{"id":83715,"date":"2022-01-07T13:19:53","date_gmt":"2022-01-07T18:19:53","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=83715"},"modified":"2022-01-07T13:19:56","modified_gmt":"2022-01-07T18:19:56","slug":"podcast-interview-von-cgtn-world-today-mit-helga-zepp-larouche-ueber-litauens-haltung-zur-ein-china-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/01\/07\/podcast-interview-von-cgtn-world-today-mit-helga-zepp-larouche-ueber-litauens-haltung-zur-ein-china-politik\/","title":{"rendered":"Podcast-Interview von CGTN World Today mit Helga Zepp-LaRouche \u00fcber Litauens Haltung zur Ein-China-Politik"},"content":{"rendered":"\n<p>Helga Zepp-LaRouche, Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, war am Mittwoch, dem 5. Januar 2022, zu Gast im <em>CGTN<\/em>-Podcast <em>\u201eWorld Today\u201c<\/em>. Es folgt ein Transkript von EIR.<\/p>\n\n\n\n<p><em>CGTN<\/em>: Ein Sprecher des chinesischen Au\u00dfenministeriums sagte, Litauen habe zu Recht seinen Fehler in Bezug auf Taiwan zugegeben und China habe Litauen aufgefordert, zur Ein-China-Politik zur\u00fcckzukehren. Der Sprecher Wang Wenbin reagierte damit auf die R\u00fcge des litauischen Pr\u00e4sidenten Gitanas Naus\u0117da gegen die Entscheidung seiner Regierung, die Er\u00f6ffnung einer Taiwan-Vertretung in seinem Land zuzulassen. Pr\u00e4sident Naus\u0117da sagte am Dienstag, es sei ein Fehler gewesen, der chinesischen Region Taiwan zu erlauben, ein B\u00fcro in Vilnius unter eigenem Namen zu er\u00f6ffnen. Gegen\u00fcber einem lokalen Radiosender sagte er: \u201eDer Name des B\u00fcros ist zum Schl\u00fcsselfaktor geworden, der jetzt unsere Beziehungen zu China stark beeinflusst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>China hatte scharfen Protest gegen die Genehmigung der Einrichtung des sogenannten \u201eTaiwan-Vertretungsb\u00fcros\u201c in Litauen erhoben und im November die diplomatischen Beziehungen zu Litauen herabgestuft.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr dazu erfahren wir jetzt von Helga Zepp-LaRouche, der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, einer politischen und wirtschaftlichen Denkfabrik in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank, Helga, da\u00df Sie wieder mit uns sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>HELGA ZEPP-LAROUCHE:<\/em> Ja, hallo.<\/p>\n\n\n\n<p><em>CGTN:<\/em> Zun\u00e4chst einmal: Bedeuten die \u00c4u\u00dferungen des litauischen Pr\u00e4sidenten, da\u00df die Spannungen in dieser Frage nachgelassen haben?<\/p>\n\n\n\n<p><em>ZEPP-LAROUCHE:<\/em> Es ist auf jeden Fall gut, da\u00df er die Genehmigung des Namens zur\u00fcckgenommen hat, aber es geht hier nicht um Nominalismus. Die Frage ist nicht die Bezeichnung, die Frage ist die Ein-China-Politik, die seit 1971 international anerkannt ist. Die Frage ist, ob die Vereinigten Staaten, die Briten und andere ein kleines Land mit drei Millionen Einwohnern als Spielball in ihrer geopolitischen Konfrontation benutzen k\u00f6nnen. US-Au\u00dfenminister Blinken versucht, all die kleinen (baltischen) L\u00e4nder in eine sogenannte \u201eAllianz der Demokratien\u201c zu dr\u00e4ngen. Aber ich denke, das ist nicht gut f\u00fcr die Menschen in Litauen. Es ist nicht in ihrem Interesse.<\/p>\n\n\n\n<p><em>CGTN: <\/em>Sie haben richtig darauf hingewiesen, da\u00df es nicht nur um den Namen geht, vielmehr geht es um das Prinzip der Ein-China-Politik. Aber was hat der Unterschied zwischen den \u00c4u\u00dferungen des litauischen Pr\u00e4sidenten und den gegenl\u00e4ufige Ma\u00dfnahmen der litauischen Regierung mit der Art des Regierens und mit der Innenpolitik im Lande zu tun? Denn ich glaube, der litauische Ministerpr\u00e4sident, der das Kabinett f\u00fchrt, wurde bei den Wahlen 2019 vom Pr\u00e4sidenten geschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>ZEPP-LAROUCHE:<\/em> Laut den litauischen Medien ist die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Regierung stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Nur 17,3 % der Menschen gaben in einer Umfrage an, da\u00df sie der Regierung vertrauen, w\u00e4hrend 47,8 % sagten, sie mi\u00dftrauen der Regierung. Man kann jetzt sehen, wie Litauen im Zusammenhang mit der NATO-Erweiterung zur Einkreisung Ru\u00dflands betrachtet werden mu\u00df. Ich meine, man sollte sich die Dokumentation