{"id":82847,"date":"2021-12-05T11:51:14","date_gmt":"2021-12-05T16:51:14","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=82847"},"modified":"2021-12-05T11:51:16","modified_gmt":"2021-12-05T16:51:16","slug":"helga-zepp-larouche-in-der-cgtn-sendung-dialog-ideen-sind-wichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/12\/05\/helga-zepp-larouche-in-der-cgtn-sendung-dialog-ideen-sind-wichtig\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche in der CGTN-Sendung &#8218;Dialog, Ideen sind wichtig&#8216;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Es folgt eine von EIR erstellte Abschrift eines Interviews mit Helga Zepp-LaRouche, das vom chinesischen Sender CGTN am 2. Dezember 2021 ausgestrahlt wurde.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>XU QINDUO: <\/strong>[Was hat die Belt and Road Initiative BRI] &#8230; in den letzten acht Jahren erreicht, welche Anliegen stehen dahinter, und wie verwirklicht sie eine gr\u00fcne Entwicklung? Diese und andere Fragen wollen wir im ersten Teil der Sendung mit Shiran Illanperuma, Forschungsanalystin bei Econsult Asia, und Helga Zepp-LaRouche, Gr\u00fcnderin und Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, diskutieren&#8230; Das ist unser Thema; ich bin Xu Qinduo.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzlich willkommen in der Sendung, Helga. Zun\u00e4chst einmal: Wie bewerten Sie Chinas Belt and Road Initiative, die BRI, in den letzten acht Jahren?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>HELGA ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Ich denke, sie hat die Welt zum Besseren ver\u00e4ndert. Es handelt sich um das gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturprojekt, das jemals in der Geschichte der Menschheit durchgef\u00fchrt wurde. Ich denke, bei all den Angriffen, die in letzter Zeit auf sie ver\u00fcbt wurden, sollte man sich einfach mal vorzustellen, was w\u00e4re, wenn sie nicht existieren w\u00fcrde. Stellen Sie sich vor, Xi Jinping h\u00e4tte die Neue Seidenstra\u00dfe und die Maritime Seidenstra\u00dfe nicht angek\u00fcndigt, und all diese Projekte w\u00e4ren nicht durchgef\u00fchrt worden. Die Welt w\u00e4re heute in einer viel schlechteren Situation. Es g\u00e4be viel mehr Armut, und die Pandemie w\u00e4re noch viel schlimmer. Au\u00dferdem h\u00e4tten die Entwicklungsl\u00e4nder keine Hilfe von China erhalten. Es war ein zivilisationsgeschichtlicher Beitrag Chinas, zun\u00e4chst seine eigene Bev\u00f6lkerung \u2013 850 Millionen Menschen \u2013 aus der Armut zu befreien und dann, mit der erreichten wirtschaftliche St\u00e4rke, den Entwicklungsl\u00e4ndern dieses Modell anzubieten, indem sie die gleichen wirtschaftlichen Prinzipien anwenden. Ich denke also, da\u00df sich die Welt in einer Weise zum Besseren ver\u00e4ndert hat, wie es in der Geschichte noch nie vorgekommen ist, und dies wird letztlich auch von allen anerkannt werden \u2013 auch von den Menschen, die mit der Belt and Road Initiative nicht so gl\u00fccklich zu sein scheinen. In der kommenden Zeit, in der im westlichen liberalen System weitere Umw\u00e4lzungen, Inflation, sogar eine Hyperinflation erfolgen werden, wird das jeder erkennen. Es wird neue Wellen der Pandemie geben, weil die anderen L\u00e4nder es nicht so gut wie China geschafft haben, mit ihr umzugehen. Und am Ende wird sich zeigen, da\u00df die Zusammenarbeit mit der Belt and Road Initiative wirklich der Retter der Zivilisation ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XU:<\/strong> Shiran, wenn Sie die Belt and Road Initiative betrachten, ist sie f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder \u2013 mit mehr Investitionen, mehr Handel, mehr Verbindungen \u2013 eine gute Sache?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>SHIRAN ILLANPERUMA:<\/strong> Ja, dem kann ich nur zustimmen, vor allem, wenn man aus Sri Lanka kommt, das strategisch g\u00fcnstig am Indischen Ozean in der N\u00e4he einiger der meistbefahrenen Schifffahrtslinien der Welt liegt. Der Hafen von Hambantota zum Beispiel, in den China investiert hat, liegt nur zehn Seemeilen von der Schifffahrtsroute entfernt. Der Aufbau dieser regionalen Konnektivit\u00e4t ist also sowohl f\u00fcr Sri Lanka als auch f\u00fcr seine Nachbarn von gro\u00dfem Nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XU:<\/strong> Helga, die China-Laos-Eisenbahn, die im Rahmen der BRI gebaut wurde, ist die erste internationale Eisenbahnlinie, die seit dem Vorschlag der BRI im Jahr 2013 haupts\u00e4chlich von China finanziert und gebaut wurde und direkt mit dem chinesischen Eisenbahnnetz verbunden ist. Wie wichtig ist sie f\u00fcr Laos? Und wie wichtig ist sie f\u00fcr die BRI?