{"id":84512,"date":"2022-02-04T01:49:23","date_gmt":"2022-02-04T06:49:23","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=84512"},"modified":"2022-02-04T01:49:26","modified_gmt":"2022-02-04T06:49:26","slug":"ostausschuss-vorsitzender-fordert-helsinki-2-0-und-wirtschaftliche-zusammenarbeit-mit-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/02\/04\/ostausschuss-vorsitzender-fordert-helsinki-2-0-und-wirtschaftliche-zusammenarbeit-mit-russland\/","title":{"rendered":"Ostausschu\u00df-Vorsitzender fordert Helsinki 2.0 und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Ru\u00dfland"},"content":{"rendered":"\n<p>Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschu\u00dfes der Deutschen Wirtschaft, appellierte am 1. Februar eindringlich, die Krise zu deeskalieren und stattdessen L\u00f6sungen f\u00fcr das Ukraine-Problem auf der Basis wirtschaftlicher Zusammenarbeit auszuhandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Kriegsgespenst geht um in Europa. In zahlreichen Medien, aber auch von Seiten der Politik wird eine russische Invasion in der Ukraine buchst\u00e4blich herbeigeschrieben und -geredet, so als h\u00e4tten die \u201eFalken\u201c auf allen Seiten seit Jahren auf diese Gelegenheit nur gewartet. Vorw\u00fcrfe an die Bundesregierung, die sich str\u00e4ubt, den Konflikt durch Waffenlieferungen weiter anzufachen, sch\u00fcren das Feuer. In der Ukraine selbst ist man erfreulicherweise bem\u00fcht, das Kriegsgeschrei etwas zu bremsen, um Druck aus dem Kessel zu nehmen. Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj pers\u00f6nlich warnte j\u00fcngst vor Panik. Die Gefahr einer massiven Auseinandersetzung zwischen Ru\u00dfland und der NATO ist derzeit zweifellos so gro\u00df wie seit 30 Jahren nicht mehr. Ein Krieg in Osteuropa w\u00fcrde neben dem furchtbaren menschlichen Leid unseren ganzen Kontinent und mit ihm die europ\u00e4ische Wirtschaft um Jahrzehnte zur\u00fcckwerfen. Darum sollte allen Seiten daran gelegen sein, zu deeskalieren und die Gem\u00fcter zu k\u00fchlen. Milit\u00e4rische Muskelspiele in Osteuropa sind dabei nicht zielf\u00fchrend.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Deeskalation kann auch die Wirtschaft ihren Teil beitragen. Wirtschaft kann Politik nicht ersetzen, aber sie kann ihre spezifischen Dialogkan\u00e4le nutzen. Der Ost-Ausschu\u00df feiert dieses Jahr seinen 70. Geburtstag. \u00dcber unsere wirtschaftliche Funktion hinaus haben wir uns immer auch als \u201eBr\u00fcckenbauer\u201c gesehen, der zur politischen und gesellschaftlichen Verst\u00e4ndigung und Auss\u00f6hnung mit einer Region beitr\u00e4gt, in der Deutschland im 20. Jahrhundert unvorstellbar gro\u00dfes Unheil angerichtet hat. Das Resultat unserer Bem\u00fchungen sind enge, \u00fcber Jahrzehnte gewachsene wirtschaftliche Beziehungen mit der Ukraine und mit Ru\u00dfland. Aus verl\u00e4sslichen Gesch\u00e4ftspartnern sind dabei Freunde geworden. Deutsche Unternehmen tragen allein in Ru\u00dfland die Verantwortung f\u00fcr rund 280.