{"id":77912,"date":"2021-08-02T08:30:56","date_gmt":"2021-08-02T12:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=77912"},"modified":"2021-09-27T17:09:21","modified_gmt":"2021-09-27T21:09:21","slug":"afghanistan-internetkonferenz-des-schiller-instituts-ein-entwicklungsprogramm-sofort-in-angriff-nehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/08\/02\/afghanistan-internetkonferenz-des-schiller-instituts-ein-entwicklungsprogramm-sofort-in-angriff-nehmen\/","title":{"rendered":"Afghanistan-Internetkonferenz des Schiller-Instituts: Ein Entwicklungsprogramm sofort in Angriff nehmen"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Schiller-Institut hat heute eine Internetkonferenz zu dem Thema <em><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/konferenz\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/konferenz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Afghanistan nach der gescheiterten Regimewechsel-\u00c4ra: Ein Wendepunkt in der Geschichte<\/a><\/em> abgehalten, auf der Diplomaten und Experten aus vielen L\u00e4ndern, darunter Afghanistan, Ru\u00dfland, China, Pakistan, den Vereinigten Staaten, Italien und anderen vier Stunden lang intensiv diskutiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Helga Zepp-LaRouche, Pr\u00e4sidentin und Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, sagte zum Abschlu\u00df der Veranstaltung, da\u00df wir jetzt \u201eeine Perspektive haben, wohin wir gehen m\u00fcssen\u201c. Vorrangig sei es, \u201eeinen Entwicklungsplan auf den Tisch zu legen, den niemand ablehnen kann\u201c. Und um ihn umzusetzen, m\u00fcsse jede erdenkliche Unterst\u00fctzung mobilisiert werden. Der letzte Konferenzredner, der S\u00fcdwestasien-Koordinator des Schiller-Instituts Hussein Askary aus Schweden, wies mit Nachdruck darauf hin, da\u00df der Aufbau und die Entwicklung Afghanistans in allen Gespr\u00e4chen und Verhandlungen an erster Stelle stehen m\u00fcsste und nicht an letzter. Er forderte zudem, \u201edie Kriegsherren und die Briten\u201c herauszuhalten. Askarys Vortrag, der konkrete Entwicklungsaspekte enthielt, trug den Titel \u201eBringt Afghanistan auf die Seidenstra\u00dfe zum Frieden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Moderator der Konferenz, Dennis Speed (USA), sagte in seinen einleitenden Bemerkungen, die Beratungen w\u00fcrden die \u00fcbliche Auffassung von Krieg oder Frieden \u00e4ndern und einen Beitrag der Diplomatie zur Formulierung von Strategien f\u00fcr gegenseitiges Verst\u00e4ndnis und Entwicklung leisten. Er pr\u00e4sentierte ein kurzes Video des Staatsmannes und Wirtschaftswissenschaftlers Lyndon LaRouche aus dem Jahr 1985, worin dieser unter Bezug auf Pr\u00e4sident Abraham Lincoln betonte, da\u00df man mit dem Aufbau der Infrastruktur die gesamte \u00d6konomie ver\u00e4ndern k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrer Er\u00f6ffnungsrede betonte Helga Zepp-LaRouche, da\u00df wir uns in einem besonderen Moment der Geschichte bef\u00e4nden, in dem die geopolitische Konfrontation beendet und ein neues Paradigma begonnen werden m\u00fcsse \u2013 nicht nur f\u00fcr die Integration und den Wohlstand Eurasiens, sondern f\u00fcr die gesamte Welt. Sie zeigte ein Bild des wundersch\u00f6nen Fundst\u00fccks der \u201eGoldenen Maske\u201c, um die 5.000-j\u00e4hrige Geschichte der zentralasiatischen Region hervorzuheben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Rolle in der Diskussion spielte von Anfang bis Ende Professor Pino Arlacchi aus Italien, Soziologieprofessor von der Universit\u00e4t Sassari. Zuvor war Arlacchi Exekutivdirektor des UN-B\u00fcros f\u00fcr Drogenkontrolle und Verbrechensverh\u00fctung (1997-2002) und ehemaliger Berichterstatter des Europ\u00e4ischen Parlaments f\u00fcr Afghanistan. Titel seines Vortrags war \u201eOpium in Afghanistan ausrotten, moderne Landwirtschaft entwickeln, die Nation aufbauen, jetzt\u201c. Er berichtete \u00fcber sein damaliges Vorgehen, mit dem der Schlafmohnanbau in Afghanistan bis 2001 fast vollst\u00e4ndig beseitigt werden konnte, was dann in den folgenden Jahren der milit\u00e4rischen Operationen der USA und der NATO wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurde. Im Jahr 2010 schlug Arlacchi erneut einen