{"id":78864,"date":"2021-08-23T07:16:57","date_gmt":"2021-08-23T11:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=78864"},"modified":"2021-09-27T17:06:40","modified_gmt":"2021-09-27T21:06:40","slug":"afghanistan-konferenz-des-schiller-instituts-vom-21-august","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/08\/23\/afghanistan-konferenz-des-schiller-instituts-vom-21-august\/","title":{"rendered":"Afghanistan-Konferenz des Schiller-Instituts vom 21. August"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Wirtschaftliche Projekte vorantreiben und mit der neuen Regierung in Dialog treten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Schiller-Institut veranstaltete heute ein internationales Webinar mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5GXoPY3q3zk\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5GXoPY3q3zk\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8222;Jetzt, dringender denn je: Afghanistan \u2013 Chance f\u00fcr eine neue Epoche der Menschheit&#8220;<\/a>, an dem Redner aus sechs Nationen \u2013 den Vereinigten Staaten, Deutschland, Pakistan, Kanada und Italien \u2013 mit langj\u00e4hriger Erfahrung teilnahmen. Drei Hauptthemen wurden in dem Dialog wiederholt angesprochen: Das Paradigma der &#8222;endlosen Kriege&#8220; mu\u00df komplett \u00fcber Bord geworfen werden, es mu\u00df mit der neuen afghanischen Regierung gesprochen werden, die gerade im Entstehen begriffen ist, und es m\u00fcssen wirtschaftliche Projekte auf den Weg gebracht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Lasst uns auf eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung dr\u00e4ngen&#8220;, riet Helga Zepp-LaRouche in ihrer Er\u00f6ffnungsrede. Was derzeit in Afghanistan geschehe, markiere &#8222;das Ende eines Systems&#8220;, vielleicht nicht so bedeutend wie der Fall der Mauer und das Ende der Sowjetunion, aber ebenso bezeichnend. Es gebe ein tief verwurzeltes Problem, das darin bestehe, da\u00df endlose geopolitische Kriege gef\u00fchrt werden. Das m\u00fcsse aufh\u00f6ren, und zwar nicht nur in Afghanistan. Sie unterstrich auch: &#8222;Es ist h\u00f6chste Zeit, die axiomatischen Annahmen \u00fcber Ru\u00dfland und China zu \u00e4ndern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Zepp-LaRouche nahmen an der Podiumsdiskussion teil: Oberstleutnant a.D. Ulrich Scholz (Deutschland), Milit\u00e4rexperte mit philosophischem Hintergrund; Pino Arlacchi (Italien), ehemaliger Leiter des UN-B\u00fcros f\u00fcr Drogenkontrolle (1997-2002), jetzt Professor an der Universit\u00e4t Sassari; Hassan Daud Butt (Pakistan), Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Khyber Pakhtunkhwa Province Board of Investment; Ray McGovern (USA), ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegr\u00fcnder der VIPS (Veteran Intelligence Professionals for Sanity), und Nipa Banerjee (Kanada), Professorin an der Universit\u00e4t von Ottawa. Eine Frage wurde auch von Khalid Lattif, Direktor eines Instituts in Pakistan, beantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Co-Moderatoren der Veranstaltung, Dennis Speed und Diane Sare, wiesen darauf hin, da\u00df das Webinar eine Fortsetzung des vom Schiller-Instituts veranstalteten Dialogs vom 31. Juli, &#8222;Afghanistan: Ein Wendepunkt in der Geschichte nach der gescheiterten \u00c4ra des Regimewechsels&#8220; sei. Das Schiller-Institut leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Wiederaufnahme des internationalen Diskussionsprozesses, weil wichtige Kreise heutzutage nicht mehr in der Lage seien, einen Dialog zu f\u00fchren. Statt dessen herrsche eine ideologische Hysterie, wie sie sich derzeit in der Fixierung auf gegenseitige Schuldzuweisungen im Zusammenhang mit den Evakuierungsanstrengungen am Flughafen Kabul zeige, ohne eine Vision f\u00fcr die Menschen und die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur zwei Wochen nach der <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/konferenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Afghanistan-Veranstaltung des Schiller-Instituts am 31. Juli <\/a>war die 20j\u00e4hrige Milit\u00e4raktion der USA und der NATO abgebrochen worden. Die Taliban \u00fcbernahmen die Macht in Kabul. Heute trafen sich in Kabul der politische Direktor der Taliban, Abdul Ghani Baradar, der ehemalige afghanische Pr\u00e4sident Hamid Karzai, der Leiter des Hohen Rates f\u00fcr Nationale Vers\u00f6hnung, Abdullah Abdullah, und andere, um \u00fcber die Bildung einer neuen Regierung zu beraten, die bekannt gegeben werden soll, wenn die Evakuierungsphase nach dem 31. August abgeschlossen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir jetzt nicht brauchen, so Arlacchi, ist &#8222;Talibanologie&#8220; \u2013 Spekulationen und Hypothesen \u00fcber ihre Absichten. Viele andere stimmten ihm zu und wiesen darauf hin, da\u00df man vor allem die Absichten der Gro\u00dfm\u00e4chte beachten sollte: Wie werden sich die USA und die Europ\u00e4ische Union verhalten? Werden sie beispielsweise mit anderen Gro\u00dfm\u00e4chten wie Russland, China und Indien sowie den unmittelbaren Nachbarn Afghanistans \u2013 Iran und Pakistan \u2013 und den zentralasiatischen Staaten im Norden Afghanistans zusammenarbeiten, um