege zu beenden und die notwendige Architektur f\u00fcr beschleunigtes Wachstum und Entwicklung aller Nationen zu schaffen.<sup><em>3<\/em><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II. Sanktionen zerst\u00f6ren die Weltwirtschaft bis zur Unkenntlichkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Die physische Wirtschaft des transatlantischen Sektors befindet sich seit etwa einem halben Jahrhundert in einem beschleunigten Niedergang, seit Nixon im August 1971 das Ende der Golddeckung des Dollars verk\u00fcndete und stattdessen ein spekulatives System freier Wechselkurse einf\u00fchrte. Dann, Anfang 2020, erzeugte die COVID-Pandemie einen weiteren drastischen Einbruch, wobei eine weltweite reale Arbeitslosenquote von 46 % zum Vorschein kam, die mit &#8222;informeller Besch\u00e4ftigung&#8220; \u00fcberdeckt worden war. Hunderte Millionen Menschen waren so zu dauerhafter Armut und Hunger verdammt. Im November 2021 wurde auf dem Klimazirkus COP26 in Glasgow unter dem Deckmantel des &#8222;Great Green Reset&#8220; zur Bek\u00e4mpfung des &#8222;Klimawandels&#8220; ein weiterer Schritt zur Deindustrialisierung durchgesetzt, wodurch die physische Wirtschaft und besonders der Energiesektor zur\u00fcck ins Mittelalter katapultiert werden wird.<br>Und jetzt wurden drakonische Sanktionen gegen Ru\u00dfland und China verh\u00e4ngt, die die physische Wirtschaft des Planeten auf ein Niveau absenken, das unweigerlich zur Reduzierung der Weltbev\u00f6lkerung um <em>Milliarden <\/em>Menschen f\u00fchrt, wenn nicht eingegriffen wird. Es mu\u00df betont werden, da\u00df der jetzige Zusammenbruch der physischen Weltwirtschaft nicht durch die aktuelle Krise um die Ukraine <em>verursacht<\/em> wurde \u2013 die Gr\u00fcnde liegen Jahrzehnte zur\u00fcck. Aber die Sanktionspolitik hat das Ziel, die Menschheit auf ein Niveau der relativen potentiellen Bev\u00f6lkerungsdichte wie im Mittelalter zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>A) Lebensmittel und Agrarnotstand<\/strong><br><br>Beginnen wir mit den Lebensmitteln \u2013 hier wirkt sich die Sanktionspolitik mit besonderer Wucht auf den Entwicklungssektor aus. Liu Zhiqun, ein bekannter chinesischer Wirtschaftswissenschaftler am Chongyang Institute for Financial Studies, brachte es in einem Interview mit <em>CGTN <\/em>am 23. M\u00e4rz auf den Punkt. Auf die Frage nach den Auswirkungen der US-Sanktionen gegen Ru\u00dfland auf die Weltwirtschaft antwortete Liu: &#8222;Es gibt Sch\u00e4tzungen, da\u00df die Ausbreitung von COVID zu Hungersn\u00f6ten f\u00fcr 200 Millionen Menschen f\u00fchrt. Mit den Folgen der Sanktionen wird diese Zahl auf 1 Milliarde steigen.\u201c<br>Bereits vor zwei Jahren, noch vor Ausbruch der Pandemie 2020 und der Hyperinflation 2021, gab es eine gravierende Unterproduktion von Nahrungsmitteln, so da\u00df 2019 \u00fcber 810 Millionen Menschen nicht gen\u00fcgend Nahrung hatten und sich die Hungersnot versch\u00e4rfte. Zum Jahresende 2021 sch\u00e4tzte das Weltern\u00e4hrungsprogramm, da\u00df mehr als 230 Millionen Menschen kurz vor dem Hungertod standen und die landwirtschaftliche Produktion aufgrund von Engp\u00e4ssen bei den Betriebsmitteln und hohen Preisen ins Choas geraten w\u00fcrde.&nbsp;<br>Der zus\u00e4tzliche Schock durch die Sanktionen ist verheerend. Ru\u00dfland war zusammen mit Wei\u00dfru\u00dfland eine wichtige Quelle von Kunstd\u00fcnger (Stickstoff, Phosphor, Kalium) f\u00fcr die Welt, die nun nicht mehr zur Verf\u00fcgung steht. Die Ertr\u00e4ge von Weizen, Mais und Reis \u2013 den drei Hauptgetreidearten der Welt \u2013 werden einbrechen, und die Anbaufl\u00e4chen schrumpfen. Bislang bezog Europa direkt oder indirekt 25 % seines Kunstd\u00fcngers aus Ru\u00dfland. Brasilien und andere gro\u00dfe Produzenten k\u00f6nnen den Bedarf nicht decken. Svein Tore Holsether, Pr\u00e4sident von Yara International, einem der gr\u00f6\u00dften D\u00fcngemittelhersteller der Welt, kommentierte im M\u00e4rz 2022: &#8222;Die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung erh\u00e4lt ihre Nahrung mit Hilfe von D\u00fcngemitteln&#8230; und wenn diese f\u00fcr einige Kulturen entfallen, sinkt [der Ertrag] um 50 %.&#8220;<br>Die Abbruch der Lieferungen von Getreide und anderen Produkten sowie von D\u00fcngemitteln aus dem Agrarbereich der Ukraine, Wei\u00dfru\u00dflands und Ru\u00dflands stellt einen unmittelbaren weltweiten Notfall dar. Ru\u00dfland und die Ukraine sind zusammen die gr\u00f6\u00dften Weizenexporteure der Welt, auf sie entf\u00e4llt ein Drittel der \u00fcber 200 Mio. Tonnen Weizen, die j\u00e4hrlich gehandelt werden. Dies trifft vor allem die von Weizenimporten abh\u00e4ngigen L\u00e4nder der MENA-Region (Naher Osten, Nordafrika), von denen viele zu 70 % oder mehr von der Ukraine und Ru\u00dfland abh\u00e4ngig sind. Viele europ\u00e4ische L\u00e4nder bezogen ihr Futtergetreide (Gerste, Mais usw.) aus der Ukraine, was nun unterbrochen ist. Auf die Ukraine entfielen 19 % der j\u00e4hrlichen Maisexporte der Welt. Das Weltern\u00e4hrungsprogramm bezog in den letzten Jahren die H\u00e4lfte seines Getreides f\u00fcr Nothilfelieferungen aus der Ukraine. Auf die Ukraine und Ru\u00dfland zusammen entfielen auch 75 % des international gehandelten Sonnenblumen\u00f6ls, das einen bedeutenden Teil der weltweiten Speise\u00f6lausfuhren ausmacht.<br>Parallel zu den Engp\u00e4ssen sind die Lebensmittelpreise in die H\u00f6he geschnellt, so da\u00df die geringeren Produktionsmengen f\u00fcr Millionen von Menschen unerschwinglich geworden sind. Laut dem Weltern\u00e4hrungspreisindex der FAO stiegen die Lebensmittelpreise in der Zeit von Mai 2020 bis Februar 2022          um 54 %.<br>Neben den Lebensmitteln selbst sind auch Saatgut, Pflanzenschutzmittel und andere landwirtschaftliche Betriebsmittel f\u00fcr den Erntezyklus 2022-2023 betroffen. Zwei der weltweit gr\u00f6\u00dften Saatgutlieferanten, die Bayer AG und Cargill Inc., haben Ru\u00dfland im Einklang mit der US-Sanktionspolitik einen Lieferstopp f\u00fcr Weizensaatgut f\u00fcr 2023 angedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt f\u00fcnf Bereiche, in denen dringend reagiert werden mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>1. Die nationalen Regierungen m\u00fcssen ihre souver\u00e4ne Verantwortung wahrnehmen und die knappen Nahrungsmittelvorr\u00e4te dorthin lenken, wo sie Leben retten, und ebenso die knappen landwirtschaftlichen Betriebsmittel \u2013 Saatgut, D\u00fcngemittel, Pflanzenschutzmittel, Treibstoff \u2013 in die Agrargebiete lenken, die kurzfristig den gr\u00f6\u00dften Ertrag erbringen k\u00f6nnen. Wenn n\u00f6tig, bedeutet dies, da\u00df autonome Entscheidungen von Lebensmittel- und Agrarkartellen au\u00dfer Kraft gesetzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>2. Die Regierungen m\u00fcssen entsprechend ihren nationalen Pl\u00e4nen Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen f\u00fcr unabh\u00e4ngige b\u00e4uerliche Familienbetriebe und entsprechende lebensmittelverarbeitende Betriebe umsetzen. Dazu geh\u00f6ren Parit\u00e4tspreise, Kredite und Infrastruktureinrichtungen, und es bedeutet, die Macht der Kartellsysteme zu brechen, die spezielle Exportregionen und Monokulturen gef\u00f6rdert haben, w\u00e4hrend Millionen Menschen hungern und verhungern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>3. Das Ziel ist die Verdoppelung der weltweiten Nahrungsmittelproduktion, um den Hunger zu bek\u00e4mpfen. Wenn man von einer halben Tonne Getreide pro Person und Jahr ausgeht (f\u00fcr den direkten und indirekten Verzehr durch tierische Proteine), sollte die Welternte bei 4 Mrd. Tonnen liegen, aber derzeit sind es nur 2,7 Mrd. Tonnen, also zwei Drittel des Bedarfs.