Plan vor, der jedoch von der EU, Gro\u00dfbritannien und den USA verhindert wurde. Heute ist Afghanistan das Ursprungsland f\u00fcr \u00fcber 80 % der weltweiten Opiumdrogen. Arlacchi schilderte im Detail, was heute getan werden k\u00f6nne und m\u00fcsse. Es m\u00fcsse einer alternative Landwirtschaft gaben, bei der die Bauern bei der Umstellung auf andere Kulturen unterst\u00fctzt werden. Das sei relativ kosteng\u00fcnstig, wenn man bedenke, welch gro\u00dfen Einflu\u00df die Drogenkartelle haben. Die Bauern in Afghanistan erhielten vielleicht 300 bis 350 Millionen Dollar f\u00fcr ihre Opiumernte, die dann f\u00fcr das organisierte Verbrechen in Europa 20 Milliarden Dollar wert sei. Es gebe viele alternative Kulturen von gro\u00dfem Nutzen und Wert, zum Beispiel Safran.<\/p>\n\n\n\n<p>Die an der Konferenz beteiligten Diplomaten zeichneten ein umfassendes Bild der derzeitigen Situation. Botschafter Hassan Shoroosh, der afghanische Botschafter in Kanada, war aus Ottawa zugeschaltet und sagte, ein \u201eneues Kapitel der Partnerschaft\u201c m\u00fcsse ausgearbeitet werden. Sein Vortrag lautete: \u201eAfghanistans Weg nach vorne\u201c. Er sagte, sein Land k\u00f6nne als \u201eLandbr\u00fccke\u201c in Eurasien dienen, und ging ausf\u00fchrlich auf verschiedene Verkehrskorridore ein, vom Lapis-Lazuli-Korridor bis zur Route der F\u00fcnf-Nationen-Bahnstrecke.<\/p>\n\n\n\n<p>Botschafterin Anna Evstigneeva (Ru\u00dfland) sprach aus New York City, wo sie stellvertretende St\u00e4ndige Vertreterin bei der Mission der Russischen F\u00f6deration bei den Vereinten Nationen ist. Sie sprach \u00fcber \u201eRu\u00dflands Perspektiven f\u00fcr Afghanistan und Eurasien\u201c. Sie betonte, das Ziel in Afghanistan sei Stabilit\u00e4t, und es gebe keine milit\u00e4rische L\u00f6sung. Man k\u00f6nne wichtige Organisationsstrukturen zwischen den Nachbarn in der Region nutzen, darunter die Organisation des Vertrags \u00fcber kollektive Sicherheit (CSTO) und die Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SCO) sowie bilaterale Beziehungen. Eine besondere Rolle spiele die \u201eerweiterte Troika\u201c, die bereits seit vielen Jahren bestehe. In naher Zukunft st\u00fcnden weitere Treffen an. Verkehr und Infrastruktur seien von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Wang Jin (China), Fellow am Charhar Institute, sprach zum Thema \u201eAfghanistan und die Belt and Road Initiative\u201c. Er stellte vier Hauptaspekte der chinesischen Politik dar: 1) Es d\u00fcrfe keine \u201eSpillover\u201c-Auswirkungen der Instabilit\u00e4t gebe. 2) Es m\u00fcsse eine Zukunft des Fortschritts f\u00fcr Afghanistan geben. 3) Extremismus und Terrorismus d\u00fcrften nicht an Boden gewinnen; und 4) Die positiven Beziehungen zwischen China und Afghanistan m\u00fc\u00dften ausgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Pakistan meldete sich Herr Hassan Daud, Leiter der Investitionsbeh\u00f6rde der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Er wies darauf hin, da\u00df Afghanistan nach den jahrzehntelangen Konflikten in der zentral- und s\u00fcdasiatischen Region wirtschaftlich zu den \u201eam wenigsten integrierten\u201c L\u00e4ndern geh\u00f6re. Er sprach von gro\u00dfen \u201ewirtschaftlichen Auswirkungen\u201c, die sich f\u00fcr Afghanistan ergeben werden, wenn Pakistan im Rahmen des CPEC (China-Pakistan-Economic-Corridor) und der BRI (Belt and Road Initiative) seine Position und seine Ressourcen als logistisches Drehkreuz nutzte. \u201eDer Geist der alten Seidenstra\u00dfe\u201c m\u00fc\u00dfte wiederbelebt werden. Er forderte mehr Auseinandersetzungen \u00fcber zu dieses Thema unter Beteiligung von Wissenschaftlern, Handelskammern und anderen Experten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Vereinigten Staaten sprach Ray McGovern, ein ehemaliger Analytiker der CIA, der jetzt f\u00fcr die Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) aktiv ist. In seinem Vortrag \u201eMetanoia: Die US-Mentalit\u00e4t \u00fcber Krieg \u00e4ndern\u201c machte er viele deutliche Aussagen, darunter auch, da\u00df die Befehlshaber, die \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der USA in Afghanistan, im Irak und anderswo gelogen haben, zur Rechenschaft gezogen werden m\u00fcssten. Er