{"id":84362,"date":"2022-01-26T10:04:13","date_gmt":"2022-01-26T15:04:13","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=84362"},"modified":"2022-01-26T10:04:16","modified_gmt":"2022-01-26T15:04:16","slug":"videobotschaft-von-botschafter-dmitrij-poljanskij-konzentrieren-sie-sich-auf-das-was-uns-eint-nicht-auf-das-was-uns-trennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/01\/26\/videobotschaft-von-botschafter-dmitrij-poljanskij-konzentrieren-sie-sich-auf-das-was-uns-eint-nicht-auf-das-was-uns-trennt\/","title":{"rendered":"Videobotschaft von Botschafter Dmitrij Poljanskij &#8211; \u201eKonzentrieren Sie sich auf das, was uns eint, nicht auf das, was uns trennt\u201c"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Dmitrij Poljanskij: \u201eKonzentrieren Sie sich auf das, was uns eint, nicht auf das, was uns trennt\u201c\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/wOXhYcgaH2s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Es folgt eine bearbeitete Abschrift der Rede, die Botschafter Dmitrij Poljanskij, Erster Stellvertretender St\u00e4ndiger Vertreter der Russischen F\u00f6deration bei den Vereinten Nationen, auf der Konferenz des Schiller-Instituts am 22. Januar 2022 zum Thema \u201cF\u00fchrung macht den Unterschied: Kann ein Krieg mit Ru\u00dfland noch vermieden werden?\u201c gehalten hat. <\/em><em>Botschafter Poljanskij nahm seine Videopr\u00e4sentation am 21. Januar auf. <\/em><em>Weitere Redner auf der Konferenz waren Helga Zepp-LaRouche, Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, Harley Schlanger, Vorstandsmitglied des Schiller-Instituts und langj\u00e4hriger Sprecher von Lyndon LaRouche, Paul Gallagher, EIR-Wirtschaftsredakteur, und Richard A. Black, Vertreter des Schiller-Instituts bei der UNO.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, mein Name ist Dmitrij Poljanskij. Ich bin der Erste Stellvertretende St\u00e4ndige Vertreter Ru\u00dflands bei der UNO. Ich m\u00f6chte dem Schiller-Institut und Frau Helga Zepp-LaRouche daf\u00fcr danken, da\u00df sie mich eingeladen haben, auf der heutigen Konferenz zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachrichten \u00fcber unseren Vorschlag f\u00fcr Sicherheitsgarantien und die Verhandlungen mit dem Westen beherrschen die Schlagzeilen, so da\u00df man sich in diesen Tagen kaum ein aktuelleres Thema vorstellen kann. Ich freue mich \u00fcber diese Gelegenheit, meine Ansichten aus unserer Sicht darzulegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte vorsichtig optimistisch beginnen. Unser Dialog mit den USA, der NATO und der OSZE [Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa] wird weitergef\u00fchrt. W\u00e4hrend ich hier spreche, trifft sich unser Au\u00dfenminister [Sergej Lawrow] mit dem US-Au\u00dfenminister [Antony] Blinken in Genf, um den fr\u00fcheren Kontakt im Januar abzuverfolgen. Wir treffen uns also, und wir sprechen miteinander. Ich habe keinen Zweifel daran, da\u00df dies eine positive Entwicklung im Vergleich zum Stillstand der letzten Jahre ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wert dieser Kontakte sollte nicht untersch\u00e4tzt werden. Vor einiger Zeit konnten sie sogar als das eigentliche Ergebnis angesehen werden. Realistisch gesehen sind diese Zeiten aber vorbei. Reden reicht heute eindeutig nicht mehr aus, da alle \u201eAbsprachen unter Ehrenleuten\u201c von unseren westlichen Partnern wiederholt verletzt wurden. Unsere nationalen Sicherheitsinteressen sind direkt bedroht, da die NATO-L\u00e4nder an unseren Grenzen milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb erwarten wir dieses Mal keine langwierigen Diskussionen, sondern eine sehr konkrete Antwort unserer westlichen Kollegen auf die von uns vorgelegten Vorschl\u00e4ge zu Sicherheitsgarantien. Wie Sie wissen, haben wir der amerikanischen Seite im vergangenen Dezember zwei Entw\u00fcrfe vorgelegt: einen russisch-amerikanischen Vertrag \u00fcber Sicherheitsgarantien und ein Abkommen \u00fcber Ma\u00dfnahmen zur Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit Ru\u00dflands und der NATO-Mitglieder. (<a href=\"https:\/\/www.mid.ru\/en\/foreign_policy\/news\/1790809\/\">https:\/\/www.mid.ru\/en\/foreign_policy\/news\/1790809\/<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ideen in diesen Entw\u00fcrfen sind nicht aus der Luft gegriffen. Sie st\u00fctzen sich auf fr\u00fchere Vereinbarungen, u. a. auf die OSZE-Gipfel in Istanbul 1999 und in Astana 2010, die besagen, da\u00df die OSZE-Mitglieder ihre eigene Sicherheit nicht auf Kosten der anderen st\u00e4rken werden. Keinem Staat, keiner Gruppe von