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>4. Schlu\u00df mit der &#8222;Green Reset&#8220;-Politik und der Ideologie, menschliche Aktivit\u00e4ten im Namen des Klimaschutzes einzuschr\u00e4nken. Insbesondere m\u00fcssen in 60 L\u00e4ndern alle jene Pl\u00e4ne gestoppt werden, die darauf abzielen, bis 2030 30 % der Land- und Wasserfl\u00e4chen aus der landwirtschaftlichen oder sonstigen wirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>5. Die Ukraine ist in Friedenszeiten ein globaler Schwerpunkt f\u00fcr eine hochproduktive Landwirtschaft, wie wir weiter unten ausf\u00fchren. Mit insgesamt 41,5 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzfl\u00e4che, das sind 70 % der Gesamtfl\u00e4che des Landes, steht sie nach Ru\u00dfland an zweiter Stelle in Europa, was die landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che angeht. Von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che der Ukraine gelten 32 Mio. ha als Ackerland. Fast alle B\u00f6den sind gut, die H\u00e4lfte davon sind sehr fruchtbare Schwarzerdeb\u00f6den. Fl\u00fcsse und der Zugang zum Schwarzen Meer f\u00fcr den Seehandel sind wichtige Transportmittel. Das Klima beg\u00fcnstigt die Landwirtschaft. Mit einem gezielten Wiederaufbau- und Wachstumsplan wird die Ukraine nicht nur ein produktiver Mittelpunkt Eurasiens, sondern auch eine Br\u00fccke in eine Zukunft mit reichlich Nahrung f\u00fcr alle.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B) Die europ\u00e4ische Energieversorgung bricht ein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zeichen einer gesunden Wirtschaft ist die technologisch bedingte steigende Energieflu\u00dfdichte im Produktionsproze\u00df, verbunden mit einem steigenden Gesamtenergieverbrauch pro Kopf und pro Quadratkilometer. Doch die Weltenergiesituation entwickelt sich seit Jahrzehnten in die entgegengesetzte Richtung, und die Sanktionspolitik sorgt daf\u00fcr, da\u00df sich der Zusammenbruch weiter beschleunigt.<br>Vor allem die europ\u00e4ischen L\u00e4nder und Menschen sind die L\u00e4mmer, die zur Schlachtbank gef\u00fchrt werden. Im Jahr 2020 stammten etwa 40 % des gesamten Energieverbrauchs in Europa aus importiertem Erd\u00f6l. In dem Jahr, das im Oktober 2021 endete, lieferte Ru\u00dfland etwa 25 % des gesamten von der Europ\u00e4ischen Union importierten Erd\u00f6ls. Wenn man also die \u00d6limporte aus Ru\u00dfland stoppt, sinkt der Gesamtenergieverbrauch Europas um 10 %. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Erdgas.<br>F\u00fcr Deutschland ist die Lage besonders ernst.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Tabelle 2<br>Energieverbrauch in Deutschland 2020<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td>(Tausend PJ) <\/td><td>%<\/td><\/tr><tr><td>Gesamt <\/td><td>12.41<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>\u00d6l <\/td><td>3.97 <\/td><td>32%<\/td><\/tr><tr><td>    &#8211; Einfuhren <\/td><td>3.89 <\/td><td>98%<\/td><\/tr><tr><td>           &#8211; aus Ru\u00dfland <\/td><td>1.32 <\/td><td>34%<\/td><\/tr><tr><td>Erdgas <\/td><td>3.14<\/td><td>25%<\/td><\/tr><tr><td>     -Einfuhren <\/td><td>2.98 <\/td><td>95%<\/td><\/tr><tr><td>          -Aus Ru\u00dfland<\/td><td>1.64 <\/td><td>55%<\/td><\/tr><tr><td>Insgesamt aus Ru\u00dfland<\/td><td>2.96 <\/td><td>24%<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Quelle: Bundesanstalt f\u00fcr Geowissenschaften und Rohstoffe<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ohne russisches Erdgas und Erd\u00f6l verf\u00fcgt Deutschland \u00fcber 24 % weniger Energie. Es ist h\u00f6chst unwahrscheinlich, da\u00df diese Lieferungen ohne weiteres durch andere Quellen ersetzt werden k\u00f6nnten, und schon gar nicht schnell.<br>Die gro\u00dfen europ\u00e4ischen Regierungen, insbesondere die deutsche, scheuen sich, der Bev\u00f6lkerung mitzuteilen, da\u00df die (bisher nicht sanktionierten) russischen Energieexporte nach Europa faktisch untersagt sind. Aber sie sind faktisch untersagt, weil alle Unternehmen, die russische Petrochemikalien kaufen m\u00f6chten, abgeschreckt werden, ganz zu schweigen von den extremen Schwierigkeiten, Finanzierungen und Versicherungen f\u00fcr solche Gesch\u00e4fte zu erhalten. Das gleiche gilt f\u00fcr Metalle und D\u00fcngemittel; Ru\u00dfland ist ein gro\u00dfer Exporteur von beidem. Es ist m\u00f6glich, ja sogar wahrscheinlich, da\u00df noch in diesem Fr\u00fchjahr alle russischen Exporte von Erdgas, Erd\u00f6l und D\u00fcngemitteln nach Europa und in die Vereinigten Staaten zum Erliegen kommen, selbst wenn ein Friedensabkommen in der Ukraine erreicht werden sollte. Die fast vollst\u00e4ndige Unterbrechung der Neuen Seidenstra\u00dfe, die von China durch Ru\u00dfland nach Europa f\u00fchrt, ist ebenso bereits eingetreten.<br>Ru\u00dfland ist der drittgr\u00f6\u00dfte \u00d6lproduzent der Welt und der \u00d6lexporteur Nummer eins. Im Jahr 2021 produzierte es rund 11,3 Mio. Barrel pro Tag (bpd), von denen etwa 7,2 Mio. bpd exportiert wurden. Von diesen Ausfuhren gingen 1,6 Mio. bpd nach China, das damit der gr\u00f6\u00dfte Einzelabnehmer von russischem Roh\u00f6l ist. Ru\u00dfland ist gut positioniert, um seine \u00d6lexporte, die derzeit nach Europa (etwa 2,3 Mio. bpd) gehen, in erheblichem Umfang auf China und Indien umzulenken, das derzeit 85 % seines Bedarfs von 4,3 Mio. bpd importiert, wovon jedoch weniger als 3 % aus Ru\u00dfland stammen.<br>Au\u00dferdem verf\u00fcgt Ru\u00dfland mit 47,8 Bio. Kubikmetern \u00fcber die mit Abstand gr\u00f6\u00dften Erdgasreserven der Welt, was fast einem Viertel der weltweiten Gesamtreserven von 205,6 Bio. Kubikmetern entspricht. Im Jahr 2021 produzierte Ru\u00dfland eine Rekordmenge von 763 Milliarden Kubikmetern (mcm) Gas, von denen 185 mcm (24 %) exportiert wurden. Die beiden gr\u00f6\u00dften Abnehmer von russischem Gas sind Deutschland (43 Mrd. m\u00b3) und Italien (29 Mrd. m\u00b3). China hat im Jahr 2020 nur etwa 9 Mrd. m<sup>3<\/sup> russisches Gas gekauft, aber es ist geplant, diese K\u00e4ufe auf 38 Mrd. m<sup>3<\/sup> im Jahr 2025 und m\u00f6glicherweise noch mehr danach zu erh\u00f6hen.<br>Auch die Energiepreise steigen im Zuge der weltweiten Hyperinflation rasant an, ausgel\u00f6st durch die globale finanzielle Spekulationsblase. Auch die Erdgaspreise in Europa sind sprunghaft angestiegen \u2013 von 2.190 $ pro tausend Kubikmeter auf fast 4.000 $ pro tausend Kubikmeter, ein Anstieg von 85 %. Und der Preis f\u00fcr Kraftwerkskohle zur Stromerzeugung hat sich mehr als verdreifacht und erreichte am 7. M\u00e4rz mit 460 $ pro Tonne ein Allzeithoch, gegen\u00fcber 134 $ pro Tonne am 21. Dezember. Es wird erwartet, da\u00df diese und \u00e4hnliche Rohstoffpreise in den kommenden Monaten noch weiter ansteigen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>C) Mineralien und Metalle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Sanktionen gegen Ru\u00dfland werden sich besonders verheerend auf den Zugang der westlichen L\u00e4nder zu lebenswichtigen Mineralien und Metallen auswirken. Ru\u00dfland, China und das SCO-Mitgliedsland Kasachstan produzieren zusammen die \u00fcberwiegende Mehrheit der wichtigsten Mineralien der Welt. Von den 42 wichtigsten Mineralien und Mineralprodukten der Welt produzieren diese drei L\u00e4nder zusammen zwischen 30 % und 90 % der weltweiten Gesamtmenge, so der U.S. Geological Survey. Diese Mineralien reichen von den elementarsten (wie Bauxit, Graphit, Blei und Kupfer) \u00fcber solche, die f\u00fcr moderne Verfahren und die Herstellung von Mikrochips ben\u00f6tigt werden (z.B. Seltene Erden, Titan, Silizium und Gallium, das f\u00fcr elektronische Schaltungen, Halbleiter und Leuchtdioden verwendet wird), bis hin zu solchen, die f\u00fcr die Landwirtschaft ben\u00f6tigt werden (z.B. Stickstoff, Ammoniak und Phosphat).