{"id":81728,"date":"2021-11-05T11:26:53","date_gmt":"2021-11-05T15:26:53","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=81728"},"modified":"2021-11-05T11:26:56","modified_gmt":"2021-11-05T15:26:56","slug":"westliche-perspektiven-zu-chinas-volksdemokratie-als-ganzes-cgtn-interviewt-helga-zepp-larouche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/11\/05\/westliche-perspektiven-zu-chinas-volksdemokratie-als-ganzes-cgtn-interviewt-helga-zepp-larouche\/","title":{"rendered":"\u201eWestliche Perspektiven zu Chinas Volksdemokratie als Ganzes\u201c \u2013 CGTN interviewt Helga Zepp-LaRouche"},"content":{"rendered":"\n<p><em>CGTN<\/em> ver\u00f6ffentlichte gestern einen sechsmin\u00fctigen Videoausschnitt mit Begleittext aus einem Interview mit der Gr\u00fcnderin des internationalen Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Der folgende Text ist eine bearbeitete Fassung des <em>CGTN<\/em>-Transkripts. Das Video und das Transkript finden Sie <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/news.cgtn.com\/news\/2021-11-02\/Western-perspectives-on-China-s-whole-process-people-s-democracy-14RhavG7Kfu\/index.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/news.cgtn.com\/news\/2021-11-02\/Western-perspectives-on-China-s-whole-process-people-s-democracy-14RhavG7Kfu\/index.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><em>[Anmerkung der CGTN-Redaktion: Das Konzept der \u201eVolksdemokratie als Ganzes\u201c wurde erstmals vor etwa zwei Jahren w\u00e4hrend des Besuchs des chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping in einem B\u00fcrgerzentrum in Shanghai vorgestellt. Seitdem wird es von einigen westlichen Medien als hohl und irref\u00fchrend angegriffen. Helga Zepp-LaRouche, Gr\u00fcnderin und Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, teilte ihre Gedanken zu diesem Konzept mit. Die im Video ge\u00e4u\u00dferten Meinungen sind ihre eigenen und nicht unbedingt die von CGTN.]<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>CGTN<\/strong><\/em><strong>: Warum greifen die westlichen Medien immer wieder die \u201eVolksdemokratie als Ganzes\u201c an?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Zepp-LaRouche<\/strong><\/em><strong>: <\/strong>Ich verstehe diese \u201eVolksdemokratie als Ganzes\u201c so, da\u00df es sich um einen innerparteilichen demokratischen Proze\u00df handelt, bei dem man auf Grundlage der Meritokratie herausfindet, welche Personen am besten f\u00fcr eine bestimmte Aufgabe qualifiziert sind und wer dem Gemeinwohl am besten dient. Und ich denke, es gibt einen empirischen Beweis f\u00fcr die Richtigkeit dieser Methode, denn China hat es geschafft, 850 Millionen Menschen aus der extremen Armut zu befreien. Das ist der gr\u00f6\u00dfte Beitrag zur Geschichte, den ich kenne. Aber so viele Menschen aus der Armut zu befreien und dies auch den Entwicklungsl\u00e4ndern anzubieten, ist in den Augen der westlichen Menschen, die China in diesem Punkt angreifen, ein Verbrechen, denn China hat die extreme Armut im eigenen Land \u00fcberwunden und hilft nun den Entwicklungsl\u00e4ndern, dies ebenfalls zu tun. Das ist genau die gleiche Denkweise, die Malthus seit der Zeit der britischen Ostindiengesellschaft vertrat, die, wie Sie wissen, hinter den Opiumkriegen gegen China stand.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht nicht darum, was gesagt wird, sondern es geht darum, da\u00df das chinesische Modell die gesamte Weltordnung auf den Kopf gestellt hat. Denn den Entwicklungsl\u00e4ndern wurde zum ersten Mal die M\u00f6glichkeit geboten, Armut und Unterentwicklung zu \u00fcberwinden, und die [anderen] wollen die koloniale Ordnung beibehalten. Ich denke, das ist die eigentliche Quintessenz der Vorw\u00fcrfe gegen China. Ich war viele Male in China, und ich hatte immer den Eindruck, da\u00df der Geist der Menschen extrem positiv [und] optimistisch [in Bezug auf] die Zukunft ist. Daher mu\u00df die KPCh etwas sehr richtig machen. Wenn Sie die Menschen im Westen fragen, sind die meisten pessimistisch, was die Zukunft angeht. Ich denke also, da\u00df dies mehr Wahrhaftigkeit ausdr\u00fcckt als alle propagandistischen Zeilen in den