humanit\u00e4re und wirtschaftliche Hilfe zu leisten? Jeder dritte der 39 Millionen Einwohner Afghanistans ist von Ern\u00e4hrungsunsicherheit betroffen. Es gibt Zehntausende von Vertriebenen und Tausende von Menschen, die aus dem Land fliehen. Und das alles, w\u00e4hrend die COVID-19-Pandemie anh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Arlacchi berichtete von seinen eigenen Erfahrungen mit einer Wollfabrik in der Provinz Kandahar, f\u00fcr deren Wiederer\u00f6ffnung erfolgreiche Verhandlungen mit dem Taliban-Gouverneur gef\u00fchrt wurden. Bereits auf der Konferenz am 31. Juli hatte Arlacchi berichtet, da\u00df es ihm im Rahmen seines UN-Programms zwischen 1998 und 2000 gelungen sei, in Zusammenarbeit mit den Taliban den Schlafmohnanbau fast vollst\u00e4ndig zu unterbinden. Nach der Invasion der USA und der NATO 2001 sei der Opiumanbau jedoch wieder stark angestiegen. Arlacchi sagte heute mit Nachdruck: &#8222;Wir sollten jetzt damit beginnen, Pl\u00e4ne zur Beseitigung des Rauschgiftanbaus zu machen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Frage der Vertrauensw\u00fcrdigkeit der neuen Taliban-Regierung wies Ray McGovern darauf hin, da\u00df es einen wirksamen \u00dcberwachungsprozess geben sollte, der z.B. von den Vereinten Nationen ausgehen k\u00f6nnte. Er f\u00fchrte das konkrete Beispiel an, wie der vom US-Kongress vor einigen Jahren eingesetzte Sondergeneralinspektor f\u00fcr den afghanischen Wiederaufbau tats\u00e4chlich wahrheitsgetreu \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der USA und der NATO in Afghanistan Buch gef\u00fchrt habe, wodurch belegt sei, da\u00df die USA die ganze Zeit \u00fcber die Fortschritte in Afghanistan gelogen h\u00e4tten. Prof. Banerjee stimmte diesem Punkt ausdr\u00fccklich zu. Die Dokumente des Generalinspekteurs wurden 2019 von der <em>Washington Post <\/em>ver\u00f6ffentlicht, was McGovern als &#8222;das einzig N\u00fctzliche, was die <em>Washington Post <\/em>in den letzten 20 Jahren getan hat,&#8220; bezeichnete. Von Craig Whitlock, dem Hauptverfasser, ist gerade ein neues Buch mit dem Titel &#8222;The Afghanistan Papers; a Secret History of the War&#8220; erschienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hassan Daud, dessen pakistanische Provinz an Afghanistan grenzt, fasste die Schwerpunkte der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region zusammen: &#8222;Nationale Ressourcen, Mineralien, Wasser, hart arbeitende Menschen.&#8220; Er betonte, da\u00df \u201edie afghanische Regierung, wenn sie stark und stabil ist, China die Hand reichen&#8220; und mit der Belt and Road Initiative sowie der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit kooperieren kann, bei der Afghanistan bereits Beobachterstatus habe. Das Land k\u00f6nne so zu einem &#8222;Knotenpunkt der Region&#8220; werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamte Region sei fr\u00fcher einmal als &#8222;Land der 1000 St\u00e4dte&#8220; bezeichnet worden, sagte Zepp-LaRouche zum Abschlu\u00df der Diskussion. Die Idee der Neuen Seidenstra\u00dfe ist es, die Voraussetzungen f\u00fcr den Bau Hunderter und Tausender neuer St\u00e4dte zu schaffen \u2013 Wissenschafts- und Kulturzentren aller Art. Das alte Paradigma zerfalle, nicht nur in Afghanistan. Krieg k\u00f6nne nicht l\u00e4nger ein Mittel zur L\u00f6sung von Problemen sein.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaftliche Projekte vorantreiben und mit der neuen Regierung in Dialog treten Das Schiller-Institut veranstaltete heute ein internationales Webinar mit dem Titel &#8222;Jetzt, dringender denn je: Afghanistan \u2013 Chance f\u00fcr eine neue Epoche der Menschheit&#8220;, an dem Redner aus sechs Nationen \u2013 den Vereinigten Staaten, Deutschland,&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":78832,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[757,37,448,367,474,658,636,648,97,551,524,530,659,439,96],"tags":[],"class_list":["post-78864","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-afghanistan-allgemein-de","category-allgemein-de","category-bri-de","category-brics-de-2","category-brics-de-4","category-china-de","category-color-revolutions-de","category-counterintelligence-de","category-die-weltlandbrucke-bauen","category-updates-development-de","category-updates-de","category-updates-geopolitics-de","category-global-diplomacy-de","category-neue-seidenstrasse","category-weltkrieg-stoppen"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/schiller_conf_8-21-21_panel.jpg","author_info":{"display_name":"tobi","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/tobi\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78864","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78864"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78864\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78869,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78864\/revisions\/78869"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78832"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78864"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78864"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78864"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}