legte dar, da\u00df es vor Beginn der Kriege nicht einmal kompetente \u201eLageeinsch\u00e4tzungen\u201c gegeben h\u00e4tte \u00fcber das Gel\u00e4nde, das Wetter, die Kommunikationslinien und andere Bewertungen. Im Jahr 2010 h\u00e4tte etwa die US-Marinelogistik 400 Dollar pro Gallone bezahlt, um die Milit\u00e4rfahrzeuge in Afghanistan zu betanken! Mit einem Zitat von Kipling wies er auf den Rassismus hin, der darin bestehe, da\u00df sich die USA anma\u00dften, alles und \u00fcberall tun zu k\u00f6nnen, was sie wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele andere Redner beteiligten sich an den beiden Diskussionsrunden, in denen es zu einem intensiven Austausch \u00fcber wichtige Themen kam. So verwies Earl Rasmussen, Vizepr\u00e4sident der Eurasischen Gesellschaft, darauf, wie dringend die Schaffung von Vertrauen sei. Dr. Stephen Fischer, ein amerikanischer Arzt, berichtete \u00fcber seinen einj\u00e4hrigen Dienst im \u00f6ffentlichen Gesundheitswesen in Afghanistan, wo er mit einem Wiederaufbauteam in einer Provinz zusammengearbeitet hatte. Helga Zepp-LaRouche betonte mehrfach, da\u00df es im Zusammenhang mit der anhaltenden Pandemie zwingend notwendig sei, sich in Afghanistan und \u00fcberall f\u00fcr den Aufbau des \u00f6ffentlichen Gesundheitswesens und eine moderne medizinische Versorgungsinfrastruktur zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Botschafterin Anna Evstigneeva wies abschlie\u00dfend darauf hin, da\u00df es \u201ewichtig ist, \u00fcber die Geopolitik hinauszugehen\u201c. Sie sagte, Ru\u00dfland sei \u201eauf allen Ebenen, einschlie\u00dflich Pr\u00e4sident Putin,\u201c zur Zusammenarbeit bereit. Helga Zepp-LaRouche rief die Podiumsteilnehmer und alle Zuh\u00f6rer auf, sich aktiv an der Diskussion \u00fcber die Perspektive eines Entwicklungsprogramms f\u00fcr Afghanistan zu beteiligen. Prof. Arlacchi, dessen neues Buch mit dem Titel \u201eGegen die Angst\u201c (auf Italienisch) k\u00fcrzlich erschienen ist, sagte zum Abschlu\u00df: \u201eFrieden ist st\u00e4rker als Krieg. Wir brauchen mehr Mut, um nicht Opfer gro\u00dfer T\u00e4uschungen zu werden\u201c. Die gesamte Konferenz ist unter folgendem <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/konferenz\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/konferenz\/\" target=\"_blank\">Link<\/a> zu sehen. Jetzt ist die beste Zeit, dem Schiller-Institut beizutreten.<\/p>\n\n\n<p><div class=\"call-to-action-big\"><h2>Unterst\u00fctzen Sie das Schiller-Institut<\/h2><p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/mitglied-werden\/\" class=\"custom-button large\" data-newwindow=\"true\">Mitglied werden \u2192<\/a><\/p><\/div><\/p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schiller-Institut hat heute eine Internetkonferenz zu dem Thema Afghanistan nach der gescheiterten Regimewechsel-\u00c4ra: Ein Wendepunkt in der Geschichte abgehalten, auf der Diplomaten und Experten aus vielen L\u00e4ndern, darunter Afghanistan, Ru\u00dfland, China, Pakistan, den Vereinigten Staaten, Italien und anderen vier Stunden lang intensiv diskutiert haben.&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":77859,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[526,757,37,474,97,564,551,439,528,96],"tags":[],"class_list":["post-77912","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-activity-de","category-afghanistan-allgemein-de","category-allgemein-de","category-brics-de-4","category-die-weltlandbrucke-bauen","category-studies-economic-de","category-updates-development-de","category-neue-seidenstrasse","category-activity-conference-de","category-weltkrieg-stoppen"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/afghan_conf_panel_2.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77912","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77912"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77912\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":77917,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77912\/revisions\/77917"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77912"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77912"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77912"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}