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Ich denke, dies ist eines der faszinierendsten Projekte, das ich kenne, denn Laos war bisher kein sehr entwickeltes Land. Die Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnlinie verbindet Kunming zun\u00e4chst mit Laos, dann aber auch mit Singapur und Thailand. Die ASEAN-L\u00e4nder sind so mit China verbunden, und f\u00fcr Laos er\u00f6ffnet sich die M\u00f6glichkeit, letztlich Anschlu\u00df an die gesamte BRI-Infrastruktur zu bekommen. Au\u00dferdem ist es nicht nur eine Eisenbahn, doch diese allein ist unglaublich und technologisch auf sehr hohem Niveau. Infrastrukturkorridore, die sich immer aus solchen Verkehrswegen entwickeln, er\u00f6ffnen das Potential f\u00fcr eine echte Industrialisierung des Landes. Ich denke also, da\u00df dies ein gro\u00dfer Durchbruch ist, und angesichts des eher desolaten Zustands der Eisenbahnsysteme in den Vereinigten Staaten und Europa kann Laos stolz darauf sein, ein solch modernes System zu haben, das ein leuchtendes Beispiel f\u00fcr viele andere L\u00e4nder auf der Welt sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XU:<\/strong> Shiran, Sie sprachen \u00fcber den Hafen von Hambantota. Im Jahr 2017 unterzeichneten Sri Lanka und China einen Vertrag \u00fcber die Verpachtung von Hambantota. Dann gab es Kritik \u2013 vor allem in den westlichen Medien \u2013, da\u00df Sri Lanka zu dem Deal gezwungen wurde. Mit Aussicht auf einfachen Zugang zu chinesischem Geld sei es in eine &#8222;Schuldenfalle&#8220; gelockt worden. Was halten Sie von dieser Kritik?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ILLANPERUMA<\/strong>: Ich halte das im Grunde f\u00fcr Unsinn. Die Fakten sprechen f\u00fcr sich selbst. Leider wurde dieses Narrativ von den westlichen Medien verbreitet, wie Sie sagen. Aber nicht nur von den westlichen Medien. Es wurde auch vor Ort aufgegriffen. Ob dieses Narrativ nun politisch instrumentalisiert wird oder eine bewu\u00dfte Fehlinformation darstellt, ist ein anderes Thema. Aber wenn man sich die Fakten ansieht, dann sind nur 10% der Schulden Sri Lankas gegen\u00fcber China; 50% beziehen sich auf internationale Anleihen, von denen die meisten von US-Banken und anderen Finanzinstituten gehalten werden. Wir haben genauso viele Schulden bei China wie bei Japan oder der ADB (Asian Development Bank), aber niemand sagt, da\u00df wir in einer japanischen oder einer ADB-Schuldenfalle sitzen. Das ist die eine Sache.<\/p>\n\n\n\n<p>Andererseits ist Sri Lanka, wenn man sich die Fakten ansieht, mit dem Darlehen f\u00fcr den Hafen von Hambantota nie in Verzug geraten. 2017 kam es zu einer massiven Zahlungsbilanzkrise, die die Regierung zwang, sich an den IWF zu wenden und sich sp\u00e4ter von dem Hambantota-Vertrag zu trennen. Dieser wurde in einen 99j\u00e4hrigen Pachtvertrag umgewandelt, der an ein chinesisches Unternehmen vergeben wurde, und wir erhielten daf\u00fcr eine Finanzspritze in H\u00f6he von etwa 1 Milliarde US-Dollar. Dieser Betrag wurde nicht zur Begleichung von Schulden oder dergleichen verwendet. Er wurde verwendet, um unsere Reserven aufzustocken. Es gab also keinen Schuldenverzug, es gab keine Schuldenfalle oder irgendetwas in der Art.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XU: <\/strong>Ein hervorstechendes Merkmal beim Aufbau von Infrastruktur ist seine Langfristigkeit. Es dauert sehr lange, bis man positive Ergebnisse sieht; wann kommt beim Bau einer Stra\u00dfe der Ertrag zur\u00fcck? Das dauert Jahre, nicht wahr? Im Fall des Hafens von Hambantota sagen Experten: \u201eDer von China gebaute Hafen von Hambantota wird voraussichtlich 200.000 Arbeitspl\u00e4tze schaffen und j\u00e4hrlich 11,8 Milliarden Dollar zum BIP von Sri Lanka beitragen.\u201c Wie sch\u00e4tzen Sie selbst das Potential des Hafens ein?