ansehen, die das Schiller-Institut gerade erstellt hat: Absolut authentische Dokumente beweisen inzwischen, da\u00df US-Au\u00dfenminister [James] Baker am 9. Februar 1990 versprochen hat, da\u00df sich die NATO keinen Zentimeter nach Osten bewegen w\u00fcrde. Aber wie wir jetzt wissen, sind seither 14 L\u00e4nder der NATO beigetreten, so da\u00df Pr\u00e4sident Putin jetzt die Unterzeichnung von zwei Vertr\u00e4gen fordert, damit dies aufh\u00f6rt, weil es die Sicherheitsinteressen Ru\u00dflands beeintr\u00e4chtigt. Litauen ist ein Opfer der NATO-Osterweiterung, und es wurden Milliarden von Dollar in die Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen gesteckt, um die Bev\u00f6lkerung der osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder davon zu \u00fcberzeugen, da\u00df sie den \u201ewestlichen Werten\u201c folgen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p><em>CGTN:<\/em> Um noch einmal auf die Taiwan-Frage zur\u00fcckzukommen: Was f\u00fcr ein schlechtes Beispiel ist Litauens Entscheidung, die Er\u00f6ffnung dieses B\u00fcros zuzulassen \u2013 in dem Sinne, da\u00df dadurch die Taiwan-Frage, die eigentlich eine innere Angelegenheit Chinas sein sollte, gewisserma\u00dfen internationalisiert wird?<\/p>\n\n\n\n<p><em>ZEPP-LAROUCHE:<\/em> Nat\u00fcrlich ist es schlimm, weil Litauen aufgrund dieser Politik auch aus der 17+1-Gruppe ausgetreten ist \u2013 das sind die mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder, die mit der Belt and Road Initiative zusammenarbeiten. Allerdings ist es wiederum nicht wirklich so bedeutend, weil es viele L\u00e4nder in Europa gibt, die an der Ein-China-Politik festhalten und die es in ihrem eigenen Interesse sehen, mit der Belt and Road Initiative zusammenzuarbeiten. Es ist zwar schlecht, aber nicht dramatisch.<\/p>\n\n\n\n<p><em>CGTN:<\/em> Litauen hat sich einmal an die Europ\u00e4ische Union wegen seiner Spannungen mit China um Hilfe gewandt. Welchen Standpunkt vertritt die EU in dieser Frage, denn der chinesische Au\u00dfenminister Wang Yi sagte k\u00fcrzlich in einem Presseinterview, in Europa herrsche eine \u201ekognitive Spaltung\u201c gegen\u00fcber China, da es versuche, sowohl ein Partner zu sein, als auch China als Gegner zu sehen. Stimmen Sie mit Wang Yi \u00fcberein? Wie steht die EU in dieser Hinsicht da?<\/p>\n\n\n\n<p><em>ZEPP-LAROUCHE:<\/em> Ich halte Wang Yi f\u00fcr einen sehr guten Diplomaten. Ich k\u00f6nnte leicht noch viel sch\u00e4rfere Worte f\u00fcr eine Person finden, deren Denken gespalten ist. Ich denke also, da\u00df er sich sehr diplomatisch ausgedr\u00fcckt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich meine, es gibt viele Menschen in Europa, die es als ihr Eigeninteresse ansehen, gute Beziehungen zu China zu haben. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Leute, die sozusagen nur NATO-Vertreter innerhalb der EU sind. Ich denke also, da\u00df viele nicht das R\u00fcckgrat haben, sich dem Druck der USA und Gro\u00dfbritanniens zu widersetzen, aber es ist zunehmend eine Frage der Glaubw\u00fcrdigkeit des Westens im allgemeinen. Das gilt zum Beispiel auch f\u00fcr die Politik gegen\u00fcber Afghanistan, die absolut widerlich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Inhalt der Politik wird somit immer wichtiger, und ich denke, Europa wird sich entscheiden m\u00fcssen, ob es seinem Eigeninteresse folgt oder nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>CGTN: Das ist in der Tat die Eigenst\u00e4ndigkeit, von der f\u00fchrende Politiker der Europ\u00e4ischen Union seit langem sprechen. Ich danke Ihnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/podcasts.google.com\/feed\/aHR0cHM6Ly9hZXpmbS5tZWxkaW5nY2xvdWQuY29tL3Jzcy9wcm9ncmFtLzQ2\/episode\/MV8yNjk5MzYy?ep=14\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/podcasts.google.com\/feed\/aHR0cHM6Ly9hZXpmbS5tZWxkaW5nY2xvdWQuY29tL3Jzcy9wcm9ncmFtLzQ2\/episode\/MV8yNjk5MzYy?ep=14\" target=\"_blank\">Den ganzen Podcast (engl.) finden Sie hier<\/a><\/strong>. Das Segment mit Helga Zepp-LaRouche beginnt bei Min. 26.06<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche, Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, war am Mittwoch, dem 5. Januar 2022, zu Gast im CGTN-Podcast \u201eWorld Today\u201c. Es folgt ein Transkript von EIR. 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