Mainstream-Medien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>CGTN<\/em>: Wie sehen Sie die chinesische Demokratie und die westliche Demokratie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Zepp-LaRouche:<\/strong><\/em> Demokratie klingt sehr sch\u00f6n, aber in vielen F\u00e4llen ist sie nur ein Etikett, und man sollte besser schauen, was der Inhalt der Flasche ist, auf der das Etikett klebt. Denn heutzutage sind die verschiedenen Parteien meist nur Lobbyisten, die unterschiedliche Interessen vertreten. Ich m\u00f6chte Ihnen ein weiteres Zitat aus George Washingtons \u201eAbschiedsrede\u201c als Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten im Jahr 1796 vorlesen, in dem er vor dem b\u00f6sen Geist von Parteien im allgemeinen warnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Er sagte: \u201eDie abwechselnde Herrschaft einer Fraktion \u00fcber eine andere, versch\u00e4rft durch den Geist der Rache, der den Parteienstreitigkeiten eigen ist und der in verschiedenen Zeitaltern und L\u00e4ndern die schrecklichsten Ungeheuerlichkeiten ver\u00fcbt hat, ist selbst ein schrecklicher Despotismus. Aber dies f\u00fchrt schlie\u00dflich zu einem formelleren und dauerhaften Despotismus\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich glaube, das ist es, was wir derzeit im Westen erleben. In vielen L\u00e4ndern gibt es keine echte Demokratie, sondern eine Form von Despotismus wie in den Vereinigten Staaten. Die Polarisierung zwischen den Republikanern und den Demokraten hat das Land v\u00f6llig zerrissen. In Deutschland, wo man jetzt versucht, eine neue Koalition zu bilden, bekommen die W\u00e4hler als Regierung nicht das, was sie gew\u00e4hlt haben, weil ganz willk\u00fcrlich Koalitionen gebildet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab aber auch Zeiten, in denen die westliche Demokratie funktionierte. Das war zu Beginn der Amerikanischen Revolution der Fall, und das war der Fall in der F\u00fcnften Republik von Charles de Gaulle. Aber leider haben wir uns im Westen sehr weit von diesen edleren Vorstellungen entfernt, so da\u00df wir uns eher in einem System der Despotie befinden, vor dem George Washington gewarnt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>CGTN<\/em>: K\u00f6nnen China und der Westen gute und stabile Beziehungen aufrechterhalten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Zepp-LaRouche<\/strong><\/em>: Ich denke, da\u00df es in der Tat verschiedene Modelle der Demokratie gibt, je nach Tradition und Kultur. Es ist durchaus m\u00f6glich, da\u00df diese verschiedenen Systeme zusammenarbeiten. Das wird aber nur funktionieren, wenn sie durch ein h\u00f6heres Ziel geeint werden, das im Interesse der gesamten Menschheit liegen mu\u00df. Ich denke, das Modell, das dem am n\u00e4chsten kommt, ist das, was Pr\u00e4sident Xi Jinping vorgeschlagen hat \u2013 eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft, denn das schlie\u00dft die Idee der Menschheit als Ganzes ein. Im Westen gibt es eine Idee, die sehr \u00e4hnlich oder sogar identisch ist, und zwar die philosophische Idee eines Denkers aus dem 15. Jahrhundert, Nikolaus von Kues, der Zusammenfall der Gegens\u00e4tze, d.h. die Idee, da\u00df wir, da der Mensch die einzige Spezies ist, die zu sch\u00f6pferischer Vernunft f\u00e4hig ist, immer das H\u00f6here denken k\u00f6nnen, eine Ebene der Einheit, auf der alle Unterschiede verschwinden. Ich denke also, wir m\u00fcssen einen Dialog dar\u00fcber f\u00fchren, warum dieses Konzept des Zusammenfalls der Gegens\u00e4tze und Pr\u00e4sident Xi Jinpings Idee [einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft] ein und dieselbe Idee sind. Und wenn wir uns dar\u00fcber einig sind, wird die Zusammenarbeit sehr einfach sein, denke ich.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CGTN ver\u00f6ffentlichte gestern einen sechsmin\u00fctigen Videoausschnitt mit Begleittext aus einem Interview mit der Gr\u00fcnderin des internationalen Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. Der folgende Text ist eine bearbeitete Fassung des CGTN-Transkripts. Das Video und das Transkript finden Sie hier. 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