<br>Bei 16 dieser 42 wichtigsten Mineralien entfallen mehr als 70 % der gesamten Weltproduktion auf Ru\u00dfland, Kasachstan und China. Im Jahr 2021 erzeugten sie 84 % der Weltproduktion an Vanadium (eine Legierung, die Stahl sto\u00df- und vibrationsfest macht und auch in Panzerplatten verwendet wird), 85 % des Graphits, 86 % des Wismuts, 87 % des Wolframs, 87 % des Quecksilbers, 91 % des Asbests und 98 % des Galliums (das in den meisten High-Tech-Bereichen unverzichtbar ist).<br>Die drei L\u00e4nder f\u00f6rdern und\/oder produzieren 37 % des weltweiten Stickstoffs und Ammoniaks, das in D\u00fcngemitteln und Herbiziden verwendet wird, 45 % des weltweiten Phosphatgesteins, das zur Herstellung von Phosphatd\u00fcnger verwendet wird, und 33 % des weltweiten Kalis, das zur Herstellung von D\u00fcngemitteln verwendet wird.&nbsp;<br>Neben der Landwirtschaft ist auch die Automobilproduktion direkt betroffen. In einem Artikel in <em>Globe and Mail <\/em>vom 7. M\u00e4rz hei\u00dft es: &#8222;Der Industrie drohen auch eine Verknappung und Preisanstiege von Rohstoffen aus der Ukraine und Ru\u00dfland, wie z.B. Neongas, Palladium und Nickel, die alle f\u00fcr verschiedene Zwecke in der Automobilherstellung verwendet werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong>D) Sanktionierung wissenschaftlicher Exzellenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Raumfahrt:<\/strong> Die von Pr\u00e4sident Biden verh\u00e4ngten Sanktionen gegen das russische Raumfahrtprogramm werden sich auch auf viele Raumfahrtprojekte in zahlreichen anderen L\u00e4ndern auswirken, einschlie\u00dflich der L\u00e4nder, die die Sanktionen umsetzen. So ist beispielsweise die Entscheidung der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation, die Zusammenarbeit mit Ru\u00dfland bei der ExoMars-Mission auszusetzen, die urspr\u00fcnglich Ende September 2022 vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan starten sollte, ein selbstverschuldetes Desaster.<br>ExoMars ohne Ru\u00dfland durchzuf\u00fchren, bedeutet mehr als nur den Ersatz der von Ru\u00dfland gebauten Proton-Rakete. Aus Ru\u00dfland stammt auch die Landeplattform namens Kasatschok, die ersetzt werden mu\u00df. Der Rover selbst enth\u00e4lt russische Instrumente und von Ru\u00dfland gelieferte Radioisotopen-Heizelemente. In der Erkl\u00e4rung der ESA wurde auch die Entscheidung Ru\u00dflands vom 26. Februar 2022 aufgegriffen, als Reaktion auf die europ\u00e4ischen Sanktionen die Sojus-Starts vom EU-Startplatz Kourou in Franz\u00f6sisch-Guayana einzustellen und sein Personal von dort abzuziehen. Durch diese Entscheidung sind f\u00fcnf europ\u00e4ische Missionen in Frage gestellt \u2013 zwei Starts von Galileo-Navigationssatelliten, das ESA-Weltraumteleskop <em>Euclid<\/em> und die geowissenschaftlichen EarthCARE-Satelliten sowie ein franz\u00f6sischer milit\u00e4rischer Aufkl\u00e4rungssatellit.<br>Es ist eine bittere Ironie, da\u00df die Ausgrenzung der russischen Weltraumforschung auch ein Schlag gegen die Raumfahrtkapazit\u00e4ten der Ukraine ist. Seit 1991 haben die USA, Europa und Ru\u00dfland in der Ukraine zusammengearbeitet, die seit den 1950er Jahren ein wichtiger Akteur in der Weltraumindustrie ist. Es wird nicht oft berichtet, aber die Ukraine ist ein f\u00fchrender Konstrukteur und Hersteller von Tr\u00e4gerraketen (einschlie\u00dflich russischer), Raketentriebwerken, Raumfahrzeugen und elektronischen Komponenten. Die ukrainische Zenit-Rakete ist sogar die Lieblingsrakete von Elon Musk. Mit 16.000 Mitarbeitern ist die ukrainische Raumfahrtbeh\u00f6rde fast so gro\u00df wie die NASA. Der aus der Sowjet\u00e4ra stammenden Beh\u00f6rde unterstehen 20 staatliche Unternehmen, die im ukrainischen Raumfahrtcluster, einer Region zwischen den St\u00e4dten Dnipro, Charkiw und Kiew, angesiedelt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Kernenergie<\/strong>: Die Kernenergie ist ein weiterer russischer (und ukrainischer) High-Tech-Bereich, der von den Sanktionen betroffen ist. Ru\u00dfland ist mit 202 TWh der viertgr\u00f6\u00dfte Kernenergieproduzent der Welt, nach den USA, China und Frankreich. Bei den im Bau befindlichen neuen Kernkraftwerken im In- und Ausland ist es jedoch zusammen mit China weltweit f\u00fchrend.&nbsp;<br>Derzeit betreibt Ru\u00dfland 38 Kernkraftreaktoren im Land; weitere 27 sind geplant, und weitere 21 Reaktorbl\u00f6cke sind beantragt. Rosatom, die staatliche russische Kernenergiegesellschaft, hat sich zum Ziel gesetzt, da\u00df Ru\u00dfland bis zum Ende des 21. Jahrhunderts 70 % seiner Elektrizit\u00e4t aus Kernreaktoren gewinnt.<br>Auch au\u00dferhalb Ru\u00dflands wird die Kernenergie zielstrebig ausgebaut. In den folgenden L\u00e4ndern hat Ru\u00dfland entweder bereits Kernreaktorbl\u00f6cke gebaut, baut sie oder wird sie bauen: Armenien (1); Bangladesch (2); Bulgarien (2); Wei\u00dfru\u00dfland (2); China (8); \u00c4gypten (4); Finnland (1); Ungarn (4); Indien (4); Iran (3); Slowakei (4); Ukraine (15); Usbekistan (1). In Bolivien errichtet Ru\u00dfland eine Wissenschaftsstadt, die \u00fcber einen Forschungsreaktor verf\u00fcgen wird.<br>Ru\u00dfland ist besonders daran interessiert, die Kernenergie nach Afrika zu bringen. Pr\u00e4sident Putin erkl\u00e4rte auf dem BRICS-Gipfel 2018 in Johannesburg (S\u00fcdafrika):<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ich m\u00f6chte besonders darauf hinweisen, da\u00df Ru\u00dfland plant, seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Entwicklung der nationalen Energieversorgung in afrikanischen Staaten zu verst\u00e4rken. In der Kernkraftindustrie &#8230; bieten wir unseren afrikanischen Partnern den Aufbau einer ganzen Industrie auf schl\u00fcsselfertiger Basis an. Mit einer Reihe von L\u00e4ndern der Region wurden Abkommen \u00fcber die Zusammenarbeit im Bereich ,Atome f\u00fcr den Frieden&#8216; unterzeichnet, und in einigen von ihnen hat die Arbeit bereits eine praktische Dimension erreicht. Alle diese Projekte sind von strategischer Bedeutung f\u00fcr Afrika, wo nach verschiedenen Sch\u00e4tzungen bis zu 600 Millionen Menschen ohne Strom leben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Medizin<\/strong>: Im August 2020 k\u00fcndigte Ru\u00dfland als erstes Land die Entwicklung eines COVID-19-Impfstoffs an, den Sputnik V mit zwei Impfungen und etwas sp\u00e4ter Sputnik Light mit einer Impfung. Die Briten setzten alles daran, da\u00df die Sputnik-Impfstoffe im Westen nicht zugelassen wurden. Der Sputnik-Impfstoff wurde bis Februar 2021 bel\u00e4chelt, als die medizinische Fachzeitschrift <em>Lancet<\/em> bekanntgab, da\u00df Sputnik V in einer Studie mit 20.000 Teilnehmern eine Wirksamkeitsrate von 91,6 % aufwies.&nbsp;<br>Britische und amerikanische Sanktionen hatten noch vor dem Krieg mit der Ukraine Sand ins Getriebe gestreut. Bereits am 1. M\u00e4rz 2021 verh\u00e4ngte das Vereinigte K\u00f6nigreich Sanktionen gegen den Russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) und seinen Leiter Kirill Dmitriev. Die Vereinigten Staaten folgten diesem Beispiel. Der RDIF arbeitete mit dem russischen Gamaleya-Forschungsinstitut f\u00fcr Epidemiologie und Mikrobiologie zusammen, das Sputnik V entwickelt hatte, um die Produktion von Sputnik V zu organisieren und ihn auf ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten zu vermarkten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">III.&nbsp; Die Sanktionen beschleunigen den transatlantischen Finanzkollaps<\/h3>\n\n\n\n<p>Schon vor dem 25. und 27. Februar (dem Datum der russischen Invasion in der Ukraine und der Verh\u00e4ngung drastischer Sanktionen durch die NATO-Staaten) war die Inflation in den USA beim Verbraucherpreisindex von 1,5 % auf 6,9 % und beim Erzeugerpreisindex auf 9,8 % angestiegen. In der EU war die Inflation beim Verbraucherpreisindex von etwa 1 % auf 4,8 % und beim Erzeugerpreisindex auf 16 % gestiegen.