{"id":81478,"date":"2021-10-28T09:31:16","date_gmt":"2021-10-28T13:31:16","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=81478"},"modified":"2021-10-28T16:11:22","modified_gmt":"2021-10-28T20:11:22","slug":"haiti-steht-vor-den-toren-der-hoelle-wo-das-menschliche-leben-unertraeglich-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/10\/28\/haiti-steht-vor-den-toren-der-hoelle-wo-das-menschliche-leben-unertraeglich-wird\/","title":{"rendered":"Haiti steht \u201evor den Toren der H\u00f6lle\u201c, wo das menschliche Leben unertr\u00e4glich wird"},"content":{"rendered":"\n<p>So titelte die haitianische Online-Tageszeitung <em>Haite Libre<\/em> in ihrer heutigen Ausgabe und beschrieb damit die unertr\u00e4gliche Situation, in der sich die B\u00fcrger von Port-au-Prince und anderen St\u00e4dten aufgrund der anhaltenden Arbeitsniederlegungen und Bandenaktivit\u00e4ten, die jeden Aspekt des menschlichen Lebens beeintr\u00e4chtigen, t\u00e4glich befinden. Die bewaffneten Banden, die den Stra\u00dfentransport von Benzin und Dieselkraftstoff unm\u00f6glich machen, blockieren auch die Zufahrt von Lastwagen zum wichtigsten Erd\u00f6llager in Varreux und halten 25.000 F\u00e4sser Benzin und 50.000 F\u00e4sser Dieselkraftstoff fest, die an Tankstellen, Krankenh\u00e4user, Kommunikationsunternehmen, staatliche Wasser- und Stromversorgungsunternehmen usw. geliefert werden sollten. Es gibt jedoch keine funktionierende Polizei, die gegen die Banden vorgehen k\u00f6nnte. Wie die erfahrene Haiti-Expertin des <em>Miami Herald<\/em>, Jacqueline Charles, in einem Interview mit <em>Slate<\/em> am 25. Oktober feststellte, sind die Banden weitaus besser bewaffnet als die Polizei und agierten laut vieler Beobachter in Ermangelung eines funktionierenden Staates oder funktionierender staatlicher Institutionen wie ein Quasi-Staat.<\/p>\n\n\n\n<p>So sind derzeit die meisten Krankenh\u00e4user in Port-au-Prince nicht ge\u00f6ffnet, abgesehen vielleicht von einer Notbesetzung von ein paar \u00c4rzten und Krankenschwestern oder ein paar Medizinstudenten. Es gibt keinen Treibstoff f\u00fcr die Kraftwerke, die die Generatoren am Laufen halten, die den Strom f\u00fcr die Operationss\u00e4le oder Sauerstofftanks liefern. In Haitis gr\u00f6\u00dftem Krebsbehandlungszentrum stehen R\u00f6ntgenger\u00e4te und andere Ausr\u00fcstungen still \u2013 es gibt keinen Strom, um sie zu betreiben. Der Leiter des Krankenhauses, Kedner Pierre, berichtete Matt Rivers von <em>CNN<\/em>, da\u00df die K\u00fchlschr\u00e4nke mit Eis gef\u00fcllt wurden, um einige Medikamente f\u00fcr die Chemotherapie zu konservieren. Das Nationale Ambulanzzentrum kann keine Krankenwagen einsetzen, weil es keinen Treibstoff gibt. Das nahe gelegene Hospital Universitaire de la Paix weist so gut wie jeden Patienten ab, weil es nicht nur an Treibstoff mangelt, sondern auch nicht gen\u00fcgend \u00c4rzte und Krankenschwestern zur Verf\u00fcgung stehen. Das Personal kann nicht zur Arbeit kommen und mu\u00df manchmal im Krankenhaus \u00fcbernachten, da jeder, der auf der Stra\u00dfe unterwegs ist, entf\u00fchrt zu werden droht. Rivers kommt also zu dem Schluss, \u201eda\u00df eines der gr\u00f6\u00dften Krankenh\u00e4user Haitis einfach nicht funktioniert\u201c. Dies gilt jedoch f\u00fcr jede Gesundheitseinrichtung der Hauptstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber der Schaden h\u00f6rt hier nicht auf. Der Treibstoffmangel beeintr\u00e4chtigt auch die mobilen Telekommunikationsdienste, deren Antennen von Generatoren betrieben werden, die ohne Treibstoff nicht funktionieren k\u00f6nnen. Haitis gr\u00f6\u00dfter Mobilfunknetzbetreiber Digicel berichtet, da\u00df 433 seiner 1.500 Antennenstandorte nicht betriebsbereit sind, weil es keinen Treibstoff f\u00fcr die Generatoren gibt, berichtet <em>Le Nouvelliste<\/em>. Die f\u00fcr die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zust\u00e4ndige haitianische Regierungsbeh\u00f6rde DINEPA warnt vor Wasserknappheit, da ihr der Dieselkraftstoff fehlt, der f\u00fcr den Betrieb ihres leistungsstarken Generators ben\u00f6tigt wird, der wiederum die Stationen und Pumpen zur Trinkwasserversorgung mit Energie versorgt. Die staatliche Elektrizit\u00e4tsgesellschaft EDH warnt vor Stromausf\u00e4llen. Der ehemalige haitianische Konsul in der Dominikanischen Republik, Edwin Paraison, der seit dem Erdbeben von 2010 in Santo Domingo lebt, sagte gestern im dominikanischen Fernsehen, da\u00df Haiti nat\u00fcrlich die Hilfe der internationalen Gemeinschaft ben\u00f6tige, um mit den Banden und der Sicherheitslage fertig zu werden. Er warnte jedoch, da\u00df die L\u00f6sung nicht von der internationalen Gemeinschaft diktiert werden d\u00fcrfe, sondern vielmehr das Ergebnis eines Dialogs zwischen der internationalen Gemeinschaft und den haitianischen Beh\u00f6rden und der Zivilgesellschaft sein m\u00fcsse, um gemeinsam eine Strategie zur Bew\u00e4ltigung der derzeitigen unhaltbaren Sicherheitslage festzulegen.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So titelte die haitianische Online-Tageszeitung Haite Libre in ihrer heutigen Ausgabe und beschrieb damit die unertr\u00e4gliche Situation, in der sich die B\u00fcrger von Port-au-Prince und anderen St\u00e4dten aufgrund der anhaltenden Arbeitsniederlegungen und Bandenaktivit\u00e4ten, die jeden Aspekt des menschlichen Lebens beeintr\u00e4chtigen, t\u00e4glich befinden. 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