L\u00e4ndern oder Organisationen kann die Hauptverantwortung f\u00fcr die Erhaltung von Frieden und Stabilit\u00e4t in Europa \u00fcbertragen werden. Dies ist ein integraler Bestandteil der Kompromisse und Entscheidungen, die auf h\u00f6chster Ebene in der OSZE getroffen werden, und unsere westlichen Partner m\u00fcssen ihren Teil dieser Verpflichtungen erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz gesagt, wir wollen schriftliche, rechtsverbindliche und unumst\u00f6\u00dfliche Garantien f\u00fcr Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Da\u00df die NATO nicht nach Osten expandiert;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; da\u00df keine Angriffswaffen in der N\u00e4he des russischen Territoriums stationiert werden;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; da\u00df die milit\u00e4rische Infrastruktur in Europa auf die Parameter zur\u00fcckgef\u00fchrt wird, die in den Grundakten zwischen Ru\u00dfland und der NATO von 1997 festgelegt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sind unsere roten Linien, und unsere Kollegen im Westen sind sich dessen wohl bewu\u00dft. Wir erwarten, da\u00df wir so bald wie m\u00f6glich schriftliche Kommentare zu unserem Vorschlag f\u00fcr diese strategischen Initiativen erhalten und uns nicht in endlosen und fruchtlosen Diskussionen verzetteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider versuchen unsere westlichen Kollegen, das ganze Thema auf die Ukraine zu reduzieren. Manchmal scheint es, als ob sie sich in gewisser Weise selbst hypnotisieren, indem sie die unmittelbare Gefahr einer russischen Invasion sehen. Das ist etwas Irrationales, Sie wissen schon &#8211; selbstverschuldete Phobien sind etwas, das man eher in einer Therapie als in einem ernsthaften politischen Kreis besprechen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint auch, da\u00df unsere westlichen Kollegen durch den so genannten \u201eSieg\u201c im Kalten Krieg geblendet sind und weiterhin in diesen Erinnerungen leben und versuchen, aus einer Position der \u00dcberlegenheit heraus zu sprechen und mit zweierlei Ma\u00df zu messen. Sie machen uns Vorw\u00fcrfe wegen der Anwesenheit und Bewegungen unserer Truppen auf unserem eigenen Hoheitsgebiet, w\u00e4hrend sie behaupten, alles, was sie auf dem Gebiet der NATO tun, gehe niemanden etwas an. Das wird nicht l\u00e4nger funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die destabilisierenden Aktivit\u00e4ten angeht, so ist es genau das, was der Westen in der Ukraine tut, indem er immer mehr Waffen und Truppen dorthin schickt und die Militarisierung des Landes vorantreibt. Anstatt Kiew zu ermutigen, das Minsker Paket und seine anderen internationalen Verpflichtungen einzuhalten, ermutigen unsere westlichen Partner Kiews blutr\u00fcnstigen Blick auf den Donba\u00df, weil es die sogenannte Hilfe des Westens als Freibrief versteht. Das Jahr hat gerade erst begonnen, aber nach Angaben der OSZE-Sonderbeobachtungsmission hat die Zahl der Waffenstillstandsverletzungen bereits 3.000 \u00fcberschritten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das eigentliche Problem ist viel gr\u00f6\u00dfer als die Ukraine. Die gesamte Architektur der regionalen Sicherheit in Europa ist nahezu ruiniert. Die Situation eskaliert, und entgegen der westlichen Darstellung gehen alle Bedrohungen vom Westen und nicht von Ru\u00dfland aus. T\u00e4glich wird versucht, uns mit Sanktionen und schwerwiegenden Konsequenzen einzusch\u00fcchtern, was auch immer das sein mag.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nichts Neues. Ru\u00dfland hat sich seit Jahrhunderten gegen verschiedene Bedrohungen gewehrt. Wir haben also gelernt, damit umzugehen. Man sollte die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, und wir haben immer noch die Chance, uns auf das zu konzentrieren, was uns verbindet und nicht trennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihrer Konferenz viel Erfolg und eine fruchtbare Fortsetzung Ihrer Arbeit. Ich danke Ihnen sehr.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o32znt4i_zE\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=o32znt4i_zE\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die ganze Konferenz finden Sie hier<\/a><\/strong> (engl.).<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt eine bearbeitete Abschrift der Rede, die Botschafter Dmitrij Poljanskij, Erster Stellvertretender St\u00e4ndiger Vertreter der Russischen F\u00f6deration bei den Vereinten Nationen, auf der Konferenz des Schiller-Instituts am 22. 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