<br>Als somit der gro\u00dfe \u201eSanktions-Inflationsschock\u201c am 4. M\u00e4rz alle Rohstoffe traf und die Verf\u00fcgbarkeit von wichtigen Nahrungsmitteln, Energie und mineralischen Rohstoffen r\u00fcckl\u00e4ufig wurde, stand das transatlantische Finanzsystem bereits unter hohem Inflationsdruck, ausgel\u00f6st durch die Versuche der westlichen Zentralbanken, die privaten Gro\u00dfbanken vor dem Platzen der gigantischen Derivatblase zu sch\u00fctzen \u2013 eine zum Scheitern verurteilte Anstrengung.<br>Auf einem der gr\u00f6\u00dften Felder dieses Inflationsfeuers, dem US-Immobilienmarkt, der den globalen Crash von 2007-08 ausl\u00f6ste, l\u00e4\u00dft sich die massive Geldentwertung nicht auf die Auswirkungen des Ukraine-Krieges oder die wirtschaftliche Kriegsf\u00fchrung der NATO gegen Ru\u00dfland zur\u00fcckf\u00fchren. Der US-Immobilienmarkt steuert auf einen weiteren Zusammenbruch zu und l\u00e4\u00dft in der Federal Reserve die Alarmglocken erklingen.<br>Was die Energiepreise in Europa anbelangt, so wurde die rasante Inflation schon lange vor dem Krieg durch das Gelddrucken der Zentralbanken und die Spekulation mit Derivaten angeheizt.<br>Die gr\u00f6\u00dfte Zentralbank, die amerikanische Federal Reserve, ist inzwischen sehr besorgt, die Kontrolle \u00fcber das verloren zu haben, was einer ihrer Gouverneure, Christopher Waller, am 19. M\u00e4rz als &#8222;rasende Inflation&#8220; bezeichnete. Drei Gouverneure bzw. Regionalpr\u00e4sidenten \u2013 Rafael Bostic aus Atlanta, James Bullard aus St. Louis und Waller \u2013 fordern mehrfache Zinserh\u00f6hungen um jeweils 0,5 %, denn sie sind in Panik geraten, weil die derzeit geplanten geringf\u00fcgigen Zinserh\u00f6hungen keine Chance haben, die Inflation zu bremsen. Doch diese Geldverknappung wird ebenso kl\u00e4glich scheitern wie die gegenteilige \u201equantitative Lockerung\u201c \u2013 denn die zugrunde liegende Spekulationsblase von Billionen von Dollar ist in jedem Szenario unbezahlbar.&nbsp;<br>Vor diesem Hintergrund hat der hyperinflation\u00e4re Schock, der sich seit Montag, dem 7. M\u00e4rz, verbreitete, den gr\u00f6\u00dften Teil der Liquidit\u00e4t aus Produktion, Vertrieb und Handel mit den vielen oben genannten G\u00fctern ausgel\u00f6scht. Viele Tausende von Unternehmen in diesen Sektoren sind in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wovon auch ihre Banken betroffen sind. Keine geringere Bank als JPMorgan Chase, die gr\u00f6\u00dfte in den Vereinigten Staaten, \u00e4u\u00dferte in der darauffolgenden Woche gro\u00dfe Besorgnis dar\u00fcber, da\u00df die Bank das Ausfallrisiko all dieser Unternehmen tragen m\u00fcsse. Die Kreditvergabe in diesen Bereichen ist praktisch zum Erliegen gekommen. <em>Bloomberg News <\/em>titelte am 18. M\u00e4rz: &#8222;Die gr\u00f6\u00dften Rohstoffm\u00e4rkte der Welt beginnen sich festzufressen&#8220;. Der Verband europ\u00e4ischer Energieh\u00e4ndler [der gr\u00f6\u00dfte der Welt] forderte am 16. M\u00e4rz die Zentralbanken auf, &#8222;zeitlich begrenzte Sofortliquidit\u00e4tshilfe zu leisten, um sicherzustellen, da\u00df die Gro\u00dfhandelsm\u00e4rkte f\u00fcr Gas und Strom weiterhin funktionieren&#8220;.<br>Engp\u00e4sse auf lebenswichtigen Rohstoffm\u00e4rkten sind allgegenw\u00e4rtig, und die Engp\u00e4sse in Folge der Sanktionen zur Zerschlagung der russischen Wirtschaft \u00fcberschneiden sich mit denjenigen, die sich bereits vor dem 25. Februar aufgrund der steigenden Inflation entwickelt hatten, wie z.B. bei D\u00fcngemitteln. Die am st\u00e4rksten verknappten Rohstoffe steigen hyperinflation\u00e4r im Preis.<br>Das Ph\u00e4nomen der &#8222;Selbstsanktionierung&#8220; zahlreicher Unternehmen in Europa, Nordamerika und Ozeanien f\u00fcr russische Energieprodukte, die gar keinen staatlichen Sanktionen unterliegen, hat diesen Begriff zu einem gefl\u00fcgelten Wort gemacht. Rohstoffh\u00e4ndler sch\u00e4tzen, da\u00df die russischen \u00d6lexporte nach Europa tats\u00e4chlich um 1,5 Mio. Barrel pro Tag (bpd) gesunken sind, obwohl sie nicht sanktioniert sind. Die gesamten russischen \u00d6lexporte weltweit sollen um 2 Mio. Barrel pro Tag gesunken sein. Der IEA zufolge werden es im Laufe des Jahres 2022 3 Mio. bpd sein.&nbsp;<br>Bereits am 7. M\u00e4rz beschrieb Zoltan Poszar, Analyst bei der Credit Suisse, den durch die Rohstoffe ausgel\u00f6sten finanziellen Schock sehr treffend. &#8222;Wenn der Westen den gr\u00f6\u00dften Rohstoffproduzenten der Welt, der praktisch alles verkauft, mit Sanktionen belegt, wird Folgendes passieren: Nicht-russische Rohstoffe werden aufgrund der neuen Knappheit teurer; H\u00e4ndler m\u00fcssen mehr Kredite aufnehmen, aber gibt es genug Sicherheiten? Es werde in der Branche zu massiven Nachschu\u00dfforderungen kommen.<br>Zum 50. Jahrestag des OPEC-Angebotsschocks von 1973 erleben wir etwas \u00c4hnliches, aber wesentlich Schlimmeres \u2013 den Ru\u00dfland-Angebotsschock 2022, der nicht vom Anbieter, sondern vom Verbraucher ausgeht.&#8220;<br>Eine Zahlungsunf\u00e4higkeit Ru\u00dflands wird auch von seinen westlichen Gl\u00e4ubigern bewu\u00dft provoziert, indem etwa 300 Milliarden Dollar der 640 Milliarden Dollar an russischen W\u00e4hrungsreserven eingefroren (d.h. gestohlen) wurden. Ein Zahlungsausfall wird Nachschu\u00dfforderungen auf Credit Default Swaps ausl\u00f6sen, deren Preis so stark gestiegen ist, da\u00df sie f\u00fcr Ru\u00dflands Gl\u00e4ubiger nicht mehr verwendbar sind. Moskau war bisher in der Lage, diese Schulden zu bedienen, wie es durch die Zahlung von 117 Mio. Dollar am 16. M\u00e4rz und 66 Mio. Dollar am 21. M\u00e4rz aus den eingefrorenen Reserven bewiesen hat \u2013 ein Verfahren, das durch ein Schlupfloch des US-Finanzministeriums in den Sanktionen, die Ende Mai 2022 auslaufen, erlaubt ist.<br>Dieses Schlupfloch wurde gelassen, um internationalen Anleihegl\u00e4ubigern die M\u00f6glichkeit zu geben, den russischen Markt sicher zu verlassen, indem sie ihre stark verbilligten russischen Anleihen an Goldman Sachs und andere verkaufen, die wiederum solche &#8222;notleidenden Schulden&#8220; an Geierfonds verkaufen. Diese Fonds werden dann hingehen und ihre betr\u00e4chtlichen finanziellen, rechtlichen und politischen Kapazit\u00e4ten einsetzen, um Ru\u00dfland zu zwingen, den vollen Nennwert der Anleihen zu zahlen, die die Geierfonds f\u00fcr einen Bruchteil erworben hatten \u2013 so wie es im Krieg gegen Argentinien vor zwei Jahrzehnten bereits praktiziert wurde.<br>Die Auslandsschulden russischer Unternehmen sind ein Fragezeichen von 75 Milliarden Dollar. Diese Anleihen wurden vom Markt bereits mit einem Abschlag von 70 % neu bewertet, d.h. mit einem Verlust von etwa 50 Mrd. $. <em>Wall Street on Parade<\/em> schrieb am 7. M\u00e4rz: &#8222;Die gro\u00dfe Frage an der Wall Street ist, welche Banken 41 Milliarden Dollar f\u00fcr Credit Default Swaps auf Ru\u00dfland schulden.&#8220;&nbsp;<br>&#8222;Es sind 41 Milliarden Dollar an Credit Default Swaps (CDS) auf russische Schulden bekannt&#8220;, hei\u00dft es in der bekannten Finanzkolumne. &#8222;Dar\u00fcber hinaus gibt es weitere Milliarden an Credit Default Swaps auf Anleihen staatlicher und nichtstaatlicher russischer Unternehmen&#8230;. Es sieht nach einer Wiederholung der Bankenkrise von 2008 aus&#8220;, schrieb <em>Wall Street on Parade <\/em>weiter, &#8222;als die Banken die Kreditvergabe an andere Banken einstellten, weil sie nicht wu\u00dften, wer als n\u00e4chstes von den toxischen Subprime-Krediten betroffen sein w\u00fcrde. Das f\u00fchrte zu einer Liquidit\u00e4tskrise und dem beispiellosen Engagement der Federal Reserve, die heimlich Billionen von Dollar in die Megabanken der Wall Street und ihre ausl\u00e4ndischen Derivatpartner pumpte.