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch ihre Arbeit legen sie auf allen Ebenen \u2013 von der F\u00fchrungsposition bis zu den Besch\u00e4ftigten in Werken und B\u00fcros \u2013 tagt\u00e4glich die Grundlage f\u00fcr Vertrauen und gegenseitige Anerkennung. Dies ist die langj\u00e4hrige, hart erarbeitete Basis f\u00fcr eine friedliche und erfolgreiche Zusammenarbeit in der Zukunft. Menschen, nicht Staaten, bauen Vertrauen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer die Wirtschaftsbeziehungen mit Ru\u00dfland infrage stellt, der sollte umgekehrt einmal \u00fcberlegen, welche Gespr\u00e4chs- und Einflu\u00dfm\u00f6glichkeiten Deutschland ohne Wirtschaftsbeziehungen mit Ru\u00dfland noch bleiben. Diese Br\u00fccken ganz abzubrechen w\u00fcrde unsere Welt nicht sicherer machen. Die Bundesb\u00fcrger w\u00fcnschen sich \u00fcbrigens mehrheitlich eine engere Kooperation zwischen EU und Ru\u00dfland: Zwei von drei Deutschen (62 Prozent) sprachen sich in einer repr\u00e4sentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Ost-Ausschu\u00dfes f\u00fcr intensivere Beziehungen zwischen der EU und Ru\u00dfland aus\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Au\u00dfenhandel ist aber nur ein Ausschnitt unserer Wirtschaftsbeziehungen: Ru\u00dfland ist der gr\u00f6\u00dfte Markt in unserer unmittelbaren Nachbarschaft und ein wichtiger Investitionsstandort. Deutsche Unternehmen haben auf Grund der Bedeutung des Landes bereits jetzt lokale und regionale Wertsch\u00f6pfungsketten aufgebaut, um die Kundenbed\u00fcrfnisse nicht nur in Ru\u00dfland selbst, sondern auch auf anderen M\u00e4rkten der Eurasischen Wirtschaftsunion und im \u00fcbrigen Zentralasien zu bedienen, die sich von Ru\u00dfland aus gut erschlie\u00dfen lassen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und nicht zuletzt wegen des deutschen Atom- und Kohleausstiegs werde die Abh\u00e4ngigkeit von Gaslieferungen aus Ru\u00dfland, die heute schon bei 40 Prozent liege, mittelfristig sogar noch zunehmen, so Hermes.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie global ausgerichtete deutsche Wirtschaft ist grunds\u00e4tzlich gegen jede Form des Decouplings. Nicht nur im Handel, im Energie- und Finanzsektor, sondern auch im Sicherheitsbereich brauchen wir ein europ\u00e4isches \u201eCoupling\u201c, das hei\u00dft, eine gesamteurop\u00e4ische Sicherheitsarchitektur unter Einschlu\u00df Ru\u00dflands und der Ukraine\u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir brauchen jetzt ein Helsinki 2.0. Die gemeinsame \u00dcberwindung der Corona-Folgen durch neue Medikamente und Medizintechnik w\u00e4re ein wichtiger Ansatz. Initiativen zur Digitalisierung und zur Fachkr\u00e4fteaus- und -weiterbildung gibt es bereits, sie k\u00f6nnten aber st\u00e4rker vernetzt werden. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr den Agrarbereich \u2013 die Ukraine und Ru\u00dfland sind Rekordweizenproduzenten und setzen stark auf deutsche Landmaschinentechnik. Vor allem aber das Thema Energie verbindet Deutschland, Ru\u00dfland und die Ukraine seit \u00fcber 50 Jahren miteinander. Aus den bestehenden Energiebeziehungen eine trilaterale Klimapartnerschaft zu machen, ist daher ein logischer und \u00fcberf\u00e4lliger Schritt. Es ist Zeit f\u00fcr eine Konferenz f\u00fcr Sicherheit und Klimazusammenarbeit in Europa \u2013 gerne wieder in Helsinki.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Den vollst\u00e4ndigen Beitrag finden Sie<a href=\"https:\/\/www.ost-ausschuss.de\/de\/helsinki-20-statt-kriegsgeschrei\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.ost-ausschuss.de\/de\/helsinki-20-statt-kriegsgeschrei\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschu\u00dfes der Deutschen Wirtschaft, appellierte am 1. 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