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ILLANPERUMA<\/strong>: Wie Sie schon sagten, das Potential ist enorm. Und es geht nicht nur um den Hafen, denn der Hafen ist eine Art Katalysator f\u00fcr eine ganze Reihe anderer Dinge. Sri Lanka ist traditionell ein wenig im R\u00fcckstand, was die Produktion angeht. Der Hafen verf\u00fcgt \u00fcber einen angrenzenden Industriepark, der ebenfalls als Teil des Hafens betrieben wird. Bisher wurden 300 Millionen Dollar in eine Reifenfabrik investiert; es wurde eine Elektronikfabrik f\u00fcr gefertigte Endprodukte errichtet; es wurden Vertr\u00e4ge f\u00fcr den Schiffsbau, insbesondere den Bau von Yachten, unterzeichnet. Es gibt also ein gro\u00dfes Potential f\u00fcr die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen und f\u00fcr Sri Lanka, seine Exporte zu steigern. Im Umfeld des Hafens von Hambantota gibt es gro\u00dfe landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4chen und auch Fl\u00e4chen, die f\u00fcr industrielle Investitionen genutzt werden k\u00f6nnen. Das Potential ist also riesig, und ich kann Ihnen schon jetzt sagen, da\u00df viele Einheimische in den RO-RO-Anlagen des Hafens von Hambantota besch\u00e4ftigt sind. Das ist also ein gro\u00dfes Potential f\u00fcr Sri Lanka, seine Exporte und seine regionale Konnektivit\u00e4t zu verbessern und sich in globale Wertsch\u00f6pfungsketten einzuklinken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>XU:<\/strong> China wird daf\u00fcr kritisiert, da\u00df es an Transparenz mangele und da\u00df der politische Einflu\u00df oder sogar der milit\u00e4rische Einflu\u00df Chinas zunehme. Was ist Ihre Antwort darauf, Helga?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZEPP-LAROUCHE:<\/strong> Das Argument, da\u00df es nur darum gehe, den milit\u00e4rischen Einflu\u00df Chinas zu vergr\u00f6\u00dfern, ist irgendwie l\u00e4cherlich, wenn man bedenkt, da\u00df die Vereinigten Staaten etwa 1000 Milit\u00e4rbasen in der ganzen Welt haben und China nur eine oder zwei. Man sollte dabei nicht nur auf das Etikett schauen. Ich denke, dahinter steckt ein ideologischer Unterschied. Dies wurde am deutlichsten vom Leiter des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, zum Ausdruck gebracht, der in seinem neuen Buch <em>Stakeholder Capitalism<\/em> den ber\u00fchmten Satz schreibt: \u201eDas eigentliche Problem ist die \u00dcberwindung der Armut, denn der Wunsch, die Armut zu \u00fcberwinden, ist die Ursache der Klimakatastrophe.\u201c F\u00fcr diese Leute ist also reale Entwicklung das Problem, denn diese sch\u00e4digt nach ihrer falschen Wissenschaftsauffassung angeblich den Planeten, indem sie den Klimawandel verursacht. Das ist nat\u00fcrlich v\u00f6llig falsch. Schauen Sie sich an, was China auf dem FOCAC-Treffen (Forum on China Africa Collaboration) getan hat, wo China zum wiederholten Mal den am wenigsten entwickelten L\u00e4ndern die Schulden erlassen hat. Die L\u00e4nder des Pariser Clubs haben dies ihrerseits nicht getan. Diese ideologische Frage mu\u00df also in Betracht gezogen werden, denn es gibt eine malthusianische Fraktion, die nicht will, da\u00df sich die Entwicklungsl\u00e4nder entwickeln. Das wurde bisher aus der Diskussion ausgeklammert, ohne zu erkennen, da\u00df dies das Hauptmotiv [der westlichen Politik] ist, die in der alten Tradition von Pfarrer Malthus, des britischen Empire, steht. Die gleiche Philosophie stand auch hinter den Opiumkriegen oder der britischen Politik in Indien und Afrika. An dieser kolonialen Sichtweise hat sich nichts ge\u00e4ndert, d.h. an der Vorstellung, da\u00df die Entwicklungsl\u00e4nder unentwickelt bleiben und lediglich als Rohstofflieferanten f\u00fcr die reichen L\u00e4nder dienen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man sich das Verhalten w\u00e4hrend der Pandemie anschaut, dann haben die reichen L\u00e4nder Impfstoffe gehortet; sie haben keine Anstrengung gemacht, Masken und andere medizinische Hilfsg\u00fcter zu verteilen. Das Ergebnis ist nun, da\u00df sich die Pandemie durch Omicron und [andere] Mutationen ausbreitet, die deswegen entstehen, weil man bestimmte Regionen der Welt ohne medizinische Hilfe gelassen hat. Wir sind meines Erachtens an einem Punkt angelangt, wo wir das System komplett \u00e4ndern m\u00fcssen, wobei das Modell, das China anbietet, das beste ist, das es auf diesem Planeten gibt.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt eine von EIR erstellte Abschrift eines Interviews mit Helga Zepp-LaRouche, das vom chinesischen Sender CGTN am 2. Dezember 2021 ausgestrahlt wurde. 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