&#8220;<br>Am 11. M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichte die <em>Financial Times<\/em> auf der Grundlage von Daten der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich eine Liste der am st\u00e4rksten exponierten westlichen Banken. Das Gesamtengagement wird mit 121 Mrd. $ angegeben, wovon der gr\u00f6\u00dfte Teil, 84 Mrd. $, in den H\u00e4nden europ\u00e4ischer Banken liegt, wobei die <em>Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale<\/em> an der Spitze der Liste steht (21 Mrd. $), gefolgt von Paribas (3 Mrd. $), Credit Suisse (1,7 Mrd. $) und Deutsche Bank (1,5 Mrd. $). Unter den US-Banken ist die Citibank mit 10 Mrd. $ am st\u00e4rksten exponiert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">IV.&nbsp; Entwurf eines Plans zum Wiederaufbau und zur Entwicklung der Ukraine<\/h3>\n\n\n\n<p>Frieden durch Entwicklung ist die Grundlage der Politik f\u00fcr eine neue weltweite Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, und sie mu\u00df am unmittelbarsten auf den Wiederaufbau einer neutralen Ukraine nach dem Krieg angewendet werden.<br>Auch wenn das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung durch den andauernden Krieg kaum abzusch\u00e4tzen ist, bleibt die Aufgabe bestehen, da\u00df die ukrainische Wirtschaft wiederaufgebaut und in eine moderne wissenschaftlich-technologische \u00d6konomie umgewandelt werden kann und sollte, um als Drehscheibe zwischen dem \u00f6stlichen und westlichen Teil Eurasiens zu fungieren. Der Lebensstandard und die Ausbildung der Arbeitskr\u00e4fte m\u00fcssen erh\u00f6ht und gleichzeitig die destruktiven Ratschl\u00e4ge der City of London und des IWF abgelehnt werden, die in drei Jahrzehnten zu einer wirtschaftlichen Verw\u00fcstung gef\u00fchrt haben. Das Land kann aus den Tr\u00fcmmern, die der gegenw\u00e4rtige Krieg hinterl\u00e4\u00dft, wiederaufgebaut werden.&nbsp;<br>Die Ukraine verf\u00fcgt \u00fcber ein gro\u00dfes Potential. Sie verf\u00fcgt seit jeher \u00fcber qualifizierte und produktive Arbeitskr\u00e4fte, die in einigen Bereichen Weltspitze sind. Sie verf\u00fcgt \u00fcber einen bedeutenden Industrieg\u00fcrtel in der Region zwischen Dnipropetrowsk und der Volksrepublik Donezk (ehemals Region Donezk der Ukraine), wo mehr als ein Drittel der gesamten Industrieproduktion der Ukraine angesiedelt ist. (F\u00fcr die Zwecke dieser Studie betrachten wir die Donezker Volksrepublik [DVR] und die Lugansker Volksrepublik [LVR], deren genauer Status sich aus den Friedensverhandlungen ergeben wird, sowie die Ukraine als Teil der zu entwickelnden gemeinsamen Region). Die Ukraine verf\u00fcgt \u00fcber die Anlagen- und Maschinenbaubetriebe Juschmasch und Juschnoje, die Raumfahrzeuge, Raketen und Schmiedeteile herstellen, sowie \u00fcber den wissenschaftlich-technischen Komplex f\u00fcr Luftfahrt O. K. Antonow, der sich auf den Bau von Frachtflugzeugen spezialisiert hat. Alle diese Werke k\u00f6nnten f\u00fcr die Herstellung von Raumfahrzeugen ausgebaut, ein Teil auch auf die Herstellung von Laser-Werkzeugmaschinen umger\u00fcstet werden.<br>Das Land besitzt 20 % der &#8222;Schwarzerde&#8220; des Planeten, um ausreichend Weizen, Getreide und viele andere landwirtschaftliche Produkte f\u00fcr den eigenen Bedarf und den Export in die ganze Welt zu produzieren. Das Schienennetz des Landes ist veraltet und an einigen Stellen heruntergekommen, aber es k\u00f6nnte modernisiert werden, so da\u00df elektrifizierte Hochgeschwindigkeitsstrecken oder Magnetschwebebahnen entstehen. So k\u00f6nnte die g\u00fcnstige geografische Lage des Landes genutzt werden, um Waren und Menschen schnell von Norden nach S\u00fcden und von Osten nach Westen durch das Herz Eurasiens zu transportieren \u2013 ein zentrales Bindeglied in der Belt and Road Initiative. Die Ukraine ist in der Tat der perfekte Dreh- und Angelpunkt, um das derzeitige globale Paradigma von wirtschaftlichem Zusammenbruch und Krieg durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zu ersetzen, die auf dem Konzept von Frieden durch Entwicklung basiert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Drei\u00dfig Jahre der Zerst\u00f6rung<\/strong><br><br>Nach der Aufl\u00f6sung der Sowjetunion 1991 erkl\u00e4rte sich die Ukraine am 24. August 1991 f\u00fcr unabh\u00e4ngig, aber ihre &#8222;Unabh\u00e4ngigkeit&#8220; war nur von kurzer Dauer. Augenblicklich machten sich unz\u00e4hlige \u00d6konomen aus dem Umfeld des IWF, der Wall Street und der Londoner City auf den Weg, um die Privatisierung und Schlie\u00dfung von Fabriken, die Entlassung von Arbeitern usw. durchzusetzen. Dr. Natalia Witrenko, Vorsitzende der Progressiven Sozialistischen Partei der Ukraine (PSPU), analysierte die Ergebnisse dieser zerst\u00f6rerischen Politik auf einer Konferenz des Schiller-Instituts am 13. und 14. April 2013, ihre Rede wurde in&nbsp;<em>Neue Solidarit\u00e4t<\/em>&nbsp;Nr. 20 vom 15. Mai 2013 abgedruckt.. Witrenko berichtete: &#8222;Die Werkzeugmaschinenindustrie brach praktisch v\u00f6llig zusammen, obgleich die Ukraine zuvor \u00fcber 16 gro\u00dfe Werkzeugmaschinenbetriebe verf\u00fcgte, die 1990 noch 37.000 Werkzeugmaschinen produzierten. Jetzt sind davon nur noch drei \u00fcbrig, die sich kaum mehr \u00fcber Wasser halten k\u00f6nnen, und sie produzieren nur noch 40 Werkzeugmaschinen im Jahr.&#8220;<br>Witrenko stellte weiter fest, da\u00df die Stromerzeugung der Ukraine zwischen 1991 und 2012 um 35 %, die Walzstahlproduktion um 57 % und die Traktorenproduktion um 94,3 % zur\u00fcckgegangen sei. In den Jahren der monetaristischen &#8222;Unabh\u00e4ngigkeit&#8220; hat die Ukraine 12 Millionen Arbeitspl\u00e4tze verloren, und die Menschen wurden immer \u00e4rmer.&nbsp;<br>Ende 2013 kam es zu einem Wendepunkt: Der ukrainische Pr\u00e4sident Viktor Janukowitsch beschlo\u00df am 21. November, das Assoziierungsabkommen mit der Europ\u00e4ischen Union nicht zu unterzeichnen, und suchte nach anderen Alternativen f\u00fcr die Entwicklung der Ukraine. Vom 3. bis 6. Dezember hielt sich Janukowitsch zu einem Staatsbesuch in Peking auf. Dort traf er mit dem chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping zusammen und sagte zu, da\u00df sich die Ukraine der Belt and Road Initiative anschlie\u00dfen w\u00fcrde, deren Gr\u00fcndung Xi erst drei Monate zuvor im September angek\u00fcndigt hatte. Am 5. Dezember kommentierte das chinesische Au\u00dfenministerium das Treffen: &#8222;Die Ukraine war einst ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen der \u00f6stlichen und der westlichen Zivilisation und liegt auf dem Weg, den die Eurasische Kontinentalbr\u00fccke nehmen mu\u00df. Die Ukraine ist bereit, sich am Aufbau des ,Wirtschaftsg\u00fcrtels Seidenstra\u00dfe&#8216; zu beteiligen. Die chinesische Seite begr\u00fc\u00dft dies und ist bereit, eine entsprechende Zusammenarbeit mit der ukrainischen Seite zu er\u00f6rtern.&#8220;<br>China und die Ukraine unterzeichneten ein Abkommen \u00fcber eine strategische Partnerschaft, und China erkl\u00e4rte sich bereit, 8 Milliarden Dollar in die ukrainische Wirtschaft zu investieren, so der <em>Ukraine Monitor<\/em> vom 6. Dezember 2013.<br>Auch eine enge Zusammenarbeit mit Ru\u00dfland stand auf der Tagesordnung. Der damalige stellvertretende russische Ministerpr\u00e4sident Dmitri Rogosin hatte eine Arbeitsgruppe f\u00fcr die russisch-ukrainische Industriekooperation gebildet, die auch die milit\u00e4rische und die gemeinsame Raumfahrtproduktion umfa\u00dfte. Rogosin besuchte vom 1. bis 3. Dezember die Industrieanlagen des Dnjepr-Bogens und traf mit dem damaligen ukrainischen Ministerpr\u00e4sidenten Mykola Asarow zusammen.<br>Diese Entwicklungsperspektiven waren dem britischen und amerikanischen Establishment ein Dorn im Auge, und sie aktivierten seit langem bestehende Kapazit\u00e4ten in der Ukraine, darunter Victoria Nuland, die damalige stellvertretende US-Au\u00dfenministerin f\u00fcr europ\u00e4ische und eurasische Angelegenheiten, sowie die Anh\u00e4nger des Nazi-Kollaborateurs Stepan Bandera, die zur Eskalation von Gewalt und Chaos aufriefen, um die Regierung Janukowitsch zu st\u00fcrzen \u2013 was ihnen am 24. Februar 2014 auch gelang. Der vorab ausgew\u00e4hlte Arsenij Jazenjuk wurde am 27. Februar 2014 auf Dr\u00e4ngen von Victoria Nuland als Ministerpr\u00e4sident eingesetzt, um die Politik der City of London und des Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) wieder in Kraft zu setzen, die 21 Jahre lang so viel Zerst\u00f6rung und Leid in der Ukraine angerichtet hatten.<br>Der fortschreitende Zerfall der ukrainischen Wirtschaft ist ein deutliches Beispiel f\u00fcr diesen Proze\u00df, wie die folgende Tabelle der sinkenden Besch\u00e4ftigungszahlen zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Tabelle 3<br>Arbeitskr\u00e4fte in der Ukraine<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Jahr <\/td><td>Arbeitskr\u00e4fte insgesamt (Tausend)<\/td><td>Landwirtschaft<\/td><td>Industrie<\/td><td>Verarbeitendes Gewerbe<\/td><\/tr><tr><td>2012 <\/td><td> 20,354<\/td><td> 3,496<\/td><td>3,346<\/td><td>2,322<\/td><\/tr><tr><td>2013<\/td><td>20,404<\/td><td>3,578<\/td><td>3,275<\/td><td>2,276<\/td><\/tr><tr><td>2014<\/td><td>18,073 <\/td><td>3,091<\/td><td>2,898<\/td><td>2,022<\/td><\/tr><tr><td>2015<\/td><td> 16,443<\/td><td> 2,870<\/td><td>2,574<\/td><td>1,839<\/td><\/tr><tr><td>2016<\/td><td> 16,277<\/td><td>2,867<\/td><td>2,495<\/td><td>1,792<\/td><\/tr><tr><td>2017<\/td><td> 16,156<\/td><td>2,861<\/td><td>2,441<\/td><td>1,775<\/td><\/tr><tr><td>2018<\/td><td> 16,361<\/td><td>2,938<\/td><td>2,426<\/td><td>1,786<\/td><\/tr><tr><td>2019<\/td><td>16,578<\/td><td>3,010<\/td><td>2,462<\/td><td>1,833<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><figcaption>Quelle: Staatliches Statistikamt der Ukraine.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwischen 2012 und 2019 sank die Gesamtzahl der Arbeitskr\u00e4fte in der Ukraine um 3,96 Millionen oder 18,6 %; die Zahl der Arbeitskr\u00e4fte in der Landwirtschaft sank um 486.000 (13,9 %), die Zahl der Arbeitskr\u00e4fte in der Industrie um 884.000 (26,4 %) und die Zahl der Arbeitskr\u00e4fte im verarbeitenden Gewerbe (Teil der Industriearbeiter) um 443.000 (19,5 %).<br>Im Jahr 1992 hatte die Ukraine eine Gesamtbev\u00f6lkerung von 51,9 Millionen Menschen. Im Jahr 2012 war sie auf offiziell 45,4 Millionen gesunken, wohingegen die Wirtschaftswissenschaftlerin Witrenko sagte, da\u00df die tats\u00e4chliche Zahl damals nur noch 39 Millionen betrug. Im Jahr 2020 lag die offizielle Bev\u00f6lkerungszahl bei 41,4 Millionen, einschlie\u00dflich der Bev\u00f6lkerung des Donbass (nach Witrenkos Berechnung w\u00fcrde sie jedoch eher bei 35 Millionen liegen). Nach offiziellen Ma\u00dfst\u00e4ben mu\u00dfte die Ukraine zwischen 1992 und 2020 den gr\u00f6\u00dften Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang aller europ\u00e4ischen L\u00e4nder hinnehmen, und all dies geschah vor der russischen Milit\u00e4roperation in der Ukraine am 24. Februar 2022. Inzwischen haben weitere 4 Millionen Ukrainer das Land verlassen, und eine unbekannte Zahl von Menschen ist innerhalb des Landes auf der Flucht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Umkehrung des Prozesses, Wiederaufbau der Ukraine<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ukraine kann im Rahmen einer neuen internationalen Wirtschaftsarchitektur einige entscheidende Schritte unternehmen, wie bereits in diesem Dokument dargelegt.&nbsp;<br>Erstens sollte die Ukraine den gr\u00f6\u00dften Wert auf den Wiederaufbau und die Entwicklung ihrer produktiven Arbeitskr\u00e4fte legen. In einem Webcast am 7. Dezember 2012 sagte der Wirtschaftswissenschaftler Lyndon LaRouche:<br>&#8222;Wir haben die Bev\u00f6lkerung des Planeten, und wir brauchen jedes verdammte Individuum auf diesem Planeten: Wir brauchen sie! Sie haben einen Daseinszweck, denn sie k\u00f6nnen produktiver werden, und wenn sie produktiver werden, dann werden ihre Kinder produktiver, und so weiter; die F\u00e4higkeit der Menschheit, mit diesen Problemen fertig zu werden, nimmt zu.&#8220;<br>Im Laufe der n\u00e4chsten zehn Jahre sollte die Ukraine 10 Millionen Arbeitskr\u00e4fte wieder in den Arbeitsmarkt integrieren, darunter 4 Millionen zus\u00e4tzliche Industriearbeiter und davon 2 Millionen Arbeiter im verarbeitenden Gewerbe.<br>Im Jahr 2019 gab es in der Ukraine 118.935 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, einige mit lediglich f\u00fcnf Besch\u00e4ftigten. Heute sind es zweifellos weit weniger, aber die Ukraine sollte sich zum Ziel setzen, diese Zahl bis 2032 um etwa 50.000 neue Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zu erh\u00f6hen und die Gr\u00f6\u00dfe und die Zahl der Besch\u00e4ftigten in den bestehenden Betrieben zu steigern. An vorderster Front sollte dabei der Werkzeugmaschinenbau stehen, und es sollten Werkzeugmaschinenmeister aus China, Deutschland, Italien und der Schweiz geholt werden, die mit ukrainischen Werkzeugmaschinenexperten zusammenarbeiten, um eine neue Generation von Werkzeugmaschinenarbeitern auszubilden.<br>Die offizielle Jugendarbeitslosigkeit in der Ukraine schwankt zwischen 15 % und 22 %, die tats\u00e4chliche Quote d\u00fcrfte Berichten zufolge viel h\u00f6her liegen. Die Ukraine sollte ein nach dem Vorbild der von US-Pr\u00e4sident Franklin Roosevelt im M\u00e4rz 1933 in den Vereinigten Staaten gegr\u00fcndetes Civilian Conservation Corps einrichten, um arbeitslose Jugendliche zu besch\u00e4ftigen und auszubilden. Das ukrainische Korps sollte sich auf unterst\u00fctzende T\u00e4tigkeiten im Gesundheitswesen, in Krankenh\u00e4usern und auch beim Bau von Krankenh\u00e4usern und anderer Infrastruktur konzentrieren, zusammen mit abendlichen Bildungskursen als Teil eines Weltgesundheitssystems, wie es von der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, vorgeschlagen wurde.<br>Zweitens wird die Ukraine viele ihrer St\u00e4dte wiederaufbauen und ihren Industrieg\u00fcrtel rekonstruieren und modernisieren m\u00fcssen. Ein gro\u00dfer Teil der Industrie des Landes konzentriert sich auf zwei gro\u00dfe Regionen: die Region Dnipropetrowsk im S\u00fcdosten des Landes und die DVR im Osten, die jeweils etwa 17% der ukrainischen Industrieproduktion der Vorkriegszeit ausmachten.<br>Die DVR konzentriert sich vor allem auf die Stahlproduktion, die chemische Industrie und den Kohlebergbau. Sie verf\u00fcgt auch \u00fcber wissenschaftliche Zentren. Es ist wichtig, da\u00df Donezk und Mariupol die beiden Enden eines gemeinsamen Industriekorridors mit Industrieunternehmen bilden. In Mariupol besitzt das Unternehmen Metinvest, das von dem Milliard\u00e4r Rinat Achmetow kontrolliert wird, zwei gro\u00dfe Stahlwerke sowie weitere Anlagen, die Berichten zufolge zusammen 40.000 Menschen besch\u00e4ftigen. Die DVR hat unter dem R\u00fcckgang der Kohleproduktion gelitten. Im Jahr 2013 produzierte die Ukraine 84 Mio. Tonnen Kohle. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 29 Mio. Tonnen, ein starker R\u00fcckgang um zwei Drittel. Ein Gro\u00dfteil der Bergwerke befindet sich in der Donbass-Region. Mehrere Kohlebergwerke in der DVR wurden in den letzten Jahren durch schwere Regenf\u00e4lle \u00fcberflutet und unbrauchbar gemacht, und die Zentralregierung in Kiew hat wenig getan, um zu helfen. Dies hat der Stahlproduktion der Ukraine geschadet. Der heilige &#8222;Great Reset&#8220;-Kreuzzug der britischen Royals gegen die Kohle schadet der Ukraine zus\u00e4tzlich.<br>In der Region Dnipropetrowsk, einem Zentrum der Schwerindustrie, gibt es zahlreiche Betriebe, die eine breite Palette von Industrie- und Investitionsg\u00fctern herstellen, darunter Gusseisen, Walzgut, Rohre, Maschinen, Bergbaumaschinen, landwirtschaftliche Ger\u00e4te, Traktoren, Oberleitungsbusse, K\u00fchlschr\u00e4nke und Lebensmittelverarbeitung.<br>In Kryvyi Rih, der l\u00e4ngsten Stadt Europas, die in der Region Dnipro liegt, sind mehrere gro\u00dfe Bergbauunternehmen ans\u00e4ssig. ArcelorMittal, der gr\u00f6\u00dfte Stahlhersteller der Ukraine mit einer Jahresproduktion von 4 bis 6 Mio. Tonnen, hat seinen Sitz in Kryvyi Rih. Juschmasch und Juschnoje, zwei gro\u00dfe staatliche Unternehmen, die im Zentrum der sowjetischen Verteidigungs- und Raumfahrtproduktion standen, sind ebenfalls in der Region Dnipro angesiedelt.<br>In diesen beiden Industrieregionen, die zusammen mehr als ein Drittel der ukrainischen Industrieproduktion erwirtschafteten, ist ein Teil der Fabrikanlagen abgenutzt \u2013 einige stammen noch aus der Mitte der Sowjet\u00e4ra \u2013 und ein Teil der Infrastruktur ist mangelhaft. Ihr \u00dcberleben wird erhebliche Investitionen in die technologische Verbesserung und Modernisierung von Investitionsg\u00fctern und Anlagen sowie den Bau vieler neuer Fabriken erfordern. Dies sollte eine gemeinsame Anstrengung der Industrienationen des Westens und des Ostens in der Art des Marshallplans sein, nicht un\u00e4hnlich dem, was f\u00fcr den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg erforderlich war.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Drittens: Eisenbahnen. Die beigef\u00fcgte Abbildung mit dem Titel &#8222;Railroad and Road Corridors Across Eurasia&#8220; (Eisenbahn- und Stra\u00dfenkorridore in Eurasien), die zuerst im Bericht &#8222;The New Silk Road Becomes the World Land-Bridge&#8220; (Die neue Seidenstra\u00dfe wird zur Weltlandbr\u00fccke), Band II, des Schiller-Instituts erschien, zeigt die zentrale Lage der Ukraine f\u00fcr die Weltlandbr\u00fccke. Gegenw\u00e4rtig werden 80-90 % des G\u00fcterverkehrs von Asien nach Europa \u00fcber die Eisenbahnlinien des Nordkorridors abgewickelt, der Ru\u00dfland durchquert und durch die Sanktionen fast zum Erliegen gekommen ist.<\/p>\n\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-86443\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/eurasia_corridors-1024x547.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/eurasia_corridors-1024x547.jpg 1024w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/eurasia_corridors-300x160.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/eurasia_corridors-768x410.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/eurasia_corridors.jpg 1409w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n\n\n<p><br><br>Ein Teil des ukrainischen Schienennetzes ist veraltet und mu\u00df dringend erneuert werden. Die H\u00e4lfte der 21.640 Kilometer (13.447 Meilen) ist elektrifiziert, aber nur in wenigen Abschnitten f\u00fcr den Hochgeschwindigkeitsverkehr geeignet. Im Jahr 2021 unterzeichnete Krzaliznytsia, die ukrainische Eisenbahngesellschaft, ein Abkommen mit der italienischen Ferrovie Dello Stato Italiane, um eine Vorstudie zur Einf\u00fchrung des Hochgeschwindigkeitsverkehrs in der Ukraine durchzuf\u00fchren. Im Mittelpunkt des Vorschlags steht der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Odessa \u00fcber Kiew nach Lemberg, eine Strecke von 790 Kilometern (489 Meilen). Diese Hochgeschwindigkeitsstrecke sollte erweitert werden, um die Westukraine (wo sich Kiew und Odessa befinden) mit Dnipro und der DVR im Osten zu verbinden. Das System umfasst den Personenverkehr, sollte aber auch f\u00fcr den G\u00fcterverkehr ausgebaut werden. Die Chinesen, die weltweit f\u00fchrende Kraft im Eisenbahnbau, sind ebenfalls am Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken in der Ukraine interessiert.<br>Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke f\u00fcr den Personen- und G\u00fcterverkehr durch die Ukraine w\u00fcrde etwa 10.000 km (6.200 Meilen) neue Gleise erfordern.&nbsp;<br>Viertens verf\u00fcgt die Ukraine \u00fcber eine sehr prominente und kompetente Raumfahrtindustrie, deren Kernst\u00fcck die in Kiew ans\u00e4ssige Antonov Aeronautics sowie die Unternehmen Juschmasch und Juschnoje sind. Sowohl Juschmasch als auch Juschnoje haben ihren Hauptsitz in der s\u00fcdostukrainischen Stadt Dnipro in der Region Dnipropetrowsk, die nach ihrer Raumfahrtindustrie auch &#8222;Raketenstadt&#8220; genannt wird. W\u00e4hrend der Sowjet\u00e4ra war Dnipro eines der wichtigsten Zentren der Raumfahrt-, Nuklear- und Milit\u00e4rindustrie und spielte eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Herstellung von ballistischen Raketen f\u00fcr die UdSSR. Eine der leistungsst\u00e4rksten ballistischen Interkontinentalraketen (ICBM), die w\u00e4hrend des Kalten Krieges eingesetzt wurde, war die R-36, die sp\u00e4ter zum Vorbild f\u00fcr die Tr\u00e4gerraketenfamilie Tsyklon wurde. Sowohl die R-36 als auch die Tsyklon wurden von Juschnoje entwickelt und von Juschmasch hergestellt.<br>Der Weg aus der milit\u00e4rischen Produktion f\u00fchrte \u00fcber die Raumfahrtindustrie. Beide Unternehmen wurden zum R\u00fcckgrat der Raumfahrtindustrie des Landes und bauten \u00fcber 100 Tr\u00e4gerraketen pro Jahr. Im Westen erlangten sie Aufmerksamkeit durch die Entwicklung und Herstellung der ersten Stufen f\u00fcr die Antares-Rakete, die das Northrop Grumman Cygnus-Frachtfahrzeug zur Internationalen Raumstation bef\u00f6rdert. Dar\u00fcber hinaus stellt Juschnoje auch Triebwerke f\u00fcr die europ\u00e4ischen Vega-Raketen her.<br>Neben Raumfahrzeugen und Raketen stellt Juschnoje auch Fahrwerke, Gussteile, Schmiedeteile, Traktoren, Werkzeuge und Industrieprodukte her. Diese Unternehmen und andere ukrainische Forschungs- und Produktionseinrichtungen verf\u00fcgen \u00fcber riesige Hangars und komplexe Pr\u00fcfst\u00e4nde, in die Milliarden von Dollar investiert wurden.<br>Antonov Aeronautics stellt besonders schwere milit\u00e4rische und kommerzielle Transportfahrzeuge sowie Passagierflugzeuge her und ist au\u00dferdem weltweit f\u00fchrend bei der Bef\u00f6rderung von Raumfahrtkomponenten auf dem Luftweg und bei der Durchf\u00fchrung von frachtbezogenen Satellitentransporten. Im Jahr 2016 wurde das Unternehmen in die neu gegr\u00fcndete Ukrainian Aircraft Corporation eingegliedert.&nbsp;<br>Juschmasch, Juschnoje und Antonow besch\u00e4ftigen zusammen 40 000 Mitarbeiter, von denen viele Ingenieure, Raumfahrtwissenschaftler usw. sind. Sie und ihre komplexen Komponenten sind ein echtes Juwel, nicht nur f\u00fcr die Weltraumforschung, sondern auch wegen ihrer breit aufgestellten F\u00e4higkeiten, von denen sie u.a. einen Teil der neuen Produkte wie Laserwerkzeugmaschinen und viele andere fortschrittliche Maschinen herstellen k\u00f6nnte, die die Ukraine und andere L\u00e4nder brauchen werden.<br>F\u00fcnftens: Der reiche schwarze Boden der Ukraine ist ein Segen f\u00fcr die Menschheit. Die Ukraine ist einer der gr\u00f6\u00dften Getreideexporteure der Welt und exportiert nach der USDA-Prognose vom M\u00e4rz 2022 f\u00fcr den Zeitraum 2021\/2022 20 Mio. Tonnen Weizen, 27 Mio. Tonnen Mais und 6 Mio. Tonnen Gerste. Sie ist der weltweit gr\u00f6\u00dfte Produzent von Sonnenblumensamen und geh\u00f6rt zu den sieben gr\u00f6\u00dften Erzeugern von Kartoffeln, Trockenerbsen, Karotten, Gurken, K\u00fcrbissen, Kohl, Raps, Zuckerr\u00fcben usw. Mit den richtigen internationalen Vereinbarungen k\u00f6nnte es einen guten Teil Afrikas ern\u00e4hren.<br>Sechstens: All diese Projekte erfordern eine enorme Menge an Krediten. Die vom IWF, der Londoner City und der Wall Street diktierte Wirtschaftspolitik in der Ukraine mu\u00df vollst\u00e4ndig und unverz\u00fcglich beendet werden. Sie hat dem ukrainischen Volk von 1991 bis heute Zerst\u00f6rung, Pl\u00fcnderung, Hunger und Krankheit gebracht.<br>Der Kreditbedarf f\u00fcr den oben beschriebenen programmatischen Entwurf f\u00fcr den Wiederaufbau der Ukraine wird sich auf leicht eine halbe bis eine Billion Dollar belaufen. Das kann nicht durch das spekulative Casino-Weltw\u00e4hrungssystem des IWF und der City of London generiert werden. Die Ukraine sollte das Glass-Steagall-Gesetz anwenden, um ihr Finanzsystem einer sofortigen Konkurssanierung zu unterziehen und eine Hamilton\u2019sche Nationalbank als Ersatz f\u00fcr die Zentralbank einzurichten, um das notwendige Volumen an gezielten Krediten an die produktive Seite der Wirtschaft auszugeben.&nbsp;<br>All diese Ma\u00dfnahmen werden, wie wir im einleitenden Abschnitt dieses Dokuments dargelegt haben, im Rahmen eines neuen Weltkreditsystems umgesetzt, das in Verbindung mit der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfeninitiative eine Revolution in der weltweiten Entwicklung ausl\u00f6sen wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><br>********************<br>Kasten 1<br>LaRouches &#8222;Vier neue Gesetze&#8220;<br><em>Am 8. Juni 2014 schrieb Lyndon LaRouche ein Dokument mit dem Titel &#8222;Die vier neuen Gesetze zur Rettung der USA jetzt! <\/em><em>Kein<\/em><em>Vorschlag;<\/em><em>e<\/em><em>ine unmittelbare Notwendigkeit&#8220;, in dem er die folgenden vier politischen Forderungen aufstellte:<\/em><br>1. Die sofortige Wiedereinf\u00fchrung des Glass-Steagall-Trennbanken-Gesetzes, das von US-Pr\u00e4sident Franklin D. Roosevelt eingef\u00fchrt wurde, und zwar ohne \u00c4nderungen, was das Umsetzungsprinzip betrifft. Dies bedeutet, da\u00df die gesamte spekulative Finanzblase einer Konkurssanierung unterzogen werden mu\u00df.<br>2. Die R\u00fcckkehr zu einem top-down gesteuerten und genau definierten System des nationalen Bankwesens, wie es der erste Finanzminister der USA, Alexander Hamilton, festgelegt hat.<br>3. Der Zweck des Einsatzes eines solchen f\u00f6deralen Kreditsystems ist es, hochproduktive Trends zur Verbesserung der Besch\u00e4ftigung zu erzeugen, mit der begleitenden Absicht, die realwirtschaftliche Produktivit\u00e4t und den Lebensstandard der Personen und Haushalte zu erh\u00f6hen.<br>4. Verabschiedung eines &#8222;Crash-Programms&#8220; zur F\u00f6rderung der fundamentalen Durchbr\u00fcche in der Wissenschaft, die f\u00fcr unbegrenztes Wirtschaftswachstum und Entwicklung erforderlich sind.<\/p>\n\n\n\n<p><br>********************<br>Kasten 2<br>LaRouche \u00fcber Z\u00f6lle und Handel<br><em>Der folgende Auszug stammt aus Lyndon LaRouches Aufsatz vom 12. Januar 2004, &#8222;Zum Thema Z\u00f6lle und Handel&#8220;.&nbsp;<\/em><br>Das gegenw\u00e4rtige Geld- und Finanzsystem mit frei schwankenden Wechselkursen ist hoffnungslos bankrott. Es mu\u00df f\u00fcr die notwendigen Verwaltungs- und Reorganisationsma\u00dfnahmen unter staatliche Aufsicht gestellt werden. Praktisch keines der f\u00fchrenden Bankinstitute Westeuropas und Amerikas (neben anderen F\u00e4llen) ist derzeit nicht implizit bankrott. Daher mu\u00df das erste, unmittelbarste Ziel der Intervention souver\u00e4ner Regierungen die Stabilit\u00e4t der normalen Funktionen der Gesellschaft sein; das zweite, kurz- bis mittelfristige Ziel mu\u00df eine Steigerung der produktiven Besch\u00e4ftigung auf ein Niveau sein, das ausreicht, um die Leistungsbilanzen der Nationen ins Gleichgewicht zu bringen; das dritte Ziel mu\u00df die Aushandlung einer Reihe langfristiger protektionistischer Vertragsvereinbarungen \u00fcber Kredite, Z\u00f6lle und Handel zwischen einer Reihe f\u00fchrender Nationen sein. Die letztgenannten Abkommen sollten eine bis zwei Generationen umfassen, was Kapitalzyklen von f\u00fcnfundzwanzig bis f\u00fcnfzig Jahren entspricht.<br>Die M\u00f6glichkeit einer Erholung von dem Zustand, der uns gegenw\u00e4rtig durch die Kombination des IWF-Systems mit schwankenden Wechselkursen und dem wild ausbrechenden Verhalten der Zentralbanksysteme der Nationen hinterlassen wurde, h\u00e4ngt von einer massiven Aufstockung der langfristigen Kredite f\u00fcr die Kapitalbildung ab, wobei der Schwerpunkt zun\u00e4chst auf der Kapitalbildung in der grundlegenden wirtschaftlichen Infrastruktur liegt. Um ein solches Expansionsprogramm \u00fcber zwei Generationen hinweg aufrechtzuerhalten, wie wir es tun m\u00fcssen, ist ein System erforderlich, in dem die grundlegenden Kreditkosten nicht h\u00f6her sein d\u00fcrfen als 1-2% einfache Zinss\u00e4tze. Dies kann nur unter Bedingungen erreicht werden, die durch ein monet\u00e4res Finanzsystem mit festen Wechselkursen definiert sind. Das bedeutet also ein &#8222;Goldreservesystem&#8220;, keine Wiederbelebung eines &#8222;Ehrliches Geld&#8220;-Goldstandardsystems nach britischem Vorbild (oder dem des verr\u00fcckten Ezra Pound). Es bedeutet auch ein System langfristiger Handels- und Zollvereinbarungen zwischen den Nationen, das mit Zielen wie dem langfristigen Wachstum der Kapitalbildung vereinbar ist.<br><br><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. Der Plan wurde ausgearbeitet von einer Arbeitsgruppe des <em>Executive Intelligence Review<\/em>, der Claudio Celani, Richard Freeman, Paul Gallagher, Marcia Merry-Baker, Dennis Small und Karel Vereycken angeh\u00f6ren. Das englische Original finden Sie <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2022\/03\/29\/the-larouche-plan-for-a-new-international-economic-architecture\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2022\/03\/29\/the-larouche-plan-for-a-new-international-economic-architecture\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p>2. <em> <\/em><a href=\"https:\/\/www.bueso.de\/vier-gesetze\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.bueso.de\/vier-gesetze\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Vier Gesetze von Lyndon LaRouche<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>3. Der Plan wurde auch in Vorbereitung der internationalen <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/03\/18\/internet-konferenz-am-9-april-2022-die-schaffung-einer-neuen-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur-fuer-alle-nationen\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/03\/18\/internet-konferenz-am-9-april-2022-die-schaffung-einer-neuen-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur-fuer-alle-nationen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Konferenz des Schiller-Instituts am 9. April <\/a>f\u00fcr eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur verfa\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p><em> <\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem LaRoucheplan aus der globalen Existenzkrise Als Beitrag zu der dringend notwendigen internationalen Debatte \u00fcber eine zuk\u00fcnftige Wirtschaftsarchitektur f\u00fcr globale Entwicklung und Fortschritt hat ein Rechercheteam der von Lyndon LaRouche gegr\u00fcndeten Nachrichtenagentur Executive Intelligence Review ein ausf\u00fchrliches programmatisches Papier, basierend auf LaRouches \u00f6konomischen Prinzipien,&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":86455,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[651,37,524],"tags":[],"class_list":["post-86540","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-651","category-allgemein-de","category-updates-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/World-Map-full-WLB-pacific-centered_Artboard-15-scaled.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86540","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=86540"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86540\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":86641,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/86540\/revisions\/86641"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/86455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=86540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=86540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=86540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}